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        <title>Deutsches Kolonialblatt. VIII. Jahrgang, 1897.</title>
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            <idno>kbl_1897</idno>
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        Deutsches

#ulonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.
Herausgegeben

in  der

Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts.

VIII.  Jahrgang,  1897.

 

 

Verlag  von  Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn
Könsaliche  Hofbuchhaudlung
Kochstraße  68—71.
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        Inhalts--Verzeichniß.

Die  mit  einem  *  versehenen  Artikel  sind  amtliche  Bekanntmachungen  u.  s.  w.
Die  am  Schluß  stehenden  Ziffern  bezeichnen  die  Seitenzahlen.)

Greselie,  Vervrdnungen,  Erlalse  der  Keichshelhürden  und  Beljürden  der  deutschen  Schungebiete.
Rachrichken  aus  den  deutschen  Schungebieten  und  andere  darauf  brzügliche  Mittheilungen.

Allgemeines.

*  Afrikafonds.  Denkschrift,  betressend  die  Verwendung
  des  —  Extra-Beklage  zu  Nr.  3.

Ananaskultur.  Ueber.  .

Ausfuhr  siehe  Handel.

*Beamte.  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom
14.  Januar  1897,  betreffend  Abänderung  der
Ergänzung  vom  29.  Januar  1895,  betreffend
Grundsätze  für  die  Besetzung  der  Subaltern=  und
Unterbeamtenstellen  bei  den  Staatsbehörden  mit
Militäranwärtern  .

—.—  Vorbildung  der  in  den  Verwaltungsdienst  ver
Schutzgebiete  zu  übernehmenden  .--(Siehe

  auch  Kolonialbeamte.)

Denkschriften,  betreffend  die  Entwickelung  de
deutschen  Schutzgebietes  während  des  Berichtojahres
  1895/96.  Extra-Beilage  zu  Nr.  J.

Diseiplinarbehörden  siehe  Rechtspflege.

Drogenhandel  während  des  Jahres  1896

Elfenbeinhandel.  Bericht  der  Firma  Heinr.  Ad.
Meyer  in  Hamburg  über  die  Lage  des

Flora,  die  —  in  unseren  Kolonien  .

F  in  für  K  lege  in  den  Ko.
lonien.  Veranstaltung  einer  Festvorstellung  in
der  Urania  zu  Berlin  am  23.  Februar  1897.

—.—  Brief  der  Schwester  Gertrud  aus  Tanga.

—.—  Aufruf  zum  Eintritt  von  k  szubildenden  Pflegeschwestern.
  245,

—.—  von  Südwestafrika  .

—.  Bericht  der  Frau  Vandircktor  Hoffmann  aus
Tanga

—.—  Bericht  der  Frau  Dr.  Plehn  aus  Kamerun

—.—  Aus  dem  Jahresbericht  des  Vereins  für
1896/97  .

——  Abordnung  einiger  Schwestern  nach  Kamerun  512.

—.—  Veranstaltung  eines  Weihnachtsbazars  am  2.  und
3.  Dezember  1897.  .........

Gesundheitspflege.  Ueber  die  Behandlung  von
Verletzungen  in  Ostafrika

—.—  Das  Rothe  fs  auf  der  Briseer  Ausstelung


—.—  Erörterung  von  Fragen  der  Tropenhygiene
bei  der  69.  Versammlung  deutscher  Naturforscher
und  Aerzte  in  Vraunschweig

121

143
178

269
236

389
422

423
699

701

 

1
40.

Kriegsdienstzeit.

Handel  Deutschlands  mit  den  Schubaebieten  in  den

Jahren  1894  und  1895.
—.—  Bericht  des  Exportmusterlagers  in  eui  für
das  Jahr  1896
—.—  Hamburgs  mit  den  Schutzgebieten  im  Jayre
1896  .  110,
—.—  neber  den  Absatz  deutscher  Waaren  in  den
deutschen  Schutzgebielen  .
Kautschutmilchsäfte  (Kickxia  afrieana  Benth.).
Vorläufige  Mittheilungen  über  der  botanischen
Centralstelle  am  Königlich  botanischen  Garten  und
Museum  zugegangene  615,
Kolanußkultur.  Ueber  die  Bedeutung  der.  .
*Kolonialabtheilung.  Allerhöchste  Kabinets-Ordre
  vom  8.  März  1897,  betreffend  Verleihung
einer  Berechtigung  an  den  jeweiligen  Direktor  der
Kolonialabtheilung  zur  Anstellung  der  Deckoffiziere
der  Schutztrupen
Kolonialadreßbuch.  Deutsches  1897.

—  frlür
Beilage  zu  Nr.  11.
Kolonialbeamte.  Die  —  der  verschiedenen  Länder

—.—  Ausbildung  von  jungen  Leuten  für  den  Kolonialberuf
  in  England  .  ....
(Siehe  auch  Veamite.)
Koloniales.  Sammlung  von  Erzeugnissen  der
deutschen  Kolonien  für  Lehrzwecke  .
Kolonialgesellschaften.  Oründung  derWestafrikanischen
  Pflanzungsgesellschaft  „Viktoria“  zu  Berlin
Kolonialprodukte.  Wanderausstellungen  des  Komitees
  zur  Einführung  von  Erzeugnissen  aus  den
deutschen  Kolonien  in  deutschen  Städten
WKolonialrath.  Ernennung  des  Fürsten  Wilhelm
zu  Wied  und  des  Freiherrn  Aired  v.  Oppenhein
zu  Mitgliedern  des.  .
—.—  Bericht  über  die  Sizungen  am  18.  5  und
20.  November  und  1.  Dezember  1897  692,
Kolonialwolle.  Bericht  von  Gustav  Ebell  &amp;amp;  Co.
über  —  im  Jahre  1896
Allerhöchste  Verordnung,  betreffend
  Anrechnung  eines  Kriegsjahres  für  die  an
den  Feldzügen  gegen  bie  Khauashottentolten  bezw.
gegen  die  Hereros  in  Deutsch-Südwestafrika  und
dem  Ueberfall  an  den  Gangahergen  in  uUsandaui
(Ostafrika)  Betheiligten  .

549

701
144

330

492

121
        <pb n="4" />
        Kubary.  Tod  des  Reisenden  .  .
Landwirthschaftliche  Ausstellung!  von  Erzeug
nissen  von  und  für  die  Kolonien  in  Hamburg  im
Juni  1897  .
—.—  in  Hamburg
(Siehe  auch  Flora,  Kautschukmilchsäste,  Kolam,

Kolonialprodulte,  Kolonialwolle,  Nutzhölzer,
Pflanzen,  Strauhenzucht.  Vanille)
Maté-Thee.  Ueber  den

*Medaillen  siehe  Orden.

Missionswesen.  (Siehe  Rubrik:  Aus  dem  Bereiche
der  Missionen  und  der  Antisklavereibewegung.)
Musikinstrumente.  Das  Walhomsche  tragbare

Tropenharmonim

Nansen.  Verleihung  einer  goldenen  Medaille  an  —
seitens  der  Royal  Geographical  Socicty

Nutzhölzer.  Verwendung  von  Neu-Guinea-  2
in  der  Möbelindustrie  .

—-WestafrtkancscheoMahaqotu

Nutzpflanzen.  Tropische  —  im  boianichen  Garten
zu  Berlin.  .

*Orden.  Allerhöchste  Habinets-  Didre  vom  22.  März
1897.  Urkunde,  betrefsend  die  Stistung  einer
Königlich  preußischen  Medaille  zur  Erinnerung  an
des  Hochseligen  Kaisers  und  Konigs  Wilhelm  l
detoßenMajcstcit..  .

——Alle1hochstc.kabmcts  Ordre  vom  22.  Marz
d.  Is.,  betreffend  Verleihung  der  Erinnerungsmedaille
  zum  Andenken  an  des  Hochseligen  Kaisers
und  Königs  Wilhelm  I.,  des  Großen,  Majestät  an
die  den  Schutztruppen  angehörigen  Offiziere,
Sanilätsoffiziere,  Beamten,  Unteroffiziere  und
Mannschaften,  welche  dem  Reichsheere  und  der
Kaiserlichen  Marine  angehört  haben,  nach  dem
Personalbestande  vom  22.  März  1897

Pflanzen.  Sammlungen  getrockneter  —  aus  den
Schubgebieten  für  das  Verliner  botanische  Museum

Postalisches.  Ueberdruck  auf  den  Postwerthzeichen
für  die  Schutzgebiette

—.—  —.—  desgl.  der  in  Shanghai  uͤnd  Tientsin
zum  Verkauf  kommenden  Postwerthzeichen.  .

*—.—  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Reichspostamts
  vom  16.  Dezember  1896,  betreffend  Postanweisungen
  im  Verkehr  mit  den  Samoainseln

—.—  Fertigstellung  einer  telegraphischen  Verbindung
von  Conakry  nach  Timbo  und  zum  Niger

—.—  Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten
  15,  56,  81,  112,  146,  181,  209,  247,

272,  301,  342,  391,  424,  452,  475,  499,  527,
553,  588,  621,  642,  674,  704,
WRechtspflege.  Ernennung  der  Mitglieder  der

entscheidenden  dnarbehörhen  für  die  deutschen

  Schutzgebiete  .

Geschäftsordnung  der  Disziplinarbehörden
für  die  Schutzgebiete.
vom  8.  März  1897

Sammlungen  wissenschafliche  diehe  Sendunge).

#

 
  
 

733

67

Erlaß  des  Neichslanzlers
157

IV

Schiffsbewegungen  der  Kaiserlichen  Marine  in
den  Schutzgebieten  (siehe  in  jeder  Nummer  des
Kolonialblattes).

—.—  Postdampfschiffsverbindungen  nach  den
deutschen  Schutzgebieten  14,  55,  80,  112,  145,
181,  209,  246,  272,  301,  342,  390,  424,  451,

474,  498,  527,  553,  588,  618,  641,  673,

.  —.—  Fahrplan  der  Reichspostdampferlinien  für  das

Jahr  1897
Schiffsverkehr.  Jahresbrricht  der  deutschen  2
afrikalinie  für  1896

vSchutztruppen.  Allerhöchste  Verordnung  vom
11.  März  1897,  betreffend  Ergänzung  zur  Bekleidungsvorschrift
  vom  19.  November  18966

Seminar  für  orientalische  Sprachen.  Vorlesungen
  im  —  für  das  Sommersemester  1897.

—.—  Vorlesungen  im  —  für  das  Wintersemester  1897

Sendungen.  Wissenschaftliche  —  aus  den  deutschen
Schutzgebieten

Sewa  Hadji.  Tod  des  Großlaufnanns.

Statistik  siehe  Handel.

Straußenzucht.  Die  —  in  der  Kapkolonie
Vanille.  Ueber  die  mannigfachen  Arten  der  Zubereitung
  der  ..
Viktoria.  Westafrikanische

 

l

I

Pflanzungogejellschaji
(siehe  unter  Kolonialgesellschaften).

Wolle  siehe  Kolonialwolle.

Ostafrika.
rbeiter.  Nevision  der  Arbeiterverhältnisse  auf  den
Plantagen  im  Usambaragebiet  durch  Oberarzt

;  X  Dr.  Gaertner
HArbeitsverträge.  Verordnung  des  aiserlichen
Gouverneurs  vom  27.  Dezember  1896,  betresffend
die  Abschließung  von  Arbeitsvertragen  mit
Farbigen  .
Ausfuhrhandel  nach  Haniburg.  .
(Siehe  auch  Statistik,  Einfuhr.)
v.  Bennigsen.  Bericht  des  Finanzdirektors  über  seine
Reise  von  Westusambara  und  dem  Paragebirge
Beurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung
  der  Ermächtigung  zur  —  an  den  Rechtspraktikanten
  Ziegler
.Beölkerung.  Uebersicht  über  die  im  Schuhgebiet
ansässige  weiße  Bevölkerung.  (Nach  dem  Stande
H  vom  1.  Januar  1897)
v.  Bruchhausen.  Bericht  des  Forstassessors  —  aber
die  Utshungweberge  in  Uhehe  ..
·EDnresSaM-nErlaßemerneuen  Lafenordnung
siehe  unter  Hafenordnung.
*  Denkschrift,  betreffend  die  Entwickelung  des  Schutz--#


"

703,  7

192

177
41

486

gebietes.  Bericht  über  das  Verwaltungsjahr
1895006  Extrabeilage  zu  Nr.  3
Einfuhr.  Zusammenstellung  der  im  Handel  Deutsch-Ostafrikas

  vorkommenden,  hauptsächlich  für  den
Gebrauch  der  Eingeborenen  bestimmten  Waaren
Einfuhrhande  Hamburgs  nach  Ostafrika
(Siehe  auch  Statistik.)

229
524
        <pb n="5" />
        Elefantenzucht.  Versuch  einer  —  durch  Hauptmann
  Prince  auf  der  Station  Jringa

Elfenbein.  Versteigerung  von  Elfenbein  in  Vagamoyo
  633
Elfenbeinausfuhr  aus  dem  Schugebiet  1896/97  509
Engelhardt.  Reisen  des  Premierlieutenant  —  im
Hinterland  von  Lindi  vom  5.  D  1896  bis
11.  Februar  1897.  374
Ethnographische  Sammkung  des  gieutenanis
Kollmann  für  das  Museum  für  Naturkunde  in
Berlin  466
Expeditionen  Schillings  in  vie  Massaisteppe
zur  Erreichung  des  Kiniaroksees  .  286
—  —  der  8.  Kompagnie  der  Schutztruppeunter  Premierlieutenant
  Engelhardt  in  das  Hinterland  von  Lindi
und  Mikindani  zur  Bestrafung  der  Wangoni  632
Fonck  II.,  Lieutenant.  Erforschung  des  Malagarasiflusses
  durch  —  (Mit  Skizze)  98
Geistige  Getränke.  Ueber  das  Brauen  von  Bananenschnaps
  in  Udjidji-  286
Geld  siehe  Münzwesen.
Geographisches.  Triangulation  des  Bukumbigolfes
  am  Südende  des  Rhanza  durch  Hauptmann
Herrmann  570
Gesundheitspflege.  Erlaß  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  2.  Januar  1897,  betreffend
Inbetriebnahme  des  Sewa  Hadji-Hospitals  165
—.—  Neubau  eines  Krankenhauses  in  Tanga  319
—.—  Maßregeln  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  gegen
die  Einschleppung  der  Beulenpest.  319
*  —.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  vom
3.  April  1897,  betreffend  Mabregeln  gegen  die
Einschleppung  der  Beulenpest  399
—.—  Expedition  des  Dr.  Zupitza  zur  Erforschung
einer  unter  den  Eingeborenen  im  Gebiet  von
Kisibu  herrschenden  bösartigen  Krankheit  570
*Gewichtsbezeichnungen.  Verfügung,  betreffend  —  538
Glauning.  Bericht  des  Premierlieutenants  —  über
den  Stamm  der  Wangomvia  .  466
Gouverneur.  Inspektionsreise  an  der  sudlichen
Küste  des  Schutzgebietes  ·09
Grenedillholz  aus  Deutsch=  Ostasrila  und  seine
Verarbeitung  in  der  Möbelindustrie  206
Grenzen.  Deutsch-portugiesische  Erenzregulirung  .  194
*  —.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
24.  Oltober  1897,  betressend  Abgrenzungen  einzelner
Bezirke.  1115
*  Hafenordnung.  Verfügung  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  11.  Januar  1897,  betressend
Erlaß  einer  neuen  —  für  Dar-zes-Saläm  unter
Aufhebung  der  Verordnung  vom  7.  Januar  1894  122
Handel  Deutschlands  mit  Ostafrika  in  den  Jahren
1894  und  1895  51
Handel  siehe.  auch  Ausfuhr,  Einfuhr,  Waaren  und
tatisti
Handelsregister.  Verordnung  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  5.  Januar  1897  an  die  Bezirksämter,
  Gerichte  rc.,  betressend  die  Einführung
eines  —  ....  23,  130

m#

 

Industriezweige  in  Udjidji  .
Johannes,  Bericht  des  Kompagniesührers  —  über
seine  Expedition  am  Meruberg  bezw.  über  die  Ermordung

  der  Missionare  Segebrock  und  Ovir  42,

—.  Bericht  des  aaptmam  —  über  die  Missionsstation

  Kiboscho

Iringa.  Bericht  über  eine  Reise  des  ii

P.  Basilius  nach  .  .

Kautschukexport  des  Vezirks  Lindi  ..

*Kautschukhandel.  Runderlaß  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  16.  Juni  1897,  betreffend  den

Kielmeyer.  Besichtigungsreise  des  Slationschefs
von  Kilimatinde,  Pr.-Lt.  K.  in  seinem  Bezirke

WKriegsdienstzeit  siehe  unter  Schutztruppe

Kuirenga.  Bericht  des  Hauptmanns  Prince  aus

*  Landerwerb.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  vom  4.  Dezember  1896,  betreffend  Abänderung
  der  Ausführungsordnung  zu  der  Verordnung,
  belresfend  .

Landwirthschaftliches.  Vericht  ves  Leiters  der
Usambara-Kulturstation  Kwai  .  ..

—-Viehziichtftationaiifdeiziifel  Masia  .

(Siehe  auch  Plantagen,  Tabak,  Viehseuchen.)

Langheld.  Bericht  des  Hauptmanns  —  über  seine
Expedilion  nach  Unyamwesi  rc.

Leuchtfeuer.  Uebergabe  des  Leuchtjeuers  Nas  Kanz

Liebert.  Expedition  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
Generalmajor  —  nach  Uhehe

Lindi.  Vriefe  des  Sultans  Matschemba  sowie  des
Wali  Abdallah  bei  Mohoumond  an  das  Kaiserliche
  Gouvernement  über  die  Verhaltnisse  im
Hinterlande  von

Malagarasifluß.  Erforschung  des  —  durch  Lieutenant
  Fonck  II.  (Mit  Skizze.)  .

Meruberg.  Bericht  des  Kompagniesührers  Johannes
  über  seine  Expedition  am  —  bezw.  über
die  Ermordung  der  Missionare  Segebrock  und
Ovrir

Mikindani.  VBesichtigungöreise  des  Vezirksamtmann
Berg  im  Bezirk  —  im  April  1897

Missionswesen  siehe  Rubrik  aus  dem  Vereiche  der
Missionen  und  der  Antisklavereibewegung.

Münzwesen.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  vom  17.  November  1896,  betreffend  Einführung
  eines  festen  Kurses  zwischen  Rupien  und

esa  .

Nutzhölzer  siehe  Grenedillholz.

Plantagen.  Nevision  der  Arbeiterverhältnisse  auf
den  Plantagen  im  Usamdaragebiet  durch  Oberarzt
  Dr.  Gärtner  ..

—.—  Fortschritte  der  aulturstalion  in  Usambara
—.—.  Besuch  einiger  Pflanzungen  durch  den  Kaiserlichen
  Gouverneur  und  Bericht  über  dieselben
Ueber  den  Stand  der  Agavenpflanzung  auf

der  Plantage  Kurazini  bei  Dar-zes-Saläm

Postalisches.  Eröffnung  einer  Reich-  Telegraphenanstalt
  in  Lind

—.—  desgleichen  in  Milindani

286

130

412
195

—2

63

378
121
42

69
319

511
319

98

42

35

194
284
        <pb n="6" />
        Prince.  Bericht  des  Hauptmanns  —  aus  Kuirenga  42
—.—  Bericht  des  Hauptmanns  —  über  den  Abschluß
der  Wahehe-Expedition  .
*Rechtspflege.  Beisitzer  der  Kaisertichen  Gerichte
für  das  Jahr  1897  .
—.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den
kaiserlichen  Gerichlen  des  Scutgebieles  während
des  Geschäftöjahres  1896  227
Reisen  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  im  nördlichen
Theil  des  Schutzgebiete  313,  378
Rovuma.  Bericht  des  Lieutenants  Engethardt  aus
Lindi  über  die  Schiffbarkeit  des  319
MNupienkurs.  Festsetzung  des  405,  464,  500n.  590  ssl,  689
Sammlungen,  wissenschaftliche,  siehe  Sendungen.
Schiffsverbindungen.  Ostafrika-Linie.  Fahr—
plan  der  Postdampfer  für  das  Jahr  1897.  19
—.—  —.—  Schiffsbewegungen  (Hamburg-Ostafrika)
  26,  56,  82,  112,  146,  181,  212,  248,  273,
302,  342,  391,  427,  453,  476,  499,  528,  554,  589.
621,  643,  674,  704,  734
—.—  —.—  Jahresbericht  der  Ostafrika-Linie  für
1896  .  ..336·500
Schillinge  Expedition  in  vie  Massaisteppe  zur  Erreichung
  des  Kiniaroksees  286
Schöller.  Von  der  Expedition  des  Dr.  Nax  10
Schule.  Errichtung  einer  —  in  Sega  Gezirtsanit
Tanga).  265
—.—  Leistungen  ver  Negierungsschule  in  1  Bagamoyo  314
*  Schutztruppen.  Angabe  der  in  den  Jahren  1895
und  1896  gelieferten  Gefechte,  die  als  Feldzug
gelten  sollen  .
—.—  Allerhöchste  Kabinetsordre  vom  31.  Auguft,
betressend  Nachtrag  zur  Bekleidungsordnung  vom
18.  Oktober  106  37
*  —.—  Anrechnung  eines  KAriegsfahres  für  die  beim
Ueberfall  an  den  Gongabergen  am  26.  Oktober
1895  betheiligten  Militärpersonen  .  .  121
*  —.  —  Bertheilungsplan  der  Schutztruppe  und
Landespolizei  am  30.  November  1896.  .·
Seife.  Bericht  über  Anferligung  von  —  in  Udjidji  4
Sendungen.  Wissenschaftliche  durch  Dr.  Johannes
Buchwald  an  das  Museum“  für  Naturkunde  100
—.—  durch  Lieutenant  Schnorrenpfeil  und  Kompagnieführer
  Fromm  an  das  Museum  für  Naturkunde  3
—.—  des  Oberst  v.  Trotha  an  das  Museum  für
Naturkunde
—.—  des  Premier  Lieutenanis  Werther  für  das
Museum  für  Naturkunde  89,  634
—.—  für  das  Museun  für  Naturkunde  117  Dr.
Fülleborn  570

—.—  durch  Oberst  v.  Trotha,  Lieutenant.  v.  Veringe  659

und  Glauning  .
—.—  durch  Hauptmann  Namsay  und  te  Hosemann


Sewa  Hadli.  Tod  des  Großlaufmanns  .

693
114,  206

VI

 

*  Slatistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutschlarilanischen
  Schutzgebicte  für  das  talenderlahr
696

352
auch  Ausfuhr  und  Einfuhr  von  Waaren.)

Tabakernte  in  Mohoro  440,  722

Uhehe.  Vericht  des  Kaiserlichen  Gonmverneurs  über
seine  Expedition  nach  —  in  den  Monaten  Juni
bis  September  180907  653

Verkehrsverhältnisse.  Versuche  zur  Verbesserung
der  —  im  Schutzgebiet  .  659

—.—  Vau  einer  Aluminiumdampfpinasse  für  den
Viktoriasese  76

—.—  Jahresbericht  der  deuticen  P%is  en  für
1896  236

—.—  Die  Verkehrswege  von  uhehe  nach  der  Kuse  656

(Siehe  auch  Wegebau.)

*  Verwaltung.  Gouvernements#efehl  vom  30.  Dezember
  1896.  Einführung  der  Civilverwaltung  in
Lindi  und  Venennung  der  Station  Lindi  mit
„Kaiserliches  Bezirksnebenamt“  126

*Biehseuchen.  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneuro
  vom  25.  November  1896,  betreffend  die
Abwehr  und  Unterdrückung  von  164

—.—  Bericht  des  Geh.  Medizinalraih  Dr.  y1  über
die  ..  719

Waaren  geeignete  für  die  Einfuhr  229

Wahehe-Expedition.  Bericht  des  Hauptmanns
Prince  über  den  Abschluß  der  .  260

Wegebau  von  Dare-es-Saläm  nach  der  a
Kisserawe  .  571

ESiehe  auch  Veriehtswesen.)

v.  Wulffen.  Bericht  des  Lieutenants  —  über  den
Uebertritt  des  Sultans  Mwanga  von  Uganda  nach
deutschem  Gebiet  658

*  Zölle.  Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  9.  Juni  1897,  betressend  Zollfreiheit  für  Grabsteine
  und  Grabschmuck  464

*  —.—  Runderlaß  des  Kasserlichen  Gouverneurs  dD  vom
10.  Dezember  1896,  betreffend  Aleassisiciruns  der
Zolläniter  125

—.—  Aufhebung  des  gollamtes  In.  Alasse.  Kilwa-Kisiwant
  und  Errichtung  eines  solchen  in  Ras
Kismani  .  196

*—.—  Runderlaß  des  naiserlichen  Gonverneurs  u.  vom
14.  Dezember  1896  an  die  Zollämter,  betreffend
Abänderung  der  Zollordnung,  Zisser  5  der  Anlage
  C.  „Landwirthschaftliche  Maschinen“  126

*  —.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
10.  Dezember  1896  an  die  Zollämter,  betreffend
Zusatzbestimmungen  für  die  Zollordnung  126

*—.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
15.  Dezember  1896,  betreffend  Abänderung  der
Ziffer  2  des  §  34  der  Zollordnung.  126

36,  97,  192,  257,  283,  405,  485,
—

*Zolleinnahmen.

717
        <pb n="7" />
        Kamerun.

des  Pers  standes.  Ertheilung
  einer  Ernechi  zur  —  an  den  Assessor
Glahn  .

*  —.—  Ertheilung  einer  Crmachtigung  zur  —  an
den  Gerichtsassessor  Horn

Buca.  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  über

die  Station  —  in  Bczug  auf  Lage,  Ausbau,

Klima  2c.  .  ....

Carnap=  Auerheimb.  Vericht  des  Premierlieutenant

  —  über  einen  Besuch  bei  dem  Mwellestamm.

  .

Dominik.  Bericht  des  Lieutenant  —  über  das
Wutegebiet

Denkschrift  belreffend  die  Entwickelung  ves  Schutgebietes
  während  des  Verwaltungsjahres  1895/96.
Extrabeilage  zu  Nr.  3.

Deutsch-Westafrikanische  Handelsgesellschaft.
Konstituirung  der  —  ..

Expedition.  Bericht  über  eine  Straferpedition  nach

dem  Flußgebiet  des  Rio  del  RKcy

Frauenverein.  Vaterländischer  —  für  Krankenpflege
  in  den  Kolonien.  Bericht  der  Schwestern
Johanna  und  Leonore

Handel.  Ausfuhr  Kameruns  nach  Hamburg  1606

—.—  Hamburgs  nach  Kamerun  1896

—.—  Deutschlands  mit  dem  Schubgebiet  in  den
Jahren  1894  und  1895.

—.—  während  des  Jahres  1896  .

—.—  Verzeichniß  der  im  Schuzgebiet  Kamerun
thätigen  Handels-  und  Erwerbsgefellchaften  am
Anfang  1897

Kakavernte  1897  ....

Kameum  Hinterlandgesellschaft.  Entsendung
einer  Expedilion  der  —  nach  Kamerun

Kamerun-Land--  und  Plantagengeselkschaft.
n-  für  das  verflossene  Geschäfts


Kautschnk.  pericht  des  Dr.  Preuß  über  den  Poarakautschukbaum
  Hevea  brasiliensis  im  botanischen
Garten  zu  Viktoria  .......

KolamissemYaunde.

Kolonialgesellschaften.  Konstituirung  der  Deutsch-Westafrikanischen
  Handelsgesellschaft

—.  Konstituirung  der  Westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft
  „Viktoria“  zu  Verlin  und  Viktoria

*  Kriegsmaterial.  Verordnung  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  30.  September  1897,  betreffend
die  Einfuhr  und  den  Verkauf  von  .

Landwirthschaftliches.  Ueber  die  Aussichten!“  von
Plantagenunternehmungen  an  den  Abhängen  des
Kamerungebirges.  Vericht  des  Dr.  Preuß

(Siehe  auch  Kakao,  Kamerun-Land=  und  Plantagengesellschaft,
  Kautschuk,  Kolanüsse.  Nutzpflanzen.
Plantagenbau.)

Missionswesen  siehe  Rubrik:  Aus  dem  Bereiche
der  Missionen  und  der  Antisklavereibewegung.

XM  S  8

VII

418

51
521
522

*rsem
2

 

Nutzpflanzen.  Bericht  des  Dr.  Preuß  über  die
von  dem  botanischen  Garten  in  Berlin  dem
botanischen  Garten  in  Vietoria  übersandten
Pflanzen  .

—.—  Ueber  Spargelbau  i  in  Kamerun

Plantagenarbeit.  Meldungen  der  Gingeborenen
aus  Yaunde  zur  —  an  der  Küste.

Postalisches.  Erhebung  der  zuen  #zu
Kamerun  zum  Postamt

—.—  Aufhebung  der  Postanstalt  in  Vibundi  und
Errichtung  einer  solchen  in  Rio  del  Rey

Wiederherstellung  des  beschädigten
Bonny—Kamernn  ........

Preuß.  Bericht  des  Dr.  —  über  die  von  dem
botanischen  Garten  in  Berlin  dem  botanischen
Garten  in  Victoria  übersandten  Pflanzen

v.  Puttkamer.  Bericht  über,  die  Reise  des  Gouverneurs
  —  nach  Yaunde

*Rechtspflege.  Ernennung  von  Veisihern  für  die
Kaiserlichen  Gerichte  für  das  Schutzgebiet  für  das
Jahr  1897  .

*  —.—  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  3.  Juni  1897,  betreffend  Gebührensätze  für
das  summarische  Gerichtsverfahren

Sammlungen,  naturwissenschaftliche,
dungen.

Schiffsverbindungen  siehe  Woermann-Linie.

Scholz-Rogozinski.  Tod  des  Reisenden  —.

Seit,  Dr.  Bericht  des  —  über  seinen  Zug  nach
Mundame  zur  Bestrafung  des  Fetischhäuptlings
Makia  von  Mokonje  .

Sendungen.  Naturwissenschaftliche  des  br.  preub
an  das  Königliche  botanische  Museum
Stationen.  BVerichte  über  die  —  siehe  Buöa.
Statistik  der  im  Jahre  1896  in  das  Kamerungebiet
ein=  bezw.  von  dort  ausgesührten  Waaren

(Siehe  auch  Handel.)

Verkehrsnachrichten.  Vervollständigung  der  Betonnung
  des  Kamerunflusses  .

Woermann-Linie.  Schiffsbewegungen  der  —  15,
56,  81,  103,  146,  182,  212,  247,  273,  302,  343,
391,  427,  452,  475,  500,  528,  554,  589,  621,

Kabels

siehe  Sen-642,.

  674,  704,

—.—  Fahrplan  für  das  I.  Vierteljahr  1897
-  „  II.  "  Ob
-  -2III.

*  „  „„  IV.  „:
Wegebau.  Vorsschrite  des  —  Victoria—Buêa—
Bona
Wrutegebiet.

über  das  —
*  Yaunde.  Bericht  des  Kaiserlichen.  Gonwerneurs
über  seine  Reise  nach  —  im  Januar  d.  Is.

Vericht  des  Lieutenanis  Dominit

494

180

44

379

311

10

47,  289

734

979
        <pb n="8" />
        Togo.
*Beurkundung  des  Personenstandes.  Erthei—
lung  einer  Ermächtigung  zur  —  an  den  Gerichtsassessor
  Dr.  Gleim.  ..  .
Bevölkerung.  Uebersicht  über  vie  am  zi.
zember  1896  im  Schubgebiet  ansässigen  Deutschen
und  Fremden  .
Brückenbau.
die  Lagune  zwischen  Sebbe  und  Adjido.
sd

De-Uebergabe

  einer  neuen  Brücke  über
(Mit

Bild)

*Denks  chrifi  betreffend  die  Entwickelung  des  Schutzgebietes

  während  des  Verwaltungsjahres  1895/96.
Extrabeilage  zu  Nr.  3.

Erwerbsgesellschaften  im  Schutzgebiet.

*  Grenzen.  Das  deutsch-französische  Ablommen  über
die  Abgrenzung  von  Togo  vom  p.  Juli  1897.
(Mit  Karte.)  Beilage  zu  Nr.  21.

Gummiproduktion  im  Buemlande

Handel  in  Togo  im  Jahre  1896  .

—.—  in  Klein-Popo  und  orlo  Seguro  im  Jahre
1896/97

—.—  Uebersicht  über  die  im  gangbaren
Waaren

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  Togo  im  Jahre  1896

—.—  Ausfuhr  Togos  nach  Hamburg  im  Jahre  1896

—.—  Deutschlands  mit  dem  Schutgebiet  in  den
Jahren  1894  und  1895  .

(Siehe  auch  Statisth.
Kersting,  Dr.  Bericht  des  —  über  seine  Reise  von
Lome  nach  Sugn

Kete-Kratschi.  Bericht  des  Asfessor  Gleim  über
eine  Reise  nach  vom  13.  Februar  bis
7.  März  1897  .

Landeshauptmannschaft.
der  —  von  Sebbe  nach  Lome  .

Landwirthschaftliches  siehe  Cummiproduktion.

*Palmkerne  und  Palmöl.  Verordnung  des
Kaiserlichen  Landeshauptmanns  vom  15.  Februar
1897,  betreffend  die  für  das  Zumessen  und  das
Zuwägen  von  —  im  öffentlichen  Verkehr  zugelassenen
  Maße,  Gewichte  und  Waagen

Plehn.  Bericht  über  eine  Reise  des  Lieutenants  —
nach  Buöm  .  ..  .

Polizeiverordnungen  siehe  unter  nechtspflege.

Postalisches.  Bezeichnung  der  Hauptpostagentur
zu  Klein-Popo  mit  „Postamt“.

—.—  Einrichtung  einer  regelmäßigen  2
zwischen  Lome  und  Kete-Kratschi  .

(Siehe  auch  Telegraphenwesen.)

Nechtawiiegne  Beisitzer  des  Kaiserlichen  Gerichto

r  das  Jahr  1897  .
———Ueberftchtdet  gerichtlichen  Geschüfte  während
des  Geschäftsjahres  18906

*  —.—  Polizeiverordnung  des  Kalserlichen  Landeshauptmanns
  vom  22.  August  1887,  betreffend
Bau  und  Anlage  der  Häuser,  Grundstücke  2c.  für
Lome  und  Klein-Popo  .  ......

Verlegung  des  Sitzes
134,

VIII

320

167
419

WRechtspflege.  Ernennung  von  Beisiyern  des  Kaiserlichen
  Gerichts  für  das  Jahr  1897

Sammlungen,  naturwissenschaftliche,  stehe  Sendungen.

1  Schiffsverkehr  im  Jahre  1896  384
Schiffsverbindung  siehe  unter  Kamerun.
Schule.  Gründung  einer  Missionsschule  in  Gudji.  388
Sendungen.  Naturwissenschaftliche  —  an  das
Königliche  Museum  für  Naturkunde  zu  Berlin
durch  den  Grafen  Zech  ..  .320,659
ZStattsttldernnllalendekjahremss  eingeführten
bezw.  von  dort  ausgeführten  Waarenmengen.
(Siehe  auch  Handel.)
Stationen,  wissenschaftliche.  Vollendung  des
Baues  der  neuen  Station  Kpanddo  265
Telegraphenwesen.  Erössnung  einer  Telegraphenlinie
  zwischen  Togo  und  Dahomen  111
(Siehe  auch  Postalischcs.)
Wegebau  siehe  Brückenbau.
Wolf,  Dr.  Ueberführung  der  Gebeine  des  in  Borgu
verstorbenen  Stabsarztes  —  von  ihrer  bisberigen
Ruhestälte  nach  Lome  196

444

634
522

56

O

 

—.—  Beilräge  für  das  Dentmal  des  im  Togo.
hinterland  verstorbenen  —  ..

*  Zölle.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  vom  24.  September  1897,  betreffend  Aufhebung
  des  Zolles  für  Mais  und  berabsehung'  des
Aussuhrzolles  für  Schafe  717

Zoologisches.  Vogelfaung  von  Togo  101

(Gegenstände  siehe  auch  Sendungen.)

Südwestafrika.

Anlagen,  Gewerbliche.  Windmotore  als  Betriebskrafl.
  (Mit  Abbildungen.)

*WAusfuhrverbot.  Erlaß  eines  —  des  aiserlichen
Landeshauptmanns  vom  8.  Mai  1897  von  Fellen
Häuten,  Klauen,  Hörnern,  Haaren  und  Federn

*  Beurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung
  der  Ermächtigung  zur  —  an  den  Gerichtsassessor
  Paul  Richter

Bevöllerung.  Uebersicht  der  im  Vezirk  Keehnanshoop
ansässigen  Deutschen  und  Fremden.  Nach  dem
Stande  vom  1.  Januar  1897

Denkmalsenthüllung  für  die  in  den  Witbooi-Feldzügen
  Gefallenen  445
Denkschrift,  beir.  die  Entvickelung  ves  deutschen
Schutzgebietes  während  des  Verwaltungsjahres
1895/96  EtFxtrabeilage  zu  Nr.  3

Eisenbahn.  Bericht  des  Kaiserlichen  Feldbahnkommando
  über  die  südwestafrikanische  Baiwegbahn
  .  .

*Feuerwaffen.  Verordnung  des  Kaiserlichen
Landeshauptmanns  vom  29.  März  1897,  betreffend
die  Einführung  von  —  und  Munition  ·

*Geistige  Getränke.  Verordnung  des  Kaiserlichen
Landeshauptmanns,  betreffend  eine  Stempelabgabe
für  Lösung  von  Erlaubnißscheinen  zum  Antau
und  zur  Einfuhr  geistiger  Getränke  .

436

696

566

651
        <pb n="9" />
        Gesundheitspflege.  Brief  der  Schwester  Helene
aus  Windhoek  über  ihre  Thätigkeit  .

--.—BlattcknundSchutzpockeuimpiung

Grotfontein.  Jahresbericht  der  Stalion  .

Handel  Deutschlands  mit  dem  Schutgebiet  in  den
Jahren  1894  und  1895.

—.—  Ausfuhr  des  Schutzzgebiets  nach  Hamourg  im
Jahre  1896  .

—.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  dem  Schutzgebiete  i  im
Jahre  18966

W  Jagd.  Verordnung  des  Knaiserlichen  Landeshauptmanns
  vom  15.  Oktober  1896,  betressend  die  Ausübung
  der  .

*Kriegsdienstzeit  siehe  unter  Schutztruppe.

Landwirthschaftliches.  Gründung  eines  landwirthschaftlichen
  Vereins  zur  Hebung  der  Viehzucht.

(Vergl.  auch  Rinderpest.)

v.  Perbandt,  Bericht  des  vauptmanns  —  über  eine
Neise  nach  Mossamedes

Postalisches.  Bezeichnung  der  urbe
zu  Windhoek  mit  „Postamt"

—.—  Die  6Sgantsation.  dee  **  im  dehr
1895.906

—.—  NN  einer  Postagentur  in  n  Nehoboth  .

—.—  Einführung  des  Postanweisungs-Verkehrs.

*Rechtspflege.  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte
bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  Schutgebietes
während  des  Geschäftsjahres  1896

*—.—  Ernennung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen
Gerichte  für  das  Jahr  1897  .  .  312,

Ninderpest.  Eintressen  des  Geheimrath  Dr.  Koch
zum  Studium  der

—.—  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  vom  30.  September  1896,  betreffend  Zusatzverordnung
  zu  der  Verordnung,  betressend  Maßnahmen
  zur  Verhütung  der  Einschleppung  der
Rinderpest  vom  20.  Juni  1896  ·

—.—  Berichte  des  Negierungsralhs  v.  Lindegusst  über
die  Maßregeln  zur  Verhütung  der  134,  266,
.—  Maßregeln  zur  Abwehr  der  .

—.—  Bericht  über  eine  Reise  des  Stationachefe
von  Warmbad  behufs  Inspektion  der  Absperrungsmaßregeln
  gegen  die

—.—  Bericht  des  Sekondlieutenants  v.  Altrock  über
die  Aussendung  einer  Patrouille  am  Orangefluß
behufs  Verhütungsmaßregeln  zur  Einschleppung  der

—.—  Vericht  des-  Stabsarztes  Dr.  Kohlstock  über
die  sanitären  Maßnahmen  gegen  vdie  .  .

Schön,  E.  Die  Blattern  in  Afrika  und  die  *)
pockenimpfung  daselbst.  .

Schisfsverbindungen  mit  dem  Schutgebiet

—.—  Fahrplan  des  Dampfers  „Leutwein“  für  Januar
bis  Juni  1897

Schutztruppe.  Vericht  den  Premierlieutenante
v.  Burgsdorff  über  die  beosichtgte  Ausbildung
der  Bastarde  .

—.—  Allerhöchste  Verordnung  vom  30.  März  1897,
betressend  die  Erfüllung  der  Dienstyslich  bei  der
—  für  Südwestafrika

524

"1,  3

½#

180
527

1
S

6

10

325

IX

 

—.--  Ausfuhr  Hamburge  nach  dem  Viemarck=  tna

Schutztruppe.  Anrechnung  eines  Kriegejahres  für  an
den  Feldzügen  gegen  die  Ahauas  hottentotten  Betheiligte

  121
Siehe  auch  Wehrpslicht.  "1
Sendungen  zoologischer  Gegenstände  durch  NRegierungothierarzt
  Borchmann  an  dag  *  Köuigiice
Museum  für  Naturkunde
Statistik  siehe  Handel.
Unruhen.  Zusammenstöße  mit  den  Hottentotten  571,  602

—.—  Beendigung  des  Ausstandes  722
Viehzucht  siehe  Landwirthschaftliches  und  Rinderpesi.
Wege  siehe  Eisenbahnen.
Wehrpflicht.  Abschluß  eines  Wehrvertrages  mit  den
Vastards  .
Wiiidl)oek.Brief  der  Schwester  delene  aus
*Zollverordnung  des  Kaiserlichen  Landeshaupimanns
  vom  10.  Oktober  1896  nebst  Zolltarif.
Veilage  zu  Nr.  1
Zvologische  Gegenstände  siehe  Sendungen.

76

Neu-Guinea.
WBeurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung
einer  Ermächtigung  zur  —  an  den  Beamten  der
Neu-Guinea-Kompagnie  Boluminski  .
Bevölkerung  im  Bismarck-Archipel  nach  Maßgabe
des  Wohnsitzes  am  31.  Dezember  1890
*Denkschrift,  betr.  die  Entwickelung  des  deutschen
Schutzebietes  während  des  Verwaltungsjahres

35

1895/06  Extrabeilage  zu  Nr.  3
Ehlers.  Ermordung  des  Forschungöreisenden  467,  663
Ethnographisches.  Zur  Ethnographie  der  Ongtong-Java=

  und  Tannan-Inseln  5

*  Feuerwaffen.  Verordnung  des  Kaisserlichen

Landeshauptmanns  vom  4.  September  1896,  betreffend

  Verbot  des  Wassengebens  an  eingeborene

Arbeiter  .  688
Gesundheitopflege.  Bestellung  des  Dr.  med.

Danneil  zum  Gesundheitobeamten  für  die  Nhede

von  Herbertohöh  127
Häfen.  Polizeiverordnung  des  Kaiserlichen  **m“P°

missars  vom  13.  Dezember  1889,  betr.  Ordnung

des  Verkehro  in  den  —  deo  Schutzgebiets  nebst

Hafenordnung  vom  17.  September  1897  .  688
v.  Hagen.  Zur  Ermordung  des  Landechauptmanns

—  nach  einem  Bericht  der  Schwester  Auguste

Hertzer.  664
Handel  Deutschlando  mit  dem  Schuhgebiet  in  den

Jahren  1894  und  1895  .  51
—.—  Verkehr  im  Schutzgebiet  für  vie  Zeit  vom

1.  April  1895  bio  31.  März  1896  172
—.—  Auofuhr  auo  Neu-Guinca  nach  Hamourg  im

Jahre  1895  522

—  Ausfuhr  damourge  nach  Neu-  Guinea  im  Jahre
1895  525

—.—  Ausfuhr  aus  dem  Viomar  Acchipel  nach
amburg  im  Jahre  1895

im  Jahre  1895
        <pb n="10" />
        Karten,  Neue,  des  Schutzgebietes.  Herausgegeben  Europäer.  Leben  der  —  auf  den  Marshall-Inseln,
von  der  Nautischen  Abtheilung  des  Reichs-Marine-  Kulturanlagen  ꝛc.  (Mit  Abbildungen)  .
Amts....  420  Handel.  Ausfuhr  nach  Hamburg  im  Jahre  1896  522

Lauterbach.  Bericht  des  Dr.  —  uber  den  Abschluß  —.—  Ausfuhr  Hamburgs  nach  den  Marshall-Inseln  526

l
derKatferthhccmgkandpredttcon.  4  Landeshauptmann.  Neise  des  aiserlichen  —  im
Nutzhölzer.  Die  Verwendung  von  Neu.Guinen  Jaluit-Atoll  .  135
Nutzholz  in  der  Möbelindustrie  8—.—  Reiise  des  Kaiserlichen  —  0  Milla  und
Mplantagenkultur.  Ueber  die  Aussichten  der  —  Maloclab.  103
in  Kaiser-Wilhelmsland  446  Rechtspflege.  Ernennung  von  Beisitern  ver
Polizeiverordnung  des  Kaiserlichen  dommissors  J  KaiserlichenGerichtefürdthakIhallJuseln.128
vom  13.  Dezember  1889,  betreffend  Ordnung  des  —.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem
Verkehrs  in  den  Häfen  des  Schutzgebietes  nebst  Schutzgebiet  während  des  Geschäftsjahres  18966  408
Hafenordnung  vom  17.  Seplember  189y7  688  x„  Schiffoverkehr  in  Jaluit  im  Jahre  18966  .  419

Post-  und  Telegraphendienst  in  Reu-Guinen.  53
—.—  Einrichtung  eines  Postanweisungsverkehrs  |
zwischen  Deutsch-Reu-Guinea  und  den  Straits
Seitlements  272

Verkehrswesen  siehe  Schiffsverkehr.

Rechtspflege.  Ernennung  v  von  VBeisihern  bei  dem  HUHus  dem  Brreiche  der  Misnonen  und  der
Kaiserlichen  Gericht  zu  Herbertshöh  für  das  Jahr  MntiFklaverri-Bewegung.
18907  127
*—.—  nebersicht  der  bei  dem  Stationsgericht  zu  Missionen.
Herbertshöh  im  Jahre  1896  anhängig  gewesenen  Afrikaverein  deutscher  ntboliken.  Gesemun
Sachen  258  einnahmen  im  Jahre  18996  135
*—.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  während  —.—  Vertheilung  einer  gröberen  Summe  an  die  in
deo  Jahres  1896.  Bismarck,  Archipel  und  Salomons.  den  Schutzgebieten  thätigen  Missionsgesellschaften  467
inseln.  259  —.—  Aus  dem  Jahresbericht  des  —  über  die  aposio-Allerhöchste
  Verordnung  vom  16.  Onober  lische  Präfektur  Kaiser  Wilhelmslandg  604
1897,  betreffend  die  Gerichtsbarkeit  der  Neu-  Afrikaverein,  evangelischer.  Genehmigung  einer
Guinea-Kompagnie  über  die  Eingeborenen  ihres  Lotterie  zum  Besten  der  Errichtung  eines  Sana-Schutgebiets
  63l  toriums  in  Deutsch--Ostafrika  .  ..  174
(Siehe  auch  Polizeiverordnung))  —.—  Von  der  Sklavenfreistätte  des  —  auf  dem
Schiffsverkehr  zwischen  Australien  und  den  Inseln  Lutindiberge.  19
der  Südsee  4,  44,  1155  —.—  Anlage  einer  Gesundheitsstation  i#  in  Usambara
—.—  Occanic  Steamship  Co.  Spreckels  Linie)  und  Aufbringung  der  Kosten  durch  eine  Lotterie  467
zwischen  San  Francisco,  Honolulu,  Auckland  und  ·  Algerische  Väter  —  Weiße  Väter.
Sidney.  Fahrplan  57  Antonius-Mission.  Bericht  des  P.  van  der  Bunyt
*  —.—  Verordnung  des  tommissarischen  Landeahaupt=  über  die  —  in  Usigi-Urundil  .  6065,
manns  vom  1.  Juni  1897,  betressend  die  Oessnung  "  Apostolische  Präfektur  Subsansibar  Erweider
  Rhede  von  Stephansort  für  den  Auslands-  terung  des  Propagandagebiets  572
verkehr  ·  485!——-ogoVonde11  Missionöschulen  in  Porto-X
  Stationen.  Aicichien  von  den  einzelnen  —  des  «  Seguro  und  Gridi  73
Schuhgebietes  170  —.—  Transvaal.  Veteijunga  von  2  0  Sidwest=Statistik
  siehe  Handel.  afrika  durch  die  .  73
Verkehrswesen  siehe  Schiffoverkehr.  Apostolisches  Vikariat  von  Unyanyenibe.
X  Verwaltung.  Vereinigung  der  Verwaltungen  der  Bericht  über  die  Stationen  und  die  Thätigkeit
Neu-Guinea=  und  Astrolabe-Kompagnie  170.  der  Missionare  in  Ostafriia  105
Zoologisches.  Sendung  zgoologischer  *  —.—  —.—  Bericht  des  Bischofs  Gercbin  uüber  die
aus  Neupommern  267  christlichen  Ehen  seiner  Missio  491
—.—  Errichtung  einer  zoologischen  Station  in  der  Baptistenmission.  Entsendung  des  is
Südsee  durch  Prolessor  Doht  und  d  Plantagendesiber  Enns  und  Frau  nach  Kamerun.  6
Parkinson.  723  —  —  Aussendung  des  Missionars  L.  Schwarz
nach  Kamerun  400
Barmener  Nissionsgesellschaft  siehe  Rheinische
Marshall  ·  Inseln.  Missionsgesellschaft.
Bevölkerung.  Uebersicht  der  im  Schutzgebiete  am  Basler  Mission.  Steigerung  der  Zahl  der  k  A
1.  Januar  1897  ansässigen  Deutschen  und  Fremden  419  sionsstationen  in  Kamerun  5
*Denkschrift,  betreffend  die  Entwickelung  des  —.—  Nachrichten  von  der  —  in  Kamerun  198
x  deutschen  Schubgebietes  während  des  Berichtjahres  —  Leben  und  Einrihung  im  it
1895/06  Exxtrabeilage  zu  Nr.  3  der  —  zu  Basel  .  239
        <pb n="11" />
        Basler  Mission.  Entsendung  der  Missionare  Kobel
und  Schulle  und  Rückkehr  des  Missionars  dortengein  290
—.—  Ueber  Missionserfolge  bei  den  Aboleuten“.  421
—.—  Aus  dem  82.  Jahresbericht  der  —.  40
—.—  Veröffentlichungen  der  —  in  Dualasprache  512,  544,699
Benbhiui  Riflionsgenssienschait  in  rt
afrika  "
—.—  Abreise  der  oar.  Alphons  und  Ambresus:  von
Dar-es-Salüm  nach  dem  Innern
—.—  Tod  des  Missionars  Meyer.  .  --108
—.—  Anlage  von  Stationen  in  Uhehe  137,  267
—.—  Ernennung  des  P.  Ithesone  Schober  zum
Generalsuperior
—.—  Ueber  die  Anlage  von  Wegen  im  Gedietr  von
Lukuledi  sowie  über  die  Station  daselbst  326,  446,  447
—.—  Berichte  von  den  Missionsstationen  in  Ostafrika
(Dar-zes-Saläm—Kolasini)  .  .
—.—  Aussendung  von  zwei  Patres  nach  Ostafeika.
—  Grundsteinlegung  der  St.  Josephskirche  in
Dar-zes-Saläm.  —  Rückkehr  einiger  Schwestern
und  Vrüder  ..  389
—.—  Uebergabe  eines  R  Landes  an  n  die  —  seitens
der  Kaiserlichen  Negierung  in  Dar-es-Salüm.
—.—  Thätigkeit  der  —  in  der  apostolischen  Präfektur
  Südsansibar  vom  1.  Juli  1896  bis  dahin
1897
Berliner  evangelische  Nissionogeseltschaft
(Berlin  I)  siehe  Gesellschaft  zur  Beförderung  der
evangelischen  Mission  unter  den  Heiden.

572

Bibelübersetzungen  in  afrikanische  Sprachen  175,  269  „

Bremer  Missionsgesellschaft  siehe  Norddeutsche
Missionsgesellschaften.

Brüdergemeinde.  Berichtdes  Missionars  Th.  Meyer
aus  Rungue  (Deutsch-Ostafrika)

—.—  Die  ersten  Täuflinge  auf  der  Station  Nungue  514
—.—  Uebergang  der  von  ihr  gegründeten  Urambostation
  an  die  London  Missionary  Socict)

—.—  Aus  dem  Jahresbericht  für  1896,97.

Documents  relatifs  à  lu  répression  de  la  truite
des  esclhuves  publiés  en  execution  des  articles
LXXXI  et  suivants  de  T’acte  Fencral  de
Brugelles  1896

Evangelisch-lutherische  Nission  siche  Leipziger
Missionsgesellschaft.

Evangelische  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika
  (Berlin  III).  Fortschritte  derselben  in
OÖstafrika  JI1,  3206

—.—  —.—  Erkrankung  des  Missionors  Maas  197

—.—  —.—  Bericht  über  die  im  März  1897  abgehaltene
  Hauptversammlung  der  —

—  —.—  Bericht  über  die  Konferenz  der  Mitglieder
der  —  zu  Dar-es-Sala  637

—.—  Uebernahme  der  Geschäfte  eines  Missionsinspektors
  an  Stelle  des  Missionsinspektors  Pastor
Winkelmann  durch  den  Missionsgeistlichen  Döring  723

Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen
  Mission  unter  den  Heiden  (auch  genannt
  Berliner  evangelische  Missionsgesellschaft
Berlin  I1.

197
572

573

236

XI

 

Gründung  der  Station  in  Bulagoa  6

Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen
  Mission.  Tod  des  Missionars  Grieguszies

—.—  —.—  Ernennung  des  Pastors  Sauber  zweis
zum  Missionsinspeltor

—.—  —.—  Die  rsten  raee  Täuflinge  im
Kondeland

—.—  —.—  Aufnahme  neuer  Chrisien  in  Itombe  und
Muakareri

—.—  —.—  Rückkehr  der  Missionare  Raiheis  und
Schumann  aus  Ostafrika  .  .

Hoffmann.  Tod  des  P.  Hosfmann  in  Lome

Kamerun.  Baptistenmission  in  —

—.—  Basler  Mission  5,  198,  421,  40.  512,  514,

—.—  Fertigstellung  des  Duala-Katechismus

—.—  Pallotinermission  6,  104,  138,  198,  238,  388,

446,  468.

Katholische  Missionen.  Bericht  des  P.  Alfons
über  die  neue  katholische  Missionsstation  in  Uhehe
Kirchenmission.  Stationen  der  —  in  Ostafrika

Leipziger  Misstonsgesellschoft-  hatigkei  in
Britisch-Ostafrika  .....

—.—  Gründung  neuer  Siationen.

Londoner  Mission  (London  Missionar)  Societ)).
Uebergang  der  von  der  evangelischen  Brüder-Unität
  gegründeten  Station  Urambo  an  die  —

—.—  —.—  Die  Missionsstation  Urambo  in  Deutsch-Ostafrika


Missionaires  a-  Afrique  a  Alger  (eres
blancs)  siehe  Weiße  Bätler.

Missionswesen  im  Allgemeinen.  Ernennung
des  D.  Warneck  zum  Prosessor  für  Missionswissenschaft
  an  der  Universität  Halle.  .

—.—  Verleihung  der  goldenen  Medaille  der  deutschen
Kolonialausstellung  an  Missionsinspektor  Merenky

Missionskonferenz.  Jährliche  —  in  Kisserawe

Mission  unter  der  Zwergbevölkerung  Afrikas

—.—  Verdienste  der  —  in  Afrika  nach  einem  Bericht
des  Generalkonsuls  H.  Johnston

Missionsgesellschaft  vom  Heiligen  Herzen
Jeft.  Gründung  eines  Missionshauses  zu  Hiltrup
bei  Münster  für  die  Schutzgebiete  der  Südsee

—.—  —.—  Gründung  einer  neuen  Station  auf  der
Gazelle-Halbinsel  .  ..572

—.—  —.—  Bericht  über  die  Entwickelung  der  Stationen
  auf  Neu-Guinea

—.—  —.—  Aussendung  neuer  Missionare  nach  Iri.
tisch  Neu-  *“  .

—.—  —.—  Tod  der  Brüder  Kiest  und  Schwester
*

Neu-  Dettelsauer  Missionsgesellschaft.  neber
die  Entstehung  der  Niederlassungen  der  —  in
Neu-Guinea  -

—.—  Berichte  der  —  aus  Neu-  -Cuinca-—.—

  Tod  des  Missionar  Deinzer

—.—  Bericht  des  Missionars  Flierl  vomB  Soattelberge
(Neu-Guineay)

—.—  Ausendung  des  ie  Held  nas
Neu-Gui  —-——

  Urlaiibökeise  des  Missionars  Flierl  ·-572


644

490
699
492
607

326
104

699
        <pb n="12" />
        Neu-Guinea.  Errichtung  eines  neuen  Vikariats
aus  den  Gilbert=  und  Salomons-Inseln  .

-—Bcrichtdesl’ofef  ckdiocq  über  die  dortige
Mission

—.—  Deutscher  Afrikaverein-—.—

  Mission  vom  Heiligen  Herzen  Jesu

—.—  Weslayanische  Mission  ...

—.—  Neu-Dettelsauer  Mission  103  137,  237,

—.—  Gründung  eines  Versammlungshauses  durch

572.  607,.

Eingeborene  zur  Abhaltung  von  Gotteödienst.

—.—  Rheinische  Mission.  .

Norddeutsche  Missionsgesellschaft.  Vesetzung
der  Stationen  von  Togo  173,  174,

—.—  Feier  des  fünpßzigjährigen  Jubiläums  ihrer
Arbeit  an  der  Sklavenküste  292,

—.—  Aus  dem  Jahresbericht  der  .

—.—  Rückkehr  des  Missionars  Müller  aus  T  Togo  und
Besetzung  der  einzelnen  Stationen

—.—  Tod  der  Schwester  Margarethe  Diehl  in  *#r*  .

—.—  Aussendung  von  Missionaren  nach  Togo  und
Rückkehr  einiger  .

Oblaten.  Abreise  einiger  wr  nach  e,
afrika  .

—.—  Tod  des  P.  Souillier  .  ..

OÖstafrika.  Afrikaverein,  vangelischer  .  199,

—.—  St.  Antonius  Mission  .

---—BenehcklusMissionsgcsellschaitc2  J  108  137,

267,  326,  386,  389,  446,  447,  572,
—.—  Brüdergemeinde  136,  197,  547,

—.—  Evangelische  Missionsgesellschaft  für
Ostafrika  (Verlin  III)
—.—  Gesellschaft  zur  Förderung  der  evangelischen
Mission  unter  den  Heiden  6,  104,  137,  292,  54.#,

Deutsch-—.—

  Kirchenmission

—.—  Leipziger  Mission  ........

—.—Londonchission(Lon(lonMission-III-Society)
  ...  137,  197,

–  universitäten=  Mission  74,

—.—  Bäter  vom  Heiligen  Geist  ru,  292,  544,  607,

—.—  Weiße  Väter.  69,  71,  106,  197,  238,  292,

Pallotiner.  Vericht  des  Pater  Johann  Schäfer
über  die  Missionsstation  Engelberg

—.—  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  —  in  Kamerun

104,  138,  198,  388,

—.—  Schulen  der  —  in  Kamerun  .

—.—  Herausgabe  einer  biblischen  Geschichte  in  der
Dualasprache

—.—  Bericht  des  apostolischen  Präfert  p.  Vieter  über

seine  Reise  nach  Kamerun

Rheinische  Missionsgesellschaft.  Nückolict  auf
die  Thätigkeit  der  —  von  1885  bis  1895.

—.—  Aenderungen  im  Versonalbestayde  der  —  in
Südwestafrika  .  .135,

—.—  Bericht  über  die  Mission  im  Obambolande

—.—  Bericht  über  die  Entwickelung  der  neuen  Vergdamarastation
  Ghaub

—.—  Abreise  der  Bräute  der  2  und
Helmich  nach  Neu-Guinea  .  .

71,  197,  236,  292,  326,  5

XII

492
604
666
667
572

572
236

51

*#

389
468

512
604

468

104

236
136

236

 

 

Rheinische  Missionsgesellschaft.  Bericht  des
Missionsinspektors  Schreiber  über  den  Stand  ihrer
Arbeit  in  Deutsch-Südwestafrika

—.—  Gründung  einer  Filiale  in  Zesfontein

Sklavenfreibriefe.  Zahl  der  —  1895/96.

Steyler  Mission  Väter  vom  götllichen  Wort.

Südwestafrika.  Bilder  aus  der  evangelischen
Mission.  Bericht  des  Pastor  M.  Schoenfeld

—.—  Oblaten  .

——Rhemtsche  Mission  135  136  236  421  572

Togo.  Apostolische  Präsektur  .

—.—  Tod  einiger  Brüder  .

——Nokddeutsche  Missionsgeselschast

—.—  äter  vom  göttlichen  Wort.

(Siehe  auch  Hoffmann.)

Trappisten.  Thätigkeit  und  Erfolge  der  Mission  der
deutschen  —  in  Natall  ·

Uganda.  Evangelische  Missionsarbeit  i  in

—.—  Zahl  der  Katholiken,  Protestanten.  Mohamedaner
und  Heiden

Universitäten  Mission.
Hine  zum  Bischof  der

—.—  Von  der  —  in  Ostafrika  .

Väter  vom  göttlichen  Wort.  Errichtung  eines
neuen  Missionshauses  in  Lothmathe

—.—  Gründung  einer  Schule  in  Gridji  .

—.—  Rückkehr  des  P.  Dier  mit  Heimatheurlaub

—.—  Bericht  des  P.  M.  Dier  aus  Tooo

—.—  Einschifung  von  vier  Missensschwestern  ias
Togo  .  .

572.

173,

Eeman  des  Dr.

(Siehe  auch  Hoffmann.  )

D  Väter  vom  Heiligen  Geist  (Steyler  Mission).

Grundsteinlegung  einer  neuen  Kathedrale  in  Sansibar

—.—  Ernennung  des  P.  Allgeyer  zum  apostolischen
Vikar  für  Deutsch-Afrika

—.—  Ernennung  des  .  Adam  zum  zme
Vikar  von  Gabun  .

-—-—Urnndungcmet  Niederlassung  in  Tanga

—.—  Ernennung  des  P.  Schneider  als  Leiter  des
Waisenhauses  in  Bagamoyo  an  Stelle  des  sein
Amt  niederlegenden  P.  Baur  .

—.—  Zahl  der  Missionare  und  Stationen  wihrend
ihres  fünfzigjährigen  Bestehens  .

Vietor.  Rückkehr  des  apostolischen  Prafelien  —
nach  Kamerun

Weiße  Väter.  Vericht  des  Stalionschess  2
über  deren  Thätigkeit  am  Tanganyikao

—.—  Bericht  über  die  Tbätigtet  derselben  in  Ost.
afrika

—.—  Ueber  die  Grundung  einer  neuen  Mission  derselben
  in  Urundil  .

—.—  Ueber  das  apostolische  Vikariat  Nyassa

—.—  Bericht  über  die  Mission  der  —  in  Atquatoriat
Afrika

—.—  Von  den  Siationen  St.  Peier  und  1  von
Kala  in  Ostafrika  .

—.  —  Tod  einiger  Missionsbischofe

0,

699
721

384
667
699

446
604

668.
449

4901
        <pb n="13" />
        —  XIII  —

Weiße  Väter.  Ausrüstung  einer  neuen  Missionskarawane
  nach  Afrika  .

—.—  Tod  des  P.  Loonus

Wesleyanische  Mission.
der  —  in  der  Südsee

Ueber  die  Stationen

Rus  fremden  Rolonien.

African  Lakes  Gorporatien.
vertheilung  der  —.

Angola,  Handel  im  Jahre  1896.  .

Asien.  Verordnung,  betressend  eirn  der
Einfuhr  aus

Australien.  Schissoverkehr  zwischen  —  und  den
Inseln  der  Südsee

Anstralische  Kolonien.  Weinerzeugung  in  den
britisch-australischen  Kolonien  im  Jahre  1894/95

Bahia.  Ausfuhr  aus  —  in  den  Jahren  1895/96.

Barbados  (englisch).  Entwickelung  von  im
Jahre  1895

Basutoland.  Jahresbericht  für  die
1.  Juli  1895  bis  30.  Juni  1896

Beira.  Ernennung  eines  deutschen  Konsuls  in  —

Belgien.  Handel  Antwerpens  im  Jahre  1895  mit
Elfenbein,  Gerbstossen  und  Kautschuk

Britisch-Centralafrika.  Bericht  über  einen  heiuch
der  Deep  Bay-Karongaberge

—.—  Ueber  den  Handel  und  die  algemeine  Lage.
Vericht  des  Kommissars  Sharpe  für  die  Zeit  vom
1.  April  1896  bis  dahin  1897

Britisch-Guyana.  Jahresbericht  über  die  Finanzlage
  der  Kolonie  —  im  Jahre  1895/96

Britisch-Indien.  Die  Mineralpredultion  in  —
im  Jahre  1891.  .

—.  —  Die  Forstverwaltung  in  —  im  Jahre  189301

—.—  Ausbildung  der  Kolonialbeamten.  .

Britisch-Neu-Guinea.  Bericht  über  —  nach  der
englischen  Parlamentovorlage  wahrend  des  Jahres
1894  95

—.—  Verordnung  über  die  Ertheilung  von  Erlaubnifscheinen
  für  Feuerwassen.

Britisch-Ostafrika.  Bericht  über  —  nach  der  im
Juli  1896  auogegebenen  Parlamentsvorlage:
Report  of  the  trade  of  Mlombasa  and  Jubaland
sor  the  year  18935

—.—  Verordnung  des  englischen  Auswärtigen  Anis
betreffend  die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Feuerwassen
und  Munition

—.—  Landverordnung  vom  7.  Jannar  1897

—.—  Einführung  einer  Gerichtsversassung  in

—.—  Verordnungen  über  Besitznahme  herrenlosen
Landes  und  betresend  Verhinderung  der  Kautschukfälshung


Britisch-  Ostindien.
von  Kohle

Congo  Français.  Vudget  fur  1807

—.—  Hinschaffung  eines  zerlegbaren  Dampfers  nach
dem  Shari  zur  Erreichung  des  Tschadsee

Dividendenzeit

  vom

Kohlenindustrie  und  enie

667

667

109
726

110

115

494

139

268.

52

48

574

201
203
339

48

210
2607
668

670

517
140

205

Congo  Français.  Verwaltung  des  —  durch  einen
Commissionuire  général

—.—  Errichtung  eines  franzöfischen  Vizetonsulats
in  Muludi

Cöted’lvoire  (französisch.  Verordnung,  betressend
einen  Zollnachlaß  für  alle  sich  dort  niederlassenden
  französischen  Kaufleute

—.—  Zolleinnahmen  des  Jahres  1896

Dahomey.  Budget  für  1897.  .

—.—  Eröffnung  einer  Telegraphenlinie  zwischen  T  Togo
und  —

.  Eröffnung  der  2  #  und
Zaguanado  .

—.—  Fertigstellung  einer  Bruce  von  der  Siadi
Wydah  nach  dem  Meeresstrande

Englische  Kolonien.  Errichtung  einer  Centralstelle
  für  das  Studium  der  Haussasprache

—.—  Eisenbahnen  im  englischen  Westafrika

England.  Die  Entwickelung  der  englischen  Kolonien
1885  bis  1895.  .
(Agl.  auch  Uustralische  Kolonien,  Varbados,  Britisch=Centralafrika,
  Brilisch-Guyana,  Britisch-Indien,
Britisch-Neu-Guinea,  Britisch-Ostafrika,  Britisch=Ostindien,
  Salomoninselu,  Fidji,  Goldküste,  Kapkolonie,
  Lagos,  Mombassa,  Mossamedes,  Norfolkinsel,
  Sansibar,  Sierra  Leone,  Sulu,  Tonga,

Thurston.)

Fidji.  Verordnung  der  Regierung,  betressend  Schonung
  der  Waldbestände  .

—.—  Handel  der  Fidjilolonie  im  Johre  1895

—.—  Desgl.  im  Jahre  1896

Französische  Kolonien.  Auobildung  der  Loonialbeamten


—.—  Ernennung  Mr  .
Kolonialdirektor  .

»—--Schmssubvenuonau  die  Union  Steam  Ehip  Co.
"f  Zealand  zum  Verkehr  zwischen  Auckland  und
Tahiti  .  .

—.—  Expedition  der  französischen  Reisenden  Behagle
und  Bonnet  de  Mczieres  nach  Mittelafrika  ·
(SichcauchCöted’Joire,Dahomeh,Gabun,

Guinea,Congoftanyaise,Madagascat,:1iabal).

Gabun.  Handel  im  Jahre  1896  ....

Goldküste  (englisch).

—.—  Rückkehr  des  Gouverneurs  von  seinem  Urlaub
nach  Accra

—.—  Finanzielle  Lage  und  enwice  der  Kolonic
im  Jahre  1895.  .  ...

Goa.  Handel  im  Jahre  185.

Guinea  (französisch).  Verzollung  der  vom  Ausland
eingeführten  Waaren  nach  besonderem  Tarif.

Hawaiische  Inseln.  guckerausfuhr  der

Holland.  Ausbildung  der  Kolonialbeamten

Japan.  Aufhebung  des  Kolonialministeriumo

Java.  Landwirthschaftliche  Ausstellung

Jubaland  (siehe  unter  Britisch-Ostafrika).

Jtalienische  Kolonien.  Schrift  deo  Hauptmanns
  a.  v.  Bruchhausen  über  den  erhthräisch
auosiynishen  Mien

Vingers  zumB  sranzösischen

268,

614

50

293
242

268
194

637
330
        <pb n="14" />
        Kapkolonie.  Bericht  des  Konsuls  Dalldorf  in
Port  Elizabeth  über  Straußenzucht

Kongostaat.  Ausbildung  der  Kolonialbeamten

—.—  Handelsstatistik  des  Staates  für  1896

—.—  Die  Strafgesetzgebung  des  —

Lagos.  Projektirung  einer  Eisenbahn

—.—  Jahresbericht  über  die  Entwickelung  der  Kolonie
im  Jahre  1895.  .  .

—.  —  Rückgang  der  Oummiigewinnung  .

—.—  Meuterei  der  Polizeitruppe

Laurengo  Marques.

—.—  Handelsbericht  des  englischen  Konsuls  für  das
Jahr  1895  .
—.—  Handel  und  Schiffahrt  im  Jahre  1856.  .  8,
Madagascar.  Regelung  der  Drundbesthverhaltf=Madeira.

  Handel  im  Jahre  1895.

Mogador,  Handel  im  Jahre  1896  .

Mombassa.  Anwerbung  von  Arbeitern  zum  Bau
der  Mombassa-Eisenbahn  auf  den  Inseln  Sansitar
und  Pemba

Mombasa  siehe  unter  Britisch.  Ostafrila.

Mossamedes.  Herstellung  des  beschadigien  Kabels
Kapstadt

—.—  Bericht  des  Distrikichefs  von  Spwakopmund,
Hauptmann  v.  Perbandt  über  seine  Reise  nach
Mossamedes

Mozambigque.  Handelsbericht  des  englischen  conjis
für  das  Jahr  1895  ..

—.—  Handel  und  Schifffahrt  im  Jahre  1890

—.—  Handelsbericht  für  das  Jahr  1896

—.—  Einwanderungsgesetz  vom  5.  Mai  1897

Niederländisch-Indien.  Die  Verwaltungseinrichtungen
  von

—.—  Bezahlung  der  Eisenbahnen  des  Muteerlandes
aus  den  Ueberschüssen

Niederländische  Kolonien  siehe  Java,  Holland.

Norfolk-Insel.  Belassung  der  dnsel  als  englische
Kronkolonie

Portugal.  Kausschukbau  und  **  n  in  den  wen
giesisch-afrikanischen  Kolonien

Queensland.  Pflanzenkrankheiten  .
(Siehe  auch  Angol,  Mozambique,  Mossamedes,
Quilimane,  Laurenco  Marques,  Madeira,  Goga.)

Quilimane.  Handelsbericht  des  englischen  o  Konsuls
für  das  Jahr  1895  .

Rabat,  Handel  im  Jahre  1886  ..·....

Salomons-Inseln  (England).  Bestimmungen
des  britischen  Oberkommissars  des  westlichen
Stillen  Oceans  über  die  Veräußerung  von  Ländereien
  auf  den  .

—.—  Verordnung  des  britischen  Oberkommissars  sür
den  westlichen  Stillen  Ocean  vom  23.  März  1897,
betreffend  Verordnung  zur  Einschränkung  des  Verkaufs
  und  Gebrauchs  von  Feuerwaffen  und
Explosivstossen

—.—  Verlegung  des  Anitssihes  der  rebe  von
Gavotu  auf  Florida  nach  Tulagi

—.—  Verordnung,  betreffend  nbringung  von  votal.
einnahmen  ..  ..·.

XIV-.-..-—-.———«-—.-




  Ins

Inseln.  Englische  Flaggenhissung  zu
sel  Bellond  und  Sikiana

—.—  Verordnung,  betresfend  Anwerbung  und  Beschäftigung
  von  Arbeitern  aus  den  .

—.—  Berich

t  über  das  Jahr  1896

Samoa.  Abreise  des  neuernannten  Präsidenten  ver
Munizipalität  von  Apia,  Assessors  Dr.  Naffel,  nach

Sansibar.

Handelsvertrag  zwischen  Rußland  und

—.—  Schiffsverkehr  im  Jahre  1896

—.—  Grundsteinlegung  einer  neuen  Fathnne  der
Väter  vom  Heiligen  Geist

—.—  Neuregelung  der  echtepftege  in  Sansibar  und

Pemba

—.—  Beschädigung  bezw.  Ausbesserung  des  nabel3
zwischen  Aden  und  498,

—.—  Verordnung  des  Sultans,  *  die  Behandlung
  der  Sklaven  ....

——11eberden  Gewürznelkenbau  .

—.—  Jahresbericht  des  österreich-  ungarischen  Konsule
für  1896  in  Bezug  auf  Handel,  Gewerbe  und
Industrie

—.—  —*  nber  den  vortigen  2
handel.  .  .  .

—.—  Einführung  einer  .  Cerichtsverfassung  in.

—.—  Koprahandel.

Senegal.  Ueber  den  Gummiarabilumhandel

Sopychellen.
Sierra  Leone.  Reise  des  Gouverneurs  durch  bas

Innere  d

Town
Spanien.

—.—  Vertra

Abgrenzu

Handel  im  Jahre  1895

er  Kolonie

—.—  Fortschritte  des  Eisenbahnbaues  nach

Die  Ausbildung  der  Kolontalbeamten  .
g  zwischen  Japan  und  —  betreffend  die
ng  der  beiderseitigen  Interesenspharen  im

Stillen  Ocean

Siehe  auch  Sulu.  )

Straits  Settlements.  Einrichtung  eines  Postanweisungsverkehrs
  zwischen  Deutsch-Neu-Guinea

und  den

n  Südafrika.
Südafrikanische  Republik.  Beitritt  der  Regierung
  in  Gemähheit  des  Artikelo  98  der  Generalakte

  der

Vericht  uber  bie  Rinderpest  i  in.

Brüsseler  Antisklaverei-  Konferenz  vom

2.  Juli  1890
Sulu.  Verordnung  zwischen  Spanien  und  Großbritannien,
  betreffend  die  Einfuhr  von  Feuerwaffen,

Munition
Surinam.
1890

und  Branntwein  nach  dem  Archipel  von
Ausführ  von  Valatalautschui  im  Jahre

—.—  Verordnung  vom  21.  Jannar  1893,  belreffend
Bestimmungen  über  Konzessionen  für  die  Gewinnung


Thurston.

von  Balatakautschuk  auf  Domänengrund
Tod  des  britischen  High  Sowmissars

Sir  John  Bates  Thursto
Tonga  (England).  Werth  des  Hondels  im  vehre

1895
Uganda.

Handels-  und  webnsfeè  im

Jahre  1896

Trivolis.

Handel  von  Vengazi-  im  Jahre  18065.

204
        <pb n="15" />
        Tilterarische  Belprechungen.
Anschütz,  O.  35  Momentaufnahmen  aud  den  Ueberschwemmungsgebieten

  im  Riesengebirge  .  552
Anton,  G.  K.  Die  Entwickelung  des

Kolonialreich  299
Apothekerzeitung.  Siddeussche  290

Appelt-Behrend.  Kommentar  zum  beutschen  Zoutarif.
  Nach  amtlichen  Quellen  und  vielfachen
technischen  Erläuterungen.  Herausgegeben  von
Appelt.  Fortgeführt  bis  auf  die  Gegenwart  und
neu  bearbeitet  von  C.  Behrend  47

Archiv  für  Schiffs=  und  Tropenhygiene  unier  besonderer
  Berücksichtigung  der  Pathologie  und
Therapie.  I.  Band  78

Aus  allen  Welttheilen.  LHerausgegeben  #r  von
N.  Fitzner  111,

Baumann,  Dr.  O.  Die  Jusel  Sansibar.  Mit  einer
Karte  und  einem  Plan

Beddies,  Dr.  A.  und  Dr.  W.  Tücher.  Ueber  Kalao
ernährung

Berghaus,  Dr.  Herm.  Chart.  ol  te  World.
Zur  Uebersicht  der  regelmäßigen  Dampfschiffahrtslinien
  und  Haupt--Ueberlandrouten,  der  richtigen
Segelschiffswege,  der  Meeresströmungen  und  Windzonen,
  der  Linien  gleicher  magnetischer  Mißweisung,
der  Treibeisverhältnisse  sowie  der  Telegraphengürtel
  um  die  Erde.  Zwölfte  Auflage.  Vollständig
  bearbeitet  von  H.  Habenicht  und.  Dormann

v.  Brandt,  M.  Drei  Jahre  mch  Politik

Bolletino  del  ministerio  degli  uflari  esteri

Brose,  M.  Die  deutsche  Koloniallitteratur  von  1884
bis  1895.  Mit  einem  Anhang:  Verzeichniß  von
Werken,  die  sich  auf  fremdländische  Kolonien  bee


—

*
—
—

473
732
270

XV

ziehen  und  in  der  Bibliothek  der  Deutschen

Kolonialgesellschaft  vorhanden  sine  423
Brandstetter,  R.  Malaio-polynesische  Forschungen  178
Bruck.  Fr.  Die  gesetzliche  Einfuheung  der  Deportation

im  Deutschen  Reich.  526
Bungan.  Die  Pilgerreise  zur  seligen  Cwigteil

Uebersetzt  in  die  Dualasprache  299
Centralblatt  für  Bakteriologie,  iern  und

Infektionskrankheiten.  Band  .  79
Christol,  V.  Au  sud  do  208
Correvon.  Am  Sambesi.  Eine  afrikanische  Neise  702
Dawson,  E.  S.  North  Amerien  vol.  I  Canadu.

Newloundland  ..  .  .  702
Deschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre

1897  671
Doering.  neber  ärztliche  Erfahrungen  und  Veobachtungen

  auf  der  Togoexpedition  1893/94  178
Esser,  M.  An  der  Westküste  Afrikas.  Wirih  swast

liche  und  Jagdstreiszüge  671

Fischer,  Ad.  Bilder  aus  Jopan.  Junstrirt  von
F.  Hohenberger  und  J.  Bhr  .  246

Fitzner,  N.  Die  Pflanzungen  in  Deutsch-  Ostafrika  731
Frölich,  Dr.  Ueber  Heilquellen  in  Deutsch-Südwestafrika
  552

 

Fromm,  E.  Lieder  und  Geschichten  der  Suaheli

(Sammlung  gemeinverständlich  wissenschaftlicher
Vorträge)

Gamerra,  G.  ermr  eines  Kriegogefangenen
in  Schon

Geistbeck,  Vilderatlas  zu  Ceographie  der  auhereuropäischen
  Erdtheile  .

Giesebrecht,  F.  Die  Vehandlung  der  2
in  den  deutschen  Kolonien  .

v.  d.  Goltz,  Freiherr.  Anatolische  Ausflüge

Grossi  V.  Del  puese  delle  Amnzzoni

Guénin,  E.  Histoire  de  la  colonisation  françuise.
La  nouvellc  France  4  -

Gussmann,  G.  Auf  chinesischen  Missionspfaden

Haek,  D.  Die  Kunst,  die  holländische  Sprache  durch
Selbstunterricht  sich  auzueignen.  Zweite  verbesserte
Auflage  .

Handelsgesetzbuch  für  das  Deutsche  Reich  nebst
Einführungsgesetz.  Text-Ausgabe

Heilbronn,  Dr.  Ad.  Allgemeine  Völkerkunde.  Mit
156  Abbildungen

Heilmann,  Dr.  K.  Missionskarte  der  Erde  nebft
Vegleitwort  mit  besonderer  Berücksichtigung  der
deutschen  Kolonien.  Dritte  verbesserte  Auflage

Hellwig,  P.  Die  Delagoabai  und  ihre  Bedeutung
für  den  Handel

Hessemer,  F.  Deutscher  Kolonial-  Abreiß-  Kalender
für  1898  .

v.  Hesse-Wartegg.  China  und  Japan.  Erlebnisse,
Siudien,  Beobachtungen  auf  einer  Reise  um  die
Welt.

Heßler,  K.  Die  deusschen  Kolonien.  Vierte  Auflage

Hettler,  H.  Posthandbuch  für  die  Geschäftowelt.
VII.  Jahrgang.  .

v.  Heydebreck.  Aus  den  Kämpfen  gegen  Vendrit
Witbooi  und  ihre  Nutzanwendung  für  europäische
Kriegführung  .

Hirsch,  Dr.  L.  Reisen  in  Sudarabien  Moschonaland
und  Hadramut.  Mit  Karte

Hübner,  O.  Geographisch-  statistische  Tabellen  für
1897.  Herausgegeben  von  Dr.  F.  v.  Juraschek

Jahrbuch,  Kolontales.  Beiträge  und  Mittheilungen

gaus  dem  Gebiete  der  Kolontalwissenschaft  und
Kolonialpraxis.  Herausgegeben  von  G.  Meinecke.
IX.  Jahrgang.  299,  341,

Kaurt  van  de  Zuidalriksansche  Republiek.
Oranje  Vrüjstaat,  Natal

Kahlbaum,  G.  Eine  Spitbergenfahr"

Kayserling,  Graf  R.  Vom  japanischen  Meer  zum
Ural.  Eine  Wanderung  durch  Sibirien

Kalat  a  Mienge.  Duala-Lieder  für  die  Christengemeinde
  in  Kamerun.  Zweite  Auflage

v.  Kalben.  Aus  dem  Tagebuch  des  Lieutenants

Kieperts  großer  Handatlas.  Mit  Namensverzeichniß
und  Bevölkerungszissern.  Dritte  Auflage

—.—  Wandkarte  von  Deutsch-Osofein  in  6  Vlättern.
Maßstab  1:1000000  -

13
526

1
498

52

701

497

179

111

672
671
13
53

270
        <pb n="16" />
        Kieperts  Karte  von  Deutsch-Ostafrika  im  Maßstab
1:300000.  Konstruirt  und  gezeichnet  im  Auftrage
und  mit  Unterstützung  der  botoniglblheilung  des
Auswärtigen  Amta

Kingsley,  Mary  H.  Travels  in  West.  Alrika,
Congo  français=  Corsico  and  Cameroons.  With

illnstrations.  .  299
Köhlers  Deutscher  Kaiser-K  Kalender  für  1898  702
Kolonialkalender.  Deutscher  —  Herausgegeben

von  G.  Meinecke  für  1898  701
Kinsky,  Graf  Carl.  Vademecum  für  diplomatische

Arbeit  auf  dem  afrikanischen  Kontinent.  Zweite

revidirte  und  erweiterte  Auflage  497
Kracht,  Th.  Norwegische  Reisebildeer  732
Krahmer,  G.  Sibirien  und  die  große  süri-Eisenbahn.

  Mit  einer  Skizze
Kronecker,  F.  Von  Javas  Feuerbergen.  Das

Tengergebirge  und  der  Vulkan  Bromo  .  12
Kuba  unter  spanischer  Regierung.  Laudesgesetze

  und  statistische  Dalen.  Vom  Königlichen

Kolonialbüreau  in  Madrid  nach  offiziellen  Quellen

zusammengestellt  und  herausgegeben.  Mterisire

Uebersetzung  von  Preiß  .  271
Kunhardt,  E.  Wanderungen  eines  jungen  Hamburger

  Kaufmanns  731
de  Lanessan,  J.  IL.  Prineipes  de  Coloni.

satin  1279
Langhans,  P.  Deutscher  Rolonialatlas.  30  Karten

mit  300  Nebenkarten  in  15  Lieferungen  299,  587
Lassar-Cohn.  Die  Chemie  im  täglichen.  Leben.

Zweite  Auflage  179
Lenz,  O.  Ueber  altarabischr  Ruinenstäuen  im  Maschenaland

  und  deren  Vezie  hungen  zum  biblischen

Opfer  2
Liebert,  Neunzig  Tage  im  gelt.  Meine  Reise  nach
Uhehe  Juni  bis  September  1897.  .  730
Mahan,  A.  T.  Der  Einfluß  der  Scemacht  auf  die

Geschichte  1783—1812.  Die  Zeit  der  französischen

Revolution  und  des  Kaiserreichs  730
Matzenauer,  E.  Volivia  in  historischer,  zeograyh.

und  kultureller  Hinsicht  32
MAermeix.  Le  Transvaal  ct  la  Cnartered  (a

révolution  de  Johnnnesburg  et  les  mines  'or).

Avec  une  carte  de  FAwridne  Australe.  II.  cd.  179
Mévil,  A.  An  pays  du  soleil  et  de  Tor  prélace

  de  Hugues  le  Roo  672
Mittheilungen  aus  dem  Versuchselde  der  landwirthschaftlichen

  Akademie  Bonn-Poppelsdorf.

Herausgegeben  von  Professor  Dr.  Wohltmann  270
Monatsschrift.  Oesterreichische  —  für  den  Orient  270
Nansen.  In  Nacht  und  Eis.  Zwei  Bände  mit

acht  Chromotafeln,  vier  Karten  und  207  Abbildungen

  2270
Neubaur.  Die  wirthschaftliche  Entwickelung  der

deutschen  Kolonialgebiete.  178
Notizblatt  des  Königlich  Botanischen  Gartens  und

Museums  zu  Berlin  270

Papstein,  A.

Führer  für  den  Auowanderer  nas
Brasilien.  .  ....

Mit  einer  Karte.

XVI

Plehn,

 

 

Parkinson.  Zur  Ethnographie  der  Ontong-,  Javaund
  Tasman-Inseln  ......

F.  Die  physikalischen,  klimatischen  und
sanitären  Verhältnisse  der  Tangaküste  mit  spezieller
Berücksichtigung  des  Jahres  19090906

Renner.  Durch  Bosnien  und  die  Herzegowina
kreuz  und  quer.  Zweite  in  Wort  und  BVild  ergänzte
  und  vermehrte  Auflage

Niebe,  O.  Drei  Jahre  unter  deutscher  Fagge  im

Hinterland  von  Kamerun  .
Rieck,  M.  Deutsche  Kaiser  und  beutsches  Vous
vermögen
Röthlisberger,  Prof.  E.  El  Dorado.  Reise  und
Kulturbilder  aus  dem  sũdamerikanischen  Kolumbien
Ronuard  de  Card:  Les  traités  de  protcetorat
conclus  par  la  France  en  Alridue  1870  bie  1895
Nuland,  Dr.  W.  Die  Handelobilanz.  Mit  einem
Vorwort  von  Dr.  H.  v.  Scheel  .
Sabersky,  H.  Ein  Winter  in  Aegypten.
Sadebeck,  Prof.  Dr.  E.  Die  wichtigeren  Nutzpflanzen
  und  deren  Erzeugnisse  aus  den  deutschen
Kolonien  .  ..
Sapper,  Dr.  K.  Das  nördliche  Mittelamerika  nebst
einem  Auoflug  nach  dem  Hochland  von  Anahuac.
Nit  einem  Vildniß  des  Versasser,  17  Abbildungen
und  acht  Karten
Schanz,  M.  Ein  Zug  nachs
Schmidt,  E.  Ceylon.
Karte.w  .
Schuler,  E.  Melodien  zu  den  Dualaliedern  für
die  Christengemeinden  in  Kamerun  .
Schultze,  G.  Im  Reich  der  Mitte,  oder  die  Vaoler
Mission  in  China  .
Schulz  A.  and  A.  Hammar.  16  Nev  Alrien
a  journey  up  the  Chobe  and  down  de  Okavanga
  rivers

Oten.  Zuei  Vände.
Mit  39  Bildern  und  einer

Schulz.  Naturgemäße  Gesundheitspflege  in  den
Tropen  und  heißen  Ländern
Schutztruppen.  Die  Deutschen  in  Asrila  in

ihrer  jetzigen  Uniformirung

Schwabe,  B.  Die  Verkehrsverhaltnisse  des  deusschsüdwestafrikanischen
  Schutzgebietes

v.  Schwartz.  Karl  Segebrock  und  Emil  Ooir,  zwei
früh  vollendete  Missionare  der  evangelich·  lutherischen
  Mission  zu  Leipzig  .

Schweitzer,  G.  Emin  Pascha.  Eine  Darsiellung
seines  Lebeno  und  Wirkens  mit  Benutzung  seiner
Tagebücher,  Briefe  und  wissenschaftlichen  Aufzechnungen.
  Mit  Karten  und  Portrais

Seidel,  Krankheit,  Tod  und  *m*“  bei  den
Zugsnerem  .

—.—  Der  Yew'  edienst  in  Togo  ....

Semler,  H.  Die  tropische  Agrikultur.  Ein  Handbuch
  für  Pflanzer  und  Kaufleute.  Zweite  Auflage,
  unter  Mitwirkung  von  Dr.  O.  Warburg  und
M.  Busemann,  herausgegeben  von  Dr.  R.  Hindorf

v.  Siebold,  Frhr.  Die  Flottenfrage  in  *  Beziehung
  zu  Deutschlands  Weltpolitik.  .

732

179

341
13

641

731
        <pb n="17" />
        du  Soubierre  de  la  Tourasse.
des  Wolosss,  Souvenir  d'un
Sénégal

Statham,  R.  Südasrila,  wie  es  isi

Staudinger,  P.  Ueber  zwei  Kleidungsstücke  e  aus
dem  westlichen  Sudan

Sturtz  J.  und  J.  Wangemann.
in  Deutsch-  Esofrikn.  Erinnerungen  aus  der  ersten
Zeit  des  Aufstandes  und  der  Blockade.  In
83  photographischen  Originalaufnahmen.  Zweite
Auflage

Thieme=  Preußer.
deutschen  Sprache.  Neue,  vollständig  umgearbeitete
und  stark  vermehrte  Auflage,  bearbeitet  von  J.
C.  Wessely.  Jubiläumsausgabe

Tontéc,  Dahomé,  Niger,  Tnurey.
récits  de  voyage

v.Trotha,  Meine  Vereisung  v  von  Deuisch-  Oftafrila

Umschau.  Die  Uebersicht  über  die  Fortschritte  und
Bewegungen  auf  dem  Gesammtgebiet  der  Wissenschaft,
  Technik,  Litteratur  und  Kunst.  Herausgegeben
  von  Dr.  J.  O.  Bechhold.

Usaramo,  Ukami  und  die  uluguruberge  nach
den  Aufnahmen  und  Ortsbestimmungen  von  Dr.
F.  Stuhlmann  (1888,  1892  und  1894)  und  Premierlieutenant
  Schlobach  (1894  bis  1896)  konstruirt
  und  gezeichnet  von  Dr.  Nichard  Kiepert
und  Max  Moisel  1150  000.  Drei  Blatt

Verhandlungen  der  Berliner  anthropologischen
Gesellschaft  189906

Verzeichniß  der  Kaiserlich  deusschen  Konsulate  1897

Vierieljahrsschrift  für  vergleichende  Rechis=  und
Staatswissenschaft

Volkens,  G.  Der  Kilimandjaro.  Darstelung.  der
allgemeinen  Ergebnisse  eines  fünfzehnmonatlichen
Aufenthaltes  im  Dschaggalande.  Mit  elf  Vollbildern,
  28  Textbildern  und  einer  Karle

Vom  Fels  zum  Meer  .

Wagner,  H.  Die  Verkehrs=  und  Handelsverhältnisse
in  Deutsch-Ostafrika

Warburg,  O.  Die  Muokaluß  und  ihre  Geschichte,
Botanik,  Kultur,  Handel  und  Verwerthung  sowie
ihre  Verfälschungen  und  Surrogate.  Zugleich  ein
Beitrag  zur  Kulturgeschichte  der  Banda-  duseln.
Mit  Karten  und  Abbildungen.  .  .  ..

J.  Au  puys
traitant  du

Land  und  Leute

Notes  et

XVII

246
702

Wörterbuch,  der  englischen  unt

298

Whitman,  S.  Aus  deutschem  Leben  (Teuton
Stadies).  Autorisirte  Uebersetzung  van  Dr.  W.
Henkel.  .  271

Wislicenus,  G.  Deutschlands  Eeemacht  sonst  und
jetzt,  nebst  einem  Ueberblick  über  die  Geschichte
der  Seefahrt  aller  Völker  13

Woerls  Reiseführer  299

Zeitschrift  für  afrikanische  und  oceanische  emnn
Herausgegeben  von  A.  Seidel.  79
Zeitschrift  für  tropische  Landwmirthschaft.  Herausgegeben
  von  Dr.  O.  Warburg  und  Prosessor
Dr.  Wohltmn  79

Titteratur-Herzeichikt.

13,  80,  180,  208,  271,  300,  423,  617,  641,  672,  702,  732.

Besonderr  Beilagen.
Aauoerorduung  für  das  deussch-füdwestaftikantsche  Schutz
gebiet.  Beilage  zu  Nr.  1.
VWernkschriften,  betressend  die  Entwickelung  der  deutschen
Schutzgebiete.  Beilage  zu  Nr.  3.
VDeuisches  Kolonial-Adreßbuch  1897.  Herausgegeben  von
dem  Komitee  zur  Einführung  der  Erzeugnisse  aus
4  deutschen  Kolonien.  Beilage  zu  Nr.  11.

Das  deutsch-französische  Abkommen  über  die  Abgrenzung
von  Togo.  (Mit  einer  Karte  in  Steindruck.)  Beilage
zu  Nr.  21.

 

1
Illustrationen  und  Rarten.
Brücke  über  die  Lagune  zwischen  Sebbe  und  Adjido
in  Togo  .  18
Windmotor  als  Verriebskraft  in  Deutsch=  Si
afrika  7
Allee  zwölfähriger  Kokospalmen  in  Jaluit.  244

Plan  der  Station  Sansanne  Mangu,  aufgenommen
von  Dr.  H.  Gruner.  Maßstab  1:22  600.  (Nr.  9)  268

Apparat  zum  Brennen  der  Bananenpombe  aus
|Udjidii  287

Denkmalsenthüllung  für  vie  im  Witbooi-  Feldzug  ge
fallenen  Helden.  (Nr.  10)  526

Karte  zu  dem  deutsch-französischen  Abtommen  über
die  Abgrenzung  von  Togo.  Beilage  zu  Nr.  21.
        <pb n="18" />
        Verzeichniß

der  in  den

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  vorkommenden  Länder-,  Orts·  und  Volksnamen
(In  theilweiser  Anlehnung  an  die  Rechtschreibung  auf  den  Kiepertschen  Karten.)

Ostafrika.

Arusha  nju,  Missionostation  10,  43.
Arusha-Groß,  Landschaft  43,  44,
130,  131.

Bagamoyo,  Ort  314,  315,  167,  633,
666,  721,  722.

Baganda,  Volk  72.

Balbal-Sce  43.

Bangala,  Fluß  375,  378,  439.

Bazinja,  Volk  72,  73,  105.

Bazita,  Volk  73.

Vethel,  Missionsstation  71.

Brussia,  Ort  375.

Buddu,  Ort  658.

Bukoba,  Station  72,  292,  467,  570,
658.

Bukumbi,  Ort  72,  292,  667.

Bukumbi-Golf  570.

Bulagoa,  Missionsstation  6.

VBulwa,  Pflanzung  317,  318.

Bura,  Missionsstation  666.

Burungi,  Landschaft  466.

Buschirihof,  Pflanzung  316.

Chere,  Ort  69.
Chikukwe,  Ort  377.
Chinde,  Ort  104.
Chunio,  Berg  99.

Dar-es-Salüm  6,  71,  73,  137,
167,  197,  206,  236,  269,  314,  319,
378,  386,  389,  411,  467,  469,  570.
571,  572,  605,  606,  633,  637,  659,
665,  719,  720,  721.

Dawaß,  Verg  286.

Delgado,  Kap  194,  572.

Derema,  Plantage  317.

Didi,  Ort  439.

Dikwaso,  Ort  722.

Djongoga,  Landschuft  722.

Donde,  Landschaft  411.

Dsomaseh  Losséra,  Berg  286.

Sbiri,  Ort  69.

Gawiro,  Ort  262,  264.
Goima,  Ort  466.
Gomaitale,  Ort  100.

Handei,  Landschaft  201.

Hattia,  Ort  376.

Havero,  Ort  466.

Homboro,  Ort  466.

Hohenfriedeberg  (Mlalo),  Missionsstation
  71,  290.

Huwe,  Berg  375.

Jambutti,  Ont  100.

Idunda,  Ort  262,  263,  26.1.

Ikombe,  Halbinsel  292,  572.

Ilindi,  Ort  466.

Ipagala,  Ort  466.

Ipiani,  Missionsstation  572.

Ipogoro,  Landschaft  260,  261.

Iringa,  Ort  12,  200,  261,  262,
261,  326,  412,  413,  441,  418,
467,  569,  570,  606,  607,  656,  720.

Jrondo,  Landschaft  113.

JIsagara,  Ort  107.

Itumba,  Landschaft  378.

Kajambi,  Ort  197.

Kala,  Missionsstation  69,  70,  238.

Kalinga,  Landschaft  651.
Kambugu,  Landschaft  188.
Kamoga  siehe  Bukumbi.
Kampalla,  Ort  658.
Kamunda,  Ort  107.

Kangane,  Fluß  488.

Kangatu,  Ort  722.

Kanläga,  Gebirgsstock  99.
Karagwe,  Landschaft  581.
Karema,  Missionsstation  69,  70.
Kassagwe,  Berg  99.
Kassenga,  Ort  100.
Kawirondo,  Ort  10.
Kazyoga,  Ort  666.

Kibanga,  Ort  69.

Kibognolo,  Landschaft  130.
Kiboscho,  Landschaft  42,  130,659,  666.

 

Kigäle,  Ort  100.

Kigonero,  Ort  100.

Kihanga,  Ort  466.

Kihansi,  Fluß  412,  113,  654,  657.

Kikami,  Fluß  570.

Kiko,  Ont  511.

Kikogwe,  Landschaft  99.

Kikokwe,  Plantage  311,  315.

Kilema,  Missionsstation  130,  666.

Kilimandjaro,  Gebirge  6,  10,  130,
200

Kilimatinde,  Ort  263,  378,  467,  667,
720.

Kilossa,  Ort  467,  659.

Kilwa  Kissiwani,  Ort  196,  410.

Kilwa  Kiwindje  195,  411,  467.

Kinani,  Ort  107.

Kinga,  Volk  6.

Kingani,  Fluß  209.

Kingerega,  Berg  488.

Kinguli,  Ort  722.

Kiniarok-See  286.

Kinyambwa,  Landschaft  378.

Kionda,  Ort  439.

Kionga,  Ort  409.

Kirando,  Missionsstation  70.

Kironjibach  377.

Kirna,  Landschaft  130.
Kisiba,  Landschaft  (siehe  auch  Busiba)

72,  570.

Kisokwe,  Missionsstation  101.

Kisorya,  Halbinsel  73.

Kissangaa,  Ort  486.

Kisserawe,  Ort  6,  71,  197,  199,
236,  637.

Kisswere,  Ort  110.

Kitangali,  Ort  440.

Kitopeni,  Plantage  311.

Kitwanga,  Ort  376.

Kiwata,  Ort  440.

Kiwere,  Landschaft  378.

Rolosani,  Ort  378,  380,  387,  477,
605,  606.

Kondeland  5,  104,  197,  292.
        <pb n="19" />
        Korogwe,  Station  71,  200,  489,  699.

Kuirenga,  Ort  42.

Kungulnukberg  285.

Kusenta,  Ort  378.

Kututua,  Ort  106.

Kwa  Dede  Matako,  Ort  466.

Kwa  Dikwaso,  Ort  722.

Kwa  Mkoro,  Pflanzung  316.

Kwa  Mohando,  Ort  722.

Kwa  Usere,  Ort  722.

Kwagumi,  Ort  200.

Kwai,  Station  69,  284.  486,  487,
488.

Kwasigi,  Ort  199.

La  Longa,  Missionsstation  666.

Langenburg,  Station  263.

Lewa,  Pflanzung  315,  319,  389,
411,  489.

Ligolonga,  Fluß  633.

Lindi,  Ort  107,  195,  206,  319,  327,
374,  375,  377,  409,  410,  446,
447.  407,  570,  581,  606,  632,  633.

Livingstonia,  Gebirge  6.

Lloidiküsh,  See  286.

Lobundusi,  Ort  100.

Loilälei,  See  286.

Lolmeriheéri,  Sce  286.

Londo,  Landschaft  37.1.

Lörh,  See  286.

Loßkito,  Berg  286.

Luafsi,  Ort  201.

Luöngera,  Fluß  200,  201,  489.

Luguluaberg  488.

Lukuledi,  Missionostation  108,  326,
376,  386,  410,  439,  446,  606.
Lukuledi,  Fluß  374,  375,  376,

377,  447.

Lukwamba,  Fluß  375.

Lumbemkuru,  Fluß  377,  378.

Lumesule,  Fluß  375.

Lungaza,  Ort  285.

Lungunga,  Ort  98,  100.

Lutamba--See  374.

Lutindi,  Ort  71,  199,  326,  636.

Mabirione,  Ort  488.

Madibiro,  Landschaft  260,  261,  264.

Madjedjy,  Fluß  375.

Madjedye,  Landschaft  374,  375,  439.

Madschame,  Landschaft  130.

Madschame  nju,  Ort  42.

Märu,  Landschaft  6,  43,  44,  130.

Märuberg  42,  130,  131.

Mafia,  Insel  196,  319,  412,  720.

Magila,  Missionsstation  318.

Magono,  Ort  376.

Magrotto,  Pflanzung  318.

Magwangwara,  Volksstamm  376,  !
376,  377,  439,  446,  572.

 

Masasi,  Missionostation  375,  376,

—  XlIX  —

Mahenge,  Landschaft  412,  448.

Mahiba,  Fluß  374,  375,  376.

Maiamaia,  Ort  466.

Makanya,  Ort  375.

Makomashira,  Fluß  377.

Makotschera,  Ort  376.

Makua,  Volksstamm  375,  376,  377,
606

Malagarasi,  Fluß  98,  99,  100.

Malahi,  Ort  100.

Malombeberg  377.

Mamba,  Landschaft  6.

Mambi,  Berg  439.

Mamboya,  Missionsstation  70,  104,
197.

Mandera,  Missionostation  607,  666,
722

Mando,  Ort  722.

Manduya,  Ort  466.

Maneromango,  Missionsstation  71,
197,  236.

Mangasee  488.

Mangoni,  Volk  (siehe  Magwangwara).


Manyema,  Volk  658.

Mapale,  Ort  440.

Marangu,  Ort  130.

Mariahilf,  Missionostation  105.

Marienberg,  Missionsstation  72.

Marindi,  Ort  488.

439,  440,  446.
Mashendeiberge  199.
Masinde,  Station  69,  286,  486,  188.
Massai,  Volk  43.
Massasi,  Missionsstation  377,  440.
Matschemba,  Ort  439.
Matumbiberge  411.
Matungu,  Ort  722.
Mbemba,  Landschaft  439.
Mbesa,  Fluß  199.
Mbombo,  Ort  285.
Mbusini,  Ort  722.
Mbwisi,  Ort  194.
Mchingabai  410.
Mdaburu,  Ort  378.
Mdumbwe,  Ort  439.
Meranka,  Ort  106.
Mernberg  siehe  Märuberg.
Meseéra,  See  286.
Mesule,  Ort  572.
Mgambo,  Pflanzung  318.
Nhonda,  Missionsstation  666,  722.
Mikindani,  Station  195,  376,  409,

410,  438,  467,  632,  633.
Mikodjibach  263.
Mikotscheni,  Ort  488.
Miwa,  Missionsstation  440.
Miengeti,  Fluß  374.

 

Mkarjaria,  Missionostation  70.

Mkomahindo,  Fluß  439.
Mkomasi,  Steppe  69,

Mkome,  Ort  466.

Mkondavi,  Ort  466.
Mkulumusi,  Fluß  201.

Mkusa,  Bach  69,  285,  487.
Mlalo,  Ort  290,  291.

Mlanga  99.

Mlinguberg  318.

Muazibai  409,  439.

Moessi,  Fluß  375.

Mogotani,  Berg  286.
Mohoro,  Ort  411.

Mohorro,  Plantage  411,  440.
Mombo,  Fluß  69,  468.
Mombo,  Ort  720.

Moschi,  Ort  6,  42,  44,  130,  131,  467.
Mpala,  Missionsstatlon  69.
Mpapua,  Station  104,  261,  467.
Mpimbuö,  Ort  511,  512.
Mpororo,  Ort  658.

Mredshe,  Ort  466.

Mrogoro,  Missionsstation  666.
Msalala,  Missionsstation  105,  106.
Msikitini,  Ort  720.
Msinjäve,  Fluß  375.
Msissitano,  Landschaft  99.
Mtandiberg  377.
Mto-Mtawara-Bai  409,  439.
Mtohla,  Ort  376.

Mtumbo,  Ort  410.

Muafa,  Ort  69,  101.
Muamba,  Berg  375.

Muansa,  Ort  72,  467,  658,  659.
Muhala,  Ort  722.

Muhalala,  Ort  378.
Muhesa,  Ort  201,  318.
Muika,  Landschaft  130.
Muilagala,  Ort  99.
Mukundukwa,  Ort  378.
.  Murchisanfälle  657.
Musale,  Ort  107.
Mwela,  Volk  606.
Muowera,  Pflanzung  315.
Mowiti,  Ort  440.

Nassa,  Missionsstation  72,  104.

Natronsee  10.

Ndala,  Ort  106.

Ndanda,  Fluß  375,  376.

Ndebbe,  See  286.

Ndiga,  Ort  378.

Ndole,  Ort  100.

Ndurut#  la  Nyaki,  See  286.

Nera,  Missionsstalion  72.

Netibi,  See  374.

Neuwied  (Peterswerst),  Station  72,
237.
        <pb n="20" />
        Newala,  Missionsslation  440.

Ngaruka,  Ort  10.

Ngiringhlrrhe,  See  286.

Ngua,  Pflanzung  316.

Nguelo,  Plantage  195,  317,  378.

Ngunbeni,  Ort  201.

Nguru,  Landschaft  721.

Nguruman,  Ort  10.

Niam  Niam,  Ort  263.

Nikonga,  Fluß  106.

Njansa,  Ort  100.

Nkarungo,  Missionsstation  6.

Rkole,  Ort  658.

Norboörro,  See  286.

Nsasa,  Ort  466.

Ntandiberge  410.

Ntemeguile,  Landschaft  261.

Ntompe,  Ort  99.

Nyangau,  Fluß  374,  377,  447,  606.

Nyangau,  Misionostation  440,  606.

Nyassa,  See  70,  74,  375,  411,  572,
653,  667.

Ologoschwä,  See  286.

Paga,  Ort  100.

Pangani,  Fluß  199,  200,  286,  316,
486,  657.

Pangani,  Ort  314,  317,  389,  467,
489.

 

Paregebirge  486.
Pegu,  Ort  720.
Pemba,  Ort  573.
Perondo,  Ort  42,
Polombo,  See  657.

570.

Ras  Kauzi,  Ort  319.
Ras  Kiomani,  Ort  196.
Rikwa,  See  512,  653,  657.
Nogero  siehe  Ruwuru.
Nombo,  Landschaft  130.

Rovuma,  Fluß  319,  375,  376,  400,
410,  439,  572,  632,  653.
NRuaha,  Fluß  260,  261,  203,
569.  607,  633,  653,  720.

Rufiyi,  Fluß  411,  570,  653,  657.
Nuhända,  Landschaft  106,  666.
Rumonge,  Landschaft  69.
Rungwe,  Missionsstation  136,  512,

326,

Rungwe,  Fluß  512.

Runsewe,  Landschaft  106.

Nusotto,  Ort  69.

Rutenganio,  Missionsstation  136,
572.

Nutschugi,  Fluß  98,  100.

Nuvuma,  Fluß  191.

Nuwuru  (NAogero),  Fluß  107.

Saadani,  Ort  314,  407.
Safua,  Volk  136,  572.

XA

Samangandumbo,  Ort  411.
Sambesi,  Fluß  657.
Sambigasifluß  199.

Sati,  Ort  466.

Sauiny,  Berg  286.
Schegescherai,  Verg  488.
Schole-Mafia,  Inselgruppe  411.
Schugili-Fälle  663.
Schumme,  Landschaft  488.
Sega,  Ort  265.

Shire,  Fluß  197,  657.
Siagembe,  Ort  488.

Sigi,  Fluß  318.

Singino,  Berg  411.

Songea,  Ort  411,  632.
Sorowayo,  Ort  262.
Ssakassaka,  Ort  99.

St.  Michael,  Missionsstation  606.
St.  Placidus,  Ort  606.

Sudi,  Ort  410.

Tabora,  Station  106,  197,  467,  511.
Tamota,  Ort  71.
Tandangongoro,  See  374.
Tanga,  Stadt  71,

607,  637,  666.

Tanganyika,  See  69,  70,  72,  100,
237,  581,  653,  657,  665,  666,  692.

Töäuê,  Ort  291,  292.

Tindi,  Berg  488.

Toro,  Ort  658.

Tschikukwe,  Ort  440.
Tschiromo,  Ort  197.

Tungi,  Ort  194.

Tununguo,  Missionsstation  666.

Ubembe,  Ort  665.

Ubena,
263,  326,  448,  653.

Ubwari,  Ort  665.

Udjidji,
319,  407,  581,  693.

Udoe,  Landschaft  722.

Ufipa,  Gebirge  511.

Ufipa,  Ort  238,  511.

Ugalla,  Fluß  512.

Uganda,  Landschaft  70,  587,  658.

Ugogo,  Landschaft  466.

Uha,  Landschaft  106.

Uhehe,

653,  656,  657,  692,  720.
Uhenga,  Ort  262.
Ujagga,  Landschaft  131.
Ukami,  Landschaft  269.
Ukerewe,  Insel  72,  570.
nkia,  Ort  511.
Ukonongo,  Landschaft  511.
Ulanga,  Ort  42.

195,  199,  201,
236,  265,  298,  314,  319,  389,  107,

La#dschaft  42,  260,  261,  262,

Landschaft  69,  98.  100,  286,

Landschaft  42,  73,  137,  260,
264,  267,  326,  412,  448,  569,  607,

 

Ussambara,

Ulanga,  Fluß  570,  653,  657.
Uluguru  (—  Uruguru)  269.
Umbugwe,  Landschaft  42.
Umuära,  Landschaft  375.

Undonde,  Landschaft  633.

Ungoni,  Landschaft  633.

Unyamwesi,  Landschaft  137,  511,
512,  572.

Unyanyembe,  Landschaft  71,  105,

Unpyoro,  Landschaft  581,  658.

Upala,  Landschaft  70.

Urambo,  Missionsstation  (Landschaft)
137,  197,  237,  572.

Uru,  Landschaft  130.

Urundi,  Landschaft  69,  106,  107,
665,  666.

Urungu,  Landschaft  238.

Usafa,  Ort  262,  263.

Usaramo,  Landschaft  6,  71,
236,  269.

Ulsanm  Lanha  70,  105,  106,
665,

-*—ie#  ,  Landschast  315.

Useri,  Landschaft  130.

Usewa,  Ort  262.

Usige,  Landschaft  665.

Ussagara,  Landschaft  104.
Landschaft  71,  194,  284,
313,  317,  318,  319,  326,  488.

Ussambara-Berge  101,  318.
Ussandaui,  Landschaft  466.
Ussukama,  Laudpschaft  101.

Usui,  Landschaft  292.

Utambola,  Landschaft  106.
Ulengula,  Ort  136,  572.

Utimbe,  Ort  439.
Utschungwe-Berge
Unndi,  Ort  633.
Uvira,  Landschaft  665.
Uyungu,  Landschaft  106.

Vaseria,  Ort  466.

Victoria-Nyansa,  See  72,  76,  237,
286,  570.

Virago,  Ort  378.

Wabarré,  Berg  286.
Wabemba,  Volk  197.
Wabruungi,  Volk  466.
Wachingori,  Volk  376.

199,

264,  569,  654.

Wadjagga,  Volksstamm  6,  43,  41,
130,  131.
Waganda,  Volksstamm  658.

Wagogo,  Volksstamm  104.

Wahehe,  Volksstamm  260,  261,  263,
607,  633,  663.

Wajaue,  Volk  375,  376,  377.

Wakawäja,  Volk  99.

Wakilindi,  Volk  488.
        <pb n="21" />
        Wakimbo,  Volk  378.

Wakonde,  Volk  195.

Wakongo,  Ort  666.

Wakuavi,  Volk  43.

Wamakonde,  Volk  439.
Wamanganga,  Volk  376.
Wamatambue,  Volk  375,  376.
Wamatschinga,  Volk  376.
Wamba,  Ort  378.

Wambugwe,  Volksstamm  487,  488,

Wami,  Fluß  722.

Wamuera,  Voll  195,  375,  376,  377.
Wandorobbo,  Volksstamm  43.
Wangomvia,  Volk  466.
Wangoni,  Volk  105,  106,  632,  633.
Waniamwesi,  Volksstamm  105,  318,

Bolk  376.
Volk  318.

Wanjassa,
Wanyema,
Warundu,  Volk  106,  107,  666.
Waruscha,  Volk  43.
Wasaramo,  Volksstamm  71.
Waschamba,  Volksstamm  71,  487.
Wasegeyu,  Volksstamm  200.
Wassagira,  Völk  200,  261,  202,  203.
Wassandaui,  Ort  466.
Wassangu,  Aolk  260,  263.
Wasukuma,  Volksstamm
194,  315,  318,  378.
Wasungwa,  Volk  654.
Watakuma,  Volk  105,  106.
Watongue,  Volk  99.
Waygao,  Volkssitamm  440.
Wudeh,  Ort  488.
Wuga,  Ort  71.

Mao,  Volk  606.

72,  104,

Kamerun.

Abega-Nsana,  Ort  380.

Abo,  Fluß  421.

Abo,  Landschaft  421,  491.

Adamaua,  Landschaft  379,  38-3,  415,
550.

Akatta,  Ort  380.
Akié,  Fluß  380.
Akwadorf  540,  541.
Allan,  Fluß  382.

Bakwili  (Bakwiri),  Volksstamm  45,
47,  4901.

Balinga,  Ort  414,  415.

Valong,  Volk  491.

Bane,  Landschaft  571.

Bansoe,  Volk  417.

Banyo,  Orl  379.

XXI

Bapuka,  Ort  512.

 

Barne,  Ort  542.
Barombi-Bakang,  Orl  694.

Batanga,  Groß-,  Ort  239,  379,  542.

1

Batanga,  Klein-,  Ort  238,  491,  542.

VBawo,  Ort  542.
Velldorf,  Ort  540,  541.
Benemekuno,  Volk  381.
Venjata,  Volk  381.
Bibundi,  Ort  288,  541,  550.
Bimbia,  Ort  510,  541,  550.
Bipindi,  Ort  379.
Boa,  Ort  415,  542.
Boana,  Ort  46,  133.
VBombe,  Ort  199,  491.
Vonabela,  Ort  491.
Vonaberi  (Hickory),  Missionsstation
490,  491,  540.
Bonaduma,  Ort  491.
Bonakwasi,  Ort  491.
Bonambwase,  Ort  491.
Bonangando,  Ort  540.
Bonendale,  Ort  540,  541.
Bonga,  Ort  542.
Vongalla,  Ort  45,  46.
Boniadikombo,  Ort  45,  46.
Vonjaba,  Ort  46.
Bonjongo,  Ort  46.
Bota,  Ort  45,  46.
Buambi,  Ort  138,  389,  542.
Buöa,  Station  45,  133,  134,  198,
444,  491,  692.
Busumbu,  Ort  45,  46.
Bwamba,  Ort  542.

Bewenga,  Ort  511.
Calabar,  Dr#  694.

Campo,  Ort  238,  542,  695.

Debundja,  Plantage  288,  541,  550.
Dehane,  Ort  5642.
Dibanda,  Ort  45.

Dibanda,  Berg  46.

Didodorf  640,  541.
Doktorhügel  198.
Duala,  Volksstamm  421,  694.

Ebea,  Ort  542.

Ebunga,  Ort  542.

Edea  (—  Idiä),  Station
446,  541.

Elama,  Ort  380.

Elandi,  Ort.  383.

Engelberg,  Missionsstation  6,  105,
138,  198,  388,  389,  408.

Epassi,  Ort  380.

Epoongoro,  Ort  542.

Esumba,  Ort  380.

Etima,  Ort  542.

Ewuna,  Ort  382.

199,  388,

Fernando  Po,  Insel  6,  422,  468.

Fito,  Ort  541.
1  —
Fonge,  Ort  542.

 

Gasa,  Ort  383,  417,  550.
Götterberg  6,  198,  239.

Hickorydorf  540

Jappy,  Ort  541.
Illowane,  Ort  542.
Johann  Albrechtshöhe,

289,  694,  695.
Isongo  541.

Station

Kamerun,  Ort  6,  76,  133,  198,  540,
541

Kamerunfluß  133,  421,  491.

Kamerungebirge  45,  491.

Kribi,  Bezirksamt  6,  104,  105,  138,
238,  239,  379,  382,  383,  388,  389

Kriegsschiffhafen,  Plantage  541.

Kule,  Ort  383,  571.

Kunde,  Ort  550.

Limbe,  Fluß  46.

Lobethal,  Missionsstation  491.
Lokundje,  Iluß  379.
Lolodorf  (Mlole),  Station  380.

Lonji,  Ort  238,  542.

Lungahé,  Ort  541.

Mabimegu,  Fluß  415.
Mabombe,  Fluß  491.

#  Malende,  Ort  694.

 

Malimba,  Ort  6,  414,  540,  541.

Mangamba,  Landschaft  491.

Mangamba,  Ort  422.

Mango,  Ort  383,  414,  415,  571.

Mapanya,  Ort  46.

Marienberg,  Missionsstation  6,  104,
105,  138,  388.

Matutu,  Ort  542.

Mbam,  Fluß  414,  415,  446.

Mbamba,  Ort  541.

Mbanvana,  Ort  542.

Mbanye,  Ort  491.

Mbenge,  Berg  380,  541.

Mfaulba,  Fluß  381.

Mfule,  Fluß  381.

Moko,  Ort  542.

Mokonje,  Ort  694,  695.

Mokundange,  Ort  45,  46,  5141.

Mongo,  Ort  580

Monjomanjan,  Ort  541.

Mpopo,  Ort  491.

Mundame,  Ort  541,  694,  695.

Mungo,  Fluß  491,  694.

Mwelle,  Volk  414,  571.
        <pb n="22" />
        Nachtigal-Fälle  382.
Ndian,  Ort  542.
Ndobe,  Ort  542.
Ndobokong,  Ort  491.
Ndokobenan,  Ort  541.
Ndokubuam,  Ort  541.
Ndumodorf  542.
Neamajong,  Ort  542.
Ngaumdere,  Ort  414,  415,  417.
Ngaundelle,  Ort  417.
Ageme,  Ort  45,  46,  541.
Ngenne,  Ort  380.
Ngilla,  Ort  415.
Ngillaberge  414.
Ngulebijoa,  Ort  383.
Ngumba,  Volk  379,  414.
Ngutte,  Ort  414,  415.
Njowo,  Fluß  415.
Nkom,  Ort  491.
Nkome,  Ort  541.
RNöschim,  Fluß  415.
Ntioni,  Volk  381.
Nyasoso,  Ort  199,  422.
Nyasuku,  Ort  491.
Nyong,  Fluß  380.

Osä,  Orl  414.

Panamakok,  Ort  542.
Plantation,  Ort  238,  542.

Rio  del  Ney,  Ort  209,  418,  542.
Numbi-Berge  418.

Sanaga,  Fluß  380,  382,  383,  414,

571.

415,  467,  5418
Sopo,  Ort  541.

Tekuma,  Ort  542.
Tibati,  Landschaft  414
Tungele,  Ort  382.
Victoria,  Ort  6,  45,  46,  47,  133.
287.  28  441,  442,  443,  444,  468,
541,
Voghe-  Vellas,  Volk  381.

Wasserfall,  Ort  138,  238,  542.

Watareberge  414.

Wöna,  Ort  380.

Wuri,  Fluß  401.

Wuri,  Ort  54

Wute,  Volk  20.  414,  416.

Mambassi,  Volk  383.

NYNapoma,  Ort  491.

VYassuku,  Ort  542.

VYauünde,
415,  550,  571.

Yebale,  Ort  540.

Yetute,  Volk  381.

VYoko,  Ort  550.

YNola,  Ort  379,  414.

Ort  379,  380,  383,  414,

XXII

Togo.

Abuadi  Ort.  173.
Abudi,  Ort  490.

Achlicha,  O

rt  512.

Adeli,  Landschaft  199,  490,  491.
Adjido,  Ort  47,  73,  388.
Agbosome,  Ort  173.
Agome-Gebirge  695.

Akapa,  Ort  174.

Akovierhe,  Ort  174.

Akposo,  Landschaft  167,  168.
Akrofu,  Ort  490.

Akrosso,  Ort  490.

Aledjo,  Ort  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.
Amedjovhe  (—  Amedjowe,.  Missionsstation
  174,  320,  469,  489,  512.

Amfoe,  Ort  174,  444,  489.
Ananse-Volo,  Ort  173,  469.
Anum,  Ort  491.

Anyako,  Ort  173,  469.
Assahnn,  Ort  489.
Atakpame,  Ort  444.

Badsha,  Ort  174,  175.

Bafilo,  Ort,  Beil.  zu  Nr.

Bassila,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.

Bayol,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.

Bismarckburg,  Station  101,  199,
320.

Blengo-Peki,  Ort  173,  468.

Blitta,  Ort  695,  696.

Boöm,  Landschaft  199,  190,  491.

Bolibina,  Ort  695.

Borada,  Ort  490.

Borgu,  Ort  196.

Boti,  Ort  695.

Botoku,  Ort  490.

Buöm,  Ort  167,  168.

Chochoe,  Ort  469.

Daboni,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.

Dje-Gandon,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  21,
S.  2.

Dschelukovhe,  Ort  173.

21,  S.  2.

Dzake-Peki,  Ort  173.

Gambaga,
S.  2.

Dzogbephime,  Ort  175

Ephe,  Volk  468.

Fasuga,  Ort  400,  695.
Fetisch-Berge  167.

Fiobomme,  Ort  489.

Ort,  Beil.  zu  Nr.  21,

Gbadseme,  Ort  512.
Gbedsigbe,  Ort  174,  469.
Gbin,  Ort  489.

Gridji,  Missionsstation  73,  388.

Ho,  Missionsstation,  173,  174,  320,
469,  400,  512,  604.

Kame,  Ort  489.

Kara,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  21.  S.  2

Kebu,  Ort  167,  168.

Keta,  Ort  173,  174,  320,  469,  512.

Kete-Kratschi,  Ort  3,  101,  196,  199,
320,  467,  489,  6590,  695,  696.

Ketschenke,  Ort  199.

Keve,  Landschaft  175,  489.

Kirikiri,  Ort,  695,  696,  Beil.  zu
Nr.  21,  S.  2.

Klein-Popo,  Ort  48,  320,  384,  388,
444,  692.

Kloe-Abutia,  Ort  173.

Kpändö,  Ort  265,  467,  489,  490.

Kpeme,  Plantage  320.

Knpengoe,

Misahöhe,

Ort  174.
Kpeve,  Ort  490.
Kuande,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.

Leklebi,  Ort  174

Likpe,  Landschaft  168,  489.

Lome,  Ort  134,  168,  173,  174,  196,
290,  320,  446,  467,  468,  489,  512,
544,  692,  695.

Marienberg,  Station  198.

Matse  171.

Station  101,  168,  265,
320,  467,  489,  695.

Nkunga,  Landschaft  168.
Noöppe,  Ort  489,  490
RNischumuru,  Ort  491.
Nuepe,  Ort  174.

Nyalo,  Fluß  695.
Nyanybo-Agu,  Ort  174.

Oti,  Fluß  695.
Otinfu,  Ort  490.

Palime,  Ort  320,  489.

Paratau,  Ort  695.

Peki,  Ort  512.

Penesoulou,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  21,

Pessi,  Ort  695,  696.

Porto-Seguro,  Ort  73,  320,  384,
444,  692.

Quamikrum,  Ort  490.

Sadame,  Ort  469.

Sansanne  Mangu,  Ort  268,  320,
467,  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.

Sebbe,  Ort  48,  73,  134,  320,  444.

Semere,  Ort  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.

Sokodé  (Sokoto),  Ort  490,  696.

Solo-Djolo,  Ort  490.

Sudu,  Ort  695,  Beil.  zu  Nr.  21,  S.  2.

Sugu,  Ort  695.
        <pb n="23" />
        Tafi,  Ort  489.

Tapa,  Landschaft  168,  199.
Taschi,  Ort  695.

Topli,  Ort  444.

Towe  (Agidä  Kossi)  173,  489.
Tribu,  Landschaft  168.
Tschamba,  Ort  490,  696.

Tschautyo  (=  Tschautscho),  Landschaft

  490.
Tschibu-Awudome,  Ort  173.
Tschito-Awudome,  Ort  173.

Valpo,  Ort  489.

Vhute,  Ort  173.

Volta,  Fluß  168,  400,  Beil.  zu  Nr.  21
S.  2.

Wangara,  Ort  695.

Waya  173,  174,  469,  490.

We,  Ort  173.

Woadse,  Ort  400.

Wodje,  Ort  174.

Wokutime,  Ort  444.

Worawora,  Ort  167,  168,  199,  491.
Wudome-Peki,  Ort  173.

Zio,  Fluß  175.

Südwestafrika.

Abasio,  Ort  321.

Aiabis,  Ort  325.

Amehab,  Ort  321,  325.
Amutoni,  Ort  134,  196,  197.
Angra  Pequena,  Ort  420.
Angwigarub,  Ort  322.
Aris,  Ort  323.

Aub,  Ort  322,  324.

Aunis,  Ort  323.
Aussenkjer  322,  323.

Barmen,  Groß-,  Ort  102.
Berg-Damara,  Volksstamm

266,  421,  543,  699.
Versaba,  Ort  236,  421,  663.
Bethanien,

663.
Vondelzwarts,  Volksstamm  603.
Brakfontein,  Ort  323.

Croß  Kap  102.

Dabaras,  Ort  323.
Dabimub,  Ort  321.
Davigab,  Ort  663.

Eikanabrevier,  Ort  265.
Eitsas,  Wasserstelle  196,  197.
Epata,  Wasserstelle  196.
Etoshapfanne,  Wasserstelle  325.

136,

Ort  322,  324,  421,  544,

Gibeon,

XXIII

Fischfluß  321,  322,  323,  324,  325.
Franzfontein,  Ort  266,  325,  421,
572,  69q

Gabis,  Ort  266.

Gadaosfurt  322.

Gaibes,  Ort  323,  324.

Gais,  Ort  322.

Gangib,  Ort  325.

Ghaub,  Ort  136,  699.

Ort  102,  168,  266,  384,
385,  662.

Goangibgvas,  Ort  325.

Gobabis,  Ort  196,  420.

Gokhas,  Ort  325,  421.

Gord  Dorn,  Ort  323.

Grootfontein,  Ort  134,  136,  168,
169,  196,  197,  266,  543,  544.

Guntsas,  Wasserstelle  196,  197.

Hamsieb-Kluft  602,  722.

Hasur,  Ort  663.
s  Heigamcob,  Ort  696,  697.

Kabus,  O

Herero,  Volksstamm  134,  136,  420,
421,  699.

Hereroland  384.

Hoakhanas,  Ort  421.

Houm,  Ort  265.

Huabrevier,  Fluß  325.

Huns,  Ort  322.

Hunser  Berge  323.

Hutaup-Kluft  602.

Inachab,  Ort  325.
rt  663.

Kanibes,  Ort  323,  325.

Kaoko,  Landschaft  197,  266,  325.

Karakovera  (Karakubis),
196,  197.

Kauas  (Okawa)  266,  325.

Kaufluß  697.

Kcetmanshoop,  Ort  102,  320,  421,
662,  663.

Khauas-Hottentotten,  Volksstamm
420.

Khoes,  Ort  663.

Kodas,  Ort  322.

Kommaggas,  Ort  420.

Ort

323
Kubus,  Ort  321.
Kuis,  Wasserstelle  196.
Loreley,  Bergspitze  321,  322,  323.
Lüderitzbucht  102.

Madderfontein,  Ort  660,  6907.

Nabas,  Ort  320,  321,  323,  420.
Nama,  Volksstamm  420,  699.
Namakwaland  (Namaland)  384,  421.

Namus,  Ort  322,  324.
Neitsas,  Wasserstelle  196,  197.
Ngamisee  196.

Nonidas,  Ort  696.

DOmuramba  Epukiro,

Noup,  Ort  321.

Obib,  Ort  323.

Ogangiro,  Ort  325.

Okaakana,  Wasserstelle  266.

Okandeka,  Wasserstelle  266.

Okankweyo,  Ort  196,  266.

Olaokana,  Ort  197.

Okatjuru,  Ort  134,  135,  196,  197.

Oklaukweyo,  Ort  135,  196,  197,
325.

Okombahe,  Ort  325,  699.

Okovango,  Fluß  196.

Omaruru,  Ort  1092,  325.

Omupanda,  Ort  136,  421.

Fluß  196.

Omuramba  Uamatako,  Fluß  134,
197.

Omutunondju,  Ort  196,  197.

Ondera,  Ort  196,  197.

Ondjiva,  Ort  421.

Ondonga,  Ort  134,  135,  136,  266.

Onendoba,  Ort  197.

DOohama,  Ort  197.
3  Oranjefluß  265,  320,  321,  322,  571.

Otavi,  Ort  136.
Otyimbingwe,  Ort  102,  136,
660,  661,  662,  697.
Otyiseva,  Ort  660.
Otytuo,  Oit  196,  197.
Otyunda,  Ort  196.
Otynnokambo,  Ort  197.
Ovambo,  Landschaft  134,  196,
266,  421.

Palmitfontein,  Ort  325.
Pekos,  Wasserstelle  196,  197.
Port  Nolloth,  Ort  323.
Pottmine,  Ort  660.

Ramansdrift,  Ort  265.
Rehoboth,  Ort  168,  169,  421,

207,

236,

661,

1  662.
"  Nichtersveld  Ort  323.

Rietfontein,
Kubub,  Landwirthschaftliche  Station

Ort  196,  197,
325,  420,  421.

2)6,

Rietmond,  Ort  421.

Roi-Ariam,  Ort  602.
Snachab,  Ort  324.
Sorris-Sorris,  Ort  325.

Tsaobis  (Wilhelmsfeste),

Steinkopf  102,  420.
Swakopmund,  Ort  4,  102,  660,  661,
693,  696,  697.

Tierkloof,  Wasserstelle  322.
Ort  660.

Tsawisis,  Ort  325.
        <pb n="24" />
        Tsiawisis,  Ort  325.
Tsindsabis,  Orl  196,  197.
Tsoakhaub,  siehe  Swakaub.
Tsumanus,  Ort  421

Uhabio,  Ort  324.

Uhabis,  Ort  109,  320,  321,  325.
Uichamab,  Ort  699.

Ukamas,  Orl  602,  663.

Veloordrift,
Vishfontein,

Ort  265.
Ort  196,  197.

Walfischbai,  Ort  102,  135,  207,
41.

Warmbad,  Ort  102,  265,  266,  320,
421,  663.

Waterberg  (Otyosonyupa),  Ort  134.

Windhoek,  Ort  3,  102,  196,  197,
236,  445,  468,  660,  661,  662,  697.

Witput,  Ort  322,  323,  324,  325.

Zarachaibis,  Ort  323,  325.

Zeßfontein,  Ort  325,  572,  699.

Zwartbooi-Hottentotten,
stamm  266,  325,  699.

Neu-Gninca.

Admiralitläts-Inseln  173,  289
Anachoreten-Inseln  173,  289.
Augustafluß  5

Baining,  Landschaft  572,  607.
Beliao,  Insel  170.
Verlinhafen,  Ort  173,  467.
Bismarck-Archipel  171,  172,  522,
525,  665,  667.
Bismarck-Gebirge  4,  5.
Bogadjim,  Missionostation  172.
Buka,  Insel  173,  289,  467,  663.

Cartéred-Inseln  173.
Constantin-Hafen  172

Echiquier-Inseln  173.
Ellice-Inseln  445.
Erima,  Plantage  172.
Erimahafen  172.

 

 

Lord  Howe-Inseln  289.
Volks-XXIV



Faisi,  Insel  173.

Fead-Inseln  289.

Fiji-Jnseln  667,  668.

Finisterre-Gebirge  5.

Freuch-Inseln  289.

Friedrich  Wilhelm-Hafen  53,
170,  172,  *•1i*“'  40,  664,  665.

Gardner-=  Jaseln  173.
Gazelle-Halbinsel  572,  607,  667.  «
Gloucester  Kap  420.
Gori,  Fluß  172.
Gorib,  Ort  664.

Hannam-Hafen  420.

Herbertohöhe,  Ort  63,
467,  663,  664.

Hermiten-Inseln  173.

172,  173,

1T#

Jagsi,  Fluß  5.

Kaiser  Wilhelms-Land  853,  172,
446,  492

Salomons-Inseln  173,  445.
Sattelberg  137,  237,  699.
Schering-Halbinsel  170.

Syhortland-Inseln  289.
Simbang,  Missionsstation  137.
Ssigäun  Jänu,  Berg  4.
Stephanunsort,

Ort  4,  5,  53,
171,  172,  663,  664.

Talilibai  667.

Tamara-Insel  492.

Tami-Insel  137.

Tannan-Inseln  445.

Vuna  Pope,  Missionsstation  699.

Wunamärita,  Missionostation  572,
607.

ap,  Halbinsel  170.

Marshall-Inselu.

Ai,  Iunsel  135.
Aigitjen,  Zusel  135.

Arlap,  Insel  135.

Mala,  Ort  664.
Malanula,  Ort  664.
Maraja,  Ort  665.
Mattawa-Bucht  607.
Matupi,  Insel  53,  173.
Minyimfluß  172.
Mioko,  Insel  173.
Möwehafen  420.
Motu-Motu,  Ort  664.

Neu-Hannover  173,  289.
Neu-Lauenburg  289,  667.
Neu-Mecklenburg  173,  289,  115,
664,  667.
Neu-Pommern,  Land  173,
445,  664,  667,  699.
Nissan-Insel  289.

289,

Oertzen-Gebirge  172.
Ontong-Java-Inseln  445.
Ottilien-Fluß  5.  "

Para,  Ort  664.

Ramandu,  Ort  607.
Rämu,  Fluß  5.

Arno,  Atoll  103.

Aur,  Insel  103.

Baogalang,  Insel  135.
Emij,  Insel  135.
Enearnich,  Insel  135.
Jaluit,  Insel  103,  135,  419.
Jabwor,  Insel  135.
Jinnebal,  Insel  135.
Juorg,  Insel  135.
Kinajeng,  Insel  135.
Madjuru,  Insel  103.
Majererik,  Insel  135.
Maloelab,  Insel  103.
Mejatto,  Jnsel  135.
Menga,  Insel  135.

Mille,  Insel  103.

Ngain,
Pingelap,  Jusel  135.
Take,  Insel  135.
Urbai,  Insel  135.
Wotje,  Ort  103.

Insel  135.
        <pb n="25" />
        van  der  Aa  667.
Abdalla  Senab  568.
Acker  239.

Adam,  apostol.  Vikar  292.
Adam,  Gefreiter  662.
Ahn  76.

Ahrens,  Nechnungsbeamter  166.

Ahrens,  K.,  Kaufmann  542.
Aicham  98.

Aimer  39.

Akerman  541.
Alagabo  Donado  568.
Albath  421.
Albinus  38.
Alisingisi  313.
Allgeyer  292.
Almasi  313.

Alt  193,  374.

v.  Altrock  320,  572,  602,  603.
Amin  Maarbes  4171.
Ammersin  572,  604.
Amram  409.
Amrhein  108.

de  Andrade  242.
Andreä  76.

Andres  284.

Andu  379,  381.
Anschütz  552.
Anselmann  73,  446.
Antelmann  2606.
Anton,  G.  K.  299.
Apelt  37.

Arand  II.  492.
Arents,  C.  541.
Armitage,  Th.  540.
v.  Arnstedt  269,  468.
Aslaksen  540.
Abmann  489.
Atteridge  208.
Auler  96.
Austmann  38.
Autenrieth  174,  422.

Vader  652.
Bach  492

Bachmann,  Missionar  136,  572.

 

Namen-Derzeichniß.

Bachmann,  Pflegschwester  512.
Baer,  1.

Baker  551.

Bamler  137,  138.

Banthien  97.

Bartels  3,  602.

Barth  7)9.

Bartsch  2,  68,  381.

Barlscher  36.

Batsch  730.

Bauch  380.

Bauer,  Zahlmeister  36.

Bauer,  Landwirth  319.

Bauck  &amp;amp;  Durkoop,  Hamburg  542.
Baumann,  Erust,  Botaniker  101.

Baumann,  Oskar  271,  286,  341.

Baumstark  568.

Baumüller  128.

Baur  607.

Bauschlicher  269.

Beach-master  641.

Bechhold,  J.  H.  52.

Beck,  Missionar  173,  174.

v.  Beck  641.

Becker,  Dr.,  Oberstabsarzt  36,  95,
178,  226,  269.

Becker,  Schiffskapitän  128.

Becker,  H.,  Kaufmann  542.

Becker,  Unteroffizier  465.

Beddies  270.

de  Beerst  79.

Béhagle  268.

Behr  568.

Behrend,  C.  473.

Behse  128.

Beirer  166.

Below  144.

Veneke  63.

Venker  539.

Benkewitz  36.

v.  Bennigsen  95,  166,  167,  464,  486.

Berg,  Dr.,  Stabsarzt  38,  510.

Verg,  Bezirksamimann  42,  430.

Bergmann,  Missionar  128.

Bergmann,  Maschmist  166.

v.  Beringe  38,  659,  691.

Berghaus,  Herm.  473.

 

 

Bernstorff,  Graf  236.

v.  Besser  283,  511,  539,  692.

Bethe  322.

Bethusy-Huc,  Graf  266,  325.

Betß  311.

Beyer  42.

Bialkowski  166.

Bickel  97.

Viernatzky  37.

van  d.  VBiesen  665.

Binger,  G.  517,  Beil.  zu  Nr.  21,
S.  1.

Vinternagel  166.
Vittner  40.

Bizer  491.

Blessing  11.

Bley  666.

Bludau  36,  652

Blum  664.

Blünchen  718.

VBoboscho  568.

Bochert  465.

Böder  68.

Böhmer  209,  617.
Böhmermann  465,  511.
Bohner  312.
Bockermann  71,  199,  326.
Boler  569.

Boluminski  35,  128,  664.
v.  Bonin  196.

Bonnet  de  Méziêres  268.
Bontemps  637.

Booth  316.

Boothby  542.

Vorchardt  169.

Borchers  312.
Borchmann  4,  662,  663.
Bornhardt  169,  410,  539,  692.
Bornmüller  541.
Boysen  312.

Brandes  465,  652.
Brandis  203.
Brandstetter,  N.  178.

v.  Brandt  732.

Brard  71,  667.

Braun,  Botaniker  341.
Vraun,  Lieutenant  38,  264.
        <pb n="26" />
        Bresler  2,  37.
Brettschneider  96.
Bringuier  667.
Brose,  M.  423.

Brosig  38.

Brown  667.

Bruce  719.  #

v.  Bruchhausen,  Forstassessor  193,
411,  569.

v.  Bruchhausen,  Hauptmann  74.
v.  Bruchhausen,  Lieutenant  42.
Bruck  526,  671.

Brückner,  Lampe  &amp;amp;  Co.  111.
de  Brum  637.

Brütsch  259.

Buchner  38.

Buchwald  101,  341.
Buckmann,  E.  542.

Bücking  96,  174.

Bürgi  174.

Büttner,  Dr.  101,  341,  671.
Büttner,  N.  641.

Buisson  667.

Bumm  67.

Bumüller  2.

Bungan  299.

Bunger  98,  284.

Bunk  198.

v.  Bunsen  265,  602,  603.

v.  Burgsdorf  169,  266,  465.
van  der  Burgt  665.

Burns  Philps  &amp;amp;  Co.  14,  145.
Busch,  H.  540.

Busemann,  M.  12,  641.
Busse  78.  k

C.

Capelle  128,  637.
v.  Carnap-Querheimb  193,  379,

381,  382,  383,  467.  571.
Cave  271.
Chamberlain  176.
Charisius  40.
Cheney  &amp;amp;  Co.  639.
Chevalier,  I.  107.
Chisholm  166.
Christaller  79.
Christian,  G.  W.  540.
Christol,  Fr.  180,  208.
Clausen,  F.  B.  101.
Clerk  168,  199,  491.
Cleve  6,  104,  197.
Cohen,  F.  542.
Combes  13.
Combier  70.
Conrau,  G.  541,  694.
Conradt  68,  284,  289,  341,  539,

694,  695.
Correvon  702.

XXVI

Cotterell  166.
Couppé  666.

de  Courmont  292.
Cramer  68.

du  Creusot  328.
Creutziger,  N.  541.
Czapla  465.

D.
Dacqué,  A.  542.

Däuble  173,  512.

Dahl  207,  466,  723.
Dahlmann  67.

Dall'aste  Brandolini  271.

Dalldorf  132.
Dammermann  465.

v.  Danckelmann,  Freiherr  641,  671.

Daniels,  A.  E.  540.
Danneil  127.

Dant  359,  652.
Daovillé,  E.  13.
Dapson,  S.  E.  702.
Deckers  237.

 

Deinzer  137.

Demmel  38.

Dempwolff  128.

Denker  406.

Denklau  389.

Dettmann  174.

Deubel  465.

Devers  86.

Dicks  128,  666.

Dieckmann  71,  199,  326.

Diehl,  Missionar  174.

Diehl,  Missionarin  173,  512,  604.

Dier  73,  290.

Diest  465.

Diestelmann,  M.  541.

Dietrich  198,  199.

Distel  445.

Doering,  Assistenzarzt  178,  193.

Döring,  Missionsgeistlicher  723.

Domann,  B.  473.

Domet,  S.  167.

Dominik  193,  284,  379,  380,  381,
382,  383,  408,  414,  510,  718.

Domnick  128.

Doms  166,  259.

Dorner  38.

Douglas  76.

Dove  472,  641,  671.

Draper  237.

Drees  68,  569.

Drenkmann  67.

Drescher  96,  129.

Drewes,  Dr.,  Assistenzarzt  38,  652.

Drewes,  Pflegeschwester  269.

Dreyer  128.

Drommaux  I71.

Dürrling  3,  660,  661.

Duevel  128.
Dunkhorst  542.
Dupont  197,  292.
Düßler  465.

Ebell  &amp;amp;  Co.  143.

Eberhardt  166.

v.  Eberstein,  Freiherr  40,  411,  652,

Ebert  692.

Eberwein  104,  105,  138.

Eck  542.

Eckert  39.

Eckmann  6.

Edmonds  80.

Cagel  130,  227,  568.

Eggers  465.

Ehlers  166,  467,  663,  664.

Ehrhardt  604.

Eichel  67.

Eichhorst  129.

Eick  284,  487.

Eisen  39.

Eitner,  M.  702,  732.

v.  Elpons  2,  262.

v.  El,  Freiherr  263.

Emin  Pascha  269.

Engelhardt,  Lieutenant  38,  319,
326,  374,  410,  617,  632.

Engelhardt,  Oberfeuerwerker  36.

Engler  270,  450.

Enns  6.

Erdweg  492.
Erhardt  466.

v.  Erkert  445.
Erikson  73,  135,  197.
Ernst  259.

Esch  193.

Eschke  652.

Escher,  Wyß  &amp;amp;  Co.  77.
Esser  76.

Esfer,  M.  617,  671.
Esser,  Pater  667.
Ewerbeck  126.

Ewest  572.

F.
Fademrecht  166.
Feldmann  38.
Fiedler  166.
Fies  173.
Filler,  F.  207.
Fischer,  Hauptmann  36,  40.
Fischer,  Dr.,  Lehrer  am  orientalischen
Seminar  472.
Fischer,  Ad.  246.

Fischer,  Dr.  286.
        <pb n="27" />
        Fischer,  Unteroffizier  691.

Fitzner,  R.  111,  384,  672,  731.

Flegel,  Rob.  472.

Fleischer  96.

Fleischmann  39.

Flierl  237,  699.

Fließ  bach  378.

Fonck  I.,  Lieutenant  38,  68,  264
313,  617,  691.

Fonck  II.,  Lieutenant  38,  98.

Fondel  312.

Ford  541.

Forman,  N.  542.

Forsayth  173.

Frahm  40.

Frame,  J.  A.  510.

v.  Frangois  341.

Franke,  Pflegeschwester  269.

Franke,  Premierlientenant  661.

Freemann  I.  486.

Freiburger  173.

Freytag  38.

Friederieci  541.

Fries  541.

Fritsch  38.

Fritz,  Frl.  572.

Froede  465.

Frölich  552.

Fromm,  Landgerichtsrath  67.

Fromm,  Kompagnieführer  3,  40,
129,  269.

Fromm,  Emil,  Dr.  498.

Fromm,  Missionar  666.

Frozer  208.

Früchtenicht  39.

Fülleborn  2,  570.

Fugger  v.  Glött,  Graf  38,  262.

Fuller,  F.  C.  296.

Furtkamp  48.

"

Gabler,  E.  13.
Gaebler,  Ed.  80.
Gärtner  40,  68,  194,  284.
Gallus  351,  652.
Gamarra,  N.  672.
Gamerra,  G.  702.
Gansser  2.

Garsling  2.
Gartzweiler  228.
Gathemann  313.
Geboers  607.
Geiseler  166.

Geisler  127,  172.
Geistbeck,  A.  672,  702.
Gensichen  732.

Gentil  205.

Gerboin  105,  292,  491.
Gerdes  326.

XXVII

Gerlach  öll,  568.

Gerschewski  281.

Geyger  68,  312.

Gibney,  W.  540.

Giemsa  96.

Giesebrecht,  F.  672,  732.

Glässing  &amp;amp;  Schollwer  271.

Glahn  95,  539.

Glauning  38,  261,  262,  466,  568,
617,  659,  691.

Gleich  2,  166.

 

Gleim  1,  3,  193,  489.
Glöditzsch  406.

Glogner  70.
Goedelt,  C.  490.
Göhring,  Registrator  281.
Göhring,  Missionar  312.
Goelz  490.

Görn  38,  40.

Götze,  Bauleiter  228,  37.1.
Götze,  W.  541.

Goctzen,  Graf  617.

von  der  Goltz,  Freiherr  13.
Gorit  38.

Gorn  174.

Gracy  667.

Graefe  465.

de  la  Grasserie  79.

v.  Grawert  38,  68,  166,  269,  510.
Gredin,  K.  541.

Green,  C.  M.  540.
Grell  197.

Grieguszies  104.
Grimm  490.

v.  Grimm  692.
Gronauer  671.
Groschuff  67.

Groß  193,  374.
Großberger  311,  541.
Grossi,  V.  526.
Gründler  421.

Grundler  732.

Grundmann  312.
(Gruner  67.

Guénin,  E.  180.
Guillermain  292.
Gürke  450,  671.
Günther,  M.,  Pflanzer  541.
Günther  &amp;amp;  Rausch  54l.
Güßfeldt  177,  472.
Gurlitt  96,  97.
Gußmann,  G.  498.
Gutmann  465.

Gutsche  312.

Gugot  127.

Habenicht,  H.  473.
Haberkorn  298.

 

 

Haberland  259,  466.

Hadeler,  Th.  542.

Haeberle  96.

Habermann  406.

Haecker  41.

Häfner  136,  572.

Haegele  40.

Hael  52.

Hälbich,  E.,  Ww.  207,  406.

Härtter  174,  604.

v.  Hagen,  Sekretär  (Togo)  193.

v.  Hagen,  Generaldirektor  der  Neu-Guinea=
  Kompagnie  226,  486,
540,  664.

stein  465.

Hahl  226,  607,  663,  664,  665.

Hahn  111.

Hahndorf  540,  692.

Halberstadt  465.

Hall  491.

Haller,  J.  239.

Hallgarten  101.

Hammar,  A.  498.

Hammermeister  38.

Handfest  37.

Hanke  128,  236.

Hanotaux,  G.  Beil.
S.  1

Hansing  &amp;amp;  Co.  314,  411.

Hansung  268.

Hardinge  547,  670.

Harris,  H.  G.  540.

Harrison.,  N.  510.

Hartenstein  198,  290.

Hartmann,  Dr.,  Premierlientenant
136.

Hartmann,  Lehrer  am  orientalischen
Seminar  471.

Hartmann,  Zollassistent  511,  692.

Hartmann,  Reiter  465.

Hasenjäger  96.

Hasse  270.

Hatton  &amp;amp;  Co.  542.

Haupt  98,  465.

Hegewald  37.

Hegner  421.

Heiden  652.

Heidmann  421.

Heidner  269.

Heilborn  701.

Heilmann,  K.  197.

Heim  541.

Heinlein  174.

Heinrichs  421,  544

Heitmann  166.

v.  Held  512.

Heldt  572.

Hellberg  465.

Heller,  M.  76.

3

 

 

zu  Nr.  21
        <pb n="28" />
        Hollgrewe  641.

Hellwegi#  173.

Hellwig  127,  179.

Helm  572,  602,  604.

Helmich  236.

Hemmerle  569.

Henderson  &amp;amp;  Mgeferlan  14,  636.

Hendle  389,  605.

Henkel,  W.  271.

Henker  312.

Hennes  68,  284.

Henrique  615,  701.

Hentrich  193.

Hentschel  40.

Herbsleb  37.

Herckert  39.

Herdecke  38.

Hering  486.

Herrmann,  Hauptmann
269,  292,  570.

Hermann,  Missionar  (Kamerun)  5

Hermann,  C.,  Landwirth  (Südwestafrika)
  465.

Hernsheim  &amp;amp;  Co.  173.

Herschell,  Ad.  540.

Hertzer  170,  664.

Herzog  128.

Hesse,  T.  542.

v.  Hesse-Wartegg  671.

Hessemer  641,  671.

Heßler,  80,  111.

Hettler,  H.  52.

Heuermann  465.

v.  Heydebreck  178.

Heyn,  praktischer  Arzt  195.

v.  d.  Heydt  692.

Heyn,  C.,  Kaufmann  312.

Hibben  326,  389.

Hies,  Missionar  199,  311.

Hies,  W,  Kaufmann,  541.

Higguis,  C.  541.

Hill  604.

Hilty  671.

Hilzebecher  445.

Hinde,  S.  L.  180.

Hindorf  641.

Hine  74.

Hinnrichs  193,  379.

Hirsch,  Leo  271.

Hirsch,  H.  E.  241.

Hirth  70,  72,  73.

Hobit,  A.  542.

Höpfner  313.

Hörhold  208.

Hösch  76.

Hösemann  38,  227,  693.

Hoever,  Lehrer  292.

Hoewer,  Marinemaler  13.

Hofbauer  606.

38,  72

*.

 

XXVIII

Hoffmann,
Hoffmann,

446,  544
Hoffmann,  Vaudirektor  389.

Unteroffizier  38.

Missionar  (Togo)  174,

Hoffmann,  Missionar  (Neu-Guinea)

Hofft  38,  708.

Hoh  572.

Hohmann  313.

Holder,  E.  C.  540.

Holst  104,  615.

Holsten,  A.  541.

Holt  &amp;amp;  Co.,  J.  640,  542.
Honschat  465.

Hopp  40.

Horn,  Gerichtsassessor  438,  569.
v.  Horn,  Pflanzungsassistent  316.
Hosbach  104,  469.

Howard,  J.  540.

Howe  173.

Hübner,  Lazarcthinspektor  96.
Hübner,  Unteroffizier  465.
Hübner,  O.  672.

Hütter  128.

Hurley  7.

Huwiler  667.

J
Jaasch,  A.  542.
Jacobi  129.
Jacobs  193,  374.
Jacksen  486.
Jakobus  269.
Jaeger  97.
Jaenke  40,  488.
Jahn  490.
Janke  420.
Janßen  671.

Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  541,  694.

Jany  38,  510.

Ickler  135,  421.
Ihlenfeld  389.

Imail  Junis  313.
Imberg,  F.  641.
Ingalls  636,  637.
Innes,  Missionar  173.
Innes,  Diakonissin  173.
Johannes  36,  42,  44,  130,  659.
Johannsen  11,  135.
John-Coka  486.
Johnson  542.
Johnston,  H.  473,  604.
Jones,  L.,  Kaufmann  542.
Jones  &amp;amp;  Co.  50.
Joop  68,  374,  409.
Joost  96.
Josenhaus  239.
Jost  38.

Joubert  70.

Irmer  135,  374.
v.  Issedorff  269.
Ismael  486.
Ittameier  6.
Judt  421.
Jünger  96.
Jürs,  H.  541.

v.  Juraschek  672.
Jurock  39.

K.
Kaak  312,  541.
Kähler  173,  604
Kaempf  6.
Kaeppel  193,  37.1.
Kageneck,  Graf  196.
Kahl  312,  541,  542.
Kahlbaum,  G.  13.
Kaiser,  Hauptmann  134,  266,  325.

Kaiser,  Dr.  511,  512.
HKalb  568.

v.  Kalben  53,  73.
Kamp  38,  313,  418.

v.  Kampt  2,  379,  381,
Kanstatt  111.
Kaschub  465.

Kasten  166.

Kat  511.

v.  Kaufmann  76.

652.

Kause  98,  129.

 

Kayser,  Dr.,  Direktor  der  Kolonialabtheilung
  110.

Kayser,  Feldwebel  40.

Kayser,  Kaufmann  406.

Kayserling,  Graf  701.

Kecker  486.

Kellulé  53.

Kenßler  96.

Kepler  135,  197.

Kersten  38,  568.

Kersting  4,  5,  129,  259,  265,  695.

Keßler  128.

Keyserling,  Graf  672.

Kieferle  36.

Kieft  607,  699.

Kielmeyer  38,  378.

Kienast  552.

Kiepert  269,  270,  617,

Kietzmann  465.

King,  N.  W.  540.

Kinsky,  Graf  300,  497.

Kingsley  271,  299.

Kisbey,  W.  H.  699.

Klein  42,  511.

v.  Kleist  38,  261,  262.

Kliewer  468,  512.

Kling  341.

Klose  101,  341.

Knaust  38.

671.
        <pb n="29" />
        v.  dem  Knesebeck  128.

Knoth  98,  128.

Knüsli  174,  604.

Knutson,  Valdau  &amp;amp;  Heilborn  101.

Kobel  199,  290.

Kober  270.

Koch,  Dr.,  Geheimrath
662,  663,  719.

Koch,  Gerichtsaktuar  68,  228.

Koczy  465.

Köhler,  Landeshauptmann  68,  193,
284

10,  570,

Köhler,  Feldwebel  38,  100.
Köhler,  unterofsizier  (Südwestafrika)
465.

Koenig  105,  138,  198,  292.
v.  König  632.

Koerler  325.

Körner  I.,  Zahlmeister  36.
Körner  II,  Zahlmeisteraspirant  38.
Kohlstock  552,  660.
Kolbe,  H.  J.  702.
Kollmann  38,  466.

Kootz  136.

Koppeschar  317.
Koppetsch  193.

Kossat  166.

Kracht,  Th.  702,  732.
Krahmer,  G.  702.
Kranzfelder  552.
Kratzenstein  137.
Krause,  Feldwebel  38.
Krause,  G.  A.  141.
Krauß  38.

Kremer  136,  137,  421.
Kreplin  603.

Kretschmer  136,  473.
Kriege  464.

Krieger  166.

Kriese  2.

Kronecker  12.
Kronewitter,  B.  406.
Kronsbein  136,  236,  421.
Krüger,  Forstassessor  270.
Krüger,  Postassistent  568.
Krümling  128.

Kubary  144.

Küderling  &amp;amp;  Co.  542.
Kühne,  K.  702,  732.
Kühnel  465.

Küster  96.

Kuhlmann,  Lieutenant  539,  691.
Kuhlmann,  Unterofsizier  38.
Kuhn  96.

Kuhnen  40.

Kunhardt  731.

Kund  379.

Kunde  465.

Kundt  718.

 

XXIXN

Laackmann,  G.  542.

Lachenmair  38.

Lagemann  173.

Lammert  284,  602.

Landwehr  487.

Lanessan  179.

Langbein  42,  193.

Lange,  Agent  312,  541.

Lange,  H.  O.,  Kaufmann  541.

Langenkemper  38.

Langhans,  P.  299,  587,  672.

Langheld,  Hauptmann  38,  78,  511.

Langheld,  Dr.  (Südwestafrika)  227,
661.

Lassar-Cohn  179.

Lauffer  491.

Lausenmayer  166.

Lauterbach  4,  129,  416,  540.

Lautherborn  314.

Lavigerie  69.

Leary  &amp;amp;  Co.  269.

Lechaptois  70,  71.

Lécomte,  R.  Beil.  zu  Nr.  21  S.  1.

Lederbogen  129,  409.

Ledoux  136.

Lehmann,  Reiter  465.

Lehmann,  Ausfseher  166.

Lehmann,  Unteroffizier  323,  325.

Lehmbach  341.

Leiby  286.

Leipold,  L.  542.

Leister  2.

Lembke,  Feldwebel  38.

Lemke,  Unterossizier  38.

Lent  473.

v.  Lenthe  67.

Lenz,  O.  450.

Le  Roy  292.

Lerray  604.

Lesbros  662.

Leser  96.

Leue  40,  465,  721.

Leuschner  133.

Leutwein  267,  445,  465,  652,  691,
693,  718.

Leoy,  Karl  76.

Lewin  141.

Lichtenberg  418.

Lichtwark  284.

Liebau  6.

Liebert  129,  313,  319,  378,  409,
464,  568,  653,  730.

Liebhard  38.

Liebold  284,  511.

Liebscher  312.

Liebusch  71.

Liedtke  511.  -

-v.LiereH11.Wilkau269,665.

Limbrock  604.
Lindenberg,  Maschinist  284,  486.
Lindenberg,  Landgerichtsdirektor  67.

v.  Lindequist  68,  134,  169,  196,
197,  266,  325,  465,  660,  661.
Lingard  719,  720.

Linge  38.

 

Linkens  671.

Linnel,  E.  541.

Linnel,  G.  541.

Linnell  &amp;amp;  Co.  5141.

Lippert,  Dr.  12,  472.

Lipphaus  166.

Litherland,  H.  540.

Livinhac  69.

Livinus  389.

Loegel  39.

Loewe  38.

Loewenstein  =  Wertheim:
denberg,  Prinz  76.

Lohmann  97.

Lohrisch,  166,  284.

Lohsee  67.

Loonus  667.

Lowe,  F.  542.

Lübbert  660,  661.

Lübcke  &amp;amp;  Co.  380,  542.

Lübke  380.

de  Lucchi  271.

Luecker  128,  166.

Ludwig,  Reiter  604.

Ludwig,  Pater  105.

Lüdemann  284.

v.  Luschan  671.

Lustig  40.

Freu-Lux

  659.

M.
Maar,  K.  380,  383,  542.
Maas  312.
Maaß  197.

Macdonald,  J.  R.  L.  208.
Mac  Lean  104.
Maczkiewitz  465.
Maerker  341.

Mahan  730.
Malinowski  166,  374.
Malleson  13.

Mann  98.

Manning  575.

Maples  74.

Markgraf  38.

Marcs  541.

Marloth  80.

Martin,  Missionar  490,  667.
Martin,  Dr.  79.

v.  der  Marwit  40,  129.

NMassiglia  271.
        <pb n="30" />
        v.  Massow  284.

Mastravi  486.

Matschie  671.

Mattei  13.

Matting  2.

Matz  38.

Magat  541.

Matzenauer,  C.  732.

Maurer  96.

Maxwell  50.

Mayer  448,  607.

Mazarin  314.

Mecklenburg-Schwerin,  Herzogin
Johann  Albrecht  zu  71,  143,  389,

Mehnert  692.

Meier  166,  171.

Meinecke  79,  299,  341,  641,  671,  701.

Meisenholl  136,  312,  421.

Mense  78.

Merensky  104,  174,  671.

Merker  36,  42,  44,  130.

Merkl  38.

Mermeix  80,  179.

Merten  128,

Mertens  &amp;amp;  Sichel  80.

Meuser  36,  40.

Mévil  672.

Mewes  465.

Meyer,  Th,  Missionar  (Ostafrika)
108,  136,  572.

Meyer,  Dr.,  Assistenzarzt  (Ostafrika)
40,  129.

Meyer,  Heinr.  Ad.  (Hamburg)  11,
638.

Meyer,  Kaufmann  541.
Meyer,  H.,  Dr.  80.
Michelsen  96.

Miller  174.

Mischlich  199,  400,  491.
Mismahl  316.
Modler  465.
Mohr  490.
Moihuet  69.
Moisel  269.
Moller  450,  493,
Monton  128,  173.
v.  Monts,  Gräfin  245.

Morgen  208,  415.

v.  Mühlberg  67.

Müller,  Apotheker  43,  96.
Müller,  Sekretär  (Kamerun)  193,  228.
Müller,  Unteroffizier  (Ostafrika)  38.

701.

 

XXX

Müller,  Pater  (Kamerun)  105,  446.
Müller,  Missionar  (Togo)  173,  388,
512.

Müller,  Dr.,  Inhaber  eines  naturhistorischen

  Instituts  in  Berlin  144.

v.  Müller,  Baron,  VBeil.  zu  Nr.  21
S.  1.

Münster,  Graf  zu,  Beil.  zu  Nr.  21
S.  1.

Munzer  38.

Müseler  245,  511,  671.
Muettel  128.

Murgan  Selim  568.
Mursal  Abdel  Hadi  568.
Mussaali  568.
Muthmann  406.

Mutter  40.

N.
Nachtigall  79.
Näwy  39.
Nagel  96.
Nansen  11,  270.
Naruisch  36.
Nathe  68.
v.  Natzmer  36,  659.
Nauhaue  292,  572.
Neisser  671.
Neubauer,  P.  178.
Neubert,  N.  13.
Neuhaus  177,  472.
Neumann,  M.  A.  Th.  511.
Neumüller  98.
Ngille  486.
Nickl  37.
Niclas  2,  166.
Nitzsche  312.
Nocht  79.
Noe  38.

Nolte  418.

Notari  271.
Nubi  313.

Nusser-Asport  111.

Oehler  490.
v.  Oertzen  98,  571.
Offenwanger  39.

Odhnesorg  193,  539.

Ohrwalder  414.

Ollwig  38,  227.

Olpp  135,  334,  421.

v.  Oppenheim,  Freiherr  311.
Orthmann  652.

Ortlepp,  F.  409.

Oswald,  C.  541.

Ostwald  6,  236.

—

Oßwald  173,  174.

Mueller,  Missionar  (Neu-  Guinea)
666.

Müller,  Kaufmann  510.

Müller,  Zollamtsassistent  4,  313,
511,  652.

Müller,  Dr.  med.  243.

Otto,  Zollbeamter  234.

Parkinson  445,  617,

Otto,  Pater  105,  138,  239,  446.
dQurem  242.
Ovir  6,  43,  44,  130,  178.

P.
Pabst  136,  199,  236,  421.
Pannewit  38.
Pape,  F.  542.
Papstein,  A.  526.
723.

!assavant  36.

Paul  193.

Peik  228,  465.

Peill  7

Pellence  300.

v.  Perbandt  465,  661,  697.
Perrot  410.

Perrot  &amp;amp;  Co.  206.
Peschke  38.

Peters,  Gefreiter  465.
Peters,  Missionar  6.
Peters,  Pastor  197,  473.
Petrowitz  40.

Pevestorff  465.

Pfaff,  J.  E.  178.

Pfalzer  137,  572.
Pfändler  105,  138,  239.
Pfau  105.

Pfeiffer  666.

Pfeil,  Graf  Bernhard,  Kapitün  120.
Pfeil,  Graf,  Pflanzer  299,  6071.
Pfeil,  Graf  J.  526.

b  Pfendtner  38.

Pfeuffer  39.

Pfisterer  199,  491.
Philipps,  H.  540.
Piering  166,  467,  663,  664.
Pietraß  2.

Pioch  166.

Pitsch  438.

 

Plaensdorf,  C.  541.

Plath  67.

Plé  296.

Plehn,  Arzt  2,  79,  96,  167,  193,
312,  374,  422,  617.

Plehn,  Lieutenant  265,  374,  460,
489,  569.

Podlech  2,  40,  68,  617.

Pöbsch  486,  652.

Polett  465.

Poole,  W.  574.

orter  377,  439.
Powell,  H.  C.  540.

Praß  465.

Preiß,  E.  C.  271.

Prendergast  491,  492.

Preuß,  Dr.,  Botaniker  45,  47,  287,
289,  341,  409,  441,  551,  616.

Preuß,  Telegraphenassistent  568.
        <pb n="31" />
        Preußen,  Prinz  Albrecht  von  316.
Prietze  79.
Prinage  39.

Prince  38,  42,  260,  413,  441,  449,

607,  617,  653,  730.
v.  Prittwitz  u.  Gaffron  s,  313.
Prozul,  L.  541.
Pückler  236.
Puder  438.
Püschel  166.
Puhlmann  691.
Pust  166.
v.  Puttkamer  193,  228,  370.

R.
Rabinek  96.
Nackow  541,  671.
Nähm  166.
Raffel  98,  166,  298.
Raible  105.
Ramassan  568.

Namsay  38,  69,  98,  200,  286,  666,

693.
Nandad  K&amp;amp;  Stein  380,  572.
Nascher  572,  666,  667.
Raudabab  69.
Nantanen  266.
v.  Rahenberg  23.
Redecker  207,  208.
v.  Reden-Franzburg  97.
Redpath,  S.  540.
Neich  2,  98.
Reichardt  511.
Reichelt  228.
Reichenow  101.
Reimers  166.
Reinecken  173,  174.
Reinhardt  38,  510.
Reinicke  662.
Reisewitz  38.
Nenner  672.
Nettig,  W.  472.
v.  Rhode  194.
Nibbentrop  203.
Richard  136.
Richter,  Gerichtsassessor  68.
Richter,  Auditeur  374,  437.

XXXI

Rische  259.

Nisgalla  Mohamed  568.
Ritter,  Unteroffizier  36,  40.
Nitter,  Pflanzer  411.

de  Rochebrune  80,  413.
RNocholl,  H.  52.

v.  Rode  319.

Nodriguez  San  Pedro  330.
RNoeper  129.

Roesler  67.
Roethlioberger,  E.  702,  732.
Rohlfs  79.

Rohns  174.

Rollius  70.

Romberg  129.

Roppetsch  166.
Rosenhagen  490.
Nottner  129.

NRouard  de  Card  179.
Rüdiger  604.

Rüdl  606.

Rüter  97.

Nuete  &amp;amp;  Co.,  F.  H.  542.
Ruland,  W.  341.

NRumpf  215.

Rusch  313.

Sabattke  38.
Sabersky,  H.  13.

Sachs  259.

Sachsen,  Großherzogin  von  193.
v.  Sack  129.

Sadebeck,  E.  731.

Said  bin  Abdalla  568.

v.  Saint  Paul-Illaire  284,  539.

Saker  199.

Salert  602.

Salomon,  Sergeant  38.
Salomon,  Nobert,  Dr.  243.

Salpeter  465.

Richter,  Premierlieutenant  (Ostafrika
60

Richter,  Sergeant  40.
Richter,  Stabsarzt  141.

v.  Richthofen  193,  510,  692.
Nickmann  265,  661,  662.
Rider  Son  &amp;amp;  Andrew  640.
Niechmann  572,  699.

Niebe  208.

Rieck,  M.  341.

Rieger  603.

v.  d.  Riesen  106.

Sand  284.
Sander,  Generalvertreter  312.

Sander,  Plantagenassistent  96,  134.

Sander  662.
Sapper,  K.  271.
Saß  312.
Sauberzweig-Schmidt  137.
Sauerbrey  39.
Schaefer  6.
Schaeffer  667.
Schanz  245.
Scharfenberger  39.
Scharlach  299.
Schaufler  692.
Scheel,  Fräulein  236.
v.  Scheel,  Dr.  341.
Scheffler  371.

v.  Schelling  67.

Schellong  144.

Scherner  40.

Schiebeler  652.

Schiele  96,  389.

Schilip#  238.

Schilling  166.
Schillings,  G.  286.
Schirpke  41.
Schittenhelm  166.
Schlapoczek  409,  486.
Schlee  38.

Schlegel  468.

v.  Schleinitsz,  Freiherr  420.
Schlettwein  6060.
Schlichter  451.

v.  Schlichting  245.
Schlobach  36,  40,  269,  510,  659.
Schluckwerder  312.
Schlunke  389.

Schmaus  41.

Schmeisser,  K.  702.
Schmerenbeck  312.
Schmidt,  Gefreiter  (Südwestafrika)

Schmidt,  Emil  473.

Schmidt,  Arnold,  Sergeant  (Südwestafrika)
  465.

Schmidt,  Ludwig,  Unteroffizier  465.

Schmidt,  Obergrenzkontroleur  662.

Schmidt,  Postsekretär  409,  569.

Schmidt,  Laienbruder  (Kamerun)  422.

Schmidt,  Zolldirektor  374.

Schmidt-Dargitz,  Wirklicher  Legationsrath
  568.

Schmiele  170.

Schmolck  96.

Schmunck  2,  389.

Schnauder  472.

Schneider,  C.,  Kaufmann  541.

Schneider,  Missionar  607.

Schneider,  Unteroffizier  38.

Schniter  7931.

Schnorrenpfeil  3,  38,  40,  510.

Schober  108.

Schoch  73.

Schoeller  10,  286.

Schön,  E.  79,  144.

Schönig  73.

Schöpwinkel  227.

Scholten  312.

Scholz,  L.  341,  541.

Scholz-Rogozinski  10.

Schondorf  98.
Schosser  174.

Schreber  38.
Schreiber  420.

Schreiner  208.

Schröder,  Missionar  (Togo)  174.

Schröder,  Lehrer  539,  692.
        <pb n="32" />
        Schröder,  Pflanzer  411.
Schröder,  Sergeant  (Togo)  259.
Schröder,  Unteroffizier  36.
Schubert,  Missionar  104,  138.
Schubert,  Unteroffizier  38,  166.
Schubert,  Kaufmann  541.
Schubkegel  652.

Schürle  199,  290.

Schütz  38.

Schuler  199,  29,  513,  544.
Schulta  541.

Schultz,  C.  406.

Schultze,  G.  111.

Schultze,  Sekondlieutenant  486.
Schultze,  O.,  Postkassirer  259.
Schulz,  Aurel  498.

Schulz,  C.,  Schriftsteller  702.
Schulz,  E.,  Kaufmann  541,  617.
v.  Schulz,  Afrikareisender  410.
Schumacher  312.

Schumann,  K.,  Prof.  270,  615,  701.
Schumann,  Missionar  572.
Schurey  69.

Schuster  39.

Schwabe,  Arzt  270.

Schwabe,  Premierlientenant  465,  473.
v.  Schwartz,  Missionsdirektor  178.

Schwarz,  Missionar  (Kamerun)  490.

Schwehm  2.
Schweighöfer  166.
Schweinfurth  615,  692.
Schweinitz,  Graf  299,  641.
Schweitzer,  G.  76,  731.
Schwesinger  40.
Schynse  292.

Scott  Hansen  11.
Scullard,  E.  540.
Seeger  174.

Segebrock  6,  43,  130,  178.
v.  Seefried,  Freiherr  466.
Seelig  699.

Seidel,  H.  79,  497,  702.
Seidlitz  97.

Seiff  699.

Seit,  Rechnungsbeamter  (Ostafrika)  2.
Seitz,  Dr.  2,  694

Selig  665.

Selim  Daut  568.
Semler  287,  641.
Sembritzki  486,  652.
Septans  271.

Serafin  572.

Seufert  572,  604.
Seulen  129.

Sewa  Hadji  144,  206.
Seyer  2384,  511.

Scharpe  574.

Shaw  237.

Siaker  486.

XAXXII

Siebe  421.

Sid  Gilani  Schirkawi  472.

Siebold,  Freiherr  731.

Siecke  603.

Siedler  701.

Sieler  37.

Sievers  68.

Sigl  389.

Simba  68.

Simon,  Arzt  38,  227.

Simon,  Unteroffizier  465.

Sixdorf  658.

Skiba  38.

Skopnik  486,  652.

Sobbe  486.

Sobotta  660.

v.  Soden  76,  133.

Soltwater  486.

Sommer  38.

Sonnenschein  409.

du  Sorbieères  de  la  Tourasse  246.

Sonillier  667.

v.  Sowa  79.

Sparmann  284,  465.

Spengler  76.

Spiegel  38.

Spieß  173,  389,  512.

Spieth  173.

Spielhaus  &amp;amp;  Co.  80.

Spilling  67.

Sponnagel  701.

Stadlbaur  38,  262,  568.

Stahlhut  136,  421.

Stahmer,  S.  Ferd.  384.

Stamm  40.

Stangier  298.

Stanley  107.

Statham,  F.  R.  672,  702.

Staudinger  111,  617.

Staudt  313,  341,  450.

Steffen  465.

v.  Stein,  Freiherr  zu  Lausnitz  313,
568

Steinbach  177,  472.
Steinhausen  196,  197.
Stellbrink  465.

.  Stenismeier  269.

Stephan  38.

Stern  312.

Stewart  574.

Stierling  38,  418,  568,  718.
Stöcker  96.  ,
v.Stocki38,262,263,264,5:19.
Stöhr  48,  265,  489.
Störmer  664.

Stokes  73.

Storch  40,  539,  617.
Storms  70.

v.  Stradonitz  53.

Strahl  312.

Strähler  511.

Strauß  694.

Streicher  292.

Stromer  v.  Reichenbach,  Freiherr
671.

Stubenrauch  465.

v.  Stuemer  38.

Stuhlmann  96,  226,  269,  341,  617.
Stratz  u.  Wangemann  640.
Süvern  311.

Suntheim  406.

Svensen,  Joh.  Th.  542.
Sverdrup  11.

T.
Tappenbeck  5,  129,  379,  540.
Tausendfreund  465.
Taylor,  H.  H.  542.
Teppe  40.
Thiel  42,  166,  312.
Thiele  128.
Thieme  38,  40.
Thienemann  316.
Thilo  406.
Thinius  67.
Thomas  446.
Thoms  670.
Thormählen  692.
Thorun  2.

Thuet  292.

Thurston  109.
Tischer,  W.  270.
Todsen  96.
Toepfer  38.
Tolch  173,  604.
Tommaselli  667.
Torrens  671.
Tosti  271.
Toutée  180.
Trapp  166.
Traum  616.
Treu  52.
Treutler  166.
Triebel  37.
Triemen  283.

Troeger  38.
Troost  68,  602.

v.  Trotha,  Oberst  38,  129,  193,
259,  440,  450,  510,  617,  659,  672,
701.

v.  Trotha,  Lieutenant  38.

v.  Tucher,  Frhr.  692.

Tucker  449.

Tünschel  312.

u.
Ueckermann  465.
Uhl  38,  652.
Uhlig  568,  692.
        <pb n="33" />
        Ukena  312.

Ulich  384.

Ullmann  38.

Ulrich,  Missionar  96,  129.
Ulrich,  Büreauassistent  97.
Unger  490.

Unold  270.

Unruh  41.

Urban  465.

Vacha  471.

Velten  177,  472.

Vetter  79.

Vidal  604.

Vieter,  Apostolischer  Präfekt  105,  138,
292,  298,  312,  446,  468.

Vietor,  C.  N.,  Pastor  173.

Vietze  541.

Vincenti  96.

Virchow  144.

Voelker,  H.  409,  569.

Voelkner  41.

Voertmann  96.

Vogt  3

Vohsen  693,  Beil.  zu  Nr.  21  S.  1.

Voigtländer  465.

Voigts,  Kaufmann  312.

Voigts,  Unterofsizier  465.

Volkens  473.

Vormann  604.

Voß,  N.  541.

W.
Wagenbrett  166.
Wagner,  H.  52
Wahl,  M.  269.
Wahlen  128.
Waldau,  G.  542.
Walker  422,  400,  491.
Wallner  40.
Walter,  Lehrer  129.

Walter,  G.,  Pater  105,  138,  198,
«  Winter,  Gouverneur  7.

409,  446.
Walter,  Lehrer  (Togo)  68,  313.
Wandres,  Missionar  421.
Wandres,  Pflanzer  166.
Wangemann  640.
Warburg,  Dr.  79,  141,

472,  616,  641.
Warneck  104,  111.
Warnecke,  Kammergerichtsrath  67,

178.

177,  298,

 

XXNIII

Warnecke,  Gärtner  3,  284.

Warners  12  8.
Wasilewski  38.

Weber,  A.,  Kaufmann  101.
Weber,  K.,  Missionar  637.
Wedler  129.

van  d.  Wee  665.
Wegener  466.

Wegner  284.

Weidner  41.

Werigelt  128.

Weiland  465.

Weiler,  J.  541.

Weimar  166.

Welke  662.

Wendland  128,  665.
Wenke  541.

Wermuth  67.

Werner,  Büreauassistent  539,  692.
Werner,  Lazarethgehülse  41.
Werther  489,  634.

Wert  652.

Westphal,  J.  u.  H.  541.
Vetterhall!  542.
Whitman,  S.  271.

Whyte  48.

Wicke  193,  269.
Widenmann  140,  141.
Wied,  Fürst  zu  76,  78,  311,  692.
Wiedorn  465.

Wiegand  642.

Wieland  465.
Wiese  96.
Wiest  39.

Wilke,  Maurermeister  313.

Wilke,  Kaufmann  383,  542,  550.
Willems  511.
Wilsing  193,  284.

Winkelmann  236,  723.

Winkelströter  236.

Winkler,  Zahlmeisteraspirant  38,  42.

Winkler,  Missionar  448.

Winter,  Plantagendirektor  96.

v.  Winterfeld  602,  603.

Wirth,  A.  617.

Wiskow  2.
Wislicenus,  G.  13.

v.  Wissmann,  Gouverneur  110,  414.

v.  Wissmann,  Lieutenant  40,  313.
Wittekopf  166,  374.
Wittkowski  38.

 

Wittum  269.

Wlodajack  284.
Wocke,  F.  406.
Woeckel  142,  168.

Woermann,  C.  541,  542.
Woermann  4&amp;amp;  Co.  380,  541,  542.
Wohlrab  290.

Wohltmann  45,  79,  270,  671.

Wolf,  Ludwig,  Stabsarzt  196,  265,

468.

Wolff,  Lagerassistent  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  166.
Wolff,  Beamter  389.

Wolfhagen  128.
Woodford  615,  723.
Worms  6,  469,  637.
Würz  490.

Wulff  38.

v.  Wulffen  38,  653.
Wulfhorst  136,  236.
van  Wyk  312.
Wyneken  96.

g.
Zach  542.

Zamora,  M.  330.

Zampa  379,  381,  383,  486.

Zander  209.

v.  Zech,  Graf,  Lieutenant  320,  389,
466,  659,  718.

v.  Zech,  Graf,  Pflanzer  (Togo)  3,  196.

Zenker  341,  379,  450.

Zetherström,  R.  542.

Zickendraht  40.

Ziegler  129,  160,  166.

Zieriacks  542.

v.  Ziethen  465.

Zimmermann,  Materialienverwalter
284.

Zimmermann,  A.,  Kaufmann  541.

Zimmermann,  Büchsenmacher  2,
193,  381,  382,  383.

Zimmermann,  Dr.,  Konsul,  Beil.
zu  Nr.  21  S.  1.

Zintgraff  47,  76,  198,  341,  541.

Zoeller  6.

Zupitza  338,  227,  570.

Zwanzger  572.
        <pb n="34" />
        <pb n="35" />
        Beilage  zum  Deutschen  Kolonialblatt  1897.

 

 
  
 
     

dresshuch
1897.

Ieransgegehen

von  dem
Komitee  zur  Eintlhhrung  der  Erzeugnisse  aus  deutschen  Kolonien

Berlin,  Unter  den  Linden  47.
—
V

Geilrucsckt  in  der  Königlichen  llofbuchdruekerei  von  I.  S.  Nittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin.  Kochstrasse  68—.71.

r
        <pb n="36" />
        Inhalts-Verzeichniss.

I.  Theil:  Ausfuhr  aus  den  Kolonien.

Aussuhbrtabhelle  ...  .  .  .  ...
Deutsch-Ostafrika:

ui.  Pflanzungs-Gesellschaften

D.  Handelstirmen

Sonstige  Gesellschaften

5

Kamerun:
-  Pflanzungs-Gesellschuften.
HndelstirmenH

*

Togo:

,-.Pklutizungs-Gest-1lsclinks-en


).Hunckelslikmcn.  ........
Neu-Guinca-Schutzgebict  und  Marshall-Inseln:
u.  6  .........
b.  Hundelstirmen.
Deutsch-Südwestalrika:
#u.  Gesellschaften  .......
li.llandelslirmen.

 

Deutschland:
Importeurc  in  Deutschland
Fabrikanten  in  Deutschland  (Verarbeitung  der  Kohctoo
Vertricbsstellen  deutscher  Kolonialerzcugnisse

II.  Theil:  Einfuhr  in  die  Kolonien.

Zinfuhrtabelle  .  .
Exporteure  nach  den  deutschen  Kolonien  .

Seilo

10—11
11.—12

12  1t#
14—15
16—35

36
37—38
        <pb n="37" />
        I.  Theil:  Ausfuhr.

 

Austuhr  aus  den  deutschen  Kolonien  im  Kalenderjahr

  1895.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neu-3
  1891  Guinca  Marshall
Ostalrika  Kamerun  Togo  Südwest-  nuund  Iusen  3

alrika  Bismarck,  useln  Zusammen

’  i  «A1clnpel

Mark  Murk  dMark  alark  dlark  Mark

Baumwolle  21750.  —  —I  —  151  9700  —  154  075
Betelnüsse,  latter  ete.  1  686  —  —  —  —  1686
Reis  414.  —  —  —  —  —  414
Mais  312  —  —  —  —  —  312
Hirse  2310  —  —  —  —  2310
Bohnen  und  Erbsen  12  243  —  —  —  —  12  243
Naraskerne  —  —  —  13900.  —  —  13  900
Zucker,  Syrup  und  AMeuese  20  683  —  —  —  —  20  683
allce  46  630  1580  474  —  —  48  684
Kakao  –  127031  —  ——  —  127031
Kolanuss  —  11  —  —  —  —  11319
Tabak  31  793,  18  110  —  —  224000  —  276  903
Kautschuk  773  340,1  102  802  306  129  —  —  —  2182265
Kopal  138  370  —  —  —  —I  138  370
kummi  759  —  —  6200  —  —  6  959
Steinnuss  —  —  —  25  630  —  25  630
Kopra  incl.  Kokosnüsse  175  174,  40  188  —  166  760  270000  612161

Kokosnuss-  und  Sesamöl.  9081  —  Ü  —
Kokoslasern  65508  —  —  —  —  —  6558
Palmkerne  1  122293s  652  7609  —  ——  2  775.062
Palmöl  —  1  038  263.1  084  307  T.  —  —  2122570
Erdnuss.  4  350  80  —  —  —  4430
Sesam  162  60  —  —  —  —  162  698
Orseiee  —  —  —  812

Flechtgras  (und  Waaren  *  ·
daraus)  ....  66  812  —  1  —  66  812
Bauhölzer  61  0½  I  I—-s  61  024
Zierhölzer  789  72  226  24  —  25300  —  98  339
Felle  und  Haute  24037  —  602  53  910  —  78579
Wolle  —  —  —  1  200  —  —  1200
Lebendes  Vich  8673  —  +—  W  —  8  697
Rhinoccroshorn  55  502  —  —  —  —  —  55  .502
Anderc  Hôrner  —  —  1600  —  —  4600
Elsenbein  .  l  424  257  569  009  3979  1580  —  —  1998915
Flossplerdzähne  36  536.  —  #  —  —  —  36  536
Wildschweinzähne  1  824  —  —  —  —  —  1824
Lebendes  Gellügel!:  4907  —  —  —  —  —  1907
Straussfedern.  —  —  10820  —  —  40  820
Schildpatt.  28035.  —  —  —  11460  —  39  405
Wachs  12240  —  —  —  —  12  210
Perlschalen  —  —  —  —  12  200  —  12  290
Kauri  und  andere  Muscheln  9388  —  —  —  —  —  9388
Verschiedenes  ..  131118·—  —11492  0%  7900  141  160
Gesammtausluhr.  257  584  4  062  843  3  048  465  123  732  617990  277  900|11  388  514
Hiervon  ging  nach  Hamburg542  400,  3  726  440  2  600  218  990  150  270|1640  790

1
        <pb n="38" />
        Sitz

Berlin

E

Düsseldor!l

Esscn  a.  d.  R.

Hamburg

Deutsch-Ostafrika.

a.  Pflanzungs-Gesellschaften.

Firma

Deutsch-  Ostafrikanische  Gesellschaft,  Behrenstr.  16
Gegr.  1885.  Kapital:  7  128  000  Mk.
Vorstand:  Carl  Bourjau,  Alexander  Lucas,

Kommerzienrath,  Berlin

Deutsch-Ostalrikanische  Plantagengesellschaft,  Fricdrrich-Wilhelmstr.
  21
Gegr.  1886.  Kapital:  2000  000  Mk.

Direktoren:  C.  Triepcke,  C.  J.  Lange,  Berlin

Leiter:  K.  Denklau,  Lewa
Ostafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  „IIse“,  Potsdamerstr.

  223,  Hauptvertreter:  Dr.  Christiansen

in  der  Gründung  begriffen.  Kapital:  1  500  000  Mk.
Prinz  Albrecht-Plantagen

Leiter:  Wynecken
Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft,  Dessauerstr.  25

Gegr.  1893.  Kapital:  500  000  Mk.

Direktor:  Kurella,  Berlin

Leiter:  J.  Koppeschaar,  Buloa
Pangani-Gesellschalt,  Potsdamerstr.  22a

in  der  Gründung  begriffen.  Kapital  500  000  Mk.

Geschäftsführer:  G.  Meinccke,  Berlin
Westdeutsche  Handels-  und  Plantagengesellschaft,

Karl  Antonstr.  26
Gegr.  1895.  Kapital:  1  200  000  Mk.
Vorstand:  A.  Aders,  Düsseldorf,
F.  Pactsch,  „

Vertretung  in  Tanga:  E.  Wiesc,  Direktor
Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft  m.  b.  I.

Gegr.  1897.  Kapital:  500  000  Mk.

Vorstand:  Oskar  Vogt,  Essen

Oberpflanzer:  Weissenborn
Hamburg-West-Usambara-Plantagengesellschaft

in  der  Gründung  begriffen
L.  &amp;amp;  O.  Hansing,  Mrima  Land-und  Plantagengesellschalt.
Irangi-Gesellschaft,  Nobelshof  #

Gegr.  1896.  Kapital  120  000  Mk.

Vorsitzender:  Dr.  Scharlach,  Hamburg

 

 

Pllanzungen
Derema  (Iandei)
affee
Herus  (Handel)
alsee
Kikogwe  (Pangani)
Lunguza  (Handei)
Kasfee
Muoa  (b.  Tanga)
okos
Mwera  (Hirse,
Liberiakassece)
Nguelo  Handei
Kaffee
Union  (Handei)

allee
Jassini  (Kokos)

Buschirihof  (Kokos,
assee

Lewa  (Kassee)

Magila  (Kaffee)

Kwa  AMkoro  (Kassec)

Buloa  b.  Ilandei
tcalloe)

Kiumoni  b.  Tanga
Magrotto  (Bondei)
Schoeller  (Bondei)

Sakare  (West-Usambara)
  Kasfee
Kitopeni  (Vanille)
        <pb n="39" />
        Pflanzungs-Gesellschaften.

 

S8itz

Firma

Pllanzungen

 

Köln  a.  Rh.

Rheinische  Handei-Plantagen-Gesellschalt,  Gr.  Budengasse


 

Gegr.  1895.  Kapital:  1  500  000  Mk.
General-Bevollmächtigter:  Dr.  Hindorl,  Köln
Oberpflanzer:  J.  Akkersdyk,  Ngambo

Ngambo  b.  Handel
(Arab.  Kaftce)

 

 

 

 

 

 

 

Wiesbaden  Karl  Perrot  LindiKaffee,  Kakao,
Vanille)
Deutsch-  Curt  Hossmann  Pangani-Fälle
Ostafrika  Fr.  Missmahl  Kihuhni  (Bondei)
Ngua  (llandei)
Kallee,  Kakao
»  v.  Quast  Mikindani  (Liberiaaffee)

»  Schlunke  Potoni  b.  Tanga
(Kokos.
*  Katholische  Mission  Bagamoyo  (Vanille)
—  b.  Handelssirmen.
Sitz  Firma  Stationen
Berlin  Deutsch-  Ostafrikanische  Gesellschalt,  Behrenstr.  16  Bagamoyo
Daressaläm
Kilwa
Lindi
Pangani
Tanga
«  Udjidji
Dũsseldors  Westdeutsehe  Ilandels-  und  Plantagengesellschalt,  Tanga
r  Karl  Antonstr.  26
Hamburg  IIausing  &amp;amp;  Co.  Daressalüm
W.  Richter  &amp;amp;  C  n
v  .  Richter  &amp;amp;  .  aressald
Wiesbaden  Karl  Perrot  “  gre  kl
Bagamoyo  Ali  Wisbram  (Inder)  Bagamoyo
Daressaläm  E.  Müller  &amp;amp;  Devers  Daressaldm
9  C.  de  Silva  &amp;amp;  Co.  „
„  de  Souza  junr.,  Dias  &amp;amp;  Co.  5
Moschi  Meimarides  &amp;amp;  Perros  Moschi
Mpapua  Michalarides  &amp;amp;  Nanos  Mpapua
PDangani  Ilari  (Inder)  Pangani
Tabora  Weinberger  &amp;amp;  Schumann  Tabora
Tanga  A.  Schiele  “  Tanga
.  Sonstige  Gesellschaften.
Sitz  Firma  #  Anlagen
Berlin  1

bara-Linic),  Behrenstr.  1
Gegr.  1891.  Kapital:  2000  000  Mk.  (Dis
15  000  000  Mk.  event.  zu  erhöhen).
Vorstand:  Alcxander  Lucas,  Kommerzienrath,
Berlin

 

 

Eisenbahn-Gesellschaft  für  Deutsch-Ostalrika  (Usam-  Eisenbahn  von

Tanga  bis  Korogwe
        <pb n="40" />
        Sonstige  Gesellschaften.

 

 

 

 

 

 

Sitz-  Firma  Stationen
Berlin  TKilimandjaro-Str  ht-Gesellschalt  m.  b.  H.
Gegr.  1895.  Kapital:  220  000  Mk.
Geschäftsführer:  Dr.  Ilindorl,  Köln
;-  FritzBisonsmstv.sohellendori·,Kilimandjaro
Montan-Gesellschaft  m.  b.  II.,  Behrenstr.  16
Gegr.  1895.  Kapital:  1000  000  Mk.
Vorstand:  (üurl  Bourjau,  Dircktor,  Berlin,
AlegKander  Lucas,  Kommerzienrath,  Dircktor,
Berlin
"  Ostafrikanische  Bergwerks-  Industric-  Gesellschalt.
m.  b.  II.
Gegr.  1896.  Kapital:  1  000  000  Mk.
Geschäftsführer:  Max  Steinthal,  Direktor  der
Denutschen  Bank,  Berlin
Kamerun.
A.  Pflanzungs-Gesellschaften.
Sitz  Firma  Pflanzungen
Berlin  Westafrikanische  Pllanzungs-Gesellschaft  „Victoria“,  Nord-Pllanzung,
Potsdamerstr.  121e  3  akao
Gegr.  1897.  Kapital:  2  500  000  Mk.  DLimbe-Pllanzung
Geschältslührung:  Dr.  Esser,  Berlin  H  akao
Konsul  Spengler,  Berlin  Victoria-Plianzung
Leiter:  Dr.  Zintgraff,  Victoria  akao
Hamburg  Kamerun  Land-  und  Plantagen-Gesellschaft,  Gras-  Bimbia,  Kakao,
keller  21  und  Grosse  Reichenstr.  27  Liberiakaflee
Geschäftslührung:  A.  Woermann,  IIlamburg  JN’'Bamba,  Kakao,
E.  Bohlen,  „  3  Liberiakaffee
C.  F.  W.  Jantzen,  9|
Johs.  Thormählen,  „
Leiter:  F.  PFriederici,  Bimbia.
"  Linnell  &amp;amp;  Co.  Debundscha,  Kakao,
Geschältsführung:  Ernst  Kralt,  Iamburg  arab.  Kaffee
Westalrikanische  Pflanzungs-  Gesellschaft  „Bibundi““  Bibundi,  Kakao,
Gegr.  1897.  Kapital  1500000  Mk.  Graskeller  21  Tabak,  Vanille
Vorstand:  C.  F.  W.  Jantzen,  Hamburg
,  Johs.  Thormählen,
Kribi  Pallotiner  Mission  Kribi
Sopo  M.  Günther  Sopo
Victoria  Staatliche  Versuchs-Plantage  Victoria

 

Leiter:  Dr.  Preuss
        <pb n="41" />
        b.  llandelsfirmen.

 

Sitz

Firma

Stationcen

 

Berlin

Hamburg

i

Liverpool

3  #  #  1  s  S3

i
.  ,-Gegr.

  1897.

i

i

A.  Lübcke
Karl  Maass,  Kribi
Randad  &amp;amp;  Stein

J.  II.  Westphal

 

Kamerun  Ilinterland-Gesellschalt,  Kulmstr.  29
Kapital:  250  000  Mk.

Direktoren:  II.  Jacger,  Berlin

D’aul  Reichard,  Berlin  D

Deutsch-Westafrikanische  IHandelsgescllschalt  m.  p.  H

Jantzen  4  Thormählen,  Graskeller  21.

Woermann  &amp;amp;  Co.,  Gr.  Reichenstr.

I
l
l

i
Ambas  Bay  Trading  Co.

Hatton  &amp;amp;  Cookson

Herschell,  A.
John  Holt  &amp;amp;  Co.
John  Ilolt  &amp;amp;  Co.

Dawvid  Joncs  &amp;amp;  Co.

Küderling  &amp;amp;  Co.

Ricler  Son  &amp;amp;  Andreir

1
.  .
Idliclnnbit

Kamerun
*r!•:*•*d"é
Bioko
Bonge
Lobe
Funge
Tchan
Rio  del  Rey
Kamerun
Mundame
Plantation
Bocije
Campo
1  Gross-Batanga
Kribi
1  Lolodor!s
Vaunde
Kamerun
Leoncdji
Kamerun
Bimbia
Campo
„Doehanec
Edea
Gross  Batanga
Klein-Batanga
Kribi
Malimba
Victoria

 

Uictoria

Balundu
Bimbia
Boa
Bonge
Ndjan
Batanga
Boambi
Bocdje
Campo
Lobedorls
Kamerun

Kamerun
Bimbia

Kamerun
Campo
Kamerun
        <pb n="42" />
        Togo.

a.  Pllanzungs-Gesellschaften.

 

Sit?2

 

I’ilanzungen

 

Firma
1
Bremen  d'Almeida  Brothers  &amp;amp;  Co.  Klein-Popo  (Lib.
Vertreter:  Martin  Paul,  Bremen  Kallec,  Kokos,  Kautschuk)

„  Kokosnuss-Plantagen-Gesellschaft  „Lome“  Lome  (Kokos)
Vertreter:  J.  K.  Vietor,  Bremen  1
„  J.  K.  Vietor  Klein-Popo  (Lib.
Kaffee,  Kokos)
"  Plantagen-Gesellschalt  „Kpeme“  Kpeme  (Lib.  Kaffec,

Klein-Popo

Vertreter:  J.  K.  Vietor,  Bremen
Leiter:  0.  Wooekel,  Klein-Popo
Aite  Ajavon

 

Kokos,  Kautschuk)

Klein-Popo  (Kokos,
Lib.  Kaffcc)

 

 

9  Ceppy  Klein-Topo  (Lie.
Kaffec)
"  Czicko  d'Almeida.  Klein-  Popo  (Lib.
affee)
Kaiserliche  Landeshauptmannschalt  -  (Versuchsplau-)

"  Katholische  Mission  Griht  (Lib.  Kaffee)
Lome  Olimpio  Lome  (Kokos)
"  Medeiros  Bagida  (Kokos)
b.  Handelsfirmen.
Sitz  ]  Firma  Stationen
Bremen  F.  Oloff  &amp;amp;  Co.  Lome
"  Martin  ’aul,  Vertreter  für  Almeida  Brothers  &amp;amp;  Co.  Klein-Popo
"  Friedr.  M.  Vietor  Söhne  Lome
Bagida
"“  J.  R.  Vietor  Klein-Popo
IIamburg  Armerding  &amp;amp;  Feist  Lome
"  Bödicker  &amp;amp;  Meyer  Lome
"  C.  Gocdelt  Klein-Popo
Lome
"  .  ##.  Kentzler.  Vertr.  Donner  &amp;amp;  Callenberg  Klein-Popo
„  J.  Ferd.  Sthamer  Klein-Popo
rb  0.  Wallbrecht,  Vertr.  König  &amp;amp;  Kühlbrunn  Lome
        <pb n="43" />
        Handelsfirmen.
8itz  Ü  Firma  Stationen
1
IIamburg  Woclber  &amp;amp;  Zimmermann  Klein-Popo
Lome
London  F.  &amp;amp;  A.  S#  Lome
Marseille  Mante  7**-  es  Borelli  de  Régis  Aind  Klein-Popo
„  Lome
Klein-Popo  Aite  Ajaron  Klein-Popo
»  S.  B.  Cole

Klein-Popo

Neu-Guinea-Schutzgebiet  und  Marshall-Inseln.

A.  Pllanzungs-Gesellschaften.

 

 

—
·  l  1
Sitz  Firma  HPlflanzungen
l
Berlin  Neu-  Guinen  Compagnie,  Unter  den  Linden  35  Herbertshöhe
Gegr.  188  Stephansort
n-  C.  v.  Beck,  Berlin  Konstantinhalen
Leiter:  Generaldirektor  Curt  v.  IIlagen  Friedrich  Wilhelm--Ral
  7*5-  1  hasen
alum  E.  E.  Forsayth  Ralum
b.  Handelsfrmen.
Sitz

 

Firma  SLltationen
llamburg

Deutsche  llandels-  und  lel-  antagen-Gesellschaft  der  Süd-  Mioko

SeclInsehn  zu  llambur.  g,  Alsterdamm  3  Kabakada
Kabotheron
Malagunan
4  Ratavul
Tomalili#
v  Hlernsheim  &amp;amp;  Co.,  Artusho!  Matupi
Nusa
Jaluit-Gesellschaft,  Artushol  Jaluit
Ailinglaplap
Ailug
Aur
Ebon
Jabwor

Kili
Kwachelin
Lac

Lib
        <pb n="44" />
        Handelsfirmen.
Sitz  ,  Firma  Stationen
IIamburg  Jaluit-Gesellschalt,  Artushol  Likiel
«  Madjuru
Maloclab
Mechjt
Mille
Namorik
Nauru
Rongelap
Udiae
Udjelang
„  Capelle  Jahwor
«  Likiuli
Alc.  Donalds  Munia:
,-  Tindlal  TFaissi
«  E.  E.  Forsayth  Ralum
—  IIenderson  &amp;amp;  Macisarlane  Arno
Ebon
Jnbwor
Madjurn
Namorik
9  Octore  Mouton  Kinigunan
Deutsch-Südwestafrika.
Aa.  Hdesellschaften.
Sitz  Firma  Stationen
Berlin  Auseubjer  Syndikat,  Land-  und  Minengesellschall.  Ausenkjer
Gegr.  1894—
Votstand:  Dr.  jur.  Prien,  Charlottenhurg
"„  Ober-Bergrath  Dr.  Busse,  Cohlenz
„Deutsche  Kolonial-Gesellschalt  für  Südwestalrika,  Lüderitzbucht
Wilhelmstrosse  68  Olyimbingue
Gegr.  1885.  Kapital:  1549  000  Mk.  Swakopmund
Vorstand:  F.  Cornclius,  Berlin
TIolmann,  Staatsminister,  Berlin
i-  Oherbürgermeister  a.  I.,  Berlin
Generalbevollmächtigter  in  Südwestalrika:  #
DOr.  Rhode
Kakao-,  Land-  und  Minengesecllschaft,  Wilhelm-,

strasse  68
Gegr.  1895.  Kapital:  10  000  000  9
Vositttnder  des  Direktoriums:  Brandt,
Wirkl.  Geh.  Rath,  Wienipalden
Siedelungs-  Gesellschaft  für  Deutsch-  Südwestalrika,  Windhock
Willehnstrasse  29  Swakopmund
Gegr.  1896.  Kapital:  300  000  Mk.  «
Direktor:  Konsul  a.  D.  E.  Vohsen,  Berlin
Generalvertreter  in  Südwestalrika:  Dr.  Sander,
Windhock
        <pb n="45" />
        Gesellschaften.
Sitz:  Firma  1  Stationen
l
Berlin  Syndikat  für  Bewässcrungsanlagen  in  Deutsch-Südwestalrika

Gegr.  1896.
Vorstand:  Ernst  Vohsen,  Konsul  a.  D.
Leiter:  Regierungsbaumeister  Rehbock,  Windhoek
IIamburg  Damara-  und  Namaqua  Handels-Gesellschalt  m.  b.  II.,  Waterberg
Gr.  Reichenstrasse  25/27
Geschäftslührung:  A.  Woermann,  Hamburg  1
Hanseatische  Land-,  Minen-  und  Handels-Gesellschalt  Rehoboth
für  Deutsch-Südwestafrika,  Nobelshof
Gegr.  1893.  Kapital:  2  400  000  Ilk.
Vorstand:  Dr.  Scharlach,  Hamburg  |
„  Rhederei  Leutwein  Fracht-  und  Passage-Vertreter:
  II.  W.  Burmester,  Ilamburg,  Verkehr  zwischen
Gr.  Reichenstrasse  42  Deutsch=  Südwest-Wm.
  Spilhaus  &amp;amp;  Co.,  Capstadt.  alrika—  Capstadt.
London  Damara  Guano-Gesellschalt
Gegr.  1895.
"“  The  South  African  Terrikories  Limited
Gegr.  1895.  Kapital:  10  000  000  Mk.
Vertreter:  Dr.  Scharlach,  IIamburg,  Nobelshol
»  South-West  African  Company  Ltd.  i
Gegr.  1892.  Kapital:  10  000  000  Mk.  .
Vorstand:  G.  Cawston,  London.
PD.  Handelsürmen.
Firma  Stationen
.
#
Bernsmann,  August  Otyimbingne
Boysen  &amp;amp;  Wulf  Swakopmund
II.  W.  Burmester,  Iamburg,  Gr.  Reichenstrasse  42  Bethanien
I  ;Keotmanshoop
I..  Conrad  Rehoboth
Julius  Dannert  Otyimbingne
Erhardt  &amp;amp;  Schulz  Omaruru
Swakopmund
II.  Grocneveld-  Bersaba
Bethanien
Allred  Gutsche  Windhock
Halbich  Otyimbingue
Hutton  &amp;amp;  Co.  (Otyimbingue
F.  W.  Krabbenhöft  Keetmaushoop
Geuibeon
L.  Merker  COkombahe
Mertens  &amp;amp;  Sichel  Windhock
Swakopmund
Mittelstädt  Okombahe
Otto  Nitzsche  Windhock
Ch.  Oswell  Okombahe
A.  Pürainen  Omaruru

 

Redecker  Wilhelm

Otyimbingue
3
        <pb n="46" />
        Mandelssiemen.

12

 

—

Firma

Stationen

 

Le  Riche  &amp;amp;  Co.

C.  W.  Rolls

Ernst  Rusch
Ch.  Sabatta
August  Schmerenbeck
Seidel  &amp;amp;  Mühle

Sutherland

Geo  Tatlow

W.  R.  Ukcna
Ernst  Uta
De  Villiers
Wecke  &amp;amp;  Voigts

Importeure  in  Deutschland.

Warmbad
Okombahe
Windhock
Okombahe
Windhock
Koectmanshoop
Zandwich-ILlalen
Warmbad
Omaruru
Keetmanshool
Windhock
Warmbad
Okahandja
Swakohmund
Windlock

 

lImport  aus

Artikel

 

Sitz  I  Firma
Berlin  Deutsch-  Ostalrikanische
.  Gesellschaft,  Bebrenstr.  16
„  Deutsch  -  Westalrikanische
Compagnie,  Brückner  &amp;amp;  Co.
n  Neu-Guinea-Compagnie,
#  U.  d.  Linden  35
D  Kamerun-Ulinterland-Gegellschafl,
  Culmstr.  29
Bremen  Martin  Paul
*  F.  Oloff  &amp;amp;  Co.
Friedr.  M.  Vietor  Söhne
J.  K.  Vietor
Dresden  Südafrikanisches  Uandels-Kontor,
  Schreibergasse  2
IIamburg  Armerding  &amp;amp;  Feist

 

Deutsch-Ostafrika

Deutsch-Südweetasrika


marck-Archipecl

Kamerun

Toge

(Togo

Togo

logo

Deutsch-Südwestalrika


Deutsch-Ostalrika
FTogo

 

Kallee,  Gewürze,  Kopal,

Kautschuk,  Kopra,  Erd--inüsse,

  Sesamsaat,  Ellenbein,
  Schildpatt,  Gummi,

Vrseille

Felle,  Gummi,  Straussledern,

  Wolle

Neu-Guinca  und  Bis-  Tabak,  Steinnuss,  Kopra,

Baumwolle,  Hôlzer,
Schildpatt,  Trepang
Elfenbein,  Kautschuk,
Palmkerne,  Palmöl,
Hôlzer
Palmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kaller,  Kantschuk

Palmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kautschuk,
Ellenbein
Talmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kantschuk,
Ellenbein
LPalmöl,  Dalmkerne,
Kopra,  Kantschuk,
Ellenbein,  Kalfee,  Felle,
Kolanüsse
Straussledern,  Felle,
IIörner
Ebenholz,  Gummi
TPalmöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kantschuk,
Ellenbein
        <pb n="47" />
        13

 

 

 

 

 

Importeure.
1
Sit:  Firma  1  lImport  aus  Artikel
l
IIamburg  Bõodicker  &amp;amp;  Meyer  Togo  Palmôöl,  Palmkerne,
Kopra,  Kautschuk,
Ellenbein
l  II.  W.  Burmester  Deutsch-Südwest-  Felle,  Gummi,  Strauss-CGr.
  Reichenstr.  alrika  ledern,  Wolle
7  Damarn-  und  Namadua-Ilan-  Deutsch-Südwest-  Fellc,  Gummi,  Strausselsgesellschaft
  m.  Db.  II.,  alrika  ledern,  Wolle
Gr.  Rcichenstr.  25/27
„  Deutsch-Westalrikanische  Kamerun,  Palmöl,  Palmkerne,
IIandelsgesellschalt  ogo  Kautschuk,  Ehenholz,
m.  D.  II.  Ellenbein,  Kakao
»  C.  Gocdelt  Togo  Palmöl,  Palmkernc,
EZEellenbein,  Kopra,  Kaut-SStschuk

t  A.  &amp;amp;  L.  Lübcke  Kamerun  Ellenbein,  Kantschuk,
I  "  Il’ulmk01·110,Palmöl
Deutsche  Iandels-und  l’lan-  Bismarck-Archipel  Kopra,  Schildpatt,  Perltagen-Gesellschaft
  der  Süd-  mutter
sco-Inseln  zu  Ilamburg,
Alsterdamm  3
?  Ianscatische  Land-,  Minen-  Deutsch-Südwest-  Gummi,  Felle,  Straussund
  llandelsgescllschalt  alrika  ledern,  Wolle,  Erze
lür  Deutsch-Südwestalrika,
Nobelshol
»  Iansing  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostalrika  Gummi,  Vanille,  Iläute,
Elfenbein,  Gewürzc,
Kautschuk,  Kopal,  Sesam
?!  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  Südsec-Schutzgebiet  Kopra,  Schildpatt,  Steinnuss,
  Perlmutter,
%  Trepang
*  Jaluit-Gesellschaft.  Südsce-Schutzgebiet  Kopra,  Schildpatt,  Perlmutter,
  Steinnuss,
«  Trepang
Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  Kamerun  Ellenbein,  IIölzer,  Kautschuk,
  Kolanuss,  Palm-.
  kerne,  Palmöl
l  Kamerun-Land.  und  Plau-  Kamerun  Kakao,  Kallce
lagen-Gescllschalt
?  E.  Kentzier,  Sophienallcc  8/Togo  Palmkerne,  Palmöl,
»  Kautschuk,  Felle
»  Konig  &amp;amp;  Kühlbrunn  Togo  Kopra,  Kallec,  KautsSchuk,
  Ellenbein,  l’alm-4„
  kerne,  Palmöl
„  Ernst  Kraft,  Ferdinandstr.  Kamerun  Kakno,  Elfenbein,  IIölzer,
1“  Kautschuk,  Palmkerne,
Palmö!l
»  Ferd.  Kugelmann  Südcscc-Schutzgebiet  Kopra,  Perlmatter,
Schildpatt,  Steinnuss
l  II.  J.  Merck  &amp;amp;  Co.  Deutsch-  Südwest-  Guano
alrika
v  Heinrich  Adols  Meyer,  Deutsch-Ostafrika,  Elfenbein
ödingsmarkt  Kamerun
:  W.  Philippi  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostalrika  Gummi,  Felle,  Kaut- 



 

schuk,  Schildpatt,  Sesam
3*
        <pb n="48" />
        Importeure.

 

 

 

 

 

 

 

Sitz:  FVirma  lmport  aus  1  Artikel
Ilamburg  Randad  &amp;amp;  Stein  Kamerun  Elfenbein,  Kantschuk,
I  Togo  Palmkerne,  Palmöl,
·  .  llölzer
Matthins  Rohde  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostalrika  Felle,  IIôölzer,  Vanille,
Kopa
PDtsch.-Südwestafrika  Straheskeldern,  Gummi
„  Samuel  &amp;amp;  Rosenleld  Deutsch-Ostalrika  änte
.-  Joh.  Schuback  &amp;amp;  Sohne  Kamerun  Ellenbein,  Palmoôl
ogo  Palmkerno
Sthamer,  Warneke  &amp;amp;  Co.Togo  Palmkerne,  Palmöl
,-  Tabaksbau-Gesellschalt  Kamerun  Tabak
n  Warnholtz  &amp;amp;  Gossler  Deutsch-Ostafrika  Ellenbein,  Kopra,  Kopal,
(in  Kommission  lür  die  Deutsch--  Kautschuk,  Iänte,  D’erl-Ostafrikunische
  Gesellschus#e  mutter  Schildpatt
in  Berlin)  S  7*  7
esamsaat
"  Weher  &amp;amp;  Schaer  Kamerun  Ellenbein,  Kautschuk,
Hôölzer,  Palmkerne,
Palmöl
"  Wolber  &amp;amp;  Zimmermann  Togo  Kautschuk,  Ellenbein,
Palmkerne,  Palmöl
"  Woermann,  C.  Kamerun  Ellenbein,  Hôlzer,  Kaut--schuk,
  Pbalmkernc,  Palmöl,
  Kasfee
Worle,  E.  II.  Kamerun  Kopal
Deutsch-Ostalrika  Gummi  arabicum
Köln  a.  Rh.  Wördeholf  &amp;amp;  Schnabel  Deutsch-Südwest-  Gummi  arabicum
1  afrika
Deutsch-Ostalrika.  Kopal,  Kautschuk
Fabrikanten  in  Deutschland.
(Verarbeitung  der  Rohstoffe.)
Sitz  1  Rohstolle  Fabrikate

Firma

 

Altona  a.  d.  E.

Berlin

Hlambur  g-  Altonaer
mittel  ciesellaclatt  (Best.)
horn  &amp;amp;  Gordtzen)
„Bruno  Antelmann
Ds  Kolonialhaus

1*.

D
W.  Bruns,  Krausenstr.
#  -  4  Landaucr,  Melchior-6

  0.  Gohn

Crosinsk)  &amp;amp;  Eisenach,
Köpenickerstr.  154

i

I
Nährl



l

Kola

Tabake  aus  Neu-Guinea


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Tabake  aus  Kamerun,  Cigarren,
Kakachohnen  aus  Kamerun


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Orscille
Indigo
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Muscheln  «
Perlmutter

Kakno,  Sehokoladen,  Pralinen



Schmuckledern,  Fächer
Orseille-Farben
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Knöpfe,  Brochen,  Serviettenringe,
  Spiegel,

Bürsten  „Portemonnates,
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        Rohstolle

Kabrikanten.

 

 

 

 

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Berlin  9.  Dannenberg,  Wilhelmstr.  Iuskorn  Stöcke,  Krücken
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nuss  Brochen
“  ur  Friedrichstr.  207/KEllenbein,  Billardbälle,  Stock-Flussplerdzähne,
  krücken,  Spiegel,
Wildschweinzähne,  Bürsten,  Kunst-Schildpatt
  Schnitzereien
—  Felix  4&amp;amp;  Snrotth,  Belle-  Kola  Kolakakao,  Kolaschoko-Allianccstr.
  lade,  Kolawein,  Kola-%
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—  Pr.  Klessc,  L’otsdamerstr.  Polynesische  Stein-  Schachguren,  Würel,
nuss,  Zuckerdosen,  Knäucl-Kokosnussschalen
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—  .  Krauthammer,  Sophien-  Kopale  Eichenlack,  Kutschenslr.
  &amp;amp;  lack,  Lokomotivlack,
Waggonlack,  Bootslack
*  J.  C.  Dlafl,  Zimmerstr.  Hôlzer  Möbel
"  C.  Drächtol,  Krauscns.  Hlôlzer  Möbel
Zirkenbach  COechelhäuser,  Ellenbein,  Billar  dbälle,  Pleilen,
Neanderstr.  4  Flussplerdzähne,  Fournierc,  Klavier-Wildschweinzähne
  tasten,  Stöcke,  Krücken,
Bremen  Fächerplatten
Bremer  „  Besigheimer  Oel-Sesamsaat  Sesamöl,  Sesamkuchen
Budenhei  lhiken
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Ilamburg  l'hilipp  Bacteke,  Grosse  Tabak  Bibundi-Cigarren
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Kamerun  -  Kakao  -  Gozell-  Kakaohohnen  Kakao,  Schokolade,
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*  S.  J.  Lühr  IIölzer  Fourniere
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  tasten,  Schnitzereien
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Hannorer  Reese  &amp;amp;  Wichmann  Vanille  Vanille
Over  Conlinental  Caoutchnc-  und.  Kantschuk  Schläuche,  Velocipecd-GCGüutlaperchn-Compauie
  Reilen,  Gummischuhe,
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Ilannoversche  Gummi-  Kautschuk  Kümmc,  Schmucksachen,
Maunkei  Kamm-Compagnie  ·  Anstrumente
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Vanille,  Curcuma,

Angwer,  Macisbohnen,

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Palmoöl,  I  P’almkerne,

Kopra,  Baumwollsam.

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Jordan,  II.  C.  (en  gros)
Biclleldt,  G.
Ilamester,  J.  II.
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Kröger,  Ilerm.
Nchel,  J.  II.
Sommer,  Otto
Wull,  0t10
Rothenbhücher.,  W.
Schwender,  C.
Gramss,  Christian

Bonhag,  J.
Gochre,  C.
iross,  J.  B.
Ilolmann,  I..
Ilüttinger,  D.
Koerner,  C.
Kolbmann,  J.
Kreiner,  llch.
Langkammerer,
Pländer,  IL..
Rosenhbauer,  W.
Votzel,  II.
Wagner,  Chr.
P’rotzmann,  M.
Dumsky,  J
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Dentzer,  Paul
Iloll,  Ernst

Kuntze,  G.  J.
Rönsch,  E.
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Dacmplle,  Ferd.

IIenninger,  D.

Kübler,  L.

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Diecke,  C.  C.
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Gr.  Elbstr.  31,33
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Königstr.  189
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Nathildenstr.  50
Schumacherstr.  61
Königstr.  128.
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Schuster,  Joh.  Gabr.  n  "
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Barmstedt.  Twisselmann,  llerm.  "k

Bensheim  a.  d.
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Berlin-1

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Weigold,  J.  I.
Ancker,  C.  F.

Antelmann,  Bruno,  Deut-Nieczoldi,

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Becker,  Rud.

Bergemann,  Julius.
Berndt,  Ad.,  Nachf.

Borchert  &amp;amp;  Brendicke

Busse  &amp;amp;  Co.
Camphausen,  F.  &amp;amp;  II.
(en  gros)

Derda,  Otto
Druschke,  J.  G.

Felix  &amp;amp;  Sarotti

Gericke,  Franz
Giernat,  A.
Iamel,  lleinr.
Ilarnisch,  F.  L.
Helle,  A.  F.
Tlesterberg,  G.  A.
Jung,  Albert
Junker,  Ernst.

Kornstacdt,  F.
Kranick,  E.  A.
Krüger,  Rud.
Kuhlmam,  Dr.  E.

 

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Lebmann,  lleinrich

 

Borchardt,F.W.  Loflielerant  W.  Französischestr.48

Kannenberg  &amp;amp;  TVielhaner

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SW.  Jerusalemerstr.  8E  Kamerun-Kakao,  Schokoladen,

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Erdunss-,  Kokosnusskonfekt,
  Vanille,  Kaflee,
Kamerun-Cigarren,  Neu-Guinca-Cigarren,
  Kamefrün-Stearinkerzen,
  Kamerun-
  und'T’ogo-Seifen,
Kolalikör,  Massoilikör,
Kuriositäten,  Ethnologische
  Sammlung.  Gehörne,
  Palmbastmatten,
Photographien,  Littcratur


SW.  Königgrätzer-  Kamerun-Kakao
str.  78
S.  Rossstr.  20

J.  Invalidenstr.  114

Kamerun-Stearinkerzen

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Kamerun-Kakao
Kamerun-Stcarinkerzen

K4-C.

  Kaiser  Wilhelm-Str.

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N.  Boyenstr.12  Kamerun-Kakao
SW.  Möckernstr.  118  #"

N.  Oranienburgerstr.  3  "
No.  Landsbergerstr.98  "
Kolakakao,  Kolalikör,

Kolaschokoladen,  Kolaa

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SO.  Neue  Jacobstr.  6  Kamerun-Kakao

W.  Lützowstr.  60  HBibundi-Cigarren

O.  Koppenstr.  71  #  Kamerun-Stearinkerzen

 

W.  Potsdamorstr.  22  "
(.  Stralauerstr.  55  Kamerun-Kakao

JW.  Lunisenstr.  99  Kamcrun-Stearinkerzen
N.  Wörtherstr.  39  Kamoerun-Kakno

J.  Chausscestr.  56  "

SW.  Friedrichstr.  211  Kamerun-Stearinkerzen
0.  Blumenstr.  14  Kamerun-Kakao

N.  Chausscestr.  20  Kamecrun-Stearinkerzen
W.  Winterleldstr.  24  "

N.  Friedrichstr.  134

 

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C.  Neue  Grünstr.  11  Kamerun-Kakao

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Balhorn,  Rudollf
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Reichel,  Otto
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Tellmann,  Franz
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Loerg,  Otto

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Kamerun-Stearinkerzen
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Berlin  (s.  Seite  17)
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        Vertriebsstellen.
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Carlstadt  a.  M.  Franz,  K.,  Wwe.  "
"  Plochmann,  Gebr.  „
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2  Benk,  J.,  Nachl.  "
"  Gruhner,  B.  Otto  Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Scite  17)
Coblenz  Beamten  Konsumverein  c.  Vertriebsstelle  des  Deut-G.
  m.  b.  II.  schen  Kolonialbauses  —
"  Berlin  (§.  Seite  17)
7  Beckmann,  II.  Bibundi-Cigarren
"  Bricn  Söhne,  Nachl.  Jacob  Vertricbsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seitc  17)
9  Crecelius,  Louis  Bibundi-Cigarren
6"  Tloffmann,  Joh.  Georg  Kasinostr.  56  Kamerun-Kakao
Teicke,  Emil  Bibundi-Cigarren
Coburg  Riechers,  Georg  "
Cöthen  i.  Anh.  Heisec,  Paul  Kamerun-Kakao
„  Klipstein,  Ilerm.
Weltz,  Fritz  „
Crailsheim  Kühl,  Wwe  „
Creleld  Bublmann,  II  "
"  Dietz,  H
Cronberg  Gerstner,  C.  „
2  Stein,  C.  T.  5
Culm  a.  W.  Podwoyski,  B.
Danzig  Dunkel,  Robert  (en  gros)  9
Darmstadt  Braunwarth,  W.  Marktplatz  12
"  Breitwieser,  IIch.  Dallaswiescustr.  44  n
„  Fischer,  Gg.  Mich.  Louisenplatz  4  „
„  Gerber,  C.  Rheinstrasse  Bibundi-Cigarren
„  Hess,  Georg  DVal.  Saalbaustr.  41  Kamerun-Kakao
t“  TKleinhung  §*#  Villeelwinenst.  „
"“  Köll,  Karlstr.  »
»  a  1.  “nl  »
»  Rolrich,  Teinr.  Wilhelminenplatz  2  »
»  Schaeter,  Fr.  Ludwigsplatz  i
»  Schürg,  Otto  Marktplatz  10  »
Spaar,  Ludwig  Schulstr.  4  Vertriebsstellc  des  Deut-%
  schen  Kolonialhauscs—
Berlin  (s.  Seite  17)
"  Stumpf,  L.  Neckarstr.  28  Kamerun-Kakao
6“  Supp,  A.  J.  Marktplatz  8  6“
6  Viet  Georg  Elisabbtichetr.  »
»  Watzinger,  C.  Wilhelminenstr.  ?
»  Veber.  Jacob  Rheinstr.  47  »
v.  Woll,  Oskar  Louisenstr.  2  9
Demmin  Jacobi  Nachl.,  Hermann  Vertriebsstelle  des  Deut- 



 

schen  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
        <pb n="55" />
        Vertriebsstellen.
Sitz  Firma  Strasse  Handelsartikel
Dessau-  Bentrup,  Wilhelm  Friedrichstr.  3  Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
„  Beume,  Rud.  Kamerun-Kakao
"  Gloewing,  C.  "“
n  llanner,  B.  t“
t“  Lüdecke,  Herm.  "
Richter  &amp;amp;  Schumann
“  Schaat,  Julius
Schmelzer,  H.  "“
»  Serm,  Richd.  »
Stoige,  Georg,  Nachf.  »
Detmold  Mehring,  Emil,  Nachl.  "
Deutz  Lester,  Louis  Freiheitsstr.  12a  t
Dinkelsbühl  Aeyer,  U.  „
t“  Rosenbauer,  W.  "
„  Rul,  Frz.  v
Simon,  C.
Zchender.  C.  "“
Ditlurt,  Keunc,  C.  t
Doberan  Soldat,  J.  F.  ,-Dresden
  Graese  &amp;amp;  Schwendler  (en  Neue  Theresienstr.  10  "“
gros  »
Wangemann,  Gebhr.  Vertrichsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhanses—
Berlin  (s.  Seite  17)
·  «I’1-m)eterstts.12  Bibundi-Cigarren
6  Miié,  II.  n  Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
D  Berlin  (s.  Seite  17)
Duderstadt  Ludolph,  Franz  Kamerun-Kakno
Dusseldort  Bechen,  W.  „
»  Brück,  Gebr.
»  Lönigs,  C.
*m  Peters,  Jac.  "
Ebingen  Oechsle,  Carl
".  Rehluss,  Win.  "“
"“  Wildbrett,  W.
Eckartsberga  Lichers,  Benno  Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
Eckernförde

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Eldena  i.  bomm.

Egeln
Ehrenteld
Einbeck
Ellwangen
Elmshorn

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Heskier,  Georg
Rittscher.  J.  L.
Jahncke,  C.

Liebrecht,  Ottow
Junker,  Fr.
Appel,  Georg
Iolzinger,  Th.
Erhardt,  Carl
Panje,  Claus

 

Venloerstr.  262

Kamerun-Kakao

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Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
Kamerun-Kakao

 

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Vertriebsstellen.
Sitz:  TFirma  Strasse  Iandelsartikel
Erkurt.  Burghardt,  Martin  Vertriebsstelle  des  Deut-2



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Frankenberg
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Franklurt-  a.  M.

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Jung,  Max
Richter,  G.  F.  (en  gros)
Kindler,  Ang.
Küllenberg,  O.
v.  Kobbe,  Wilh.
Lades,  Carl
Akyer,  Fch.
Schroeppel.  C.  F.
JSimon,  G
Dieterich,  A.
Cbristensen,  Chr.
IIecgaard,  W.  JN.
Jensen,  Matthias
Melfscn,  Andreas
P’eters  &amp;amp;  Co.
Röhr,  Albert
Lummerzheim

Lins,  F.

Reinhold,  C.  G.,  Nachf.
Bauer,  Seb.
Becker,  Martin
Beier,  Robert
Brunnträger,  F.
Daniel-Eierle,  Carl
Daniel,  Carl
Dietz,  Carl
Eichenauer,  Hch.
Eymelt,  J.
Fischer,  J.  M.
Fück,  G.
Gossdorser,  EZ.
lacke,  Fr.
Ilassan,  Wiic.

Ileil,  A.

Heim,  J.,  Schwinn  Nachf.
Heim,  Otto

Jamin,  Ph.

Klarmann,  Ih.
Ladendorfl,  Carl

Lorcy,  Pet.

Ries,  Friedr.

Röbig  &amp;amp;  Funk  (en  gros)
Rose,  Ph.

Rosenbaum,  A.

Roth,  Bernkh.

Kopstadtplatz  7

AMainzerlandstr.
Gr.  Eschenheimerstr.
Alte  Rothofstr.  1

Gutleutstr.
„Bergerstr.  67

Allerheiligenstr.  14
Gr.  Gallusgassc  7
Praunheimerstr.  12
Grosser  Hirschgraben
Bergerstr.  92
Bergerstr.  172
Schützenstr.
Unterlindan
Friedenstr.

Neue  Zeil  57
Kettenhofweg  1
Oederweg  28
Brückenstr.
Bergerstr.
Waldschmidstr.
Gaussstr.
Taubenbrunnenweg  18
Theaterplatz  2
Schillstr.  3
Sandweg  80
Kaiserstr.  65
Niedenau
Kirchnerstr.  7
Neue  Zeil  7

 

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Berlin  (s.  Seite  17)

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Geislingen,  J.

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Glatz
Gleiwitz

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Roth,  Carl  Fr.
Scheid,  Anton
Schilling,  J.
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Schott,  Aug.
Schwinn,  Pet.
Stein,  C.  Th.
Thicle,  F.  F.

Weick,  Fr.
Wicland  &amp;amp;  Grün
Woll,  Frz.
Ilassan,  Wic.
Fa),  J.
Hollmann,  Jul.
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NRumbler,  M.,  Wi#c.

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Theobald,  A.

Ü  Kühn,  Carl
Noqdes,  C.  G.
TLindner,  Iugo

Nestien,  Ernst
Stockinger,  II.
Heinzmann,  G.

l  Held,  Karol.
Schaffmayr,  Rud.
Schultz,  C.  0.
Fohannsen,  P.
Klesper,  R.
Böhme,  Gustay
Schener,  J.  J.  ur.
Lies,  L.  A.
TLahn,  Wilhelm
UHensecler,  J.
Kelbing,  Emil
Schacifer,  Emil
Hottelmann,  F.  G.
Sachtleben,  Ad.
Walckholl,  Will.
Mittenzweg,  Jac.
Sickenberg.  Jos.
Weigand,  Hcb.
Weigand,  Ph.
Müller,  F.
Parkc,  R.
Scholz,  J.
Gaida,  Rich.
Plonsker,  J
Prassc,  H.

 

Raabe,  Wilh.

Töngesgassc  57
Allerheiligenstr.
Scheichwaldstr.
Gluckstr.
Oederweg  34
Niddastr.  65
Kosclstr.
Böhmerstr.  44
Grüncburgweg
Savignystr.
Bärenstr.
Bergerstr.
Elkenbachstr.
Franklurterstr.  67
Gartenstr.
Brückenstr.
Mörlelderstr.
Willemerstr.  13

Wilhelmsplatz

 

Darmstädterlandstr.

Kamerun-Kakao

 

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        Vertriebsstellen.
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Gnadenfrei  Schl.  Thracn  &amp;amp;  Co.  Bihundi-Cigarren
Göppingen  Berger,  Gotthold  CKamerun-Kakao
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Görlitz  Gude,  Rob.  |
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Goldberg  i.  Schl.

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Halberstadt,
Halle  a.  S.
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Sandberg,  A.
Friedel,  Albert.
Gottschling,  H
Ilcinrich,  0.
Spohn,  C.  jun.
Juhl,  Carl

 

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Wichmann,  Carl
Gronauer  Waarenhaus,
van  Delden,  Stroink  &amp;amp;  Co.

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Franke,  Ernst  Pb.  «
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Kossak,  D.

Scheibe,  E.

Fabricius,  Otto

Petersen,  Hans  Chr.
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Zech,  Gustav

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Erythropel.  F.  W.
Günther,  F.

.  Kohler  &amp;amp;  Pötzsch
Albrechisen,  II.  Spaldingstr.  19
Baade,  G.  C.  Grindelallec  150
5.  Bargen,  F.  Gr.  Bleichen  70
Borchers,  Julius  Schälerkamp  21
Broders,  B.  M.,  Nachl.  Alittelweg  128
((iem  R.,  Nacht  Spaldingstr.  11
Einfeld,  „Hochallec  2

Geiststr.  24

wioiercn  l  Fr.  Düsternstr.  11
Gehrke,  .  Ostorstr.  23

Grage,  C  Gr.  Michacliskirche  16
Gravert,  Steindamm  154

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Guhl,  Gustav,  F.  A.  (engros)  Mönkedamm  5

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        Vertriebsstellen.
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  schen  Kolonialhanses—
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9  Tlegghlom,  Gustar  W.  —  6  Kamerun-Kakao
*  Ilerrmann,  Gebr.  Wesstr.  28  #"
[lildebrandt,  II.  C.  leeeen  13  .
Jacohsen,  E.  J.  A  Neuestr.  54
Jordan,  H.  C.  (en  gros)  Adolphsplatz  6  .
9  Kröger  &amp;amp;  Co.  Rotherbaum-  .
.  Chaussee  62  «
Krüuüger,  L.  Wagnerstr.  .
Lembkce,  J.  Fährstr.  29
Lohmann,  Dietrich  Kohlhöfen  26
2  „  Lübbers,  Ellried  Gr.  Bleichen  20  und  .
1  Königstrasse  9  ,
Nackenthan,  II.  B.  Eppendorler  Chaussce  .
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4  NMeger,  M.  J.  II.  Wandsbecker  4
D!  Chaussce  123
"  Nehnus,  W.  Schlump  9
"  Prignitz,  0.  Bundestr.  5  "
n  Recsct,  W.  Grindelallec  91  "
9  **-  Carl  Vanille,  Kallee,
Kamerun-Kakao
"  Rühene,  II.  IIagedornstr.  4  „
—  Schupp  &amp;amp;  Sohn  Gänsemarkt  47  "
"„  Stahl,  Otto  Grindelallee  59
Stollers,  Z.  2.  Durchschnitt  9
Struck,  II.  Winderhuderweg  30
„  Stubbe,  H.  Rutschbahn  27  „
Timmann  &amp;amp;  Dunker  .Bauhof  3
Tümler,  Joh.  &amp;amp;  Carl  Deycke  .  Neuer  wall  32  9
Utesch,  G.  B.  Alsterstr.  31
"  Witt,  Otto  Gr.  Bleichen  41  n"
n  Witl,  Peter  „HBüschstr.  9
ITamnau  Sturcllen,  J.  W.  II.
llanau  AMichel,  J.  Lorcnz  Zr
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Schilling,  F.

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Dretzel,  IIch.

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Thomsen,  C.  Chr.
Consumverein  Arbeiterb.
Gerock,  Jul.

Kloeinl#ach,  Carl
Leinbach  Heb.

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Ingolstadt
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Itzehoe

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Kromer,  Carl
Valzachi,  L.  D.
Weiss,  Wi.  (en  gros)
Müller,  Joh.

Bock,  E.

Kaiser,  Carl
Kindling,  Gustar
Hüttenheim,  Ed.

Korsetzki,  F.
Marquardt,  II.  O.
Wünsch  &amp;amp;  Ilühner

Kramer,  Ph.

Vogel,  Hermann
Weiss,  Albert.
Hemke,  Otto
Dells,  Chr.
Rehder,  J.  A.
Fischer,  C.
Deisel,  Carl
Menges  &amp;amp;  Mulder
Nagel,  Fritz
Voltz,  Otto
Gerike,  Herm.
Harder,  T.
Hintze,  O.
Mannings,  I.
Peters,  Ernst
Kursch,  Max

Brauner,  Edmund
Ruck,  Joh.
Ritz,  Carl

Greve,  Max

Lages,  Hermann
Schlesselmann,  Victor

Wähner,  P

Elsner,  Osw.

John,  Albrecht

Bartels  &amp;amp;  Söhne,  GC.  A.

Jacobi,  Emil

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Kamerun-Kakao

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        Vertriebsstellen.
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Landsberg  a.  W.
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llaacks,  II.  Wie.
Ilaserick,  O.
Baumann,  Carl
llammann,  F.,  jun.

Akademiestr.  20

xlippert,  Gehr.
Behneideor  &amp;amp;  Goltsried

(en  gros)
uvibliuor,  D.
Jargstorss's  Erhen,  J.

Peperkorn,  W.  II.
Kauftel  &amp;amp;  Sohn  D
Klauss,  F.
Klauss,  Rich.,  Fr.  Schuck
Nachl.
Heyck,  Paul
Meyer,  J.,  Germania-  Drogerie

Schulte,  Fricdr.
Trennt,  Th.
Walter,  Rud.
Jung,  C.
Hutten,  G.  F.
Schmidt,  F.
hn,  S.

Vorstadt

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Tolstenstr.
Brunswikerstr.  5
Brunswikerstr.

Leipold,  Franz

Leipold,  Martin

Schmiddt,  M.

Korndoerser  &amp;amp;  Co.  (en  gros)
Dunkel,  Robert  (en  gros)
Prahl,  Otto

Paillon,  E.

Wisbach,  J.

Koch,  E.

Perlengraben  104

Schlossplatz  4

Schuhmacher,  G.
Friebe,  C.  A.
Hettwer,  A.  J.
Pietsch,  R.
Werner,  A.
Leix,  Alois
Mayer,  Karl

 

 

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  Kolonialhauses—
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Kamerun-Stearinkerzen
Vertrichsstelle  des  Deutschen
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Berlin  (s.  Seite  17)
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Kamerun-Stearinkerzen
Kamerun-Kakao
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Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)

Kamerun-Kakao

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        Vertriebsstellen.
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Lindau  i.  B.
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Löwenberg
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Ludwigsburg
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Lüben  i.  Schl.

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Bothe,  G.

Hohl,  Robert  Theaterpassage
Lodde,  Gebrüder  (en  gros)  Ialleschestr.  12
Mantel  &amp;amp;  Riedel
Riquet  &amp;amp;  Co.

Schwabe,  Friedr.  Bernh.
Wuncderlich,  Carl
UHlager,  F.  W.,  jr.
Jäger,  Carl  D
Habelt,  G.
Helfrech,  R.  V(
May,  Julius
Rhien,  Arthur
Trautmann,  W.

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Heckel,  G.
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3

 

Rupflin-Schweicker,  J  4
Roth,  Ferd.
Reichel,  Gebr.

Dürenerstr.  132.

Steinert,  A.
Weber,  0.
Keppler,  Mas
Joos,  R.,  Nachl.
Borchert,  Otto

 

1—  Breitestr.  63
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Drelalt,  II.  reitestr.  28/30
llass,  Emil  Mühlenstr.  67
Kayser,  Ferd.  Breitestr.  81
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von  Minden,  lleuning  Breitestr.  594

Struvc,  J.  J.  Schüsselbuden  12
JNoumann,  II.

Tilch,  Carl

Grubitz,  B.  F.

Küschier  &amp;amp;  Ullrich

Klebe,  S.  A  I
MeisolmetskLZierenbetsgthJunkerstt-.
Nachs.  (en  gros)

Müller  &amp;amp;  Kalkow

Sechaus,  Th.

Severin,  F.

Specht,  Aug.

 

schen  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Scite  17)

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Kamerun-Stearinkerzen
Bibundi-Cigarren

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Vertrichsstelle  des  Deut-SSchen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)

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Vertriebsstelle  des  Deut-Sschen
  Kolonialhanses—
Berlin  (s.  Seite  17)
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  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
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  Kolonialhauses—
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Kamerun-Kakao,
Kamerun-Stearinkerzen
Kamerun-Kakao

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Kamerun-Stearinkerzen

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Kamerun-Kakao

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Kamerun-Stcarinkerzen
Kamerun-Kakao

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        Vertriebsstellen.
Sitz  1  Firma  #  Strassc  Iandelsartikel

Magdeburg  D  Voigt,  Herm.  Kamcrun-Kakao
Mampernl#im  lann,  Tour-  "
Mainstockheim  Zobel,  n
Jainz  aaihm  Frd.  Aug.  7

Dittel,  Ludw.  Graben  5

Feinc,  Aug.  "

2  Gottlich,  Carl  Bibundi-Cigarren

"  Glückert,  J.  A.  Markt  Kamerun-Kakao

IIcerdt,  Marlin

Janson,  Jos.  Dom  n

n"  Kaysser,  Friedr.  Kaiserstr.  22

"  Keller,  Geschw.  Carmelitenstr.  9  n

„  Kisscl,  Ph.,  Nachl.  Insclgasse  1

"  Kopp,  1  Nachl.  LoCichtholstr.

*  Kühn,  J.  Carmelitenstr.  7

Laurent,  II.  „Friedr.  (engros)  Emmerich  Joseph--  *

Sstr.

Leinweher,  J.  &amp;amp;  G.  Schillerstr.  9

Reichardt,  Georg  &amp;amp;  Co.  .-Schipp,

  Carl  Wilh.,  Wic.  9

Strigler,  IIch.,  J.,  Wwe.  Graben

„  Westenburger-Ilellmeister  Neubrunneustr.
Malchow  Racttig,  H.  ..
Minmlteim  Walliser  &amp;amp;  Lelbach  (en  gros)
larburg  u.  Lahn  Brunn,  Max,  Nachl

„  Schaal,  Gcorg
Narklissai.  Schl.]  Börngen,  Bruno
Narkthreit  Hecrwagen,  G.  HI.  F  9
NMarktheidenlelll  Klug,  1.  (

"  Leininger,  Frz.  "“
Marne  Jungc,  F.,  Falken-Drogerie  "
Meiningen  Feistkorn,  R.
Mellrichstadt.  Weigand,  J.  M.  I
Metz  Weber,  dacob  Romerstr.  10  Bibundi-Cigarren
Metzingen  Voelter,  Erhardt  Kamerun-Kakao
Miltenberg  Schulz,  Carl  "
Minden  Sieckmann,  C.  J.  D  Kamerun-Stcarinkerzen
Mölln  Vollmer,  W.  I  KamerunsKakao
Mühlheim  a.Rr.  Seih,  Apotheker  "  "
München  Belschner,  Georg  5

Fleckenstein,  Gust.

"  Schmid,  W.  F.  Briennerstr.  5  ·

»J-Munsterberg


Nagold'
Namslau
Naumburgi.  Schl.
Teinstedt  a.  1I.
Neisse

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*

Voclkel,  Carl
Buchmann,  F.
Goldalmer,  Oscar
Gauss,  II.,  Wwe.
Tietze,  Oscar
Dcichsel,  J.
Weissenborn,  C.
Där,  Friedr.
Schön,  Wilh.
oss,  A.

 

Promenadenplatz  4
I

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Bibundi-Cigarren

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Kamerun-Kakao
Kamerun-Stcarinkerzen
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  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
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        Vertriebsstellen.

30

 

 

Sitz

Firma

Strasse

Handelsartikel

 

Neuhrandenburg
Neulahrwasser
Neumarkt
Neumünster
Neusalz  a.  N.
Neustadt  i.  II.
Neustadt  a.  Saale

7.
Neuwied
Nienburg  a.  S.

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Nippes
Nordhausen

Nördlingen

Nortorl
Nürnberg
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Oberhausen
Oberursel

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Ochsenlurt  a.  N.
Oldenburg  i.  Gr.

Oldesloc
Oppeln
Osnabrück
Osterode  a.  Harz
Pforzheim
Pinneberg

Plau

Plön  i.  H.

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Plötzkau  i.  Anh.
Posen
Potsdam

 

T’ollitz,  IIermann
von  lasäew#ki,  Carl
Weyrauch,  I.
Möller,  Carl
Meyerotto  &amp;amp;  Cie.
Meinerts,  C.  F.
Borst,  M.

Schmitt,  „Clemens
Eilers,

Bochlmam,  W.  E.
Schröder,  Wilhelm
Riphahn,  Gerh.
Ricemann,  Will

Rehlen,  G.  A.

Sindt,  II.

Reuter,  Peter
Rupprecht,  Carl
Schmidt,  J.  G.  J.
Zucker,  Albin
Holzrichter,  Apotheker
Fuchs,  Chr.

Mann,  W.  N.
Raufenbarth  II.,  Chr.
Ricd,  Jean

Rompel,  J.  A.
Schreiber,  J.
Weigand,  Pot.

Vollerth,  5unl.  Ph.
Bernutz,  F.

Osten,  Louis

Aientzel,  A.

Hagen  &amp;amp;  Co.  (en  gros)
Richter,  Emil

Ladendorfl,  Carl
Binné  &amp;amp;  Sohn
Vollmer,  Rich.
von  Gehlen,  W.
Kreutaleld,  Rochus

Wullstein,  Fritz
Dobriner,  Heinrich
Blankenstein,  H.  E.,
lielerant

Lol-Sechzigstr.

  13  b.

Ludwigstr.  72

 

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Berlin  (s.  Scite  17)

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Berlin  (s.  Seite  17)
Kamerun-Kakao

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  des  Deut-Sachen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
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Vertriebsstellen.

 

 

Sitz  Firma  Strasse  Handelsartikel
Preetz.  Ettling,  Ernst  Kamerun-Kakao
Quedlinburg  Mackenrodt,  Gust.  „

E  Müller,  Otto  #"
"  Rost,  Carl  "
Ratzeburg  Obenhaus  &amp;amp;  Scheidling  Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
Regensburg  Gutmann,  Bernb.  Bibundi-Cigarren
Reichenbach  Bochm,  Gust.  Kamerun-Kakao
einerz  Neumann,  Basilius  #
Rendsburg  Entz,  Paul  (en  gros)  #
„  Poppe,  H.,  jr.  #"
„  Saupe,  Bernb.  "
Reutlingen  Klumpp,  L.  "“
9  Scheer,  Gust.
Sturm,  A.  Kamerun-Kakao,
Bibundi-Cigarren
Ribnitz  Voss,  Ernst  Kamerun-Kakao
Roettingen  Lochner,  F.,  M.,  Sohn  "
Rostock  Brunnengräber,  Cbr.,  Dr.  "
(en  gros)
9  Brunnengräber's,  Chr.,  Dr.  „
Filiale  (Inh.  F.  Doose)
„  Bertallot,  C.  "
„  Kruse,  Johs.  "
„  Paustian,  A.  „
„  Rehmann,  F.  3
Seydel,  R.  "
Wendt  &amp;amp;  Co.  Kamerun-Stearinkerzen

Rothenburg  a.

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Rudolstadt
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Sankt  Johann
a.  S.

 

Beyer,  Chr.

Breyer,  Wm.
Hantsch,  Carl
Holstein,  H.
Keitel,  Fritz
Klenk,  Joh.
Loeblein,  G.
Mend,  J.

Schmidt,  Rob.
Strauss,  Chr.
Weth,  N.

Geiss,  C.

Lehre,  Ch.

Rahn,  „.
Wilhelm,  C.,  Sohn
Fischer,  Carl,  Apotheker
Faustmann,  H.
Jerchel,  H.

Meix,  H.,  Nachf.,  Carl
Büttner

Pusch,  Bruno
Itschert,  Jos.

 

 

Kamerun-Kakao

8  S  S  98  S  3  ?  8  3  S  S

Bibundi-Cigarren

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        —  32  —

 

 

Vertriebsstellen.
Sitz-  Firma  Strasse  Handelsartikel
Schköln  Winkler,  Ernst  Vertriebsstelle  des  Deut-Schlawe

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Schleswig

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Schmalkalden

Schmiedeberg
Schönau
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Schwäb.  Gmünd
Schwäb.  Hall

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Schweinfurt
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Sonderburg
Sondershausen  i.
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Spandau
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Knop,  Hugo
Brautsch,  F.  W.
Coste,  C.  Nachl.
Franzen,  *
Voss  &amp;amp;  Sohn
Müller,  Joseph

Bienert,  A.

Lichteblau,  Heh.
Harder,  Heinrich
Geyer,  Th.

Oesterlin,  G.  F.
Schlagenhauff,  E.
Galle,  H.,  Tchtt,  Paul  Weitz
Hampel,  F.

Knothe,  Alfred

Marz,  Benno

Molke,  C.

Zängler,  O.

Fischer,  Hans

Klein,  Wilbelm
Klewinghaus,  Wve.  W.

Haacke,  W.
Michelsen,  Robert
Schwencke,  Ad.

Schwenke  &amp;amp;  Söhne

Wilde,  Carl
Storch,  F.

Börner,  Hermann
Krauter,  Rob.
Häwecker,  Ludwig
Nielsen,  1
Graupner,  Gustav

Raunaus  L.,  Nachlf.
Frentzel,  C.  H.,  Nachl.,
H.  Guerke

Kaiser,  Gustay

tamm,  J.
Wagenknecht,  Carl

 

Königstr.  96

 

schen  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)

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  Kolonialbauses  —
Berlin  (s.  Seite  17)
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Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)

Kamerun-Kakao

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Kamerun-Stearinkerzen,
Neu-Guinea-Cigarren,
Bibundi-Cigarren,
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Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
Bibundi-  #

Kamerun-Kakao

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Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses  —
Berlin  (s.  Seite  17)

2
Kamerun-Kakao
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7
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        33  —

 

 

 

Vertriebsstellen.
Sitz  Firma  Strasse  Handelsartikel
Stargard  i.  P.  Domnick,  Eduard  Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
Stettin  Berg,  Max  #"
„  Hube,  Ad.  Kamerun-Stearinkerzen
9|  Kobow,  Emil  Breitestr.  53/54  Bibundi-Cigarren
„  Kuchenbäcker  Aschengeberstr.  6  5
5„  Kuss  &amp;amp;  Holburg  (en  gros)  Kamerun-Kakao
"  Verein  Stettiner  Kaukleute  "
.  ·(ongros)
Stralsund  Anders,  Herm.  Kamerun-Stearinkerzen

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Strassburg  i.  Els.
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Stuttgart.

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Süderbrarup
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Velbert

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Volkach

 

Diekelmann,  Joh.

Körner,  Ernst

Kupke  &amp;amp;  Co.,  C.
Pichler  &amp;amp;  Cic.  (en  gros)
Plaetschke,  M.

Thienel,  Th.

Bader,  J.

Schlienz,  Eug.
Seeber,  Oskar
Thurmayr,  A.
Waidelich,  G.
Weinhardt,  Ch.
Weitmann,  G.
Kähler,  Hermann
Pohlmann,  F.
Tiliandt,  F.
Adolls,  M.  P.
Kaufert,  Joh.
Olufsen,  P.
Thomsen,  C.
Todsen,  A.  H.
Mannheim-Münzel
Bauer,  Fr.
Schuler,  Hermann
alz,  E
Fischer,  Fritz
Krieg,  F.  L
Ritter,  W.
Baumann,  J.
Bracher,  J
Härdlein,  Aug.
Konradsbaus,  Wilh.,  Engel-Apotheke

Rigassi,  A.
S——  A.
Mees,  Joh.

Metegergiessen  16

Militärstr.  49
Silberburgstr.
Hallbergerstr.  6
Olgastr.
Neckarst.
Rothebühlstr.
Hauptstätterstr.
Olgastr.
Hospitalplatz
Rothebühlstr.
Neckarstr.  226

Am  Markt

 

 

Kamerun-Stearinkerzen
und  Kamerun-Kakao
Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—

Berlin  (s.  Seite  17)

2
Kamerun-Kakao

#  8  3  3  3.  M  VM  8  M  S8  S#  E  S8  S  3  8  8S  3  S

Bibundi-Cigarren
Kamerun-Kakao

3  8  S

Bibundi-Cigarren
Kamerun-Kakao

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        34  —

 

 

Vertriebsstellen.
Sitz-  Firma  Strasse  Handelsartikel
Volkach  Schmidt,  J.  Kamerun-Kakao
5  Schmidt,  M.  i
s  Wohlpart,  J.  »
Wackersleben  Haberland,  A.  „
Wahlstadt.  rems,
Waldenburg  Schramm,  E.  5
aren  Blickwede,  C.  "

Weil  d.  Stadt
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Weinsberg

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Wernigerode
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Wesselburen
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Wiesenfeld
Wiesentheid
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Windsheim

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Wittstock,  Ost-Priegnitz


Wollenbüttel
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Würzburg

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#  9  8S  S  s

Burkhardt,  Rob.
Matthey,  Georg

Rost,  Marie
Holder,  Herm.
Pfefter,  G.
Eichelmann,  A.
Neuland,  Joh.
Stoessel,  Carl
Bethge,  Gustav

Breitschuh,  Alb.
Hesse,  Otto
Meyer,  Adolf

Elias,  F.
Hesse,  W.

Lehmkuhl,  Heinr.  G.
Mascke,  L.  A.
Roth,  J.  C.
Siebert,  Oskar
Gopp,  Jos.
Sickenberg,  Aug.
Wolf,  F.  W.
Greve,  Carl
Hoffmann,  Cbr.
Stellwaag,  L.
Weidner,  Carl
Loycke,  G.  C

Hoffmann,  E.  H.
Kuhn,  Julius
Laubenheimer,  A.

Bitterauf,  Aug.
Dorsch,  Job.,  Nachf.
Graab  &amp;amp;  Maurer  (en  gros)
Haertnagel,  Georg

rug,  Car
Seiler,  Ferd.
Venino's,  C.  A.,  Erben

 

Wilbelmstr.  30
Wilhelmstr.  42

 

Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)

Kamerun-Kakao

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Vertriebsstelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)
Kamerun-Kakao

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Bibundi-Cigarren

7
Kamerun-Kakao

7!

8  9

Vertriebestelle  des  Deutschen
  Kolonialhauses—
Berlin  (s.  Seite  17)

7
Bibundi-Cigarren
Vertriebsstelle  des  Deutschen

  Kolonialhauses  —
Berlin  (s.  Seite  17)
Kamerun-Kakao
7!

7
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Bibundi-Cigarren
        <pb n="69" />
        Vertriehsstellen.
8it2  Firma  Strasse  Handelsartikel
Zobten.  Glatzel,  J.  H.  Kamerun-Kakao
Zoppot  Weberstaedt,  E.  R.  Vertriebsstelle  des  Deutsehen
  Kolonialhauses  —
erlin  (s.  Seite  17)
Zuffenhbausen  Deimling,  I..  Kamerun-Kakao
Zweibrücken  Fuchs,  Aug.  Vertricbsstelle  des  Deut-"
  SSs#chen  Kolonialhauses—
i  Baerlin  (s.  Seite  17)
Wabrburg's  Nachfl.  (L.  n  "
Chandon)
Zwickau  i.  Sa.  Liebe,  Emil  "
„  Wilhelm,  F.  n
        <pb n="70" />
        II.  Theil:  Eünfuhr.  —  36  —

Einfuhr  in  die  deutschen  Kolonien  in  dem  Kalenderjahr  189)

 

 

 

 

 

 

 

   
      

 

 

 

 

 

 

  

   

Von  Ham-  Von  Ham-Ostafrikakk.
  -  *  burg  nach  bug  nach
u  Neu-Guinea  üdsce-Waarengattung
  see  oso  alnka  #u.  Bssmarck!Schutz-  Zusamme
Archipel  gebiet
Mark  Mark  Mark  Mark  Mark  Mark

Rum,  Genever,  Spirituosees  103347  813  221661  04846  58  —  —  1  6242
Feuerwaffen  aller  Art  8  ..  20112899065447033840—  —  198  3
Bulver,  Spreng.  und  *m*  239200182  608  16  495  —  —  —  2230
Salz  524622266360222  —  —I  —  4062
Reies  4282840420  53  9211  —  1  51  0
Tabak  .·..  —  240439186569868684370--  5182
Cigarren  und  Cigaretten  1145711  9000  —  —  134  6.
Gewebe,  Manufakturwaaren  .  013  500/1  310  849628  96  38  180  176401  26530|50286
Drogen,  Farben  und  2—.  90  740  35  08331  620—  6230  5  400  1690
Bürstenbinderwaarren  2  702  1.002  6118—  —  —  43
Flachs,  Hanf  und  dergl.  urspianeas  21793310  444  —  —  —  322
Eisen  und  Eisenwaaren  306  260263  14  64211  78990  10400  9240732
Glaswaaren  und  Porzellan  109  955,  89  39829394—  *  2280—  231
Bau-  und  Nutzholz  sowie  Holwaaren2  2  660
Instrumente  und  Maschinen0353E3  —  502001379
Kautschuk-(Gummi-)  Waaren  2211  1  613  5851  —  —  —  44
Kupfer-  und  Messingwaarrens  933344714121  8244  —  —  1032
Blei  und  Bleiwaarren  .  1493022494321—  —  —  21
Wellblech,  Zinn-  und  Zinkwaaren399026  56%  5678  1  —  —  462
Cement  und  Kalbnu  33  9504%  —  —  —  870
Kurzwaaren  ....  —  2683023223109840  2770-  162  6
Leder  und  Lederwaarren48312044%  —  156
Gold-  und  Silberwaaren  17  0061  400  —  —  —  21
Leinen-  und  Seilerwaaren  —  54  6711  64  41—  —  —  119
Hüte  und  Schiunen  —  5720  6—  —  —  —  572
Papier  und  Papierwaaren  42935  82131133Zssê  —  —  62
Seide  und  Seidenwaaren  20  575—  6  59393—  4300  340  48
Stroh-  und  Bastwaaren  18  676  1  7585  3694—  —  —  241
Thonwaaroen.  ...  102361  10677  13410  —  —  —  34
Steinwmarren  —  3667  13244  —  —  —  16
Wollwarren  44956  250572  13000  —  —  63
Theer  und  Pel  815%  46653560  —  —  —  9
Steinke  ohen::  6055  63  0111  —  —  —  63  6
Uhre  ...  —  3593—  —  —  —  35
Kobel  und  Schiffeinventsrien  —  74  46  —  —  —  —  74  4
Munition  ..  —  10724  23616  —  —  —  34
Reise-  u.  Passagiereflekten,  Kleidung  —  28  331.11—  67592.  —  —  95
Maserfahrsauge  nebst  Zubehör  44  350  53578810  1223  —  —  108
Bier  .1  13  812361  23  608  358  396  6  030  21  250352
Wen  2825165445537s337y6“  350|  434
Mineralwasser  .  3443142218—  —  —  —  76
Sonstige  Verzehr  anetogenstinde  .51I1  840  505  6791  110  991  493  157)  27  990  26020  16766
Oele,  Fette,  Lichte  .  1038013657  7079—  —  —  311
Petroleuim  133  610  21327137311  —  —  168
Seile  und  Parfümerien  .  974284909020435  8470—  —  175
Thiere  und  thierische  Produkte  .  18  974  4236  46  —  —  —  236
Erzeugnisse  des  Landbaues  592  95ö0  5341  7086—  —  —  615
Litterarische  und  Kunssgegemsetind  —  13  071  22151  —  —  —  15
Gemünztes  Geld  42  278427  200—  —  —  —  469
Verschiedenes  ....  3064935376—  4504712287013570552
Gesammteinfuhr  508  466  658  192/2  353  322/1  881  421  30|  113  090|117  723
Hiervon  aus  Hambunrns  H569630  2  790  060  698  0  109  20  113  0905280
        <pb n="71" />
        37  —

Exporteure  nach  den  deutschen  Kolonien.

 

 

 

 

 

 

Sitz  Firma  Kolonie  Exportartikel
Berlin  Deutsch-OstafrikanischeGe.  Deutsch-Ostafrika  Rum
sellschaft,  Bebrenstr.  16  Genever
Spirituosen
Deutsche  Kolonial-GesellDeutsch-  Südwest-  Liköre
schaft  für  Südwest-Alrika,rika  Wein
Wilhelmstr.  68  Bier
Mineralwasser
„  Kamerun  Hinterland-Gesell|  Kamerun  ôSal:
schaft,  Culmstr.  29  Konserven
Materialwaaren
Neu-Guinea  -  Kompagnie,  Neu-Guinca,  Getreide
Unter  den  Linden  35.  Bismarck-Archipel  Rölsenlrüchte
IMe
Beis
Fabak
(Cigarren
Bremen  Martin  Paul  Togo  Seife
Parsũmerien
F.  Oloff  &amp;amp;  Co.  Togo  eie
swit  Ausnal  Lichte
Friedr.  M.  Vietor  Söbhne  Togol  it  usentüme  Detroleum
"V“  ...  Züncholer
J.  K.  Vietor  T  Spirituosen  TBauholz
"v  osol  GjRobel
Wagen
Dresden  Südalrikanisches  Handels-  Deutsch-  Südwest.  Hlcer
Kontor,  Schreibergasse  21  Afrlka,  "  Tech
Deutsch-Ostalrita  Steinkohlen
Droguen
Düsseldorf  Westdeutsche  Handels-  und  Deutsch-Ostafrika  Farben
Plantagen-Gesellschalt.  Arzneistoffe
Karl  Antonstr.  26  Mineralien
Cement
Kalk
Hamburg  Armerding  &amp;amp;  Feist  Togo  Wellblech
EZinn-  u.  Zinkwaaren
„  Bödicker  &amp;amp;  Mez)er  Togo  HPLlei  u.  Bleiwaaren

 

H.  W.  Burmester,  Grosse
Reichenstr.  42

Damara-  und  Namaqua-Handelsgesellschaft
  m.  b.  H.,
Gr.  Reichenstr.  25—27

Deutsch-Westalrikanische
Handelsgesellschaft  m.  b.H.

Donner  &amp;amp;  Callenberg
C.  Goedelt.

 

Deutsch-  Südwestalrika


Deutsch-  Südwestalrika


Kamerun,

Togo

Togo

Togo

 

Kupler-u.Messingwaaren
Gold-  u.  Silberwaaren
l  Eisen  u.  Eisenwaaren
Kurzwaaren
Glaswaaren

Porzellan
Thonwaaren

Steingut

Leder  u.  Lederwaaren
Leinen

Seilerwaaren

Strob-  u.  Bastwaaren
Seidenwaaren
Wollwaaren
        <pb n="72" />
        38  —

 

 

Exporteure.
Sitz  Firma  Kolonie  Exportartikel
Hamburg  Deutsche  Handels-und  Plan-Bismarck-Archipel
tagengesellschaft  der  Südsee-
  Inseln  zu  Hamburg,
Alsterdamm  3  Baumwollwaaren
"b  Danier  %
„  Hanseatische  Land-,  Minen-Deutsch-Südwest-  kapier  u  apierwaaren
und  Handelsgesellschaftrika  Hüte  9
für  Deutsch-Südwestalfrika,  Schirme
Nobelshof  Stocke
"  Hansing  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafrika  SCummiwaaren
#"  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  Südsee-SchutzgebietKanf
"  Jaluit-Gesellschaft  Südsee-Schutzgebiet  Bürstenbinderwaaren
#"  Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  Kamerun  Haushaltungsgegen-»
  Evas-lex  Sophisallee  8  Togo  stünde
„  önig  üblbrunn  ogo  --  ·  .
»  Brust-Kraft,Ferdinandstr.43Kamorun,"l’ogo  sxxgåänwntanengegou
Wm.  O'swald  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafrika  WWasserlaluzeuge
„  Randad  &amp;amp;  Stein  Temerun,  Litteratur
ogo  Kunstgegenständ
„  Matthins  Rohde  &amp;amp;  Co.  Deutsch-Ostafritas,  Wale  Gons70
Deutsch  Südwost-  Pulver
.  alrlka  „  S  toffe
»  Joh.  Schuback  &amp;amp;  Söhne  Deutsch-Ostafrika,  —  "
Deutsch  Südwest-  Instrumente
1srike,  Maschinen
amerun  Werk
"  Sthamer,  Warncke  &amp;amp;  C(0.Togo  Uhreneuge
„  Warncke  &amp;amp;  Co.  Togo
„  Warnholtz  &amp;amp;  Gossler  Deutsch-Ostalrika
"  Weber  &amp;amp;  Schaer  Kamorun
"  Woelber  &amp;amp;  Zimmermann  Togo
„  C.  Woermanu  Kamerun
        <pb n="73" />
        Zerlegbare  eiserne  Brücke  in  einer  javanischen  Pflanzung.
Spannweite  30,16  m,  Breite  3  m,  Traglähigkeit  pr.  Um  300  Ka.

 

 

 

 

Lioferant:  Arthur  Koppel,  Feldhbahnlabrik  und  Gussstahlwerkt  Berlin  X  W.  /,  Dorotheenstrasse  32.
—*—
        <pb n="74" />
        —  40  —

kmerm  Kalao  beselshaft  m.  b..,  Bamburg.

Von  der  Vortrefflichkeit  des  garantiert  deutschen  Kolonialproduktes  unserer
Gesellschaft  geben  nachstehende  Atteste,  Anerkennungsschreiben  sowie  die  Analyse  des
bekannten  Herrn  Prolessor  Dr.  A.  Stutzer  in  Bonn  beredtes  Zeugoiss:

Attest  vom  Hofmarschall-Amt  Seiner  Königl.  Hoheit  des  Prinzen  Friedrich  August,
Herzogs  zu  Sachsen:

Ilierdurch  bescheinige  ich.  duss  Ihre  Kuiserliche  und  Königliche  Hoheit  die  Frau  Prinzessin  Friedrich
A  erzoginh  zu  Suchsen,  durch  Vermittelung  des  Herrn  Dr.  Zintgrall  Kamerun  Kukao,  hergeskellt
  von  der  Kamerun  Kukao  Gesellschaft  m.  b.  H.  in  Humburg,  cempflangen  und  mit  grosser  Be-Hriedigung
  genossen  hut.  Der  geduchte  Kukuo  besitzt  einen  guten  krältigen  Geschmuck,  enthült  ein
sehr  angenehmen  Aroma  und  ist  leicht  und  schnell  bereitbar,  so  duss  er  zu  einem  umfassenden
Konsum  wohl  geeignet  erscheint.

Dresden,  am  25.  September  1896.  gez.  Frhr.  v.  Reitzenstein,  Ulolmurschull.

Attest  vom  Ober-Hofmarschall-Amt  Seiner  Malestät  des  Kaisers  und  Königs:
FEs  wird  hierdurch  bescheinigt,  dass  die  Kamerun  Kakao  Gesellschalt  m.  b.  H.  zu
Hamburg  seit  mehreren  Jahren  Kakao  zum  Gebrauch  für  die  Durchlauchtigsten
Kinder  Ihrer  Kaiserlichen  und  Königlichen  Majestäten  an  die  Königliche  Hofverwaltung
  liefert  und  diese  Lieferungen  stets  zur  vollkommenen  Zufriedenheit
ausgefallen  sind.
Neues  Palais,  den  9.  Januar  1897.  gez.  Frhr.  v.  Egloffstein.

Analyse  des  Ierrn  Professor  Dr.  A.  Stutzer:
An  Bonn,  den  11.  Mürz  1897.
die  Kamerun  Kukueo  Gesellschuft  m.  b.  HI.,  Hamburg.
Die  Untersuchung  des  in  Originalpackung  übersandten  Kamerun-  kaln  u  os  e  Folgendes:
Piic'stoll  haltige  Stofte  (mit  3.74  4%  Stiekstos).  23,08  %

Fet  *„  %
Setie  mmeie  Stosfe  1.  r*e  67%
n  .......  5  so  »Ja

emlsnhstcnz  und  Salze  6.30  %
An  ——  naltic:  Akslolden  waren  2,12%  voranden,  und  zwur  1,52.  5%  Nheobromin  und  0,60%
Coffein

Hiorzu  hennorko  ich  Folgendes:  Der  mittlere  Gehalt  des  Puder-Kuknos  un  stickstolhalligen  Stoffen

betrügt  (nach  Angube  von  König,  Nahrungemittel,  8.  1027);
für  deutschen  Kakuao  .-=  2,50%
ür  holländischen  Kakao  19.66  %

Demnach  zeichnet  sich  der  Kamerun-Kakao  durch  einen  Lhohen  R  an  stickstosshultigen  Substunzen,
  Uumentlich  vor  sogenenntem  holländischen  Kakno  vortheilhalt  uus.  Bezüglich  der  Alkuloide
(Theobromin  und  Cosfein)  steht  der  Kumerun-Kukno  den  besten  Hundolsmarken  nicht  nach.  Der
surttechaittliche  Fettgechalt  des  Puder-Kuknos  ist  (nuch  den  Anguben  von  König,  Nuhrungsmittel,

für  deutschen  Kakno  ......  27  Clq
surlrollandisolrenIctxlcn.  .  ..

Somit  ist  der  untersuchte  Kamerun-Kakuo  uls  hinreichend  *—  zu  bezeichnen.  Es  sei  bemerkt,
dass  die  Verduulichkeit  des  Fettes  im  Kukao  nach  Muassgube  von  Versuchen,  welche  früher  bei
underen  Kaknosorten  uusgeführt  sind,  zu  ungefähr  95%  und  die  Verdaulichkeit  der  Stickstolf-Substanzen
  zu  annähernd  42  %  angenommen  werden  kann

Schliesslich  bemerke  ich  noch,  dass  die  sogenannte  „  Löslichkeit-  des  untersuchten  Kamerun-K
  "  Eine  gute  wur  und  derselbe  uls  ein  uus  einem  deutschen  Koloninlprodukt  erzieltes
Fabrikat  die  Beachtung  der  deutschen  Konsumenten  verdient.

Hochachtend
gez.  Professor  Dr.  A.  Stutzer.

Der  Kamerun-Kakaco  der  Kamerun  Kakao  Gesellschaft  m.  b.  H.  in  Hamburg
ist  bei  den  in  diesem  Adressbuch  angeführten  Handlungen  käuflich,  durch  welche  auch  unsere

hochfeine
Kamerun-Schokolade

—  —
—

zu  bezieben  ist.
        <pb n="75" />
        Comptoir:  Ellernthorsbrücke  10  1.

 

 

 

l223

Pahril  -astbarer  Speisen

L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.
—  HAMBURG.  —

Goldene  Medaille:  Hamburg  1880  und  1889.
Wien  1873.  Paris  1855.  London  1862  ——
München  1854.  Melbourne  1880.

 

—

18  duv#asulzueore  A  :qd##

 

 

 

 

 

 

 

–—
Gemüse.  Ragots.  9  Pickles.
Fleischspeisen  Fische.  HKimbeer-Essig.
mit  Gemüsen.  7  Würste.  8  Kartoffeln.
Schiffs-  und  7  Puddings.  8  Trüfkeln.
Armee-Proviant.  X  Früchte  in  Elb-Kaviar.
Suppen.  Zucker.  7#  Echte  India
Kalte  Pasteten.  7  Gelées.  7  Soya-Sauce.
Pains.  Marmeladen.  Gerüuch.
Braten.  7  Gurken.  .  Günsebrüste.
Wild.  Fruchtsüfte  8  Günseschmalz.
Geflügel  etc.  9  in  Zucker.  Meerrettig.
□  o

Und  andere  zur  Lebensmittelbranche  gehörige  Artikel.

 

Für  die  Tropen  geeignet  —

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½½U8erer  echenen  IMatc.

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V

 

11

Preislisten  stehen  auf  Wunsch  gratis  und  franko  zur  Verfügung.  ·
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Gebrüder  Broemel,

Hamburg,
Deichstrasse  19.
Lieferanten  deutscher  Gemüse-,  Frucht-,  Fisch-  und
Fleisch-Conserven,  Weine  und  anderer  zur  Lebensmittelbranche

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nach  allen  Erdtheilen  in  haltbarer  Verpackung.

Regelmössige  Proviantlielerungen  1  für  überseeische  Faktoreien,  Expeditionen  ete.

Ausführliche,  billigst  gestellte  e  Preislisten  zu  Diensten.

 

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Bauunternehmer.
Holzbearbeitungsfabrik.
Eisenkonstruktions-  und  Brückenbauanstalt.

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Altona,  Hamburg,
Rainweg,  Paulstrasse  21,
Fernsprecher  Nr.  2.  Fernsprecher  Amt  I,  Nr.  4163.

Telegrammadresse:  Rainschmidt,  Altonn.

 

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sind  von  bester  Qualität  und  unter  Verwendung  von  Palmöl  aus  den
deutschen  Kolonien  Kamerun  und  dem  Togolande  erzeugt.

Dieselben  repräsentiren  in  Bezug  auf  Qualität  das  Beste
und  Vollkommenste  der  Kerzenfabrikation.
Käuflich  in  den  feineren  Parfümerie-,  Drogen-  und  Kol

rnesrld  t  %  8  s——————.—
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        <pb n="77" />
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Tafelgetränk  Sr.  Durchl.  des  Fürsten  Bismarck.

Käuslich  in  Mineralwasserhuandlungen,  Apotheken,  Hôels  etc.

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Zestes  Tatelwasser

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Birresborner  Mineralbrunnen.
Birresborn  (Eitel).

   

 

  
 
   
   
 
 
 
 
 

BERLIN  NW.  “.

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Neustädtische  Kirchstrasse  15.  a.
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Spezialgeschäft  für  Ausrüstungen  aller  Art  nach  überseeischen  Ländern,
insbesondere  auch
vollständige  Ausrüstungen
für  Reisen  nach  den  Tropen  und  Hür  Gesellschafts-Reisen.  9  —
Sachgemässe  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erlahrungen
und  nach  dem  Urtheil  erlahrener  Reisenden  werden  auf  Wunsch  angetertigt
und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  Dauer  der  Reise  erbeten.

Da  Tropenanzüge  nur  nach  Maass  gelertigt  werden,  ist  bei  Ertheilung  5  *
von  Bestellungen  hierauf  eine  Lieferfrist  von  einigen  Tagen  erforderlich.

Pecesn  **
        <pb n="78" />
        I

Hamburg.

Spediteure  der  Kaiserlich  Deutschen  Marine.

      

Spedition.  Commission.
Assecuranz.
Export.  —  Import.
Speeialverkehr  nach  den  deutschen  Kolonien.

       
      
 

Jur  Heilung  der  Malaria.

(Wechsel-  oder  Sumpffleber)
wWird  hierdurch  das  von  der  Chemischen  Fabrik  auf  Aktien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin  dargestellte

Phenocollum  hydrochloricum

(salzsaures  Phenocoll)

allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  itulienischer  Aerzte,  u  A.  die  Drs.  Professor  Albertoni,  Professor  Cervello,
Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prolessor  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  huben  wit,  dem  Mittel  überruschende
  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in  Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma
thaten  ein  Gleiches;  Letzterer  hat  die  offizielle  EZinreihung  des  Medikuments  in  die  stuntlichen  Verschreibungen
des  Kongostaates  veranlusst.
as  Salzsanre  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen  von  Prosessor  Martinez
A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und  sicheren  Heilung  des  Keuchhustens.
eün  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,  wegen  Litteratur  und  Gebrauchsunweisungen
  an  die  Vertreter  der  obengenannten  Firma,  nümlich:
Hnmburg:  Gebrllder  Oldenburg;  New-VYork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  Willlam  Srert.
Burcelona:  J.  Espiell;  Paris:  Mad  Fedr#es,  31  rue  des  petites  Ecurle
London:  A.  &amp;amp;#  M.  Fimmenne  b.  C.  9  und  10  St.  Mary-at-HIl;  —  Rlo  de  Janeiro:  HMagalhiles,  Luclus  &amp;amp;  Co.,  Szuccessores
Moskau:  W.  Stlrzwage  &amp;amp;  Co.  de  Klingelhoeter  &amp;amp;  Co.
        <pb n="79" />
        über  conservirte  Gemüse,  Früchte,

Fleischspeisen,  Magdeburger
Sauerkraut  u.  Sa  n
Delikatessen  aller

ersende
Lünder.  versendet

Conservenfabrik

à#c  65  C  Magdeburger

 

B.  8  ......  —*—  kz,
Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWI2,  Kochstrasse  68—71.

 

Europäischen  Kolonien

Schilderung

ihrer  Entstehung,  Einrichtung,  Erfolge  und  Aussichten

Or.  Alfred  #mmernan.

Prster  Bund:
Die  Kolonialpolitik  Portugals  und  Spaniens
in  ilrer  Entivicheluug  von  den  Ansängen  bis  æur  Gogentourt  dargeslellt.

Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  bortusiesischen  und-’  spnunischen  Kolonialbesitzes
gegen  Mitte  des  16.  Jahrhun

Preis  geheftet  Mk.  10.—,  in  nsinhs  Mk.  11,50.

 

 

 

 

 

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caielien.  Gegen  Einsonduug  des  hetrages  aucl  por.  25  ci  von  der  Verlagsbucliliandlung.

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Tieifbohrungen

Fabrikation  von  Bohrwerkzeugen
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Handtiefbohrapparate  nach  Oberbergrath  Teklenburg,  leicht  transportabel,
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W——  —  —

  

—  46  —

Die  Reise  um  die  Erde

längst  zurückgelegt  —  wenn  nuuch  nicht.  K  "  b  8  3  .  t

in  80  genn  die  bekannten  norrsc  on  uUppenprapara  60,
und  wo  sie  hinkumen,  da  huben  sie  sich  rusch  eingebürgert  und  belicht  gemacht,  weil  sie  einem  wirklichen
  Bedürfnisse  entsprechen.  —  Ihre  Halthurkeit  in  jedem  Klimn  ist  erprobt  und  mag  als  Beweis
Gdulfür  schon  die  Thatsache  gelten,  duass  sic  sowohl  von  Dr.  Nansen  aul  seiner  rierjährigen  Nordpol-Expedition,
  uls  nuch  von  Emin  Pascha  und  anderen  Afrikaforschern  auf  ihren  Streifzügen  ins  Innere
von  Alrika  mitgeführt  wurden,  —  und  alle  sich  lobend  darüber  ausgesprochen  haben.  —

Besonders  beliebt  und  für  den  1  Export  geeignet  sind  die  folgenden  Artikel:

Knorrs  Suppentafeln

—  25  verschiedene  Sorten  —
in  Taleln  von  etwa  100  Gramm,  genügend  für  fünf  bis
sechs  Teller  Suppe.  —  Diese  Suppentafeln  enthulten
bereits  alles,  was  zu  einer  guten  Fleischbrühsuppe
gehört,  und  brauchen  nur  in  Wusser  10  bis  30  Mi- 



nuten  gekocht  zu  werden.  Knorrs  Suppentuleln

sind  völlig  reinschmeckend  und  hulten  sich  in  jedem
Klimn.  —  Verpackung  in  verlötheten  Büchsen  für
je  zehn  Taleln.

Knorrs  Erbswurst,  ———  ne

mit  Julienne,
mit  Schinken

Knorss  Erbswurst,

oder  Schweinsohren,

Knorrs  Linsenwurst,
Knorrs  Bohnenwurst,

zur  raschen  und  bequemen  Herstellung  krültig
schmeckender  Suppen  nach  Huusmacher-Art

2f#pfehlenswerthe  Pnkung  in  Büchsen  mit  6
oder  12  Rollen  à  ¼  kg  oder  in  Schlüsselbüchsen
mit  ½2  kg  lose.

Knorrs  Dörrgemüse

—  in  20  verschiedenen  Sorten.  —

Dieselben  sind  aus  den  zartesten  Gartengemüsen
hergestellt  und  schmecken  ebenso  gut  wie  frische

emüse.  Zum  Genusse  werden  sie  einfuch  in
Wasser  einige  Zeit  aufgeweicht  und  dann  gekocht
wie  frische.  Für  den  Export  sind  die  Dörrgemise
in  Tabletten  von  100  Gramm  gepresst  und  kommen  je
10  oder  20  in  eine  verlöthete  Büchse,  so  dass  sie
sich  jahrelung  in  jedem  Klimu  halten.

Sämmtliche  Gemüse  können  auch  in  Tafeln  von
1/4  kg  bis  5  kg  gepresst  werden.

Sortimentskisten  im  Werthe

 

 

 

Knorrs  Suppenmehle
und  Küchenartikel,

wie  Erbsenmehl,  Gerstenmehl,  Grünkornmehl,  Panirmehl,

  Tapioen-Julienne  und  noch  rielc  andere,

alle  in  verlötheten  runden  Büchsen  von  cu.  ½  kg.
Diätische  Nahrmittel  ersten  Ranges.

Knorrs  Hafermehl

 

Beste  Kindernahrung,  einzig  richtiger  Zusatz  zur
Kuhmilch,  vorzüglich.  Nährmittel  für  Magenleidende
und  unübertroffenes  Präserrativ  gegen  Durchfall.  In
runden  Büchsen  von  ½  kg.

Knorrs  Hafer-Cacao

ürtlich  empfohlenes  Fralrüeksgerränk,  in  Büchsen
mit  28  Rollen  à  1  Por

Knorrs  Haferbiscuits

schr  nahrhalt  und  wohlschmeckend,  in  ½  kg  und.
¼  kg  Büchsen.

Knorrs  feine  Eierteigwaaren
und  Maccaroni,

——“
Eierfadennudeln,  Eierbandnudeln,  SBiermaccaroni,
  in  allen  Stärken  und  CQualitärten,
Eierfaçonnudeln  (Alphabet,  Sternchen  etc.)  in
allen  Formen.

 

 

ELILLIEIIIIII
LLIIII
von  Mk.  75.—  oder  Mk.  100.—

Ordres  durch  Vermittelung  europäischer  Exporthäuser  erbeten.
General-Agenten  für  den  Export:  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  llamburg.

—  ———  ——

.Ili  Aunn  uU

G#chur-  —

AOOOAL  AOWOJMQOOAU  OMOAO  W  ,0«0  OAO  OOOOAMZOAO

—————

———IEEZErxgErxTEEEBEEETI#  —

——W—W  SW

—MIMtrTNTBTELEBENNNNzrir#e

7J—————

—
        <pb n="81" />
        Lamerun.  Seite  Kamerun-Seife

ist  unter  Verwendung  von  Palmöl  aus  den  ist  infolge  ihres  sparsamen  Verbrauchs  und  -
deutschen  Kolonlen  Kamerun  und  dem  Togo-ngenehmen  Geruchs  die  billigste  und  beste  .  «
lunde  hergestellt.  Haushultsseife.  *

Kamerun-8Seife  Kamerun-Seife

—iIist  eine  reine  Kernselle,  die  durch  langes  Aus-  ist  nur  echt,  wenn  solche  in  reichliche  ½Pfund-  .
—tronknen  noch  ergiebiger  an  Waschkrakt  ist,  als  Stücke  mit  dem  Kamerun-Berg,  aufgehender
—#5  die  bisher  in  den  Handel  gebrachten  guten  Sonne  und  aufstrebendem  Adler  gepresst  ist.
—
-
.

 

3  Kernseifen.  *
Iversendet  in  Kisten  von  100  Stück  netto  33  Pfund  à  Mk  r70002
KamerunzSeife  inel.  Emballage  und  Khh  jeder  Bahnstation  innerhalb  Deutsch-  —
lands,  sowie  —  zum  Versuch  —  in  Postpacketen  von  Neuo  9  Pfund  zu  Mik.  3.50  franko  S

E——  —

Emil  Jacobi  in  dena,
Special-Versand  von  KamerunSeife,  3
Kamerun-Kerzen,  Kamerun-Kakao.

 

Baoecker  4  Haver

Gegriindet  1826.
Hohenlimburg  in  Westfalen  ——

fabriziren:

Plantagensiebe

für  Kaffee,  Bohnen,  Mehl,  Reis  etc.

ksestzlich

—————3

Farbige  Fenstergaze  blau,  grün  etc.
sowie  alle  möglichen  Drahtgewebe  und  Gefflechte  für  den
Export,  ausserdem  fertige  runde  Siebe  mit  hohem  Holzrand  und
Siebböden  aus  Eisen  und  Messingdraht.

Vertreter:  Johs.  Gablenz,  llanhs,
        <pb n="82" />
        amemes-  N#  1
S  Snuno  ugtutunt.

 

 

 

**  Schutzmarke.

 

Deutsches  Kolonialhaus.

Bruno  Antelmann,

Berlin  C.,  Jerusalemerstrasse  28.
Fernsprecher:  Amt  1  No.  937.  Telegrammadresse:  Deutsches  Kolonialhaus.

Vertrieb  von  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonien
unter  Aufsicht  hervorragender  Mitglieder  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft.

eyre

Kamerun-Kakao  in  vorzüglicher  Beschaffenheit  —  Schokolade  —  Vanille,

hoch  aromatisch,  aus  Deutsch-Ostafrika  —  Kaffee,  roh  und  geröstet,  der  Plantage

Derema  und  Nguelo,  Deutsch-Ostafrika  —  Zigarren.  der  Plantage  Stefansort,

Neu-Guinea  —  der  Plantage  Bibundi,  Kamerun  —  Erdnüsse,  roh,  geröstet,  aus

Togo,  Vohlschmeekendes  Dessert  —  Kolalikör  —  Massoilikör  —  FMadsseiten  und
tearinkerzen  aus  Palmöl  und  Palmkernol.

Vollständiges  Lager  von  Koloniallitteratur  —  Reichhaltige  Auswahl  an  Photographien
und  Lithographien  von  Ansichten  aus  sämmtlichen  deutschen  Schutzgebieten  —  Briefmarken  —
Münsen  aus  Neu-Guinen  und  Deutsch-Ostafrika.

Ansiclitssendungen  bereitwilligst.

Ethnologische  Sammlungen.

Gehörne  montirt  und  unmontirt.  —  Spazierstöcke  roh  und  polirt  aus  Palmyraund

  Kokospalme.  —  Ebenholzstöcke.

IUHllustrirtes  Preisverzeichniss  kostenlos  und  postfrei.  —
        <pb n="83" />
        —  49  —

 

 

Export  -  Muster  -Ausstellung
der  Lebensmittel-Industrie
Grosser  Burstah  86/388.

   

 

 

Permanent  Export-Exhibition  of  the  Food  Industries.
Exposition  permanente  des  Industries  alimentaires
or-örfuodze  2  v###d  seleal  ep  selmsupur  srp  ejusurmied  o#oisodzn

oloryrodte  el  2###d  sedeal  op  selnsupur  sel  op  ezueuemted  uolofsodz#

.
Preislisten  zur  Verfügung.

Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36-38.

 

 

Anmeldestelle  für  Pflanzer

Berlin  JW.,  Unter  den  Linden  471.

Unentgeltliche  Vermittelung  von  Pflanzern  und  kostenlose  Auskünste  über
Pflanzungsunternehmungen  ertheilt  das  Komitee  zur  Einführung  von  Erzeugnissen
aus  deutschen  Kolonien.
        <pb n="84" />
        50

 

 

 

 

Herausgegeben
von
Dr.  0.  Warburg  c.  Prof.  F.  Wohltmann
Berlin.  Bonn-Poppelsdorf.

 

Werantwortl.  Redakteur:  G.  Meinecke
Borlin.

 

Organ  des  Komitees  zur  Einführung  von  Erzeugnissen  aus  deutschen  Kolonlen.

 

 

Zweck  des  „Tropenpflanzers“.

Der  „Tropenpflanzer“  bezweckt,  die
landwirtschaftlichen  Interessen  Deutschlands
  in  den  Tropen  und  Subtropen  zu
sammeln,  zu  fördern  und  zu  vertreten.

Der  „Tropenpflanzer“  bezweckt  insbesondere,
  die  wirtschaftliche  Entwickelung
  unserer  Kolonien  thatkräseig  zu
unterstützen.

Inhalt  des  „Tropenpflanzers“.

Der,  Tropenpflanzer“  enthält  Original-Artikel:
  Landwirtschaft  der  Europüer
in  den  Tropen  und  Subtropen  —  Kulturen
der  Eingeborenen  und  deren  Hausindustrien—
Förderung  der  Auenutzung  der  Urprodukte,
der  Viebzucht  etce.  —  Originalabbildongen.
  —  Mittbeilungen  über  „Pflanwzungsgesellschaften"
  —  „Aus  deutschen
  Kolonien“  ü„Aus  fremden
Kolonien"  „Vermischtes  —
Neus  Litkereturl  —.  Marktbericht“
„TFerepnelnotizen  „  Sprech-*
  Mittheilungen  ds  Komi-„Anzeigen“


Sezug  des  „Tropenpflanzers".

Die  mopatliche  Zeitschrist  „Der  Tropen-Pflanzer"
  wird  bestellt  durch  die  Post
(Postzeitungsliste  No.  8084  a),  im  Buchhandel
  oder  bei  dem  Komitee,  Berlin  NW.,
Um##eden  Linden  47  l.  Bezugepreis:  in

 

Deutschland  und  Oesterreich  jährlich
5  Mark,  im  Auslande  und  in  den  Schutzgebieten
  6  Mark.  Sendungen  an  die
Redaktion  und  Expedition  sind  zu  richten
an  das  Komitee  zur  Einführung  von  Er-2zeugnissen
  aus  deutschen  Kolonien  2z.  H.
des  Sekretärs  Th.  Wi  lekene,  Berlin  NW.,
Unter  den  Linden  47  I.

Mtarbeiter  des  „Tropenpflanzers“.

Der  „Tropenpflanzer“  wird  herausgegeben
  von  Dr.  O.  Warburg,  Berlin,  —
Prof.  F.  Wohltmann,  Bonn-Poppelsdorf
und  dem  Redakteur  G.  Meinecke,  Berlin.
Ale  Mitarbeiter  verzeichnen  wir:

r.  K.  Dovo,  Privat-Dozont  dor  ——  und
3  an  des,  Universität  zu  .
Iscst  List-stinkt  slsbslmts  vei
1  o  t.tc.w-ttka·tss
Invaliditäqu  Direktor  dor  #  Rteseehen  Hann  Haner
on-5


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und  dos  Laboratoriur
rg.  —  Prot.  Dr.
Rogieru
Memiechenkerpuchenstel.-.  Prof.D
Diroktor  des  Botanlschen  Gartens.  5
Prof.  Dr.  P.  Sorauor,  Redakteur  der  red.  cir
#inara  Iiten,  Berlin.  —  Prof.  Dr.  K.  Schu-2

  el
½  aä  —  Pror-  Toechlreh,  Dirok  dos
Pharmsceutischen  Instituts.  Bern.—  Dr.  n.

ivat-Doront  sor  landwirtasehastlichon  Hoch-Shas
  Berlin.  akowskty,  Berlin.  —

Dr.  U.  reen  Custos  am  Botanischen  Garten,
Berlin  —  u.  A.  m
        <pb n="85" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Verauszegeben  in  der  Kolsnial-Ablheilung  des  Auswärlizen  Anis.

 

 

VIII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Jannar  1697.  Uummer  1.
e.  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  amn  1.  und  15.  r-  Monats.  Derielben  cardn  als  ——  beigefügt.  die  mindesench  einmal  ren
erh  riene  „Mittheilungen  von  Forschungereisenden  2E  Gelehrten  den  deutsch  usgegeben
Bu  guos#alm  —  Srn  aisself  "e  *2  n  *  Aeortn  die  juuns  teser  n  mih  sibell  ö  “  3  ag  t.  8  2#
Huchhe  gen  suent  unde  du  ##  au  die  Könlgliche  E  )5  Mittler

bän  ider  die  Shrscen.  —.  Einfendungen  und  Unfragen  von  Si#lue
6  69—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Feitungs.-  ——  te  fũr  da  —  r.

Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstra
Ingal  Amtlicher  Theil:  Ert  zrtheilung  der  #  Ermächtigung  zur  Beurkundung  des  Personenstandes  an  den  Gerichtsassessor
  Dr.  Gleim  in  Toe  Verordnung  bes  „aserlichen.  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika,
betreffend  die  Ausübung  der  Jagd  S.  1.  —  Person
Beilage:  Zolln  Kororunng  für  das  deutsch-  mlien  266  Schutzgebiet  vom  10.  Oktober  1896.
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  2.  —  Deutschs  „Ostafrika:  Sendung  von  Naturalien
S.  3.  —  Togo:  Sendung  zoologischer  Gegenstände  S.  3.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Ueber  eine  Aenderung
der  Jagdverordnung  S.3.  Landwirthschaft  S.  3.  Sendung  zoologischer  Gegenstän  ande  S.  4.  —  Deutst
Neu-Guinea:  Ueber  den  Noschlut  der  Kaiser  nd  n  S.  4.  Aus  dem  Bereiche  de  r
Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  5.  us  fremden  Kotonien:  Britisch-Neu-Guinea
S.  7.  —  Weinerzeugung  in  den  britisch-  ustenlchhen  Polmen-  im  cel  1894/95  S.  7.  —  Iviff  fahet  und  Landell
von  Lourengo-Marques  S.  B.  H  andelsver#rag  zwischen  Rußland  und  eobe  n  S.  Verschie  dene
Mittheilungen:  es  en  in  Sü#  2  a  S.  10.  —  Expedition  des  Dr.  Max  Schöller  S.  .—  —  Tod  des  Neisenden
  —  Scholz-=  Ngoinsh  S.  10.  —  Goldene  Medaille  für  Nansen  S.  11.  —  Ueber  die  Lage  des  Elsenbeinhandels
  S.  11.  —  Litteratur  S.  12.—  Aerelur  Vohrichniß  S.  13.  —  Sgisttemehmgen  S.  14.  —  Verkehrsund
  Sahehläre!  der  er  verschied  iedenen  n  Schisfsverbindungen  S  4.  —  Anzeigen

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

 

 

 

 

auf  Grund  des  8  4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete
(R.  G.  Bl.  1888  S.  75),  in  Verbindung  mit  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  d  Beurkundung
  des  Personenstandes  von  Neichsangehürigen  im  Auslande,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  S.  599)
und  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  21.  April  1886  (R.  G.  Bl.  S.  128)  ist  dem  dem  unssribeh
Landeshauptmann  in  Togo  zur  Dienstleistung  überwiesenen  Königlich  preußischen  Gerichtsassessor  Dr.  Gleim
für  seine  Person  und  für  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  genannten  Schutzgebiete  die  allgemeine
Ermächtigung  ertheilt  worden,  im  Falle  der  Abwesenheit  oder  sonstigen  Behinderung  des  Kaiserlichen
Landeshauptmanns  bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich  gültige  Eheschließungen
vorzunehmen  und  die  Geburten  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

Verordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika,

betreffend  die  Ausübung  der  Jagd.

Es  wird  hiermit  verordnet,  wie  folgt:

In  der  Verordnung,  betreffend  die  Ausübung  der  Jagd,  vom  4.  Januar  1892  wird  die  Schonzeit

  für  Straußhähne  rc.  bis  zum  30.  November  verlängert,  so  daß  der  §  4  lautet:
„Die  Jagd  auf  Strauße  sowie  das  Wegnehmen  der  Eier  von  den  Brutstätten  ist  in  der  Zeit
vom  1.  August  bis  zum  30.  November  untersagt.“

Der  §  9  der  Verordnung  fällt  ganz  fort,  so  daß  dieselbe  mit  §  11  schließ  Kt.

Diese  Abänderungsverordnung  tritt  mit  dem  Zeitpunkte  ihrer  Bekanntmachung  in  Kraft.

Windhoek,  den  15.  Oktober  1896.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Landeshauptmann.

(L.  S.)  (gez.)  v.  Lindequist.
        <pb n="86" />
        —  2

Personalien.

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  8.  Dezember  1896  ist  der  Premierlieutenant  Gansser,
à  la  suite  des  Infanterie-Regiments  Kaiser  Friedrich,  König  von  Preußen  (7.  Württemberg.)  Nr.  125  und
kommandirt  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt,  aus  dem  Königlich  württembergischen  Armeekorps
ausgeschieden  und  mit  seinem  bisherigen  Patent  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  10.  Dezember  1896  ist  der  Premierlieutenant  Bresler,
à  la  guite  des  Feldartillerie-Regiments  von  Podbielski  (Niederschlesisches)  Nr.  5,  unter  Entbindung  von
dem  Kommando  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  mit  seinem
bisherigen  Patent  der  Schußtruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  15.  Dezember  1896  ist  Dr.  Fülleborn,  bisher  Assistenzarzt
  2.  Klasse  der  Reserve  vom  Landwehrbezirk  111  Berlin,  mit  seinem  bisherigen  Patent  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  17.  Dezember  1896  ist  Matting,  bisher  Hauptmann
und  Kompagniechef  im  Infanterie-Regiment  von  Stülpnagel  (5.  Brandenburgischen)  Nr.  48,  mit  seinem
bisherigen  Patent  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden  und  der  Premierlieutenant
  a.  D.  und  Kompagnieoffizier  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun  Bartsch  auf  sein
Gesuch  ausgeschieden.  »

Seine  Majestät  der  König  haben  Allergnädigst  gernht,  dem  Hauptmann  à  la  suite  des  II.  Seebataillons
  Oltwig  v.  Kampt,  stellvertretendem  Kommandeur  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun,
den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern,  dem  Unterbüchsenmacher  Oskar  Zimmermann
in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Kamerun  das  Militär-Ehrenzeichen  erster  Klasse  und  dem  Landrentmeister
  Reich  in  Dar-es-Saläm  den  Kronen-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Dem  kommissarischen  Bezirksamtmann  v.  Elpons  ist  die  Erlaubniß  zur  Annahme  des  ihm  von
Seiner  Königlichen  Hoheit  deum  Großherzog  von  Sachsen  verliehenen  Ritterkrenzes  zweiter  Klasse  des
Hausordens  der  Wachsamkeit  oder  vom  weißen  Falken  und  dem  ständigen  Hülfsarbeiter  beim  Kaiserlichen
Gouvernement  für  Deutsch-Ostafrika  Regierungsrath  Dr.  Bumiller  die  Erlaubniß  zur  Annahme  des  ihm
von  Seiner  Hoheit  dem  Khedive  verliehenen  Medschidie-Ordens  dritter  Klasse  Allerhöchst  verliehen  worden.

Dem  Premierlieutenant  a.  D.,  bisher  Kompagnieführer  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
  Podlech  ist  die  Genehmigung  zur  Anlegung  des  ihm  von  dem  Sultan  von  Sansibar  verliehenen
dritten  Stufe  der  zweiten  Klasse  des  strahlenden  Sterns  Allerhöchst  ertheilt  worden.

Der  ständige  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  Regierungsbaumeister
  Wiskow  ist  zum  Kaiserlichen  Regierungsrath  ernannt  worden.

 

VVVVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVU

Nichtamtlicher  Theil.
Perspnal-Machrichten.

Deutsch-Ostafrika.

Ramerun.
D  Dr.  A.  Plehn  reist  nach  Ablauf  seines  Urlaubs
am  10.  Januar  nach  Kamerun  zurück.

Die  Postsekretäre  Leister  in  Bagamoyo  und
Schmunck  in  Tanga  kehren  nach  mehrjähriger  Thätigkeit
  nach  Deutschland  zurück.  Zu  ihrem  Ersatz
reisen  Postsekretär  Thorun  und  Postpraktlkant
Garsling  nach  Ostafrika.

 

Zollamtsassistent  Kriese  ist  Mitte  November  in
Tanga  und  Büreauassistent  Seitz  in  Dar-es-Saläm
eingetroffen.

 

 

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
getretene  Techniker  Gleich  ist  nach  Kamerun  abgereist.

Der  Kanzler  des  Gonvernements  Regierungsrath
Dr.  Seitz  ist  mit  Heimathsurlaub  in  Deutschland
eingetroffen.  7r

Die  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
getretenen  Personen:  Steuermann  Niclas,  Stationsbeamter
  Schwehm  und  Landwirth  Pietraß  sind
im  Oktober  v.  Is.  in  Kamernn  eingetroffen.
        <pb n="87" />
        Togo.

Der  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  überwiesene

  Gerichtsassessor  Dr.  Gleim  ist  Mitte  November
  in  Klein-Popo  angelangt.

Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft

  getretene  Gärtner  Warnecke  reist  demnächst
  dorthin  ab.

 

 

Lüdwestafrika.
Der  Oberlandmesser  Dürrling  und  der  Thierarzt
Dr.  Vogt  sind  im  Herbst  v.  Is.  in  Tsoakhaubmund
angekommen.

 

Marsyall--  Inseln.
Der  als  Regierungsarzt  für  die  Jaluitgesellschaft
verpflichtete  I#r.  Bartels  wird  demnächst  nach  seinem
Posten  abreisen.

achrichten  aus  den  deulschen  Schungebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Drutsch-Plfafrika.
Lendung  von  Haturalien.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist
eine  von  dem  Lieutenant  Schnorrenpfeil  und  dem
Kompagnieführer  Fromm  zusammengebrachte  Sammlung
  zoologischer  Gegenstände  eingesandt  worden,
und  zwar:

1  Säugethier  und  67  Vogelbälge.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  recht  gut.
In  wissenschaftlicher  Beziehung  waren  sie  willkommen.
Die  Vögel  enthielten  einige  seltene  Raubvögel,  deren
Vorkommen  in  jenem  Schutzgebiet  bisher  noch  nicht
nachgewiesen  war.

Togo.
Bendung  zoologischer  Gegenstände.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist
am  28.  Oktober  v.  Is.  eine  von  dem  Stationsleiter
Grafen  Zech  in  Kete  zusammengebrachte  Sammlung
von  zoologischen  Objekten  zugegangen.

Die  Sammlung  bestand  aus:

2  Eidechsen,  10  jungen  Fröschen,  9  Reptilieneiern,
  3  kleinen  Fischen,  55  Schmetterlingen,  8  Raupen
in  Spiritus,  120  Käfern,  24  Hemipteren,  203  Orthopteren,
  37  Hymenopteren  und  14  Spinnen  einer  Art.
Die  Konservirung  war  meistens  gut,  nur  die  Fische
sind  vertrocknet  und  theilweise  von  Insekten  zerfressen.

Die  Insekten  enthalten  mancherlei  Interessantes,
3.  B.  unter  den  Orthopteren  mehrere  Exemplare  des
seltenen  Ocnocerus  Bol.  und  einige  wahrscheinlich
neue  Käferarten.

Drutsch-Südweltafrika.
Ueber  eine  Aenderung  der  Jagdverordnung
berichtet  der  Kalserliche  Landeshauptmann
Windhoek  unterm  15.  Oktober  1896  Folgendes:
Einem  allgemein  empfundenen  Bedürsniß  Rechnung
  tragend,  ist  die  Jagdverordnung  vom  4.  Januar
1892  dahin  abgeändert,  daß  die  Schonzeit  für
Strauße  bis  zum  30.  November  ausgedehnt  wird
und  der  §#9  in  Wegfall  kommt.

aus

 

Durch  letzteren  ist  bewirkt  worden,  daß  der
Federnhandel  des  Schutzgebietes  beinahe  lahmgelegt
ist.  Die  Jagd  auf  Strauße  wird  fast  nur  von
Hottentotten  und  Buschleuten  ausgeübt  und  diese
suchen,  da  der  Handel  mit  Jagdbeute,  welche  entgegen
  den  Bestimmungen  der  Jaygdverordnung  gewonnen,
  nach  dem  §9  mit  Strafe  bedroht  ist  —
weibliche  Straußenfedern  dürfen  überhaupt  nicht  in
den  Handel  kommen,  auf  eine  Auswahl  der  Federn
durch  die  Händler  wollen  sich  aber  die  Eingeborenen
nicht  einlassen  —,  die  Federn  über  die  Grenzen  des
Schußgebiets  zu  schmuggeln  und  Munition  dafür
einzutauschen.  Dieser  Schmuggel=  und  Tauschhandel
ist  und  wird  noch  jetzt  besonders  an  der  Nordgrenze
nach  dem  portugiesischen  Gebiete  und  an  der  Südostgrenze
  nach  den  englischen  Handelsplätzen  in  der
Kalahari  betrieben.  Ein  Abfangen  der  die  Straußenjagd
  betreibenden  Eingeborenen  wird  nur  in  den
wenigsten  Fällen  gelingen,  da  sie  in  den  ärmsten
und  trockensten  Gebieten  sich  aufhalten  und  ihnen
bei  ihren  Schmuggelgängen  ihre  große  Landeskenntniß
zur  Seite  steht.

Durch  die  Aufhebung  des  §#9k  ist  besonders  den
Feldhändlern  Gelegenheit  geboten,  den  Handel  mit
Straußenfedern  wieder  in  ihre  Hände  zu  bekommen
und  über  die  Häfen  des  Schutgebietes  zu  leiten.
Es  liegt  dies  sehr  im  Interesse  der  hiesigen  Handelswelt
  und  dürfte  auch  für  die  Verwaltung  neue
Einnahmen  bringen,  da  Straußenfedern  nachträglich
mit  einem  Ausfuhrzoll  von  4  Mark  für  das  Kilogramm
  in  den  Zolltarif  aufgenommen  sind.

Andererseits  ist  auch  zu  hoffen,  daß,  wenn  die
Eingeborenen  die  erbenteten  Federn  wieder  bei  den

„hiesigen  Händlern  absetzen  können,  der  Munitionsschmuggel

  über  die  Landesgrenzen  erheblich  abnehmen
wird.

 

Landwirthschaftliches.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  berichtet  aus
Windhoek  unter  dem  21.  Oktober  1896  Folgendes:
Auf  dem  im  Juli  dieses  Jahres  in  Seeis  stattgehabten
  Versteigerungstermin  von  Beutevieh  habe
ch  die  Gründung  einer  Art  landwirthschaftlichen
Vereins,  welcher  sich  zunächst  die  Hebung  der  Viehzucht
zur  Aufgabe  zu  stellen  hätte,  in  Anregung  gebracht.

—
        <pb n="88" />
        Die  an  jenem  Tage  sehr  zahlreich  auf  Seeis
versammelten  Viehbesitzer  von  Windhoek  und  Farmer
der  Umgegend  ergriffen  den  Vorschlag  mit  großem
Eifer  und  baten  mich,  zur  Verwirklichung  dieses
Planes  nach  Kräften  mitzuwirken  und  einen  Statutenentwurf
  ausarbeiten  zu  lassen.

Die  Meinung  der  Mehrzahl  ging  dahin,  daß
zunächst  gute  Afrikaner  Zuchtbullen  aus  dem  Süden
des  Schutgebietes  oder  aus  dem  Kaplande  beschafft
werden  sollten,  später  aber  auch  gute  europäische
Rassen  aus  der  Kolonie  oder  direkt  aus  Europa
einzuführen  seien.  In  zweiter  Linie  sollte  dann
auch  für  gute  Ramme,  Zuchthengste  und  Zuchteber
gesorgt  werden.  "

Die  endgültige  Gründung  dieses  Vereins,  dem
noch  eine  große  Anzahl  der  nicht  auf  der  Aultlon
anwesenden  Viehzüchter  beitreten  wollen,  sollte  in
den  ersten  Tagen  des  November  stattfinden,  wird
jetzt  aber  bis  nach  meiner  Rückkehr  vom  Norden
verschoben  werden.

 

Lendung  Joologischer  Gegenstände.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist
eine  von  dem  Regierungsthierarzt  Borchmann  in
Tsoakhaubmund  erbeutete  Sammlung  zoologischer
Obiekte  zugegangen,  enthaltend:

5  Vogelbälge,  1  Eidechse,  15  Käfer  in  8  Arten,
4  Gläser  mit  Fliegen  und  Larven  in  Spiritus,  Eingeweidewürmer
  aus  verschiedenen  Thieren,  25  Meerkonchylien
  in  9  Arten,  1  Seeigel,  1  Bryozoe.

Die  Konservirung  der  Thiere  ist  bis  auf  eine
Anzahl  Kouchylien  gut.  Letztere  sind  aber  in  besserem
  Zustande  wohl  an  der  dortigen  Küste  kaum
zu  finden.  «

In  wissenschaftlicher  Beziehung  sind  einige  Käfer
als  neue  Arten  bemerkenswerth.  Die  parasitischen
Fliegenlarven  befinden  sich  noch  auf  der  Magenschleimhaut
  und  sind  daher  von  besonderem  Interesse,
ebenso  die  Würmer,  weil  sie  die  ersten  sind,  welche
die  zoologische  Sammlung  aus  Südwestafrika  erhalten
hat.  Die  Konchylien  sind  als  Belagstücke  für  die
geographische  Verbreitung  willkommen.

 

Deutsch-Meu-Guinea.

Neber  den  Abschluß  der  Raiser  wilhelmslandexpedition
berichtet  Dr.  Lauterbach  Folgendes:

Am  27.  Juni  marschirten  wir  mit  46  Lasten
von  Stephansort  ab  und  trafen  ohne  weitere
Zwischenfälle  am  2.  Juli  in  dem  Etappenlager  ein.
Dr.  Kersting  und  die  zurückgebliebenen  Leute  waren
wohlauf.  Von  einem  hinter  dem  Lager  gelegenen
200  m  hohen  Berge  öffnete  sich  uns  ein  Ausblick
nach  Süden  bis  Westen.  Es  waren  auch  hier  die
theilweise  von  mir  schon  von  Ssigaun  gesehenen
Massive  des  Bismarckgebirges  sichtbar.  Vor  dem- 



selben  lag  eine  weite  Ebene,  jedenfalls  das  Thal
eines  großen  Flusses.  Die  Frage  war,  ob  dieser
Fluß  nach  Süd  oder  Nord  seinen  Lauf  nähme,  im
ersteren  Fall  war  der  Markham  erreicht.

Am  5.  Juli  schickte  ich  16  Mann  mit  den  bisher
gemachten  Sammlungen  nach  Stephansort  zurück,
die  auch  wohlbehalten  eintrafen.  Für  den  hier
zurückzulassenden  Proviant  und  Leute  war  ein  festes
Haus-erbaut  worden,  das  gegen  Ueberfälle  guten
Schutz  bot.

Am  6.  Juli  brachen  wir  mit  dem  Gros  auf,
56  Lasten  blieben  unter  Bewachung  dreier  zuverlässiger
  Melanesen  zurück.  Wir  folgten  dem  Fluß,
dessen  Lauf  im  Wesentlichen  westliche  Richtung  hat,
etwa  20  km  und  erreichten  so  die  vorher  gesehene
Ebene.  Das  Flußbett  war  hier  stellenweise  100  m
breit.  Da  große  Windungen  und  theilweise  sumpfiger
Grund  das  Vorwärtskommen  sehr  verlangsamten,
verließen  wir  am  8.  Juli  den  Fluß.  In  südsüdwestlicher
  Richtung,  durch  prachtvollen  Hochwald
vordringend,  stießen  wir  bald  auf  Eingeborenenpfade,
passirten  ein  kleines  Dorf  und  hierauf  einen  ausgedehnten
  mit  Sagopalmen  und  Rotang  dicht  bewachsenen
  Sumpf.  Das  Durchkriechen  dieses  stachelichten
  Dickichts  war  besonders  für  die  Träger
äußerst  anstrengend.  Gegen  Abend  erreichten  wir
glücklicherweise  ein  auf  einer  Anhöhe  gelegenes
kleines  Dorf.  Die  Eingeborenen  dieser  Gegend
ließen  sich  nirgends  blicken.  Nach  elnem  weiteren
Marsch  von  etwa  10  km  auf  Eingeborenenpfaden
durch  ebenes,  von  kleineren  Flüssen  durchschnittenes
Land  erreichten  wir  einen  großen  Strom  von  100  m
Breite  und  1  bis  4  w  Tiefe,  an  dessen  jenseitigem
Ufer  die  gewaltigen  Massen  des  Bismarckgebirges
steil  emporstiegen.  Der  Strom  floß  nach  Nordwesten.
  Es  war  also  vermuthlich  ein  neuer  Fluß,
der  möglicherweise  seinen  Lauf  nach  dem  englischen
Gebiet  nahm.  Unser  Standpunlt  lag  nur  etwa
100  m  über  dem  Meere.  Da  dieser  Fluß  in  Verbindung
  mit  seiner  ausgedehnten  Alluvialebene  für
das  Schutzgebiet  großen  Nutzen  versprach,  beschlossen
wir,  Kanus  zu  bauen  und  seinen  Lauf  soweit  wie
möglich  zu  erforschen.

Bis  zum  2.  August  hatten  wir  15  Kanus  vollendet
  und  allen  Proviant  nachgeholt.  Am  3.  August
brachen  wir  insgesammt  flußabwärts  auf.  Reißende
Strömung  und  viele  im  Fluß  liegende  Treibholzstämme
  nöthigten  mich,  nach  zweil  Tagen  einige
Kanus  mit  im  Rudern  ungewandten  Leuten  nebst
Proviant  und  Sammlungen  an  einem  geeigneten
Platz  zurückzulassen.  Dank  der  Geschicklichkeit  der
übrigen  ging  die  weitere  Stromfahrt  ohne  Unfall
von  Statten.  Der  Strom  fließt  zunächst  etwa
200  km  in  nordwestlicher  Richtung,  dann  biegt  er
nach  Norden  ab.  Am  linken  Ufer  tritt  das  Bismarckgebirge
  und  1000  bis  2000  m  hohe  Ausläufer
desselben  theilweise  dicht  an  ihn  heran.  Eine  Anzahl
wasserreicher  Nebenflüsse  strömen  ihm  von  hier  zu.
Nach  Nordosten  und  Norden  liegt  ebenes  Land.
        <pb n="89" />
        —  5

Anfangs  kamen  wir  durch  wenig  bevölkerte  Strecken.

Am  10.  August  wurden  wir  von  Eingeborenen,  die

Feuerwaffen  noch  nicht  kannten,  mehrfach  in  dreisiester

Weise  angegriffen.  Der  Knall  unserer  Gewehre

schreckte  sie  nicht;  erst  ihre  Wirkung  brachte  sie  zum
eichen.

Am  13.  August  gelangten  wir  in  eine  von  einem
von  den  früheren  Eingeborenen  durchaus  verschiedenen,
  intelligenten  Volksstamm  dicht  bevölkerte
Gegend.  Der  Strom,  200  bis  300  m  breit,  gewann
  durch  die  seine  Ufer  säumenden  Kokosbestände
ein  völlig  anderes  Aussehen.  Die  Leute  kamen  uns
freundlich  entgegen.  Sie  wohnen  in  großen,  langgestreckten,
  auf  höhen  Pfählen  stehenden  Häusern.
In  ihren  Schmucksachen  deuten  vereinzelte,  von  ihnen
hochgeschäbte  Seemuscheln  auf  Beziehungen  zur  Küste.

Am  14.  August  erreichten  wir  eine  von  einem
anderen  Stamme  bewohnte  Zone.  Die  den  vorigen
gleichenden  Eingeborenen  benahmen  sich  wiederum
feindlich  und  nöthigten  uns,  von  unseren  Waffen
Gebrauch  zu  machen.

Unser  Proviant  war  jeßt  derart  zusammengeschmolzen,
  daß  wir  zur  Umkehr  gezwungen  wurden.
Die  von  uns  befahrene  Strecke  betrug  etwa  250  km.

Die  starke  Strömung  (nach  häufigen  Messungen
etwa  2  m  pro  Sekunde)  machte  die  Stromauffahrt
äußerst  langwierig  und  beschwerlich,  so  daß  wir  erst
am  3.  September  unser  erstes  Lager  an  diesem
Fluß  erreichten.

Der  Name  des  Flusses  lautet  am  Bismarckgebirge:
  Jagel  unterhalb  Röümu.  Seine  Breite
wechselt  zwischen  100  und  300  m,  doch  ist  das
Flußbett  stellenweise  kilometerweit.  Die  Tiefe  betrug
(während  der  Trockenzeit)  1  bis  4  m,  Hochwassermarken
  an  den  Bäumen  deuten  auf  ein  zeitweises
Steigen  des  Wassers  um  3  bis  4  m  hin;  eine
Fahrrinne  von  etwa  4  m  Tiefe  ist  überall  vorhanden.

Vom  4.  bis  6.  September  bestieg  ich  mit  Dr.
Kersting  einen  etwa  1000  m  hohen  Berg  des
Bismarckgebirges,  von  welchem  sich  uns  eine  umfassende
  Aussicht  nach  Südosten,  Osten  bis  Nordwesten
  öffnete.  Der  Rämu  (bielleicht  identisch  mit
dem  Ottilienfluß)  war  noch  100  km  nach  Südosten
in  gleicher  Größe  sichtbar.  Eine  Ebene  von  durchschnittlich
  30  km  Breite  erstreckt  sich  hinter  dem
Finisterregebirge  dem  Rande  des  Bismarckgebirges
(welches  auf  der  Karte  um  etwa  100  km  nach
Südwesten  zu  verschieben  ist)  und  dessen  Ausläufern
folgend  bis  an  die  südlich  vom  Augustafluß  gelegenen
Bergzüge  heran  und  biegt  dann,  wohl  100  km  breit,
nach  Norden  nach  der  See  zu  um.  Nördlich  des
Gogol  ziehen  sich  der  Küste  parallel  1000  bis
2000  m  hohe  Gebirge  hin,  welche  nach  Norden  sich
abflachend  in  die  Ebene  übergehen.  Zwischen
Gogolebene  und  Rämuebene  liegen  nur  niedere
Höhenzüge.

Der  Boden  der  Ebene  besteht  durchweg  aus
Alluvialland;  stark  humose,  tiese,  lehmige  Krume,

 

meist  mit  Lehmuntergrund.  Stellenweise  scheint  das

Land  für  kürzere  Strecken  der  Ueberschwemmung
ausgesetzt.  Die  Ebene  ist  durchweg  mit  Hochwald
bestanden  und  für  Neu-Guineaverhältnisse  reich  bevölkert.


Auf  den  höchsten  Spitzen  des  Bismarckgebirges
(nach  trigonometrischer  Berechnung  etwa  4300  m),
die  übrigens  mit  den  von  Zöller  gesehenen  nicht
identisch  sind,  war  zeitweise  Schnee  sichtbar.  Das
centrale  Massiv  scheint,  den  Bachgeröllen  nach  zu
urtheilen,  aus  Quarz  und  Schiefer  zu  bestehen.

Am  8.  September  begannen  wir  den  Rückmarsch
und  trafen  am  16.  September  in  Stephansort  ein.

Während  der  Expedition  sind  zwei  Todesfälle
und  eine  Verwundung  zu  verzeichnen,  im  Uebrigen
war  der  Gesundheitszustand  ein  vorzüglicher.

Von  den  drei  Mitgliedern  der  Expedliion  wurden
Routenaufnahmen  gemacht.  Die  Mehrzahl  der  Lagerplätze
  wurde  durch  astronomische  Bestimmungen  festgelegt,
  der  sichtbare  Theil  des  Bismarckgebirges
sowie  die  anderen  Gebirgszüge  durch  Meßtischblätter
und  trigonometrische  Aufnahmen.  Herr  Tappenbeck
  fertigte  die  größere  Anzahl  von  Photographien.
Die  botanische  Sammlung  umfaßt  900  Nummern,
die  zoologische  einige  Häute  und  Schädel,  100  Vogelbälge,
  eine  Anzahl  Reptilien,  Amphibien  und  Süßwassersische
  und  eine  große  Zahl  Insekten.  Ferner
wurden  geologische  Handstücke  sowie  Erdproben  und
eine  umfangreiche  Sammlung  von  ethnographischen
Gegenständen  der  durchzogenen  Gebiete  zusammengebracht.


Der  Aufenthalt  in  Stephansort  bis  zur  Ankunft
des  Dampfers  wurde,  von  einigen  Fiebern  unterbrochen,
  zur  Ordnung  und  Verpackung  der  Sammlungen
  sowie  Abrechnung  verwandt.  Vom  13.  bis
21.  Oktober  machten  Dr.  Kersting  und  ich  eine
Rundfahrt  durch  den  Archipel;  am  9.  November
langten  wir  in  Singapore,  am  9.  Dezember  mit  dem
Dampfer  „Preußen“  in  Genna  an.

Aus  dem  Brreiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Die  Basler  Mission  in  Kamerunn  befindet
sich  in  einem  erfreulichen  Zustand  der  Entwickelung
und  Ausbreitung.  Von  einer  Forschungsreise  nach
den  südlichen  Gegenden  der  Kolonie  berichtet  Missionar
  Hermann:  „Unser  Haupteindruck  von  der  Reise
war,  daß  die  Thüren  für  unsere  Missionsarbeit  offen
stehen,  die  Leute  fast  durchweg  des  alten  Treibens
überdrüssig  sind  und  die  Betrügereien  der  Fetischleute
allgemein  erkannt  und  verspottet  werden.“  Die  Zahl
der  Missionsstationen  in  Kamerun  ist  von  fünf  im
Jahre  1895  auf  sieben  im  Jahre  1896  erhöht,  noch
zwei  sollen  hinzukommen.  «

Im  Kondelande  am  Nyassasee  hat  die  Berliner
Mission  abermals  die  Zeltpfähle  weiter  stecken
        <pb n="90" />
        dürfen.  Es  ist  eine  neue  Station,  Bulagoa,  für  den
Kingastamm  im  Livingstoniagebirge  angelegt  worden.

 

Vom  18.  bis  21.  September  fand  in  Kisserawe
die  jährliche  Konferenz  der  Missionare  an  der  Küste
und  in  Usaramo  statt.  Zugegen  waren  die  Brüder
Worns,  Peters,  Cleve,  Liebau  und  Ostwald.
Vorher  hatten  sich  schon  die  Brüder  Worms,
Liebau,  Peters  und  Cleve  in  den  Tagen  vom
13.  bis  17.  August  zu  einer  Besprechung  vereinigt,
in  welcher  über  die  Erziehung  befreiter  Sklaven,
über  Berathung  der  Schwarzen  in  Rechtsstreitigkeiten,
über  die  Arbeit  in  Dar-es-Saläm  und  die  Schulthätigkeit
  in  Kisserawe  verhandelt  wurde.  Auf  der
Septemberkonferenz  kamen  die  vom  Vorstande  für
dieses  Jahr  gestellten  Themata  zur  Verhandlung.
Bruder  Liebau  theilt  mit,  daß  die  Brüder  in
Kisserawe  beabsichtigen,  die  Arbeit  in  Sungui  aufzunehmen.


 

Die  evangelisch-lutherische  Mission  zu
Leipzig  hat  ihre  Thätigkeit  in  Deutsch-Ostafrika  im
Jahre  1893  ausgenommen  und  bis  jetzt  unter  dem
Volk  der  Wadschagga  am  Kilimandjaro  drei  Stationen
  gegründet:  Nkarungo,  Mamba  und  Moschi,
auf  denen  fünf  ordinirte  Missionare  und  ein  im
Baufach  ausgebildeter  Missionsökonom  stationirt
waren.  Zwei  der  Missionare  sind  verheirathet.
Dem  Auftrage  des  Kollegiums  gemäß  haben  sich,  die
Missionare  Seg  ebrock  und  Ovir  nach  dem  Mern
begeben,  um  mit  der  Gründung  der  Station  zu  beginnen,
  sind  aber,  wie  bekannt  gegeben,  leider  in
der  Nacht  vom  19.  zum  20.  Oktober  am  Mern
ermordet  worden.  Beide  sind  nur  etwas  über
ein  Jahr  in  Afrika  thätig  gewesen.

In  Britisch-Ostafrika  hat  die  Leipziger  Mission
drel  Stationen:  Jimba,  Mbungu  und  Ikutha.
Diese  Stationen  sind  von  der  im  Jahre  1886  von
Pfarrer  Ittameier  in  Hersbruck  gegründeten  Gesellschaft
  für  evangelisch-lutherische  Mission  in  Ostafrika,
  der  sogenannten  Bayerischen  Mission,
unter  den  Wakamba  angelegt  worden.  Im  Jahre
1893  übernahm  die  Leipziger  Mission  die  Arbeit
unter  den  Wakamba,  nachdem  sich  die  Bayerische
Mission  mit  ihr  vereinigt  hatte.  Auf  den  drei
Stationen  waren  im  vorigen  Jahre  sieben  Missionare,
  von  denen  drei  verheirathet  waren.  Einer
von  ihnen,  Missionar  Kämpf,  erlag  am  4.  September
  1896  dem  Klima.

 

Der  Missionar  H.  C.  Enns  ist  mit  seiner  Frau
vom  Komitee  der  Baptisten-Mission  zu  Steglitz  nach
Kamerun  entsandt  worden.

 

Einem  Briese  des  Pallotinerbruders  Johann
Schäfer  aus  Engelberg,  vom  26.  April  1896,  abgedruckt
  in  „Kreuz  und  Schwert“,  entnehmen  wir
Folgendes:

6

 

Hier  oben  ist  eine  herrliche  Aussicht  über  die
Wassermassen  des  ungeheuren  Weltmeers.  Bei  hellem
Wetter  sieht  man  die  Insel  Fernando-Po  mit  ihren
Bergen  und  Häusern;  man  sieht  die  deutschen  und
englischen  Dampfer  und  die  Kriegsschiffe  aus  weiter
Ferne  in  Viktoria  und  Kamerun  einlaufen  und  ihre
Waaren  ausladen,  ja  zuweilen  enthüllt  sich  unserem
Blick  noch  Malimba  und  selbst  Kribi.  Hinter  uns
haben  wir  den  bis  in  die  Wolken  sich  erhebenden
alten  Götterberg.  Am  17.  Januar  hatte  er  eine
Schneekappe  aufgesetzt,  ebenso  am  heiligen  Osterfest,
also  weiße  Ostern.  Unser  schwarzer  Aloysius  aus
Marienberg  wollte  hinaufsteigen,  den  Schnee  in
Flaschen  füllen  und  ihn  den  Buben  in  Marienberg
senden,  denn  so  etwas  hätten  sie  in  ihrem  Leben
dort  nicht  gesehen.

Auf  dem  Engelberg  haben  wir  von  der  Kälte
nicht  viel  verspürt;  es  war  nur  angenehm  kühl.
Möge  der  Götterberg  doch  bald  eine  Stätte  des
wahren  Gottes  werden!  An  unserem  guten  P.  Eckmann
  hat  die  Mission  einen  großen  Verlust  erlitten.
Er  war  ein  überaus  eifriger  Missionar,  der  sich
selbst  vergaß  und  sich  keine  Ruhe  gönnte,  um  an  der
Bekehrung  der  Neger  zu  arbeiten  und  Seelen  zu
retten.

Wir  sind  hier  auf  dem  Engelberg  vollauf  beschäftigt
  mit  Bauen  und  mit  der  Kaffeefarm.  Der
eine  Flügel  des  Wohnhauses  ist  zum  Einziehen
fertig;  ferner  haben  wir  eine  Schule  gebaut,  aus
Wellblech  mit  Cementboden,  und  jetzt  sind  wir  am
Bau  der  Kirche.  Sie  ist  schon  unter  Dach  und  soll
am  Schutzengelfest  eingeweiht  werden.  Mit  dem
Bauen  hatten  wir  Pech.  Jetzt  ist  Tornadozeit  und
alle  2  bis  3  Tage  kommt  ein  tüchtiges  Unwetter.
Am  St.  Georgstag,  23.  April,  hatten  wir  die  Kirche
aufgestellt  und  nachts  kam  ein  Orkan  und  Gewmitter,
dergleichen  man  selbst  hier  noch  kaum  erlebt  hat.
Starke  Bäume  wurden  ausgerissen,  unser  Haus
wankte,  das  Dach  wurde  hinweggetragen  und  der
Regen  ergoß  sich  in  Strömen.  Wir  hatten  nichts
Erligeres  zu  thun,  als  Regenschirme  aufzuspannen,
Kübel,  Eimer  und  Wasserrinnen  herbeizuschaffen,  damit
  wir  nicht  gar  auf  dem  Götterberge  ertränken.
Der  P.  Präfekt  befürchtete,  das  Haus  könnte  umfallen
  und  wir  sammt  Haus  ins  Kaffcethal  hinabgeschwemmt
  werden.  Er  wollte  sich  in  die  Küche
flüchten,  ich  hielt  es  aber  für  gefährlich,  denn  die

Palme  vor  derselben  konnte  umfallen  und  uns  in

der  Küche  erschlagen.  Am  meisten  war  mir  bange
um  unsere  arme  Kirche  und  ich  hatte  mich  nicht  getäuscht.
  Als  es  ruhiger  wurde,  ging  ich  auf  den
Kirchhofsplatz.  Stellen  Sie  sich  mein  Entsetzen  vor!
Der  ganze  Bau  lag  umgeworfen  kreuz  und  guer,
durch=  und  übereinander.  Die  Zapfen  der  Balken
waren  abgerissen,  einige  Balken  in  der  Mitte  gebrochen.
  Unsere  Mühe,  unsere  Arbeit,  unser  Schweiß
waren  umsonst;  wir  mußten  wieder  von  vorn  beginnen.


Das  Hospital  wird  gebaut,  sobald  die  Kirche
        <pb n="91" />
        vollendet  ist.  Das  Ganze  wird  in  kleinerem  Maß-*
  das  Ansehen  des  Klosters  Maria-Einsiedeln
aben.

RAus  fremden  MHolonien.
Britisch-Ren.  Guinea.

Aus  der  englischen  Parlamentsvorlage  —  Nr.  168
—  über  die  Verhältnisse  in  Britisch-Neu-Guinea
während  des  Etatsjahres  1894/95  entnehmen  wir
folgendes  allgemein  Wissenswerthes:

Der  stellvertretende  Gouverneur  Mr.  Winter
war  während  des  größten  Theiles  des  Jahres  mit
Unterbrechungen  auf  Inspektionsreisen,  wobei  er  des
Oefteren  gezwungen  war,  gegen  verschiedene  Eingeborenenstämme
  wegen  begangener  Verbrechen  Strafexpeditionen
  in  das  Innere  zu  veranstalten.  So
war  eine  solche  veranlaßt  durch  die  Ermordung
des  Goldsuchers  Hurley  im  Hinterlande  von  Bartle
Bay.  Außerdem  waren  verschiedene  Streitigkeiten
zwischen  den  einzelnen  Völkerschaften  untereinander
sowie  zwischen  solchen  und  den  Missionen  beizulegen.
Gelegentlich  einer  Inspektionsreise  war  Mr.  Winter
am  6.  März  1895  bei  den  Trobriands-Inseln  auch
Zeuge  eines  Erdbebens.  Ein  mit  diesem  in  Verbindung
  stehendes  Ueberfluthen  der  Küsten  hat  verschiedenklich
  nicht  unbedeutenden  Schaden  angerichtet.
Auch  traf  Mr.  Winter  in  dieser  Gegend  auf  Arbeiter,
  welche  wegen  des  infolge  einer  nicht  näher
festzustellenden  Krankheit  bei  einem  Stammesgenossen
eingetretenen  Todesfalles  von  einer  Plantage  auf
deutschem  Schutzgebiete  entflohen  waren  und  von  der
Insel  Nusa  bei  Neupommern  stammten.  Im  Allgemeinen
  war  festzustellen,  daß  die  wilde  Bergbevölkerung
  vielfach  die  Leute  an  der  Küste  belästigte.
  .

Die  Berichte  der  Vorsteher  der  vier  Verwaltungsbezirke
  (West-,  Central-,  Ostbezirk  und  derjenige  der
Louisiaden-Inselgruppe)lauten  im  Allgemeinen  günstig.
Nach  dem  Bericht  des  Kommandeurs  der  Schutztruppe
hat  sich  diese,  die  sich  aus  den  Eingeborenen  des
ganzen  Schutzgebietes  rekrutirt,  gut  bewährt.

Die  Strafgefangenen,  welche  am  30.  Juni  1895
110  betrugen,  wurden  zu  öffentlichen  Arbeiten  verwendet,
  so  hauptsächlich  zur  Trockenlegung  der  Sümpfe
bei  Samarai.

An  öffentlichen  Arbeiten  wurden  ferner  neue
Wegeanlagen  ausgeführt  und  mehrere  Gebäude  neu
errichtet;  außerdem  wurden  auch  für  das  Gouvernement
  zwei  neue  Fahrzeuge  in  den  Dienst  gestellt.

Der  Werth  der  Einfuhr  bezifferte  sich  im  Jahre
1894/95  auf  28  367  Pfd.  Sterl.  gegen  11  108  Pfd.
Sterl.  im  Jahre  1888/89.  Der  Werth  der  Ausfuhr
  belief  sich  in  der  gleichen  Zeit  auf  16  215  Pfd.
Sterl.  gegen  5  94  3  Pfd.  Sterl.

Der  Hauptausfuhrartikel  war  die  Perlmuschel
im  Werthe  von  3005  Pfd.  Sterl.  wurde  im
Laufe  des  Berichtsjahres  auch  mit  Ausfuhr  von

 

Schwämmen  begonnen,  an  welchen  in  der  Kolonie
ein  großer  Reichthum  vorhanden  zu  sein  scheint.

Die  Kolonie  wurde  ausschließlich  von  englischen
Schiffen  angelaufen.

Die  Einnahmen  der  Kolonie  betrugen  5109  Pfd.
Sterl.,  wovon  4622  Pfd.  Sterl.  auf  Zölle  entfielen,
die  Ausgaben  betrugen  15  000  Pfd.  Sterl.

Die  Goldausbeute  machte  im  Berichtsjahre  keine
Fortschritte,  trotzdem  verschiedene  Trupps  von  Goldsuchern
  das  Land  durchforschten.

Die  Kolonie  war  während  des  ganzen  Jahres
von  den  Pocken,  die  im  deutschen  Nachbargebiete
stellenweise  aufgetreten  waren,  verschont  geblieben.

Besonders  bewährt  hat  sich  das  Institut  der
Dorfkonstabler.  Das  sind  Eingeborene,  welche  als
Vertrauensleute  des  Gouvernements  den  Verkehr
zwischen  diesem  und  ihren  Stammesgenossen  zu
führen  haben  und  ersterem  für  Aufrechterhaltung  von
Zucht  und  Ordnung  verantwortlich  sind.

Weinerzeugung  in  den  britisch  australischen  Rolonien
im  Jahre  18914/95.7)

Der  Anbau  von  Reben  in  den  aaustralischen
Kolonien  hat  im  Berichtsjahre  nur  wenig  an  Ausdehnung
  gewonnen.  Die  Gründe  hierfür  dürften
wohl  theilweise  darin  zu  suchen  sein,  daß  infolge  der
hohen  Arbeitslöhne  die  Anlage  und  Unterhaltung
der  Weingärten  mit  verhältnißmäßig  bedeutenden
Kosten  verknüpft  ist.  Ueberdies  haben  auch  die
australischen  Weine  auf  dem  europäischen  Markte
nicht  die  Aufnahme  gefunden,  die  von  manchen
Seiten  erwartet  wurde.  Andererseits  dürfte  die
Furcht  vor  den  den  Rebstock  verheerenden  Krankheiten,
  die  unter  den  obwaltenden  Verhältnissen  nur
sehr  schwer  auszurotten  sind,  in  gewissem  Grade
hemmend  gewirkt  haben.

Ueber  die  mit  Reben  bepflanzten  Flächen  in  den
verschiedenen  britischen  Kolonien  Australiens  sind  für
das  Berichtsjahr  die  folgenden  Angaben  veröffentlicht
worden:

 

4  Gegen  das
Angebaute  Vorjahr  mehr  (—)
4  Fläche  oder  weniger  (—
Kolonie  A  Acker
Neusüdwales  7577  +  224
Queensland  1987  —  13
Südaustralien  17  418““)  —
Vittoria..  30307  +  32
Westaustralkten  18464  +  221
Zusammen  59  153  +  464
—  23939  ha  +  187  ha

Die  Weinerzeugung  der  genannten  Kolonien  wies
im  Berichtsjahre  folgende  Ergebnisse  auf:
à)  Aus  dem  Deuuschen  Handels-Archiv  1896,  S.  184.
*)  Für  Südaustralien  ist  die  angebaute  Fläche  für  das
Jahr  1893/94  angegeben,  da  amtliche  Angaben  für  das
Jahr  1894/95  bisher  nicht  vorliegen.
        <pb n="92" />
        Gegen  das

 

 

Vorjahr  mehr  (4)
·  oder  weniger  (—)
Kolonien  Gallonen  Gallonen
Neusüdwales  731  —  726
Queensland  176  497  —  74969
Süudaustralien  1578590  +  865745
Viktoric  1909972  M+  419  788
Westaustralien  75814  —  1670
+  1341  566

Zusammen.  4472  556
—  203032  hl  —+—  60  960  hI

Die  Erträge  der  Weinlese  in  Neusüdwales  sind
im  Berichtsjahre  nicht  als  günstige  zu  bezeichnen.
Von  den  mit  Reben  bestandenen  7577  Acker  wurden
nur  4475  Acker  zur  Weinbereitung  herangezogen,
die  durchschnittlich  164  Gallonen  für  den  Acker  ergaben
  und  somit  um  etwa  40  Gallonen  hinter  den
Durchschnittssätzen  zurückblieben.

In  Südaustralien  dagegen  wies  die  Weinlese  im
Berichtsjahre  günstigere  Zahlen  auf  denn  je  zuvor,
und  auch  die  Erträge  in  Viktoria  und  Qnueensland
fielen  um  ein  Bedeutendes  besser  aus  als  im  Vorjahre.


Die  Weinlese  im  Jahre  1895/96  wird  als  eine
sehr  günstige  bezeichnet,  namentlich  für  die  Kolonien
Viktoria  und  Südaustralien.  .

In  derletzteren  Koloniewurden  1743090  Gallonen
gekeltert,  das  sind  164  500  Gallonen  mehr  als  im
Jahre  vorher.

Die  Ausdehnung  der  Weinindustrie  in  Australien
hängt  natürlich  zum  großen  Theil  von  den  Aussichten
  für  die  Weinansfuhr  nach  Europa  ab,  und
obgleich  diese  nicht  gerade  ungünstig  zu  nennen  sind,
so  ist  die  Ausfuhr  doch  bisher  nicht  in  dem  erhofften
Maße  gestiegen.

Die  Ursachen  hierfür  sind  hauptsächlich  darin  zu
suchen,  daß  nicht  immer  Weine  bester  Qualität  verschifft
  wurden,  und  daß  den  Weinen,  die  an  und
für  sich  schon  sehr  alkoholhaltig  sind,  in  vielen
Fällen,  um  sie  besser  trausportfähig  zu  machen,
noch  aus  den  Trestern  gewonnener  Alkohol  zugesett
wurde.

Von  mancher  Seite  wird  auch  noch  angeführt,
daß  die  australischen  Weine  ungemein  viel  verschiedene
Marken  führen,  und  daß  dieser  Brauch  die  Aufnahme
  bei  den  britischen  Weinhändlern  vielfach
erschwert.

In  letzterer  Zeit  hat  man  sich  indessen  einstlich
bemüht,  diesen  Uebelständen  abzuhelfen  und  die  Weinbereitung
  auf  eine  höhere  Stufe  zu  bringen.

Ueber  die  Mengen  und  den  Werth  der  im
Jahre  1894/95  zur  Ausfuhr  gelangten  australischen
Weine  geben  die  folgenden  Zahlen  Aufschluß:

Me  t

 

nge  er

Kolonie  Gollnen  Pfo.  Sterl.
Neusüdwaleess  40380  10  607
Sudaustralien  262  420  53  605
Viktoria  270004  57446

Zusammen  572804  121  658

=  25017  hl  2481  863  Mark
Dagegen  im  Vorjahre  613  583  108  023
Gallonen  Pffd.  Sterl.

8

 

Ueber  die  Einfuhr  australischer  Weine  nach  Großbritannien
  ist  für  das  Jahr  die  folgende  amtliche
Zusammenstellung  veröffentlicht  worden:

 

 

 

 

 

Kolonie  der  Rothwein  Weißwein
Verschiffung  Gallonen  Gallonen
Niktori  .  291  487  26  507
Südaustralten  266  706  13  429
Neusüdwales  11  683  1636

L  sland  276  389
Neuseeland  276  316
Tasmanien  —:  91
Zusammen.  570  428  42  368

—  25920  hl  1925  hl

Die  Herstellung  von  Schaumwein  macht  weitere
Fortschritte,  namentlich  in  der  Kolonie  Viktoria.  Ob
aber  die  Hoffnungen,  mit  diesen  Weinen  in  auderen
Ländern  Erfolge  zu  erreichen,  in  Erfüllung  gehen
werden,  steht  noch  dahin.

Die  Regierung  der  Kolonie  Viktoria  gewährt
für  alle  Weine  einer  bestimmten  Qualität  eine  Ausfuhrprämie
  von  3  Pence  für  die  Gallone.

Ueber  die  Bereitung  von  Kognak  in  den  australischen
  Kolonien  ist  für  die  Jahre  1893/94  und
1894/95  folgende  Uebersicht  zusammengestellt  worden:

1893/94  1894/95
Kolonie  Gallonen  Gallonen
Neusüdwalses  4650  6356
Queenslaad  664  102  697
Südaustralten  7  333  2
Viktoria  ..  62  301  606  193
Zusammen  74948  ?

Schifffabrt  und  Bandel  von  Lourenço·  Marques.*)

Schiffsverkehr.  Vom  1.  Januar  bis  30.  Juni
1896  sind  im  Ganzen  181  Kauffahrteischisse  von
263  719  Registertonnen  in  der  Delagoabai  angekommen
  gegen  149  in  demselben  Zeitraum  des  Vorjahres.
  »

Inwieweit  die  einzelnen  Nationen  hieran  betheiligt
sind,  zeigt  die  nachstehende  Tabelle:

 

Segel-Dampf=  Zu=  Register=Nationalität
  schiffe  schiffe  sammen  tonnen
Brilische  11  116  765
Deutsche  1  17  18  26  181
Norwegische  14  3  17  18362
chwedische  4  —  4
Amerikanische.  2  —  2  1973
Belgische  ..—  1  1  1935
Russisbe  1  —  1  1  480
Niederländische  1  —  1  1016
Zusammen  einschließlich
der  Schiffe  anderer
Nationen  .  138  181  263719
Einfuhr.  In  der  Zeit  vom  1.  Januar  bis

30.  Juni  1896  wurden  zu  Schiff  die  folgenden
Waarenmengen  eingeführt:  auf  Segelschiffen  416438,
auf  Dampfschiffen  108  578;  zusammen  145221
Tonnen  à  1000  kg.

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  697.
        <pb n="93" />
        Die  Gesammttonnenzahl  der  gelandeten  Güter
würde  sich  um  3400  Tonnen  höher  gestellt  haaen,
wenn  nicht  zwei  für  Lourengo-Marques  bestimmte
britische  Segelschiffe  infolge  der  dortigen  ungünstigen
Landungsverhältnisse,  die  ein  rechtzeitiges  Löschen
nicht  zuließen,  nach  Durban  und  East-London  hätten
versegeln  müssen.

Verkehr  auf  der  Eisenbahn.  Von  Lourengo=Marques
  wurden  im  verflossenen  Halbjahre  mit  der
Eisenbahn  in  1032  Zügen  70  189  Tonnen  Waaren
befördert.

Die  Zolleinnahmen  im  Zollhause  zu  Lourengo-Marques
  während  des  verflossenen  Halbjahres,  sowie
die  Werthe  der  gelandeten  Güter  in  der  gleichen
Periode  stellten  sich  folgendermaßen:  ·

 

Einfuhrzoll  250  160  337  Reis
Durchfuhrzoll  42  250  043„
Ausfuhrzolll  165  820
Wiederausfuhrzoll  121  121  =
Lagergebühren  4  495  685
Nebeneinnahmen  2  118  482
Stempelsteuer  1  760  250  =
Leuchtfeuerabgaben.  5522  019
Handelssteuer  17  021  523
Tonnengebühr.  11  957  610
Zusammen.  335  572  884  Reis

—  1617  641  Mark.
Die  im  verflossenen  Halbjahre  in  Lourengo-Marques
  gelandeten  und  von  dort  ausgeführten  und
wiederausgeführten  Güter  stellen  folgende  Werthe  dar:

Einfuhr  Werth:  Reis  Mark
Vortugiesische  Waaren  119  ·677  125  =  541  208
Nicht  portugiesische  Waaren  868  810  560  =  3  928  964

Zusammen

»  Transitverkehr
Nicht  portugiesische
Zusammen

988  487  685  =  4470  162

aaren  1  751  972  265  =  7  922  802
2740  459  950  =  12392  9607

 

Ausfur  4079000  =  13437
Wiederausführn  6123  050  —  27696
Zusammen  10  202  050  =  46  133

In  der  obigen  Ausfstellung  erscheint  nur  der
Werth  der  ausgeführten  nicht  portugiesischen  Waaren.
Die  bedeutende  Brennereiindustrie  der  Provinz
Mozambique  und  besonders  die  von  Lourengo-Mardues,
  deren  Produkte,  95  prozentiger  rektifizirter
Spiritus,  zollfrei  ausgeführt  und  ebenso  in  Transvaal
eingeführt  werden,  konnte  bei  dem  Mangel  an
statistischem  Material  nicht  berücksichtigt  werden.

Ein  Vergleich  mit  den  Vorjahren  läßt  die  steigende
Bedeutung  von  Delagoabai  erkennen.

Der  Schiffsverkehr  im  letzten  Halbjahr  weist  eine
Zunahme  von  32  Schiffen  gegenüber  dem  Verkehr
im  ersten  Halbjahr  18695  auf.

Die  Einfuhr  im  Jahre  1895  betrug  186  906
Tonnen.  In  dem  verflossenen  Halbjahr  wurden
145  221  Tonnen  angebracht,  also  nur  41  685  weniger
als  im  verflossenen  Gesammtjahre.  Unter  Annahme

 

gleichmäßiger  Vertheilung  der  Tonnenzahl  auf  die
halben  Jahre  würde  gegenüber  dem  ersten  Halbjahr
1895  mit  93  453  Tonnen  im  ersten  Halbjahr  des
laufenden  Jahres  ein  Mehr  von  51  768  zu  verzeichnen
  sein.

Unter  Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  in
der  zweiten  Jahreshälfte  der  größere  Theil  der
Schiffe  anzukommen  pflegt,  kann  angenommen  werden,
daß  Ende  des  Jahres  1896  doppelt  so  viel  Tonnen
angebracht  sein  werden  als  Ende  des  Jahres  1895.

Dem  gesteigerten  Verkehr  entsprechend  erreichten
in  den  sechs  ersten  Monaten  des  Jahres  1896  die
Einnahmen  des  Zollhauses  in  Lourengo-Marques
beinahe  die  während  des  ganzen  Jahres  1895  vereinnahmte
  Summe.  v«

Der  Einnahme  von  1895  mit  rund  1711  162
Mark  stehen  nämlich  Ende  Juni  bereits  1  517  541
Mark  gegenüber.  Dabei  ist  aber  zu  berücksichtigen,
daß  seit  Anfang  dieses  Jahres  zwei  neue  Einnahmetliel,
  die  Leuchtfeuerabgaben  und  die  Handelssteuer,
bestehen.  Zum  Beschaffen  von  Fonds  zur  Verbesserung
  und  Neuanlage  von  Leucht=  und  Signalfeuern
wird  von  je  1000  kg  der  für  den  Transit  bestimmten
Güter  eine  Abgabe  von  100  Reis  =  0,45  Mark
erhoben.  Die  von  den  Speditions=  und  Kommissionsfirmen
  zu  tragende  Handelssteuer  beträgt  75  Reils
0,34  Mark  von  je  1000  kg  eingebrachter  Ladung.
Beide  Abgaben  fallen  den  Empfängern  der  Güter
und  den  Speditionsfirmen  zur  Last.  Aber  selbst
dann,  wenn  der  Ertrag  aus  jenen  beiden  neuen
Steuern  mit  zusammen  101  954  Mark  ganz  von  der
Zollhauseinnahme  abgesetzt  wird,  so  stehen  bei  der
Annahme,  daß  die  Einnahmen  des  verflossenen
Jahres  sich  gleichmäßig  auf  dessen  beide  Hälften
vertheilt  haben,  doch  immer  nur  855  581  Mark  aus
der  ersten  Hälfte  von  1895  der  Summe  von
1  415.587  Mark  für  die  entsprechende  Zeit  im
Jahre  1896  gegenüber.  «

Der  Verkehr  auf  der  portugiesischen  Eisenbahn
hatte  sich  in  den  letzten  drei  Jahren  folgendermaßen
gestellt:

1893:  759  Züge  mit  47  824  beförderten  engl  Tonnen
1  .  905  52518  -

1895  1494  322995  -«
in  den  betreffenden  Halbjahren  also  und  im  letzten

Halbjahre:

1893.  379½  Züge  mit  23  912  beförderten  Tonnen
1894  452½  *  26259  --  *
1895  747  -  -41147  -  -
1896  1032  -  -70189  -  -

Der  gewaltige  Abstand  gegen  die  Jahre  1893
und  1894,  in  denen  die  Bahn  noch  nicht  bis  Pretoria
  durchging,  ist  nicht  so  bezeichnend  wie  der
Umstand,  daß  der  Güterverkehr  sich  in  diesem  Jahre
gegen  das  Vorjahr,  in  welchem  die  Verbindung
Pretorias  mit  Delagoabai  beendet  war,  nahezu  verdoppelt
  hat.
        <pb n="94" />
        Dandelsvertrag  zwischen  Rußland  und  Zanstbar.)

Le  Gouvernement  de  Sa  Majesté  Empereur
de  Russie,  d'une  part,  et  le  Gouvernement  de  Sa
Mejesté  Britannique,  agissant  au  nom  de  Sa  Hautesse
  le  Sultan  de  Zanzibar,  de  Pautre,  désirant
Frégler  les  relations  oommerciales  en  Zanzibar,  sont
convenus  de  ce  qui  suit:  4

Article  I.

Les  sujets  de  Sa  Majesté  PEmpereur  jouiront
dans  les  Etats  du  Sultan  du  traitement  de  la  nation
la  plus  favorisée  sous  le  rapport  du  commerce  et
de  la  bDavigation  ainsi  due  sous  tous  les  autres.
rapports;  ils  n’auront  à  payer  pour  leurs  warchandises
  et  leurs  navires,  à  Pexportation  et  à  Pimportation
  due  les  droits  auxquels  sont  ou  seront  assujettis
  les  sujets  de  la  nation  la  plus  favorisée.

Les  sujets  de  Sa  Hautesse  le  Sultan  de  Zanzibar
jouiront  dans  les  Etats  de  Sa  Majesté  PEmpereur,
en  se  conformant  aux  lois  du  pays,  du  traitement
de  la  nation  la  plus  favorisée  sous  le  rapport  du
Ccommerce  et  de  la  navigation,  ainsi  due  sous
tous  les  autres  rapports;  ils  n’auront  à  payer
Pour  leurs  marchandises  et  leurs  navires,  à  lexportation
  et  à  Pimportation,  due  les  droits  auxquels
sont  ou  seront  assujettis  les  sujets  de  la  nation
la  plus  favorisée.

1|  est  bien  entendu  toutefois,  que  les  dispositions
  du  présent  Article  ne  sappliquent  pas:

1.  Aux  faveurs  actuellement  accordées  ou
dui  pourraient  etre  accordées  ultérieurement  relativement
  à  T’importation  ou  à  Texportation  aux
babitants  du  Gouvernement  d’Arkbangel  ainsi  que
Pour  les  cötes  septentrionales  et  orientales  de  la
Russie  d'Asie  (Sibérie).

2.  Aux  stipulations  spóciales  contenues  dans
le  Traité  passé  entre  la  Russie  et  la  Suède  et  la
Norvege  Le  26  Avril  (5  Mai)  1838,  ni  à  celles
dui  sont  ou  seront  relatives  au  commerce  avec  les
Etats  et  pays  limitrophes  de  PAsie  et  due  ces
stipulations  ne  pourront  dans  aucun  cas  etre  invoduses
  pour  modifier  les  relations  de  commerce  et
de  navigation  stablies  entre  les  deux  Parties  Contractantes
  par  le  présent  Arrangement.

Article  II.

Sa  Majesté  PEmpereur  de  Russie  aura  le  droit
de  nommer  des  Consuls  dans  les  Etats  de  Sa  Hautesse
  le  Sultan  de  Zanzibar.  Ces  Consuls  seront
traités  sur  le  meme  pied  et  jouiront  des  mémes
Privilsges,  immunités  et  exemptions  que  ceux  de
Ia  nation  la  plus  favorisée.

Réciproquement,  Sa  Hautesse  le  Sultan  de
Zanzibar  aura  le  droit  de  nommer  des  Consuls
en  Russie  qui  jouiront  des  memes  droits,  immunités
  et  privileges  due  ceux  de  la  nation  la  plus
favorisée.

)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  654.

 

10  —

Article  III.

Le  présent  Arrangement  restera  en  vigueur
bendant  dix  années  à  partir  du  jour  de  sa  signature.


Dans  le  cas  on  aucune  des  Hautes  Parties
Contractantes  n'aurait  notifé  avant  la  fin  de  la
dite  période  son  intention  d’en  faire  cesser  les
effets,  le  présent  Arrangement  demeurera  obligatoire
  jusqu'fa  Texpiration  d’une  année,  à  partir  du
jour  o#  Pune  ou  Pautre  des  Hautes  Parties  Contractantes
  Paura  dénoncé.

Les  deux  Hautes  Parties  Contractantes  se
réservent  la  faculté  Dintroduire,  diun  commun
accord,  dans  le  présent  Arrangement  pendant  sa
durée,  telle  modification  ou  disposition  complémentaire
  dque  T’expérience  aurait  démontrée  utile.

En  foi  de  quoi  les  Plénipotentiaires  respectifont
  signé  le  présent  Arrangement,  et  y  ont  apposé
le  cachet  de  leurs  armes.

Fait  à  Lendees,  en  double  expöédition,  le
1⅝%4  Aouüt  1896
(Signé)  staal.

(Signé)  Saliebury.
(L.  S.)  (L.  S.)

Perschiedene  Wilklzeilungen.
Rinderpest  in  Südwestafrika.

Geheimrath  Dr.  Koch,  der  zum  Studium  der
Rinderpest  nach  der  Kapkolonie  berufen  worden  ist,
hat  Kapstadt  am  1.  Dezember  erreicht  und  ist  nach
einem  Besuch  der  Leprastation  auf  Robbenisland
am  3.  nach  Kimberley  gereist,  wo  er  zunächst  seine
Arbeiten  beginnen  wird.  Die  Rinderpest  soll  in
letzter  Zeit  keine  erheblichen  weiteren  Fortschritte  gemacht
  haben.  Der  Empfang,  der  dem  Geheimrath
Dr.  Koch  in  Kapstadt  zu  Theil  wurde,  war  ein
äußerst  ehrenvoller.

Expedition  des  Dr.  Max  Schöller.
Zetungsnahrichten  zufolge  ist  die  Expedition
des  Dr.  Max  Schöller  Mitte  September  von
Aruscha  am  Kilimandjaro  nach  Ngaruka  aufgebrochen
und  hat  Anfang  Oktober  Nguruman  am  Natronsee
erreicht.  Von  dort  beabsichtigt  der  Reisende  nach
Kavirondo  zu  gehen.

Tob  des  Reisenden  Stephan  Scholz-Rogozinski.

Der  zur  Zeit  der  deutschen  Besitzergreifung  von
Kamerun  mehrfach  genannte  polnische  Reisende
Stephan  Scholz-Rogozinski  ist  in  Paris  Anfang
Dezember  verstorben.
        <pb n="95" />
        Goldene  Medaille  jür  Aansen.

Der  Rath  der  Royal  Geographical  Society  beschloß,
  wie  das  Londoner  „Geographische  Journalberichtet,
  Dr.  Nansen  für  seine  Polarexpedition
1893—  96  eine  besondere  Goldene  Medaille  zu  verleihen.
  Dieselbe  Medaille  in  Silber  erhalten
Nansens  wissenschaftliche  Begleiter:  Kapitän
Sverdrup,  Lieut.  Scott-Hansen,  Lieut.  Johansen
  und  Dr.  Blessing;  die  Medaille  in  Bronze
wird  den  übrigen  acht  Mitgliedern  von  Nansens
Expedition  zugestellt.  Die  Uebergabe  der  Medaille
wird  Anfang  Februar  stattfinden,  zu  welcher  Zeit

ansen  mit  dem  Manuskripte  zu  seinem  hier  bereits
  erwähnten  Werke  „In  Nacht  und  Eis"“,
fertig  zu  sein  hofft.

Ueber  die  Lage  des  Elfenbeinhandels

berlchtet  die  Firma  Heinr.  Ad.  Meyer  in  Hamburg
Folgendes:

Die  seit  dem  Jahre  1894  eingetretene,  langsam
fortschreitende  Besserung  des  Elsenbeinmarktes  wurde
im  laufenden  Jahre  durch  die  fehlende  Nachfrage
Indiens  und  die  ungewöhnlich  kleinen  Bezüge
Amerikas  stark  gehemmt.  Alle  Anzeichen  deuten
iedoch  darauf  hin,  daß  das  nächste  Jahr  diese  Hemmung
  wieder  einholen  und  möglicherweise  wieder
hohe  Rohmaterialpreise  bringen  wird.

Das  Angebot  in  den  Auktionen  betrug  während
der  letzten  Jahre:

 

 

 

11

Die  kleineren  Quantitäten,  aus  Bornu  und  Wadai

stammend,  ließen  in  Europa  keine  Rechnung  mehr;

der  lange  Wüstentransport  war  zu  kostspielig  im

Verhältniß  der  niedrigen  Preise  für  geringe  Waare.
Das  importirte  Quantum  betrug:

1891  1892  1893
61  000  kg  43  000  kcg  45  000  kg
1894  1895  1896
87  000  kg  53  000  kg  32  000  kg

Deutsch-Ostafrika,  Mozambique  und  Bombay.
  Die  in  letzter  Zeit  sehr  verkleinerten  Zufuhren
des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  haben  sich
in  diesem  Jahre  so  ziemlich  auf  dem  vorhergehenden
fünfiährigen  Durchschnitt  erhalten,  doch  scheint  jetzt
eine  weitere  Abnahme  leider  sicher,  da  sich  so  leicht
kein  Ersatz  für  einen  Mann  wie  Stokes  findet,  die
Elefanten  recht  selten  und  mißtrauisch  geworden  und
auch  das  Bombardement  Sansibars,  des  Hauptund
  Bankplatzes  des  ganzen  Elfenbeinhandels  Ostafrikas,
  die  arabischen  Karawanenführer  nicht  zu
weiteren  Unternehmungen  aufmuntern  wird.

Die  Verschiffungen  nach  England  umfaßten:

1891  1893
148  Ooo  kg  125  doo  kg  86  000  kg
1894  1895  1896
129  doo  tg  93  000  kg  101  00  kg

Die  direlten  Verschiffungen  nach  Hamburg  zeigen
eine  kleine  Zunahme,  wogegen  solche  nach  Amerika

 

weiter  erheblich  zurückgegangen  sind.

 

Liverpool.  London.  Antwerpen.
1893  #  18004  1205  I  llscss  1293  1004  1005  1900  1888  1864  .  138  E
kg  4688  g
Januor  1900  15  oo  128500,  16H00  10  00  85  oo  98300  6  S0o  37000  6000/  5  00
April  21  000,  18  16  00|15000|  83.000  102  000  86  000|  76.000  48  000  80  66  000
Jull  20  000,  13  000  150000/13000|81.000.  84  000,  65  000)  66  000|  62  000  43  000,  61  000  52000
diiober  12000  16  0004  14000  12  0001  92  000  102  000  95000/  86  000)  07  000  a  doõ  i  doð  60  %
Total  69  000,  60  000.  57  000  56  000/  359  000.  376  000,  344  000,  284  000|  221  000,  184  000.  272  000.243  000
Totalangebot  Verkauft  wurden  Unverkauft  geblieben
1003  1  1894  1  18°5  1  1506  1903  154  1295  1006  4  1894  1895  1896
«  I  i  .  «  ksk
Januar-.  .  Rath  1388600l  170Z00  148500  MOJOQ  122302  144300i  139000  NZOOl  166005  LSZOOE  9
April  ..  ...  152  000.  170  000,  182  000.—  156  000  126  000  138  000  170  000  134  000|]  27000,  32  00°0  12  000%  22000
Juti.  .  i
Oktober  .  171  000  172  o000  180  000  158  000|  150  000/164  000  174  000.  153  0001  21000  8000.  6000  5000
Total  649  000  620  000  673  000  583  000|  563  000  550  000.  613656540  660|  55  566  70  000  54000  5665

Für  das  Jahr  1897  sind  die  Auktionen,  wie
folgt,  bestimmt:

in  Liverpool  auf  den  19.  Januar,  20.  April,

20.  Juli,  19.  Oktober;  -
in  London  auf  den  26.  Januar,  27.  April,
27.  Juli,  21.  Oltober:  ·
in  Antwerpen  auf  den  2.  Februar,  4.  Mai,
3.  August,  2.  November.

Der  Sudan  lieferte  1896,  wie  erwartet,  ein
ungewöhnlich  kleines  Quantum,  denn  die  Mahdisten
haben  schon  seit  Jahren  den  größten  Theil  des  vorgefundenen
  Elfenbeins  heimlich  zur  Küste  vertauscht.

Für  weiche  schwere  Sorten  erlitten  die  Preise
in  London  einen  Abschlag  von  elwa  10  pEt.,  was
den  Vorkäufern  an  der  Küste  abermals  einen  erheblichen
  Verlust  brachte.

Von  Benguella  wurden  via  Lissabon  etwa
11  000  Kg  nach  England  verschifft,  die  sich,  ihrer
geringeren  Qualität  entsprechend,  nicht  ungünstig
verkauften.  "

Kongogeb  iet.  Die  diesjährigen  Zufuhren  und
Auktionsverkäufe  zeigen  auch  hier  noch  keinen  so  großen
Abfall,  doch  war  die  Qualität  durchgängig  geringer
und  aus  ungewöhnlich  vielen  kleinen  Zähnen  bestehend.
        <pb n="96" />
        Durch  die  erfolgte  Freisprechung  Lothaires  ist
die  seinerzeit  in  Europa  mit  so  großem  Wohlwollen
aufgenommene  Handelsfreiheit  der  Kongoalte  in
diesem  Staate  thatsächlich  aufgehoben,  da  der  im
Vorjahre  hingerichtete  Stokes  sicher  einer  der  anständigsten
  Elfenbeinhändler  Centralafrikas  war  und
sich  daher  diese  Handelsfreiheit  in  Wirklichkeit  für
den  Ausländer  als  werthlos  erwiesen  hat,  Preise
haben  sich  für  diese  geringere  Waare  von  5  bis
7  pCt.  gehoben.

Die  Uthansverkäuf=  betrugen:
189  1892  1893  9
172  0K0K  ke  204  000  kg  311,  000  kg
1895  1896
a26  *  ke  340  000  kg  317  000  kt
Niger-Benuegebiet.  Die  Royal  Niger  Company
  ist  selt  dem  großen  Preisfalle  in  Enropa
zurückhaltend  in  dem  Verkaufe  ihres  theuer  zingetauschten
  Elfenbeins  und  wartet  anscheinend  bessere
Morktverhältniß  e  ab.  s
diesjährigen  Anfuhren  blieben  klein  und
l
l
l

 

Die
theils  in  Hoffnung  besserer  Preie  zrrlsgehoo

In  ultion  vorgebraht  wurden:

189
34  8  kg  62  s  86  2  V
1894  1896

28  O00  kck  35  7  Fu  29  000  kg

Preise  für  kleine  Zähne  ohne  Aenderung,  für
mittlere  und  große  Zähne  dagegen  eine  weitere  Steigerung
  von  etwa  5  péCt.

12

verglichen

Gabun  und  Kamerun.  Die  Verschiffungen
nach  England  hoben  sich  von  37  000  kg  auf
43  000  kg;  auch  hat  das  kleine  Hamburger  Elfenbein-Termingeschäft,
  nachdem  die  früheren  Opfer
wieder  wohlwollende  Unterstützung  gefunden,  durch
hrößere  Verkäufe  schwimmender  Waare,  ohne  Qualitätsgarantie,
  sich  weiter  ausgezeichnet  und  auf  die
günstigere  Allgemeinlage  hin  Lieferungen  bis  März
1897  abgeschlossen.  Preise  wurden  etwa  6  PCt.
gesteigert.

Die  westafrikanischen  Verschiffungen  waren:

1891  1892  1893
274  000  kg  321  000  kk  391  000  kg
1894  1895  1896
328  000  lg  435  000  tg  396  000  kg
und  vertheilten  sich  die  Totalzufuhren  nach  Europa:
1891  1892  1893

nach  England.  447  000  k
nach  dem  Festlande  126  000  *

Europa  total  573.000  kg

25  Ws  zu  ooo#kg
11  000  272000

#  g  583  O00  kg

1894  1895  1886
nach  England  340  00  ke  321  000  kg  282  000  kg
nach  dem  Festlande  212000  =  293000  =  273  000

Europa  total  552  000  kg  614  000  kg  555  000  k.  xg
Hiernach  zeigen  die  diesjährigen  Totalzufuhren,
mit  dem  vorhergehenden  fünfjährigen
Durchschnitte,  einen  Ausfall  von  etwa  28  000  kg,
der  ausschließlich  England  trift.

Die  Preise  von  Elefantenzähnen.  betrugen  Ende  Dezember  1896:

von  der  Westküste
harte

Für  gesunde,  gute  Zähne  aus  Afrika:

von  der  Ostküste

rt  im  Gewichte  weiche
à  Mk.  5,—  bis  Mk.  8.—  von  a  bis  2  kg  à  Mk.  9,—  bis  Mk.  13,50
à  9—  11,—  -  .  4=  a  #.  14,-—-  1550
3  12,—  14,—  -  ?  9.  à  16,  —  1950
4  .  14,50  15,—  10  14  à  20  —  .  21,—
à  15,50  16.—  *  15  19.  à  21.—  22,.—  „
à  1950  77,—  20  24.  a.  23—  u  28,.50  per  Kiloà
  .  1750  18.—  25,  29.  a  24.—.  24.50  Sramm.
à  18,0  19—  30  .  34  à  25.—  25,50
à  19,50  20,—  835  39  à  26,—  206,50
à  .  20.50  21.—  .  40  49.=  à4  27,—  27,50
4  .  21,50  22,.—  50  und  mehr  à  -  28—.  30,—
Titteratur.  zusammengestellt  und  ein  Lehr=  und  Nachschlagebuch

ersten  Ranges  bei  mäßigem  Preise  geschaffen.

Dr.  med.  Franz  Kronecker:  Von  Javas  Feuerbergen.
  Das  Tenggergebirge  und  der  Vulkan
Bromo.  Mit  zehn  Vollblldern,  zwei  kleinen  und
einer  großen  Karte.  Oldenburg  und  Leipzig  1897.
Schulzesche  Hofouchhondlung.

Die  interessante  Schrift  bietet  ein  anschauliches

Bild  einer  der  großartigsten  Merkwürdigkeiten  Javas.

Der  Verfasser  hat  den  Vulkan  Bromo,  den  größten

 

sieperts  großer  Handatlas.  Mit  Namensverzeichnissen
  und  Bevölkerungsziffern.  Statistischer
Tert  von  Dr.  Paul  Lippert  und  M.  Busemann.
  Dritte  Auflage.  Berlin.  Dietrich  Reimer.
Der  jetzt  bis  auf  eine  Karte  vollendet  vorliegende
  Atlas  ist  eine  Musterleistung  deutschen  Fleißes
und  deutscher  Gründlichkeit.  Professor  Kiepert  und
seine.  Mitarbeiter  haben  auf  dem  knappsten  Raume
eine  ungeheure  Fülle  von  geographischem  Material
        <pb n="97" />
        thätigen  Vulkan  der  Erde,  im  Frühjahr  1895
besucht  und  schildert  hier  in  treuen  Zügen  die  von
ihm  durchreisten  Theile  Javas  und  seiner  noch  so
wenig  bekannten  Bergwelt.  Jedem  Weltreisenden
wird  die  Schrift  ein  willkommener  Führer  sein.

 

Colmar  Freiherr  von  der  Goltz:  Anatolische
Ausflüge.  Mit  37  Bildern  und  18  Karten.
Berlin.  Verein  der  Bücherfreunde.  (Schall  &amp;amp;
Grund.)

Kleinasien  erregt  seit  einer  Reihe  von  Jahren

in  Deutschland  immer  wachsende  Aufmerksamkeit.  In

Palästina  haben  deutsche  Auswanderer  blühende  Ansiedlungen

  geschaffen,  im  mittleren  Kleinasien  sind

zahlreiche  deutsche  Kaufleute  thätig  und  im  Norden
haben  die  mit  deutschem  Kapital  gebauten  großen

Eisenbahnen  die  Niederlassung  einer  Menge  Deutscher

verschiedener  Berufe  und  den  Besuch  des  Landes

durch  zahlreiche  Reisende  veranlaßt.  Während  früher

Bücher  über  die  Verhältnisse  dieser  Gegenden  im

großen  Publikum  kaum  Leser  fanden,  erwecken  sie

daher  jetzt  lebhaftes  Interesse.  Das  hier  vorliegende

Buch  thut  es  in  ganz  besonderem  Maße.  Ist  doch

sein  Verfasser  der  langjährige  deutsche  Lehrmeister

des  türkischen  Heeres,  welcher  die  Türkei  und  ihre
asiatischen  Besitzungen  kennt,  wie  nur  wenige  Menschen
  das  thun.  Seine  durch  Photographien  und

Zeichnungen  von  Künstlerhand  belebten  Schilderungen

geben  ein  außerordentlich  fesselndes  Bild  Anatoliens

und  werden  zweifellos  dazu  beitragen,  daß  dies  alte

Kulturland  in  Zukunft  noch  öfter  als  bisher  von

Deutschen  besucht  wird.

Georg  Kahlbaum:  Eine  Spitzbergenfahrt.  Leipzig
1896.  J.  A.  Barth.

Daß  das  eisumstarrte  Spitzbergen  das  Ziel
von  Vergnügungsfahrten  werden  würde,  haben  die
kühnen  Seefahrer,  welche  es  bei  den  Versuchen,  eine
nordöstliche  Durchfahrt  nach  Indien  zu  finden,  entdeckten,
  sich  gewiß  nicht  träumen  lassen.  Das  Unwahrscheinliche
  ist  indessen  Thatsache  geworden  und
so  Mancher,  der  zum  Forschungsreisenden  sonst  wenig
Neigung  hatte,  genießt  jetzt  im  Sommer  den  Anblick
der  Gletscher  und  Fiorde  der  nordischen  Insel.
Der  Verfasser  hat  im  letzten  Sommer  die  Reise  mit
Kapitain  W.  Schade  ausgeführt  und  seine  dabei
erhaltenen  Eindrücke  in  dem  vorliegenden  kleinen
Buche  niedergelegt,  dessen  Lektüre  warm  empfohlen
werden  kann.

Georg  Wislicenus:  Deutschlands  Seemacht  sonst
und  jetzt,  nebst  einem  Ueberblick  über  die  Geschichte
  der  Seefahrt  aller  Völker.  Erläutert
durch  65  Bilder  vom  Marinemaler  Willy  Höwer.
Leipzig  1896.  Fr.  W.  Grunow.

Der  sachkundige,  im  deutschen  Marinedienst  aufgewachsene
  Verfasser  liefert  in  seinem  hübsch  aus-13



 

gestatteten  Werke  eine  lesenswerthe  Geschichte  der
Entwickelung  der  Seemacht  Deutschlands  —  von  den
ältesten  Zeiten  bis  zur  Gegenwart.  Seine  Darstellung
  gewinnt  dadurch  besonderes  Interesse,  daß
er  stets  die  allgemeine  Entwickelung  des  Seewesens
innerhalb  der  einzelnen  Zeitabschnitte  im  Auge  behält.
Behandelt  ist  auch  die  Geschichte  der  deutschen
Flotte  von  1848,  wenn  auch  auf  Grundlage  von
weniger  Material  als  in  dem  betreffenden  Abschnitte
der  Zimmermannschen  Geschichte  der  preußischdeutschen
  Handelspolitik,  wo  diese  ganze  Angelegenheit
  auf  Grundlage  der  Akten  geschildert  worden  ist.

Dr.  H.  Sabersky:  Ein  Winter  in  Aegypten.  Mit
16  Bildern  und  1  Karte.  Berlin.  Verein  der
Bücherfreunde.  (Schall  &amp;amp;  Grund.)

Aegypten,  die  Wiege  der  ältesten  uns  erhaltenen
Kultur,  das  Land,  um  dessen  Besitz  bis  zur  Gegenwart
  so  ungezählte  Kämpfe  ausgefochten  worden
sind,  ist  heute  der  beliebteste  Winteraufenthalt  für
die  Bewohner  der  nördlichen  Länder  geworden.
Eine  stattliche  Reihe  von  Werken  hat  zum  Nutz  und
Frommen  dieser  Reisenden  schon  Geschichte,  Alterthümer
  2c.  des  Nilthals  geschildert.  Auch  an  Reisebeschreibungen
  ist  kein  Mangel.  Doch  fehlt  ihnen
meist  das  Lebendige,  Anschauliche,  was  bei  dem,  der
das  Land  kennt,  sogleich  die  eigenen  Eindrücke  wieder
wachrust.  Der  vorliegenden  Schilderung,  die  zum
Theil  aus  Briefen  erwachsen  ist,  kann  das  aber
gerade  nachgerühmt  werden.  Das  Buch  dürfte  sich
daher  viele  Freunde  erwerben.

 

R.  Neubert:  Denkschrift  über  die  systematische
Erschließung  der  deutschen  Schutzgebiete  mittelst
Militärbahnen  und  über  die  Anlage  von  Wasserreservoiren
  in  Deutsch-Südwestafrika.  Zwickau
1893.  Selbstverlag.

 

WVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVTYV  V

Titterakur-Verxeichnig.

Gabler,  E.:  Schulwandkarte  der  deutschen  Kolonien.
Unter  Mitwirkung  von  C.  Heßler  bearbeitet.  Zweite
Auflage.  4  Blatt,  à  78.5  2  69  cm.  Farbendruck.
10  Mark,  auf  Leinwand  in  Mappe  oder  mit  Stäben
Mark  15,—.  Georg  Lang  in  Leipzig-Noll,

  N.:  Histoire  de  Tarmée  coloninle.  2  fr.  50  c.

erger-  Levrault  &amp;amp;  Cie.  Paris.

L'Abyssinie  en  1896.  3  fr.  50  c.

Combes,  P.:
La  Cgionisation  frangaise  aux  Nou-Davillé,

  E.:
volles  Hébrides.  5  fr.

Malloson:  Histoire  des  Frangais  dans  IInde  depuis
la  fondution  de  Pondichery  jusqdu’'d  la  prise  de
cette  ville  (1674—1761).  7  kr.  50  c.

Mattei:  Bas-Niger,  Benoué  Duhomey.  5  fr.

J.  André  &amp;amp;  Cic.  in  Paris.
        <pb n="98" />
        14
Brhiffabewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  2/11.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Condor"“  Port  Natal.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Falke“  11/10.  Apia  5/11.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  22/11.  Freetowm  29/11.  —  Monrovia.  —  10//12.  Klein-Popo  12/12.  —
16/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  14/9.  Kamerun  17/12.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe"  11/9.  Sydney  24/11.  —  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)

S.  M.  S.  „Seeadler“  9/7.  Sansibar.  (Poststation:  Kapstadt.)

 

Verkehrs-Wachrichten.
Bekanntmachung,  betreffend  Postanweisungen  im  Verkehr  mit  den  Samoa-Inseln.

Vom  1.  Jannar  1897  ab  sind  Postanweisungen  aus  Deutschland  nach  den  Samoa-Inseln,  durch
Vermittelung  der  deutschen  Postagentur  in  Apia,  bis  zum  Einzelbetrage  von  400  Mark  zulässig.  Zur
Ausstellung  der  Postanweisungen  ist  das  für  den  internationalen  Verkehr  vorgeschriebene  Formular  zu
benutzen,  wobei  der  Betrag  lediglich  in  der  Markwährung  anzugeben  ist.  Die  Gebühr  beträgt  10  Pfennige
für  je  20  Mark,  mindestens  jedoch  20  Pfennig.  Die  Auszahlung  der  Beträge  durch  die  deutsche  Postagentur
  in  Apia  erfolgt  entweder  in  der  Markwährung  oder,  je  nach  den  vorhandenen  Geldmitteln,  in
englischer  oder  der  Währung  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika.  Ueber  die  sonstigen  Bedingungen
erkheilen  die  Postanstalten  auf  Erfordern  Auskunst.

Berlin  W.,  den  16.  Dezember  1896.

Reichspostamt,  I.  Abtheilung.
Fritsch.

Schiffsverkehr  zwischen  Anstralien  und  den  Inseln  der  Südsee.

Zur  Zeit  bestehen  außer  den  Linien  nach  Fidii,  Neu-Kaledonien  und  den  Neu-Hebriden  unter

anderen  folgende  Dampferlinien:
1.  Der  Dampfer  „Archer“",  Rheder  Henderson  &amp;amp;  Mgaefarlane,  geht  etwa  drei=  bis  viermal  jährlich
von  Sydney  über  Fidji,  bisweilen  auch  Apia,  die  Gilbert-,  Marshall-Inseln  nach  Nauru  und  zurück.

.  Von  Sydney  nach  Fidji,  Apia  und  Tonga  geht  der  Dampfer  „Ovalau“  der  Union  Steam  Ship  Co.
of  New  Zealand  Ltd.  etwa  alle  vier  Wochen.

Von  Auckland  geht  in  gewissen  Zwischenräumen  der  Dampfer  „Taupo“  von  derselben  Gesellschaft
nach  Tahiti  und  Rarotonga.

.  Von  Sydney  geht  etwa  alle  sechs  bis  acht  Wochen  der  Dampfer  „Titus“,  Rheder  Burns
Philp  &amp;amp;  Co.,  nach  Britisch-Neu-Guinea  und  nach  den  britischen  Salomons-Inseln.  Nerdmngs
hat  die  Rhederei  von  der  Neu-Guinea-Kompagnie  den  Dampfer  „Paabel“  gekauft  und  beabsichtigt,
denselben  regelmäßig  nach  Kaiser  Wilhelmsland  und  dem  Bismarck-Archipel  fahren  zu  lassen.

0  5P

Der  nach  Deutsch-Südwestafrika  fahrende  Dampfer  „Marie  Woermann“  ist  am  21.  Dezember  in
Teneriffa  angekommen.

Fahrten  des  Dampfers  „Leutwein“  nach  Tsoakhaubmund:
ab  Kapstadt  am  5.  Januar  und  2.  Februar  1897.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schutzgebleten.

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  mussen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
shiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
1
Te  am  20.  Jan.,  10.  Febr.  Tanga  20  Tage  am  1.,  18.,  29.  Jan.,
con  5%  1½  h  urres  Salam  1  Tage  20  Februar.
,  -  rindisi  am  3.,  31.  Januar  ansibar  age  abds.
1.  Deutsch-  Ostafrita.  ubihst  ,  iie  nsi  g

am  10.  jedes  Mts.

 

Narseile
-ranzösische  Schiffe)  40  ums.

 

Sansibar  18  Tage

 

am  8.  jedes  Monats
948  abds.
        <pb n="99" />
        15

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
ch  schiffungshafen  anm  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
2.
to  gneen  Southa  zton,  am  9.  Jan.,  6.  Febr.  Lüberitzbucht  27  Tage  am  8.  Jan.,  5.  Febr.
und  Gibeon  w  uuê  (englische  Sch  40  ums.  Swakopmund  31  Tage  118  vms.
soens  von  dort  weit

wege
3  6  Wanaba  .  14  S
b.  nach  Keelmanshoop  und
beon  alle  3  Wochen)

Kapstadt,  n
scher  Dpf.,  Leutwein")

ET  —

am  31.  Januar
nachts

Swakopmund  30  Tage

an  S1.  31.  Zgnuar

 

3.  Ramerun.

E  an  S
1  E  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
na
am  20.  Jan.,  17.  Febr.

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10,  jedes  Monats
720  abds.
am  11.  *  15.  Febr.

 

am  10.jedes  Mts.  nachts
*

Klein-Popo—  40  Tage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

0.  u.  20.  jedes  Mts.
Hamöur  am  20.jedes  Mts.  Lome  31  T  am
Klein-  sowie  am  Letzten  jedes
4.  Togo-Gebiet  Ceutche  *  am  Letzten  jed.  Mts.-  Alein  n  *  Tase  Monats  720  abds.
Ueber  Liverpool  oder  von  da  ab  —
Liebes  zur  a  Ver-  aige  vt  am  13.,  27.  Januar  Quitiah  86  age  am  A#S.  Januar
n  da  ab  Lan  un
langen  des  Absenders)  Marseill  am  25.  jedes  Monats  Fepnen  ge  o  am  23.  jedes  Monats
(lparelsisch  Schiffe)  40  nachm.  on  da  ab  Landverbindung  9186  abends
Neapel  am  10.  Februar  iedrich  Wilhelms-5.
  Deutsch-Ueu-Gninea.  qoeuncr  Schisfe)  Urgarich  45  Lean  *“  12.  Februar
rindisi  am  14.  Februar  41  Tage  abds.
(Nachversand)  abds.
Brindisi  am  8.  Jan.,  14.  März  Jaluit  74  Tage  am  1.  Jan.,  12.  Mär
6.  Marshall=  Inseln.  (über  Manila)  abds.  6  !  !
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  ost  Eest  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  *  in  Berlin  6  Von  afen  in  K.  6
voang  —  7  eo  ’iue  Hamburg.  an  10  #n  und  25.4
eutsch-Ostafrika  indi  ogebiet  jedes  Monats
*#  *i  EE—  2.  Ju  23.  .  egos  —
Deutsch  ·  glidwestafrika  Plymouth.  .am  12.  Januar  Deuisch  ·  Neu-Guinea.  Neapel.  .  ..  am  6.*  Februar
amburg  ..  am  26.  *  jed.  Monats  »  Marseille  od  ·  —
Kamepuu.......  l  Z  spapc  Mäsæ  FRIT  mavipallsuieln..SåsscelkoxaskaeFebmar
*  Fälligleitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

Postdampfer

Letzte  Nachrichten
bis  28.  Dezember  1896

 

„Adolph  Worrmem“  ..
„Aline  Woermann“  “
„Anna  om“  .
„Carl  Woerm
„Eduard  Sohien
S  Woermann“  .
8  **  33  chn-  .
-retenoca·
„Hedwig  Woermann“
„Jeannette  Woermann“.
rt  Woermann“  .
„r  “
s  u  Bo  .
„Marie  ahlen
Melita  Bohlen"
„Vaessor  ont  #

„Werr  ½

 

 

Reise
von  nach
Loango  Hamburg
Hamburg  Ponta  Negra
Sherbro  amburg
Kotonou  amburg
Hamburg  Congo
herbro  amburg
Ponta  Negra  din
Hamburg  otonou
Hanburs  Kotonon
oanda  amburg
Hamburg  oanda
amburg  Ke  Negra
amburg  onta  Negra
amburg  Luderitzbucht
Lübderitzbucht  Hamburg
amburg  Sherbro
amburg  Loanda
amburg  Sherbro

 

am  23.  Dezember  in  Lagos.

am  22.  Dezember  in  Gabun.

am  23.  Dezember  ab  Sierra  Leone.
am  9.  Dezember  in
am  24.  Dezember  in  Accra.
am  21.  Dezember  in  Hamburg.
am  22.  Dezember  in  amburg.
am  28.  Dezember  in
am  27.  Dezember  Dover  irt.
am  24.  Dezember  in  Bonny.

am  270.  Dezember  ab  Hambur

anuar  1897  ab  Hanzzurg.
ezember  in  Madeira.

am  21.  Dezember  in  Teneriffe.

am  15.  Dezember  in  Accra.

am  26.  Dezember  Dover  paH  rt.
am  24.  Dezember  in  Teneriffe

am  24.  Dezember  in  Sierra  Zeone.
        <pb n="100" />
        WoERMNANN-LINIE.
Regelmähßige  Volt--Dampflchifffabrt  zwischen  Hamburg  und  Welkafrika.

Ausreise.

Fahrplan  für  das  erste  Vierteljahr  1897.

Heimreisee.

Linie  I.  Nach  Lagos,  —  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Regra.

 

Hamburg  1.
adeira
Monrovia“.

cera*  ..
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Rto  del  Rey

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Groß-Batanga
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Gabun
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Jan.  10.
19.

27.
3.

 

Febr.

aes  bàaü  „  „  "

10.
19.

 

März  10.

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Fonta  7  Nega  .

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Klein-Satanga
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Grand-Vopo“
Klein-Popo
Lome

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"

Monrovia
Gran  Eanaria:
Teneriffa.
Madeira
Hamburg

 

4  almas
r5  Bassa

 

 

 

März  2.  März  29.April  29.
:  3.  April  1.  Mai  1.
-  4.  *  2.  *  2.
*  4.  -  2.  :  2.
5.  :  3.  :  3.

6.  -  4.  -  4.
*  7.  -  5.  *  5.
-  8.  -  6.  "  6.
-  9.  *  7.  :  7.
:  10.  -  8.  :  8.
=  1.  :  1.  :  1.
:  21.  :  21.  21.
*  22.  22.  *  22.
24.  24.  -24.
26.  25.  *  25.
26.  26.  206.
*  27.  =  27.  27.
*  23s8.  *  828.  "  238.
*  30.  "  30.  "*  30.

April  1  Mai  1.Juni  1
:  2.  :  2.  -

12.  12.  12

.  13.  13.  *  13.
*  15.  .  15.  é  15.5
24.  24.  -

Linie  II.  Nach  Marokko,  Canar.  Inseln  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlaufend.

 

 

Ausreise.  Heimreise.
Hamburg.  Jan.  15.]  Febr.  15.  März  15.  Sherbro  ebr.  29.  März  28.  April  28.
Antwerpen  *  20.  -20.  -20.  Sierra  Leone  ärz  1.  3  #  30.
Larache  27.  -  .  -2".  Conakry  :  2.  April  1.  Mai.  1.
*22  *  28.  .  28  20.  Rufisque  8.  *:  8  8.
29.  -  "*  ?  Dakar  -9.  =  9.  -9.
#  .  Febr.  1.  März  April  1.  Gran  Canaria.  15.  :  15.  "  15.
Saffi  *  2.0  -  .  2272  Mogador  *  II.  I7.  *  I7.
Mogador  .  3.  -  .  -  Saffi  18.  *  18.  *  18.
Mazagan  6.  -  7  -  Mazagan.  -20.  -20.  20.
Gran  Canaria  7,.  -  .  -  Cafablanca.  -21.  -21.  -21.
Teneriffa  6.  8.  -  anger  22.  22.  *  22.
orée#  *  12.  *  12.  -1  Hamburg  -680.  -30.  é*  30.
Dakar  *  12.  =  12.  *  12.
Rufisque  -13.  -13.  -13.
Bathurst  1424.  -14.  124.
Bissao  -  16.  -  —  2  16.
olama  -139.  —  *.  19.  -
Sierra  Leone  -21.  -13.  -Ê21.
Sherbro  23.  20.  23.
#t)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1  am  11.  iedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,

 

 

Linie  III  X  21.  jebes  Monats,  Linie

Nur  für  Passagiere.

 

 

 

 

am  1.  jedes  Monats.
        <pb n="101" />
        —  17  —

Linie  III.  Nach  der  Goldküste  und  Togo.

 

 

 

 

 

Ausre  isee.  Heimreise.

.  l  -
bambutgf...Jan-W.Fsebk.20·Märs20.  (otonou  Febr.  28.  Marz  28.  Avril  a3.
Conakry  Febr.  6.  März  6.  Anpril  6.  Whydah  D  März  1.  -  ·  9.
*m-  *  8.  8.  :  8.  Erand-Popo  2.  aApril  2.  ma-  2.
Arim  ...  Klein-Popo  .J3.  *  3.  3.
Dircove  ....  -12.  ·12.  12.  Bagida  :  5,  .  5.  *:  5.
Elmina  ....  anne  .  ½  ¾u  -  1  -  3

ap  Coast  ·  Kwitta  -  -  .  .
chippudf  ...l«14·«I4-«14·  Wqu  I-11·11.«-11.
pam  16  '15  15  8  .  I-1.  -13.E-13.
Winnebah  I  «  '  .  Palnos  .  ’·16.  s16.;-16
cra.  ..;-16·  -16.  -16.  Monrovia  18.  :  18.  18
Addaad  .18  -138.  -138.  ran  Canaria.  -236.  :  26.  .  26.
Kwitta  19  19.  19.  eneriffa.  „27.  27.  27.
Lome  „=  21.  21.  :  21.  Nadeirrn  28.  28.  2K
Bagida  22.  22.  .  22.  Hamburg  .  Anpril  9.  Mai  9.  Juni  9.
Klein-Popo  -  23.  23  «
Grand-Popo  1.i  25  .  V2.  *  25  C
hydah  1.26  .  26.  26  "„
Cotonon  --  ·27«
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Linie  IV.  Nach  Lagos,  Liberla  und  den  Häfen  der  Sübküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

 

Ausre  isee.  Heimreise.

Lemburg  .  ..  Jan-Zi·Febt.28-Märzs1.  Landana...Märzls.Ap-i118.Mai18.
eneussa...  Febr.  10.  März  10.  April  10.  Old  Calabar  ..  21.  *  21.  *  21.
Gran  Canari  *  11.  .  11.  11.  Bonnyg  25.  -26.  -26.
Gorte  Lagns  30.  30.  -30.
Dakrree  1  16.  -16.  Addah  April  7|  Mai  7.  Juni  7.
Kufisqu  Accerc  *  8.  8.  *  8.
Monrovrigg  -20.  -20.  -20.  Winnebah.  ..  9  9  9
Grand  Bassa  21.  *  21.  .  21.  Appaan  iiii  «  «·
Kinoe  ...  -  2.  -  2.  -22.  ——  ...  -11.  -11.  -11.
ap  almas  *  23.  23.  -23  ap  Coast=  4  «  «

P..·  ·25.  -25.  -25E1mma..  12·«12-12
27.  27.  Chama  .  -13·  -13.  13
Landana  März  2.  *30.  30  Dixcove  .  -14.  14.  -14
Cabinda  *  3.  April  1.  Mai  1  Axim  ...  -15.  -1ö.  -15.
Banana.  -4.  -3.  -Z.  Kap  Palmas  ..  -18.  -18.  -18.
Boma  :  6.  *  5.  5.  Sinoo  ..  -19.  *  19.  "  19.
Aoqum  *  7.  *  7.  7.  Gran  Bossa  *  20.  *  20.  "  20.
Matadi  8.  8.  .  8.  Monrovria  .  21.  21.  21.
Loanda  -190.  -Ê190.  -190.  Conakry  *  2.  -23.  -23.
Ambriz  -11.  é*  11.  -Ê11.  Kan  *—  .  -30  30
Kinsembo  .  13.  *  13.  13.  Mogador  ..  .  Mai  220.  Juni  2.  Juli  2
Mussera  -Ê14.  "  1.  1.  3.  3.
Ambreizette  *  1.  é*  15.  é*  15.  :  4  .  4.6  4
Murculla  16.  *  16.  16.  A  ..  -5.  -5.  -5.
Landana...  -17.  -17.  -17.  Hamburg  .  15.  15.  é  15.

 

 

 

 

 

 

 

Am  6.  März  wird  P.-D.  „Eduard  Bohlen“  von  Antwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.
Mit  dem  am  15.  Februar  abgehenden  Dampfer  kommt  kein  Schießpulver  zur  Berladung.

Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  31.  Jannar,  31.  März  und  ferner  am
Letzten  jedes  zweiten  Monats.  Fahrtdauer  Hamburg—Tsoakhaubmund  30  Tage.
1  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,

)
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  am  1.  jedes  Monats.
*)  Nur  für  Passagiere.
        <pb n="102" />
        18

–

Jahrplan  der  Poltdampfer  der  deutschen  Pstafrika-Tinie
A.  Nördliche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*“  Dampfer  der  Hauptlinte  Pan-  Saa-  Baga-  Dar-es-  .  ··  Mitin-ÖBamburg
  Tanga  Tanga  gani  dani  moyv  Saläm  Sansiboariloa  Linbi  dani
ab  an  ab  ab  ab  ab  ab  ab  ab  ab
1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897
80.]  6.  Jan.  9.  Febr.  Febr.10.  Febr.11.  Febr.  11.  Febr.  12.  Febr.15  Febr.7.  Febr.18.  Febr.  19.  Febr.
1.2.  Jan..  März  l.  März)6.  März!  7.  Mär  März  8.  März!  9.  März10.  März  11.  März  —
82.17.  Febr.  23.  März  23.  März)24.  März.  März  März26.  März  29.  März30.  März  1.  April?.  April
3.  10.  März  13.  April16.  Apri17.  April  12.  *  18.  April!19.  Apri20.  Apri21.  April!22.  April  —
84.  31.  März  4.  Mass.  Mai  6.  Mai  7.  Mei  Mai  10.  Mai12  Mai  13.  Mai14.  Maia
.  21.  Apri!25.  Mais  Mai29.  Mal  *  3  30.  8  31.  Maisl.  Juni2.  Juni  3.  Juni  —
86.  12.  Nai  15.  Juni  J  16.  Juni  17.  Juni  18.  Juni  18.  Juni  19.  Juni  21.  Juni  23.  Juni  24.  Juni  25.  Juni
.1  2.  Juni  6.  Juli  9.  Juli10.  Juli  11.  Juli11.  Juli12.  Juli  13.  Julii14.  Juli  15.  Juli  —
3bz.  23.  Juni  27.  Juli28.  Juli  29.  JulisO.  Julii3O.  Juli  31.  Julib.  Aug.4.  Aug  5.  Aug..  Aug.
.  1  14.  guli  17.  Aug  Aug.  J21.  Aug.  22.  Aug.  .  Aug  Aug.24.  Aug.Aug.26.  Aug.  —
0.  4.  Aug  .  Sep  8.  Sept.  9.  Sept.]10.  Sept.10.  Sept.]1.  Sept.3  Sept.].  Sept.  16.  Sept.17.  Sept.
1.25  Aug.  28.  Sept.kt.  2.  Okt  3.  Okt.Okt.4  Okt  k.  Okt..Okt.  7.  Okt.  —
:2.  15.  Sept.  19.  Okt.19  Okt.20.  Okt.21.  Okt.21.  Okt.22.  Okt.  25.  Okt.27.  Okt.Ok.  29.  Okt.
:33.6.  Okt.  9.  Nov.  12.  Nov.  13.  Nov.  14.  Nov.  14.  Nov.  s  15.  Nov.  16.  Nov.  17.  Nov.  18.  Nov  —
94.  27.  Olt.  30.  Nov.  J  30.  Nov  1.  Dez  2.  Dez.  Dez  3.  Dez  6.  Dez  8.  Dez.Dez.  10.  Dez.
95.17.  Nov.  21.  Dez.24.  Dez.  25.  Dez.  26.  Dez.  26.  Dez.27.  Dez.  28.  Dez.29.  Dez.0.  Dez.  —
1898  1898  1898  1898  1898  1898  1898  1898  1898
86.  8.  Dez.  11.  Jan.  J  11.  Jan.  12.  Jan.  13.  Jan.  183.  Jan.  14.  Jan.  17.  Jan.  19.  Jan.  J  20.  Jan.  21.  Jan.
97.29.  Dez.  1  Febr.  4.  Febr..  Fei  6.  Febr.  6.  Febr.]  7.  Feb  8.  Feb  9.  Febr.10.  Febr.  —
Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere
B.  Südliche
Nr.  der  Dampfer  der  Hauptlinie  Beira  Chinde  Quelimane
Reise  Hamburg  eira
ab  an  ab  ab  ab
1897  1897  1897  1897  1897
80.  6.  Januar  21.  Februar  22.  Februar  26.  Februar  .  März
81.  27.  Januar  14.  März  5.  März  19.  März  22.  März
82.  17.  Februar  4.  April  5.  April  9.  April  12.  April
83.  10.  März  24.  April  25.  April  29.  April  2.  Mai
84.  31.  März  17.  Maie  17.  Mai  21.  Mai  24.  Mai
85.  21.  April  7.  Juni  8.  Juni  12.  Juni  16.  Juni
86.  12.  Maie  28.  Juni  28.  Juni  2.  Juli  5.  Juli
87.  2.  Juni  19.  Juli  20.  Juli  24.  Juli  .  Juli.
68.  23.  Juni  9.  Augu  9.  Augu  13.  August  16.  August
89.  14.  Juli  30.  August  31.  en  4.  Septbr  7.  Septbr
90.  4.  äust  20.  Septbr.  20.  S  24.  Septbr.  27.  Septbr
91.  25.  Augu  11.  Oktober  12.  —  16.  Oktober  19.  Oktober
92.  15.  Septbr.  31.  Oktober  1.  Novbr.  5.  Nopbr.  8.  Nopbr.
93.  6.  Oktober  21.  Nopbr.  22.  Nopbr.  26.  Nopbr.  29.  Nopbr.
94.  27.  Oktober  12.  Dezbr.  13.  Dezbr.  17.  Dezbr.  20.  Dezbr.
1898  1898  1898  1898
95.  17.  Nopbr.  2.  Januar  3.  Januar  7.  Januar  10.  Jonuar
96.  8.  Dezbr  23.  Januar  24.  Januar  28.  Januar  31.  Januar
97.  29.  Dezbr.  13.  Februar  14.  Februar  18.  Februar  21.  Februar

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere
        <pb n="103" />
        Zweig-Linie.

19
zwischen  FSamburg  und  Plafrika  für  das  Jahr  1897.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

s.  Milin=  ·-  -  Dar-  Baga=  San-  Saa-  Pan-  Dampf.d.  Hauptlinie
Ibo')ani  Lindi  Klwa  es  Sa-  moho  sibar  dani  gani  Tanga  *  LHamöurg.
ab  ab  ab  ab  ab  ab  ab  ab  ab  an  ab  an
1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897
21.  Feb.22.  Feb.#23.  Feb.  24.  Feb.  25.  Feb.  26.  Feb.  28.  Feb.  28.  Feb.  1.  März)  1.  März  5.  März  6.  April

—  26rz13Matz14 ärz  15  åkz15Makz16.MärzlsMck-rzl7Matz17.März19.März19.April
4.April5Aprtl6Aprcl7-ApkicApril9.AprtlllAprtc11.Apr1112.21pt1l1221pnc16.April18.Mai
—  23.Apktl24Apr-l25.Apkic26Apr-l26.Aprtc27Aprtl27.Apr1128.Apkcl28AI-rtl30.Apric  31.  Mai
16.  Mai  17.  Mai  s  18.  Mai  19.  Mai  20.  Mai  21.  Mai  23.  Mai  23.  Mai  24.  Mai  24.  Mai.  28.  Mai  29.  Juni
—  4.  Juni  5.  Juni6.  Juni7.  Juni7.  Juni|.  Juni  8.  Juni.  Juni.  Juni  I1.  Juni  12.  Juli
27.  Juni228.  Juni  29.  Juni  30.  Junil1l.  Juli  2.  Juli  4.  Juli  4.  Juli  s  5.  Juli  6.  Juli  9.  Juli  10.  Aug
—  16.  Juli  17.  Juli  18.  Juli  19.  Juli  19.  Juli  20.  Juli  20.  Juli  21.  Juli  21.  Juli  23.  Juli  28.  Aug.
8.  Aug.  .Au  0.  Aug.11.  Aug.  12.  Aug.  13.  Aug.15.  Aug.  15.  Aug.16.  Aug.  16.  Aug.  .Aug.  21.  Sept
—  7.  Aug.28.  Aug.  29.  Aug.30.  Ak  30.  Aug.31.  Aug.  31.  Aug.  1.  Sot.  1.  Spt.  3.  Sept.4.  Okt.
19.  Spt.20.  Spt.  21.  Spt.  22.  Spt.  23.  Spt.  24.  Spt.  26.  Spt.  26.  Spt.27.  Spt.2.  Spt.DOfkt.  2.  Nov
—  8.  Olt.  Okt.10.  Oft.1.  O.t.11.Ot.2.  Okt.12.  Oft.3.  Okt.  13.  Ott.OfPt.  15.  Nov
31.  Okt.  Rov.  2.  Nov.  3.  Nov.  4.  Nov.  5.  Nov.7.  Nov.7.  Nov.  8.  Nov.  8.  Nov.  12.  Nov.  14.  Dez.
—  19.  Nov.  20.  Nov.  21.  Nov.  22.  Nov.  22.  Nov.  23.  Nop.  23.  Nov.  24.  Nov.  24.  Nov.  J  26.  Nov  *
12.  Dez.  13.  Dez.]Dez.  15.  Dez.16.  Dez.  17.  Dez.  19.  Dez.  19.  Dez.  20.  Dez.  20.  Dez.  24.  Dez.  25.  Jan.
1898  1898  1898  1898.  1898  1898.  1898  1898.  89
icds  1.  *2  1.  Jan.  2.  Jan.  s  8.  Jan.  3.  Jan.]4.  Jan.4.  Jan.]  5.  Jan.]5.  Jan.]7.  Jan  7.  Febr.
23.  Jan.24.  Jan.25.  Jan.  26.  Jan.27  au-  28.  Jan.30.  Jan.30.  Jan.31.  Jan.31.  Jan.  4.  Feb  8.  März
—  11.  Feb.12.  Feb.13.  Feb.  14.  14.  Feb.15.  Feb.15.  Feb.16.  Feb.16.  Feb.  18.  Feb  21.  März

 

 

 

*  Diese  Häfen  werden  nur  dann  angelaufen,  wenn  genügend  Veranlassung  vorliegt.
Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.

Zweig-Linie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mozam-  Inham-  -  Dampfer  der  Hauptlinie
*
Parapat  )  biquer)  bane.)  wir  **  bentn
ab  ab  ab  an  5“
1897  1897  1897  1897  1897  T  1897
3.  März  5.  März  9.  März  11.  März  11.  März  19.  April  6
24.  März  26.  März  30.  März  1.  April  2.  April  18.  Maia
14.  April  16.  April  20.  April  22.  April  22.  April  31.  Mai
4.  Wai  k  Mai  10.  Maia  12.  Mai  14.  Mai  29.  Juni
26.  Mai  28.  Mai  1.  Juni  3.  Juni  3.  Juni  12.  Juli
17.  Juni  19.  Juni  23.  Juni  25.  Juni  25.  Juni  10.  August
7.  Juli  Juli  13.  Juli  16.  Juli  15.  Juli  23.  August
29.  Juli  31.  Juli  4.  August  6.  änt  6.  August  21.  Septbr.
18.  August  20.  August  24.  Augu  26.  August  26.  August  4.  Oktober
9.  Septbr.  11.  Septbr.  15.  Septbr  17.  Septbr  17.  Septbr  2.  Novbr.
29.  Septbr.  1.  Oktober  5.  Oklober  7.  Oktober  7.  Oktober  15.  Novbr.
21.  Oktober  23.  Oktober  27.  Oktober  29.  Oktober  29.  Oktober  14.  Dezbr.
10.  Nopbr.  12.  Nopbr.  16.  Nopbr.  18.  Nopbr.  18.  Nopbr.  27.  Dezbr.
1898
1.  Dezbr.  3.  Dezbr.  7.  Dezbr.  9.  Dezbr.  10.  Dezbr.  25.  Januar
22.  Dezbr.  24.  Dezbr.  2.  Dezbr.  30.  Dezbr.  30.  Dezör.  7.  Februar
1898.  1898.  1898  1898  1898.
12.  Januar  14.  Januar  18.  Januar  20.  Januar  21.  Januar  8.  März
2.  “*  4.  Februar  3  HKbruar  10.  Februar  10.  Februar  21.  März
25.  Februar  a#rz  3.  März.  4.  März  19.  April
*)  Diese  Häfen  werden  nur  dann  angelaufen,  wenn  genügend  Veranlassung  vorliegt.

 

Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.
        <pb n="104" />
        20  —

Fahrplan  der  Deutschen  Ostafrika-  Linie  zwischen  Hamburg  und  Ostafrika  für  das  Jahr  189.
Amsterdam,  Liffabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansreise.
S  am-  .  Port
Ppbourg  Amsterdam  Lissabon  Neapel  Lost  Neapell  Samrs9  Aden
Gab  an  ab  an  65  an  Berlin  ab  an  ab  an  ab
Mitt-Donner-  Sonn  ˖·  Mitt-Freitag  Mitt-  MontagMinwoch  Mon-  Mitt-  Mon  Dien
woch  stag  abend  woch  woch  abends420  nachte  “  6woch  t  stag
79.  —  —  —  —  —  —  4.  Lan.  *t  11.  Jan.  12.  Jan.
830.6.  Jan..  Jan.  9.  Jan  13-Jan.  15.  Jan.20.  Jan.  18  Jan.  20.  Jan.  25.  Jan.  *  1.  2.  Feb.
81.  27.  rWib  28.  au-  30.  Jan.  5.  Feb.10.  Feb.  8.  Feb.  10  FerP  15.  6a  22.  Feb.  23.  Feb.
82.17.  Feb  20.  Feb.  26.  Feb.  3.  März,.  März  00  8.  Mär#  u  N  15.  März16.  März
83.]|10.  März  7  Eb  13.  Närz17.  Fhbt-  19.  März  24.  März2.  Mär  u  März)29.  März'81.  März  5.  April  6.  April
84.31.  März1  April]  3.  Tpril  7.  April  April)14.  April!12.  April  14.  ar  19.  Apri.  21.  April.26.  April  27.  April
85.21.  April  ail  24.  April  28.  April  30.  April5.  Mai,s  Mai  5  Mai  10.  Mai  12.  Mai  17.  Mai  18.  Mai
86.12.  Ma  13.  16.  Mai  19.  Mai  21.  Nai  26.  Mai  124.  Mai  26.  Mai  31.  Mais  2.Juni7.  Juni  8  Juni
87.2.  Juni  3.u  5.  Junig.  Juni|11.  Juni16.  Juni.  Junié.  Juni  21.  Junis23.  Juni28.  Juni  29.  Juni
88.]23.  Jun  .  Juni  26.  Juni0.  Juni2.  Juliv  Juli.Juli  7.  Juli12.  Juli  14.  Juli  19.  Juli  20.  Juli
89.14.  Juli  15.  Juli  17.  Juli  21.  Juli  23.  Julii2  Juli  26.  Juli  28.  Juli  2.  Aug  Aug.]9.  Aug.  10.  Aug
90.4.  Aug.5.  Aug.  7.  Aug.  11.  Aug.13.  Aug.18.  Aug.16.  Aug.Aug.Aug.25.  Aug.0.  Aug.  31.  Aug
91.25.  Aug.26  Aug.  28  Aug.  1.  Sept.  3.  Sept.  .  Sep  6.  Spt.  .  Sept.  I13.  Sept.  15.  Sept.  20.  Sept.  21.  Sept
92.  16.  Sept.  16.  ***#ß·  18.  Sept.22.  Sept.24.  Sept29.  Sept.27.  Sept.29.  Sept..  Okt.  Okt.11.  Okt.  12.  Okt.
93.6.  Okt.  9.  Okt.  13.  Okt.15.  Okt.#20.  Okt.18.  Okt.  Okt.Okt.27.  Okt..  Nov.  2.  Nob
24.27.  Ott.  28.  dit  30.  Di.3.  Nov.  5.  Nov.10.  Nov  8.  Nov.10.  Nov.15.  Nov.  17.  Nov.  22.  Nov.23.  Nov.
95.17.  Nov.18.  Nov.  20.  Nov.24.  Nov.26.  Nov.].  Dez.29.  Nov  1.  Dez  6.  Dez.  Dez  18  38  14.  2
96.8.  Dez  9.  Dez.  11.  Dez.  15.  Dez.17.  Dez.  22.  Dez.20.  Dez.ez.27.  Dez.29.  Dez.]  .  Jan.  4.  Jan.
1898  1898  1898  1898  1898.  1898  1898  1898.
N.11  29.  Dez.  1  30.  Dez.  1  1.  Jan.  ]  5.  Jan.  7.  Jan.  12.  Jan.10.  Jan.|  12.  Jan.  17.  Jan.  |  19.  Jan.!  24.  Jan.  25.  Jan.
Ausreise.
7  Tanga  Dar-es-Salam  Sansibar  Mozambique  Beira  Delagoabai  Durban
*  «  (Natal)
6  an  ab  an  ab  an  asb  an  ab  an  ab  an  ab  an
Dien=  Dien=  Mitt=  Freitag  Freita  Monta  Mitt=  Freitag  Sonn=  Montag  Mitt=  Mitt-  Donstag
  stag  woch  6  1  6  woch  tag  woch  wochnerstag
77.|  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2.  Jan.].  Jan.
78.  —  —  1.  Jan.1.  Jan.  4.  Jan.]6.  Jan.9.  Ian-  11.  Jan.  11.  Jan.13.  Jan.23.  Jan.]4.  Jan.
79.19.  Jan.19.  Jan.20.  Jan.  22.  Jan.22.  Jan.  25.  Jan.27.  Jan.  38  eb.  eb.  3.  Feb.  13.  Feb.  14.  Feb.
80.  3  Feb.  9.  Feb.  10.  Feb.  12.  Feb.  12.  Feb.  16.  Feb.  17.  Feb.  19.  .  eb.  22.  Feb.  24.  Feb.  3.  März  4.  März
EMEAIXEELIIIIIILIIIIIIEIIIIIII  8  ärz14-März  152  ä#rz  1.  März'24.  März25.  März
82.28.Märzf23.  März  24.  März  26.  März26.  März29.  März31.  März;  2.  April  April)  S.  April!  v.  April14.  Apri.)15.  April
88.  i  13.  Azrů  14.  April  16.  April  16.  April  19.  April21.  Apri.23.  Apri.25.  April  26.  April  28.  April]  6.  Mai  .  Mai
Mitt  Milt-·  Sonn-  Sonn-  Dienseg  on=  Sonn=  Montag  Dienstag  Don-  Don  Freitag
woch  wochbend  abend  nerstag  abend  nerstag  nerstag
84.4.  Mais  5.  Mais  5.  Mai  B.  Mais.  Mai  11.  Mai18.  Mar15.  Mai  17.  Mai  18.  Mai20.  Mai  Mai  28.  Mai
85.|25.  MailL6.  Mai6  Mai  29.  Mai  29.  Mai  1.  Juni  3.  Junib.  Juni  7.  Juni  8.  Juni  10.  Junis7.  Junis|18.  Juni
86.  15.Jun|16.  Juni|  16.  Juni19.  Juni|19.  Juni  22.  Junis24.  Juni26.  Juni  28.  Juni  29.  Juni  1.  Juli  8.  Juli  H.  Juli
87.6.  Julis  7.  Juli.  duh  10.  Juli  10.  Juli  13.  Juli  12.  Auli  17.  Juli19.  Juli  20.  Juli22.  Juli  29.  Juli  30.  Juli
38.|P27.  Julisetz.  Julii2  Juli  31.  Juli  81.  Juli  3.  Aug.  Aug.Aug.Aug.10.  Aug.12.  Aug.19.  Aug.20.  Aug.
89.17-Aug|1  Aug)18.  Aug.21.  Aug.  21.  Aug.  24.  Aug  8  Aug.  28.  Aug.  30.  Aug.  31.  Aug.  2.  Sept..  Sept.10.  Sept.
90.7.  Sept..  8.  Sept.1.  Sept.  16  t.|14.  Sept.16.  Sept.18.  Sept.  20.  Sept.  21.  Sept.  23.  Sept.30.  Sept.DOkt.
91.|28.Sep/29.  Sept  29.  Sept.2.  2.  Olt.  6.  Olt  O  9.  Okt.11  Oit.2.  Okt.14.  Okt.21.  O  22.  Okt.
Dien=  Mitt=  Freitag  Fd  Montag  Mitt=  Freitag  Sonn=  Montag  Mitt-  Mitt-  Donsigg
  woch  woch  tag  woch  wo  erstag
92.  358  set.  19.  Okt.20.  Okt.  22.  Okt.  22.  Okt.  25.  Okt.  27.  Okt.  29.  Okt.  31.  Okt.  1.  Nov.]3.  Nov.  10.  Nov.11.  Vov.
93.9.  Nov.  .  Nov.10.  Nov.12.  Nov.12.  Nov.  15.  Nov.17.  Nov.19.  Nov.  21.  Nor.22.  Nov.  24.  Nov.1.  Dez.2.  Dez.
94.  6  Nov.0.  Nov.]1.  Dez.  3.Dez.  B.  Dez.  6.Dez.8.Dez.|10.Dez.12.  Dez.  13.  Dez.15.  Dez.22.  Dez  .  Dez.
1898  1898  98  1898.  1898.
95.  21.  2  21.  Dez.22.  Dez.  24.Dez.  24.  Dez.  27.  Dez.  29.  Dez.#31.  Dez.2.  Jan.  Jan.]5.  Jan.  12.  Jan.13.  Jan.
1896  1898  1898  1898  1898  1898.  1898  1898.
96.|11.  Jan.11.  Jan.12.  Jan.14.  Jan.  14.  Jan.  17.  Jan.19.  Jan.21.  Jan.  23.  Jan.24.  Jan.26.  Jan.  2.  Feb.Feb.
97.1.  Feb.  Feb.  Feb.Feb.Feb.  Feb.Feb.  11.  Feb.13.  Feb.  14.  Febr.16.  Febr.  29.  Febr.24.  Feb.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*)  Gegen  den  Monsun.
        <pb n="105" />
        Heimreise.

 

-  Delagoabai  Inhambane  Quelimane  Mozambique  Majunga“  Nossi  Bé  Dar-es-Salam  Sansibar
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Montag  Donnerstag


—  —  —  —  21.  Jan.
—  —  —  —  11.  Febr.

Don-  Freitag  Sonn=  Sonnnerstag
  abend  tag

17.  18.  März

März  31.  März  1.  April
Montag

9.  April  —  15.  April
Sonntag
Dienstag
Freikag

 

—  —  80.  Sept.

Dit.  Dt.  128.  Stt.
—  11.  Nov.

2.Dez.  3.  Dez.  6.  D  5.  Dez.
18981898
1.  2.  —  —  .  .  6.  Jan.
9.  Jan.  Jan.  .  Jan.  Jan.  %  Jan.

Jan.  25.  Jan.  Jan.  81.  Jan.  3.  Febr.
—  —  He.  116.  Febr.  16.  Febr.  17.  Febr.
—  febr.  März2.  März]  3.  März
5.  März  März  Mär  14.  März  I17.  März

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*  Diese  Häfen  werden  nur  dann  angelaufen,  wenn  genugend  Veranlassung  vorliegt.

Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere  Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je
nach  dem  Verlauf  der  Reise.  -

21
        <pb n="106" />
        Heimreise.

 

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Tanga  Aden  Suez  Lont-  Neapel  bost  Neapel  Marseille  Lissabon  Vlissingen  Rotterdam  -
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ns  nd  àns

 

Dienstag  Sonn=  Montag  Dienabend
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Mittwoch

1  Freilag  Sonntas  Donnerstag  Donnerslag

11.  Febr.12.  Febr.  19.  Febr.  19.  Febr.  24.  Feb.26.  Febr.z.  Märzs  5.  März  3.  März  5.  März  3  7.  März  11.  März  11.  März  15.  März  16.  Märä—  —  117.März
Montog  Diensiag  E  Dienstag
70  4.  März  S.  März  12.  März/12.  März]17.  März19.  März24.  Märzis.  März24.  Mär  —  —  129.  März  30.  Mär—  —  3.  April.  April6.  April

Donnerst.  Sa  Dienstag  W*i  Dienstag  Freilag  Sonntag  Montag]Somtag  6  Sonntag  FreitagF  Sonntag]  Montag

80  ks.  März  19.  März  25.März  26.  Märzs#1.  März  1.  Apri.6.April  8.  April6.  Apri!—  —  11.  April  12.  Apritt  —  16.  April  18.  April  19.April
DienstagF  Mittwoch  Dienstag
80  1.  April!2.  April]  8.  Aprils  9.  April14.  April]l5.  April20.  Aprilf?2.  April  20.  April  22.  April  2.  April27.  April  28.  April]  2.  Mai2.  Mai  —  —  4.  Mai
81  15.  April  16.  April  22.  April  23.  April/28.  April/29.  April  &amp;amp;4.  Mais  6.  Mail  4.  Mail.  Mai!  7.  Maislll.  Mai  12.  Mai  16.  Mai  16.  Mai  —  —  8.  Mai2
Sonntag  Montag  h  Montag

Dienstag  Minwoch  »
VMa-24.Mas—  —28.Mmlao.Mqi31.Mc-z
8.  Juni  9.  Juni3.  Juni13.  Juu  —.  —  15Juni
.  i27.  Juni  —————  29.  Juni
4.Juli  5.  Juli  —  9.  Juli.  11.  Juli12.Juli
20.  Juli21.  Juli  26  J  Juli  26.  Juli  —  —  27.Juli
.4.  Aug.s  8.  Aug.  B.  Aug.—  —  110.  Aug.

—  —  20.  Aug.22.  Aug.  23.  Aug.
5.  Sept.b.  Sept  —  —  7.  Sep.
.  .19.Sept.19.Sept-—s  —  21.  Sep.
26.  Sept.27.  Septt  —  —  1.  Okt.  3.  Okt.4.  Okt.
Okt.17.  Okt.  17.  Okt.  —  —  119.Okt.
26.  Okt.27.  Okt.31.  Okt.31.  Okt.  —  2.  Nov.
7.  Nov.  8.  Nov.  —  —  12Nov.  14.  Nor.  15.Nov.
.  W.Nov.28.Not-.  —  —30Noo

usw«-I12·Noo.18Nov.19.Npo.24INop.25ZNap.so.Nok-.  ..·  12.Dez.12.Dez.—  —14Dez
19.Dez.20Dez  —  —  24.Dez.26Dez27Dez

25Noo26Npo2.Dc.3.D.8.D-.9.Dc.14.De16De14.D.«  ..
ze«  "  *  m  r“  189“188018989  1899  189981898

9sh.  Dez.  10.  Dez.  16.  Dez.]17.  Dez.22.  De/3.  Dez.  28.  Deh.130.  Dez.28.Dez.30.  Dez.  au.  Dez.  4.  Jan.  5.  Jan.9.  Jan.  9.  Jan—  —  1.  Jan.
1898  188  1  1898.  1898  1898  —

93  3.1  24  5  51.  5.  Jan.]6.  Jan.  1.  Jan.]13.  Jan.11.  Jan.13.  Jan.  14  Jan.  I18.  Jan.  19.  Jan.  23.  Jan.  28.  Jan.  —  —  26.  Jan.
1  ·  -

14.  Jan.  s19.  Jan.  2  Jan  25.  Jan..  Jan.  .  In-  —  30.  Jan.  31.  Jan.  —  —  4.  Febr.  6.  Febr.7.  Feb.
.  eb-10.—br.  Te  10.  Febr.  u.  Febr.  15.  Febr.  16.  Febr.  20.  Febr.  20.  Feb  —  —  92.  Feb.
ev.  Febr.  24.  Febr.  25.  Febr.  1.  März2.  März  6.  März  6.  März  8.  März

6.  Mäczz  1  13.  März  14.  Mär  —  8  W  20.  Dꝛarzsei.  diat

ärz  4.  März  1.  März  22.  März  24.  Mär  25.  März  29.  März  80.  März)  3.  April)  3.  April  5.April

97  17.  Maͤrz  18.  März  24.  Marz  5.  Apr.  7.  April,  5.  Apri  7.  AprilB.  April  12.  April  13.  April  17.  April  17.  April  —  —  109—5,April

 

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2

 

 

 

 

 

 

 

 

82  29.  April  80.  April  6.  Mai]  7.  Mai  12.  Mal13.  Mai  18.  Mai  20.  Mai.  Mai
13.  Mai  14.  Mai  20.  Mai  21.  Mais26.  Mais  27.  Mais  Juns  3.  Juni  1.  Juni
A.  Mai28.  Mai]  3.  Juni  4.  Juni]  9.  Juni|10.  Juni  115.  Juni17.  Juni  15.  Juni
10.  Juni  11.  Jumt  11.  Juni  16.  Vuni  23.  5  “¾44  24.  d  29.  Junis  1.  Juli  29.  Juni

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Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere  Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je
nach  dem  Verlauf  der  Reise.

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        Fahr#s  der

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fe#r##fen  des  Norddeutschen  Llopd,  Bremen,  für  das  Jahr  1897.
SÖOcstafiatische  Einie.  usreife.

 

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151|  29.  Dez.  30.  Dez.

 

2.  Jaon.  I  3.  Jan.

 

Dienstag
100  Vorm.

22.  Sep.20.  Sept.  22.  Sept.,22.  Sepi.  26.  Sept.  27.  Sept.

 

11.  Jan.

 

 

 

Mittwoch]  Montag  tut  Mittwoch  Sonntag!  Montag  Sonnab.  Sonnab.  Freitag  Donnerst.  Montag

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33  Jan.  5.  Febr.  11.  Febr.  16.  Febr.
.!  27.  Febr.  5.  März  11.  März  15.  März“
27.  März  2.  April  8.  April  12.  April
2.  April  ).  April  6.  Mai  10.  Rai

13.  Jan.11.  Jan.  s  13.  Jan.13.  Jan.  1.
10.  Febr.).  Febr.  10.  Febr.10.  Febr.  1
10.  März  8.  März  10.  März!10.  März  14.  März
7.  Apri5.  April,  7.  AprilJ.  April!  11.  April
5.  Mai  3.  Mai  2.  Maisse  Mai  9.  Mai
2.  Juni  Mai  3  2.  Juni  6.  Juni  7.  Juni
i  30.  Juni  30.  Juni  4.  Juli  5.  Juli
uli  Julie  28.  Juli  28.  Juli  1.  Aug.
25.  Aug.  .  Aug.  i  25.  Aug.25.  Aug.  29.  Aug.

 

 

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20.  Sf.  1Okt.  20.  Oht.20.  Okt.  24.  Okt.  25.  Okt.

½#  Tor.  4.  ToK  |  11.  r*mie  1  n  :  B  Zoo.  f  ;  Jer.
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9  5  *  “  *  *’:  1.  Jan.  i  7.  Jan.  13.  Jan.

12.  Jan.  10.  Jan.  12.  Jan.  1  12.  Jan.  6.  Jan..  17.  Jan.  22.  Jan.  1  29.  Jan.  4.  Febr.  10.  Febr.

 

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17.  Jan.
14.  Febr.  1

 

 

 

 

 

 

 

ais  alrol

 

ab  ab

Shanghai  Hongkong  Singapore

an  an

Colombo  Aden

an

Ostasiatische  Linie.
South-  |  Bremer=1!


eport  Neapel  kohst  oo  Neapel)  Genun  anpton  Antwerpen  eroer
an  an  an  Neapel  Berlin  ab  an  an  u.  ab"  an  ab  an

 

 

 

Frctag  Dienstag  Sonntes

Vorm  ·

bvo  Vorn-135


38.  26.  Febr.2.
26.  März  30.  ur

140  26.  April  27
141/1.  Mai5
Donnerst.
142  17.  Juni22.
*143|15.  Juli  20.
144,  12.  Aug.17.
Freitag
*  10.  Sept..  Sept.
46%  Z.  Okt.  12.  Olt.

 

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Juni
Juli
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1
1|8  3.  Dez.  7.  Dez.

14  31.  Dez.  4.  Jan.
1898
160  28.  Jan.1.  Febr.
151|  25.  Febr.)  1.  März
#4  Gegen  Monfun.  .  Bei  diesen

 

Die  angegebenen  Abfahrtstage  wer

2
30.
27
25.  Julij  2.  Aug.
22
19

Jan.17.
4.  April  11.  April
Montag

.  Mai  10.  Mai
.  Mai]  7.  Juni

.  Juni|  5.  Juli
.  Aug.]  30.  Aug.

4.  Sept.7.  Sept.
Sonntag

1
«  117.Ort.24.Ott.
1475.Nov.9N-v  In.  Nov.21.Noo.
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12.  Dez.  19.  Dez-1898

  1898
9.  Jan.]16.  Jan.

6.  Febr.  13.  Febr.
6.  März!  13.  März

 

 

 

Mittwoch
19.  Mai
16.  Juni

14.  Juli
11.  E.

6.  Olt.
Montag

1.  Nov.
29.  Nov.

27.  Dez.
1898
24.  Jan.

21.  Febr.

 

21.  März

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Fahrun,  rba  anglaufen.  jzedoch  sin

 

Sonntag  Montag.  Sonnab.  Sonntag  Mittwoch  Donnerst.]  Sonnab.]Donnerst.  Sonnab.)  Sonntag!  Montag!  DienstagDonnerst.
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2.  Jan.  l  3Jan6.«)an.7  Jhan  9.  Un  7.  Jan.  ¾lr  an.  #  17.  Jan.  18.  Jan.19.  Jan.  21.  Jan.
30.  d  dr  31.  Jan.  3.  Febr4.  Febr.)  6.  Febr.]  4.  Febr.  febr  14.  Febr.  15.  Febr.  16.  Febr.18.  Febr.

28.  Febr.Z.  März  4.  März  6.  Märzs  4.  März  B¾7  März  14.  Rath  15.  März16.  Maͤrz  18.  Marz
3J.  März?8.  März)  31.  März;  1.  April!  3.  April!  1.  April!  3.  Mpril  11.  Aprili  12.  April  13.  Aprik  15.  April
24.  April!25.  Apri!28.  April!  29.  April  1.  Mai  29.  April  1.  Mai  9.  Mai  10.  Mai  11.  Mai  13.  Mai
Sonntag  Montag  Freitag  Freitag  Sonntag  Sonnab.  Sonntag  Dienstag  Mittwoch!  Donnerst.Freitag

23.  Mais24.  Mai’28.  Mals  28.  Mai  30.  Mais29.  Mai  30.  Meis  Juni  9.  Juni  10.  Juni  11.  Juni
20.  Juni  21.  Juni  25.  Juni25.  Juni  27.  Junii26.  Juni  27.  Juni  6.  Juli  !  7.  Julil  8.  Juli  9.  Juli
18.  Juli19.  Juli  23.  Julid23.  Juli  25.  Julisi24.  Juli  25.  Julii  3.  Aug.  4.  Aug.  5.  Aug.  6.  Aug.
15.  Aug.16.  Aug.  20.  Aug.  20.  Aug.  22.  Aug.  21.  Aug.  22.  Aug.  31.  Aug.  2.  Sept.  3.  Sept.
12.  Sept  13.  Sept.  17.  Sept.|17.  Sept.  19.  Sept.]18.  Sept.)  19.  Sept.  36  Sept.  2.  Sept.  30.  Sept.  1.  Okt.

10.  Okt.  11.  Okt.15.  Okt.15.  Okt.17.  Olt.16.  Okt.7.  Okt.  26.  Okt.  27.  Ok.  5  Okt.  2.  Okt.
Sonnab.]  Sonntag  Mittwoch  Donnerst.]  Sonnab.Donnerst.  Sonnab.  Sonntag  Montag  Dienstag  Donnerst.
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1.  Jan..  2.  Jan.  5.  Jan.6.  Jan.!  8.  Jan.6.  Jan.  .  Jan.  16.  Jan.  17.  Jan.  "/  18.  Jan.  20.  Jan.
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29.  Jan.  30.  Jan.2.  Febr.]3.  Febr.)  5.  Febr..  dcht  5.  Febr.  13.  Febr.  14.  Febr.  16.  Bebr.s1l.  Febr.
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26.Febr.27.Febc-2.März3.  März!  5.  März  3.  März)  5.  März  13.  Nä#  14.  März  15.  Nãrʒ  17.  März
26.  März!  27.  März!  30.  März!  31.  März  2.  April!  31.  Mär)dT  2.  Iprilh  10  10.  Lpril  11.  April]  12.  April  14.  April
8  Bei  diesen  f—  lann  nach  Bedari  Futschau  ongelausen  werden,  in  welchem  Falle  die  ab  bfahrt  von  Shanghai  einen  Tag  früher  erfolgt.
in  den  Zwischenhäfen  Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeilen  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.

 

 

 

 

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        Australische  Linie.  Ausreise.

 

 

Antwerpen

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14.  Jan.  1  an.
11.  Febr.  i.
11.  März  1.
8.  April!1.  5
6.  Mai  9.  Mai
3.  Juni  6.  Juni

 

26.  Aug.29.  Aug.
21.  Olt.  24.  Oli.
18.  Nov.  21.  Nov.

16.  Dez.  19.  Dez.

17.  Nov.
15.  Dez.

23.  Sept..  Sept.

Montag
0  Rachm.

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2  Otl.
22.  Nov.
20.  Dez.

 

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1  W.  Dez.

Mittwoch]  Montag

Abend

25.  Jan.
22.  Febr.
22.  März
19.  April

 

1.  Nov.
29.  Nov.
27.  Dez.

Australische  Linie.

 

 

 

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Suez
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29.  Dez.  29.  Dez.

Seimreise.

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Melbourne

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9  Jan.

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1898
8.  Jan.

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Melbourne

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147
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Sonnab.
10  Rachn.

9.  Jan.

Sonnab.
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2.  Jan.
Mittwoch
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29.  Jan.
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26.  März
Montag

 

6.  Febr.
6.  März  22.
3.  April

1.  Mai

19.  Juni
17.  Juli
14.  Aug.
11.  *

24.  Juli
21.  Aug.

183.  Sept.  18.  Sept.

 

.  Okt.  11.  Okt.
16Novv  8.  Tor-120
  istwo  Freitag
1.  Dez#  3.  Dez.

29.  Dez.  /n.B  Dez.
1898  1898.
26.  Jan.  y28.  Jan.

 

 

11.  Dez.
1898.
8.  Jan.

5.  Febr.

1  Montag

26  Jan.

 

3  75  22.  Febr.

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19.  April
Dienstag

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10.  Aug.

7.  Seft.,

5.  Okt.
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1.  Nov.
29.  Nov.
1
1

32.  Dez.
1898
24.  Jan.

21.  Febr.

Montag
4.  Jan.
1.  Febr.

1.  März
3  März
26.  April
Mittwoch

26.  Mai,

29.  Mai  15.  Juni  B.  Jum
26.  Juni  13.  Juli  21.  Juli

!  418.  Aug.

Montag

8.  Nov.
6.  Dez.

1898
3.  Jan.

31.  Jan.
28.  Febr.

150  23.  Febr.  25.  Febr.  5.  März  21.  Närz  28.  März

zwöli

1  Gegen  Monsun.
Tage  nach  der  Ab

Sonnab.

9.  Jan.
6.  Febr.

Sonntag

10.  Jan.
7.  Febr.

6.  März
3.  April
1.  Mai
Montag

31.  Mai

7.  März
4.  April
2.  Mai
Dienstag
1.  Juni
29.  Jumi

Sonnab.

13.  Nov.
11.  Dez.

Sonntag

14.  Nov.
12.  Dez.

1898  1898
8.  Jaon.  9.  Jan.

6.  Febr.]  6.  Febr.
5.  März)  6.  März

 

 

 

2.  April!  3.  April

 

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Donnerst.

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Donnerst.  Sonnab.
Nachm.  Nachm.
14.  Jan.  16.
11.  Febr.  13.

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Bäitag
15.  Jan.
.12.  Febr.

11.  März
8.  April
6.  Mai

Sonnab.

11.  März
8.  April
6.  Mai

13.  Nürg  12.  März

9.  April
7.  Mai
Sonntag

Donnerst.

18.  Nov.
16.  Dez.

1898
13.  Jan.

10.  Febr.
10.  März

Freitag

19.  Nov.
17.  Dez.

1898
14.  Jan.

11.  Febr.
11.  März

 

 

6.  Dez.  18.  Dez.

138988  1898
18.  Jan.  15.  Jan.

0.  Febr.  12.  Febr.
10.  März  12.  März

 

 

 

 

 

7.  April]  7.  April!  9.  April]  8.  April

Sonnab.

16.  Jan.
13.  Febr.

Montag

25.  Jan.
22.  Febr.

13.  März
10.  April
8.  Mai
Montag

7.  Juni

22.  März23
19.  April
17.  Maia
Mittwoch
16.  Juni
14.  Juli

Sonnab.

20.  Nov.
18.  Dez.

1898
15.  Jan.

12.  Febr.

12.  März
9.  April

21.  Febr.

21.  März
18.  April

 

Dienstag

26.  Jan.
23.  Febr.

u  März
20.  April
18.  Maia
Donnerst.

17.  Juni
15.  Juli

12.  Aug.

9.  Sept.
7.  Okt.

4.  Nov.
Dienstag

30.  Nov.
28.  Dez.

1898
25.  Jan.

22.  Febr.
22.  März

 

 

19.  April

Mittwoch!  Freitag

27.  Jan.  29.  Jan.
24.  Febr.  5  Febr.

 

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24.  März  26.  März
21.  April  23.  April
19.  Mai  21.  Maia

Freitag  Sonntag

18.  Juni  20.  Juni
16.  Juli
13.  Aug.

10.  Sept.
8.  Oli.

5.  Nov.
Mittwoch

1.  Dez.
29.  Dez.

1898
26.  Jan.  28.  Jan.

23.  Febr.  25.  Febr.

23.  März  25.  März
20.  April  22.  April

Freitag

3.  Dez.
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1898

 

Bis  auf  Weileres  wird  auf  der  Ausreise  und  auf  der  Heimreise  King  Georged  Souno  W.-A.  (Albany)  angelaufen;  die  Ankunit  in  Albany  wird  voraussichilich  erfolgen  ausgebend
johrt  von  Colombo,  heimkehrend  vier  Tage  nach  der  ede  von  #us  a  cn  )  ang  sicilih  eriois  "

Die  rbegeleenen  Abslahriszeilen  werden  nach  Möglichkeit  eingehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenhäsen  Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abganggzeiten  zulässig,  je  nach  Verlauf  der  Reise.

24
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SZTmeiglimfe  von  Eæiuganore  nach  dem  deutschen  Schubgebiet  von  Neu-Guinea.

Bremer-Singa=  Singahaven
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Batavia

 

&amp;amp;  d8

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Mittwoch]  Freitag  Donnerst.

—  8.  Jan.  14  Jan.

27.  Jan.  5.  März  11.  März
24.  März  30.  April6.  Mai
25.  Juni|1.  Juli

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14.  Juli  20.  Aug.  26.  Aug.  28.  Aug.

8.  Sept.  15.  Okt.  21.  Okt.
3.  Nov.  10.  Dez.  16.  Dez.
1898.

29.  Dez.  4.  Febr.  10.  Febr.

 

 

Sonnab.
16.  Jan.
13.  März
8.  Mai
3.  Juli
23.  Okt.

18.  Dez.
1898

 

 

12.  Febr.

Friedr.  Wilh.-Hasen  Finschhafen
Stephansort  (#angemak.

(Erima)  bucht)
ab  an

 

 

 

 

Sonnab.]Dienstag  Mittwoch  Freitag
920.  Jan.2.  Febr.#.  Febr.  5.  Febr.

Mittwoch  Donnerst.  Sonnab.
27.  März  31.  März  1.  April  B.  April
22.  Mai  26.  Mai  27.  Mai  29.  Mai
17.  Juli  21.  Juli  22.  Juli  (24.  Juli

.11.  Sept.  15.  Sept.)  16.  Sept.  18.  Sept.
6.  Nov.  10.  Nov.1.  Nov.  13.  Nov.
1898  1898.  1898  1898

5.  Jau.  6.  Jan.8.  Jan.

26.  Febr.  2.  Märzi  3.  März  5.  März

 

 

 

Die  Abfahrt  von  Singapore  darf  nicht  vor  dem  festgesetzten  Tage  stattfinden.

Zweiglinie  von  Hongkong  nach  Japan.

 

Berlin=  Soerahafen

  baya  Batavia

an  an  an

Singa=  Bremer-=pore
  haven

ab  an

 

 

 

 

 

 

 

Sonners  Sonntag
3.  Jan.

26.  Febr.  28.  Febr.

—

7.  Wel  |15.  Bo  20.  Juni

2.  Aug.  10.  Aug.  4  Aug.

.  27.  Sept.  5.  Okt.  10.  Okt.
22.  Nov.  *  Nov.

5.  Dez.
1898  1898  1898

 

17.  Jan.  *  Jan.  30.  Jan.
14.  März  2  März  44  März

 

 

 

Dienstag  Donnerst.
12.  Jan.  18.  Febr.
9.  März  15.  April

8.  Febr.  |17.  März

5.  April  11.  Mai

 

Bremerhaven

alb  olrh

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Hongkong

an

Yokohama

an  ab

Nagasaki  Hongkong  Hongkong

an  ab

Bremerhaven

an

 

 

Mittwoch
136  —

Donnerstag

137  —  14.  Januar
138  —  11.  Februar
139  27.  Januar  11.  März

140  24.  Februar
14124.  März
142  21.  April

6
3.  Juni
1

8.  April

.  Mai
Zuli

144  16.  Juni  29.  Juli
145  14.  Juli  26.  August

146  11.  August  23.  Septbr.
147  8.  Septbr.  21.  Oktober

 

150

 

6.  Oktober  18.
149  3.  November  /  16.
1

1898

1  .  Dezember  13.  Januar
151  129.  Dezember!  10.  Februar

November

Dezember

 

 

 

Mittwoch  Freitag

20.  Januar  22.  Januar
17.  Februar  19.  Februar
17.  März  19.  März

14.  April  16.  April

12.  Mai  14.  Mai

9.  Juni  11.  Juni

7.  Juli  9.

August  6.  August

1.  Septbr.  3.  Septbr.
1

29.  Septbr.  Oktober
27.  Oktober  29.  Oktober

#

November,  24.  November  26.  November
Dezember22.  Dezember  24.  Dezember,  25.

 

1898.  1898
19.  Janugr  21.  Januar
16.  Februar  18.  Februar

 

—  5.
.  Januar  31.  Januar  2.
Februar  28.  Februar  2.  März

 

Dezember  5.  Dezember

Januar  30.  Januar
bruar  27.  Februar  ]  1.  März

 

Mittwoch  Sonntag  Dienstag

3.  Januar
28.  März
Mai  25.  Mai

18.  Juli  20.  Juli

1898

 

 

Januar

3  April  27.  April
20.  dn  22.  Juni

.  15.  August  17.  August
Septbr.  12.  Septbr.  14.  Septbr.

Oktober  10.  Oktober  12.  Oktober
November.  Novemberf  9.  November

7.  Dezember

1898
Dezember  2.  Januar  4.  Januar
1

.  Februar

 

 

Donnerstag
21.  Januar

20.  Januar.
Februar

17.  März
14.  April

Der  Dampfer  der  Zweiglinie  ach  Japan  verkehrt  in  unmittelbarem  Anschlut  an  die  VTempfer  der  ostasiatischen  Hauptlinie  derart,  daß,  wenn  der
Dampfer  der  Hauptlinie  vor  Fahrplan  in  Hongkong  eintrifft,  auch  die  Abfahrt  des  Dampfers  der  Zweiglinie  von  Hongkong  vor  der  fahrplanmäßigen  Zeit  erfolgt.

26
        <pb n="110" />
        —  26  —

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Oktofriko-Linie,  Oamburg  Oftafrila.

 

 

 

-  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichspostdampfer

cspostdampf  von  1  nach  bis  26.  Dezember  1896
„Kaiserrr.  JJ.  3t.  in  Hamburg.  #
„Kanzlerrr  Durban  Hamburg  am  19.  Dezember  ab  Delagoabai.
„Bundesratht  Hamburg  1  Durban  am  25.  Dezember  an  Delagoabai.
„Reichstag“  ..  .  Durban  Hamburg  am  25.  Dezember  ab  Porl  Said.
„Admiral!  I3J3.  Zt.  in  Hamburg.
„Generall  Hamburg  1  Durban  am  25.  Dezember  ab  Lissabon.
„Herzog  F.  3Zt.  in  Hamburg.
„König“  ....  Hamburg  Durban  am  25.  Dezember  an  Aden.

 

 

Hierzu  ein  Prospekt,  betreffend  Herausgabe  einer  Zeitschrift:  „Die  Umschau“,  Uebersicht  über  die
Fortschritte  und  Bewegungen  auf  dem  Gesammtgebiet  der  Wissenschaft,  Technik,  Litteratur  und  Kunst,  herausgegeben
  von  Dr.  J.  H.  Bechhold,  auf  den  wir  ergebenst  aufmerksam  machen.  Die  Expedition.

 

 

Anzeigen.

6  Inferate  (für  die  dreigespallene  Petitzeile  oder  deren  Naum  25  Pfennig)  sind  an  die  Vertriebsleilung,  Berlin  SW  #12,  Kochstraße  6—b.

 

 

einzusenden.

 

Bekanntmachung.
In  das  bei  dem  urnterzeichneten  #
Gericht  geführte  Firmenregister  ist  heute
zsolger  Verfügung  vom  5.  Oktober  1896  6C  RY'ST  A  1  1  0  8  E
unter  Nr.  4  die  Firm  1
C.  Ohlsen  in  Gobabis  440  mal  süsser  als  Zucker,

ist  ein  verbesserter  Süssstofll  in  Krystalliorm,  in  Wusser
leicht  löslich.  Durch  ihre  Krystalle  bietet  sie  Gurantie
für  absolute  Reinheit  und  ist  von  bisher  unerreicht  leinem

und  als  deren  olleiniger  Inhaber  der
Kaufmann  Carl  Ohlsen  in  Gobabis

eingetragen  worden.  Süssgeschmack.  Wesentlich  billiger  uls  Zucker,  unver-Windhoek,
  den  5.  Oktober  1896.  gührbar,  konservirend;  daher  für  heisses  Klimun  besonders
Keiserliches  Gericht  des  südwestafrikanischen  Wichtig.

Das  Bestete  F#  die  Getrdnuke-Ind###strie.
Erhältlich  durch  den  Grossdrogenhandel  und  die  be-«

  «  ,  kannten  1porthüueer.  in  IIamburg  und  Bremen.  Proben
gez.  Fischer,  Gerichtsassessor.  und  Prospekte  durch

Für
Plantagenbesiter.

Junger  Kaufmann,  seit  Jahren
in  der  chemischen  Düngerbranche
thätig,  wünscht  sich  dem  Plantagenbau
  zu  widmen.  Zunächst  entsprechende
  Zeit  einem  Fachmanne
beigegeben,  würde  Suchender  bei
seinem  Interesse  und  seiner  Neigung
gewiß  ein  ebenso  zuverlässiger  als
tüchtiger  Beamter  werden.  Feinste
Referenzen.

Freundl.  Offerten  unter  Nr.  123
an  die  Expedition  d.  Bl.

Shatzgebietes  für  den  Nordbesirk.
V  -

 

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
Radebeul-Dresden-  („nla)

 

   

   
    

   

Fabril  haltbarer  Speisen

L.  Mulsow  à  co.  Hamburg.
Conserven  uller  Art,  für  die  Tropen  zubereitet.

Gokldene  Meckaitte:  Tamhre  1380  z.  18550.
Mn  #  Puris  136  LTLonckon  1362.
mchen  1864.  4  Swest  1850.
Wir  enn  die  HaltbarkeitPreislisten  stechen  auf  Wunsch
unserer  eigenen  Fabrikate.  zur  Verlügung.  (ne)

  
         
       

Comptolr:  Neueburg  5.

 

 

#lg  dmunsultuelnd:  1lan-#
        <pb n="111" />
        —  27  —

 

 

Das  „PCHO“  bringt  wörhentlich  eine  Liste  der  wichtigsten  Erscheinungen  des  deutschen  Buchhandels  auf  allen  Cebieten  der  Wissenschaft.

Zusammengestellt  von  dem  „Litterarischen  Auskuntsbureau  O.  Gracklauer  in  Leipzig.“

 

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##

Ghileleltuss:  Worbet  für  Euer  Blatt,„is

Eutsche  im  Auslande

abonniert

auf
Eure
Wochen-Sschrift.

S

  
  
 
    
   
  
 
 
 

betrachtet  es
e-  insbesondere  als

6  %  seine  Anfgabe,  dem
go  Leben  und  Treiben  der
Deutschen  im  Auslunde  die

er  lebevollste  Aufmerksamkeit
#  zuzuwenden.  Es  wird  daher  jeder

9  -*
Deutsche  im  Auslande
gebeten,  seine  Adresse
Jahrgang.  der  Verlageshandlung

J.  H.  Schorer,  G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,

Wilhelmstrasse  29,  gefl.  anzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit
hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  und  portofrei  zu  übersenden.

Erat  im  Aualande  lernt  man  den  Reit  des  Ileimaidialekies  geniessen,  erat  in  der  Premde  erlennt  mas,
was  dus  Vaterland  ist?  (Aus  Freytag.  Soll  und  Haben,  II.  Band.)

 

Der  fern  4#r#  Heimat  und  in  überseoischen  Ländern  Fühlung  mit  dom  alten  Vaterlando



Der  im  *p*  l  Ausluuile  ut  enchütten  überhäuft,  sich  kurz  und
schnell  von  F  Cnuge  der  Weltbogebonsioiten  untorriehten  will  —

De  im  In-  oder  Auslande  vtacr  Zelt  noch  Neigung  hnt,  tägliel  oino  grosss
po  Ai  isnche  Zeitung  zu  lesen

Der  lm  0  oder  Auslande  abse  sein  auf  dem  L#  Koht  und  nobon  einom  kloinen
Plalte  riner  ergünzenden  Zoitungsloklaro
Wer  im  7“  -ocer  Auslande  überhaupt  alles  —i“*  Im-  der  lese  „Das  Echo“.
J  Krrmik  (er.  Zerithreunnfase,  20W|7  Gricchenkffich  #n  unterhal-#.
  Icuder  Fori  +rrschte  pofikischen,  toib  (schoffeschen,  (ciszenschaysfichen
t.  gqesellsclurstiichen  Iuliulis  v5%n  alle  Vorgũiuge,  icelelie  sicl  in  Deutsenhlund  u.  im  Auslunde  abspielen.
C(Nrorstk  de  Zeiterceiciraisse,  isft  seein  Parteiblait,  aondern  es
##  [  20  2  #st  di  inferesxanlesten  Se#men  aller  /  %/%  tu  Wonte  Jommen.
D  *  .  +A  Clironile  der  Zeitereie#s#se,  577  397  in  jeder  Nummer  ein  bis
5  irei  abgtaclossene  Norelletten,  Erzuhlungen  —  aus  der  Feder  beiculirier,
  eitgendsseischer  Scliriftateller.
Ib  #  -  e  hronk  der  rshee  ,  %%%%  in  der  Nubrik  Llundel
·  ,«««eq--·-'  cum-Mitei-»-(««»
  »m-  i--««uq««-  »wei-  wm  llkc

 

Jorron  ,.  oilrraissc.  5inok  tcochendlick  eine  Liste  der

—□—  5  u.  tcieliti-  Frlenr  inungen  des  deusschen  Huchliandels  aus  allen  Gericken
  %  M

4  NVrohmik  cier.  Zcitereitninse,  Orrgft  monatlicli  regelnidasiq

24  Scheo.  5  *  aullicle  Liste  der  Poslilampsachiffunristerbiuungen  nach  ilber-Seefschert

  Pdimeer
Vch  on  allo  Buchhandlungon,  ontanstalton  und  Eoitunge
Restellu  I1  §ecns  itouro  in  Deutack  ehlandten  Preiso  von  z  AMni  !°=  iorteljährlich
  entgogon;  in  4  abrigon“  1½  ü#ndlern  zu  deon  landesüblichen  Preivon.  Direk
kurhälg.  J.  N.  Schorer,  d.  m.  b.  N.,  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstrusse  29
hulbis

-er  Krouzi#ind  euigen.  kostot  „Dasx  Elo“  W  l  4  *  8  l

 

  

  

»Ist-pla-  -ls!l  i  Vorsendung  unter  Stroilband  empfichlt  os  5EKunzjähri
#len  —  Englische  Pfundnoten  werden  10  o  kenommen.

W  z  it  elngetreten  werden,  und  wird  „Das.  o  vom  Tuge  der

xl  #  les  tsallend  t
In  das  Abonnementwie
        <pb n="112" />
        Pumpernickel

(westflilisches  Schwarzbrot),
gYarantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (118)
Hummer  Brotfuabrik,  Hamm,  Westl.

Irkisehe  Kapponlaur,

Ig.  Stein  senior,
Wien  I,  Adlergusse  4  (Austrin).
Fabrikation  sämmtlicher
Sorten  Fez

(turkish  cups)  für  den  Orient,  Britisch-
  u.  Iollündisch-Indien,  gunz
Afrika.  uo

—0—
Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,
—

Liegnitz.
Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte

 

 

    
        
      
 

Besondere  Bauart  für  jedes
Klima
Prümllrt  nul  allen  grossen
usstellungen.
21  000  Stück  gefertigt.

Niederluge:
Berihn  W.,  Courbièreskr.  5.

 

D

r  .

Hermch)  Peters
FEk  I  Wν.  ——  5

 

 

Praunschweiger  Worst=Heischramen-Fanrie


Denecke  &amp;amp;  Himmel

Hollieferanten,  (#0)
Braunschweig,

lieslern  Fleischwanren  für  Export.
nach  allen  Zonen  der  Erde.

Eine  Mmleressanke

Aolonialaeitung

elche  —  obwohl  unabhängig  nach  jeder  Seite  —  die  För
derm  der  deutschen  Molonicen  und  Uolonialbestrebungen  auf
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Citel:

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  Verlage.  Das  Blatt  steht  im  zweiten
Jahipgnge:  erscheint  in  einer  ca.  30  G  uartseiten  starken
illustrirten  Mummer  an  jedem  Donnerstag.

6  reiche  Juhalt  der  sich  bereits  im  Inlande  und  be.
sonders  im  Auslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
„Deutschen  Nachrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Allem
Wichtigen  der  Woche  über  Holitik,  Volonialem,  Wissenschaft.
lichem,  dem  Wissenswerthen  auf  allen  Gebieten;  das  Blatt
bringt  Machrichten  aus  den  Nolonieen,  von  den  Deutschen  im
Auslande,  ferner  kurze  interessante  Erzählungen,  lumoresken
und  feine  aktuelle  Illustrationen.

FJSeler  Kolonialfreund.
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten  heine  Probe-Bummer  von  uns  zu  verangen,
  um  sich  über  das  Gebotene  zu  informiren.  Wir
senden  solche  Hrobe-Unmmern  Jedermann  mit  Dergnügen
kosten-  und  portofrei  sofort  zu.
Wegen  ihrer  weiten  Verbreitung  im  Auslande  sind  die
„Deutschen  Rachrichten“  auch  ein  ausgezeichnetes  Organ  für
Exportanzeigen.  Wir  bitten  das  Blatt  einmal  anzusehen.

Der  Perlag  der  „Deutschen  Nachrichten“
Uene  Berliuer  Lerlags·  Anstalt
ug.  Krebe.

Berlin.
harlollenburg.

 

 

 

 

 

W.  Richter  &amp;amp;  Co.,

Dar-es-salam.  Zanzibar.
Vollständige  Ausrüstungen  für  Expeditionen  und  Jagdausflüge
  ins  Innere,  sowie  Besorgung  der  Träger.
Deutsche  Apotheken,  Ingd-Munftion,

Ferbundstoffe,  D  Stahlkofler,
Reise-  Apotheken
Engl.  u.  franz.  Spe  MHalstaten,  Conserven,
Weine  und  Splrituosen,  D  Gulanterlewaanren.

äähere  Anskunft  ertheilt  die  Filiale  (66)
W.  Richter  &amp;amp;  Co.,  Hamburg,  Hermannstrasse  15/17,  I.
        <pb n="113" />
        29

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (corm.E.  Schering)  zu  Berlin

dargestellte
allen  arnsn  .  bestens  empfohlen.

(salzsaures  Phenocoll)
—t  stalienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor

Albertoni,  Professor  Cerv  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  ils  und  viele  andere  haben  mit  dem  Jlittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malaria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzen  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letz
terer  hat  die  ollizielle  Einreihung  des  Mekikuments  in  dic  stuntlichen
Verschreibungen  des  Kongostuates  verunluss

as  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  taaat..  nuch  den  Feststellungen
von  Prolessor  Aartinez  A.  Wargas  in  Barcelonn  zur  schnellen  und
sicheren  Heilung  des  Kenchhustens.

an  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litterntur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:
HUamburg:  r  (Olenburg;
Barcelonn:  1.
London:  A.  &amp;amp;  m,,  k.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  HlII;
Mosknn:  W.  Stürzwage  4  Co.
New-  Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  willam  Street;
Puris:  Ma#  Erdres,  31  rue  des  petltes  Ecuries:
Blo  de  Juneiro:  Magalhdes,  Luclus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

Aes  *  MNWi

 

 

mese  —

—.

1  afe  bester  u.  bewah  ten  ConsirW  uchion

———nn—n—ututn—nnnnnintiu—  —  —  s—.

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  B,

Werkstätten  für  mathematische  und  optische  lustrumente.
Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nach  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Danckelman,  Aufnahme-Apparate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

 

 

(48)  "

 

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Aug.  Michel

Hollleferant
Strassburg  i.  Els.
Spe  zialität  für  den

Export

bosonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (#)

 

 

Aelteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessier  Cabinet

dry  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(##)  Esslingen.

 

 

 

 

Muslkinstrumente  feiner  und  feinster
Oualitäten  direkt  aus  der  Centrale
des  dentschen  Instrumentenbaues
Markneukirchen  i.  S.  No.  325,
von  der  I.  Süchs.  Musikinstrumenten-Manufaktur
  Schuster  &amp;amp;  Co.  (16)
Iauptpreisl.  krei.  Blulgste  Nettopreise.

Pir#nminte  Aunmme

und  simmtliche  Bedurfsartikel  für
Photographie,  speziell  für  den  Gebruuch
  in  den  Kolonien,  liclern

J.F.  Schippang  &amp;amp;  Co.,

Inh.  E.  Martnl,  (#)
Berlin  S.  42,  Prinzenstrasse  21.
Reich  illustr.  Preislisten  kostenfrei.

 

 

 

éSECntziehungskuren.  6
r.  Fromme,
Stellingen  (Hamburg).  (##h)
        <pb n="114" />
        Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Waetzel,
Akademische  Burhbncuug  und

Ant
Freiburg  1.  #  em  2.

Mit  Badens  Wehr
für  deutsche  Ehr.

Die  Antheilnahme  der  baseche  Tinpen
am  Einlgungskriege  1870
Dargestellt  von  Dr.  Gussomum.
Mit  vielen  Karten.
Hocheleganter  Geschenksband.
Preis  Mk.  4,50.

Die  Belagerung  von  Strassburg,
das  Herumschlagen  mit  den  Franzosen
  —  Franctireurs  und  die  heldenmüthigen
  Kümpfe  um  Bellfort
unter  Werders  F  ührung  finden  hier
einen  beredten  Schilderer.

Sstr.  Romanbibliotbeh#:

 

   

  

Ju  haben  in  all
**  8  NW  e  Verlag  m  Chemnitz  i

 

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Verlin  SWis,  Kochstr.  68—71.

Landes-  Aufnahme
Generahstab=  Karten,

die  Arbeiten  der  Königlich  Prenßischen
Lanbes-Ausfnahme,
dargestellt  von
Kahle.
Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
zwei  Kartenbeilagen.
Preis  Mk.  2,25.

In  obigem  Werke  werden  die  Arbeiten
  der  Königlich  Preußischen  Landesmterdeen

  und  die  Entwickelung  und
Art  und  Werth  derselben  allgnmeinvberslärduch,
  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Vermeslungsbeamten.
  ein,  D#tsmtttel  sein,
sondern  auch  A  e  sich  einen  Einblick
  in  das  eedt  75  einen  Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Ziele  unserer
Landesvermessung  zu  verschaffen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  eselben
eben.  Das  Buch  eignet  sich  gan
esonders  auch  für  die  Herren  Osfthterg
der  Schutztruppe,  um  sich  für  die
Kartographie  vorzubereiten.

—  30  —

 

Knorrs  Dörrgemüse  und  Julienne,
Knorr's  Suppentafeln  und  Erbswürste

sind  für  Europäer  in  überseeischen  Ländern
und  bei  Expeditionen  in  fremden  Welttheilen
unentbehrlich.  —  Sie  wurden  auch  während
der  vierjährigen  Nordpol-Expedition  Nansens
mitgeführt  und  zur  Zufriedenheit  aller  Theilnehmer

  beinahe  täglich  verwendet.

Sortiments-Kisten  im  Werthe  von  M.  100,—

sind  zu  haben  durch  die  Export-Agenten:

Vurren  C.  H.  norr,  Nabrungsmittel-Fabrn,

Heilbronn  a.  N.  (u.)

Dynamit-Actien-Gesellschaft

vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Aelteste  Dynamitfabrik.  Gegründet  1865.
Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,
  Zündmaterial,  Waffen,  Munition.  (u#)

Möller  &amp;amp;  Co.,

Hagen  in  Westfalen  (Deutschland),
Fabrikation  und  Export

 

 

 

  
 
 
 
 

Illustr.  Katnloss  in  deutseher,  Lrunsz#ssiseher.  englischer
und  Spanlscher  Sprnche  (ric)

Aultrüge  durch  europlisene  Handelshlluser  erbeten.

Spezialität:  Lieferung'  für  die  Kolonien.

 

 

 

 

 

 

 

ZEingenazr##rienesa#
Zmelzick-rbß“

s—“  “—  +a
s—..  s[(*  r

—ntn—t————  —  —

à
.
Glassinze
        <pb n="115" />
        —  31  —

Verlag  von  mihelm  Engelmùnn  in  Leipaig.  1  L  ampr  "  #l
Soeben  erschien:  "  *
Notizblatt  —g

(nnover),
Breitensteln  bei  Stolberg  ami  Hurz.

des
Königl.  Potanischen  Gartens  und  Museums  zu  Berlin,  Fabrikstion  weisrer,.  Kasbweisser

6  und  farbiger  Flaschen,  Parfümerie-,
r  "(  Medizin-  und  Kleingläser  aller  Art,

Gr.  80.  Mark  1.—.  mit  und  ohne  Glosstöpselverschinss.

w  Inhale:  IBemerkenswerte.  Seltonere  Lnnen  *  Porheer.  zae  welehe  in  den-  Spezin  Anlituten:
—  u
En  Wi  ae  innen  lf  irgel  "  *S  Erse  —  III.  vteiung,  uee.  glegx  der  Patenttropfglisser  D.R.P.  No.  17  368,
botani-chen  Cen  7#  ah  nach  J3  —  enh,  und.  Korgeat  en  und  65  683.  (72  )
kolsneenn.  Mennenge  iitv  n  G.  I.  in  .  VI.  ue  die  Stummpfinnze  8  u  Pillenzlihler  D.  R.  P.  No.  78  996.
har-Kopals.  Von  E.  Gilg.  —  VII.  Tnntno  Danlianss  aus  Nonbommern.  Von  K.  8chumenn.  —
VIII.  Lobor  des  Reifen  H#  Foen  ung  Fruehto  sruhbzeitig  von  der  Muttorpflange  rennter
Blutenstunde.  Von  P.  Gruchn  IX.  en  noue  Felceh  macoen.  Von  G.  Linda
Früher  erschien:

Jo.  1.  gr.  80.  (ausgegeben  am  2.  Januar  18909)  M.  1.20.
No.  2.  gr.  80.  (ausgegeben  am  7  Juni  1895)  .  „150.
No.  3.  Br.  80.  (ausgegeben  am  26.  November  iss  120.
Te.  4.  gr.  80.  (ausgegeben  am  Juni  1896)  „  1.80.
Jo.  5.  gr.  80.  tunsgegeben  am  1.  August  1896)  —60.
Albcnals  I.  gr.  80.  (ausgegeben  um  15.  Junnar  1895).  —,40.
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Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
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Am  10.  Januar:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt  Jarck,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poc  und  den  Häfen
der  Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  15.  Januar:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,

via  Antwerpen  nach  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Bissao,
Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Januar:  F.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  Januar:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,

nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Am  31.  Januar:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Alle  Gürter  mussen  cm  Tage  vor  dem  4b9a#nsduttem  bis  12  Uhr  miteae  Idnosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  etatt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
-  ——
R.  P.  D.  „HER2ZOG“‘  (Doppelschrauben),  Capt.  v.  Issendorff,  6.  Januar,  20.  Januar,
.  P.  D.  „AnIIBRALI“,  Capt.  Wessstt  27.  Januar,  10.  Februar,
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Hlsoan  17.  Februar,  3.  März,
E.  P.  D.  „REICHSTAG“,  Capt.  Weissken.  10.  März,  24.  März,

nach  3  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Wearen  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  gYitken  Heonnseng
direkt  nach  Durban,  Delagoa-Bat,  Mcjunga,  Vosst  B6é.
JNaeächste  Expedition:  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  31.  Januar  1897.——
Die  Dampfer  Rhaben  vorzupliche  Efnrichtrengen  fur  Eussagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (#0)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin,
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  SW  1,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  31.  Dezember  1896  um  6  Uhr  nachmiltags.
Hierzu  eine  Beilage.
        <pb n="119" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  VIII.  Jahrgang.
Verlin,  den  1.  Jannar  1897.

Zoll-Verordnung

für  das

deutsch-südwestafrikanische  Schutzgebiet.

 

Allgemeine  Bestimmungen.

81.
Alle  Erzeugnisse  der  Natur,  wie  des  Kunst-  und  Gewerbefleißes,  mit  Ausnahme  von  Schußwaffen
und  Schießbedar,  dürfen  im  ganzen  Umfange  des  Schutzgebietes  eingeführt,  ausgeführt  und  durchgeführt
werden.

.  §2.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  von  Schußwaffen  und  Schießbedarf  richtet  sich  nach  den  darüber  erlassenen
besonderen  Bestimmungen.  «
Sonstige  Ausnahmen  von  dem  im  §  1  ausgesprochenen  Grundsatze  können  zeitweise  für  einzelne
Gegenstände  beim  Eintritt  außerordentlicher  Umstände  sowie  aus  Gesundheits=  oder  sicherheitspolizeilichen
Rücksichten  für  den  ganzen  Umfang  oder  einen  Theil  des  Schutzgebietes  angeordnet  werden.

8  3.
Die  in  das  Schutzgebiet  eingeführten  sowie  die  aus  demselben  ausgehenden  Gegenstände  sind
zollfrei,  sofern  nicht  der  erlassene  Zolltarif  einen  Ein=  und  Ausgangszoll  festsetzt.  Die  durch  das  Schutzgebiet
  durchgeführten  Waaren  können  nach  den  darüber  zu  erlassenden  Bestimmungen  zollfrei  gelassen  werden.

*i
Zur  Entrichtung  des  Zolles  ist  der  Regierung  gegenüber  derienige  verpflichtet,  welcher  zur  Zeit,
in  welcher  der  Zoll  zu  entrichten,  Inhaber  des  zollpflichtigen  Gegenstandes  ist.  Alle  Waaren,  auf  denen
noch  ein  Zollanspruch  ruht,  werden  als  unter  Zollkontrole  stehend  angesehen  und  haften  ohne  Rücksicht  auf
die  Rechte  eines  Dritten  an  dieselben  für  den  Zollbetrag.  Sie  können,  solange  dessen  Entrichtung  nicht
erfolgt  ist,  von  der  Zollbehörde  zurückbehalten  oder  mit  Beschlag  belegt  werden.

Verjährung  der  Zölle.

8  6.

Alle  Forderungen  und  Nachforderungen  von  Zollgefällen,  desgleichen  die  Ersatzansprüche  wegen  zu
viel  oder  zur  Ungebühr  entrichteter  Gefälle  verjähren  binnen  drei  Jahren,  von  dem  Tage  an  gerechnet,
an  welchem  der  Zoll  zu  entrichten  war.  ·

Auf  die  Haftung  der  mit  der  Zollerhebung  betrauten  Beamten  gegenüber  der  Behörde  sowie  auf
die  Nachzahlung  hinterzogener  Gefälle  findet  diese  Verjährungsfrist  leine  Anwendung.

Einrichtungen  zur  Beaufsichtigung  und  Erhebung  des  Zolles.

86.
Die  Landesgrenzen  des  Schuhzgebietes  gegen  das  Ausland  bilden  die  Zollgrenze.  Die  Ein=  und
Ausfuhr  von  Waaren  ist  nur  gestattet:
1.  Seewärts  über  die  Hafenorte  Lüderitbucht,  Tsoakhaubmund  und  Kap  Croß  sowie
über  etwa  in  der  Folge  bekannt  zu  gebende  Orte.
Landwärts  auf  den  aus  dem  Auslande  in  das  Schutzgebiet  führenden  Landstraßen,  welche
einen  erheblichen  Waarenverkehr  mit  dem  Auslande  vermitteln  und  als  solche  ausdrücklich
bezelchnet  sind.

#
        <pb n="120" />
        —  2  —

Die  Löschung  und  Verladung  der  seewärts  ein=  und  ausgehenden  Waaren  darf  nur  mit  zollamtlicher
  Erlaubniß  erfolgen.

87.

Die  Ueberwachung  der  eingehenden  und  ausgehenden  Waaren  sowie  die  Kontrole  über  die  vorgeschriebene
  Entrichtung  der  Zollabgaben  ist  den  Zoll=  und  Polizeistationen  übertragen.  Die  Organe
derselben  sind  zur  Revision  jedes  Waarentransportes  im  Schutzgebiete  befugt.  Neben  diesen  sind  alle
Angehörigen  der  Schutztruppe  sowie  die  Beamten  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  verpflichtet,
Uebertretungen  der  Zollvorschriften,  welche  bei  Ausübung  ihres  Dienstes  zu  ihrer  Kenntniß  gelangen,  zu
verhindern  bezw.  zur  näheren  Untersuchung  anzuzeigen.

Deklaration  der  Waaren.
58.

Sämmtliche  Waaren,  welche  in  das  Schutzgebiet  ein=  oder  aus  demselben  ausgeführt  werden,  sind
ohne  Rücksicht  darauf,  ob  dieselben  zollpflichtig  oder  zollfrei  sind,  von  dem  Waarenführer  der  nächsten
Zoll=  oder  Polizeistation  schriftlich  auf  einem  amtlichen  Formular  in  doppelter  Ausfertigung  anzumelden.

Die  Anmeldung  hat  zu  enthalten:

1.  Namen  und  Wohnort  des  Waarenführers.

2.  Zahl,  Bezeichnung  und  Verpackungsart  der  Kolli.

3.  Die  Gattung  der  Waaren  nach  ihrer  handelsüblichen  Benennung  und  das  Bruttogewicht
derselben  bezw.  Maß  oder  Stückzahl.

Enthält  ein  Kollo  verschiedenartige  Waaren,  so  sind  dieselben  einzeln  nach  Gattung  und  Gewicht
zu  deklariren.

Die  Anmeldung  soll  ferner  bei  der  Einfuhr  das  Herkunftsland  der  Waaren  und  den  Namen  und
Wohnort  des  Waarenempfängers;  bei  der  Ausfuhr  das  Bestimmungsland  der  Waaren  enthalten  sowie  mit
der  Unterschrift  des  Anmeldenden  versehen  sein.

Die  Anmeldungen  sollen  in  deutscher  Sprache  und  nach  deutschen  Gewichten,  Maßen  2c.  abgegeben,
deutlich  geschrieben  und  ohne  Rasuren  sein.  Diejenigen  Anmeldungen,  welche  diesen  Bedingungen  nicht
entsprechen,  können  zurückgewiesen  werden.  Auch  steht  es  dem  Waarenführer  bezw.  Waarenversender  frei,
die  Waaren  auf  Grund  seiner  mündlichen  Angaben  gegen  eine  bestimmte  Gebühr  von  der  Zollstation  selbst
anmelden  zu  lassen.  4

Der  Waarenversender  bezw.  Empfänger  haftet  für  die  Richtigkeit  der  Anmeldung  auch  dann,
wenn  die  Ausfertigung  derselben  durch  elnen  Vertreter  erfolgt  ist.

Art  der  Zollrevision.
89.

Die  Zollrevision  hat  sich  auf  Prüfung  der  Richtigkeit  der  abgegebenen  Zollanmeldung,  besonders
in  Bezug  auf  Zahl,  Bezeichnung  und  Verpackung  der  Kolli,  deren  Inhalt  und  Gewicht  bezw.  Stückzahl
oder  Maß  zu  erstrecken.  Sofern  kein  Anlaß  zu  dem  Verdachte  der  Angabe  einer  unrichtigen  Zollanmeldung
vorliegt,  sind  die  Stationen  berechtigt,  sich  mit  einer  probeweisen  Revision  und  Nachwiegung  zu  begnügen
sowie  auch  von  Oeffnung  der  Kolli  gänzlich  Abstand  zu  nehmen.

Die  Handleistungen  bei  der  Revision,  das  Auf=  und  Abladen  der  Waaren  auf  die  Waage,  das
Oeffnen  der  Kolli  2c.  haben  stets  von  dem  Zollpflichtigen  bezw.  dessen  Beauftragten  zu  geschehen.

Zollentrichtung.
.  10.

Die  Verzollung  der  dem  Gewichtszoll  unterworfenen  Waaren  geschieht  nach  dem  Bruttogewicht
derselben,  sofern  nicht  der  Zolltarif  es  anders  vorschreibt.
Sind  in  einem  Kollo  zollpflichtige  und  zollfreie  oder  verschiedenen  Tarifsätzen  unterworfene  zollpflichtige
  Waaren  zusammen  verpackt,  so  tritt  Verzollung  nach  dem  Nettogewichte  ein,  welches  durch  Verwiegen
  festzustellen  ist,  wenn  nicht  der  Waareninhaber  Verzollung  nach  dem  Bruttogewichte  und  dem  höchsten
der  verschiedenen  Tarifsätze  besonders  beantragt.

Eine  Taraberechnung  oder  ein  allgemeiner  Abzug  für  die  Tara  findet  nicht  statt.
8  11.

Die  Entrichtung  des  Zolles  findet  nach  demjenigen  Tarifsatze  statt,  welcher  in  Kraft  war,  als  die
Waaren  bei  dem  Grenzein=  bezw.  Ausgangsamte  zur  Abfertigung  angemeldet  worden  sind.
        <pb n="121" />
        —  3  —

In  Bezug  auf  Gewicht,  Maß  ꝛc.  der  eingeführten  Waaren  bildet  das  bei  der  endgültigen
Abfertigung  festgestellte  Ergebniß  die  Grundlage  der  Verzollung.  Wenn  sich  Differenzen  im  Gewichte  2c.
zwischen  der  Anmeldung  bezw.  dem  Revisionsbefunde  des  Grenzeingangsamtes  und  dem  Befunde  der  Station
im  Innern  ergeben,  sind  dieselben  unberücksichtigt  zu  lassen,  sofern  sie  auf  natürlichen  Einfluß  (Bruch,
Eintrocknen  2c.)  zurückzuführen  sind.  Für  die  in  beschädigtem  oder  verdorbenem  Zustande  ankommenden
Güter  kann  auf  Antrag  bei  der  Zolldirektion  auf  Grund  der  Bescheinigungen  der  Zoll=  und  Polizeistatlonen
ganz  oder  theilweise  Zollerlaß  gewährt  werden;  desgleichen  für  Güter,  welche  wieder  in  das  Ausland
zurückgesandt  werden,  bevor  sie  in  den  freien  Verkehr  übergegangen  sind.

12.

Der  Zoll  für  die  eingeführten  Waaren  ist  sofort  nach  Eingang  bel  der  nächsten  Zoll=  oder  Polizeistation,
  für  die  ausgeführten  Waaren  vor  dem  Ueberschreiten  der  Grenze  zu  entrichten.  Dem  Waarenführer
ist  das  zweite  Exemplar  der  Zollanmeldung,  mit  der  Quittung  über  die  Höhe  des  entrichteten  Zollbetrages
versehen,  als  Ausweis  während  des  Transports  bis  zum  Bestimmungsorte  zurückzugeben.  Die  durch
Frachtverordnung  für  den  Verkehr  im  Innern  des  Schutgebietes  vorgeschriebenen  Frachtbriefe  sind  vor
Antritt  der  Reise  von  der  nächsten  Zoll=  oder  Polizeistation  abstempeln  zu  lassen.

8  13.

Als  Ausnahme  von  den  Bestimmungen  des  §  12  kann  es  Händlern  und  Kaufleuten,  welche  Kaufgeschäfte
  im  Innern  des  Schutzgebietes  besihzen,  auf  vorherigen  Antrag  bei  der  Kaiserlichen  Zolldirektion
gestattet  werden,  den  Zoll  für  die  eingeführten  Waaren  nicht  sogleich  an  der  Grenze,  sondern  bel  einer
Zoll=  oder  Polizeistation  im  Innern  zu  entrichten.  In  diesem  Falle  haben  die  Betreffenden  für  Gestellung
einer  vorschriftsmäßigen  Waage  sowie  der  erforderlichen  Maße  am  Orte  der  Zollentrichtung  Sorge  zu  tragen.

Auch  die  auf  diesem  Wege  zu  verzollenden  Waaren  sind,  wie  alle  übrigen,  bei  den  Grenzeingangsstationen
  anzumelden  und  auf  Grund  der  Anmeldungen  allgemein  in  Bezug  auf  die  Richtigkelt  der  Zahl,
Bezeichnung  und  Verpackungsart  zu  revidiren.  Zu  einer  Oeffnung  der  Kolli  ist  nur  in  Verdachtsfällen
unrichtiger  Inhaltsbezeichnung  zu  schreiten.

Ein  Exemplar  der  Zollanmeldung  wird  darauf  dem  Frachtführer  von  der  Eingangsstation,  mit
der  Revisionsbescheinigung  versehen,  zurückgegeben  und  hat  den  Waarentrausport  nach  dem  Orte  der  Zollentrichtung
  zu  begleiten,  wo  durch  die  Ortspolizeibehörde  die  endgültige  Abfertigung  sowie  Festsetzung  und
Erhebung  des  Zollbetrages  erfolgt.

Ueber  den  entrichteten  Zollbetrag  ist  eine  Qulttung,  welche  die  Angaben  der  Zollanmeldung  zu
enthalten  hat,  auszustellen  und  diese  dem  Frachtführer  als  Ausweis  während  des  eventuellen  Weitertransports
  zum  Bestimmungsorte  auszuhändigen.

8  14.  ·

Auch  anderen  im  Innern  des  Landes  ansässigen  Personen  kann,  sofern  sie  hinreichende  Sicherheit
für  die  Zollzahlung  gewähren,  auf  vorherigen  schriftlichen  Antrag  bei  der  Kaiserlichen  Zolldirektion  einmalig
sowie  auch  dauernd  die  Entrichtung  des  Zolles  bei  einer  Station  im  Innern  statt  an  der  Grenze  unter
Vorführung  der  Waaren  genehmigt  werden.  Das  Abfertigungsverfahren  ist  dasselbe,  wie  in  §  13  vorgeschrieben.


i  Wanderhändler.
8  16.  .

Sogenannte  Wanderhändler  haben,  wenn  sie  ihre  Waaren  aus  dem  Auslande  unmittelbar  zum
Handelszuge  einführeu,  nach  Entrichtung  des  Zolles  an  der  Grenze,  das  zweite  mit  Quittung  versehene
Exemplar  der  Zollanmeldung  (§  12  der  Zollverordnung)  als  Ausweis  der  geschehenen  Verzollung  während
des  Waarentransports  im  Handelsgebiete  bei  sich  zu  führen.  Beziehen  dieselben  ihre  Waaren  aus  Lagern
im  Schutzgebiete,  so  haben  sie  den  von  den  Lagerinhabern  über  die  zollpflichtigen  Waaren  gesondert  aufzustellenden
  Frachtbrief  vor  Antritt  des  Handelszuges  von  der  nächsten  Polizeibehörde  mit  der  amtlichen
Bescheinigung  darüber  versehen  zu  lassen,  von  welchem  Lager  dieselben  stammen.  Diese  Bescheinigung  dient
als  Ausweis  während  des  Transports.  Die  für  Wanderhändler  durch  besondere  Verordnungen  erlassenen
sonstigen  Bestimmungen  werden  hierdurch  nicht  berührt.

Behandlung  von  Reisenden.
8  16.
Reisende,  welche  zollpflichtige  Waaren  bei  sich  führen,  brauchen  dieselben,  wenn  sie  nicht  zum
Handel  bestimmt  sind,  nur  mündlich  anzumelden.  Auch  steht  es  ihnen  frei,  ohne  Anmeldung  sich  der
Revision  zu  unterziehen;  in  diesem  Falle  sind  sie  nur  für  solche  zollpflichtigen  Waaren  wegen  Schmuggels
verantwortlich,  welche  sie  durch  besondere  Vorkehrungen  der  Verzollung  zu  entzlehen  gesucht  haben.
        <pb n="122" />
        —  4  —

Behandlung  der  mit  Reichspost  ein-  und  ausgehenden  Waaren.
§5  17.

Die  mittelst  der  Post  ein=  und  ausgehenden  Waaren  müssen,  wenn  sie  der  Poststelle  zur  Beförderung
  übergeben  werden,  mit  einer  Inhaltserklärung  in  deutscher,  englischer  oder  französischer  Sprache
versehen  sein,  welche  diejenigen  Angaben  zu  enthalten  hat,  die  für  den  Packetverkehr  nach  den  übrigen
Ländern  des  Weltpostvereins  vorgeschrieben  sind.  Die  vom  Auslande  eingehenden  Postpackete  sind  mit
den  zugehörigen  Zollanmeldungen  seitens  der  Post  an  die  Zollstation  des  Postbestimmungsortes  abzuliefern,
wo  dieselben  der  Adressat  bezw.  dessen  Beauftragter  nach  geschehener  Revision  und  Verzollung  in  Empfang
nehmen  kann.  Beim  Ausgange  ist  die  Zollabfertigung  der  Postpackete  vor  Aufgabe  derselben  bei  der  Postanstalt
  durch  die  Absender  zu  bewirken.  .

Brlefsendungen  sind  ohne  Rücksicht  auf  das  Gewicht  von  Zoll  und  jeder  zollamtlichen  Behandlung
  befreit.

Niederlagen.
8  18.

Zur  Beförderung  des  Durchfuhrhandels  und  des  inneren  Verkehrs  sowie  zur  Gewährung  von
Zollkrediten  können  unter  besonderen  von  der  Landeshauptmannschaft  festzusetzenden  Bedingungen  öffentliche
Niederlagen  errichtet  sowie  auf  Antrag  private  Niederlagen  unter  Zollmitverschluß  genehmigt  werden.

Waarendurchfuhr.
5  19.-Waaren,

  welche  aus  dem  Schutzgebiete  durch  das  Ausland  wieder  nach  dem  Schutzgebiete  überführt
  werden,  sind  zollfrei.  Dieselben  sind  mit  einer  Abmeldung  der  Ausgangsgollstelle  vorzuführen,  welche
dieselbe  abgestempelt  und  mit  entsprechender  Bescheinigung  versehen  dem  Waarenführer  zum  Ausweis  behufs
zollfreier  Wiedereinfuhr  zurückgiebt.  Sind  diese  Waaren  mit  einem  Ausfuhrzoll  belegt,  so  ist  derselbe  festzustellen
  und  bei  der  Grenzausgangsstation  zu  deponiren.  Die  Rückzahlung  des  Depositums  erfolgt  auf
Grund  der  Bescheinigung  der  Wiedereingangsstation.  Desgleichen  kann  nach  Maßgabe  der  darüber  zu
erlassenden  Bestimmungen  ein  Zollerlaß  eintreten  für  ausländische  Waaren,  welche  nachweislich  unter  besonderen
  Kontrolmaßregeln  durch  das  deutsche  Schutzgebiet  durchgeführt  werden.

Haussuchungen  und  körperliche  Durchsuchungen.
20

Sind  Gründe  zur  Vermuthung  vorhanden,  daß  Jemand  sich  der  Uebertretung  dieser  Zollverordnung
oder  der  Beihülfe  zu  einer  derartigen  Uebertretung  durch  Bergung  verbotener  oder  zollpflichtiger  Waaren
schuldig  gemacht  hat,  so  können  zur  Ermittelung  Nachsuchungen  nach  solchen  Vorräthen  unter  Erforderung
des  Nachweises  der  geschehenen  Verzollung  sowie  Haussuchungen  oder  körperliche  Durchsuchungen  vorgenommen

  werden.
Dienststunden.
8  21.
Die  Zollabfertigung  der  seewärts  aus-  und  eingehenden  Waaren  an  den  Hafenplätzen  findet  statt:
an  Wochentagen  von  8  bis  12  Uhr  vormittags  und  von  3  bis  5  Uhr  nachmittags;
an  Sonn=  und  Festtagen  von  9  bis  10  Uhr  vormittags.

Die  Dienststunden  werden  durch  Anschlag  an  den  Zollstationen  bekannt  gegeben.  Die  Zollabfertigung
  außerhalb  der  Dienststunden  hat  in  dringenden  Fällen,  wozu  die  Abfertigung  der  Dampfer  zu  rechnen
ist,  auf  Verlangen  zu  jeder  Tages=  und  Nachtzeit  gegen  Entrichtung  einer  Gebühr  zu  erfolgen,  welche  für
je  angefangene  6  (sechs)  Stunden  6  (sechs)  Mark  für  den  Vorstand  der  Station  und  3  (drei)  Mark  für
jeden  mit  der  Abfertigung  Beauftragten  bezw.  Polizeisoldaten  beträgt.

Das  Ueberschreiten  der  Landesgrenzen  auf  den  geuehmigten  Zolleingangsstraßen  mit  zollpflichtigen
Gütern  ist  zu  jeder  Tages=  und  Nachtzeit  gestattet.  Die  Abfertigung  der  über  Land  ein=  und  ausgehenden
Waaren  hat  von  6  Uhr  morgens  bis  6  Uhr  abends  zu  geschehen.  In  dringenden  Fällen  ist  der  Stationsvorstand
  berechtigt,  auch  Abfertigungen  der  landwärts  eingehenden  Waaren  während  der  Nachtzeit  zu
genehmigen.  Für  dieselben  ist  seitens  des  Antragstellers  dieselbe  Gebühr  wie  bei  Abfertigungen  außerhalb
der  Dienststunden  von  seewärts  ein=  und  ausgehenden  Waaren  zu  entrichten.

Für  Abfertigungen,  welche  innerhalb  der  Dienststunden  auf  Antrag  nicht  bei  der  Dienststelle  selbst,
sondern  von  dieser  entfernt  (in  Privathäusern,  Lagern  2c.)  vorgenommen  werden,  ist  eine  Gebühr  zu
entrichten,  welche  für  jede  auch  nur  angefangene  Stunde  1,50  Mark  für  den  Vorstand  der  Station  und
1  Mark  für  jeden  anderen  mit  der  Zollabfertigung  Beauftragten  beträgt.
        <pb n="123" />
        —  5  —

Strafbestimmungen.
8  22.

Wer  es  unternimmt,  Gegenstände,  deren  Einfuhr  verboten  oder  erst  nach  Erfüllung  vorgeschriebener
Bedingungen  gestattet  ist,  dementgegen  in  das  Schutzgebiet  einzuführen,  macht  sich  der  Kontrebande  schuldig
und  wird,  sofern  nicht  in  besonderen  Verordnungen  höhere  Strafen  festgesetzt  worden  sind,  mit  Konfiskation
der  betreffenden  Gegenstände  und  einer  Geldbuße  bestraft,  welche  dem  doppelten  Werthe  jener  Gegenstände
und,  wenn  dieser  nicht  30  Mark  beträgt,  dieser  Summe  gleich  kommen  soll.  Wenn  die  Geldstrafe  im  Falle
des  Unvermögens  nicht  beigetrieben  werden  kann,  wird  auf  Gefängnißstrafe  erkannt,  deren  Dauer  drei
Monate  nicht  übersteigen  darf.

8  23.

Wer  es  unternimmt,  die  Ein=  oder  Ausfuhrzölle  zu  hinterziehen,  macht  sich  des  Schmuggels
schuldig  und  hat  die  Einziehung  der  Gegenstände,  in  Bezug  auf  welche  das  Vergehen  verübt  worden  ist,
und  zugleich  eine  dem  vierfachen  Betrage  der  vorenthaltenen  Abgabe  gleichkommende  Geldstrafe  verwirkt.
Die  Abgaben  sind  neben  der  Strafe  zu  entrichten.

In  allen  Fällen,  in  denen  der  Werth  der  geschmuggelten  Gegenstände  sowie  der  darauf  ruhende
Zollbetrag  nicht  mehr  zu  ermitteln  ist  und  infolgedessen  die  Berechnung  der  Strase  und  Vollziehung  der
Beschlagnahme  nicht  mehr  erfolgen  kann,  ist  auf  Zahlung  einer  Geldbuße  von  30  bis  10  000  Mark
u  erkennen.

Im  Falle  des  Unvermögens  tritt  die  Umwandlung  in  Gefängnißstrafe  wie  in  §  22  ein.

8  24.

Die  Kontrebande  wird  als  vollendet  angesehen,  wenn  verbotene  Gegenstände  oder  solche,  deren
Einfuhr  nur  von  Ertheilung  einer  gewissen  Erlaubniß  abhängig  ist,  gar  nicht  oder  unrichtig  angemeldet
oder  bei  der  zollamtlichen  Revision  verheimlicht  werden.  Sind  jedoch  verbotene  Gegenstände  vorschriftsmäßig
  der  Grenzeingangsstation  angemeldet  worden,  so  wird  dem  Einführer  derselben  gestattet,  dieselben
wieder  in  das  Ausland  zurückzuschaffen,  widrigenfalls  sie  beschlagnahmt  oder  auf  seine  Kosten  vernichtet  werden.

8  26.

Der  Schmuggel  wird  als  vollendet  angesehen:

1.  Wenn  zgollpflichtige  Gegenstände  entgegen  den  Bestimmungen  dieser  Verordnung  an  anderen  als
für  die  Ein=  und  Ausfuhr  bestimmten  Plätzen  ein=  oder  ausgeführt  oder  ohne  zgollamtliche  Erlaubniß
  oder  an  anderen  als  den  dafür  bestimmten  Plätzen  gelöscht  oder  geladen  werden.

2.  Wenn  zgollpflichtige  Gegenstände  der  Zollstation  wider  besseres  Wissen  überhaupt  nicht  oder  unrichtig
oder  so  angemeldet  werden,  daß  sie  einen  geringeren  Zoll  zu  zahlen  hätten.

3.  Wenn  zollpflichtige  Gegenstände  bei  der  Zollrevision  verheimlicht  oder  verborgen  werden.

4.  Wenn  über  zollpflichtige  Gegenstände,  welche  unter  Zollkontrole  stehen,  eigenmächtig  verfügt  wird.

8  26.

Wenn  verbotene  oder  zollpflichtige  Gegenstände  bei  der  Ein=  oder  Ausfuhr  zum  Zwecke  der
Umgehung  des  Verbotes  oder  Zollvorschriften  in  geheimen  Behältnissen  oder  sonst  auf  künstliche  und  schwer
zu  entdeckende  Weise  verborgen  werden,  so  sind  die  Geldstrafen  der  8§  22  und  23  um  die  Hälfte  zu
verschärfen.

Wenn  der  der  Kontrebande  oder  des  Schmuggels  Beschuldigte  glaubhaft  nachzuweisen  vermag,
daß  er  die  Vergehen  nicht  habe  verüben  wollen,  so  ist  derselbe  nur  mit  einer  Ordnungsstrafe  (§  28)
zu  bestrafen.

827.

Im  Wiederholungsfalle  der  Kontrebande  und  des  Schmuggels  nach  vorhergegangener  rechtskräftiger
Verurtheilung  wird  außer  der  Einziehung  der  Gegenstände  des  Vergehens  die  nach  den  88  22  und  238
eintretende  Geldstrafe  verdoppelt.  Im  zweiten  und  in  jedem  weiteren  Rückfalle  wird  dieselbe  vervierfacht.

Eine  Straferhöhung  findet  jedoch  nicht  statt,  wenn  seit  dem  Zeitpunkte,  in  welchem  die  Freiheitsstrafe
  oder  Geldstrafe  des  zuletzt  begangenen  Vergehens  verbüßt  oder  erlassen  worden  ist,  drei  Jahre
verflossen  sind.

Die  Grundsätze  über  die  Bestrafung  des  Versuchs  und  der  Theilnahme  richten  sich  nach  den
Bestimmungen  des  Strafgesetzbuches  für  das  Deutsche  Reich.

8  28.

Alle  sonstigen  Uebertretungen  dieser  Verordnung  und  der  zu  ihrer  Ausführung  öffentlich  bekannt
gegebenen  Bestimmungen  sind,  soweit  nicht  die  Strafe  der  Kontrebande  oder  des  Schmuggels  eintritt,  mit
einer  Ordnungsftrafe  von  1  bis  150  Mark  zu  ahnden.
        <pb n="124" />
        —  6  —

8  29.

Sofern  es  sich  um  Zollschmuggel  handelt,  können  vorstehende  Strafen,  wenn  die  Höhe  der  verwirkten
  Strafe  einschließlich  des  Werthes  des  Konfiskats  300  Mark  nicht  übersteigt,  und  wenn  der
Angeschuldigte  mit  der  verhängten  Strafe  einverstanden  ist,  durch  die  Zoll=  und  Polizeistationen  verhängt
und  vollstreckt  werden.

In  allen  anderen  Fällen  sind  die  Distriktschefs  oder  die  vom  Landeshauptmann  besonders  damit
beauftragten  Beamten  zur  Verhängung  und  Vollstreckung  von  Geldstrafen  befugt.

Gegen  die  Straffestsetzung  dieser  steht  dem  Angeklagten  binnen  drei  Monaten  Beschwerde  bei  der
Zolldirektion  und  gegen  die  Festsetzung  dieser  binnen  drei  Monaten  weitere  Beschwerde  bei  der  Landeshauptmannschaft
  zu.

Die  Kosten  des  Verfahrens  trägt  der  verlierende  Theil.  Der  Dienststelle,  welche  die  Strafe
verhängt  hat,  ist  rechtzeitig  davon  Mittheilung  zu  machen,  wenn  Beschwerde  gegen  das  Urtheil  derselben
eingelegt  wird.

An  Stelle  des  Rekurses  an  die  im  Instanzenwege  höhere  Verwaltungsbehörde  stehl  dem  Beschuldigten
  auch  frei,  auf  gerichtliche  Entscheidung  anzutragen.  Freiheitsstrafen  werden  nur  durch  die  Kaiserlichen
Gerichte  verhängt  und  vollstreckt.  «

-§30.

Bestechungen  und  Beleidigungen  der  mit  der  Zollkontrole  beauftragten  Behörden  und  Beamten

werden  nach  den  Bestimmungen  des  Strafgesetzbuches  für  das  Deutsche  Reich  bestraft.

8  31.

Gegen  alle  Entscheidungen  der  Zollstationen  in  Tarif=  oder  fteh
dem  Betroffenen  binnen  drei  Monaten  Beschwerde  an  die  Zolldirektion  und  gegen  die  ansebe  dieser
binnen  drei  Monaten  weitere  Beschwerde  an  die  Landeshauptmannschaft  zu.  Die  Beschwerde  hat  keine
ausschiebende  Wirkung.

DOe#r.n  14  2  s,  1.  eht

8  32.
Unbekanntschaft  mit  den  Vorschriften  dieser  Verordnung  und  der  infolge  derselben  bekannt  gemachten
Verwaltungsvorschriften  soll  Niemandem,  auch  nicht  Ausländern,  zur  Entschuldigung  gereichen.
«  §83
DteVekgehenderKonttebandeunddesSchntuggelö(§§22und23)ver1åhrenIndrechhren
Ordnungswidrigkeiten  (8  28)  in  einem  Jahre,  von  dem  Tage  an  gerechnet,  an  welchem  sie  begangen

worden  sind.
Der  AUnspruch  auf  Nachzahlung  defraudirter  Gefälle  verjährt  in  fünf  Jahren.

5  84.
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Dezember  1896  in  Kraft.

Windhoek,  den  10.  Oktober  1896.

Der  Raiserliche  Tandeshauptmann.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Lindequist.
        <pb n="125" />
        Bolltarif  für  Deutsch-  Südwestafrika.

A.  Einfuhrzölle.

 

 

burs  Waarengattung  Solltarifsat  Bemerkungen
1.Bier  aller  Art  brutto  1  kg  0,06  Mk.
2.  a)  Hute  aller  Art.  pro  Stück  1,00
b)  Mützen  aller  Art  -  050
3.  Kaffee  und  Kakao#  .  ....brnttollego",20
4.  Konserven  sowie  Verzehrungs  egen  ande  ate  v  leisch,  Gemüse,
uchte,  Saucen,  —?  Fette  9  guscn  ee  r
und  uckerwaaren  2c.  ),  welche  u  Fhermtetei,  esigt,  e  Doeren,
  Kruken  oder  nur  getrocnet.  gesalzen  ober  sonst  praserent
  eingehen  .  bruttollchLO
5.Mmeralwasser  künstliche  wie  a  vatirige  1•  00
6.  Petroleum  .  .  1-0,05
7.Schießbedatsnnd  Sprengstoffe:
a)  Patronen  aller  Art.  1.  0.20  --b)
  Schiehpuboe,  Schrot,  Zundhutchen  1.  1.00  --Ußc)
  B  .  1-0,10-d)
  *  und  sonstige  em  .  1040-8.
  a)  Sattlerwaaren  aller  Art  1-1,00
2  buhwaaren  .  .  pro  Paar  1,00
9.  brutto  1  kg  0,05
10.  Spicbats  aller  Ari  (mit  Ausnahmen  von  Bier,  Wein  und  Schaum=  Seisbib  erech
wein),  alkoholhaltige  Porfümerien,  Essenzen,  Tinkturen,  auch  inhalls  werden
zum  Medizinalgebrauch  pro  11  2,00  5  chen,  Krul  2g.
io  zu  14  #r
44  #  lc.
jed.  angebrochene
Viertelliter  für
ein  volles  Vlertel
-  liter  gerechnei.
11.  Streichhölzer  brutto  1  kg  0,50
12.Tabak:
a)  Cigarren,  Cigaretten,  Plattentabak  1.  2,,00
b)  Rohe  Tabakblätter,  roher  und  **  Rauchtabel  sowie
Kau-  und  Schnupftabal  jeder  1.  1,50
13.  Salz  1  02
14.Thee  1.*  0)775
15.  affen:  ·
a)  Hinterladegewehre  aller  Art  mit  Ausnahme  der  Teschins  pro  Stück  20,00
b)  Teschins,  Vorderlader  und  sonstige  Saub·  und  Stichwaffen  -  l5,.00
16.  Weine  und  Schaumweine  brutto  1  kg  0,15
17.  Zeuge  und  Zeugwaaren  aller  Art  aus  Wolle,  dalbwolle,  Baumwolle,
Leinen  und  Seide  (fertige  Kleider,  beihwisse  und  Puhwaaren
aller  Art,  Decken  und  Teppiche  2c.)  netio  1  kg  1,00
18.  Zucker,  roher  und  raffinirter  aller  Art.  brutto  1=  0,10
        <pb n="126" />
        B.  Ausfuhrzölle.

 

Tarif-Nr.



 

Waarengattung  Zolltarifsatz

 

i-l

 

—

do

2

u

2

Guano  aller  Art:
a)  bei  der  Ausfuhr  in  Schiffen,  welche  mit  Guano  vollbeladen  oder  mit
mehr  als  drei  Viertel  ihres  Registertonnengehalts  beladen  sind,  für  iede
auc  nur  angefangene  Registertonne  laut  Meßbrie  Registertonne  36,00  Mark
b)  bei  der  Ausfuhr  in  Schiffen,  welche  nur  bis  zu  drei  Viertel  ihres  ie
Klstertonnengehalts  mit  Guano  beladen  sind,  sowie  bei  der  Ausfuhr
....................  100  kg  3,00
...........  1  Stück  1,00

Kobben-  unt  nR  .
.....  „  netto  1  kg  4,00

Straußbfedern,  rohe  und  gereinigte

 

C.  Zollbefreiungen.

.  Waaren  und  Güter,  welche  in  Seenoth  oder  Havarie  an  Land  gebracht  werden,  vorausgesetzt,

daß  dieselben  wieder  ausgeführt  werden.

Alle  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  gehörigen  und  für  dieselbe  bestimmten  Waaren
und  Güter.

Alle  Ausrüstungsstücke  der  Beamten  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  von  Deutsch-Südwestafrika
  sowie  der  Offiziere  und  Mannschaften  der  Kaiserlichen  Schutztruppe.

4.Kleider  und  Wäsche,  welche  einwandernde  Personen  zu  ihrem  eigenen  Gebrauche  mit  sich  führen.

Kleinere  Menge  von  Dehzehrungsgegenftäuden,  welche  Reisende  in  ihrem  Reisegepäck  zu  ihrem
eigenen  Gebrauch  bei  sich  führen.

Sämmtliche  Niederlassungen  von  christlichen  Missionen  ohne  Unterschied  der  Konfession  genießen
für  die  von  ihnen  zu  ihrem  eigenen  Bedarf  eingeführten  Gegenstände,  welche  von  ihnen  nicht  zu
Handels=  oder  Tauschzwecken  verwendet  werden,  Befreiung  vom  Einfuhrzoll  bis  zum  Betrage  von
1200  Mark  jährlich;  ausgenommen  von  diesen  zollfrei  zu  belassenden  Gegenständen  sind  alkoholhaltige
  Getränke  und  Tabake  und  Cigarren.

Windhoek,  den  10.  Oktober  1896.

Der  Naiserliche  Tandeshauptmann.
In  Vertretung:
(L  8.)  (gez.)  v.  Lindequist.
        <pb n="127" />
        Ausführungsbestimmungen
zu  der

Zollverordnung  für  Deutsch-Südwestafrika  vom  10.  Oktober  1896.

Allgemeine  Bestimmungen.

81.
Die  Ueberwachung  der  Befolgung  der  erlassenen  Zollvorschriften  liegt  den  Zoll-  und  Polizeistationen
  ob,  welche  durch  häufige  und  ausgedehnte  Patrouillen  und  durch  zweckentsprechende  Revision  der
Waarentransporte  im  Lande  Zollvergehen  zu  verhüten  haben.

82.

An  den  Grenzstationen,  wenn  thunlich,  bereits  in  jenseits  der  deutschen  Grenze  belegenen  Ortschaften,
  wird  zuverlässigen  Privatpersonen  die  Abgabe  sowie  auch  die  Ausfertigung  von  Zollanmeldungen
(Muster  A  und  B)  gegen  Erhebung  einer  Gebühr,  welche  0,50  Mark  für  die  Zollanmeldung  nicht  übersteigen
  darf,  übertragen  (Zolldeklaranten),  um  auch  für  die  des  Schreibens  unkundigen  Frachtfahrer  die
vorgeschriebenen  Anmeldungen  aufzustellen.

Befindet  sich  bei  der  Grenzstation  kein  Zolldeklarant,  so  haben  die  Abfertigungsbeamten  selbst  die
Zollanmeldungen  für  des  Schreibens  unkundige  Frachtfahrer  auf  Grund  der  mündlichen  Angaben  dieser
gegen  eine  Gebühr  von  0,50  Mark  pro  Zollanmeldung  auszufertigen.  Diese  Gebühr  ist  als  „Aumeldungsgebühr“
  im  Zollregister  mit  zu  vereinnahmen.

Zollrevision  und  Verechnung.

83.

Findet  die  Verzollung  der  eingeführten  Waaren  bereits  bei  den  Grenzstationen  statt  (§  12  der
Zollverordnung),  so  haben  die  revidirenden  Organe  der  Landeshauptmammschaft  sich  in  geeigneter  Weise
von  der  Richtigkeit  der  abgegebenen  Anmeldung  Ueberzeugung  zu  verschaffen,  ohne  dadurch  den  Waarenführer
  zu  einem  längeren  Aufenthalte  oder  größerem  Arbeitsaufwande,  als  dringend  erforderlich,  zu  veranlassen.
  Wenn  kein  Verdacht  einer  unrichtigen  Deklaration  vorliegt,  sind  die  Revisionsbeamten  berechtigt,
sich  mit  einer  probeweisen  Revision  zu  begnügen.

84.

Findet  die  endgültige  Verzollung  erst  am  Bestimmungsorte  statt  (88  13  und  14  der  Zollverordnung),
  so  sind  bei  den  Grenzstationen  die  Waarentransporte  nur  daraufhin  zu  prüfen,  ob  sämmtliche
eingeführten  Kolli  auf  den  abgegebenen  Zollaumeldungen  verzeichnet  sind.  Eine  Nachprüfung  des  Gewichts
der  Kolli,  sowie  Oeffnung  derselben  hat  nur  in  Verdachtsfällen,  und  wenn  eine  Vertauschung  derselben  auf
dem  Transportwege  zu  befürchten  ist,  zu  geschehen.

Wenn  die  Zollanmeldung  zu  Beanstandungen  keinen  Anlaß  giebt,  ist  ein  Exemplar  derselben,  mit
dem  Visum  und  Stempel  der  Grenzstation  versehen,  dem  Waarenführer  als  Ausweis  während  des  Transports
  zurückzugeben,  das  zweite  mit  erster  Postgelegenheit  derjenigen  Zoll=  bezw.  Polizeistation  zuzusenden,
bei  welcher  die  Zollerhebung  selbst  stattfinden  soll.  Findet  aus  zwingenden  Gründen  eine  Veränderung
der  Ladung  auf  dem  Transporte  statt  (durch  Wagenbruch,  schlappe  Ochsen  rc.),  so  ist  hiervon  der  nächsten
Polizeistation  sofort  Anzeige  zu  erstatten,  welche  über  die  Veränderung  eine  kurze  Verhandlung  aufzunehmen
und  diese  der  Anmeldung  beizusügen  hat.  Sobald  die  Entrichtung  des  Zollbetrages  stattgefunden  hat,
schickt  die  betreffende  Station  das  zweite  Exemplar  der  Zollanmeldung,  mit  bezüglichem  Vermerk  versehen,
unter  Angabe  der  Buchungsnummer  der  Zahlung,  an  die  Grenzstation  zurück,  welche  nunmehr  die  geschehene
Erledigung  in  Spalte  5  des  Zollanmelderegisters  bescheinigt  (vergl.  Muster  C).

Den  Grenzstationen  wird  ein  Verzeichniß  derjenigen  Händler,  Kaufleute  und  sonstigen  Personen
zugestellt  werden,  denen  die  Erlhubniß  ertheilt  ist,  ihre  Waaren  erst  an  einem  Orte  im  Innern  des
Landes  zu  verzollen.
        <pb n="128" />
        —  10  —

Der  nach  dem  vorgeschriebenen  Tarife  zu  berechnende  Zollbetrag  ist  auf  den  Anmeldungen  zu  vermerken
  u  mit  seiner  Schlußsumme  in  das  Zollheberegister  (Muster  D)  einzutragen.
Bei  der  Zollberechnung  kommen  Beträge,  welche  volle  10  Pfennige  nicht  erreichen,  in  Fortfall.

Herkunft  der  Waaren.

65
In  der  letzten  Spalte  der  Anmeldungen  ist  das  Herkunfts=  bezw.  Bestimmungsland  der  Waaren
anzugeben.  Als  Herkunftsland  ist  dasjeniße  Land  zu  betrachten,  aus  dessen  Eigenhandel  eine  Waare
stammt,  das  Bestimmungsland  dasjenige,  in  dessen  Handel  eine  Waare  übergeht.

Behandlung  der  Postsendungen.

86
n  Ortschaften,  in  denen  sich  eine  für  den  Packetverkehr  neöffnete  Postanstalt  befindet,  sind  die
Zoll-  *  Polizeistationen  zur  Abfertigung  von  ein=  und  ausgehenden  Postpacketen  befugt.

Ueber  die  erfolgte  Ablieferung  der  eingegangenen  Postpackete  an  die  Zoll=  bezw.  P  pottzelstation  ist
der  Postanstalt  auf  Verlangen  jedesmal  Quittung  zu  ertheilen.

Die  ein=  und  ausgehenden  Postpackete  sind  nach  den  für  die  sonstigen  Waarensendungen  gegebenen
Vorschriften  zur  Abfertigung  und  Verzollung  zu  ziehen.  Der  Revisionsbefund  ist  auf  die  begleitenden
Inhaltserklärungen,  welche  in  das  Anmelderegister  (8  8)  einzutragen  sind,  niederzuschreiben.  Der  Ausfertigung
  "  durch  §  8  der  Zollverordnung  vorgeschriebenen  Zollanmeldung  bedarf  es  nicht.

Betreffs  des  Zollerlasses  für  beschädigte  und  verdorbene  oder  in  das  Ausland  zurückgesandte
Postguter  finden  die  Bestimmungen  des  §  11  der  Zollverordnung  siungemäße  Anwendung.

Die  Oberbeamten  der  Zollverwaltung  haben  von  Zeit  zu  Zeit  im  Posidienftzinder  unter  thunlichster
  Vermeidung  jeder  Störung  des  Postbetrlebes  der  Oeffnung  der  Postbeutel  beizuwohnen,  sowie  sich
durch  Einsicht  in  die  Frachtkarten  oder  das  Lagerregister  oder  die  nach  den  örtlichen  Verhältnissen  an
deren  Stelle  tretenden  Verzeichnisse  der  Postanstalten  davon  zu  überzeugen,  daß  die  vom  Auslande  eingehenden,
  bezw.  ausgehenden  Postpackete  zur  Zollabfertigung  gebracht  werden.

Register=  und  Buchführung  bei  den  Zollstationen.

§  7.
Bei  den  Zollstationen  sind  folgende  Register  zu  führen:
1.  das  Zollanmelderegister,
2.  das  Zollheberegister,
3.  das  Kafsenbuch.
An  Orten,  in  denen  sich  eine  Bezirks=  oder  die  Hauptkasse  befindet,  fällt  die  Führung  des  Zollkassenbuches
  und  die  Ausstellung  der  monatlichen  Zollabrechnung  fort,  da  hier  die  Zolleinnahmen  aus  dem
Zollheberegister  täglich  in  das  Kassenjournal  der  Bezirks=  bezw.  Hauptkasse  übernommen  werden.

88

Alle  Zollanmeldungen  sind  bei  der  Grenzstation  in  das  Anmelderegister  einzutragen.  Die
laufende  Nummer  dieses  Registers,  sowie  die  Bezeichnung  der  Grenzstation  ist  auf  der  Abmeldung  zu  vermerken
  (Muster  C).

Am  Monatsschlusse  ist  das  Register  abzuschließen,  die  etwa  noch  nicht  erledigten  Anmeldungen,
d.  h.  solche,  über  welche  der  Nachwels  der  geschehenen  Verzollung  noch  nicht  eingegangen  ist  (8  4  der
Ausführnnghsbestinmungey),  sind  in  das  Register  des  nächsten  Monats  zu  übertragen  und  ist  dies  in
Spalte  6  durch  die  Worte:  „übertragen  auf  Vr.  des  Registers  pro  Montt8t8t  zu
vermerken.  Das  erledigte  Register  ist  der  Monatsabrechnung  beizufügen.

89
Das  Zollheberegister  ist  seitenweise  aufzurechnen  und  zu  übertragen,  außerdem  ist  die  Gesammteinnahme
  des  Monats  festzustellen.
Am  Monatsschluß  ist  das  Zollheberegister  abzuschließen  und  mit  den  zugehörigen  Belägen  der
Monatsabrechnung  (8  7)  beizufügen.

81
In  das  Kassenbuch  (Muster  E)  sollen  die  Veneumehnen  aus  dem  Zollbeberegister  am  Tagesn
schlusse  summarisch  eingetragen  werden.  Außerdem  sollen  auch  die  sonstigen  Einnahmen  und  Ausgaben
dort  Aufnahme  finden.  Am  Monatsschlusse  hat  in  der  Weise  ein  Abschluß  zu  erfolgen,  daß  die  Ausgaben
von  den  Einnahmen  abgezogen  werden  und  der  verbleibende  Bestand  auf  den  nächsten  Monat  übertragen
  wird.
        <pb n="129" />
        —  11  —

Eine  Abrechnung  über  die  Einnahmen  und  Ausgaben  eines  Monats  ist  in  doppelter  Ausfertigung
nebst  Belägen  (§8  8  und  9)  der  zuständigen  Bezirks=  bezw.  Hauptkasse  einzureichen,  welche  die  endgültige
Verrechnung  der  Einnahmen  und  Ausgaben  vornimmt  (vergl.  Muster  F).

8  11.

Ausgaben  aus  den  eingenommenen  Zollgeldern  dürfen  nur  auf  Grund  allgemeiner  oder  spezieller
Zahlungsanweisung  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  geleistet  werden.  Jede  Ausgabe  muß  mit  einer
vorschriftsmäßigen  Quittung  versehen  sein.

Größere  Baarbeträge  sind,  insofern  dieselben  nicht  zu  vorstehend  erwähnten  Ausgaben  rc.  Verwendung
  finden,  an  die  zuständige  Bezirks=  oder  Hauptkasse  abzuliefern.

In  den  amtlichen  Zollpapieren  und  Registern  2c.  darf  weder  radirt  noch  durchgeschrieben  werden;
unrichtige  Angaben  sind  so  zu  durchstreichen,  daß  sie  leserlich  bleiben.  Sodann  ist  die  richtige  Angabe
unter  Namensbeischrift  des  Abändernden  zu  schreiben.

12.

Die  Höhe  der  wirklich  vereinnahmten  Zölle  eines  Monats  ist  am  Schlusse  desselben  von  jeder

Zollhebestelle  sofort  summarisch  der  Zolldirektion  direkt  auf  einem  Quartblatt  mitzutheilen.

Prüfung  der  Abrechnungen.

 

.  13.  ,

Die  Monatsabrechnungen  der  Zollhebestellen  nebst  Belägen,  welche  von  der  Haupkkasse  an  die
Zolldirektion  weitergegeben  werden,  werden  von  dieser  geprüft  und  dabei  entdeckte  Unrichtigkeiten  durch
Nacherhebung  bezw.  Herauszahlung  ausgeglichen.  Hierbei  gilt  als  Grundsatz,  daß:

1.  zu  wenig  erhobene  Zollbeträge  unter  1  Mark  unerhoben  bleiben,  von  1  Mark  und  darüber

durch  Nacherhebung  ausgeglichen  werden,

2.  zu  viel  erhobene  Zollbeträge  unter  3  Mark  nur  auf  Antrag,  von  3  Mark  und  darüber

JrJ  oflsicio  zurückgezahlt  werden.  -

Strafverfahren.

8  14.
Ist  Jemand  der  Kontrebande  oder  des  Schmuggels  überführt  worden,  so  ist  über  den  Thatbestand
  eine  schriftliche  Verhandlung  aufzunehmen,  die  Höhe  der  Strafe  sestzustellen  und  dieselbe,  wenn  die
Bedingungen  des  §  29  Absaß  1  der  Zollverordnung  zutreffen,  zu  erheben,  anderenfalls  ist  die  Verhandlung,
unter  Vorführung  des  Beschuldigten,  sowie  der  beschlagnahmten  Gegenstände  dem  vorgesetzten  Distriktschef
zur  Aburtheilung  zu  überweisen.
Die  Verhandlung  hat  zu  enthalten:
Datum  und  Ort  der  Aufnahme,
die  Namen  der  dabei  anwesenden  Personen,
die  Erzählung  des  Hergangs,
die  Unterschriften  der  anwesenden  Personen  bezw.  die  Erwähnung,  weshalb  dieselben
nicht  haben  unterzeichnen  wollen  oder  können.
Die  erledigten  Civilprozesse  sind  am  Monatsschlusse  der  Zolldireltion  zur  Prüfung  einzureichen.
Den  Zollstationen  wird  von  Zeit  zu  Zeit  ein  Berzeichniß  derjenigen  Personen,  welche  in  Deutsch-Südwestafrika
  wegen  Uebertretung  der  Zollvorschriften  bestraft  worden  sind,  zugestellt  werden,  um  dieselben
in  den  Stand  zu  seben,  erforderlichenfalls  die  für  Wiederholungsfälle  vorgesehenen  Strafverfügungen  eintreten
  zu  lassen.

15.  «
Um  den  Eifer  der  Grenzwachen  anzuspornen,  soll  jeder  Entdecker  einer  Kontrebande  oder  eines
Schmuggels  eine  Belohnung  erhalten,  welche  ein  Drittel  der  aufgekommenen  Strafgelder  nicht  übersteigen
darf  und  aus  diesen  bestritten  wird.  Die  Höhe  der  Belohnung  wird  auf  Vorschlag  des  Distriktschefs
bezw.  der  Zolldirektion  von  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  in  jedem  Einzelfalle  festgesetzt  werden.

Windhoek,  den  10.  Oktober  1896.
Der  Maiserliche  Landeshauptmann.
In  Vertretung:
L.  S.)  (gez.)  v.  Lindequist.
        <pb n="130" />
        Erste  Muftereintraguug.
Unitai  Wuster  4.

Duplikat

BZoll-  Eingangsanmeldung  Nr.  27
der  Grenzstation  Tsoakhaubmund.

Der  Bastard  Simon  aus  Rehoboth  führte  auf  einem  Ochsenwagen  die  nachstehenden  Waaren  vor,
welche  für  H.  Meyer  in  Otjiseva  bestimmt  sind.

 

 

 

 

 

 

 

Vom  Anmelder  auezufullen  Von  der  Jolstatian  auszufüllen
–  ——  ;;;
Der  Kolli  .  Gewichtmtlich  8.r  Benert
Anzahl  ermitteltes  ZBemertungen
und  „Zeichen  Benennung  M  F  Gewicht,  Tarifsatzi  Zollbetrag  vereinnahmt  über  Herkunft  der
Ver-  und  der  Waaren  aß  ödekMaß=  oder  Waaren  2c.
——  Stückzahl  Stückzahl  von  der  unter
art  T.  z  Mark  I  Pf  Station  Rr.
1  2  8  4  ————J—  ä·.33  9
1  Kiste  KS8  17  Hinterladergewehr  1  Stück-  —  20  Mark  20  —  „Erlauhnihscchein
10  Kisten  W  110  Gin  à  12  Fl.  à  /4  Ltr.  90  Liter  —  2  Mark  180—  1  k%  *i’  den
10  Kisten  8  P  3/1  Wein  400  kgc  416  kg  0,15  Mark  62  40.  vor  giege
2  Sack  12  Mübenzucker  180  kcs  178  kg  0,10  Mark  17  80  de  lt
1  Stück  —  Ochsenwagen  11  Stack  golffrei  280  D  Swalop-  56  Herkunft
1  Kiste  0  N  3  Porzellan  256  kg  mundF  Kapstadt
j
f,  den  er  189  Swakopmund,  den  1e  139

Unterschrift  des  Deklaranten.  Unterschrift.
        <pb n="131" />
        Zweite  Mustereintragung.
Unikat

Muster  A.
Duplikat

Zoll  -  Eingangsanmeldung  Nr.  18
der  Grenzstation  Husab.

Der  Herero  Samuel  aus  Okahandya  führt  auf  einem  Ochsenwagen  die  nachstehenden  Waaren  vor,
welche  für  H.  Dammert  in  Otjimbingue  bestimmt  sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom  Anmelder  auszufüllen  Von  der  Zollstation  auszufüllen
Der  Kolli  Gewicht  Amtlich  Der  °7  v  iu
Anzahl  6rmitteltes  i  emerkungen
und  Zeichen  Venennung  W  Gewicht,  Tarifsatz  Zollbetrag  vereinnahmt  #ber  Herkunft  der
Ver-  und  der  Waarren  Maßh=  oder#Mah=  oder  Waaren  rc.
packungs-  Nr.  Stückzahl  Stückzahl  von  der  unter
art  Mark  Pf.  Station  Nr
1  2  3  4  5  6  7  8  9
10  sKisten  KP  l/io  Bier  806  kg
1Sack  81  Kassee  55  kg  Gesehen.  Der  Zoll  ist  in  Otjimbingue  zu  entrichten.
1  Kste  PU  13  Schuhwaaren  30  Paar  Swakopmund,  den  en  189
5  Kisten  M#8  ½/Eisenwaare#n  950  kg  4  4  »
2  Kisten  k  0  öbel  217  kg  Unterschrist  der  bei  der  Revision  Betheiligten.
3  Fässer  -  *  Glaswaaren  327  kg
f,  den  tete.  19
Unterschrift  des  Deklaranten.
Schluktabfertigung.
10  Kisten  K  P  ½0]  Bier  —  828  .0  Mark!  49  20
1  Sackl8  1  Kafsee  55  Sack  ·0,20  11
1  Kiste  PU  13  Schuhwaaren  30  Paar  1.—  30  —  Herkunft
5  Kisten  M##  ½/5.  Eisenwaaren  350  kg.  90  30  Ottimb  40  Deutschland
2  Kisten  :  67|  Möbel  217  kg  Zollfrei
3  Füässer  =  3/.  Glaswaaren  327  kg

Otjimbingue,  den  ..  ten
Unterschrift  der  bei  der  Revision  Betheiligten.
        <pb n="132" />
        Muster  1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterschrift  des  Deklaranten.

 

 

 

 

 

 

 

Unikat
Duplikat
Boll-Ausfuhranmeldung  Nr.
der  Grenzstatin
Vom  Anmelder  auszufüllen  Von  der  Zollstation  auszusüllen
im-  Tragfähigkeitt  Amtlich  Gebucht
Name  des  Heimaths=  Bestim=  Der  auszuführenden  des  Schiffesermittelte  im
hafen  mungsort  Gegenstände  nach  Register-  .  Zollbetrag  Zollhebe-  Beme
Menge  der  Tariffatz  v
des  der  tonnen  laut  ausgeführten.  register  kunge
.  Schisss-Schissesgadung  Meßbrief  unter
Schiffes  Art  Menge  Gegenstände  "„  .
führers  8  Nr  egenst  Mart  Pf.  Nr.
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12
Alert  Thomas  Beau=  Falmouthh  Guano  Unbekannt  148,24  Re=  4457  Säcke
mariss  England  von  der  gistertonnen  Hurchschnittlich
England  Bobinsel  laut  Meßbries  à  39  kg
Ammo-  Nr.  83511  —  173  823  kg
niakgehalt  144  Register-35  Mark  5040
3  bis  7  pCt.  tonnen  a  Register-Robben-
  tonne
felle..  420  Stuck  420  Stück  1  Mark  40
a  Stuck
Robbenthran.20
  Liter  -eei
5460  5
Die  Richtigkeit  der  Anmeldung  bescheinigt  Zollstatio  ,  den.  ten  189
,  den  thmden  189  Unterschrift  der  bei  der  Revision  betheiligten  Organ
der  Landeshauptmannschast.
        <pb n="133" />
        Dieses  Register  enthält  Muster  C.
l  Blätter.  —.*im
Windhoek,  den  189
Die  Zolldirektion.

Soll-Anmelderegister

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

der
Zollstation  nnnnnngggggggg-Geführt
  ooon
Datum  der  volli
Lau-  Des  Waaren-  Der  Zoll  ist
Abgabe  der  ¾
fende  6  oll-  Des  Waarenführers  empfängers  vereinnahmt  Bemerkungen
Nr.  anmeldung  von  der  unter
Monat  [Tags  Name  Wohnort  Name  Wohnort.  Station  r.
1.  2.  3.  4.  5.  6.
Dieses  Register  enthält  Muster  D.
.....  Blätter.
Windhoek,  den.  .ten.......  ...  189
Die  Zolldirektion.
Zoll-Heberegister
der
3  4  1  1  st  #  t  i  o  n  3  1  EEIIEIIEIIEIIIIILIIIIII  I  OOOOOOOI  00  .
fiirdenMonat....................  189
Geführt  n
Lau-Datum  der  Nummer  .
iendcsollenmchwng  der  Zoll-  Des  Zollzahlers  Gegenstand  Zollbetrag  Tagessumme
Ar  anmel-  der  Zahlung
Monat  Tag  dung  Name  Wohnort  Mark  /PfRt!  Mark  Pf.

 

2.  3.  4.  5.  6.  7.
        <pb n="134" />
        Dieses  “  thait

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Windhoek,  —n—*————.xKx  189
Die  Zolldirektion.  Kassenbuch  der
für  das  Rechnungs
Einnahme.
Lau-  sdb
fendes  Datum  Erläuterung  der  Einnahme  Geldbetrag
Nr.  Mark  /f.
1.  2.  3.  4.
17.  1/5.  Zollregister  Nr.  21  b  33..m  ....  237  30
18.  25.  „  „  34  „  2  .·......  577  60
23.  7/5.  Zollstrafe  gegen  Jonathan  aus  Omaruru  laui  Verhandiung  ........  6720
35.31,5.  VorschußderBezirkskasseOtjtmbmguczuGehaltszahlungen........  700--36.
  »  Zollhebcregcsterlæbtslss..  ........  605  60
Summe  Mai  218760
Davon  ab  Ausgabe  „  1417  s86
Bleibt  Bestand  pro  Juni  769  74
Abrechnung  der  Zoll-  und
für  den  Monat
Einnahmen.
Lau-]  Nummer
fende  der  Erläuterung  der  Einnahme  Geldbbetrag
Nr.Beläge  Mark  Pf.
1.  2.  3.  «  4.
1.  1  gollheberegisier  pro  Mai  1896  nebst  Belägen  1420  40
2.  2  Einnahme  aus  der  Zollstrafsache  gegen  Jonathan  aus  Ouarutu  laut  Verhandlung  67  20
3.  3  Vorschuß  der  Bezirkskasse  zu  Otjimbingue  zu  Gehaltszahlungen  ꝛc.  ...  700  —
Summe  der  Einnahmen  pro  Mai  2187  60
Davon  ab  die  Ausgaben  „  „  1417  16
Bleibt  auf  Monat  Juni  zu  übernehmender  Bestand  769  74
„den  .  E  139

Unterschrift  des  Stationschefs.
        <pb n="135" />
        Wuster  B.
Station  ....
jahk189-.
Geführtoon.................
Ausgabe.
Lausfende
  Datum  Erläuterung  der  Ausgabe  Geldbetrag
Nr.  Mark  Pf.
1.  2.  3.  4.
11.  1/5.  Zahlungen  laut  Löhnungsliste  .  1300  60
12.  13,5.  Fracht  an  L.  Neumann  aus  Swatopmund  laut  ¶  Verfügung  vom  25.  5.  Ar.  zöb  117  20
Summe  Mai  1417  80
—  4
Muster  F.
Bolizeistation  n
...........  189
Ausgabe.
Lau-  Nummer  iH8pbç  .  6
fende  der  Erläuterung  der  Ausgabe  Gelbbetrag
Nr.  Beläge  —
1.  2.  3.  4.
1.  1  Zahlungen  laut  Löhnungsliste  .  1300  66
2.  2  Fracht  an  L.  Neumann  aus  Swakopmund  laui  Versügung  vom  26.  os,  m  s838  117  20
Ausgaben  pro  Mai  1417  1  86

 

 

Gedruckt  in  der  Königlichen  Hofbuchdiuckerei  non  E  S.

 

 

Mittler  &amp;amp;  Sohn.  Berlin  8W.,  Kochstraße  68—71.
        <pb n="136" />
        <pb n="137" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärkigen  Auks.

 

VIII.  Jahrgang.  Gerlin,  15.  Jannar  1897.  Uummer  2.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Oerselben  werden  als  —  beigefügt  die  mindestens  einmal  x

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Pow#schougareisonhon  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freiherr

7.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Buchhandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streisband  durch  die  Verla  Suchbendlung,  M.  360  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3,75  für

die  Länder  des  Weltostvereins.  —.  Einsendungen  und  Anfragen  #ind  an  die  Königliche  Hosbuchhandlung  von  Ernst  Siepfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Rüung  Prkiste  für  1697  unter  Nr.  1977.)

des  der

    

den

   

     
  
 
   

Bericht  des  Hauptmanns
am  Meruberg  S.  42.  —
Kamerungebirges  S.  45—
48.  —  Aus  fremden
50.  —  Verordnungen
der  Goldküste  S.  50.  —

.  52.  —  Schifs-(Spreckels
  %

  
 
 

aus

    

Francisco,

 

Amtlicher  Theil.
Gesene;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

 

Auf  Grund  des  §  4  des  Reichsgesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete
(R.  G.  Bl.  1886  S.  75),  und  des  §  1  des  Reichsgesetzes  vom  4.  Mai  1870,  betreffend  die  Eheschließung
und  die  Beurkundung  des  Personenstandes  von  Reichsangehörigen  im  Auslande  (B.  G.  Bl.  1870  S.  599),
ist  dem  kaufmännischen  Beamten  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Boluminski  für  seine  Person  und  für  die
Dauer  seiner  Thätigkelt  im  Schutzgebiete  die  allgemeine  Ermächtigung  ertheilt  worden,  in  Kaiser  Wilhelmsland
  bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich  gültige  Eheschließungen  vorzunehmen
und  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  zu  beurkunden.

Ferner  ist  dem  kommissarischen  Landeshauptmann  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie
v.  Hagen  die  Ermächtigung  ertheilt  worden,  in  diesem  Schutzgebiete  die  Befugnisse  eines  stellvertretenden
Standesbeamten  auszuüben.  «

 

Perordnungen  und  Witkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.
Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend
die  Einführung  eines  festen  Kurses  zwischen  Rupie  nnd  Pesa.

81.
Im  Küstengebiete  und  dem  Rufiji-  und  Mohorrodelta  sowie  den  Landschaften  Bondei  und  Handei
sind  Pesas  zum  Kurse  von  64  gleich  einer  Rupie  in  Zahlung  zu  geben  und  zu  nehmen.
        <pb n="138" />
        36

8  2.

Wer  bei  der  Umwechselung  von  Pesas  gegen  Rupien  oder  umgekehrt  einen  anderen  Kurs  berechnet,
wie  den  des  §  1,  wird  mit  Geldstrafe  nicht  unter  10  Rupien,  an  deren  Stelle  im  Falle  des  Unvermögens
Haft  tritt,  bestraft.

83.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Januar  1897  in  Kraft.
Dar-es-Saläm,  den  17.  November  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:

(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  September  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,22375  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.  Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag.  Neben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhrinfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt

Zu.  1P.LA##.  1  P.[p.  P.  Rp.  P.  Rp.  B.  .  P.  —  Mk.  1f.
Tanga  960|244225  1  58  —  213  1  417  bo  8874  40  10860  32
Pangani  ...  791618429540  ——  29  3  25  0441
Bagamoonnon  156455|39  15289  21  6—  44.2  29  4931825  04  =  3894592
Dar-es-Saln  20500181914  42—  554192  12  4854  54  =  1817862
ilwa.  ..  ..  8689  23  3692  44  56—  888  10  «  1332907-1631150
Mikindaui..  2241723—7132—I—1889107-23n7399
Zufammenbos72164697748185—1B8  43  1267  35100041  14  -12242544

—  —  —  —„  —

61643  Mk.57489  Mk.  Mk..  1515  Mk.  151  Mk.

04  Pf.  02  Pf.  39  Pf.  83  Pf.  16  Pf.  T.

 

 

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  September  1896  betrug
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  September  1896  betrug

343  688  Rup.  =  420  588  Mk.  19  Pf.
472  494  Rup.  =  578  214  Mk.  53  Pf.

 

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei

Anmerkung:  k  hinter  dem  Namen  —  krank,  c  hinter  dem  Namen  =  kommandirt

 

 

 

 

 

 

Nr.  “  b„

derGarnison-  Major  Hauptleute  *  und  Stabs  Fus  *  e-  Feldwebel  Ser-  Unter-·
Kom-  ort  han  wior  Haup  Sekond.,  rzte  rz  meister-  feuer=  Feldwe  gennten  effhiere
pagnie  Kieutenantsls  1.  u.  2.Kl.  *51  aspiranten  werker

I.  Schutztruppe.  ·
—  v.FiercSchlobachc8-—  Dr.  Kieferle  Engel-  Benkewitz  Ritter
Natz-  sc  Passavant  Bludau#  babet  MeusereNaruisch
Stab  Dar-es-Sals  mer  r**  9
S
1.  Moschi  —  —  NJohannes  Merker—  Dr.  Eggel—  Körner  1—  —  Bartscher  Schröder“
        <pb n="139" />
        —  37  —

Zusatzverordnung  zu  der  Verordnung,  betreffend  Maßnahmen  zur  Verhütung
der  Einschleppung  der  Ninderpest,  vom  20.  Juni  1896.)

Zusatz  zu  §  1.

Dieses  Verbot  wird  auf  Thiere  jeder  Art  sowie  auch  auf  Menschen  ausgedehnt.  Letztteren  kann
iedoch  der  Uebertritt  gestattet  werden,  wenn  sie  glaubhaft  nachzuweisen  vermögen,  daß  sie  nicht  aus  infizirten
Gegenden  kommen,  oder  wenn  sie  ein  von  der  zuständigen  Behörde  ausgestelltes  Zeugniß  über  stattgehabte
Desinfektion  beibringen.

§  1.
.  Die  zuständigen  Bezirkshauptleute  bezw.  Distriktschefs  haben  an  den  betreffenden  Auslandsgrenzen
einen  Rayon  zu  bestimmen,  innerhalb  dessen  alles  dort  betroffene  Vieh  jeder  Art  zu  tödten  ist.  Zur
Räumung  dieses  Rayons  von  den  zur  Zeit  dort  befindlichen  Viehposten  ist  eine  angemessene  Frist  festzusetzen.
  Die  Breite  desselben  hängt  von  den  örtlichen  Verhältnissen  ab,  soll  aber  20  Meilen  (englisch)  in
der  Regel  nicht  überschreiten.
Zusatz  zu  §  4.

»  Im  Falle  des  Ausbruchs  der  Seuche  im  Schutzgebiete  selbst  sind  in  Bezug  auf  Absperrung  des
infizirten  Gebietes  die  vorstehenden  Maßnahmen  sinngemäß  in  Kraft  zu  setn.

Okombahe,  den  30.  September  1896.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.  (gez.)  Leutwein.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  608.

 

Perspnalien.

Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Premierlieutenant  à  la  suite  des  Feldartillerie-Regiments
von  Podbielski  (Niederschlesisches)  Nr.  5  Bresler  ist  plötzlich  verstorben.

Dem  Polizeimeister  Biernatzkty  in  Kamerun  ist  das  Allgemeine  Ehrenzeichen  Allerhöchst
verliehen  worden.

 

von  Deutsch-Oftafrika  am  30.  November  1896.

hinter  dem  Namen  und  bei  den  Ziffern  —  siehe  Bemerkungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8  8
-  S  Farbige
Ober  Lazareth=  Etats-  9  S  .—  .  ·
lazareth-  mäßige  S.  *  Askaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  „  6—  geeffendil  Char-=gehülfen
  Schreiber  S—  ffendi  gFenregu=  irre-2
  G  g  läre  guläre  Art.  Depot:
I.  Schutztruppe.
1  Bootskanone  8  cm
Hegewar  Feldwebel  —  Nickl!  21—  —  —  —  5  Revolverkanonen
iolland  el  3,7  em*  davon  2  an  die  Flotlille  abgegeben
Unteroffi.  1  1  Schnellladekanone
Triebel  I  37  em
Oberlazar  1|  4  ital.  Berggeschütze
Geh.  #  6.7  em
Sieler  1  4  Maschinengew.Smm
Herbsleb  1Berggeschütz  6,6  cm
—  1  Schnellladekanone  Unteroffizier  Schröder  auf  dem
Handfest  —  —  —11  6  1  89  3  "lv  47  em  Marsche  nach  Moschi
        <pb n="140" />
        —  38  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  "  "«.Pkemiek-»  k-««  **
der  Garnison=  Kom  und  Stabs-  Assistenz  Zahl=  Dber-  Ser.,nterman=
  Major  Hauptleute  rp  ärzte  meister=  feuer=  Feldwebel  «
Kom-  ort  deur  Sekond-  EArzte  =  geanten  offiziere
pagnie  Heeutenantsl5  1.  u.  2.  5  aspiranten  werker
Kisaani  —  —  —  v.  Stuemer—Z½  —  —  —  —  —  —  Reisewitz
1.  —
Marangu  —  —  —  —  —  —  —  —  Ö—  —  Lembcke  —  —
Graf  Dr.  Sti  -  Stephan
2.  Iringa  —  rinee  Fugger  —  —  r.  Stter—42#inkler  —  0piegel  —  Hammer=6
  w  v.  ling  pieg  meister
Langen-3.
  Iringa  —  —  —  Fonk  —  —  —  ——  —  —  wer  Buchner
Kielmeyer  .  :  .
Kilimatinde-—  —  Stab-—-  Däääetlsp  —Tröger—Ktauß-Merkc  DIEer
baur
Mpapua  —  —  Glauning——’  —Tpfer  —  —  —  Sü
Auf  dem  r.  Kleist
Nasschezur  —  —  v.  Stock—  —  —  151  5—  —  —  —  —
6.  «
«  rr  Let
8-Salam]/  —  —  —  pfell[-—  Dr.  Simon  —  Thieme—  Görn  &amp;amp;&amp;amp;  Pannewitz  Münzer
v.  Trotha  Schubert
"  .  erdecke
6.  Kilwa  —  —  —.  Kuhlmann—  —  Ollwig  —  —  —  —  Liebhardt  Lachen-.
  mair
7.  Pangani  —  —  —  Brosig  —  —  Sib  er/  ——  —  —  Freytag  Dorner
8.  Lindi  —  —  —  Enzelhardt  —  Dr.  Berg—  —  —  —  Sommer  Wdte
·  Müller
".
D9.  ——  —Namsay  Fonch  —  :—  SHösemann—  Fritschl  Köhler—  #aen-Austmann

.  —  —  Lan  beld-  Jany1—  Dr.  —  8Fost  —  NMarkgraf  —  Matz
10  Tabora  gh  Dieres  ##h-Bukoba
  —  —  Herrmannj.  Wulssen——  Zupitsa—  Körner  l.—  —  Salomon  Peschke
11.  «
.  -  Wasie-  Hoffmann
Muanza  —  —  —  Kollmann/  —  —  JDe.  uhl*  —  —  —  —  SESchlee  -
lewsti  Sabattke"
.  .  .  —  ——  —  —  —  Kersten
12.  Kilossa  —  —  —  v.  Beringe  —  Hofft  Noe
——.  ——o—  —
Zusammen  1  I  1  6  241%%  51  1  7  12  33

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

II.  Laubespolizei.
ns2  —  sen
        <pb n="141" />
        39

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ZI
q  Lazareth=  Etats-  3213  2  2.  N.  ar  b  i  e
eh-  aehalsen  mähige  Ssp  hor  Aslaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  Schreibere  esendi  er  u“M  5  irre
½  4  6  gen  Aulere  Art.  Depot:
—  eisch-5hi
  L57  —  —  —  —  2  28  —  —
—  —  —  HU  *  r  1  Sqnelllabetanone  m
1  20  30em
Prinage  —  —  !  1  kal.  Herggeschüß  L.  Graf  Fugger  v.  Glött  auf
—  —11  5  105.½  7  e  66
1  1oeschineh  Beprm  dem  Marsche  nach  Iringa
Schuster—  —  —11  8  122  1  Naschinengewehr
—  8  min
ee  Ns  —
...  l  1  1Maschinengewehr  Smm  ustt.  Fern  und  Lag.  8  *—5
Wiest  —  —  *  —  5  4  J  u-e  8  Snrri  1  Wadem  rsea  geitimatundenW
#  1  Nordenfeltges  c#  Zallm  mirer  auf  dem  Marsche
—  s  «
-  —  —  1  6y7  2  —
—iIl.  i  —  ——
I  .ss.-·.sJ-;»s-««.sss»«.;s-.s..s
S  ar  ammen  ul  ter  Zei  l
Jnrock  arfen-  —  —  —  2  1  3  4#.  49  —  von  e-  4.  Konw.  7  Chara.  Monn
B.  1
Jusabmen  T  Eharg.  25  Mam
—  Eisen  —  —  i□  8  .  leichte  r  doelchabe
Offen-2
  —  —  —  —  1  5  r*de  25  —  *  2  Chrg.,  26  Mann  der  5.  Kom-—
  I  pagnie  Dar-es-Salam  attachirt
1#  -  —  —  —  1  7  9  2  leichte  Felvgeschutze  *  1  Mann  der  5.  Kompagnie  Dar-–
  »  Ksis  eöSalmnattch
—  Lit.  v.  Grawert,  Unteroffiziere
Pfeuffer  —  —  —  —  8  11510  —  Austmann  und  Löwe  auf  dem
—  3  Z  Marsche  nach  Udjidji
Ai  «  1  Schnellladekanone
*“  imer  —  —  ——  7  113  20  Tem  *  Kompagnieführer  Langheld  auf
—22  1  Schnelllodekanone  dem  Marsche  nach  Tabora
.  S  s  ,cll1
I  i
—  Näwy  —  —  ——0  «  1  Maschinengewehr
1  5  27  Imm  h
Herckert  —  ———.p..  -  "  ISchnelllabekanoneIstvtulusiduScham-am
50  16  3,7  cm  v  .  w  3  n  cauhun
1  =  orres-  Satem  beordert
*  -  1  Shnelllcbekanone  *  *  11  Jin  en  Stations=—
  125157  —  *  ef  von  a  ernannt  un'
.  1  Masginengewehr  auf  dem  iss  nach  dort
—  —  —  DSSauer=  .
—  —  2  45—  —
4
—  —————.  36
II.  Landeepolizei.
Loegel  —  45  2  leichte  Feldgeschutze
K/78
        <pb n="142" />
        40

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kom-  Premier=  eAssisten-S.alOber-  Ser-  Unter-Garnisonort
  s  man-Major  Hauptleuiel  un  jsärzte  meister=  seuer=  Feldwebelf  “
deur  Sekond-  &amp;amp;  arzte  I1.  u.  2.  .pirant  1  geanten  offziere
lieutenants]3  .  u.  2.  Kl.  aspirantenwerker
Masinde  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Jaenke  —
Pangani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Grimm
Saadani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Petrowitz
Gaert-Bagamoyo.
  —  —  —  Storch  —  ner-  —  —  —  —  Krause  —  —
Dar-es-Salim  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
Kisaki  —  —  —  —  ——  —  --—  —  —  Richter  Bittner  *
Kilwa  —  —  2  —  —  —  —  —  —  —  Hentschel  —  —
Donde  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  Lustig  —
Lindi  —  —  —  —  —  –  —  ———  —  —  —  Jahn
Mikindani  —  —  —  —  ——  —  ——  —  —  —  Hopp
Langenburg  —  —  —  —  —  —  Dr.  Meyer  —  —  —Haegele  —  —
Zusammen  —  1  1  —  1  1  —  —  —  4  4  5
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Scherner  Charisiusc  Dr.  Stamm  WallnerFrahm
—  —  —PodlechdMar-Schwes  —  —  Teppe  —  Kayser  —
Fromm  witz  singer  Kuhnene
Leue  v.  Wiss-  ichenmann
  raht
Zusammen  —  —  4  3  —  1  —  —  4  —  2  1  —
Kommandirt.
—  —  —  Ischer,  Charisius  +  —  —  —  Kuhnen  —  —  Meuser  Ritter
Berlin  u  nrtn  (%  zum  Aus·  Gistäiuen  en.  um  Art.
—  Kgen.  m  Kommando  Depot
Schlobach  Abtheilung
3.  Eisen  babn.
Kommando
Krank.
—  —  —  “*  —  =  D)  —  J  Görn  D  —  —
Rekapitulation.

I.  S  1  1  6  24  1—  13  1  9  1  7  12  33
II.  Suttrupee  1—  —  1  1—  1  1  ——  4  4  5
III.  Beurlaubt.  —  —  4  3  —  1.  —.  —  4  —  2  1  —

Zusannnen  1  mu  '„  I11  „1  1  1  EIIIE
        <pb n="143" />
        41

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EB  #
T  S
Ober-  Lazareth-  Etats-  *  8  *  Frbige
lazareth=  hun  mäßige  Char-  Arskarisgs  Armirung  Bemerkungen
gehülsen  gehülsenSchreier  jsfendi  en  egu  irre-2
  rtr  läre  guläre
–  —  —  ———  1  14  —  —
—  —  —  ——  —  1  21  —  4  Bootskanonen
—  —  —  2  leichte  Feldgeschütze
—  —  1  1  19  —  K/73
WW.d-G————————*—n———“———“
/  plantagen  kommandirt
4  leichte  Feldgeschütze
—  —  —  —  —  1-1  3  57  —  3
—  1  Revolverkanone  3,7em
—  1  8  —  *  Unteroffiz.  Biltner  nach  Dar-es-—
  **#  ———  1  Saläm  befohlen
—  —  —  —  ———  5  39  —  —
—  —  —  —  —  —  14  —  —
—  —  —  —  ———  1  10  —  —
Voelkner  —  —  —  —  2  30  Zileichte  lsch
—  Schmaus  —  ———-—  4i45  50  —
2  2  —  —  —  —  3440  50  20
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
eidner  s  Werner
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Kommandirt.
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Krank.
"-  1.
—  —  —  —  J  —  —  —  —  —  -  Lazareth  Dares-Salm
Rekapitulation.
4  13  4—  2  föl  8  P  1354¼1686  6
1  2  —  —34  #  50  20
*  1  4  —sssôlo  d  /1641288  56  I
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        Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch-COstafrika.

Der  Königlich  preußische  Forstassessor  und  Lieutenant
  im  reitenden  Feldjägerkorps  v.  Bruchhausen
tritt  am  20.  d.  Mts.  die  Reise  nach  Ostafrika  an.

Bezirksamimann  Berg  ist  Anfang  Dezember
vom  Urlaub  nach  Dar-es-Saläm  zurückgekehrt.

 

Ramerun.
Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gonvernements
getretene  Ingenieur  Thiel  ist  nach  Kamerun  abgereist.

 

Der  zum  Hafenmeister  ernannte  Obersteuermann
Klein  ist  Mitte  November  in  Kamerun  eingetroffen.

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  getretene  Grenzaufseher  G.  Langbein  ist  nach
Kamerun  abgereist.

Dem  Bootsmannsmaaten  Beyer  ist  die  Stellung
als  vorläufiger  Polizeimeister  in  Edea  übertragen
worden.

Machrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

rutsch-Pftafrika.
Bericht  des  Pauptmanns  Prince  aus  Ruirenga.

Vom  Hauptmann  Prince  ist  nachstehender  Bericht
  aus  Kuirenga  vom  4.  November  1896  eingelaufen:


Die  mir  gestellten  Aufgaben  sind  gelöst  worden.

Die  Ulangastation  ist  verlegt,  die  Uhehestation
provisorisch  errichtett  Quawa  ist  beseitigt  und
wird  mit  wenigen  Anhängern  verfolgt.  Um  dies
zu  ermöglichen,  habe  ich  das  Reich  Quawas  in  seiner
ganzen  Ausdehnung  unterwerfen  müssen  und  zwar
die  Westhälfte,  Ubena  (unter  Schonung  von  Kultur
und  Eigenthum),  mit  durchaus  kriegerischen  Mitteln
und  feindlichem  Verlust  von  400  bis  500  Todten
und  Verwundeten;  die  Osthälfte,  Uhehe,  hauptsächlich
auf  diplomatisch-strategischem  Wege.  Verlust  unsererselts:
  1  Askari,  1  Irregulärer,  5  Trüger.
Zwei  Stunden  östlich  Iringas  habe  ich  die  provisorische
  Station  an  einer  in  gesundheitlicher,  taktischer,
politischer  und  landschaftlicher  Hinsicht  außergewöhnlich
günstigen  Stelle  auf  1600  m  absoluter  Höhe  zu
errichten  begonnen  und  unter  großer  Anstrengung
der  Träger  die  allermeisten  Lasten  aus  Ulanga  und
Perondo  dahingeschafft.

Selt  dem  28.  Oktober  ist  Zahlmeisteraspirant
Winkler  mit  dem  letzten  diesjährigen  Lastenschube,
den  Weibern  2c.  der  Soldaten  nachgekommen.  Das
ganze  große  Dorf  der  Küstenhändler  Perondos,  etwa
800  bis  1000  Seelen,  hat  sich  ihm  argeschlossen.
Die  Leute  sind  eifrig  in  der  Anlage  von  Häuserstraßen
  begrisfen.  Die  Organisation  der  friedlichen
Thätigkeit  hat  begonnen.

Seit  dem  14.  Oktober  sind  Mpangire,  einziger
lebender  Bruder  Quawas,  mit  dem  ältesten  von  dessen
Halbbrüdern,  Kapande,  nebst  zwei  von  den  drei

 

 

direkten  Schwestern  Quawas  und  der  Familie
Mvpangires  eine  Viertelstunde  von  der  Station  fest
und  sicher  internirt.

Seitdem  haben  sich  noch  gestellt:  die  dritte
Schwester  Quawas,  die  seinerzeit  von  dem  alten
Mereru  geblendet  wurde,  die  Halbbrüder  Quawas,
Sandangamenda  und  Gungihaka,  nebst  Familien.
Ersterer  ist  1894  bei  Iringa  schwer  verwundet,
letzterer  hat  einer  gegen  Quawa  ausgeschickten  Patrouille
  Widerstand  geleistet  und  ist  dabei  leicht  verwundet
  worden.  Ersterem  habe  ich  eine  Wohnung
eine  Viertelstunde  von  der  Station  augewiesen,  letteren
  nebst  inzwischen  angekommenem  Schwager  des
Quawa  habe  ich  dagegen  internirt.  Demgemäß  ist
der  engere  Verwandtenkreis  und  die  Hälfte  des
entfernteren  Verwandtenkreises  des  Quawa  in  Gewalt
der  Station.  Danach  haben  sich  die  Verhältnisse  in
und  um  Uhehe  politisch  durchaus  befriedigend  gestaltet
  und  sind  keinerlei  Besorgnisse  für  größere
Unruhen  zu  hegen,  vielmehr  ist  nunmehr  Aussicht
auf  eine  gute  wirthschaftliche  Entwickelung  auch  dieses
Theiles  des  Schußgebietes  vorhanden.

Den  Hauptvortheil  der  Unterwerfung  des  Quawareiches
  erblicke  ich  vorläufig  in  der  geschlossenen,
militärisch  brauchbaren  Macht,  die  sie  dem  Kaiserlichen
  Gouvernement  in  die  Hände  giebt.

eber  seine  Expedition  am  Meruberg

berichtet  der  Kompagnieführer  Johannes  aus
Moschi,  den  23.  Oktober  1896,  Folgendes:

Am  12.  Oktober  marschirte  ich  von  hier  mit
Lieutenant  Merker  und  50  Askaris  ab  in  der  Absicht,
  nach  Umbugwe  zu  gehen.  Am  13.  lagerte  ich
in  Kiboscho,  am  14.  in  Madschame.  Am  Vormittag
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        —  43

des  18.  traf  ich  in  der  Landschaft  Meru  am  Meruberg
  ein,  wo  drei  Tage  vor  mir  die  beiden  evangelischen
  Missionare  Segebrock  und  Ovir  mit  einer
Karawane  von  70  Trägern  angekommen  waren,  um
dort  gleich  eine  Niederlassung  der  evangelischen  Leipziger
  Mission  zu  gründen.

Am  16.  abends,  als  ich  in  der  Steppe  lag,  kamen
zwei  Wanderobbos  ins  Lager  mit  der  Nachricht,  die
Waruschas  wollten  die  Expedition  bekriegen.  Als
Quelle  dleser  Nachricht  gaben  sie  andere  Wanderobbos
an,  die  es  ihrerseits  wieder  von  anderen  gehört  haben
wollten.  Trotdem  ich  daraus  die  Ueberzeugung  gewann,
  daß  es  sich  nur  um  eine  der  hier  alltäglichen
Hetereien.  gegen  Aruscha  yu  handelte  —  die  Wanerobbos

  oder  richtiger  verarmten  Massais,  die  an
vielen  Stellen  in  der  Steppe  sitzen,  hetzen,  da  ihnen
früher  die  Aruschaleute  Vieh  und  Kinder  weggenommen
haben,  und  die  Wadjagga  hetzen,  da  Aruscha  noch
die  viehreichste  Landschaft  ist,  und  Beide  hoffen  durch
ihre  betzereien  einen  Kriegszug  zu  veranlassen  und
abei  Beute  zu  machen  —,  schickte  ich  einen  schon
lange  im  Dienste  der  Station  stehenden,  durchaus
vertrauenswürdigen  Mann  nach  Groß-Aruscha.  Dieser
hatte  die  vereinzelten  Häuptlinge  aufgesucht,  war  mit
ihnen  durch  die  ganze  Landschaft  gegangen  und  hatte
den  Leuten  aufgetragen,  Lebensmittel  fertig  zu  machen.
Etwas  Auffälliges  war  nicht  bemerkt  worden,  im
Gegentheil,  das  Vieh  weidete  auf  seinen  gewöhnlichen
Plätzen,  und  die  Weiber  arbeiteten  in  den  Schamben;
dies  spricht  auch  dafür,  daß  keine  —  oder  noch  keine
feindlichen  Absichten  bestanden  haben,  denn  sobald
solch-  bestehen,  werden  zu  allererst  Weiber  und  Vieh
on  1en  Eingeborenen  in  Sicherheit  gebracht.
is  audem  zurückkehrenden  Boten  zusammen  am
Maffier  d  trafen  die  Häuptlinge  Rowaito  und
meinen'  ie  einflußreichsten  von  Groß-Aruscha,  in
7  1  in  Meru  ein  und  dementirten  die
m  18.  und  19.  waren  die  beiden  Missionare
nehrere  Stunden  in  meinem  Lager  und  r  mit
Berutenant  Merker  bei  ihnen,  wo  wir  über  die
derhältniss  am  Mern  und  besonders  über  die  Nachnchten
  von  eventuellen  Unruhen  sprachen.  Sehr
obend  sprachen  sich  die  Herren  über  die  Aufnahme
aus,  die  sie  dort  gefunden  hatten,  und  über  das.
freundliche  Entgegenkommen  der  Eingeborenen,  die
ihnen  täglich  reichlich  Lebensmittel  zum  Verkauf  in
ihr  Lager  brachten.  Auf  meine  Aufforderung,  doch
#z  alle  Fälle  in  mein  Lager  zu  kommen  und  eventuell
  wieder  auf  ihre  früheren  Stationen  zurückzukehren,
  erwiderten  die  Herren,  daß  für  ihr  Leben
absolut  gar  keine  Gefahr  bestehe.  Ich  stellte  den
Herren  vor,  daß,  wenn  auch  durchziehende  Karawanen.
isher  stets  unbehelligt  geblieben  waren,  dies  noch
feste  Garantie  dafür  sei,  daß  Europäer,  die  eine
n  e  Ansiedelung  hier  am  Meru  anlegen  wollten,
cht  früher  oder  später  einmal  überfallen  werden

önnten,  besonders  daj  i  ·  -
«  etzt  wieder
am  Mern  wären.  jetzt  wieder  viel  Massais

 

Wenn  ich  auch  nach  Lage  der  Dinge  eine  unmittelbare
  Gefahr  für  ausgeschlossen  hielt,  so  habe  ich
die  Missionare  jedoch  öfters  darauf  hingewiesen,
daß  beim  Wesen  der  Merubevölkerung  (zusammengelaufene
  Wadjaggas,  Wakuavis  und  Massais)  Frechheiten
  einzelner  Leute  gegen  die  Europäer  häufig
sein  würden,  wie  z.  B.  im  Jahre  1894,  als  in  das
Zelt  des  Apothekers  Müller,  der  einen  Ausflug
nach  dort  von  hier  aus  unternommen  hatte,  eine
Rotte  junger  Krieger  mit  Speeren  eindrang  und  in
unverschämtester  Weise  Zeug  forderte.  Die  Herren
sprachen  sich  immer  wieder  dahin  aus,  daß  sie  sich
absolut  sicher  fühlten,  im  Nothfall  ja  auch  mehrere
Gewehre  bei  sich  hätten;  die  Landschaft  könnten  sie
jetzt  nicht  mehr  verlassen,  da  sie  den  Befehl,  dort  zu
bleiben,  von  ihrer  Mission  hätten  und  keinen  Grund
für  eine  Gefahr  sehen  könnten.  So  im  Gefühle
größter  Sicherheit  verließen  die  Herren  am  19.  um
6  Uhr  abends  mein  Lager.  Gegen  12  Uhr  nachts
kam  der  Häuptling  Matunda  ins  Lager  und  sagte
aus,  daß  sich  die  Gerüchte  wohl  bestätigen  würden.
Da  Matunda  einen  ganz  zerfahrenen  und  von  reichlichem
  Pombegenuß  schläfrigen  Eindruck  machte,  und
seine  Nachricht  von  einem  Aruschaweib  haben  wollte,
die  aber  schon  wieder  weggegangen  sei,  so  mußte  für
mich  seine  Aussage  nur  wenig  Wahrscheinlichkeit  besiben,
  zumal  das  nächtliche  Erscheinen  Matundas,
der  bei  meiner  Anwesenheit  eigentlich  ununterbrochen
im  Lager  sich  aufhielt,  auch  durchaus  nicht  auffällig
war.  Um  3  Uhr  nachts  meldete  die  Wache,  daß  die
Häuptlinge  Rowaito  und  Massinde  ins  Lager  gekommen
  seien,  die  Kriegsgerüchte  bestätigt  hätten,  aber
schon  wieder  weiter  und  zwar  zu  Matundas  Boma
gegangen  wären.  Um  3  ¼  Uhr  kehrten  alle  drei
Häuptlinge  wieder  ins  Lager  zurück.  Rowaito  gab
an,  drei  Aruschakrieger  in  der  Nähe  gesehen  zu  haben
und  zwar  vom  Balbalsee  herkommend.  In  diesem
Moment  war  mein  Lager  bereits  von  einer  außerordentlich
  großen  Uebermacht  von  Aruscha=  und
Mernkriegern  umzingelt  und  nur  ein  kurzes  Schnellfeuer
  verhinderte  sie,  den  Ueberfall  durchzuführen.
Direkt  im  Anschlusse  an  mein  Feuer,  welches  kaum
eine  Minute  dauerte,  fiel  ein  Schuß  bei  den  Missionaren
  und  schon  im  allernächsten  Moment  hörte  man
ein  wüstes  Kriegsgeheul  und  das  Zerschlagen  von  Kisten
und  Koffern.  Danach  war  also  der  Ueberfall  auf
die  Missionare  gelungen  und  waren  diese  aller  Wahrscheinlichkeit
  nach  bereits  ermordet.  Sofort  sandte
ich  einen  schon  lange  im  Europerdienst  stehenden,
zuverlässigen  Merumann  nach  dort  und  dieser  brachte
um  4¾  Uhr  die  Meldung,  daß  beide  Missionare
ermordet  seien.  Askaris  konnte  ich  nicht  wegschicken,
da  die  das  Lager  auf  drei  Seiten  umgebenden  dichten
und  dunkeln  Bananenhaine  noch  voller  Krieger  steckten
und  deshalb  die  Askaris  aller  Wahrscheinlichkeit  nach
nicht  lebend  nach  dem  Missionsplatz  gekommen  wären.
Sobald  ich  die  Nachricht  vom  Tode  der  Missionare
bekam,  ließ  ich  mein  Lager  aufräumen  und  marschirte
kurz  nach  5  Uhr  mit  dem  ersten  Morgengrauen  zum
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        Missionslager.  Dort  fand  ich  beide  Herren  auf  dem
Fleck,  wo  das  Zelt  stand,  in  dem  sie  schliefen,  todt,
jeder  von  ungefähr  30  Speerstichen  durchbohrt;  daneben
  lag  ein  Diaggajunge,  in  derselben  Weise  zugerichtet.
  Letzterer  wurde  von  einem  Träger  der
Missionare,  Radiabu,  der  sich  in  der  Nähe  im  Gebüsch
  versteckt  hatte  und  jetzt  zitternd  hervorkroch,  als
ein  Boy  des  Missionars  Ovir  rekognoszirt.  Die
Zelte  hatten  die  Mörder  zerschnitten  und  mitgenommen,
ebenso  wie  die  Zenglasten,  Perlen,  Kleidungsstücke,
Bettzeug,  Wäsche,  Geschirr.  Kisten  und  Koffer  waren
zerschlagen  und  ausgeschüttet  und  ihr  Inhalt  zum
größten  Theil  gestohlen.  Auf  dem  Platze  fand  ich
herumgestreute  Briefe,  zerrissene  Bücher,  zwei  Photographiealbums
  mit  herumgestreuten  Photographien,
ferner  Nägel,  Schrauben  und  ausgeschüttet  Mehl,
Reis,  Zucker  und  sonstige  Lebensmittel.  Gewehre
wurden  nicht  vorgefunden,  ebenso  wenig  Revolver,  an
Munition  nur  20  Mauserpatronen  und  50  Revolverpatronen.
  Die  Räuber  haben  demnach  an  Waffen
zwei  Gewehre  M/71,  drei  Jägerbüchsen  M/71,  zwel
Revolver  und  eine  Büchsflinte  sowie  etwa  275  Mauserpatronen,
  eine  Menge  Revolver=  und  Jagdpatronen
mitgenommen.

Auf  der  Stelle,  wo  die  Herren  gefallen  sind,
wurde  ein  Grab  gegraben,  beide  Leichen  hineingelegt
und  ein  Vaterunser  darüber  gebetet.  Am  Kopfende
des  Grabes  wurde  ein  Kreuz  angebracht  und  daran
ein  Bild,  einen  Christuskopf  darstellend,  welches  wir
an  Ort  und  Stelle  vorfanden,  befestigt.  Die  sofortige
  Beerdigung  des  Djaggaboys  wurde  dem  Häuptling
  Matunda  aufgetragen.

Der  Träger  Radjabu  sagte  Folgendes  aus:  Am
Tage,  als  die  Missionare  in  Meru  ankamen,  habe
sie  der  Häuptling  Matunda  begrüßt,  freundlich  aufgenommen
  und  ihnen  einen  Ochsen  zum  Geschenk
gebracht.  Gleichzeitig  habe  er  ihnen  gesagt,  er  sei
zwar  ein  großer  Freund  der  Europäer,  aber  unter
den  Leuten  hier  am  Meruberg  gäbe  es  viele,  die
keine  Europäer  in  ihrer  Landschaft  wohnen  haben
wollten.  Diese  Leute  würden  ihm  nicht  gehorchen
und  die  Missionare  bekriegen.  Letztere  hätten  Matunda
  geantwortet,  dann  würden  sie  auch  Krieg
machen;  sie  glaubten  seinen  Worten  aber  nicht,  es
wäre  nur  Verleumdung  (Fittina).  Matkunda  sei  dann
am  nächsten  Tage  wiedergekommen,  habe  seine  Warnungen
  wiederholt,  aber  nur  dieselbe  Antwort  bekommen
  wie  tags  vorher.  Die  Träger,  welche  diese
Gespräche  mit  angehört  hätten,  wären  ängstlich  geworden
  und  hätten  die  Missionare  gebelen,  ihnen
doch  Gewehre  zu  geben.  Dies  sei  indessen  abgeschlagen
worden  unter  dem  Hinweis,  daß  die  Eingeborenen
gar  nicht  daran  dächten,  etwas  Feindliches  zu  unternehmen,
  und  die  Herren  hätten  alle  Gewehre  und
Munition  in  ihrem  Schlafzelt  untergebracht.

Wie  wenig  die  Herren  an  die  Möglichkeit  einer

Gefahr  dachten,  geht  daraus  hervor,  daß  sie  weder
mir,  noch  dem  Lieutenant  Merker  gegenüber  die

 

44  —

Warnungen  Matundas  erwähnten,  trohdem  wir
stundenlang  über  die  Verhältnisse  in  Meru  und  besonders
  über  die  uns  gebrachten  Gerüchte  sprachen;
im  Gegentheil  betonten  sie  bei  jeder  Gelegenheit  ihre
absolute  Sicherheit.  Ueber  die  Nacht  vom  19.  zum
20.  erzählt  Radjabu  weiter:  Ein  sehr  großer  Haufen
Krieger  im  Kriegsschmuck  mit  Speer,  Schild,  Schwert
und  Keule  seien  aus  einer  unweit  des  Missionsplatzes
liegenden  Bananenschambe  herausgekommen  und  habe
auf  einem  freien  Felde  ein  kurzes  Schauri  gehalten.
Ein  kleiner  Theil  habe  darauf  das  Lager  im  Halbkreis
  hinten  herum  umstellt,  während  die  große  Masse
über  den  Fluß  nach  meinem  Lager  zu  gegangen  sei.
Als  mein  Feuer  gehört  wurde,  seien  die  Krieger  ins
Zelt,  wo  beide  Herren  schliefen,  eingedrungen,  einer
der  Missionare  habe  einen  Schuß  abgegeben,  worauf
beide  sogleich  niedergestochen  worden  seien  und  sich
die  Mörder  sofort  an  die  Plünderung  gemacht  hätten.
Die  Träger  seien  weggelaufen,  er  selbst  habe  sich
ganz  in  der  Nähe  im  Gebüsch  versteckt  gehalten.

Nachdem  die  Herren  beerdigt  waren  und  ich  die
vorgefundenen  Sachen  in  leere  Kisten  und  Koffer
hatte  verpacken  lassen,  marschirte  ich  aus  der  Landschaft
  heraus.  Sofort  konnte  ich  strafend  nicht  eingreifen,
  da  ich  nur  50  Askaris  bei  mir  hatte  und
außerdem  die  Mörder  bereits  entflohen  waren.  Bei
der  Ausdehnung  der  Landschaften  Merun  und  Aruscha
und  den  zerstrent  in  den  Bananenhainen  liegenden,
einzelnen  Hütten  wären  bei  einem  sofortigen  Einschreiten
  nur  einige  ganz  unschuldige  Weiber  und
Kinder  ums  Leben  gekommen.  Ich  marschirte  deshalb
  gleich  nach  Moschi  zurück,  einmal  um,  nachdem
ich  mich  der  Theilnahme  der  Wadjaggas  an  einer
Strafexpedition  gegen  den  Meru  vergewissert  hatte,
so  schnell  als  möglich  zu  dieser  aufbrechen  zu  können,
andererseits  aber  um  auch  in  der  Lage  zu  sein,  die  am
Berge  liegenden  Missionsniederlassungen  zu  schützen,
denn  es  war  nun  zum  mindesten  sehr  wahrscheinlich,
daß  die  Mernkrieger,  denen  durch  die  Ermordung
zweier  Europäer  der  Kamm  geschwollen  war,  versuchen
würden,  in  irgend  eine  Djaggalandschaft  einzudringen
oder  die  Farm  der  Straußenzuchtgesellschaft  zu
überfallen.

Aus  diesem  Grunde  kann  ich  auch  mit  der  Bestrafung
  nicht  warten,  bis  eine  eventuelle  Unterstützung
von  der  Küste  hier  eingetroffen  ist.  Ich  marschire
deshalb  am  31.  Oktober  mit  95  Askaris  und  2000
bis  3000  Wadjaggas  als  Hülfstruppen  nach  dem
Meruberg  ab.  —

Wie  inzwischen  telegraphisch  mitgetheilt  worden,
ist  die  Expedition  glücklich  beendet  und  der  Kompagnieführer
  Johannes  ist  von  ihr  nach  der  Unterwerfung
  und  Bestrafung  von  Aruscha  nach  Moschi
zurückgekehrt.
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        Kamerun.

Ueber  die  Aussichten  von  Plantagenunternehmungen
an  den  Abhängen  des  Ramerungebirges

hat  der  Leiter  des  botanischen  Gartens  in  Victoria,
Dr.  Preuß  unter  dem  7.  November  1896  folgenden
Bericht  erstattet:

In  neuester  Zeit  haben  sich  im  Bezirk  Victoria
mehrere  Gesellschaften  gebildet  und  sind  in  der  Bildung
  begriffen,  welche  am  Kamerungebirge  Pflanzungen
  in  großem  Stil  anzulegen  beabsichtigen.  Es
ist  in  hohem  Grade  erfreulich,  daß  endlich  das  Vorurtheil
  gegen  Kamerun  überwunden  ist.  Vor  zwei
Jahren  hätte  man  allerdings  noch  nicht  mit  ganz
gutem  Gewissen  zur  Anlage  von  Plantagen,  wenigstens
an  der  Süd=  und  Ostseite  des  Gebirges,  rathen
können,  denn  damals  waren  noch  die  Bakwilis,  an
ihrer  Spitze  die  Bucaleute,  die  Herren  des  Landes.
Seit  aber  die  Schutztruppe  Ende  1894  gründlich
mit  den  Bucas  aufgeräumt  hat,  und  dann  auch  der
Handel  mit  Waffen  und  Munition  eingeschränkt
wurde,  haben  sich  die  wilden  Bergbewohner  in
friedliche  Arbeiter  verwandelt,  und  die  Verhältnisse
sind  als  völlig  sicher  zu  betrachten.

Auch  sind  die  Erfahrungen,  die  man  seither  mit
dem  Plantagenbau  in  Kamerun  gemacht  hat,  ungleich
  viel  reicher  geworden  als  früher.  Das  Land
ist  durch  Untersuchungen  des  Bodens  durch  Fachleute
sowie  durch  Versuche  mit  der  Kultur  der  verschiedensten
  Nutzpflanzen  bedeutend  besser  auf  seinen
Werth  und  seine  Leistungsfähigkeit  hin  bekannt  geworden.
  —

Das  Lehrgeld  ist  gezahlt  worden,  wie  es  bei
allen  Versuchen  gezahlt  werden  muß.  Man  geht
jetzt  mit  anderen  Anschauungen  an  neue  Unternehmungen
  heran  und  weiß,  worauf  es  ankommt.

ebi  elche  Aussichten  hat  nun  ein  am  Kamerungebirge
  nahe  Viectoria  sich  bildendes  Pflanzungsunternehmen?
  Mit  welchen  durch  die  Lage  in  Bezug
auf  Verbindungswege  und  Verschiffungsplätze  gegebenen
  Verhältnissen  wird  man  zu  rechnen  haben?
Wie  liegen  die  Verhältnisse  in  Bezug  auf  Boden,
Vegetation,  Klima,  Wasser,  anzubauende  Kulturgewächse
  und  Arbeiter?  Wie  werden  sich  die
Ertragsverhältnisse  im  Laufe  der  Jahre  gestalten?

Ich  nehme  als  Beispiel  die  erste  der  in  Blldung
begriffenen  bezw.  bereits  gebildeten  Gesellschaften  an:
die  westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  Victoria,
welche  schon  mit  dem  Pflanzen  begonnen  hat.

Dieselbe  besitt  ein  Gebiet  von  etwa  4000  ha,)
welches  sich  im  Westen,  Nordwesten,  Norden  und
Nordnordosten  an  den  Ort  Victoria  anlehnt.  Aus
diesem  Gebiete  fallen  diejenigen  Stücke  fort,  welche
den  innerhalb  liegenden  Dörfern  Busumbu,  Boniadikombo,
  Dibanda,  Bota,  Ageme  und  Bongalla  vor- 



*)  Die  Gesellschaft  hat  inzwischen  ihr  Gebiet  dur
a  weiteren  sg  hat  inh  noch  erheblich  -

45

 

behalten  bleiben  müssen.  Rechnet  man  für  die
Famille  2  bis  3ha  —  denn  mehr  als  ½  oder
ba  bepflanzt  eine  Familie  auf  keinen  Fall  in
einem  Jahre  —,  so  ergeben  sich  im  Ganzen  250  ha.
Es  bleiben  also  3750  ha  zum  Bepflanzen  für  die
Gesellschaft  übrig.

Das  Gebiet  lehnt  sich  in  einer  Länge  von  etwa
5,5  km  Luftlinie  an  die  See  an.  Der  in  westlicher
Richtung  verlaufende  Seestrand  enthält  einen  für
westafrikanische  Verhältnisse  guten  Landungsplatz  an
der  Grenze  des  botanischen  Gartens.  Ein  zweiter
Platz  in  sehr  geschützter  Lage,  der  sich  sehr  leicht
ausbauen  läßt,  liegt  im  Geblete  des  botanischen
Gartens  und  ist  zur  Benuhung  der  Gesellschaft  freigegeben
  worden.  Die  Dampfer  ankern  etwa  1,5  bis
2  km  von  den  Landungsplätzen  entfernt.

Ein  guter  Landungsplatz  außerhafb  des  Gebietes
für  ein  anderes  sich  bildendes  Unternehmen  liegt  an
der  Grenze  zwischen  Ngeme  und  Mokundange,  ein
anderer  bei  dem  Dorfe  Mokundange  selbst.

Das  Anlehnen  einer  Plantage  an  die  See  und
das  Vorhandensein  guter  Landungsplätze  ist  für  eine
solche  stets  von  großer  Bedeutung,  und  Jeder  wird
ein  an  die  See  anstoßendes  Gelände  einem  solchen
im  Binnenlande  vorziehen,  falls  nicht  ganz  gewichtige
andere  Gründe  vorliegen.

auch  die  Nähe  des  Ortes  Victoria,  des  Sitzes
eines  Kaiserlichen  Bezirksamtmanns,  ist  für  eine
Plantage  von  nicht  zu  unterschätzender  Bedeutung.
Nicht  etwa  der  Sicherheit  des  Eigenthums  wegen,
denn  diese  ist  auf  der  ganzen  Ost=  und  Südseite  des
Gebirges,  dank  der  militärischen  Besatzung  der
Station  Busa,  eine  vollkommene,  wohl  aber  weil
Victoria  ein  ziemlich  bevölkerter  Ort  ist,  der  an  und
für  sich  schon  eine  Anzahl  Arbeiter,  Träger  und
auch  leidliche  Handwerker  stellen  kamn  2c.  Von  größter
Wichtigkeit  für  alle  zwischen  Victoria  und  Buc
sich  bildenden  Plantagen  ist  der  Regierungsweg  nach
letzterem  Orte,  welcher  in  einer  Länge  von  11  km
fertiggestellt  ist.  Er  durchschneidet  das  Gebiet  der
westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft  Victoria  in
einer  Länge  von  etwa  5  km  und  ist  in  diesem
ganzen  Theile  für  Wagenverkehr  eingerichtet.

Die  Bodenverhältnisse  sind,  wie  alle  Versuche
bisher  ergeben  haben,  vorzügliche.  Professor  Wohltmann,
  der  in  diesem  Jahre  das  Kamerungebirge
auf  seine  Bodenverhältnisse  hin  einer  eingehenden
Prüfung  unterzogen  hat,  sagt  in  seiner  Broschüre:
„Der  Plantagenbau  von  Kamerun  und  seine  Zukunft“
Folgendes:  „Ich  kenne  nur  sehr  wenige  Tropenböden,
  welche  sich  einer  so  guten  Beschaffenheit
rühmen  können,  wie  Kamerun  sie  im  Gebirge
besitzt.  .  .  .  .  Gegenüber  den  Böden,  welche  in
unseren  anderen  Kolonien  Afrikas  vorllegen,  ist  der
Kamerunboden  als  ein  ganz  ausnahmsweise  fruchtbarer
  hinzustellen,  der  selbst  die  besten  Böden  Ostafrikas
  am  Pangani  noch  weit  überflügelt.“

Zwar  ist  der  Boden  überall  steinig,  aber  stets
sind  die  Steine  mit  viel  Erde  vernischt,  und  selten
        <pb n="148" />
        –

findet  sich  felsiger  Untergrund.  Daß  z.  B.  der
Kakao  selbst  in  sehr  steinigem  Boden  ausgezeichnet
gedeiht,  kann  man  überall  bei  Victoria,  besonders
auch  in  der  Versuchsplantage  beobachten.  Kleine,
gar  zu  steinige  Partien  werden  wohl  hier  und  dort
vorläufig  unbearbeitet  bleiben  müssen,  aber  in  solchen
Waldparzellen  lassen  sich  gut  und  mühelos  Kautschuklianen
  kultiviren,  welche  im  Laufe  der  Jahre  auch
ihre  Erträge  liefern.

Das  Gelände  ist  bergig,  mit  Ausnahme  des  im
unteren  Flußlaufe  ziemlich  breiten  Thales  des
Limbeflusses,  welches  sich  nach  Bota  hin  öffnet.  Das
Thal  wird  eingeschlossen  von  den  Bergen  von  Dibanda
  (etwa  450  m),  Boniadikombo  (etwa  300  w),
Busumbu  (etwa  350  m),  Boana  (etwa  450  bis
500  m)  und  Bongalla  (etwa  350  m),  von  welchen
alle  die  Quellflüsse  des  Limbe  entspringen.  Das
Gebiet  der  westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft
umfaßt  also  in  seinem  östlichen  Theile  das  ganze
Flußgebiet  des  Limbe,  und  die  Wasserverhältnisse
sind  hier  vorzügliche  zu  nennen;  in  dem  westlichen
Theile  finden  sich  nur  Quellen  in  unmittelbarer
Nähe  des  Strandes,  welche  aber  sehr  reichliches  und
gutes,  bisweilen  überraschend  kühles  Trinkwasser
liefern.  Aus  einer  solchen  Quelle  versorgt  das  Dorf
Bota  sich  mit  Wasser;  die  beste  dieser  Art  liegt  aber
an  der  Grenze  zwischen  Ngeme  und  Mokundange
nahe  dem  schon  erwähnten  Landungsplatze.  Die
Nordgrenze  des  Gebietes  schneidet  noch  einen  größeren
und  drei  kleinere  Wasserläufe,  aus  denen  die  Dörfer
Boana,  Bonjaba,  Bongalla,  Bonjongo  und  Mapanja
ihren  Wasserbedarf  schöpfen,  und  welche  alle  außerhalb
des  Gebietes  ihren  Ursprung  nehmen.

Das  ganze  Gebiet  ist  mit  Buschwald  und  Urwald
  bestanden,  in  welchen  hier  und  dort  die  Farmen
der  Eingeborenen  eingestreut  liegen,  welche  Plantanen,
  Koko,  Mams  und  Kakao  enthalten.  Der  östliche
  Theil  ist  vorwiegend  Urwald,  der  westliche
Buschwald.  Nutzhölzer  sind  besonders  in  ersterem
vorhanden,  und  die  Anlage  einer  Sägemühle  dürfte
sich  bei  der  reichlich  vorhandenen  Wasserkraft  leicht
rentiren.  Die  Bambu=  oder  Raphiopalme  findet
sich  hier  und  dort  im  Geblete  angepflanzt  oder
wildwachsend.  Sie  liefert  gutes  Material  zu  Arbeiterhäusern.
  In  größter  Menge  ist  die  Oelpalme  vorhanden.
  Als  die  geringste  Ziffer  muß  man  9  Oelpalmen
  auf  den  Hektar  rechnen,  das  macht  im  ganzen
Gebiete  36  000  Bäume,  welche  in  einem  Jahre  gut
140  000  Fruchtbündel  tragen,  aus  denen  mindestens
30  Tonnen  Palmöl  bereitet  werden  können,  abgesehen
  von  dem  Ertrag,  den  die  Palmkerne  liefern.

Beachtenswerth  ist  die  ziemlich  große  Anzahl
von  Plantanen-,  Koko=  und  auch  Kakaofarmen  in
dem  Gebiet.  Die  Eingeborenen  machen  ihre  Farmen
hier  und  dort  zerstreut,  oft  in  großer  Entfernung
von  den  Dörfern.  Natürlich  werden  sie  in  dem
Besitze  aller  dieser  Farmen  nicht  bleiben  können,
sondern  sie  werden  dieselben  gegen  eine  Entschädigung
  abgeben  müssen  und  werden,  wie  schon  erwähnt,

46

 

auf  einen  bestimmten  Dorfbezirk  beschränlt  werden.
Dieses  hat  den  großen  Vortheil,  daß  die  Ernährung
der  Arbeiter  bedeutend  vereinfacht  wird,  denn  die
Bakwilis  und  Balis  mögen  den  Reis  nicht  als
Hauptnahrung,  sondern  ziehen  Bananen  und  Koko
vor.  Daß  es  ferner  vortheilhaft  ist,  wenn  man
schon  Kakaopflanzungen  in  einem  Gebiete  vorfindet,
welches  man  mit  Kakao  bepflanzen  will,  liegt  auf
der  Hand.

Das  Klima  ist  ein  echtes  Tropenklima  mit  einer
jährlichen  Regenmenge  von  etwa  4700  mm.  Uebermäßig
  hoch  wird  die  Temperatur  nie;  das  Maximum
betrug  bei  den  von  mir  angestellten  jahrelangen
Beobachtungen  nur  34°  C.  Sie  sinkt  aber  auch  nie
unter  19°  C.  Fär  die  tropische  Agrikultur  müssen
diese  Zahlen  als  außerordentlich  günstig  bezeichnet
werden.

Die  eigentlichen  Trockenmonate  sind  Dezember
und  Januar,  aber  auch  diese  sind  selten  ohne  Regen.
Der  Februar  bringt  in  der  Regel  eine  kurze  Tornadoperiode
  von  etwa  einer  Woche.  Im  März
mehren  sich  die  Tornados.  April  ist  der  eigentliche
Tornadomonat.  Im  Mai  folgt  in  der  Regel  eine
kleine  Trockenperiode  von  zwei  Wochen,  welche  dem
Pflanzer  von  großem  Nutzen  sein  kann,  wenn  er
damit  zu  rechnen  versteht.  Im  Juni  beginnen  die
schweren  Regengüsse  ohne  Gewitter,  aber  es  regnet
anfangs  meist  nur  bei  Nacht.  Der  Juli  ist  ein
schwerer  Regenmonat  mit  oft  mehr  als  1000  mm
Regen.  August  und  September  geben  ihm  wenig
nach.  Im  Oktober  lassen  die  Regen  nach  und  Gewitter
  treten  ein.  Der  November  schließt  die
Regenzeit  mit  Tornados.

Was  nun  die  Frage  derjenigen  Kulturpflanzen
anbetrifft,  welche  in  dem  Gebiete  zu  kultiviren  wären,
so  kann  die  Wahl  nur  auf  den  Kakao  fallen.  Die
Bedingungen  für  das  Gedeihen  des  Kakaos  sind  die
denkbar  günstigsten,  und  bei  der  verhältnißmäßig
leichten  Kultur  desselben,  der  einfachen  Ernte  und
ihrer  fast  ebenso  einfachen  Zubereitung,  muß  der
Kakao  als  die  ertragreichste  tropische  Kulturpflanze
bezeichnet  werden.  Wenn  trotzdem  im  ganzen  Tropengürtel
  verhältnißmäßig  wenig  Kakao  gebaut  wird,
so  ist  das  eben  ein  Zeichen,  daß  alle  erforderlichen
Bedingungen  nur  in  wenig  ausgedehnten  Bezirken
gegeben  sind,  und  um  so  mehr  sollte  man  daher  im
Kamerungebiet  die  Kakaokultur  im  ausgedehntesten
Maßstabe  betreiben.

Für  die  höheren  Lagen  könnte  arabischer  Kaffee
versucht  werden,  besonders  an  steilen,  sehr  steinigen
Abhängen.  Der  Kaffe  liefert  in  niederen  Lagen  ein
Produkt  von  zwar  ganz  ausgezeichnetem  Aroma  und
Geschmack,  aber  von  minderwerthigem  Aussehen.
Das  haben  die  in  der  Versuchsplantage  in  Victorla
in  den  letzten  drei  Jahren  gemachten  Ernten  bewiesen.
  Der  Liberiakaffee  liefert  zwar  ein  in  jeder
Beziehung  ausgezeichnetes  Produkt,  wird  aber  zu
sehr  von  Krankheiten  befallen,  so  daß  seine  Kultur
nicht  anzuempfehlen  ist.  Vanille,  Muskatnuß,  Ge-
        <pb n="149" />
        —  47

würzuelken,  Zimmet,  Kardamom  2c.  sind  weniger
rentabel  als  der  Kakao,  auch  könnte  Pflanzmaterial
zur  Anlage  einer  großen  Pflanzung  nur  allmählich
und  theilweise  nur  mit  sehr  großen  Hosten  beschafst
werden.  Dagegen  ist  die  Versuchsplantage  in  Victoria,
  welche  in  diesem  Jahre  eine  Ernte  von
7000  kg  Kakao  macht,  sehr  wohl  im  Stande,  eine
sich  bildende  Kakaoplantage,  mag  sie  noch  so  groß
sein,  mit  Saatgut  der  verschiedensten  und  edelsten
Varietäten  in  ausreichendstem  Maße  zu  versehen.
In  der  Versuchsplantage  in  Victoria  wurde  die
Saat  zu  den  ersien  Kakaobäumchen  im  April  und
Mai  1892  ausgesät  bezw.  gesteckt.  Ende  1894
schon  entwickelten  sich  Früchte.  In  diesem  Jahre,
also  in  einem  Alter  von  vier  Jahren,  haben  sie
bereits  eine  Ernte  von  1,5  kg  getrocknete  Kakaobohnen
  pro  Baum  ergeben,  das  heißt,  da  sie  auf
4  ¼4  bezw.  4:5  m  gepflanzt,  bei  50  Pfennige  pro
Pfund  einen  Ertrag  von  937,5  Mark  bezw.
750  Mark  für  den  Hektar.  —  Die  Wachsthumsverhältnisse
  und  das  Verhalten  gegen  Krankheiten
haben  dargethan,  daß  man  am  besten  eine  Pflanzweite
  von  5:5  m  als  Normalmaß  annehmen  muß.
Fängt  nun  ein  Pflanzer  mit  200  Arbeitern  im
Dezember  1996  an  zu  arbeiten,  und  ist  er  sich  bewußt,
  daß  er  in  den  ersten  zwei  Jahren  außer
Fertigstellung  von  eben  ausreichenden  Unterkunftsräumen,
  nichts  Anderes  zu  thun  hat,  als  zu  roden
und  zu  pflanzen,  so  kann  er  im  September  1897
bereits  125  ha  mit  50  doo  Bäumen  bepflanzt  haben.
Von  diesen  wird  er  im  Jahre  1900  schon  etwa
6000  kg,  im  Jahre  1901  aber  schon  75  000  kg
Kakao  ernten.  Pflanzt  er  nun  bis  September  1898
ute3  SHnzziehmg  g  100  Arbeitern  wiederum
„und  unter  Hinzuziehung  von  weiteren
50  Arbeitern  bis  Septende  ge  Vicbernm  100  ha,
so  werden  die  Ernten  von  1901  ab  demgemäß
Heigen,  und  der  Ertrag  wird  im  Jahre  1903  und
  hr  1956  000  Mark  betragen.  Diese  Zahlen
onnen  sich  bedeutend  steigern,  wenn  schneller  gebflanzt
  wird,  jedoch  kommt  es  dabei  sehr  auf  das
Arbeitermaterial  von  Schwarzen  sowohl  als  auch  —
und  noch  mehr  —  von  Weißen,  d.  h.  Aufsehern  an.
Zum  Anfangen  gehört  natürlich  ein  ziemlich
großes  Kapital,  denn  man  muß  bedenken,  daß  die
Einnahmen  in  den  ersten  drei  Jahren  gleich  Null
oder  völlig  unbedeutend  sind.  Eine  große  Ausgabe
freilich  fällt  in  Kamerun  vorläufig  noch  fast  ganz
sort,  das  ist  die  Ausgabe  für  den  Erwerb  von
Grund  und  Boden.  Das  ganze,  4000  ha  große
Gebiet,  der  westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft
Victoria,  ist  für  15  000  Mark  erworben  worden.
In  Seo  Thomé  würde  man  dafür  das  Zehnfache
bezahlen  müssen.  Nun  kommen  noch  einige  Tausend
Mark  als  Entschädigung  der  Eingeborenen  für  das
Abtreten  der  Farmen  dazu,  aus  denen  aber  sofort
wieder  ein  Ertrag  gezogen  wird.
di  Die  hauptsächlichste  Ansgabe  sind  die  Löhne  für
ie  Arbeiter.  Die  Bakwilis  erhalten  12  Mark  Lohn

 

pro  Monat  und  außerdem  freie  Verpflegung,  welche
etwa  30  Pfennige  für  den  Tag  kostet.  Wei-,  Bassaund
  Kruneger  erhalten  im  Durchschnitt  15  Mark
pro  Monat  und  kosten  50  Mark  Passage  im  Jahr.
Bei  der  westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft  Victoria,
  welche  mit  Balis  arbeiten  will,  die  Dr.  Zintgraff
  aus  dem  Inneren  zur  Küste  heranzuziehen
bemüht  ist,  wird  es  natürlich  sehr  darauf  ankommen,
mit  diesen  Leuten  ein  beide  Theile  befriedigendes
Abkommen  zu  treffen.  Wird  dieses  erreicht,  —  und
bei  der  Erfahrung  des  Dr.  Zintgraff  ist  dieses
anzunehmen  —,  so  muß  die  Arbeiterfrage  als  gelöst
betrachtet  werden,  denn  dann  wird  es  nicht  schwierig
sein,  dauernd  frischen  Zuzug  von  Arbeitskräften  aus
dem  reichbevölkerten  Graslande  zu  erhalten.

Ebenso  wie  die  Arbeiterfrage  ist  auch  die  Frage
der  Plantagenleiter  und  Aufseher  in  der  Lösung
begriffen.  Vorläufig  fehlen  freilich  noch  in  den
westafrikanischen  Kolonten  und  in  Deutschland  Leute,
welche  Erfahrung  in  der  tropischen  Agrikultur  haben,
aber  sie  bilden  sich  allmählich  heran.  Die  drei  in
Kamerun  bestehenden  Kakaoplantagen  stehen  alle
unter  der  Leitung  von  Männern,  die  nicht  als  gelernte
  Pflanzer  nach  Afrika  hinanskamen.  Auch  die
Aufseher  sind  nie  gelernte  Kakaopflanzer  gewesen,
und  die  intelligenteren  und  strebsameren  unter  ihnen
haben  den  Betrieb  in  wenigen  Jahren  gut  gelernt.  An
der  Debundjapflanzung  sehen  wir  es  am  besten,  wie
Jemand,  der  vorher  gar  keine  Erfahrungen  als
Pflanzer  hatte,  unterstützt  durch  eine  gute  Beobachtungsgabe,
  bei  Anspruchslosigkeit  und  unermüdlicher
und  vor  Allem  zielbewußter  Arbelt  ein  Pflanzungsunternehmen
  mit  Ersolg  durchführen  kann,  und  noch
dazu  mit  ganz  geringen  Mitteln.

Im  Ganzen  kann  man  wohl  sagen,  daß  die
Verhältnisse  für  im  Bezirk  Victoria  sich  bildende
Pflanzungsunternehmungen  niemals  günstiger  gelegen
haben  als  gerade  jetzt,  und  die  Zeit  ist  hoffentlich
nicht  mehr  fern,  wo  der  ganze  Fuß  des  Kamerungebirges
  eine  einzige  Kette  blühender  Kakao=  und
Kaffeeplantagen  sein  wird.

Katurwissenschaftliche  Lammlungen.
Von  Herrn  Dr.  Preuß  sind  an  das  Königliche

botanische  Museum  zur  Begutachtung  mehrere  Proben

von  Stricken,  hergestellt  aus  der  in  Kamerun  häufigen
„Tote"“,  eingesandt  worden.  Die  beigelegte  Pflanze
wurde  als  Urera  obovata  Beuth  erkannt,  welche
im  tropischen  Afrika  häufig  ist.  Ferner  sandte  Herr
Dr.  Preuß  einen  Zwelg  von  einem  in  Victoria
wachsenden  Baum  von  30  m  Höhe  ein,  den  er  für
Kickzxia  alricana  hielt.  Die  Vermuthung  von
Dr.  Preuß  hat  sich  durch  Vergleich  mit  im  botanischen
  Museum  befindlichen  Originalexemplaren  dieses
so  werthvollen  Kautschukbaumes  als  richtig  erwiesen.
Es  wird  sich  also  jetzt  nur  darum  handeln,  größere
        <pb n="150" />
        Bestände  des  Baumes  in  Kamerun  behufs  der  Kautschukgewinnung
  aufzusuchen  und  eventuell  Pflanzungen
von  Kickxia  anzulegen.

Toguo.

Brückenbau.

Am  29.  Oktober  v.  Is.  ist  in  Anwesenheit  der
deutschen  Behörden,  der  Mitglieder  der  Handelskammer
  und  der  Häuptlinge  von  Klein-Popo,  welche
mit  zahlreichem  Gefolge  erschienen  waren,  eine  neuerbaute
  Brücke  über  die  Lagune  zwischen  Sebbe  und

48

RAus  fremden  MHolonien.
Britisch=  ECentralafrika.
In  der  „British  Central  Africa  Gazette“  befindet
sich  ein  Bericht  über  einen  Besuch  der  Deep  Bay-Karongaberge
  im  Nordwesten  des  Nyassa,  welchen  der
naturwissenschaftliche  Beirath  des  englischen  Kommissars
  Whyte  ausgeführt  hat.  Die  höchsten  Gipfel
der  Kette  erreichen  etwa  eine  Höhe  von  8000  Fuß
über  dem  Meere.  Nadelhölzer  fehlten  vollständig,
dagegen  waren  zahlreiche  Heidearten  vorhanden.
Die  Vegetation  erwies  sich  als  sehr  interessant.  Die
Expedition  hat  6000  Pflanzenarten,  330  Vögel,
200  Säugethiere,  3000  Insekten  2c.  gesammelt.

Adjido  in  festlicher  Weise  dem  Verkehr  übergeben

 

 

 

Brücke  über  die  Lagune  zwischen  Sebbe  und  Adjido  in  Togo.

worden.  Die  Brücke  ist  ohne  nennenswerthe  Geldaufwendungen
  aus  einheimischem  Material  und  mit
dortigen  Arbeitskräften  durch  die  Techniker  Stöhr
und  Furtkamp  erbaut  worden.  Ueber  die  zweite
breitere  und  tiefe  Lagune,  welche  Adjido  von  Klein-Popo
  trennt,  soll  jetzt  eine  bessere  Verbindung  mit
Hülfe  einer  Fähre  hergestellt  werden.  Die  von
Sebbe  nach  dem  Innern  begonnene  Straße  wird
dadurh  mit  der  Küste  in  unmittelbare  Verbindung
gesetzt.

Britisch  =  Ostafrika.

Dem  als  Parlamentsvorlage  im  Juli  1896  gedruckten
  Report  ol  the  trade  ol  Mombasa  and
Jubalapd  für  das  Jahr  1895  entnehmen  wir  folgende
  interessante  Einzelheiten:

Mombasa.

In  Mombasa  hat  seit  Herstellung  friedlicher  Verhältnisse
  der  Handel  einen  Ausschwung  erfahren,
der  für  das  nächste  und  die  folgenden  Jahre  einen
noch  umfangreicheren  Gewinn  verspricht,  als  er  bei
Uebernahme  der  Verwaltung  durch  die  Königliche
        <pb n="151" />
        Regierung  zu  erwarten  war.  Während  der  vier
vorhergehenden  Jahre  hatte  die  Imperial  Britifh
East  Africa  Company  die  Verwaltung  geführt;  der
durch  einen  gewissen  Mubarak  veranlaßte  Aufstand
hatte  eine  allgemeine  Verwüstung  des  Landes,  namentlich
  des  Hauptdistrikts  Legyidieh  herbeigeführt;  seit
Ausübung  des  Königlichen  Protektorats  hatte  sich
aber  mit  Wiederherstellung  des  Friedens  namentlich
bei  den  eingeborenen  Händlern  ein  vermehrtes  Gefühl
von  Sicherheit  und  Vertrauen  eingestellt.

Die  Handelsgüter,  die  ausgeführt  wurden,  waren
folgende:  Elfenbein,  Gummi,  Hornvieh  und  Ziegen,
Getreide,  Kopra,  Gummikopal,  Häute  und  Hörner
und  Borities  (Bauholz),  die  von  den  Mangrovebeständen
  der  Sümpfe  und  Buchten  der  ostafrikanischen
  Küste  gewonnen  und  zu  den  Hauptbauwerken
  der  afrikanischen  Eingeborenenhütten  verbraucht
werden.  Eingeführt  wurden  Stückgüter,  Reis,
Messingdraht  und  Perlen,  Lebensmittel  und  Liköre.
Sämmtliche  Aus=  und  Einfuhrartikel  sind  mit  Ausnahme
  von  Kopra  zollpflichtig.

Im  Einzelnen  finden  sich  zu  den  Artikeln  folgende
  Bemerkungen:

Von  Mombasa  ist  Elfenbein  nur  in  sehr  beschränktem
  Maße  ausgeführt,  da  die  Handelswege
aus  dem  Innern  fast  sämmtlich  versperrt  sind;  jedoch
giebt  dies  zu  der  Annahme  Berechtigung,  doß  im
Oberlande  noch  eine  beträchtliche  Menge  vergraben
liegt  und  nun  zur  Küste  gebracht  werden  wird,
nachdem  die  Karawanenstraßen  vor  der  Gefahr  eines
Ueberfalles  durch  die  Aufständischen  gesichert  sind.
Dagegen  ist  nach  Lamu  und  Kismayn  eine  größere
Quantität  Elfenbein  gebracht  worden.

Der  Gummihandel  ist  stetig  im  Wachsen,  und
für  Lamu  ist  das  Ertragsjahr  sogar  ein  verhältnißmäßig
  gutes  gewesen,  da  es  einen  größeren  Gewinn
aufwies  als  in  irgend  einer  vorhergehenden  Periode.
Auch  die  Qualilät  ist  eine  der  besten,  da  dieienige
Masse,  die  mit  Sand  oder  Borke  verfälscht  vorgefunden
  wurde,  einfach  konfiszirt  wurde.  Da  auch
die  Arbeiter  hierfür  besser  bezahlt  werden  als  für
die  Arbeiten  in  der  Ernte  in  den  Schambas,  so  ist
Hoffnung  auf  reichere  Ausfuhr,  wenn  nur  dafür
Sorge  getragen  wird,  daß  die  Gummilianen  nicht
durch  Anzapfen  zu  nahe  an  den  Wurzeln  getödtet
werden.

Auoch  die  Ausfuhr  von  Hornvieh  und  Ziegen  hat
wieder  zugenommen,  so  daß  die  Viehseuche,  welche
in  den  Jahren  1891  und  1892  so  große  Verheerung
anrichtete,  erloschen  zu  sein  scheint.

*!  Die  Getreideernte  würde  im  südlichen  Theile  des
Territoriums  günstig  gewesen  sein,  wenn  nicht  die
Eingeborenen  theils  durch  die  rebellischen  Häuptlinge,
theils  durch  Einziehen  zu  den  Gouvernementstruppen
an  den  Feldarbeiten  gehindert  worden  wären;  auch
ist  theilweise  die  Ernte  durch  die  Gouvernementstruppen
  selbst  zerstört,  um  den  Aufständischen  die
ittel  zu  ihrem  Unterhalt  zu  entziehen.
Kopalgummi  ist  auch  nur  in  geringen  Quanti- 



49  —

täten  zur  Ausfuhr  gelangt,  da  die  kriegerischen  Verhältnisse
  des  Landes  die  Einsammlung  desselben
erschwerte.

Nach  Borities  ist  lebhafte  Nachfrage  gewesen,
um  Häuser  in  Mombasa  zu  bauen,  und  es  hätte
gut  die  vierfache  Quantität  verwendet  werden  können;
jedoch  hat  Wanga,  welches  sonst  am  meisten  exportirt,
nur  wenig  geliefert,  so  daß  der  Rest  aus  dem  Lamudistrikt
  bezogen  werden  mußte.

Bezüglich  der  Einfuhr  sagt  der  Bericht,  daß
Stückgüter  hauptsächlich  von  Bombay  und  Amerila,
jedoch  nur  in  geringer  Menge  eingeführt  sind.  Reis
und  „Dhal“  ist  in  ansehnlichen  Quantitäten,  hauptsächlich
  für  die  2000  Kulis  der  Eisenbahnverwaltung
von  Mombasa  eingeführt.  Dagegen  sind  Messingdraht,
  Perlen  und  andere  Handelsgüter  nicht  viel
eingeführt.

Im  Allgemeinen  hat  die  Einfuhr  nach  Mombasa
50  pCt.  mehr  als  in  den  entsprechenden  Perioden
früherer  Jahre  betragen.  In  den  letzten  neun  Monaten
  hat  die  Einfuhr  dreimal  mehr  als  die  Ausfuhr
betragen.  Dieser  Umstand  ist  unzweifelhaft  dem
Beginn  der  Mombasa—  Uganda-Eisenbahn  zu  verdanken,
  welche  eine  größere  Bevölkerung  nach  Mombasa
  gezogen  hat.  Seit  der  Erklärung  des  Protektorats
  über  Mombasa  am  1.  Juli  1895  haben  eine
englische  und  eine  deutsche  Firma  aus  Sansibar
Zweigniederlassungen  daselbst  gegründet,  so  daß  jetzt
drei  englische  und  eine  deutsche  Handelsfirma  dort
bestehen,  außer  einer  beträchtlichen  Anzahl  indischer
Händler.

Lamu  hat  den  verhältnißmäßig  reichsten  Gewinn
gemacht,  fast  das  Doppelte  der  zwei  vorhergehenden
Jahre.  Zu  verdanken  hat  der  Distrikt  dies  sowohl
dem  Territorium  Witu,  welches  früher  vom  Gouvernement
  Sansibar  verwaltet  und  erst  neuerdings  dem
Lamudistrikt  einverleibt  ist,  als  auch  dem  vermehrten
Export  von  Gummi.  "  ·

Kismayu  hat  nur  einen  geringen  Handelsaufschwung
  zu  verzeichnen,  der  gegen  das  Jahr
1892/93  nür  halb  so  viel  beträgt.  Die  schlechtesten
Resultate  zeigen  natürlich  die  von  den  Aufständischen
am  meisten  heimgesuchten  Distrikte  Wanga  und
Takanugu.  ·

Der  Bericht  schließt  mit  einem  günstigen  Ausblick
in  die  Zukunft,  nach  Wiederherstellung  des  Friedens
und  eines  allgemeinen  Vertrauens  zu  der  Verwaltung
in  den  Händen  der  Krone.

Jubaland.

Auch  aus  Jubaland  wird  ein  allgemeiner  Aufschwung
  der  Handelsverhältnisse  gemeldet.  Sehr
zufriedenstellend  ist  die  Ausfuhr  von  Rindvieh  gewesen,
  welche  im  Jahre  1893  einen  Umsatz  von
13  022  Rupien  und  im  Berichtsjahre  von  35  187
Rupien  brachte  und  im  Jahre  1891  durch  die
Rinderpest  ganz  zerstört  war.

Im  Uebrigen  ist  die  thatsächliche  Vermehrung
der  Importartikel  kein  Zeichen  eines  besonderen
        <pb n="152" />
        Handelsaufschwunges,  da  dieselbe  meist  den  Bedürfnissen
  der  Soldaten  und  der  Polizeitruppn,  um
welche  letztere  kürzlich  die  regulären  Truppen  vermehrt
  wurden,  diente.  Die  Bevölkerung  und  die
Zahl  der  Häuser  zeigt  eine  Vermehrung.

Die  meteorologischen  Beobachtungen  zeigen  nur
geringe  Niederschläge,  verbunden  mit  einer  hohen
Durchschnittstemperatur,  welche  eine  Ausdehnung  der
Pflanzungsunternehmungen  ausschließt,  wenn  nicht
für  Beschaffung  von  Bewässerungsmaschinerien  an
den  Ufern  des  Jubaflusses  Sorge  getragen  wird.
Doch  erwartet  der  Berichterstatter  von  der  Einführung
  erfahrener  Pflanzer  in  den  ausgedehnten  Plantagen
  des  Goshadistriktes  viel  Gutes.

Zum  Schluß  sind  dem  Bericht  einzelne  statistische
Tabellen  angefügt,  von  welchen  eine  die  Handelswerthe
  der  Jahre  1893  bis  1895  veranschaulicht.
Hiernach  schließt  das  Jahr  1895  gegen  das  vorhergehende
  Jahr  mit  einem  Plus  von  27  325  Rupien
oder  ungefähr  16  pCt.  ab.  Die  Bevölkerung  von
Kismayu  ist  seit  1893  von  1165  auf  2269  Personen
gestiegen;  die  Zahl  der  Häuser  von  165  auf  479.

Dandel  in  Tonga.

Nach  dem  amtlichen  Bericht  ist  der  Werth  des
Imports  von  51  266  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1892
stetig  wachsend  auf  87240  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1895,
der  des  Exports  von  53  997  Pfd.  Sterl.  im  Jahre
1892  auf  113  240  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1895  gestiegen.

  Es  wurden  eingeführt  auf
1892  1895
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.
englischen  Schiffen  31  825  78  807
deutschen  .  9  089  4979
allen  übrigen  Schiffen  .10352  3  458

während  sich  die  Ausfuhr  im  Jahre  1895  folgendermaßen
  gestaltete:
durch  a  Schife
deutsche
.norwegische  Schiffe  81  811  -
Vornehmlich  wurden  importirt  Zeuge,  Eisenwaaren
  und  Proviant  und  zwar  hauptsächlich  aus
Manchester,  Sheffield  und  Birmingham;  in  einzelnen
Fällen  wurden  auch  englische  Waaren  unter  deutscher
Marke  eingeführt.  Ausgeführt  wurden  Kopra,  Bananen,
  Orangen  und  Hölzer.

29  864  Pfd.  Sterl.
1  5

 

Verordnungen  der  Sschtvegierung,  betreffend  Schonung
der  Waldbestände.

1.  Jede  Ortschaft  hat  im  Dezember  oder  Januar
jedes  Jahres  20  Bäumchen  Sandelholz  zu  pflanzen.
Aus  diesen  jährlichen  Anpflanzungen  soll  ein  Bestand
erzielt  werden,  der  ein  Vermögensstück  der  Ortschaft
bildet  und  von  dieser  ausgenutzt  wird.

50

 

Zum  Schlagen  wild  wachsenden  Sandelholzes  ist
die  Ertheilung  eines  behördlichen  Erlaubnißscheines
erforderlich.

Nur  solche  Sandelholzbäume,  die  fünf  Fuß  im
Umfang  haben,  dürfen  geschlagen  werden.

2.  Bestimmungen  über  die  Schaffung  von  Waldreserven.


Mitt  Wald  bestandene  Flächen  können  für  tabu
erklärt  werden.  Diese  Flächen  sollen  so  gewählt
werden,  daß  sie  innerhalb  natürlich  sich  ausprägender
Grenzen  liegen.  Ist  dies  nicht  möglich,  so  wird  die
Umfassungslinie  durch  das  Zeichen  eines  Pfeiles,  was
an  jedem  zehnten  Baum  angebracht  wird,  gekennzeichnet.


In  diesen  Waldreserven  dürfen  keine  Pflanzungen
angelegt  werden,  die  Entnahme  von  Bau=  und  Brennholz
  findet  nur  nach  Maßgabe  der  darüber  zu  erlassenden
  Bestimmungen  statt.  In  demselben  Jahre
darf  höchstens  der  50.  Theil  des  Bestandes  derselben
Baumart  geschlagen  werden.  Eine  die  Menge  der
gefällten  übersteigende  Zahl  von  Bäumen  muß  nachgepflanzt
  werden.

Offene,  nicht  in  Kultur  befindliche  Landflächen
können  zu  Waldreserven  erklärt  werden.  Ihre  Aufforstung
  geschieht  seitens  der  Bewohner  der  betheiligten
  Ortschaften,  von  denen  jedes  mehr  als  16  Jahre
altes  männliche  Individunum  in  jedem  Jahre  zwölf
Bäume  von  bestimmten  Arten  zu  pflanzen  hat.  Alljährlich
  im  Januar  findet  eine  Kontrole,  ob  die
Ortschaften  ihren  Pflichten  nachgekommen  sind,  statt.

Die  Ufer  der  Flüsse  dürfen  auf  zehn  Faden  von
der  Wassergrenze  aus  nicht  von  Wald  entblößt  werden.
Die  Anlage  von  Pflanzungen  in  diesen  Schutzstreifen
ist  nur  mit  besonderer  Genehmigung  gestattet.

Bei  Ausführung  der  Verordnung  über  die  Waldreserven
  findet  die  Mitwirkung  eines  europäischen
Forstsachverständigen  statt.

3.  Zur  Erhaltung  der  Mangrovebestände  wird
der  Verkauf  von  Mangrove  seitens  Eingeborener  von
behördlicher  Genehmigung  und  dem  Abschluß  des
Vertrages  vor  einem  europäischen  Magistrat  abhängig
gemacht.

Der  Vertrag  soll  das  Stück  Mangroveland,  dessen
Größe  zwischen  1000  und  5000  Quadratfaden  liegt,
genau  bezeichnen.

Die  Regierung  kann  für  öffentliche  Zwecke,
namentlich  aus  gesundheitlichen  Rücksichten,  über  alle
Mangrovebeflände,  die  unter  Fluthhöhe  liegen,
versügen.  —

 

Der  Gouverneur  der  Goldküste.

Der  Gouverneur  von  Gold  Coast  Colony  Sir
William  Maxwell  ist  im  Spätherbst  vom  Urlaub
auf  seinen  Posten  nach  Accra  zurückgekehrt.
        <pb n="153" />
        Bestimmungen  für  die  Veräußerungen  von  Ländereien
auf  den  britischen  Salomons-Inseln.

Nachdem  der  britische  Oberkommissar  des  westlichen
  Stillen  Oceans  unter  dem  24.  August  vorigen
Jahres  eine  die  Veräußerung  von  Ländereien  in
verschiedenen  Inselgruppen  der  Südsee  regelnde  Verordnung
  erlassen  hatte  (vergl.  Kol.  Bl.  1896  S.  786)
ist  am  4.  September  vorigen  Jahres  eine  weitere
Verordnung  ergangen,  durch  welche  auch  für  die
britischen  Salomons-Inseln  Bestimmungen  für  die
Veräußerung  von  Ländereien  getroffen  werden.

Nach  dieser  Verordnung  dürfen  auf  den  britischen
Salomons-Inseln  Ländereien,  die  im  Besitze  von
Eingeborenen  sind,  durch  Nichteingeborene  nur  mit
Genehmigung  des  Oberkommissars  und  nur  zwecks
Anlage  von  Handelsstationen  oder  zu  landwirthschaftlichen
  Zwecken  gekauft  werden.  6

Indessen  ist  der  Abschluß  bezüglicher  Präliminarverträge
  gestattet.  Diese  sind  nebst  Situationsplänen
bei  dem  gedachten  Oberkommissar  einzureichen,  welcher
auf  Grund  entsprechender  Untersuchungen  über  die
Gültigkeit  dieser  Verträge  zu  befinden  hat.

Land,  welches  zur  Errichtung  einer  Handelsstation
  angekaust  ist,  muß  innerhalb  zweier  Jahre
bebaut  und  bewohnt  sein,  während  von  dem  zum
Feldbau  erworbenen  Lande  innerhalb  fünf  Jahren
wenigstens  ein  Zehntel  unter  Kultur  gebracht  sein
muß.  Bei  Nichterfüllung  dieser  Bedingungen  fällt
das  Land  ohne  irgend  welche  Entschädigung  des
Käufers  an  den  Verkäufer  zurück.

Pachtungen  von  Ländereien,  die  Eingeborenen
gehören,  sind  zu  allen  Zwecken  zulässig,  bedürfen
aber  gleichfalls  der  Genehmigung  des  Oberkommissars.
Handelt  es  sich  dabei  um  Errichtung  einer  Handelsstation,
  so  gelten  dieselben  Bedingungen  wie  beim
Inkauf.

Land  darf  mit  gegenseitiger  sechsmonatlicher
Kündigungsfrist  ohne  vorherige  Genehmigung  des
Oberkommissars  den  Eingeborenen  abgepachtet  werden.

Alle  vor  Erlaß  der  Verordnung  von  den  Eingeborenen
  überlassenen  Ländereien,  auf  welche  die
Bestimmungen  der  Verordnung  nicht  zutreffen,  gelten
als  unter  der  ebengedachten  Kündigungsfrist  abgepachtet.


Abschriften  aller  den  Bestimmungen  dieser  Verordnung
  gemäß  abgeschlossenen  Kauf=  und  Pachtverträge
  müssen  innerhalb  sechs  Monaten  nach  Abschluß
dem  gedachten  Oberkommissar  zur  Bestätigung  eingereicht
  werden.

Herrenloses  Land  kann  von  dem  Oberkommissar
verpachtet  werden.

Bei  Ablauf  des  Pachtvertrages  darf  der  Pächter
von  Land  der  Eingeborenen,  wenn  nicht  anders  vereinbart,
  die  von  ihm  auf  dem  Lande  etwa  errichteten
Baulichkeiten  fortnehmen.

51

 

Perschiedene  Wiltheilungen.

Statistik  des  Handels  Deutschlands  mit  den  Schutzge
  d  1806.

bieten  1894  un
Nach  der  Statistik  des  Deutschen  Reiches  betrug

der  Gesammthandel  Deutschlands  mit  den  Schutzgebieten

  in  den  Jahren  1894  und  1895  (in  Mark):
1894  8  391  000  1895.  7

Davon  kommen  auf  die  Einfuhr:

1894  3  778  000  1895  3  330  000
auf  die  Ausfuhr:
1894  4  613  000  1895.  4502000

Auf  die  einzelnen  Schutzgebiete  vertheilt  sich  der
Handel  folgendermaßen:
1.  Westafrika  (Togo,  Kamerun,  Südwestafrika):
Gesammthandel:

1894  5  129  000  *  ..  56  699  000
Einfuhr:

1894.  2  359  000  1895.  2  946  000
Ausfuhr:

1894  2770  000  1895  2653  000
2.  Ostafrika:
Gesammthandel:

1894.  2  874000  1895  2  059  000

Einfuhr:

1894.  1234000  1895  320  000

usfuhr:

1894  1  640  000  1895  1  739  000
3.  Neu-Guinea:
Gesammthandel:

1894  388  000  1895  174  000
Einfuhr:

18944  185  000  1895  64  000
Ausfuhr:

1894  203  000  1895  110  000

Diese  Uebersicht  giebt  kein  erschöpfendes  Bild  vom
Handel  der  Schutzgebiete.  Die  Ziffern  besonders  für
die  Ausfuhr  aus  den  Schutzgebieten  gestalten  sich  um
ein  Beträchtliches  höher,  wenn  man  berücksichtigt,  daß
ein  großer  Prozentsatz  der  Ausfuhr  aus  Ostafrika
nach  Indien,  aus  Westafrika  nach  England  und  aus
Neu-Guinea  nach  Australien  und  England  geht.

Unter  den  Ausfuhrartikeln  Akrikas  stehen  die
Erzeugnisse  des  Plantagenbaues  mit  1  308  000  Mark
obenan.  Westafrika  führte  an  Kautschuk  und  Guttapercha
  über  1/¼  Millionen  Mark  aus.  In  Neu-Guinea
  spielen  Holz=  und  Schnitzwaaren  die  erste
Rolle  unter  den  Ausfuhrartikeln.  Der  Rückgang  der
Einfuhr  aus  Ostafrika  ist  hauptsächlich  der  Abnahme
des  Elfenbeinhandels  zuzuschreiben.  #

 

Aus  Briefen  aus  Afrika.

Die  nach  Kamerun  zuletzt  hinausgegangene
Schwester  Johanna  schreibt  in  „Unter  dem  rothen
Kreuz“:  „Mir  gefällt  hier  wirklich  Alles,  ausgenommen
  natürlich  Fieber,  Ungezieser  und  Hitze,
        <pb n="154" />
        die  reine  Landplagen  sind.  Das  Hospital  ist  ganz
herrlich  am  Fluß  gelegen:  bei  klarem  Wetter  erblickt
man  die  mächtige  Spitze  des  Kamerun=  bezw.  Götterberges,
  des  kleinen  Kamerunberges  und  in  der  Ferne
die  Hügel  von  Fernando  Po.  Wie  sehr  werden
wir  diese  großartige  Aussicht  im  neuen  Hospital  vermissen,
  ebenso  die  schöne  Brise,  die  vom  Fluß  herüberweht.
  Wir  sind  darum  auch  nicht  böse,  daß  in
Afrika,  statt  in  Eile,  mit  Weile  gearbeitet  wird,  denn
vor  März  werden  wir  auf  keinen  Fall  das  neue
Hospital  beziehen  können.  Den  Tropen  habe  ich
schon  den  schuldigen  Tribut  n-  müssen;  ich  schäme
mich  fast  zu  sagen,  daß  ich  so  früh  schon  das  erste
Fieber  hatte.  Ich  habe  aber  für  lange  Zeit  genug
davon,  besonders  da  es  hier  kein  Eis  giebt,  was
jeder  Kranke  schmerzlich  vermißt.  Trotß  der  Uebergangszeit
  haben  wir  gegenwärtig  nicht  übermäßig
viele  Patienten."“
Schwester  Leonore  meldet  an  derselben  Stelle
unter  dem  3.  November:  „Diese  Woche  hat  mir  der
pshop“  wieder  viel  Sorge  gemacht.  Zehn  Tage  lang
sehlten  die  Kartoffeln,  und  wir  essen  sie  doch  gar  zu
gern.  Frisches  Fleisch,  außer  dem  der  Hühner,  ist
immer  eine  Delikatesse.  Solches  hatten  wir  heute  nach
etwa  14  Tagen  endlich  wieder  einmal.  Büchsenfleisch
kommt  sehr  theuer,  und  leider  will  Zunge  und  dergleichen
  den  Patienten  nicht  immer  schmecken.  Vorige
Woche  hatten  wir  vier  Spanier  und  eine  Missionsfrau
  mit  ihrem  kleinen  Kinde  im  Hospital.  Erstere
sprachen  nicht  Englisch  und  Französisch  und  machten
dadurch  viel  Unruhe  im  Hause.  Jetzt  ist  nur  noch
ein  spanischer  Offizier  im  Hause."“

Dandel  Antwerpens  im  Jahre  1895.

Elfenbein.  Der  Antwerpener  Markt  hat  wiederum
  einen  weiteren  Aufschwung  genommen  und
nunmehr  sogar  London,  den  bisher  wichtigsten  Platz
für  diesen  Artilel,  überflügelt.  Denn  während  in
London  269  500  kg  Elfenbein  zum  Verkauf  gelangten,
  wurden  in  Antwerpen  274  500  kg  zum
Verkauf  gestellt.  Das  Ende  1894  70  000  kg  betragende
  Lager  hat  sich  während  des  Berlchtsjahres
um  96  000  kg  vermehrt  und  betrug  Ende  1895
166  O00  kg.  Die  Lage  des  Antwerpener  Elfenbeinmarktes
  ist  aus  drn  nachstehenden  Tabelle  ersichtlich:


Jahr:  Einfuhr:  Verkauf:
1888  6  400  kg  6  400  kg
1889  46  600  =  46  700
1890  77500  77500  --1891
  59  500  59  500  =
1892  118  000  =  118  000
1893  224  000  =  224  000
1894  264  500  186  000
1895  362  000  274500  =

Die  in  Antwerpen  zum  Verkauf  gelangten
274  500  kg  stammten  mit  Ausnahme  von  2000  kg,
die  vom  Niger  kamen,  ausschließlich  vom  Kongo.

52

 

Gerbstoffe.  An  afrikanischen  Rinden  (garonille)
  gingen  1  600  000  kg  gegen.  1  900  000  im
Jahre  1894  ein.  Die  Preise  schwankten  je  nach  der
Qualität  zwischen  18  und  20  Frcs.  für  100  kg.

Kautschuk.  Die  Einfuhr  von  Kautschuk,  die
bereits  im  Jahre  1894  274  580  kg  ausmachte,  hat
sich  1995  um  annähernd  100  pCt.  gehoben.  Der

Fortschritt  der  Arbeiten  an  der  Kongobahn  dürfte
einen  weiteren  Aufschwung  dieses  Artikels  zur  Folge
haben  und  Antwerpen  vielleicht  in  absehbarer  Zeit
zum  wichtigsten  Stapelplatz  für  diesen  Artikel,  soweit
er  aus  Afrika  kommt,  auf  dem  Kontinent  machen.

 

Titter  akur.

Post-Handbuch  für  die  Geschäftswelt.  Unter
Benutzung  amtlicher  Quellen  herausgegeben  von
H.  Hettler.  VII.  Fahraan.  Stuttgart  1897.
Richard  Hahn.  1,20.

Das  praktische  Nachschlagebuch,  welches  pünktlich
für  das  neue  Jahr  erschienen  ist,  kann  wie  die  früheren
  Jahrgänge  als  zuverlässige  Auskunftsquelle
bestens  empfohlen  werden.

 

Treu:  Jahrbuch  der  Zoll=  und  indirekten  Steuerverwaltungen
  des  Deutschen  Reiches  für  1897.
XII.  Folge.  Rostock.  Stillersche  Hof=  und
Universitätsbuchhandlung.

Die  Umschau.  Ucbersicht  über  die  Fortschritte  und
Bewegungen  auf  dem  Gesammtgebiet  der  Wissenschaft,
  Technik,  Litteratur  und  Kunst.  Herausgegeben
  von  Dr.  J.  H.  Bechhold.  ürser  Jahrgang.
Frankfurt  a.  M.  1897.  H.  Bechho

Die  Zeitschrift  erstrebt  auf  wiss  hholdiuzen  und
technischem  Gebiet  ähnliche  Ziele  wie  das  „Echo“  auf
politischem  und  unterhaltendem.  Sie  dürfte  sich  zu
einem  sehr  nützlichen  Nochschlagewerk  entwickeln.

 

Heinrich  Rocholl:  Deutsches  Volk,  gedenke  deines
großen  Kaisers!  Charakter=  und  Lebensbild  Kaiser
Wilhelms  I.  Hannover.  Karl  Mayer.

D.  Haek:  Die  Kunst,  die  holländische  Sprache  durch
Selbstunterricht  sich  anzueignen.  Lehrbuch  der
niederländischen  Sprache.  Zweite,  verbesserte  Auflage.
  A.  Hartlebens  Verlag  in  Wien,  Pest
und  Leipzig.  13  Bog.  8½.  Eleg.  2  Ml.

Das  kleine.  Handbuch,  weichssg  2  solchen

Anklang  gefunden  hat,  daß  es  binnen  Kurzem  in

zweiter  Auflage  erscheinen  konnte,  dürfte  den  Ansiedlern

  und  Beamten  in  Südwestafrika  gute  Dienste
leisten.
Die  Verkehrs=  und  Handels-Frankfurt

  a.  O.

 

r.  Hans  Wagner:
DaHan  in.  Deutsch-Ostafrika.
Hugo  Andres  &amp;amp;  Co.
        <pb n="155" />
        —  53  —

Die  kleine  im  vorigen  Jahrgang  des  „Kolonial-  Vierteljahrsschrift  für  vergleichende  Rechts-  und
blatts“  (S.  542)  empfohlene  Schrift  liegt  jetzt  in  Staatswissenschaft,  herausgegeben  von  Beneke
3weiter  unveränderter  Auflage  vor.  und  Kekulé  v.  Stradonitz.  I.  Jahrgang
3.  und  4.,  II.  Jahrgang  1.  u.  2.  Heft.  Berlin.
Nr.  4  des  „Militär-Wochenblatts“  bringt  lesens-  W.  T.  Bruers  Verlag.

 

 

werthe  Auszüge  aus  dem  Tagebuche  des  verstorbenen  Die  beiden  Hefte  enthalten  den  ersten  Theil

Lieutenants  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  in  Ostafrikas  eines  Aufsates  von  K.  Friedrichs:  Die  Ehe  in

B.  v.  Kalben.  den  deutschen  Schutzgebieten.
Schiffsbewegungrn.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/12.  Auckland.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Condor“  11/12.  Lourengo  Marques.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Falke“  11/10.  Apia  5/11.  —  14/12.  Matupi.  —  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  16/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)  .

S.  M.  S.  „Hyäne“  14/9.  Kamerun  17/12.  —  22/12.  St.  Paul  de  Loanda  28/12.  —  Kapstadt.
(Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  11/9.  Sydney  24/11.  —  Deutsch-Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupl.)

S.  M.  S.  „Seeadler“  26/12.  Lourengo  Marques  2/1.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

 

Derkehrs-Zachrichten.

Die  Hauptpostagenturen  zu  Klein-Popo,  Kamerun  und  Windhoek  haben  die  Bezeichnung
„Postamt“  beigelegt  erhalten.  —

Post-  und  Telegraphendienst  Neu--Guineas.*)
1.  Briefsendungen.

Das  Schutzgebiet  der  Neu-Guinea-Kompagnie  gehört  dem  Weltpostverein  an.

Das  Reichspostamt  hat  in  Kaiser  Wilhelmsland:  in  Friedrich  Wilhelmshafen  und  in
Stephansort  und  im  Bismarck-Archipel:  in  Herbertshöhe  und  Matupi  Postagenturen  errichtet.

Für  Briefc,  welche  für  Reisende  oder  Mannschaften  der  auf  der  Ausreise  nach  Ostasien
begriffenen  Dampfer  bestimmt  sind,  ist  postseitig  ein  besonderer  Kartenschluß  auf  die  Seepost  des  betreffenden
Dampfers  eingerichtet.  .

Derartige  Briefe  sind  so  zeitig  auf  die  Post  zu  liefern,  daß  sie  spätestens  mit  dem  letzten  laut
Fahrplan  Montag  abends  von  Berlin  (über  Leipzig  Hof,  München,  Kufstein)  nach  Italien  abfahrenden
Schnellzuge  Beförderung  finden,  und  wie  nachstehend  zu  adressiren:

 

Debes  Necepek.

Herru.  .  .  .  (X.  J.)  ..
unBot-ddeslkoiclssposulumpfui-s....(l«koussou)....
.(l)utum).·vonlsr0mokhuveuuuch·..(08tasless)

Neapel.

 

 

 

2.  Zeitungsdienst.  .
Die  Postagenturen  des  Schutzgebiets  nehmen  Bestellungen  auf  die  in  der  Post-Zeitungspreisliste
aufgeführten  Zeitungen  und  Zeitschristen  im  Wege  des  Postabonnements  entgegen.  .
Der  Postbezugspreis  setzt  sich  zusammen  aus  dem  Erlaßpreis  für  Deutschland  und  aus  einer
Transitgebühr  von  vierteljährlich  60  Pfennige  für  Zeitungen,  welche  elnmal  wöchentlich  oder  seltener
erscheinen  z  bei  häufigerem  Erscheinen  60  Pfennige  für  das  jedesmalige  Erscheinen  in  der  Woche.

*)  Aus  der  von  der  Neu-Guinea-Kompagnie  veröffentlichten  Uebersicht.
        <pb n="156" />
        —  54  —

3.  Postpacketdienst.
a.  Zwischen  Deutschland  und  Deutsch-Neu-Guinea.

Gemäß  Verfügung  des  Reichspostamts  vom  23.  Februar  1892  und  24.  April  1893  werden  zur
Beförderung  durch  die  Reichspostdampfer  der  ostasiatischen  Linie  des  Norddeutschen  Lloyd  Postpackete  ohne
Werthangabe,  bis  zum  Gewichte  von  5  kg  auf  dem  Wege  über  Bremen  und  über  Oesterreich  und  Italien
(Neapel)  zugelassen.  Die  Wahl  des  Beförderungsweges  bleibt  den  Absendern  überlassen.

Mit  Rücksicht  auf  die  in  den  Transitländern  bestehenden  Beschränkungen  dürfen  auf  dem  Wege
über  Neapel  die  Postpackete  in  der  Ausdehnung  60  em  nicht  überschreiten.  Für  den  Weg  über  Bremen
besteht  eine  derartige  Beschränkung  der  Größenverhältnisse  nicht.

Die  Auswechselung  der  Packete  erfolgt  in  geschlossenen  Posten  zwischen  dem  Postamt  in  Bremen
(hinsichtlich  der  über  Bremen  zu  befördernden  Packete)  und  dem  Bahnpostamt  in  München  (hinsichtlich
der  über  Oesterreich  und  Italien  zu  befördernden  Packete)  einerseits  und  der  Postagentur  in  der  Hauptstation
  andererseits.

Die  vom  Absender  im  voraus  zu  entrichtende  Taxe  für  ein  Postpacket  aus  Deutschland  nach
Neu-Guinea  beirägt:

über  Bremen  3,20  Mark  und  über  Neapel  4  Mark.
Sperrgut  ist  zulässig,  jedoch  nur  über  Bremen.  Die  Taxe  für  Sperrgut  erhöht  sich  um  50  pCt.  Jeder
Packetsendung  nach  Neu-Guinea  sind  zwei  Zollinhaltserklärungen  beizugeben.

Ausgeschlossen  von  der  Beförderung  sind  diejenigen  Packete,  welche  explodirende  oder  leicht  entzündliche
  Stoffe  und  überhaupt  Gegenstände  enthalten,  deren  Beförderung  mit  Gefahr  verbunden  ist.
Ferner  können  auf  dem  Wege  über  Italien  mit  Rücksicht  auf  die  in  diesem  Lande  bestehenden  Durchfuhrbeschränkungen
  Postpackete  mit  Tabak,  Cigarren,  Koch=  und  Seesalz,  Salzpräparate,  Waffen,  lebenden
Pflanzen  und  Pflanzentheilen  jeder  Art,  lebenden  Thieren  und  Schweinefleisch  nicht  versandt  werden.

b.  Innerhalb  des  Schutzgebiets  zwischen  den  zum  Packetverkehr  zugelassenen  Stationen.
Das  Gewicht  eines  Packets  darf  5  kg  nicht  übersteigen.
Packete  mit  Werthangabe  oder  Nachnahme  sind  nicht  zulässig.
Packete  mit  explodirenden,  leicht  entzündlichen  oder  sonst  Gefahr  bringenden  Gegenständen  sind
von  der  Beförderung  ausgeschlossen.
Die  vom  Absender  im  voraus  zu  entrichtende  Taxe  für  ein  Poslpacket  beträgt  50  Pfennige.
Sperrige  Packete  unterliegen  einem  Taxzuschlag  von  50  pCt.

c.  Zwischen  den  zum  Packetverkehr  zugelassenen  Stationen  des  Schutzgebiets  und  Singapore
sowie  zwischen  jenen  Stationen,  Niederländisch-Ostindien  und  den  deutschen  Postagenturen
#  in  Shanghai  und  Tientsin.

Der  Postpacketaustausch  mit  Singapore  erstreckt  sich  auf  das  ganze  Gebiet  der  Straits
Settlements  (auch  Malacca,  Penang,  Provinz  Wellesley)  und  findet  unmittelbar  mit  der  Postverwaltung
  derselben  statt.  Es  werden  Packete  ohne  Werthangabe  oder  Nachnahme  im  Einzelgewicht  bis
zu  5  kg  befördert.  Dieselben  dürfen  in  keiner  Ausdehnung  60  cm  überschreiten.

Zwischen  dem  Schutzgebiet  und  Niederländisch-Ostindien  findet  ein  unmittelbarer  Austausch
von  Postpackelen  unter  Benuhung  der  zwischen  Deutsch-Neu-Guinea  und  Singapore  über  Batavia
verkehrenden  Reichspostdampfer  statt.  Die  Auswechselung  der  Postpacket-Kartenschlüsse  erfolgt  zwischen
Friedrich  Wilhelmshafen  und  Tandjong  Priok.  Zugelassen  werden  Postpackete  ohne  Werthangabe
und  ohne  Nachnahme  bis  zum  Gewicht  von  5  kg,  welche  in  keiner  Ausdehnung  60  cm  überschreiten  und
deren  Umfang  20  cchm  nicht  übersteigt.

Die  vom  Absender  im  voraus  zu  entrichtende  Taxe  für  ein  Postpacket  aus  Deutsch-Neu-Guinea
  nach  Niederländisch-Ostindien  oder  Singapore  beträgt  2,20  Mark.

Zwischen  dem  Schutzgebiet  und  den  deutschen  Postagenturen  von  Shanghai  und  Tientsin  ist
ein  unmittelbarer  Austausch  von  Postpacketen  unter  Benutzung  der  zwischen  Deutsch-Neu-Guinea  und
Singapore  bezw.  zwischen  Singapore  und  Shanghai  verkehrenden  Reichspostdampfer  zur  Einrichtung
  gelangt.

Die  Auswechselung  der  Postpacket-Kartenschlüsse  findet  zwischen  der  Postagentur  in  Friedrich
Wilhelmshafen  und  der  Postagentur  in  Shangha  statt.

Zugelassen  werden  Postpackete,  auch  sperrige,  ohne  Werthangabe  und  ohne  Nachnahme  bis  zum  Gewicht
von  5  kg.  Die  vom  Absender  im  voraus  zu  entrichtende  Taxe  für  ein  Postpacket  aus  Deutsch-Neu-Guinea
  nach  Shanghai  oder  Tientsin  beträgt  einheitlich  2,40  Mark,  für  sperrige  Packete  wird  ein
Portozuschlag  von  50  pECt.  erhoben.

Packete  mit  Opium,  Splrituosen,  leicht  entzündlichen  oder  sonst  Gefahr  bringenden  Gegenständen
sind  von  der  Beförderung  ausgeschlossen.
        <pb n="157" />
        —  55  —

Im  Uebrigen  unterliegt  der  Packetdienst  den  Versendungsbedingungen  für  Postpackete  nach  fremden
Postgebieten  des  Weltpostvereins.
4.  Postanweisungen.

Die  Gebühr  für  Postanweisungen  im  Verkehr  zwischen  Deutschland  und  Neu-Guinea  beträgt
10  Pfennig  für  je  20  Mark,  mindestens  jedoch  20  Pfennig.

Für  Postanweisungen  aus  Neu-Guinea  nach  denjenigen  Ländern,  nach  denen  solche  zulässig  sind,
beträgt  die  Gebühr  20  Pfennig  für  je  20  Mark.

Für  Postanweisungen,  welche  in  beiden  Richtungen  nur  mit  Friedrich  Wilhelmshafen  zulässig  find,
ist  die  Beschränkung  getroffen,  daß  nach  dem  Schutzgebiet  von  einem  und  demselben  Absender  im  Laufe  von
sechs  Wochen  kein  höherer  Betrag  als  600  Mark  an  einen  und  denselben  Empfänger  übersandt  werden  darf.

5.  Telegraphendienst.

Wegen  der  Beförderung  von  Telegrammen  nach  und  aus  Deutsch-Neu-Guinea  hat  die  Reichs-Postverwaltung
  mit  der  niederländisch-indischen  Telegraphenverwaltung  und  der  Eastern  Extension  Australia
and  China  Telegraph  Company  dahin  Vereinbarung  getroffen,  daß

1.  die  nach  dem  Neu-Guinea-Schutzgebiet  gerichteten  Telegramme  nach  Singapore  bezw.  Batavia  talegraphirt
und  von  da  mit  der  nächsten  Schiffsgelegenheit  an  ihren  Bestimmungsort  weitergesandt  sowie
)die  in  dem  Neu-Guinea-Schutzgebiet  eingelieferten  Telegramme  mittelst  Schiffs  nach  Batavia  gesandt
und  von  dort  aus  telegraphisch  weiterbefördert  werden.
In  beiden  Fällen  übernimmt  die  Post  die  Beförderung  zwischen  Deutsch-Neu-Guinea  und
Singapore  bezw.  Batavia.

Die  Adresse  der  für  Deutsch-Neu-Guinea  bestimmten  Telegramme  muß  den  Zusatz  „Post,
Singapore“  bezw.  „Post,  Batavia“  erhalten.

In  Deutsch-Neu-Guinea  können  nur  diejenigen  Postagenturen,  welche  das  Reichs-Postamt
hierzu  anweisen  wird,  Telegramme  gegen  Berichtigung  der  Gebühren  zur  Weiterbeförderung  nach  Singapore
  annehmen.

Da  die  Lloydschiffe  vom  April  d.  Is.  ab  auf  der  Rückreise  vom  Schutzgebiete  nicht  mehr  Soerabaya,
sondern  Makassar  anlaufen,  werden  Telegramme  aus  Neu-Guinea  in  Zukunft  in  Makassar  oder  Batavia
dem  Telegraphen  zugeführt  werden.

ie

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  -  Dauer  Berlin  spätestens
"7  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  20.  Jan.,  10.  Febr.  Tanga  20  Tage  am  18.,  29.  Januar,
Geutlc  5  1½  abbs.  28.  geb  Teree-Salam  us  Tage  6n  5  ruar
1.  rindisi  am  31.  Jan.,  28.  Febr.  Sansibar  e  abds.
Deutsch=  Gstafrika.  rsiisa  4  F  si  g

Marseill  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzöfische  Schiffe)  40  ums.  es  abds.

 

2.  *
Sudwestafrita.

armbad,  Keelmans  Southampton  am  6.  Febr.,  Gö.  März  Lüderitzbucht  27  Tage'  am  5.  Febr.,  5.  März
n  40  ums.  S  119  oms.

 

2d  Gib  "-  "6  *  28.
–nsstssss  fenun  31  zag„
do  a  4  14  Tage  en#  3I.  Jan.,  31.  März)  Swar  d  30  T  a1.  Jan,  31.  Me
"  4  amburg  am  31.  Jan.,  31.  März)  Swakopmun  age  am  31.  Jan.,  31.  März
5  *——  ’'#ie  nachis  720  abds.

 

/  Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  debes  Monats
OOeutsche  chiffe)  nachts  720  abds.

 

 

3.  a  20
Ramerun.  l  erpool  am  20.  Jan.,  17.  Febr.]  Kamerun  22  Tage  am  18.  Jan.,  15.  Febr.
(englische  Schiffe)  16  ums.
am  10.jedes  Mts.  nachts  Klein-Popo  20  Tage
Lamburg  am  20.jedes  Mts.  ##me  E7  Tag;  um  u  x  und  Lehten
ein-Popo  e
¶  Togo  ·  Gebiet  Gutsche  Echsslfam  Letztenjeb.  Mis.-.  Aeera  25.Tage  6  7  abds.
Kebber  Liverpool  oder  von  da  ab  gandverbindung
arseille  nur  auf  Ver-  am  27.  Januar,  Quitlah  36  Tage  am  25.Jan.,.  22  Febr.

Liverpool
lan  s  Absenders  (englische  Schiffe)  10.,  24.  Februar  von  da  ab  Landverdind
gen  des  Absenders)  i  am  26.  jedes  Monats  sotonou  Tae  *  am  23.  jedes  Monats
40  nachm.  ends

Marseille  6
(kranzöftsche  Schisse)  von  da  ab  Landverdindung  ge8  ab
        <pb n="158" />
        56

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.
vom  Ein-  lgenden  T  Dauer
schiffungẽhafen  ¶  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

Ne
E#  Schiffe)
g

am  10.  Febr.,  7.  April
abds.

am  14.  Febr.,  11.  April
abds.

Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
411  Tage

5.,  9.  April

B.,  12.  Februar,
.  (
103%  abds.

 

6.  Marshall-  Inseln.

 

(r

 

disi  am  14.  März,  9.  Mai
Manica)  abds.

Jaluit  62  Tage

 

 

am  12.  März,  7.  Maie
103  abds.

Eintreffen  der  Post  ans  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hals  in  Berlin  6  Von  hafen  rE  erlin  9
·  Kapel..am22.ssanuar,
ambur#  am  10./  und  25.7
12.,  Februar  „  6
Deutsch-Ostafrika  Brindi..  am  26.Jan.,  23.Feb.  Cogogebieit  ·  jedes  Monats
Marseille  am  77.  jedes  Mts.  Marseille  am  16.  jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafrikaon  Southampton,  am  16.Feb.,  16.  März,  Deutsch-NUeu-Guinen.Neapel.  am  6.  Febr.,  3.  Apr.
ambur  am  25.vjed.  Monats
Ramern  W  am  25.  Januar,  Marsball-Inseln  Marseill  voer  Mitte  Februar
25.  Februar

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  beutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
a
Postbampfer  von  nach  bis  12.  Januar  1897
„AMdvolph  Woermann“  bano  Hamburg  am  30.  Dezember  in  Accra.
„Aline  Woermann"“  Ponta  Negra  Hamburg  am  10.  Januar  in  Kamernn.
„Anna  Woerman“  ·  erbro  dent  am  8.  Januar  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  Kotonou  amburg  am  11.  Januar  in  Hamburg.
„Sp  Sohien  Hamburg  -  Kongo  am  28.  Dezember  im  Kongz.

Ela  Woermann“  .  Sherbro  Hamburg  am  21.  Dezember  in  Hamburg.

rtrud  Woermann“  Ponta  Negra  Loamburg  a#m  22.  Dezember  in  Hamburg.

w  Bohlen“  Hamburg  otonou  am  9.  Januar  in  Accra.

„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  11.  Januar  in  Conakry.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  8.  Januar  in  Accra.

t  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  8.  Januar  in  Antw
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Ponta  Negra  am  13.  Januar  ab  Hamburg
„aulu  Bohlen“  .  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  Januar  in  Accra.

Marie  Woermann“.  Ham  Lüderitzbucht  am  4.  Januar  in  San  Thomé.
„Nelita  Bohlen“.  .  Ludenhbucht  ambur  am  12.  Januar  Cux  boven  passtr.
„Profkessor  Woermann“  Ham  Sherbro  am  6.  Januar  in  Tan
„Thekla  Bohlen“.  .  Hanzurg  Loanda  am  24.  Dezember  in  Treriff.
„Alida“  ..  Sherbro  Hamburg  am  9.  Januar  in  Las  Palmas.

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

.  Reise  Lete  Nachrichten
eichspostdampfer  .
Neichspostdampf  von  ,.  nach  bis  13.  Januar  1897
„Kaiser“".  5.  Zt.  in  Hamburg.
„Kanzler“  .  Durban  Hamburg.  8.  Januar  ab  Aden
Ez  **  .  Durban  Hamburg  8.  Januar  ab  Dekagoab.
)  Durban  Hamburg  13.  Januar  an  Hamburg.
rche  z.  Zt.  in  Lamburg.
„General“  Hamburg  Durban  11.  Januar  an  Ade
„Herzog“  Hamburg  Durban  14.  Januar  ab  —
„König“  Hamburg  Durban  6.  Januar  an  Mozambique.
        <pb n="159" />
        —  57  —

Fahrplan  der  Oceanuie  Steamship  Co.  (Spreckels  Line)  zwischen  San  Franeisco,
Honolulu,  Apia,  Auckland  und  Sydney.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

I  -l  San
Schiffe  et  Apia  uuerr  Sydney  —  Auckland  Apia  nen  braeltcoSchisse
an  an  an  an  ab  ab  ab  ab  an
2u.

Australiaj  —  Jan.  5.1  —  —  —  dan.  7.  Jan.  11.  Monowai

ariposa'  Jan.  7.  14.  Jan-  n  22.  van  **  Ferr.  2.  —  —  1.ustralia
„Australia  26.  Febr.  2.  Jan.  18.]  Jan.  23.  dan  28.  derr.  zebr.  .  Alameda
Monowais  Febr.  4  11.  Ferr-  19.  r.  Mir  2.  —  —  11.  18.|  Australia
Australios-  23.  März  2.  ,  Febr.  15.  Febr.  20.  F.  Feor-  25.  22  4.  Mär3ll.  Mariposa
Alameda  März  4.  11.  22  i  ru.  —  —  I  11.-«18.Anstralm
Au  stralien  23.  30.  März15.  März20.  Miryrs.  ahril  1.  April  8.]  Monowai
*Mariposas  April  d  t  ¾-  April16.  April22.  Aprik7.  —  —  8.  15.Australia
Australicac-  20.  7.  —  —  —  April12.  April17.  April22.  29.  Mai  1.  Alameda
*Monowaau4t  239.  Viai  Mai  14.  Mai  20.  Mai  25.  —  —  —  ai  6.  Australia
Australia  Mai  18.  25.  —  —  —  Mai  10.  Mai  15.  Mai  20.  27.  uni  3  Mariposa
*Alameda  27.  Juni  3.  Juni  11.  Juni  17.  Juni  22.  —  Nam  3.  10.Australia
Australia  Juni  15.  22.  —  —  —  Juni  7.  E  12.  Juni  17.  24.  àun  1  Monowai
Mariposal  24.|  Juli  1.  Juli  9.  Juli  15.  Juli  20.  —  Juli  1.  23  Australia
„Australia.  Zal  13.  20.  —  —  —  Juli  5  Juli  10Juli15.-22.  Alameda
*Monowai  22.  -MN229.  Aug.  6.  Aug.  12.  Aug.  17.  —  29.  rc,  *  Australia
Australia  2  10.  Aug.  17.  —  —  —  Aug  2.  Aug  7.  Aug.  12.  Aug.  19.  26.|Mariposa
MAlameda  19.  .l.  26.  Sept.  3.  Sept.  9.  Sept.  14.  —  é  26.  sept.  2.Australia
„Au  stralia  Sept.  7.Sept.14.  —  —  —  Aug.  6.20.  Sot.  4.  Sept.  9.  Sept.  16.  23.Monowai
Mariposa  16.  23.Okt.  1.  Okt.  7.Okt.  12.  —  23.  30.Australia
Australia.  ant.  5.  Okt.  1.—  —  —  Semt  E  2.  Olt.  7.  Okt.  14.  On.  21.|Alameda
Monowai--  14.  .  21-.Okt.  29.  Nov.  4.  Nov.  9.  —  .  21.)  28.Australia
Mmftalln  Nov.  2.  Nov.  9  —  —  son  26  E  30.  Nov.  4.  Nov.  11.  Nov.  18.  Mariposa
*Alamedal  -  11|  18.  Nov.  26.  De  2.  d  7.  —  18.  .25.  Aasumi
Australias=  30.|Dez.  7.  —  —  Nov.  r.  22.  No.  27.  Dez.  2.  Dez.  9.  Dez.  16.|  Monowai

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Dampfer  erwarten  die  Ankunft  der  nglichen  Post.

 

145  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  des  Kauf=  und  Versandhauses  Carl  Braun  in  Berlin,
betreffend  gesundheitliche  Nahrungsmittel,  bei,  auf  den  wir  ergebenst  aufmertsom,.  machen,  diti
ie  Expedition.

 

Anzeigen.

JJuserale  (sür  die  dreigespallene  Pelitzeile  oder  deren  Raum  25  GViennig.c  find  an  die  Verlriebsleikung,  Berlin  SWu2,  Kochstraße  6—4

 

 

 

 

einzusen
Bekanntmachung.
ëvr  In.  ach  betresfend  Se  Nechulirung
ues  Nachlasses  des  am  7.  März  1  zu  «
Dar-  2  -Saläm  verstorbenen  Gärtners  1  uU  6  K  E  R  N
Paul  Fischer  werden  sämmtliche
Baus  desselben  Gufgefordert.  ies  Söeo  mal  süsser  als  Zucker
Forderungen,  soweit  dies  noch  n  “
geschehen,  bis  spätestens  zum  1.  zn  Rein  süsser  Geschmack,  da  absolut  frei  von  der
89  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  sauer  schmeckenden  Parasullaminbenzoösüäure.  Wesentlich
jür  den  südlichen  Bezirk  des  deutsch-  billiger  als  Zucker,  unvergihrbur,  konservirend;  daher
]—i]]isesssll33
ie  kein  -
rücksichligung  beil  Vertheilung  der  Fr  Gdlrenos-  be0.  Gerrdnke-Indcserte
Nachlaßmasse  finden  werden.  vorltch  Deeitpnee.
Dar-es-Saläm,  den  27.  Novem-  Erbältlich  durch  den  Grossdrogenhandel  und  die  beber
  1896.  kannten  Exporthäuser  in  Hamburg  und  Bremen.  Proben
Der  Kalserliche  Bezirksrichter.  und  Prospekte  durch
In  Vertretung:  Chemische  Fabrik  von  Heyden,
Zache:  Radebeul-Dresden.
mscke  kropfsche  Imsekten  (lolb)
K  Schmetterlin  P86  ete.)  zu  kaueen.
  4.  Bombe,  Guben  (Preussen).
        <pb n="160" />
        Oescha#isleifunp:  M###  Tochstein.
Eine  Kecka#  Io  Herotd.

eitschrift  für  Vielbeschäftigte

im  Inlande  oder  Auslande  ist  Derebecentend  gercols
welchen  diose  im  I.  asl

Anslando  d60  weit  vorbun

teto  u.  beliebte  Zeitschrift

rnnanln  *W

tohons  errungen,  hat

1  hol-wean  Classe-no

Wochensohrjftf  Polmk  Llnekatak  Kunst  Wissenschaft

Handel-,  were  Im  Industrie

tltsklistcmomallgomomcn  llctlllkkms  ontgogcniclcommon  skttmtlscssooftmisa
brauchte  sclilngwokt  einmal  mi  Ber.  erkwigung.  ür  doen  im  Beruf  des
Ta  779  gehondon  -  (nir  *2  *  a  geurbeiltet  Wie  in  Dentschlnnd)  —
eibt.  *i  -  Musse  zur  Prunene  des  eiseenen,  Beschwei  *  asnise  rts
In  kondensiert  vorm  die  Ereig-Bier
  setzt  „AS  ECHO“  ein!  nisse  der  Wocho  wice#keUoa,
nichte  ausser  Acht  lassend  von  allgemoinem  Interosse,  und  namontlich  ohne  Polemik
alle  Lartelen,  zur,  Loltung  Pringend:  ist  8  ECHO  geschaffon  für  jedormann,  der
lobendigen  Ant,  i  seiner  Zeit  nimmf.  Tier  ndot  der  Lesor  noben,  don  hsehelbiesen
der  Wocho  eino  ecde  anr  esendn  ein  aus.  der.  vorschiodenston  Jobison.  wobei  a
dor  Untorhaltung  und  dem  Humor  ·  und  Auswahl  ihr  Recht  vua
omit  ist  zn  rWs  nicht  nur  für  den  esöhtrenn  olitiker,  der  auch  dlo  Sti  timmon
der  Gegne  würdigen  woiss,  sondorn  fur  jieen  Geblldeten  abern  durch  seinen
4  wee  een  nhalt  von  hohom  Wor

Unsere  Zeit  ruft  mit  Kncndieleit  :  in  immer  weiteren  Kreisen
regste  Anteilnahme  an  ihren  Ereignissen  hervor.

Von  dom  reienhaltigen  Inhalt  unsgeres  Blattes  zougt  schon  die  Vertoilung  des  Stolles
  in  Igensle  Rubriken

I.  Politikt.  Eine  amfangreiche  Bespre-.  Deutechtum  imn  Auslande.  Nachrich- 



  
   
    
  
   
   
   

JalIIall.

II#

lescn,  als  wöchontliche  Chronik  der  Lelterelguisse  bestens  empfohlen.

chung  der  Tagesfragen,  wie  all  ei  über  das  Leben  und  Treiben  unsedessen,
  was  die  Welt  bewegt  ung  frer  Volksgenossen  in  der  weiten  Weit.
2#  —  erfüllt.  9.  Aus  hohen  Kreisen.  Nachrichten  von
238  1  2.  Handel.  Interessante  Fragen  vom  den  Höôfen  und  aus  den  Zirkeln  der
s  2  *  Weltmarkte.  Gesamt-Wochenüber-  vornehmen  Welt.
st  sicht  des  internalionalen  Geld-  und  10.  Militär  und  Merine.  Mitteilungen  über
E  *  Warenmarktes.  Verhültnisse  u.  Bewegungen  der  Land--S
  *  3.  Schnitzel  und  Späne.  Allerlei  inter-  und  Seemacht  aller  Stanten.
W  ###s  essanter  Kleinkram.  II.  knccoer  44  Völierkunde.
ti#m  4.  Todesfölle.  12.  Kolom

5.  Sprecheeal.  Bietet  eine  Gelegenheit  13.  *2  Verbrechen,  Unglücksfür
  jedermann,  wichlige  und  anziohende
  Fragen  vor  das  Forum  der.  sauer  und  Litteratur.

Oeffentlichkeit  zu  bringen.  Wi  5.  Gesundheitspflege.  Medizinisches.
ten  hier  um  die  Mitarbeiterschatt6.  Soziales.
aller  unserer  Leser.  17.  rnt  Sehule  1  Universitãt.

6.  Briefkasten.  18.  Sport

7.  Lesefrchte.  Kleine  abgeschlossene  No.9  Niur  ulnpensspailhes.

vellen,  Erzühlungen,  Skizzen.  Hübsche  20.  Haumoristisches.

nroben  aus  neuen  Büchererscheinungen.  21.  Anekdoten.

obwohl  koin  eigonhsten  illustriertes  Blatt,  ist  doch  auch  Gelegeavtlieh  mit  gut
eit  orschcinen-„u#dS#

  PS  dOZy  [SDsino  ’u1  Sd

%uszu#eg  “sasnukk  #u3e“
DAs  BECHO  sei  auch  den  Ilerren  Gelehrten  und.  Pekie  welche  nicht  lazu  kommen,  täglich  eine  v„  zeluns  z:sn

 

     

ECO“,
vepracbena  Bildorn  usea  „  dio  besondere  reich  in  veinon  von  Zeit  zu
ͤch  Spezialnummorn  vertreten  s
no  besondere,  Lekengaken  redigierte  und  illustrierte  technische  Abtellung

„Industrielles  Echo“

unterrichtet  über  alle  neuon  und  intoressanten  Vorgün  ee  Neuorungen  und  Erflodungon  auf  go
gesamton  Gcebicte  der  Technik  und  Industrio  in  populärer  Form  und  sucht.  bins  zo  Tahtun
Zwischon  den  Interessenten  aller  gewerblichen  Kreise  üäser  KuD  Das  Indust  v24g
nicht  nur  für  Fachleuto  geschrieben.  sondern  so  gefasst,  dass  oein  jeder  Gobildeto  es
steht  und  die  Wttuoe  auf  allen  CGobicten  der  Techuik  und  Industrio  mit  Interesse  verfolgen
#  t“  —  Gesamtwochenübersicht  des  Internatlonalen  Geld-  und  Warenmarktes,  Inter-   

      
      

   

Nouföln  Joufo  ur  15p0  Opu#]  usop  Inv  Jodolon

      
      
 

uolgrdme  sueised  Ossiu  ladesiez  Jop  Alucauo  edo#lundog#

 
 

e  Fra,  vom  Weltiarkte  werden  in  einer  besonderen  Rubrik  „Mndel“
—  2
7  3  Bestell
Das  „ECHCO“  erscheint  jeden  Donnerstag.  ans  fucheeennneeuhnon
Postanstalten  und  Zeitungs-Spediteuro  in  Deutschland  zum  Proise  von  3  Mark  vierteljälrlich
entgegen;  in  den  übrigen  ähdern  zu  d#n  Iundesüblichen  Dreisen.

     
  
 
 

   
 

bringt  Stimmen  aut  allen  Lartelen.  daher  ist  es  auch  eino

schr  anregende  und  Interessante  Lektüre  für  jeden  Polltiker
  Inner-  und  unren  Deutschlands.

 

 

Bestellungen  nebmen  alle  Buchhandlungen,  Postanstalten  und  Zeitungs-Spoditeure  in  Deutschland  zum  Preiso  von  3  Mark  vierteljübrlich  ent!

gegen;  in  den  übrigen  Ländern  zu  den  londes-29,

  unter  Krouzband  bezogen,  kostet  „Das  Echo-G.

  m.  b.  II.  in  Be.  lin  SW.,  Wilhelmstrasse

„  moglichst  ganzinhrige  Abonnements  aufzugoben.

v  ganzjihrig  18  Mk.  Bei  Versendung  untor  Stroltband  empflohlt  es  sich

üblichen  Preison.  —  Direkt  von  der  Verlagshandlung  J.  H.  Schorer

viertelizührlich  4  Mk.  50  Pf.,  halbjuhrlich  9  Ut#.
        <pb n="161" />
        -

&amp;amp;ine  interessante

Aolonialaeitungꝗ

welche  —  obwohl  unabhängig  nach  jeder  Seite  —  die  För.
derung  der  deutschen  Molonieen  und  4olonialbelirektungen.  auf
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Titel

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  Derlage.  Das  Blatt  steht  im  zweiten
Jahrgange,  erscheint  in  einer  ca.  30  Guartseiten  starken
gut  illustrirten  Mummer  an  jedem  Donnorstag.

Der  reiche  Inhalt  der  sich  bereits  im  Inlande  und  besonders
  im  Auslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
Deutschen  Nachrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Allem
Wichtigen  der  Woche  über  Holitik,  I#nialen,  Wissenschaftlichent,
  dem  Wissenswerthen  auf  allen  Gebieten;  das  Blatt
bringt  Nachrichten  aus  den  Molonicen,  von  den  Deutschen  im
Aunslande,  ferner  kurze  interessante  Erzählungen,  Dumoresken
und  feine  aktuelle  Ihstranlonen.

ljJieclder  Kolonialfreund.
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten,  eine  Probe-NAummer  von  uns  zu  verlangen,

  um  sich  über  das  Gebotene  zu  informiren.  Wir
lenden  solche  Hrobe-  Mummern  Jedermann  mit  Vergnügen
koslen-  und  Vortofrei  sofort  zu.
Wegen  ihrer  weiten  Verbreitung  im  Auslande  sind  die
„Deuischen  Nachrichten“  auch  ein  ausgezeichnetes  Organ  für
Exportanzeigen.  Wir  bitten  das  Blakt  einmal  anzufehen.

Ber  Verlag  der  „Deutschen  Nachrichten“
Ueue  Berliner  Prrlags-Aufalt
ug.  AKrebe.

#ebellia

 

 

J.  Tippelskirch  &amp;amp;  (0.,

Berlin  NW.  „Reustäi  idtische  Kirchstr.  15

her  Mittelstraße  25)

Spezial-  Geschin  für  Tropen  Rusrüstungen,
eben  sich  insbesondere  zur  Beschaffung  persönlicher  Ausrüstungen
aller  Art  Schiffsreisen  und  danernden  Aufenthalt  in  übereeischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  ##  Expedition  und
Ingdanslüge  in  Betracht  kommenden  Art

Sachgemaße  Zusammenstellungen  auf  Grund  zürfieuncer  Erfahrungen  und
nach  i-  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
Ffert  ter  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Di  der

e  erbeten.  42)

 

 

Tropeublouol.

von  mir  ganz  neu  eingelührt,  auch
ganze  Anzüge

von  starken  waschbaren  Stoflen,
hell-  und  dunkelmodels-  etc.,  ollerirt.

LouisRosentbal.  Mauieiugl.
Leinen-D#Ar.

  Lüstre.
ovuoppen,
«  Jagdröcke,
Gummi-  u.
imprägnirts

Regenmäntel

fabriziren

beht  Hu#

Ilerford

Praunsehweiger  Wurst-Keichwamren-kabrir


Denecke  &amp;amp;  Himmel

Hollieleranten,  (es)
Braunschweig,

liefern  Fleischwaaren  für  Erport
nach  allen  Zonen  der  Erde.

 

 

   

 

 

 

 

 

3iiis
Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,
6.  m.  b.  M.

Licgnitz.
Flügel  u.  Pianinos

I.  Güte.
Besondere  Bauart  fUr  Jedes
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Prlimlirt  aul  allen  grossen
Ausstellungen.

21  000  Stück  gekertigt.
Niederlage:

Berlin  W.,  Courblèerestr.  5.
        <pb n="162" />
        —  60  —

Suu—

ücher-Besorgungen  sowie  die  Lieferung  von  Zeitschriften
des  In-  und  Auslandes  nach  den  Schutzgebieten  übernimmt  billigst

S.  Modess  Buchhandlung  (Max  Weylandt),  Berlin  C.  2.
Kutuloge.  Prospekte  etc.  kostenkre.  —'

GNGLGNLNLELCEENAZLNLEBLCA
Deutsche  Militairdienst-Versicherungs-Anstalt
n  Hannov

 

 

 

 

Vermögensbessand:  70  Millionen  Ma.
Abtheilung  l:  Militairdienst-  Versicherung.
Zweck:  Deekung  der  Kosten  des  Militalrdienstes,  Unterstützung  von  Berufssoldaten,
  Versorgung  von  Invaliden.
Nur  Knaben  unter  12  Jahren  finden  in  dieser  Abtheilung  Aulnahme.

Abtheilung  II:  Kapital-  und  Kriegs-Versicherung.
(Abgeklirzte  Lebeneverslcherung.)

Zweck:  Versorgung  von  Hinterbliebenen  und  Alters  -  Versorgung.  Sicherung
  von  Kapitulien  zur  Beschaflung  von  Ausstenern  und  lür
Studienzwecke.

Personen  beiderlel  Geschlechts  fnden  vom  10.  Lebensjahre  ab  in
dieser  Abtheilung  Aufnahme.  (16)
Die  Aussahlungn  an  he,  Prümienrückgewähr  ete.

im  Laule  des  Jahres  1895  betrugen  2  076  000,—,  die  Gesammtauszahlungen

secit  Bestehen  der  Anstalt  7  452  000,—.  Von  1878  bis  Ende  1895  wurden

erledigt  279  336  Amräge  über  .“  229340  000,—  Versicherungskapital.

 

 

 

Weingutsbesitzer  rt  von

Gebr.  J  ung  arianansane  Rhein-,  *  und  Pfalzwein

nach  allen  Welttheilen.  („I„)  T

 

 

 

 

Moseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

NHoblteferantk  Sr.  Majesede  des  Katsers.
offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemllsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elinmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesemen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  franco  aller  deutschen
alrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  inel.  Emdballage.
Tllustrirte  Kataloge  gratis.  78

 

 

Heinr.  Dirks,  Hamburg,  Verbindungsbahn  4,  II,
Keeül-  Gurchil  für  Messe  9  Kaumtinen  -  Ausrüstungen  der  Kaiserlichen  Marme

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Dirks,  Ham  zur  Verbihngsbahn.  Etablirt  1883  Amt  6,  h  123

bält  sich  zur  Beschaffung  von  Tropen-Ausrüstungen  in  Nahrungsmitteln  und  Getränken  aller  Art,
Tabak,  Cigarren,  Cigaretten,  Nauch-Utensilien,  Waff  unition  2c.  bestens  empfohlen.
Viele  Atteste  von  Herren  Messe-Vorständen,  auch  asse  der  Schutztruppe,  stehen  mir  zur  Seite.
Passende  Ausrüstungspläne  werden  auf  Grund  langjähriger  Ersahrungen  ausgearbeitet,  und  bitte  ich  bei
Bedarf  gütigst  Offerte  ben  zu  wollen.  Im  Jahre  1895  5  hatt  die  Ehre,  für  Messen  resp.  Kantinen  folgender
  im  Auslande  befindlichen  Schiffe  S.  Malestät  zu  liefern:  S.  Jrene,  Prinzeß  Wilhelm,  Areong,  Marie,
Falke,  Möwe,  Iltis,  Cormoran,  Condor,  Sperber,  Hyäne,  l..  Peilboot  Kamerun  und  Hulk  Cyclop.
Für  streng  reellste,  prompteste  Bebienung  und  Haltbarkeit  aller  meiner  Artikel  leiste  ich  Vraugie  (65)
        <pb n="163" />
        —  61

Rauchern  von  Importen

empfehle  ich  meine  in  eigener  Fubrik  aus  ausgesucht  reinen  keinsten
importirten  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  übersceischen
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No.  42.  La  Perla  —  Havann  —  voll  und  saftig.  ...  75.—  „  „
No.  43.  kuon  t  —  Havona  —  klein  mild  .  .»  „  100.—  „  „

No.  44.  El  Arte  —  Havana  —  sein  mittelkräftig  .  100.—

le  30  be2w.  *  St.  der  #  K.  41—44  zus.  100  K.  in  a  unkal  9  Ur  u.  8  a0.
No.  49.  Rosa  Celeste  )  rein  Habuna  .120.—  pro  Mille
No.  50.  Use  D  leinste  mild  bis  „  10.—  „  „
No.  51.  Marietta  Handarbeit,  ,  »«.  „  75.—  „  „
Jo.  52.  Infancla  —iU  NZi  mittelkräftig  "„  —  „  „
No.  53.  Reni  Qualitäten!  „  „

e  10  Stück  der  Marken  No.  49—53  in  Auswahl  5  1½  20  6.00.
Seiegenbeitsauf.  Havana  mit  Vorstenlanden,  feine  milde  Qualität.
No.  57.  El  M  ...  N.  64.—  bo  Mille
No.  57a.  Dnschbe  in  U#a  Farben  ..  .  ..,58.—

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sind  die  elnzigen  Windmotore,  welche  die  grösste
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gewäbrleisten  und  auf  allen  5  Erdthellen  mit  bestem
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Beitrlebskraft  zu  Ent-  und.  Belierungon  —  zu  Wasser-Versorgungen
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Landwirthschaft  und  indusirie  —  sowie  zur  Erzeugung
elektrischen  Lichtes.

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alleinigen  Fabrikante

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Inbabor  dor.  sen  goldenen  Staatsmedallle  und  dor  grossen
goldenen  3  Ausstellungsmedallie.

 

 

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Plantagenbesttzer.

Junger  Kaufmamn,  seit  Jahren
in  der  chemischen  Düngerbranche
thätig,  wünscht  sich  dem  Plantagenbau
  zu  widmen.  Zunächst  entsprechende
  Zeit  einem  Fachmanne
beigegeben,  würde  Suchender  bei
seinem  Interesse  und  seiner  Neigung
gewiß  ein  ebenso  zuverlässiger  als
tüchtiger  Beamter  werden.  Feinste
Neferenzen.

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garantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (uu9)
Iammer  Brotfabrik,  Umm,  Westl.

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Ig.  Stein  senior,
Wien  I,  Adlergasse  4  (Austrin).
Fabrikation  sämmtlicher
Sorten  Fez

(turkish  chps)  für  den  Orient,  Britisch-
  u.  1  olläyqisch-  Indien,  gunz
(lnr)

 

 

 

 

 

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Glasfabriken,
Marlenhütte  bei  Gunrrenburg.

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Fabrikation  weisser,  hulbweisser
und  farbiger  Flaschen,  Parfümerie-,
Medizin-  und  Kleinglüser  aller  Art.
mit  und  ohne  Glasstöpselverschluss.

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Ptenttrop#ellse•r  9  K.  P.  No.  17368,
36  65  683.  (7)

Pllienzuhler  ¾  R.  P  78996.
        <pb n="164" />
        Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Waetzel,
Akademische  Snohhendlung  und

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Frelburg  1.  B  4  s*  2.

Mit  Badens  Wehr
für  deutsche  Ehr.

Die  Anthellnahme  der  badlschen  Truppen
m  Elenlgungskriege  1670,71.
Dargestellt  von  Dr.  Guntermann.
Mit  vielen  Karten.
LIocheleganter  Geschenksband.
Preis  Mk.  4,  50.

Die  Belagerung  von  Strassburg,
dus  Herumschlagen  mit  den  Fran-2zosen
  —  Franctireurs  und  die  heldenmäthigen
  Kämpfe  um  Bellort
unter  Werders  Tührung  linden  hier
einen  beredten  Schilderer.

—  62  —

 

Knorr's  Dörrgemüse  und  lulienne,
Knorr's  Suppentafeln  und  Erbswürste

sind  für  Europäer  in  überseeischen  Lündern
und  bei  Expeditionen  in  fremden  Welttheilen
unentbehrlich.  —  Sie  wurden  auch  während
der  vierjährigen  Nordpol-Expedition  Nansens
mitgeführt  und  zur  Zufriedenheit  aller  Theilnehmer

  beinahe  täglich  verwendet.

Sortiments-Kisten  im  Werthe  von  M.  100,—

sind  zu  haben  durch  die  Export-Agenten:

Lurren  C.  H.  Luorr,  Nabrungsmittel-Fabril,

Heilbronn  a.  N.  (un

 

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24%%  e  12  Br.  In  Neccoco-Orlginalelnt
m.  it  icinit  Jiee.  u.  dhrneiten  Sbelcmach
lu  baten  in  allen  Buchbdinn.  u.
**s  Ver  ax  in  Cnemk:  i

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SWre,  Kochstr.  66—71.

Landes-Aufnahme
und
Generalstaßs  Karten,

bie  Arbeiten  der  Königlich  Preußischen
Janbes-Aufuahme,
dargestellt  von
Kahle.
Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
zwei  Kartenbeilagen.
Preis  Mk.  2,25.

In  obigem  Werke  werden  die  Ar
beiten  der  Königlich  Preußischen  Landes= 



 

 

unterzogen  und  die  Entwickelung  und
echnik,  Art  und  Werth  derselben  allgemeinverständlich
  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Ver
messungsbeamten  ein  Hulfsmittel  sein,
sondern  auch  Allen,  die  sich  einen  Einblick
  in  das  Wesen  und  einen  Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Ziele  unserer
Landesvermessung  zu  ver  schaffen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  derselben
eignet  sich  ganz
——  auch  für  die  Herren  Offiziere
der  Schu  Aitenhe  „  um  sich  für  die
Kartographie  vorzubereiten.

 

FPlansagoen  und  Induul  i  Na  sene  n,  vvwso

Enasæloile  Iũr  vrkandono  AEbsinen  liasert.

“  .  ———53½  2  —
28.....o  J[  —.  r

½  ¾  %  ———*  t—“ssstss

GCllcno  we

 

 

 

Prãmiirt  mit  goldenuen  und  silbernen  Meduillen.  (35)
Welt-Ausstellung  Antwerpen  höchste  neichnung,  Ehrendiplom.
Fungelsen
Wildlocker,  fur  Iwen,  Tiger,
Witterungen,  Wölle  und  Wll-Glaskugel-
  schwelne.
und  g.  w05
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kostenfrei.  Raubthlerfallen.ëê5  7*  zugleich  Fangbuch,
Fabrik,  50  Pf.
Haynau  l.  Schl.  '

 

Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.
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Werkstätten  für  mathematische  und  optische  lnstrumente.
Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nach  Prof.  Dr.  Frhr.
F.  Danckelman.  Aufnahme-Apparate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

 

—77

L—

pparate  bester  ——.  (onstruction

 

 

Auszug  aus  dem  „Jahr-  und  Auskunstshneh  der  frelen  und  Ilanse  -
Stadt  Hamburg  1894“.

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hemburg,  3%  8  Gr.  Burstah  36/38.

   

.  W

nach  einem  Institut  hervorrusen,  in  welchem  dem  Besucher  die  Erzeugnisse
  von  über  100  verschiedenen  Fabriken  der  Getränke-  und
Nahrungsmittel-Industrie  in  allen  Verpackungen,  Spezialitäten  und
—  Cualitäten,  aufs  Uebersichtlichste  geordnet,  vorgeführt
werden.

Der  Grundgedanke  des  ganzen  Unternehmens  ist,  die  einzelnen
ausgestellten  Artikel  in  allen  Preislagen  vorzuführen,  den  verschie

enen  transatlantischen  Ländern  entsprechend,  somit  die  Lebens-Mittelbranebe
  nach  Möglichkeit  erschöplend,  soweit  solche  den  Export
etrifst.

Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öffentlichen  Ansstellungen
  vornehmlich  dadurch,  dass  alle  äiusgestellten  Artikel
eexportfähig  aulgemacht  sind,  dieselbe  eine  dauernde  ist  und  alle  für

en  Export  in  Frage  kommenden  Neuheiten  nach  Möglichkeit  aufweist.

Die  grosse  Reibe  von  Firmen  oersten  Ranges,  welche  zur  Ausstellung
helangten  und  Im  Auslande  elch  wesentliche  Absalzgeblete  eroberten,  blryen
dem  Käufer  scür  die  Konkurrenzidhigkelt  der  Fabrikate  im  Welimarkte.  Preislisten
  in  fünf  Sprachen.

Für  dle  vorübergehend  In  Hamburg  wellenden  Korrespondemen  HMamburger
Exportirmen,  welche  Lebensmittel  Importiren,  dürtte  dle  Ausstellung  von
Vanz  besorderem  Interesse  sein.

as  „Hamburger  Fremdenblatt“  vom  16.  Mai  1894  schreibt:  „In
den  Kreisen  der  Exporteure  findet  die  Ausstellung  die  höchste
Anerkennung.“

 

 

Nur  eine  Flandelsmetropole  wie  Hamburg  konnte  das  Bedürfnis

 

 

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Aug.  Michel

Nollleferant
Strassburg  i.  Els.
Spe  zialität  für  den

Export

besonders  für  foinere  Fleischserven.
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Gegründet  1826.

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  In  den  Kolonlen,  liefern

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Berlin  S.  42,  Prinzenstrasse  24.
Reich  illustr.  Preislisten  kostenfrei.

 

 

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Hofbuchbändler  Sr.  Hniglichen  Kooeit  des
Prinzen  Heinrich  von  Preuben.
Album  der  deutschen  Flotte.  Leporelloormat.

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mit  4  Vortraits,  gez.  von  Allers.

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  S.  80.
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und  Präpariren  wird  gegeben.
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Draht-Industrie,
Wald,  Rheinpreussen.  (r)

 

64

 

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ADU-  Tliscnm##n  unn  Scalossehur.

 

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HAMBURG

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Notizblatt

Königl.  botanischen  unttens  und  Museums  zu  Berlin.

No.  6.
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Soeben  erschien:

I.  Bemerkonswerte  soltonere  Pfianzen  des  Berliner  Gartons
math  eingeführt

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selben  in  letzter  Zoit  aus  ihrer  Hei
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PFalm  -%rr.  —  V.  Ra
cr  e  T  3v.  Zusamtongertelle  von  6.  1.
8  Kopels.  Von  E.  G11g.
VII.  Ueber  das  Roifen  er.  Semen  d  3
Blütenstunde.  Von  F.  Graebn  X.  Zwoi

 

 

 

on  A.  En
den  den  W  alstele  nach  Kamerun.  e  IV.  u

in
VII.  Plantse  ps  ause  Neupom

elcho  in  den-Forin-



zoitig  von  der  1#  ——  goi  trennter
noue  Polygonaceen.  Von  G.  Lin

Früher  ersechien:
No.  1.  gr.  80.  (ausgegeben  am  2.  Januar  1895)  M.  1,20.
No.  3  gr.  80.  (ausgegeben  am  5.  Juni  1895)  .„1.60.
No.  3.  gr.  80.  (ausgegeben  am  26.  No  is  „  1,20.
No.  4.  -  80.  (ausgeg  zeben  am  10.  1896  »1.80.
No.  go.  lausgegeben  am  1.  4  -  »--SO-Appean
  I  gr.  80.  (ausgegeben  am  15.  5186,  1895  *  —./40.
Appendik  II.  gr.  80.  (ausgegeben  am  15.  Januar  1896)  m%  —.40.

 

Jedes  Heft  ist  einzeln  käuflich  und  durch  jede  Buchhandlung
(6)

oder  direkt  vom  Verleger  erbältlich.

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Set  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  —

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BRethgeber  für  Ostalrika  und  trop.
Maleriagegenden.  Geb.  Prois  A  G.

Morgen,  „C.,  Kriegs-  und  Exp

ditlonsführung  in  Afrika.  Erk.

reis.
Schinarz,  Dr.  B.,  Im  deutschen
Goldlande.  Reischilcer  aus.  dem

 

Geh.  Preis  M  3,60.  1  (l#sh)
Verlag  von  Hermann  Peters,
-  Berlin  W.  8.

kock,  Dr.  med.,  Aerztlicher  örrerbich  der  eno

lischen  u
—  (echen  Sprache  von  Thieme
mreusser.  Jubiläums-Ausg.  Geb.
M.  13.  Seither.  Absatz:  200000  Expl.
Probelief.  F  u.  franko.  Verlag  von
Haendke  &amp;amp;  Lehmkuhl  in  Hamburg.

 

 

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Am  20.  Januar:  P.  D.  „Carl  W.ermann-,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  Januar:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,

nach  Tenerifft,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Hafen  der  Södwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Am  31.  Januar:  P.  D.  „Gertrad  Weoermann“.  Capt.  Becher,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Am  10.  Februar:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt  Jensen,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Häfen  der
Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Februar:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,

via  Antwerpen  nach  Marccco,  den  Canar.  zseln,  Jorsze,  Dakar,  Rufisque,  Sierra
Leone  und  Sherbr

4e  Gdier  milssen  am  Tage  vor  derm  —  bie  12  Uhr  mitrtags  la#nosseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-‚Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmäseigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
—  —  ——  â
R.  P.  D.  „AInMIBRAL“,  Capt.  Weest  ...  27.  Januar,  10.  Februar,
E.  P.  D.  „KANZLER‘,  Capt.  Eloaon  ...  17.  Februar,  3.  Müärz,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG,  Capt.  Weisskan  10.  MUüärz,  24.  März,
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr.  81.  März,  14.  April,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmäüssig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  #ms  Kan  der  gYeiten  Hoynt#ng
direkt  nach  Derban,  Delagoa-Batd,  Mejiunga,  Vosst  B6é.
SNachste  Expedition:  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  31.  Januar  1897.—
e  Damanfer  Raben  vorzüpliche  Einzichet#ngen  Jr  Fuescaoiere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmäseig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ##helle  in  Hamburg  -  —  (v)
vegen  Passage  die  Hase  Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Frucht  und  ——  die
Deutsche  Ost-Afrika-Gr.
  Reichensfrasse  25/27.

6  Vexaniworilicher  Redakteur  für  den  nichtamllichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Berlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  1,  Kochstraße  66—71.
Ausgegeben  am  15.  Januar  1897  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="169" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgezeben  in  der  Helonial-Ablheiluug  des  Iuswärtigen  Amts.

 

VIII.  Jahrgang.  herlin,  1.  Febrnar  1697.  Nummer  3.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  de  .  .  ..  .  .-.
  .  kReelantl-Itssd15.edesMoaqts.DerielbeawetdknqlSBeteftebetqefüldiemindestensemsnalotettelöklich
FIEILITIKVIJIL  Jlluhoilaogsa  voaqsoksohaakstvisoa  oaaackcolohttoosasåqadalachoa  Zehnt-  cdlotnoal  horausgegoben  von  Dr.  Freiber
ör  aann  man.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kol  ge  durch  die  Post  und  die
Huchanr  ungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streisbond  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  350  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  375  für
uer  des  Wellpostvereins.  Einsendungen  und  Unfragen  sind  an  die  Königliche  Hosbuchhandilung  von  Ernst  Siepfried  Mittler

und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrahe  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeilungs-Preioliste  für  1897  unter  Nr.  197.)

o
onialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge

.

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Ernennung  der  Mitglieder  der  entscheidenden  Disziplinarbehörden  für  die  deutschen
Schutzgebiete  S.  "r  —  Personalien  66.  68.  5  *  *  n6  s  6
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  68.  —  Deutsch-O  stafrika:  Bericht  des  Leiters  der
Usambara-Kulturstation  Kwai  S.  69.  —  Aus  dem  Bereiche  der  MNissionen  und  der  Antifklaverei--Bewegung
  S.  69.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Sierra  Leone  S.  74.  —  Italienische  Kolonialpolitik  S.  74.
—  Verschiedene  Mittheilungen:  Die  Zubereitung  der  Vanille  S.  74.—  Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft
„Victoria“  zu  Berlin  S.  76.  —  Aus  Brefen  aus  Afrika  S.  76.  —  Die  Aluminiumdampfpinasse  für  den  Viktoriaee
  S.  76.  —  Litteratur  S.  78.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  80.  —  Schiffebewegungen  S.  80.  —  Ve  -
achrichten  S.  80.  —  Fahrplan  des  Dampfers  „Leutwein“  für  Januar  bis  Juni  1897  S.  80.  —  Anzeigen.

 

 

Gierzu  als  Bellage:  Denkschriften,  betreffend  die  Entwickelung  der  deutschen  Schutzgebiete.  6

Geletze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Ernennung  der  Mitglieder  der  entscheidenden  Disziplinarbehörden  für  die
deutschen  Schutzgebiete.
Diszi  Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  zu  Mitgliedern  der  entscheidenden
wd  #plinarbehörden  für  die  Schutzgebiete  die  nachstehend  aufgeführten  Personen  für  die  Dauer  der  gegeng
  von  ihnen  bekleideten  Aemter  zu  ernennen,  und  zwar:
Für  den  Disziplinarhof:
den  Präsidenten  des  Königlichen  Kammergerichts,  Wirklichen  Geheimen  Rath  Drenkmann  als  Vorsitzenden,
en  Wirklichen  Geheimen  Legationsrath  und  vortragenden  Rath  im  Auswärtigen  Amte  Dr.  v.  Mühlberg,
den  Wirklichen  Geheimen  Ober-Regierungsrath  und  vortragenden  Rath  im  Reichs-Justizamt
v.  Lenthe,  den  Geheimen  Ober-Regierungsrath  und  vortragenden  Rath  im  Reichs-Schahamt
Plath,  die  Landgerichtsdirektoren  Dr.  Dahlmann  und  Lindenberg  und  den  Kammergerichtsrath
  Lohsee  als  ordentliche  Mitglieder,  «
den  Geheimen  Ober-Postrath  und  vortragenden  Rath  im  Reichs-Postamt  Dr.  Spilling,  den  Geheimen
  Ober-Regierungsrath  und  vortragenden  Rath  im  Reichsamt  des  Innern  Wermuth,  den
Landgerichtsdirektor  Rösler  und  den  Kammergerichtsrath  Warnecke  als  siellvertretende  Mitglieder.
Für  die  Disziplinarkammer:
den  Senatspräsidenten  des  Königlichen  Kammergerichts  Groschuff  als  Vorsitzenden,
den  Geheimen  Regierungsrath  und  vortragenden  Rath  im  Reichsamt  des  Innern  Gruner,  den  Wirklichen
Legationsrath  und  vortragenden  Rath  im  Auswärtigen  Amt  v.  Schelling  und  die  Landgerichtsräthe
  Fromm  und  Thinius  als  ordentliche  Mugglieder,

den  Landgerichtsrath  Eichel  und  den  Regierungsrath  im  Reichsamt  des  Innern  Bumm  als  stellvertretende
  Mitglieder.
        <pb n="170" />
        68

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann
von  Togo  Köhler  den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  ständigen  Vertreter  des  Landeshauptmanns
  von  Südwestafrika  v.  Lindequist  für  die  Dauer  seiner  Anstellung  im  Kolonialdienst  den
Charakter  als  Kaiserlicher  Regierungsrath  zu  verleihen.

Dem  Lehrer  Samuel  Walter  ist  die  etatsmäßige  Lehrerstelle  an  der  Regierungsschule  zu  Klein-Popo
  übertragen  worden.

 

Kaiserliche  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  19.  Januar  1897.

Podlech,  Premierlientenant  a.  D.  und  Kompagnieführer  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  4cete
mit  dem  15.  Februar  d.  Is.  mit  der  gesetzlichen  Pension  aus  und  tritt  zu  den  Offizieren  der
Landwehr  2.  Aufgebots  der  i  Brigade  über.

A.  K.  O.  vom  26.  Januar  1897.
v.  Prittwitz  und  Gaffron,  bisher  Hauptmam  und  Konwagniechef  im  Anhaltischen  Infanterie-Regiment
r.  93,  und

Cramer,  bisher  Sekondlientenant  im  5.  Rheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  65,  —  mit  ihren  bisherigen

Patenten.  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt.
A.  K.  O.  vom  27.  Januar  1897.

Fonck  (Heinrich)  und  v.  Grawert,

Sekondlieutenants  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,

  zu  überzähligen  Premierlieutenants  befördert.

Troost,
Charakter  als  Premierlieutenant  verliehen.

Sekondlieutenant  à  la  suite  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch=  Südwestafrika,  der

Bartsch,  bisher  Premierlieutenant  a.  D.  und  Kompagnieoffizier  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für

Kamerun,

mit  seinem  bisherigen  Patent  im  Infanterie  -Regiment  Kaiser  Wilhelm  (2.  Großherzoglich

  Hessisches)  Nr.  116  wieder  angestellt.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Stabsarzt  Gärtner  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Dem  Betschausch  Simba  von  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ist  die  Krieger-Verdienst-Medaille
  zweiter  Klasse  am  schwarz-weißen  Bande  verliehen  worden.

 

VVVVVVVVFPFVVVVVVVVVVVVVYVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Perlsbnal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Gerichtsaktuar  Koch,  welcher  in  den  Dienst
des  Kaiserlichen  Gouvernements  getreten  ist,  hat  die
Reise  nach  Dar-e-s-Saläm  angetreten.

 

Der  Schreiber  beim  Kaiserlichen  Bezirksamt  zu
Dar-es-Saläm  L.  Nathe  4  Mitte  Januar  gestorben.

Ramernn.

Baumeister  Drees  und  Stationsleiter  Conradt
haben  im  Dezember  einen  Heimathsurlaub  angetreten.

 

Der  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  als  Büreaubeamter
  überwiesene  Aktuar  Hennes  tritt  demnächst
die  Reise  nach  Kamerun  an.

 

Sekretär  Geyger  ist  vom  Urlaub  Anfang  Dezember
  wieder  zurückgekehrt.

Cogo.

Zolldirektor  Böder  ist  mit  Wahrnehmung  der
Geschäfte  des  Bezirksamtmanns  in  Victoria  betraut
worden  und  wird  sich  nach  Kamerun  begeben.  Seine
Vertretung  übernimmt  der  vor  Kurzem  vom  Urlaub
zurückgekehrte  Zollassistent  Joop.%

Der  Materialienverwalter  Sievers  ist  im  De- 



zember  vom  Urlaub  zurückgekehrt.

 

Lüdwestafrika.

Der  bieher  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
  Amts  beschäftigte  Gerichtsassessor  Richter
ist  mit  der  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des  Auditeurs
  bei  der  Karserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika
  betraut  worden  und  hat  die  Reise
nach  Tsoakhaubmund  angetreten.
        <pb n="171" />
        N

69
n  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hltafrika.
Der  TLeiter  der  Ulambara-Rulturstation  Kwai

meldet  unter  dem  1.  Dezember  1896  Folgendes:
g  ##n  Gegensatz  zum  Monat  Oktober  mit  seiner
T  enheit  hat  die  im  Aufang  November  eingetretene
leeine  Regenzeit  so  ausgiebige  Niederschläge  gebracht,
boßedie  einzelnen  Pflanzen  in  wenigen  Tagen  den
illstand  ihres  Wachsthums  im  Oltober  wieder  eingeholt
  haben.  Besonders  die  sämmtlichen  Gemisearten
  wachsen  mit  einer  geradezu  beispiellosen  Ueppigkeit,
  so  daß  die  Unmöglichkeit  rationeller  Ausnutzung
sehr  zu  bedauern  ist.  Die  Höhenlage  von  Kwat
heint  noch  geeigneter  für  Gemüsekulturen  zu  sein
7  Muafa,  da  die  dortigen  Anlagen  nicht  annähernd
e  Ueypigkeit  wie  die  in  Kwai  zeigten.  Von  den
Behölzsümereien  ist  ein  großer  Theil  so  weit  in  seiner
twickelung  fortgeschritten,  daß  nächstens  mit  den
Vorschulen  begonnen  werden  kann.  Die  Tabakpflanzen,
die  anfangs  sehr  durch  Ungeziefer  zu  leiden  hatten,
das  in  großer  Zahl  im  Boden  vorhanden  ist,  da  es
nicht  überall  durch  Abbrennen  des  gerodeten  Busches
zerstört  werden  konnte,  erholen  sich  jetzt  ebenfalls
und  zeigen  zum  Theil  sehr  üppige  Exemplare.  Der
zuerst  gesandte  arabische  Kaffee  keimt  und  wird  mit
Eintritt  der  großen  Regenzeit  zu  verpflanzen  sein;
der  Aberiakaffee  aus.  Madagaskar  ist  zum  Theil  mit,
zum  Theil  ohne  Hülfe  ausgepflanzt.  Die  von  Europa
gesandten  Getreidesämerelen  sind  in  dem  Felde  ausgesät,
  jedoch  von  jedem  nur  ein  Theil,  da.  die  Besürchtung
  nahe  liegt,  daß  die  kleine  Regenzeit  mit
n  darauf  folgenden  zweimonatlichen  Trockenheit
S  ausreicht,  um  den  flachwurzelnden  europäischen
Kuhlercien  die  nöthige  Feuchtigkeit  zu  geben.  Der
*  mit  dem  darüberliegenden  Kornboden  ist  bis
Ab  das  Dach  fertig;  es  war  ein  mühsomes  Stück
ban  eit,  den  mit  einer  derartigen  Arbeit  ganz  unbe,
annten  Zimmerleuten  einen  Begriff  von  der  Verwendung
  dieses  Gewirres  von  Balken  und  Trägern
zu  machen,  wie  es  zu  dem  Bau  eines  für  die  Aufnahme
  von  Heu  rc.  bestimmten  Dachstuhles  erforderlich
ist.  Das  Wohnhaus  ist  in  seinen  Umfassungs=  und

der  Arbeit  abzulösen  haben.  Die  Arbeiterfrage  ist,

 

Verbindungsmauern  fertig,  so  daß  mit  dem  schnell

vorwärtsschreitenden  Aufmauern  vermittelst  der  Gußziegel,
  die  in  genügender  Anzahl  hergestellt  sind,
begonnen  werden  kann.

Der  Verbindungsweg  nach  Mombo  zur  Mkomasisteppe
  ist  bis  zum  Mkusubach  und  an  diesem  entlang
in  einer  Länge  von  6½  km  ausgehauen  in  einer
Steigung  von  5  bezw.  6:  100.  Einige  Steinmassen,
die  sich  nicht  umgehen  ließen,  müssen  gesprengt  werden,
wozu  sich  die  gesandte  Schießbaumwolle  ganz  beauf

  der  Station  überzeugt  habe.

am  Wege  ist  nach  Bezirken  eingetheilt,  die  sich  in,

wie  ich  hoffe,  jetzt  in  geregelte  Bähnen  geleitet.  Die
Jumben  stellen  monatlich  eine  bestimmte  Zahl  von
Arbeitern  (je  nach  der  Größe  ihres  Bezirks)  zu  einmonatlicher
  Arbeit,  so  daß  die  Station  jetzt  40  bis
50  ständige  Arbeiter  aus  der  Bergbevölkerung  hat.
Diese  werden  nach  einer  Vereinbarung  mit  dem
Sultan  Kiniassi  nicht  eher  entlassen,  bis  ihr  Ersatz#
in  entsprechender  Anzahl  eingetroffen  ist.  Für  diese
Leute  habe  ich  mit  Kiniassi  den  festen  Monatslohn
von  sieben  Rupien  vereinbark,  während  die  freiwillig
kommenden  Tagesarbeiter  nach  wie  vor  12  Pesas
täglich  belommen.  Außerdem  werden  von  dem  Posten
zu  Masinde  allmonatlich  eine  Anzahl  von  Leuten  zur
Arbeit  hier  angeworben  und  zwar  unter  denselben
Bedingungen  wie  die  Monatsarbeiter  aus  den  Bergen.
Ein  arabischer  Händler  ist  eingetroffen  und  macht,
wie  es  scheint,  gute  Geschäfte.  Die  Leute  sind  über
seine  Anwesenheit  sehr  erfreut.

Die  Lebensmittelfrage  scheint  jetzt  auch  geregelt
zu  sein,  nachdem  die  Märkte  von  Rusotto,  Ebiri  und
Chere  nach  Kwai  verlegt  worden  sind.

RAus  dem  Berreiche  der  WMisstonen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Einem  Berichte  des  Stationschefs  Ramsay  aus
Udjidji,  8.  Sept.  1896,  entnehmen  wir  Folgendes:

Die  französische  katholische  Mission  (les
missionaires  d’'Afrique  Ipéres  blancsl),  deren
Hauptsitz  in  Algerien  und  deren  jetziger  Lelter  der
früher  in  Uganda  thätige  Bischof  Msgr.  Livinhac,
der  Nachfolger  des  Kardinals  Lavigerie,  ist,  wirkt
seit  17  Jahren  am  Tanganyika.  Pater  Moihuet
und  Bruder  Jeröme,  ein  geborener  Bayer  und  das
älteste  Mitglied  der  Mission,  sind  seit  17  Jahren
am  See,  Letzterer  ununterbrochen;  Pater  Raudabel,
der  Superior  in  Kala,  ist  seit  14  Jahren,  der  Bruder

Gustave  (Gustav  Schurey),  ein  Deutsch-Schweizer

und  ein  wahres  Baugenie,  ist  seit  10  Jahren  ohne
Unterbrechung  am  Tanganyika.

Zuerst  haben  die  Missionare  versucht,  im  Norden
des  Sees  das  Christenthum  unter  den  Eingeborenen
zu  verbreiten;  sie  haben  Stationen  in  Udjldii,  Rumonge,
  Urundi  und  am  Westufer  in  Kibanga  gehabt,
die  ersteren  Stationen  haben  wegen  des  zu  großen
Einflusses  der  Araber  aufgehoben  werden  müssen,
Kibanga  wegen  einer  ganz  ungeheueren  Mortalität
unter  Europäern  und  Schwarzen.  Die  Missionare

—  esaꝛ  haben  dort  mehrere  Europäer  und  mehr  als  100
sonders  eignet,  wie  ich  mich  durch  Sprengungen  hier
Die  Arbeitsleistung

Kinder  begraben.  -
Vor  zehn  Jahren,  1886,  hat  die  Mission  die
Stationen  Karema  und  Mpala  übernommen,  die
        <pb n="172" />
        —  70

vorher  von  Cambier  und  Kapitän  Storms  im
Auftrage  des  Königs  von  Belgien,  des  Vorsitzenden
der  damaligen  internationalen  Antisklaverei-Gesellschoft,
gegründet  waren.  Von  hier  aus  hat  sich  die  Mission
nun  besonders  nach  Süden  zu  ausgebreitet;  im  Norden
  fürchten  sie  immer  noch  den  großen,  einer  Mission
allerdings  ungünstigen  Einfluß  der  Küstenbevölkerung.

Die  Algiermission  in  Ostafrika  zerfällt  in  die
Vikariate:

1.  Uganda  (Bischof  Hirth),

2.  Ussuirombo,

3.  Karema  (Bischof  Lechaptoix),  welches  im
Norden  bis  an  die  Grenze  von  Urundi  reicht,

4.  Upala  (Bischof  Rollius),  an  dem  Westufer
des  Tanganyika,

5.  Nyassa.

Von  der  alten  Station  Karema,  wie  sie  die
Zeichnung  in  Girands  Werk  darstellt,  ist  nur  noch
wenig  übrig  geblieben.  Während  sich  die  Station  in
baulicher  Beziehung  natürlich  bei  dem  unermüdlichen,
rastlosen  Fleiß  und  dem  Geschick  der  Missionare  in
außerordentlicher  Weise  vervollkommnet  hat  und  die
großartigsten  Gebäude  entstanden  sind,  hat  die  Station
  durch  das  Fallen  des  Seeniveaus  an  landschaftlicher
  Schönheit  viel  eingebüßt.  Während  früher  der
See  bis  an  die  Bergkette,  auf  der  die  Station  erbaut
ist,  heranreichte,  liegt  sie  jetzt  15  bis  20  Minuten
vom  See  entfernt;  vor  der  Station  liegt  jetzt  eine
große,  allerdings  sehr  fruchtbare  niedere  Ebene,  die
in  der  Regenzeit  zum  großen  Theile  unter  Wasser
steht.  Jetzt  in  der  Trockenzeit,  wo  die  Berge  kahl,
theilweise  infolge  der  großen  Grasbrände  schwarz
waren,  sah  die  Umgegend  von  Karema  trostlos  aus.

Um  die  Station  herum  liegt  das  sehr  große
Missionsdorf,  in  dem  wohl  2000  Menschen  wohnen
mögen.  Die  Station  Karema  besteht  aus  zwei  Theilen,
dem  prachtvollen  Schwesternhaus  im  Norden,  theilweise
  noch  umgeben  von  der  alten  Cambierschen
Mauer,  und  im  Süden  aus  der  eigentlichen,  festungsartigen
  Station,  in  der  Msgr.  Lechaptoix  mit  den
Vätern  und  Brüdern  wohnt.  Zwischen  beiden  liegt
die  kolossale  Kirche,  50  m  lang  und  14  m  breit,
also  von  einer  Größe,  wie  man  sie  in  Deutschland,
Europa,  nur  in  größeren  Städten  findet.

An  die  Station  schließen  sich  Schulen,  Werkstätten
  2c.  an.  Alle  Gebäude  sind  ganz  massiv  gebaut
  und  mit  Dachpfannen  gedeckt.  Man  muß
wirklich  staunen;  die  kolossalen  Bauten  müssen  Jedem
die  allergrößte  Hochachtung  vor  dem  unglaublichen
Fleiß  der  Missionare  einflößen.  Zu  bewundern  ist
auch  vor  allen  Dingen,  daß  sie  solche  Gebäude  mit
verhältnißmäßig  geringen  Mitteln  bauen.  Sie  wissen
sich  immer  zu  helsen  und  erfinden  immer  neue  Konstruktionen.


Das  Verhältniß  der  Missionare  zu  den  Eingeborenen
  scheint  überall  ein  vorzügliches  zu  sein  und
überall  haben  die  Eingeborenen  großes  Zutrauen  zu
den  Europäern  und  laufen  nicht,  wie  sonst  überall,

 

fort.  Ueberall  kamen  Erwachsene  und  Kinder  zur  Begrüßung
  entgegengelaufen.

Am  Sonntag  nahm  ich  an  einem  von  dem  Bischof
selbst  abgehaltenen  Gottesdienst  theil.  Die  ganze,
große  Kirche  war  voll,  von  allen  umliegenden  Ortschoften
  waren  die  Eingeborenen  gekommen  und  es
mögen  wohl  1500  Personen  in  derselben  gewesen
sein.  Ich  muß  bekennen,  daß  mich  dieser  Gottesdienst
in  Centralafriko,  in  einer  großen  Kirche  mit  dem  der
katholischen  Kirche  eigenthümlichen  Glanz  und  Gepränge,
  bei  dem  schönen,  von  Missionszöglingen  und
der  Gemelnde  ausgeführten  Kirchengesang,  von  Orgelspiel
  begleitet,  auf  das  Tiefste  ergriffen  hat.  Außer
Karema,  wo  außer  dem  Bischof  zwei  Bäter,  zwei
Brüder  und  fünf  Schwestern  wirken,  bestehen  noch
folgende  Stationen:

2.  Mkarjaria  (zwei  Väter),  vor  kurzer  Zeit  gegründet
  und  im  Bau  begriffen,  im  südlichen  Theil
der  großen  Mpimbuebucht,  einen  Tag  südlich  von
Karema.

3.  Kirando  (drei  Väter,  ein  Bruder),  einen  Tag
südlich  von  Mkarjaria,  an  der  gleichnamigen  großen
schönen  Bucht,  landschaftlich  nach  meiner  Ansicht  die
schönste  Station.

4.  Kala  (drei  Väter,  ein  Bruder),  zwei  Tage
südlich  von  Kirando.

5.  Mambue,  auf  dem  Nyassa  —  Tanganyika-Plateau,
  an  der  Stevenson-Road;  diese  Station  wird
aufgegeben,  weil  die  Umgegend  zu  schwach  bevölkert
ist  (zwei  Väter,  ein  Bruder).

Es  arbeiten  demnach  in  dem  deutschen  Gebiet
17  Missionare  und  fünf  Schwestern.

Unter  der  Aufssicht  von  Bischof  Lechaptoix  steht
ferner  die  im  englischen  Gebiet  gelegene  Station
Ubemba  (drei  Väter  und  zwei  Brüder).  Am  Westufer
  des  Tanganyika,  im  Kongostaat,  ist  die  älteste
Station  Mpala,  wo  drei  Väter  und  zwei  Brüder
arbeiten.  In  baulicher  Beziehung  ist  es  die  schönste
Station.  Man  baut  dort  eine  prachtvolle  Kirche,  zu
der  jetzt  schon  über  300  000  gebrannte  Ziegel  verschiedenster
  Formen  vermauert  sind,  und  sie  ist  erst
zur  Hälfte  fertig.  Erleichtert  wird  hier  der  Bau
durch  das  Vorhandensein  von  Kalk  in  nächster  Nähe
der  Station.  Südlich  von  Mpala  liegt  die  Station
St.  Louis,  wo  der  wunderliche  Heilige  Kaopitän
Joubert,  halb  Soldat,  halb  Missionar,  lebt.  Einige
Stunden  westlich  davon  auf  den  Bergen  liegt  die
Hauptstation  Kirungu  oder  Bodainville,  wo  außer
dem  Bischof  Rollius,  der  zur  Zeit  in  Europa  ist,
drei  Väter  und  zwei  Brüder  thätig  sind.  Eine
fernere  Statlon  ist  in  Marungu  am  Lufuko  (zwei
Väter,  ein  Bruder).

Das  Vikariat  Karema  hat  jetzt  935  getaufte
Christen  und  1150  Katechumenen.  Ehe  die  Mission
zur  Taufe  eines  Kindes  oder  Erwachsenen  schreitet,
unterzieht  sie  denselben  elner  vierjährigen  Prüfung,
während  welcher  Zeit  demselben  Unterricht  ertheilt
wird.  Zwei  Jahre  bleiben  die  Zöglinge  sogenannte
Postulanten  und  zwei  Jahre  Katechumenen.  Nachdem
        <pb n="173" />
        —  71

sie  sich  einen  bestimmten  Schatz  von  Kenntnissen  angeignet
  und  ein  ordentliches,  sittsames  Leben  geführt
haben,  werden  sie  auf  eigenen  Wunsch  durch  die  Taufe
in  die  Christengemeinde  aufgenommen.

Die  Mission  hat  zur  Zeit  568  Kinder,  davon
sind  380  Knaben  aus  praktischen  und  Sparsamkeitsrücksichten
  bei  ordentlichen  Familien  der
Mission  untergebracht,  während  85  Knaben  und
103  Mädchen  in  den  Stationen  selbst,  Orphelinat,
nue  wracht  sin.  i**s  diesen  Kindern  besuchen

naben  1  ä  i

die  Schule  md  66  Mädchen)  regelmäßig
Auf  Befragen  theilte  mir  Msgr.  Lechaptoix
mit,  daß  sie  für  die  in  den  Familien  untergebrachten
Kinder  eine  jährliche  Ausgabe  von  etwa  15  Frcs.,
für  die  in  den  Stationen  selbst  untergebrachten  eine
jährliche  Ausgabe  von  etwa  50  Fres.  hälten.  Die
Mission  giebt  also  für  Bekleidung  und  Ernährung  ihrer
Zöglinge  jährlich  etwa  14  000  bis  15  000  Frcs.  aus.

Nach  „Afrika“  bestätigen  die  neuesten  durch  Diakon
Liebusch  gegebenen  Nachrichten  einen  erfreulichen
Fortschritt  der  Arbeiten  an  der  Sklavenfreistätte
des  evangelischen  Afrikavereins  in  Südusambara.
Vier  Häuser  sind  fertig.  Diakon  Bokermann  ist
nach  Tanga  gewandert,  um  von  dort  aus  über  Dares-Salam
  nach  Kisserawe  zu  reisen,  wo  er  die  Diakonissin
  Lina  Dieckmann  und  14  befreite  Sklavenkinder
  (Knaben  und  Mädchen),  welche  die  ersten
Bewohner  der  Sklavenfreistätte  werden  sollen,  abholt.
Seine  Reise  von  Lutindi  nach  Tanga  war  in  der
Ebene  infolge  der  gewaltigen  Ueberschwemmungen
eine  sehr  beschwerliche.  Durch  diese  Ueberschwemmungen
  ist  auch  die  Usambara-Eisenbahn  theilweise
zerstört  worden.  Doch  darf  man  hoffen,  daß  die
Geschcdigung  bald  wieder  beseitigt  und  die  Bahn  in

er  beabsichtigten  Weise  fertiggestellt  werden  wird.
uti  n  der  Nähe  der  Sklabenfreistätte,  auf  dem

utindihügel  bei  Tamota,  in  dem  Gebirgslande  Süd-Usambaras,
  etwa  1200  m  über  dem  Meeresfpiegel,
in  fünf  bis  sieben  Stunden  von  Korogwe,  der  künftigen
  Station  der  zum  großen  Theil  bereits  vollendeten
  Usambara-Eisenbahn,  soll  eine  Erholungsstation
ür  Européer  angelegt  werden.  Um  die  Mittel  für
diese  Gründung  zu  beschaffen,  hat  sich  unter  dem
Protektorat  Ihrer  Hoheit  der  Herzogin  Johann
Albrecht  zu  Mecklen  urg,  Herzogin  zu  Sachsen,
ein  Komitee  gebildet,  welches  am  28.  Januar  ein
Promenadenkonzert  mit  Verkauf  veranstaltet  hat,  um
Mittel  für  den  guten  Zweck  zu  sammeln.

 

Die  evangelische  Missionsgesellschaft  für
Deutsch-Ostafrika  (Berlin  III),  die  älteste  der
vier  in  dieser  Kolonie  thätigen  deutschen  evangelischen
Missionsgesellschaften  hat  nach  den  „Nachrichten  aus
der  afrikanischen  Mission“  einen  äußerst  günstigen
Fortgang  genommen.  Das  zeigt  sich  schon  in  ihrem
äußeren  Bestande,  da  sie  bereits  sieben  Stationen
unterhält,  nämlich  zwei  Küstenstationen  in  den  beiden

 

Hauptstädten  der  Kolonie,  Dar-es-Saläm  und  Tanga,
und  fünf  Innenstakionen,  von  denen  drei,  Hohenfriedeberg,
  Bethel  und  Wuga,  in  Usambara,  zwei,
Kisserawe  und  Maneromango,  in  Usaramo  liegen.
Die  erfreuliche  Entwickelung  der  Gesellschaft  ist  aber
auch  darin  zu  sehen,  daß  sie  bereits  die  stattliche
Anzahl  von  79  Taufen  an  Eingeborenen  hat  vollzlehen
  können.  Am  Schluß  des  Jahres  1895  zählte
die  schwarze  Gemeinde  auf  dem  gesammten,  wie  oben
gezeigt,  aus  zwei  räumlich  weit  getrennten  Theilen
bestehenden  Arbeitsfelde  60  Kommunikanten  und
sieben  Nichtabendmahlsberechtigte.  Die  weitaus  meisten
dieser  jungen  Christen  gehören  zu  den  Waschambaa,
während  von  den  Wasaramo  erst  ein  Erstling  getauft
worden  ist.

In  Bethel  und  Wuga  ist  es  zu  einer  Gemeindebildung
  noch  nicht  gekommen,  doch  ist  das  Hinderniß
an  beiden  Orten  im  Wesentlichen  dasselbe  wie  in
Hohenfriedeberg.

Die  Arbeit  unter  den  Wasaramo  steht  noch  in
den  Anfängen.  In  Kisserawe  auf  der  „Hoffnungshöhe“
  haben  zwar  bereits  eine  ganze  Reihe  von
Taufen  stattgefunden.  Die  Täuflinge  waren  aber
zumeist  befreite  Sklaven,  welche  hier  Aufnahme  gefunden
  hatten.  Von  den  Wasaramo  ist  erst  der
Erstling  getauft.

Ueber  die  Missionen  der  Weißen  Bäter  in
Deutsch-Ostafrika  berichten  die  Pb.  Drommaux
und  Brard  in  „Gott  will  es“:

Das  deutsch-ostafrikanische  Schutzgebiet  hat  einen
Flächeninhalt  von  nahezu  einer  Million  Qnadratkilometer.
  Drei  katholische  Missionsgesellschaften  sind
darin  thätig:

1.  Die  Väter  vom  heiligen  Geiste,  welchen
das  apostolische  Vikariat  Nordsansibar  in  einer  Ausdehnung
  von  200  000  qkm  auf  deutschem  Gebiete
zugewiesen  wurde.  6

2.  Die  Väter  der  St.  Benediktus-Missionsgesellschaft
  aus  Bayern,  die  das  apostolische  Vika-Fatt
  Südsansibar  mit  250  000  qkm  zu  missioniren
haben.  ·

·8.DieWeißenBäter,Ivclchedrciopostolijche
Vikarialezuveriehenhaben:a)dasaposloliicheVikariatSüdnyanza,welches150000qkmtmtfaßt5

b)dasapoftolifcheBikariatUnyanyembesatit
200  000  qkm;  c)  das  apostolische  Vikariat  Tanganyika
  mit  200  000  qkm.  -

Die  weiten  Entfernungen  im  Schußgebiete  sind
die  Hauptursache  der  außergewöhnlich  hohen  Kosten,
welche  diese  ausgedehnten  Missionen  verursachen.
gebricht  dazu  sowohl  on  Fuhrwerk  jeglicher  Art,  als
auch  an  Lastthieren,  um  das  den  Missionaren  unentbehrlichste
  Gepäck  ins  Innere  zu  schaffen.  Alles  muß
auf  dem  Rücken  schwarzer  Träger  transportirt  werden.
Um  z.  B.  zehn  Missionare  in  die  verschiedensten
Missionsstationen  jener  entfernten  Regionen  gelangen
zu  lassen,  muß  man  zunächst  in  Europa  alle  für  eine
so  weite  Reise  unumgänglich  nothwendigen  Gegen-
        <pb n="174" />
        –  22  —

stände,  wie  Zelte,  Feldbetten,  Küchengeräthe,  Reiseapotheken,
  einige  Konserven  für  Kranke  2c.,  ankaufen.
Dieses  Alles  muß  man  sodann  nach  Bagamoyo  transportiren
  lassen,  woselbst  alsdann  eine  Karawane
organisirt  werden  muß,  die,  wenn  es  sich  um  zehn
Patres,  wie  wir  angenommen  haben,  handelt,  aus
etwa  200  Köpfen,  Trägern  und  bewaffneten  Begleitern,
  besteht.  Erst  nach  70-bis  80  tägigem  Marsche
langt  diese  Karawane  an  ihrem  Bestimmungsorte  an.

Wir  haben  berechnet,  daß,  um  einen  Missionar
von  Europa  aus  auf  einen  der  innerafrikanischen
Missionsposten  gelangen  zu  lassen,  es  einer  Summe
von  8840  Mark  bedarf.  Sind  dann  die  Missionare
glücklich  in  jenen  Gegenden  angelangt,  so  müssen
denselben  noch  jedes  Jahr  neue  Tauschartikel  und
einige  unentbehrliche  Lebensmittel  zugeführt  werden,
denn  Geld  ist  etwas  ganz  Unbekanntes  in  jenen
Ländern.  Will  man  etwas  kaufen  oder  verkaufen,
so  werden  Stoffe,  Glasperlen,  Kupferdraht  und  Anderes
  an  Zahlungsstatt  gefordert  und  angenommen.
Alle  diese  Artikel  sind  nur  an  der  Küste  zu  haben,
und  andere  unentbehrliche  Gegenstände,  wie  Kleider,
Kirchengeräthe,  Bücher,  Arzueien  2c.,  müssen  aus
Europa  beschafft  werden.  Um  also  die  einzelnen
Posten  im  Innern  zu  unterhalten,  bedarf  es  wiederum
jedes  Jahr  einer  Karawane  von  mehreren  Hundert
Trägern.  Die  Kosten  für  den  Transport  einer  Last
von  30  kg  von  der  Küste  bis  in  die  Missionen  belaufen
  sich  auf  mehr  denn  100  Mark.

Seit  1878  sind  zusammen  86  Missionare  und
zehn  Schwestern  in  die  drei  Vikariate:  Südnyanza,
Unyanyembe  und  Tanganyika  entsandt  worden,  34
davon,  darunter  eine  Schwester,  sind  gestorben;  vier
sind  krankheitshalber  nach  Europa  zurückgekehrt.  Es
bleiben  also  im
Vikariat  Südnyanza

.-AUnyanyembe  14

Teanganyika  19  -
in  der  Prokura  zu

Sansibar  3  -
zusammen  49  Missionare  u.  9  Schwestern.

Die  Missionare  sowie  die  Schwestern  sind  meistens
Deutsche.

Das  apostolische  Vikariat  von  Südnyanza
ist  begrenzt  im  Norden  und  Osten  durch  den
ersten  Grad  südlicher  Breite  und  die  englischdeutsche
  Vertragsgrenze;  im  Süden  durch  das  Vikariat
  Unyanyembe  und  im  Westen  durch  den  Kongostaat.
An  der  Spitze  desselben  steht  Msgr.  Hirth  als
apostolischer  Vikar;  es  zählt  drei  Misssonsstationen
und  13  Missionare.  Da  die  Konstitutionen  der
Weißen  Väter  ihnen  vorschreiben,  daß  stets  wenigstens
drei  Missionare  auf  einem  Posten  zusammen  seien,
können  wir  viel  weniger  Stationen  haben,  als  wenn
es  uns  erlaubt  wäre,  allein  oder  zu  zweien  zu  sein;
andererseits  aber  würde  es  auch  schwer  halten,  augenblicklich
  mehr  Stationen  zu  haben,  wegen  der  außer-13

  Missionare,
-  u.  4  Schwestern,
:  5  2

 

 

ordentlich  hohen  Kosten,  die  uns  der  Transport  der
Lasten  verursacht.

Die  Stationen  des  Vikariats  sind  folgende:

1.  Unsere  Liebe  Frau  von  Kamoya  in  Bukumbi,
dem  Stamme  der  Wasukuma  angehörend.  In  diesem
Gebiete  hat  die  deutsche  Regierung  auch  eine  Station,
nämlich  in  Muanza.  Die  englischen  Protestanten
haben  zwei  Missionsstationen  daselbst,  eine  in  Nassa,
die  andere  in  Nera.

Die  Gründung  der  Mission  von  Bukumbi  fällt
in  das  Jahr  1882.  Mit  vieler  Geduld  ist  es  uns
gelungen,  die  wilden  Sitten  dieser  armen  Eingeborenen
  zu  zähmen;  heute  nämlich  bekleiden  sie  sich,  in
zahlreichen  Scharen  strömen  sie  zur  Mission,  um  sich
unterrichten  oder  ihre  kleinen  Zwistigkeiten  schlichten
zu  lassen,  oder  auch  nur,  um  ihren  „Bätern“  einen
Besuch  abzustatten,  wie  sie  sagen.

Die  Station  zählt  fünf  Missionare,  zwei  einheimische
  Schwestern,  ein  Waisenhaus  für  Knaben
mit  40  Kindern,  ein  Waisenhaus  für  Mädchen  mit
60  Kindern,  25  christliche  Familien  (ehemalige  Waisen),
130  Getaufte,  worunter  15  Wasukuma,  200  Katechumenen,
  die  sich  auf  den  Empfang  der  heiligen  Taufe
vorbereiten,  acht  Katechisten  für  Bukumbi  und  die
übrigen  Länder  der  Wasukuma,  50  Getaufte  in  Todeshefahr
  jedes  Jahr,  drei  Kirchen  oder  Kapellen,  eine
Schule  mit  mehr  als  100  Kindern,  eine  Apotheke,
wo  man  täglich  30  bis  50  Kranke  verpflegt.

2.  Marienberg  in  Kisiba.  Diese  Station  liegt
in  dem  großen  Stamme  der  Bazinza,  welcher  sich
westlich  vom  Nyanza  bis  zum  Tanganyika  und  zum
Kongostaat  erstreckl.  Der  Missionsposten  ist  12  km
von  der  deutschen  Station  Bukoba  entfernt.  Kisiba
(Distrikt,  in  dem  Marienberg  liegt)  zählt  ungefähr
300  000  Einwohner,  die  von  fünf  voneinander  unabhängigen
  Königen  regiert  werden.  Diese  Könige  sind
ein  wahres  Hinderniß  für  die  Mission,  wegen  der
großen  Autorität,  die  sie  über  ihre  Unterthanen  haben.

Die  Mission  von  Kisiba  begann  im  Jahre  1892.
Das  erste  Jahr  bot  nichts  als  Mühen  und  Beschwerden,
  da  die  Könige  keine  Niederlassung  auf
ihrem  Gebiete  dulden  wollten.  Dreimal  mußten  wir
unseren  Aufenthaltsort  wechseln;  erst  dem  energischen
Eingreisen  des  Hauptmanns  Herrmann,  Stationschefs
  zu  Bukoba,  hatten  wir  es  zu  verdanken,  daß
wir  uns  im  Jahre  1893  endlich  in  Marienberg
niederlassen  konnten.

Die  Mission  zählt  drei  Missionare,  zwei  einheimische
  Schwestern,  zwölf  Haushaltungen  (verheirathete
Waisen),  200  getaufte  Baganda,  die  sich  in  der  Nähe
der  Mission  angesiedelt  haben,  vier  getaufte  Baziba,
50  Katechumenen,  die  sich  auf  die  heilige  Taufe  vorbereiten,
  sechs  Katecheten,  eine  Schule  mik  etwa
50  Kindern,  ein  Hospital,  in  welchem  beständig  an
20  Kranke  verpflegt  werden,  eine  Apotheke,  wo  man
täglich  etwa  80  Kranke  pflegt,  eine  Kirche  und  zwei
Kapellen.

3.  Neu-Wied,  im  Ukerewe-Archipel  gelegen,
umfaßt  etwa  20  bewohnte  Inseln  und  eine  ziemlich
        <pb n="175" />
        —  73

große  Halbinsel,  Kisorya  mit  Namen;  der  Distrikt
mag  ungefähr  200  000  Einwohner  zählen.  Das
Land  der  Bazita  und  der  Baruri  ist  drei  bezw.
fünf  Stunden  von  Ukerewe  entfernt.

Schon  seit  Langem  hatten  wir  Katecheten  und
eine  ziemliche  Anzahl  Katechumenen  auf  der  größten
der  bewohnten  Inseln.  Nach  dem  Tode  des  Händlers
Stokes  haben  wir  die  ehemalige  deutsche  Antisklaverelstaton
  sammt  Tauschartikeln  angekauft.  Da  noch
leine  Missionare  auf  der  Insel  waren,  so  wurde  die
Station  einstweilen  der  Obhut  einiger  Neuchristen
anvertraut.  Jedoch  stachelte  der  König  des  Landes,
welcher  keine  Weißen  mehr  auf  der  Insel  dulden
wollte,  seine  Leute  auf,  so  daß  sie  die  Station  in
Brand  steckten  und  25  losgekaufte  Sklaven  sowie
zwei  Neuchristen  und  einige  Katechumenen,  Bakerewe,
ermordeten.  Dieses  verursachte  uns  einen  materiellen
Schaden  von  32  000  Mark.  Daraufhin  verwies
Herr  Lieutenant  v.  Kalben  den  König  des  Landes
und  half  uns,  wieder  eine  Niederlassung  auf  der
Insel  zu  errichten.  Im  November  1895  gingen
Missionare  dorthin  ab,  aber  man  mußte  Alles  wieder
von  Neuem  aufbauen.  Die  Mission  zählt  augenblicklich
  drei  Missionare,  drei  Hausstände,  17  losgekaufte
  Sklaven,  welche  unter  Familien  vertheilt  sind,
12  losgekaufte  Sklaven  in  der  Mission  selbst,  52  Getaufte,
  davon  14  Bakerewe,  1000  Katechumenen,  die
sich  auf  die  heilige  Taufe  vorbereiten,  25  Katecheten
auf  den  verschiedenen  Inseln,  auf  dem  Festlande  und
bel  den  Bazinza,  eine  Schule,  eine  Apotheke,  wo
man  jeden  Tag  an  20  Personen  verpflegt,  fünf  Kabellen.
  4000  Personen  kommen  jeden  Sonntag,  um
dem  Unterrichte  belzuwohnen,  und  wir  schreiben  regelmäßig
  150  in  die  Register,  nämlich  diejenigen,  die
entweder  die  Gebete  oder  den  Katechismus  auswenig
  wissen.

Außer  diesen  drei  Posten  will  Msgr.  Hirth  im
Jahre  1897  zwei  neue  Stationen  gründen,  und  zwar
im  Lande  Bazinza,  wo  dieselben  absolut  nöthig  sind,
da  die  Bevölkerung  dort  viel  eher  bereit  ist,  sich
unterrichten  zu  lassen.  An  Missionaren,  die  bereit
sind,  dorthin  zu  gehen,  wird  es  schon  nicht  fehlen,
aber  wo  sollen  wir  die  Mittel  hernehmen,  um  neue
Posten  zu  gründen  und  zu  unterhalten?

 

Aus  der  apostolischen  Präfektur  Togo  schreibt
ots  Anselmann  (Gesellschaft  des  göttlichen
es):

Im  Februar  v.  Js.  entschloß  sich  der  Herr  Administrator,
  in  Porto  Seguro  eine  Missionsstation
zu  gründen.  Mir  wurde  geheißen,  da  den  Anfang
zu  machen.  ç  Am  15.  Februar  eröffneten  wir  in  einem
großen  Gehöfte  des  Oberhäuptlings  Mensa  die  Mission.
  Die  Schule  entwickelte  sich  stetig.  Sie  hat
1664  u  *  i  Es  is  dies  eine  schöne  Zahl

e  an  en,  welches  wohl  nicht
500  Einwohner  hat.  5*  bi  nicht  iber

 

Ferner  meldet  der  Administrator  P.  M.  Dier
aus  Togo  in  „Gott  will  es“:

EGrldjl  ist  elne  größere  Stadt,  die  etwa  zehn  Minuten
  von  Sebbe,  wo  sich  das  Reglerungsgebäude
befindet,  an  der  Lagune  liegt.  Von  Adjido  hat  man
nach  dort  etwa  dreiviertel  Stunde  durch  die  vielen
Arme  der  Lagune,  obschon  die  Luftlinie  nicht  mehr
als  15  Minuten  beträgt.  Die  Zahl  der  Gridjibevöllerung
  dürfte  sich  auf  2500  belaufen.  Im
Allgemeinen  sind  die  Leute  von  Gridji  nicht  übel,
wennglelch  der  dort  regelmäßig  alle  fünf  Tage  abgehaltene
  Markt  Manchen  zur  Versuchung  wird,  bisweilen
  tief  ins  Branntweinglas  zu  schauen.  Jedenfalls
  aber  sind  die  meisten  Neger  von  Gridji  ganz
gute  Leute,  von  denen  man  hoffen  darf,  daß  sie  für
das  Christenthum  geneigt  und  empfänglich  sind.

So  haben  wir  denn  in  dieser  Stadt  den  Grundstein
  zu  einer  Schule  gelegt.  Vor  einiger  Zeit  hatten
wir  schon  mit  der  Abhaltung  des  Unterrichts  begonnen.
  Zu  diesem  Zwecke  wurde  uns  eine  Hütte
vorläufig  eingeräumt.  Jetzt  aber  wollen  wir  uns
auf  dem  uns  von  Gridjlleuten  geschenkten  Grundstücke
selbst  eine  passende  Schule  errichten,  die  durch  einen
lleinen  Vorbau,  den  sie  erhält,  nöthigenfalls  auch  zur
Kapelle  dienen  wird.

Von  dem  apostolischen  Präfekten  von  Transvaal
P.  Aloys  Schoch  O.  M.  I.,  der  bekanntlich  Deutsch-Südwestafrika
  bereist,  ist  im  Missionshause  zu  St.
Karl  in  Valkenburg  ein  kurzer  Brief  eingetroffen,
dem  „Gott  will  es“  Folgendes  entnimmt:

Glücklich  bin  ich  heute  (22.  Juli)  in  Grootfontein
an  der  Grenze  des  Ovambolandes  eingetroffen.  Ich
habe  just  vier  Wochen  gebraucht,  um  von  Windhoek
hierher  zu  kommen.  Das  Land  um  Grootfontein
wie  auch  das  Ovamboland  scheinen  mir  für  die  Zukunft
  Manches  zu  versprechen.  Ich  bin  hier  auf
einen  braven  Schweden  Namens  Erikson  gestoßen,
der  schon  seit  35  Jahren  in  hiesiger  Gegend  wohnt
und  dieselbe  gründlich  kennt.  Sein  Bruder  hat  mich
auf  meiner  Fahrt  durch  die  Wüste  begleitet.  Ein
anderes  Glied  seiner  Familie  wird  mein  Führer  durch
einen  Thell  des  Ovambolandes  sein.

Apostolische  Präfektur  Südsansibar.  Ende
Oltober  traten  die  PP.  Alphons  und  Ambrosius
aus  der  St.  Benediktus-Missionsgesellschaft  von  Dares-Saläm
  aus  mit  50  Trägern  die  Reise  ins  Innere
nach  Uhehe  an.  Sie  hoffen,  gegen  Welhnachten  am
Ziele  zu  sein.

 

Togomission.  Aus  dem  Schpwesterhause  in
Steyl  sind  im  Laufe  des  Monats  Dezember  die
ersten  vier  Missionsschwestern  nach  Togo  abgerelst.
Ferner  reiste  ein  Priester  der  Gesellschaft  vom  göttlichen
  Worte,  P.  Nikolaus  Schönig,  nach  Togo  ab.

Nach  Mittheilung  der  Zeitschrift  „Unter  dem.
rothen  Krenz“  kehrt  die  Pflegeschwester  Leonore-
        <pb n="176" />
        aus  Kamerun  nach  1½  jähriger  Wirksamkeit  dort
nach  Deutschland  zurück.  Es  sind  jetzt  die  Schwestern
Elise  und  Johanna  dort.

 

An  Stelle  des  im  Nyassasee  verunglückten  Bischofs

Maples  ist  Dr.  Hine  zum  Bischof  der  englischen
Untversitätenmission  ernannt  worden.  Er  hat  bisher
in  Unangu  in  dem  östlich  vom  See  gelegenen  Lande
der  Jao  gearbeltet.  Dort  herrscht,  wie  „Der
Missionsfreund“  mittheilt,  noch  ungebrochenes,  wildes
Heidenthum,  und  der  Aberglaube  treibt  die  Leute  dort
noch  heute  dazu,  die  entsetzlichsten  Grausamkeiten  zu
begehen.  Vor  einem  Jahre  berichtete  Dr.  Hine
folgendes  Erlebniß;:  „Meine  Leute  kamen  und  berichteten,
  daß  eine  Hexe  lebendig  verbrannt  werde
an  einem  eine  gute  halbe  Stunde  von  der  Station
gelegenen  Orte.  Ich  wollte  das  erst  nicht  recht
glauben,  machte  mich  aber  dann  auf,  um  selbst  zu
sehen.  Als  ich  näher  kam,  ließ  mich  der  Geruch
brennenden  Fleisches  fürchten,  daß  die  Geschichte  wahr
sein  könnte,  ein  wenig  weiterhin  sah  ich,  daß  dem
also  war.  Der  Körper,  wie  man  mir  sagte,  der
einer  Frau,  lag  auf  einem  Haufen  Asche,  mit  dem
Gesicht  nach  unten,  die  verkohlten  Reste  des  Schädels
und  der  Hände  sah  man  an  einem  Ende,  letztere
waren  an  einen  Baum  befestigt.  Alles  Fleisch  am
Gesicht  und  an  den  Armen  war  verbrannt,  aber  der
Körper  brannte  noch,  spritzend  und  röstend  in  den
Flammen,  —  ein  entsetzlicher  Anblick,  den  ich  niemals
  zu  sehen  erwartet  hatte.“

Die  Gegend,  in  welcher  das  geschah,  liegt  nicht
weit  von  der  südlichen  Grenze  des  deutsch-ostafrikanischen
  Gebietes  entfernt.  In  entlegenen  Theilen
dieses  unseres  Gebietes  kommen  auch  noch  dergleichen
schreckliche  Dinge  vor.

 

Ein  neues  Missionshaus.  Die  Missionare
vom  göttlichen  Worte  in  Steyl  sind  neuerdings  dem
Plane,  in  Deutschland  ein  neues  Missionshaus  zu
errichten,  um  einen  bedeutenden  Schritt  näher  getreten.
In  der  Nähe  von  Letmathe  im  westfälischen  Kreise
Iserlohn  haben  sie  ein  geeignetes  Grundstück  unter
Vorbehalt  erworben.  Da  die  kirchlichen  Behörden
der  neuen  Gründung  günstig  gesinnt  sind,  steht  nur
noch  die  staatliche  Genehmigung  aus,  um  alsbald  das
Werk  in  Angriff  nehmen  zu  können.  Im  östlichen
Deutschland  besitzt  die  Gesellschaft  vom  göttlichen  Wort
bereits  ein  Haus,  und  zwar  in  Neuland  bei  Neiße
in  Oberschlesien.

DAus  kremden  Holonien.
Lierra  Leone.

Der  Gouverneur  von  Sierra  Leone  hat  im  Frühling
  v.  Is.  eine  dritte  Reise  durch  das  Innere  der
Kolonie  ausgeführt  und  darüber  in  einer  unter  dem
21.  April  1896  an  das  Legislative  Council  der

74

 

Kolonie  gerichteten.  Adresse  folgende  Mittheilungen
gemacht:  «
Die  durchreiste  Strecke  hat  eine  Länge  von
675  Meilen  besessen,  während  auf  jeder  der  beiden
ersten  1894  und  1895  etwa  600  zurückgelegt  wurden.
Der  Gouverneur  war  stets  von  einem  astronomisch
gebildeten  Offizier  begleitet,  welcher  genaue  Aufnahmen
  gemacht  hat.  Die  Läufe  der  größeren  Flüsse
sind  jetzt  genau  erforscht  und  die  Lage  der  wichtigeren
Plätze  ist  festgestellt.  Die  Fläche  aller  Wälder  ist
gemessen,  und  das  ganze  Gebiet  der  Kolonie  wlrd
jetzt  von  der  Polizei  regelmäßig  in  allen  seinen
Theilen  besucht  und  überwacht.  Der  Handel  der
Kolonie  ist  im  Zunehmen.  1881  bis  1885  betrug
der  jährliche  durchschnittliche  Werth  der  Ausfuhr
386  400  Pfd.  Sterl.,  1886  bis  1890  333  300  Pfd.
Sterl.,  1891  bis  1895  aber  435  100  Pfd.  Sterl.
Es  sind  noch  große  bisher  nicht  ausgebeutete  Mengen
von  Kautschuk  und  Nutzholz  in  den  Wäldern  vorhanden.
  Kautschuklianen  sind  auch  in  den  Buschwäldern
  häufig.  Die  größten  Wälder  liegen  an  der
liberlanischen  Küste.  Das  größte  Hinderniß  der
Handelsentwickelung  ist  der  Mangel  guter  Wasserwege.
  Der  Gouverneur  will  daher  Straßen  bauen
und  Ochsen  und  Maulthiere  zum  Ziehen  verwenden.

 

Jtalienische  Rolonialpolitik.

Von  Hauptmann  a.  D.  v.  Bruchhausen,  der
sich  schon  durch  seine  Arbelt  „Die  Italiener  in
Afrika“  (Beiheft  Nr.7  des  Militär-Wochenblattes  vom
Jahre  1895)  als  vortrefflicher  Kenner  der  Verhältnisse
  in  den  italienischen  Kolonien  bewährt  hat,  ist
im  neuesten  Beiheft  desselben  Blattes  eine  Abhandlung
über  den  erythräisch  -abessinischen  Krieg
1895/96  erschienen.  Dem  Aufsat  sind  eine  Uebersichtskarte
  und  ein  Plan  der  Schlacht  bei  Adua
beigegeben.

Perschiedene  Wilkheilungen.
Die  Subereitung  der  Vanille.

Von  den  mannigfachen  Arten  der  Zubereitung
der  Vanille,  die  sich  alle  auf  das  sogenannte  natürliche
  oder  künstliche  Verfahren  zurückführen  lassen,  ist
das  künstliche  Verfahren  bei  Weitem  vorzuziehen,  da
es  quantitativ  und  qualitativ  bessere  Waare  herstellt.
Des  natürlichen  Verfahrens  bedient  man  sich  nur
noch  in  Mexiko  sowie  in  Central=  und  Südamerika,
da  man  in  diesen  Ländern  zur  Zeit  der  Ernte  auf
eine  gleichmäßige  Temperatur  von  27  bis  30  Grad
Celsius  rechnen  kann.

Die  reifen  Schoten  werden,  sobald  sie  beginnen,
sich  ein  wenig  zu  öffnen,  in  luftigen  und  schattigen
Räumen  aufgehängt,  nachdem  sie  vorher  mit  einem
Faden  umgeben  worden  sind,  damit  das  weitere
        <pb n="177" />
        —  75  —

Oeffnen  der  Schoten  vermieden  werde.  Drei  Wochen
genügen,  um  die  Vanille  auf  diese  Weise  zu  präpariren.
  Die  erhaltenen  Schoten  sind  schwarz  und
settig  und  haben  einen  reichen  Gehalt  an  balsamischem
Oel;  ihr  Geruch  ist  stärker  als  derjenige  der  auf
Bourbon  künstlich  präparirten  Vanille

Eine  ebenso  einfache  Art  der  Vanillezubereitung  ist
das  Trocknen  in  der  Sonne.  Dieser  Prozeß  bedarf
etwa  zwei  Monate.  Die  Schoten  werden  auf  wollenen
Decken,  die  auf  eingerahmten  Flechtwerken  liegen,
ausgebreitet  und  mehrere  Tage  der  Sonne  ausgesetzt;
die  Anzahl  der  Tage  ist  von  der  Intensität  der
Sonnenstrahlen  abhängig.  Länger  als  fünf  bis  sieben
Tage  dauert  die  Trockenzeit  aber  aucht.  Hierauf
werden  die  Schoten  in  Kisten,  die  innen  mit  Wolle
ausgelegt  sind,  verpackt.  In  dieser  Verpackung
schwitzen  die  Schoten  und  erhalten  allmählich  eine
schöne  dunkele  Farbe.  Schließlich  werden  die  Schoten
dann  nochmals  für  kurze  Zeit  der  Sonne  ausgesetzt
und  die  Präparation  ist  beendet.

Trot  der  Einfachheit  dieser  natürlichen  Methoden,
verdient  doch  die  künstliche,  wie  welterhin  gezeigt
werden  wird,  den  Vorzug,  insbesondere  schon  weil  zur
Jeit  der  Ernte  Wetter  und  Temperatur  in  Ostafrika
ziemlichen  Schwankungen  unterliegen.

Die  künstliche  Präparation  der  Vanille  ist  heute
überall  da  eingeführt,  wo  die  Vanille  in  regelrechter
Kultur  ist.  Auch  hier  giebt  es  wieder  mehrere  Methoden;
  man  könnte  fast  sogen,  daß  jeder  Präparateur
sein  eigenes  System  hat.  Es  genügt  jedoch,  folgende
Methoden  zu  unterscheiden:  »

1.  Das  Präpariren  mittels  Trockenofens.
2.  -  mit  kochendem  Wasser.

Die  Methode  des  Präparirens  der  Vanille  mit
Benutzung  des  Trockenofens  wurde  zuerst  in  Mexiko
angewendet  und  ist  jetzt  mit  gutem  Erfolge  auch  in

ourbon  und  Manritius  eingeführt.

Die  frisch  geernteten  Schoten  werden  zunächst  der
Größe  nach  sortirt.  Hierauf  werden  sie  in  Packete
von  1  bis  2  kg  gepackt  und  mit  Flanell  oder  wollenen
Decken  umwickelt.  Danach  werden  die  Packete  in
Bananenblätzer  eingerollt  und  endlich  in  nasse  Säcke
eingenäht.

Nachdem  der  Trockenofen  geheizt  worden  ist,  entfernt
  man  alle  Kohlen=  und  Aschreste  und  läßt  ihn
bis  auf  70  bis  80  Grad  Celsius  abkühlen.  Für
Vanille,  die  auf  trockenem  Boden  gezogen  ist,  empfiehlt
sich  eine  Temperatur  von  unter  75  Grad;  für  Schoten,
die  aus  feuchteren  Lagen  stammen,  eine  solche  von
über  75  Grad  Celsius.  —-Die

  in  nassen  Säcken  eingenähten  Packete  von
Vanilleschoten  werden  nun  auf  umrahmten  Flechtwerken
in  den  Trockenofen  gestellt  und  verbleiben  darin  24
bis  36  Stunden.  Die  kleineren  Schoten  läßt  man
24  Stunden,  die  größeren  dagegen  36  Stunden  der
Temperatur  des  Trockenofens  ausgesetzt.  Durch  dieses
Trocknen  erhalten  die  vorher  grünen  Vanilleschoten
eine  schöne  gleichmäßige  schwarzbraune  Farbe.  Mit
Flanell  werden  sie  nun  sorgfältig  abgetrocknet  und

 

zwischen  zwei  Flanellen  täglich  während  der  helßesten
Tagesstunden,  also  etwa  von  9  Uhr  vormittags  bis
3  Uhr  nachmittags,  auf  umrahmten  Flechtwerken  der
Sonne  ausgesetzt.  Hierdurch  wird  die  Vanille  zum
Schwitzen  gebracht  und  erhält  gleichzeitig  eine  große
Elastizität.  Es  ist  dies  der  wichtigste  Moment  der
Präparation.  Eine  gut  präparirte  Vanilleschote  muß
so  elastisch  sein,  daß  sie,  um  den  Finger  gerollt,  von
selbst  in  ihre  natürliche  Lage  zurückkehrt.

Nun  wird  die  Vanille  in  den  Trockenraum  gebracht.
  Es  muß  dies  ein  gut  geschlossener,  mit
Fenstern  versehener  Raum  sein,  welche  während  der
heißen  Stunden  des  Tages  geöffnet  werden.  Rings
an  den  Wänden  sind  Gestelle  mit  Fächern  aus  Drahtoder
  Flechtwerk  zum  Ausbreiten  der  Schoten  in  genügenden
  Abständen  angebracht,  so  daß  die  Luft  gut
cirkulwen  kann.

Auf  dieses  Draht=  oder  Flechtwerk  wird  nun  die
Vanllle  ausgebreitet  und  bleibt  eiwa  30  bis  40  Tage
im  Trockenraum.  Die  Schoten  dürfen  nicht  zu  sehr
austrocknen,  aber  auch  nicht  feucht  bleiben,  denn  im
ersten  Falle  würden  sie  spröde  werden  und  leicht
brechen;  im  letten  dagegen  leicht  weiß,  von  einem
Fungus  befallen  werden.  Bei  beendeter  Präparation
muß  die  Vanille  eine  glänzend  schwarze  Farbe  und
eine  glatte  Oberfläche  haben.  Nun  werden  die  Schoten
in  Seidenpapier  gewickelt  und  in  Blechkisten  verpackt.

Die  Zubereitung  der  Vanille  mit  kochendem  Wasser
war  früher  in  Mexiko  bekannt,  ist  jedoch  erst  in
Java,  Mauritius  und  Bourbon  zu  größerer  Vollkommenheit
  entwickelt  worden.  Sie  erfordert  noch
mehr  Sorgfalt  und  auch  größere  Geschicklichkeit  als
das  trockene  Verfahren;  indeß  entschädigt  das  Produkt
auch  für  die  aufgewendete  Mühe.

Die  Schoten  werden  in  Körben  in  Wasser,  das
auf  eine  Temperatur  von  85  bis  90  Grad  Celsius
erhitzt  ist,  eingetaucht  und  15  bis  20  Sekunden  unter
Wasser  gehalten.  Einige  Präparateure  ziehen  ein
wiederholtes  Eintauchen  von  jedesmal  drei  bis  vier
Sekunden  vor.

Das  Wasser  läßt  man  dann  von  den  Schoten
wieder  abtropfen  und  bringt  sie  hierauf  in  einen  auf
35  bis  40  Grad  Celsius  geheizten  Raum.  Es  genügt
in  der  Regel,  die  Vanille  eine  Viertelstunde  dieser
Temperatur  auszusetzen.  Im  Uebrigen  ist  dieses
Verfahren  genau  so  wie  das  vorige;  im  Allgemeinen
geht  die  Präparation  mit  kochendem  Wasser  schneller
als  das  trockene  Verfahren,  zehn  Tage  Aussetzung
an  der  Sonne  genügt.  ·  «

Einige  Präparateure  haben  natürlich  versucht,  all
diese  verschiedenen  Methoden  dahin  zu  vereinfachen,
daß  sie  nur  die  natürliche  Präparation  in  der  Sonne
zur  Anwendung  brachten.  Es  gelang  ihnen  denn
auch,  innerhalb  acht  bis  zehn  Tagen  präparirte  Vanille
fertig  zum  Versand  zu  erhalten.  Man  hat  indeß
zur  Zeit  der  Vanillenernte  selten  zehn  ganz  gleich
geeignete  Tage;  es  würde  also  doch  dem  Zufall  überlassen
  bleiben,  und  die  Vanille  kann  ebenso  leicht
mißrathen.
        <pb n="178" />
        Man  hat  auch  versucht,  Vanille  zu  präpariren,

indem  man  die  Schoten  dem  Dampfe  des  kochenden

Wassers  aussetzte.  Dieser  Prozeß  ist  durchaus  unzweckmäßig,
  denn  er  erfordert  wenigstens  ein  18  bis
24  stündiges  Exponiren,  welches  sehr  kostspielig  wird
und  das  Produkt  auch  minderwerthig  läßt.
Deas  Präpariren  der  Vanille  ist  also  durchaus
nicht  mit  unüberwindlichen  Schwierigkeiten  verbunden,
es  erfordert  nur  peinlichste  Aufmerksamkeit  in  allen
Stadien  des  Zubereitungsprozesses.  Ein  kleines  Versehen
  genügt,  um  die  Arbeit  mehrerer  Monate  unersetzlich
  zu  vernichten.  Ist  das  Risiko  groß  auf  der
einen  Seite,  so  ist  andererseits  auch  der  Reinertrag
ein  entsprechend  großer,  wenn  man  gut  pröparirte
Vanille  erzielt  hat.

Auf  Mauritius,  Bourbon  und  der  Ostküste  von
Madagaskar,  das  heißt  in  der  Zone  der  Cyklone,
geht  die  Kultur  der  Vanille  immer  mehr  zurück,  da
die  Vanillelianen  den  Stürmen  zu  sehr  ausgesetzt
sind  und  die  Pflanzer  das  Risiko  einer  ungewissen
Ernte  mehr  und  mehr  fürchten.

Deutsch-Ostafrika  sollte  deshalb  die  Kultur  der
Vanille  ohne  Verzug  in  großem  Maßstabe  in  Angriff
nehmen,  damit  auch  hierdurch  zur  raschen  Hebung
der  Produktionsfähigkeit  der  Kolonie  beigetragen  wird.

Westafrikanische  Pflanzungsgesellschaft  „Lictoria“

zu  Berlin.

Zeitungsnachrichten  zufolge  fand  am  21.  Januar
die  Konstitutrung  der  Westafrikanischen  Pflanzungsgesellschaft
  „Victoria“  zu  Berlin  und  „Victorla“
(Kamerun)  mit  einem  Aktienkapital  von  2500  000  Mk.
statt.  Der  Verwaltung  gehören  an  als  Vorsitzender
Alfred  Prinz  zu  Löwenstein-Wertheim-Freudenberg,
  als  stellvertretender  Vorsitzender  Herr
Bergwerksbesitzer  Sholto  Douglas  zu  Berlin,  des
Weiteren  die  Herren  Dr.  Ahn-Köln,  Kommerzienrath
  O.  Andres-Köln,  Fabrikbesitzer  Max  Heller-Pforzheim,
  Rentner  V.  Hösch-Berlin,  Geheimer
Regierungsrath  v.  Kaufmann-Berlin,  Bankier  Karl
Levy-Berlin,  Kommerzienrath  L.  Peill-Düren,
Excellenz  v.  Soden-Nürnberg,  Finanzrath  Seitz-Frankfurt
  a.  M.  Den  Vorstand  bilden  die  Herren
Dr.  jur.  Esser-Berlin  und  Georg  Schweitzer  zu
Berlin.  Zu  Direktoren  der  Pflanzungen  sind  die
Herren  Konsul  Spengler  und  Dr.  Zintgraff  in
Aussicht  genommen.  Die  Gesellschaft  hat  den  Zweck,
die  Besitzungen  der  Herren  Sholto  Douglas,  Dr.
Esser,  v.  Soden,  Dr.  Zintgraff  in  Kamerun  bezw.
Victoria  zu  übernehmen,  um  daselbst  Kakao=  und
Kaffeepflanzungen  anzulegen.

6  Aus  Briefen  aus  Afrika.
Aus  Windhoek  schreibt  in  „Unter  dem  rothen
Krenz“  Schwester  Helene:  Der  „Orlog“  ist  nun
bald  vergessen,  nur  die  schönen  Liebesgaben,  die  in

76

 

unsere  Hände  gelangt  sind,  erinnern  uns  noch  daran.
Leider  gedeihen  deutsche  Blumen  hier  so  sehr  selten,
der  Salpetergehalt  des  Bodens  ruinirt  sie  alle.  Im
Hospital  haben  wir  meistens  ungefähr  22  Kranke.
Nach  dem  „Orlog“  sind  Schwester  Anna  nun  wieder
  tüchtige  Kräfte  zugetheilt  worden,  gute  Ordonnanzen,
  die  in  der  8  rechtschaffen  helfen.  Mir
liegt  Aufrechterhaltung  der  Ordnung  der  Unteroffizierstube
  sowie  die  der  Wäsche  ob,  ebenso  das  Ausbessern
der  letzteren,  wozu  ich  eine  schöne  Nähmaschine  von
der  Regierung  geliefert  bekommen  habe.  So  viel  und
schnell  wie  in  Deutschland  läßt  sich  mit  Nähen  aber
doch  nicht  schaffen,  der  grelle  Himmel  und  der  andauernde
  Sturmwind  machen  schlaff.  Die  meisten
der  Verwundeten,  die  bei  uns  verpflegt  wurden,  sind
mit  dem  deutschen  Dampfer  in  die  Heimath  zurückgekehrt;
  aber  statt  des  Krieges  steht  nun  ein  anderes
Schreckgespenst  vor  der  Thür,  —  die  Rinderpest!
Es  herrscht  große  Besorgniß  davor.  Nun,  hoffen
wir,  daß  wir  hier  davon  verschont  bleiben!  Was
sonst  unsere  Thlerwelt  anbelangt,  so  machten  wir  die
Erfahrung,  daß  es  hier  sehr  schwer  hält,  Kücken  aufzuziehen.
  Wir  hatten  mehrere  Glucken  gesetzt.  Eine
zerpickte  ihre  Eier  gänzlich,  eine  andere  lief  von  den
Eiern  fort  und  ließ  sie  kalt  werden,  wieder  elner
anderen  wurden  ihre  beiden  Kücken  todtgetreten,  und
nur  eine  einzige  führt  stolz  ihre  sechs  Kleinen  spazieren.
Unsere  Enten  hat  der  Herr  Doktor  in  Pension  genommen.
  Von  den  24  Elern,  die  ausgebrütet  werden
sollten,  hat  nur  ein  einziges  ein  Entlein  gezeitigt,  das
aber  so  elend  war,  daß  auch  ihm  keine  lange  Lebensdauer
  wurde.  Nur  von  den  Tauben  können  wir
melden,  daß  sie  sich  vermehrt  haben.

In  einem  Monat  ist  Weihnachtszeit,  aber  man
kann  sich  noch  gar  nicht  vorstellen,  daß  man  bei  dieser
Hitze  einen  Christbaum  schmücken  soll.  Vor  vierzehn
Tagen  war  uns  ganz  zu  Muthe,  als  ginge  es  nach
Pfingsten  zu,  denn  da  schmückten  Frau  Pastor  und
ich  den  neuen  Kirchensaal  im  neuen  Pfarrhause  zu
der  am  Sonntag  stattfindenden  Einweihung,  und  war
es  wirklich  sehr  festlich  geworden.  Den  Altar  überdeckte
  eine  neue  Flagge,  die  in  der  Mitte  den  preu-Khischen
  Adler,  von  Blumen  umgeben,  zeigte.  Um
die  Thüren  wanden  sich  Guirlanden,  und  im  kirchlichen
  Raume  waren  nun  zum  ersten  Male  Bänke
aufgestellt,  während  wir  bis  dahin  immer  nur  bei
der  Andacht  im  Freien  auf  Kisten  gesessen  hatten.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Die  Aluminiumdampfpinasse  für  den  iltoriafsee.

In  der  Schlußsitzung  der  Ausführungskommission
des  Antisklavereikomitees  am  24.  Oktober  1894
machte  Seine  Durchlaucht  der  Fürst  zu  Wied  den
Vorschlag,  die  bei  der  Schlußabrechnung  des  Komitees

sich  ergebenden  Restgelder  in  erster  Linie  zur  Beschaffung

  einer  Aluminlumdampfspinasse  für  den  Viktoriasee
  zu  verwenden.  Dieser  Vorschlag  fand  allseitige
  Zustimmung  und  die  Kommission  stellte  dem
        <pb n="179" />
        —  77

Fürsten  diese  Gelder  dementsprechend  zur  Verfügung.
Wie  bereits  früher  berichtet  worden  ist,  stützte  sich
der  Vorschlag  des  Fürsten  auf  die  günstigen  Erfahrungen,
  welche  einerseits  die  Züricher  Maschinenfabriken
  von  Escher,  Wyß  &amp;amp;  Co.  bei  dem  Bau
mehrerer  Aluminkumfahrzeuge,  andererseits  der  Fürst
selbst  mit  seinem  von  derselben  Firma  erbauten  Aluminiumruderboot
  während  einer  längeren  Gebrauchszeit
  gemacht  hatte  und  die  unter  anderen  die  holländische
  Regierung  bewogen  hatten,  eine  11,20  m  lange
zerlegbare  Doppelschraubennaphthapinasse  für  Sumatra
nach  den  Entwürfen  des  Fürsten  bei  der  genannten
Firma  bauen  zu  lassen.  Der  sofortigen  Ausführung
des  Planes  stand  indessen  zunächst  entgegen,  daß  das
Ergebniß  der  umfangreichen  Schlußabrechnung  des
Komitees  erst  abgewartet  werden  mußte  und  daß,
als  dasselbe  sich  als  unzureichend  erwies,  die  erforderlichen
  Mittel  zur  Sicherstellung  des  geplanten  neuen
Unternehmens  anderweitig  beschafft  werden  mußten.
Letzteres  war  bls  zum  Herbst  1895  gelungen.  Inzwischen
  war  in  der  Fabrik  von  Escher,  Wyß  &amp;amp;  Co.
ein  weiteres  Aluminiumboot,  und  zwar  eine  Yawl-=Kutter-Segelyacht
  mit  Naphthamaschine  nebst  zwei
Aluminiumbelbooten  für  den  Fürsten  zu  Wied  —
die  „Aluminia“  —  fertiggestellt  und  hierbei  dos
Aluminium  in  so  weitgehendem  Maße  zur  Anwendung
gebracht  worden  wie  bisher  bei  keinem  anderen  Boote
vorher.  Nicht  allein  die  Steven,  der  Kiel,  der  Propeller
  und  die  Stevenbüchse,  sondern  auch  der  Naphthatank
  und  alle  Rohrleitungen  waren  aus  reinem  Aluminium
  hergestellt.  Dies  war  geschehen,  weil  sich
ergeben  hatte,  daß  bei  der  Verwendung  anderer
Metalle,  namentlich  von  Messing  und  Kupfer  neben
Aluminium  —  z.  B.  wenn  Aluminlumplatten  auf
einen  Stahlkiel  aufgenietet  oder  durch  Kupferniete
miteinander  verbunden  waren  —,  das  Aluminium
namentlich  im  Seewasser  schnell  und  stark  angegriffen
wurde,  während  dies  nicht  beobachtet  worden  war,
wenn  solche  Berührung  mit  anderen  Metallen  nicht
stattfand  und  wenn  das  Aluminium  außerdem  aus
reinem  Metall  und  nicht  aus  einer  Legirung  mit
anderen  Metallen  bestand.  "  «

Dadurch,  daß  noch  während  des  Baues  der
„Aluminia“  allerlei  eingehende  Untersuchungen  angestellt
  und  Versuche  gemacht  wurden,  als  auch  wegen
der  Schwierigkeit  der  Schmiedearbeiten,  namentlich
bei  der  Herstellung  des  Naphthatanks  hatte  die  Fertigstellung
  der  „Aluminia“  verhällnißmäßig  lange  Zeit
in  Anspruch  genommen.  Alle  Erwartungen  erschienen
aber  übertroffen,  als  die  „Aluminia“  im  Herbst  1895
ihre  wiederholten  Probefahrten  auf  dem  Züricher
See  nach  jeder  Richtung  hin  mit  ausgezeichnetem
Erfolge  beendet  hatte.

Nachdem  das  Fahrzeug  indessen  vom  Fürsten
übernommen,  nach  Santa  Margherita,  dem  Winteraufenthalte
  des  Fürsten  am  Mittelländischen  Meere,
sädöstlich  von  Genua,  gebracht  war  und  einige  Zeit
auf  dem  Meer  gefahren  hatte,  traten  plötzlich  auf
zunächst  unerklärliche  Weise  Undichtigkeiten  am  Naphtha- 



tank  auf,  welche  den  Gebrauch  des  Fahrzeuges  in
Frage  zu  stellen  geeignet  erschienen.  Diese  Erscheinungen
  wurden  für  so  bedenklich  gehalten,  daß  der
Beginn  des  Baues  der  Dampfpinasse  für  den  Viktoriasee
  zunächst  noch  hinausgeschoben  wurde.  Es  konnte
nun  zwar  bald  ermittelt  werden,  daß  diese  Undichtigkeiten
  nicht  durch  Zerstörung  des  Aluminiums  infolge
der  Einwirkung  der  Luft  oder  des  Seewassers  entstanden
  waren,  sondern  daß  sie  von  der  Zerstörung
der  äußeren  Löthung  des  Tanks  durch  das  Seewasser
herrührte.

Um  eine  größere  Dichtigkeit  des  Naphthatanks  zu
erzielen,  war  nämlich  außer  einer  dreifachen  Nietung
eine  Löthung  außen  aufgesetzt  worden.  Da  das  Loth
aus  mehreren  Metallen  bestand,  entstand  im  Seewasser
  ein  galvanischer  Strom,  der  die  Löthung  zerstörte,
  während  das  Aluminium  vollständig  intakt
blieb.  Da  in  Afrika  aber  kaum  weder  die  Mittel
noch  die  Erfahrungen  in  ähnlicher  Weise  zur  Verfügung
  stehen  dürften,  um  solche  Fehler  aufzuklären
und  zu  beseitigen,  so  hielt  es  der  Fürst  für  geboten,
erst  noch  weitere  Versuche  mit  seiner  „Aluminia“
anzustellen  und  zu  warten,  bis  einerseits  genügende
Unterlagen  für  die  Annahme  vorhanden  sein  würden,
daß  das  Aluminium  auch  in  dem  Tropenklima  wetterbeständig
  bleiben  würde,  und  bis  andererseits  die
Verarbeitung  und  Bearbeitung  des  Aluminiums  so
weit  vervollkommnet  sein  würde,  daß  mit  vollem  Vertrauen
  an  den  Bau  einer  Aluminiumpinasse  für  den
Viktoriasee  herangegangen  werden  könnte.  Die  Bedenken,
  welche  in  dieser  Beziehung  bisher  noch  bestanden
  haben,  dürften  nunmehr  als  gehoben  betrachtet
werden  können.  Selbst  die  schwierigsten  Schmiedearbeiten
  in  Aluminium  werden  jetzt  in  tadelloser
Weise  ausgeführt  und  das  Reinmetall  der  „Aluminia“
hat  sich  aufs  beste  bewährt.  Nachdem  sie  seit  Herbst
1895  bis  jetzt  auf  dem  Mittelländischen  Meere
gelegen  hat  und  den  ganzen  Sommer  1896  der
italienischen  Sonne,  dem  Wind  und  dem  Wetter  ungeschützt
  ausgesetzt  gewesen  ist,  hat  die  kürzlich  vorgenommene
  sorgfältigste  Untersuchung  auch  nicht  den
geringsten  Schaden  an  ihr  aufzufinden  vermocht.
Das  Aluminium  ist  glatt  und  unversehrt  geblieben
und  zeigt  keine  Spur  einer  nachtheiligen  Einwirkung
der  Seeluft  oder  des  Salzwassers,  welches  dort
5  pCt.  Salzgehalt  hat.

Damit  ist  zugleich  der  Beweis  für  die  außerordentliche
  Wetterbeständigkeit  des  Aluminiums,  wenn
es  rein  und  unlegirt  ist,  erbracht,  während  bisher
alle  Legirungen  des  Aluminiums  in  dieser  Beziehung
noch  viel  zu  wünschen  übrig  lassen.  Eine  Ausnahme
hiervon  macht  vielleicht  nur  die  erst  in  neuester  Zeit
von  der  Firma  Berg  in  Eveking  in  Westfalen  dargesteltte
  Legirung  des  Aluminiums  mit  Wolfram,
des  „Wolframin“,  welches  dem  Reinaluminium  in
der  Wetterbeständigkeit  gleichkommen  und  in  der
Festigkeit  erheblich  übertreffen  soll,  doch  erscheint  die
Dauer  der  damit  angestellten  Versuche  noch  zu  kurz,
        <pb n="180" />
        um  schon  jetzt  das  Ergebniß  als  ein  endgültiges  betrachten
  zu  können.

Nachdem  somit  die  Vorfragen  eine  befriedigende
Lösung  gefunden  haben,  hat  der  Fürst  zu  Wied
sich  nun  entschlossen,  mit  dem  Bau  der  Aluminiumdampfpinasse
  für  den  Viktoriasee  vorzugehen,  und  zu
dlesem  Zweck  außer  der  Züricher  Firma  Escher,
Wyß  &amp;amp;  Co.  eine  größere  Zahl  bewährter  deutscher
Schiffswerfte  einladen  lassen,  sich  mit  Entwürfen  an
der  Ausschrelbung  der  Pinasse  zu  betheiligen.  Leider
haben  die  meisten  deutschen  Werften  von  vornherein
auf  eine  Bethelligung  verzichtet,  einzelne  sind  nachträglich
  zurückgetreten  mit  der  Erklärung,  mit  ihren
Einrichtungen  den  Bau  nicht  übernehmen  zu  können,
und  die  an  und  für  sich  außerordentlich  sorgfältigen
Entwürfe  der  verbleibenden  wenigen  deutschen  Werften
blieben,  weil  sie  sich  bisher  mit  dem  Bau  von  Aluminiumbooten
  noch  nicht  befaßt  und  deshalb  auf
diesem  Gebiete  Erfahrungen  zu  sammeln  noch  nicht
Gelegenheit  gehabt  hatten,  so  weit  hinter  dem  Entwurf
  der  Maschinenfabriken  Escher,  Wyß  &amp;amp;  Co.  in
Zürich  zurück,  daß  diesen  Letzteren,  wie  geschehen,  der
Zuschlag  ertheilt  werden  mußte.

Nach  diesem  Entwurf  wird  das  Boot  elne  Länge
von  13  m  über  Deck,  12,5  m  in  der  Wasserlinie,
in  der  Mitte  eine  Breite  von  2,7  m  und  eine  Höhe
von  Oberkante  Kiel  bis  Oberkante  Schandeck  von
1,45  m  haben.  Der  Schiffskörper,  einschließlich
Spanten,  Klel,  Vorder=  und  Achtersteven,  Wellenböcken
  2c.  aus  reinem  Aluminium  hergestellt,  ebenso
wie  das  Vorder=  und  Achterdeck,  die  Bodenwrangen
und  Bodenwrangenbleche,  wird  durch  doppelte  wasserdichte
  Quer=  und  Längsschotten  aus  Aluminiumblech
derart  getheilt,  daß  er  durch  Lösen  von  Schraubenbolzen
  in  neun  Theile  zerlegt  werden  kann,  welche
für  sich  schwimmen,  eine  Breite  und  Höhe  von  nicht
über  1,50  m,  eine  Länge  von  nicht  über  3,30  m  und
ein  Gewicht  von  80  kg  bis  160  kg  haben.  Die
nöthige  Steifigkeit  und  Verstärkung  in  der  Längsverbindung
  erhält  der  Schiffskörper  einerseits  durch
einen  sogenaunten  falschen  Kiel,  ondererseits  in  dem
entsprechend  stark  gewählten  Bergholz  aus  Eiche  und
dem  Waschbord  aus  Teakholz.

Das  Schiff  erhält  zwel  vertikale,  voneinander
unabhängige  Verbundmaschinen  mit  Kondensation,
zwei  Wellen,  zwei  Propeller  sammt  Lagern  und
Wellenröhren  aus  Aluminium,  eine  leicht  reversirbare
und  auf  Expansion  regulirbare  Steuerung,  zwei
Maschinenspeisepumpen  und  eine  Handspeisepumpe
und  zwei  ebenfalls  voneinander  unabhängige  demontirbare,
  für  Holzfenerung  eingerichtete  Röhrenkessel.
Dieselben  sind  so  angeordnet,  daß  jeder  Kessel  mit
jeder  Dampfmaschine  durch  selbständige  Rohrleitung
berbunden  und  daß  auch  mit  einem  Kessel  und  einer
Maschine  gefahren  werden  kann.  ,
Außerdem  wird  das  Schiff  mit  zwei  Mastspuren
und  Mastduchten,  damit  eine  Luggertakelage  angebracht
werden  kann  und  mit  einem  vollständigen  Sonnenzelt
versehen.  Der  Schiffsraum  ist  so  reichlich  bemessen,

78

 

daß  die  Pinasse  für  das  Durchfahren  von  350  km
mit  etwa  8  km  Geschwindigkeit  pro  Stunde  genügend
Brennmaterial  mit  sich  führen  kann.

Nachdem  das  Fahrzeug  durch  Probefahren  auf
dem  Züricher  See  nachgewiesen  haben  wird,  daß  es
im  Stande  ist,  während  fünf  Stunden  stündlich  11
bis  12  km  zu  laufen,  und  im  Uebrigen  allen  Bauvorschriften
  entspricht,  wird  es  demontirt  und  in
Lasten  zerlegt,  deren  größere  Zahl  30  kg  und  deren
geringere  Zahl  50  kg  Gewicht  nicht  übersteigen  darf,
mit  Ausnahme  der  Bootskörperseltionen  und  einzelner
weniger  Maschinentheile,  deren  schwerster  nicht  mehr
als  200  kg  wiegen  darf.

Die  ganze  Pinasse  mit  Maschinen,  Kesseln  und
voller  Ausrüstung  wird  ein  Gesammtgewicht  von
4500  bis  5000  kg  haben.

Die  Bootskörpersektionen  werden  in  starken  Kisten
für  den  Seetransport  besonders  sorgfältig  verpackt.
In  Ostafrika  werden  sie  jedoch  aus  den  Kisten  entnommen,
  um  ohne  Umhüllung  an  durch  Oesen  gesteckten
  Stangen  getragen  zu  werden.  Die  schwerste
Sektion  wird  nach  Ansicht  des  Hauptmanns  Langheld,
  welchem  die  entsprechenden  Vorschriften  zu
verdanken  sind,  auf  diese  Weise  von  acht  Trägern
überall  auf  den  Karawanenwegen  Ostafrikas  ohne
erhebliche  Schwierigkeiten  fortgeschafft  werden  können.
Alle  übrigen  Stücke  werden  in  Zürich  nach  den  vom
Hauptmann  Langheld  daselbst  gegebenen  eingehenden
  Vorschriften  sofort  so  verpackt,  wie  dies  für  den
Ueberlandtransport  in  Ostafrika  nothwendig  ist.

Um  schließlich  eine  sachgemäße  Zusammensetzung
und  Behandlung  des  Bootes  auf  dem  Viktoriasee
zu  sichern,  wird  darauf  Bedacht  genommen  werden,
daß  derjenige  Beamte  des  Gouvernements,  welchem
von  demselben  die  Führung  der  Pinasse  auf  dem
See  übertragen  werden  soll,  bereits  bei  dem  Bau
derselben  in  Zürich,  den  Probefahrten,  der  Demontirung
  und  Verpackung  zugegen  ist  und  hierbei  sich
die  erforderlichen  praktischen  Kenntnisse  und  Fertigleiten
  für  die  Bearbeitung  des  Aluminiums  aneignet.

Für  den  Bau  ist  ein  Zeitraum  von  acht  Monaten
in  Aussicht  genommen.

Coblenz,  den  21.  Dezember  1896.

Busse,  Oberbergrath.

    

Tikterakur.

Archiv  für  Schiffs=  und  Tropenhygiene  unter
besonderer  Berücksichtigung  der  Pathologle  und
Therapie.  Herausgegeben  von  Dr.  K.  Mense

I.  Band,  erstes  Heft.  Cassel  1897.
Th.  G.  Fischer  &amp;amp;  Co.  «

Der  durch  mehrjährigen  Aufenthalt  als  Arzt  im
Kongostaate,  in  Madeira  und  große  Reisen  nach
Holländisch-Indien  und  anderen  Tropenländern,  die
er  zum  Theil  als  Schiffsarzt  ausgeführt  hat,  hierzu
besonders  befähigte  Dr.  Mense  hat  in  der  vorliegenden
  Zeitschrift  ein  Unternehmen  ins  Leben  ge-
        <pb n="181" />
        rufen,  welches  voraussichtlich  nicht  nur  in  der
medizinischen  Welt  Beifall  finden  wird.  Das  erste
Hest  enthält  Arbeiten  vom  deutschen  Regierungsarzt
in  Kamerun  Dr.  Plehn;  dem  Hamburger  Hafenarzt
Dr.  Nocht;  dem  früher  in  Holländisch-Indien  thütigen
  Hofrath  Dr.  Martin  und  dem  Stadsgeneesheer
in  Samarang  Dr.  Glogner.  Alle  auf  tropenhygtenischem
  Gebiet  bekannten  Aerzte  gehören  zu  den
Mitarbetern.

In  dem  Centralblatt  für  „Bakteriologie,
Parasitenkunde  und  Infektionskrankheiten“,
Band  XX.  1896,  Nr.  18/19,  veröffentlicht  Dr.  Ernst
Schön,  Hülfsarbeiter  am  Kaiserlichen  Gesundheitsamte
  in  Berlin,  einen  beachtenswerthen  Aufsatz  über
gide  Plattem  in  Afrika  und  die  Schutzpockenimpfung

aselbst“.

Der  Verfasser  beleuchtet  zunächst  die  Empfänglichkeit

  der  schwarzen  Rasse  für  die  Blattern  und  die-Moßregeln,

  welche  die  Eingeborenen  zur  Bekämpfung
dieser  Seuche  anwenden.  Als  die  Heimstätten  der
schwersten  Seuchenherde  bezeichnet  er  das  obere
Stromgebiet  des  Nils,  Nubien,  Kordofan,  das  Hochland
  von  Abessinien,  die  Ostküste  bis  nach  Südafrika
und  den  Sudan,  als  hauptsächliche  Verbreitungsmittel
Massenanhäufungen  von  Menschen,  welche  ungünstigen
Lebensbedingungen  ausgesetzt  und  namentlich  auf
Handelskarawanen,  Pilgerzügen,  Expeditionen  durch
Nahrungsmangel,  Strapazen  und  Witterungseinflüsse
geschwächt  sind.  Auch  er  theilt  die  Ansicht  der
Tropenärzte,  daß  in  Afrika  die  durch  die  Pockenerkrankung
  und  die  durch  Schutzimpfung  erzielte
Immunisation  sowohl  gegen  die  Pockenkrankheit  als
auch  gegen  wiederholte  Impfung  von  kürzerer  Dauer
sei  als  in  Europa,  so  daß  wiederholte  Erkrankungen
aber  stets  in  leichterem  Grade  bei  demselben  Individuum
  beobachtet  und  andererseits  pockendurchseuchte
Individuen  später  häufig  mit  Erfolg  geimpft  werden.

Die  vorwiegend  organisatorischen  Schwierigkeiten,
welche  sich  dem  einzigen  Ausweg,  dieser  Seuche  Herr
zu  werden,  nämlich  eine  allgemelne  Impfung  durchzuführen,
  entgegenstellten,  müßten  nach  Ansicht  des
Verfassers  durch  Beschaffung  zahlreichen  mit  der
Impftechnik  betrauten  Personals,  das  sich  aus  Missionaren,
  Lehrern,  Lazarethgehülfen
schwestern  zusammensetzen  könnte,  durch  periodisch
vorzunehmende  Impsexpeditionen  und  den  Impfzwang
anstrebende  Verordnungen  beseitigt  werden.  Schwieriger
  sei  die  Frage,  welche  Art  der  Impfung  vorzunehmen
  sei.  Die  in  Britisch  -Indien  allgemein
gebräuchliche  Impfung  mit  humanisirter  Lymphe  will
er  nur  für  den  Fall,  daß  sich  bei  Ausbruch  von
Pockenepidemien  Thierlymphe  nicht  schnell  genug  beschaffen
  ließe,  verwendet  sehen.  Die  ausschließliche
Verwendung  von  Thierlymphe  stoße  jedoch  insofern
auf  große  Schwierigkeiten,  als  die  Versandlymphe
für  Deutsch-Ostafrika  durch  die  hohe  Temperatur  beim
Passiren  des  Rothen  Meeres  in  den  Sommermonaten
ihre  Wirksamkeit  bisher  stets  eingebüßt  hätte.  In

und  Kranken-= 



79  —

den  Sommermonaten  könne  jedoch  nur  eine  genügende
Durchimpfung  der  Bevölkerung  erfolgen,  weil  zu
dieser  Zeit  die  Karawanen  an  der  Küste  sich  aufhielten
  oder  anlangten.  Die  von  den  interessirten
erzten  erstrebte  Einrichtung  von  Lymphgewinnungsanstalten
  würde  trotz  der  ungünstigen  Erfahrungen,
welche  z.  B.  die  Franzosen  am  Senegal  (1888  bis
1894)  mit  einer  solchen  gemacht  hätten,  immerhin
zu  erwägen  sein,  wenn  nicht,  was  in  Anbetracht  der
auf  Grund  anhaltend  fortgesetzter  Versuche  sich  ergebenden
  Verbesserungen  in  der  Herstellung  wie  auch
Verpackung  und  Aufbewahrung  der  Versandlymphe
während  des  Transports  zu  erwarten  stände,  der
Versand  wirksamer  Thierlymphe  auch  für  Deutsch-Ostafrika
  gelingen  sollte.

Von  demselben  Verfasser  ist  soeben  in  den
„Arbeiten  aus  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte",
Berlin,  J.  Springer,  ein  Aufsatz:  „Ergebnisse  einer
Fragebogenforschung  auf  tropenhygienischem  Gebiete“
erschienen,  welcher  eine  Menge  sehr  interessanter
Fragen  behandelt  und  die  Aufmerksamkeit  aller
Tropenärzte  verdient.

Zeitschrift  für  tropische  Landwirthschaft,  herausgegeben
  von  Dr.  O.  Warburg  und  Prof.
fr.  Wohltmann  unter  der  Redaktion  von

G.  Meinecke.  Organ  des  Komitees  zur  Einführung
  von  Erzeugnissen  aus  deutschen  Kolonien.
I.  Jahrgang.  Berlin  1897.  E.S.Mittler  &amp;amp;  Sohn.

Die  vorliegende  erste  Nummer  dieser  einem
wahren  Bedürfniß  der  deutschen  Kolonialpolitik  entsprechenden
  Zeitschrift  enthält  einen  Aussatz  von  Prof.
Dr.  Wohltmann  über  den  Kakaobau  im  Kamerungebirge,
  Mittheilungen  über  einige  neu  gegründete
Plantagengesellschaften  und  Nachrichten  aus  deutschen
und  fremden  Kolonien  über  Gegenstände  von  Interesse
für  die  tropische  Landwirthschaft.  Wir  empfehlen
die  Zeitschrift  allen  Kolonialinteressenten  und  wünschen
ihr  bestes  Gedeihen.

Zeitschrift  für  afrikanische  und  oceanische
Sprachen.  Herausgegeben  von  A.  Seidel.
Berlin  1896.  Dietrich  Reimer.  -

Heft  3  bringt  Mittheilungen  über  die  sprachlichen
  Sammlungen  Barths,  Nachtigals  und
Rohlfs  von  Prietze;  eine  Skizze  der  Grammatik
des  ostafrikanischen  Ki-Mwera  von  K.  v.  Sowa;
Mittheilungen  über  die  Namasprache  von  de  la
Grasserie;  Erzählungen  der  Eingeborenen  von
Deutsch-Neu-Guinea,  mitgetheilt  durch  K.  Vetter;
Sprichwörter  der  Tshwi-Neger  von  J.  G.  Christaller,
  einen  Aufsatz  des  Herausgebers  über  den
Lettteren  und  manches  andere  Interessante.  Heft  4
enthält  den  Versuch  einer  Grammatik  des  Tabwa
vom  Missionar  de  Beerst.
        <pb n="182" />
        —  80  —

Hehler,  Karl:  Die  deutschen  Kolonien  1897.  Beschreibung
in  Land  und  Leuten  unserer  auswärtigen  Besitzungen.
0r  61  bbilhungen.  Mit  einer  Kooomialkrte,  g  ach
neue  un  en  Quellen  bearbeit  ierte,
Bano  P  ,  H.  an  and  ##  Vorlot  Hlementer)"  doten7  1  vollständig  umgearbeitete  Auflage.  7  2,  gebd.  Mk.  6.
—  Kurze  Landeskunde  der  deutschen  Kolonien.  Zweite

Longmans  &amp;amp;  Co.  in  *m'  1  verbesserte  und  vermehrte  Auflage.  75  Pf.
de  Rochebrune:  Toxicologie  africeine.  2  fasc.  5  fr.  Meyer,  Dr.  H.:  Die  Entwickelung  unserer  Kolonien.  50  Pf.
O.  Doin  in  Paris.  Gaeblers,  Ed.,  Generalkarte  von  Afrika  und  deutsche
«  Koloniaikarte,  neist  De  deutschen  Schuzebieten  in  der

Tilteratur-Verxeichnik.

Mermeizxz:  Le  Transvaal  et  la  Chartered.

 

P.  Ollendorf  in  Parie.  Sudsee.  Mahstab  1:  16  000  000.
i  Sämmtlich  bei  Georg  Lang  in  Leipzig-Schiffabewegungen.


(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/12.  Auckland.  (Poststation:  Hospostamt.)

S.  M.  S.  „Condor“  11/12.  Lourengo  Marques.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Falke“  11/10.  Apia  5/11.  —  14/12.  Matupi.  —  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht“  16/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  22/12.  St.  Paul  de  Loanda  28/12.  —  9/1.  Kapstadt  26/1.  —  Kamerun.
(Poststation:  Kamerun

S.  M.  Vermessungsschiff,  ui--  1½.  Sydney  24/11.  —  10//12.  Stephansort.  (Poststation:  Matupl.)

S.  M.  S.  „Seeadler“  26/12.  Lourengo  Marques  2/1.  —  7/1.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

 

 

 

 

 

 

 

 

Perkehrs-Zachrichten.
Fahrplan  des  Dampfers  „Leutwein“  für  Jannar  bis  Juni  1897.7)
Abfahrt  Ankunft  in  Ankunft  Ankunft  Ankunft  Rückreise:  Ankunft
von  Lüderitzbucht  in  in  in  Abfahrt  von  in
Kapstadt  (Angra  Pequeno)  Walfischbai  Swakopmundö  Kap  Croß  Swakopmund  Kapstadt
5.  Januar  10.  Januar  12.  Januar  14.  Januar  16.  Januar  17.  Januar  24.  Januar
2.  Februar  7.  Februar  9.  Februar  11.  Februoar  13.  Februar4.  Februar21.  Februar
2.  März  7.  März  9.  März  11.  März  13.  März  14.  März  21.  März
80.  März  4.  April  6.  April  8.  April  10.  April  11.  April  18.  April
27.  April  2.  Mai  4.  Mai  6.  Mai  8.  Mai  9.  Mai  16.  Mai
25.  Mai  30.  Mai  1.  Juni  8.  Juni  5.  Juni  6.  Juni  13.  Juni
22.  Juni  27  Juni  29.  Juni  1.  Juli  8.  Juli  4.  Juli  11.  Juli
Agenten:  Kapstadt:  Wm.  Spilhaus  &amp;amp;  Co.;  Walfischbai,  Swakopmund:  Mertens  &amp;amp;  Sichel.

 

Die  Abederei  wird  bemüht  sein,  den  Fahrplan  möglichst  genau  einzuhalten,  verpflichtet  sich  indessen  in  keiner  Weise.
*)  Nach  Angabe  des  Kapitäns  soll  der  Dampfer  vom  Februar  ab  monatlich,  und  zwar  am  6  iedes  Monats
von  Kapstadt  seine  Fahrt  nach  Südwestafrika  antrelen.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schuegebleten.

 

 

 

Die  Abkahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Verlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
l
Neapel  am  10.  Feb  z8  „24.  März  Tanga  20  Tage  am  8.,  26.  Februar,
*m  uela  Schiffe)  55  ;  *  28  Ma  Tare-Galam,  21  Tage  1.,  22.,  26.
«  ,«  t  er  .
1.Deatichqaaistta.  Mal  »s;  W»  m  3  Sansibar  21  Tage  10½4  abds

am  10.  -  Mts.

Sansibar  18  Ta
re  n  4%  n  nsibar  ge

 

 

 

am  8.  jedes  Monats
9is  abbs.
        <pb n="183" />
        —

–  81

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen


an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus—
Berlin  spätestens
!———·

 

2.  Deussc  *#  Südwehafyita.

2  22

 

 

Southampton  am  6.  Febr.,  6.  März
40  ums.

Lüderitbucht  27  Tage

Ten  am  5.  Febr.,  5.  M#z
ee  3.  eser  aet  b  sn
uach  V.  —  ·  Erd-h  *  am  31.  März,  31.  Mais  Swakopmund  80  Tage  an,  S.  !n  31  Mai

S  n  E  eiru,  nacis  5

.beon  alle  8  2

 

b.  Ramerun.

8  Ws  —
4a  cuengnre  Schiffe)

am  10,  jedes  Monats
nachts
am  17.  Febr.,  17.  März

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  10  iedes  Woss

am  15  .  Febr.,  15.  März
ben

 

4.  Togo  ·  Gebiet
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen
  bes  Absenders)

am  10.jedes  Mts.  nachts
Hambur  am  20.  ledes  Mts.
(deutsche  —*m
am  Letzten  jed.  Mis.#=am
  10.,  24.  Februar,
10.  21

Liverpool
(englische  Schlffe)
i  am  26.  jedes  V  nats

nachm.

Marseille
(kranzößtsche  Schiffe)

FleinPopa0  20  Tage

Klein-Pepo  *  Tage
Aecra

von  da  5  rtu
Quittiah  3

von  da  ab  16,ae  me
Astenon

on  da  ab  ————

am  10.  2.  und  W
jedes  Mon
720

am  8.  22.  Februar,
8.,  22.  März  16  ums

an  i  —  Monats

 

5.  Deutsch-Uen-Guinea.

Neapel
“  Schiffe)

 

am  10.  Febr.,  7.  April

abds.
rin  am  14.  Febr.,  11.  April
(Nachversand)  abbds.  "

Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

5.,  9.  April

*  8.,  12.  Februar,
Apri
1024  abos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«  Brindisi  am  14.  März,  9.  Mai  luit  62  Ta  12.  März,  7.  Mai
6.  Marshall=  Inseln.  (über  Manila)  abds.  ro  ai  valui  9%  *'r#r-t  8  "
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.  .---  —-Landungs=
  Die  T  aK  sani  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Bon  hafen  '  s  Von  hafen  5  Phr  6
2  4%  anenmn  Neapel  “  =  I  Hamburg  en  1.  —  und  25.
eentsch-Ostafrikao  -·  Togogeblet.....  jedes
Brinbisi.  ..  am  23.  Feb.,  23.  När  -
Mwieillenamlsebm  März  Marsetlle..an116  jedes  Monats
Deutsch-sstdweflcfleaSouthamptowamls.Feb-,16.MärzDeutsch-Neu-Gninea.Neapel....am  6.««Febr.,9.IApt·
Ka·»»»  amburgam25k1eb  Monats  «  in  i
merun  e  s  n  Marshal  ·  Inseln  .  Mgtseile  ader  Ar  grrer

 

 

 

 

Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Liule.

 

Postdampfer

 

bis  27.  Januar  1897

 

„Adolph  Woermann“
„Aline  Woermann“
„Anna  Woermann“

„Hedwig  Woermann“
«  eannette  Woermann“.
Lothor  n
7  Lothar  Bohlen
„Lulu  Sohiem

arie  Woermann“.
„Nelita  Bohlen“.  .
„Professor  Woermann“.
„eit  Behien“  ...

 

 

anuar  ab  Hamburg.

anuar  in  Ws  rg  4
cra

Reise  Letzte  Nachrichten
von  l  nach
l
ange  Hamburg  am  22.  Januar  in  Hamburg.
Ponta  Negra  Hamburg  am  26.  Januar  in  Acera.

Sherbro  1  Hamburg  am  22.  Januar  in  Hamburg.

Hamburg  han  am  31.

Hamburg  onge  am  28.  Dezember  im  Kongo
amburg  ½  ro  am  21.  Januar  Dover  passirt
amburg  i  Kotonon  am  25.  Januar  Dover  paf  rt.
otonou  1  amburg  am  9.  Januar  in  Acera.

Hamburg  otonou  am  22.  Januar  in  Accra.

Loanda  Hamburg  am  26.  Jannar  in  Conakry.
mburg  l  Loanda  am  21.  Januar  in  Teneriffe.
amburg  Loango  am  21.  Januar  in  Madeira.
jamburg  Loango  am  18.  Januar  in  Kamerun.

Loburz  Lüderisbucht  am  11.  Januar  in.  suaemum.
amburg  Lüderißbucht  am  31.  Jauere  ab  Ham
amburg  Sherbro  am  18.
amburg  Loanda  am  12.  Januar  in

Sherbro  Hamburg

am  25.  Jannar  Dover  passirt.
        <pb n="184" />
        82  —

——

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrila-Linie  (Hamburg  —Ostafrila).

 

 

 

 

Reise  Lehte  Nachrichten
Relcheposidantpfer  von  Ü  nach  bis  28.  Januar  1897
1

„Kaiser“.  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Kanzler"  Durban  amburg  28.  Januar  ab  Lissabon.
„Bundesrath“  Durban  amburg  21.  Januar  ab  Sansibar.
"„  eichstag  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Admiral  Hamburg  Durban  28.  Januar  an  Ymuiden.
„General“  Hamburg  ,  Durban  28.  Januar  an  Mozambique.
„Herzog“  Hamburg  v.  Durban  26.  Januar  an  Suez.
„König“  Durban  ,  Hamburg  28.  Januar  ab  Durban.

 

der  Sitzung  des  Ausschusses  der  Deutschen  Kolonialausstellung  der  Berliner  Gewerbe-In


ausstellung  vom  19.  Dezember  1896  wurde  dem  Deutschen

Kolonialhause  Bruno  Antelmann,

Berlin,  Jerusalemerstr.  28,  für  dessen  Verdienste  um  die  Einführung  der  deutschen  Kolonialprodukte  eine
besondere  goldene  Medaille  zuerkannt.

 

Anzeigen.

 

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  Biemi)  sind  an  die  Vertriebsleilung,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,
einzusenden.

 

Beschluß.

Die  im  Artikel  13  des  Allgemeinen
deutschen  Handelsgesetzbuches  vorgeschriebenen
  Bekannimachungen  werden
im  Laufe  des  Jahres  1897  im
Deutschen  Reichs=  und  Königlich

Preußischen  Staatsanzeiger,
Deutschen  Kolonialblatt  (Amtliches

  Organ  für  die  deutschen  Schutzgebiete



Gazette  of  Zanzibar.
und  eventuell  einem  in  jedem  Falle
besonders  zu  bestimmenden  Blatte,
welches  am  Sitze  der  deutschen  Hauptniederlassung
  der  fraglichen  Firma
erscheint,  erfolgen.

Dar-es-Saläm,  den  4.  Dezbr.  1896.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

 

In  Vertretung:
Zache.  (20)
Bekanntmachung.

das  hiesige  Gesellschaftsregi
bnhi  heige  9  46  firrepiser
irma
Hansing  &amp;amp;  Co.  (in  Hamburg)

in  Dar-es-Salam  und  Kilwa  er

richteten  Zweigniederlassungen  eingetragen

  worden.

Dar-es-Salam,  den  30.  Nov.  1896.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
In  Vertretung:

Zache.  (21)

Fneche  r#roptsche  Inseleen
(Käfer,  Schmetterlinge  etc.)  zu  kauen.
  4.  Bombe,  Gicben  (Preussen).

 

 

haben  wir  eine  besondere  Abtheilung  für  Gegenstände  des  Landbanes
n

=  Schluß  des  Anmeldetermins:  28.  Februar  1897.

Wanderausstelung  u  Hamburg,  Juui  1897.

Auf  unserer  diesjährigen  Hamburger  Ausstellung  —  17.  bis  21.  Juni  —

deutschen  Kolonien  eingernchtet.  «
Diese  Abtheilung  zerfällt  in  drei  Gruppen,  nämlich:

SLtss  des  Landbaues,
Hü  Meste  und  Hülfsmittel  und
Maoschinen  den  Landbau  in  den  Kolonien.

 

 

Die  Ausstellordnung,  Anmeldepapiere  u.  s.  w.  sind  zu  beziehen  durch
Berlin  SW.  12,  Deutsche  Landwirthschafts-Gesellschaft
Kochstraße  73.  Das  Direktorium.  (2)

 

 

 

 

 

CRTYTSTALLOSE,

440  mal  süsser  als  Zucker,
ist  ein  verbesserter  Süssstoff  in  Krystalllorm,  in  Wasser
leicht  löslich.  Durch  ihre  Krystalle  bietet  sie  Garantie
lür  absolute  Reinheit  und  ist  von  bisher  unerreicht  feinem
Süssgeschmack.  Wesentlich  billlger  als  Zucker,  unverglihrbar,
  konservirend;  daher  für  heisses  Klima  besonders
wichtig.

Das  Beste  ###dte  Geirdmnke-Induserte.

Erhältlich  durch  den  Grossdrogenhandel  und  die  bekannten
  Exporthäuser  in  Hamburg  und  Bremen.  Proben
und  Prospekte  durch

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
Radebenul-Dresden.

(#e#a)
        <pb n="185" />
        ita:  Werbet  für  Euer  Blatt  ä  ναν

entsche  im  Ausland

abonniert

auf
Eure
Wochen-Sschrift


  
 
  
     

'  betrachtet  es
*  insbesondere  als
age  seine  Anfgabe,  dem
-*  Leben  und  Treiben  der
Dentschen  im  Auslande  dio
liebevollste  Aufmerksamkeit
zuzuwenden.  Es  wird  daher  jeder

+
Hest  Oeutsche  im  Auslande

16.  gebeten,  seine  Adresse
Jahrgang.  der  Verlagshandlung

J.  H.  Schorer,  G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,

Wilhelmstrasse  29,  gefl.  anzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenbheit
hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  und  portofrei  zu  übersenden.

 
   
  
  
 

e*

w##  das  Paferlond  #af7!  (Aus  Freytag,  Soll  und  Uaben,  II.  Band.)

Erst  im  Auslande  lerat  man  den  Rei:  des  Iseimaldialebtes  geniessen,  erst  in  der  ###icde  erlenne  man,

 

Der  fern  *ut  #lelmat  und  in  üborsooinohen  Ländorn  Fühluug  mit  dom  allen  Vaterlande



Derln  -iNumer  cn  Auslande  Air  „Herufe  eschäften  alberhünft.  Sich  Kkurz  und
schnoll  von  dem  Gange  der  ogobon  oiton  untorr'  u  will  —

Der  lm  In-  oder  Auslahde  S  n  noch  rai  ba,  täglich  oino  grosse
Politieche  Zeitung  zu  loten

Derie#  im  In-  oder.  us#ende  abselts  auf  dem:  2W0  Vohnt  und  noben  ofnom  kloinen
kalblatte  einer  ergönzendon  Zeitungslektüre

Wer  im  in-  ocke  Auslande  rborpaupt  ale:  wissen  In,  der  lese  „Das  Echo“.
Chronile  der  Zelteiethrmntinse,  br'’ir  allerschenitech  in  unterhal-9aus

  6  tender  Form  Berichte  politischen  EEEEjSGIXC
7.  7—%r  Inhalta  vbir  dlle  Vorgũnge,  kelche  sich  in  Deufschland  u.  km.Aussciucke  oöspielcn.

Zusammengestellt  von  dem  „Litterarischen  Auskunftsbureau  O0.  Grucklavor  in  L.eipzig.“

Das  .BCHO“  bringt  wöchentiich  eine  Liste  der  wichtigsten  EFrscheinungen  des  deutschen  Buchhandels  auf  allen  Gebieten  der  Wissenschaft.

 

comnif  deor  Zoiterrelqtisse,  /#f  Kol  Frreiblarf,  sondlenn  es
"  Das  Ssenno  (da#c  die  Igderessanfcsten  Stemimen  drlber  Norfesenn  Wonrde  kommen.
*)  N  Chroutt  der  Zelterelnsse,  bringt  in  jcder  Nummer  ein  dbis
##  .  #  ree  aheschlossene  Vorelfelten,  Frahingen  te.  qus  deer  Fecke  becconora-z,
  cffgenssischer  tsteieer.
#.  4  5q  uronhe  44%  Zitonenne,  in  2  deuôri  Tnder
eine  Ce  Celd-  und  Warenmarktes

  und  o“sanfe  ##ragen  ron  “n  eltinartte.
Chrorinr  dkor  Zeitereigluiuftsse,  bringt  iöchentlien  eine  Liste  der
Der.  ·0.  rusetesten  rschefpungen  es  dentschen  itchhondefs  du#  allen  Gebieten
  icr  Iseschat.
Aro#  der  Zeiterosciusso,  brörpf  mondeich  regelmessn
#  cho,  9  4%  amiiche  Tiske  de  Tofkamsafschahrisrerbindungen  noch  #bel
Sceischen  Zdadern.

s  usaqnullolluklshsuillmcs1uslsllonumlzotluns-Bestellung
  en  E  bnsn  in  Deuts  cblandran  1n  von  8  Mark  Nors.
Jährlich  ontgegen;  in  den  übrig  üpdorn  zu  don  landesüblichen  Proisen.  Direkt  v.  d.  Ver.
jasanais.  J.  R.  Schorer,  6.  w.  P.  P.,  in  bertin  S.,  Vlelstrasne  20,
untor  K#  ud  bezogen,  kostot  „Dos  Ke#“  wirtehiee  4  Mr.  5  Pf.,  halbjälrlich  0  Mr.,
(danzjährig  18  Mk.  Bei  Vorsondung  untor,  Stroisband  ompflohlt  os  sich,  möglichst  ganzi
Abonnemonte  S  Engllsche  Francnoken  werden  1#’  Zahlun  no

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In  4  Ab  t.  20  afger  velte  Elge  eee  Nerchen  l  sosttslllgmllän  Beck-  thsl
II  II  IS
as  onnemen  bee  *!--  dire  ae  Verleg  oder  dureh  jede  Sog  unt
        <pb n="186" />
        Stellung

in  einer  beutschen  Kolonie  sucht  zum
rbobr  1897  ein  gebildeter  junger
ärtner,  der  in  allen  Zweigen  des
Gartenbaues  theoretisch  und  praktisch
ausgebildet  und  mit  rung  und
landwirthschaftlichem  ückf  e  vertraut
ist.  Der  Huchende  ist  24  Jahre  alt
und  Soldat  gewesen.
fferten  erbittet  B.  Radtke  in
Hannover,  Welfenplatz  12.  (1)

29  Jahre  alt,  der  die  tropische  z
kultur,  besonders  den  ration
Kaffeebau,  aus  prakt.  lululits
(Guatemala)  gründlich  kennt,  sucht
Stellung  auf  Hantagen  in  Öst-  oder
Westafrika.  Prima=  Zeugnisse  und
Referenzen.

I  an  die

 

#

 

 

Gef.  Offerlen  sub  t
Expedition  d.  Bl.  erbete

—5  Kanster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (16)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thuren
und  Thore  kfertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

 

Wie  Schul,  v.  lerpioir-Werden  len
*  b—  Narten.

iiei  -*iiFi

«  r-Kermannpeters

«AMICI-Ac-,7.»Z«---.-4«z»-«F-.

 

 

 

I

½
IIW  eell.

’INNNNN

Höhr  bei  Coblenz,

Ibonpfeifenfabr

Export.  (66)
Die  Erzeugnisse  der  Fabrik  sind
in  der  deutschen  Koloninl-Ausstellung
  in  Berlin  ausgestellt.

 

 

 

c.  auf  Brief
*  Marken,aue
Postw.-T.  Werb.  „Westfalla“,

Münster  1.  W.  Oce)

 

 

 

...
settJanuadeSokschojnt

Zeitschrift

für

ropische  Landwirtschaft

Der  Tropenpflanzer.
Herausgegeben  von
Dr.  O.  Warburg  und  Prof.  F.  Wohltmann.
Redarr##ton:  G.  Zleinecke.
Organ  des  Komitees  zur  Elnslhrung  von  Erzougnissen  aus  den  deutschen  Kolonlen.

Monntlich  eine  Nummer.  Mezuebreis  in  Deutschland  und  Oesterreich--ugarn
  jährlich  Mk.  5.—,  Ausland  Mk.  6.—

Probenummern  durch  das  „Komitee  zur  Einführung  von
Erzeugnissen  aus  den  denutschen  Kolonien",
Linden  47  I.,  oder  die
Königliche  Hofbnehhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Berlln  SW.  12.

Berlin  NW.,  Unter  den

 

 

*—  H#ionasmsch

ANERUN
AKAO

Kameron  Kakao  Gesellschaft,  Hamburg.

Natura-Milch-Exportgesellschaft

Bosch  &amp;amp;  Co.,  Waren  (Mecklenburg).
Sterilisirte  Milch  und  Sahne

in  vollkommen  natürlichem  Zustande  ohne  jeden  Zusatz.  Bester  Ersatz
für  frische  Milch.  Unentbehrlich  für  Fieber-  und  Malariakranke.  Unenzte

  Zeit  haltbar,  selbst  im  heissesten  Klima.  71)
Preislisten  und  Broschüren  franko,  Muster  gratis  und  franko  Hamborg.

  

 

 

Fabrik  haltbarer  Speisen

L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Conserven  aller  Art,  für  die  Tropen  zubereltet.

*
#

le:  Hambterp  1880  u.  1889.  3
Tondon  7

-rs

7
*

Goldene  Medu
inien  1873  X  Faris  1866.  1562.
Mitnchen  1854.  X  Molborierne  1880.
Wir  garantiren  die  Haltbarkeit  breielisten  stchen  auf  Wunsch
unserer  eigenen  Fabrikate  ur  Verkügung.  (116)

S
B1
2
#
1  .
2
2
        <pb n="187" />
        85

Gegründet  Victoria  1884.

Cigaretten-  u.  türkische  Tabak-Fabrik,
Berlin  N.  37.  Export  nach  allen  Ländern.
fabrizirt  alle  Sorten,  dem  Geschmack  betreffenden  Landes  entsprechend.

Neuheit  für  das  deutsche  Schutzgebiet:  Kalser  Wlihelm-Cigarette  mit
Portrait  in  10,  25  und  100  Stück-  Packung.  (V)

 

 

   
 
  

nserren,
ruchtlehnungen



Re.  Frlchte-Co
Marmeladen,  E

Mlxed-Plelles,
1805  fünf  erste  Ausze

 

Pesteten,

    

en  Preisen  #mmtliche  Sparzel-Gemüs

xen.  Würste,

p

FABRIvon  ALERT  REI

LFEl-  von

   
  

h
U

7en,  conserrvirte  Su

ete.  Haltbarkeit  für  jedes  Klima  garantirt.

pels

neblt  in  bester  Waare  zu  misssige

n  Flasehe
L.

 
 

 

 

em

(0

 

 

EIGENE  SPARGEL-UNo

p

 

Liltr  u.  Schmetterlinge.

Zwecke  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Käern  suche  mit  Lammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kümmerer,
Berlin  SW.,  Kochstrasse  68.

Tropenblousen.

von  mir  ganz  neu  eingeführt,  auch
ganze  Anzüge

von  starken  waschbaren  Stoffen,
hell-  und  dunkelmodel.  etc.,  offerirt.

Louis  Rosenthal,  Magaeeburg-A.

 

 

fabriziren

uaur  Presiug.

Herford.

 

 

 

 

Wer  vorthellhafte  neue  Bezugsduellen,
  Absatz,  Vertretung  etc.
sucht,  verlange  v.  „Deutschen  Ge-80
  vermittler“,  Skaisgirren
i.  Pr.  (Deutschland)  geg.  Doppelkarte
Gratis-Probenummer.  #

 

 

 

welche  ihren  Absatz  in  den  deutschen
Schutzgebieten  erweitern  wollen,  em-Deutschen

  PFumen  plehle  für  direkte  Versendung  v.  Preis-1
  listen  an  Interessenten  meine  anf  Grund
anthentischer  Quellen  kertiggestellte

Adressen-Kollektion:

„Euranäer  in  den  dertseben  Schatrgebieten“,

Reflektanten  belieben  ihre  Adressen  unter  A.  24  an  die  Expedition
dieses  Blattes  einzusenden.  U  ·

 

 

 

·l·

natürllche
alkallsches
mit
        <pb n="188" />
        —  86  —

I  Tefter  (0.,„i  äder  kändur.

und  den  afrikanischen  Kolonien.

 

=

,  hat«-F  Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,
314  Spezialitit  für  die  heissen  Zonen:  Tafelwein  zum  tugllehen  Gebrauch.
14  (2)  (Schutzmarke  eingetragen  unter  No.  2203.)

 

 

Joseph  Klar,  Samenhandiung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—.  Hoftieferant  Sr.  Magjestit  des  Kaisers,  —
oflerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Natzpünnzen-  Samen  auch  solchen  von  Gemflsen,  soweit  sich  dieselben.
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  80  ollerire  ich  für  gFrösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
Aaffrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kl  incl.  Emballage.
!à  Tllustrirte  Kataloge  gratis.  758

 

 

———

1  Gebr.  J  ung  aianho  walns  Rhein-,  Nosn  kund  P#alewein

nach  allen  Welttbeilen.  (ue)  J

 

 

 

 

der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mitkler  &amp;amp;  Hohn,  Berlin  8Wu,  Kochstraße  68—71.

Die  deutsche  1  frika

-  Geschgehung.  Schilderungen  und  Rathschläge  zur

Sammangg  der  auf  die  deutschen  Vorbereitung  für  den  Aufenthalt

Schutgebiete  bezügli  ,  nug  1
·  glickgdkukschä  gEtZäffeGuexfkedtze  unddcthtcnllIttdanchuygehtktkm

internationalen  Vereinbarungen,  Von
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.  Dr.  v.  Wissmann,
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  Major.

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  undiw7  ich
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  großen  Soch  wähwischen
  dem  Nyassa=  und  Tanganyikao--bhat
  er  daher  diese  „Rathschläge  und
Sylchater  niedergeschrieben,  die  Allen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  vortigen
Reichsdienst  begeben.

herausgegeben  von
Riebow,
Gerichts-Assessor.
Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Anleitung
für  den

Gebrauch  von  Oel

.-  zum
Elätten  der  See.
40  Pf.

 

 

 

 

Maschinenfabrik  Johannisberg  Schnellpressen
Tein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Nachf.i  1  Geisenhein  a.  Rh.,  -uch-,  Stein-  entaruex.
        <pb n="189" />
        sr  —

Keueste  örebideenblütige  Cannas:

horvorrag.  N.-ohoiton,  volle
Beschr#  dung  in  woinem
trirten

  
     

über  Gemfse-  u.  Blum
samen,  landsiinschall.
Samerelen,  Pflanzen  etc.,
des-on  Ans  gabo

soebon  er  chienen  ist  und
jedem  Interessenten  auf
erlaugen  kostenfrel  zugo-Hollieseraht,


Samenzüchter  und
Samenhandlung
Erkurt,  B

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dern  kbeste  Vern  ahesan
Sam  W  “  8  X

 

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Hagen  in  Westfalen  (Deutsochland),
Fabrikation  und  Export

Eiren-,  Stahl-,  Messing-  u.  kurrwaaren  aler  art
Ilustr.  Kataloge  in  deutseher,  frunzösischer,  englischer
d  Spanlscher  Sprache.  (116)

Aufträge  durch  europliische  Handelshliuser  erbeten.

 

 

Spezialität:  Lieferung  für  die  Kolonien.

Hauntsrzeiskufss  ·

Chr.  Lorenz

 

 

######s

 

F.  H.  schmior

ARCHITEXT  UND  BAVUBERNEMMER.

Danrrasoenn,  Holznza##t##o##os-  un  PARqUET.·  FUBSBODEM.  FABRIK
AD.  TISCRLEBEI  VND  .  SCHLOSSEREI.

BAVAESTALT  FOR  EIBRNEXONSPRDKXTIONEN.

 

SBPEZIALITATV.:
AusrUnBxRuMG  von  ExroRT-BaurEn  (4608)
Alurn  Anr  m  Holz  unn  Eles.  —

 

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RHRam’ct
5é  Ve#n##rzonan  No.  2.

RHRAMBURG  55
PAVILSTRASSE  21.  ·  ."-.";..  ..
PslwskskmssausklNo  4108

 

 

.  Tswuatosssgs  «··..-  .»..L.;.".Z..
,-·  Rausch-Im  Ankona  --«.  ""

 

 

 

 

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VWl''''  '''  v  vvvvkvßk  P  odP*7Vw'?7VV??*§’D

 

Mamekwunn  Vunt
Keischwaaren-onrik

Denecke  &amp;amp;  Himmel

Hoflieferanten,  th
Braunschweig.

lielern“  Fleischwaaren  für  Ispore
nach  allen  Zonen  der’  Erde

—
Ed.  Seiler,

Iisnre  Pabris,

 

  
   
  
  
  
  
    
 

#

Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte.
Besondere  —  sur  Jledes

Prilmlirt  auf  allen  grossen
Ausstellungen.  -
210008tllcksekektlxh

Niederlage:.
BerlIn  W.,  Courblersef#.  6.

Verlag  von  E.  S.  Mitt
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

tler  &amp;amp;  Sohn,

 

1—  „Zelinmungen

Secoffiziere,  Offiziere  der  Mariueinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenieure,
  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Torpederoffiziere,  Sanitätsoffiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaserlichen
  Marine,
owie
Bestimmungen  über  die  Uniform  der
Seeoffiziere  2c.  des  Benrlaubte##-standes,
  zur  Disposition  gestellter
und  verabschiedeter  Offizlere  2c.  der
Marine  und  Bestimmungen  über  das
krraen  der  verschiedenen  Untfptmen

 

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bis  Ende  Apr  erzangen

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Preis  50  Pfennig
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        Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Waetzel,
Akademische  Buchhandlung  und

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Freiburg  1.  B.,  Unterlinden  2.

Mit  Badens  Wehr
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Oie  Anthellnahme  der  badlschen  Truppen
am  Elnigungskriege  197071.
Dargestellt  von  Dr.  Guntermann.
Mit  vielen  Karten.
Hocheleganter  Geschenksband.
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das  kot8-en  t  den  Praszosen
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einen  beredten  Schilderer.

 

 

 

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ehtera  Verlag  in  16

 

 

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Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  8W#,  Kochstr.  68—71.

 

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Generalstah#  .  Karten,

Die  Arbeiten  der  Kzuiglich  Preaßischen
Ke#bes=  Aufnahme,
dargestellt  von
Kahle.
Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
zwei  Kartenbeilagen.
Preis  Mk.  2,25.

In  obigem  Werke  werden  die
beiten  der  Königlich  Preußischen  hiee-Aufnahmeeinereingehenden
  aent
unterzogen  und  die  Enwickklung  un
Technik,  Art  und  Werth  derselben  all
gemeinverständlich  #  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Vermessungsbeamten
  ein  Hülfsmittel  sein,
sondern  auch  Allen,  die  sich  einen  Einbligi
  in  das  Wesen  und  einen-Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Zieke  unserer
Landesvermefsung  zu  verschaffen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  berselde
eben.  ·  Das  „Buch  eignet,  sich  g
rdg  7  biel  erren  nt
ür  die

 

'#  —“ne

 

—  88  —
Knorr's  Dörrgemüse  und  Julienne,
Knorr’'s  Suppentafeln  und  Erbswürste

sind  für  Europäer  in  überseeischen  Ländern
und  bei  Expeditionen  in  fremden  Welttheilen
unentbehrlich.  —  Sie  wurden  auch  während
der  vierjährigen  Nordpol-Expedition  Nansens
mitgeführt  und  zur  Zufriedenheit  aller  Theilnehmer
  beinahe  täglich  verwendet.
Sortiments-Kisten  im  Werthe  von  M.  100,—
sind  zu  haben  durch  die  Export-Agenten:

Hmrrer  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hanburg,  Gr.  Brstah  36-Be.
C  F.  Knorr,  Lebensmertel-Fabrik,

Heitbronn  a.  W.  (114)

 

 

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EBuaætæMeil.  sir  vorhandone  Easinen  Lstr-—

  2  %%O  7

—8
2•5i  i!  ""  *  tnli.d[  mmnxm  7*  ——

   

Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.

 

 
  

Prämürt  mit  goldenen  und  silbernen  Medeillen.  (P)
Welt-Ausstellung  Antwerpen  höchste  Ausrelehnung,  —2

Fangelsen

Wüldlocker,  für  Löwen,  Tiger,

Witterungen,  Wülle  und  Wild-Glaskugel-
  *1=und



K.  Weders

Thontauben.  4  Palont:golbalschus-Wurfmaschinen.

  W

(D.  RP.  No.149125).

Mlustrirte  Preielleten  1
kosientrel.

«  lltupl·l(stslos,
zugleich  Fangbuch,
50  Pt.

.-  »  E  F
—.—
        <pb n="191" />
        89  —

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffieber)

wird  hierdurch  dus  von

Chemischen  Fabrik  auf  Heuen  (er.  E  Schering)  Zzu  Berlin

Hami  ranluiem

(salzsturen  „Phenccoll)
Zine  grosse  aeic  Maitchiscster-  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor

Albertoni,  Noleersor.  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prolessor
  Aosso,  Dr.  Venturini  und  vielc  undere  huben  mit  dem  Mittel
überru’schende  Heilerfolge  bei  Maluria  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Al  zier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offzielle  Einreihung  des  Aedikuments  in  die  stantlichen
Verschreibungen  des  Kongostuntes  vernnlasst.

bas  salesnure  Phenocoll  eignet  sich  lerner  nuch  den  Feststellungen
von  Pr  or  Martinez  A.  Vargus  in  Barcelonna  zur  schnellen  und
Po  ror  Mallung  des  Kenelihusten

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litterntur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firmu,  nämlich:
Humburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Bureelonn:  J.  Espiell;  3½)
London:  A.  &amp;amp;  M.  Eimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Mill;
Noskun:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.
New  -  Tork:  tei  &amp;amp;  Fink,  125  williem  eStteei
Poris:  Max  Frdres,  31  rue  des  petites  kcurie

–.

 

Rio  de  Jnneiro:  Magalhaes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  N#ccessores  de  Klingelhoeter  &amp;amp;  Co.

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


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        Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWie,
Kochstraße  68—71.

       
 

    

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uropäischen  K  olunien.

Schilberung
ihrer  Entstehung,  Einrichtung,  Grfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Rlfred  Zimmermann.

    

 

 

        
 

I

-----.·.——

Erster  Band:  1

Die  Kolonialpolitik  Vortugals  und  Spaniens
in  ihrer  Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.

Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte
des  16.  Jahrhunderts.  l
I

 
        
     

—PreicqehcftetM-.  10,—,  in  Originalbande.11,50.—

  
 

Noch  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Such  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Partei
nahme  die  Thaten  und  Erfahrungen  der  großen  Kolonialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Eutwickelung  der  kolonialen  Woliust  in  den  einzeluen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  o  igemn  Wee  der  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  bieten

Verfasser,  der  des  Entwickelung  der  del  öberseeischen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
Nähe  zu  de  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Verhältnissen
  auch  der  fremdländischen  Kolonien  sich  orstrnat  gemacht  hatte,  will  in  sichem  Werke  allen  mit
kolonialen  Dingen  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  großen  Publikum  ein
klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Grschichee,  bieten.
Das  Werk  soll  daher  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  Kolonialpolitik  sein.  Es  forscht  den  Ursachen
nach,  aus  denen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  solchen.  censthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,
in  welcher  sie  diese  Aiten  erfaßt  und  durchgeführt  h  An  die  Geschichte  der  Gründung  und  Entwickelung
der  Kolonien  selbst  schließt  sich  daher  eine  Darle  bobe  Vuer  wie  Gründe,  die  das  Geveihen  der  Kolonien
begünstigt  oder  Peelhi  haben.  Der  Verfasser  legt  ein  Hauptgewicht  auf  eine  übersichtliche  Darstellung
der  je  nach  den  nationalen  Eigenschaften  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen
Veruet#nn  und  Gesethgebung.

Port  ugals  und  Spaniens  Kolonialpolitik  sind  als  Gegenstand  des  ersten  Bandes  gewählt
worden,  weil  t  Staaten  die  Da  cher  auf  kolon  Lalem,  Gehiete,  gewesen  sind,  und  eine  Kenntniß  der
Einrichtungen  #  und  Thaten  dieser  beiden  VBölker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,
Anschauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  chohem  Maße  lehrreich  ist.  Perl  mindesten  ist
hdus  s  Mielerlei  Hinsicht  mit  Sicherheit  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nicht  vorgehen
  so
Der  zweite  Vand,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen
Folonialvolitik  Lassteltn  wird,  will  dagegen  zeigen,  unter  welchen  Vor  raussetungen  edingungen
  eine  Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  und  sein
muß,  welches  Flic  kebenssahige  überseeische  Tochterstaaten  heranziehen  will.  Der  die  holländische
Kolonialpolitik  behandelnde  dritte  Band  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Geschichte  der
französischen  Kolonialpolitik  wird  ihr  Hau  zaiintere  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,
welchen  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der
Selbstaufopferung  entbehrenden  Nation  begegnen.  Den  En—  wird  die  Schilderung  der  deutschen
kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
beziehen.  Gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der
Verlagsbuchhandlung.  E2W—[r
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        —  91

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(wie  obenstehende  Abbildung)  mit  abknöpfbarem,  weichgefulltem
  Kopfklssen  und  r  n
welchem  Stoff  bergestellt,  äusserst  praktisch  lür  die  Reise,
auf  der  lagd,  bei  Geblrgstouren,  für  die  Tropen,  im
kunn  mit  dem  festsizeuden  Plaidriemen
schr  klein  zusammengerollt  werden  und  wiegt  cu.  3  Kilo.
Dus  Lager  ist  lm  Augenblick  hergerlchtet  und  ebenso
Tasch  wieder  zusammengelegt.
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.  (lür.  grosse  Person)  170
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Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

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WOERMANN.-  LINIE.

1|
MA  10.  Februar:  F.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt  Jensen,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo,  San  Thomé
und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Februar:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,
Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Februar:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotoncou.

Am  28.  Februar:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Brinkerrt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
Vvon  Landana  bis  Loanda.

Akte  Gdter  mitseen  din  Tage  vor  dem  4bpanpsdattn  bis  12  Uhr  miettags  langssetite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrie.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissubon  und  Neupel  anlaufend.

   

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  etatt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
„R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson  .  ..  17.  Februar,  3.  Mürz,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskarn  ...  10.  Müärz,  24.  Mürz,
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  31.  Mürz,  14.  April,
R.  P.  D.  „GENERAL,  Capt.  Gaue  21.  April,  5.  Mai,

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Wearen  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  guten  Hanneng
direkt  nach  Dirban,  Delagoga-Bat,  M####nga,  VNosst  B6é.
—  Naäachste  Expedition:  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen,  14.  März  1897.—
Die  Dampfer  Raben  vorzugpliche  Einriche#u#ngen  I###  Pssagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmassig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.  #
Näheres  ertheflt  in  Hamburg:  G##)
wegen  Passege  die  Hamburg--  ——  ketfahrt-Aktien-desellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  di

Deutsche  Ost-Arrika-  Linie,
Gr.  Reichenerrasse  25/27.
Verantwortlicher  Redalkeur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Derlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  G.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  e#  n
Ausgegeben  am  1.  Februar  1897  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Koloulal  Ablheilung  des  Iuswärkigen  Amts.

 

 

VIII.  Jahrgang.  erlin,  15.  Februar  1897.  —
ese  Zeitschrift  E#unst  in  der  Regel  ent  I.  nd  d1.  jedes  M  Derfelben  werden  als  E.  eiheste  b,  beigesügt  die  mindestens  einmal  20  orhch
8  rineen  „Mitt  lungon.  ou  Fors  neohon  un  aus  den  deuts  baiolenne  knn  bherausgeg  b  ·
elman.  wen  vier  Frelfähr  Fliche  rsed  epn  o  omqlblqtl  mit  der  Soeeu  Karcd“s  m  Bezuge  —  Post  und  die
9  Sadlenurn  Mk.  3.—,  direkt  unter  treisband  dn  irg  di  u-  sbuchhandlung  Mk.  8,50  für  Deutschland  uurd  Set  zisanrt  Mk.  5  für
die  nder  dee  *  Setiwoterrei  aus.  —  Einsendungen  und  Unfragen  nd  an  die  Königli  ofonchho  andlung  von  Ernst  ried  Miltler
648—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeilungs  ·  Preisliste  jũr  18#  z.  Eis  r  1977.)

Sohn,  Berlin  8W  12,  8

 

—  Amtlicher  Theil:  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Beurkundung  des  Personenstandes  an  den  Gerichtsassessor
  Glahn  für  Kamerun  S.  95.  —  -  Eremmung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  für  Deutsch-Ostafrika  für
Iie  Dauer  des  Jahres  1897  S.  95;  desgleichen  für  das  Schutzgebiet  Togo  S.  96.  Nachweisung  0es  Brutio-Einnahmen
  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  für  die  Monate  Oktober  und  November  1896  S
Personalien  S.  97.  —  Schiffsbewegungen  S.  98.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  68.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  eine  Erforschung
des  Malagarasiflusses  S.  98.  —  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  100.  —  Kamernn:  Deutsch-  —
Handelsgesellschaft  S.  0  Togo:  #gefan  von  Togo  S.  101.  Deutsch-Südwestafrika:  Die  -
msatton  des  Tostwesens  .  y102.  —  Marshall-Inseln:  Kig  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  nach  Bun  38

lab  S  s  dem  —8  der  Missionen  und  eber  Antisklaverei-Bewegung  S.  103.—

—  u  eentr  K  ten  Eisenbahnen  im  .ichen  Westafrika  108.  —  VBarbados  im  Jahre  1895  S.

fü.d6,  MAeiemm  ctel  Corporation  S.  109.  Ba  .  So  S.  109.  —  Das  Budget  von  m2  l

für  18  110.  Die  Haussah-Association  *  0  —  tfchiedene  Mittheilungen:  Allerhöchste  Ver-Lür

  1865  Swelln  Beschre  ungen  der  6  esuhr  aus  Asien  S.  110.  —  Ueber  die  deutschen  Schutzgebiete  S.  110.  —

Deutsche  Landwirthschafts-Gesellschaft  S.  1  Ueber  den  Drogenhandel  während  des  Jahres  1896  S.  111.  —
Litteratur  S.  111.  —  Verkehrs-  :  S.  111.  —  Anzeigen.

 

 

 

Amtlicher  Theil.
Gesehke;  Verordnungen  der  Reichsbehörden.

Auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  und  Beurtundung  des  Personenstandes
  von  Reichsangehörigen  im  Auslande,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  1870  S.  599),  des  §  4  des
Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (R.  G.  20  1888  S.  75),  und  der
Allerhöchsten  Verordnung  vom  21.  April  1886  (R.  G.  Bl.  S.  128)  ist  dem  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
von  Kamerun  zur  Dienstleistung  überwiesenen  Königlich  preußischen  Gerichtsassessor  Glahn  für  seine  Person
und  für  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  genannten  Schutgebiete  die  allgemeine  Ermächtigung
ertheilt  worden,  im  Falle  der  Abwesenheit  oder  sonstigen  Behinderung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich  gültige  Eheschließungen  vorzunehmen  und
die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

Perordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schutzgebieken.
Ernennung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  für  Deutsch-Ostafrika  für  die
Dauer  des  Jahres  1897.)

I.  Obergericht.

a.  Beisitzer:

Finanzdirektor  Rudolf  v.  Bennigsen,  preußischer  Staatsangehöriger,

1  Oberstabsarzt  1.  Klasse  Dr.  Alexander  Becker,  -  -

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  127.
        <pb n="198" />
        —  96  —

3.  Kaufmann  Arthur  Leser,  hamburgischer  Stoatsangeheriger,
.  -  Friedrich  Vörtmann,  preußischer

b.  Stellvertretende  Beisitzer:

1.  Chef  der  Kulturabtheilung  Dr.  Franz  Stuhlmann,  hamburgischer  Staatsangehöriger,
2.  Regierungsbaumeister  Friedrich  Gurlitt  -
3.  arl  Todsen,  preußischer  -
4.  Apotheler  Karl  Brettschneider,  sächsischer  -
5.  Oberpostsekretär  Karl  Fleischer,  preußischer  -
6.  Referendar  Hans  Zache,  -  -

II.  Bezirksgericht  Dar-es-Sal#m.

a.  Beisitzer:

1.  Meteorologe  Dr.  Hans  Maurer,  hessischer  Staatsangehöriger,
2.  Maschineningenieur  Hermann  Küster,  preußischer  -
3.  Kaufmann  Paul  Devers,  -  -
4.  Apotheker  Gustav  Giemso,  -  -

b.  Stellvertretende  Beisitzer:
1.  Hauptkassenbuchhalter  Daniel  Häberle,  bayerischer  Staatsangehöriger,
2.  Apotheker  Friedrich  Müller,  sächsischer
3.  Gewerbelehrer  Eduard  Kuhn,  badischer  -
4.  Photograph  Karl  Vincenti,  bayerischer  -
5.  Steindrucker  Paul  Hasenjäger,  preußischer  -
6.  Lazarekhinspektor  Hugo  Hübner,  -  -
7.  Gastwirth  Julius  Michelsen,  -  -
8.  Wegebauleiter  Franz  Drescher,  -  -

III.  Bezirksgericht  Tauga.
a.  Beisitzer:
1.  Kaufmann  Wilhelm  Joost,  preußischer  Staatsangehöriger
2.  Regierungsarzt  Dr.  Friedrich  Plehn,  -  -
3.  Zollamtsassistent  1.  Klasse  Walter  Schmolck,  -  -
4.  Administrator  Robert  Wyneken,  -  -
b.  Stellvertretende  Beisitzer:

1.  Kaufmann  ust  Schiele,  preußischer  Staatsangehöriger,
2.  -  Gustav  Rabinek,  österreichischer
3.  Kaufmann  Wilhelm  Stöcker,  preußischer
4.  -  Albert  Nagel,  hamburgischer
5.
6
7.
8

u

Plontagendirektor  Max  Winter,  österreichischer
.  Eugen  Wiese,  preußlscher

Plontagenosssstent  Gengn  Sander,  hamburgischer
A.  Maschinenmelster  Karl  Jünger,  preußischer

u  u  a  n  hn

Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes  Togo
für  die  Dauer  des  Jahres  1897.7)

a.  Beisitzer:

Präfekt  der  katholischen  Mission  Togo  Hermann  Bücking,  preußischer  Staatsangehöriger
g".  Superintendent  der  Wesleyanischen  Mission  Karl  Ulrich,  württembergischer
3.  Kaufmann  Louis  Auler,  preußischer  Stoatsangehöriger,
4.  -  August  Kentzler,

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  179.
        <pb n="199" />
        —  97  —

b.  Stellvertretende  Beisitzer:

1.  Postpraktikant  Rüter,  I  3.  Kaufmann  Gustav  Banthien,
2.  Kaufmann  Johannes  Lohmann,  4.  Hauptagent  Gustav  Jaeger,

sämmtlich  preußische  Staatsangehörige.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Oktober  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,22  Mk.)

 

 

Zölle  für  Schifffabrts.Holzschlag.  Neben-Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinfuhre  Gebühren  Einnahmen
#  #  .  r.  .—.  #.  Mkt.  Ki.

70  50  214  37/14006  33  —  u8n

Insgesammt

 

n
Tangngagaga  163462  11733  121  68  —
Pangani....941  125  2  11  5  +4  21  11  -1076723
Zagamooo  95651  2614499  16  6  88  06  31  3789836
Dar-eg=  Sans2334  5|112423  222  d89  39  349  26|14094|13  =  17194|93
Kilwoo  272736  511676z2  öoö2  —29228  600250  62514729  36  =  17970·%
Mikindain607  36|3959  3616  —

—  38  3  —11786  46  =  14379  80
Zusammen  32456  594  37  142  —1149  2709  3694507  26  —116299  03
—  ——....——.———.——

39597  Mk.4720  MK.173  Mk.1402  Mk.405  Mk.

44  pPf.  49  Pf.  24  Pf.  20  Pf.  66  Pf.  .
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Oktober  1896  betrug  263  467  Nup.  =  321  429  Mk.  74  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Oktober  1896  betrug  476  259  Rup.  =  581  085  Mk.  98  Pf.

Im  Monat  November  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,25  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schisffahrts.Holzschlag-.,Neben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhreinfuhr  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt
N#.  [P.]  ##.  P.  p.  B.  Rp.  .  Rp.  #.]  ##.  P.  —  Mk.  II#f.
l
Tanga.......  528161002763  40—  5%  20  —  —
Pangin  1517  3446004  14—  1122  7.4911  9014|16
Bagamooon  5727089660  34  44—  59  51  80  1445521  43  =  19402
Dar-es-Sallan  174158  10725|26  30  —M—  1151  16  622705  --  1588196
ilwa..  ..  4570  2456  3118392  068  386  2910136  11  =  1267021
Mikindaoan  4988  5654  61  16  —  26  02  —  332|  8480  (23  =  106005
Zusammen9060  0012  35  —  640  44  626  46  64718  06  =  80897|62
23850  Mf.  Mf.  MEk.00  MF.65  Mk.
02  Pff.  79  Pf.  75  Pf.  66  Pfl.  40  Pf.

 

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  November  1896  betrug  152  440  Rup.  =  190  550  Mk.  —  Ff.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  November  1896  betrug  471  288  Rup.  =  589  110  Mk.  —  Pf.

 

Personalien.

Dem  Gouvernementsbaumeister  Gurlitt  in  Dar-es-Salam  ist  die  etatsmäßige  Stelle  des  Baubirektors,
  dem  Assessor  v.  Reden  die  eines  Bezirksrichters  übertragen  worden.

Dem  Büreauassistenten  Seidlitz  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrlka  ist  die
Stelle  eines  Gouvernementssekretärs,  dem  Büreauassistenten  Schüßler  ebendort  die  eines  Buchhalters,  den
Rechnungsbeamten  Bickel  und  Ulrich  die  von  Büreauassistenten  übertragen  worden.
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        —  98  —

Dem  Kassenverwalter  Mann  zu  Togo  ist  der  Titel  Landrentmeister  für  die  Dauer  seiner  amtlichen
Thätigkeit  im  Schutzgebiete  verliehen  worden.

Dem  Landrentmeister  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch  Ostafrika  Reich  ist  der
Königliche  Kronen-Orden  vierter  Klasse  Allerhöchst  verliehen  worden.

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)
4„Bussard“  21/12.  Auckland.  (Poststation:  Hofpostamt.)
„Condor“  11/12.  Lourengo  Marques.  (Poststation:  Sansibar.)
„Falke“  11/10.  Apia  5/11.  —  14/12.  Matupi.  —  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
„Hablcht“  16/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
4  „Hyäne"“  9/1.  Kapstadt.  —  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
Vermessungsschiff  „Möwe"  11/9.  Sydney  24/11.  —  10//12.  Stephansort.  (Poststation:  Matupi.)
M.  S.  „Seeadler“  7/1.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

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Nichtamtlicher  Theil.

7“  v  namerun.
Persbnal-achrichten.  Der  Bezirksamtmann  v.  Oertzen  hat  die  Ge-Ga#SG


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Deutsch=  Ostafrika.  «  schäfte  des  Bezirksamts  Kribi  Ende  November  v.  Is.
Der  bisherige  Kaiserliche  Bezirksrichter  in  Deutsch-  nach  Rückkehr  vom  Urlaub  wieder  übernommen.
Ostafrika  Dr.  Raffel  hat  Dor-es-Saläm  mit  Urlaub  Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
verlassen.  —  betreiene  Maschinenschlosser  Kause  ist  nach  Kamerun
ist.
Der  Steuermann  Neumiller  von  der  Flottille  abgereis

des  Kaiserlichen  Gouvernements  ist  Anfang  Januar  Der  Gärtner  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.  Haupt  kehrt  demnächst  nach  Kamerun  zurück.

 

 

 

»  Togo.
Der  Poslpraktikant  Aicham  wird  demnächst  zur  Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landes-Vervollständigung
  des  Postpersonals  im  ostafrika=  hauplmammschaft  getretene  Unteroffizier  Bunger  reist
nischen  Schutzgebiete  nach  Dar-es-Saläm  entsandt.  demnächst  nach  Klein-Popo  ab.

 

Der  Steuermann  der  Kalserlichen  Flottille  Marshall-  Inseln.
Schondorff  ist  im  Augusta-Hospital  zu  Berlin  Der  als  Lokalbeamter  für  die  Kaiserliche  Landesverstorben.
  hauptmannschaft  angenommene  Steuermann  Knoth

 

 

ist  im  November  -in  Jaluit  eingetroffen.

Machrichten  aus  den  deulschen  Schungebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pltafrika.  den  Unterlauf  des  Malagarasi  vom  Rutschugi  bis
zum  Tanganyika  in  Bezug  auf  seine  Schiffbarkeit

Leber  eine  Exforschung  des  Malagarasislußes  erkunden.
berichtet  aus  Ujtii  unter  dem  1.  Oktober  1896  Lieu-  Gleichzeitig  war  mir  aufgegeben,  den  zwischen
tenant  Fonck  II.  Folgendes:  Ujiji  und  dem  Rutschugi  ansässigen  Sultan  Mtau,

Am  8.  September  d.  Is.  erhielt  ich  vom  Kom=  welcher  sich  bisher  geweigert  hatte,  zur  Station  zu
pagnieführer  Ram  say  den  Auftrag,  den  Posten  am  kommen,  nach  Ujij#i  zu  beordern.
Rutschugi  sowie  die  Salzquellen  am  Rutschugi  und  Am  Abend  des  9.  September  erfolgte  mit  20  As-Malagarasi
  zu  revidiren.  karis  die  Abfahrt  von  Ujiji  auf  der  Stationsdhau;
Unm  festzustellen,  ob  die  Beförderung  der  im  am  nächsten  Morgen  10  Uhr  vormittags  wurde  das
Salzgebiet  gewonnenen  Salzmengen  auf  dem  Wasser-=  Dorf  Lungunga,  nördlich  der  Malagarasimündung,
wege  nach  Ujiji  erfolgen  könnte,  sollte  ich  zugleich  erreicht.  Nach  einstündigem  Marsch  von  hier  über
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99  —

Mlanga  traf  ich  in  Muilagala,  dem  Hauptort  des
Jumben  Mrire,  ein  und  bezog  nahe  demselben  Lager.
Muilagala  liegt  an  einem  zur  Zeit  trockenen  Malagarasiarm,
  hat  120  bis  150  Hütten,  einige  kleine
Temben,  ist  auffallend  sauber  gehalten  und  von  einer
kreisförmigen  Holz=  und  Flechtwerkboma  mit  äußeren
Spitzgräben  umgeben.  Eine  zweite  Boma  im  Kreise
mit  40  m  Abstand  um  die  erste  befindet  sich  im  Bau.

Am  11.  früh  gelangte  ich  nach  kurzem  Marsch  in
dem  erwähnten  trockenen  Flußbett  an  den  Hauptarm
des  Malagarasi  und  begann  mit  zwei,  zu  dieser
Gabelung  beorderten  —  je  etwa  20  Mann  fassenden  —
Einbäumen  die  Fahrt  flußauf.  Ein  Theil  der  Träger
und  Askaris  marschirte  auf  dem  Landwege.

Nach  zweistündiger  Fahrt,  bei  1  bis  2  m  Wassertiese,
  traten  südlich  die  Berge  von  Kikagwe,  nördlich
der  Gebirgsstock  Kanläga  dicht  an  den  Fluß  heran.
Gleichzeitig  begannen  bei  starker  Strömung  die  ersten
Stromschnellen  und  Felsbarren  die  Fahrt  derart  zu
hindern  und  zu  verlangsamen,  daß  die  Boote  entleert
werden  mußten  und  der  Weitermarsch  auf  Flußpferdpfaden
  längs  des  Nordufers  bis  zum  Lager  beie
Ssakassaka  erfolgte.

Auf  dem  rechten  Ufer  wohnen  hier  die  Wakawäja,
auf  dem  linken  die  Watongue.

Am  12.  erfolgte  der  Weitermarsch  in  derselben
Weise;  die  Boote  folgten  leer  und  mußten  häufig
über  seichte  Stellen  und  Barren  gezogen  werden,  da
der  Fluß  —  fortgesetzt  von  Felsen  durchsetzt  —  nur
ganz  schmale  Wasserstraßen  mit  starker  Strömung
bildete.  Nachdem  nach  dreistündigem  Marsch  im
Süden  die  Berge  von  Kigagwe,  im  Norden  der  Berg
Chunio  passirt  waren,  machten  erneute,  stärker  fallende
Stromschnellen  ein  Weiterkommen  der  Boote  unmöglich.
Dieselben  wurden  daher  hier  zurückgelassen.  Die
Karawane  lagerte  um  Mittag  östlich  des  Baches
Lussusso.  Der  Malagarasi  ist  hier  wieder  80  m
breit,  3  bis  4  m  tief.

Am  13.  wurde  der  Fluß  nach  zweistündigem
Marsch  durchwatet  (Stromschnellen)  und  auf  dem
linken  Ufer  bis  zum  Lager  bei  Ntompe  marschirt.
Die  Ufer  sind  mit  zahlreichen  hohen  und  niedrigen
Borassuspalmen,  von  Gestrüpp  und  Lianen  durchwuchert,
  bedeckt,  zwischen  denen  ein  ganzes  Netz  von
Flußpferdpfaden  den  Durchgang  bezw.  das  Durchkriechen
  gestatten.

Do  sich  schon  bis  jetzt  herausgestellt  hatte,  daß
Bootfahrt  durchaus  ausgeschlossen  und  da  somit  ein
Weitermarschiren  dicht  am  Ufer  zwecklos  und  durch
das  Weghauen  zu  zeitraubend  sein  würde,  wurde  am
14.  früh  abgebogen  und  nach  3  ½2stündigem  Marsch
mit  starkem  Anstieg  der  Berg  Kassagwe  erreicht.

Zur  Rechten  überragen  in  der  Ferne  die  Berge
von  Msissitano  das  Gelände  erheblich.

Von  Kassagwe  steil  zum  Malagarasi  abfallend,
führt  der  Weg  am  Dorfe  Kassagwe  des  Kabeajumben
Kafalawasi  vorbei  zu  dem  ersten  größeren  Katarakt,
woselbst  der  Fluß  in  der  Breite  von  120  bis  150  m
in  zwel  Stufen  von  je  etwa  6  m  Höhe  zu  Thal  strömt
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        und  unterhalb  des  Absturzes  eine  kleine  seeartige
Erweiterung  bildet.  Hart  oberhalb  dieser  Fälle  steigt
das  Gelände  an.  Fast  2  km  aufwärts  erstreckt  sich,
gänzlich  unpassirbar,  das  wildzerrissene  Felsenflußbett
des  Malagarasi  mit  zahllosen  kreisförmigen,  tiefen
Aushöhlungen  bis  zum  Katarakt  von  Gomaitale,  wo
der  Fluß  eine  18  m  hohe  senkrechte  Felswand  hinabstürzt.
  Zur  Regenzeit  beträgt  seine  Breite  hier  150
bis  200  m.

Dicht  oberhalb  dieses  Falles  erfolgte  der  nur  bei
dem  jetzigen  niedrigen  Wasserstand  mögliche  Uebergang
  auf  das  rechte  Ufer.  Das  Flußbett  steigt  nach
Osten  weiter  erheblich,  so  daß  ich  den  Höhenunterschied
  des  Wasserspiegels  bei  Kassagwe  bis  zu  dem
etwa  1  km  östlich  des  Gomaitalefalles  auf  80  bis
100  m  schähze.

Der  Gomaitalefall  ist  vom  Tanganyika  in  zwei
Tagemärschen  zu  errelchen.

Außer  dem  kleinen  Dorf  des  Kafalawasi  und
einigen  Fischerhütten  wurden  bisher  keine  Ansiedelungen
angetroffen.  Hart  am  Ufer  dem  Flußlauf  weiter  zu
folgen,  verbot  Gestaltung  und  Bewachsung  desselben.
Ich  marschirte  daher  auf  direktem  Wege  von  hier
zum  Sultan  Mtau,  bezog  nach  fünfstündigem  Porimarsch
  unweit  seines  Hauptortes  Kigonero  Lager
und  bestellte  ihn  zum  Schauri.  Nachdem  Mtau
Geschenke  an  Lebensmitteln  geschickt,  erschien  er  selbst
am  Nachmittage  mit  15  seiner  Weiber  im  Lager.
Er  ist  ein  intelligent  aussehender  Mann  im  besten
Alter,  dessen  Einfluß  auf  seine  Leute  augenscheinlich
ist.  Aufgefordert,  sich  zu  erklären,  weshalb  er  bisher
ein  näheres  Fühlungnehmen  mit  der  Station  Ujiji
abgelehnt  hätte,  versicherte  er,  nur  Furcht  gehabt  zu
haben,  und  entschuldigte  sich  mit  der  Angabe,  er
dürfe  keinen  Weißen  sehen,  da  er  sonst  sofort  sterben
würde.  Nun  wolle  er  jedoch  zur  Station  kommen.

Vor  weiteren  Verhandlungen  mit  Mtau  wollte
ich  mich  zunächst  am  Rutschugiposten  über  sein  bisheriges
  Verhalten  informiren,  brach  am  16.  früh  auf
und  traf  nach  5½  stündigem  Marsch  am  Rutschugi
ein.  Der  Bau  des  Postens  ist  von  dem  Feldwebel
Köhler  solide  und  praktisch  fertiggestellt;  der  Bau
eines  geräumigen  neuen  Salzmagazins  nothwendig
und  beabsichtigt.

Die  Einnahmen  an  Salz  betrugen  bis  zum  Tage
meines  Eintreffens  3521  Vihiga  =  etwa  35  210  kg.
Der  Gewinn  wird  sich  voraussichtlich  in  den  nächsten
Jahren  noch  erheblich  steigern.

Es  wird  gekocht  in  Malahi,  Kassenga,  Paga,
Lobundusi,  Jambutti  und  Ndole.

In  Njansa  —  etwa  200  Hütten  —  hatte  das
Kochen  noch  nicht  begonnen,  da  das  Eintreffen  eines
Medizinmannes  zum  „Daua“-machen  für  die  Quelle
erst  abgewartet  wurde.  Am  17.  und  18.  besuchte
ich  die  melsten  Quellen;  die  Salzkocher,  die  anfänglich
  große  Scheu  gezeigt  haben  sollen,  kamen  überall
zur  Begrüßung.

Da  den  Mtauleuten  das  Salzkochen  wegen  Hinziehung
  der  Abgaben  untersagt  worden  war  und  da

 

100  —

ich  die  Glaubwürdigkeit  der  Versprechungen  des  Sultans
  Mtau  auch  anzweifelte,  nahm  ich,  um  eventuell
endgültig  Ordnung  schaffen  zu  können,  am  19.  den
Feldwebel  Köhler  und  noch  zehn  seiner  Askaris  mit,
marschirte  am  rechten  Ufer  des  nicht  schiffbaren  Rutschugi
zum  Malagarasi,  dann  diesen  entlang  abwürts,  bis
Felsen  und  tiefe  Einschnitte  ein  Vorwärtskommen
am  Fluß  vereitelten.

Am  folgenden  Tage  zwangen  ernente  Felsmassen
zum  Verlassen  des  Flusses  und  ich  marschirte  ohne
Weg  direkt  durch  das  Pori  auf  Kigonero,  passirte
nach  zwei  Stunden  ein  neu  angelegtes  Mtaudorf
Kigäle  und  traf  um  10  Uhr  vormittags  im  Lager
dicht  bei  Kigonero  ein.  "

Kigonero  liegt  am  Luguvn,  ist  kreisförmig  angelegt
  und  besteht  aus  einer  Tembe  mit  anschließender
Baumboma  und  Strohhütten  im  Innern.  Im  Osten
überhöht  das  Gelände  den  Ort.

Mtau  schickte  wieder  Lebensmittel  als  Geschenk
und  kam  darauf  mit  vielen  Leuten  ins  Lager.  Er
versprach,  den  Befehlen  der  Station  Folge  zu  leisten,
und  bat  um  die  deutsche  Flagge.  Ebenso  versprach
und  versicherte  er,  innerhalb  fünf  Tagen  zur  Station
Ujiji  aufbrechen  zu  wollen.  Auf  seine  Bitten  erthellte
  ich  ihm  vorläufig  wieder  die  Erlaubniß,  Salz
zu  kochen,  machte  jedoch  die  Rückgabe  der  zu  wenig
gelieferten  Vihigas  zur  Bedingung.

Da  weitere  Klagen  gegen  Mtau  nicht  vorlagen
und  ich  glaubte,  daß  er  sich  nun  sügen  würde,  entließ
  ich  den  Feldwebel  Köhler  zu  seinem  Posten
und  trat  selbst  den  Rückmarsch  zu  den  Booten  an.
Infolge  Fallens  des  Wassers  saßen  diese  auf  der
Thalfahrt  bis  Ssakassaka  jeden  Augenblick  fest.

Von  Sango  ya  Malagarasi  führt  eine  einstündige
glatte  Fahrt  zum  sumpfigen,  je  nach  dem  Wasserstand
aus  mehr  oder  minder  zahlreichen  Armen  bestehenden
Mündungsdelta  des  Malagarasi.  Die  Flußarme  sind
flach  und  am  See  versandet,  so  daß  tiefer  gehende
Fahrzeuge  nur  zur  Regenzeit  bei  hohem  Wasserstande
einpassiren  können.  .

Zur  Trockenzeit  ist  der  Malagarasi  auf  der  besuchten
  Strecke  nur  an  einzelnen  freien  Strecken  zu
befahren.  Zur  Regenzeit  werden  die  starke  Strömung
und  die  auch  dann  noch  kilometerweit  den  Fluß
durchsetzenden  hohen  Felsbarren  die  Schifffahrt  sehr
erschweren  und  an  den  Wasserfällen  beenden.

Der  Fischreichthum  ist  groß;  die  Felsbänke  im
Flußbett  sind  mit  einer  Art  Auster  bedeckt.

Flußpferd  und  Krokodil  sind  ungemein  häufig.
Ein  Flußpferd  zertrümmerte  beim  Hochkommen  dicht
vor  der  Mündung  eine  Seitenwand  meines  Mtumbis.

Von  Lugungu  traf  ich  nach  zwei  Tagemärschen
am  27.  September  wieder  in  Ujiji  ein.

Wissenschaftliche  Zammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist  am
15.  Oktober  v.  Is.  eine  Sendung  zoologischer  Gegen-
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        stände,  welche  von  Dr.  Johannes  Buchwald  in
Muafa  (Usambaragebirge)  gesammelt  worden  sind,
zugegangen.  Sie  enthielt:
Schlange,
Schmetterlinge:  A.  Heteroceren.  4  Stück  mit
Spezies;

B.  Rhopaloceren,  92  Stück  mit  36  Spezies,
davon  Nymphalidae  16  Stück  (9  Spez.),
Danaididae  7  Stück  (1  Spez.),  Acraeidae
3  Stück  (2  Spez.),  Satyridae  3  Stück
(3  Spez.),  Pieridae  53  Stück  (14  Spez.)
und  Papilionidae  6  Stück  (4  Spez.).

380  Käfer,

20  Hymenopteren,  4  Spiunen  und  15  Landschnecken.


Die  Konservirung  der  Thiere  war  zufriedenstellend.
Von  den  Lepidopteren  sind  besonders  vier  Arten  dem
Museum  willkommen.  Unter  den  Käfern  sind  mehrere

neue  Formen  enthalten,  während  die  Hymenopteren.

schon  alle  in  der  Sammlung  vertreten  sind.  Die
Spinnen  enthielten  eine  in  unserer  Sammlung  noch
nicht  vorhandene  Art,  dagegen  sind  die  eingegangenen
Landschnecken  alle  bereits  bekannt,  aber  als  Belege
für  die  spezielle  Verbreitung  noch  willkommen.

Ramrrun.
Deutsch-Westafrikanische  Handelsgesellschaft.

In  Hamburg  hat  sich  unter  der  Firma  Deutsch-Westafrikanische
  Handelsgesellschaft  mit  beschränkter
  Haftung  eine  Gesellschaft  mit  dem  Sitz  in
Hamburg  gebildet,  welche  die  von  der  Knutson,
Valdau  &amp;amp;  Heilborn's  Afrikanska  Handelsaktiebolag
seit  langen  Jahren  an  der  Westküste  Afrikas  betriebenen
Faktoreien  erworben  hat,  und  deren  Betrieb  unter
Betheiligung  der  genannten  Gründer  jener  Gesellschaft
fortsetzen  wird.

Zu  Geschäftsführern  sind  die  Herren  F.  Bodo
Clausen  und  Albert  Hallgarten  ernannt  und
gleichzeitig  ist  Herrn  Albert  Weber  (in  Firma
Weber  &amp;amp;  Schaer)  Prokura  ertheilt.

 

Togv.
vogelfaung  von  Togo.

Im  „Journal  für  Ornithologie“  1891,  S.  369
bis  394,  und  1892,  S.  233  bis  236,  hat  Herr
Prof.  Dr.  Ant.  Reichenow  über  die  Sammlungen
des  Herrn  Dr.  Büttner  in  Togo  berichtet,  durch
welche  133  Arten  für  das  Schutzgebiet  nachgewiesen
und  eine  Grundlage  für  fernere  ornithologische  Forschungen
  daselbst  geschaffen  war.  Nunmehr  ist  in
dem  Januarheft  d.  Is.  desselben  Journals,  XLV.
Jahrgang,  ein  dritter  Nachtrag  von  ihm  mit  einer
Uebersicht  der  bis  jetzt  aus  dem  Togogebiet  bekannten
Arten  erschienen,  welcher  im  Ganzen  279  verschiedene
Arten  aufweist.  Ein  Separatabdruck  dieses  Nachtrages

101  —

macht  Jedem  den  Inhalt  dieser  Zusammenstellung
leicht  zugänglich,  und  es  mag  daher  mit  Rücksicht
auf  seinen  reln  fachwissenschaftlichen  Gehalt  auf  denselben
  hier  Bezug  genommen  werden.  Interessant
jedoch  ist  es,  daß  derselbe  sich  gründet  auf  die
wissenschaftlichen  Erwerbungen  dreier  neuer  Forscher,
welche  während  der  letzten  vier  Jahre  im  Togolande
thätig  gewesen  sind.  Von  1898  bis  1895  brachte
Herr  Ernst  Baumann,  der  leider  1895  kurz  nach
seiner  Rückkehr  den  Folgen  des  feindlichen  Klimas
erlag,  zuerst  im  Küstengebiet,  sodann  hauptsächlich
auf  der  Station  Misahöhe,  etwa  unter  7°  nördl.
Br.  gelegen,  und  zuletzt  in  Kete-Kratschi,  etwa  unter
dem  8.  Breitengrad,  also  wenig  südlich  der  Station
Bismarckburg,  dem  Standquartier  Dr.  Büttners
gelegen,  reiche  Sammlungen  zusammen,  welche  in  der
Hauptsache  der  vorliegenden  Uebersicht  zu  Grunde
liegen.  1895  sammelte  Herr  Lieutenant  Klose  in
Kratschi  (Kratii),  und  gegenwärtig  ist  Herr  Premierlieutenant
  Graf  Zech  als  Vorsteher  der  Station
Kratschi  daselbst  ornithologisch  thätig  und  hat  bereits
zwei,  viele  Seltenheiten  enthaltende  Sendungen  heimgeschickt.
  Durch  diese  Sammlungen  ist  die  Zahl  der
bisher  aus  dem  Schutzgebiet  bekannten  Arten  verdoppelt
  worden  und  beträgt  nunmehr  die  oben  angegebene
  Zahl.  Vier  von  den  Herren  Baumann
und  Graf  Zech  entdeckte  neue  Arten  find  bereits  in
den  ornithologischen  Monatsberichten  1894  bis  1896
beschrieben  worden,  eine  fünfte  ist  in  der  vorliegenden
Abhandlung  unterschleden.

Für  den  Sachverständigen  mag  hier  aus  der  am
Schlusse  der  Arbeit  gegebenen  Liste  eine  statistische
Uebersicht  genügen,  wie  die  bis  jetzt  bekannten  Arten
sich  unter  die  einzelnen  Klassen  der  Vogelfauna

 

gruppiren.  Es  kommen  danach  vor:
2  Arten  Phalacroco--  6  Arten  Bucerotidac
racidae  „"  Alcedinidae
1  Art  Anatidae  6  .  Meropidae
Arten  Charadrücae  3  =  Upupicdae
38  .rcolopacidae  1  Art  Caprimulgidae
2  lRallidae  2  Arten  Micropodidac
1  Art  lbidae  1  Art  Pittidae
2  Arten  Ciconlüidae  6  Arten  Hirundinidae
1  Art  Scopidae  18  =  Museicapidae
6  Arten  Ardeidae  22  -Campophagidae
8  Columbidae  1  Art  Corvidae
7  Pbhasianidae  2  Arten  Dicruridae
2  =  ulturidae  3  Ooriolidae
16  -Falconidae  3  =  Sturnidae
3  Strigidae  32  -ZPloceidae
3  c  Peittacidae  4  =  Fringillidae
4  =  Musophagidde  5  Moteillidae
10  CoCnculidaeé  1  Art  Alaudidae
4  =  Ilndicatoridae  12  Arten  Pycnonotidae
7  .Capitonise  10  =  ectarinücdac
7  Picidae  1  Art  Paridae
1  Art  Trogontidae  20  Arten  Timelüchae
5  Arten  Coracücdae  7  Iyrlügdae.
        <pb n="204" />
        ——

Deufsch-Südwelkafrika.
Die  Organisation  des  ostwesens
im  Schubgebiet  hat  im  Berichtsjahre  wesentliche
Fortschritte  gemacht.  Neue  Postagenturen  wurden
eingerichtet  in  Warmbad,  Kap  Croß  und  Uhabis,
so  daß  gegenwärtig  elf  Postanstalten  im  Betriebe
sind.  Neben  dem  Briespostdienst  ist  bei  den  Postanstalten
  in  Swakopmund,  Otiimbingue,  Omaruru,
  Okahandia  und  Lüderitzbucht  der  Postpacket=
  und  Zeitungsdienst,  bei  denjenigen  in  Gibeon,
Keetmanshoop  und  Warmbad  der  Zeitungsdienst
eingeführt  worden.  Die  sämmtlichen  Postagenturen
sind  dem  Postamt  in  Windhoek  unterstellt.  Dieses
sowie  die  Postagentur  in  Swakopmund  wird  von
einem  Postfachbeamten  verwaltet.  Der  letztgenannte
Hafenplatz  ist  für  den  Postverkehr  von  besonderer
Wichtigkeit,  weil  daselbst  die  mit  den  Schiffen  eintreffenden
  Sendungen  für  die  Postanstalten  im  Innern
vertheilt  und  die  von  letzteren  herrührenden  für
Europa  rc.  bestimmten  Briefe  2c.  umgearbeitet  werden
müssen.  Auch  in  Kcetmanshoop  und  Otjimbingue  hat

der  Postverkehr  in  solchem  Maße  zugenommen,  daß

die  Uebertragung  dieser  Postanstalten  an  Poslfachbeamte
  voraussichtlich  binnen  Kurzem  wird  erfolgen
müssen.

In  der  Schiffsverbindung  nach  und  von  dem
Schutzgebiet  hat  sich  eine  gewisse  Stetigkeit  eingestellt.
Von  der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika
  wird  in  Zwischenräumen  von  zwei  Monaten
ein  Dampser  von  Hamburg  entsendet,  welcher  Swakopmund
  und  meist  auch  Lüderitzbucht  anläuft  und
die  Fahrt  von  Hamburg  bis  Swakopmund  in  elwa
30  Tagen  zurücklegt.  Diese  regelmäßige  Verbindung
wird  zur  Beförderung  von  Postsendungen  benutzt.
Im  Uebrigen  wird  die  Post  nach  und  aus  dem
Schutzgebiet  auch  jetzt  noch  auf  dem  Wege  über  Kapstadt
  geleitet.  Die  Fahrten  zwischen  Kapstadt  und
dem  Schutzebiet,  welche  früher  durch  den  englischen
Dampfer  „Nautilus“  meist  in  fünfwöchentlichen
Zwischenräumen  verrichtet  wurden,  werden  jetzt  durch
den  der  deutschen  Rhederei  des  Lieutenants  Troost

gehörigen  Dampfer  Leutwein-  ausgeführt,  welcher

102

je  in  vier  Wochen  eine  Reise  zwischen  Kapstadt  einerseits,
  Lüderitzbucht,  Walfischbai,  Swakopmund  und
meist  auch  Kap  Croß  andererseits  zurücklegt.

Ganz  besonders  sind  die  Postbeförderungs-Gelegenheiten
  innerhalb  des  Schutzgebiets  verbessert
worden.  Auf  dem  Hauptkurse  Swakopmund  —  Otjimbingue—(Groß-Barmen)
  —indhoek  ist  die  bisherige
Verbindung  mittels  Ochsenkarrens  als  zu  langsam
aufgegeben  worden;  es  verkehren  jetzt  in  jeder  Richtung
monatlich  2  Pferdekarren  und  2  Botenposten,  auf
den  anschließenden  Seitenkursen  Otjimbingue  —  Omarurn
  und  Groß-Barmen  —Okahandja  monatlich
mehrere  Botenposten.  Von  Swakopmund  aus  geht
außerdem  alle  vier  Wochen  eine  Botenpost  nach
Omaruru  und  zurück,  ferner  wenigstens  wöchentlich
einmal  eine  Botenpost  nach  Walfischbai  und  zurück,
und  zweimal  monatlich  eiue  Botenpost  nach  Kap  Croß
und  zurück.  An  den  obenerwähnten  Hauptkurs  Swakopmund
  —Windhoek  schließt  sich  in  Windhoek  alle  drei
Wochen  eine  Botenpostverbindung  nach  Gibeon  und
Keetmanshoop  an.  Zwischen  Keetmanshoop  und  der
kapländischen  Postanstalt  und  Eisenbahnstation  Steinkopf
  besteht  alle  drei  Wochen  eine  Verbindung,  welche
auf  der  Strecke  Keetmanshoop  —  Uhabis  mittels  Reitochsen,
  auf  der  Strecke  Uhabis  —  Steinkopf  durch
Boten  unterhalten  wird.  Die  Postanstalt  in  Warmbad
  steht  mit  der  genannten  kapländischen  Postanstalt
in  Steinkopf  in  Verbindung  mittels  einer  in  vierzehntägigen
  Fristen  verkehrenden  Reitpost.  Neben  den
vorstehend  aufgeführten  Posten  werden  auch  die  von  der
Schutztruppe  ausgeführten  regelmößigen  Patrouillen
zwischen  den  verschiedenen  Orten  im  Schutzgebiet  zur
Postbeförderung  benutzt.

Ueber  den  Umfang  des  Postverkehrs  liegen  nur
für  einen  Theil  der  Postanstalten  Aufzeichnungen  vor,
welche  in  der  nachstehenden  Uebersicht  zusammengestellt
sind.  Es  fehlen  solche  Aufzeichnungen  für  die  Postanstallen
  in  Gibeon,  Lüderitzbucht,  Otzimbingue  und
Swakopmund.  Für  Otjimbingue  muß  indessen  aus
der  nachgewiesenen  Anzahl  der  eingegangenen  und
abgesandten  Einschreibbriefe  (477  und  827,  zusammen
804)  der  Schluß  gezogen  werden,  daß  der  Verkehr
recht  erheblich  ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Briessendungen  Postpackete
Nane  6  „  eingesangen  aufselie  t  ins-  ein-  auf-  Ateninsgesamm
  I.  .  STER-  geder
  Postanstalt  eein-  ein-  gelans,
stanst  geschleben  —  sammt  ua'rn  gebenn#
r  —  .
Stück  Stück  Stück  Stück  Stück  Stück  Stück  Stück
I
Hir  n4ce  ...........  4001024294  9731571651425326271552824
..........  2657  1540  20|  7  51  —
*  5945  2525  191  3  420  340  5  5  —  35
handddaa  4008  2340  73  1668.  87  18  12  6  —
qurutu  ...........  4922  2321  123  2601  159  26  26  —  —
Warmbdd  2  48  1020  40  1418  88.  —  —  —  —O
zusammen  5%%80  Moio  140%%%  2156  3½
        <pb n="205" />
        Marshall  -·  Inseln.

Reise  des  Kaijerlichen  Landeshaupimanns
nach  Mille  und  Maloelab.

Die  Anwesenheit  S.  M.  Schiff  „Falke“  in  den
Marshall-Inseln  hat  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann
  Gelegenheit  gegeben,  die  Atolle  Mille  und
Maloelab  zu  besuchen.

In  Mille  hatte  die  Waffenabnahme  zu  erfolgen,
in  Maloelab  handelte  es  sich  darum,  Streitigkeiten
zwischen  den  Häuptlingen  Murül  und  Loran  zu
verhindern.

Am  19.  November  wurde  Jaluit  verlassen  und
Mille  am  folgenden  Tag  erreicht.  Die  Waffenabnahme
  erfolgte  in  derselben  Weise,  wie  es  in  Majern
und  Arno  geschehen  war.  Die  Insel  wurde  mit
Segelboten  und  Kanus  nach  Gewehren  und  Revolvern
  abgesucht.  Die  Abgabe  der  Waffen  erfolgte
sowohl  seitens  der  Häuptlinge,  wie  der  Kanaken
freiwillig.  Infolgedessen  sind  die  Häuptlinge  besonders
  freundlich  behandelt  und  ihnen  beim  Abschied
  die  üblichen  Geschenke  gegeben  worden.  Die
gefundenen  Waffen  wurden  unschädlich  gemacht.
Sonst  war  in  Mille  Alles  ruhig;  auch  ist  der  dortige
Missionar  Josef  ein  Mam,  der  der  Verwaltung
bei  jeder  Gelegenheit  seine  Hülfe  leiht.  Aus  diesem
Anlaß  sind  auch  der  Kirche  cinige  Geschenke  gemacht
worden.  Nach  Mittheilung  der  dortigen  Händler
gingen  die  Geschäfte  sehr  gut.

Am  24.  November  traf  der  „Falke"  im  Atoll
Maloelab  ein.  Murzjil,  der  als  der  treueste  Häuptling
  in  den  ganzen  Marschall  =  Inselu  bezeichnet
werden  kann,  lag  schwer  krank  danieder.  Sein
legitimer  Nachfolger  ist  Labarer,  ein  Mann  von
energischem  Charakter  und  von  ebenso  getreuer  Gesinnung
  wie  Murjil.  Von  der  gegnerischen  Häuptlingsfamilie
  ist  in  den  letzten  Jahren  Loran  mit  der
Forderung  auf  die  Hälfte  des  Atolls  aufgetreten.
Es  ist  nun  unter  amtlicher  Vermittelung  zwischen
Murjil  und  Labareo  einerseits  und  Loran  andererseits
  ein  Vergleich  abgeschlossen  worden,  wonach  dem
Letzteren  5  Inseln  als  ausschließliches  Eigenthum
zufallen.  Es  ist  anzunehmen,  daß  somit  Feindseligkeiten
  im  Atoll,  auch  nach  dem  Tode  Murjils,  nicht
eintreten.  Murjil  ist  der  erste  unter  den  großen
Häuptlingen  der  Marshall-Inseln  gewesen,  welcher
systematisch  Kokosnußpflanzungen  angelegt  hat.  Der
Erfolg  dieser  Maßregel  ist  sehr  überraschend  gewesen.
  Während  im  Jahre  1891  bis  1892  der
Kopraertrag  von  Maloelab,  Aurh  und  den  nördlichen
  Inseln  etwa  170  000  Mark  betrug,  stieg  er
im  Jahre  1893  bis  1894  auf  319  000  Mark  und
im  Jahre  1895  bis  1896  sogar  auf  630  000  Mark.
Dabei  sind  viele  Inseln  in  diesem  Atoll  mit  fruchtbarem
  Boden  noch  gar  nicht  in  Angriff  genommen
worden.  Würde  Murjil  mehr  Arbeitskräfte  haben,
so  würde  das  Resultat  seiner  Plantagenarbeit  noch
ein  viel  günstigeres  gewesen  sein.

 

Im  House  Murjils  befand  sich  ein  sehr  alter
Mann,  der  die  neunzig  sicherlich  bereits  überschritten
  hatte.  Er  erzählte,  daß  er  als  Knabe  von
10  Jahren  mit  einem  anderen  Mann,  der  noch  in
dem  benachbarten  Wotic  lebe,)  das  russische  Kriegsschiff
  des  Kapitäns  Tottebu  (Kotzebne),  in  dessen
Begleitung  sich  der  Dichter  Chamisso  befand,  besucht
  habe.  Sie  hätten  damals  noch  nie  weiße
Leute  gesehen  und  gefürchtet,  es  wären  Teufel,  die
aus  dem  Meere  kämen.  Sein  Großvater  aber  habe
gesagt,  das  seien  gute  Geister,  die  vom  Himmel
kämen.  Die  weißen  Leute  seien  auch  sehr  gut  gewesen,
  hätten  ihnen  Pflanzen  und  merkwürdige
Thiere  geschenkt,  darunter  auch  einen  Hund  mit
spitzen  Knochen  am  Kopf  und  langem  weißen  Bart,
wie  ihn  die  alten  Männer  hätten.  Das  Thier  hätte
aber  nicht  gebellt,  wie  die  anderen  Hunde,  sondern
gemeckert.  Der  alte  Mann  war  in  völliger  Rüstigkeit
  und  pflegte  seinen  Häuptling.  -

Ku-demsereichederwisstünenund
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Ueber  die  Entstehung  der  Niederlassungen  der
Neuen  Dettelsauer  Mission  in  Neu-Guinea
schreibt  das  „Evangelische  Missions-Magazin“:

Die  lutherische  Missionsanstalt  in  Neudettelsau
(Bayern),  die  seit  1848  Prediger  für  die  Deutschen
Amerikas  und  Australiens  ausbildet  und  dorthin  aussendet,
  ist  durch  ihre  Verbindung  mit  der  Immannel-Synode
  in  Australien,  die  zunächst  nur  Prediger  für
ihre  deutschen  Gemeinden  begehrte,  dann  aber  auch
einige  Arbeiter  für  ihre  australischen  Missionsposten
unter  den  Papuas  erbat,  veraulaßt  worden,  in  der
Südsee  zu  missioniren.  Die  Beziehungen  zu  jener
Synode  führten  dazu,  daß  Neudettelsan  im  Jahre
1886  infolge  der  deutschen  Kolonialerwerbungen  auf
der  Insel  Neu-Guinea  eine  eigene  Missionsthätigkeit
aufnahm  und  hier  in  Kaiser  Wilhelmsland  nach  und
nach  drei  Stationen  gründete.

Die  Arbeit  bewegt  sich  auf  beiden  Gebieten  in
bescheidenen  Grenzen.  Indeß,  wenn  es  auch  hier
noch  gilt,  auf  die  Frucht  der  Arbeit  geduldig  zu
warten,  so  kann  doch  der  Berichterstatter  die  Thatsache
  dankend  hervorheben,  daß  der  Eintritt  von
Neudettelsau  in  die  Arbeit  unter  den  Heiden  der
Missionsanstalt  einen  wesentlichen  Segen  eingebracht
habe,  und  zwar  einen  neuen  Aufschwung  und  eine
Belebung  der  Theilnahme.  Auch  hat  er  ihr  einen
größeren  Freundeskreis  erworben  und  dem  gesammten
Werk  in  der  Heimath  neue  Zugkraft  verliehen.

Wie  das  „Evangelische  Missions-Magazin“  meldet,
soll  demmächst  die  Mission  unter  der  Zwergbevölkerung
  Afrikas  zur  Ansführung  kommen.  Der  Gedanke

 

*)  Vergl.  Mittheilungen  a.  b.  d.  Sch.  1889  S.  27.
        <pb n="206" />
        nun,  den  in  den  Urwäldern  des  dunkeln  Erdtheils
lebenden  Ueberresten  einer  uralten  Völkerfamilic  das
Evangelium  zu  bringen,  ist  vor  Kurzem  von  einem
englischen  Fräulein,  Namens  Mac  Lean,  angeregt
worden.  Ein  Vorschlag,  vom  Kongo  aus  den  Versuch
  zu  machen,  erwies  sich  als  unpraktisch.  Die
dort  arbeitenden  Missionsgesellschaften,  an  die  sich
Fräulein  Mac  Lean  wandte,  erklärten  es  vorderhand
für  unmöglich,  vom  Kongo  aus  den  Zwergstämmen
in  den  nördlich  gelegenen  Urwäldern  beizukommen.
Schließlich  wurde  sie  auf  die  amerikanisch-presbyterianische
  Mission  aufmerksam  gemacht,  in  deren  Gebiet
am  Gabun  sich  ebenfalls  Zwergvölker  finden.  Die
beiderseitigen  Unterhandlungen  haben  nun  zu  dem
Ergebniß  geführt,  daß  die  Presbyterianer  zunächst
mit  zwei  Missionaren  die  Arbeit  unter  den  Zwergen
aufnehmen  wollen,  wogegen  Fräulein  Mac  Lean
1500  Pfund  (30000  Mk.)  zu  dem  Unternehmen
gesteuert  hat.  Außerdem  will  sie  dasselbe  jährlich
mit  500  Pfund  unterstützen.  Die  Sache  wird  aber
ihre  große  Schwierigkeiten  haben;  denn  bekanntlich
leben  die  Zwergstämme  fast  nur  von  der  Jagd  und
sind  deshalb  nicht  ansässig.  Bei  ihrer  nomadisirenden
Lebensweise  haben  sie  kaum  eine  Ahnung  vom  Ackerbau.
  Doch  sollen  auch  Abtheilungen  von  ihnen  ständige
  Niederlassungen  haben.  Das  scheint  im  Gabungebiet
  der  Fall  zu  sein.  Da  sie  im  Tauschverkehr
mit  den  sie  umgebenden  Bantustämmen  siehen,  so
sprechen  sie  häufig  auch  deren  Sprache.  Ihre  eigene,
bis  jetzt  wenig  bekannte  Sprache  ist  von  den  Bantusprachen
  gänzlich  verschieden.

Am  198.  November  v.  Is.  ist  Missionar  Holst
wohlbehalten  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.  Missionar
Holst  hat  die  Seelsorge  an  den  Deutschen,  Missionar
Cleve  die  Heidenmission  und  Missionar  Hosbach
die  Oekonomie  übernommen.

Die  englische  Kirchenmission  hat  in  Deutsch-Ostafrika
  vier  Stationen:  Mamboia,  Mpwapwa  und
Kisogwe  in  Ussagara  und  Nassa  in  Ussukuma.  Auf
ihnen  arbeiten  fünf  Geistliche,  fünf  Laien,  vier  Missionarsfrauen
  und  zwei  unverheirathete  Missionarinnen.
Diesen  europäischen  Arbeitern  und  Arbeiterinnen  stehen
zehn  Lehrer  und  zwei  Lehrerinnen  aus  den  Eingeborenen
  zur  Seite.  Sie  haben  153  Christen,  unter
ihnen  91  Kommunikanten  aus  den  Heiden  gewonnen,
111  Personen  stehen  im  Katechumenat.  Während
des  letzten  Jahres  wurden  13  Erwachsene  und  acht
Kinder  getauft.  Die  neun  Schulen,  welche  eingerichtet
worden  find,  werden  von  354  Schülern  und  108
Schülerinnen  besucht.  In  Kigogo,  die  Sprache  der
Wagogos,  sind  von  den  Missionaren  in  Kisogwe  die
Evangelien  und  die  Apostelgeschichte  sowie  das  Prayer=Book
  übersetzt.  In  Kisukuma,  die  Sprache  der
Wasukumas  in  Ussukuma,  sind  die  Evangelien  Marci
und  Johamis  und  die  Apostelgeschichte  übersetzt.

104

 

Die  Berliner  Kondemission  hat  einen  schmerzlichen
  Verlust  erlitten.  Missionar  Grieguszies  ist
am  19.  Oktober  v.  Is.  gestorben.  Er  war  im  Mai
1892  hinausgegangen  und  hatte  sich  bald  als  eifriger,
treuer  Missionar  gezeigt.  Im  November  1894  wurde
ihm  seine  Braut  nachgesandt.  Leider  erkrankte  er
bald  am  Fieber,  welches  seine  Gesundheit  schnell
untergrub,  und  es  bildete  sich  ein  Herz=  und  Lungenleiden
  aus,  so  daß  es  nothwendig  erschien,  ihn  vom
Kondeland  in  den  Oranje-Freistaat  zu  versetzen.  So
schwer  es  ihm  wurde,  reiste  er  mit  seiner  Frau  und
seinem  im  Februar  v.  Is.  geborenen  Söhnlein  im
August  von  dort  ab  und  langte  Mitte  Oktober  in
Chinde  an,  von  wo  aus  die  Seereise  angetreten
werden  sollte.  In  Chinde  kam  er  sehr  krank  an,
und  am  Morgen  des  19.  Oktober  wurde  er  nach
nur  vierjähriger  missionarischer  Thätigkeit  heimgerufen.
Sein  Verlust  ist  ein  harter  Schlag  für  die  im  Kondeland
  immer  mehr  aufblühende  Missionsarbeit- 



D.  Warneck,  der  Herausgeber  der  „Allgemeinen
Missionszeirschrift“,  ist  zum  Professor  an  der  Universität
  Halle  ernannt  worden.  Dies  ist  der  erste  offizielle
  Lehrstuhl  für  Missionswissenschaft  an  einer
deutschen  Universität.  Es  liegt,  wie  die  „Evangelischen
  Missionen“  betonen,  in  der  Errichtung  desselben
ein  wichtiger  Fortschritt  in  der  allgemeinen  Anerkennung
  der  Bedeutung  des  Missionslebens  für  Kirche
und  Wissenschaft.  «  -

In  einem  Rückblick  auf  ihre  Thätigkeit  im  letzten
Jahrzehnt  (1885  bis  1895)  kann  die  Rheinische
Missionsgesellschaft  in  folgenden  Zahlen  ein
ganz  außerordenkliches,  erfreuliches  Wachsthum  ihres
Werkes  feststellen:  damals  hatte  sie  68  enropäische
Missionsarbeiter,  jetzt  111;  damals  54  Missionsstationen,
  jetzt  74,  damals  68  Außenstationen,  jetzt
156,  damals  26  974  Christen,  jetzt  60  144.

Die  Berliner  Kolonialausstellung  hat  Herrn
Missionsinspektor  Merensky  für  seine  Bemühungen
um  die  Ausstellung  der  evangelischen  Missionen  die
silberne  Medaille  verliehen.

Wie  die  „Nachrichten  der  Pallottiner-Mission“
melden,  sind  in  Kamerun  die  Missionare  P.  Eberwein
  und  Bruder  Schubert  gestorben.

Am  2.  September  zogen  abermals  vier  Schwestern
aus,  um  den  Vorgängerinnen  Verstärkung  zu  bringen,
die  sie  sehnsüchtig  erwarteten,  denn  die  vorgefundene
Arbeit  ging  über  ihre  Kräfte.  Da  die  Noth  in
Marienberg  und  Hribi  gleich  groß  war,  so  waren
die  ersten  Ankömmlinge  getheilt  worden  und  Schwester
Christine  ging  mit  Schwester  Dominika  nach
Marienberg,  während  Schwester  Agatha  mit  Schwester
  Gerkrud  in  Kribi  verblieb.  Zwei  Schwestern
bei  viel  Arbeit,  das  konnte  auf  die  Dauer  nicht
gehen  und  so  wurde  so  schnell  als  möglich  die  zweite
Expedition  ausgerüstet.  Diesmal  waren  zwei  der
        <pb n="207" />
        Schwestern,  Schwesier  Marianne  und  Schwester
Martha,  so  glücklich,  zum  zweiten  Male  in  das  geliebte
  Missionsfeld  zurückkehren  zu  dürfen,  wo  sie
früher  schon  2½  Jahre  gewirkt  hatten.  Schwester
Katharina  und  Schwester  Klara  begleiteten  sie.
Alle  sind  Bayerinnen.  Ueber  den  Gesundheitszustand
der  ersten  Schwestern  sind  bisher  nur  günstige  Nachrichten
  gekommen.

Acht  Tage  später  folgte  der  mit  dem  englischen
Dampfer  abgegangenen  Schwesternexpedition  wieder
eine  Aussendung  von  einem  Priester  und  zwei  Brüdern.
  P.  Pfändler  ist  zum  Ersatz  von  P.  Eberwein
hinausgesandt  worden,  ihn  begleiteten  die  Brüder
Martin  Pfau  und  Josef  Hermann  Raible.

In  den  von  Marienberg  abhängigen  Schulen  sind
jetzt  etwa  650  Schüler,  während  in  der  Mission  selbst
etwa  100  vollständig  freie  Verpflegung  und  Erziehung
  erhalten.  Gegenwärtig  ist  P.  Georg  Walter
Vorstand  der  Station,  der  seit  April  zum  zweiten
Male  dort  thätig  ist,  nachdem  er  von  1890  bis  1893
alle  Strapazen  und  Entbehrungen  der  Missionsgründung
  mitgemacht  hatte.  Er  verträgt  jetzt  das
Klima  viel  besser  und  war  bisher  fieberfrei.  Marienberg
  scheint  überhaupt  auch  in  klimatischer  Beziehung
sich  bedeutend  gebessert  zu  haben.  Auch  P.  Josef
Müller  und  die  vier  Schwestern  befinden  sich  dort
verhältnißmäßig  ziemlich  wohl.

Auch  in  HKribi  schreitet  das  Missionswerk  stctig
vorwärts.  P.  König  war  seit  dem  letzten  Berichte
gezwungen,  seine  Thätigkeit  dort  aufzugeben,  um
droben  auf  dem  Berge  Heilung  zu  suchen.  An  seiner
Stelle  arbeitet  jetzt  P.  Ludwig  Otto  mit  nicht  minderem
  Eifer.  P.  König  hat  jetzt  wieder  Hülfe  bekommen
  in  P.  Pfändler,  der  am  30.  September
in  Kamerun  landete.  Seit  dem  Tode  des  P.  Eberwein
  war  P.  Ludwig  allein.  Auch  die  Nachbarstation
  Buambe  vergrößert  sich  bedeutend  und  möchte
eigene  Missionare  haben.  Auch  die  seit  einem  Jahre
bestehende  Schule  im  „Wasserfall“,  der  ein  Schwarzer
aus  Kribi  vorsteht,  hebt  sich  und  zählt  jetzt  über
50  Schüler.

Vom  Engelberge  brachte  uns  ein  Brief  von

Bruder  Paul  vor  einigen  Tagen  Nachricht.  Am
Rosenkranzfeste  wurde  die  Kirche  eingeweiht.  Sie
ist  bis  auf  die  Seitenaltäre  fertiggestellt.  Die  Einsegnung
  vollzog  P.  König.  Nach  dem  Evangelium
stimmte  die  Schuljugend  zum  ersten  Male  in  der
Bakwirisprache  das  Lied  an:  „Komm,  heiliger  Geist.“
In  derselben  Sprache  hielt  P.  König  eine  Aurede.
Er  hat  sich  also  während  seines  kurzen  Aufenthaltes
dort  oben  schon  das  dritte  Negeridiom  zu  eigen  gemacht.
  Freilich  sind  das  eigentlich  nur  Dialekte  einer
Sprache,  aber  doch  so  verschieden  wie  etwa  schwäbisch
und  plattdeutsch.

Die  größte  Kalamität  auf  dem  Engelberge,  der
Wassermangel,  ist  auch  glücklich  beseitigt  durch  Anlegung
  einer  Cisterne,  die  sich  sehr  gut  bewährt.

Der  Kaffee  gedeiht  wundervoll,  und  wieder  sind
Tausende  von  jungen  Pflänzchen  gesetzt  worden.

 

105  —

Die  Mission  baut  in  Limburg  jetzt  ein  grosiartiges
  Gebände  für  250  Personen.  Die  Studienanstalt
  in  Ehrenbreitstein  wird  von  74  Personen
(3  Patres,  3  Professoren,  54  Studenten  und  14  Brüder)
  gegenwärtig  bewohnt.  Im  Winter  erfuhr  die
Anstalt  den  Besuch  des  apostolischen  Präfekten
P.  Vieter.

Das  apostolische  Vikariat  von  Unyanyembe
  wird  im  Norden  durch  das  apostolische
Vikariat  Südnyansa  begrenzt,  im  Osten  durch  das
von  Nordsansibar,  im  Süden  durch  das  apostolische
Vikariat  Tanganyika,  und  im  Westen  durch  den
Tanganyikasee.  Diesem  Vikariate  steht  der
P.  Gerboin  als  apostolischer  Administrator  vor.
Das  Personal  besteht  aus  14  Missionaren  und  vier
weißen  Schwestern,  die  sich  auf  vier  Stationen  vertheilen.
  «

A.  Maria  Hilf  in  Uschirombo,  Land  der  Basumbwa.
  Die  Basumbwa  sind  eine  Unterabthellung
des  Stammes  der  Bazinza.  Uschirombo  nebst  den
anderen  kleinen  umliegenden  Ländern  war  lange  Zeit
ein  Anziehungs=  und  Sammelpunkt  für  das  Räubervolk
  der  Wangoni.  Alle  begrüßten  es  daher  mit
Freuden,  als  die  Missionare  kamen,  um  sich  dauernd
dort  niederzulassen.  Die  Mission  steht  heute  in  voller
Blüthe.  Nachdem  der  König  Ndega  gestorben,  wurde
sein  Sohn  Robert,  ein  Getaufter,  vom  ganzen
Lande  zu  seinem  Nachfolger  bestimmt.

Die  Station  in  Uschirombo  zählt  vier  Missionare,
  vier  Schwestern,  ein  Waisenhaus  für  Knaben
mit  81  Kindern,  ein  Waisenhaus  für  Mädchen  mit
60  Kindern,  ein  Asyl  für  alte,  verlassene  Frauen,
das  15  Personen  enthält,  25  Familien,  ehemalige
Sklavenkinder,  450  Neuchristen,  1500  Katechumenen,
vier  Kirchen  oder  Kapellen,  eine  Katechetenschule,
eine  Knaben=  und  Mädchenschule,  zusammen  100
Kinder,  zwei  Apotheken,  wo  man  monatlich  1000
bis  1200  Kranke  verpflegt,  zehn  Katecheten.

Ein  Alphabet  und  ein  kleiner  Katechismus  in  der
Kisumbwasprache  sind  bereits  gedruckt  worden.

B.  St.  Michael  von  Msalala.  Die  Station
von  Msalala  befindet  sich  bei  den  Watakuma,  einem
Unterstamme  der  Wanjamwesi.  Die  Watakuma  sind
Handelsleute  und  Träger,  die  jedes  Jahr  zur  Küste
gehen,  um  dort  ihr  Elfenbein  zu  verkaufen.  Der
Häuptling  von  Msalala,  Wimu,  ist  den  Missionaren
stets  sehr  gewogen.  Er  kommt  selbst  zum  Unterricht
  und  läßt  seinen  Unterthanen  alle  Freiheit,  sich
unterrichten  zu  lassen.  Diese  Station  wurde  im
Jahre  1892  gegründet,  und  1896,  am  15.  August,
konnten  bereits  die  ersten  zehn  getauft  werden,  nachdem
  sie  ihre  vierjährige  Probezeit  vollendet.  Die
Mission  zählt  drei  Missionare,  zwölf  Waisenkinder,
vier  Familien  von  ehemaligen  Waisen,  26  Getaufte,
etwa  100  Katechumenen,  die  sich  auf  die  heilige  Taufe
vorbereiten,  zwei  Katecheten,  eine  Schule  mit  etwa
50  Schülern,  eine  Kapelle,  eine  Apotheke,  wo  man  20
bis  30  Kranke  täglich  verpflegt.
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        C.  Ndnula.  Die  Mission  wurde  im  Jahre  1896
bei  den  Wataluma  gegründet.  Sie  liegt  zwei  Tagereisen
  südlich  von  Msalala  und  ist  von  Tabora
gleichfalls  in  zwei  Tagen  zu  erreichen.  Die  Mission
zählt  augenblicklich  drei  Missionare,  eine  bescheidene
Kapelle,  einige  Waisenkinder,  18  Katechumenen,  eine
Apotheke.  »

D.  Mission  von  Urundi.  Drei  Missionare
sind  bereits  abgegangen,  um  diese  neue  Station  zu
gründen.
Ueber  die  Gründung  einer  neuen  Mission
der  Weißen  Bäter  meldet  P.  J.  van  der
Burgt  in  „Kreuz  und  Schwert“  aus  St.  Antonius
von  Urundi,  13.  August  1896:

Ende  Jumi  theilte  ich  Ihnen  in  aller  Eile  mit,
daß  wir  einen  neuen  Posten  in  Urundi  gründen
wollten.  Am  30.  Juni,  früh  morgens,  nahmen
wir  Abschied  von  Uschirombo  und  marschirten  mit
65  Trägern  nach  Westen,  dem  noch  unbekannten
Lande  zu.  Nach  einem  4stündigen  Marsche  lagerten
wir  bei  Kntutua,  dem  Könige  von  Utambola,  einem
kleinen  Lande  von  etwa  5000  Einwohnern.  Am
solgende  Tage,  1.  Juli,  gingen  wir  durch  den  Fluß
Nikonga,  der  die  Grenze  zwischen  Utambola  und
Runsewe  bildet,  und  waren  nun  Gäste  von  Mpangolola,
  König  der  berüchtigten  Wangoni,  eines
Stammes  von  Zulubriganten,  die  ehemals  den
Schrecken  des  Landes  bildeten.  Dieser  König,  ein
wahrer  Gentleman  von  einem  Neger,  empfing  uns
königlich.  Ein  prächtiger  Ochse  und  Lebensmittel  in
Ueberl  waren  sein  Geschenk  für  uns  und  unsere

eute.

Die  Wangoni  bewohnen  ein  schönes  Thal,
3  Stunden  lang  (von  Nord  nach  Süd)  und  2  Stunden
breit,  in  der  Mitte  des  Landes  Runseve  gelegen.
Wohl  80  Dörfer,  umgeben  mit  herrlichen  Feldern,
befinden  sich  in  dem  Thale.  Etwa  10  000  Menschen
wohnen  darin.  Mpangolola  ist  schon  lange  ein
Freund  der  Mission.

Wir  marschirten  nun  von  Osten  nach  Westen
durch  Runsewe,  in  dem  wir  noch  zwei  Nächte
lagerten.  Welch  trauriges  Land!  Nichts  als  Wald
und  Wildniß!  Kaum  4  bis  5  kleine  Dörfer  sahen
wir  in  den  drei  Tagen.

Am  4.  Juli  betraten  wir  Uha  oder  vielmehr
Uyungu,  das  den  nördlichen  Theil  von  Uha  bildet.
Wir  lagerten  eine  Stunde  östlich  von  dem  Flusse
Muyowosi,  den  wir  am  5.  Juli  überschritten;  am
6.  Juli  kamen  wir  bei  Kihumbi,  dem  Könige  von
Uha  an.  Dieser  empfing  uns  mit  großer  Zuvorkommenheit.
  Er  wünschte,  wir  sollten  bei  ihm
bleiben,  aber  unsere  Befehle  lauteten:  nach  Urundi.
Wir  konnten  den  König  und  sein  Volk  nur  auf  ein
anderes  Jahr  vertrösten.  Das  Land  Kihumbis  ist
herrlich;  seine  Residenz  befindet  sich  in  einem
reizenden,  von  einem  Flusse  bewässerten  Thale.  Uha
ist  nach  Norden  sehr  gebirgig.  Dieser  Theil  des
Landes  ist  dicht  bewohnt,  aber  man  sieht  keine

106

 

Dörfer;  alle  Hütten  liegen  überall  in  den  Feldern
zerstreut,  in  den  Thälern  und  an  den  Abhängen  der
Berge.  Es  ist  ein  Genuß,  von  einem  Hügel  herab
die  Landschaft  zu  betrachten.  Die  Waha  (Bewohner
von  Uhay  unterscheiden  sich  sehr  von  den  Uniamwesileuten;
  sie  bilden  eine  und  dieselbe  Rasse  mit  den
Bewohnern  von  Urundi  und  Ruanda.  Ihre  Größe
ist  über  mittel,  der  Schädel  knochig,  viereckig,  nicht
gerade  schön.  Es  ist  ein  rauhes,  kräftiges  Volk,  ganz
wie  das  Land.  Auf  uns  machten  die  Leute  den
besten  Eindruck.  Sie  bewohnen  kleine,  sehr  niedrige
Hütten,  wahre  Bienenkörbe,  deren  Strohdach  bis
zur  Erde  herabreicht.  Sie  bauen  vor  Allem  herrlichen
  weißen  Sorgho,  etwas  Pataten,  Maniok  und
Erdnüsse.  Viel  Tabak  und  Honig  findet  man  bei
ihnen.  Die  Ziegen  von  Uha  sind  bellebt  als  Handelsartikel;
  Gewehre  sieht  man  fast  gar  nicht,  ebenso
wenig  Baumwollstoffe.  Sie  bekleiden  sich  mit  Ziegenfellen
  und  mit  der  Rinde  eines  Baumes,  den  sie
usoni“  nennen.

Bis  zum  10.  Juli  blieben  wir  bei  Kihumbi.
Seine  Residenz  liegt  nur  sechs  Stunden  östlich  von
Urundi.  Das  Eindringen  in  das  sagenumwobene,
geheimnißvolle  Land  Urundi  erschien  anfangs  nicht
leicht.  Unsere  Träger  aus  Uschirombo  wollten  uns
davonlaufen,  denn  die  greulichsten  Geschichten  liefen
unter  ihnen  umher  über  Urundi  und  seine  Bewohner.
Unsere  armen  Träger  träumten  stets  von  den  schrecklichen
  Lanzen,  Pfeilen  und  Steinschloßgewehren  der
Warundi.  Sie  waren  sicher,  daß  wir  Alle  niedergemetzelt
  werden  würden.  Wir  schickten  deshalb
eine  Gesandtschaft  nebst  einem  Geschenk  an  Rumonge,
  einen  Häuptling  der  Warundi.  Die  Abgesandten
  kehrten  am  10.  Juli  mit  dem  Geschenk
urück.  Rumonge  habe  die  Annahme  verweigert,
berichteten  sic,  und  weiter  vorwärts  gehen  bedeute  Krieg.

Wir  gingen  trotzdem  vorwärts  und  lagerten  zu
Nantosi,  2½  Stunden  von  der  Grenze  Urundis.
Dort  blieben  wir  bis  14.  Juli.  Zu  allem  Unglück
wurde  Pater  von  den  Riesen  ernstlich  krank,
ebenso  unser  Führer.  Schließlich  krepirte  auch  noch
der  Reitesel  des  kranken  Paters.  Am  14.  Juli
gingen  wir  etwas  weiter  bis  Meranka,  2  Stunden
von  der  Grenze.  Nun  waren  aber  unsere  Träger
nicht  mehr  zu  halten;  ich  mußte  sie  nach  Uschirombo
zurückkehren  lassen.  Bereits  hatte  ich  mich  darauf
gefaßt  gemacht,  hier  am  Thore  Urundis  einige  Zeit
warten  zu  müssen,  da  plötzlich  erhielt  ich  am  15.
abends  beruhigende  Mittheilungen  von  der  Grenze.
Unsere  Abgesandten  hatten  uns  belogen;  man  versicherte
  uns,  die  Warundi  würden  uns  mit  Frohlocken
  empfangen.

Am  anderen  Tage,  16.  Juli,  überschritten  wir
die  Grenze  und  betraten  das  uns  verheißene  Land.
Kaum  hatten  wir  unser  Lager  bezogen,  da  erschienen
auch  schon  mehrere  Häuptlinge,  sowie  die  Schwester
des  Königs  Rumonge,  brachten  uns  Geschenke  und
Stroh,  das  sie  zum  Zeichen  der  Ehrung  und  Freundschaft
  uns  zu  Füßen  legten.
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        Am  anderen  Morgen  setzten  wir  unseren  Marsch
fort  und  trafen  gegen  9  Uhr  vormittags  in  der
Residenz  Rumonges,  des  gefürchteten  Oberhäuptlings
  oder  Watwale  von  Urundi,  ein.  Unser
Marsch  an  diesem  Tage  war  ein  wahrer  Triumphzug!
  Die  Begeisterung  des  Volkes  überstieg  alle
Begrisse.  Tausende  von  Warundi  begleiteten  uns,
ein  Meer  von  Lanzen  wogte  vor  und  hinter  uns
und  zu  beiden  Seilen.  Alle  Hügel,  Berggipfel,
Thäler  waren  schwarz  von  Menschen,  soweit  wir
marschirten,  als  ob  die  Erde  sie  ausgespieen  hätte.

Wir  errichteten  unser  Lager  100  m  vom
„Kraal“  Rumonges,  und  nun  entwickelte  sich  ein
Schauspiel,  das  uns  unvergeßlich  bleibt.  Den  ganzen
Tag  über  waren  wir  Gegenstand  der  Ehrenbezengungen
  des  Volkes  und  das  gespendete  Stroh  wuchs
zu  großen  Haufen  an.  Erst  kamen  die  Männer,
dann  die  Frauen  und  Kinder,  und  wenn  ich  hier
und  da  einer  Mutter  einige  rothe  Perlen  gab,  so
stieg  die  Begeisterung  ins  Ungemessene.  Nach  den
Ehrenbezeugungen  kamen  die  kriegerischen  Festspiele,
an  der  Tausende  mit  Lanzen  bewaffneter  Warundi
theilnahmen.  Am  Nachmittag  kam  Rumonge  selbst,
um  uns  zu  begrüßen  und  uns  sein  Geschenk  zu
überbringen.  Er  ist  ein  ann  von  etwa  70
Jahren,  aber  noch  recht  rüstig.  Natürlich  brachten
auch  wir  ihm  unser  Geschenk,  das  ihn  entzückte.
Wir  sind  die  besten  Freunde  von  der  Welt  geworden.


An  den  folgenden  Tagen  besichtigten  wir  die
Umgebung,  um  den  Ort  zu  finden,  an  dem  wir  uns
endgültig  niederlassen  wollten.  Wir  durftien  ganz
nach  Belieben  wählen.  Wir  hatten  schon  von
Musabiko,  einem  der  mächtigsten  Häuptlinge  des
Landes,  gehört,  der  zehn  Stunden  weiter  am  Ufer
des  Ruwuru  wohnt.  Mit  ihm  wollten  wir  uns  in
nähere  Verbindung  setzen,  und  so  marschirten  wir
am  20.  Juli  von  Kinani  wieder  ab.  An  diesem
Tage  kamen  wir  2½  Stunden  weit  westlich  bis
nach  Isagara,  zum  Häuptling  Sengona.  In
Wirklichkeit  hat  Urundi  keinen  eigenklichen  König.
Der  von  Reisenden  genannte  Kisabo  ist  nur  der
Name  einer  verflossenen  Herrscherfamilie.  Musabiko
  scheint  so  etwas  zu  sein  wie  Pipin  von
Heristall  seinerzeit  bei  den  Franken  war,  das
ganze  Urundi  aber  untersteht  einer  gewissen  Anzahl
von  „Baronen“  oder  „Herzogen",  die  alle  mehr
oder  weniger  Macht  besitzen.

In  Isagara  blieben  wir  mehrere  Tage  und
sanden  Gelegenheit,  uns  schon  ein  wenig  das  Vertrauen
  unserer  neuen  „Pfarrkinder“  zu  erwerben,  die
massenhaft  zu  uns  kamen.  Die  Warundi  bilden  eine
stattliche  Negerrasse,  groß  und  schlank,  stolz,  rauh
und  abgehärtet  wie  ein  Gebirgsvolk,  frei  und  eifersüchtig
  auf  seine  Unabhängigkeit.  Niemals  gelang
es  den  Arabern,  in  Urundi  einzudringen.  Der  berüchtigte
  Sklavenräuber  Rumaliza  hat  es  nur  einmal
  versucht,  sich  da  Beute  zu  holen;  er  kam  niemals
  wieder.  Mirambo,  den  Stanley  den

107

 

schwarzen  Napoleon  nennt,  fand  in  Urundi  sein
Waterloo,  ganz  nahe  bei  uns,  in  Musale,  welcher
Ort  dadurch  in  ganz  Ostafrika  berühmt  geworden  ist.

Bis  zum  10.  August  blieben  wir  bei  Sengona
in  Isogara.  Während  dieser  20  Tage  unterhandelten
wir  mit  dem  mächtigen  Musabiko.  Wir  ließen  ihm
zunächst  durch  Rumonges  Bruder  sagen,  daß  wir
seine  Freunde  werden  und  bei  ihm  bleiben  wollten.
Einige  Tage  später  erfuhren  wir,  daß  Musabiko
ein  großes  Geschenk  für  uns  vorbereite  und  sogar
alle  seine  untergebenen  Watwale  (wohl  Dorföltesten)
aufgefordert  habe,  dazu  beizutragen.  Endlich,  am
31.  Juli  mittags,  erhielten  wir  Meldung,  daß  von
Musabikos  Seite  her  eine  Menschenmenge  heranziehe.
  Eine  halbe  Stunde  später  war  der  Volkshaufe
  vor  unserem  Zelte.  Ein  Nyampara  (etwa
Minister)  des  Fürsten,  ein  strammer  Neger  mit
energischem  Auftreten,  übergab  uns  als  Zeichen  der
Freundschaft  seines  Herrn  einen  Prachtochsen  und
30  Ziegen.  Am  anderen  Tage  kehrte  der  Gesandte
  zurück  und  nahm  unser  Geschenk  für  Musabiko
  mit.

Am  10.  August  zogen  wir  wieder  weiter,  aber
es  ging  langsam,  denn  die  Leute  von  Urundi  haben
keine  Uebung  im  Lastentragen,  und  es  war  sehr
schwer,  die  nöthige  Anzahl  Träger  zu  finden.  Die
Häuptlinge  halsen  uns,  indem  sie  ihren  Unterthanen
befahlen,  unser  Gepäck  von  einem  Lagerplatze  zum
anderen  zu  schaffen.  Ueberall  auf  dem  Wege  war
die  Bevölkerung  freundlich  gegen  uns.  So  marschirten
  wir  drei  Tage  westlich  und  ein  wenig  südwestlich.
  Welch  herrliches  Land,  das  Urundi!  Ueberall
herrliche  Berge,  überall  dichte  Bevölkerung.

Am  12.  August  kamen  wir  nach  Kamunda,  der
Residenz  Siwurungus,  eines  Bruders  von  Musabiko,
  und  von  diesem  Orte  aus  schreibe  ich  diese
Zeilen.  Siwurungu  hat  uns  königlich  aufgenommen.
  Er  ist  ein  sehr  schöner  Mann,  noch  ziemlich
  jung  und  wohlgebaut,  von  nicht  gewöhnlichem
Aeußern.  ,

Von  hier  aus  gehen  wir  wahrscheinlich  zu
Musabiko;  das  sind  noch  drei  Marschtage.  Er  residirt
  —  sagt  man  —  am  Ruwuru  (Rogero)  westlich
  von  hier.  Sein  Bruder  glaubt,  er  werde  uns
hierher  entgegenkommen.

Die  Missionare  vom  heiligen  Herzen  Jesu  haben
letzten  Sommer  von  der  deutschen  Regierung  Einlaß
  auf  deutschen  Boden  erlangt  und  zugleich  die
Genehmigung,  zu  Hiltrup  bei  Münster  ein  Missionshaus
  speziell  für  die  deutschen  Schutzgebiete  der
Südsee  zu  gründen.  Ueber  die  Genossenschaft  der
Missionare  vom  hochheiligen  Herzen  Jesu  berichtet
„Kreuz  und  Schwert“:

Die  Genossenschaft  der  Missionare  vom  hochheiligen
  Herzen  Jesu  ist  noch  ganz  frischen  Datums.
Ihr  Stifter  J.  Chevalier  lebt  noch  und  befindet
sich  in  Issoundun  (Indre,  Frankreich).  Im  Jahre
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        1869  legten  fünf  Priester  ihre  Gelübde  ab  als
Missionare  vom  heiligen  Herzen  Jesu.

Im  Jahre  1877  erhielten  die  Statuten  die  erste
und  1891  die  endgültige  Approbation  vom  heiligen
Stuhle.  Inzwischen  waren  in  verschiedenen  Ländern
Europas  Niederlassungen  der  Genossenschaft  bewerkstelligt
  worden,  wie  in  Spanien  zu  Barcelona,  in
Italien  zu  Rom,  in  England  zu  Glastonbury,  in
Amerika  zu  Wassertown,  in  Australien  zu  Sydney.
Als  der  französische  Kulturkampf  die  meisten  religiösen
  Genossenschaften  des  Landes  aufhob,  kamen
mehrere  Missionare  vom  hochheiligen  Herzen  Jesu
nach  Tilburg  in  Holland  und  errichteten  dort  ein
Kloster.  Hier  fanden  die  ersten  Jünglinge  deutscher
Zunge  Aufnahme.

Da  auch  Holland  viele  Zöglinge  sandte,  wurde
in  wenigen  Jahren  der  Raum  zu  klein,  und  der
noch  junge  Baum  konnte  einen  Zweig  nach  Antwerpen
  überpflanzen.  Der  heilige  Vater  selbst  hatte
die  Missionare  angeeifert,  die  neue  Niederlassung
zum  Besten  der  Südsee  zu  errichten.  Dieses  in  der
Scheldestadt  im  Jahre  1886  errichtete  Missionshaus
sollte  die  Pflanzschule  werden  für  deutsche  Missionare,
  deren  Eifer  die  inzwischen  entstandenen  deutschen
  Besitzungen  in  der  Südsee  anvertraut  würden.
Seitdem  strömten  aus  allen  Provinzen  Deutschlands
Jünglinge  nach  Antwerpen.  Nach  10  jährigem  Bestande
  dieses  Missionshauses  zählt  die  Genossenschaft
ungefähr  188  Mitglieder  deutscher  Zunge,  d.  h.
12  Priester,  43  Scholastiker  (Theologen  und  Philosophen),
  13  Novizen  und  75  Zöglinge  in  den  verschiedenen
  Gymnasialklassen.  Den  größten  Zuwachs
gewährten  Rheinland  und  Westfalen,  wie  denn  auch
jetzt  noch  bei  Weitem  die  größte  Zahl  Anfragen  um
Aufnahme  aus  diesen  Provinzen  kommen.  Mehrere
Kinder  dieser  Provinzen  wirken  jetzt  mit  Erfolg  als
eifrige  Missionare  in  der  fernen  Südsee.

 

Die  Missionsgesellschaft  von  St.  Otilien,
welche  bekanntlich  dem  Benediktiner-Orden  angehört,
hatte,  wie  gemeldet,  vor  Jahresfrist  ihren  Generalobern
  verloren,  indem  P.  Amrhein  die  Leitung
der  von  ihm  gegründeten  Genossenschaft  niederlegte.
An  seine  Stelle  „ist  der  bisherige  Abt  von  Seckau,
P.  Ildefons  Schober  getreten,  welcher  zum  General-Superior
  der  St.  Benediktus-Missionsgenossenschaft
  zu  St.  Otilien  ernannt  wurde.

In  Lukuledi  (Ostafrit)  starb  am  6.  November
der  Benediktiner-Bruder  Joseph  Meyer  am  Fieber.
Er  wurde  im  Mai  1894  nach  Afrika  gesandt.

Rus  fremden  Molonien.
Eisenbahnen  im  englischen  westafrika.
In  der  Goldlüstenkolonie  ist  zu  Eisenbahnbauzwecken

zwar  die  Strecke  von  der  Kormantanbai,  etwa  drei
englische  Meilen  westlich  von  Saltpond,  bis  etwa

 

108

 

Appam  besichtigt  worden,  jedoch  haben  weitere  Vorbereitungen
  nicht  stattgefunden.  Die  Regierung  der
Goldküste  hat  das  Projekt  des  Baues  von  Eisenbahnen
  angeblich  vorläufig  fallen  lassen  und  auch  für
das  Jahr  1896  einen  Betrag  für  solche  Zwecke  im
Etat  nicht  vorgesehen.

In  der  Kolonie  Lagos  ist  eine  Bahn  von  dort
über  Ibadan  nach  Abeokuta  projektirt.  Die  Linie
ist  bereits  besichtigt  worden,  und  ist  man  seit  Anfang
  1896  damit  beschäftigt,  die  Route  zu  vermessen.
Mit  dem  Bau  einer  Eisenbahnbrücke  über  die  Lagoslagune
  ist  bereits  begonnen.

In  Sierra  Leone  wird  bereits  an  der  Ausführung
der  Eisenbahn  von  dort  nach  Songo  Town  gearbeitet.
Die  im  Bau  begriffene  Strecke  ist  30  Meilen  lang
und  ist  ihre  spätere  Verlängerung  in  Aussicht  genommen.
  In  Verbindung  mit  dieser  Hauptstrecke
steht  eine  Zweiglinie,  welche  vom  Kai  ausgeht  und
zur  Beförderung  von  Eisenbahnmaterial  dienen  soll.
Der  Bahnbau  ist  Ende  Januar  1895  begonnen
worden.  Die  Zweiglinie  war  bereits  im  Februar  1896
bis  auf  das  Legen  von  Schienen  fertig.  Im  Mai
d.  Is.  wurde  dies  nachgeholt  und  das  Schienenlegen
auf  einem  Theil  der  Hauptstrecke  begonnen.

Im  Laufe  des  diesjährigen  Sommers  wurden
die  Weichen,  Lokomotivschuppen,  Werkstätten  und
Magazine  gebaut.  Die  Monate  Oktober  und  November
  d.  Is.  sind  zur  Vorbereitung  des  Baues  von
Brücken,  Abzugskanälen  und  Viadukten  benutzt  worden.
Man  nimmt  mit  Bestimmtheit  an,  daß  die  Eisenbahn
Ende  1899  eröffnet  wird.

Wegen  des  starken  Regenfalles,  welchem  die  Kolonie
  ausgesetzt  ist,  muß  die  Bahn  äzußerst  solide
gebaut  werden.  Mit  Rücksicht  hierauf  und  das  gebirgige
  Terrain  belaufen  sich  die  Baukosten  auf
5000  Pfd.  Sterl.  per  Melle.  Eine  Ueberschreitung
des  Anschlages  ist  aber  nicht  zu  erwarten.

Barbados  im  Jahbre  1895.

Die  Einnahmen  beliefen  sich  nach  dem  amtlichen
Jahresberichte  auf  146  315  Pfd.  Sterl.,  gegen
160  624  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894;  die  Ausgaben
  betrugen  152  039  Pfd.  Sterl.,  gegen  161279
Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894.  Den  Hauptposten  der
Einnahmen  bilden,  wie  auch  in  den  Vorjahren,  die
Zölle;  sie  betragen  für  1895  82  529  Pfd.  Sterl.
Die  Einnahmen  sind  seit  dem  Jahre  1890,  in  dem

sie  sich  auf  186  179  Pfd.  Sterl.  beliefen,  beständig

gefallen.

Den  Grund  des  starken  Sinkens  der  Einnahmen
im  Jahre  1895  bildet  anhaltende  Dürre  und  eine
Krankheit  (fungus  disease),  welche  das  Zuckerrohr,
das  bei  Weitem  wichtigste  Produkt  der  Insel,  befallen
  hat.  Die  Folge  dieser  ungünstigen  Umstände,
zu  denen  auch  noch  der  niedrige  Preis  des  Zuckers
hinzukam,  war  ein  allgemeiner  wirthschaftlicher
Niedergang.  Die  Ausfuhr  von  Zucker  sank  im
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        Wirthschaftsjahre  1894  bis  1895  auf  36,451  Hogsheads,
  das  heißt  24  093  Hogsheads  weniger,  als
der  Durchschultt  der  Ausfuhr  in  den  vier  Vorjahren
betrug.  Die  Lage  der  Pflanzer  wurde  bei  den
schlechten  Aussichten  auf  dem  Zuckermarkte  eine
schwierige.  Die  Arbeiterbevölkerung  neigte  bei  dem
Mangel  an  Beschäftigung  zu  Gewaltthätigkeiten.
Auch  der  Werth  der  Einfuhr  fiel  um  242  036  Pfd.
Sterl.  gegen  den  früheren  Durchschnitt.  Seit  dem
im  August  gefallenen  Regen  hat  sich  jedoch  die
wirthschaftliche  Lage  wieder  gebessert,  namentlich  da
auch  gleichzeitig  der  Preis  des  Zuckers  wieder  stieg,
und  zwar  besonders  infolge  der  durch  den  Krieg
auf  Kuba  angerichteten  Verwüstungen,  welche  ein
Sinken  des  jährlichen  Zuckerexporks  von  dort  nach
den  Vereinigten  Staaten  von  1  000  000  Tonnen
auf  77  000  Tonnen  bewirkten.

Außerdem  sind  auf  Anregung  der  landwirthschaftlichen
  Versuchsstation  der  Regierung  die  meisten
Zuckerpflanzer  auf  Barbados  behufs  Bekämpfung  der
Zuckerrohrkrankheit  dazu  übergegangen,  anstatt  des
bisher  meist  gepflanzten  Bourbon-Zuckerrohrs  andere
Arten  von  Zuckerrohr  anzupflanzen,  welche  der
Krankheit  weniger  ausgesetzt  sind.

Um  die  Zuckerindustrie  zu  heben,  wurde  beabsichtigt,
  unter  finanzieller  Beihülfe  der  Regierung
eine  Central-Zuckerfabrik  zu  erbauen,  welche  im
Stande  wäre,  das  Zuckerrohr  von  1500  Acker  zu
verarbeiten.  Es  soll  hierdurch  bezweckt  werden,  eine
möglichst  gute  Qualität  Zucker  zu  produziren  und
beim  Verkauf  die  Vortheile  des  Marktes  möglichst
auszunutzen.  Diese  Einrichtung  soll  besonders  den
kleinen  Pflanzern  zu  gute  kommen,  welche  bisher
das  Zuckerrohr  noch  in  primitiver  Weise  in  vom
Winde  getriebenen  Mühlen  verarbeiten.  Die  Angelegenheit
  ist  indessen  im  Jahre  1895  noch  nicht
zum  Abschluß  gelangt.

Außerdem  ist  hervorzuheben,  daß  von  der  Regierung
  die  bisher  im  Besitze  zweier  Gesellschaften
befindlich  gewesenen  Wasserwerke  übernommen  worden
sind.  Es  ist  zu  dem  Zwecke  eine  öffentliche  Schuld
von  375  000  Pfd.  Sterl.  ausgenommen  worden.
Behufs  Aufbringung  des  für  die  Verzinsung  und
Amortisation  dieser  Anleihe  erforderlichen  Betrages
sind  im  April  1895  die  Zölle,  welche  1891  herabgesetzt
  waren  (wodurch  ein  jährlicher  Ausfall  in
der  Einnahme  von  12  700  Pfd.  Sterl.  herbeigeführt
war),  wieder  auf  die  vor  1891  geltenden  Tarissätze
erhöht  worden.

Einfuhr  und  Ausfuhr.

Die  Einfuhr  nach  Barbados  im  Jahre  1895
betrug  956  921  Pfd.  Sterl.,  gegen  1  279  335  Pfd.
Sterl.  im  Jahre  1894  und  1  193724  Pfd.  Sterl.
im  Jahre  1890;  der  Durchschnitt  der  jährlichen
Einfuhr  von  1890  bis  1894  war  1  198  957  Pfd.
Sterl.  Von  der  Einfuhr  des  Jahres  1895  entfielen
  3491  434  Pfd.  Sterl.  auf  England  (116  099
Pfd.  Sterl.  weniger  als  1894),  184  154  Pfd.  Sterl.

 

109

 

auf  Englische  Kolouien  (43  361  Pfd.  Sterl.  weniger
als  18914)  und  381  333  Pfd.  Sterl.  auf  andere
Länder  (162  952  Pfd.  Sterl.  weniger  als  im  Vorjahre);
  unter  den  letzteren  waren  die  Vereinigten
Staaten  mit  336  558  Pfd.  Sterl.  betheiligt.

Der  Werth  der  eingeführten  Nahrungsmittel
(außer  Spirituosen  und  Tabak)  betrug  382  826  Pfd.
Sterl.,  gegen  428  403  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894;
der  Bedarf  an  eingeführten  Nahrungsmitteln  war
infolge  der  langen  Trockenheit  bis  zum  August  1895
ein  außergewöhnlich  hoher.

Die  Ausfuhr  des  Jahres  1895  belief  sich  auf
587  298  Pfd.  Sterl.,  gegen  984  512  Pfd.  Sterl.
im  Jahre  1894  und  1204  390  Pfd.  Sterl.  im
Jahre  1890.  Der  Durchschnitt  der  jährlichen  Ausfuhr
  von  1890  bis  1894  betrug  1  034  562  Pffd.
Sterl.;  sie  erreichte  den  höchsten  Betrag  1893  mit
1  243  083  Pfd.  Sterl.

Von  der  Ausfuhr  des  Jahres  1895  bildeten
394  591  Pfd.  Sterl.  Produkte  und  Fabrikate  von
der  Jusel  selbst.  Hiervon  wiederum  entfiel  der
größte  Theil  auf  den  Zucker,  nämlich  282  092  Pfd.
Sterl.  (J  36  451  Tonnen),  gegenüber  616  253  Pfd.
Sterl.  (—  65  222  Tonnen)  im  Jahre  1894  und
851  780  Pfd.  Sterl.  (—  67  157  tons)  im  Jahre
1893.  Der  bei  Weitem  größte  Theil  des  Zuckers
wird  nach  den  Vereinigten  Staaten  ausgeführt.
Die  Gesammtausfuhr  nach  den  Vereinigten  Staaten
betrug  1895  226  096  Pfd.  Sterl.,  nach  Britisch-Westindien
  und  Britisch=  Guyana  167  142  Pfd.
Sterl.,  nach  Britisch  -Nordamerika  95  849  Pfo.
Sterl.,  nach  England  69,760  Pfd.  Sterl.  Die
Ausfuhr  von  Rum  fiel  von  12  962  Gallonen  im
Jahre  1894  auf  8  877  Gallonen  im  Jahre  1895.

Schiffsverkehr:  die  Insel  wurde  1895  von  1714
Schiffen  (—  916  766  Tonnen  Gehalt)  angelaufen;
darunter  befanden  sich  405  Handelsdampfer  (Tonnengehalt
  =  608  821).  Der  Nationalität  nach  waren
1173  Schiffe  (mit  693  306  Tonnet)  britische  und
38  (mit  16  700  Tonnen)  deutsche.

Die  African  Lakes  Corporation,

welche  den  Handel  auf  dem  Sambesi,  Schire  und
Nyassa  in  den  Händen  hat,  zahlt  dies  Jahr  7½
Prozent  Dividende.  »

Zir  John  Bates  EChurston.

Der  britische  High  Commissioner  of  the  Western
Pacisic  and  Governor  of  Fiji  Sir  John  Bates
Thurston  ist,  nach  Drahtmeldungen  englischer  Blätter,
gestorben.  Thurston  hat  bei  den  deutsch-englischen
Verhandlungen  über  die  Abgrenzung  der  Gebiete
in  der  Südsec  seinerzeit  mitgewirkt.

–
        <pb n="212" />
        .  Dag-Budgetvondahqmeyfjivxsg7
sieht1785000Fres.Einnahmenvv-:.1679000
Frcs.  werden  durch  Zölle  und  andere  indirekte  Abgaben,
  62  000  Frcs.  durch  andere  Einnahmen  aufgebracht.


Die  Ausgaben  für  die  eingeborenen  Truppen
sind  auf  391  210,  die  für  den  Zolldienst  auf  847  064,
für  öffentliche  Arbeiten  auf  234  346  Fres.  veranschlagt.
  100  000  Frcs.  sind  für  Besetzung  des  Hinterlandes
  ausgeworfen.  Für  unvorhergesehene  Ausgaben
stehen  nur  50  668  Frcs.  zur  Verfügung.

Die  Daussah-Association  in  England

geht  mit  dem  Plan  um,  eine  dauernde  Centralstelle
für  das  Studium  der  Haussahsprache  und  Ausbildung
von  Eingeborenen  der  Haussahländer,  angeblich  in
Tripolis,  zu  errichten.  Die  von  dem  geistigen  Leiter
der  Association,  Reverend  Robinson,  von  einer  Reise
nach  Westafrika  mitgebrachten  Haussahhandschriften
sind  im  Verlage  der  Cambridge  University-Preß  in
einer  Faksimileausgabe  mit  englischer  Uebersetzung
erschienen.  In  diesem  Jahre  soll  eine  Haussahgrammatik
nebst  Lesebuch  von  Reverend  Robinson  erscheinen.
Die  Association,  welche  in  naher  Verbindung  mit
der  Niger  Company  steht,  sammelt  jetzt  neue  Mittel,
anscheinend,  um  ihre  Thätigkeit  noch  auszudehnen.

Titterarische  Belprechungen.

Ullerhöchste  verordnung,  betreffend  Beschränkungen
der  Einfuhr  aus  Asien.

Der  „Reichsanzeiger“  bringt  eine  Kaiserliche  Verordnung,
  betreffend  Beschränkungen  der  Einfuhr  aus
Asien,  vom  8.  Februar  1897,  welche  besagt:

Zur  Verhütung  der  Einschleppung  der  Pest  ist
die  Einfuhr  nachbenannter  Gegenstände  zur  See  aus
Persien,  dem  Festlande  Vorderindiens,  Formosa,
Hongkong,  Makao  und  China  südlich  des  30.  Breitengrades
  bis  auf  Weiteres  verboten:

Leibwäsche,  alte  und  getragene  Kleidungsstücke,
gebrauchtes  Bettzeug,  Hadern  und  Lumpen  jeder
Art,  Teppiche,  Menschenhaare,  ungegerbie  Felle

und  Hiäute,  unbearbeitete  Haare  und  Borsten,

Wolle,  Klauen  und  Hufe.

Auf  Leibwäsche,  Kleidungsstücke,  Bettzeug  und
Teppiche,  welche  Reisende  zu  ihrem  Gebrauch  mit
sich  führen,  oder  welche  als  Umzugsgut  eingeführt
werden,  findet  das  Verbot  des  §  1  keine  Anwendung.
  Jedoch  kann  die  Gestattung  der  Einfuhr  derselben
  von  einer  vorherigen  Desinfektion  abhängig
gemacht  werden.  4  #
Der  Reichskanzler  ist  ermächtigt,  Ausnahmen
von  dem  Einfuhrverbot  unter  Anordnung  der  erforderlichen
  Vorsichtsmaßnahmen  zuzulassen.

110

in  den  Tagen  vom  17.  bis

 

Deutsche  Schutzgebiete.

Ueber  die  deutschen  Schutzgebiete  schreibt  die
Handelskammer  zu  Hamburg  in  ihrem  Bericht  für
1896:  Die  Verhältnisse  in  den  übrigen  deutschen
Schutzgebieten  haben  sich  wesentlich  konsolidirt.
Die  vorhandenen  Plantagen  beginnen  Erträgnisse  zu
liefern,  und  hierdurch,  wie  durch  die  Ergebnisse
wissenschaftlicher  Untersuchungen  über  die  Bodenbeschaffenheit
  und  die  sonstigen  maßgebenden  Bedingungen
  ermuntert,  wendet  sich  der  Unternehmungsgeist
  in  etwas  regerer  Weise  der  wirthschaftlichen
Ausnutzung  dieser  Gebiete  zu.  Ein  dringendes  Erforderniß
  für  deren  weitere  Entwickelung  ist  die  Herstellung
  von  Eisenbahnen,  für  welche  die  Uebernahme
einer  Zinsgarantie  seitens  des  Reiches  um  so  mehr
gerechtfertigt  erscheint,  als  das  Vorhandensein  von
Bahnen  eine  wesentliche  Verringerung  der  Kosten  für
die  Schutztruppe  gestatten  wird.  In  Hamburg  hat
sich  ein  Zweigverein  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
gebildet,  und  die  große  Zahl  von  Mitgliedern,  welche
sich  demselben  sofort  angeschlossen  hat,  zeigt,  daß
auch  hier  ein  bedeutendes  Interesse  für  unsere
Kolonien  besteht.  Mit  lebhastem  Bedauern  haben  die
hiesigen  Freunde  unserer  kolonialen  Entwickelung  den
Direktor  der  Kolonialabtheilung,  Herrn  Dr.  Kayser,
aus  dem  Amte  scheiden  sehen,  das  er  unter  schwierigen
Verhältnissen  mit  sichtbarem  Erfolge  geleitet  hat.
Nicht  geringer  ist  das  Bedauern  darüber,  daß  der
um  die  Erforschung  und  Entwickelung  Ostafrikas
hochverdiente  Major  v.  Wissmann  die  Stellung  als
Govwwerneur  des  dortigen  Schutzgebietes  niedergelegt
hat.  Es  darf  aber  gehofft  werden,  daß  die  Nachsfolger
  beider  Männer  die  Verwaltung  nach  denselben
bewährten  Grundsätzen  und  in  demselben  Geiste  fortführen
  werden.

Deutsche  Landwirtbschafts-Gesellschaft.

Die  Deutsche  Landwirthschafts-Gesellschaft,  welche

is  21.  Juni  d.  Is.  in

Hamburg  ihre  elfte  Wanderausstellung  abhält,  hat

beschlossen,  auch  Gegenstände  des  Landbaues  in  den

deutschen  Kolonien  zuzulassen.  Diese  Abtheilung
zerfällt  in  drei  Gruppen,  nämlich:
1.  Erzeugnisse  des  Landbaues,
2.  Hülfsstoffe  und  Hülfsmittel,

3.  Maschinen  für  den  Landbau  in  den  Kolonien.

Es  dürfte  wohl  zu  erwarten  sein,  daß  diejenigen

kolonialen  Kreise,  welche  sich  für  die  Verwerthung

der  deutschen  Kolonien  interessiren,  diese  Gelegenheit
benutzen,  um  den  Hunderttausenden  von  Besuchern
der  Hamburger  Ausstellung  die  Gegenstände  des
Landbaues  in  den  deutschen  Kolonien  vorzuführen.

Wie  uns  mitgetheilt  wird,  liegen  eine  Anzahl
Anmeldungen  bereits  vor.
        <pb n="213" />
        —  111  —

Ueber  den  Drogenhandel  während  des  Jahres  1896

berichtet  die  Firma  Brückner,  Lampe  &amp;amp;  Co.  in
Berlin  C.  Folgendes

Der  Impork  von  medizinischen  Vegetabilien
aus  dem  Auslande  hat  abermals  stark  zugenommen,
während  der  Anbau  solcher  Pflanzen  in  Deutschland
zurückgeht.

Es  sind  ganz  bedeutend  im  Preise  zurückgegangen

die  ätherischen  Oele:  Bergamott-,  Citronen-,
Nelken-,  Rosen-,  Sandelholz=  und  Pfesferminzöl.


Kampher  hat  sich  zu  einem  großen  Spekulationsartikel
  des  Drogenhandels  herausgebildet.  Er  kostete
Anfang  des  Jahres  1895  etwa  260  Mk.  per  100  kg,
stieg  auf  480  Mk.  infolge  Monopolisirung  durch  ein
Londoner  Syndikat,  welches  im  Mai  einen  Stoß
ahhielh  und  schloß  Ende  des  Jahres  1896  mit  etwa

75  Mk.  Die  Verwendung  von  Kampher  für  tech-#gee
  Zwecke  ist  sehr  groß.

Chinin  ist  von  etwa  50  Mk.  auf  etwa  35  Mk.
gesunken,  da  die  Anpflanzung  von  Chinabäumen  auf
Java  große  Fortschritte  gemocht  hat.  Es  wurden
bis  Ende  September  aus  Java  7  818  000  Pfund
gegen  5  829  700  Pfund  im  Jahre  1895,  also
2  000  000  Pfund  mehr  ausgeführt.  In  Java  selbst
sind  Fabriken  für  Chinin  im  Entstehen.

Cinchonidin  ist  in  ganz  kurzer  Zeit  um  fast
das  Dreifache  gestiegen.  Die  jetzt  fast  ausschließlich
zur  Verarbeitung  gelangenden  Javachinarinden  enthalten
  äußerst  wenig  Cinchonidin,  da  die  Kultur  seit
langer  Zeit  bestrebt  ist,  die  Nebenalkaloide  zu  Gunsten
des  Chinins  zu  verringern.

Cortex  Cbinae  (Chinarinde).  Sehr  billig
zu  kausen,  namentlich  die  beliebte  Cochabambarinde.

ocain.  Der  Anbau  des  Cocastrauches  hat  in
Peru  und  Bolivien  außerordentlich  zugenommen,
ebenso  die  Herstellung  von  halbgereinigtem  Cocain
daselbst.  In  Deutschland  wurden  eingeführt  etwa
2000  kg  Rohcocain  und  etwa  5000  Ballen  Blätter.
Der  Preis  von  reinem  Cocain  setzte  ein  mit  520  Mk.
per  Kilogramm  und  schloß  mit  etwa  410  Mk.  per
Kilogramm.  «

Vanille  hat  sich  gegen  die  Konkurrenz  des
Vanillins  ferner  standhaft  gehalten  und  keine  erhebliche
  Preiseinbuße  erfahren.

 

Titteratur.

Aus  allen  Welttheilen.  Herausgegeben  von

R.  Fitzner.  Berlin  1897.  Hermann  Peetel.

Hest  7  und  8  enthalten  folgende  Aufsätze  von
kolonialem  Interesse:  Hahn:  Siedelungs-,  Plantagen-,
Faktoreikolonien;  Kanstatt:  Die  Rinderpest  in  Södafrika
  Warneck:  Die  deutschen  evangelischen
Missionen;  Nusser-Asporkt:  Französische  koloniale
Nekonvaleszentenhäuser  rc.

Die  deulschen  Kolonien.  Vierte
Leipzig  1897.

Karl  Heßler:

vermehrte  und  verbesserte  Auflage.
Lang.

Das  vorliegende  Buch  hat  bei  jeder  der  Auslagen,
  die  es  in  rascher  Folge  erlebt  hat,  an  Umfang
  gewonnen.

Es  ist  jetzt  schon  auf  14  Bogen  gewachsen  und
ist  besonders  in  dem  Abschnitt  über  koloniale  Nutgewächse
  erweitert  worden.

Im  selben  Verlage  ist  die  knapper  gehaltene
kurze  Landeskunde  der  deutschen  Kolonien  von  Karl
Heßler  in  zweiter  Auflage  erschienen.

Beide  Schriften  eignen  sich  besonders  für  Schulzwecke.


G.  Schultze:  Im  Reich  der  Mitte  oder  die  Basler
Mission  in  China.  Basel  1897.  Missionsbuchdaning


Für  30  Pfennige  wird  hier  dem  Leser  eine
hübsch  mit  Bildern  ausgestattete  Schilderung  des
Wirkens  der  rühmlich  bekannten  Mission  in  China
geboten.

Die  kleine  Schrift  verdient  allgemeines  warmes
Interesse.

 

Die  Verhandlungen  der  Berliner  Anthropologischen
  Gesellschaft  von  1896  enthalten  drei  Beiträge
  des  Reisenden  Standinger  über  Geräthschaften
  der  Aschantis;  Steinäxte  und  Steinperlen
von  der  Goldküste  und  über  die  Todtenbestattung
bei  den  Haussahs.

 

Perkehr#-Nachrichten.

Die  für  den  Wechselverkehr  seit  August  1895  erschlossene  Telegraphenlinie  zwischen  Togo  und
Dahomey  ist  am  1.  Dezember  v.  Is.  für  den  allgemeinen  Verkehr  eröffnet  worden.

Wegen  erheblicher  Zunahme  der  Geschöfte  der  Postagentur  in  Keetmanshoop  (Deutsch-Südweslafrika)
  wird  sie  demnächst  mit  einem  Katserlichen  Postbeamten  besetzt  werden.

 

Der  am  9.  Dezember  v.  Is.  von  Hamburg  abgegangene  Dampfer  „Marie  Woermann“  ist  am

11.  Januar  d.  Is.  in  Swakopmund  eingetroffen.
        <pb n="214" />
        112

Bostdampfschiffverbiudungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

Die  Abfahrt  erfolgt

 

Ausschiffungshafen.
Dauer

Briefe  müssen  aus

 

Na  vom  Ein-  Berlin  spätestens
6  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
s
Neapel  am  3.,  24.  März,  14.  Apr.]  Tanga  20  Tage  am  26.  Februar,
(eutsche  r*e  i  250.  —-  Dar  Salem  1  Tage  1  2  26  Mäch
6O  rindisi  am  ebr.,  är  ansibar  age  April  abds.
1.  Deutsch-  Ostafrika.  ein  6  3  F  o  si  8  p
Maeille  am  10.  ihes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
——  Kxranzösische  Schiffe)  40  nms  —  Zas  abbs.
2.  ita.
N/  Sibwegafelta-  Suthampton  am  6.  Mars,  3.  April]  Luderitzbucht  29  Tage  am  5.  März,  2.  April
r“-  p  Gibeon  abchenttic  18  Hrnuiche  Schist  don  Swakopmund  33  Tage  118  oms.
6.  Kopsta),  von  dort  weiter  apstadt,  dann  56½½
P  e  1.  11—4891  5%  öl  na  31.  Mais  Swalopmund  30  T  31.  Maͤrz,  831.  M
am  rz,  ai  Swalopmun  ageam  rz,  ai
b)  65  et  un  G-  #slscbt  a  1  nachis;  Fvr  p  g  vo  aeb  .

3.  Ramerun.

4.  Togo-Gebiet

(Ueber  Liverpool  oder

Marseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

Liv
L  caiige  —

Marseille
sranzösische  Schisse)

 

(6  am  10.  jedes  Monats
che,  ont“  nacht
am  17.  Febr.,  17.  März

 

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  jedes  Monats
720  abds.
am  5,  *  15.  März

 

am  10.jedes  Mts.  nachts
Hambur  am  20.iedes  Mts.
(deutsche  Tonel  ·
am  Letzten  jed.  Mts.-am
  24.  Februar,
10.,  24.  März
am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

iverpoo  «
staatlDe  Schiffe)

Klein-Popo  20  Tage
Lome  31  Tage

Klein-Popo  33  Tage
Accra

von  da  ab  r  Tage  unt
Quitiah

von  da  *  --Kotono
  Tage
von  da  ab  Landverdindung

am  10.,  20.  und  Lebten
jede  5  Mon
70  abbs.

am  22.  22nruar,
S.,  22.  März  is  niis
am  23.  jedes  Monats
dis  abends

l

 

N  am  7.  April,  2.  Juni
Schiffe)  abds

Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

am  6.,  9.  April,
31.  Mai,  4.  Juni
10%“  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

disi  am  11.  April,  6.  Juni
—  ——  lr  abds.  *45#•  —  ——
am  9.  Mai,  6.  Juni  Jaluit  62  Tage  am  12.  März,  7.  Mai
6.  marbaa.  Ansein.  (äber  Heihsnn  abos.  6  10%  oboet
Eintrefsen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Post  ist  fällig  tun  Die  4%  *  saulis
Von  -  Von
hafen  n  Berli
Neapel  ..  am  b.,  26.*  Marz  s  ·  i
Hamburg  an  "107  und  25.5
Deutsch  ·  Otafrita..  grindisi.  ..  .•.i  *  Wn  (ogogebiet  #  #s  Monats
.  Marmllellqmmsebw  März  Marseille  ½  2  jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafrika  Southampton  am  16.Feb.,  16.  MärzT  Deutsch-eu-Guinea#Neapel.  am  3.  April,  30.  Mai
Ramern  aniburg  ·  ·  am  25.  jed.  Monats  Marshall  -  Inseln...  Marseille  Mitie  Februar
d  am  n  !  n  Varcelona  Mitte  den
Fülligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrila).
ichspostdampfer  Reise  Lehte  Nachrichten
Aweichspostpamys  von  1  nach  bis  28.  Januar  1897
„Kaiser".  z.  Zt.  in  Hamburg.  6
„Kanzler“  ·  Durban  Hamburg  28.  Januar  ab  Lissabon.
EN—  Durban  Hamburg  21.  Januar  ab  Sansibar.
„Reichstag“.  J.  Zt.  in  „er.
„Admiral“  Ham  Durban  28.  Januar  an  Ynmiben.
„General“  Lahurg  Durban  28.  Januar  an  Mozambigque.
„Herzog“  Hamburg  I  Durban  26.  Januar  an  Su
„König“  Durban  I  Hamburg  28.  Januar  5.  Durban.
        <pb n="215" />
        —  113  —

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
ostdampfer  .
Postdampf  von  «  nach  bis  12.  Februar  1897
„Adolph  Woermann“  ..  Hamburg  Loango  am  12.  Februar  Guchaven  passirt.
„Aline  Woermann"  Ponta  Negra  Hamburg  am  10.  Februar  ira.
„Anna  Woermann  ..  Sherbro  "  Hamburg  am  22.  Januar  8  Hamburg.
„Carl  Woermann  Hamburg  1  Loanda  am  7.  Frurr  lshant  bafstrt.
„Sar  Bohlen"#  Kongo  %  Hamburg  am  9.  Februar  in  Las  Palm

a  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  7.  Fruar  n  Las  Palas.
„Slan  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  8.  Februar  in  Conakry.
„Gretchen  Vohlen".  Kotonon  Hamburg  am  9.  Februar  in  Hamburg.
„Hedwig  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  10.  Februar  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“..  Loanda  Hamburg  am  2.  Februar  in  Las  Palmas.
„Kurt  Woermann"  Hamburg  Loanda  am  8.  Februar  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“  ....  Hamburg  .  Ponta  Negra  am  8.  Februar  in  Kamernn.
„Lulu  Bohle  ..  Hamburg  Ponta.  ee  i  29.  Januar  in  Gabun.
„Marie  Woermann  Lüderitzbucht  Ham  am  8.  Februar  in  Lagos.
„Melita  Bohlen“  Hamburg  chagJ  am  11  Februar  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann“  ..  Sherbro  Hamburg  am  8.  Februar  in  Sierra  Leone.
„Thetla  Bohlen“..  ..  Hainburg  Loanda  am  3.  Februar  in  Loanda.

 

 

 

Anzeigen.

 

Inserale  (ür  die  dreigespaltene  Pelitzeile  oder  deren  Raum  a  eid  fd  an  die  Vertriebsleilung,  Verlin  8W12,  nochstraße  68—71,
einzusenden.

        
     
 

Goldene  Medallle  der  Kolonlalausstelfung  Berlin  7696.

Deutsches  Kolonialhaus

Bruno  Antelmann,  Berlin  C.,  lerusalemerstr.  28.

 

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Deutsch  -  Ostafriku

von  50  bis  200  Mk.  pro  Mille.

  
    

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hergestellt  aus  den  edelsten  Tabak
lutcsscifen.
-Ang#uo#P’I-  Inkuofon
an#-  lossul  —  1NFI-  uLIOM
Tegoleinen#e  ul  unesol

St####in-Lichte.
5466  oN  1  uy  210  0D  JdS  uu#K

 

 

 

 

 

 

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(1

3  «  «  Is--Is«II-«"  «'««-«  list-tru--
  Ständiger  Einkauf  Erzengnissen  soewie  nuenirnn  eralee  a  Platten.
CGosdene  Medassse  der  Kolonialausstellung  Berlin  1696.

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

NMorlieferant  Sr.  Majesedt  des  Katsere.
ollerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemisen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centraletelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liesert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsondung  von  Mark  12,—  franco  uller  deutschen
afrikunischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  78

————  pokofrel.
        <pb n="216" />
        —  114  —

 

 

   
  
 
     
  
   
 
   
   
    
    

„  ·  seid-EinstimmkaIhrs-stehl-Eine
  Redubtion:  Hiigo  Eserotd.
eitschrift  für  Vielbeschäftigte
im  Inlande  oder  Auslande  ist  T  Betebegentende  grtangt

*  Auslundo  so  weit  v  W
V  V  7  1½  belichte  Zeitschrift
6  khrcadirene  15.  hrigen

Bestehene  errungen,  #t
rA

MIV¾A.I-NNNNENNNN  Wisseuschatt

Stimmen“  nus  allen
—  Gewerbe  ec  —

n  der  That  einem  allgemeinen  Bedürfuis  entg  enekommen  ie  ist.  um  dice  so  oft  misshweel
  Schlagwort  einmal  mit  Berechtigung  zu  ge  en  FSür  den  im  Berus  des
Aufgehl  enden  —  -(nir  gends  K  10  InfensIv  Feurbeitet.  Wie  Iin  Detschlang
bleibt  nur  geringe)  kuo  nweisee  "9  7  gEvblittter.

6#1  en  Kont-  ensie.  rter  ennn  die  Lreig-Hier
  setzt  „DAS  ECHO  ein!  nissc  der  Woche  wiederge  iieng.
nichta  ausser  Acht  lassend  von  ullgemeinem  Intt-  6  und  namentlich  onlwe  8  lemlk
lalle  Partelen  zur  Celiung  bringend,  ist  DAS  BECHOF  g  eschulen  für  jedermann.  der
saerain  en  Am  teil  un  seiner  Zeit  nimmt.  Hier  findet  der  ##  neben  den  Geocsfiningen
der  Woche  eine  Fülle  unregenden  Stoffes  aus  den  v  FSseehielebeten  Cebieten,  wohbei  a
der  Unt.  erkerltung.  und  dem  Ilumor  in  sorgsamer  Pilcge  s  Ausaln  inr  Recht  WFnll.
Somit  ist  unser  l#ant  nicht  nur  fürden  einsichtigen  aie  er,  der  auch  die  *—  men
#ler  Gegner  zu  Wür,  weiss,  sondern  7  eden  Oehlldeten  nbelnchunen  durch  seinen
abw  ⅜tklungerel  1  ean  vou  nclch  Wo

Unsere  Leit  rust  mit  —  in  immer  weiteren  Kreisen
regste  Anteiluabme  an  ihren  Ereignissen  herver.

on  dem  reiehelktisen  Inhalt  unseres  Blattes  zeugt  schon  die  Vortellung  des  Stotles
  in  #e  gende  Rupriken

I.  Politik.  Eine  umisagreiche  Bespre-.  Deutschtum  im  Auslande.  Nachrich-JMrgang.



onnr  W

   

 

chung  der  Tagestfragen,  wie  alles  ten  über  das  Leben  und  Treiben  unsedessen,
  was  die  Welt  bewegt  und  rer  Volksgenossen  in  der  weiten  Welt.
S2.  erfülli.  9.  Aus  hohen  Kreisen.  Nachrichten  von
2  2.  Handel.  Interessunte  Frugen  vom  den  Ilölen  und  aus  den  Zirkeln  der
-  Weltmarkte.  Gesumt-Wochenüber-  vornehmen  Welt.
2  Sicht  des  internationnlen  Geld-  und  d0.  Militär  und  Marine.  Mitteilungen  über
3  Warenmarktes.  Verhältnisse  u.  Bewegungen  der  Land-|
  1  3.  Schnitzel  und  Späöne.  Allerlei  inter-  und  Scemacht  aller  Staaten.
·  ;-  cssantekkleinkkaah  ll.Lindcrsuadvölkekkundo.
-'  4.  Todesfälle.  12.  Koloniales.

5.  Sprechsaal.  Bietet  eine  Gelegenhei3.  Gerichtssa#l,  Verbrechen,  Unglückefür
  jedermann,  wichtige  zuan-  anie,  fülle.
hende  Fragen  vor  das  Fo  der.  unst  und  Litterato
Oeflentlichkeit  zu  bringen.  W  bit.  Letendeitspeege.  ———
lten  bier  um  die  AMlitarbeiterschult  6.  Soz

  

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aller  unserer  Leser.  17.  kuche  Hepole  und  Universitzt.
6.  Briefkasten.  16.  Sport  und  Mode.
7.  Lese  feÜchte.  Kleine  Aereblosgene  No-Naturwissenschastliches.
vellen,  Erzühlungen,  Skizzen.  Iübsche20.  acnoriatisches

 

gubhe  aus  nanenhkesretsssohteinungene  21.  Anek
EClO,  obwoll  kein  vceigentlien  illastriertes  Blutt,  ist  1P  auch  Gelege  ontlich  mit  gut
vepracbeske  Birler  ausgestet  ttz,  die  besonders  reich  in  Leinen  von  Zei:  üit  erscheinonden
  Spezialnummern  vertre
Ene  besondker  eheneng  redigierte  und  illustrierte  techuische  Abtellung

„Industrielles  Echho“

esbee  über  alle  neuen  und  interessanten  '.  orgünge,  Nrucrungen  und  Erfindungon  auf  dem

eaten  Gebicte  der  Tochnik  und  Industrie  in  populürer  Form  und  sucht  eine  onge  Fa  ahlung
Frkerher,  den  ereeo  #aller  wobit  ichen  Kreise  herbeizuffhren.  Dus  -Industrielle  Echos
nicht  nur  für  Fachleute  geschricben,  sondern  80  kfasst.  Auss  ein  Jeder  Gebildeto  den  1nbalt  ver.
steht  und  dio  Forteschritic  auf  allen  Gebicten  der  Tochnik  und  I1ndustrie  mit  Interesse  verfolzen
Lann.  —  Gesamtwochenüberslcht  des  Internatlonalen  Geld-  und  Warenmarktes,  Interessame
  rehen  10r  vom  Weltmarkte  werden  in  einer  beso#deren  Nuhri#r  ,  M#dt“
berdtchsichetior

Bestell
Das,  *  erscheint  jeden  Ponnerstas,  ————“1
rostaneten  und  Zeitungs-Spediteure  in  Deutschland  zum  Preise  von  3  Murk  vierteljührli  a.
ontgegen;  in  den  übrigen  I.Andern  zu  den  bedhesklsen  vrien.

  

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bringt  Stlmmen  aus  allen  Parteien,  duher  ist  es  aucl  ine
schr  anregende  und  Interessante  Lektüre  für  jeden  Polre
liker  innet  und  ausserbalb  Deakeien

 

 

b  uten  eine  Fr  ze  zu

ses  auch  don  llerren  Gelehrten  und  Studierenden.  veebs,  nuen  zea  kommen

DAS  ECHO  lesen,  als  wöchentliche  Chronlk  der  Zeiterelgnisse  boatens  ompfohlen.

      
        
        
          
          
     
  
       
  
 
    
     

 

 

en,  kostet  F#/(#ie  Kilor

ean  IAndern  zu  don  lundes-  


      

mgeben.

uin  Preisc  von  3  Mark  vieellährlich  entgogen;  i

4#-  Spo#diture  in  Deutsehland

     
  

 

Bei  Verse

 

9  Mk.,  knzilheik  Iin  Mk.

Beatellungen  nohmen  alle  Buchhandlungen.  Postanstalton  und  20

 

#
        <pb n="217" />
        Beschluß.

Die  gemäß  Artikel  13  des  Handelsgesetzbuches
  erforderlichen  Bekanntmachungen
  des  Kaiserlichen  Gerichts
n-  für  das  Jahr  1897  werden  im

Deutschen  Reichsanzeiger  und

Königl.  Preußischen  Staats-Anzeiger
  sowir
Deutsrholomialbrat,  Amtsblatt
  für  die  Schutzgebiete  des
——1  Reiches,
erf

6Grizeiign  wird  bekannt  gemacht,
daß  die  auf  die  Führung  des  Handelsregisters
  sich  beziehenden  Geschäfte  für
die  obengenanyie  Zeit  von  dem  Kaiserlichen
  r.  Hahl  und  dem  Ge-Achen
  Rchter  Webal0nr  bearbeitet
werden.

–  n  den  26.  Nov.  1650.

(L.  8.)  gcz.  Hahl,

Kaiserlich--  S#ler  des  Schutzgebietes
der  Neu-Guinea-  Kompagnie.

 

Bekauntmachung.
In  der  Verschollenheitspflegschaft
über'  den  Händler  ohamn  Sento
ist  unter  dem  Heutigen  durch  den  unterfertigten
  Kaiserlichen  Richter  nachnes
  uurr  erlassen  worden:

1.  Der  Händler  Johann  Sento,
deutscher  Abstammung,  unbekannt
woher,  zuletzt  auf  der  Nissan-Insel

whene  wird  für  todt  erklärt.
Die  K  af  ten  fallen  der  Nachlabmas
zur  (3

Hrberhöhe.  den  5.  Nov.  1896

(L.  S.)  gez.  Hahl,

Kaiserlicher  Richter  des  Schutzgebietes
r  Neu-Guinea--Kompagnie.

Tropenblousen.

von  mir  ganz  neu  eingelührt,  auch
ganze  Anzüge

von  starken  waschbaren  Stoffen,
hell-  und  dunkelmodef.  etc.,  oflerirt

DonisRosenthal,  Mandeburg-A.

##

 

115

 

SöO  mal  süsser  als  Zucker.

Rein  susser  Geschmnek,  da  absolut  frei  von  der
sauer  schmeckenden  Parasullaminbenzossüure.  Wesentlich
billiger  als  Zucker,  unvergilhrbar,  konserrirend;  daher
lfür  heisses  Klima  besonders  wichtig.

Ir  Calhe##enos-  bez#.  Gerrdu#ke-I##destrie

vorstkolich  geelpnetc.

Erhältlich  durch  den  Grossdrogenhandel  und  die  bekannten
  Exporthänser  in  Hamburg  und  Bremen.  Proben
und  Prospekte  durch

Chemische  Fabrik  von  Heyden,

Radebeul-Dresden.
(lotb)

 

 

 

 

 

J.  Tippelskirch  &amp;amp;  (o.,

Berlin  NW.,  Neustä  düsche  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  2,

Spezial-Geschäft  für  Fropen-  „Ausrüstungen,
emhlen.  sich  kusbhesanhre.  zur,⅝  Bes  schaffn  ng  kersnicher  nn  rüstungen.
fizt#  Schiffs  n  und  dauern  er-Lriischen
  Lündern  1  iser  Lieferung  kden  uf  E  und
Jagdausflüge  in  t  kommenden  Artikel.

Sachgemäße  zn  etraht  ko  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (2

 

   
    
      
      

Absolut  reines  balterienfreies  Filtrat  Hefern

Berkefeld-Filter.

Filter  für  Wasserleitung  und  Brunnen
vom  Tropflilter  bis  zur  grössten  Anlage
Berkeiteld-Filter-  Gesellschaft.
Celle,  Prov.  Hannover.  (u)

 

 

 

 

 

.  .  2
·  Gebr.  J  Ullg,ZRhei  Kesii  un  Paazwein-  1

Weingutsbesitzer

nach  allen  Welttheilen.  (us)

 

 

Weine  aller  Länder  -

Koflmann.  Heftter  &amp;amp;  (-.  bEnbert  nach  Nord.  S#d-Anerita

—

Leipzig,

Spezialität  für  die  heissen  Zonen:
22

den  afrikanischen  Kolonien.  |

Heffters  Vinum  rubidum  geeoininns,
felwein  zum  tuglichen  Gebranch.
(Schutzmarke  eingetragen  unter  No.
        <pb n="218" />
        Stellung

in  einer  deutschen  Kolonie  S.  zum
hsalr  1897  ein  gebildeter  junger
der  in  allen  Zweigen  des
Gartenbaues  theoretisch  und  praktisch
ausgebildet  und  mit  Buchführung  und
landwirthschaftlichem  Betriebe  vertraut
Der  Suchende  ist  24  Jahre  alt
i  Soldat  gewesen.
ferten  erbittet  B.  Radtke  in
Hannouer,  Welfenplatz  12.  (u)

56

 

116

o  o
sssswsssvmtokta
Cigaretten-  u.  türkische  Tabak-Fabrik,

Berlin  N.  37.  Export  nach  allen  Ländern.
fabrizirt  alle  Sorten,  dem  Geschmack  betreffenden  Landes  entsprechend.
Nenheit  für  das  dentsche  Schntzgebiet;  Kalser  Wilbelm-Cigarette  mit

Portrait  in  10,  25  und  100  Stück-  Puackung.  (19)

 

Sehmiodeiserne  anster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (10)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thuren
zUnd  Thore  fertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

 

U.  Lüstrefabriziren



GEar  Dresing,
Herford.

Cänseleher- 



 

 

 

 

Pasteten-Fabrik

Aug.  Michel

Hosllelernnt
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den

Export
besonders  für  feinere  Fleisch--onserven.
  (#)

Alleinige  Agpenten  iUr  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Läfer  u.  Sehnofterlinge.

Zwecks  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Kälern  suche  mit  Lammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kümmerer,

Serlin  SW.,  Kochstrasse  68.

 

 

Achiel  Gesellschlarr

(0I1)

E  —  E  —-s

——...[.  s

V  —

 

 

 

Rauchern  von  Importen
empfehle  ich  meine  in  eigener  Fabrik  aus  ausgesucht  reinen  feinsten
importirten  Tabaken  uls  Ersatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  überseeischen
  Fabrikate  hergestellten

Import-Ersatz-Marken:

No.  41.  Buen  Olor  —  Cuba  —  mittelkräftig  MWVr.  60.—  pro  Mille
No.  42.  La  Perla  —  Havana  —  voll  und  aaftig.  "„  75.—  „  „
No.  43.  Flor  Flna  —  Havann  —  fein  „  100.—  „  „
No.  44.  El  arte  —  Havana  —  fein  mittelktäntig  .  „  100.—
le  30  bers.  20  St.  der  Marken  No.  41—  44  zus.  100  St.  In  inne
No.  49.  *  Celeste)  rein  Havana  .  .  M.  120.  —  pro  Mille
No.  50.  1  1  leinste  wild  bis  „  145.—  „
No.  51.  #n  Handarbeit,  ·  »·.  ,,75—,,,
NobLlnfancla  ansgesuchtemntelkksktlc  200—
No.  53.  Renl  Cualitäten  230  „  „
le  10  Stück  der  Marken  No.  49—53  in  Auswahl  6  ü  N.  §#.70.
Gelegenheitskauf:  Havana  mitorstenlandon,  feinc  milde  Qualitut.
No.  57.  El  Morro  *  ..  Hl.  64.—  pro  Mille
No.  57o.  Dieselbe  in  Ila  Farben  ·  s
VonlOOstuckaakwartszamdlsllepkots  Gegen  Voranszahlun  v6%  Sconto.
600  Stück  innerhalb  Deutschlands  portofrei,  nach  überseeischen  Ländern
frei  bis  deutschem  Sechalen.  Preisliste  gratis  und  franko.  (2)

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Aelteste  Clsarrenkuhr  3  Deutschlands  mit  direktem  Versand  an  Prirvate.
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        117

Nur  Fried.  Filler’s

patentirte  Windmotore

sind  die  elnzigen  Windmotore,  welche  die  grösste
Leistungstähigkeit,  Sturmsicherbelt  und  kostenlosen  Beirieb
Pewährleisten  und  auf  allen  5  Erdtheilen  mit  bestem
rlolge  eingeführt  sind.  Unhberiroftene,  kostenlose
Betriebskraft  Zzu  Ent-  und  Bewässerungen  —  zu  Wasserversorgungen
  —  zum  Betrlebe  von  Maschlnen  für
Landwirthschaft  und  Industrie  —  sowie  zur  Erzeugung
elektrischen  Lichtes

Anfragen  erbeten  direkt  un  den  Konstrukteur  und
alleinigen  Fabrikanten  os

Fried.  Filler,  Hamburg,  Maschinenfabrik.

Inhabor  —  ossen  goldenen  Staatsmedallle  und  der  grossen
Idenen  ungarischen  Ausstellungsmedeallle.

 

 

zug  aus  dom  „Jahr-  und  Auskunftsbuch  der  freien  und
—  ——  1894.

Dauernde  Export-Ausstellung
der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,
Hamburg,  86/88  Gr.  Burstah  36/388.
konnte  das
dem  Besucher
der  Getränke-Spezinlitäten

geordnet,

ist,  die

soweit

von

vom  16.  Mai  1894
dio  Ausstellung

 

 

 

W.  Richter  &amp;amp;  Co.,

Dar-es-salam.  Zanzibar.
Vollständige  Ausrüstungen  für  Expeditionen  und  Jagdaus-Hüge
  ins  Innere,  sowie  Besorgung  der  Träger.

Deutlsche  Apotheken  J  #M  iti
Verbundstoffe,  v  lallln  ern  Fer)“*

Relse-  Apotheken,  72  ¾
Engl.  u.  franz.  Setalituten,  en,
Weine  und  Spirituosen,  Calunteriewaanren.

NJNaähere  Auskunft  ertheilt  *  Filiale  (665)
W.  Richter  &amp;amp;  Co.,  Hamburg,  Hermannstrasse  15/17,  I.

 

 

 

Pumpernickel

(westlfulisches  Schwarzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (119)
Hammer  Brotsabrik,  IInmin,  Westf.

 

 

6  Entziehungskuren.  —
mme,
n*  anrg).  (10)

Brannschweiger  Worst-Heischutaran-rünrt.


Denecke  &amp;amp;  Himmel

Hollieferanten,  (es)
Braunschweig,

liefern  Fleischwaaren  für  Export
nach  allen  Zonen  der  Erde.

 

 

 

 

 

Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,
6.  m.  b.  H.,

Liegnitz.

Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte.

Besondere  Bauart  für  jedes
Klim

Pruimlirt  nuf  ullen  grossen
usstellungen.

21.000  Stück  gefertigt.

Niederlage
Beriln  W.,  Courbleèrestr.  5.

 

 

 

.  auf  B

Ll  Naen  e  ae
ostw.-T.-Verb.  „Westfalla“,
Munster  i.  W.  (  )
        <pb n="220" />
        Gebranchte  Brieimarkon

und  Postwerthzeichen
aller  Länder  kauft  stets
B.  Koenicke,  Berlin  SW.  47,
30,  Belle-Alliancestr.  30.

 

 

 

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,
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Studies)  Von  Sidney  Whitman.

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Handbuch
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des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
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Am  20.  Februar:  P.  D.  „CEretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotoncu.
Am  28.  Februar:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Brinkert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häafen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  März:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Alrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  15.  März:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marooco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,
Sierra  Leone  und  Sherbro.

Aalle  Giiter  milssen  amn  Tupe  vor  dem  459a##nsda#um  bis  12  Uhr  mittcs  Idnosseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Weoermann-Linie

Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlanfend.

 

 

Die  nächsten  lahrplanmässigen  Expeditionen  fiunden  statt:  ub  Hamburg  ab  XNeapel
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elaon  ...p  17.  Februar,  3.  Mürz,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisska  .  ..  10.  Mürz,  24.  Mürz,
E.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  31.  Märx,  14.  April,
R.  P.  D.  „GENERAL“,  Capt.  Gauern  ..  21.  April,  5.  Mni,.
nach  Tanga,  Dar-Cs-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.

Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Weaaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  2ems  Kap  der  gi#eten  Ho#eng
direkt  nach  Dirban,  Delagoc-Zai,  Mas##nga,  Wosst  B6é.
—  Nichste  Expedition:  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen,  14.  Mürz  1897.—
Die  Dampfer  Raben  vozloliche  Einz#ichesengen  For  Pussagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombapy  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg  CGo)
wegen  Passage  die  Hanssg.  Amerikanische  Paketfahrt-Aktien-Qesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Paesage  die
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/7.
Dieser  Nummer  liegt  das  1.  Heft  des  X.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  bei.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamllichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhondlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Febrnar  1697  um  8  Uhr  nachmittags.
        <pb n="223" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heransgegeben  in  der  Holonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amto.

 

 

 

 

VIII.  Jahrgang.  Gerlin,  1.  März  1897.  Uummer  5.
D  icie  Zeitchriĩt  erscheint  in  der  Negll.  am  I.  und  15.  irdes  Monats.  Derselben  werden  4#%  Teileste  heigeseng  die  mindestens  einmal  ri  rtelntich
littheil!  *  Uelehrton  ous  en  den  schen  Se  en“,  herauskogeben  von  Dr.  Freiherr
v.  Da  n  r  ur  das  “  ibc  Perebi  beim  Bezuge  Lurch  die  .  it  en  5K  ie
ABuchhandlungen  *  dieie  unter  inis  durth  der  Verlagobuch!  tur.  #.  fur  Deutschland  und  Oesterrei#  Wengarn.  Mik.  3.75  für

 

ie  Lander  des  Wellpostvereins  endungen  und  Änjragen  sind  an  die  K  ursch  Hofbuchhandlung  von  Erust  Sicgiried  Mitiler
und  Sohn.  Bre  sWVu,,  ikkahe  6—71,  zu  richten.  (6  Whd  in  der  Zeitunge  Preioliste  für  1897  unk  *  1977.)

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  Anrechnung  der  Kriegodienstzeit  S  S.  121.  —  Bekanntmachung
  des  Neichokanzler,  betresfend  Besetzung  der  Subaltern=  und  Unterbeamtenstellen  S.  121.—  Hasenordnung
für  den  Hafen  von  Dar-e-Salam  S.  122.  —  Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrila,
betressend  Einführung  von  Handelsregistern  S.  123;  desgleichen  betressend  Bezeichnung  à  der  verrschiedenen  Zollämter

125;  deogleichen  betressend  Zusatzbestimmungen  und  Aenderungen  der  gollordnung  S.  126.  —  Gonvernementsbefehl,
  beresfen  Einführung  der  Civilverwaltung  in  Lindi  S.  126.  —  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem
Schungebieie  Togo  während  des  Geschäftsjahres  1896  S.  127.  —  Bekannmachung  der  Neu-Guinea-  Lom#agnie,
betressend  die  Ernennung  Dr.  Danneils  zum  Gesundheitsbeamten  für  die  Rhede  von  Herbertohöhe  S  .
Lrncmuma  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie  für  das  Jahr  1897

127;  desgleichen  für  das  Schutgebiet  der  arsball  Inseln  S.  128.  —  Personalien  S.  129.

Nichtamtli  er  Theil:  ersonal-Nachrichten  S.  129.  —  Deutsch-Ostafrika:  Einführung  von  Handelsregistern
  in  Ostafrika  130.  —  Bericht  des  Aompagnfeführ#  ,  Johannes  aus  Moschi  S.  130.  —  Ueber  Straußenzucht
  in  der  KRapkolonie  S.  132.  —  Kamerun:  lleber  die  Station  Buca  S.  133.  —  Togo:  Verlegung  des
Sitzes  der  Landeohauptmannf  hast  S.  134.  —  Deutsch-Si  üdwestafrikaz  inderpest  S.  134.  —  Marshall=Inseln:
  Dienstreise  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  im  Jaluit-Atoll  S.  135.  —  Aus  dem  Ve
Missionen  und  der  Antisklaverei:  ewegung  S.  135.  Aus  fremden  olonien:  Die  richealder
der  englischen  Kolonien  1885  bis  1895  S.  138.  Vasutoland  im  Jahre  1895.  96  S.  139.  —  Budget  des  französischen
  Kongo  S.  140.  —  Die  Verwaltung  der  frnzsiichen  Cote  d’Jvoire  S.  140.  —  Ve  richäedene  Mittheilungen:
  Behandlung  von  Verletzungen  S.  140.  —  Ueber  die  Beveutung  1  der  Kolanußkultur  S.  —  Nothes
Kreuz  in  den  Rolonien  S.  143.  —  Jnhresbericht.  Ter  Kolonialwolle  S.  1  Sammlung  von  Eliumiste  der
deulschen  Kolonien  für  Lehrzwecke  S.  144.  d  des  Reisenden  beusen  S.  154.  —  Tod  des  Großkaufmanns

—

Sewa  Hadschi  S.  144.  —  Litteratur  S.  144.  —  Schiffobewegungen  S.  145.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  145.

Amtlicher  Theil.
Gesekke;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Seine  dajestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnä  igst  zu  bestimmen  geruht,  daß  die
folgenden,  von  Theilen  der  Schutztruppen  für  Südwestafrika  und  Deutsch-Ostafrika  in  den  Jahren  1895
und  1896  gelieferten  Gefechte  und  Kriegszüge  im  Sinne  des  8§  23  des  Gesetzes,  betreffend  die  Pensionirung
und  Versorgung  der  Militärpersonen  des  Reichsheeres  und  der  Kaiserlichen  Marine,  vom  27.  Juni  1871
als  ein  Feldzug  gelten  sollen,  für  welchen  den  daran  betheiligt  gewesenen  Deutschen  ein  Kriegsjahr  zur
Aurechnung  zu  bringen  ist:

1.  Schutztruppe  für  Südwestafrika:
1.  Feldzug  gegen  die  Khauashottentotten  vom  20.  Dezember  18914  bis  10.  Februar  1895,
2.  Feldzug  gegen  die  vereinigten  Hereros  und  Khauashottentotten  vom  27.  März  bis  13.  Juni  1896.
II.  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:
Uebersall  an  den  Gongabergen  in  Usandani  am  26.  Oktober  1895.

Die  durch  Bekanntma  ung  vom  29.  Januar  18957)  (Central=  latt  S.  17)  veröffentlichte
Ergänzung  der  Grundsätze  für  die  Besetzung  der  Subaltern-  n  Unterbeamtenstellen  bei  den  Reichs=  und
Etaatsbehörden  mit  Militäranwärtern  ist  dahin  abgeändert,  daß  in  dem  zweiten  Absatze  an  die  Stelle  von

)  Vergl.  Dentsches  Koloniakölntt  1895,  S.  99.
        <pb n="224" />
        —  122  —

„Reichs-Marine-Amt“  zu  setzen  ist:  „Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung“,  und  daß  in  dem  zugehörigen
Muster  des  Civilversorgungsscheins  (Anlage  A)  die  Worte:  „(Unterschrift  des  betreffenden  Militärvorgesetzten)“
  gestrichen  werden.
Berlin,  den  14.  Januar  1897.
Der  Reichskanzler.
In  Vertretung:  v.  Boetticher.

 

Perordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Hafenordnung  für  den  Hafen  von  Dar-es-Salam.
(Unter  Aufhebung  der  Verordnung  vom  7.  Januar  1894.)

 

81.

Das  Gebiet,  für  welches  nachstehende  Hafenordnung  gültig  ist,  umfaßt  den  Hafen  von  Dar-es-Saläm
  mit  den  Creeks  und  die  Hafeneinfahrt  bis  zu  einer  Linie,  gedacht  von  Boje  A  nach  Boje  1  nach
Ras  Rangoni.

Mit  Ausübung  der  Polizei  im  Hafen  von  Dar-es-Saläm  ist  das  Kommando  der  Flottille  beauftragt.
  Die  ausführenden  Organe  desselben  sind  der  Hafenmeister  und  der  Hafenmeistergehülfe.  Den
Anordnungen  derselben  ist  unbedingt  nachzukommen.  Dieselben  sind  verpflichtet,  auf  Verlangen  ihre
Legitimation  vorzuzeigen.  ·

82.

Die  einlaufenden  Schiffe  können  nach  eigenem  Ermessen  ankern,  wenn  denselben  nicht  von  der
Hafenbehörde  oder  dem  Lootsen  ein  Ankerplatz  zugewiesen  wird.  Ein  Ankern  in  der  Hafeneinfahrt  von
Tonne  A  bis  zur  Linie,  gedacht  von  Boje  III  nach  der  evangelischen  Mission,  darf  nur  im  Nothfalle
stattfinden.

§  3.
Jedes  ein=  oder  auslaufende  Schiff  muß  beide  Buganker  klar  zum  sofortigen  Fallen  haben.

84.
Wenmn  den  Schlffen  ein  Ankerplatz  beim  Hereinkommen  angewiesen  werden  soll,  so  wird  derselbe
durch  ein  Boot  mit  grüner  Flagge  bezeichnet.  Das  Schiff  hat  auf  das  Boot  zuzusteuern  und  den  Anker
fallen  zu  lassen,  wenn  mit  der  grünen  Flagge  gewinkt  und  dieselbe  eingenommen  wird.

86.
Den  Schiffen,  welche  zum  ersten  Male  einlaufen,  wird  die  Hafenordnung  zugestellt.  Wiederkehrende
  Schiffe  haben  keinen  Anspruch  auf  eine  neue  Zustellung  der  Hafenordnung.
Anmerkung:  Die  Dhaus  erhalten  durch  die  Zollbehörde  Kenntniß  von  der  Hafenordnung.

86.

Nach  der  Feststellung  des  normalen  Gesundheitszustandes  (5  1  Abschnitt  1  und  2  der  Vorschriften
über  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  anlaufenden
  Seeschiffe)  gestatlet  der  Hafenmeister  oder  der  Lootse  den  Verkehr  mit  dem  Lande.  Im  anderen
Falle  ordnet  der  Hafenmeister  das  Heißen  der  Quarantäneflagge  an.  Das  Hauptzollamt  und  das  Bezirksamt
  sind  von  dieser  Anordnung  in  Kenntniß  zu  setzen.  Unmittelbar  nach  dem  Ankern  begiebt  sich  —
soweit  nicht  Quarantänevorschriften  entgegenstehen  —  ein  Beamter  des  Hauptzollamts  an  Bord  zur  Ausübung
  der  allgemeinen  Zollkontrole  und  Einsichtnahme  der  Schiffspapiere  (Manifest).  Auf  Kriegsschiffe
findet  diese  Bestimmung  keine  Anwendung.  Passagiere,  die  Handgepäck  oder  sonst  anmeldepflichtige  Gegenstände
  bei  sich  führen,  dürfen  nur  an  der  vor  dem  Hauptzollamt  belegenen  amtlichen  Landungsstelle  landen,
um  hier  ihr  Gepäck  zollamtlich  revidiren  zu  lassen.  Gepäckstücke  und  Güter  jeder  Art  dürfen  nur  an  dieser
Landungsstelle  gelöscht  werden.  Auf  Offiziere  und  Beamte  sowie  Angehörige  der  Kaiserlichen  Marine
finden  in  dieser  Hinsicht  die  erlassenen  Sonderbestimmungen  Anwendung.

§  7.  .

Alle  Schiffe,  welche  in  den  Hafen  von  Dar-es-Saläm  einlaufen  und  ansteckende  Krankheiten,
Todesfälle  2c.  während  der  Fahrt  gehabt  haben  oder  aus  seucheverdächtigen  oder  verseuchten  Häfen  kommen,
müssen  beim  Einlaufen  die  gelbe  Quarantäneflagge  geheißt  haben.  Für  dieselben  treten  die  Bestimmungen
der  Quarantäneordnung  in  Kraft.

.  §8.
Unmittelbar  nach  Eintritt  eines  Todesfalles  an  Bord  innerhalb  des  Hafengebietes  von  Dar-es-Saläm
  ist  dem  Bezirksamt  und  dem  Hafenmeister  hiervon  schriftlich  Kenntniß  zu  geben,  und  wird  das
Weitere,  Beerdigung  rc.,  verfügt  werden.  -  ·
        <pb n="225" />
        —  123  —

809.
·  SchiffejederArt,IvelchePulver,Sprengstoffeodchetrolenmgeladenhaben,dürfennurnach
eingeholter  Erlaubniß  in  den  Hafen  kommen.

8  10.
Zum  Einnehmen  von  Ballast  ist  die  Erlaubniß  des  Hafenmeisters  einzuholen.  Der  Ballast  darf
nur  an  der  angewiesenen  Stelle  eingenommen  werden,  und  behält  sich  das  Gouvernement  das  Recht  vor,
eine  Abgabe  für  die  Tonne  zu  erheben.

8  11.
Dhaus  dürfen  nur  zwischen  dem  Sewa-Hadji-Hospital  und  der  katholischen  Mission  laden
und  löschen.

12.
Dhaus,  Fahrzeuge  und  Boote  müssen  den  ein=  und  auslaufenden  Schiffen  ausweichen.

§  13.

Die  Benußung  der  Brücke  I  ist  nur  den  Angehörigen  des  Gouvernements,  der  Schutztruppe  und

der  Kaiserlichen  Marine  gestattet.  Die  Benutzung  der  Brücke  II  ist  auch  Privatpersonen  gestattet,  sofern

sie  zollpflichtige  oder  anmeldepflichtige  Gegenstäinde  nicht  bei  sich  führen.  Es  ist  verboten,  bemannte  oder
unbemannte  Boote  längere  Zeit  an  den  Brücken  liegen  zu  lassen  oder  zu  befestigen.

814.
Schwere  Gegenstände  dürfen  nicht  gelöscht  oder  geladen  werden.

—t—
Schiffe  dürfen  nur  nach  eingeholter  Erlaubniß  beim  Flottillenkommando  auf  der  ihnen  angewiesenen
Stelle  auf  den  Strand  geholt  werden.

8  16.

Den  Prähmen,  Fahrzeugen  und  Booten  der  hiesigen  Firmen  und  Privatpersonen  wird  die  Strecke
hwichen  der  katholischen  Mission  und  dem  Sewa-Hadji-Hospital  zum  Ankern  oder  auf  Strand  Holen
angewiesen.

Das  Löschen  von  Korallensteinen,  Bauhölzern  oder  anderen  Gütern  auf  den  Strand  bedarf  der
Erlaubniß  des  Hafenmeisters.

§  17.

Die  Dienstboote  können  vor  den  Häusern  der  betreffenden  Behörden  liegen,  welchen  die  Benutzung
zusteht.  Die  übrigen  Boote,  Prähme  2c.  der  Behörden  und  Magazine  müssen  vor  den  betreffenden  Dienstgebäuden
  vor  Anker  oder  an  Bojen  festgemacht  liegen;  die  Entfernung  vom  Lande  ist  stets  so  zu  bemessen,
daß  bei  niedrigster  Ebbe  ein  Trockenfallen  ausgeschlossen  ist.

8  18.
Zuwiderhandlungen  gegen  die  vorstehenden  Bestimmungen  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  50  Rupien
bestraft.  Die  Strafen  werden  gegen  Europäer  durch  richterlichen  Strafbefehl,  gegen  Farbige  durch  eine
Strafverfügung  des  Kommandos  der  Flottille  festgesetzt.

19.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Fetrus.  1897  in  Krast.
Dar-es-Saläm,  den  11.  Januar  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Bezirksund
  Bezirksnebenämter  sowie  an  die  Bezirksgerichte  und  das  Obergericht.

Dem  2c.  lasse  ich  nachstehend  eine  Verordnung,  betreffend  die  Einführung  eines  Handelsregisters,
zugehen.  Die  Verordnung  soll  mit  dem  1.  März  d.  Is.  in  Kraft  treten.  Die  erforderlichen  Bekanntmachungen
  und  Vorbereitungen  zur  Durchführung  der  Verordnung  sind  daher  umgehend  zu  veranlassen.

»  Die  Führung  des  Handelsregisters  ist  aus  praktischen  Gründen  —  es  hängt  dies  auch  mit  den
später  zur  Einführung  gelangen  sollenden  Steuergesetzen  zusammen  —  den  lokalen  Verwaltungsbehörden
übertragen.  Nach  der  Konsulargesetzgebung  ist  das  Register  für  die  europäischen  Firmen  aber  bei  den
Bezirksgerichten  zu  führen.  Um  dieser  Vorschrift  nachkommen  zu  können,  gleichzeitig  aber  auch  eine  doppelte
Anmeldung  zu  vermeiden,  ist  den  enropälschen  Firmen  mitzutheilen,  daß  dieselben  ihrerseits  dem  Anmelde-
        <pb n="226" />
        —  124  —

zwange  genügen,  wenn  sie  die  vorgeschriebene  Anmeldung  bei  dem  zuständigen  Bezirksgericht  erstatten.
Hingegen  werden  die  Bezirksgerichte  ersucht,  die  Anmeldungen  europäischer  Firmen  in  chronologischer  Form
allmonatlich  zum  1.  der  zuständigen  lokalen  Verwaltungsbehörde  in  beglaubigter  Abschrift  zu  übersenden.
Auf  Grund  dieser  Abschriften  haben  die  Bezirks=  bezw.  Bezirksnebenämter  ihr  Handelsregister  durch  die
Eintragungen  über  die  enropäischen  Firmen  zu  ergänzen  und  die  vorgeschriebenen  Gebühren  nachträglich  zu
erheben.  Bei  den  Bezirksgerichten  werden  für  Eintragungen  in  das  Handelsregister  Gebühren  nicht
erhoben  werden.  "“

Der  §  8  der  Verordnung  findet  auf  europäische  Firmen  keine  Anwendung.  Für  die  Strafen  für
Nichtanmeldung  europäischer  Firmen  ist  das  Handelsgesetzbuch  nebst  preußischem  Einführungsgeset  maßgebend.
  Die  Strafen  werden  hier  durch  das  zuständige  Bezirksgericht  erkannt.

Dadurch,  daß  den  Kommunalverbänden  der  Bezirke  20  pECt.  der  Einnahmen  aus  der  Verordnung
überwiesen  werden,  werden  dieselben  erhebliche  Vortheile  genießen.  Es  ist  hierauf  gelegentlich  im  öffentlichen
Schauri  hinzuweisen.

Der  Anmeldepflicht  unterliegen  nur  wirkliche  Handelsgeschäfte  mit  oder  ohne  offenen  Laden  (ein
Handelsgeschäft  ohne  offenen  Laden  ist  z.  B.  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft,  die  Firma  Hansing  &amp;amp;  Co.).
Ihr  unterliegen  nicht  Gastwirthschaften  und  die  Geschäfte  der  Hausirer,  Höker,  Ausrufer,  Makler,  Auktionatoren,
  Handelsgehülsen  sowie  der  Handwerker,  welche  ihre  eigenen  Waaren  verkaufen.

Für  das  Handelsregister  ist  in  dem  Schema  der  dem  Register  vorzuschreibende  Kopf  gegeben.
Es  werden  in  Deutschland  gebundene  Folianten  für  das  Handelsregister  bestellt  werden.  Bis  zum  Eintressen
  derselben  ist  das  Handelsregister  in  gut  gehefteten  Aktenheften  anzulegen.

Das  rr.  wird  ersucht,  der  Durchführung  der  Verordnung  peinlichste  Sorgfalt  zuzuwenden  und
über  das  Geschehene  mir  bis  zum  1.  April  d.  Is.  zu  berichten.

Dar-es-Saläm,  den  5.  Januar  1897.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Kandels  -Register.

 

 

Lsde.

Bezeichnung  rt  der  Hauptinhalt  der  Eintragungei  Bezeichnung
des  Firmeninhabers,  rW  rnk5  Name  der  Firma,  3  er  des  Anmeldenden,  Vemerkunger
Nr.  Staatsangehörigkeit,  ·  Firmenänderung,  «  Staatsangehörigkeit,  gen

 

Geburtsort,  Rellgion  lassung  Prokuraertheilung  2e.tragungeburtsort,  Religion

 

 

 

 

 

 

verordnung,  betreffend  die  Einführung  eines  Handelsregisters.

81.
Bei  jedem  Handelsgerichte  ist  ein  Handelsregister  zu  führen,  in  welchem  die  in  dieser  Verordnung
angeordneten  Eintragungen  aufzunehmen  sind.
Das  Handelsregister  ist  öffentlich.  Die  Einsicht  desselben  ist  während  der  gewöhnlichen  Dienststunden
  auf  dem  Büreau  des  Handelsgerichtes  gestattet.

82.

Zum  Handelsregister  ist  seitens  des  Inhabers  eines  kaufmännischen  Geschäfts  bis  zum  Ablause
von  zwei  Wochen  nach  Eintritt  eines  zur  Anmeldung  verpflichtenden  Ereignisses  die  zum  Zwecke  der  Eintragung
  erforderliche  Anmeldung  zu  machen.  Die  Anmeldung  gilt  durch  das  Absenden  einer  schriftlichen
Mittheilung  an  das  zuständige  Handelsgericht  durch  sichere  Beförderungsgelegenheit  als  bewirkt.

Die  Anmeldepflicht  gilt  nicht  für  die  Bezirke  der  Innenstationen  und  das  Bezirksamt  Langenburg.

83.

In  das  Handelsregister  ist  einzutragen:

1.  die  Firma  (Handelsname)  jeder  Handelsniederlassung,  d.  h.  jedes  Handelsgeschäftes  mit  oder
ahn  Laden.  Jede  Handelsniederlassung  hat  an  sich  einen  besonderen  Handelsnamen
zu  führen;
das  Abändern  oder  Erlöschen  einer  Firma  sowie  die  Aenderung  des  Inhabers  der  Firma;
die  Ertheilung  und  das  Erlöschen  der  Prokura  (Handelsvollmacht);

.l  die  Begründung  einer  Zweigniederlassung  in  oder  außerhalb  des  Bezirks,  für  welchen  die  Hauptniederlassung
  bereits  angemeldct  ist.

Weu
        <pb n="227" />
        —  125  —

8  4.
Zur  Anmeldung  beim  Handelsgerichte  sind  verpflichtet:
a)  der  Inhaber  der  Handelsniederlassung,
5)  der  Prokurist  (Handelsbevollmächtigter),
c)  der  Liqnidator,
1)  der  Nachlaßpfleger,
0)  der  Konkursrichter.
865.
Die  Anmeldung  kann  schriftlich  oder  mündlich  geschehen.  Dieselbe  hat  zu  enthalten:  Ort  und  Zeit
der  Handelsniederlassung,  auf  welche  sich  der  Umstand  ad  1,  2,  3  oder  4  des  §  3  bezieht,  und  den  Vorund
  Zunamen  sowie  die  Staatsangehörigkeit,  Religion  und  Geburtsort  des  die  Anmeldung  Bewirkenden.

86.
Als  Handelsgericht  im  Sinne  dieser  Verordnung  gilt  das  Bezirks=  bezw.  das  Bezirksnebenamt.

87.

Für  die  Eintragungen  in  das  Handelsregister  werden  die  nachfolgenden,  gleich  mit  der  Eintragung

von  dem  Handelsgericht  zu  erhebenden  Gebühren  der  Staatskasse  entrichtet:  ad  1  des  §  3=  20  Rupien;
ad  2,  3,  4  des  §  3  dieser  Verordnung  —  10  Rupien.

868.

Erfolgt  die  vorgeschriebene  Anmeldung  zum  Handelsregister  nicht  rechtzeitig,  so  ist,  wenn  die  Anmeldung
  wenigstens  im  nächsten  halben  Jahre  nach  Eintritt  des  anzumeldenden  Umstands  eintritt,  das
Dreifache,  wenn  die  Anmeldung  noch  später  bewirkt  wird,  das  Fünffache  der  Gebühr  des  §  7  als  Strafe
und  neben  dieser  Strafe  die  einfache  Gebühr  des  8  7  zu  zahlen.

§  9.
Für  die  Einziehung  von  Gebühren  und  Strafen  erhalten  die  Handelsgerichte  (Bezirks=  und  Bezirksnebenämter)
  20  pCt.  der  eingehenden  Beträge  zur  Vereinnahmung  in  die  Kommunalkasse  des  Bezirks.

10.
Die  Strafen  werden  verhängt  und  vollstreckt  durch  das  Handelsgericht,  gegen  dessen  Entscheidung
Antrag  auf  gerichtliche  Entscheidung  zulässig  ist.  Die  Berufung  ist  binnen  14  Tagen  bei  dem  zuständigen
ordentlichen  Gerichte  erster  Instanz  einzulegen.  Die  Umwandlung  nicht  beizutreibender  Geldstrafen  in
Freiheitsstrafen  und  Vollstreckung  der  letzteren  erfolgt  durch  die  Kaiserlichen  Gerlchte.

11.
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  März  18  in  Kraft.
Dar-es-Saläm,  den  5.  Januar  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

 

 

Nunderlaß  an  die  Centralabtheilungen  des  Gouvernements,  an  die  Bezirksämter,
das  Bezirksnebenamt  Saadani,  die  Station  Lindi  sowie  die  Haupt=  und  die  mit
europäischen  Beamten  besetzten  Nebenzolläutter.

Die  Dienststellen  der  Zollverwaltung  werden  fortan  zur  leichteren  Unterscheidung  und  Bezeichnung
in  nachslehende  Klassen  eingetheilt  und,  wie  folgt,  benannt  werden:

a)  „Hauptzollämter“  wie  bisher.  «

l)),,Zollämter1.Klasse«dievonZollamtsassifientenLKlasseverwaltethtAmjsstellenSaadani,
Lindi  und  vom  1.  April  1897  ab  auch  Pangani.
„Zollämter  2.  Klasse“  die  von  Zollamtsassistenten  2.  Klasse  verwalteten  Amtsstellen  Kwale,
Simba-Uranga,  Mohorro  und  Schole.
„Zollämter  3.  Klasse“  die  übrigen  mit  farbigen  Beamten  besetzten  Amtsstellen  Moa,  Tangata,
Mkwadja,  Bueni,  Kisiwani,  Kiswere,  Mschinga,  Sudi,  Kionga.

Den  Zollämtern  1.  Klasse  wird  gleichzeitig  die  Befugniß  zur  selbständigen  Führung  und  Entscheidung
  von  Zollprozessen  sowie  zur  Verrechnung  von  Strafgeldern  hiermit  erthellt.  "

Dar-es-Saläm,  den  10.  Dezember  1896.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gez.  v.  Bennigsen.

4

C.

—

S
        <pb n="228" />
        —  126  —

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche
Haupt=  sowie  Zollämter  1.  und  2.  Klasse  und  die  Zollabtheilung.
Mit  Genehmigung  des  Herrn  Reichskanzlers  erfährt  die  Zollordnung  folgende  Zusatzbestimmungen:
a)  bei  Ziffer  11  der  Anlage  C  der  Zollordnung  findet  hinter  dem  Schlußworte  können  folgende  Einschaltung
  Aufnahme:  „gebrauchte  Kleider  und  Wäsche  nicht  zum  Verkauf  eingehend.“
b)  Ziffer  28  des  Ausfuhrtarifs  erhält  den  Zusatz:  „mit  Ausnahme  von  Kleidern,  Wäsche,  Kaffee  2c.“
„P)  Ziffer  8  der  Anlage  C  wird  dahin  ergänzt:  rc.  „ausgenommen  sind  photographische  Apparate  sowie
Bücher,  deren  Blätter  Raum  zum  Nachschreiben  und  Nachzeichnen,  gewähren,  und  zu  Rechnungen,
Etiketten,  Frachtbriefen  rc.  vorgerichtetes  Papier.“
Die  Zollordnungen  sind  hiernach  zu  berichtigen  und  die  Zollämter  3.  Klasse,  insbesondere  die  mit
Zollerhebung  betrauten  Grenzämter  Moa  und  Kionga,  mit  Anweisung  zu  versehen.
Dar-es-Saläm,  den  10.  Dezember  1896.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Nunderlaß  an  die  Zollabtheilung,  die  Haupt=  sowie  Zollämter  1.  und  2.  Klasse.
Nachdem  der  Herr  Reichskanzler  für  lundwirthscheftlihe  Maschinen  und  Geräthe  unbeschränkte

Abgabenfreiheit  bewilligt  hat,  erhält  Ziffer  5  der  Anlage  C  zur  Zollordnung  folgende  Fassung:

„Landwirthschaftliche  Maschinen  und  Geräthe.  Alles  Material  2c.“
6  Diese  Aenderung  ist  durch  Aushang  an  Amtsstellc  bekannt  zu  geben.  Die  Zollordnungen  sind  zu

erichtigen.
erichtis  Dar-es-Saläm,  den  14.  Dezember  1896.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Natzmer.

Nunderlaß  an  die  Zollabtheilung,  sämmtliche  Haupt=  und  Zollämter  1.  und  2.  Klasse.
Mit  Genehmigung  des  Herrn  Reichskanzlers  erhält  Ziffer  2  des  §  34  der  Zollordnung  nach
Streichung  der  Worte  „wider  besseres  Wissen“  folgende  Wortfassung:

2.  „Wenn  abgabepflichtige  Gegenstände  dem  Zollamte  unrichtig  oder  überhaupt  nicht  oder  so  deklarirt
werden,  daß  sie  eine  geringere  Abgabe  zu  zahlen  hatten.  Kann  jedoch  der  Angeschuldigte  nachweisen,
daß  eine  Abgabenhinterziehung  nicht  beabsichtigt  gewesen  sei,  so  findet  nur  eine  Ordnungsstrafe
gemäß  §  36  statt."

Diese  Textänderung  ist  durch  Aushang  an  Amtsstelle  öffentlich  bekannt  zu  geben,  die  vorhandenen
Zollordnungen  sind  zu  berichtigen.
Dar-es-Salam,  den  15.  Dezember  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Naßzmer.

Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika.
Mit  dem  Eintreffen  des  Hauptzollamtsvorstehers  Ewerbeck  in  Lindi,  welcher  die  Civilverwaltung
zu  übernehmen  hat,  wird  im  Bezirke  Lindi  wieder  Civilverwaltung  eingeführt.
Die  Station  Lindi  führt  von  dem  genannten  Zeitpunkte  ab  die  Bezeichnung  „Kaiserliches
Bezirksnebenamt".

Dar-es-Saläm,  den  30.  Dezember  1896.
#  Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.
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        —  127  —

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  Togo  während  des
Geschäftsjahres  1896.0
Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
½  S  —
Es  waren  anhängig:  53  s#  2  2#
22  2283
S#  88  1E
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten  und  zwar:
1.  Civilprozesse
a)  zwischen  Weißen  ··  —  1  1  1
b)  zwischen  Weißen  und  Eingebornen  —  13  13  10  3
2.  Sonstige  eivilrechtliche  sachen,  wie  Arreste,  Mahnsachen,  Zwangsvollstreckungen,
  Asgebote  u.  s.  w.
3  betresfend  Weie  .......  ..  —  6  6  6  —
h)  betreffend  Weiße  und  Eingeborene...  —  6  6  6
Von  den  Sachen  zu  1a  und  2#  gehören  zur  Zuständigkeit:  ·  »
a)derRichtcr.....-.·.....  .  ...  —;20,20  16  4
h)  der  Gerichte..  ·  -.......  —-  —  —  —
B.  Strafsachen  gegen  Weiße:
1.  Strafbefehle..  ..  ..  .....  —  —  —  —
2.Sachen,inwelcheneinVerfahrenseinzuleitenwar.......  ..  2  2  —  2
C.  Privatklagesachen  zwischen  Weifßfen  ...  —  1  1  —
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbareit:t:t:  ...  —  —  —
Davon  waren  nur  Gegenstand  der  Bearbeitung:  .  #
1.  Beglaubigugnen  ....  —  53  583  563  —
2.  Ausstellung  von  Attesten  und  Aufnahme  von  Verhandlungen  —  8  8  8  —
3.  Auf=  und  Annahme  von  Testamenen  —  1  1  1  —
4.  Nachlaßregulirungen  .  —  12  12  12  —
E.  Civilprozeß-  und  Strafsachen  zusamhen  ,......  —  219  2191208  11
VBei  welchen  nur  Eingeborene  betheiligt  waren,  wurden  im  summarischen  1
Verfahren  an  den  allwöchentlich  abgehaltenen  Verhandlungsterminen  1
.(Palavern)  erledigt.  «

Bekanntmachung  der  Neu-Guinea-Kompagnie.

Hierdurch  wird  öffentlich  bekannt  gemacht,  daß  der  Arzt  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Dr.  med.
Danneil  in  Herbertshöhe  zum  Gesundheitsbeamten  für  die  Rhede  von  Herbertshöhe  bestellt  und  als
solcher  insbesondere  mit  der  Wahrnehmung  der  Gesundheitspolizei  zur  Durchführung  der  Quarantäneordnung
  für  das  Schutzgebiet  der  Neu-Guinea-Kompagnie  vom  29.  September  1891  bestellt  worden  ist.

Friedrich  Wilhelmshafen,  den  5.  Januar  1896.

Der  stellvertretende  Landeshauptmann  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie.
(L.  S.)  (ecz.)  Rüdiger.

Ernennung  von  Beisitzern  für  die  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schutzgebietes  der
Neu-Guinea-Kompagnie  füt  das  Jahr  1897.#/)
I.  Bei  dem  Kaiserlichen  Gerscht  zu  Herbertshöh.
a.  Beisitzer:

der  Kaufmann  und  Angestellte  der  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  Fritz  Gugot  in  Matupi,
der  Kaufmann  und  Angestellte  der  Zweigniederlassung  der  deutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft

der  Südsee-Inseln  zu  Hamburg  Franz  Hellwig  in  Mioko,
der  Pflanzungsvorsteher  Hubert  Geisler  in  Herbertshöh,
.  der  praktische  Arzt  Dr.  med.  Kurt  Danneil  in  Herbertshöh.

?)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  180.
Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  152.

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        reo  —  #—  —  —P

—

—  128  —

b.  Stellvertretende  Beisitzer:

der  Pflanzer  Oktav  Mouton  in  Kinniguman,

.  der  Vagerverwalter  Paul  Lücker  in  Oirbrrkshh,

.  der  Kaufmann  und  Angestellte  der  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  Rudolf  Wahlen  in  Matupi,

.  der  Misfionar  der  katholischen  Mission  vom  heiligen  Herzen  Jesu  Pater  Johann  Dicks  in  Vuna-Pope.

U.  Bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  zu  Friedrich  Wilhelmshafen.
-a.  Beisitzer:

.  der  Forstassessor  Gustav  Weigelt  in  Stephansort,
.  der  Missionar  Albert  Hoffmann  in  Bogadjim.

b.  Stellvertretende  Beisitzer:

.  der  Assistent  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Paul  Behse  in  Stephansort,
.  der  Assistent  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Karl  Eduard  Thiele  in  Stephansort.

III.  Bei  dem  Kaiserlichen  Obergericht  zu  Friedrich  Wilhelmshafen.
a.  Beisitzer:

.  der  Missionar  Gustav  Bergmann  in  Siar,

4denr  Pflanzungsvorsteher  Oskar  Baumüller  in  Stephansort,

der  Arzt  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Dr.  Wilhelm  Wendland  in  Stephausort,

.  der  obere  Rechnungsbeamte  der  Neu-Guinea-  Kompagnie  Otto  Herzog  in  Stephansort.

b.  Stellvertretende  Beisitzer:

der  Stationsvorsteher  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Franz  Boluminskt  in  Erimahafen,
4der  Missionar  Karl  August  Hanke  in  Bongu,
.  der  Arzt  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Dr.  Otto  Dempwolff  in  Stephansort,

der  Assistent  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Erich  v.  dem  Knesebeck  in  Stephansort.

Ernennung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  für  die  Marshall-Juseln.
Auf  Grund  der  §8  7  ff.  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit  vom  10.  Juli  1879  sind

für  das  Jahr  1897  ernannt  worden:

I.  Zu  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  erster  und  zweiter  Instanz  zu  Jaluit:
Kaufwann  Emil  Hütter,  sächfischer  Staatsangehöriger,

Kaufmann  Adolf  Capelle,  preußischer  Staatsangehöriger,

Verliinser  Theodor  Dreyer,  hamburgischer  Staatsangehöriger,

Kaufmann  Rudolf  Wolffhegen,  preußischer  Staatsangehöriger,
Schiffskapitän  *  Keßler,  sächsischer  Staatsangehöriger,

der  frühere  Schiffskapiten  Felix  Becker,  sächsischer  Staatsangehöriger,
Schiffskapitän  Inlius  Krümling,  preußischer  Staatsangehöriger,

.  Platzaufseher  Bernhard  Merten,  -  -

II.  Zu  stellvertretenden  Beisitzern:
Schifislapitan  Karl  Domnick,  preußischer  Staatsangehöriger,
Ubbo  Warners,  -

.  Steuermann  August  Düdel,  -
.  Lagerverwalter  Henry  Nüttel,  hanburdihcher  -

Mit  der  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des  Gerichtsschreibers  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  erster

 

 

#  Joi*



Instanz  und  dem  Gericht  für  Eingeborene  sowie  miit  dem  Dienste  des  Gerichtsvollziehers  bleibt  der
Polizei=  und  Hafenmeister  Alfred  Knoth  betraut.

Die  Bestallung  eines  Gerichtsschreibers  für  das  Kaiserliche  Obergericht  bleibt  für  jeden  einzelnen

Fall  vorbehalten.

Jaluit,  den  10.  Dezember  1896.  6
Der  Kaiferliche  Oberrichter.
(L.  S.)  (gez.)  Dr.  Irmer,  Kaiserlicher  Landeshauptmann.
        <pb n="231" />
        129

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Dr.  phil.
K.  Lauterbach  und  dem  Landwirth  E.  Tappenbeck  den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse,  dem
Arzte  Dr.  med.  H.  Kersting  die  Krone  zum  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Milssionar  Ulrich
in  Klein-Popo  den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse  und  dem  Wegebauaufseher  bei  dem  Gouvernement
  in  Deutsch-Ostafrika  Franz  Drescher  zu  Dar-es-Saläm  das  Allgemeine  Ehrenzeichen  zu  verleihen.

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Meyer  ist  am  18.  Jannar  d.  Is.  in  Langenburg  (Deutsch-Ostafrika)

  telegraphischer  Meldung  zufolge  gestorben.

Maiserliche  Schutgtruppen.
A.  K.  O.  vom  16.  Februar  1897.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:
Liebert,  Oberst  à  la  snite  derselben,  für  die  Dauer  der  Beurlaubung  des  mit  den  Funktionen  des
Kommandeurs  der  Schutztruppe  beauftragten  Oberstlieutenants  v.  Trotha,  à  la  suite  des  Lauenburgischen
  Jäger-Bataillons  Nr.  9,  dlese  Funktionen  übertragen,
Fromm,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  v.  der  Marwih,  Sekondlleutenant,  —  auf  fernere  vier  bezw.

drei  Jahre  bei  der  Schutztruppe  belassen.

Schutztruppe  für  Südwestafrika:
v.  Sack,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  unter  Stellung  à  la  suite  derselben,  auf  ein  Jahr  beurlaubt.

 

VVVWVVVWVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch  -Ostafrika.
Der  Kaiserliche  Gouverneur  Liebert  und  der

kommissarische  Bezlrksrichter  assessor  Ziegler  sind
Mitte  Januar  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.

Der  ständige  Stellvertreter  des  Gouverneurs
Oberstlieutenant  v.  Trotha  ist  am  17.  Februar  von
seiner  Inspektionsreise  an  der  Küste  wieder  eingetroffen
  und  tritt  Mitte  März  die  Relse  nach
Deutschland  an.

Der  Kapitän  Graf  Pfeil  und  der  Angestellte
der  Flottille  Wedler  haben  Dar-es-Salam  mit
Helmathsurlaub  verlassen.

 

Seitens  des  Reichspostamts  werden  im  März
der  Postsekretär  Eichhorst  und  der  Telegraphenvorarbeiter
  Röper  noch  Ostafrika  entsandt.  Der
Postsekretär  Rotiner  wird  nach  Eintreffen  des  erstgenannten
  Beamten  nach  Deutschland  zurückkehren.

 

 

Der  Maschinenschlosser  Kause,  dessen  Abreise  in
Nr.  4  des  D.  Kol.  Bl.  S.  98  gemeldet  wurde,  hat
sich  nach  Dar-es-Salam  begeben,  wo  er  für  den  Dienst
des  Kaiserlichen  Gouvernements  angenommen  wurde.

Kamerun.
Der  Stationsleiter  von  Campo  Romberg  ist
mit  Urlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

 

Cogo.

Für  die  Regierungsschule  in  Togo  ist,  zunächst
zur  Vertretung  des  auf  Urlaub  gehenden  Lehrers
Walter,  der  Lehrer  Lederbogen  in  den  Dienst
der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  übernommen
worden.  Er  tritt  demnächst  die  Reise  nach  Klein-Popo
  an.

Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  getretene  Gerichtsaktuar  Seulen  ist  Mitte
Januar  in  Klein-Popo  eingetroffen.

Der  für  die  Kalserliche  Landeshauptmaunschaft
in  Togo  angenommene  Sergeant  Jacobi  tritt  demnächst
  die  Reise  nach  Klein-Popo  an.
        <pb n="232" />
        130

Nachrichten  aus  den  deukschen  Schuhgrbieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pltafrika.

Einführung  von  Dandelsregistern  in  Ostafrika.

Die  im  amtlichen  Theile  veröffentlichte  Verordnung
  wegen  Einführung  von  Handelsregistern
im  Schutgebiete  betrifft  in  erster  Linie  vie  von
Nichteuropäern  betriebenen  Handlungshäuser,  während
es  für  die  europäischen  Firmen  nach  wie  vor  bei
den  bestehenden  gesetzlichen  Bestimmungen  sein
Bewenden  behält,  welche  die  Führung  eines  dem
deutschen  Handelsgesetzbuche  entsprechenden  Handels-(Firmen-,
  Prokuren=  und  Gesellschafts-)  Registers
durch  das  zuständige  Bezirksgericht  vorschreiben.

von  dem  Nompagnieführer  Johannes

ist  über  seinen  bereits  telegraphisch  gemeldeten  Strafzug
  nach  dem  Meruberg  nunmehr  folgender  Bericht
aus  Moschi  vom  21.  November  v.  Is.  eingegangen:

„Die  Veranlassung  zur  Expedition  bildete  die
Ermordung  der  beiden  evangelischen  Missionare  Segebrock
  und  Ovir  sowie  der  gleichzeitige  Ueberfall  auf
mein  Lager  in  der  Nacht  vom  19.  zum  20.  Oktober.

Am  31.  Oktober  marschirte  ich  mit  Lieutenant
Merker,  Dr.  Eggel  und  95  AMskaris  der  1.  Kompagnie
  von  hier  ab.  Als  Hülfstruppen  folgten  mir
an  demselben  Tage  4000  Wadjaggas,  die  waffensähigen
  Leute  der  östlich  von  Moschi  gelegenen  Kilimandjarolandschaften
  Kirua,  Kilema,  Marangu,  Muika,
Rombo,  Userl  unter  dem  Häuptling  Mareale  von
Marangu  sowie  die  Krieger  der  Landschaft  Moschi
unter  ihrem  Häuptling  Meli.  Während  meines  Vormarsches
  schlossen  sich  in  den  nächsten  beiden  Tagen
noch  die  Krieger  der  westlich  von  Moschi  liegenden
Landschaften  Uru,  Kibosho,  Madschame,  Kibognolo
unter  ihren  Häuptlingen  an,  so  daß  die  mir  folgende
Hülfstruppe  auf  6000  bis  7000  Krieger  stieg,  die
mit  ihrem  Troß  zusammen  wohl  10  000  Kößpfe
zählten.  Die  Schwierigkeiten,  welche  ein  Operiren
mit  derartigen  Menschenmassen  in  solch  dicht  bewachsenem
  und  koupirlem  Buschterrain,  wie  das  der  Landschaften
  Groß-Aruscha  und  Meru  bietet,  waren  mir
von  vornherein  klar.  Ein  Aufschub  der  Expedition,
etwa  zum  Zwecke  der  Heranziehung  regulärer  militärischer
  Streitkräfte  zur  Unterstützung,  war  ausgeschlossen,
  denn,  nachdem  den  Merukriegern  der  Kamm
infolge  des  Gelingens  ihres  Ueberfalles  auf  die
Missionare  gehörig  geschwollen  war,  war  es  zum
mindesten  sehr  wahrscheinlich,  daß  sie  weitere  Raubzüge
  unternehmen  würden,  und  dadurch  war  in  erster
Linie  die  Farm  der  Kilimandjaro-Straußenzucht  sowie
  weiter  die  am  Kilimandjaro  liegenden  fünf
Missionsniederlassungen  gefährdet.  Die  Bestrafungsexpedition
  mußte  also  sofort  ausgeführt  werden,  ehe
noch  die  genannten  Ansiedelungen  überfallen  werden

 

konnten,  und  daher  blieb  bei  der  zu  geringen  zur
Verfügung  stehenden  regulären  Truppe  nur  die
Unterstützung  von  Seilen  der  Wadiaggas  übrig.

Am  4.  November  lagerte  ich  etwa  zwei  Stunden
von  Groß--Aruscha  ab  in  freier,  abgebrannter  Steppe
und  am  5.  November  marschirte  ich  in  die  Landschaft
hinein.

Die  Landschaften  am  Meruberg  werden  nach  der
Steppe  zu  durch  einen  dichten  Gürtel  von  Urwald
oder  Akazienbusch  abgegrenzt.  Durch  diesen  führen
einige  wenige  schmale  und  mehr  oder  weniger  zickzackartig
  verlaufende  Pfade  in  die  Landschaften.  Mehrere

mn  den  Felsboden  tief  eingeschnittene,  jetzt  viel  Wasser

führende  Gebirgsbäche  erschweren  einen  Einmarsch
aufs  Aeußerste.  Dies  hatten  die  vereinigten  Aruschaund
  Mernkrieger  richtig  ausgenutzt  und  den  dichten
Busch,  der  den  Pfad  zu  beiden  Seiten  begleitet,  mit
großen  Massen  besetzt.  Der  Einmarsch  des  Expeditionskorps
  gestaltete  sich  so  zu  einem  scharfen  Gefecht.
  Der  mit  Gewehren  bewaffnete  Theil  blieb
versteckt  im  Busch  liegen  und  feuerte  erst,  nachdem
die  Kompagnie  auf  elwa  20  Schritt  an  den  musichtbaren
  Gegner  herangekommen  war,  der  andere  Theil
mit  Speer  und  Schwert  drang  von  den  Flanken  und
dicht  hinter  der  Kompagnie  mit  verhältnißmäßig  sehr
großer  Uebermacht  vor,  wobei  besonders  die  verbündeten
  Wadjaggas  schwere  Verluste  erlitten  und  ein
Theil  derselben  abgeschnitten  wurde.  Nachdem  der
Einmarsch  in  einem  ungefähr  1½  stündigen  Gefecht
erzwungen  war,  war  die  Hauptschwierigkeit  überwunden
  und  der  Erfolg  der  Expedition  bis  zu  einem
gewissen  Grade  gesichert.  Erschwerten  auch  die  dichten
Bananenhaine,  in  deren  Dunkel  hinter  den  Stämmen
stehende  Gegner  absolut  unerkennbar  sind,  die  ausgedehnten
  Maisschamben  und  der  viele  Busch  ein
weiteres  Vordringen,  so  sind  die  Terrainschwierigkeiten
  hier  doch  mit  den  beim  Einmarsch  zu  überwindenden
  gar  nicht  zu  vergleichen.  Um  Mittag
konnte  das  Expeditionskorps  Lager  beziehen  und
lagerte  auf  einem  Platz  dicht  bei  der  Boma  des
Häuptlings  Ravaito,  der  lange  das  Vertrauen  der
Station  besaß,  zuletzt  aber  auch  mitschuldig  wurde
und  tags  vorher  ums  Leben  gekommen  war.  Am
nächsten  Tage  drang  ich  weiter  vor  und  bezog  ein
Lager  nahe  der  Boma  des  anderen  Hauptschuldigen,
Häuptlings  Massinde,  der  auf  die  Kunde  von  meinem
Anmarsch  bereits  vor  einigen  Tagen  mit  seinem  Vieh
und  seinen  Weibern  in  die  nach  Westen  vom  Mern
ausgehenden  Höhenzüge  geflüchtet  war.  Von  diesem
Lager  aus  unternahmen  täglich  Züge  der  Kompagnie
und  die  Wadjaggas  Streifen  durch  die  ganze  Landschaft
  Groß-Aruscha.  Am  9.  erschien  ein  Unterhändler
mit  Flagge  und  Elfenbein  und  bat  um  Frieden.  Er
war  von  dem  im  Oktober  1895  von  mir  bekriegten
Häuptling  Merai  gesandt  und  wurde  diesem  zurück-
        <pb n="233" />
        geschickt  mit  der  Aufforderung,  er  (Merai)  solle  selber
kommen.  Gleichzeltig  theilte  ich  ihm  die  vorläufigen
Friedensbedingungen  mit,  welche  dahin  lauteten,  daß
die  Waffen  und  Munition  sowie  alle  den  ermordeten
Missionaren  geraubten  Sachen  auszuliefern  seien.
Zur  Erfüllung  der  gestellten  Bedingungen  würde  ein
eintägiger  Waffenstillstand  gewährt.  Die  Auslieferung
  der  an  dem  Ueberfall  betheiligten  Krieger  und
deren  Anführer  jetzt  zu  fordern,  erschien  unzweckmäßig,
  denn  diese  Forderung  hätte  Merai  beim  besten
Willen  nicht  ersüllen  können,  da  nach  dem  Gesecht
die  Krieger  in  den  oberen  oder  unteren  Urwald,
oder  auch  weiter  geflüchtet  waren.  Nachdem  an
dlesem  Tage  die  Bedingungen  nicht  alle  erfüllt  waren,
wurde  der  Krieg  fortgesetzt,  aber  Merai  für  die  ihm
unterstehende  Landschaft  Olborn,  da  sie,  wie  sich
herausgestellt  hatte,  gänzlich  unbetheiligt  am  Ausstand
war,  Schonung  zugesichert.  Merai  kam  auch  in
dieser  Zeit  täglich  ins  Lager  und  brachte  nach  und
nach  zwei  der  evangelischen  Mission  gehörige  Infanteriegewehre
  M/71,  drei  den  Missionaren  von  der
hiesigen  Statlon  geliehene  Jägerbüchsen  M/71  mit
etwa  300  Mauserpatronen  sowie  mehrere  den  Missionaren
  geraubte  Sachen,  wie  Geschirr,  Decken  2c.

Nachdem  so  die  vorläufigen  Bedingungen  am  12.
erfüllt  waren  und  nachdem  gleichzeittg  in  Groß-Aruscha
  Niemand  mehr  zu  bekriegen  und  auch  kein
Vieh  mehr  zu  erbeuten  war,  schloß  ich  Frieden  und
marschirte  am  13.  früh  ab.

Am  13.  und  14.  lagerte  ich  in  der  Steppe  am
Fuße  des  Meru,  wo  eine  Gesandtschaft  des  Meruhäuptlings
  Matunda  mit  Elfenbein  und  um  Frieden
bittend  bei  mir  eintraf.  Am  15.  marschirte  ich  in
die  Landschaft  Mern  hinein,  ohne  nennenswerthen
Widerstand  zu  finden.  Die  Leute  waren,  als  sie
von  der  vollständigen  Niederlage  Groß-Aruschas  erfuhren,
  mit  dem  größten  Theil  ihres  Vlehes  geflohen;
nur  vereinzelte  Ansammlungen  von  30,  40  oder
50  Kriegern  wurden  sichtbar.

Am  15.,  16.  und  17.  wurden  mit  Abtheilungen
der  Kompagnie  sowie  Wadjaggas  Streifzüge  durch
die  ganze  Landschoft  unternommen.

Am  198.  frühzeitig  erschien  ein  Akida  Matundas
und  bat  um  Frieden;  Matunda  war  geflohen  und
noch  nicht  zurückgekehrt.  Die  als  Friedensbedingung
gestellte  Forderung  der  Auslieferung  des  Missionselgenthums
  sowie  zweier  den  Ermordeten  gestohlener
Revolver  konnte  noch  nicht  erfüllt  werden,  da  eben
alle  Leute  geflohen  waren.  Länger  in  Meru  zu
bleiben,  war  indeß  zwecklos,  denn  einmal  waren  die
seindlichen  Stämme  niedergeworfen,  und  andererseits
hatte  der  unausgesetzte  Regen  der  augenblicklichen
lälteren  Jahreszeit  fieber=  und  dysenterieartige  Krankheiten
  verursacht.  Ich  marschirte  also  am  18.  früh
ab  und  traf  am  20.  wieder  in  Moschi  ein.

Hervorzuheben  ist  die  ausgezeichnete  Haltung  der
Sudanesen,  besonders  im  t  Ha  guch
bel  den  folgenden  Strelfzügen  in  der  Landschaft.

131

 

Was  nöthig  war,  war  ein  energisches,  rasches  Vordringen
  und  ein  festes  Zusammenhalten,  und  Beides
war  in  dem  dichten  Busch  äußerst  schwierig,  wurde
aber  von  Askaris  und  ganz  besonders  von  den  Sudanesen
  geradezu  mustergültig  ausgeführt.  Die  Beute
der  Wadjaggas  an  Vieh  betrug  in  Aruscha  und  Mern
zusammen  3000  Rinder  und  5500  Ziegen  und  Schafe,
die  ich  zum  weitaus  größten  Theil  den  Verbündeten
ließ  in  Anbetracht  ihrer  überaus  zahlreichen  Betheiligung
  und  ihrer  Verluste.  Als  Kriegskontribution
wurde  Aruscha  die  Zahlung  von  10  Frasila  und
Meru  die  von  20  Frasila  Elfenbein  aufgetragen.
Dieser  Tribut  wird  erst  nach  und  nach  entrichtet
werden  können.  Abgesandte  aus  allen  Theilen  Groß-Aruschas
  und  Meruns  trafen  hier  ein  und  baten  um
Frieden;  überbrachten  auch  die  beiden  den  Missionaren
geraubten  Revolver.  Ich  erklärte  ihnen,  sie  vorläufig
nicht  weiter  zu  bekriegen,  einen  definitiven  Frieden
würde  ich  aber  erst  nach  Zahlung  des  Elfenbeins
abschließen.

Da  in  beiden  Landschaften  eine  Unzahl  bei  fräheren
  Kriegen  von  der  dorkligen  Bevölkerung  aus
den  Wadjaggalandschaften  geraubter  Weiber  leben,
so  gab  diese  Expedition  auch  eine  gewünschte  Gelegenheit
  zu  ihrer  Befreiung  aus  der  Sklaverei.  Soweit
  es  möglich  war,  wurden  Alle  einzeln  gefragt
und  die,  welche  nach  Ujagga  zurückkehren  wollten  —  im
Ganzen  ungefähr  500  —,  den  betreffenden  Stämmen,
zu  denen  sie  gehörten,  übergeben.

Die  Ruhe  scheint  nunmehr  am  Meruberg  hergestellt,
und  es  ist  anzunehmen,  daß  der  weitaus  größte  Theil
der  Aruscha=  und  Meruleute,  die  Besitzenden,  durch
den  erlittenen  Schaden  so  weit  klug  geworden  sind,
daß  sie  dem  Treiben  der  Elmoran  in  Zukunft  nicht
gleichgültig  zusehen,  sondern  sich  bestreben  werden,
ihre  Kriegsgelüste  bei  Zeiten  zu  unterdrücken.  Bereits
eine  größere  Anzahl  Aruscha=  und  Meru-Elmoraus
wurden  von  den  älteren  Leuten  während  der  Anwesenheit
  der  Expedition  in  den  Landschaften  erschlagen.


Für  durchziehende  Karawanen  dürfte  von  Seiten
der  Merubevölkerung  nichts  zu  befürchten  sein,  vorausgesetzt,
  daß  der  Führer  der  Karawane  im  Stande
ist,  die  Eingeborenen  vor  Uebergriffen,  wie  gewaltsames
  Einkaufen  von  Lebensmitteln,  zu  schützen,  und
sich  auch  wirklich  dieser  Mühe  unterzieht.  Auch  aus
den  jetzigen  ausführlichen  Erkundungen  über  die
Entstehung  der  Unruhen  ergiebt  sich,  daß  sich  die
Leute  nur  der  Ansiedelung  von  Europäern  widersetzen
wollten.  Durchreisenden  Karawanen  haben  sie  bisher
nie  Schwierigkeiten  gemacht  und  auch  immer  Essen
in  reicher  Menge  zum  Verkauf  ins  Lager  gebracht.

Ueber  die  Entstehung  der  Unruhen  ist  mit  Gewißheit
  Folgendes  in  Erfahrung  gebracht  worden:

Mitte  Oktober  trafen  die  beiden  Missionare  ein
und  gaben  der  Bevölkerung  bekannt,  daß  sie  sich  dort
niederlassen  wollten  und  gedächten,  immer  bei  ihnen
zu  bleiben.  Die  Leute  fürchteten  einmal,  für  die
        <pb n="234" />
        —  132

Folge  häufig  zur  Arbeit,  die  sie  als  Sklavendieust
verachten,  gezwungen  zu  werden,  und  andererseits
allmählich  durch  Zuzug  von  Europäern  ihr  Land
zu  verlieren.  Sie  meinten,  jetzt  seien  zwei  gekommen,
bald  würden  wohl  andere  kommen  und  so  würden
sie.  aus  ihrem  eigenen  Lande  und  ihren  seit  jeher
bebauten  Schamben  vertrieben  werden.  Infolgedessen
  beschlossen  sie,  sich  dem  zu  widersetzen,  und
wandten  sich  an  die  Waaruscha  um  Unterftützung,
die  ihnen  aber  jetzt  und  in  den  nächsten  Tagen  verweigert
  wurde.  Am  Mittag  des  19.  wurde  über
den  Kauf  des  von  der  Mission  besetzten  Grundstücks
verhandelt  und  gegen  6  Uhr  abends  der  Kaufpreis
von  25  Gora  an  den  Häuptling  Matunda  bezahlt.
Als  den  bisherigen  Besitzern  des  von  der  Mission
erworbenen  Landes  klar  wurde,  daß  ihnen  nun  das
Land  nicht  mehr  gehören  sollte,  baten  sie  die  schon
erregten  Krieger  um  Hülfe,  und  diese  machten  dann
mit  dem  Aruscha-Elmorau  am  Abend  desselben  Tages
ein  neues  Schauri  wegen  Unterstützung  gegen  die
Europäer.  Nachdem  die  Meruleute  den  Waaruscha,
von  welchen  sie  früher  unlerworfen  und  in  sklavenähnlicher
  Abhängigkeit  waren,  versprochen  hatten,  sie
wollten,  falls  Aruscha  sie  unterstützte,  wieder  in  dieses
alte  Verhältniß  zu  ihnen  zurücktreten,  und  ihnen
ferner  vorgestellt  hatten,  daß  der  Cana  Kuba  mit
noch  einem  Europäer,  aber  nur  ganz  wenig  Askaris
angekommen  sei  und  die  Gelegenheit  günstig  wäre,
diese  Kraft  für  immer  zu  brechen,  wodurch  sie  dann
später  ungehindert  überallhin  Kriegszüge,  wie  früher,
unternehmen  könnten,  versprach  Aruscha  seine  Unterstützung,
  und  über  1000  Krieger  machten  sich  sofort
in  der  Nacht  zum  Ueberfall  auf.  Ein  sehr  kleiner
Theil  umstellte  das  Lager  der  Missionare,  der  große
Rest  umzingelte  auf  weiten  Umwegen,  gedeckt  durch
die  Bananenschamben  kommend,  mein  Lager.  Mit
welcher  Uebermacht  Letzteres  überfallen  werden  sollte,
geht  daraus  hervor,  daß  auf  zwei  Seiten  des  Lagers
durch  ungefähr  150  bis  200  Schuß  35  Gegner  todt
auf  dem  Platze  geblieben  und  fünf  im  Laufe  des
Tages  an  ihren  Wunden  gestorben  sein  sollen.

Nunmehr  ist  die  Ruhe  im  Bezirk  hergestellt  bis
auf  die  kleine  Landschaft  Ngasseni,  östlich  von  Useri,
wohin  ich  voraussichtlich  Anfang  nächsten  Monats
gehen  werde.  Die  Kosten  der  Expedition  sind  durch
das  erbeutete  Vieh  und  das  bereits  gezahlte  Elfenbein
vollkommen  gedeckt.“

Ueber  Straußenzucht  in  der  Rapkolonie

berichtet  Konsul  Dalldorf  in  Port  Elizabeth,  wie
folgt:

Im  Allgemeinen  ist  Straußenzucht  am  vortheilhaftesten
  in  Landdistrikten,  die  mit  Busch  oder  Pflauzen
  bedeckt  sind  von  niederem  Wachsthum,  wie  eben
in  Südafrika  vorkommend,  da  Strauße  die  Blätter
essen.  Grasland  ist  nicht  zu  empfehlen,  da  Strauße
eben  Gras  nur  essen,  wenn  es  zark  und  jung  und

 

noch  ganz  kurz  ist.  Altes  trockenes  und  langes  Gins
wird  der  Vogel  nicht  anrühren  und  eher  verhungern,
als  davon  zu  füttern.  Wenn  Grundstücke  bewässert
werden  können,  ist  der  Anban  von  Klee,  „Luzerne",
sehr  zu  empfehlen.  Die  Vögel  pflücken  von  demselben
die  Blätter  zur  Nahrung,  verschmähen  jedoch  die
Stengel.  Wird  der  Klee  geschnitten  und  zur  Fütterung
  verwandt,  sollte  derselbe  sehr  fein  geschnitten
werden.

Im  Falle  Pflanzennahrung  fehlt,  ist  Reis  sehr
als  Futter  zu  empfehlen,  und  sollte  Fütterung  zwelmal
des  Tages  stattfinden,  morgens  und  abends,  und  die
Vögel  zugleich  reichlich  mit  Trinkwasser  versehen
werden.  Besonders  vortheilhaft  für  das  gute  Gedeihen
  der  Strauße  ist  genügend  Raum  und  Freiheit
der  Bewegung.  Man  sieht  oft,  daß  ein  Strauß
ohne  besondere  Veranlassung  ausbreitet  und  zwei
oder  drei  Meilen  weit  läuft.

Wie  viele  Strauße  auf  einem  bestimmten  Flächenraum
  gehalten  werden  mögen,  ist  natürlich  schwer  zu
bestimmen  und  ist  durch  die  Güte  und  Zweckmäßigkeit
  defselben  bedingt.

Man  giebt  hier  den  Vögeln  gewöhnlich  so  viel
Freiheit  wie  möglich,  wählt  aus  denselben  die  zur
Brut  best  geeigneten,  das  heißt  die  kräftigsten  und
gesundesten  derselben  und  bringt  die  einzelnen  Paare
in  diese  hergestellte  Umzäunung  in  Größen  von  vier
bis  fünf  Acker.  Drahtzäune  sind  die  vortheilhaftesten,
vielleicht  vier  Fuß  hoch,  fünf  bis  sechs  Drähte,  durchflochten
  mit  Busch,  damit  die  eingeschlossenen  Vögel
nicht  mit  solchen  in  der  Nachbarumzäunung  in  Kampf
gerathen  und  sich  durch  Schlagen  gegenseitig  beschädigen.


Die  Hauptzeit  des  Paarens  fällt  gewöhnlich  gegen
Juli  und  vollzieht  sich  bis  zu  Ende  des  Jahres  und
vielleicht  auch  ausier  dieser  Zeit  oder  innerhalb  der
angegebenen  Zeit,  wenn  klimatische  Verhältnisse  besonders
  günstig  waren  und  das  Feld  in  besonders
gutem  Zustande  ist.  Ein  Weibchen  legt  13  bis
20  Eier.  Sobald  das  letzte  Ei  gelegt  ist,  nimmt
das  Männchen  Besitz  vom  Neste,  brütet  des
Nachts  und  überläßt  dem  Weibchen  dieses  Geschäft
während  der  Tageszeit.  Das  Männchen  entfaltet  in
dieser  Hinsicht  die  größte  Sorgfalt  und  überwacht
das  Weibchen  in  der  Ausübung  seiner  Brütepflichten.
Das  Nest  sollte  besonders  beobachtet  werden,  nachdem
das  Männchen  sechs  Wochen  am  Brüten  theilgenommen
hat,  da  nach  dieser  Zeit  die  Kücken  erscheinen.  Da
das  jedoch  sehr  oft  unregelmäßig  geschieht,  verlassen
die  kräftigen  erstgeborenen  Strauße  das  Nest  und
verlaufen  sich,  die  Alten  folgen  und  verlassen  oder
vernachlässigen  das  Nest,  und  so  wird  oft  nur  ein
Theil  der  Eier  ausgebrütet.  Um  diesem  vorzubeugen,
zieht  man  um  das  Nest,  vielleicht  fünf  bis  sechs  Fuß
entfernt,  eine  niedrige  Buschhecke.

Wenn  die  Kücken  drei  Monate  alt  sind,  könmen  dieselben
  von  den  alten  Straußen  entfernt  werden,  und
wenn  die  Letzteren  gesund  und  kräftig  sind,  baut  das
        <pb n="235" />
        —  133

Weibchen  oft  sofort  wieder  sein  Nest  und  beginnt  zu
legen,  so  daß  zweimal  im  Jahre  eine  Brut  von  denselben
  Eltern  zu  erlangen  ist.  Künstliche  Brütung
wird  hier  jetzt  gar  nicht  mehr  angewendet;  es  hat
sich  ergeben,  daß  so  gebrütete  Strauße  schwächlich
und  selten  voll  ausgewachsen  sind.  Man  hat  sich
früher  auch  für  diesen  Zweck  nur  solcher  Eier  bedient,
die  entweder  außerhalb  der  Rester  gefunden  wurden
oder  wo  die  Henne  das  Nest  verlassen  hatte  oder
vielleicht  getödtet  wurde.  Die  Brutkästen,  wie  früher
benutzt,  hatten  Raum  für  25  Eier  und  kosteten  zehn
bis  zwölf  Pfund  Sterling.

Das  Abnehmen  der  Federn  geschieht  bei  Kücken,
wenn  dieselben  acht  bis  neun  Monate  alt  sind,  und
werden  dieselben  abgeschnitten.  Sechs  Wochen  danach
  müssen  die  zurückgebliebenen  Posentheile  sorgfältig
einzeln  herausgezogen  werden.

Voll  ausgewachsene  Strauße  werden  jede  neun
oder  zehn  Monate  gerupft,  das  heißt  die  langen
Federn  werden  abgeschnitten  und  erst  zwei  bis  drei
Monate  später,  wenn  man  die  alten  Posenstücke  herausnimmt,
  werden  die  kurzen  schwarzen  und  grauen
Federn  entfernt.  Ehe  man  mit  dem  Entfernen  der
alten  Posenreste  fortfährt,  sollte  man  sich  überzeugen,
daß  dieselben  ganz  ausgedörrt  und  todt  sind;  wenn
nicht  und  noch  irgend  welcher  Saft  darin  enthalten,
muß  das  Ausziehen  verzögert  werden.  Bei  Kücken
ist  besonders  darauf  zu  achten,  daß  das  Fortnehmen
der  alten  Posen  nicht  zu  sehr  verzögert,  weil  die
neue  Feder  im  Wachsen  sich  in  dieselben  drängt
und  beim  Entnehmen  die  junge  Feder  leicht  beschädigt
  wird.

Dies  ist  eine  kurze  Andeutung,  wie  hier  bei  der
Straußenzucht  verfahren  wird.  Eine  feste  Regel  für
Behandlung  ist  kaum  festzustellen,  da  so  Vieles  von
klimatischen  Verhältnissen  abhängt.  Erfahrung  wird
ohne  Zweifel  viel  lehren,  doch  ist  dies  gewiß  die
erste  Regel,  daß  genügend  Nahrung,  hinlänglich  Raum
und  allgemeine  gute  Aufsicht  erste  Bedingungen  sind,
die  Straußenzucht  zu  einem  einträglichen  Unternehmen
zu  gestalten.

Ramerun.

Ueber  die  Station  Bus#a
berichtet  der  Kaiserliche  Gonverneur  von  Kamerun,
wie  folgt:

Das  Stationsterraim  liegt  in  einer  Ausdehnung
von  etwa  25  ha  auf  einem  hügeligen,  von  Schluchten
durchzogenen  und  von  dem  Bucabach  in  Kaskaden
durchströmten  Gebirgsplateau  in  einer  Höhe  von
900  bis  1000  m.  Das  Wohnhaus  des  Stationschefs
  mit  dem  daranstoßenden  Wirthschaftsflügel  hat
die  Front  nach  Südosten,  mit  herrlicher  Aussicht  auf
das  Kameruubecken,  den  Kamerunfluß,  die  See.  Bei
klarem  Wetter  sieht  man  deutlich  die  Gebäude  Ka- 



meruns  mit  den  im  Fluß  verankerten  Schiffen  und
die  Zuflüsse  des  Beckens  wie  aus  der  Vogelperspektive.
Im  Rücken  der  Station,  im  Nordwesten,  ragen  die
schroffen  Hänge  des  Gebirges  steil  empor.  Die  Luft
ist  ungemein  frisch  und  leicht,  gleichviel  ob  Nebel  den
Berg  umhüllen  oder  ob  die  heiße,  immerhin  tropische
Mittagssonne  aus  blauem  Himmel  herniederstrahlt.
Fast  nie  indessen  ist  die  Luft  hier  oben  ohne  Wolkenbedeckung
  irgend  welcher  Art,  so  daß  die  Hitze  wenig
empfindlich  ist.

Die  Durchschnittstemperatur  beträgt  etwa  21°  C,
während  in  kühlen  Nächten  das  Thermometer  nicht
selten  auf  10°  C.  sinkt.  Zur  Zeit,  im  Beginn  der
Trockenzeit,  sind  gegen  Tagesanbruch  durchschnittlich

13°  C.  Auch  Windstille  ist  selten;  fast  stets
weht  eine  erfrischende  Brise,  sei  es  tagsüber  von
See  her,  oder  nachts  und  morgens  von  den  Berggipfeln
  hernieder.

Daß  unter  diesen  Umständen  das  Klima  für
Europäer  außerordentlich  günstig  ist  und  wir  hier
in  Buca  die  gegebene  Gesundheitsstation  haben,  kann
meines  Ermessens  keinem  Zweifel  mehr  unterliegen.
Die  Basler  Mission  hat  dies  vollkommen  richtig  erkaunt
  und  dementsprechend  auf  dem  ihr  von  dem
Freiherrn  v.  Soden  seiner  Zeit  abgetretenen  Terrain

nicht  nur  bereits  ein  vorzügliches,  sehr  geräumiges

europäisches  Wohnhaus  erbaut,  in  dem  mehrere
Missionsfamilien  wohnen  und  sich  einschließlich  der
weiblichen  Mitglieder  dauernd  der  besten  Gesundheit
erfreuen,  sondern  sie  beabsichtigt,  demnächst  mit  dem
Bau  eines  größeren  Sanatoriums  zu  beginnen,  in
dem  auch  kranke  Missionare  von  der  Goldküste  und
Andere  Aufnahme  finden  sollen.  ç  .

Das  Wohnhaus  des  Stationschefs  ist  ein  kleines
freundliches  Gebäude  mit  vier  Zimmern  und  breiter,
umlanfender  Veranda,  auf  Steinpfeilern  aus  Holz
und  Wellblech  errichtet;  die  Zimmer  sind  inwendig
mit  gehobelten  Brettern  verschalt  und  mit  Oelfarbe
gestrichen.

Da  der  Stationschef  Leuschner,  sehr  zum  Vortheil
  der  Station  und  des  Wirthschaftsbetriebes,  seine
junge  Frau  mit  herausgebracht  hat,  so  habe  ich  ihm
dies  Haus  als  douernde  Dienstwohnung  üÜberlassen
und  auf  der  Rückseite  des  Stationshofes,  an  die
Bergwand  gelehnt,  ein  zweites  Wohngebäude  aus
gleichem  Material  errichten  lassen,  welches  soeben
vollendet  ist  und  zwei  europäischen  Unterbeamten,
Stationsassistent  und  Bauaufseher,  an  Stelle  des
Letteren  später  Viehpfleger,  zur  Wohnung  dient.

Die  Bergstraße  Victorin—  Busa  ist  bis  über
Boana  hinaus  fertiggestellt.  Einige  noch  zu  starke
Steigungen  werden  allmählich  durch  Anlage  von
Serpentinwegen  ersetzt  werden.  Die  noch  herzustellende
  kleinere  Strecke  Bonna—Busa  wird  in  sechs
bis  acht  Monaten  vollendet  sein.  Der  Wegebau
bietet  keine  erheblichen  Schwierigkeiten;  auf  Veranlassung
  des  Stationschefs  von  Buea  haben  die  anwohnenden
  Eingeborenendörfer  die  alte  Wegstrecke,
von  der  die  neue  Strecke  nicht  oder  nur  ganz  un-
        <pb n="236" />
        wesentlich  obwelchen  wird,  in  einer  Breite  von  4  m
gereinigt,  so  daß  der  Weg  schon  jetzt  mit  Reitthieren
und  Hängematte  passirbar  ist,  ausgenommen  eine
Anzahl  von  Schluchten  auf  dem  Busa  zunächst  gelegenen
  Theil.  Diese  Schluchten,  welche  selbst  in  der
Regenzeit  kaum  Wasser  führen,  werden  durch  seitlich
in  den  Berghang  eingeschnittene  Schlangenwege  überwunden;
  in  den  Sohlen  werden  mittelst  großer
Steine,  Geröll  und  Erdaufschüttungen  durchlässige
Dämme  gebaut,  so  daß  jeder  Brückenbau  vermieden
wird.

Nur  über  den  eigentlichen  Busabach  muß  eine
Brücke  aus  Steinen  und  einheimischen  Bohlen  hergestellt
  werden;  jetzt  führt  über  denselben  eine  provisorische
  Brücke  aus  Knüppeln.

Wundervoll  gedeiht  in  den  Gärten  der  Station
alles  europäische  Gemüse,  edle  Bambus=  und  Bananensorten,
  Rosen,  Cedern  und  Cypressen,  Blattpflanzen,
Ziersträucher  und  dergleichen,  welche  ich  im  vorigen
Jahre  aus  dem  Spenglerschen  Garten  in  Säo  Thoms
eingeführt  habe,  wachsen  und  blühen.

Die  auf  den  Versuchsfeldern  der  Station  gebaute
Kartoffel  ist  von  Aussehen  und  Geschmack  tadellos,
wie  ich  selbst  Gelegenheit  hatte,  mich  zu  überzeugen.
Alle  Maissorten  wachsen  und  tragen  vortrefflich,
besonders  auch  amerikanischer  Pferdezahnmais.  Ob
die  vor  etwa  vier  Wochen  gesäte,  sehr  schön  aufgelaufene
  Gerste  tragen  wird,  muß  erst  die  Zeit  lehren.
Tabak  gedeiht  gut;  aus  den  frischen,  fermentirten  und
getrockneten  Blättern  werden  hier  von  einem  auf  der
Station  beschäftigten  Kubaner  ohne  weitere  Sortirung
Cigarren  gedreht,  welche  zwar  den  Vergleich  mit
edlen  Sorten  nicht  aushalten  dürften,  aber  an  Geschmack
  und  Aroma  hier  am  Ort  nicht  zu  verachten
ind.

Etwas  unterhalb  des  Stationshofes  ist  eine
Baumschule  angelegt,  in  der  sich  hauptsächlich  echte
und  wilde  Kastanien,  Maulbeerbäume  und  Nadelhölzer
  befinden.  Noch  weiter  unten  siehen  etwa
500  junge  Pflanzen  arabischen  Kaffees,  über  deren
Fortkommen  demnächst  berichtet  werden  wird.

Jenseits  des  Baches  liegt  die  Viehweide,  ein
etwa  8  ha  großes,  gut  eingezäuntes  Stück  Land,  in
dem  sich  zur  Zeit  Schafe  und  Ziegen  sowie  eine
einheimische  Kuh  nebst  jungem  Stier  befinden.

Togv.
verlegung  des  Litzes  der  Landeshauptmannschast.
Auf  Antrag  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
wird  der  Sitz  der  Verwaltung  von  Sebbe  nach  dem

gesünder  und  günstiger  gelegenen  Lome  verlegt
werden.

134

 

Deutsch-Südwelkafrika
Rinderpest.

Ueber  die  neuerdings  zur  Verhütung  der  Einschleppung
  der  Rinderpest  in  das  südwestafrikanische
Schutzgebiet  getroffenen  Maßregeln  berichtet  der
ständige  Vertreter  des  Landeshauptmanns  Regierungsrath
  v.  Lindegqu  ist  unter  dem  26.  November
v.  Is.  aus  Grootfontein,  wie  folgt:

Nach  meiner  Ankunft  hierselbst  stellte  ich  zunächst
fest,  daß  der  Distriktschef  inzwischen  bereits  in
Amntoni  südöstlich  der  Etoshapfanne  und  gemäß
meiner  Weisung  von  Waterberg  aus  in  Okatjuru
am  Omuramba  Uamatako  Stationen  angelegt  hatte.
Nach  den  hier  eingegangenen  Erkundigungen  erachte
ich  es  für  unbedingt  nothwendig,  die  ganze  Strecke
zwischen  den  beiden  genannten  Punkten  mit  Stationen
zu  besehen,  die  unter  einander  durch  dauernden  Patrouillengang
  stete  Verbindung  zu  halten  haben.  Ich
rechne,  daß  zwischen  Okatjurun  und  dem  Omuramba
Ovambo  zwei,  vielleicht  sogar  drei  Stationen  anzulegen
  sind;  mindestens  zwei  Stationen  werden  ferner
längs  dem  Umaramba  Ovambo  bis  zur  Etoshapfanne
  (Amutoni)  nothwendig  werden.  Am  Omuramba
  entlang  wird  die  Absperrung  am  schwierigsten
sein,  da  die  Wasserstellen  zahlreicher  sind  und  ein
reger  Verkehr  zwischen  den  Ovambos  und  den  diesseits
  der  zu  ziehenden  Absperrungslinie  wohnenden
Buschmannstämmen,  die  als  von  Ondonga  abhängig
betrachtet  werden,  besteht.  Auf  der  Strecke  Okatjuru—Umaramba
  Ovambo  ist  eine  Einschleppung
der  Pest  dagegen  weniger  von  Menschen  als  von
zahlreichem  Wild  zu  befürchten.

Jeder  der  zu  errichtenden  Stationen  wird  ein
vom  Kommandanten  bereitwillig  gestellter  Boer  nebst
einem  Pferde  beigegeben  werden,  außerdem  ein  bis
zwei  zuverlässige  von  den  Hereros  oder  John  Krüger
zu  stellende  Eingeborene.  Vielleicht  wird  es  auch
gelingen,  die  Buschmänner  in  größerem  Umfange  zur
Grenzüberwachung  heranzuziehen.  Ob  es  sich  später
empfehlen  wird,  besondere  Boerenstationen  zu  bilden,
vermag  ich  erst  nach  Bereisung  der  Strecke  zu  beurtheilen.
  Als  Patrouillenreiter  und  Pfadzeiger
werden  sie  jedenfalls  gute  Dienste  leisten.  Auf  jeder
Station  werden  ferner  Desinfektionsmittel  belassen
und  bestimmte  Mannschaften  von  dem  Lazarethgehülfen
gemäß  der  vom  Stabsarzt  a.  D.  Dr.  Sander
ertheilten  Instruktion  in  der  Anwendung  derselben
unterwiesen  werden.

Südwestlich  der  Etoshapfanne  ist  der  für  den
Verkehr  mit  Ovamboland  sehr  wichtige  Platz  Okaukweyo
  nach  den  hier  vorliegenden  Nachrichten  von
Hauptmann  Kaiser  durch  eine  Station  gesperrt
worden.  Zur  Aufrechterhaltung  der  Verbindung
zwischen  diesem  Platze  und  Amutoni  wird  eventuell
halbwegs  südlich  der  Etoshapfanne  noch  eine  Station
nothwendig  werden.  Ich  hoffe,  daß  sich  genügend
sichere  Vorkehrungen  treffen  lassen,  um  den  für  die
deutschen  und  finnischen  Missionare  des  Ovambolandes
        <pb n="237" />
        so  wichtigen  Verkehr  über  Okankweyo  nicht  ganz
abzuschneiden,  jedoch  kann  ich  dies  erst  an  Ort  und
Stelle  entscheiden.

In  der  hier  stattgehabten  Hereroversammlung
habe  ich  den  Großleuten  aufgegeben,  so  viel  Reitochsen
  als  möglich  behufs  Ankaufs  oder  Miethe  zu
stellen.  Dieselben  haben  auch  bereits  eine  ganze
Anzahl  angebracht,  wie  ich  überhaupt  mit  der  Dienstwilligkeit
  derselben,  insbesondere  der  Söhne  und
Großen  Kambazembis  bisher  wohl  zufrieden  gewesen
bin.  Da  ich  in  Okatjuru  noch  auf  einige  Reitochsen
von  den  Hereros  rechnen  darf,  so  wird  es  möglich
sein,  die  Stationen  wenigstens  theilweise  mit  Reitthieren
  zu  versehen.

Auf  meiner  Rundreise  werden  mich  der  Distriktschef,
  Lieutenant  Kepler,  John  Krüger  und  Gaub,
der  Gegend  und  Bewohner,  insonderheit  die  Buschleute,
  gut  kennt,  und  —  bis  Okatjurn  —  auch
Haonjonjua  nebst  Gefolge  begleiten.  Außerdem
hat  sich  der  bekannte  schwedische  Händler  Erikson
bereitwilligst  erboten,  sich  mir  anzuschließen.  Er
wird  auch  die  für  den  Zug  erforderlichen  Gefährte
nebst  Bespannung  stellen.  Erikson  erwartete  mich
bereits  bei  meiner  Ankunft  hier  und  ist  mir  bei
Feststellung  des  Absperrungsplanes  sehr  zur  Hand
hegangen  und  durch  seine  genaue  Landeskenntniß
von  großem  Werthe  gewesen.  Seine  Begleitung
wird  gleichfalls  von  Nutzen  sein.  Auf  meinen  Wunsch
hat  Erikson  die  Ovambo-Kapitäne,  die  ihm  persönlich
  seit  langen  Jahren  sehr  gut  bekannt  sind,  von
der  Absperrung  in  Kenntniß  gesetzt  und  ihnen  mitgetheilt,
  daß  jeder  Ovambo,  der  sich  während  der
Zeit  der  Sperre  am  Omuramba  oder  an  der  Etoshapfanne
  sehen  läßt,  die  strengste  Bestrafung  zu  erwarten
  hat.  In  gleichem  Sinne  habe  ich  heute
unter  Hervorhebung  unserer  freundschaftlichen  und
friedlichen  Gesinnungen  an  den  Häuptling  Kambonde
von  Ondonga  geschrieben.

Warshall-Inleln.

Dienstreise  des  Raiserlichen  Landeshauptmanns
im  Jaluit-Itoll.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  für  die  Marshall=Inseln,

  Dr.  Irmer,  hat  in  der  Zeit  vom  16.  bis
26.  Oktober  v.  Is.  zur  Abhaltung  von  Gerichtstagen
und  zur  Erledigung  von  Verwaltungsgeschäften  eine
Exvpedition  durch  die  Lagune  von  Jabwor  unternommen
  und  berichtet  darüber,  wie  folgt:
In  den  ersten  Tagen  wurden  die  Inseln  des
südlichen  kürzeren  Theils  der  Lagune  Ai  Majererlk,
Menga,  Enearnich,  Bogolang  und  Jalutt,  welches
eine  Ausdehnung  von  acht  bis  neun  Seemeilen  hat,
besucht,  sodann  die  nördliche  Inselgruppe  mit  Pingelap,
  Take,  Arlap,  Ngain,  Urbaj,  Jinnebal,  Mejatto,
Juorg,  Kinajeng,  Aigitien  und  Emij.

Auf  allen  Inseln  war  ich  freudig  überrascht  von

135

 

den  reichen  und  systematischen  Anpflanzungen  von
jungen  Kokospalmen,  auf  welche  die  Leodakedaks  der
Häuptlinge  mich  mit  besonderem  Stolze  aufmerksam
machten.  Am  auffälligsten  war  dies  auf  der  Insel
Jaluit.  Die  langen  öden  Sandflächen,  die  ich  bei
meinem  ersten  Besuch  gesehen  hatte,  sind  jetzt  alle
verschwunden.  An  ihrer  Stelle  befinden  sich  weite
Kokosnußplantagen,  deren  erster  Ertrag  allerdings
erst  in  neun  Jahren  zu  erwarten  ist.  Während  ich
früher  auf  den  Inseln  der  Lagune  eine  Banane  als
eine  Seltenheit  betrachten  mußte,  findet  man  jetzt
überall  Bananenpflanzungen.  Das  sind  die  wohlthätigen
  Folgen  einer  Verordnung,  die  seiner  Zeit
verschiedentlich  in  der  Heimath  als  ein  besonders
hervorstechender  Ausbruch  von  lolonialem  Büreaukratismus
  verspottet  wurde  und  die  hier  von  allen
Seiten,  selbst  von  den  eingeborenen  Häuptlingen,
als  eine  der  segensreichsten  für  die  weitere,  Kultivirung
  des  Schutzgebietes  angesehen  wird.  Sicherlich
könnte  auch  auf  der  Insel  Jabwor  mehr  für  die
Kultur  geschehen,  aber  es  ist  dies  leider  nicht  der
Fall.  Der  Hauptgrund  dafür  sind  die  hohen  Kosten
für  Arbeitskräfte.  Auf  allen  Inseln  habe  ich  Versammlungen
  der  Unterhäuptlinge,  der  sonstigen  angesehenen
  Personen  und  der  Missionslehrer  abgehalten,
habe  ihre  Klagen  und  Wünsche  angehört  und,  soweit
ich  es  vermochte,  Abhülfe  geschafft.  Alle  Rechtsund
  Besißstreitigkeiten  sind  durch  Vergleich  oder
Schiedsspruch  im  Guten  erledigt  worden.  Ueberhaupt
  ist  die  Bevölkerung  eine  so  gutartige,  gehorsame
  und  so  anhängliche,  daß  Befürchtungen  wegen
ihrer  Zuverlässigkeit  hier  nicht  am  Platze  sind.  Auch
ist  es  überaus  erfreulich,  daß  schwere  Verbrechen
gar  nicht  und  Vergehen  nur  in  nicht  großer  Zahl  vorgekommen
  sind.  Bei  den  Letzteren  handelt  es  sich
meist  um  die  Entführung  einer  Frau,  wofür  sich
dann  der  betrogene  Ehegatte  durch  Wegnahme  einer
Nähmaschine  oder  eines  anderen  Werthgegenstandes
zu  entschädigen  sucht.  Solche  Vorkommnisse  wurzeln
in  den  uralten  Anschauungen  der  Eingeborenen,
nehmen  aber  mit  jedem  Jahre  mehr  und  mehr  ab.

RAus  dem  Brreiche  der  Missionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Die  Gesommtsumme  der  Einnahmen  des  Afrikavereins
  deutscher  Katholiken  betrug  1896
115  983  Mk.  68  Pfg.  Im  Verhältniß  zum  Vorjahre
  ist  eine  kleine  Steigerung  zu  bemerken.

Die  Erzdiözese  Köln  lieferte  26  592  Mk.  76  Pfg.,
die  Diözese  Münster  21  577,00  Mk.;  „Kreuz  und
Schwerk“  außerdem  17  390  Mk.  01  Pfg.

Der  rheinische  Missionar  Ickler  landete  am
10.  Dezember  v.  Is.  in  Walfischbai;  mit  ihm  Fräulein
  Johannsen,  die  Braut  von  Missionar  Olpp;
die  Hochzeit  fand  noch  an  demselben  Tage  statt.
        <pb n="238" />
        Missionar  Meisenholl  ist  am  20.  November  v.  Is.
in  Keetmanshoop  angekommen;  der  dadurch  frelgewordene
  Missionar  Kronsbein  wird  nun  nach  Rietsontein
  gehen,  um  den  Missionar  Pabst  abzulösen.
Am  Sonntag  Jubilate  soll  in  Omarurn  die  Konferenz
  des  Hererolandes  beginnen.

Der  Mission  der  Brüdergemeinde  (Deutsch-Ostafrika)
  liegen  mehrere  Briefe  des  Missionars  Th.
Meyer  in  Rungue  vor,  in  denen  es  heißt:

Von  dem  Befinden  der  Geschwister  wird  ziemlich
Erfreuliches  gemeldet.  Die  Erwartungen,  daß  das
Klima  zunächst  in  Rungue,  das  mit  Wang  im  Riesengebirge
  gleiche  Höhenlage  hat,  sich  dauernd  als  ein
recht  gesundes  erweisen  würde,  finden  volle  Bestätigung.
  Missionar  Meyer  hatte  Ende  Januar  1896
seit  13  Monaten  wieder  einmal  einen  Fiebertag,  seine
Frau  aber  nach  Ueberwindung  der  Anfangsfieber
nicht  einen  einzigen  Anfall  mehr.  Ihre  Kinder
gediehen  in  frischer  Gesundheit.  Und  selbst  Missionar
Bachmann,  der  früher  so  viel  geplagte,  konnte  volle
28  Monate  zählen,  in  denen  er  fieberfrei  blieb,  obschon
  er  sonsft  sich  öfters  angegriffen  fühlt.  Geschwister
Kretschmer  von  Rutenganio  hatten  im  März  und
April  einen  achtwöchigen  Erholungsaufenthalt  in
Rungue  genommen,  konnten  dann  aber  einigermaßen
gestärkt  wieder  zurückkehren.  Von  Geschwister  Kootz
in  Utengule  waren  die  Nachrichten  günstig  und  nicht
minder  von  Geschwister  Häfner,  die  nach  Missionar
Ledoux“'  Heimgang  die  Arbeit  der  damals  erkrankten
Geschwister  Kretschmer  in  Rutenganio  aufgenommen
hatten,  während  Missionar  Richard  diejenige  in
Ipiana  allein  versah,  bis  er  sie  in  die  Hände  Geschwister
  Häfners  zurückgeben  und  seinerseits  die
längst  geplante  Europareise  antreten  konnte.

Ueber  den  Werth  Utengules,  der  Sangostation
der  Mission,  wird  gemeldet:  „Man  hat  die  politische
Bedeutung  des  Gebietes  Mereres  gänzlich  überschätzt.
Er  ist  zwar  noch  gefürchtet,  aber  thatsächlich  ist  seine
Macht  nicht  groß,  der  Stamm  seiner  Sango  nicht
bedeutend.  Weit  zahlreicher  sind  die  Sasua,  die
Urbewohner  des  Landes,  in  deren  Gebiet  sich  der
zurückgedrängte  Merere  keilförmig  hineingeschoben  hat.
Sie  sind  ihm  allerdings  unterworfen,  aber  ein  ernstlicherer
  Wlderstand  ihrerseits  könnte  dem  Sangoreich
möglicherweise  das  Ende  bereiten.  Danach  wird  die
Bedeutung  unserer  Niederlassung  in  Utengule,  der
Sangohauptstadt,  für  diesen  Stamm  keine  große  sein
können.  Wichtig  aber  bleibt  es  als  Centralstation
für  eine  Arbeit  unter  den  Safua=  und  Nyikastämmen.“

Unter  den  Erlebnissen  der  Hauptstation  Rungue
stehen  die  Nachrichten  vom  Thun  und  Treiben  der  noch
zurückgebliebenen  befreiten  Sklavenkinder  voran.  Unser
Stationsleben,  schreibt  der  Leiter  derselben,  verläuft
im  Allgemeinen  ruhig.  Unsere  Kinder  scheinen  sich
im  Durchschnitt  bei  uns  wohl  zu  befinden.

 

136  —

Ueber  die  Mission  im  Ovambolande  melden
die  „Berichte  der  rheinischen  Missionsgesellschaft“:

Missionar  Wulfhorst,  der  schwer  erkrankt  war,
ist  wieder  hergestellt.  Doch  muß  er  sich  gegen  seinen
Willen  noch  manche  Schonung  auferlegen.  Es
herrschte  überhaupt  viel  Krankheit  im  Lande;  auch
die  finnischen  Geschwister  in  Ondonga,  die  getreuen
Nachbarn  unserer  Missionare,  waren  dem  Tode  nahe.
Das  Verhältniß  der  Mission  zum  Oberhäuptling
Uejulu  ist  ein  recht  gutes.

Noch  direkter  und  noch  mehr  als  Missionar
Wulfhorst  in  Omupanda  hat  Missionar  Stahlhut
in  Ondjiva,  „der  Residenz“,  mit  Uejulu  zu  thun.
Er  kommt  im  Ganzen  regelmäßig  zum  Sonntagsgottesbienst.


Ueber  die  Entwickelung  der  neuen  Bergdamarastation
  Ghaub  im  Otavigebiete  schreiben  dieselben
„Berichte“:  Wir  hatten  sehr  lange  von  dort  nichts
gehört  und  vermuthen  daher,  daß  ein  Brief  verloren
gegangen  ist.  Die  Nachrichten  lauten  im  Allgemeinen
günstig.  Missionar  Kremer  glaubt,  daß  das  von
dem  Vertreter  der  South  West  Africa  Co.  Herrn
Dr.  Hartmann  für  die  Mission  überwiesene  Land
ausreichend  und  damit  die  Existenz  der  Station  gesichert
  sei.  Am  liebsten  richtete  Kremer  in  Ghanb
eine  Ark  „Institut“  ein,  nach  dem  Vorbilde  von
Wupperthal  im  Kapland,  um  so  seinen  farbigen
Pflegebefohlenen  möglichst  günstige  Lebensbedingungen
zu  schaffen.  Letzteres  ist  ja  eine  Aufgabe,  die  jetzt
überall  in  Deutsch-Südwestafrika  an  uns  herantritt.
Das  Otavigebiet  hat  bereits  eine  starke  weiße  Besiedelung,
  besonders  weil  dort  auch  Kupfer  gewonnen
wird.  Erwähnt  sei  bei  dieser  Gelegenheit  gleich,  daß
Missionar  Kremer  auf  Wunsch  des  Dr.  Hartmann
alle  sechs  Wochen  einmal  nach  Grootfontein,  10  bis
12  Fahrstunden  östlich,  dem  Hauptplatz  der  Kompagnie,
hinüberreitet,  um  den  dort  wohnenden  Deutschen  und
Boeren,  aber  auch  den  eingeborenen  Arbeitern  der
Kompagnie  Gottes  Wort  zu  verkündigen.  Ein  Weiteres,
  was  für  die  äußere  Existenz  der  Station  von
nicht  geringer  Bedeutung  ist,  ist,  daß  die  Hereros
mit  ihren  großen  Viehherden  nun  wirklich  nach  dem
Süden  haben  abziehen  müssen.  Kremer  freut  sich
darüber  im  Interesse  seiner  Bergdamara,  da  ja  diese,
wie  bekannt,  von  den  Hereros  auf  alle  mögliche
Weise  bedrückt  werden.  Für  erstere  ist  jetzt  mehr
Raum  da;  das  Garten=  und  Ackerland,  das  mehr
als  genügend  vorhanden  ist,  kann  nun  auch  wirklich
bearbeitet  werden.  Endlich  ist  zu  bemerken,  daß  der
früher  genannte  Bastard  John  Krüger,  der  regierungsseitig
  ernannte  Kapitän  der  Bergdamara  und
Buschmänner,  seinen  festen  Wohnsitz  nach  Ghaub
verlegt  hat,  ja  er  ist  sogar  dabei,  sich  dort  ein  Haus
von  ungebrannten  Lehmsteinen  zu  bauen.  Ist  das
fertig,  dann  will  er  eine  wackere  Hererochristin
von  Otjimbingue,  die  nach  dem  Tode  der  Schwester
Viehe  in  Olahandja  den  Haushalt  des  Seminars
führt,  heirathen.  John  Krüger  ist  noch  nicht  getauft,
        <pb n="239" />
        —  137

erhält  aber  jeden  Tag  Taufunterricht.  Erst  nach
der  Taufe  kann  die  Hochzeit  stattfinden.
Missionar  Kremer  hat  eine  sehr  schwere  Anfangszeit
  gehabt.  Einmal  wurde  der  Platz  von  einer
Fieberepidemie  heimgesucht,  wie  solche  nach  dem
Zeugniß  der  Bewohner  lange  nicht  geherrscht  hatte.

Seit  1878  arbeitet  die  Londoner  Mission
(London  Missionary  Society)  in  Uniamwesi  in
Ostafrika.  Sie  hat  dort  die  Station  Urambo  gegründet.
  Von  den  Missionaren  sind  die  vier
Evangelien  in  die  Sprache  der  Eingeborenen  übersetzt
  worden.  Im  März  v.  J.  wandte  sich  die  Gesellschaft,
  wie  die  „Nachrichten  aus  der  afrikanischen
Mission"  melden,  an  die  Brüdergemeinde  mit  der
Bitte,  diese  Station  zu  übernehmen,  und  die  Brüdergemeinde
  hat  sich  jetzt  entschlossen,  dieser  Bitte  nachzukommen.


Am  25.  Januar  starb  der  Inspektor  der  Neudettelsauer
  Missionsgesellschaft  Dein  zer  im  55.  Lebensjahre.

An  Stelle  des  verstorbenen  Missionsinspektors
D.  Kratzenstein  ist  Pastor  Sauberzweig-Schmidt
  in  Zaatzke  bei  Wittstock  zum  Inspektor  der
alten  Berliner  Missionsgesellschaft  (Berlin  1)  gewählt
worden.

Die  katholische  Mission  der  Benediktiner
in  Dar-es-Saläm  beabsichtigt,  den  „Nachrichten  aus
der  ostafrikanischen  Mission“  zufolge,  eine  Station  in
Uhehe  anzulegen.  Zwei  Missionare  sind  zu  dem
Zweck  Ende  Oktober  von  Dar-es-Saläm  nach  Uhehe
aufgebrochen.

Die  letzten  Nachrichten  aus  Neu-Guinea  können,
wie  die  „Kirchlichen  Mittheilungen“  aus  der  Neudettelsauer
  Mission  melden,  als  gute  bezeichnet  werden.
Missionar  Hoh  schreibt  in  einem  Brief  vom
3.  Dezember  Folgendes:  Vor  bald  14  Tagen  kam  ich
von  Simbang  auf  den  Sattelberg  hinauf,  um  im
neuen  Haus  als  erster  Gast  Erholung  zu  finden.
Ich  hatte  dieselbe  nöthig,  denn  obwohl  ich  schon
lange  kein  regelmäßiges  Fieber  mehr  hatte,  so  wollte
es  mit  der  Arbeit  nicht  mehr  recht  vorwärts  gehen;
durch  häufige  Chiningaben  suchte  ich  mir  Erholung
zu  schaffen.  Gott  sei  Dank!  daß  wir  hier  nun  ein
Haus  haben,  luftig,  geräumig  und  jedenfalls  auch
hesund,  wie  es  ein  Erholungsgast  von  der  Küste  nur
wünschen  kann.

Ueber  unsere  Station  in  Simbang  ist  für  die
zwei  letzten  Monate  zu  berichten.  Bald  nach  Ankunft
der  vorigen  Post  fuhr  Missionar  Pfalzer  in  Begleitung
des  Fritz  Soli  nach  Tami,  um  Br.  Bamler  in  Tami
zu  vertreten,  der  dann  für  etliche  Wochen  nach
Simbang  kam.  Er  besserte  hler  unsere  zwei  Fahrzeuge
  —  Eingeborenenkanus  —  aus.  Es  giebt  zur
Zeit  keinen  großen  Schülerwechsel,  da  wir  fast  lauter
frühere  Schüler  haben,  deren  Dienstzeit  noch  ins
nächste  Jahr  hineingeht.  Außerdem  sind.  noch  drei

 

der  geförderteren  früheren  Schüler  jetzt  4—5  Monate
hier,  die  damals  nicht  in  der  Absicht  kamen,  länger
zu  bleiben,  sondern  nur  besuchsweise.  Aus  dem  Kaigebiete
  haben  auch  welche  zur  Aufnahme  gedrängt.
Etliche  haben  wir  auch  von  diesen  ganz  gern,  von
den  Näherwohnenden,  die  auch  meist  Jabim  verstehen;
  die  entfernter  Wohnenden  können  wir  nicht
viel  brauchen,  können  auch  wegen  der  anderen  Sprache
nicht  viel  an  ihnen  missioniren.  Wenn  unsere  Arbeit
unter  den  Jabim  noch  mehr  Wurzel  geschlagen  hat,
dann  ist  zu  hoffen,  daß  durch  die  Jabim  auch  ein
heilsamer  Einfluß  auf  die  angrenzenden  Kaileute
ausgeht.  Deutlich  merkt  man  den  Unterschied  zwischen
den  Schülern,  die  bei  uns  eingelebt  sind,  und  den
anderen,  besonders  aus  dem  Kai.  Unsere  Jabim  genießen
  jetzt  viel  mehr  Vertrauen  von  uns,  weil  sie
eben  vertrauenswürdiger  geworden  sind.  Schülermangel,
  wie  im  vorigen  Jahre,  haben  wir  jedenfalls
  sobald  nicht  mehr  zu  befürchten.  Seitdem
die  Jungen  die  Balumzeremonien  hinter  sich
haben,  sind  unsere  früheren  Schiler  fleißig  besuchsweise
  zu  uns  gekommen.  Sie  bleiben  oft
ekliche  Tage  da  bis  zum  Sonntag,  nehmen  an  Schule
und  Arbeit  theil,  sowie  an  den  Andachten  und  dem
Sonntagsgottesdienst,  gehen  dann  wieder  vergnügt
zurück  mit  etwas  Tabak  und  nehmen  auch  eine  geistliche
  Wegzehrung  mit.  Auch  vor  Ankunft  der  Schiffe
kommt  gerne  eine  Anzahl  helfender  Hände  zu  längerem
Besuch.  Da  bei  den  Eingeborenen  heuer  die  Taro
gut  gerathen  sind,  so  haben  sie  uns  schon  viel  hergebracht
  gegen  Tabak,  besonders  aus  dem  Kai.
Außer  Tabak  nehmen  die  Kai  auch  gerne  Salz  oder
kleine  Messerchen  als  Bezahlung.  Oft  vergeht  kein
Tag,  an  dem  nicht  eine  Partie  Lebensmittel  kommt.
Es  kann  uns  nur  lieb  sein,  wenn  die  Schwarzen
ihre  Pflanzungen  etwas  vergrößern  und  uns  ein
Uebriges  bringen.  Unsere  eigene  Pflanzung  liefert
ja  doch  lange  nicht  den  ganzen  Bedarf  für  den
großen  Haushalt.

Unsere  Viehzucht  suchten  wir  zu  verbessern  durch
Ergänzung  von  neuem  Zuchtvieh  von  Australien.
Allein  diese  Hoffnung  wurde  vereitelt.  Die  „Isabell“
traf  zwar  nach  einer  sehr  stürmischen  Fahrt  am  19.  Nov.
hier  ein,  das  Vieh  war  aber  bei  dem  Sturmwetter
zu  Grunde  gegangen:  Neue  Einfuhr  von  Zuchtvieh
wäre  erwünscht  gewesen.  In  dem  hiesigen  Küstenklima
  stehen  die  weiteren  Generationen  dem  ursprünglichen
  eingeführten  Muttervieh  doch  sehr  nach  sowohl
an  Wuchs  und  Stärke  als  auch  an  der  Nutzung.
Früher  konnte  in  Simbang  viel  gebuttert  werden,
nun  ist  es  schon  längere  Zeit  nicht  mehr  viel  damit.
Im  vorigen  Jahre  sah  ich  im  Archipel  sehr  schönes
Vieh,  vielleicht  läßt  sich  von  daher  in  einiger  Zeit
ein  Zuchtvieh  beschaffen;  der  Transport  von  daher
wäre  nicht  so  riskant,  weil  der  Weg  nur  ein  kurzer
und  das  Meer  in  diesen  Breiten  meist  ruhig  ist.
In  Bezug  auf  die  Vermehrung  brauchte  man  kein
anderes,  dleselbe  ist  reichlich  genug.  Wir  haben  zur
Zeit  16  Stück  Rindvieh  und  haben  hin  und  wieder
        <pb n="240" />
        4

ein  Stück  zum  Schlachten.  Die  Ziegenherde  zählt
immer  so  an  sechzig  Stück  und  liefert  auf  unseren
Tisch  für  manchen  Sonntag  einen  Braten.  Neulich
entstand  eine  Lücke  in  der  Ziegenherde,  indem  ein
Schwein  zum  Raubthier  ausartete  und  nach  und
nach  eine  ganze  Anzahl  junger  Ziegen  totbiß  und
zum  Theil  fraß.  Zur  Strafe  dafür  wurde  es  nun
selber  zum  Schlachten  bestimmt.  Schweine  sind  es
zur  Zeit  fünf  Alte  und  füufzehn  Stück  Junge.  Die
behalten  wir  ja  nicht  alle,  sondern  geben  einen  Theil
davon  unseren  Jungen  mit  nach  Hause  als  Ablohnung.
So  geht  eben  auf  unserer  Station  Beides,  Schule
und  Missionsarbeit,  Gartenbau  und  Viehzucht,  Hand
in  Hand.  Der  Herr  lege  auf  alle  unsere  Arbeit
seinen  Segen,  daß  Alles,  auch  die  äußere  Wirthschaft,
doch  dienen  muß  nur  dem  einen  großen  Hauptzweck:
der  Verherrlichung  seines  großen  Namens  unter  den
hiesigen  Heiden.

Auch  Missionar  Bamler  eröffnet  hoffnungsvolle
Aussichten.

Wie  er  schreibt,  traf  die  erbetene  Glocke  glücklich
ein;  ich  hätte  sie  mir  ein  klein  Bißchen  größer  gewünscht,
  gegen  den  Wind  hört  man  sie  nicht  sehr
weit.  Doch  sie  erfüllt  ihren  Zweck,  und  es  ist  nur
zu  wünschen,  daß  die  Heiden  ihrem  Rufe  recht  fleißig
folgen  möchten.  Die  neuen  Kleider  sind  auch  angekommen
  und  fanden  allgemeinen  Beifall.  Da  die
Kinder  wünschten,  ich  möchte  sie  als  Weihnachtsgeschenk
  vertheilen,  so  willigte  ich  ein  und  hob  sie
bis  zu  diesem  Fest  einstweilen  auf.  Auch  von  den
Alten  hätte  sich  jeder  am  liebsten  ein  Kleid  erworben.

Abermals  hatte  die  Pallottiner-Mission  in
Kamerun,  wie  „Kreuz  und  Schwert“  meldet,  im
letzten  Halbjahre  den  Tod  zweier  ihrer  Mitglieder
zu  beklagen.  P.  Eberwein  erlag  am  Aequator
nach  kaum  begonnenem  Wirken  schon  nach  kaum
dreiwöchenklichem  Aufenthalte  in  Kribl.  Auch
Missionar  Karl  Schubert  konnte  nur  ein  halbes
Jahr  der  Missionsthätigkeit  obliegen.

Der  apostolische  Präfekt  P.  H.  Vieter  hat  im
Dezember  wieder  die  Rückreise  von  Deutschland  nach
Kamerun  angetreten.

Recht  wacker  bezüglich  der  Gesundheit  haben  sich
bis  jetzt  die  Schwestern  gehalten.  Am  2.  September
folgten  der  ersten  Expedition  abermals  vier  Schwestern,
so  daß  jetzt  in  Kribi  und  in  Marienberg  je  vier
Schwestern  thätig  sind.  Im  selben  Monat  wurde
zum  Ersatze  für  den  verstorbenen  P.  Eberwein
P.  Pfändler  mit  zwei  Brüdern  ausgesandt.

Trotz  des  schwer  empfundenen  Priestermangels
breitete  sich  die  Mission  in  höchst  erfreulicher  Weise
aus.  Marienberg,  die  erste  und  älteste  Station,
zeigt  geradezu  wunderbare  Fortschritte.  In  der
Mission  selbst  erhalten  100  Knaben  vollständig  frele
Verpflegung  und  Erziehung,  während  in  der  Umgegend
  10—20  schwarze  Lehrer  (Katecheten)  über
650  Schüler  unterrichten.

 

138  —

Durch  diese  Ausdehnung  und  Vergrößerung  der
Schulen  sind  Religionsbücher  in  der  einheimischen
Sprache  dringend  nothwendig  geworden,  und
P.  Georg  Walter,  der  Obere  der  Station  Marien-=berg,
  hat  sich  bei  all'’  seinen  sonstigen,  ausreibenden
Arbeiten  und  Schulinspizirungen  der  Mühe  unterzogen,
  den  Katechismus  in  die  schwierige  Duallasprache
  zu  übersetzen,  während  gleichzeitig  in  Limburg
  die  biblische  Geschichte  nach  Schuster  in  dieselbe
Sprache  übersetzt  wurde.  Beide  Bücher  werden
hoffentlich  baldigst  im  Druck  erscheinen.

Auch  in  Kribi  schreitet  das  Missionswerk  sietig
vorwärts.  P.  König,  der  frühere  Vorsteher,  war
gezwungen,  für  seine  zerrüttete  Gesundheit  auf  dem
Engelberg  Heilung  zu  suchen,  und  an  seiner  Stelle
arbeitet  jetzt  P.  Ludwig  Otto  mit  nicht  minderem
Eifer.

Die  Nachbarstationen  Buamba  sowie  „Wasserfall“,

  die  von  Kribi  aus  missionirt  werden,  vergrößern

  und  heben  sich  und  möchten  eigene  Missionäre
haben.

Auf  dem  Engelberge  wurde  am  Rosenkranzfeste
die  neue  Kirche  eingeweiht.  Dem  Wassermangel
wurde  durch  Anlegung  von  zwei  Zisternen  abgeholfen,
  die  sich  sehr  gut  bewähren.  Nur  verursachte
  das  Hinaufschaffen  der  Zementlasten  wieder
ganz  bedeutende  Kosten.  —  Der  Kaffee  gedeiht
herrlich,  und  wieder  sind  Tausende  von  jungen
Pflänzchen  gesetzt  worden.

In  den  beiden  Missionshäusern  der  Brüder  und
Schwestern  zu  Limburg  geht  Alles  seinen  geregelten
Gang.  Nur  wird  der  Raum  überall  zu  eng  und
klein  für  die  Menge  der  Ausnahmesuchenden.
Doch  hoffen  die  Brüder,  im  Herbst  1897  ihr  neues
Haus  beziehen  zu  können.  Der  Bau  schreitet  rüstig

vorwärts.
Auch  die  Studienanstalt  in  Ehrenbreitstein
berechtigt  zu  den  schönsten  Hoffnungen.  Sie  zählt

jetzt  78  Personen:  drei  Patres,  drei  Professoren,
58  Studenten  und  14  Brüder.

Aus  fremden  Rolonien.

Die  Entwickelung  der  englischen  Rolonien  885  bis  z895.
Dem  Statistical  Abstract  for  the  colonial

and  other  possessions  of  the  United  Kingdom

in  each  year  from  1881  to  1895,  London  1896,

entnehmen  wir  folgende  Mittheilungen  über  die  Entwickelung

  der  afrikanischen  Besil  Großbritanniens
Es  betrugen  die  Einnahmen  von:

5#%  #  p

1885  1890  1895
Pfund  Sterling
u——  ...  63  505  56  341  142  049
Gold  Coast.  130  457  156  449  230  076
Sierra  Leoone67  760  73708  97851
Gambia  20  236  30  573  20  561
        <pb n="241" />
        —  139

 

1893

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Ausgaben  von:  1885  1890  1895  1891
e  Pfund  Sterl  in  8  "  44  British  East  Africe  214  872  Rupien  257  860  Rupien
agos.  ..  5
Gold  Coast  112  698  117  899  265  29  1373/9  u  —  *
Sierra  Leone  70  917  63056  96690  «  ..  ing
Gambia  26595  22759  28867  Niger  Coast  Protektorat  96  692  169  218  117  423
An  Zöllen  vereinnahmten:  1887  1890  1891  1893
35  566108  4013  128377  NRoyal  Niger  Comp.  42  396  62  430  89  667  110  756
8  Coast  ..  114  zer  133  346  12  971  1890/91  1892/93  1893/94  1894/95
ierra  Leone  1  4  iti  i  2674
Gambia  t–e  5109
Der  Handel  in  den  einzelnen  Kolonien  gestaltete  sich  folgendermaßen.  Es  belief  sich  die  Einfuhr:
i  Royal  .  British  .  .
J  -  «».-k.Stet-ta  .  anzibar  Niger  Coast]  Brit.  East  Brit.  New
Jahr  sin  Lagos  Gold  Coast,  Leone,  Gambia  —5  —  rotect.  Gutal  Africraa  Guinea
Pfd.  Sterl.  Pfo.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.]Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Rupien  Pfd.  Sterl.
1885|  542  5644  466  424  318505  97  168.  —  —  —  —  —  —
1890  500  827/562  103374558148039  —  180  692  —  —  —  —
1890/91  —  —  —  —  —  —  —  —  —  15  530
1891  650  192665  781  444  6866  161  130  1205  692  224  729  —  33  000  1545640  —
1891/92  —  —  —  —  —  —  —  —  —  23756
892  522  04116970961  117|13  1  1  330  —  388402083209  —-1892-93
  —  —  —«  —  —  —  726  916  —  —  25261
1893  749  027718  363417466  166  509  1146  759159989  —  49  142  1807208  —
1893/94  —  —  —  —  —  —  929333  —  —  26  501
1894  744  5611812  880  478  025  130  349  1197  682  —  —  –  —  –
1894.95  —  —  —  —  —  —  739864  73  667  —  28367
1895  815  8150931  5377s427337  973991293646  —  —  —  —  —
1895/96  —  —  —  —  —  —  —  71760  —  —
Es  belief  sich  die  Ausfuhr:
nlm  Sierra  anzibar  Nodal  srr  Britist,  vrt  -
-  ;  gerCoast  Brit.  East;  Brit.  Nem
Jahr  n  Lagos  Gold  Coast  Leone  Gambia  Ssrusb  Protect.  -  Africa  Guinea
Psd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.Pfd.  Sterl.]Pfd.  Sterl.  Rupien  Pfd.  Sterl.
1385%614  181  496  318  326  932  119385  —  —  —  —  —  —
1890  595  193  601  348  349  319  164374  —  286  200  —  —  —  —
1890/9  1  —  —  —  —  —  —  —  7531
18911717643  684  305  477  656  180  052  1384  233  335  000  —  69651044  603  —
189/92  1  —  —2  —  —  —  —  —  —  9294
1892  577  083  665064  420  451  172  19798640  —.  —  1u030  173  —
1892/93  —  —  —  —  —  —  843  501  —  —  12  916
1893  836  295  722  107  398  664  204  721  1002035  405  935  —  23639  1287399  —
1893/  —  —  —  —  —  014088  —  —  11  046
1894  821  682  850  344  426  4909  149  143  1096241  —  —  –  —  —
1894/95  —  —  —  —  —  —  825  099  14704  —  13  650
1  985  595  877  804  452  604  93  5371  199841  —  —  —  —  —
1895/00  .  —  —  —  —  —  —  19668  —  —

 

 

 

 

 

 

Basutoland  im  Jabre  1895/96.

Nach  dem  als  Parlamentsvorlage  veröffentlichten
Jahresbericht  des  Englischen  Kommissars  von  Basuto-=land
  für  die  Zeit  vom  1.  Juli  1895  bis  30.  Juni
1896  ist  trotz  der  mannigfachen  Unruhen  in  andem
Theilen  Südafrikas  die  Haltung  der  Basuto  im
Ganzen  eine  friedliche  gewesen,  wenngleich  die
Transvaal-Unruhen  im  Jannar  1896  und  der  später
ausgebrochene  Matabeleaufstand  auch  auf  das  Basutoland
  beunruhigend  zurückwirkten.  Auch  der  verbotene

affen-,  Munitions=  und  Branntweinhandel  machten
der  Verwaltung  Schwierigkeiten.  Dazu  kam  eine
auch  jetzt  noch  nicht  ganz  beseitigte  Opposition,  die
der  Oberhäuptling  Lerothodi  von  einigen  mächtigeren
Häuptlingen  erfuhr,  und  die  ihren  Ausgangspunkt

 

in  der  Landfrage  und  den  bei  den  ungenauen  Grenzbestimmungen
  häufig  auftretenden  Grenzstreitigkellen
hat.  Der  von  Jahr  zu  Jahr  anwachsenden  Bevölkerung
  entspricht  eine  erhöhte  Nachfrage  nach
Ackerland.  Dies  hat  zur  natürlichen  Folge,  daß  das
gemeinsame  Weideland  nach  und  nach  verschwindet,
dabei  die  stets  wiederkehrende  Zerstückelung  des
Landes  zu  Streitigkeiten  führt  und  eine  Neuvermessung
  des  Hinterlandes  nothwendig  macht.  Die
Grenzstreitigkeiten  konnten  häufig  durch  die  als  Vermittler
  thätigen  Regierungsbeamten  zu  befriedigenden
Lösungen  geführt  werden.  Der  Oberhäuptling
Lerothodi  bemüht  sich  nach  wie  vor,  die  englische
Verwaltung  nach  Kräften  zu  unterstützen.  Er  hat
sich  jetzt  dadurch  besonderes  Verdienst  erworben,  daß
        <pb n="242" />
        er  zu  Gunsten  einer  zu  gründenden  Industrieschule
für  Basutoknaben  eine  Sammlung  veranstaltete,  die
die  erhebliche  Summe  von  3184  Pfd.  Sterl.  ergab.
Außer  ihm  sind  auch  die  übrigen  Häuptlinge  bestrebt,
der  Verwaltung,  insbesondere  der  von  11  europäischen
Beamten  geleiteten  Polizei  in  der  Verfolgung  der
Verbrechen  wirksame  Hülfe  zu  Theil  werden  zu
lassen.  So  ist  auch  die  Zahl  der  zur  Aburtheilung
gelangten  Vergehen  heruntergegangen,  vor  Allem  derjenigen,
  welche  unter  das  Paßgesetz  fallen.  Von
gutem  Erfolge  begleitet  waren  die  Anstrengungen,
die  die  Polizei  zur  Unterdrückung  des  im  Berichtsjahre
  wieder  in  erheblicherem  Umfange  zu  Tage  getretenen
  Branntweinhandels  machte.

Die  drohende  Rinderpest  zwang  die  Regierung,
das  Abhalten  der  in  Aussicht  genommenen  landwirthschaftlichen
  Ausstellungen  zu  verbieten.  Aus  der
gleichen  Veranlassung  soll  auch  seitens  der  Regierung
des  Orangefreistaats  an  der  Nordgrenze  des  Basutolandes
  jeder  Viehverkehr  untersagt  worden  sein.

Die  Ernte,  die  im  Frühsommer  durch  Trockenheit
  und  Heuschrecken  sehr  gelitten  hatte,  versprach
schließlich  noch  einen  guten  Durchschnitt.

Aus  dem  Gebiete  der  einheimischen  Industrie
wird  besonders  darauf  hingewiesen,  daß  während  des
Jahres  28  000  Leute  auswärts  auf  Arbeik  gingen.
Den  Grund  hierfür  findet  man  in  den  hohen
Löhnen,  die  zu  Johannesburg  und  in  den  Minen
gezahlt  werden,  wo  der  Arbeiter  das  Dreisache  verdient
  als  zu  Hause.

Der  Lohn  ist  derart  gestiegen,  daß  der  Werth  der
eingeführten  Waaren  auf  104  858  Pfd.  Sterl.,  der
der  ausgeführten  auf  139  495  Pfd.  Sterl.  gegen
83  407  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre  berechnet  werden
konnte.

Die  Einfuhr  im  Berichtsjahre  überstieg  die  aller
andern  Jahre,  seitdem  Basutoland  zur  Zollunion  gehört;
  sein  Antheil  an  der  Gesammtzolleinnahme  betrug
11  146  Pfd.  Sterl.,  der  der  Kapregierung  als
Ersatz  für  die  für  das  Basutoland  aufgewendeten
Verwaltungskosten  zu  Gute  kam.  Die  natürliche  Folge
der  günstigen  Handelsbilanz  war  ein  erhebliches
Steigen  der  Preise.

Die  Gesammteinnahmen  des  Landes  betlrugen  —
den  Zuschuß  der  Kapregierung  mit  18  000  Pfd.
Sterl.  eingerechnet  —  45  653  Pfd.  Sterl.,  über
1000  Pfd.  Sterl.  mehr  als  im  vorhergegangenen
Jahre.  Den  Hauptbetrag  lieferte  hierzu  die  Hüttensteuer
  mit  annähernd  23  000  Pfd.  Sterl.  Das  Einziehen
  dieser  Steuer  ist  jetzt  in  ein  derartiges  System
gebracht,  daß  innerhalb  2  Monaten  nach  der  Zahlungsaufforderung
  der  Haupttheil  der  Steuner  entrichtet
ist.  Die  Einnahmen  aus  den  ausgestellten  Erlaubnißscheinen
  beliefen  sich  auf  1420  Pfd.  Sterl.,  die  der
Postverwaltung  auf  1210  Pfd.  Sterl.

Der  Postverkehr  ist  erheblich  gestiegen.  Die  Zahl
der  abgesandten  Briefe  2c.  hat  sich  um  23  000,  die
der  eingegangenen  um  40  000  vermehrt,  ebenso  ist
eine  Zunahme  des  Geldverkehrs  festzustellen.

 

140  —

Die  Gesundheitspflege  ist  eine  fortgesetzt  sorgfältige
  und  sachgemäße.  Ernstere  Epidemien  sind
nicht  aufgetreten  mit  Ausnahme  einer  leichten  Art
Blattern,  gegen  die  durch  ausgedehntestes  Impfen
angekämpft  wird.  -..

Das  Wirken  der  Missionsgesellschaften  wird  als
ein  sehr  segensreiches  bezeichnet.  Unter  diesen  hat
die  Pariser  Evangelische  Mission  einen  außerordentlichen
  Erfolg  ihrer  Erziehungsbestrebungen  zu  verzeichnen.
  Sie  konnte  20  Basutoknaben  nach  dem
Kap  zur  öffentlichen  Prüfung  schicken,  von  welchen
10  mit  Auszeichnung  bestanden,  10  in  höhere  Klassen
kamen.

Budget  des  französtschen  Rongo.
Das  Budget  des  Congo  lkrangais  für  1897
sieht  3  697  650  Frcs.  Einnahmen  und  ebenso  viel
Ausgaben  vor.

"

Die  Verwaltung  der  französtschen  Côte  d'  Ivoire

macht  bekannt,  daß  alle  französischen  Kaufleute,

welche  innerhalb  von  drei  Jahren  in  Blicrou  und
am  linken  Ufer  des  Cavally  Faktoreien  errichten,
einen  Zollnachlaß  von  50  péEt.  der  für  diese  Faktoreien
  bestimmten  Waaren  erhalten  sollen.

Perschiedene  Miltheilungen.
Behandlung  von  Verletzungen.

In  der  deutschen  militärärztlichen  Zeitschrift
(Jahrgang  XXVI.  1897,  Heft  2)  berichtet  Stabsarzt
Dr.  Widenmann,  vormals  Stabsarzt  in  der  Kaiserlichen
  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  über  eine
Reihe  sehr  interessanter  Schußverletzungen,  Speerstiche,
Schwerthiebe  und  Pfeilwunden,  welche  während  seines
2½jährigen  Aufenthalts  in  Ostafrika  zu  seiner  Behandlung
  gelangten,  und  hegt  hierbei  mit  Recht  die
Vermuthung,  daß  derartige  Verletzungen  gerade  in
dem  Zeitalter  der  kleinkalibrigen  Gewehre  nicht  des
Interesses  entbehren  könnten.

Bei  den  Schußverletzungen  trat  besonders  der
Charakter  der  Quetschung  mit  starker  Gewebszertrümmerung
  in  den  Vordergrund.  Durch  sachgemäße
Schießversuche  wurde  der  Beweis  geliefert,  daß  die
an  und  für  sich  motten  Snider=  und  Vorderladegeschosse,
  von  denen  die  Schußverletzungen  herrührten,
das,  was  ihnen  den  modernen  kleinkalibrigen  Geschossen
gegenüber  an  ballistischer  Leistung,  lebendiger  Kraft
und  Durchschlagsgewalt  abging,  zum  Theil  durch  die
große  Nähe,  in  der  sie  zur  Wirkung  gelangten,  ersetzten.


Bei  Besprechung  der  Pfeilwunden  lenkt  der  Verfasser
  die  Aufmerksamkeit  auf  das  Pseilgift,  welches
als  grünlich  schwarze,  pechähnliche  oder  braunschwarze
Masse  den  Pfeilen  anhaftet  und  durch  längeres  Kochen
        <pb n="243" />
        bezw.  Einkochen  des  Wurzel-  und  Stammholzes  einer
im  Litemagebirge  vorkommenden  Pflanze  gewonnen
wird.  Professor  L.  Lewin  in  Berlin  hat  sich  mit
dem  vom  Stabsarzt  Dr.  Widenmann  eingesandten
Wakambagist  eingehend  „beschäftigt,  mit  demselben
prompte  Resultate  erzielt  und  nachgewiesen,  daß  in
allen  Fällen  primäre  Herzlähmung  eintritt.  Lewin
hat  aus  demselben  ein  Glykosid  „Ouabain“  dargestellt,
welches  er  bereits  vorher  in  den  ostafrikanischen  Pfeilgisten
  sand,  und  ist  der  Ansicht,  daß  die  Ouabain
enthaltenden  Gifte  von  einer  Akokantheraart  aus  der
Familie  der  Hundstodgewächse  stammen.

Am  Schluß  seiner  Abhandlung  äußert  sich  Stabsarzt
  Dr.  Widenmann  über  die  Wundheilung  der
Schwarzen.  Er  giebt  im  Einklang  mit  anderen
Aerzten,  welche  ihre  auf  diesem  Gebiete  gemachten
Beobachtungen  veröffentlichten,  bei  Weichtheilverletzungen
  eine  große  Tendenz  zu  reaktionsloser  Heilung
trotz  der  ungünstigsten  äußeren  Verhältnisse  bei  der
schwarzen  Rasse  zu.  Er  vermuthet,  daß  die  auffallend
geringe  Neigung  zu  Wundinfektionskrankheiten  in  dem
Tropenklima  begründet  sei,  daß  der  Einfluß  der  Hitze
und  Belichtung  die  Virulenz  der  Infektionserreger
beeinträchtige  und  abschwäche,  daß  aber  außerdem
hierbei  die  physiologische  Eigenart  der  schwarzen  Rasse,
wie  sie  sich  besonders  im  Bau  und  der  Thätigkeit
der  Haut  zu  erkennen  gäbe,  mitspräche  und  gewissermaßen
  eine  spezifische  Energie  derselben  voraussetzen
  lasse.

Verdienen  schon  die  bisher  kurz  berührten  Ausführungen
  des  Verfassers  hohes  Interesse,  so  beanspruchen
  die  Schilderungen  der  schwierigen  und
unzulänglichen  sanitären  Verhältnisse,  unter  denen
Stabsarzt  Widenmann  arbeiten,  zum  Theil  recht
eingreifende  Operationen  vornehmen  mußte  und
meist  außerordentlich  gute  Resultate  erzielte,  mit
Recht  um  so  größere  Aufmerksamkeit  und  Würdigung;
sie  eignen  sich  ganz  besonders  auch  dazu,  die  hohen
Anforderungen  an  die  Leistungsfähigkeit,  die  Willigkeit
  und  Geschicklichkeit  eines  Schutztruppenarztes  ein
wenig  zu  beleuchten.  Dr.  Richter,  Stabsarzt.

 

Ueber  die  Bedeutung  der  Rolanuß-Rultur

schreibt  Dr.  O.  Warburg  in  der  „Zeitschrift  für
tropische  Landwirthschaft“:

Ein  Artikel,  an  den  sich  bisher  in  umseren
Kolonien  noch  Niemand  recht  heranzuwagen  getraut,
ist  die  Kolanuß.  Sie  wächst  zwar  wild,  stellenweise
auch  von  den  Eingeborenen  kultivirt,  in  Kamerun,
als  Exportartikel  fängt  sie  aber  erst  in  den  letzten
Jahren  daselbst  an,  die  Aufmerksamkeit  auf  sich  zu
ziehen.  1894  exportirte  Kamerun  erst  für  2000  Mk.,
1895  schon  für  11  000  Mark,  ja  vom  Juli  1895
bis  zum  Juni  1896  sogar  schon  für  über  23  000  Mk.
Kolanüsse.  Bei  den  schwankenden  Preisen  in  Europa
kann  man  es  den  Kaufleuten  nicht  verdenken,  wenn
sie  sich  im  Allgemeinen  von  diesem  unsicheren  Artikel

141

 

noch  fern  halten;  der  Konsum  in  Europa  ist  eben
noch  nicht  stetig  und  bedeutend  genug,  um  dem  allzu
großen  Sinken  des  Preises,  das  durch  gelegentliche
größere  Anfuhren  und  zeltweise  Ueberfüllung  des
Marktes  hervorgerufen  wird,  vorzubeugen.  Bei  dem
steigenden  Interesse,  welches  man  aber  in  Europa
den  Kolapräparaten  nicht  mehr  nur  als  Medizin,
sondern  auch  als  Genußmittel  entgegenbringt,  ist  es
nur  eine  Frage  der  Zeit,  wann  dieser  Zustand  überwunden
  sein  wird.

Aus  eine  solche  unsichere  Voraussetzung  hin  Kolakulturen
  anzulegen,  ist  selbstverständlich  bedenklich;
ganz  anders  liegt  die  Frage  aber,  wenn  man  berücksichtigt,
  daß  die  Kolanuß  in  Afrika  selbst  ein  Konsumartikel
  ersten  Ranges  ist.  Vom  Tsadsee  bis  nach
Senegambien,  von  den  Ländern  südlich  vom  Kongo
bis  zu  den  Oasen  der  Sahara,  ja  sogar  bis  Fessan,
Tripolis  und  Marokko  steht  die  Kolanuß  in  hohem
Ansehen.  Würde  jeder  Theil  dieses  riesigen  Landstriches
  seine  Bedürfnisse  an  Kola  durch  eigene  Kultur
decken,  so  wäre  natürlich  an  einen  größeren  Handel
nicht  zu  denken;  in  Wirklichkeit  liegt  die  Sache  aber
so,  daß  die  Eingeborenen  des  südlichen  Theiles  des
erwähnten  Gebietes,  d.  h.  die  Küsten  Unter-Guineas
und  ihre  Hinterländer,  sich  ihren  Bedarf  theils  durch
eigene  Kultur,  theils  durch  Handel  aus  den  Nachbargegenden
  decken,  daß  hingegen  die  Länder  des  nördlichen
  Gebietes,  besonders  die  Haussastaaten,  sich  die
Kolanüsse  aus  fern  abliegenden  Gegenden  zu  verschaffen
  pflegen.  Hierbei  stellt  es  sich  nun  heraus,
daß  es  zwei  relativ  eng  begrenzte  Gegenden  der
Kolakultur  giebt,  welche  fast  ausschließlich  das  gesammte
  nördliche  Gebict  mit  Kolanüssen  versorgen;
das  eine  Centrum  liegt  in  Sierra  Leone  und  den
Nachbarländern,  das  andere  in  Nord-Aschanti  und
den  Nebenländern.  Zu  dem  ersten  Centrum  gehört
auch  Nord-Liberia,  der  südlichste  Theil  des  zu
Senegambien  gehörenden  Gebietes  der  Südflüsse,
sowie  das  Quellengebiet  des  Niger  (z.  B.  Kuranko,
Timisso  und  Sangara).  Zu  dem  zweiten  Centrum
gehört  neben  Aschanti  auch  noch  Anno,  Baule  und
Worodugn;  es  ist  hier  die  Kolakultur  nur  in  einem
schmalen,  kaum  1°  breiten,  zwischen  7  und  8°  gelegenen
  Gürtel  möglich,  also  in  etwa  2°%  Abstand
von  der  Küste;  Binger  fand,  von  Norden  kommend,
in  Aschanti  erst  bei  8°  57  die  ersten  und  dazu  noch
sterilen  Kolabäume,  die  ersten  tragenden  dagegen  bei
7°  50“.  Nur  in  diesen  beschränkten  Gebieten  gedeiht
diejenige  Sorte  Kolanuß,  welche  den  ganzen  Sudan
versorgt,  denn  die  einheimischen  Kolasorten  Adamauas
und  Unter-Guineas  kommen  nur  für  dieses  Ländergebiet
  selbst  in  Betracht  und  gelten  als  äußerst
inferior.

Das  ist  doch  eine  sehr  auffällige  und  bisher
jedenfalls  nicht  genügend  gewürdigte  Thatsache.
Welche  Rolle  diese  beiden  Kolacentren  als  Handelsmittelpunkte
  bilden,  läßt  sich  leicht  ermessen;  überholte
  doch  G.  A.  Krause  östlich  von  Salaga  in
15  Tagen,  und  zwar  nicht  einmal  in  der  Haupt-
        <pb n="244" />
        karawanenzeit,  mehr  als  tausend,  ausschließlich  für
die  Haussaländer  bestimmte,  Kola  tragende,  aus
Nord-Aschanti  kommende  Lastthiere.  Bedenkt  man,
daß  eine  Reihe  verschiedener  Routen  von  Aschanti
nach  dem  Osten  führt,  daß  auch  die  nördlichen
Länder  des  Nigergebietes,  bis  Timbuktu  und  weiter,
sich  theilweise  von  diesem  Centrum  aus  versorgen,
daß  ferner  viele  Millionen  Nüsse  nach  den  Küstenplätzen
  der  Goldküste  geschafft  werden,  um  von  dort,
hrößtentheils  nach  Lagos,  exportirt  zu  werden,  so
erhält  man  eine  Vorstellung  von  dem  Umfange  dieses
Handels.

Was  das  nördliche  Kolacentrum  betrifft,  so
liefern  die  französischen  Distrikte  Koba  und  Sakata
allein  schon  600  Tonnen,  wovon  z.  B.  in  Mellicorce,
  einer  der  besten  Kolakulturdistrikte,  die  Tonne
bei  guten  Sorten  mit  5000  Francs  bezahlt  wird.
Der  Durchschnitt  des  Kolaexportes  der  Sierra
Leone-Küste  wird  in  den  letzten  Jahren  auf
ca.  50  000  Kilo  angegeben.  Es  handelt  sich  hierbei
so  gut  wie  ausschließlich  um  frische  Nüsse;  die
getrockneten,  die  bei  uns  zu  Präparaten  ganz  gut
verwendbar  sind,  spielen  im  Sudan  keine  Rolle,  und
man  greift  zu  ihnen  nur  im  Nothfalle.

Bedenken  wir  nun,  daß  das  Togogebiet  kaum
20  geographische  Meilen  von  jenem  Hauptkulturcentrum
  der  Konsumkola  entfernt  liegt,  und  daß
die  klimatischen  und  sonstigen  Verhältnisse  denen
Aschantis  sehr  ähnlich  sind,  so  entsteht  unwillkürlich
die  Frage:  Läßt  sich  diese  Kultur  nicht  auch  in  unser
Schutzgebiet  verpflanzen,  und  kann  damit  nicht  eine
große  Quelle  des  Reichthums  erschlossen  werden?
Der  Werth  der  frischen  Kolanüsse  dieser  guten
Qualitäten  ist  durchaus  kein  so  unbedeutender;  z.  B.
kostet  in  Sierra  Leone,  also  im  Produktionsgebiet,
das  Kilogramm  frischer  Nüsse  1  bis  2½  Mark,  in
Gambia  und  Goree  sogar  schon  2  bis  4½"  Mark.
Es  ist  also  durchaus  nicht  unwahrscheinlich,  daß  die
Kolanuß  des  afrikanischen  Konsums  sich  in  begünstigten
  Gegenden  sogar  für  Plantagenkultur
eignen  dürfte.  Man  darf  nur  nicht  diese  feinen
Sorten  des  afrikanischen  Konsums  mit  den  billigeren
nach  Europa  gehenden  Qualitäten  zusammenwerfen.
In  der  letzten  Ausfuhrstatistik  Kameruns  wurde  das
Kilo  z.  B.  auf  nur  87  Pfennig  bewerthet;  da  offenbar
  getrocknete  Nüsse  gemeint  sind,  dürften  die
frischen  demmach  kaum  mehr  als  50  Pfennig
per  Kilo  erzielen.  Diese  Sorten  zu  kultiviren,  kann
erst  dann  in  Frage  kommen,  wenn  der  Konsum  in
Europa  ein  vielfach  größerer  geworden  ist;  die
Kultur  der  ersteren  hingegen  ist  ein  Experiment,
von  dem  man  sich  nur  wundern  kann,  daß  es  noch
nicht  gemacht  ist.

.Gerade  das  Togolond  scheint  zur  Kultur  feinklassiger
  Kola  gut  geeignet  zu  sein;  z.  B.  ist  nach
dem  letzten  offiziellen  Johresbericht  des  Schutzgebietes
der  Baum  in  Tappa,  einer  kleinen  Landschaft  in
Buêm,  vorgefunden  worden,  und  wenn  die  Nüsse
von  dort  nach  einem  so  großen  Kolahandelsplatz  wie

142

 

Kete  auf  den  Markl  gebracht  werden,  so  ist  cs  ein
Zeichen,  daß  es  keine  inferiore  Qualität  ist.  Wie
wir  zu  unserer  Freude  durch  den  erwähnten  Bericht
ersahren,  sind  jetzt  auch  von  Seiten  der  Regierung
Versuche  gemacht,  die  Kultur  etwas  auszudehnen;
z.  B.  haben  die  Tappaleute  dem  Wanderlehrer
Woeckel  versprochen,  ihre  Bestände  durch  Neuanpflanzungen
  zu  vermehren;  ferner  sind  in  Bismarckburg,
  wo  schon  200  Bäume  stehen,  400  Nüsse
in  Saatbeete  gelegt,  in  Misahöhe  3500,  in
Amedschovhe  1500,  in  Worawora  1000,  die  vorzüglich
  aufgegangen  sind  und  demnächst  verpflanzt
werden  sollen.

So  beachtenswerth  diese  Anfänge  auch  sind,  so
darf  man  sich  doch  noch  nicht  damit  begnügen;  es
handelt  sich  hier  um  eine  der  wichtigsten  Fragen
für  die  Zukunft  Togos.  Da  darf  man  diese
Anpflanzungen  nicht  dauernd  und  ausschließlich  den
Launen  und  dem  mangelnden  Verständniß  der  Eingeborenen
  überlassen  oder  den  Wechselsällen  und
Zufälligkeiten  der  großentheils  politische  und  gouvernementale
  Ziele  verfolgenden  Stationen;  auch  der
doch  nur  in  sehr  unregelmäßigen  Intervallen
mögliche  Besuch  des  Wanderlehrers  dürfte  jedenfalls
nicht  genügen.  Es  muß  Jemand  da  sein,  der  diese
Kulturen  unter  seine  ganz  spezielle  und  fachmännische
Obhut  nimmt  und  sie  demgemäß  auch  beträchtlich
vergrößert.  Bisher  wissen  wir  über  die  Kultur  der
Kolanuß  noch  außerordentlich  wenig  und  über  die
klimatischen  Bedingungen,  Boden,  Kultur  und  Erntebereitung
  dieser  speziellen  Kola  des  afrikanischen
Konsums  so  gut  wie  gar  nichts;  eine  Exkursion  in
die  echten  Koladistrikte  wird  schon  manche  Fingerzeige
  geben.  Das  Auspflanzen  ist  das  Leichteste,
die  dauernde  Pflege  und  Instandhaltung  der
Pflanzungen  ist  viel  schwieriger;  namentlich  handelt
es  sich  aber  auch  um  genaue  Kosten-  und  später  um
Ertragsberechnungen,  denn  nur  wenn  diese  vorliegen,
wird  es  möglich  sein,  das  Kapital  zur  Anlegung
von  Kolaplantagen  zu  interessiren,  und  das  muß
unser  Ziel  und  Streben  sein.  Ein  tüchtiger  Pflanzer,
möglichst  von  einem  Gärtner  unterstützt,  ist  demnach
unerläßlich;  Pflanzungen  müßten  natürlich  mehrere
angelegt  werden,  vor  Allem  auf  einer  Zwischenstation
  zwischen  Misahöhe  und  Bismarckburg  resp.
Kete,  d.  h.  etwa  bei  7°  307,  entsprechend  dem
Centrum  der  Kolakultur  Aschantis;  hler  müßte  der
Pflanzer  residiren  und  von  dort  auch  die  nördlichsten
  Punkte  der  muthmaßlichen  Kolakultur
periodisch  besuchen,  während  der  Gärtner  der
Station  Misahöhe  beigegeben  werden  könnte,  wo  er
gleichzeitig  den  Grund  zu  einer  allgemeinen  Versuchsplantage
  legen  könnte,  die  dermaleinst  ebenso
fruchtbringend  für  die  Landwirthschaft  wirken  dürfte
wie  Victoria  für  Kamerun.  Der  Pflanzer  würde
natürlich  auch  die  Eingeborenen  zur  Kolakultur
anzuregen  haben;  sehen  letztere,  daß  die  Weißen
keine  Kosten  scheuen,  selbst  mit  gutem  Beispiel
voranzugehen,  so  werden  sie  auch  direkte  Befehle
        <pb n="245" />
        zur  Anpflanzung  von  Kola,  in  der  Art,  wie  es  die
Engländer  am  Niger  thun,  nicht  als  lästigen  Zwang
empfinden.

Gerade  für  das  in  Bezug  auf  Erschließung
neuer  Exportartikel  stark  zurückgebliebene  Togoland
muß  einmal  etwas  meht  geschehen  als  bisher;  auf
andere  gleichzeitig  in  Togo  anzustellende  event.  zukunftreiche
  Kulturversuche  werden  wir  später  zurückkommen.


Rothes  Rreus  in  den  Nolonien.

Der  unter  dem  Protektorate  Ihrer  Hoheit  der
Frau  Herzogin  Johann  Albrecht  von  Mecklenburg-Schwerin
  siehende  Deutsche  Frauenverein  für
Krankenpflege  in  den  Kolonien  veranstaltete
am  23.  Februar  in  der  Urania,  Taubenstraße,  eine
Festvorstellung,  die  von  einem  zahlreichen,  auserlesenen
  Publikum  besucht  war.  In  der  großen
Mittelloge  hatten  Ihre  Königliche  Hoheit  die
Frau  Prinzessin  Friedrich  Karl,  Seine  Hoheit
der  Herzog  Johann  Albrecht  von  Mecklenburg-Schwerin
  mit  Gemahlin,  Ihre  Hoheiten  die

 

143  —

Herzogin  Adelheid,  Prinzesfin  Feodore  zu
Schleswig-Holstein  und  Ihre  Königlichen  Hoheiten
die  Prinzen  Friedrich  Heinrich  und  Joachim
Albrecht  Platz  genommen.  Um  das  Arrangement
der  ganzen  Veranstaltung  hatte  sich  Frau  Gräfin
v.  Monts  besonders  verdient  gemacht.

Auf  der  Bühne  erhob  sich  zwischen  Lorbeergebüschen
  auf  einem  mit  dem  rothen  Kreuz
geschmückten  Postament  die  Büste  Ihrer  Majestät
der  Kaiserin.

Ihre  Majestät  hatte  ihre  Absicht,  die  Feier  durch
ihre  Anwesenheit  auszuzeichnen,  im  letzten  Augenblicke
  leider  aufgeben  müssen.

Nach  der  Eröffnungsmusik  wurde  die  Vorstellung
durch  einen  Prolog  eingeleitet.

Es  gelangte  der  „Post“  zufolge  hierauf  ein
Theil  des  beliebten  Urania-Vortrages  „Durch  den
Gotthard“  mit  dem  wundervollen  Wandelbilde  des
Vierwaldstätter  Sees  und  anderen  Scenerien  aus
der  Schweiz  zur  Aufführung.  Später  wurden  der
1.  und  3.  Akt  des  neuen  Urania-Vortrags  „Kampf
um  den  Nordpol“  vorgeführt.

Dem  Jabresbericht  über  Kolonialwolle  im  Jabre  z3890  von  Gustar  sbell  &amp;amp;  Co.
entnehmen  wir  Folgendes:

Deutschlands  Ein=  und  Ausfuhr  von  roher  Wolle  und  Kunstwolle  nach  den  Ermittelungen
des  Kaiserlichen  Statistischen  Amts:

      
   

  

Einfuhr:  1896  1895  1894

 

Rohe  Schafwolle  Ctr.
Shody

Zus.  Ctr.
Verglichen  mit  dem  Vorjahr
Ausfuhr:
Rohe  Schafwolle  Cir.
Shodpdpoy  „

Zus.  Ctr.

    

Verglichen  mit  dem  Voriahr3%%53  %  6  V

Mehr  Ein=  als  Ausfuhr  Ctr.  8  117

 

TVerglichen  mit  dem  Vorjahr  —  8,3%—
Einheim.  Produktion  Cir.
Zur  Verarbeilung  im  Deutschen

  Reich  verblieben  Ctr.  3  567

1893

—  67%  +  13  %  —+  7.8%  □  5,8%

+  89%—
451

      

    

   

  

          

1892  1891  1890  1889

     
     

+9,  1%  —  8,  9%  9,  2%

       
    
     
   
 

17,4  %%#  B,  2  %

  

    

  

+  17½%  —.  8,5%

Der  direkte  Import  von  Kapwollen  nach  Deutschland  betrug:

 

1896  1895  1894  1893

1892

1891  189001889  I  1888  1887

 

 

 

Ballen

 

 

129000F  101000  97000  .103  000

85  000

99000  78000

 

 

 

 

gs  odo  I  97000
        <pb n="246" />
        Sammlung  von  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonien
«  für  Lehrzwecke.

Das  naturhistorische  Institut  Linnaea  (Berlin
JN.  4,  Novalisstraße  16),  Inhaber  Dr.  Müller,  hat
eine  Sammlung  der  Erzeugnisse  der  deutschen  Kolonien
  für  Lehrzwecke  zusammengestellt.  Proben  aller
Erzeugnisse  der  Schutzgebiete  nebst  knapper,  aber  erschöpfender
  Beschreibung  sollen  dadurch  der  Jugend
vor  Augen  geführt  und  in  ihr  Sinn  und  Versländniß
für  überseeische  Dinge  geweckt  werden.  Die  Sammlung
  wird  in  gefälliger  Ausstattung  zu  mäßigem
Preise  verkauft  und  ist  schon  durch  verschiedene  Lehranstalten
  erworben  worden.  Besonders  in  kleineren
Städten,  wo  nicht  naturhistorische  Museen  und  große
Geschäfte  vorhanden  sind,  wird  das  neue  Lehrmittel
großen  Nutzen  schaffen  können.  Das  Unternehmen
verdient  wärmste  Anerkennung  und  Förderung.

Tod  des  Reisenden  Rubary.

Nach  hierher  gelangten  Mittheilungen  ist  der
durch  seine  naturwissenschaftlichen  Forschungen  in
der  Südsee  weit  bekannte  deutsche  Reichsangehörige
Johannes  Stanislaus  Kubary  Ende  Oktober  v.  Is.
auf  Ponape  verstorben.  Der  Verstorbene  war

seiner  Zeit  zu  wissenschaftlichen  Zwecken  von  der-Firma

  Godeffroy  nach  der  Südsee  gesandt  worden
und  stand  später  in  den  Diensten  der  Neu-Guinea-Kompagnie.
  Er  zeichnete  sich  insbesondere  durch
seine  Sammlerthätigkeit  aus  und  galt  als  einer  der
besten  Kenner  der  Südsee,  ihrer  Völkerschaften,  ihrer
Fauna  und  Flora.

Tod  des  Großkaufmanns  Sewa  Dadschi.
Nachrichten  aus  Ostafrika  zufolge  ist  der  bekannte
indische  Großkaufnann  Sewa  Hadschi  dort  verstorben,
welcher  der  deutschen  Verwaltung  viele  gute  Dienste
erwiesen  hat.

 

VVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVI.

Tikterakur.

Kalat  a  Mienge:  Duala-Lieder  für  die  Christen-=gemeinden
  in  Kamerun  (Westafrika).  Zwelte,  umgearbeitete,
  vermehrte  und  erweiterte  Auflage.

Basel  1897.  Verlag  der  Missionsbuchhandlung.

Die  Basler  Mission  legt  in  dem  vorliegenden
Buch  einen  neuen  Beweis  von  ihrer  unermüdlichen
selbstlosen  Thätigkeit  ab.  Die  erste  Sammlung
christlicher  Lieder  für  Kamerun  war  von  der  Baptistenmission
  vor  Jahren  veranstaltet  worden.  Sie  ist
jetzt  vergriffen  und  veraltet.  Nur  48  davon  sind  in
die  1898  erschienene  erste  Auflage  der  gegenwärtigen

Sammlung  übernommen  worden.  Dazu  waren  112

neue  getreten,  welche  die  verschiedenen  Missionare

der  Gesellschaft  übersetzt  hatten.  Der  neuen  Auflage
sind  noch  66  neu  hinzugefügt  worden.

 

144  —

Als  Sonderabdruck  aus:  „Arbeiten  aus  dem
Kaiserlichen  Gesundheitsamt“  ist  vor  Kurzem  im
Verlage  von  Iulius  Springer  in  Berlin  eine
Arbelt  von  Dr.  Ernst  Schoen,  Hülfsarbeiter  im
Kaiserlichen  Gesundheitsamt,  erschienen,  in  welcher
die  „Ergebnisse  einer  Fragebogenforschung  auf
tropenhygienischem  Gebiete“  zusammengestellt  sind.

Die  Arbeit  schließt  sich  als  Fortsetzung  und
Ergänzung  an  frühere  Veröffentlichungen  über
Fragebogenforschung  an.  Die  ursprüngliche  Anregung
zu  diesen  auf  dem  Gebiete  der  medizinischen
Geographie-,  Klimatologiee=  und  Tropenhygiene
wichtigen  Bestrebungen  ist  von  N.  Virchow  ausgegangen.


Während  die  erste  deutsche  Sammelforschung,
welche  1886  zur  Veröffentlichung  der  aus  den  eingelaufenen
  Berichten  sich  ergebenden  Beobachtungen
und  Erfahrungen  führte,  von  der  Deutschen  Kolontal-Gesellschaft
  allein  unkernommen  wurde,  betheiligte
sich  an  der  zweiten,  1890  ins  Werk  geseßten
Forschung  auch  die  Reichsverwaltung.  Die  Ergebnisse
des  hierauf  eingegangenen  Materials  gelangten  zum
Theil  schon  1891/92  durch  die  Aerzte  Dr.  Schellong
und  Dr.  Below  zur  Bearbeitung.  Fünfzig  noch
nachträglich  eingesandte  Berichte  liefern  die  Grundlage
  für  die  Arbeit  des  Dr.  Ernst  Schoen.

Die  großen  Schwierigkeiten,  welche  die  Bearbeitung
  eines  ungleichen,  oft  minderwerthigen  und
zur  richtigen  Beurtheilung  der  Verhältnisse  nicht
ausreichenden  Materials  bietet  und  welche  wesentlich
auf  Berichtsmüdigkeit,  mangelude  Kenntnisse  und
Fähigkeiten  einzelner  Tropenärzte  zurückzuführen
sind,  hat  der  Verfasser  mit  großem  Verständniß  und
Fleiß  überwunden  und  in  seiner  Arbeit  ein  übersichtliches
  Bild  der  betreffenden  Kolonien  gegeben.

Die  Berichte  aus  1.  Hinterindien  und  dem
malayischen  Archipel,  2.  Britisch-Indien  und  Ceylon,
3.  Melanesien  und  Polynesien,  4.  Säo  Thom,
5.  den  tropischen  und  subtropischen  Gebieten
Amerikas,  6.  Egypten  und  Syrien,  7.  Südafrika,
8.  Neuseeland,  9.  Tschifu  auf  der  Halbinsel  Schantung
lieferten  das  Material  für  diese  Arbeit.

Die  eigentliche  Aufgabe  der  Letzteren,  eine
gedrängte  und  verständliche  Uebersicht  alles  Brauchbaren
  zu  geben,  hat  der  Verfasser  besonders  durch
die  angeschlossenen  Tabellen  erfüllt,  von  denen  die
eine  Gattung  die  geographischen,  physiologischen  und
hyglenischen  Daten  führt,  die  andere  über  die
wichtigen  Krankheiten  Ausschluß  giebt.  Zu  diesen
Tabellen  liefert  der  in  gewandtem  Stil  gehaltene
Text  unter  Hinweis  auf  einschlägige  Litteratur  und
unter  besonderer  Berücksichtigung  von  Monograyhien,
Einzelwerken  und  amtklichen  Veröffentlichungen  die
erforderliche  Ergänzung.

Die  Einsicht  dieser  Arbeit  ist  allen  Kolonialfreunden
  warm  zu  empfehlen.

Dr.  Richter,  Stabsarzt.
        <pb n="247" />
        145

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  21/12.  Auckland  /2.  —  7/.  Syhhneg.  (Ponttation-  Hospostamt.)

S.  M.  S.  „Condor"“  11/12.  Lourenco  Marques  2/2.  —  11/2.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Falke“  11/10.  Apia  5/11.—  14/12.  Matupi.  —  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Habicht“  16/12.  Kamerun.  (Posistation:  Kapstadt.)  «"·
S.  M.  S.  „Hyäne“  9/1.  Kapstadt.  —  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)  .

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  11/9.  Sydney  24/11.  —  10//12.  Stephansort.  (Poststation:  Matupi.)
S.  M.  S.  „Seeadler“  7/1.  Kapstadt.  (Poststation:  Sansibar.)  ·

 

Verkehrs-Karerickxien

DiemdendeutschenSchutt-gebietenznthetkanfgelaugendenPostwerthzeccheumeldenInsnkuuft
sämmtlich,  nach  Aufbrauch  der  vorhandenen  Bestände,  einen  Ueberdruck  in  schwarzer  Farbe  erhalten,  der  den
Namen  des  betreffenden  Schußgebietes  angiebt.

Die  Telegraphenämter  Sagon  und  Zagnanado  in  Dahomey  sind  seit  dem  20.  Januar  d.  Jsdem
  privaten  Verkehr  eröffnet.

Schiffsverkehr  zwischen  Australien  und  den  Jnseln  der  Südsee.)

Der  der  Rhederei  Burns

Philp  &amp;amp;  Co.  in  Sydney  gehörige,  von  der  Neu-Guinea-Kompagnie

gekaufte  Dampfer  „Mabel“,  welcher  ursprünglich  für  Fahrten  nach  Kaiser  Wilhelmsland  und  dem  Bismarck-Archipel
  bestimmt  war,  ist  von  dieser  Linie  zurückgezogen  und  zum  Diensie  innerhalb  der  Neuhebriden

bestinimt  worden.

Am  25.

Guinea,  Kaiser  Wilhelmsland,  Neupommern  und  den  Salomond  ·  Inseln  abgehen.

Postdampfschiffverbindungen  „ad  den  deutschen  Schutgebieten.

Januar  d.  Is.  sollte  der  Dampfer  „Titus“  von  Sydney  nach  Britisch-Neu- 



 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
“l  schiffungshafen  zan  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  8.  24.  Zn,  14.  Apr.]  Tanga  20  Tag  am  1.,  22.,  26.  März,
(Deutsche  Schiffe)  12  bos.  nn  Tarset  Sittn  Tage  3  3.  April
rindi  am  „26.  Apri  ansibar  age  abds.
1.  Deutsch-Ostafeika.  cncile  Sai#e,  -  p  unssi  g

Marseilranzöstsche
  Schiffe)

a
am  10.  jedes  Mis.
40  ums.

Sansibar  18  Tage

am  S.  jedes  Monats
J#  abds.

 

2.  NutschSbwegalrtta.

17  o  Sbeon.  r“  öchenuusch
r—  de  Lapder  ar
Jish  Vermber,  ale  dbent  ".
#nd#
beon  alle  8  Wochein)

weilei

Southan  aton
i  Schiffe  bis
saseis  dann  deut-#
  -Leutwein“)

ao  ih

am  6.  März,  3.  April
40  nms.

am  31.  März,  31.  Mai
nachts

Lüderitzbucht  29  Tage
Swakopmund  33  Tage

Swakopmund  30  Tage

am  5.  März,  2.  April
1138  ums.

am  Sl.  —  31.  Mai

 

3.  Ramerun.

6  cet  on

«  ange  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
na
am  17.  Marz,  14.  April

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  V  Monats
am  WMä,  12.  April

 

.

Cogo-Gebiet

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

ambur
cd  #a

#erhal
(englif  he  Schiffe)

 

Marseille
(sranzöftsche  Schiffe)

 

 

 

am  10.  f  des  Mts.  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mis.-am
  10.,  24.  När

r
an  *  Monats

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1897,  S.  14.

 

Ginear0  20  Tage

Hlein-Veo  *  Tage
Acrra  2  5  Ta

on  da  ab  mtu
m  36  Te

von  da  8  —
Kotono

e
von  da.  *  Landverdindung

 

am  10.,  20.  und  —e
jedes  Monats
ds.
am  8.,  22.  Mär

5.u  19.  April  sms
am  D28.  jedes  Monats
9“%  abends
        <pb n="248" />
        146

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  isschsfungshafen.  Briefe  müssen  aus

Nach  vom  Ein-  Verlin  spätestens

schifungshafen  an  folgenden  Tagen  der  —  abgesandt  werden

N  am  7.  April,  2.  Juni  Stephansort  45  Tage)]  am  5.,  9.  April,

5.  Deutsch-Uen-Guinea.  erhel  Schiffe)  abbs.  1  i-  6  31.  Mai,  4.  Juni

Brindisie  am  11.  April,  6.  Juni  -  41  Tage  10  abdẽ.
gee  abds.
-’,  disi  am  14.  März,  9.  Mai  Jaluit  62  Tage  m  12.  März,  7.  Mai

5.  Marshall  ·  Inseln.  An  Nan  abds.  6  0  abos.

Eintreffen  der  Post  aus  den  beutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  .  ist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  husenh  Pobn  fällg  Von  halenh  in  Berlin
——  Neape  n-  7  22  Wx  2%  tn  Hamburg  anu#oh.  *  znd  25

entsch-Ostafrika  indi  &amp;amp;  ogogebiit  "  jedes  Mon

Frimoist,  “.  am  Bi  1  r.  Marseille  ..  am  16.,  jedes  Monats

Deutsch-Lüdwestafrika  Southampton'am  16.  März,  11.  Apr.]  Deutsch-Neu-Guinea.  Neapel..  am  3.  -April,  30.  Mai
amburg  am  25.5jed.  Monats  »  Marseille  od
Ramernn  Hmhucg  8  Marsball-Inseln  W—es

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deut

 

 

chen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Woermann,-Linle.

 

 

 

Reise  Lewte  Nachrichten
oftda
Postd  ampfer  ron  nach  bis  25.  Februar  1897
Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  19.  Februar  in  Madeira.
„Aline  Woermann".  Hamburg  Loango  am  10.  März  von  Hamburg  abgehend.
„Ema  Woermann“  amburg  Sherbro  .-  Quessant  passirt.
arl  Woermann“  amburg  Loanda  r  in  Teneriffe.
Bohlen,  .  Kong  Hamburg  n  HKamburg
„Ella  Woerm  ..  Hamburg  Sherbro  n  Bissao.
„Gertrud  Venann  .  Hamburg  Kotonon  n  Accra.
„Gretchen  Bohlen“  danburs  Kotonou  ab  Kamburg.
„Hedwig  Woermann!“  otonou  Hamburg  in
»  mancue  Woermann“.  Hamburg  Loanda  ebruar  von  E  i  abgehend.
t  Woermann“  Hamburg  Loanda
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Ponta  Negra  n  r3
„Lulu  Bohlen“  onta  Negra  Heear  in  Lagos
„Marie  Woermann".  Lüderihbucht  Han  n  Sierra  Leone.
„Melita  volen·  amburg  a  n  Las  Palmas.
„Professor  rWi“  .  Sherbro  amburg  n  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen"  Loanda  Hamhurg  n  Accra.

 

 

 

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linle  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

--  *  Reise  Lete  Nachrichten
Neichspostdompfer  von  |  nach  bis  26.  Februar  1897
I
«MUI·V«·  Hamburg  Durban  13.  gieur  an  Las  Palmas.
„Kanzler  "  Hamburg  #  Durban  ebruar  ab  Amsterdam.
eerrrag.k4  t.  m  Hamburg
Saäichstag“  .  t.  m  mburg,
„Admiral  «  Durban  22.  Februar  an  Ade
„General“  aaburg  l  Hamburg  D20.  Februar  ab  Delnhoabal.
!E  Lamdorg  Durban  26.  Februar  an  Delagoabai.
„König“".  urban  Hamburg  26.  Februar  ab  Port  Said.

..
        <pb n="249" />
        Bekanntmachung.

In  das  hiesige  Prokurenregisier  ist
heute  unter  Nr.  1  eingetragen  worden,
daß  dem  Kaufmann  Gustavp  Oltmanns
zu  Kilwa  für  die  unter  Nummer  2
des  Gesellschaftsregisters  eingetragene
Zweigniederlassung  Kilwa  der  Firma

Hansing  &amp;amp;  Co.  in  Hamburg
Prokura  ertheilt  ist.

Dar-es-Saläm,  den  4.  Dez.  1896.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

In  Vertretung:

Zache.  (20)

 

Soeben  erschienen:

Die  Delagoa-Bai

und  ihre  Bedeutung  für  den  Handel.

Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen
  sow.  seß  Einsendung  d.  Betrages
  v.  Verl.  P.  Hellwig,  W.  8.  (32)

 

  

Schutzmarke.
#zjanos

—  "“
Neue  Futterpflanzen!
Lathyrus  siwwestris  Wagneri

(Wagners  Waldulatterbse).
Tochveredelt,  von  allen  schüdlichen
  Bitterstolfen  belreit!
Gedeiht  nuch  auf  den  Armsten
Bodenarten,  selbst  Sand,  Geröll.
Höchster  Nährwerth  von  25—30%
Protein  (Klec  nur  13,50/.
Ausdauernd  —widersteht  jeder  OUrre.

Lathyrus  latifolius  Bastard
Bleichlalls  ergiebige  und  widerstandsfühige
  Foterpcange.  Auch
lür  feuchten  Boden  geeignet.
Protelngebalt  22,21%%.

Polvgonum  sachalinense
(Sachalin  -  Knöterich).
Gedelht  ausdauernd,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpligem  Boden.
U„  Protelngehalt  18,970%
l’üchtige  Vertreter  für  In-  und

 

147

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespallene  Pelilzeile  oder  deren  nenn  a  Mih,  sind  an  die  Vertriebsleilung,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,
einzusenden.

Eine  mteressanfe

Notonialeifur

welche  —  obwohl  unabhängig  nach  jeder  Seite  —  die  FLör.
derung  der  deutschen  Molonieen  und  HKolonialbestrebungen  auf
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Titel:

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  Verlage.  Das  Blatt  sieht  im  zweiten
Jahrgange,  erscheint  in  einer  ca.  30  uartseiten  starken
gut  illustrirten  ummer  an  jedem  Donnerstag.

Der  reiche  Inhalt  der  sich  bereits  im  Inlande  und  besonders
  im  Auslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
„Deutschen  Nachrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Allem
Wichtigen  der  Woche  über  Holitik,  Kolonialem,  Wissenschaftlichem,
  dem  Wissenswerthen  auf  allen  Gebieten;  das  Blatt
bringt  Machrichten  aus  den  Molonieen,  von  den  Deutschen  im
Auslande,  ferner  kurze  interessante  Erzählungen,  Bumoresken
und  feine  aktuelle  Jünstrationen.

ijtLelder  Kolonialfreund.
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten,  eine  Probe-Bummer  von  nus  zu  verlangen,
  um  sich  über  das  Gebotene  zu  informiren.  Wir
senden  solche  Hrobe.  Mummern  Jedermann  mit  Dergnügen
kosten-  und  portofrei  sofort  zu.

egen  ihrer  weiten  Derbreitung  im  Auslande  sind  die
„Deutschen  Nachrichten“  auch  ein  ausgezeichnetes  Organ  für
Exportanzeigen.  Wir  bitten  das  Blatt  einmal  anzusehen.

Ber  Perlag  der  „Heutschen  Pachrichten“
Nee  herliuer  Perlags-Anfalt
ug.·  Krabs.

 

Nelin--Cbarloltenburg=




 

Gegründet  Victoria  i

Ausland  gesucht.

 

Prospekte  gratis.  (20)
etOCigaretten-  u.  türkische  Tabak-Fabrik,

 

Berlin  N.  37.  Export  nach  allen  Ländern.
fabrizirt  alle  Sorten,  dem  Geschmack  betreffenden  Landes  entsprechend.
Neuheit  für  das  deutsche  Schutzgebiet:  Kalser  WIIhelm-Clgarette  mit.
Dortrait  in  10,  25  und  100  Stück-  Packung.

 

Hunsche  kroptsche  Insekecen
(Käfer,  Schmetterlinge  etc.)  zu  kaulen.
  d.  Bomibe,  Gicben  (Preussen).
        <pb n="250" />
        148  —

 

rteile  aus  dem  Leserkreise  des  Peho.

 

 

Das  Echo,

Organ  der  Deutschen  im  Auslande,

betrachtet  es  insbesondere  als  seine  Aufgabe,  dem  Leben
und  Treiben  der  Deutschen  im  Auslande  die  liebevollste
Anlmerksamkeit  zurawenden.  Es  wird  dah

aher  jeder
Deutsche  im  Auslande  gebeten,
seine  Adresse
der  Verlagshandlung

J.  H.  Schorer,

6.  m.  b.  H.  in  Berlin  8W.,  Willeimstr.  29,

2  zugeben,  damit  diesclbe  Grleferhein  hat,  eine

“:’  umsonst  und  Lkostenfrel  zu  übersenden.

nohmon  alee  Buchhandlungen,  Fost-Bestellungen

  anstalten  und  Zeitun  ioane

Deutpehd  e  Fralss  nen-  8  lork  viortellährlich  entm

  don  r-  zu  den  benshenn  —

es  von  dor  S  H.  Lehoner:  G.m.  b.  H.  In
Berlin  SW.,  Wllhelmstrasse  29,  u  renzbend  bezo  sd

kostet  „Das  -  viorteljämlich  r  —  50  Pfl.  #  uch

Mk.,  ganzjährig  Bei  Vorsendung  unter  Ztwiche

Aehlt  63  sich,  möglichst  ganzj  W  Abonnoments  aut  —

auglische  Fr  werden  1  alan  genommen.

In  das  Abonnement,  —“t

e  Echo“  vom  Tage  der  Bestellan  ul
—  an  en  Be  es  a

-  Alrei  (  d  re  oder  durch  jzee

und  wit
Nebte  42
Buch  ae  gellefert.

 

 

Korbel  Humboldt.  Sooskt!n  H#ter#.
on
Geston  e

drücken  für  se  berr
ein  rn  7  knss

Sen  148)  Wetn  rn  Recht
kung.  dass  ei

wenn  lch  meln  Echo  erholte;  0  *.
Ausiend  lebende  Deutsche,  eerngupe  solche,

legen  und  hbalte  Achtun  an
Theodor  Reinhold  Preuse.

Bontos,  l.  Dor.

Noebaebiona  Ernst  Schultz.
.  deu  4.  J.

4  mir  ist  diosôn  Wintor,  um  eic
mir  schon  früher  Ihr  Blatt  ompfohlen  und  ich  ba
vorgossen.  Nachträglich  noch  Prooit  Nonjahr!
Ihr  ergebonster  C.  W.  Allore.

Ssbard,  5.  Jepuar  1806.
Bet.  Minas  Gerses,  Bresillen.

·  leh  thun  kann  in  .  W
n  T##-  lch  gelbst  Kkann  kaum  de
ble  lch  es  empfange.  Uier  in  Gegoe

ndroe  und  den  Wenigen

—  hõ  An

ein  .  58  wünschond  ans  der  Ferne,

grüssond,  schlicss!  Hochachlungsvoll  Ihr  orgebenor
Oswald  PTaruckor.

ealnd.  Zum

Neabel.  7.  T#a  1896.
hdom  iĩeh  dio  Probonummor  aulmerksam  gopro

ron.  r  Deutschs,

deutschen  Familie  wac  m.
Uit  Q  i  i  Max  Bottnor.

 

erhielt  sch  C  N  III

Moses  Ilsl  Ist-Ist  Ists-hist.  lhaoss  Inst-Ist  Delos-I  Ists-liebsten
anl-  h  Rlatt;  ea  lat
u  I  en  bonI-minnt

II  Niederl.  laälea  (Echo  Nr.  690
ben,  wit  der  Bemer-X
  mleh  auch  1  eln  lat,
nur,  dass  a  —

zu  Beauaritastt  Kalser  Und  Nelch  Ra  ,  Glases  Blatt

III-II  AG-Matmslocolcgvalwtamlhncn
  mivawlltosaä  EIT-,.l·:clso

  von  den  hler  lebenden  Deutach-  t
med  1—  Mlr#l.  und  elch  s#r  Violsoitigkolt  wogon
—

tL  1690.
as  Echo  lst  gerade,  was  fi  vbrauene.  rs  —
tto  os  nur

-utarmegn  r**  #ch  joderzeit
n  Tag  erwarten,
md  lebon  sehr

nt  os  nicht  immer
4  Schluss
sowio  horzlich

Noc-  %  labe
ich  medt  verfehlt,  mich  sofort  bei  Furchbeim  hier  zu  abomnicdio
  wie  *—  echon  noit  Jahron  im  Auslonde

el
ben  a.  as  Gefühl  der  —  ——J989  zar  Srossen

 

.O.  Jannar  16.
Besten  Dank  für  die  Zusendung  us  „Bcho“.
Ablanf  ed  Cuartals  gebe  ich  das  Alu  .

ven  auf  und  bestelle
bosondors  in  Bezug  t  dio  Fo  Wusd“
Rondschau  S  *  en  Per  uug  von  berie  ten  aus  Zeitungon

  allor  Es  ist  mir  Zoitman  ele
nielte  ms  ie  —  dreire  Artkel
eit  angen  u  l.  soll-sei  .
lto  mein  lll  klrkms  outsptscllh  stillem  kosltmsalo
  llcdc  lcht  über  die  nolsiannen  l
ewährt.  Auch  Ihre  assn  Sind  hol
Hochachtond  u.  orgobons#  K#more  s—  II.

Adelaido,  März  1896.

Bin  Abonnent  vom  „Echo“  (por  Tuusch  u.  Ge,  Lallo  a.  s.)

soeit  boinaho  5  Jahren  und  halte  dasselbe  für  das  beste

deutsche  Blatt,  welches  für  4.  A#land  deselmmtt  In.
on  Luckoyn

Elim-Natal,  16.  Mörr  1896.
Unser  „Echo“  erhalton  wir  seit  Jahron  duroh  %  Boc
mgenn  nunorer  Cosollschaft,  ian  Üermannn  Nrs-  —lInu

r##chaft  verbreitet  es  sich  Immer  R
wi  i  von  Michnelis  u  Sutschland  bezogen-  Erfroulich,
  —  Sie  solcho  —  ant  98  uuswürtisen.  ——
schen  und  in  letzter  Zeit  auf  die  in  nohmon.  Diea,
mit  uens  Wriges  W.  ede  Blattes,  2  rn  Blatt  vach
dem  andon  n  den  Kolonien  und  viele  werden
kein  Vheutschen  P#usenet  Blatt  aunse  ungen-Loh,  bel  ——
as

Mulffanne,  24.  März  1896.

In  Antwort  Ihroa  Fopbrtan  Sohreibons  vom  ½  Fobruar
T#nse  ich  Ihnon  sehr  für  dio  froundliche  Zusendung  des  „Echot“
und  erlonbe  mir.  Lanen  mitznteilen,  dass  mir  un  allor  Deatschon
  Moer  auf  dor  NHoß.aPnzn,  das  „Echot  schon  längut
bekannt  und  von  uns  allon  wegen  seiner  r  W  geen  #und.  od
1—  uan  Zusamwonelollung  dor  nouoston  loreig
och  geschätzt  wird:  auch  durch  dle  St  reieste-EeeFe,
  aer  Deutschen  Iim  Auslande  nach  Mögllc

keit  und  gie  enger  an  #  aen
anzusg  hll  —  %  „Eeho“  alle  im  Auslande
Lahenden  Debelen  zur  össten  Dankbarkelt  verblchte
  Uit  gröss  FeniS  son  Ihr  orgebeneter
M.  Ronnebergor.
Aple  (Samos).  z#a  25.  März  1896.
„EBEecho“  geit  ungeführ  10  Jahren,  nicht  nur
uslande,  4%  orn  1  #e##  Venn  geeh  3-eroborgeben  in
——  bin  steta.  emste  ompfol  l

ochachtungaroll  A.  Ho  algenk.  t
Colombo,  I=  April  1896.
Dios  Blatt  war  immor,  nns  lobete.  Loktur  8  ohne
zuviel  zu  schroiben,  —  Fiange  i  Uber-—
  ein  klares  b  n  uu  Pd  —  der  W  en
gebon.  Es  ist  gand  entschleden  das  beste  und  iüber-Sichtlichete
  Blatt  Sne  Art  im  Ausla
hbe  Loopold  Meyer.

Fusan-  7  n  9  1#  1806.
Es  wIdd  Sie  Aiescht.  Intoressleron,  zu  h  —.  rn
zum  orston  Ma  n  don  7  Jahren,  e  wien
„Eecho“  halto  1  *u—  *7  um  8  osl  epäter  —  Wl
und  8  ankam.  r  iat  ni  e  mmer  verloro
—  solbst  währond  dos  Kriogos  meire  —  und  das  2  Sea  b

mehr,  wio  mon  verlangen  künn
Allt  bao#n  Oruss  ergebenst  H.  GC.  Arnous.

Pangen!,  den  9.  April  180  ,
NAit  dom  orgebenon  Bomorkon  —  1  mdt,  dasc  das
uEcho“  hier  borelts  in  4  Eramplaron  gehalton  wird,  und  u
folbet  schon  —  Zeit  Abonnent  desssiben  bin.  Das
das  Ausland  fast  ueytbekrisch  geworden.
verbindet  mit  —8  es  dos  E—  elno  rogagne  ieho  Auswmabl
  und  Anoinanderreihung  —8  toftes.  G.  Spieth.

ongkong,  6.  April  18960.
Erlaube  mir  die  orgebeno  Mitteilun  ".  febeche  seit
Jahren  ouf  lbr  Blatt  abonniert  E#  a  aube  sogur  elner
der  ersten  Abonnenten  war,  *  3  Anchenne  hier
daliert  von  —  88  her.  —  den,  hube  dio  Ven#ebiben
Vorbosserungen  Ihrom  Blatt  immor  mit  Freudon  bomerkt.
bosondors,  daus  -  die  lateinische  is  z  benso
den  Waichbaltigen  Inhalt  in  den  verschiedoeno

Ergebonst  H.  Ehmer.

r*ie  ancisco,  1I1I.  J  unl  166.
Schicken  Sie  Hß  *—  von  sotzt  ad  u  obiger

Adrosse.  Das  Blat  t  mlre  wlrksleh  eee

hler.  Ergobenet  Dr.  A.  Genth.
        <pb n="251" />
        149

 

CRVYSTALLOSE,

440  mal  süsser  als  Zucker,

ist  ein  verbesserter  Stissstoff  in  Krystallsorm,  in  Wuasser
leicht  löslich.  Durch  ihre  Krystalle  bietet  sie  Garantie
lür  absoluter  Reinkeit.  und  ist  von  bisher  unerreicht  feinem
Süssgeschm  Wesentlich  Ullliger  als  Zucker,  unvergührbar,
  Kocservirend  daher  für  heisses  Klima  besonders
wichtig.
Das  Besce  fitr  die  Gerrduke-Indstrte.

Erhältlich  durch  den  Grossdrogenhandel  und  die  bekunnten
  Lpeorthänser  in  Hamburg  und  Bremen.  Proben
und  Prospekte  durch

Chemische  Fabrik  von  Heyden,

Radebeul-Dresden.  (nota)

 

 

 

 

E—

(ol!)

—  *

x  bester  u.bewahrten  Consbuchon
*  d-J
mmmn“—insesentust—“ntnts———ttisn

Tausch  u.  Lieferung  von  Büchern  u.  eitschrilten  zu
glinstigen  Bedingungen.  Krüger  &amp;amp;  Co.,  Leipxzig.
Antiqunriats  -Katulog  wohlfeiler  Gelegchnck#kule

Bratis;  Preisanfragen  werden  sofort  beantwortet!

Möller  &amp;amp;  Co.,

Hagen  in  Westfalen  (Deutschland),
Fabrikation  und  Export

Eiser-,  Siahl.,  Manc-  1  LIWaaren  Aler  urt.

Illustr.  Kutuloge  m  deutscher,  französischer,  englischer
und  spamsscher  Sprnche.  (u#k)

 

 

 

 

 

 

Aufträüge  durch  europuische  Handelshlluser  erbeten.  3

Spezialität:  Lieferung  für  die  Kolonien.

 

 

 

 

Schmiodiorne  Penster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (10)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüuren
und  Thore  lertigt  als  Spezialität

R.  Zimmermann,  Bautzen.

Tropenblousen.

von  mir  ganz  neu  eingelührt,  auch
ganze  Anzüge

von  starken  waschbaren  Stoflen,
hell-  und  dunkelmodel.  etc.,  ollerirt.

Lounis  Rosenthal,  Magdeburg.A.

 

 

 

Aelteste  deutsche
Schaumwein-Kellerei
Gegründet  1826.

Kessier  Cabinet

dy  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(w)  Esslingen.

 

 

 

 

Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Waetzel

Akademische  Buchhandlung  und
iduariat,

ntiqu
Freiburg  1i.  B.,  Unterlinden  2.

Mit  Badens  Wehr
für  deutsche  Ebr.

Die  utheilgahme  der  nm
  Einigungskriege  1670/7
Durgestellt  von  Dr.  J—
Mit  vielen  Karten.
Hochelegunter  Geschenksband.
Preis  Mk.  4,60.

Die  Belagerung  von  Strassburg,
dus  Herumschlugen  mit  den  Franzosen
  —  Franctireurs  und  die  heldenmüthigen
  Kümpfe  um  Bellort
unter  Werders  Führ  ung  finden  hier
einen  beredten  Schildercr.

M.  Hecht,  Görlitz,

Kunsttischlerel  photogr.  Apparate.

Spertaltecke:  (2)
.—.—  für  Tropen  In  Teak,
MNahagoni  und  Nussbaum.
        <pb n="252" />
        Unentbehrlich  1  für  jeden  Nolonial-  «

Politiker,  Schutztruppenoffizier,  Beamten,  Missionar,  Pflanzer,  Kaufmann

ist  das

Beutschr

Rolonial-WBandbuch.

Nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet

von
Rudolf  Jihner.
86.  462  Seiten.  5  Karten.  Elegant  gebunden  6,—  Mark,  brochirt  5,.—  Mark.
Enthält  ein  Verzeichniß  aller  in  den  Kolonien  thätigen  Offiziere,  Beamten,

Missionare,  Kaufleute  und  Pflanzer.

eutsche  Kolonial-Handbuch  bietet  in  kurzen  Zügen  eine  treffende,  erschöpfende  Dorstellung  der  geographtschen,
  n  wirthschaftlichen  und  politischen  Verhältnisse  unserer  Schutzgebiete  und  ermöglicht  bei  seiner  scharf
Fegliederten  Eintheilung  des  an  Einzelheiten  überreichen  Stoffes  die  Verwendung  als  Nachschlagewere  in  allen
oloniale  Dinge  blrührenden  Fragen.  G

MHusführliche  Hrospekhte  Fel##en  jedereit  Rosfenfrei  zur  Perfügung.  ——
Verlin  W.  ö0,  Hermann  SBueetel.

Eckhohzstr  12.

—  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

FHKHKHobftexferane  Sr.  Majesede  des  Katsers.—
oflerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  iIn  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  De  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  78.

 

 

 

 

Weingutsbestitzer

..  L
.  Gebr.  J  Ullg  S  Rhein-,  NMo  kund  Pfalzwein  1.

nach  allen  Welttheilen.  (IAs)

E  Weine  aller  Land
Koflmann,  Beuter  &amp;amp;  C,  a  er  ancor.

den  afrikanischen  Kolonien.

 

 

 

 

—

Leipzig.  Heffters  Vinum  rubickum  88
Spezialität  für  die  heissen  Zonen:  Tafelwein  zum  täglichen  Gebrauch.
III  (72  (Schutzmarke  eingetragen  unter  No.
        <pb n="253" />
        151

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffieber)

wird  hierdurch  dus  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  eilen  (#orn.  E.  Schering)  zu  Berlin

XLL

(salzsaures  Phenocoll)
eillen  nebns  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  UDrs.  Prolessor
Alpertoni,  Professor  Uervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Duall  Olio,  Drolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Nlittel.
ühberraschende  Heilerfolge  bei  Mularia  erzielt.  Anch  Dr.  Ribet  in
Arze  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thuten  ein  Gleiches;  Letz--terer
  hat  die  ollizielle  Einreihung  des  Medikuments  in  dic  stantlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.

Das  salzsaure  bllengeal  eignet  sich  ferner  nuch  den  Feststellungen

on  Professor  Alart,  Wargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Mukeren  IHeilung  des  Kenchhustens.

Aun  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litterntur  und  Gebranchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firmn,  nümlich:

Humburg:  Gebrüder  Oldenburg;

NBurcelonn:  J.  Esplell;  (15)
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermem,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary.  -  at-  Hill;

Moskuan:  W.  Stlirzwage  &amp;amp;  Co.

New-Tork:  ein  &amp;amp;  Fink,  126  wulam  Seete

Paris:  Max  F#res,  31  rue  des  petites

Rio  de  1•  Vagalhäs  Lucilus  &amp;amp;  2  aib  re  de  Klingelhoeter  &amp;amp;  Co.

 

 

 

ZLagenuhmaz#re  #nne  nt
—————  ———————

.  7  vꝛ  Et“  Hons  —

—

-  !4½*  —nntnh  —

 

 

Pumpernickel

(westlfilisches  Schwarzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (119)
IInmmer  Brotinbrik,  IUumm,  Westl.

 

 

·#  Entzichungskuren.  ·#
Dr.  Fromme
Stellingen  Ullannngn  (19)

Braunschweiger  Wursund



Fleischwaaren-Pabrip
Denecke  &amp;amp;  Himmel

 

 

 

 

Hollieleranten,  (à#)
Braunschweig,

lielern  Fleischwunren  für  Export,
nach  allen  Zonen  der  Erde.

 

  
       
        
 

Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,
6.  m.  b.  N.,

Liegnitz.

Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte.

Besondere  Bauart  für  jodes

    
   
 

Prlmlirt  auf  allen  grossen
Ausstellungen.

21  000  Stück  gefertigt.

Niederlage:
Berilln  W.,  Courbidrestr.  5.

 

H.  Lamprecht.

Glasfabriken,
Marlenhlitte  bel  Gnurrenburg

(Unnnorver),
Breitensteln  bel  Slolberg  am  Harz.
Fabrikation  weisser,  halbweisser
und  farhiger  Flaschen,  Parfümerie-,
Aledizin-  und  Kleinglüser  aller  Art.
mit  und  ohne  Glasstöpselverschiuss.

Sperinsiullten:
Patenttr  op̃scluser  D.R.P.  No.  17  368.
36  687  und  65  68:3.  (72)
Pillenziihler  D.  R.  l'.  No.  78  996.
        <pb n="254" />
        Berlinermechanisehe  Netzfabrit
Franz  Klinder,

Neubabelsberg,
empfiehlt

Fischereinetge

(6)
Binnen-  und  llorhsgelssherel

Export  nach  allen  Lündern.
Geelgnete,  tllchtige  Vertreter  gesucht.

Hensebs
Tonicum,

uniahlbares  Schutz-  u.  Heilmittel
aller  klimatischen  Afteetionen  (ekr.
Deutsche  Kolonial  -  Zeitung  1878,
Heft  20),  tausendfach  bewäbrt,  lielsert
  als  Specialitit
Apoth.  F.  E.  Bourquln,  Niesky,  0.-L.
Drucksachen  kostenfrei.  (29)

Läfe  u.  Sehmurterlinge.

Zwecks  Ankanfs  von  Schmetterlingen
  u.  Kälern  suche  mit  Sammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kümmerer,

Beriln  SW.,  Kochstrasse  68.

 

 

 

7

natlliriche
alkallsches
mit

 

LLIL

Ig.  Stein  senior,
Wien  I,  Adlergasse  4  (Austrin).
Fabrikation  sämmtlicher

Sorten  Fez
aps)  für  den  Orient,  Brilländisch
  Indien,  ganz
Afrika.  (107)

(turkish  c
tisch-  u.

 

  
  

14

 

 

     

 

 

 

**ßd

#b  2  —
532  —
5  S
"ci*§  —

Foeu  r1
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9  lür  grosse  Person)  2  "“
r  sehr  grosse  Person)  10

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hat  das  Werk:
D
1  3
*  «  LJJ
von

G  Drutsch-Büdmestafrikn.
Fi  Jahrr  in  Iunde  Heudriß  Withoois.
6&amp;amp;

J.  J  von  Buluw,

*  Schilberungen  von  Jan  und  Teuten

Wit  zahlreichen  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen  und  zwei  Karten.
Preis:  Geheftet  6  Mark,  in  Leinwandband  7  Mark  50  Pf.

zu  verzeichnen,  von  dem  schon  liaum  nach  Jaljresfrist  eine
zweite  Auflage

erschienen  ist.  Das  Buch,  welches  vornehm  ausgestattet  und  mit  zahlreichen  Abbildungen  und  zwei  Karten  geschmückt
  ist,  füllt  eine  Lücke  in  nserer  Koloniallitteratur  aus,  indem  es  Land  und  Leute  Deutsch-Südwestafrikas,
welches  bisher  gleichsam  als  Stiefkind  unserer  Kolonien  behandelt  wurde,  in  trefflicher  Weise  zur  Darstellung  bringt.

Mit  welchem  Beifall

das  Buch  bei  seinem  Erscheinen  aufgenommen  worden  ist,  beweisen  die  folgenden

Stimmen  der  Presse:
hanhurzer  Naprickten  Nr.  278  v.  27.  November  1895:  dern  er  Zeilung  Nr.  277  vom  28.  November  1895:
..  Da  kommt  nun  ein  ganz  vortreffliches  Buch  „  Wir  nn  der  Ansicht,  daß  der  Eindruck,  welchen
zur  rechten  Zeit,  in  dem  der  mit  scharfer  Beobachtungs=  die  Steppe  auf  den  Beobachter  macht,  nirgends
Löe,  praktischem  Sinn  und  gesundem  Humor  begabte  esser  als  von  Bülow  geschildert  worden  ist,  es  sind
ersasser,  der  sich  drei  Jahre  in  dem  Schutzgebiete  auf=  kleine  Kabinets  stücke,  welche  sehr  hübsch  abgetönt
gehalten  hat,  seine  Erlebnisse  und  das  Resultat  seiner  sind.“

Wahrnehmungen  in  fesselnder  Weise  schildert.“.  gGörigsberger  Algemeine  Jeilung  Nr.  545  vom  20.  No-Weser-Zeitung
  Nr.  17591  v.  15.  November  1895:  „Die  vember  1895:  „....  Das  Werk  wird  vermöge  seiner
anschaulichste  und  interessanteste  Schilderung,  textlichen  und  inhaltlichen  Vorzüge  dauernd  eines  der
die  unser  Schutzgebiet  in  Südwestafrika  bisher  erfahren  gelesensten  unserer  Koloniallitteratur  bleiben.“
hat,  giebt  Premierlieutenant  a.  D.  F.  J.  v.  Bülow.#4  Erirs-Felleisen  des  Wäriburger  Stadl,  und  LJandbsten
Militär-giteratur-Zeilung  Nr.  16,  1895:  „Er(Verfasser)  Nr.  149  vom  12.  Dezember  1895:  „.  Allen  Kolonialwill
  den  Lesern  kein  wissenschaftliches  oder  fachmännisches  freunden,  Allen,  welche  sich  für  fremde  Länder  und  das
F  Werk  vorlegen,  glaubt  aber  doch,  ihnen  ein  anschauliches!  Leben  und  Treiben  in  diesen  interessiren,  wird  das
#Biich  von  der  geographischen,  politischen  und  wirthschaft=  gut  geschriebene  und  viel  umfassende  Buch  inslichen
  Lage  des  Schutgebietes  geben  zu  können.  Diesen  Kesonbere  eine  empfehlenswerthe  und  willkom-Zweck

  erfüllt  das  Buch  vollständig.“  mene  Weibnachtsgabe  darbieten.“

Bestellungen  auf  das  Buch  nehmen  alle  Buchhandlungen  entgegen,  auf  Wunsch  sendet  es
die  unterzeichnete  Verlagsbuchhandlung  gegen  Einsendung  des  Betrages  Überallhin  poftfrei.

Berlin  SW.,  GE.  S.  Wittler  &amp;amp;  Sohn,

Kochstraße  68—  71.  Königliche  Hofbuchhandlung.

 

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mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.
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sowie  zur
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Hol  buchhandlung  von
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Berlin  SWu,

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b  den  deutschen  Kolonien  eu  Wgeren  ständig  bezogen,  dert  sehr  beliebt,  Jahre
altbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  g  is  sehr
lagse  nd  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
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esellschaft  den  Alleinverka
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Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

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Am  10.  März:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poc  und  den  Hüafen
der  Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  März:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Goréce,  Dakar,  Ruflisque,
Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  März:  P.  D.  „Hedwig  Weoermann“,  Capt  Henneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  März:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Haäfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Am  31.  März:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  25.  Mai,  25.  Juli,  25.  September
  und  25.  November.
Alle  Güter  mitssen  am  Tape  vor  dem  4b59gangsdattem  bis  12  Uhr  mittags  IM#nseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
"  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen
Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  stait:  ab  Hamburg  ub  Neapel
—  ——  —  —–.—
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  10.  März,  24.  März,
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  31.  März,  14.  April,
R.  P.  D.  „GENERAL“,  Capt.  Ganue  21.  April,  5.  Mai,
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stal  12.  Mai,  26.  Mai,

nach  Tanga,  Dar-es-Saláäm,  Sansibar,  Mozambidque,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Fangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindf,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  rms  Kap  der  gYecken  Hohreng
direkt  nach  Derban,  Delagoa-Bat,  M#junga,  Vosst  Bé.
Nächste  Expedition:  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskam,  14.  März  1897.  —
Die  Dampfer  haben  vorzsloliche  Einrichengen  Ur  Eussagiere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg  (#0)
wegen  Passage  dle  s-a#e#n##ten-=  FPacketfahrt-Aktien-Gesellschaft.
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  di
Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.

 

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  ulschtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstrabe  68—71.
Ausgegeben  am  1.  März  1897  um  0  Uhr  nachmittags.
        <pb n="259" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

heraussegeben  in  der  Keleuial,  Ablheilung  des  Auswärtigen  Amte.

 

 

 

VIII.  Jahrgang.  Berlin,  15.  März  1897.  Uummer  6.
Oiese  Zeitschrift  Fricheim  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Mott.  Derielben  ——  e#e.  Bei  F  beilelahgt  die  mindestens  einmal  Fiiiess
E  „Mittheilungen  von  #enssdungreioebg  n  Le  l  h  don  46n  tschen  Sch  2  usgegob  on  Dr.

nane  i#  Sa  säbolich  Sbon  ““*“1  dis  She  oelrn  s  t.  8  din  iugein  heru  *  .
ugen
w  WWns  r  -  Einfeiidnn  cnniid  who  an  die  4  n  ftust  Si  Gile  162.  8  tiler

Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrabße  68—71,  ft  ri  ln  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisli  ie  #  1897  nistet

Inhalt  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Vererdnng  betreffend  Anstellungsberechtigung  der  Deckoffiziere  der  Schutztruppen
  S.  157.  —  Geschäftordnung  r  Dis.  aaiblinarbehörde  en  für  die  Schutgebiet  V  157.  Ertheilung  der
Ermächtigung  zur  Beurkundung  des  Perionenso  Rechtspraktikanten  Giegler  .  157.—  Ver  erordnung  des
Leiserhichen  ouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betwesfen  die  Abschließung  von  Arbeitsverträgen  mit  n  Farbigen

60,  desgleichen  betreffend  die  Schaffung,  Besitznahme  und  Veräußerung  von  Kronland  S.  1  derlaß,
Scot  die  Abwehr  und  Unterdrückung  von  Vilehseuchen  S.  164;  desgleichen  belreffend  die  Eröffnung  kun  Sewa
Hadji-Hospitals  in  Dar-es-Saläm  S.  165.  —  Personalien  S.  166.

Nichtamtlicher  Theil  Personal-Nachrichten  S.  166.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  Verhältnisse  im
Hinterlande  von  Lindi  S.  —  Ueber  eine  Reise  nach  Buöm  S.  167.  —  Umzug  ber  Landeohauptmannschaft
  S.  168.  —  Deutsch-  v“r  Abschluß  eines  Wehruertrages  mil  den  Bastards  S.  168.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
  Vereinigung  der  Verwaltungen  der  Neu-Guinea=  und  Astrolabe-Kompagnie  S.  170.  —  Nachrichten
von  den  einzelnen  Stationen  S.  170.  —  Handel  und  Verkehr  S.  172.  —  Aus  dem  H  Bereiche  der  Missionen
und  der  tisklaverei-Bewegung  S.  173.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Rinderpest  in  Südafrika  S.  175.
—  Ha  anter  dei-  Finkolonie  im  Jahre  1895  S.  177.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Vorlesun  en  am  Seminar
für  erientalisshe  Spr  achen  S.  177.  —  Das  cothe  #reuhz  auf  er  Brüsseler  Ausstellung  S.  1  14  E—*  aus
Afrika  S.  1  Neu-Guinea=  suuhbel  teratur  S.  178.—  4  S.  17  .  eichn,  i-Miseea.
  .  S.  180.  —  Verkehrs-  #pchn  S.  8  —  Anzeigen.

 

2223

 

 

 

 

Amtlicher  Theil.
Geseke;  Vervrdnungen  der  Reichsbehürden.

Ich  will  hiermit  den  jeweiligen  Direktor  der  Kolontal-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  in
Vertretung  des  Reichskanzlers  ermächtigen,  den  Deckoffizieren  Meiner  Schutztruppen  bei  dem  Ausschelden
aus  dem  Dienste,  sofern  sie  sich  tadellos  geführt  haben,  die  Anstellungsberechtigung  nach  Maßgabe  der
Bestimmungen  zu  verleihen,  welche  in  dieser  Beziehung  hinsichtlich  der  aus  dem  aktiven  Dienste  ausscheidenden
  Offiziere  ergangen  sind.

Berlin,  den  8.  März  1897.
(L.  S.)  (Lez.)  Wilhelm  I.  R.
(Ggez.)  Fürst  zu  Hohenlohe.
An  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonlal-Abtheilung).

Geschäftsordnung  der  Disziplinarbehörden  für  die  Schutzgebiete.
I.  Abschnitt.  Geschäftsordnung  für  die  Dissiplinarkammer.

81
verpflich  Die  Mitglieder  werden  von  dem  Vorsitzenden  für  die  Erfüllung  der  Obliegenheiten  ihres  Amtes
erpf  ten
Die  Verpflichtung  des  Vorsitzenden  erfolgt  durch  Einreichung  einer  entsprechenden  schrifilichen
Erklärung  an  den  Reichskanzler.

82
Die  Geschäfte  werden  vorbehaltlich  der  im  8  8  bestimmten  Ausnahmen  durch  Kollegialbeschluß
erledigt.  Die  Erledigung  erfolgt  in  Sitzungen,  welche  nach  Bedürfniß  von  dem  Vorsitzenden  bestimmt
werden.  Soweit  nicht  mündlich  verhandelt  wird,  ist  die  Oeffentlichkeit  ausgeschlossen.
        <pb n="260" />
        —  158  —

§  B.
Bei  Entscheidungen  und  Beschlüssen,  welche  auf  Grund  einer  mündlichen  Verhandlung  erlassen
werden,  dürfen  nur  Mitglieder  mitwirken,  vor  welchen  die  mündliche  Verhandlung  stattgefunden  hat.

84.
Ein  zu  einer  Sitzung  einberufenes  Mitglied  hat  im  Falle  der  Verhinderung  diese  zeitig  vor  der
Sitzung  dem  Vorsitzenden  anzuzeigen.
Die  ordentlichen  sowie  die  stellvertretenden  Mitglieder  sind  verpflichtet,  dem  Vorsitzenden  von  dem
Urlaube  Anzeige  zu  machen,  welcher  ihnen  in  Bezug  auf  die  von  ihnen  bekleideten  Reichs=  oder  Staatsämter
  bewilligt  wird.  Eine  gleiche  Anzeige  muß  erfolgen,  wenn  ein  Mitglied  an  der  Wahrnehmung  seines
Amtes  dauernd  behindert  ist.  ’

.  §5-Im

  Falle  der  Behinderung  eines  ordentlichen  Mitgliedes  werden  die  stellvertretenden  Mitglieder
einberufen.  Ist  ein  Mitglied  in  richterlicher  Stellung  zu  vertreten,  so  tritt  der  Stellvertreter  ein,  welcher
sich  in  richterlicher  Stellung  befindet;  ist  ein  anderes  Mitglied  zu  vertreten,  so  tritt  der  nicht  in  richterlicher
  Stellung  stehende  Vertreter  ein.

-  §6.

Der  Vorsitzende  leitet  die  Berathung,  stellt  die  Fragen  und  sammelt  die  Stimmen.

Im  Falle  einer  Meinungsverschiedenheit  über  die  Stellung  der  Fragen  oder  über  das  Ergebuß
der  Abstimmung  entscheidet  das  Kollegium.  Die  Entscheidungen  erfolgen  nach  der  absoluten  Mehrheit  der
Stimmen.  Bilden  sich  in  einer  Sache,  von  der  Schuldfrage  abgesehen,  mehr  als  zwel  Meinungen,  deren
keine  die  Mehrheit  für  sich  hat,  so  werden  die  dem  Angeschuldigten  nachtheiligsten  Stimmen  den  zunächst
minder  nachtheiligen  so  lange  hinzugerechnet,  bis  sich  eine  Mehrheit  ergiebt.

Die  Abstimmung  im  Kollegium  erfolgt  in  nachstehender  Reihenfolge:

Zuerst  stimmt  der  Berichterstatter,  nach  diesem  der  etwa  ernannte  Korreferent.  Im  Uebrigen
bestimmt  sich  die  Reihenfolge  der  Abstimmung  nach  dem  Dienstalter  dergestalt,  daß  das  jüngste  Mitglied
zuerst  stimmt.  Der  Vorsitzende  giebt  seine  Stimme  zuletzt  ab.

§  7.
Das  Dienstalter  der  Mitglieder  bestimmt  sich  nach  dem  Tage  der  Ernennung  zum  Mitgliede  der
Disziplinarkammer.  Bei  gleichzeitiger  Ernennung  giebt  das  höhere  Lebensalter  den  Ausschlag.

868.

Verfügungen,  welche  eine  sachliche  Entscheidung  nicht  enthalten,  insbesondere  diejenigen,  welche  nur
die  Leitung  eines  anhängigen  Disziplinarverfahres  betreffen,  werden  ohne  Vortrag  im  Kollegium  von  dem
Vorsitzenden  oder  unter  dessen  Mitzeichnung  von  demjenigen  Mitgliede  erlassen,  welchem  die  Bearbeitung
der  Sache  von  dem  Vorsitzenden  übertragen  ist.  Im  Falle  einer  Meinungsverschiedenheit  zwischen  dem
Vorsitzenden  und  dem  gedachten  Mitgliede,  oder  wenn  über  den  gegen  eine  Verfügung  erhobenen  Widerspruch
  eines  Betheiligten  zu  entschelden  ist,  muß  der  Beschluß  des  Kollegiums  eingeholt  werden.  Dasselbe
gilt,  wenn  der  Vorsitzende  den  Vortrag  im  Kollegium  angeordnet  hat.

§59.
In  schleunigen  Fällen  kann,  sofern  nicht  die  Entscheidung  eine  mündliche  Verhandlung  erfordert,
der  Vorsitzende  eine  schriftliche  Abstimmung  anordnen.  Ergiebt  sich  hierbei  eine  Meinungsverschiedenheit,
so  muß  die  Entscheidung  in  einer  Sitzung  erfolgen.

810.
Zu  jeder  einen  Kollegialbeschluß  erfordernden  Sache  wird  von  dem  Vorsitzenden  ein  Berichterstatter
  und  nach  Befinden  ein  zweiter  Berichterstatter  (Korreferent)  ernannt.  »
DetVortragimKollegiumwirdunbeschadetberVorfchriftdes§19unterlllmünblichetstqttet.

§11.
Die  Disziplinarkammer  erläßt  alle  Entscheidungen,  Beschlüsse,  Verfügungen  r2c.  unter  dem  Namen:
„Kaiserliche  Disziplinarkammer  für  die  Schutzgebiete.“  «

§12.

In  den  Endentscheidungen  sind  die  Mitglieder  namentlich  aufzuführen,  welche  an  der  Entscheidung
theilgenommen  haben.  Auch  ist  darin  der  Tag  der  Sitzung  zu  bezeichnen,  in  welcher  die  Entscheidung
erfolgt  ist.  Die  Ausfertigung  der  Endentscheidung  ist  mit  der  Ueberschrift  zu  versehen:

„Im  Namen  des  Kaisers.“

8  18.
Die  Disziplinarkammer  führt  ein  Siegel  mit  der  Umschrift:
„Kaiserliche  Disziplinarkammer  für  die  Schutzgebiete.“
        <pb n="261" />
        —  159  —

5  14.  ·
Die  Disziplinarsachen  gelten  in  Ansehung  der  portofreien  Beförderung  als  Reichs-Dienstangelegenheiten.
  3uR
0
Dem  Vorsitzenden  liegt  die  Leitung  und  Beaufsichtigung  des  ganzen  Geschäftsgangs  ob.  Er
öffnet  die  eingehenden  Sendungen,  versieht  dieselben  mit  dem  Tage  des  Eingangs,  vertheilt  die  Geschüfte,
ernennt  die  Dezernenten  und  Berichterstatter  (88  8.  10),  veranlaßt  die  Einladung  der  Mitglieder  zu  den
Sitzungen,  zeichnet  die  Konzepte  aller  Verfügungen  2c.,  vollzieht  (unter  Gegenzeichnung  des  Sekretärs)  alle
Reinschriften  und  trifft  in  Bezug  auf  die  Geschäftskontrolen  die  erforderlichen  Anordnungen.  Er  dekretirt
ferner  in  allen  das  Kollegium  als  solches  betreffenden  Angelegenheiten.  -

§16.
Der  Vorsitzende  wird  in  Behinderungsfällen  von  dem  ällesten  Beisitzer  in  richterlicher  Stellung
vertreten.

§  17.
Das  Geschäftsjahr  ist  das  Kalenderjahr.  Am  Schlusse  des  Jahres  überreicht  der  Vorfitzende  dem
Reichskanzler  eine  Zusammenstellung  der  gesammten  Geschäfte.  Die  Zusammenstellung  muß  insbesondere

die  Zahl  der  anhängig  gewordenen  Disziplinarsachen  und  die  in  den  einzelnen  Sachen  erlassenen  Entscheidungen
  ergeben.

18.

In  Betreff  des  nöthigen  Geschäftslokals,  8  erforderlichen  Subaltern-  und  Unterbeamtenpersonals,
sowie  in  Betreff  der  Bestreitung  der  Büreaubedürfnisse  wird  der  Reichskanzler  auf  Vorschlag  des  Vorsitenden
  die  geeigneten  Anordnungen  treffen.

Der  Reichskanzler  wird  auch  in  Ansehung  der  Fonds,  aus  welchen  die  baaren  Auslagen,  insbesondere
  die  Zeugengebühren  zu  bestreiten  sind,  und  über  die  Verwaltung  dieser  Fonds,  ferner  über  die
Einziehung  der  in  Disziplinarsachen  dem  Angeschuldigten  zur  Last  gelegten  Ordnungsstrafen  und  baaren
Auslagen  (8  124  Reichsgesetz  vom  31.  März  1873)  das  Erforderliche  anordnen.

*  19.
Für  das  mündliche  Verfahren  sind  die  nachstehenden  Vorschriften  zu  befolgen:
I.  Zu  8§  101,  102  des  Reichsgesetzes  vom  31.  März  1873.

Ohne  Zustimmung  des  Angeschuldigten  kann  nicht  verhandelt  werden,  wenn  demselben  nicht,  vom
Tage  der  Vorladung  an  gerechnet,  mindestens  eine  Woche  freigeblieben  ist.

In  der  Vorladung  ist  die  zur  Verhandlung  der  Sache  bestimmte  Stunde  anzugeben,  sowie  dem
Angeschuldigten  bekannt  zu  machen,  daß  er  sich  des  Beistandes  eines  Rechtsanwalts  als  Vertheidigers  bedienen
  oder  durch  einen  solchen  sich  vertreten  lassen  könne  und  daß  auch  im  Falle  seines  Ausbleibens  die
Verhandlung  der  Sache  und  die  Entscheidung  erfolgen  werde.

Ist  das  persönliche  Erscheinen  des  Angeschuldigten  beschlossen,  so  muß  die  Vorladung  unter  der
Verwarnung  erfolgen,  daß  im  Falle  des  Ausbleibens  ein  Vertheidiger  zur  Vertretung  nicht  zugelassen  werde.

Der  Staatzanwalt  wird  von  der  Situng  durch  Vorzeigung  der  Verfügung  benachrichtigt,  durch
welche  die  Sitzung  bestimmt  ist.  bung  ch  zeigung  rf

II.  Zu  §  103.
4  Die  Verhandlung  über  den  Ausschluß  •1x#  m  Beschränkung  der  Oeffentlichkeit  erfolgt  in  nicht
öffentlicher  Sitzung,  die  Verkündung  des  desfallsigen  Beschlusses  in  öffentlicher  Sitzung.
Die  Befolgung  dieser  Vorschrift  muß  aus  dem  Sitzungsprotokoll  sich  ergeben.

III.  Zu  88§  104  bis  107.

Die  mündliche  Verhandlung  erfolgt  in  Gegenwart  des  Staatsanwalts  und  eines  vereideten
Protokollführers.  ·

Der  Berichterstatter  wird  von  dem  Vorsitzenden  bei  Bestimmung  der  Sitzung  ernannt.

Der  Berichterstatter  hat  eine  schriftliche  Darstellung  des  Sachverhalts  und  ein  schriftliches  Gutachten
  abzufassen  und  die  Schriftstücke  dem  Vorsitzenden  vor  der  Sißzung  vorzulegen.

In  der  Sitzung  wird  der  Bericht  durch  Verlesung  der  Darstellung  oder  nach  Wahl  des  Referenten
mündlich  an  der  Hand  der  schriftlichen  Darstellung  erstattet.  Ist  ein  Korreferent  ernannt,  so  nimmt  dieser
an  der  Berichterstattung  bei  der  Verhandlung  nicht  theil.

Die  Leitung  der  Verhandlung,  die  Vernehmung  des  Angeschuldigten,  die  etwaige  Aufnahme  des
Beweises  und  die  Handhabung  der  Ordnung  liegt  dem  Vorsitzenden  ob.  Er  kann  Jeden,  welcher  Störungen
verursacht,  aus  der  Sitzung  entfernen  lassen.  '

,  DekVUksibendekannbieVernehmnugdchngefchuldigtenunddieBeweiSaufaqhmeeinemanderen
Mitgliede  übertragen.

Für  das  Beweisverfahren  sind  im  Uebrigen  die  Vorschriften  der  Strafprozeßordnung  maßgebend.
        <pb n="262" />
        —  160  —

IV.  Zu  8  108.  ·
«  Mit  der  Entscheidung  sind  zugleich  die  Gründe  zu  verkünden.  Es  genügt  jedoch  die  mündliche
Mittheilung  des  wesentlichen  Inhalts  der  Gründe.  Die  Verkündung  erfolgt  durch  den  Vorsitzenden.  Die
schriftlichen  Entscheidungsgründe  werden  von  dem  Berichterstatter  verfaßt  und  mittels  Verlesung  im  Kollegium
  oder  auf  dem  Wege  des  schriftlichen  Umlaufs  festgestellt  und  im  Konzept  von  sämmtlichen  Mitgliedern,
welche  an  der  Entscheidung  theilgenommen  haben,  unterschrieben.
V.  Zu  §  109.
Das  Sitzungsprotokoll  muß  insbesondere  auch  die  verkündete  Entscheidung  enthalten.
VI.  Zu  §  116.
Die  Akten  sind  vor  der  Einsendung  an  den  Disziplinarhof  mit  einem  Inhaltsverzeichniß  (Rotulus)

zu  versehen.
VII.  Zu  §  124.
Die  Kosten,  welche  der  Angeschuldigte  zu  erstatten  hat,  sind,  wenn  thunlich,  in  der  verurtheilenden
Entscheidung  selbst  dem  Betrage  nach  festzustellen.

II.  Abschnitt.  Geschäftsordnung  für  den  Dissiplinarkof.

8  20.
Die  Bestimmungen  des  ersten  Abschnitts  finden  mit  folgenden  Abweichungen  auf  den  Geschäftsgang
bei  dem  Disziplinarhof  entsprechende  Anwendung.

1.  Zu  §  5.
Die  Reihenfolge,  in  welcher  die  in  richterlicher  Stellung  stehenden,  bezw.  dic  nicht  in  richterlicher
Stellung  stehenden  stellvertretenden  Mitglieder  einzuberusen  sind,  wird  durch  ihr  Dienstalter  bestimmt  und
zwar  in  der  Art,  daß  im  ersten  Falle  der  ältere,  im  solgenden  der  jüngere  einzutreten  hat.

2.  Zu  8  11.
Der  Disziplinarhof  erläßt  seine  Entscheidungen  unter  dem  Namen:
„Kaiserlicher  Disziplinarhof  für  die  Schutzgebiete.“
.  Bu  8  18.
Der  Disziplinarhof  führt  zwei  Siegel  (ein  großes  und  ein  kleines)  Das  größere  Siegel  wird
nur  bei  den  Ausfertigungen  der  Endentscheidungen  (8  13)  gebraucht.

Der  vorstehenden  Geschäftsordnung  der  Disziplinarbehörden  für  die  Schutzgebiete  wird  gemäß
Artikel  9  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  dle  Rechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in  den  deutschen
Schutzgebieten,  vom  9.  August  1896  hierdurch  die  Bestätigung  ertheilt.
Berlin,  den  3.  März  1897.  -
Der  Reichskanzler.

(L.  S.)  Fürst  zu  Hohenlohe.

Auf  Grund  des  8  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  und  Beurkundung  des  Personenstandes
  von  Reichsangehörigen  im  Auslande,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  1870  S.  599),  des  §  4  des
Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (R.  G.  Bl.  1888  S.  75),  und  der
Allerhöchsten  Verordnung  vom  21.  April  1886  (R.  G.  Bl.  S.  128)  ist  dem  kommissarischen  Kaiserlichen
Bezirksrichter  in  Dar-es-Saläm,  Königlich  bayerischen  geprüften  Rechtspraktikanten  Ziegler,  für  seine  Person
und  für  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  innerhalb  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  die  allgemeine
  Ermächtigung  ertheilt  worden,  hinsichtlich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich
gültige  Eheschließungen  vorzunehmen,  sowie  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

Verordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend
die  Abschließung  von  Arbeitsverträgen  mit  Farbigen.

§  1.

Alle  Verträge  zwischen  Europäern  und  Farbigen  über  ländliche  und  gewerbliche  Arbeitsleistungen
von  längerer  als  einmonatiger  Dauer  —  außer  den  Verträgen  von  Gesinde  und  Karawanenbegleitern  —
müssen  bei  Vermeidung  der  Nichtigkeit  vor  einer  zur  Abschließung  von  Verträgen  zuständigen  Kaiserlichen
Behörde  schriftlich  abgeschlossen  werden.
        <pb n="263" />
        Punkte:

—  161  —

8  2.
Der  Vertrag  muß  bei  Vermeidung  der  Nichtigkeit  Bestimmungen  treffen  mindestens  über  solgende

a)  Ort  und  Art  der  Arbeit,

b)  Dauer  des  Vertrages,

)  Dauer  der  durchschnittlichen  täglichen  Arbeitszeit,

d)  Höhe  und  Zahlungsweise  des  Lohnes  und  der  Verpflegung,

)  bei  Arbeitern,  welche  nicht  am  Arbeitsorte  engagirt  werden,  Bestimmungen  über  Hin=  und
Rücktransport.

§  3.
Der  Arbeitgeber  ist  verpflichtet,  dem  Arbeiter  mindestens  zwei  Feiertage  im  Monat  —  bezw.  innerhalb

  des  Zeitraums  von  30  Tagen  —  zu  gewähren,  die  bei  der  Lohnzahlung  in  Anrechnung  kommen.

8  4.
Der  Arbeitgeber  ist  verpflichtet,  dem  Arbeiter  im  Falle  von  Krankheit  —  einschließlich  geschlechtlicher

  —  kostenlos  mit  Arznei,  Verbandmitteln  und  der  üblichen  Verpflegung  zu  versehen.  Die  Krankheitstage,
  welche  auf  dem  Vertrage  oder  einem  angehesteten  Bogen  vermerkt  werden,  kommen  auf  die  vereinbarte
  Arbeitszeit  nicht  in  Anrechnung.

86.
Der  Arbeitgeber  hat  Lohn-  und  Arbeitsbücher  zu  führen,  aus  denen  für  jeden  Arbeiter  zu

ersehen  sein  muß:

a)  Name  und  Herkunft,

b)  Tag  des  Dienstantritts,  Dauer  der  vereinbarten  Dienstzeit,  eventuell  Tag  der  Vertragsverlängerung,


)  Lohnsatz  pro  Lohnperiode,

d)  die  in  jeder  Lohnperiode  gearbeiteten  Tage,

e)  Krankheitstage,

s)  Art  und  Betrag  etwaiger  Abzüge  in  jeder  Lohnperiode,

6)  Höhe  des  am  Schluß  jeder  Lohnperiode  gezahlten  Lohnes,

h)  etwaige  Vorschüsse,

i)  Strafen.

Unzulässig  sind:
aà)  Strafabzüge  von  mehr  als  einem  Viertel  des  für  eine  Lohnperiode  fälligen  Lohnes,
b)  Vorschüsse,  welche  die  Hälfte  des  Gesammtlohnes  für  die  Dauer  der  Vertragszeit  übersteigen.

§  6.

.  ,  87.
Der  Arbeitgeber  ist  berechtigt,  den  Veturg  ohne  Kündigung  sofort  aufzuheben:
a)  bei  Vertragsbruch  seltens  des  Arbeiters,
b)  bei  länger  als  vierzehn  Tage  hintereinander  dauernder  Krankheit  des  Arbeiters,
FP„)  wenn  sich  der  Arbeiter  durch  eigenes  Verschulden  arbeitsunfähig  macht,
4)  in  allen  Fällen,  wo  nach  der  Gesindeordnung  vom  8.  November  1810  8§  117,  118,
121,  122,  128,  129,  130,  181,  132  eine  Herrschaft  das  Gesinde  ohne  Aufkündigung
sofort  entlassen  kann.

8.
Der  Arbeiter  ist  berechtigt,  ohne  Auflundicng  den  Dienst  sofort  zu  verlassen:

a)  bei  Vertragsbruch  seitens  des  Arbeitgebers,

b)  wenn  er  durch  Mißhandlungen  seitens  des  Arbeitgebers  oder  eines  anderen  ihm  vorgesetzten
Europäers  oder  farbigen  Aufsehers  in  Lebensgefahr  kommt  oder  Schaden  an  seiner
Gesundheit  nimmt,

c)  wenn  er  auch  ohne  Schaden  für  seine  Gesundheit  jedoch  mit  ungewöhnlicher  Härte  behandelt
  wird.

§5  9.

Als  Vertragsbruch  gilt:
a)  seitens  des  Arbeitgebers:
1.  wenn  der  Arbeiter  gegen  seinen  Willen  an  einem  anderen  Ort  und  zu  anderer  Arbeit,
als  im  Vertrage  vereinbart,  verwendet  wird,
6wenn  der  Arbeiter  über  die  Dauer  des  Vertrages  zurückgehalten  wird,
4.  wenn  Arbeitslohn  und  Verpflegung  nicht  so  wie  vereinbart  gezahlt,  oder  höhere  Abzüge
als  zulässig  gemacht  werden;

—
        <pb n="264" />
        b)  seitens  des  Arbeiters:
1.  wenn  er  ohne  Erlaubniß  des  Abbeitgebers  und  ohne  krank  zu  sein,  trotz  erfolgter
Verwarnung,  häufiger  die  Arbeit  versäumt
2.  wenn  er  die  Arbeit  ohne  gesetzliche  zln  gänzlich  verläßt.

8  10.

Ein  Arbeitgeber,  der  aus  anderen  als  gesetzmäßigen  Ursachen  einen  Arbeiter  vor  Ablauf  der
Dienstzeit  entläßt,  muß  nach  erfolgter  Klage  den  Arbeiler  wieder  annehmen  und  den  Arbeitsvertrag  fortsetzen.
  Ein  Arbeiter,  der  vor  Ablauf  der  Dienstzeit  ohne  gesetzmäßige  Ursache  die  Arbeit  verläßt,  muß
auf  Antrag  des  Arbeitgebers  durch  Zwangsmittel  zur  Fortsetzung  des  Arbeitsvertrages  angehalten  werden.

8  11.
Vertragsbruch  seitens  Farbiger  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  100  Rupien  allein  oder  in  Verbindung
mit  Freiheitsstrafe  bis  zu  sechs  Monaten  bestraft.

812.
Ein  Arbeitgeber,  welcher  wissentlich  fremde  kontraktbrüchige  Arbeiter  in  Dienst  nimmt,  wird  mit
Geldstrafe  bis  zu  500  Rupien  bestraft.

.  13.

Der  Arbeitgeber  ist  verpflichtet,  Arbeiter,  die  nicht  am  Arbeitsorte  selbst  engagirt  sind,  oder  deren
Vertrag  infolge  von  Krankheit  vor  Ablauf  der  Vertragszeit  gelöst  wird,  auf  seine  Kosten  an  ihren  früheren
Wohnsitz  zurückzubefördern.

Die  Kosten  des  Vertragsschlusses  in  Höhe  von  1  Rupie  für  jede  Arbeitskraft  auf  die  Dauer  von
sechs  Monaten  trägt  der  Arbeitgeber.  Derselbe  ist  berechtigt,  dem  Arbeiter  eine  halbe  Rupie  davon  in
Anrechnung  zu  bringen.  «

Dar-es-Salam,  den  27.  Dezember  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Arbeitsvertrag.
Zwischen

wohnhaft  z...  -,

und  de.  in  untenstehender  Liste  verzeichneten  Arbeiter  ist  am  heutigen  Tage  folgender
Arbeitsvertrag  geschlossen  worden.?)

1  rn  Kkrs  unnten  verzeichnete  Arbeiker  verpflichte  sich,  i
oder  auf  jedem  anderen  Platze,  nach  welhen  der  Abeltgeber  ihn  sie  —
schickt,  als

 

 

 

 

2.  auer  e  ver-  für  die  Dauer  von  Maionaten  —  Arbeitstagen  —  zu  arbeiten.  Als  Arbeitstage  gelten
t  dn  auch  Festtage  im  Monat,  ebenso  Tage,  an  denen  wegen  schlechten  Wetters  nicht

gearbeitet  werden  kann.
Die  durchschnittliche  tägliche  Arbeitszeit  beträgt  (zehn)  Stunden.
.  45  det  Lotn-  Der  Lohn  de  Arbeiter  beträct  neben  freier  Wohnung  Rupien  pro
verpflegung.  Monat  Arbeitstagen  und  Pesa  Poscho  pro
Arbeitstag  —  bezw.  Poscho  in  natura.
f2aage,  an  welchen  ein  Arbeiter,  ohne  krank  zu  sein,  nicht  arbeitet,  hat  er  auf
Zahlung  von  Lohn  und  Poscho  keinen  Anspruch.

c.Sehunese  Der  Lohn  wird  am  Ende  icde  ...................  Wch..........................  Monats,  die  Ver-Vernstegu#ng.er
  vllegung  tägli  ausbezahlt.

Nichtzutreffendes  ist  zu  durchstreichen.
*“)  Tischler,  Zimmermann  2c.,  Arbeiter  für  jegliche  Pflanzungsarbeit  2c.
        <pb n="265" />
        —  163  —

 

5.  Reisetosten.  Die  Reisekosten  zum  Bestimmungsorte,  ebenso  wie  die  Kosten  der  Rückbeförderung
de  ..  Arbeiter  na
trägt  der  Arbeitgeber.
Crlissten  ds  Die  Kosten  des  Vertrages  trägt  der  Arbeitgeber.
iaus

 

Dieser  Vertrag  ist  den  Parteien  vorgelesen,  genau  erllärt  und  zum  Zeichen  der
Genehmigung  von  ihnen  eigenhändig  unterzeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

Reaister-  n  ·  Unterschrift  oder
hister  Namen  der  Arbeiter  Wohnort  Besondere  Kennzeichen  Handzeichen  der
Nr.  oder  Bemerkungen  Arbeiter

Unterschrift  des  Arbeitgebers:
,  den  ien  189
(L.  S.)  Kaiserliches  Bezirksamt.
Gebühr  Ripien.  6

Gesindeordnung  vom  8.  November  1810.

#&amp;amp;#  117.  Ohne  Aufkündigung  kann  die  Herrschaft  ein  Gesinde  sofort  entlassen:  1.  Wenn  dasselbe
die  Herrschaft  oder  deren  Familie  durch  Thätlichleiten,  Schimpf=  und  Schmähworte  oder  ehrenrührige
Nachreden  beleidigt,  oder  durch  boshafte  Verhetzungen  Zwistigkeiten  in  der  Familie  anzurichten  sucht.

&amp;amp;  118.  2.  Wenn  es  sich  beharrlichen  Ungehorsam  und  Widerspenstigkeit  gegen  die  Befehle  der
Herrschaft  zu  Schulden  kommen  läßt.

121.  Wenn  es  sich  des  Diebstah  der  Veruntreunung  gegen  die  ·
ichmdigmqcht·  sich  stahls  oder  B  g  geg  Herrschaft

8

122.  6.  Wenn  es  sein  Nebengesinde  zu  dergleichen  Lastern  verleitet.

3  §  128.  12.  Wenn  das  Gesinde  sich  durch  liederliche  Aufführung  ansteckende  oder  ekelhafte
r  zugezogen  hat.

·  129.  13.  Wenn  das  Gesinde  ohne  Erlaubniß  der  Herrschaft  seines  Vergnügens  wegen  ausläuft,
  oder  ohne  Noth  über  die  erlaubte,  oder  zu  dem  Geschäfte  erforderliche  Zeit  ausbleibt,  oder  sonst  den
Dienst  muthwillig  vernachlässigt,  und  von  allen  diesen  Fehlern  auf  wiederholte  Verwarnung  nicht  absteht.
und  Schuͤn  100.  14.  nestenn  voer  Sea  dem  Trunk  oder  Spiel  ergeben  ist,  oder  durch  Zänkereien

inem  Nebengesinde  d  i  ö  l  t  ·
Verwahmmgnschtabläßt  9  e1en  Hausfrieden  stört,  und  von  solchem  Betragen  auf  geschehene
1  15.  Wenn  dem  Dienstboten  diejenige  Geschicklichkeit  gänzlich  ermangelt,  die  er  au
Befragen  bei  der  Vermiethung  zu  besitzen  ausdrücklsch  F  ob0h  140  1  6  I

132.  16.  Wenn  ein  Dienstbote  von  der  Obrigkeit  auf  längere  Zeit  als  acht  Tage  gefänglich
eingezogen  wird.

 

Verordnung,  betreffend  Landerwerb  in  Deutsch-Ostafrika.

Nachdem  durch  die  Allerhöchste  Verordnung  vom  26.  November  1895  sowie  durch  die  Verfügung
des  Relchskanzlers  vom  27.  November  1895  die  Schaffung,  Besitzergreifung  und  Veräußerung  von  Kronland
  und  der  Erwerb  und  die  Veräußerung  von  Grundstücken  in  Deutsch-Ostafrika  im  Allgemeinen  geregelt
worden  war,  hatte  der  Kaiserliche  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika  vom  10.  Februar  1896  eine  vorläufige
Ausführungsverordnung  dazu  erlassen.  Durch  eine  neuerliche  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
om  4.  Dezember  1896  ist  die  Ausführungsverordnung  einer  Abänderung  unterzogen  worden,  zufolge  deren
sie  nunmehr  in  nachstehender  Fassung  in  Kraft  getreten  ist:

6  Verordnung,

elreffend  Anwendung  und  Ausführung  der  Allerhöchsten  Verordnung  über  Schaffung,  Besihergreifung  und

Ierkußerung  von  Kronland  und  über  den  Erwerb  und  die  Veräußerung  von  Grundstücken  in  Deutschtafrika
  im  Allgemeinen  vom  26.  November  1895  und  der  dazu  ergangenen  Verfügung  des  Reichskanzlers

vom  27.  November  1895.  "
        <pb n="266" />
        —  164  —
J.  Schaffung  von  Uronland.
1

81.

Die  mit  der  Ermittelung  und  Feststellung  des  herrenlosen  Landes  beauftragten  Landkommissionen
werden  zusammengesetzt  werden  aus  dem  Bezirksamtmann  bezw.  Stationschef  des  jeweilig  in  Betracht
kommenden  Bezirks,  Offizieren  oder  Landmessern  und  nach  Bedarf  hinzugezogenen  Interessenten,  Unparteiischen
  oder  Hülfskräften.

82.

Den  Landkommissionen  hat  als  Richtschnur  zu  dienen,  daß  außer  den  von  Eingeborenen  bereits
bepflanzten  Grundstücken  jedem  Dorse,  jeder  Gemeinde  oder  jedem  Gehöfte  das  ungefähr  Vierfache  des
wirklich  bepflanzten  Gebietes  in  einer  für  die  Landeskultur  günstigen  Lage  und  Beschaffenheit  zuzusprechen
ist.  Es  ist  hierbei  in  keiner  Weise  engherzig  zu  verfahren  und  billigen  Wünschen  Rechnung  zu  tragen.

83.

Um  in  der  in  8  2  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  angegebenen  gütlichen  Weise  mit  den
Farbigen  auszukommen,  wird  den  Landkommissionen  eine  bestimmte  Summe  zur  Verfügung  gestellt  werden,
mit  welcher  erforderlichenfalls  durch  Geschenke  ꝛc.  eine  möglichst  friedliche  Auseinandersetzung  herbeizuführen
  ist.

Scheitern  alle  gütlichen  Versuche,  so  ist  an  den  Gouverneur  zu  berichten.

II.  Besitznahme  von  Uronland.
4

*  4.
Den  Landkommissionen  werden  durch  den  Gouverneur  Abschnitte  zur  Bearbeitung  bestimmt  werden.
Sie  haben  nach  Erledigung  jedes  Abschnittes  ihre  Ermittelungen  dem  Gouverneur  zur  Bestätigung  zu
unterbreiten.
III.  veräußerung  von  UKronland.

5  5.
Als  die  Behörden,  bei  welchen  Anträge  auf  Ueberlassung  von  Kronland  zu  stellen  sind,  werden
die  Bezirksämter  bezw.  Stationen  bestimmt.

Dar-es-Saläm,  den  4.  Dezember  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  an  die  Bezirksämter,  das  Bezirksnebenamt
  Saadani,  die  Station  Lindi  sowie  sämmtliche  Stationen  im  Innern.

Den  Dienststellen  lasse  ich  anbei  eine  Verordnung  vom  heutigen  Tage,  betreffend  die  Abwehr  und
Unterdrückung  von  Viehseuchen,  zur  Kenntnißnahme  und  Veröffentlichung  zugehen.

Jede  Anmeldung  einer  Viehseuche  ist  sofort,  womöglich  telegraphisch,  an  das  Gouvernement
weiterzugeben.

Das  Gouvernement  behält  sich  vor,  für  auf  Grund  der  Anmeldung  einer  Krankheit  getödtete  oder
nach  Vornahme  einer  angcordneten  Impfung  eingegangene  Thiere  nach  Lage  des  einzelnen  Falles  auf
Antrag  Entschädigung  zu  gewähren.

Dar-es-Saläm,  den  25.  November  1896.

Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

verordnung,  betreffend  die  Abwehr  und  Unterdrückung  von  Viehseuchen.

81.

Unter  Zugrundelegung  des  Reichsgesetzes  zur  Abwehr  und  Unterdrückung  der  Viehseuchen  vom

23.  Juni  1880  und  1.  Mai  1894  (Reichsgesetzblatt  1880  Seite  153  und  1894  Seite  409)  wird  hiermit

jedem  Besitzer  von  Hausthieren  zur  Pflicht  gemacht,  von  dem  Ausbruche  einer  der  im  §  3  angeführten

Seuchen  unter  seinem  Viehbestande  und  von  allen  verdächtigen  Erscheinungen,  welche  eine  Seuche  befürchten

lassen,  sofort  dem  zuständigen  Bezirksamt,  bezw.  Bezirksnebenamt,  bezw.  der  zuständigen  Station  Anzeige
zu  machen.
        <pb n="267" />
        —  165  —

8  2.
»  Den  veterinärpolizeilichen  Anordnungen  des  Gouvernementsthierarztes  bei  der  Seuchenbehandlung
ist  Folge  zu  leisten.

83
Folgende  Seuchen  verpflichten  zur  Anzeige:
1  ilzbrand,
.Tollwuth,
.  Rohtz  (Wurm)  der  Pferde,  Esel,  Maullhiere  und  Maulesel,
.  Maul-  und  Klauenseuche  des  Rindviehs,  der  Schafe,  Ziegen  und  Schweine,
.  Lungenseuche  des  Rindviehs,  --  -
.PockcnicachederSchafe,
.  Beschälseuche  der  Pferde  und  Bläschenausschlag  der  Pserde  und  des  Rindviehs,
.Räude  der  Pferde,  Esel,  Maulesel,  Maulthiere  und  der  Schafe,
.  Rinderpest,
10.  Nothlauf  der  Schweine,  Schweineseuche,  Schweinopest.
Die  Anzeigepflicht  kann  vorübergehend  oder  dauernd  auch  auf  andere  Seuchen  ausgedehnt  werden.

E—————7—

8  4.
Die  der  Seuche  verdächtigen  oder  bereits  an  der  Seuche  erkrankten  Thiere  müssen  von  den
gesunden  Thieren  abgesondert  gehalten  werden.  J

85.

Wer  den  Vorschriften  dieser  Verordnung  zuwiderhandelt,  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  2000  Rupien

oder  mit  Haft  nicht  unter  einer  Woche  bestraft,  sofern  nicht  eine  höhere  Strafe  nach  den  bestehenden
gesetzlichen  Bestimmungen  verwirkt  ist.

86.
»  Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Januar  1897  beziehungsweise  mit  dem  Eintressen  und  Verlünden
  in  Kraft.
Dar-es-Saläm,  den  25.  November  1896.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Runderlaß  an  sämmtliche  Dienststellen  in  Dar-es-Saläm.

Mit  dem  1.  Jannar  1897  ist  das  Sewa  Hadji-Hospital  dem  Betrieb  übergeben  worden.
In  dasselbe  können  außer  den  farbigen  Soldaten  der  Schuhtruppe  und  den  farbigen  Angestellten  des
Gouvernements  auch  nicht  zum  Gouvernement  in  Beziehung  stehende  Inder,  Araber,  Goanesen  und  Farbige
aufgenommen  werden.

Zahlungsunfähige  sind,  wie  es  schon  im  Runderlaß  vom  22.  Juni  1896  angeordnet  ist,  ganz
und  gar  kostenfrei  zu  verpflegen  und  zu  behandeln.  Zahlungs  fähige,  nicht  zum  Gonvernement  in  Beziehung
  stehende  Kranke  haben  den  Durchschnittssah  von  1  Rupie  pro  Tag  zu  bezahlen.

«  Kranke,  welche  sich  mit  der  den  Gouvernementskranken  im  Sewa  Hadii-Hospital  gewährten  Kost,
sei  es  aus  religiösen,  sei  es  aus  anderen  Gründen,  nicht  begnügen,  haben  für  ihre  Verpflegung  selbst  zu
sorgen,  indem  sie  sich  durch  Angehörige  die  Speisen  bringen  lassen  oder  sich  durch  Angehörige  die  Speise
in  der  zu  diesem  Zweck  eingerichteten  zweiten  Küche  des  Lazareths  zubereiten  lassen.

Die  für  die  Lazarethpflege  eingehenden  Gelder  sind  von  dem  leitenden  Arzt  am  1.  jedes  Monats
an  die  Bezirkskasse  abzuliefern  beziehungsweise,  falls  die  Ausgaben  die  Einnahmen  übersteigen,  bei  ersteren
abzusetzen  unter  Beifügung  eines  entsprechenden  Einnahmeattestes  über  die  Gesammtsumme.  Auf  diesem
Einnahmeattest  ist  seitens  des  leitenden  Arztes  zu.  bescheinigen,  daß  in  dem  Monat  X  im  Sewa  Hadji-Hospital
  nicht  mehr  vereinnahmt  ist  und  nicht  mehr  zu  vereinnahmen  war.

Das  Bezirksamt  Dar-es-Saläm  hat  für  die  Bekanntmachung  dieser  Verfügung  an  die  farbige
Bevölkerung  Dar-es-Saläms  das  Geeignete  zu  veranlassen.

Dar-es-Salam,  den  2.  Januar  1897.

Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.
        <pb n="268" />
        Person
Maiserliche  S

166

alien.
chunßtruppen.

A.  K.  O.  vom  25.  Februar  1897.

Schuttruppe  für
v.  Grawert,  Sekondlientenant  im  Magdeburgischen

Deutsch-Ostafrika.
Jäger-Bataillon  Nr.  4,  scheidet  mit  dem  16.  März

d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  wird  gleichzeitig  mit  seinem  bisherigen  Patent  der  Schutztruppe

  zugetheilt.

 

VWVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVU

VVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVU

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichten.
Deutsch-COstafrika.

Die  Geschäfte  des  Oberrichters  werden  bis  auf
Weiteres  durch  den  Finanzdirektor  v.  Bennigsen,
die  des  Bezirksrichters  für  den  Südbezirk  durch  den
kommissarischen  Bezirksrichter  Ziegler,  die  des  ständigen
  Hülfsarbeiters  des  Gouvernements  durch  Reserendar
  Zache  wahrgenommen.

Der  Keiserliche  Bezirksrichter  Dr.  Rassel  ist
hier  eingetroffen.

 

Die  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  angenommenen
  Techniker  Bialkowski  und  Eberhardt  haben
einen  Heimathsurlaub  angetreten.

Der  kommissarische  Büreauassistent  Geiseler  ist
Mitte  Januar  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.

 

Der  Zollamtsassistent  Trapp  ist  mit  Heimathsurlaub
  aus  Ostafrika  zurückgekehrt.

Der  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  angenommene
  Landmesser  Lohrisch  ist  nach  Ostafrikaabgereist.


Der  bisherige  Zollamtsassistent  in  Mohorro
Hermann  Roppetsch  ist  auf  der  Heinreise  von
Ostafrika  in  Neapel  am  23.  November  v.  Is.  an,
Malariafieber  verstorben.  «

 

Ramerun.  i

Die  solgenden  Beaniten  des  Kaiserlichen  Gouvernements:
  Ingenieur  Thiel,  Techniler  Gleich  und
Schlosser  Püschel,  sind  Mitte  Januar  in  Kamerun
aus  Deutschland  eingetroffen.  «

 

Der  Maschineningenieur  Schittenhelm  ist  auf
der  Heimreise  von  Kamerun  am  29.  Januar  in  Kap
Palmas  verstorben.

An  Stelle  des  ausscheidenden  Steuermanns  des
Regierungsdampfers  „Nachtigal“  Niclas  hat  der
Steuermann  Wittekopf  sich  nach  Kamerun  begeben.

Der  Maschinist  des  Kaiserlichen  Gouvernements
Schilling  ist  mit  Urlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

 

Der  für  Buc#  angenommene  Techniker  Malinowski
  ist  nach  Kamerun  abgereist.

Togo.

Der  Polizeimeister  der  Schutztruppe  Heitmann
ist  auf  einer  Expedition  im  Kampfe  mit  Eingeborenen
gefallen.  *

Südwestafrika.

Zur  Uebernahme  der  Postagentur  in  Koeetmanshoop
  wird  sich  der  Postassistent  Doms  aus  Frankfurt
  a.  O.  Ende  März  nach  Lüderitzbucht  begeben.

Neu-Guinea.
Seit  dem  30.  November  1895  sind  folgende
Aenderungen  im  Personenstande  der  Beamten  und
Seeleute  im  Schußgebicte  der  Neu-Guinea-Kompagnie

cingetreten:

Ausgeschieden  sind  nach  Ablauf  des  Vertrages:

KKanzleibeamter  Lausenmayer,  Rechnungsbeamter

Binternagel,  Maschinenschlosser
Lagerdiener  N.  Beirer.

Nach  vertragsmäßiger  Kündigung:  Krankenpfleger
Schweighöfer,  Beamter  Beiler,  Maschinist  Bergmann,
  Rechnungsbeamter  G.  Ahrens,  Ausseher
Wagenbrett,  Lagerverwalter  Fademrecht,  Polizeiunteroffizier
  Treutler,  Steuermann  Pust,  Lagerverwalter
  Nud.  Wolff,  Neferendar  a.  D.  Krieger,

Otto  Rähm,

Kapitän  Reimers.

Entlassen:  Krankenwärter  Kasten,  Viehwärter
Fiedler,  Aufseher  Cotterell.

Gestorben  sind:  der  zweite  Maschinist  der  „DMabel“
Chisholm  am  3.  Februar  1896,  der  Aufseher  Lehmann

  am  1.  April  1896,  Beide  in  Friedrich  Wilhelmshafen,

  und  der  Aufseher  Wilh.  Piering  (bei

der  Expedition  Otto  Ehlers  verunglückt).
Eingetreten  sind:  der  Maschinenschlosser  Meier,

der  Kaufmann  Paul  Lücker,  der  Pflanzer  Fr.  Wandres,

  der  Kaufmann  Weimar,  der  Polizeiunteroffizier

  Georg  Schubert,  der  Krankenpfleger  Lipp-8

  der  zweite  Maschinist  Kossatz,  der  Maschinist

ioch.
        <pb n="269" />
        167

——

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deulsch  ·  Vstafrika.
Ueber  die  Verhältnisje  im  Binterland  von  Lindi

geben  nachfolgende  Briefe  des  Sultans  Matschemba
sowie  des  Wali  Abdallah  bin  Mohammed  an  das
Kaiserliche  Gonwernement  in  Dar-es-Saläm  Ausschluß.
Danach  befindet  sich  das  Matschembagebiet  im  tiefsten
Frieden  und  ist  der  Sultan  Matschemba  in  jeder  Weise
bestrebt,  seiner  Loyalität  für  die  deutsche  Regierung
Ausdruck  zu  geben.  Um  diese  Sitnation  zu  erhalten,
hat  das  Kaiserliche  Gonvernement  die  von  Abdallah
nachgesuchte  Wiederholung  seiner  Reise  zu  Matschemba
nach  sechs  Monaten  genehmigt.

Dem  Kaiserlichen  Gouvernement  in  Dar-es-Saläm
schreibt  der  Wali  Abdallah  bin  Mohammed  aus
Sudi  am  14.  Dezember  1896,  wie  folgt:

„Ich  habe  meine  Reise  am  3.  Dezember  1896
nach  dem  Mkondaland  angetreten,  bin  bis  nach  Lugara,
  dem  Wohnorte  des  Sultans  Matschemba,  gekommen
  und  am  13.  Dezember  1896  wieder  nach
hier  zurückgekommen.  Ich  fand  alle  Leute  und
Häuptlinge  in  Eintracht  zusammenlebend  und  der
Regierung  unterthan.  Auch  Matschemba  und  seine
Leute  sind  uns  höflich  entgegengekommen  und  haben
den  der  Regierung  gebührenden  Respekt  an  den  Tag
gelegt.  Alle  sind  Ihren  Befehlen  unterworfen.  Ihre
Leute  sind  alle  bemüht,  ihre  Felder  zu  bebauen  und
besonders  mit  Mtama  zu  besäen,  mehr  als  in  den
vorigen  Jahren.  Anliegend  schicke  ich  Ihnen  ein
Schrelben  des  Matschemba.  Das  Gonvernement  bitte
ich,  mir  zu  erlauben,  alle  sechs  Monate  einmal  ins
Mkondaland  zu  gehen,  um  nachzusehen,  ob  Alles  in
Dad  ;..  as  Kommande  steht  Ihnen  zu;  ich

i  hr  unterthänigster  Di  i
bereit,  Ihren  Willen  zu  thur-  Diener  und  allezeit

(gez.)  Abdallah  bin  Mohammed  el  Harusi.

Für  richtige  Uebersetzung:
(gez.)  S.  Domet,  Dolmetscher.
1.  Februar  1897.“
Sultan  Matschemba  schreibt:
„Den  4.  Ragab  1314  =  den  9.  Dezember  1896.
An  Herrn  v.  Bennigsen,
Vertreter  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
Hochwohlgeboren  in  Dar-es-Saläm.

Ich  bin  Ener  Diener  sowie  auch  Diener  der
deutschen  Regierung.  Wegen  unseres  Gebietes  theile
ich  Ihnen  mit,  daß  es  gut  geht,  solange  Ihr  besteht.
  Der  Wali  Abdallah  bin  Mohamed  ist  bei  mir
angekommen,  wir  haben  uns  miteinander  unterhalten,
was  mich  sehr  gefreut  hat.  Wegen  der  Nachrichten
der  Reglerung  hoffe  ich,  solange  Ihr  besteht,  gut
zu  gehen,  außer  wenn  Gott  es  anders  haben  will.
Ich  möchte  Sie  gerne,  mein  Herr,  besuchen,  aber  ich
bin  jetzt  mit  der  Ordnung  meines  Dorfes  beschäftigt,

das  heißt,  viele  meiner  Leute  sind  an  Hunger  ge- 



storben  und  viele  sind  bei  anderen  Leuten,  die  ich
noch  nicht  zurückerhalten  habe,  und  die  noch  bei  mir
sind,  beaufsichtige  ich  beim  Ackerbau.  Nun,  wenn  ich
sehe,  daß  Nahrungsmittel  für  Ihre  Diener  genügend
vorhanden  sind,  werde  ich  Sie,  so  Gott  will,  mit
dem  Wali  Abdallah  bin  Mohammed  in  Dar-zes-Salam
besuchen,  ober  zuerst  will  ich  das  Dorf  ordnen.
Wegen  Nachrichten  dieses  Gebiets  brauchen  Sie  sich
gar  nicht  zu  kümmern,  da  meine  Augen  und  Ohren
bloß  die  Regierung  hören,  um  dies  unser  Gebiet  zu
beaufsichtigen.  Mit  Gruß  ·
Ihr  gehorsamster
Sultan  Matschemba  bin  Mschame  el  Masaninga,
Unterthan  der  deutschen  Regierung.
(bez.)  Ib.  Domet,  Dolmetscher."

 

Togv.
Ueber  eine  Reise  nach  Burm
berichtet  Stationsvorsteher  Lientenant  Plehn  aus
Misahöhe  unter  dem  14.  Dezember  1896  Folgendes:

Ich  habe  den  größten  Theil  des  ganzen  Buemlandes
  nach  Norden  bis  über  Worawora  hinaus
bereist  und  ferner  die  politisch  zu  Bucm  gehörige,
zwischen  Bucm  und  Kebu  gelegene  Landschaft  Akposso-Littuine
  (von  den  Akpossos  selbst  auch  Bin  genannt)
besucht.  Letztere  Landschaft  ist  meines  Wissens  von
Europäern  bisher  noch  nicht  bereist  worden.  Sie
liegt  im  Nordosten  von  Busm  am  Westhange  der
Fetischberge,  denen  hier  eine  parallele,  nach  Südsüdwesten
  niedriger  werdende  und  schließlich  in  die  Ebene
übergehende  Bergkette  vorgelagert  ist.  So  liegt  die
aus  neun  größeren  Dörfern  und  einer  Anzahl  Farmdörfern
  bestehende  Landschaft  in  einem  Thal.  Das
Land  ist  fruchtbar,  reich  bewässert  und  reich  bebaut,
namentlich  wird  Reisbau  in  größerem  Umfange  betrieben.
  Landschaftlich  kann  die  Gegend  den  Verhleich
  mit  den  schönsten  Gegenden  Togos  aushalten.
Die  Bevölkerung  unterscheidet  sich  sehr  vortheilhaft
von  der  des  übrigen  Akpossolandes;  sie  ist  viel  zugänglicher
  und  verträglicher,  und  ernstere  Palawer
kommen  selten  vor.  Es  ist  dies  wohl  zum  großen
Theil  auf  den  Einfluß  des  Buêmhäuptlings  Apanga
zurückzuführen,  eines  der  wenigen  Häuptlinge,  der
eine  erhebliche  Energie  und  Einsicht  besitzt,  und  der
in  seinem  Reich  trotz  der  bunt  zusammengewürfelten
Bevölkerung  (es  werden  in  Busm  außer  Tschi  und
Eohe  fünf  verschiedene  Sprachen  gesprochen)  trefflich
Ordnung  hält.

Was  die  Gummiproduktion  in  den  durchreisten
Gegenden  anbetrifft,  so  ist  dieselbe  elne  außerordentlich
  große.  Die  Ausbeute  steigert  sich  von  Jahr  zu
Jahr  und  immer  mehr  Ortschaften  machen  die  gleich
bequeme  und  einträgliche  Beschäfligung  des  Gummi-
        <pb n="270" />
        bereitens  neben  dem  Farnibau  zu  ihrer  Hauptthätigkeit.


Trotzdem  glaube  ich  auf  das  Bestimmteste,  daß
ein  Ausrotten  der  Kautschukliane,  bisher  der  einzigen
Pflanze,  von  der  hier  Gummi  gewonnen  wird,  für
absehbare  Zeit  nicht  zu  befürchten  ist,  obwohl  trotz#
aller  Ermahnungen  von  der  rohen  Methode  des
Abschneidens  der  ganzen  Pflanze  bisher  noch  nicht
abgewichen  ist.  «

Das  Gebiet,  in  dem  die  Liane  vorkommt,  ist  ein
zu  großes  und  die  Bevölkerung  ist  zu  dünn,  als  daß
ein  Ausrotten  in  kurzer  Zeit  möglich  wäre.  Von
den  westlichen  Randhoͤhen  der  Fetischberge  übersieht
man  ein  ungeheures  zusammenhängendes  Waldgebiet,
aus  dessen  dunklen  Massen  sich  nur  wenige  hellere
Savannenpartien  abheben.  Dies  Gebiet  zieht  sich
im  Westen  die  ganzen  Buömberge  bedeckend  bis  in
die  Nähe  des  Volta,  nach  Norden  erstreckt  es  sich
über  Tribu  hinaus  und  ein  großer  Theil  der  Fetischberge
  wird  von  ihm  überzogen.  Die  Größe  des
Waldes  zu  schätzen,  ist  schwer,  zumal  seine  Grenzen
schwer  bestimmbar  sind;  doch  glaube  ich,  daß  er  in
den  Landschaften  Nkunga,  Likpe,  Buem,  Akposso,
Kebn  und  Tribu  über  100  Quadratmeilen  bedeckt.

Von  diesem  Wald,  dem  Ziel  vieler  Gummisammler
  und  Händler,  habe  ich  natürlich  nur  verschwindend
  kleine  Theile  durchstreifen  können;  da  ich
jedoch  überall,  wo  ich  gewesen  bin,  die  Gummiliane
ziemlich  häufig  gefunden  habe  und  die  Beschaffenheit
des  Waldes  durchweg  ziemlich  gleichartig  ist,  so  scheint
mir  die  Annahme  berechtigt,  daß  sie  auch  in  dem
größten  Theil  desselben  vorkommt.

Tief  in  das  Innere  des  Waldes  dringen  die
Gummisammler  bisher  selten  ein,  sie  schneiden  die
Liane  in  der  Nähe  ihrer  Wohnsitze,  an  den  Wegen
und  den  bequem  zugänglichen  Stellen.  Wenn  hier
nichts  mehr  vorhanden  ist,  sind  sie  sehr  geneigt,  zu
sagen,  es  gebe  im  Lande  keinen  Gummi  mehr.  Doch
werden  sie  sich,  einmal  an  das  einträgliche  Geschäft
des  Gummihandels  gewöhnt,  auch  bald  entschließen,
tiefer  in  den  unwegsamen  Wald  einzudringen.

Die  Kickxia  alricana  habe  ich  nicht  überall
gefunden,  in  einzelnen  Distrikten  dagegen  ungemein
häufig.  Nach  den  geringen  Erfahrungen,  die  ich
bisher  machen  konnte,  scheint  sie  ziemlich  hohe  Ansprüche
  an  die  Qualität  des  Bodens  zu  stellen;  ich
habe  sie  hauptsächlich  in  der  reichen  Vegetation  der
feuchten  fruchtbaren  Thäler  und  Falten  der  Berghänge
  gefunden.  Ich  habe  zur  Gewinnung  von
Gummi  aus  ihr  überall  angeregt,  wie  ich  hoffe,  mit
Erfolg,  doch  entschließt  sich  der  Neger  ja  nicht  schnell
dazu,  etwas  Neues  zu  versuchen.

Ein  fernerer  Zweck  der  Reise  war  es,  die  Aussaat
  und  den  Stand  des  von  Herrn  Wöckel  s.  Z.
vertheilten  Kaffee=  und  Gummisamens  zu  kontroliren.
Leider  war  der  Befund  hier  nicht  günstig,  die  Kaffeeund
  Gummisaaten  waren  von  den  Eingeborenen
liederlich  behandelt  und  schlecht  gepflegt,  ich  fürchte,
es  wird  nicht  viel  aus  ihnen  werden.  Die  Einge-168



 

borenen  sind  nicht  weitblickend  geung,  um  eine  Frucht
mit  Eifer  und  Interesse  zu  behandeln,  die  ihnen  erst
nach  einigen  Jahren  Gewinn  verspricht,  wenn  nicht
ein  beständiger  Druck  auf  sie  ausgeübt  wird.  Einen
solchen  von  der  Station  Misahöhe  aus  nachhaltig
auszuüben,  ist  auf  so  weite  Entfernung  schwer  durchführbar.
  Ich  habe  nun  dem  Missionar  Clerk  in
Worawora  eine  Last  Saatkassce  zur  Vertheilung
unter  die  in  der  Nähe  der  Mission  wohnenden  Eingeborenen
  übersandt.  Er  versprach,  die  sorgsältige
Behandlung  desselben  zu  beaufsichtigen.

Von  Worawora  aus  besuchte  ich  die  zu  Bucm
gehörige  Landschaft  Tapa,  die  insofern  besonderes
Interesse  bietet,  als  sie  die  einzige  im  Bezirk  Misahöhe
  ist,  die  Kolakultur  betreibt.

Der  Umfang  derselben  ist  allerdings  gering,  die
jährliche  Ernte  beträgt  nicht  mehr  als  12  bis
20  Lasten.  Die  Zucht  des  Baumes  wird  durch
Stecklinge  bewirkt.  Ich  fand  die  Bäume  meist  vereinzelt
  in  den  Farmen  und  an  den  Wegen,  sie  sahen
nicht  besonders  gut  aus,  waren  ungepflegt  und  Vieles
deutet  darauf  hin,  daß  die  Ernte  der  Nüsse  in  roher
Form  durch  Herunterreißen  der  Zweige  stattfindet.
Die  Bäume  waren  bis  12  m  hoch,  die  Krone,  die
in  etwa  1  bis  2  m  Höhe  ansetzt,  näherte  sich,  soweit
  sie  nicht  gewaltsam  deformirt  war,  der  Kugelgestalt.
  Der  Kolabaum  scheint  mir  eine  ausgesprochene
Lichtpflanze  zu  sein,  ich  habe  ihn  nirgends  im
Schatten  gefunden.  Es  ist  dies  vielleicht  ein  Wink
für  die  spätere  Behandlung  unserer  hiesigen  Kolakulturen.


Die  von  mir  s.  Z.  dem  Missionar  Clerk  übersandten
  1500  Kolanüsse  sind  von  demselben  meinem
Rath  entsprechend  nahe  an  einem  Bach  gesteckt  worden.
Sie  sind  vorzüglich  aufgegangen  und  gedeihen  bei
sorgfältiger  Pflege  augenscheinlich  sehr  gut.  Ich  habe
Clerk  gerathen,  sie  Anfang  März  in  weitem  Verband
(3  bis  5  m)  am  Bachrand  auszupflanzen,  eine  Methode,
  die  ich  bei  den  von  Herrn  Wöckel  in  Misahöhe
  angelegten  Kolasaatbeeten,  die  geradezu  vorzüglich
  stehen,  auch  anwenden  will.

Umzug  der  Landeshauptmannschaft.

Der  Umzug  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  nach  Lome  ist  Anfang  d.  Mts.  bewerkstelligt
worden.

Deutsch-SZüdwelkafrika.

Abschluß  eines  Wehrvertrages  mit  den  Bastards.

Ueber  einen  vom  Distriktschef  von  Gibeon  mit
den  Bastards  von  Grootfontein  (Namaland)  abgeschlossenen
  Wehrvertrag  berichtet  der  Kaiserliche
Landeshauptmann  unter  dem  3.  Dezember  v.  Js.:

Der  Vertrag  ist  dem  mit  den  Bastards  von
Rehoboth  abgeschlossenen  Vertrage  ziemlich  analog.
        <pb n="271" />
        Der  Vertrag  befördert  nicht  nur  die  Wehrhaftigkeit
  des  Schutzgebietes,  sein  Abschluß  war
auch  erforderlich,  um  den  Stammesbrüdern  in
Rehoboth  die  Möglichkeit,  für  sich  ungünstige  Vergleiche
  zu  ziehen,  sowie  die  stark  auftretende  Neigung,
nach  Grootfsontein  auszuwandern,  wegzunehmen.
Hat  doch  ein  Theil  der  Rehobother  Bastards  früher
am  letztgenannten  Platze  gewohnt  und  ist  nur  der
unsicheren  Zustände  halber  weggezogen.  Als  Gegenleistung
  sind  dem  Bastardkapitän  Clas  Swarts
gewisse  Landrechte  zugesichert.  Es  lautet  der

Vertrag,  betreffend  die  Wehrpflicht  der
Bastards  von  Grootfontein.

Vorbehaltlich  der  Genehmigung  durch  den  Herrn
Landeshauptmann  wird  zwischen  dem  Kaiserlichen
Bezirkshauptmann  a.  i.  v.  Burgsdorff,  und  den
Grootsonteiner  Bastards,  vertreten  durch  ihr  Oberhaupt,
  den  Bastard  Clas  Swarts,  folgender  Vertrag
  abgeschlossen:

81.

Als  Entgelt  für  die  Schutzherrschaft,  welche  ihm
Seine  Moajestät  der  Deutsche  Kaiser  gewährt,  und
zum  Beweise,  daß  sie  bestrebt  sind,  der  Regierung
willig  ihre  Kräfte  zum  Wohle  des  Landes  zur  Verfügung
  zu  stellen,  erklärt  der  Bastard  Clas  Swarts,
welchem  hiermit  für  sich  und  seine  Nachfolger  der
Titel  „Kapitän“  ausdrücklich  zugestanden  wird,  die
Bereitwilligleit  seiner  Leute,  in  ein  festes  Wehrverhältniß
  zur  Regierung  treten  zu  wollen.

§2.
Zu  diesem  Zwecke  sollen  die  heranwachsenden
jungen  Bastards  eine  dauernde  militärische  Ausbildung
  erhalten,  um  jederzeit  als  Soldaten  eingestellt
  werden  zu  können.
Der  Kapitän  Clas  Swarts  wird  zum  1.  Jannar
jedes  Jahres  durch  die  Polizeibehörde  Grootfontein
eine  Liste  der  waffenfähigen,  neuauszubildenden
Bastards  der  Bezirkshauptmannschaft  einreichen;  aufzuführen
  sind  die  unausgebildeten  Bastards  im  Alter
von  16  bis  30  Jahren.  Diese  Liste  wird  durch
die  Polizeibehörde  Grootsontein  im  Verein  mit  dem
Kapitän  stets  auf  dem  Laufenden  erhalten.  Die
Bezirkshauptmannschaft  bestimmt  endgültig,  welche
Bastards  auszubilden  sind.  Für  die  rechtzeitige
Gestellung  der  Rekruten  und  der  Uebungspflichtigen
an  dem  von  der  Bezirkshauptmannschaft  bestimmten
Orle  ist  der  Kapitän  verantwortlich.

83.

Unmer  die  Bestimmungen  dieses  Vertrages  fallen
nicht  nur  die  Angehörigen  der  Familien  Swarts,
sondern  auch  die  Kinder  derjenigen  weißen  Leute,
welche  in  die  Swartsschen  2c.  Familien  hineingeheirathet
  haben  und  ohne  Entgelt  auf  deren
ihnen  von  der  Regierung  zugesprochenem  Grund  und
Boden  leben,  serner  diejenigen  Bastards,  respektive
Bastardkinder,  welche  in  Zukunft  aus  Rehoboth  oder

169

 

anderen  Landestheilen  dem  Kapitän  Swarts  zuziehen
sollten.

84.

Die  Ausbildungszeit  beträgt  6  Wochen,  die  jährlichen
  Wiederholungsübungen  2  bis  4  Wochen.  Die
Einberufung  zur  Dienstleistung  und  die  Anordnung
der  Uebungen  erfolgt  durch  den  Bezirkshauptmann.
Bei  allzu  geringer  Anzahl  der  neu  auszubildenden
Bestards  hat  Letterer  das  Recht,  die  Neuausbildung
nur  in  jedem  zweiten  Jahr  erfolgen  zu  lassen.

2

865.

Bewaffnung,  Kleidung  und  Verpflegung  wird
während  der  Ausbildungszeit  bezw.  im  Kriege
von  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  geliefert.  Sold
wird  nur  im  Kriege  gewährt;  derselbe  beträgt
30  Mk.,  für  einen  Vormann  40  Mk.

§6.

Die  einmal  ausgebildeten  Bastards  sind  während
der  Dauer  von  12  Jahren  wehrpflichtig.  Diejenigen
Bastards  jedoch,  welche  bei  ihrer  Neuausbildung
bereits  das  25.  Lebensjahr  überschritten  haben,  sind
nur  während  der  Dauer  von  8  Jahren  wehrpflichtig.
  Bastards,  welche  das  30.  Lebensjahr
überschritten  haben,  sind  von  der  Neuausbildung  befreit.
  Während  dieser  Zeit  ihrer  Wehrpflicht  stehen
sie  unter  Kontrole,  welche  von  der  Polizeibehörde
in  Grootsontein  ausgeübt  wird.  Jeder  Wehrpflichtige
hat  eine  Verlegung  seines  Wohnsitzes  binnen
24  Stunden  der  Polizeibehörde  in  Grootfontein
anzuzeigen,  ebenso  jede  14  Tage  voraussichtlich  übersteigende
  Abwesenheit  vom  Wohnortec.  —  Im  Kriegsfalle
  hat  sich  Jeder  umgehend  bei  der  nächsten  Ortspolizeibehörde
  zu  melden  und  sich,  falls  er  dort
nicht  anderen  Befehl  erhält,  ungesäumt  nach  Grootsontein
  zu  begeben.

Während  ihrer  Dienstzeit  stehen  die  Bastards
unter  den  Bestimmungen  der  Kriegsartikel.

88.

Die  Kaiserliche  Regierung  verspricht  für  die
Wittwen  und  Kinder  der  außerhalb  des  Grootsonteiner
  Gebietes  im  Kriege  gefallenen  Bastards
nach  Kräften  zu  sorgen.

Der  Kapitäm  Swarts  sowohl,  als  auch  die
anderen  zur  Zeit  in  Frage  kommenden  Familienhäupter
  verpflichten  sich,  für  die  gewissenhafte  Durchführung
  dieses  Vertrages  nach  besten  Kräften  Sorge
zu  tragen.

Grootfontein,  den  28.  September  1896.
gez.  v.  Burgsdorff,  gez.  Clas  Swarts,  Kapitän.

Kaiserlicher  Bezirks-  Daniel  Swarts.
hauptmann  aà  i.  M.  Swarts.
gez.  Bomhardt,  *Gert  Bezedenhoud.
Ortspolizeibehörde.  -M.  J.  Benade.
Genehmigt.  gez.  v.  Lindequist,

stellvertretender  Landeshauptmann.
        <pb n="272" />
        Deutsch-Meu-Gninea.

vereinigung  der  verwaltungen  der  Neu--Guinea-  und
Astrolabe-Rompagnie.

Die  Direktionen  der  Neu-Guinea-Kompagnie  und
der  Astrolabe-Kompagnie  haben  sich  den  „Nachrichten
aus  Kaiser  Wilhelmsland“  zufolge  im  August  v.  Is.
dahin  verständigt,  daß  die  gesammte  überseeische  Verwaltung
  der  letzteren  für  deren  Rechnung  von  der
Neu-Guinea-Kompagnie  derart  übernommen  werden
sollte,  daß  der  obere  Leiter  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  im  Schutzgebiete  auch  die  Hauptadministration
der  Astrolabe-Kompagnie  zu  führen  hätte  und  deren
Verwaltung  einschließlich  der  Büreau-,  Kassen=  und
Rechnungsgeschäfte  sowie  der  Lagerverwaltung  mit
derjenigen  der  Neu-Guinea-Kompagnie  vereinigt
würde.  Die  obere  Leitung  der  vereinigten  Verwaltung
  sollte  einem  Oberbeamten  als  „Generaldirektor“
der  Neu-Guinea-Kompagnie  übertragen  werden.
Dieses  Abkommen  ist  mit  dem  1.  November  1896
in  Kraft  getreten.  Inzwischen  ist  eine  weitere  Uebereinkunft
  zu  Stande  gekommen,  nach  welcher  auch  eine
Vereinigung  der  Gesellschaften  in  ihrem  gesammten
Rechtsbestande  vorgenommen  werden  soll,  so  daß  das
gesammte  Vermögen  der  Astrolabe-Kompagnie  und
deren  Schulden  mit  Wirkung  vom  1.  Oktober  1895
ab  auf  die  Neu-Guinea-Kompagnie  übergehen.  Die
Neu-Guinea-Kompagnie  gewährt  dagegen  den  bisherigen
  Antheilseignern  der  Astrolabe-Kompagnie  für
je  10  000  Mark  Antheile  der  Astrolabe-Kompagnie
je  einen  Freiantheil  (zweiter  Emission)  der  Neu-Guinea--Kompagnie
  mit  den  in  einem  Nachtrag
zu  dem  Statut  der  Neu-Guinea-Kompagnie  augegebenen
  besonderen  Rechten.  Auf  die  im
Besitz  der  Neu-Guinea-Kompagnie  selbst  stehenden
900  000  Mark  Antheile  werden  keine  Freiantheile
gewährt,  die  letzteren  werden  vielmehr  vernichtet  und
es  gelangen  hiernach  nur  für  die  übrigen  1  500  000
Mark  Antheile  der  Astrolabe-Kompagnie  im  Ganzen
150  Freiantheile  der  Neu-Guinea-Kompagnie  zur
Ausgabe.  Dieselben  werden  auf  den  Namen
ausgefertigt.  Die  Antheile  der  Astrolabe-Kompagnie
berechtigen  in  Zukunft  nur  noch  zum  Empfang  der
auf  sie  entfallenden  Freiantheile  oder  des  entsprechenden
  Theils  von  Interimsscheinen  für  dieselben.  Im
Uebrigen  werden  dieselben  für  kraftlos  erklärt.

Die  auf  die  Verschmelzung  beider  Gesellschaften
gerichtete  Uebereinkunft  ist  in  zwei  am  28.  November
  1896  abgehaltenen  außerordentlichen  Generalversammlungen
  der  Antheilseigner  der  Astrolabe=Kompagnie
  und  der  Neu-Guinea-Kompagnie  einstimmig
genehmigt  worden,  von  denen  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  ebenso  der  Nachtrag  zu  ihrem  Statut.

Die  Genehmigung  der  Aufsichtsbehörde  zu  den
gefaßten  Beschlüssen,  soweit  sie  nach  den  Satungen
erforderlich,  ist  nachgesucht.

170

 

tachrichten  von  den  einzelnen  Statlonen.

Friedrich  Wilhelmshafen.

Nachdem  die  Verwaltung  der  Astrolabe-Kompagnie
mit  der  der  Neu-Guinea-Kompagnie  vereinigt  worden
ist,  hat  der  Generaldirektor  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  seinen  Siß  in  Stephansort,  wo  er  bisher
seines  Amtes  als  Hauptadministrakor  der  Astrolabe-Kompagnie
  waltele,  genommen  und  ist  dorthin  auch
die  Leitung  der  Landesverwaltung,  welche  der  Generaldirektor
  kommissarisch  führt,  übertragen  worden.
Infolgedessen  ist  das  Beamtenpersonal  erheblich  vermindert
  worden.  Es  besteht  nur  noch  aus  einem
Vorsteher,  der  zugleich  Polizeiverwalter  ist,  einem
Rechnungsbeamten,  der  zugleich  Lagerverwalter  ist,
einem  Büreaubeamten,  der  zugleich  als  Gerichtsschreiber,
  Hafenmeister  und  Vorsteher  der  Arbeiterdepots
  fungirt,  dem  Arzte  mit  cinem  Heilgehülfen
und  zwei  Maschinisten,  welche  der  Werkstätte  und
dem  Sägewerk  vorstehen.  Von  den  farbigen  Arbeitern,
  deren  früher  200  bis  240  regelmäßig  auf  der
Station  gehalten  wurden,  ist  die  größere  Zahl  nach
Stephansort  übernommen  worden  und  sind  nur  so
vielc  zurückgelassen,  als  zur  Erhaltung  der  Station
und  zur  Besorgung  des  Schiffsdienstes  der  Postdampfer
  erforderlich  sind.  Es  sind  ihrer  etwa  100
einschließlich  24  Mann  der  Polizeitruppe.  Insolge
dieser  Einschränkung  des  Stationsumfanges  empfahl
es  sich,  das  baufällig  gewordene  Europäerhospital
auf  der  Insel  Beliao  nach  der  Schering-Halbinsel
zu  verlegen,  wo  das  ehemals  von  dem  Landeshauptmann
  Schmiele  bewohnte,  demnächst  dem  Arzt  eingeräumte
  Haus  mit  Hospitaleinrichtung  dem  Bedürfniß
entsprechend  versehen  wurde.  Das  Haupthospital
wurde  in  Stephansort  eingerichtet,  woselbst  auch  die
von  dem  „Deutschen  Frauenverein  für  Krankenpflege
in  den  Kolonjen“  entsendete  Pflegeschwester  Auguste
Hertzer,  die  nach  einem  in  Deutschland  verbrachten
fünfmonatlichen  Urlaub  auf  das  Feld  ihrer  gesegneten
Thätigkeit  zurückgekehrt  ist,  ihren  Wohnsitz  genommen
hat.  Um  die  Gefahr  einer  Uebertragung  der  Pocken
zu  mindern,  hat  der  stellvertretende  Landeshauptmann
auch  die  Eingeborenen,  welche  noch  auf  der  Insel
Beliao  sich  aufhlelten,  und  durch  ihren  lebhaften
Verkehr  mit  den  Eingeborenen  des  Festlandes  und
den  Inseln  des  Friedrich  Wilhelmshafens  die  Träger
der  Ansteckung  werden  konnten,  im  Wege  gütlichen
Vergleiches  bewogen,  auszuwandern,  so  daß  die  Jusel
Beliao  vollständig  in  den  Besitz  der  Neu-Guinca-Kompagnie
  übergegangen  ist.  Auf  ihr  soll  nunmehr
eine  dem  Bedürfniß  besser  geeignete  Quarantänestation
  eingerichtet  werden.  s

Verlegt  wurde  ebenfalls  von  dort  der  Viehpark,
aus  dem  der  Bestand  —  34  Stück  Rindvieh  und
21  Schweine  —  in  den  neuen  Viehpark  auf  der
Halbinsel  Yap  übergeführt  wurde.

Auf  der  Station  wurden  in  sämmtlichen  Gebäuden,
welche  dessen  bedürftig  waren,  Erneuerungen  des

—
        <pb n="273" />
        —  171  —

Schadhafien  vorgenommen,  drei  ältere  Häuser,  welche
nicht  mehr  reparabel  waren,  abgerissen.

Die  Reparaturwerkstätte  ist  durch  den  neu  eingetretenen
  Maschinisten  Meier  von  Grund  aus  einer
Reinigung  unterzogen;  die  Anlagen  wurden  ergänzt
und  erweitert;  zwei  solide  Laufbrücken,  die  bei  dem
Anlegen  größerer  Schiffe  Verwendung  finden,  wurden
neu  angesertigt.

Stephansort.

Infolge  der  obenerwähnten  Vereinigung  der  beiden
Kompagnien  ist  die  Verwaltung  der  Pflanzungen  der
Astrolabe-Kompagnie,  welche  in  dem  letzten  Jahre  um
Stephansort  konzentrirt  waren,  an  die  Neu-Guinea-Kompagnie
  übergegangen  und  in  deren  Organisation
eingefügt  worden.  Dadurch  ist  Stephansort  in  den
Mittelpunkt  der  gesammten  Verwaltung  gerückt,  wie
es  bisher  derjenige  der  Tabakkultur  war.  Leider
hat  die  Leptere  nicht  die  weitere  glänzende  Entwickelung
  genommen,  welche  nach  den  Erfolgen  der  ersten
Jahre  gehofft  werden  durfte,  und  zwar  wesentlich
infolge  der  Ungunst  natürlicher  Ereignisse,  welche
nicht  vorauszusehen  waren.  Sie  hat  infolgedessen
eine  Einschränkung  erleiden  und  ihre  ausschließliche
Herrschaft  aufgeben  müssen.  Schon  die  Erwartungen
von  der  Ernte  in  1895,  welche  nach  den  bei  Ausgabe
  des  letzten  Berichtes  sich  befriedigend  auließ,
sind  hauptsächlich  infolge  ungünstiger  Witterung  nicht
erfüllt  worden.  Wie  die  meteorologischen  Aufzeichnungen
  ersehen  lassen,  fiel  im  Juni  wenig,  im  Juli
und  August  beinahe  gar  kein,  im  September  wieder
nur  wenig  Regen,  so  daß  in  der  entscheidenden  Zeit
von  Juni  bis  September  fast  anhaltende  Dürre
herrschte.  Infolgedessen  mußte  Mitte  August  mit
dem  Aussetzen  der  noch  reichlich  vorhandenen  Pflänzlinge
  aufgehört  werden  und  auch  auf  das  Wachsthum
der  ausgesetzten  Pflanzen  wirkte  die  Trockenheit  so
nachtheilig,  daß  statt  der  erwarteten  200  000  Pfund
nur  124  000  Pfund  geerntet  wurden,  die  unter  dem
natürlichen  Verlust  durch  Eintrocknen  2c.  nur  mit
105  000  Pfund  auf  den  Markt  kamen;  sie  sind  in
Bremen  im  Wege  der  Einschreibung  verkauft  worden.

Aber  auch  im  Jahre  1896  trat  ein  ähnliches
Mißgeschick  ein.  Im  Dezember  1895  waren  400
Felder  sertiggestellt,  im  Februar  1896  2120  Beete
mit  4240  000  Pflänzlingen  angelegt.  Fast  absolute

ürre,  welche  wiederum  vom  Juni  bis  zum  Oktober

 

herrschte,  und  auch  auf  Vorneo  und  Java  sich  erstreckte,

  brachte  wiederum  einen  Mißerfolg.  Es
konnten  nur  106  666  Pfund  Tabak  in  die  Fermentirscheunen
  gebracht  werden,  was  einem  Versandgewicht
von  eltwa  90  000  Pfund  gleichkommen  wird.  Das
Fermenktren  verlief  normal;  das  Sorliren  konnte  am
1.  Oktober  begonnen  werden.  Glücklicherweise  ist  es
gelungen,  einen  Schädling  (Käfer),  der  von  Manila
durch  von  dort  engagirte  Cigarrenmacherinnen  eingeschleppt
  worden  war  und  den  reifen  Tabak  der
1895er  Ernte  in  empfindlicher  Weise  angegriffen
hatte,  zu  vertilgen,  so  daß  die  1896er  Ernte  von

 

ihm  nicht  gelitten  hat.  Von  dieser  Ernte  sind
150  Ballen  bereiks  am  18.  Dezember  v.  Js.,  also
fünf  Monate  früher  als  die  Erstsendung  im  Vorjahre,
zur  Verschiffung  gebracht.

Zu  der  Ungunst  des  Wetters  und  wohl  auch  in
ursächlichem  Zusammenhang  mit  demselben  trat  das
weitere  Mißgeschick,  daß  die  Gesundheitsverhältnisse
der  farbigen  Arbeiter  der  Pflanzung  trotz  aller  auf
ihre  Besserung  gerichteten  Bemühungen  sehr  ungünstig
blieben.  Sowohl  eine  Steigerung  der  einheimischen
Krankheiten  wie  das  Einbrechen  der  Pockenseuche  und
das  Auftreten  der  Beri-Berikrankheit  brachten  unter
den  Kulis  schwere  Verluste  an  Leben  und  Arbeitskraft.


Die  in  den  Jahren  1894  und  1895  gemachte
Erfahrung  hat  herausgestellt,  daß  die  Pflanzzeit  von
der  Periode  der  abnehmenden  Regenfälle  bis  zur
trockenen  Zeit  in  dem  Gebiet  von  Stephansort  kürzer
ist  als  in  anderen  Tabakländern,  namentlich  in  Sumakra.
  Hier  findet  die  Anlegung  von  Saatbeeten
statt  vom  Februar  bis  Ende  Juni,  das  Auspflanzen
von  März  bis  Ende  Juli.  In  Neu-Guinca  werden
Saatbeete  angelegt  von  Ende  Januar  bis  April,
ausgepflanzt  wird  von  Februar  bis  Mai.  Um  in
dieser  kürzeren  Zeit  größere  Mengen  auszupflanzen,
bedarf  es  zahlreicher  Hände,  mehr  als  mit  der  Rentabilität
  sich  vertragen  würde.  Jedeufalls  entsteht
für  längere  Zeit  ein  Ueberschuß  an  Arbeitskräften,
der  im  Tabak  nicht  Verwendung  finden  kann.

Angesichts  dieser  Sachlage  wurde  in  Uebereinstimmung
  mit  dem  Generaldirektor  beschlossen,  den
Tabakbau  auf  120  bis  150  Felder  zu  beschränken
und  so  zu  ordnen,  daß  das  Auspflanzen  im  Januar
begonnen  und  im  Mai  vollendek  wird.  Des  Weiteren
soll  bereits  bebauter  Boden  zum  zweiten  Male  mit
Tabak  in  größerem  Umfange  als  bisher  bepflanzt
und  abgesehen  von  Lehrmeistern  und  Vorarbeitern
in  Zukunft  der  Betrieb  nur  mit  eingeborenen  melanesischen
  Arbeitern  geführt,  der  entstehende  Ausfall
in  der  Tabakpflanzung  aber  durch  andere  Kulturen,
namentlich  durch  den  Anbau  von  Kaffee,  die  Anpflanzung
  von  Baumwolle  nach  dem  im  Bismarck-Archipel
  bewährten  Vorbilde  und  die  erweiterte  Anpflanzung
  von  Kokospalmen  ersetzt  werden.  In
diesem  Sinne  ist  auch  bereits  vorgegangen,  indem
eine  Versuchsstation  angelegt  und  eine  Pflanzschule
(Botanischer  Garten)  eingerichtet  worden  ist.

Für  die  Baumwollkultur  in  Verbindung  mit  der
von  Kokospalmen,  die  im  Bismarck-Archipel  sich
kräftig  entwickelt,  ist  in  Stephansort  haupsächlich  das
abgeerntete  Tabakland  in  Aussicht  genommen.  Zu
diesem  Zweck  wurden  180  Arbeiter  unter  Leitung
eines  von  Herbertshöhe  berufenen  Assistenten  eingestellt
  und  die  Arbeiten  im  September  begonnen.  Am
1.  Oktober  waren  bereits  12  ha  Busch  gekappt  und
9  ha  mit  Baumwolle  bepflanzt.  Bis  zum  Jahresschluß
  1897  sollen  200  ha  unter  Kultur  stehen.

Mit  der  Pflanzungsstation  Stephansort  ist  als
Nebenstation  Erimahafen  verbunden,  wo  der  Schiffs-
        <pb n="274" />
        verkehr  stattfindet  und  die  Feldbahn  mündet.  Letztere
hat  jetzt  eine  Ausdehnung  von  etwa  10  km  und
führt  von  Erimahafen  zunächst  landeinwärts  in  südsüdwestlicher
  Richtung  durch  das  alte  Plantagengebiet
von  Erima,  wendet  sich  dann  nach  Südosten,  überschreitet
  den  Gorifluß,  durchzieht  den  östlichen  Theil
der  Pflanzung  Stephansort,  wendet  sich  dann  nach
Osten  und  erreicht  bei  der  Missionsstation  Bogadjim
wieder  die  Meeresküste.  Weitere  Zweigstrecken  nach
Südosten  zum  Ufer  des  Minyimflusses  und  nach  Südwesten
  gegen  die  Abdachungen  des  Oertzen-Gebirges
hin  sind  in  der  Ausdehnung  von  etwa  5  km  im
Bau  begriffen.

Auf  beiden  Stationen  war  am  31.  August  v.  Is.
ein  Arbeiterstand  von  292  Chinesen,  257  Javanen,
157  javanischen  Frauen  und  596  Melanesen,  zusammen
1302  Köpfe.  Das  weiße  Beamtenpersonal  bestand  außer
dem  die  obere  Leitung  führenden  Generaldirektor  aus
zwei  Pflanzungsvorstehern,  zwei  Hauptassistenten,  sieben
Assistenten,  einem  Büreauvorsteher,  einem  Kanzlisten
und  aus  dem  Arzt  mit  einem  Heilgehülfen.  Im  Laufe
des  Jahres  wurden  neu  erbaut  zwei  Europäerhäuser,
15  Trockenscheunen  und  neun  Arbeiterhäuser,  und
außer  mehreren  Um--  und  Erweiterungsbauten  ein
Hospital  mit  Isolirhaus,  verschiedene  Schuppen  und
Stallgebäude  sowie  ein  5  km  langer  Pflanzweg  mit
Drainage.

Der  Viehstand  in  Stephansort  betrug  im  September
  1896:  16  Pferde,  68  Stück  Zugvieh,  64  Stück
Zuchtvieh  und  51  Stück  Schlachtvieh.  Geschlachtet
wird  zehnmal  im  Monat.  Milch,  Gemüse  und
Früchte  sind  ausreichend  vorhanden.

Konstantinhafen.  n

Die  Station,  welche  als  Nebenstation  von  Friedrich
  Wilhelmshafen  behufs  der  Erhaltung  der  Kokosbestände
  und  als  Versuchspflanzung  von  einem
Aufseher  mit  einer  geringen  Anzahl  von  Arbeitern
verwaltet  wurde,  ist  auf  Grund  eines  mit  der
Astrolabe-Kompagnie  getroffenen  Abkommens  schon
im  März  1896  auf  letztere  übergegangen  und  wird
von  Stephansort  aus,  dem  sie  näher  gelegen  ist,
bearbeitet  und  geleitet.  Mais,  Maniok,  Sesam  und
Agaven  gedeihen  sehr  gut.  Der  Gesundheitszustand
unter  den  Arbeitern  ist  gut  zu  nennen.

Herbertshöhe.

Die  Trennung  der  Baumwollpflanzung  von  der
Station  hat  sich  bewährt.  Die  Pflanzung  ist  unter
der  Leitung  des  Pflanzers  H.  Geisler,  welcher  sie
im  August  1895  übernommen  hat,  erweitert  und
verbessert  worden.  Ende  Juli  1896  waren  343  ha
mit  Baumwolle  bepflanzt  gegen  249  ha  im  gleichen
Monat  des  Vorjahres;  152  ha  waren  in  der  Abholzung
  für  die  Pflanzung  von  1897  begriffen,  5  ha
nach  Abtrieb  der  Baumwolle  als  Kokospflanzung
und  Viehweide  im  Betriebe,  9,80  ha  für  Kapok,
Liberiakaffee-Beete  und  Bananen  verwendet.  Einschließlich
  der  Wege  und  Gebäude  bedeckte  die  Pflanzung
  insgesammt  eine  Fläche  von  529,80  ha.

172

 

Die  Baumwolle  giebt  jährlich  zwei  Ernten,  von
denen  die  erste  in  die  Zeit  von  Ende  Mai  bis  Anfang
  Juli,  die  zweite  in  die  Zeit  von  Ende  Oktober
bis  Anfang  Dezember  fällt.  Die  Kapseln  enthalten
zu  ¼  des  Gewichts  Baumwolle  (Lintbaumwolle),  zu
3  Samen,  von  dem  jene  durch  sogenannte  Gins  mit
Dampfbetrieb  getrennt  wird.

Von  der  Ernte  des  Jahres  1895  sind  außer  den
in  dem  Bericht  für  1895  erwähnten  67  und  23  Ballen
noch  24  Ballen,  im  Ganzen  also  114  Ballen  im
Gesammtgewicht  von  etwa  39  000  Pfund  eingegangen,
welche  zu  guten  Preisen  verkauft  worden  sind.  Von
der  1896er  ersten  Ernte  wurden  49  Ballen,  von  der
zweiten  bisher  5  Ballen,  zusammen  54  Ballen  im
Gewicht  von  18  360  Pfund  verschifft.  Ueber  den
weiteren  Ertrag  der  zweiten  Ernte  fehlen  noch  die
Nachrichten.  Die  Ernte  für  1897  würde  bei  Zugrundelegung
  eines  Ertrages  von  320  Pfund  Lintbaumwolle
  per  Hektar  auf  etwa  109  000  Pfund  zu
veranschlagen  sein.

Das  der  Sen  Island-Baumwolle  ähnelnde  Produkt
  behält  seinen  Charakter;  es  ist  seidenartig  mit
langem  Stapel,  der  bis  44  mm  reicht.  Feinheit  und
Länge  machen  es  zur  Herstellung  der  feinsten,  zur
Spitzenfabrikation  dienenden  Garnnummern  geeignet,
die  in  Deutschland  nur  vereinzelt  gesponnen  werden.
Auf  dem  Liverpooler  Markte,  auf  den  es  durch  seine
Beschaffenheit  hingewiesen  ist,  wird  es  zu  12  bis
16  d.  per  Pfund  englisch  bewerthet.

Dandel  und  verkehr.

Der  Waarenverkehr  von  und  nach  dem  Ausland
beschränkt  sich  in  Kaiser  Wilhelmsland  in  der  Hauptsache
  auf  die  Neu-Guinea-Kompagnie  und  Astrolabe-Kompagnie
  und  die  daselbst  bestehenden  Missionen.
Bezüglich  der  Ausfuhr  der  Astrolabe-Kompagnie  sind
oben  Mittheilungen  gemacht;  über  die  Einfuhr  fehlt
es  an  einer  genauen  Statistik,  da  außer  von  alkoholhaltigen
  Getränken  Einfuhrzölle  nicht  erhoben  werden,
eine  Kontrole  also  nicht  stattfindet.  Soweit  es  sich
um  Güter  handelt,  welche  von  den  beiden  Gesellschaften
  eingeführt  werden,  so  hat  deren  Werth,  einschließlich
  der  nach  Herbertshöhe  eingeführten,  betragen:
für  die  abgesandten

Güter  aus  Europa  von  anderswo
Mark  Mark

in  der  Zeit  vom  1.  April
1895  bis  31.  März
—  .
in  der  Zeit  vom  1.  April
1896  bis  30.  September
  1896  101  046,40  86  258,37
An  Zoll  für  die  eingeführten  geistigen  Getränke
sind  in  derselben  Zeit  entrichtet  worden  4892,80  Mk.
bezw.  1912,80  Mk.
Im  Bismarck-Archipel  hat  eine  Anlegung  neuer
Pflanzungen  in  der  Zelt  seit  dem  1.  April  1895
nicht  stattgefunden,  wohl  aber  ist  der  Umfang  der

161  637,00  276  681,12
        <pb n="275" />
        vorhandenen  bedeutend  erweitert  worden.  Von  der
Baumwollpflanzung  der  Neu-Guinea-Kompagnie  ist
dies  oben  bereits  erwähnt,  die  Pflanzung  der  Firma
Forsayth  ist  von  400  ha  auf  580  ha  vergrößert,
die  des  Pflanzers  Mouton  von  44  ha  auf  68  ba.
Unter  Kultur  mit  Baumwolle  und  Kokospalmen
standen  im  Ganzen  959  ha  gegen  704  ha  im  Vorjahre.
  Auf  den  Pflanzungsbetrieben  waren  durchschnittlich
  im  Ganzen  1045  Arbeiter  beschäftigt.  Der
Viehbestand  stellte  sich  auf  118  Stück  Rindvieh  und
23  Pferde.  Die  Firma  Forsayth  gründete  zwei
neue  Traderstationen  auf  den  Gardner-Inseln  und
im  südlichen  Theile  von  Neupommern,  das  Haus
Hernsheim  &amp;amp;  Co.  eine  solche  auf  den  Echiquier-Inseln.


Zur  Ausfuhr  gelangten:  2437,2  Tons  Kopra,
145,3  Tons  Trepang,  13  400  Pfund  Perlschalen,
1074  Pfund  Schildpatt,  99,954  Pfund  Lintbaumwolle,
  75  Tons  Elfenbeinnüsse  und  104  000  Stück
Green  snail  shells.

173

Der  Werth  der  von  den  vier  Hauptfirmen  außer
der  Neu-Guinea-Kompagnie  und  den  Missionen  bewirkten
  Einfuhr  wird  auf  605  000  Mark  angegeben.

Die  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  hat  an  Stelle
des  in  den  Gewässern  der  Salomons-Inseln  in  Verlust
  gerathenen  Schoners  „Zoe“  zwei  andere  von
99  bezw.  112  Tons  neu  eingestellt.

Die  Fischerei  von  Trepang  im  Bismarck  Archipel
hat  einen  erheblichen  Aufschwung  genommen.  Die
beste  Art  wird  zur  Zeit  im  Süden  von  Neupommern,
bei  den  Cartered=  und  bei  den  Admiralitäts-Inseln
gewonnen,  nächstdem  in  Buka,  der  nördlichsten  Insel
der  Salomongruppe.  Bei  der  zu  dieser  Gruppe  gehörigen
  Insel  Faisi  ist  mit  der  Ausbeutung  begonnen.
Auch  auf  den  Hermiten,  Anachoreten-Inseln  und  um
Neuhannover  und  an  der  Nordküste  von  Neumecklenburg
  wird  Trepang  gefischt.  Die  Ausbeute  belief
sich  im  vergangenen  Jahre  für  zwei  der  betheiligten
Firmen  auf  145  Tonnen.  Der  Erlös  für  die  Tonne

 

soll  sich  in  Singapore  auf  135  Dollar  gestellt  haben.

Uebersicht  über  den  Schiffsverkehr  in  den  Häfen  bezw.  auf  den  Rheden  von  Friedrich  Wilhelmshafen,

Herbertshöhe,  Matupi,  Mioko,  Faisi  und  Berlinhafen  im  Jahre  1895.

 

 

 

 

Anzahl  der  Ankünfte  Es  kamen  »  -  —-—

  von  8  eꝛ  aus  dem  3  Deutsche  Kriegöschisf  *

Name  des  Hafens  !4#6  x-  *  .  8  *!s  -
oder  der  RNhede  8  E—M—  m——  2  222

2  r—  ——  S  S  2  S  x  S  ES#  S

&amp;amp;6  SC  6  2
J  l  l  «

Friedrich  Wilhelmshafen  38  5  Ii  4327  33  10  36  1  —  800  31367
Herbertshöhe  .......  24  91  1  115  12  103  12  92  4  1  3  3200  5  567
atupi.  ...  18  51  69  10  63  6  59  75  6300  21670
Miodon  6  44  50  7  47  3  39  —  —  —  4513
Faisi“)  (Salomons-Inseln)  —  11  111—  11  7  —  —  —  431
Berlinhafen  2  7.59  3  7  2  4  —  —  —  866

 

 

 

 

 

 

Rus  dem  Bereiche  der  Missivnen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Wie  das  Monatsblatt  der  Norddeutschen  Missions-Gesellschaft
  meldet,  ist  Pastor  Dr.  C.  R.  Vietor,
der  Präses  der  Gesellschafl,  am  8.  Febr.  d.  Is.,
gestorben.  Er  war  1851  in  den  Vorstand  gewählt
worden  und  ist  bis.  1888,  seit  1868  als  Vorsitender,
  Mitglied  des  Vorstandes  gewesen.

Ueber  die  Besetzung  der  Stationen  der  Norddeutschen
  Mission  meldet  ihr  Monatsblatt:
1.  Station  Keta:  Die  Missionare  Däuble  und
Innes,  Beide  verheirathet,  und  Lagemann,
Müller,  Spieß;  Letzterer  gedenkt  am  10.  März
von  Hamburg  abzureisen.  Die  Diakonissen  Anna
Kähler,  Anna  Reinecken,  Anna  Hellwege,
Maud  Innes.  Auf  der  Hauptstation  arbelten

*)  Nur  vom  1.  Juli  bis  31.  Dezember  1895.

fünf  eingeborene  Gehülfen,  auf  den  zu  Keta  gehörenden
  Außenstationen  stehen  sechs  Gehülfen.

Die  zu  Keta  gehörenden  Außenstationen  sind
We,  Dschelukoohe,  Anyako,  Agbosome,  Vhnte,
Tove.

Die  Grenze  zwischen  den  Stationen  Keta  und
Lome  ist  noch  nicht  festgesetzt;  jedenfalls  Tove  wird
in  Zukunft  zu  Lome  gehören.

2.  Station  Lome:  Die  Missionare  Oßwald,
verheirathet,  und  Beck.  Ein  Eohegehülfe,  A.  Aku.

3.  Station  Ho:  Die  Missionare  Spieth,
Fies,  Beide  verhetrathet,  Freiburger,  Howe.
Fies  hat  sein  Kind  bei  sich.

Die  Frauenarbeiter  Fräulein  M.  Tolch  und
M.  Diehl.

Auf  der  Station  sind  sechs  Eohearbeiter,  auf
den  Außenstationen  15.  Die  Außenstatlonen  sind
Ananse=  Volo,  Blengo-Peki,  Dzake-Peki,  Wudome-Peki
  (Halb-Außenstation),  Tschibu-Awudome,  Tschito- 



Awudome,  Kloe-Abutia,  Waya-Adaklu,  Abuadi-
        <pb n="276" />
        Adaklu,  Kpengoe  (halb),  Akovievhe,  Matse,  Nyangbo-Aku.


4.  Station  Amedschovhe:  Die  Missionare
Seeger,  Schosser,  Beide  verheirathet,  Schroeder,
Dettmann.  Auf  der  Station  arbeiten  drei  Ephegehülsen,
  auf  den  Außenstationen  sechs.  Die  Außenstationen
  sind  Angsoe,  Leklebi,  Wodze,  Gbedzigbe.

Auf  Urlaub  in  der  Heimath  sind  Missionar
Bürgi,  Härtter  (verh.),  Diehl  und  Gorr;  von
Frauen:  Frau  Knüsli  und  Diakonisse  Hedwig
Rohns.

Diese  Alle  hoffen  im  Lause  dieses  Jahres  in  die
Arbeit  zurückkehren  zu  dürfen.

Missionar  Gorr  weilt  augenblicklich  in  England,
um  sich  im  Englischen  zu  vervollkommnen.

Missionar  Diehl  wird  in  den  nächsten
Monaten  in  Bremen  sein.

Station  Lome  der  Norddeutschen  Mission
schreibt  Missionar  Oßwald  unter  dem  21.  Jannar
1897:  ·

Wir  sind  jebt  in  Lome  und  bewohnen  das  neue
Missionshaus.  Am  15.  Januar  vormittags  9  Uhr
verließen  wir  Keta  und  kamen  um  4  Uhr  nachmittags
  wohlbehalten  an.  Missionar  Beck  und
Schwester  Anna  Reinecken,  die  sich  gerade  zur
Erholung  bei  Frau  Miller  befindet,  hatten  unsere
Wohmung,  so  gut  es  ging,  eingerichtet,  das  Haus  zu
unserem  Empfang  mit  Palmen  geschmückt  und  die
deutsche  Flagge  aufgezogen.

Das  Haus,  obwohl  noch  nicht  fertig,  ist  sehr
schön  und,  einige  Fehler  abgerechnet,  auch  praktisch
eingerichtet.  Es  ist  eine  Zierde  für  Lome.  Sobald
das  Haus  ganz  fertig  ist,  besonders  auch  der  Unterstock
  mit  der  Kapelle,  wird  die  Einweihung  der
letzteren  stattfinden.  Doch  wird  dies  Fest,  auf  das
sich  Weiß  und  Schwarz  freut,  nicht  vor  Anfang
März  gefeiert  werden  können.

Andreas  Aknu  ist  seit  einigen  Wochen  fort  in
Waya  und  Ho.  (Es  ist  Ferienzeit.)  Er  wird  wohl
bald  wlederkommen.  Ich  denke,  daß  er  Ende
Februar  mit  seiner  Schule  hier  einziehen  kann.
Sollten,  wie  ich  hoffe,  die  Schüler  sich  mehren,  so
müßten  wir  noch  eine  Lehrkraft  haben.

Schwester  Anna  wird  wohl  nächste  Woche
wieder  nach  Keta  zurückkehren;  sie  hat  sich  ordentlich
erholt.  Auch  meine  Frau  fühlt  sich  in  der  guten
Luft  schon  etwas  besser.

Zeitungsnachrichten  zufolge  hat  der  Minister  des
Innern  eine  Lotterie  für  die  evangelischen  Afrika-Vereine
  erlaubt,  zur  Gewinnung  der  Mittel  für  die
Errichtung  eines  Sanatoriums  in  Deutsch-Ostafrika.
Zur  Ausspielung  kommen  Kunstgegenstände.  Die
Loose  dürfen  in  der  ganzen  Monarchie  vertrieben
werden.  Die  Ziehung  der  Lotterie  soll  am
15.  November  d.  Is.  in  der  Anstalt  Bethel  zu
Bielefeld  stattfinden.

174

 

Von  der  Abrechnung  über  die  Ausstellung  der
deutschen  Missionsgesellschaften  bei  der  Berliner
Kolonialausstellung  berichtet  der  „Heidenbote  der
Baseler  Mission“:  Die  Geschäfte  in  Berlin  hat
Herr  Missionsinspektor  Merensky  besorgt.  An
Gaben  sind  2862,77  Mk.  eingegangen,  davon
2337,77  Mk.  durch  den  bei  der  Ausstellung  aufgestellten
  „Missionsneger“.  Hieraus  sind  uns  alle
unsere  Ausgaben  gedeckt  worden.  Missionar
Autenrieths  Gesundheit  ist  noch  zu  schwach,  als
daß  er  jeht  nach  Kamerun  zurückkehren  könnte.  Er
soll  daher  eine  Zeit  lang,  soweit  es  seine  Kraft  erlaubt,
  in  der  Heimath  durch  Vorträge  für  die
Kamerunmission  wirken.  Sein  Wohnort  ist
Schorndorf.

Ueber  einen  Besuch  bei  einem  Negerhäuptling
schreibt  in  „Gott  will  es“  der  Missionar  der  Togomission
  J.  Hoffmann:  Am  letzten  Neujahrstage
machte  uns  der  nunmehr  verstorbene  Missionar
P.  Heinlein,  die  Freude,  uns  hier  in  Lome  zu  besuchen.
  Da  wollten  wir  von  der  Gelegenheit  Gebrauch
  machen,  ein  lang  gehegtes  Vorhaben  auszuführen.
  Es  war  nämlich  ein  nicht  unbedeutender
Häuptling,  Namens  Tege,  zu  uns  gekommen  und
hatte  sich  ziemlich  wohlgesinnt  gezeigt.  Wir  mußten
also  einmal  zu  ihm  reisen,  um  zu  sehen,  ob  nicht
vielleicht  eine  Schule  sich  dort  gründen  ließe.  Herr
Heinlein  war  bereik,  solange  die  Reise  dauere,  in
Lome  zu  bleiben.  Und  so  machten  wir,  Herr
Superior  Bücking  und  ich,  uns  denn  noch  am
selben  Tage  auf  den  Weg.

Gegen  Sonnenuntergang  verließen  wir  unser  geliebtes
  Lome,  wo  heute  allgemein  der  Neujahrstag
gefeiert  wurde  und  ein  jeder  seinen  Stolz  darein
setzte,  für  ein  solches  Fest  in  elnem  neuen  Rocke
oder  in  bunten  Hosen  und  englischer  Mütze  oder
ähnlichem  Schmucke  sich  auf  der  Straße  zu  zeigen.

Nach  5  Stunden  erreichten  wir  Akapa.  Der
Lehrer  hatte  uns  das  Schulzimmer  mit  Matten
belegt,  und  so  überließen  wir  uns  alsbald  der
Nuhe.

Von  hier  kamen  wir  am  nächsten  Morgen  durch
stattliche  Palmwälder  bis  nach  Nuepe,  wo  gerade
ein  Fest  mit  Tanzen  und  Trommelschlag  gefeiert
wurde.  Viele  Weiber  mit  schwerer  Last  auf  dem
Kopfe  und  der  brennenden  Tabakpfelfe  im  Munde
eilten  dahin,  denn  Nuepe  ist  ein  ziemlich  besuchter
Marktplatz.  Wir  marschirten  weiter  und  weiter,
bald  über  große  mit  Gestrüpp  bewachsene  Flächen,
bald  an  Farmen  vorbei.  Es  wurde  immer  eintöniger
  um  uns  her.  Die  Sonnenhitze  war  stechend.
Kein  Laut  ertönte,  weit  und  breit  war  Niemand  zu
sehen.

Gegen  Abend  gelangten  wir  in  ein  Dorf,  Badza
mit  Namen.

Wir  fanden  in  einer  kleinen  Hütte  Herberge.
Doch  kaum  hatten  wir  etwas  geruht,  da  mußten
wir  schon  wieder  aufbrechen,  um  am  nächsten  Morgen
        <pb n="277" />
        —  175  —

einige  Leute  zu  treffen,  die  auch  zum  Häuptling
Tege  gingen  und  uns  so  als  Wegweiser  dienen
konnten;  wir  allein  hätten  uns  wohl  schwerlich  zurechtgefunden.
  Die  prächtige  mondhelle  Nacht  und
die  reizende  Umgebung  vertrieben  bald  den  Schlaf
aus  den  Augen  und  gegen  11½  Uhr  nachts  kamen
wir  in  Dzogbephime  an.  Der  Ortsvorstand  nahm
uns  trotz  der  späten  Stunde  recht  freundlich  auf.
Die  Orte  Badza,  Dzogbephime  und  auch  der  folgende,
  den  wir  anderen  Tages  passirten,  sind  nicht
selbständig,  sondern  gehören  zum  Gebiete  von  Keve,
zu  dem  noch  einige  andere  Ortschaften  gerechnet  werden.

Nachdem  wir  das  Kevegebiet  verlassen,  gelangten
wir  anderen  Tags  gegen  zehn  Uhr  an  den  Ziöfluß,
der  munter  dahinfließt  und  uns  mit  seinem  klaren,
kühlen  Wasser,  das  über  die  Felsen  dahinrauscht,
recht  wohlthuend  erquickte.

Der  kleine  Kpoto,  ein  Neffe  Teges,  den  wir
auf  dem  Wege  trafen,  lief  uns  munter  wie  ein
junges  Reh  voraus,  eine  schwere  Traglast  auf  dem
Kopfe.  Wir  gaben  ihm  unseren  Stock,  damit  er
ihn  seinem  Onkel  zeige  und  unsere  Ankunft  melde.
Jeder  Abgesandte  muß  dort  nämlich  den  Stock  seines
Herrn  vorzeigen;  sonst  findet  er  keinen  Glauben.
Tege  sandte  uns  sogleich  seinen  Stock  entgegen  und
ließ  uns  freundlich  Willkommen  bieten.  Er  gab  uns
mehrere  Burschen  zur  Bedienung  und  wies  uns  ein
neues  Haus  als  Wohnung  an.  Wir  waren  überrascht
  über  die  reinlichen  und  gut  zubereiteten
Speisen  und  den  natürlichen  Anstand,  mit  dem
dieser  Mann  uns  behandelte.  Nachmittags  fanden
die  Verhandlungen  über  die  Missionsangelegenheit
statt,  und  wieder  überraschte  uns  die  Klugheit  und
das  gesetzte  Beuehmen  des  Häuptlings.

Nachdem  wir  am  anderen  Tage  noch  einige
lleinere  Fragen  besprochen,  schenkte  uns  Tege  ein
Grundstück,  zur  Errichtung  einer  Schule  sehr  gut
gelegen.  Alsbald  wurde  die  Schenkungsurkunde  aufgesetzt
  und  beiderseitig  unterschrieben.  Tege  machte
drei  große  Kreuze  als  Namenszeichen.  Auch  gab  er
uns  mehrere  Kinder  mit  nach  Lome,  damit  wir
diese  in  der  Mission  ausbilden  möchten.

Nach  dreitägigem  Marsche  langten  wir  wieder
in  Lome  an.

Wie  das  „Evangelische  Missions-Magazin“  angiebt,
  zählteman  jetzt  folgende  14  Bibelübersetzunen
in  afrikanischen  Sprachen:  1.  Akra  oder  Ge.
2.  Tschi  (Asante).  3.  Yoruba.  4.  Esik.  5.  Duala.
6.  Kaffir.  7.  Tschuana.  8.  Suto.  9.  Sulnu.
10.  Suaheli.  11.  Ganda.  12.  Amharisch.  13.  Madagassisch.
  14.  Luganda.

RAus  fremden  Molonien.
Rinderpest  in  Südafrika.

Aus  der  als  Parlamentsvorlage  veröffentlichten
Korrespondenz  der  englischen  Behörden  über  den

 

Ausbruch  der  Rinderpest  in  Südafrika  entnehmen
wir  folgende  Angaben:

Der  Ausbruch  der  Seuche  wurde  am  5.  März
v.  Is.  in  Buluwayo  im  Matabeleland  festgestellt.
Dort  unter  dem  Namen  Zambosi  cattle  fever  bekannt,
verbreitete  sich  die  Seuche  mit  rasender  Schnelligkeit
über  Matabeleland,  Nord=  und  Central-Betschuanaland
  und  herrschte  bereits  Mitte  April  in  dem  ganzen
  Protektorat  nördlich  des  Molopoflusses.  Nach
dem  Berichte  des  Resident  Commissioner  war  die
Seuche  mit  einer  durchschnittlichen  Geschwindigkeit
von  30  englischen  Meilen  den  Tag  vorgeschritten.
Auch  aus  dem  portugiesischen  Gebiete  und  dem  Trausvaal
  wurden  sehr  bald  Seuchenfälle  gemeldet,  die  zu
umfassenden  Sicherheitsmaßregeln  Veranlassung  gaben.

Nach  den  Berichten  der  Gouvernementsthierärzte
trifft  die  Krankheit,  die  sich  in  starkem  Fieber,  Müdigkeit,
  anhaltendem  Husten,  mangelnder  Freßlust,
Zunahme  der  Temperatur  und  rapider  Abzehrung
äußert,  in  erster  Linie  das  Rindvieh,  daneben  aber
auch  Schafe,  Ziegen  und  Wild,  verschont  dagegen
Pferde,  Maulthiere  und  Esel.  In  der  Regel  zeigen
sich,  sieben  Tage  nachdem  das  gesunde  Vieh  mit
krankem  in  Berührung  kam,  die  ersten  Krankheitssymptome:
  kurzer  rauher  Husten,  erst  schleimige,  dann
eiterige  Ausscheidungen  aus  Nase,  Augen  und  Maul,
am  dritten  Tage  darauf  starkes  Abführen.  Vom
vierten  oder  fünften  Tage  ab  gehen  die  oft  mit  Blut
vermischten  Exkremente  von  selbst  ab.  Die  Körpertemperatur
  schwankt  zwischen  39½  und  41½
Celsius.  In  der  Regel  tritt  zwischen  dem  dritten
und  siebenten  Tage  nach  den  ersten  Krankheitserscheinungen
  der  Tod  ein.  Befund  nach  dem  Verenden:
Herz  fleckig,  eingefallen  und  leer.  Galle  schwärzer
und  leer.  Lungen  geröthet  und  aufgedunsen.  Milz,
Nieren  und  Leber  in  der  Regel  normal.  Eingeweide
entzündet  und  gefüllt  mit  einer  schleimigen,  blutigen
Masse.
In  einem  Bericht  wird  als  ein  in  einzelnen
Fällen  mit  Erfolg  angewendetes  Mittel  gegen  die
Seuche:  möglichst  lange  (mindestens  während  fünf
Tage)  Entziehung  des  Wassers  und  Ersatz  desselben
durch  kleine  Quantitäten  Leinöl,  empfohlen.  In  den
späteren  Berichten  wird  jedoch  auf  dieses  Verfahren
nicht  mehr  zurückgekommen.  Die  von  den  Behörden
zur  Bekämpfung  der  Seuche  getroffenen  Maßregeln
beschränken  sich  im  Wesentlichen  darauf,  durch  Vernichten
  des  Viehes  und  Absperrungsmaßregeln  einem
Weiterumsichgreifen  vorzubeugen.  Eine  am  9.  März
vom  Gouverneur  der  Kapkolonie  erlassene  Proklamation
  erklärte  das  Matabeleland  für  durchseucht
und  verbot  jeden  Viehverkehr  ohne  schriftliche  Erlaubniß
  des  besonders  ernannten  Aussichtsbeamten.
Letzterem  wurde  die  Befugniß  gegeben,  die  Tödtung
von  krankem  oder  seucheverdächtigem  Vieh,  sobald
diese  Maßregel  zur  Verhinderung  der  weiteren  Ausdehnung
  der  Krankheit  erforderlich  erscheine,  anzuordnen.
  Uebertretung  dieser  Verordnung  und  Widersetlichkeit
  gegen  Beamte  wurde  mit  Geldstrafe  bis
        <pb n="278" />
        100  Pfd.  Sterl.  oder  Gefängniß  bis  zu  12  Monaten
bedroht.  Am  11.  März  erließ  auch  der  Prüsident
der  südafrikanischen  Republik  eine  Proklamation,  die
die  Einfuhr  und  Ausfuhr  aller  Hausthiere  aus  dem
und  in  das  Matabele-,  Maschona=  und  Kahmasland
untersogte.  Gleich  darauf  wurden  Maßregeln  getroffen,
  um  die  ganze  Westgrenze  der  Republik  gegen
das  Betschuanaland  abzusperren.  Seitens  deß  Gouverneurs
  der  Kapkolonie  wurde  dem  Resident  Commissioner
  in  Mafeking  die  Kappolizei  zur  Bildung
fester  Kordons  zum  Schutze  der  Kapkolonie  zur  Verfügung
  gestellt.  Die  dann  weiterhin  am  24.  März
von  dem  Gorwerneur  getroffenen  Maßnahmen  betrafen
  im  Wesentlichen  die  Regelung  der  Verkehrsund
  Transportverhältnisse  in  dem  für  durchseucht
erklärten  Distrikt;  insbesondere  wurde  angeordnet,
daß  der  Seuche  ausgesetztes  Vieh  weder  von  Norden
noch  von  Süden  in  das  Betschuana-Protektorat  einzulassen
  sei  und  daß  der  Transport  durch  Pferde
oder  Maulthiere  zu  erfolgen  habe.  Außerdem  wurde
als  erstrebenswerthes  Ziel  der  möglichst  zu  beschleunigende
  Weiterbau  der  Eisenbahn  Mafeking—Ramathlabama
  hingestellt.  Im  Uebrigen  sollte  jedes  Gespann
  und  jede  Herde,  sobald  innerhalb  derselben
auch  bei  nur  einem  Ochsen  Krankheitserscheinungen
zu  Tage  träten,  ohne  Entschädigung  des  Eigenthümers
getödtet  werden.

Diese  Entschädigungsfrage  führte  zu  wiederholten
Erörkerungen  zwischen  den  leitenden  Persönlichkeiten.
Der  Resident  Commissioner  und  die  Thierärzte
drangen  fortgesetzt  auf  Zahlung  einer  Entschädigung,
da  sie  darin  das  einzige  Mittel  sahen,  um  über  alle
Seuchenfälle  möglichst  rasch  informirt  zu  werden.
Der  Gouverneur  war  hierfür  zunächst  nicht  zu  haben,
da  er  befürchtete,  damlt  Betrügereien  Thür  und  Thor
zu  öffnen.  Schließlich  billigte  er  unter  gewissen  Bedingungen
  den  Vorschlag  des  Resident  Commissioner,
der  dann  am  26.  März  für  das  Gebiet  des  Beischnana-Protektorats
  eine  entsprechende  Instruktion  an  den
Police  -Commissioner  erließ.  Danach  sollte  jeder
Gespannochse  südlich  zwischen  Gabownes  und  einem
bestimmten  Punkte  bei  Ramathlabama  untersucht  und,
falls  bei  einem  Thier  Seucheerscheinungen  zu  Tage
träten,  das  ganze  Gespann  getödtet  und  verbrannt
werden.  Für  solche  verseuchten  Gespanne  sollte  eine
Entschädigung  an  den  Eigenthümer  nicht  gezahlt
werden.  Falls  leine  Seucheerscheinungen  zu  Tage
träten,  sollte  das  Gespann  durch  den  Aussichtsbeamten
abgeschätzt,  dann  getödtet  und  als  Entschädigung  für
einen  Ochsen  erster  Klasse  5  Pfd.  Sterl.,  für  einen
geringeren  4  bis  3  Pfd.  Sterl.  gezahlt  werden.  Für
Geltendmachung  dieser  Entschädigungsansprüche  unter
Vorzeigung  der  von  dem  betreffenden  Aufsichtsbeamten
  ausgestellten  Entschädigungsordre  wurde  als
Anfangstermin  der  1.  April  bestimmt.  Das  Vergraben
  des  kranken  Viehes  sollte  auf  Gouvernementskosten
  erfolgen.  Betreffs  dieser  letzteren  Frage  wurde
von  thierärztlicher  Seite  empfohlen,  an  einem  von
der  Straße  mindestens  200  Yards  entfernt,  nicht  in

176

 

der  Nähe  von  Wasserläufen  gelegenen  Orte  die  Kadaver
  entweder  zu  verbrennen  oder  in  gebranntem
Kalk  mindestens  drei  Fuß  tief  zu  vergraben.  Die
Gräber  seien  so  einzuzäunen,  daß  jede  Annäherung
von  Vieh  dort  unmöglich  sei.

Zur  Beaussichtigung  der  Durchführung  aller  dieser
Maßregeln  reichte  natürlich  die  bisherige  Betschuanapolizei
  nicht  aus.  Neben  der  im  Protektorat  zur
Verwendung  kommenden  Kappolizei  wurde  noch  eine
weiße  und  eine  schwarze  Polizeitruppe  gebildet.  Auf
eine  Anfrage  des  Staatssekretärs  Chamberlain,
ob  gegenüber  den  möglicherweise  zu  erwartenden  Unruhen
  zur  Stärkung  der  Stellung  der  Regierung
nicht  die  Entsendung  von  Truppen  aus  der  Kapkolonie
  erforderlich  erscheine,  erwiderte  der  Gouverneur,
  daß  die  bewaffnete  Macht  in  Betschuanaland
ausreiche,  auch  Unruhen  unter  den  Eingeborenen
unwahrscheinlich  seien,  daß  aber  angesichts  der  zu
befürchtenden  Hungersnoth  Getreidelieferungen  nach
dem  durch  die  Seuche  verheerten  Gebiete  bernhigender
wirken  würde  als  Truppenansammlungen.

Wie  aus  den  Berichten  hervorgeht,  war  die  Lage
der  durch  den  Verlust  ihres  Viehes  hart  getroffenen
Eingeborenen  dadurch  eine  noch  drückendere  geworden,
daß  infolge  der  anhaltenden  Trockenheit  und  des
Auftretens  ungeheurer  Heuschreckenschwärme  die  letzte
Ernte  im  ganzen  Protektorat  eine  volle  Fehlernte
war.  Dazu  kam,  daß  selbst  zum  Verkauf  kein  Getreide
  vorhanden  war  und  auch  die  Getreidelager  der
Kapkolonie  nur  geringe  Bestände  aufwiesen.  Um  der
dadurch  drohenden  Hungersnoth  vorzubeugen,  entschloß
  sich  die  Regierung  zum  Bezug  von  zunächst
10  000  Sack  (zu  je  240  Pfund  Gewicht)  Mais  aus
Nordamerika,  die  im  Juni  im  Schutzgebiet  eintrafen.
Weitere  Bezüge  zu  je  10  000  Sack  waren  für  September
  und  Dezember  in  Aussicht  genommen.  Es
bestand  die  Absicht,  in  Palapye  mit  Hülfe  eines
neu  einzurichtenden  Maulthiertransportes  ein  Getreidelager
  zu  errichten  und  von  dort  die  Vertheilung
nach  dem  eintretenden  Bedürfnisse  erfolgen  zu  lassen.
Zu  diesem  Zwecke  sollten  200  Maulthiere  und
15  Wagen  noebst  der  erforderlichen  Ausrüstung  beschafft
  werden.  Bezüglich  der  Entschädigung  der
Regierung  für  diese  Lieferungen  wurde  geltend  gemacht,
  daß,  soweit  es  möglich  sei,  die  Vertheilung
des  Getreides  im  Wege  des  Baarverkaufs  erfolgen
solle.  Daneben  käme  die  Lohnzahlung  an  die  beim
Bahnbau  zu  beschäftigenden  Eingeborenen  theilweise
in  Getreide  bestehen.  Falls  den  Häuptlingen  Gewähr
dafür  geleistet  würde,  daß  die  betreffende  Lieferung
auch  thatsächlich  ihrem  Stamme  allein  zu  gute  käme,
würden  sie  vielleicht  für  ihren  Stamm  die  Bürgschaft
für  die  Rückzahlung  im  Lause  von  fünf  oder  zehn
Jahren  übernehmen.  Außerdem  müsse  es  aber  dem
Assistent  Commissioner  überlassen  bleiben,  in  geelgneten
  dringenden  Fällen  das  Getreide  unentgeltlich
abzugeben.

Bel  Berechnung  der  durch  diese  Lieferungen  entstehenden
  Kosten  wurden  die  Ausgaben  fl#r  den  Sack
        <pb n="279" />
        Getreide  einschließlich  der  Kosten  für  Vahnfracht  und
Zoll  auf  etwa  30  sh.,  die  einmaligen  Ausgaben  für
Einrichtung  des  Maulthiertransports  auf  etwa
5900  Pfd.  Sterl.,  die  monatlichen  Unterhaltungskosten
auf  etwa  625  Pfd.  Sterl.  geschätzt.

Um  dem  durch  die  Seuche  bedingten  Mangel  an
Transportmitteln  etwas  abzuhelfen  und  gleichzeitig
den  aller  Unterhaltungsmittel  beraubten  Eingeborenen
Arbeitsgelegenheit  zu  verschaffen,  wird  es  in  den
Berichten  als  besonders  dringlich  bezeichnet,  daß  die
Fortführung  des  von  der  British  Sonth  Africa
Company  unternommenen  Bahnbaues  mit  allen
Kräften  betrieben  und  mit  den  Häuptlingen  über
Stellung  eingeborener  Arbeiter  Uebereinkommen  getrossen
  würden.

Die  Korrespondenz  umfaßt  die  Zeit  vom  11.  März
bis  8.  Juli.

Dandel  der  Filükolonie  im  Jahre  1895.

Nach  dem  dem  Colonial  Secretary  erslatteten
Handelsbericht  betrug  der  Werth  der  in  der  Fijikolonie
  ein=  und  ausgeführten  Waaren

im  Jahre  Import  Export
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.

18992  253  586  434  791
1893  276  398  355  632
18994  285  981  581  652
1895  241  759  332  209.

Der  Gesammtwerth  der  Ein=  und  Ausfuhr  war
im  Jahre  1895  um  293  665  Pfd.  Sterl.  geringer
als  in  dem  allerdings  sehr  günstigen  Jahre  1894.
Der  Handel  mit  den  Australischen  Kolonien  (New
South  Wales,  Victoria,  New  Zealand)  ist  auf
479  327  Pfd.  Sterl.  bewerthet,  83  ½  pCt.  des  gesammten
  Handelswerthes.

Von  den  im  Betrage  von  241  759  Pfd.  Sterl.
eingeführten  Gütern  war  annähernd  ein  Drittel
zollfrei.  Als  Haupteinfuhrartikel  werden  aufgeführt:
Dünger,  Maschinen,  Fleisch,  Vieh,  Kohlen,  Drogerien
und  Reis,  von  denen  im  Jahre  1895  nur  der
lehtere  eine  steigende  Einfuhr  erfahren  hat.

Der  Aussuhrhandel  zeigt  das  Bestreben,  sich  im
Wesentlichen  auf  die  bisherigen  Hauptausfuhrartikel
Zucker,  Früchte  und  Kopra  zu  konzentriren.  Von
dem  317  851  Pfd.  Sterl.  betragenden  Gesammtwerth
  der  ausgeführten  Landesprodukte  entfallen  auf
den  Zuckerexport  238  889  Pfd.  Sterl.,  auf  ausgeführte
  Früchte  20  987  Pfd.  Sterl,  und  auf  Kopra
79  726  Pfd.  Sterl.,  so  daß  für  andere  Produkte  nur
8249  Pfd.  Steil.  übrig  bleiben.  An  Zucker  wurde
exportirt  im  Jahre  1892  für  302  133  Pfd.  Sterl.,
1893  für  246  231  Pfd.  Sterl,  1894  für  436  245
Pfd.  Sterl.  und  1895  für  208  889  Pfd.  Sterl.
Trotz  ungünstiger  Lage  des  Zuckermarktes  infolge
der  Konkurrenz  des  Rübenzuckers  werden  immer  noch
weitere  Flächen  mit  Rohrzucker  bebaut.  Der  Früchleexport
  erreichte  1892  die  größte  Höhe,  ging  1893
beinahe  auf  die  Hälfte  zurück,  stieg  dann  189.41  und

177

 

siel  1895  wieder.  Von  grünen  Früchten  wurden  vor
Allem  Bananch  und  Ananas  versandt.  Die  Menge
des  exportirten  Kopras  überstieg  mit  10909  t  im
Werthe  von  94  084  Pfd.  Sterl.,  den  Durchschnitt
der  letzten  4  Jahre.  Außer  diesen  Artikeln  wurden
noch  in  geringeren  Mengen  exportirt:  Kokosnüsse,
Peanüsse,  Wolle,  Baumwolle.

Mais  wurde  infolge  des  großen  Bedarfs  im
Lande  selbst  während  des  Jahres  1895  nicht  ausgeführt.
  Die  Tabakausfuhr  hofft  man  durch  Anpflanzung
  seinerer  Tabakarten  heben  zu  können.  Das
Gleiche  erwartet  man  von  der  Kaffee=  und  Reisausfuhr.


Während  des  Jahres  1895  besuchten  121  Handelsdampfer
  mit  einem  Tonnengehalt  von  108  006
und  21  Segelschiffe  mit  10527  Tonnengehalt  die
beiden  Einfuhrhäfen  der  Kolonie.  Unter  diesen
Schissen  waren  127  englische,  4  amerikanische,
11  norwegische,  dagegen  kein  deutsches.

 

Perschiedene  Wilkheilungen.
Vorlesungen  am  Leminar  für  orientalische  Sprachen.

Im  Sommersemester  1897  werden  im  Seminar
für  orientalische  Sprachen  folgende  Vorlesungen  von
kolonialpolitischem  Interesse  stattfinden:

Theorie  der  geographischen  Orksbestimmungen,  verbunden
  mit  praktischen  Uebungen,  Anleitung  zum
Anstellen  meteorologischer  Beobachtungen:  Dienstags,
Freitags,  12—1  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Güßfeldt.

Ueber  Tropenhygiene,  verbunden  mit  Demonstrationen
und  praktischen  Uebungen:  Mittwochs,  Freitags,
4  —5  Uhr,  Herr  Stabsarzt  Dr.  Steinbach  (in
Vertretung).

Ueber  die  Vegetation  und  die  Agrikultur  Deutsch-Ostafrikas,
  verbunden  mit  Demonstrationen:  Montags,
  Donnerstags,  12—1  Uhr,  Herr  Dr.  Warburg.

Suaheli.  1.  Anfängerkursus,  2.  Semester:  täglich
7—8  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

.Zweiter  Kursus:  Montags,  Dienstags,  Donnerstags,
  Freitags,  8S—9  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

Geschichte,  Verwaltung  und  Rechtspflege  des
deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes:  Mittwochs,
  8—9  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

.  Kolloquium  über  die  deutschen  Schutzgebiete
in  Afrika:  Sonnabends,  8—9  Uhr,  Herr
Dr.  Neuhaus.

.  Anfängerkursus,  1.  Semester:
Uhr,  Herr  C.  Velten.

Praktische  Uebungen:  täglich  außer  Sonnabends,
5—7  Uhr  (5—6  Uhr  für  den  Anfüängerkursus,
  6—7  Uhr  für  den  zweiten  Kursus),
Herr  C.  Velten.

Schreibübungen:  Montags,
4—5  Uhr,  Herr  C.  Velten.

.  Anfangsgründe  des  Otii-Herero:  Dienstags,
Freitags,  4—5  Uhr,  Herr  C.  Velten.

#o  d

—

täglich  8—9

6

80

Donnerstags,
        <pb n="280" />
        Das  vothe  Rreuz  auf  der  Brüsseler  Ausstellung.

Die  Association  congolaise  et  alricaine  bes
rothen  Kreuzes  veranstaltet  bei  der  Brüsseler  Weltausstellung
  einen  Wettbewerb  für  das  bei  fliegenden
Ambulanzen  nöthige  Material.

Näheres  ist  zu  erfahren  beim  Generalsekretär
der  Sektion  des  Kongostaats,  Brüssel,  Nue  de  Berlin
  32.

"

Aus  Briefen  aus  Afrika.

Aus  Tanga  schreibt  Schwester  Gertrud  den
28.  Dezember  1896  in  „Unter  dem  rothen  Kreuz“
u.  A.:  „In  Dar-es-Saläm,  woselbst  ich  am  14.  Juli
eintraf  und  wo  ich  bis  zum  10.  September  als
Pflegeschwester  thätig  war,  gefiel  es  mir  sehr  gut.
Da  gerade  während  dieser  Zeit  das  Lazareth  von
Kranken  ziemlich  belegt  war  und  es  Arbeit  gab,
fühlte  ich  mich  in  meinem  Elemente.  Vom  Herrn
Chefarzt  dann  als  Aushülfe  nach  Tanga  gesandt,
traf  ich  hier  am  12.  desselben  Monats  ein  und
übernahm  von  Schwester  Käthe  die  Wirthschaftsführung.
  Herr  Chefarzt  Dr.  Becker  schrieb  aber
jetzt,  daß  die  Schwestern  Lilly  und  Hedwig  ihrer
Gesundheit  halber  nach  Deutschland  zurückkehren
müssen,  und  daß  ich,  sobald  der  Frauenverein  eine
Schwester  nach  hier  wieder  herausschickt,  nach  Dares-Saläm
  zurückkommen  solle,  worauf  ich  mich  sehr
freue.“

Nen  -Guinea  ·  Autzholz.

Die  Verwendung  von  Neu-Guineahölzern,  insbesondere
  in  der  Möbelindustrie,  hat  sich,  wie  die
„Nachrichten  aus  Kaiser  Wilhelmsland“  melden,
wesentlich  erweitert.  Eine  der  bedeutendsten  Möbelfabriken
  Berlins  (J.  C.  Pfaff)  hat  nach  eingehenden
Versuchen  eine  der  Verwendung  vorausgehende  technische
  Behandlung  der  drei  gangbaren  Arten  Akzelia
büuga,  Cordia  subcordata  und  Calopbyllum
Inophyllum  gefunden,  welche  die  Festigkeit  und
Dauerhaftigkeit  des  Holzes  wesentlich  erhöht  und  ihm
damit  eine  Erweiterung  des  Begehrs  sichert.  Insbesondere
  eignen  sich  die  ersten  belden  Arten  vermöge
der  Schönheit  der  Farbe  und  ihrer  Festigkeit  für
seine  Tischlerarbeiten,  bei  welchen  die  Herstellung
einzelner  Theile  aus  massivem  Edelholze  sowie  Bildhauerarbeiten
  in  Frage  kommen.  Die  oben  erwähnte
Firma  hatte  auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
und  der  damit  verbundenen  Kolonialausstellung  im
Sommer  1896  verschiedene  Zimmereinrichtungen  aus
Neu-Guineaholz  zur  Anschauung  gebracht,  welche
allgemeine  Aufmerksamleit  erregten.

Infolgedessen  konnten  von  dem  in  Bremen  lagernden
  Bestande  weitere  70  Blöcke  bezw.  Stämme  von
Calophyllum  Inophyllum  und  der  Restbestand  von
Alzelia  bijuga  mit  63  Blöcken  zu  guten  Preisen
verkauft  und  die  zeitwellig  sistirte  Werbung  des

 

178  —

letzteren  Holzes  im  Schutzgebict  wieder  aufgenommen
werden.  Das  Schlagen  des  Holzes  ist  dementsprechend
  in  Angriff  genommen  und  ist  eine  Anzahl
(43  Stämme)  bereits  in  Bremen  eingetroffen  und
noch  vor  der  Entlöschung  verkauft  worden.

 

Tikteratur.

Das  „Militär-Wochenblatt“  hat  in  Nr.  18  vom
27.  Februar  den  Abdruck  eines  interessanten  Aussatzes
des  früher  der  südwestafrikanischen  Schußtruppe  angehörigen
  Premierlientenants  v.  Heydebreck:  „Aus
den  Kämpfen  gegen  Hendrik  Witbooi  und  ihre  Nutzanwendung
  für  europäische  Kriegführung“  begonnen.

Dr.  Doering,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  zur  Zeit
als  Vertreter  des  Regierungsarztes  in  Kamerun,
früher  als  solcher  in  Togo  thätig,  hat  in  den
Arbeiten  aus  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte,
Berlin,  J.  Springer,  einen  Aufsatz  über  ärztliche  Erfahrungen
  und  Beobachtungen  auf  der  von  ihm  mitgemachten
  deutschen  Togoexpedition  1893/94  veröffentlicht.


Die  „Marine-Rundschau“,  März  1897,  bringt
den  ersten  Theil  einer  längeren  Arbeit  Dr.  Paul
Neubaurs  über  „Die  wirthschaftliche  Entwickelung
der  deutschen  Kolonialgebiete“.

Renward  Brandstetter:  Malaio-polynesische
Forschungen.  Luzern  1896.  Geschwister  Doleschal.
Das  fünfte  Heft  dieses  interessanten  Sammelwerkes
  bielet  eine  historische  Sage  aus  Celebes:  Die
Gründung  von  Wadjo  (Paupan  Rikadong).

Karl  Segebrock  und  Ewald  Ovir,  zwel  früh
vollendete  Missionare  der  evangelisch-lutherischen
Mission  zu  Leipzig,  von  Missionsdirektor  C.  v.
Schwarpß.  Leipzig  1897.  Verlag  der  evangelisch-lutherischen
  Mission.  J.  Naumanns  Sortiment.
  97  S.  Großoktav.

Das  Bändchen,  welches  mit  zehn  Bildern  und
zwei  Karten  ausgestattet  ist,  enthält  die  Lebensbeschreibung
  der  am  20.  Oktober  v.  Is.  am  Berge
Meru  in  Deutsch-Ostafrika  ermordeten  beiden  jungen
Missionare,  zumeist  aus  deren  eigener  Feder.  Die
kleine,  sehr  hübsch  ausgestattete  Schrift  bietet  bei
ihrem  überaus  billigen  Preise  auch  für  das  nicht
koloniale  Publikum  Interesse  und  sei  hiermit  warm
empfohlen.

Nr.  10  der  Fitznerschen  Zeitschrift:  „Aus  allen
Welttheilen“  (Berlin,  H.  Paetel)  enthält  einen  lesenswerthen
  Aussalz  von  Professor  Dr.  Warneck  über
die  deutschen  evangelischen  Missionen  in  den  Schutgebleten.
        <pb n="281" />
        —  179

Dr.  Lassar-Cohn:  Die  Chemie  im  täglichen  Leben.
Zweite  umgearbeitelc  und  vermehrte  Auflage.  Mit
21  Abbildungen.  Hamburg  und  Leipzig  1897.
Leopold  Voß.

Die  vor  nicht  zu  langer  Zeit  an  dieser  Stelle
angezeigte  Schrift  hat  sehr  rasch  eine  neue  erweiterte
Ausgabe  erfahren.  Bictet  das  Buch  schon  dem  Bewohner
  Deutschlands  eine  reiche  Quelle  zuverlässiger
Belehrung  auf  verschiedenen  Gebieten  des  praktischen
Lebens,  so  dürfte  das  in  noch  weit  höherem  Maße
bei  Ansiedlern  in  überseeischen  Ländern  der  Fall  sein,
wo  es  keine  Bibliotheken  giebt  und  auch  nicht  immer
Sachverständige  zu  finden  sind.

Paul  Hellwig:  Die  Delagoabai  und  ihre  Bedeutung
  für  den  Handel.  Nach  elgener  Anschauung.
Berlin  1897.  Hellwig.

Die  kleine  Schrist  bietet  ein  besonders  für  den
Kaufmann  sehr  lehrreiches  Bild  der  eigenthümlichen
Verhältnisse  in  dem  so  rasch  zu  einem  bedeutenden
Handelsplah  emporgewachsenen  Lourengo  Marqucz.

 

Lauessau,  J.L.  de:  Principes  de  Colonisation.
Paris  1897.  Felix  Alcan.

Das  vorliegende  Buch  des  bekannten  französischen
Gouverneurs  von  Indochina,  der  schon  eine  Reihe
von  Werken  wissenschaftlichen  und  kolonialpolilischen
Inhalts  geschrieben  hat,  handelt  über  Grundsätze  bei
der  Kolonisation.  «

Der  Verfasser  ist  wohl,  wie  wenig  Andere,  geeignet,
  dieses  Thema  zu  bearbeiten,  da  er  schon  vor
19  Jahren,  ursprünglich  als  Arzt,  die  westafrikanischen
Besißungen  Frankreichs  und  später  Kochinchina  in
längerem  Aufenthalt  kennen  lernte,  im  Jahre  1886
als  Generaldelegirker  der  Kolonien  Nordafrika,  Englisch=
  und  Niederländisch-Indien,  Siam,  Indochina
und  China  Studien  halber  bereiste  und  1891  Gonverneur
  der  bedeutendsten  französischen  Kolonie  in
Asien  wurde.

In  der  ersten  Hälfte  des  Buches  entwickelt  Lanessan
  ein  Kolonialsystem  von  allgemeinem  Standpunkte
  aus.  Er  begiunt  mit  der  Aufzählung  der

verschiedenen  Menschenrassen  sowie  den  Völkerverschiebungen

  in  früheren  Jahrhunderten  und  kommt  dann
auf  die  mannigfachen  Ursachen  der  Ausbreitung  der
Völkerschaften  sowie  auf  die  Beweggründe  zur  Auswanderung
  und  Kolonisation  zu  sprechen.  In  den
Kapiteln  über  Behandlung  der  Eingeborenen  entwickelt
der  Autor  äußerst  humane  Ansichten.  Mit  dem
Vorgehen  vieler  Kulturapostel  ist  er  durchaus  nicht
einverstanden.  Er  weist  darauf  hin,  wie  die  Europäer
  so  oft  die  Sitten  und  Rechte  der  Eingeborenen
mißachten  und  durch  diese  Vergewaltigungen  schlimme
Konflikte  hervorrufen.

Der  größere  Theil  des  Werkes  behandelt  mit
hervorragender  Genauigkeit  die  französische  Kolonialthätigkeit
  in  Kambodscha,  Anam,  Tonkin,  Madagaskar
und  Westafrika.  Wohl  keinen  Zweig  der  Verwaltung
und  des  kolonialen  Wirthschaftslebens  läßt  Lanessan

 

unerwähnt,  aber  das  freimüthige  Urtheil  über  das
bisher  Geleistete  ist  im  Ganzen  für  Frankreich  ungünstig.
  Trotzdem  macht  das  Buch  nicht  den  Eindruck
des  Werkes  eines  Mißvergnügten,  sondern  zeigt  sich
als  die  Arbeit  eines  Mannes,  der  seine  Ansichten,
welche  durch  seine  großen  Erfahrungen  ganz  besonderen
  Werth  erhalten,  offen  und  genau  darlegt,  in
der  Hoffnung,  dadurch  zur  Besserung  bezw.  Klärung
der  Lage  beizutragen.  Mag  das  Urtheil  Lanessans
vom  französischen  Standpunkte  aus  auch  als  etwas
pessimistisch  erscheinen,  so  hat  es  für  uns  den  Vorzug,
  nicht  chauvinistisch  zu  sein.  Ohne  nationale

Beeinflussung  läßt  der  Verfasser  auch  den  deutschen

Kolonisationsversuchen  Gerechtigkeit  widerfahren  und

zeigt  keinerlei  Parteistandpunkt.

Es  muß  daher  das  vorliegende  Werk  allen
Kolonialinteressenten  warm  zum  Studium  empfohlen
werden.

Mermeix:  Le  Transvanal  et  la  Chartered  (la
révolution  de  Johannesburg  ct  les  mines
d’or).  Avec  unc  carte  de  I'Afrique  Australe.
II.  éGdition.  Paris  1897.  Paul  Ollendorff.

Troh  der  vielen  Aussätze,  welche  in  den  letzten
Jahren  über  Südafrika  erschienen  sind,  ist  eine  klare
Erkenntniß  der  dortigen  eigenartigen  Verhältnisse  doch
nur  bei  ziemlich  wenigen  Personen  zu  finden.  Die
hier  vorliegende  Schrift  bietet  uun  Jedermann  Gelegenheit,
  sich  rasch  und  in  angenehmer  Weise  über
die  südafrikanische  Frage  zu  unterrichten.  In  ausführlicher
  Weise  und  unter  Benutzung  der  neuesten
Quellen  schildert  der  Verfasser  die  Boerenstaaten,  die
Goldminen  und  die  damit  verknüpften  Interessen
sowie  die  Gründungen  und  Absichten  von  Rhodes.
Der  Verfasser,  welcher  längere  Zeit  in  Südafrika  sich
aufgehalten  hat,  beabsichtigt,  ganz  parteilos  die  Dinge
zu  schildern.  Er  meint,  daß  er  dazu  als  Bürger
Frankreichs,  welches  dort  unbetheiligt  sel,  besondere
Eignung  besitze.  Es  scheint  indessen  dem  deutschen
Leser  seiner  Schrift,  als  ob  er  doch  den  deutschen
Interessen  nicht  die  volle  Würdigung  zukommen  ließe.
E.  Rouard  de  Card:  Les  traités  de  protectorat

  conclus  par  la  France  en  Afrique

1870  —  1895.  aris  1897.  A.  Durand  et

Pedoue-Lauriel.

Der  Verfasser,  welcher  als  Professor  an  der
Universität  Toulouse  wirkt,  liefert  in  vorliegender
Schrift  einen  interessanten  Beitrag  zur  neueren  französischen
  Kolonialpolitik.  In  der  Vorrede  werden
alle  Erwerbungen  Frankreichs  in  Afrika  von  1814
bis  1870  kurz  aufgeführt.  Der  Haupttheil  des
Buches  schildert  die  seitdem  vorgenommenen  Erweiterungen
  des  afrikanischen  Besitzes  Frankreichs  an  der
Hand  der  Verträge.  Die  letzten  Vertragsschlüsse  in
den  Nigergebieten,  deren  Werth  bekanntlich  noch  nicht
feststeht,  sind  noch  nicht  berücksichtigt.  Die  Arbeit  ist
durchaus  sachlich  und  unparteiisch  gehalten  und  wird
von  dauerndem  Werthe  sein.
        <pb n="282" />
        Eugône  Guénin:  Histoire  de  la  colonisation
frangaise.  La  Nouvelle-France.  I.  Paris
1896.  A.  Fourneau.

Der  bisher  hauptsächlich  auf  schönwissenschaftlichem
  Gebiete  hervorgetretene  Verfasser  bietet  hier
den  ersten  Band  einer  großangelegten  Geschichte  der
kolonialen  Vergangenheit  Frankreichs.  Er  schildert
darin  die  Entdeckung,  Erforschung  und  Besiedelung
Kanadas  und  Louisianas  durch  Frankreich  bis  zum
Schluß  des  17.  Jahrhunderts.  Das  Buch  ist  nüchtern
  und  klar  geschrieben  und  beweist  überall  ein
usfassendes  und  sorgfältiges  Studium  der  Quellen,
welche  an  vielen  Stellen  wörtlich  dem  Leser  vorgeführt
  werden.  So  viel  auch  über  die  Franzosen  um
Kanada  schon  geschrieben  worden  ist,  eine  nähere
Kenntniß  ihrer  Erfolge  wohnt  doch  nur  wenigen
Zeitgenossen  inne.  Es  ist  zu  wünschen,  daß  die
schöne  vorliegende  Arbelt  neues  und  weiteres  Interesse
  für  dieses  interessante  Kapitel  der  Weltgeschichte
  erweckt.

Commandant  Toutee:  Dahomc,  Niger,  Touareg.
Notes  et  récits  de  voyage.  Paris  1897.
A.  Colin  &amp;amp;  Cie.

Mit  anerkennenswerkher  Schnelligkeit  hat  einer
der  französischen  Expeditionsführer,  welche  in  den
leßten  Jahren  die  Machtsphäre  Frankreichs  im  Hinterlande
  von  Dahomey  ausgedehnt  haben,  hier  die

180

 

Schilderung  seiner  Reise  dem  Publikum  vorgelegt.
Der  Reisende  haite  den  Auftrag,  von  Dahomey  aus
zum  Niger  vorzudringen  und  dessen  mittleren  Lauf
zu  erforschen.  Er  trat  seine  Reise  im  November  1894
von  Paris  aus  an.  Im  Februar  1895  erreichte  er
nach  einem  sehr  glücklichen  Marsch  durch  meist  unbekanntes
  Gebiet  den  Niger  bei  Badjibo,  legte  dort
die  Station  Arenberg  an  und  befuhr  dann  den  Niger
stromanfwärts  bis  Farka.  Der  Rückweg  wurde  ganz
zu  Wasser  auf  dem  Niger  ausgeführt.  Im  August
war  der  Reisende  wieder  in  Porto  Novo  angelangt.

Die  Schrift  zeichnet  sich  durch  lebhafte  anziehende
Darstellung  aus.  Die  Schwächen  und  Fehler  der
frauzösischen  Kolonialpolitik  in  Westafrika  sind  mit
großem  Freimuth  behandelt.  Besonderes  Interesse
verdient  die  Darstellung  der  Verhältnisse  in  Dahomey
und  der  großen  Fortschritte,  welche  dort  seit  Vernichtungde
  der  r——N  Berrschaft  arzieltn  worden  sind.

 

Tikterakur-Verxpeichnif.

IIinde,  S.  L.:  The  fall  ol  Congo  Arabs.  12  sh.
Methuen  &amp;amp;  Co.  in  London.
Christol,  Fr.:  Au  sud  de  I’Alriqduc.  3  fr.  50  c
Berger-Levrault  &amp;amp;  Cle.  in  —
Toutée:  Duhomé  —  Niger  —  Touareg.  Jotes  et

récits  de  voynge.  4  fr.
A.  Colin  &amp;amp;  Cic.  in  Paris.

 

Schiffsbewegungrn.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunst,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Hyäne“  9/1.  Kapstadt  10/2.  —  23/2.  Mossamedes  1/3.  —  Loanda.  —  Kamerun.

(Poststatlon:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Kapstadt.)

Gosi—

(Poststation:  Matupi.)
(Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Bussard“  7/2.  Sydney.
S.  M.  S.  „Condor“  11/2.  Sansibar.
S.  M.  S.  „Falke“  18/2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Habicht“  16/12.  Kamerun.
S.  M.  S.
station:  Kamerun.)
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  10/12.  Stephansort.  —  Matupi.
S.  M.  S.  „Seeadler“  7/1.  Kapstadt  3/3.  —  Sanfibar.

 

Perkehrs-Machrichten.
In  Rehoboth  (Deutsch-Südwestafrika)  ist  am  14.  Dezember  v.  Is.  eine  Kaiserliche  Postagentur

eröffnet  worden.

Die  Postagentur  zu  Bibundi  (Kamerun)  ist  am  8.  Januar  d.  Is.  aufgehoben  und  dafür  am
9.  Januar  eine  solche  in  Rio  del  Rey  eröffnet  worden.

Die  nach  Deutsch-Südwestafrika  seitens  der  K  Sicdelungsgesellchaft  expedirten  Dampfer  werden
vom  R8  dees  Jahres  ab  immer  am  25.  des  Monats  von  Hamburg  abfahren.
        <pb n="283" />
        181

Postbampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
"m  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
am  24.  März,  14.  April  Tanga  20  Tage  am  22.,  26.  März,
d  Schiffe)  120°  abds.  6.  Dar-es-  Sallme  21  Tage  1.5  38.  Abprit
·  am  3  F  .25.  AprlSansibar  age
1.  Deutsch  ·  Ostafvita  *  P  2  4½  -  p  si  9
Aseiue  am  v8  rs  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzöslsche  Schiffe)  dis  abds.

 

2.  wautsche  Südwestafrika.

armbad,  Keeinians  ·

voop  8  Gibeon  w

is  Kapstadt,  dvon  dori  weiler
auf  *lrly  Landw

h  War#ld  F  4.  14  Sage

9

beon  alle  38  Wochen)

3.  Ramerun.

öchentlich

nach  Kecimanshoop  und

1  thampton  bis
73  S#  98
Opf.,  Leutwein")

*tunt  o
ambur
I  c  D%1
1  Liverpool
(englische  Schlffe)

am  3.  April
40  ums.

am  Fscis  März,  31.  Mai

Lüderitzbucht  29  Tage
Swakopmund  33  Tage

Swakopmund  30  Tage

am  2.  April
11/8  ums.

am  zu  Wr,  31.  Mai

 

am  40  4%  Monats
am  #  #r  14.  April

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  jedes  Monats
720  abbs.
am  15,  Wär,  12.  April

 

4.  Togo-Gediet
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

ambur
E—  *

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille

(französische  Schiffe)

am  10.jedes  Mts.  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mts.-am
  24.  März,

7.,  21.  April
am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

Klein-Popo  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Accra  25  Tage

von  da  ab  Landverbindung
Quittah  36  Tage

von  da  ad  Landverdindung
Kotonou  age

von  da  ab  Landverdindung

am  10.,  und  Letzten
jedes  Monats
720  abds.

am  22.  März,
5.,  19.  April  15  nms
am  23.  jedes  Monats
99  abends

 

Neapel  am  7.  April,  2.  JuniStephansort  45  Tages  am  5.,  9.  Ap
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  (deutsche  Schisfe)  abds.  31.  W  in
Brindisi  am  11.  April,  6.  Juni  -  41  Tage  104  ab
(Nachversand)  abds.

 

6.  Marshall-  Inseln.

Brindisi
(über  Manila)

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

am  14.  März,  9.  Mai
abds.

Jaluit  62  Tage

 

 

am  12.  März,  7.  Mai
103  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  3.  ist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  "  in  „  s  Von  5  #  6
—  W4.0  5  "  "
·  ssækAWc  .  hamurg·amlo  und  25
Dentichsostaiuka»  --  Togogedket.....  jedes  Mon
aeoi,.  ·  sxkgsggjkgägs  Marieille..lantls  jedes  Monats
Deutsch-skidweflaipikaSouthamptonamls.März,11-Apt.Deutsch-q·u-Guiaea.Neapel.  I  antZ.«Aptil,30.«Mai
ambukgam25«  Ied  Monats  Ü
Ramernn  “  am  25.Mäc3,  Marshall  ·  Inseln.  AWaseilleooer  Mitte  April
7
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).
-  Reise  Letzte  Nachrichten
td
Reichspostdampfer  von  nach  bis  26.  Februar  1897
i
«Omfer«.  ·.  Hamburg  Durban  13.  Februar  an  Las  Palmas.
„Kanzler"“#  Durban  22.  Februar  ab  Amslerdam.
„Bundesrath=  .  t.  in  wurn
„Reichstag"H  t.  8  Lombueg
„Admiral“.  Hamburg  Durban  22.  Februar  an  Aden.
„General“  Durban  Hamburg  20.  Februar  ab  Delagoabai.
wgr  Hamburg  Durban  26.  Februar  an  Delagoabai.
„König“  Durban  Hamburg  26.  Februar  ab  Port  Said.
        <pb n="284" />
        —  182  —

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
ostdampfer
zma  von  1  nach  bis  25.  Februar  1897
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  19.  Februar  in  Madeira.
„Aline  Woermann  .  ..  Hamburg  Loango  am  10.  März  von  Hamburg  abgehend.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  23.  Februar  Quessant  passirt
„Carl  Woermann“"  Hamburg  Loanda  am  13.  Februar  in  Tenerisse.
t#  Bohlenn"  Kongo  Hamburg  am  19.  Februar  in  Hamburg.

lla  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  15.  Februar  in  Bissao.
„Sua  Woermann“.  Hamburg  Kotonon  am  19.  Februar  in  Accra.
Seich  Vohlen"  Hamburg  Kotonon  am  20.  Februar  ab  Lamburg.

„Hedwig  Woermann"“.  Kotonon  Hamburg  am  10.  Februar  in  A
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  28.  Februar  von  2  abgehend.
urt  Woermann"  Hamburg  Loanda  am  23.  Februar  in  Loa

„Lothar  Bohlen  ..  Hamburg  Ponta  Negra  am  22.  Februar  in  Gubun-„Lulu
  Bohlen"4#  onta  Negra  Hamburg  am  22.  Februar  in  Lagos.
„Marie  Woermann)  Lüderitzbucht  Hamburg  am  24.  Februar  in  Sierra  Leone.
„Melita  Bohlen  Hamburg  Lüderigbucht  am  11.  Februar  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann“.  Sherbro  Hamburg  am  20.  Februar  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohle  "  Loanda  Hamburg  am  22.  Februar  in  Accra

 

 

 

 

 

 

  

 

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einzusenden.

 

 

 

 

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nin  Neu-Guinea,  Kamerun
Tevolsinenen  un  unr#son

Dregcn  —  Ostafrika
JIm#w  JoyTI-  Iuluolo
v1-  lossull  —  JXI  uTON
vellluet  —  seeuiie  1d
uslonxzilen  osse  Copelonodos
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Hausseifen.

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

NUHorlteferanté  SFr.  Majesede  des  Kaftser
offerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  inel.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  78

     

 

 

 

her
der
        <pb n="285" />
        183

Eine  mteressantfe

NMoonsalreifung

welche  —  obwohl  unabhängig  nach  jeder  Seite  —  die  För.
derung  der  dentschen  Molonieen  und  Uolonialbestrebungen  auf
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Titel:

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  VDerlage.  Das  Blatt  steht  im  zweiten
Jahrgange,  erscheint  in  einer  ca.  30  nartseiten  starken
ut  illustrirten  Uummer  an  jedem  Donnerstag.

Der  reiche  Inhalt  der  sich  bereits  im  Inlande  und  besonders
  im  Auslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
„Deutschen  Nachrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Allem
Wichtigen  der  Woche  über  Holitik,  Molonialem,  Wissenschaftlichem,
  dem  Wissenswerthen  auf  allen  Gebieten;  das  Blatt
bringt  Machrichten  aus  den  NMolonieen,  von  den  Deutschen  im
Auslande,  ferner  kurze  interessante  Erzählungen,  Humoresken
und  feine  aktnelle  Illustrationen.

ijsecder  Kolonialfreund.
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten,  eine  Probe-Mummer  von  uns  zu  verlangen,
  um  sich  über  das  Gebotene  zu  informiren.  Wir
senden  solche  Hrobe.  kummern  Jedermann  mit  Dergnügen
kosten-  und  portofrei  sofort  zu.

Wegen  ihrer  weiten  Derbreitung  im  Auslande  sind  die
„Deutschen  Machrichten“  auch  ein  ausgezeichnetes  Organ  für
Exportanzeigen.  Wir  bitten  das  Blatt  einmal  anzusehen.

Ver  Perlag  der  „Deutschen  Nachrichten“
Ueue  Herliuer  Perluge-Ansaolt

erlin-Sharlollenburg.


 

I.  Tihpelskireh  &amp;amp;  (o.

Berlin  NW.,  Meustädtische  Nirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),

Spezial-Geschäft  für  Fropen-Ausrüstungen,
empfehlen  sich  insbesondere  zur  Beschaffung  persönlicher  Ausrlistungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  ichen  Aue  in  überseeischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und
Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artikel.

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (2)

 

Bekanutmachung.

Auf  den  Antrag  des  Nachlaßpflegers,
Kaufmann  A.  Gutsche  zu  Windhoek,
werden  die  Erben  des  am  28.  Oktober
1896  zu  Kanibib  in  Deutsch-Südwestafrika
  verstorbenen,  früher  in  Belgien
wohnhaften  Ansiedlers  Frans  Feyton
aufgesordert,  spätestens  im  Ausgebots-Termin
  am  1.  Oktober  1897  sich
zu  melden,  widrigenfalls  der  Nachlaß
dem  sich  meldenden  und  legitimirenden
Erben  und  in  Ermangelung  dessen  der
Staatskasse  verabfolgt  werden  wird.

Windhoek,  den  24.November  1896.

Der  Kaiserliche  Richter.
J.  V.:  G#)
(I.  S.)  (gez.)  Fischer.

 

Ottomarf##nschütz

G.  m.  b.  H.
Berlin  W.,  Leipzigerstr.  116.
Kaufhaus  und  Unterrichts-Instltut  lür
Amateur  -  Photographle.  G.)
Liclerung  und  Auslührung  aller
zur  Photographie  in  Bezichung
stehenden  Artikel  und  Arbeiten.
Vollständige  Ausrüstungen
für  Forschungsreisende.
Biegsame  Trockenplatten.

 

 

Neueste  selbstthütige
  Patent-  BRebenund

  Pflanzenspritze
*  Syphonia“

*  Iou  ·  gogoalklnuksllkkassli-»
  hcltoauoillfasczlckck,
«llbotl.I-ill·tnllol)ishc-k
bekannten  Spritzen.
Man  verlango  Abbillaong
  und  Beschreibun
—  von  (2
Pll.  MAYFARTIH  &amp;amp;  Co.
Frankfurt  a.  M.  und  Berlin  N.

 
 
     

 

 

 

Leinenu.
  Lüstre.

labriziren

Guane  Dresing,

Herlord.
        <pb n="286" />
        Schutzmarke.
ollemzindtos  s

 

Neue  uceen

Lathyrus  sikestris  Wagneri
fagners  Waldplattorbse).
Hochveredelt,  von  allen  schüd--lichen
  Bitterstollen  befreit!
Gedeiht  auch  auf  den  Armsten
Bodenarten,  selbst  Sand,  Geröll.
HMöchster  Nährwerth  von  25—  40%
Protein  (Klee  nur  13,5%).
Ausdabernd.—  Widersteht  jeder  bürre.

Lathyrus'  latifolius  Bastard
gleichfalls  ergiebige  und  widerde
  eteroi  „aneh
lür  feu  en  geei
webemee  22,21  **

Polygonum  Sachalinense
(8  n

 

achalin  -  Knoterich).

Gedeiht  ausdauernd,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  Boden.
Protelngehalt  16,97%
Tüchtige  Vertreter  für  In-  und
usland  gesucht.

Prospekte  grutis.  (20)
Suntstelle  Kirchbeim-Teck,
Wuürttemberg.

 

 

 

Naturalien

(Kuxer  Ö  Schmetterlinge,  Vogelbulge
aus  tropischen  und  subtro-Ficchen
  Ländern  suche  in  grossen
Partien  zu  kaufen.
lerren,  welche  sich  damit  be-Iassen
  wollen,  bitte  um  Aulgabe  ihrer
Adresse.  Anleitung  zum  Bammeln
und  Präpariren  vira  gege
arl  Zeyen,
Chef  der  Bergischen  Eisen-  und
Draht-Industrie,
Wald,  Rheinpreussen.  (2)

Soeben  erschienen:

Die  Delagoa-Bai
und  ihre  Bedeutung  für  den  Handel.
Zu  beziehen  durch  alle  Buchhandlungen

  sow.  geg.  Einsendung  d.  Betrages
  v.  Verl.  P.  Hellwig,  W.  B.  (22)

 

184

Gegründet  Vieto  N  à  1884.
Cigaretten-  u.  türkische  Tabak-Fabrik,

Berlin  N.  37.  Export  nach  allen  Ländern.
fabrizizt  ulle  Sorten,  dem  Geschmack  betrelflenden  Lundes  entsprechend.
Neuheit  für  daus  dentsche  Schutzgebiet:  Kalser  Wilbe'm-Clgarette  mit

Portrait  in  10,  25  und  100  Stück-Packung.  (#)

—..——————————

Feldbahnen.

Die  Arthur  Koppel'schen

Gleisanlagen

huben  sich  sowohl  in  der
deutschen  Landwirthschaft
wie  bei  der  Bewirthschaftung
von  Zucker-  und  Kalleehlantagen

  und  zum  Gebruuch  in
der  Kultur  noch  unersechlossenen
  Distrikten  vortrefflich
Dbewährt.  (0)

 

*5
Zuckorrohrwagen.

Arthur  Koppel.

 

HUnmburg,  London  E.  C.,
Vergedunkenvrze  1.  Berlin  NW.  7.  os  /  o6  —
E—F—·•—————————  J—  ⁊

"zug  aus  dom  „Jahr-  und  Aunkunftsbuch  der  frelen  und  Uanse-—
  Maburg  1894¼.

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  30/88  Gr.  Burstah  36°38.

Nur  eine  IHndelsmetropole  wie  Hamburg  konnte  das  Bedürfniss
nach  einem  lustitut  Eeshorkken.  in  welchem  dem  Besucher  die  Erzeugnisse
  von  über  fTschiedenen  Fubriken  der  Getränke-  und
Nuhrungsmittel-Industrie  i  allen  Verpackungen,  Spezinlitäten  und
Verschiedenen  Qualitäten,  aufs  Uebersichtlichste  geordnet,  vorgelührt
werde
Der  Grundgedunke  des  ganzen  Unternehmens  ist,  die  einzelnen
ausgestellten  Artikel  in  allen  Preislagen  vorzuführen,  den  verschiedenen
  transutlantischen  Ländern  ents  rechend,  somit  die  Lebensmittelbranche
  nuch  Möglichkeit  erschöplend,  soweit  solche  den  Export
betriflt.
Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öffentlichen  Ausstellungen
  vornehmlich  dadurch,  dass  alle  ausgestellten  Artikel
gexportfühig  nulgemacht  sind.  dieselbe  eine  dauernde  ist  und  alle  für
den  Export  in  Fruge  kommenden  Neuheiten  nach  Möglichkeit  aufweist.
Die  grosse  Reihe  von  Flrmen  ersten  Ranges,  wesche  zur  Ausstellung
gelangten  und  lm  Auslande  sich  wesentliche  Absalzgeblete  eroberten,  bürgen
dem  Käuter  tür  die  —z#e  der  Fabrikate  Im  Weltmarkte.  Preislisten
  in  fünf  Sprac
Für  die  Aalesraesenn  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exporilirmen,  welche  Lebensmittel  Importiren,  durtte  die  Ausstellung  von
ganz  besonderem  Interesse  sein.
Dns  „Hamburger  Fremdenblatt“  vom  16.  Mai  1894  schreibt:  „In
den  Kreisen  der  Exporteure  findet  die  Ausstellung  die  höckhste
Anerkennung.“
        <pb n="287" />
        185

Rauchern  von  Importen
empfehle  ich  meine  in  eigener  Fubrik  aus  ausgesucht  reinen  leinsten
importirten  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  übersecischen
  Fabrikate  hergestellten

Import-Ersatz-Marken:

No.  41.  Buen  Olor  —  Cuba  —  mittelkrästig  M.  60.—  pro  Mille
No.  42.  La  Perla  —  Havann  —  voll  und  anstig.  „  75.—  „  „
No.  43.  Flor  Flna  —  Havana  —  sein  mild  „  100.—  „  „
No.  44.  El  Arte  —  IIavann  —  lein  miteliristig.  .  00

je  30  bezw.  20  St.  der  Marken  No.  41—44  zus.  100  St.  in  40%m  mur  K.  8.20.
No.  49.  1  Celeste  D1  rein  IIavana  .  M.  120.  —  pro  Mille

No.  50.  Us  einste  mild  bis  „  145  „  „

No.  51.  1  IIandarbeit,  «  »«.  »175

Nobzlnlancla  ausgesuehte  mittelkrältig.  200.—  „  „

No.  53.  den  CQunlitäten  ,  230.—  „  „
e  10  Sillck  der  Hargen  No.  49—53  in  Auswahl  3  tiir  M.  8.70.

Rauchtahnke  2
Grobschnitt  .  von  Pl.  bis  M.  4.—  pro  Plund
Feinschnitt  (Cr  an)  ...  .,..30  säc»

Cigarren  von  100  Stück  un  autwärt=  zum  Millepreis.  Gegen  Vorauszahlung
5%  Sconto.  600  Stück  innerhalb  Deutschlands  portofrei,  nach  überseeischen
Lündern  frei  bis  deutschem  Scehalen.  Preisliste  gratis  und  franko.  (3)

A.  F.  Emde,  Düsseldorf,
Aelteste  Cigarrenfabrik  Deutschlunds  mit  direktem  Versand  an  Prlvate.

 

 

Hallenser  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  W.  Shlgeschmaen  nicht  übertroflen  und  sind  bei  gleicher
ite  billiger  als  ausländische  Fabrikate

Unser  Hestreben.  stets  das  Beste  2u  leisten,  ist  anerkannt.  durch

unserc  stetig  gesteigerte  Produktion;  wir  verurbeiten  im  Durchschnitt

täglich  50  Centner  Rohkakao,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Spitze  der  deutschen  Schokoladefabriken  stellt.  (aa)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.

 

 

Pumpernickel

(wWestflilsches  Sehwarzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (u9)
Hnammer  Brotfabrik,  Hamm,  Westf.

 

Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,
6.  m.  b.  H.,

Liegnitz.

Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte.
Besondere  Bauart  MU#r#ledes
Klima.
Prlimlirt  nu"  allen  grossen

Uungen.
21.000  Stück  gefertigt.

Niederlage:
Berin  W.,  Courblereskr.  5ö.

 

 

 

·#  Snebngeturan.  ·##
steilb  Wensr.  (#is)

 

 

 

 

Verlog  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
önigliche  ———
Verlin  SW.,  Kochstraße  ·

 

tLSmalprojsgokkoatI

Ferd.  Jacob,  Dinslaken  1  an  mein

emplichlt  seine  in  der  ganzen  Meze  einge  ührten  und
besonders  Fr  d#te  I’’ropen  sehr  praktischen

porös  wasserdichten  Haveloks

mit  4%’meln  und  abLnöppbarer  Pelerine  aus
Iu.  Tonristen-Loden,  mittelschwere  Qualität  Mk.  30
aus  La.  leichten  Kamcelhaarloden,  II.  leichto-    


 

und  mittelfeine  Qualität  Ak.  40
„  In.  Loden,  schwere  Qnalitär  Mk.  50
„  In.  leichten  kisensunten-,  hochleine

sederlelchte  Qualitä  Mk.  55
O  sehyeren  emed  uliersehwere

Qualit  Mk.  65

cintilete  Stofe  in  illns  Farden.

Als  Manss  genügt:  Obere  Weite,  untere  Weite  über  Rock
Bemessen,  Aermellänge,  ganze  Lünge,  Uulsweite.

Wasserdlchte  Plerde-,  Wagen-  und  Waggondecken.

 

 

Porös  —
Hareclok

gegen  vorherige  Cassa.

 

 

 

Versandt  nach  dem  Auslande,  du  Dachnasine  nicht  zulässig,  85

 

Betleidungs  ·  Heliumungen

für  die
Seeoffiziere,  Offiziere  der  Mariueinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenieure,
  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Torpederoffizierc,  Sanitätsoffiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen

  Marine,

sowie
Bestimmungen  über  die  Uniform  der
Seeoffzziere  r.  des  Beurlaubtenstandes,
  zur  Disposition  gestellter
und  verabschiedeter  Offiziere  2c.  der
Marine  und  Bestimmungen  über  das
Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.

Genehmigt  durch  En  Kabinets-Ordre

  vom  25
Neudruck  unter  beruchschigu  der
bis  Ende  April  1893  ergangenen
Abänderungen.

Preis  50  Pfennig.
        <pb n="288" />
        Gebranchte  Brifmarken

und  Postwerthzeichen
aller  Länder  kanft  stets
B.  Koenicke,  Berlin  SW.  47,
30,  Belle-Alliancestr.  30.

 

 

 

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,
änd

vosbugh  kndler  -  eonglichen.  Ko  des

—  der  deutschen  Flotte.  Leporello-4.

  1,60.

vt  Korvett.  Cptn.  Sieben

ahre  Seekadett.  1882.  268  S.

mit  4  Portraits,  *.  von  Allers.

.  5.—,  eleg  K.  6,—.

v.  ue  r  Füoiten  Leben.

X.  1,60,  geb.  .  2,25.

 

 

l·  9conveksH-Lelecon

Br  Ockhans  16  ga4.  neue  Halbfranzbände,
  1895,  tt  160,  —  nur
Leipzig.

—  bei  giss.  7
Bueher-  aemranh-  und  Kalat  zu
estige
Kusslognstigen  nr  Frails.

 

—  186  —

 

    
   

Absolut  reines  bakterienfreies  Filirat  liefern

Berkefeld-Filter.

Filter  für  Wasserleitung  und  Brunnen
vom  Tropfblter  bis  zur  grössten  Anlage
Berketfeld-Filter-Gesellschaft,
Celle,  Prov.  Hannoter.  (1ô5)

 

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—  1

 

44  4  AA#AA  AAAAAAA-  AAA  A  A  A  A  A  AAA  A  A  A  A.  A.  A  A.  A.  A.A...A.  .  A  AAAAA

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BAV-  Tiscm  RREI  UNXD  .  SCHI  OSSEREI.
BAVANSTALT  FOR  rrezzossac#roen.

SPEZTALITA#:

Ausrünnuc  von  Exronr-BAUu###  (88)
AllER  ARr  iN  IIoLZ  UND  EitEN.

HAMBURG

AUL#TRASSE  21.
FrRNhen  Anr  1.  No.  4163.

ALTONA

RAINWEG.
FERN###O###n  No.  2.

 

TELEGRAMM  ·  ADRESSE
RAINSCIDID,  ALTONA.

 

 

 

 

 

Die  deutsche

Kolonial-Geschgebnng.
Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und
internationalen  Vereinbarungen,
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen

herausgegeben  von

à
Gerichts-Afsessor.
Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Anleitung
für  den

Gebrauch  von  Oel
olmiten  der  Gee.

 

 

Rfrika.

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
Vorbereitung  für  den  Aufenthalt
und  den  Dienst  in  den  Schutzgebieten.
Von
Dr.  v.  Wissmann,
Major.
Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dorti
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  "7
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  groben  Expedition,
zwischen  dem  Nyassa=  und  Tanganyika-See,
  hat  er  daher  diese  „Rathschläge  und
Schiherungen.  niedergeschrieben,  die  Allen

Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
Fuischen  #ae  ol  oder  in  den  dortigen
Neichsienst  begeben.

—
        <pb n="289" />
        187

Vur  Fried.  FiIIerꝰs

patentirte  Windmotore

sind  die  elnzigen  Windmotore,  welche  die  grössie
Lolstungsfähigweit,  Auurmsscherhe  und  kostenlosen  Bewieb
½ewährleisten  und  nauf  allen  6  Erdihellen  mit  bestem
rlolge  eingelührt  sind.  unüherlrohene,  kostensose
Hetriebskraft  zu  Ent.  und  Bewäisserungen  —  zu  Wasser-Versorgungen
  zum  Berlebe  von  Maschlnen  für
Landwirthschaft  und  Industrie  —  sowie  zur  Erzeugung
elektrischen  Lichtes

Ankragen  erbeten  direkt  an  den  Konstrukteur  ne
alleinigen  Fabrikanten

Fried.  Filler,  Hamburg,  Nasehinenfabrik.

Inhaber  der  grossen  goldenen  Staatsmedaille  und  der  grossen
Foldenen  ungarischen  Ausstellungsmedallle.

 

 

(oll)

mm  5%%  5%  %%%  %%  %4%  mirhratthv  e  uoe

 

 

 

Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.

 
   

Prämiirt  mit  goldenen  und  silbernen  Medaillen.  (6)
Welt-  Ausstellung  Antwerpen  höchste  äesenpng,  Erendipiom.
Wildlocker.  Fungelsen
i,  "*  für  Löwen,  Tiger,
Witterungen,  Wölle  und  Wild-Glaskugel-
  schwelne.
und  “
R.  Webers
Thontauben  h  Patent-Selbstschuss
Wurfmaschinen.  —  F

(D.  R.P.  No.49125).

Hustrirte  Preislisten  lteste  deutsche  Haupt-Katalog,

 
       

Lostenkrel.  Kanhtite  aalen  zugleieh  fangbuch,
–  Fabrir,  4
Haynaul.  Sehl.  50  PFl.

 

 

 

 

Tunuseh  u.  Lieferung  von  Büchern  u.  Zeitsehrilten  zu
glinstigen  Bedingungen.  Krüger  &amp;amp;  Co.,  Leipzig.
6  Antiquariats  -Katalog  wohlfeller  SEnnehek  auns

Fratis;  Preisanlragen  werden  sofort  benntwortet!

 

Sehmioderiserne  Pauster

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schmiedeeiserne  Trehpen:  Thuren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität

immermann,  Bautzen.

—  F#t“
I#s  Ser.

Minswingonder  &amp;amp;o.

Höhr  bei  Coblenz,

Tonnteisenlabrl

Export.  (ce)
Die  Erzeugnisse  der  ¾  abrik  sind
in  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung
  in  Berlin  ausgestellt.

 

 

 

 

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Kerbschnitt-,  Holzbrand=  u.
Holzmalerei-Vorlagen,
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1000  Nummern  #  15  Pfg.,  auch  über
Werlzeuge  und  Materialien,  30  Pfg.,
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Amalienstraße  7.  (68*)

 

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Akademische  Buchhandlung  und

ntiquariat,
Freiburg  i.  B.,  Unterlinden  2.

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für  deutsche  Ehr.

ble  äu  dninh  der  badsischen  Truppen
m  Elalgungskriege  1870,J1.

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Mit  viclen  Karten.
Hocheleganter  Geschenksband.
Preis  Mk.  4,50.

Die  Belagerung  von  Strassburg,
dus  Herumschlugen  mit  den  Franzoscm
  —  Franctireurs  und  die  hbeldenmüthigen
  Kümpfe  um  Belfort
unter  Werders  Führung  finden  hier
einen  beredten  Schilderer.

M.  Hecht,  Görlitz,

Kunsttischlerel  photogr.  Apparate.

Spezrtaltecke:  (2)
s  fur  Tropen  in  Teak,
Mahagoni  und  Nussbaum.
        <pb n="290" />
        —  188  —

Weine  aller  Länd
P#elmam.  Kesster  &amp;amp;  (o.,,ie  aib  ker

 

den  afrikanischen  saien

  

2——  721
....  Pa·  Hesffters  Vinum  rubidum  basteurtense,
6éPSpesialität  für  die  heissen  Zonen:  Tafelwein  zum  tägllehen  Gebraueb.
#(#)  (Schutzmarke  eingetragen  unter  No.  2203.)

 

 

Weingutsbesitzer

s  Cebr.  J  ung  —  HRhein-,  *  *  Pflalwein!  1

nach  allen  Welttheilen.  (15)

S.  —.—  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  mW——

Nosscock,  Dr.  med.,  Aerztlicher!enbrech  dler  emoplischen  ½.  P.  Schefe,  Frhr,  Ueber  die  Organi-„
  Rathgeber  für  Ostafrika  und  trop.  Testschen  Sprrache  von  Tkieme-/etionder  Kaiserlichen  Schutztruppe
Moalaringegenden.  Geb.  Preis  AG.  reusser.  Fulilänm=  .  Geh-  in  beutsgie  Ostalrika  u.  dee,  Kriegs
6,  Kriegs  Erpe.MN.  13.  Seither.  Absatz  xpl.rischen  Operationen  duselbst  wäl-*
  *"%“  i  n  Sarnnd  GEe  Probeliel.  gr.  u.  runko.  Verlug  von##nd  der  Juhre  1893  91.  75  Lr.
Pereis  60  Pf.  Ilaendke  &amp;amp;  Lehmkuhl  in  Ilumburg.]  erlag  von  H.  S.  Nlittler  &amp;amp;  Sohn,

sechtoar-  Dr.  B.,  Im  deutschen  —
4  Goldlande.  Reischilder  aus  dem  Fervorragend  billie  Büche-  Briernarken-Atbims
Srickhwestalrikanischen  Schutzgebiet.  lickert  die  Amtiqunriats-Buchhand-  sonie  bumosrgsgehtegot.
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ist  d

Deuische

 

 

 

 

 

 

   
 
 
  

 

 

 

Nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet
von
Rudolf  Jihner.
·«  80.403Secteu.oKattenEleqqntqebmüen6—MakkNachens-Mark
Enthält  ein  Derzeichniß  aller  in  den  Kolonien  thätigen  Offiziere,  Beamten,
Missionare,  Kaufleute  und  Oflanzer.
as  Deutsche  Kolonial-Handbuch  bietet  in  kurzen  Zügen  eine  treffende,  erschöpfende  Darstellung,  der  geographischen,

  ethnographischen,  wirthschaftlichen  und  politischen  Verhälknisse  unserer  Schutzgebiete  und  ermöglicht  bei  seiner  scharf
0  des  an  Einzeldheiten  überreichen  Stoffes  die  Verwendung  als  Nachschlagewerk  in  allen

  

olonials  Dinge  berührenden  Frag  (3l)
J  Ausführliche  Prolkehte  Kelhlen  jederzeit  Rosffenfrei  zur  Perfügnng.  ——
Seaerlin  W.  50  Hermann  Faetel.

    

*  Eühalsste  12.

  

E
        <pb n="291" />
        189

*.

"

        

—  —4
W  —..

Spaten-  Bräu
München.

Ausschließlicher  Export  des

"  Original-FFlaschen-AMb#uges

der  Brauerei
durch

Karl  Dürrwanger,  München.
Export-Vertreter  in  Hamburg  (für  den  Brauerei-Abzug):
Alfred  Geisendörfer.

#
nürnberg  1890:  Goldene  Staatsmedaille

für  besonders  feine  und  reinschmeckende  Biere  und  für
langjährigen  großen  Export.  2

—  ——
fesensoeosmsfeereo

     

 

EILE

 
 

*

 

 

 

Berliner  Erport-Tafel-Weißbier,

i  n  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
n  en  Et  ai  Elsa  44  peae,  ständig  besogen,  gn  “  beliebt,  Jats
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schugztruppe  empfohlen.

Versand  in  Kisten  zu  50  ½  und  100  ½  Exportflaschen.

Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier,

Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.

ü  Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Für  Deutsch-Ostaf  lber  den  WMeinberlau.  Deutich  Ostaf  6
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:

Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

65

 

Export-Bier
Kalser-Brauerel  24  Co.  in  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Stelngutfabrik,  Atiengesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Mubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (u)

 

 

S  #.

zonst  Kratt)
Hamburz,

Ferdinandstrasse  43,
Übernimmt  jede  Commisslon  und
Spedition  nach  und  von

West-  und  Ost-Afrika.

zu  den  billlgsten  Bedingungen.

Telegramm-Adr.:  Afrikraft.
Fernsprecher:
Amt  I.  .

.  mt  L.  4257.

     

 

  

 

P#nmiste  Aunie

und  süummtliche  Bedarfsartikel  für
Photographie,  speziell  für  den  Gebruch
  in  den  Kolonien,  liesfern

J.F.Schippang  &amp;amp;  Co.,

Inh.  E.  Martinl,  (#)
Berlin  S.  42,  Prinzenstrusse  24.
Reich  illustr.  Preislisten  kostenfrei.

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Von
Aug.  Michel
LUoslleserunt
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den

Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (#)
Allelnige  Agenten  #ur  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  IHamburg.
        <pb n="292" />
        —  190  —

WOERMANN-LINLTE:

aAmn  20.  Mürz:  P.  D  „Hedwig  Woermann“,  Capt  Henneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  März:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Am  31.  März:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.
Am  10.  April:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Heldt,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poc  und  den  Hüäfen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  April:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruflsque,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  Mai,  25.  Juli,  25.  September
  und  25.  November.
A4##e  G#urer  midtesen  am  Tape  vor  dem  A4abgangusdatum  bts  I2  Uhr  mistaos  Idnsseife  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-TLTinie
Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissnbon  und  Neunpel  anlaufend.

 
  

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  dnden  statt:  ab  Hamburg  a#b  Neapel
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  10.  März,  24.  Mürz,
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  31.  Mürz,  14.  April,
R.  P.  D.  „GCENERAL“,  Capt.  CGauen  21.  April,  5.  Mui,
.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stal  12.  Mai,  26.  Mai,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
»  Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  guten  Hoffnung
direkt  nach  Dirban,  Delagoa-Bai,  Majsnga,  Nossi  Bé.
Niächste  Expedition:  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskam,  14.  März  1897.
Die  Dampfer  Rhaben  vorzügltche  Einziche#nen  Für  Eussagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  z2wischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hembur  #Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Tare

Deutsche  Ost-Afrika-LTind
Gr.  Reichenstrasse  25/27.
Verantworllicher  Redalteur  für  den  nlchtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlon  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;3  Sohn,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68  —71.
Ausgegelen  am  15.  M.  v  167  um  6  Uhr  nachmiltaas.
        <pb n="293" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolonial-Iblheilung  des  Auewärligen  Ants.

Vu.  Jahrgan,  erlin,  1.  april  19h99.  uunmer  7.

2%  ese  Zeitschrift  ert  geint  in  der  Regel  am  1.  und  K  *  Monats.  Der#eden  ierden,  els.  Zei  die  maie  einmal  Fücls
sestn  „Mitthellungen  von  Forschungsreisende  unc,  Gelehrten  aus  leten“,
man.  l  wirelsährliche  rpherge  boor  3  das  Kol  kann  45  biot  Sie  träglt  beim  de  e  Lde  die  Po  nd  die
vn  W  Mk.  3.—,  direkt  unter  Sireifband  durch  R  bedade  LSolanatns  n  Mkss  Deutsch  ndudOtemtchqukn  lüdie
  änder,  *#  ##  —  Einfendnn  n  und  Anfragen  sind  an  die  Mnfüiche  wßge  Hosbuchhandlung  von  Ernst  Sie  In),  dN
Sohn,  Berlin  8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeilungs-Preislikee  für  1897  unier  Nr.

 

dnhai.  Antlige  Theil:  Urkunde,  betreffend  die  Sti  zung  einer  Königlich  Preuhischen  Medaille  zur  Erinnerung
s  Hochseligen  Kaisers  und  Königs  Wilhelm  I.,  des  Großen,  u  S.  191.  —  WWlahechte  Verordnung,
zuhens  rgänzung  der  Vekleivungs=  Vorschrift  für  *  Schutztrup  S.  192.  Der  Gouvernements-Kurs
der  Rupie  für  den  Monat  März  S.  192.  —  Nachweisung  der  Brutto-  Siehrn  bei  der.  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  für  den  Monat  Dezember  1896  S.  192.  —  #essonie
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  utsch-O  stafrika:  Dautfch-  oortugiesische
Grenzregulirung  155  194.  —  Revision  der  s  o  A1  7.  iginus  gen  S.  194.  Der  hutschuser
von  Lindi  S.  195.  —  Zollverwaltung  S.  196.  ogo  e  des  mm*  Dr.  Bna  19.—
Deutsch-  Südwestafrika:  Ueber  die  Mabregeln  zur  ehr  *  Mlen  S.  166.  —  Aus  dem  Bereiche
der  Missionen  und  der  Antislanere=  ghewenn  197.  Aus  fremden  Polenien:  Inwerbung

 

on  Arbeitern  zum  Eisenbahnbau  S.  201.  zanirodahnsig  in  Britisch-Indien  1894  S
Forstverwaltung  in  Britisch-  Indien  im  Ms  7  —  Handel  der  *  ellen  im  .—  1895  S.  203.—
andel  von  Seat  --  im  Jahre  1895  S.  20  d  im  ahre  189  204.  —  S  Briechzuiana
  im  Jahre  1895/96  S.  204.  —  1..  Gentil  —  Dah  5  J  Jvoire  S.  205.—
Vers  dieden  Mitt  eilungen:  Vorbildung  der  iu  den  Verwaltungsdtenst  ——  zu  übernehmenden
Beamten  S.  205.  —  Grenadilkholz  aus  Deutsc,  Ostafrika  S.  206.  —  Zu  dem  Tode  des  Jderel  Sea  Hadji  S.  206.
—  Budmotoren  als  Beieiobaon  raft  für  gew  bbliche  Mragen  in  Deutsch-  S,  S.  —  Litteratur
S.  208.  —  Litteratur-Verzeichnih  S.  268.  Schistzbemegun  en  S.  208.  E—  S.  209.  —
Sit  der  Woermann-Linie  für  das  zweite  „  Pertelahr  1897  -#  210.  —  #Meicne-Amtlicher

  Theil.

Geseke;  Herordnungen  der  Reichsbehörden.

urkunde,  betreffend  die  Stiftung  einer  Königlich  Preußischen  Medaille  zur
Erinnerung  an  des  Hochseligen  Kaisers  und  Königs  Wilhelm  I.,  des  Großen,
Mojestät.
Wi-  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  König  von  Preußen  2c.,  *½r  beschlossen,  zum  Andenken  an
den  hundertsten  Geburtstag  des  Hochseligen  Kaisers  und  Königs  Wilhel  im  I.,  des  Großen,  Majestät,
Unseres  in  Gott  ruhenden  Herrn  Großvaters,  am  heutigen  Tage  der  Enthüllung  des  Nationaldenkmals
für  Allerhöchstdenselben  eine  Erinnerungsmedaille  zu  stiften,  und  bestimmen  darüber,  was  folgt:

I.  Die  Erinnerungsmedaille  ist  aus  Bronze  von  eroberten  Geschützen  geprägt  und  zeigt  auf  der
Vorderseite  das  Brustbild  des  Hochseligen  Kaisers  und  Königs  Wilhelm  I.  nebst  der  Inschrift:
„Wilhelm  der  Große,  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen“;  ihre  Rückseite  trägt  die  Insheit
„Zum  Andenken  an  den  hundertsten  Geburtstag  des  großen  Kaisers  Wilhelm  I.

35.  März  —  1897“,  darunter  auf  einem  Lorbeer=  und  einem  Eichenzweige  ruhend  vi  E
krone,  den  Neichsapfel  und  das  Reichsschwert.

Sie  wird  an  einem  orangefarbenen,  gewässerten,  36¾¼  mm  breiten  Bande  auf  der  linken
Brust  getragen  und  rangirt  an  der  Ordensschnalle  unmittelbar  hinter  der  Krönungsmedaille.

 

 

 

II.  Die  Erinnerungsmedaille  wird  nur  zum  Andenken  an  den  heutigen  Tag  verliehen.
Ueber  die  Auswahl  der  mit  derselben  zu  Beleihenden  behalten  Wir  Uns  weitere  Bestimmungen
  vor.
III.  Den  mit  der  Erinnerungsmedaille  Beliehenen  wird  ein  Besitzzeugniß  nach  dem  von  Uns  genehmigten

  Muster  ausgefertigt,  über  dessen  Vollziehung  besondere  Bestimmung  erfolgt.
        <pb n="294" />
        —  192  —

IV.  Die  General-Ordenskommission  hat  die  namentlichen  Verzeichnisse  der  Inhaber  der  Erinnerungsmedaille,
  welche  Wir  derselben  zufertigen  lassen  werden,  aufzubewahren.

V.  Die  für  den  Verlust  von  Orden  und  Ehrenzeichen  gegebenen  Bestimmungen  gelten  auch  für  diese
Erinnerungsmedaille.

VI.  Nach  dem  Ableben  eines  Inhabers  der  Erinnerungsmedaille  verbleibt  dieselbe  den  Hinterbliebenen.
VII.  Die  Bestimmungen  über  die  Ausführung  dieser  Urkunde  ergehen  besonders.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Königlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  22.  März  1897.

(L.  S.)  (gez.)  Wilhelm.

(693.)  Fürst  zu  Hohenlohe.  v.  Boetticher  v.  Miquel.  Thielen.  Bosse.

Frhr.  v.  Marschall.  Frhr.  v.  Hammerstein.  Schönstedt.
Frhr.  v.  der  Recke.  Brefeld.  v.  Goßler.

Ich  bestimme  in  Ergänzung  der  Bekleidungs-Vorschrift  für  Meine  Schutztruppen  vom  19.  Noveniber
  165

Die  Heimathsuniformen  aller  Schutztruppen  sind  nach  Muster  der  Mir  vorgestellten  und  in
der  aolosial  Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  aufzubewahrenden  Probe  aus  hellgrauem  Stoff  anzufertigen.
Im  sthwesefrckanssch  Schutzgebiete  werden  die  Corduniformen  bisherigen  Musters  auch  fernerhin  getragen.

2.  Zur  Heimathsuniform  dürfen  von  den  Deckoffizieren,  Unteroffizieren  2c.  und  Mannschaften

geschwärzte.,  Stiefel.  nach  Muster  der  bisherigen  Vorschrift  getragen  werden.

Berlin,  den  11.  März  1897.

(L.  8S.)  (gez.)  Wilhelm  I.  R.
An  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung).

 

Ferordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

 

Der  Gouvernements-Kurs  für  den  Monat  März  d.  Is.  in  Deutsch-Ostafrika  ist  auf  1,3225  Mk.
für  1  Rupie  festgesetzt  worden.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Dezember  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,34  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schisffahrts.  Holzschlag.  gaoben=Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  Gebũuhren  Einnahmen  Insgesammt
I.  [P.]  Rp.  P.]  Kp.  P.]p.  P.]#.  P.  Np.  P.—  Mk.  f.
1
Tanga  803  487  05  90  —  164  07  14  2  83769  19  —  u  —  46
Langani  161221918  03  20  —  12  48  46  4609  25  =  617658
Bagamooo  17867  7  02  9—  16  12  *  ½  26834  21  —  #  —
—  s-  Saläm.  19252311839  63  44O21  )  13614  62  =  18244
Kiloa  5948  34  5  25—  725  08  5½  .  1  16278  05  —
Nütadan.  ......  441306896454  17—  78  58  13.  32  8487  W
Zusammen  32570  443  1444  —-776  oi  1105  1105  29  78583  26  -10530176
—  —  *)
43644  Mr.  5041  Mk.)274  Mrk.Mk.  14#  Mk.
70  Pf.  86  Pf.  31  Pf.

 

 

*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  a  seut  sich  die  Gesammteinnahme  auf  105  189  Mk.  83  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Dezember  1896  betrug  251  386  Rup.  =  336  857  Mk.  24  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Dezember  1896  betrug  446  680  Rup.  =  598  551  Mk.  20  Pf.
        <pb n="295" />
        193

Personalien.
A.  K.  O.  vom  25.  März  1897.
Ohnesorg,  Major  vom  Infanterie-Regiment  von  Boyen  (5.  Ostpreußischen)  Nr.  41,  unter  Entbindung

von  dem  Kommando  als  Adjutant  bei  dem  Generalkommando  des  I.

Armeekorps,  unter  Stellung

la  suite  des  Regiments  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  kommandirt.
A.  K.  O.  vom  22.  März  1897.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
v.  Trotha,  Oberstlieutenant  à  la  suite  des  Lauenburgischen  Jäger-Bataillons  Nr.  9,  kommandirt  zur
Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt  und  mit  den  Funktionen  des  Kommandeurs  der  Schutztruppe

  beauftragt,  zum  Oberst  befördert.

 

VVVVVVVVVUVYVVWVVVYV  VVVYVVWWVVYVVYVYWVYVWVYVVVVVYVV0VVVVVVVVVVYVVVYVVVVYVYYYVVVYVVYVVVVVYVV  V]  VVVV°

Nichtamtlicher  Theil.

Großbersogin  von  Sachsen  f.

Das  am  23.  März  erfolgte  Hinscheiden  Ihrer
Königlichen  Hoheit  der  Großherzogin  von  Sachsen,
Königlichen  Prinzessin  der  Niederlande,  wird  alle
Freunde  unserer  kolonialen  Bestrebungen  tief  schmerzlich
  berühren.  Die  hohe  Frau  hatte  das  in  dem  erlauchten
  Hause  der  Oranier  althergebrachte  Interesse
für  überseeische  Politik  sich  auch  in  Ihrem  zweiten
Heimathlande  bewahrt  und  der  Begründung  einer
deutschen  Kolonialmacht  von  Anbeginn  an  voll  entgegengetragen.
  Im  Verein  mit  Seiner  Königlichen
Hoheit  dem  Großherzog  hat  die  Großherzogin  nicht
nur  bei  vielen  der  kolonialen  Unternehmungen  Ihre
Betheiligung  eintreten  lassen,  sondern.  auch  an  Ihrem
dof  allen  hervorragenden  deutschen  Forschern  und
Reisenden  gastlichsten  Empfang  bereitet  und  innerhalb
Ihres  Familienkreises  dem  kolonialen  Gedanken  rege
Theilnahme  gesichert.

Perspnal-Nachrichten.
Der  Wirkliche  Geheime  Legationsrath  Freiherr.
v.  Richthofen  hat  am  29.  v.  Mts,  der  /selbe
Ihrer  Königlichen  Hoheit  der  Großherzogin  von
Sachsen  in  Weimar  beigewohnt  und  am  Sarge  der
hohen  Verewigten  einen  Kranz  namens  der  Kolonial-.Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amtes  niedergelegt.

5%  c
S

 

Deutsch-Ostafrika.

Der  Bauleiter  Hentrich  ist  im  Februar  vom
Urlaub  wieder  eingetroffen.

 

Der  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  angenommene
  Werkführer  Käppel  ist  nach  Dar-zes-Saläm
abgereist.

Der  zum  Ersatz  für  den  ausscheidenden  Buchhalter
  Paul  für  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  angenommene  Gerichtsaktnar  Alt,  sowie
der  Techniker  Groß  werden  sich  demnächst  nach

ar-es-Saläm  begeben.

 

Der  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  angenommene
  Techniker  Jacobs  ist  nach  Dar-es-Salam
abgereist.

Der  Forstassessor  v.  Bruchhausen  ist  Anfang
Februar  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.

In  Nr.  6  des  Kolonialblattes  S.  166  Personal-Nachrichten
  Ostafrika  Abs.  7  ist  Koppetsch  statt
Roppetsch  zu  lesen.

Ramerun.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  v.  Puttkamer,
  welcher  in  Begleitung  des  Premierlientenants
v.  Carnap,  Büchsenmachers  Zimmermann  und
Bautechnikers  Hinnrichs  eine  Inspektionsreise  nach
Jaunde  ausgeführt  hat,  ist  am  17.  Jannar  dort
eingetroffen  und  hat  die  Station  unter  Leitung  des
Lientenants  Dominik  in  bestem  Zustande  gefunden.

Der  Geologe  Dr.  Esch,  der  Dr.  Wilsing  und
der  Grenzaufseher  Langbein  sind  Aufang  Februar
in  Kamerun  eingetroffen.

Stabsarzt  Dr.  Plehn  ist  im  Februar  vom
Urlaub  wieder  eingetroffen.

Der  Sekretär  Müller  hat  einen  Helmathsurlaub
  angetreten.

 

 

 

Togo.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Koehler  hat
einen  Heimathsurlaub  angetreten.  Seine  Vertretung
wird  durch  den  Gerichtsassessor  Dr.  Gleim  wahrgenommen.
  ·

Stabsarzt  Wicke  hat  Ende  Februar  sich  mit
Urlaub  nach  Deutschland  eingeschifft.  Zu  seiner  Vertretung
  hat  sich  Assistenzarzt  Dr.  Doering  im  Februar
  von  Kamerun  nach  Togo  begeben.

Der  Sekretär  der  Landeshauptmannschaft  v.  Hagen

ist  Anfang  Februar  vom  Heimathurlaub  wieder  eingetroffen.
  «
        <pb n="296" />
        194

Nachrichtten  aus  den  deulschen  Schuhkgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pltafrika.
Deutsch=  portugiesische  Grenzregulivung.

Der  Verlauf  der  deutsch-portugiesischen  Grenzlinie
  zwischen  Kap  Delgado  und  dem  unteren
Ruvuma  war  im  Februar  1895  durch  eim  beiderseitige
  Kommission  an  Ort  und  Stelle  festgelegt
worden.  Eine  nachträgliche  Prüfung  der  der  Grenzfestlegung
  zu  Grunde  gelegten  astronomischen  Positionen
  hatte  eine  Versetzung  eines  Grenzsteines  auf
dem  Wege  von  Mbwisi  nach  Tungi  nöthig  gemacht.

Nachdem  diese  Versetzung  durch  eine  gemischte  Kommission

  unter  Aufnahme  eines  entsprechenden  Protokolls
  am  9.  Dezember  1896  siattgefunden  hat,  ist
dle  deutsch-vortugiesische  Grenze  in  Ostafrika  endgültig
  festgelegt.  Eine  Karte  der  Ruvumamündung,
welche  den  Verlauf  der  Grenzlinie  im  Einzelnen
zeigt,  wird  demnächst  in  den  wissenschaftlichen  Beibeften
  zum  Kolonialblatt  zur  Veröffentlichung  gelangen.


Reviston  der  Arbeiterverhältnisse  auf  den  Plantagen.

Das  Kalserliche  Gouvernement  in  Ostafrika  hatte
den  Oberarzt  Dr.  Gärtner  nach  dem  Usambaragebiet
  mit  dem  Auftrage  entsandt,  sich  an  Ort  und
Stelle  über  die  Arbeiterverhältnisse  auf  den  Plantagen
  zu  informiren,  und  zwar  sollte  sich  seine  Revision
  insbesondere  auf  folgende  Fragen  erstrecken:

1.  Sind  die  Arbeitsanforderungen,  die  an  die
Arbeiter  gestellt  werden,  übertrieben  oder  nicht?

2.  In  welcher  Weise  wird  die  Aufsicht  über  die
Arbeiter  ausgeübt?

3.  Deutet  der  Gesundheitszustand  der  Arbeiter
auf  schlechte  Behandlung  (Mißhandlung)  oder  schlechte
Ernährung  hin?

4.  In  welcher  Weise  ist  dafür  gesorgt,  daß  die
Arbeiter  gute  und  billige  Lebensmiltel  einkaufen
können?

5.  Wie  sind  die  Arbeiter  untergebracht?  Genügen
  ihre  Wohnräume  und  die  ihnen  etwa  überwiesenen
  Bettgestelle  und  Decken,  um  sie  gegen  die
Unbilden  des  den  meisten  von  ihnen  (Javanen,
Chinesen,  Eingeborene  der  Ebene)  ungewohnten
Klimas  zu  schützen?

6.  Ist  im  Falle  der  Erkrankung  für  sofortige
Behandlung  und  Arxzneihülfe  gesorgto  In  welcher
Weise  geschieht  dieselbe?

Dr.  Gärtner  hat  seine  diesbezüglichen  Beobachtungen,
  wie  folgt,  zusammengefaßt:

Die  Arbeitsanforderungen  scheinen  nirgends  übertrieben
  zu  sein.  Gearbeitet  wird  überall  durchschnittlich
  10  Stunden,  Sonntags  ist  frei.  Es  liegt

ja  wohl  auch  im  Interesse  der  Plantagenleltungen,

die  Anforderungen  nicht  zu  hoch  zu  spannen,  da
ihnen  sonst  die  Arbeiter  einfach  sortlaufen  würden.

 

Die  Aufsicht  wird  überall  durch  Aufseher  desselben
Stammes  ausgeübt,  was  schon  der  Sprachverschiedenheit
  wegen  nothwendig  ist,  zudem  würden  Suahelis  sich
kaum  z.  B.  von  Chinesen  beaufsichtigen  lassen  und
vor  diesen  den  nöthigen  Respekt  haben  und  umgekehrt.
Die  von  Herrn  v.  Rhode  engagirten  Wasukumas
haben  ihre  Führer  (Muniamparas),  die  sie  heruntergebracht
  haben,  als  Aufseher  beibehalten,  doch  hat
man  zur  Arbeit  ihnen  noch  Suaheliaufseher  beigeben
müssen,  da  die  Muniamparas  allein  zu  wenig  intelligent
  sind,  um  eine  selbst  recht  einfache  Arbeit  beaufsichtigen
  zu  können.  Der  Gesundheitszustand  war
auf  allen  Plantagen  ein  guter,  troßdem  zu  der  Zeit,
in  welcher  die  Inspektionsreise  ausgeführt  wurde,
das  Wetter  das  denkbar  schlechteste  war;  es  regnete
sehr  viel,  zudem  war  es  in  den  Bergen  oft  empfindlich
  kalt.

Auch  der  allgemelne  Ernährungszustand  der  Leute
war  durchweg  als  gut  zu  bezeichnen;  wirklich  abgemagerte
  Gestalten  sah  man  nirgends;  im  Gegentheil
sahen  auf  einzelnen  Plantagen  in  der  Ebene  die
Arbeiter  sehr  wohlgenährt  aus.

Die  Ernährung  der  Arbeiter  bietet  in  den  in
der  Ebene  gelegenen  Plantagen  keine  Schwierigkeiten.
In  der  Nähe  finden  sich  melst  Schamben  genug,
von  denen  die  Lebensmittel  direkt,  das  heißt  ohne
Zwischenhändler,  bezogen  werden  können.  Die  Einrichtung,
  daß  auf  den  Plantagen  alle  Tage  zu  bestimmter
  Stunde  Markt  stattfindet,  zu  welchem  die
Verkäufer  ihre  Waaren  selbst  hinbringen,  ist  jedenfalls
  ganz  praktisch.  Es  wird  dadurch  vermieden,
daß  die  Arbeiter  ihre  Plantage  verlassen  und  selbst
ins  Land  ziehen,  um  sich  Lebensmittel  zu  suchen,
was  leicht  zu.  Diebstählen  und  Räubereien  führen
könnte.  Auf  den  Plantagen  in  den  Bergen  macht
die  Beschaffung  des  Lebensunterhaltes  für  die  Arbeiter
anscheinend  recht  große  Schwierigkeiten,  die  sich  mit
einem  Male  nicht  werden  heben  lassen.  Infolge  des
weiten  und  beschwerlichen  Transportes  werden  hier
die  Lebensmittelpreise  sich  immer  viel  höher  stellen
als  in  der  Ebene.  Man  müßte  versuchen,  auch  hierwenigstens
  einmal  in  der  Woche  regelmäßig  Markt
abzuhalten,  und  die  Leute  aus  der  Ebene  veranlassen,
denselben  zu  beschicken.  Zur  Erleichterung  des  Transportes
  würde  wesentlich  die  Anlage  neuer  Verbindungswege
  und  gute  Instandhaltung  der  schon  vorhandenen
  beitragen;  auch  könnte  man  versuchen,
Ackerbauer  in  der  Nähe  der  Plantage  anzusiedeln,
die  dann  aber  nur  ihre  Felder  zu  bebauen  hätten
und  nicht  zur  Arbeit  auf  der  Plantage  selbst  heranzuziehen
  wären.  Bei  dem  großen  Terrain,  das  die
Plantagen  besitzen,  könnten  sie  sehr  wohl  auch  selbst
auf  einzelnen  Parzellen  Feldfrüchte  anpflanzen,  wenigstens
  Bananen  und  Mohogo.  Was  die  Arbeiterwohnungen
  anbelangt,  so  enksprechen  dieselben  fast
        <pb n="297" />
        überall  allen  Anforderungen,  die  man  billigerweise.
stellen  kann,  meist  sind  dle  Wohnungen  sogar  besser,
als  die  Leute  es  von  ihrer  Helmath  her  gewöhnt
sind.  Weitere  Revisionen  werden  aber  auch  in  Betreff
  dieses  Punktes  ab  und  zu  anzustellen  sein,
damit  die  jetzt  guten  Verhältnisse  auch  dauernd  so
bleiben.  Dabei  wird  besonders  auch  darauf  zu  achten
sein,  daß  die  Wohnungen  in  sauberem  und  reinlichem
Zustande  gehalten  werden;  nicht  nur  außen,  sondern
ganz  besonders  auch  im  Innern.  Die  Plantagenleiter
  selbst  müßten  hierauf  aufmerksam  gemacht
werden,  sie  hätten  auch  ihre  Arbeiter  dazu  anzuhalten,
kleine  nöthig  werdende  Reparaturen  an  den  Hütten
stets  sofort  selbst  vorzunehmen.  Es  liegt  doch
schließlich  nur  im  eigenen  Interesse  der  Plantagen,
wenn  ihre  Leute  gut  und  gesund  wohnen.  Kitanden
oder  ähnliche  Bettgestelle  können  sich  die  Arbeiter
wohl  selbst  beschaffen  oder  selber  bauen.  Wollene
Decken  wurden  früher  auf  einzelnen  Plantagen  den
Arbeitern  geliefert,  man  kam  wieder  davon  ab,  da
die  Decken  meist  bald  verkauft  wurden.  Auf  diese
Erfahrung  hin  wird  man  von  den  Plantagenleitungen
kaum  verlangen  können,  auch  fernerhin  noch  wollene
Decken  umsonst  auszugeben;  doch  muß  den  Arbeitern
die  Möglichkeit  geboten  werden,  Decken  auf  der
Plantage  selbst  zu  billigen  Preisen  kaufen  zu  können,
und  zwar  auf  Wunsch  auch  auf  Vorschuß.  Meist
geschieht  dies  ja  bereits.  Doch  müßte  bei  Neuabschließung
  von  Kontrakten  dies  den  Arbeitern  noch
besonders  bekannt  gegeben  werden.

Alte  Reis=  und  Kaffeesäcke,  die  ja  nur  einen
ganz  geringen  Werth  haben,  würden  eventuell  auf
Wunsch  umsonst  zu  verabfolgen  sein;  für  die  Wasakumas
  und  sonstige  Waschentis  sind  diese  wohl  auch
vollkommen  ausreichend.  Was  die  Krankenbehandlung
betrifft,  so  wird  bei  leichteren.  Erkrankungen  der
Plantagenleiter  wohl  immer  selbst  genöthigt  sein,
helfen  zu  müssen.  Bei  schwierigeren  Fällen,  speziell
plötzlichen  Unglücksfällen,  ist  auf  den  meisten  Plantagen
  ärztliche  Hülfe  nur  schwer  und  sehr  verspätet
zu  erlangen.  Die  in  der  Nähe  von  Tanga  oder
Pangani  gelegenen  Plantagen  können  ihre  Kranken
in  die  Polikliniken  schicken  oder  die  dort  stationirten
Verzte  holen;  die  übrigen  Plantagen  sind  auf
Dr.  Heyn  angewiesen,  der  zur  Zeit  in  Aguelo
wohnt  und  freilich  bei  seiner  vielen  Beschäftigung
und  den  weiten  Entfernungen  bisweilen  nicht  mit
der  wünschenswerthen  Beschleunigung  den  an  ihn
gelangten  Requisitionen  Folge  leisten  kann.  Durch
weiteren  Ausbau  und  gute  Instandhaltung  der  vorhandenen
  Verbindungswege,  Anlage  der  nöthigen
Brücken  2c.  würde  man  aber  viel  dazu  beitragen
können,  demselben  die  Reisen  nach  den  einzelnen
Plantagen  zu  erleichtern  und  deren  Dauer  abzukürzen.

Im  Großen  und  Ganzen  kann  als  festgestellt
gelten,  daß  man  sich  überall  Mühe  zu  geben  scheint,
für  das  leibliche  Wohl  der  Arbeiter  gut  zu  sorgen,
was  ja  schließlich  auch  nur  im  eigenen  Interesse  der
Plantagen  liegen  kann.  ·

 

195

 

Der  Rautschukexport  von  Lindi.“)

Der  Kautschukexport  des  Bezirkes  Lindi  ist  nach
demjenigen  des  Bezirkes  Kilwa  der  größte  unseres
deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes;  er  betrug  im
Jahre  1893  42  282  Dollar  (bei  einem  Gesammt-Kautschukexport
  Deutsch-Ostafrikas  von  232  598  Doll.),
1894  66  103  Doll.  (bei  einem  Gesammtexport  von
247  470  Doll.).  Der  in  Lindi  als  Pflanzer  ansässige
Herr  B.  Perrot  macht  in  elnem  Begleitschreiben
von  eingesandten  Kautschukproben  aus  jener  Gegend
folgende  auch  für  weitere  Kreise  interessante  Angaben.

„An  Kautschuksorten  unterscheidet  man  in
Lindi  drei  Sorten:

1.  Mpira  hya  kimusra,  d.  h.  Muêsrakautschuk,
  der  von  den  Wamuesra  und  angrenzenden
Völkern  gewonnen  wird,  es  sind  aus  Kautschukfäden
zusammengesponnene  Kugeln,  freilich  häufig  durch
Sand=  und  Holzthellchen  verunreinigt.

2.  Matschembakautschuk,  den  die  Wakonde
hauptsächlich  bereiten;  der  Struktur  nach  unterscheldet
sich  der  Matschembakautschuk  besonders  dadurch  von
ersterem,  daß  er  nicht  aus  Fäden  zusammengedreht
ist,  sondern  aus  einer  Masse  besteht.

3.  Wurzelkautschuk,  im  europäischen  Handel
auch  Delgadokautschuk  genannt;  die  Handelsbezeichnung
  dleser  Sorte  in  Lindi  ist  mpira  ya
kuponda,  d.  h.  Stampfkautschuk;  die  Eingeborenen
gewinnen  dies  Produkt  nämlich  dadurch,  daß  sie  die
Lianenwurzeln  in  großen  Holzmörsern  stampfen  und
die  gestampfte  Masse  dann  auskochen.

In  den  letzten  Jahren  hat  der  Kautschukexport
dieser  Gegenden  sehr  nachgelassen.  Zwar  erhofft
die  Regierung  einen  Ausschwung  dieses  Produktes
durch  das  Verbot  der  Ausfuhr  von  Wurzelkautschuk,
aber  das  Ausrauben  des  Busches  hat  doch  schon  zu
lange  angedauert.  Jedenfalls  wird  der  Kautschukexport
  von  Lindi  in  dem  gegenwärtigen  Zolljahr
bedeutend  demjenigen  von  Mikindani  nachstehen,  und
zwar  hat  dies  folgende  Bewandtniß:  In  dem  letztgenannten
  Ort  ist  wegen  der  Nähe  des  portugiesischen
Gebietes  der  Export  von  Wurzelkautschuk  erlaubt
gewesen,  während  er  für  Lindi  verboten  war.  Dessenungeachtet
  machten  die  Leute  im  Hinterlande  von
Lindi  dennoch  Wurzelkautschuk,  brachten  ihn  aber
mitsammt  dem  guten  nach  Mikindani,  denn  ein  Tagemarsch
  mehr  oder  weniger  zählt  bei  dem  Neger  nicht.
Da  infolge  des  Vorgehens  der  portugiesischen  Regierung
  der  Ausnahmezustand  für  Milindani  hinfällig
wurde,  so  ist  jetzt  die  Ausfuhr  von  Wurzelkautschuk
an  der  ganzen  Küste  verboten,  was  aber  nicht  hindert,
  daß  die  Eingeborenen  Wurzelbälle  mit  guten
Fäden  bespinnen,  und  auf  diese  Weise  ein  minderwerthiges
  Produkt  zu  Betrugszwecken  herstellen.“

 

 

*)  Der  „Zeitschrift  für  tropische  Landwirtschaft"  Nr.  3
entnommen.  ,  .«.,-.
        <pb n="298" />
        Brunnen  oder  Ouellen  festzustellen.

Sollverwaltung.

Das  Zollamt  III.  Klasse  Kilwa  Kisiwani  ist
aufgehoben  und  dafür  ein  solches  in  Ras  Kismani,
der  Südspitze  der  Insel  Masia,  errichtet  worden,
wo  bisher  viel  Schleichhandel  stattgefunden  hat.

 

Togo.  »
Grabstätte  des  Stabsarztes  Dr.  Wolf.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  hat  den  Stationsvorsteher
  von  Kete-Kratschi,  Lieutenant  Grafen
Zech,  angewiesen,  die  Gebeine  des  seinerzeit  in
Borgu  verstorbenen  und  dort  beerdigten  Stabsarztes
  Dr.  Ludwig  Wolf  bei  erster  passender  Gelegenheit
  von  ihrer  bisherigen  Ruhestätte  nach  Lome
überzuführen.

Deutsch-Hüdwolkafrika.

Ueber  die  Maßregeln  zur  Ubwehr  der  KRinderpest
wird  aus  Grootfontein  unter  dem  12.  Januar  d.  Js.
gemeldet,  daß  die  Absperrungslinie  des  Distrikts
Gobabis  (Bezirk  Windhoek)  nördlich  vom  Omuramba
  Epukiro  über  das  Gefechtsfeld  von  Otjunda
bis  zur  Wasserstelle  Epata  fortgeführt  ist.  Von
dort  aus  ist  nur  in  ganz  besonders  guten  Regenjahren
  eine  Verbindung  nach  dem  Mittel=  und  Oberlauf
  des  Omuramba  Uamataki,  und  zwar  bei  dem
Punkte  Otjituo  möglich.  Eine  solche  wird  von  dem
in  jenem  Gebiete  stationirten  Lieutenant  Grafen
v.  Kageneck  angestrebt  werden,  ist  aber  bisher  noch
nicht  gelungen.

Otjituo  diente  als  Ausgangspunkt  für  die
weitere  Absperrung  im  Nordosten  gegen  die  vom
Ngamisee  und  im  Norden  gegen  die  vom  Okorango
und  dem  Ovambolande  drohende  Gefahr.  Bei  den
nur  40  Minuten  voneinander  liegenden  Quellen
Otjituo  und  Okatjuru  münden  die  zwei  großen  Wege
vom  Okorango  und  dem  Ngamisee  aus  dem  Durstfelde
  ein.  Nur  in  ganz  besonders  guten  Regenjahren
  können  dieselben  bei  reicher  Vleybildung  umgangen
  werden.  Nach  Otjituo  ist  deshalb  ein
stärkerer  Militärposten  mit  Nebenstation  Okatjuru
gelegt  worden.  Außer  dem  Omuramba  Uamataki,
der  bis  Karakovera  (Karakubis)  keine  Quellen  oder
Brunnen  hat,  während  jenseits  dieser  Quellen  wiederum
  eine  vieltägige  Durststrecke  folgt,  ist  der
Omuramba  Ovambo  die  einzige  bedeutende  Wasserader
  dieser  Gegend.  Das  Bestreben  der  Landeshauptmannschaft
  war  daher,  den  Beginn  dieser  nur
in  der  Regenzeit  Wasser  führenden  Rinne  aufzufinden
  und  die  zwischen  Okatturu  und  dem  Omuramba
Ovambo  am  Rande  des  sich  nach  Osten  hin  ausdehnenden
  großen  Sand=  und  Durstfeldes  liegenden
Lettere  auszufinden,
  war  besonders  schwierig,  da  es  keine  auch

 

196  —

nur  annäherud  richtige  Karte  jener  Gegend  giebt,
und  außerdem  keine  die  ganze  Gegend  kennenden
Führer  zur  Verfügung  standen,  man  vielmehr
auf  die  Aussagen  der  im  Felde  aufgegriffenen  Buschleute,
  die  immer  nur  ein  kleines  Stammesgebiet
kannten,  angewiesen  war.  An  den  Wasserstellen
Neitsas  und  Guntsas,  bei  denen  seit  mehreren  Jahren
nicht  mehr  benutzte  Handelswege  vom  Okovangoflusse
  einmünden,  sind  Stationen  angelegt.

Das  Ovamboland  wurde  vorläufig  außerhalb
des  Absperrungsgürtels  gelassen.  Wie  im  Osten  die
Wasserstellen  Kuis,  Neitsas,  Eitsas,  Pekos,
Guntsas,  so  bildet  im  Norden  der  in  westnordwestlicher
  Richtung  der  Onondova=  und  Etoshapfanne
  zulaufende  Omuramba  Ovambo  die  Grenze
gegen  das  Durst=  und  Sandfeld,  das  sich
von  dort  ohne  Unterbrechung  bis  zum  Okovango
hinzieht.  In  Vishfontein,  Tsindsabis  und  Omutu
nondju,  wo  wiederum  Wege  vom  Okovango  einmünden,
  sind  gleichfalls  Militärstationen  errichtet
worden.  Die  Hauptwege  vom  Ovambolande  sind
durch  die  Stationen  Amutoni  und  Okaukweyo  südöstlich
  und  südwestlich  der  Etoshapfanne  gesperrt  und
unter  denselben  durch  die  Station  Rietfontein
(Gnasenen)  Verbindung  hergestellt.  Zwischen  Amutoni
  und  Amutu  nondju  wird  nach  Eintreffen  von
Verstärkung  eine  Station  in  Ondera  eingeschoben
werden,  der  die  Aufgabe  zufällt,  den  regen  Verkehr
zwischen  Orambos  und  Buschleuten  zu  verhindern.

Die  Stärke  der  Stationen  beträgt,  je  nach  Umfang
  der  zu  lösenden  Aufgabe  und  der  Wichtigkeit
des  Platzes,  5  bis  12  Mann.  Den  Stationen  von
Otiituo  bis  Amutoni  wird  je  ein  sich  freiwillig
stellender  Boer,  sowie  allen  Stationen  eine  Anzahl
gewandter  und  zuverlässiger  Eingeborener  beigegeben.
Zwischen  den  einzelnen  Stationen  finden  regelmäßige
Patrouillengänge  bezw.  -ritte  statt,  welch  letztere
wegen  der  hier  ungemein  heftig  auftretenden  Pferdesterbe
  meist  auf  Reitochsen  stattfinden.  Die  Stationen
  am  Omuramba  Ovambo  bis  einschließlich
Amutoni  wurden  dem  Lieutenant  v.  Bonin,  die
Stationen  Vishfontein  bis  Otjituo  dem  Distriktschef
Lieutenant  Steinhausen  unterstellt.

Eine  die  Sperrung  der  Grenze  betreffende  Bekanntmachung
  ist  hier  beigefügt.  Inwieweit  der
Verkehr  der  Missionare  des  Ovambolandes  über
Okankweyo  sich  aufrecht  erhalten  läßt,  wird  erst  an
Ort  und  Stelle  zu  entscheiden  sein.

Ueber  ein  gefahrdrohendes  Näherrücken  der  Pest
von  Norden  und  Nordosten  waren  keine  Nachrichten
angelangt;  auch  die  letzten  Berichte  aus  dem  Ovambolande
  melden  nichts  über  die  Rinderpest.

Die  Reise  des  Regierungsraths  v.  Lindequist,
welcher  alle  erwähnten  Anordnungen  getroffen,
von  Grootfontein  längs  der  Absperrungslinie  bis
Rietfontein  an  der  Etoshapfanne  und  Grootfontein
zurück  nahm  36  Tage  in  Anspruch,  während  welcher
fast  täglich  starke  Regengüsse  stattfanden,  so  daß
das  ganze  Gebiet  einer  grünen  Wiese  glich.
        <pb n="299" />
        v.  Lindequist  war  begleilet  oußer  von  dem
Distriktschef.  Lieutenant  Steinhausen,  und  dem
Adjutanten  der  Landeshauptmannschaft,  Lieutenant

epler,  auch  von  dem  bekannten  Händler  und
Farmer  Axel  Eriksson,  der  sich  zur  Verfügung
gestellt  hatte  und  am  Omuramba  Ovambo  durch
seine  Kenntniß  des  dortigen  Gebietes  bis  über  den
Okovango  hinaus  von  großem  Nutzen  gewesen  ist.

 

Bekanntmachung.

Auf  Grund  des  §  3  der  Rinderpest-Verordnung
vom  22.  Juni  und  30.  September  1896  wird  hiermit
  Folgendes  zur  allgemeinen  Kenntniß  gebracht:

Im  Nordosten  und  Norden  des  Schutzgebietes
ist  im  Anschluß  an  den  Absperrungsrayon  des  Bezirks
  Windhoek  eine  Absperrungslinie  gegen  die
Rinderpest  gebildet,  welche,  von  Otjituo  am  Omuramba
  Uamataki  ausgehend,  durch  die  Wasserstellen
Okatjurn  —  Neitsas  —  Eitsas  —  Pekos  —  Guntsas—.
Vishfontein—  Tsintsabis—  Omutu  nondju  —  Ondera
—Onendova  —  Amutoni  (Etoshapfanne)  —  Rietfontein
(Gnasenen)  —  Okaukweyo  und  von  dort  westlich  nach
den  noch  besonders  bekannt  zu  gebenden  Wasserstellen
des  Kaokofeldes  läuft.

Diese  Linie  darf  weder  von  Menschen  noch  Vieh
passirt  werden.  Auch  dürfen  sich  in  einem  Umkreise
daonr  C  englischen  Meilen)  von  derselben

er  ung  hin  w  i
Lasheste  9  hin  weder  Menschen  noch  Vieh

Eine  Ausnahme  bilden  nur  die  im  dienstlichen
Interesse  von  der  zuständigen  Bezirks=  oder  Polizeibehörde
  an  die  Grenzlinle  entsandten  und  mit  einem
schriftlichen  Ausweis  versehenen  Weißen  oder  Eingeboren,
  sowie  Gefährte,  Reit=  und  Schlachtthiere.

Sobald  in  irgend  einem  Theile  des  Ovambolandes
  bie  Rinderpest  ausbricht,  müssen  alle  auf  der
Grenzlinie  oder  in  dem  30  Kilometer-Rayon  befindlichen
  Menschen,  Vieh  rc.  unmittelbar  vor  dem  Verlfte
  zürnscnen  esinhirt  werden,  worüber  von

er  betreffenden  Station  eine  i  -
nelrren  Bescheinigung  auszu-Die

  Wasserstellen  Otjunokambo  und  Karakovera
am  Omuramba  Uamataki,  sowie  Oohama  und
Okaokana  im  Nordosten  und  Nordwesten  der  Etoshapfanne
  sind  von  Viehposten  freizuhalten.

Zuwiderhandlungen  werden  gemäß  §  5  der  Verordnung
  über  die  Rinderpest  vom  22.  Juni  und
30.  September  1896  bestraft.

Grootfontein,  den  8.  Januar  1897.

Der  stellvertretende  Landeshauptmann.
v.  Lindequist.

 

Rus  dem  Bereiche  der  Wisstonen  und
der  Mntisklaverei-Bewegung.
Missionar  Maaß  der  deutsch-ostafrik

Mlssion  hatte  sich  zur  eh  zie

mango  nach  Kisserawe  begeben  und  war  dort  am

197

 

perniziösen  Fleber  erkrankt.  Nachdem  er  genesen
war,  ging  er  den  „Nachrichten  der  Mission“  zufolge
nach  Dar-es-Saläm,  um  sich  vom  Arzt  untersuchen
zu  lassen.  Der  rieth  ihm,  zur  Erholung  nach
Usambara  zu  ziehen,  und  Maaß  hat  sich  dorthin
aufgemacht.  Damit  Missionar  Peters  aber  nicht
allein  in  Maneromango  stehe,  ist  ihm  Missionar
Cleve  von  Dar-es-Saläm  zu  Hülfe  gekommen.
Infolgedessen  hat  die  Heidenmission  in  Dar-es-Salem
wieder  eine  Unterbrechung  erfahren.

 

Ueber  das  apostolische  Vikariat  Nyassa
(weiße  Väter)  schreibt  „Gott  will  es“:  Die
Mission  zählt  augenblicklich  zwei  Stationen  mit
sechs  Missionaren:  Unsere  Liebe  Frau  von  den
Engeln  zu  Mambwe  und  Unsere  Liebe  Frau  von
Kajambi,  gegründet  im  Juli  1895.  Die  Zahl  der
Getauften  und  Katechumenen  beträgt  noch  nicht  1000;
indessen  gewährt  die  Mission  von  Kaimbi  bei  den
Wabemba  die  schönsten  Hoffnungen.

Die  Bevölkerung  ist  den  Missionaren  wohlwollend
  gesinnt.  Leider  ist  es  ein  Krieger=  und
Räubervolk,  welches  sich  nur  schwer  an  die  Bebauung
  der  Felder  gewöhnt.  Man  kann  daher
leicht  errathen,  welche  Schwierigkeiten  sich  hier  der
Christianisirung  entgegenstellen.  Nur  allmählich  kann
die  Religion  die  Sitten  jener  Stämme  veredeln  und
den  armen  Wilden  Lust  zur  Arbeit  einflößen.

Ein  Brief  des  apostolischen  Provikars  P.  Dupont,
  datirt  vom  28.  Mai  1896,  meldet  über  den
Stand  der  Mission  und  deren  Erfolge:  „Unsere
Beziehungen  zu  Makassa  und  den  Eingeborenen  sind
die  denkbar  besten.  Wir  haben  mit  Gottes  Gnade
eine  große  Zahl  Kranker  geheilt,  und  infolgedessen
ist  das  Vertrauen  zu  uns  ohne  Grenzen.  Sie
sollten  nur  sehen,  wie  diese  guten  Leute  vom  Morgen
bis  zum  Abend  mit  heiterem  Antlitz  in  unserer  Hütte
zusammenströmen,  wie  sie  mit  tiefer  Rührung  die
schönen  Lehren  unserer  heiligen  Religion  anhören,
die  wir  ihnen  in  nie  endenden  Unterhaltungen  auseinandersetzen.
  Ich  verkehre  täglich  mit  einem  Greise
von  beinahe  hundert  Jahren,  dem  Häuptling  eines
benachbarten  kleinen  Dorfes  und  erstem  Rathgeber
Makassas.  Er  ist  mein  Freund,  trotz  seines  zähen
Festhaltens  an  den  abergläubischen  Gebräuchen.“

 

Nach  einer  Vereinbarung  der  Epvangelischen
Brüder-Unität  mit  der  Londoner  Missionary  Society
ist  die  von  dieser  1879  gegründete  Station  Urambo,
unweit  von  Tabora,  mit  allen  Liegenschaften  und
Gebäuden  in  den  Besitz  der  Unität  übergegangen
und  wird  von  ihr  demnächst  übernommen  werden.

 

Wie  der  „Missionsfreund“  meldet,  war  der  für
das  Kondeland  bestimmte  Missionar  Maaß  am
1.  Januar  d.  Is.  bereits  in  Tschiromo  am  Schirefluß
  angelangt.  Er  hatte  also  bis  dahin  eine  sehr
schnelle  und  auch  sonst  günstige  Reise.

Fräulein  Elisabeth  Grell  aus  Ebersdorf  in
        <pb n="300" />
        Thüringen,  Braut  des  Missionars  Bunk  im  Kondelande,
  soll  am  24.  März  von  Neapel  aus  die  Relse
nach  Ostafrika  antreten.  Sie  ist  die  Tochter  eines
Missionars  der  Brüdergemeinde,  der  früher  in  Surinam
  gearbeitet  hat.

Aus  Engelberg  (Kamerun)  schreibt  P.  König
in  „Gott  will  es“:  Bisher  ist  hier  von  einer
eigentlichen  Seelsorge  noch  nicht  viel  zu  sagen;  aber
die  Zukunft  verspricht  viel.  Alles  muß  jedoch  mit
großen  Opfern  erkauft  werden.

Der  Besuch  des  hochwürdigen  Herrn  Administrators
  P.  Georg  Walter  hob  den  Schaffensmuth.

Die  Kaffeepflanzung  hat  durch  den  starken
Regen  theilweise  sehr  gelitten.  Das  Wasser  hat  sich
am  Abhange  große  Rinnen  gegraben,  ohne  Rücksicht
auf  die  jungen  Pflänzechen  zu  nehmen.  Die  Beete
im  Garten  waren  nicht  hoch  und  schmal  genug,  um
das  Wasser  ablaufen  zu  lassen,  weshalb  es  sich  quer
durch  dieselben  wühlte.  Durch  diese  Mißerfolge
belehrt,  werden  wir  es  nächstens  auf  andere  Welse
versuchen.

Die  Bauten  an  der  Kirche  haben  ebenfalls  die
elementare  Gewalt  der  Regenmasse  empfunden.  Die
unter  der  Dachrinne  hinlaufende  Luftventilation  vermindert
  zwar  das  beengende  Gefühl  verbrauchter
Luft  in  der  Kirche,  aber  der  einströmende  Regen
ließ  die  mit  nassem  Kalk  bedeckten  Bretterwände  in
schlechtem  Lichte  erscheinen.  Nur  der  Anublick  des
wirklich  andächtig  stimmenden  Chores  versöhnte  mich
einigermaßen  mit  der  Verwüstung.  Das  hiesige
harte  Holz  ist  ausgezeichnet;  es  möchte  wohl  vor
fein  geöltem  deutschen  Eichenholz  den  Vorzug  verdienen,
  und  die  geschmackvoll  hergestellten  Chorfenster
  mit  buntem  Glase,  der  sorgfältig  gearbeitete
Altar  des  Bruders  Bernhard  müssen  das  Herz
erheben.

Der  Maulesel  hat  die  Erwartungen,  die  wir  auf
seine  Trägerdienste  setzten,  bisher  noch  nicht  erfüllt;
voch  ist  er  nicht  allein  schuld  daran;  die  steile  Anhöhe
  bietet  harte  Nüsse  zu  knacken.  Das  Grauthier
ist  kräftig,  hat  aber,  obgleich  es  jetzt  im  Dienste  der
Mission  steht,  seine  Manieren  behalten.  So  treibt
es  immer  die  Ziegen  zu  Paaren,  die  es  wagen,  hier
auf  der  Anhöhe  zu  weiden,  und  unserer  theuren
Madeiraziege  hat  es  den  Todesstoß  versetzt.  Beim
Reiten  benimmt  es  sich  jetzt  weniger  störrisch,  doch
hat  es  bisher  noch  keinen  kranken  Bruder  den  Berg
heraufgetragen.

Das  eine  kleinere  Regenwasserbehältniß  ist  fertig;
hoffentlich  wird  es  nicht  sickern,  obgleich  es  bei  dem
jetzigen  Wetter  nicht  recht  austrocknen  kann.  Die
Pumpe  hat  leider  auf  dem  Transport  ein  Glied
verloren;  die  Brüder  haben  es  aber  verstanden,  sie
so  zu  behandeln,  daß  sie  einstweilen  ihre  Dienste
thut.  Der  Transport  der  Sachen  auf  den  Engelberg
  kommt  theuer  zu  stehen.  Sechs  Tonnen
Cement  heraufzuschaffen  kostet  z.  B.  51  Mark.
Das  vorletzte  Mal  mußte  ich  sogar  über  150  Mark

 

198  —

Trägerlohn  für  eine  Ladung  bezahlen;  dazu  kamen
noch  die  Geschenke  an  Tabak.

Machen  wir  jetzt  einen  Besuch  bei  den  Holzsägern
  in  der  Tiefe.  Wären  wir  immer  in  der
Lage,  diese  Bassaleute  zur  Arbeit  anzutreiben,
Stunde  für  Stunde,  so  würden  wir  großartig
billiges  und  herrliches  Holz  erzielen.  Der  letzte  gefällte
  Baum,  fast  20  m  lang,  ist  kerzengerade  und
rund,  und  das  Holz  wie  das  der  deutschen  Eiche.
Da  muß  das  Herz  des  Tischlers  lachen.  Weil  der
Bruder  recht  lange  Bretter  zum  Fußboden  für  den
Krankenhausflügel  wünscht,  läßt  er  nur  die  größten
Bäume  fällen.  Dies  vertheuert  freilich  wieder  die
Sache;  aber  die  Güte  des  Holzes  soll  ja  eine  sehr
lange  Dauer  versprechen.  Die  Manier  des  Behauens,
  das  Umwälzen  mit  der  dazu  erforderlichen
großen  Arbeiterschaar,  die  Ausdauer  der  Säger  mit
der  langen  Säge  —  alles  dies  könnte  wohl  bei
einem  Bruder  Schreiner  in  Ihrer  Werkstätte  zu
Limburg  das  Verlangen  wachrufen,  den  Ruf  nach
Kamerun  bald  zu  vernehmen.

Bruder  Bernhard  hält  sich  hier,  trotz  seiner
Abneigung  gegen  Chinin,  noch  ganz  gut.  Auch
Bruder  Paul,  der  gewandte  Schuhmacher,  Oekonom
und  Schneiderdilettant,  bekommt  wieder  rothe  Backen;
deshalb  will  ihn  denn  P.  Walter  nächstens  wieder
eine  Zeit  lang  in  die  Niederung  schicken.  Bruder
Johannes  kehrt  nach  Marienberg  zurück,  sichtlich

erfreut,  wieder  auf  dem  alten  Arbeitsfelde  wirken  zu

dürfen.  Der  von  dort  gekommene  Bruder  Jäger
ist  voll  des  Lobes  über  die  tröstlichen  und  sichtbaren
Erfolge  der  Station  Marienberg.

Es  wird  lebendig  auf  dem  alten  Götterberge.
Buöo  soll  telegraphische  Verbindung  mit  Kamerun
erhalten  für  den  jeweiligen  Aufenthalt  des  Gouverneurs
  in  dieser  Sommerfrische.  Auf  dem  „Doktorhügel“
  will  Dr.  Zintgraff  mit  der  Abholzung
eines  für  2000  Mark  erstandenen  großen  Terrains
beginnen.  Er  hat  schon  Tausende  von  Kaffeepflänzchen
  von  ½  m  Höhe  im  botanischen  Garten
zu  Viktoria  gekauft.

Nächstens  sollen  die  Balken  über  den  Kribifluß
gelegt  werden.  Die  Brückenpfeiler  können  schon  noch
länger  warten.  Die  Brücke  wird  dem  Priester  den
Weg  erleichtern,  so  daß  er  zum  Belspiel,  wenn  er
nachts  zu  einem  Kranken  eilen  muß,  nicht  erst  lange
nach  einem  Fahrzeug  zu  rufen  braucht.  Es  lebe  in
dieser  Beziehung  der  Fortschritt!

Der  Generalkassirer  der  Baseler  Mission  in
Kamerun,  Br.  Hartenstein,  kommt,  wie  der
„Heidenbote"  meldet,  im  Frühjahr  heim.  Zum
Nachfolger  ist  bestimmt  Br.  Dietrich,  früher  Vorsteher
  der  Mittelschule  in  Christlansborg  (Goldküste),
jetzt  zur  Erholung  in  der  Heimath.  Dietrich  wäre
gern  wieder  an  seine  frühere  Arbeit  zurückgekehrt,
hat  sich  aber  auf  Anfrage  bereit  erklärt,  den
Generalkassirerposten  in  Kamerun  zu  übernehmen,
bei  welchem  viel  darauf  ankommt,  daß  sein  Inhaber
        <pb n="301" />
        kein  Neuling  in  der  Mission  ist.  Als  kaufmännischer
Mitarbeiter  wird  dem  Br.  Dietrich  der  vor
Kurzem  ausgesandte  Br.  Hies  zur  Seite  stehen.
Der  Generalkassirer  ist  Vertrauensmann  des  Komitees
  in  allen  inneren  Angelegenheiten  und  nimmt
als  Mitglied  des  „Ausschusses“  an  der  Leitung  der
Mission  unmittelbar  theil.

Br.  Schuler  hätte  gern  vor  seiner  Rückkehr
nach  Kamerun  (die  dann  erst  im  Frühjahr  1898
möglich  gewesen  wäre)  das  ganze  Neue  Testament
(d.  h.  die  sehr  mangelhafte  Uebersetzung  des  alten
Mlssionars  Saker)  in  der  Dualasprache  nach  dem
Grundtext  revidirt  und  durch  den  Druck  geführt,  und
es  wäre  dies  für  die  Mission  von  großem  Werth
gewesen;  aber  Br.  Schuler  und  die  Mission  fürchten,
die  Arbeit  gehe  in  der  kurzen  Zeit  doch  über  seine
Kraft,  und  so  wird  sich  Br.  Schuler  auf  die
Evangelien  (Matthäus  und  Johannes  sind  bereits
sertig  und  von  der  Stuttgarter  Bibelgesellschaft  gedruckt)
  und  die  Apostelgeschichte  beschränken  und  die
zweite,  schwierigere  Hälfte  auf  später  verschieben.
Er  kann  dann,  wie  wir  hoffen,  im  Sommer  oder
Herbst  abreisen.

Da  infolge  der  Besetzung  von  zwei  weiteren
Stationen  (Edie  und  Bombe)  sofortige  Verstärkung
des  europäischen  Personals  nöthig  ist,  werden  die
Brüder  Kobel  und  Schürle  aus  der  zweiten  Klasse
des  Missionshauses  im  April  nach  Kamerun  ausgesandt.


Für  das  Missionshaus  in  Nyasoso,  Kamerun,
ist  ein  Voranschlag  für  ein  Haus  von  sechs  Zimmern
  mit  Nebengebäude  von  13  000  bis  15  000  Mk.
is  swerden.

ie  Baseler  Mission  im  Hinterland  von  Deutsch-Togo
  hat  bis  jetzt  noch  keine  eigentliche  iche
gehabt,  sondern  ist  von  Anum  aus,  das  noch  im
Geblet  der  englischen  Goldküste  liegt,  betrieben
worden.  Seit  einiger  Zeit  steht  Br.  Mischlich  in
Bismarckburg  im  Adeleland,  und  von  da  hat  er
wiederholt  Vorstöße  ins  tiefe  Innere  gemacht;  aber
das  ist  bis  jetzt  mehr  ein  Vorposten.  Wir  denken
nicht  daran,  schreibt  das  Baseler  Missionskomitee  im
„Heidenboten",  Br.  Mischlich  wieder  von  Bismarckburg
  zurückzuziehen;  vielmehr  hat  er  Erlaubniß,
sich  in  der  Nähe  von  dort,  in  Ketschenke,  ein
solideres  Haus  zu  bauen,  und  gern  würden  wir  ihm
auch  gleich  einen  Bruder  an  die  Seite  stellen,  wenn
wir  nur  einen  entbehren  könnten.  Für  die  nächste
Hauptstation  wird  aber,  da  Anum  und  Ketschenke
doch  sehr  weit  (etwa  neun  Tagereisen)  auseinander
liegen,  die  in  der  Mitte  zwischen  beiden  gelegene
Landschaft  Boem  ins  Auge  gefaßt,  wo  bisher  der
eingeborene  Missionar  Clerk  (in  Worawora)  mit
einigen  Gehülfen  gearbeitet  hat.  Hier,  etwa  in  dem
schön  und  hoch  gelegenen  Tapa,  soll  besonders  auch
eine  Bildungsanstalt  für  eingeborene  Gehülfen  aus
dem  deutschen  Gebiet  errichtet  werden.  Der  Anfang
  wird  damit  gemacht,  daß  Br.  Pfisterer,  der
demnächst  auf  die  Goldküste  zurückkehrt,  sich  bei

 

199  —

Br.  Clerk  in  Worawora  niederläßt  und  von  da
aus  die  Stationsgründung  in  Tapa  betreibt.  Zum
Stationsgebiet  von  Tapa  wird  außer  Boem  selost
voraussichtlich  auch  Kratschi  mit  der  Handelsstadt
Kete  gehören.

 

Der  Missionar  von  der  Rheinischen  Mission
Pabst  in  Rietfontein  wollte  Anfang  des  Jahres
nach  den  „Berichten  der  Mission“  die  Heimreise
antreten.

 

Nach  Mittheilung  von  „Afrika“  ist  die  Sklavenfreistätte
  des  evangelischen  Afrikavereins  auf  dem
Lutindiberge  schwer  heimgesucht  worden.  Die  Diakonissin
  Lina  Dieckmann,  welche  zur  Hausmutter
derselben  berufen  war  und  die  Erziehung  der
Mädchen  übernehmen  sollte,  kam  fieberkrank  auf  dem
Platze  an,  der  ihr  neues  Arbeitsfeld  zu  werden  bestimmt
  war,  und  ist  alsbald  der  tückischen  Krankheit
erlegen.  Nähere  Nachrichten  stehen  einstweilen  noch
aus.  Am  11.  November  v.  Is.  hat  sich  Diakon
Bokermann  nach  derselben  Quelle  vom  Lutindi
aufgemacht,  um  die  ersten  Pfleglinge  der  Sllavenfreistätte
  aus  Kisserawe  in  Usaramo,  der  Station  der
„Evangelischen  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika“,
  abzuholen.  Ueber  seine  Reise  bis  Tanga
schreibt  er:

Am  10.  November  sahen  wir  auf  Lutindi  seit
fast  14  Tagen  zum  ersten  Male  wieder  die  Sonne
durchleuchten.  Dies  gab  mir  Muth,  die  Reise  an
die  Küste  nach  Kisserawe  anzutreten,  um  Schwester
Lina'  und  die  kleine  Kinderschaar  nach  Lutindi  zu
begleiten.  An  dem  Tage  zogen  ab  und  zu  noch
kleine  dunkle  Schauer  über  die  Berge  hinweg;  aber
der  Regen  kam  nur  noch  spärlich  hernieder.  Wir
rüsteten  uns  daher  zur  Reise.  Gepackt  wurden
vier  Lasten,  zwei  für  Zelt  und  Feldbettstelle,  ein
Blechkoffer  mit  Kleidungsstücken  und  dergleichen  und
ein  Blechkoffer  mit  Lebensmitteln.  Am  Morgen  des
11.  stellten  sich  genügend  Träger  ein,  von  denen  ich
sechs  anwarb,  vier  für  die  Reiselasten  und  zwei  ohne
Lasten,  die  aber  auf  dem  Rückwege  ihre  Lasten  in
Tanga  erhalten  sollten.  Nach  drei  Stunden  erreichten
  wir  Kwasigi,  welches  ganz  von  dem  Pangani
  umspült  wird.  In  dem  stark  strömenden  Fluß
schwammen  einige  Jungen,  die  sich  von  den  Wellen
tragen  und  an  das  jenseitige  Ufer  spülen  ließen.
In  den  Thalschluchten  der  Mashendeiberge  glänzten
mehrere  starke  Wasserfälle,  deren  donnerndes  Geköse
bis  in  die  Ebene  drang.  An  dem  Sambigazifluß
angelangt,  staunten  wir  über  die  furchtbare  Kraft
des  Wassers,  welches  die  starke,  mächtige  Holzbrücke
zertrümmert  und  fortgeschwemmt  hatte.  Wir  hätten
den  Fluß  wohl  kaum  passiren  können;  aber  einige
Eingeborene  hatten  schon  vor  uns  eine  eigenartige
Brücke  aus  Stangen  und  Lianen  hergestellt,  mit
deren  Hülfe  wir  trockenen  Fußes  das  jenseitige  Ufer
erreichten.  Gleich  nach  diesem  Uebergange  kamen
wir  an  den  Mbesafluß.  Trotddem  das  Wasser
        <pb n="302" />
        1½  m  über  die  Brücke  hinweggestürzt  war,  hatte
sie  doch  standgehalten.  Dann  ging  unser  Weg  durch
eine  lange  Grassteppe.  Um  3  Uhr  trafen  wir  in
Korogwe  ein.  Das  Dorf,  mit  etwa  600  Hütten,
liegt  auf  einer  Insel,  die  nach  allen  Seiten  von  den
Wassern  des  Pangani  umspült  wird.  Zu  dem
Dorfe  führt  eine  50  m  lange  Brücke.  Diese  besteht
aus  einem  1  Fuß  breiten  Baumstamm,  der  auf  zwel
mächtigen  Holzgabeln  ruht  und  von  langen  Seilen,
welche  aus  starken  Lianen  geflochten  sind,  gehalten
wird.  Nachdem  wir  unser  Zelt  aufgeschlagen  und
etwas  gegessen  hatten,  bot  sich  unseren  Augen  ein
interessantes  Schauspiel.  Es  kamen  nämlich  sämmtliche
  Kühe,  Schafe  und  Ziegen  von  der  Weide;  die
ersteren,  gegen  300  Stück,  warfen  sich  kühn  in  die
Fluthen  des  Pangani,  um  schwimmend  das  jenseitige
Ufer  zu  erreichen.  Viele  wurden  weite  Strecken
fortgetrieben;  aber  es  gelang  allen,  den  festen  Boden
wiederzugewinnen.  Die  Schafe  und  Ziegen,  an
600  Stück,  gingen  in  langem  Gänsemarsch  über  den
Brückensteg.  Am  Eingang  des  Dorfes  standen  die
Eigenthümer  bereit  und  nahmen  sie  in  Empfang.
Bis  auf  zwei  Ziegen  erreichten  alle  das  Ende  des
Steges.  Die  beiden  bekamen  miteinander  Streit,
fingen  an,  sich  gegenseitig  anzurempeln,  bis  beide  in
die  reißende  Fluth  stürzten.  Das  eine  Thier  wurde
gerettet,  während  das  andere  schnell  abwärts  trieb
und  jedenfalls  ein  Raub  der  Krokodile  wurde.  —
Hier  besuchte  mich  der  Missionar  der  englischen
Missionsstation  und  lud  mich  freundlichst  ein,  bei
ihm  zu  essen  und  zu  wohnen,  was  ich  dankbar  annahm.
  Diese  Station  liegt  am  Abhange  elnes
Berges  in  der  Nähe  von  Korogwe.  Die  Missionare
haben  dort  unter  den  Wasegua  mit  großem  Segen
gearbeitet  und  in  fünfjähriger  Arbeit  eine  Gemeinde
von  40  Seelen  aus  den  Heiden  sammeln  dürfen.
Da  der  englische  Missionar  kein  Deutsch  und  ich
kein  Englisch  sprach,  mußten  wir  uns  zur  Unterhaltung
  des  Kisuaheli,  Kiseguha  und  Kishambala
bedienen.  Abends  war  in  Korogwe  ein  großes
Ngoma  (Tanzfest).  —  Da  wir  am  anderen  Morgen
früh  aufbrechen  wollten,  schlief  ich  in  meinem  Zelt.
Gegen  Mitternacht  verstummten  auch  die  Ngomatrommeln
  und  das  Geheul  der  vom  Tanze  ermüdeten
Wasegua.  -

Am  Morgen  des  12.  machten  wir  uns  mit
Tagesanbruch  reisefertig.  Zu  uns  gesellten  sich  noch
einige  20  Träger  von  Kilimandjaro.  Wir  Alle
zusammen  zogen  fröhlich  singend  unsere  Straße
weiker.  Der  Gesang  wurde  aber  plötzlich  unterbrochen.
  Es  kam  uns  nämlich  ein  Askarl  der
Schußtruppe  mit  zwei  in  Ketten  geschlossenen  Massaiverbrechern
  entgegen,  der  uns  die  Mittheilung  machte,
daß  der  Luengerafluß  weit  und  breit  Alles  überschwemmt
  habe  und  nicht  zu  passiren  sei.  Diese
Nachricht  machte  uns  Alle  etwas  muthlos.
ließ  die  Uebrigen  an  der  Stelle  warten  und  ging
mit  einigen  Männern  in  das  überschwemmte  Gebiet
des  Luengera.  Wir  fanden  die  ganze  Ebene  bis  zu

200

 

½  km  von  dem  eigentlichen  Luengera  unter  Wasser
stehend.  Hin  und  wieder  ragten  noch  einige
Sträucher,  Schilf  und  dergleichen  hervor.  An  ein
Durchwaten  war  nicht  zu  denken.  Da  wir  aber
bemerkten,  daß  das  Wasser  in  schnellem  Abnehmen
begriffen  war,  so  gab  uns  das  Muth,  noch  einen
Tag  zu  warten.  Wir  kehrten  zu  den  anderen
Trägern  zurück  und  schlugen  in  der  Nähe  des
Dorfes  Kwagumi  unser  Zelt  auf.  Mit  dem  Dorf
selbst  hatten  wir  keine  Verbindung,  weil  die  Brücke
schon  vor  einigen  Tagen  fortgeschwemmt  war.  Der
Häuptling  des  Dorfes,  eine  kräftige  Hünengestalt,
wollte  es  sich  aber  nicht  nehmen  lassen,  einen  Europäer,
  der  in  der  Nähe  seines  Dorfes  sein  Zelt  aufgeschlagen
  hatte,  zu  begrüßen.  Er  stürzte  sich  deshalb
tapfer  in  die  Fluthen  und  arbeitete  sich  durch  die
starke  Strömung  hindurch  bis  an  das  diesseitige
Ufer,  wo  er  mich  mit  freundlichem  „Mos.  —
mwenje  Bwana“  begrüßte.  Am  anderen  Morgen
hofften  wir  hinüberzukommen;  aber  es  war  doch  mit
Lebensgefahr  verbunden,  well  die  meisten  Träger
nicht  schwimmen  konnten.

Am  anderen  Morgen,  den  14.,  brach  der  Tag
an  mit  starkem  Regen  aus  Osten.  Wir  schnürten
darum  schnell  unsere  Lasten;  denn  ein  Zögern  konnte
uns  den  Uebergang  vielleicht  unmöglich  machen,  weil
nach  dem  Regen  das  Wasser  wieder  anfing  zu  steigen.

iue  dem  Wasser  angekommen,  warteten  wir,  bis  alle
Träger,  wohl  an  40  Mann,  angelangt  waren.  Ein
Kilimandjaroträger  hatte  den  Muth,  eine  nicht  allzu
tiese  Durchgangsstelle  zu  suchen.  Er  war  vielleicht
10  m  im  Wasser,  als  er  einen  jähen  Schrei  ausstieß.
  In  nächster  Nähe  tauchte  plößlich  der  Kopf
eines  Krolodils  aus  dem  Wasser,  was  bei  uns
Allen,  die  wir  standen  und  zusahen,  einen  starken
Schrecken  hervorrief.  Der  Mann  kam  jedoch  unversehrt
  wieder  zurück.  Jetzt  schienen  aber  die
Meisten  den  Muth  verloren  zu  haben;  Alle  jammerten,
  daß  sie  keine  daua  (Medizin)  gegen  die
Krokodile  hätten.  Schließlich  baten  sie,  ich  möchte
doch  einen  mganga  (Zauberer)  aus  dem  nächsten
Dorf  holen  lassen,  damit  derselbe  seine  Kraft  in  das
Wasser  thäte,  dann  wären  wir  vor  den  Krokodilen
geschützt.  Ich  erwiderte  ihnen,  daß  ich  für  mich
keine  daua  wünsche,  auch  nicht  brauche;  wenn  sie
sich  aber  daua  besorgen  wollten,  so  würde  ich  cs
ihnen,  well  sie  Heiden  seien,  nicht  verwehren.  Dann
nahm  ein  Jeder  seine  Last  auf,  und  nachdem  eine
seichte  Stelle  gefunden  war,  stellte  ich  sie  paarweise
dicht  zusammen.  So  zogen  wir  durch  die  erste
Strömung  hindurch.  Wir  hatten  eine  ziemlich  gute
Stelle  gefunden;  denn  das  Wasser  ging  uns  nur  bis
an  die  Brust  und  den  Kleinen  bis  an  den  Hals.
Wir  wateten  dann  in  ungefähr  1  m  tiefem  Wasser
im  Schilf  und  Gestrüpp  weiter,  bis  wir  an  einc
stärkere  Strömung  kamen,  zwar  nicht  so  breit,  aber
bedeutend  tiefer.  Ich  ging  mit  einem  Wanyamwesiträger
  voran  in  die  Strömung  hinein.  In  der
Mitte  derselben  schwand  uns  aber  der  Boden  unter
        <pb n="303" />
        den  Füßen,  und  die  Strömung  war  so  stark,  daß
wir  uns  nicht  mehr  halten  konnten,  sondern  schwimmend
  das  jenseitige  Ufer  erreichten.  Wie  die  Träger
sahen,  daß  wir  schwimmen  mußten,  wurden  sie,  wie
sie  sagten,  nizabulwa  ni  oga  (ich  bin  von  Furcht
überkommen).  Wir  schwammen  dann  wieder  zurück,
sprachen  ihnen  etwas  Muth  zu  und  stellten  sie  dicht
in  einen  Haufen  zusammen,  wobei  sie  sich  gegenseitig
  die  Hand  reichten.  Dann  ging  es  tapfer  ins

asser,  Einige  schwammen,  die  Anderen  wurden  mit
hinübergerissen,  und  wir  erreichten  Alle  glücklich  das
jenseitige  User.  Einige  Lasten  schwammen  nun  noch

im  Wasser;  aber  auch  diese  trieben  an  das  Ufer.
So  waren  wir  Alle  unversehrt  durch  diese  nicht
ungefährliche  Strömung  gekommen.  Wir  mußten
nun  im  Wasser  weiter  waten  und  nach  20  Minuten
erreichten  wir  den  eigentlichen  Luengerafluß.  Dieser
war  ziemlich  leicht  zu  passiren,  weil  die  Brücke  noch
vorhanden  war.  Aber  auch  über  diese  ging  das
Wasser  noch  ½  m  hinweg.  Dann  marschirten  wir
noch  zwei  Stunden  im  Wasser;  stellenweise  reichte
es  uns  bis  über  die  Kniee,  aber  auch  sehr  oft  bis
an  den  Hals.

Da  mir  der  Missionar  einen  besseren  und  näheren
Weg  empfohlen  hatte,  so  schlugen  wir  den  ein  und
ließen  die  Karawanenstraße  über  Luasi  rechts  liegen.
Aber  wir  mußten  bald  erkennen,  daß  wir  uns
gründlich  versehen  hatten;  denn  der  Weg  führte
sünfmal  über  den  Mkulumusifluß.  Das  erste  Mal
konnten  wir  ihn  noch  mit  geringer  Mühe  durchwaten;
  die  anderen  drei  Uebergänge  konnten  wir
nur  dadurch  ermöglichen,  daß  wir  aus  langen  Seilen
eine  Art  Leiter  verfertigten.  Es  schwamm  dann
Einer  hinüber  und  band  die  Lianen  an  irgend  einen
Baum  fest.  Es  wurden  dann  zuerst  die  Lasten
hinübergezogen,  dann  klekterte  Einer  nach  dem  Anderen
  an  dem  Seil  hinüber.  Da  hierbei  der  halbe
Körper  im  Wasser  hing  und  man  nur  mit  den
Händen  sich  an  dem  Sell  fortbewegen  konnte,  so
mußte  man  alle  Kraft  anwenden,  um  nicht  von  den
starken  Fluthen  mitgerissen  zu  werden.

Auf  diese  Weise  kamen  wir  überall  glücklich
hinüber.  Nur  vor  dem  letzten  Uebergang  fanden
wir  keinen  Ausweg.  Wir  suchten  wohl  über  eine
Stunde  eine  Uebergangstelle,  aber  vergebens,  überall
war  der  Fluß  weit  über  seine  Ufer  getreten,  und  das
Wasser  stürzte  mit  solcher  Gewalt  vorwärts,  daß  an
ein  Durchschwimmen  nicht  zu  denken  war.  Da  aber
die  Sonne  schon  am  Untergehen  war  und  wir  den
ganzen  Tag  nur  im  Wasser  marschirt  hatten,  so
sehnten  wir  uns  h  Ruhe  und  einem  schönen
Feuer,  wo  wir  unsere  Kleider  etwas  trocknen  konnten.
Ein  Dorf  war  aber  weit  und  breit  nicht  zu  entdecken.
  So  beschlossen  wir  denn,  in  der  Nähe
des  Flusses  unser  Zelt  aufzuschlagen,  um  da  zu
übernachten.  Da  kam  ein  Trüger  mit  der  freudigen
Botschasft,  daß  er  einen  Pfad  gefunden  habe,  der
unbedingt  zu  einem  Dorfe  führe.  Wir  machten  uns
nun  Alle  auf  den  Weg  und  kamen  auch  wurklich

201

 

nach  einer  halben  Stunde  in  ein  kleines  Dorf  von
fünf  Hütlen.

Am  anderen  Morgen  gab  uns  der  Dorfälteste
einen  Mann  mit,  der  uns  eine  bequeme  Uebergangsstelle
  zeigte.  Es  war  ein  dicker  Baumstamm,  der
quer  über  dem  Fluß  lag,  über  den  das  Wasser  nur
1  m  hoch  hinwegging.

Dann  bekamen  wir  einen  besseren  Weg,  wir
trafen  in  dem  ganzen  Handéigeblet  nur  noch  einige
kleinere  Flüsse  mit  höchstens  1½  m  tiesem  Wasser.
Um  2  Uhr  trafen  wir  in  Muhesa,  dem  Endpunkt
der  Eisenbahn,  ein.  Wir  hofften  nun,  von  da  an
mit  der  Eisenbahn  nach  Tanga  fahren  zu  können;
aber  da  erfuhren  wir  zu  unserem  Bedauern,  daß  die
Strecke  von  den  starken  Regengüssen  durchbrochen
sei.  Wir  marschirten  deshalb  weiter  bis  Ngunbeni.

Am  Montag,  den  16.,  brachen  wir  friih  morgens
von  Agunbeni  auf;  denn  wir  hofften,  an  demselben
Tage  Tanga  zu  erreichen.

 

Aus  fremden  Rolonien.

Anwerbung  von  Arbeitern  zum  Eisenbahnbau.

Um  die  Anwerbung  von  eingeborenen  Arbeitern
der  Inseln  Sansibar  und  Pemba  für  den  Bau  der
Mombassa-Eisenbahn  zu  erleichtern  bezw.  zu  regeln,
hat  der  First  Minister  of  the  Zanzibar  Government
  unter  dem  1.  Februar  d.  Is.  eine  Verfügung
erlassen,  laut  welcher  die  Verdingung  von  farbigen
Arbeitern  an  europäische  Unternehmer  vor  dem
Governmment  Registration  Oflice  verlautbart
werden  muß.  Ueber  die  Verhandlung  ist  folgende
Urkunde  aufzunehmen:

Hiermit  wird  bezeugt,  daß  (Name  des  Unternehmers)
  den  unten  näher  bezeichneten  Arbeiter  gemäß
  den  Bestimmungen  der  „Labour  Regulations
1896“  in  Arbeit  genommen  hat.  Besagter  Arbelter
erhält  monatlich  so  und  so  viel  Rupien  Lohn,  von
welchem  Betrage  er  so  und  so  viel  Rupien  als  Vorschuß
  erhalten  hat.

Beschreibung  des  Arbeiters:
Name,  Stamm  und  Rasse,  Alter,  Größe,  besondere
Kennzeichen.
Datum,  Unterschrift  des  Unternehmers  und  des
egistrars.

(Vergleiche  zu  dieser  Labour  Regulation  die
in  der  vorigen  Nummer  dieses  Blattes  veröffentlichte
Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  für  Deutsch-Ostafrika,
  betreffend  die  Abschließung  von  Arbeitsverträgen
  mit  Farbigen.)

 

Die  Mineralpvoduktion  in  Britisch-Indien  1894.

Der  Bericht  über  die  Mineralproduktion  Indiens
für  das  Jahr  1894  zeigt  mit  großer  Deutlichkeit,
welchen  Aufschwung  die  Bergwerksindustrie  in  Indien
        <pb n="304" />
        während  der  letzten  Jahre  genommen  hat,  und  zwar
sind  es  eigenthümlicherweise  nicht  diejenigen  Mineralien,
  für  welche  Indien  seit  dem  Alterthum  berühmt
war,  nämlich  Gold  und  Edelsteine,  sondern  Kohlen,
welche  den  hervorragendsten  Platz  in  der  Produktion
nutzbarer  Mineralien  einnehmen.  Außer  Kohle  kann
nur  noch  Salz  und  vielleicht  auch  Eisen  in  Betracht
kommen,  obschon  die  Produktion  an  letzterem,  verglichen
  mit  den  Importen,  verschwindend  ist.  Alle
übrigen  im  Bericht  genannten  Mineralien  können  in
Bezug  auf  ihre  Produktion  kaum  mehr  als  lokale
Bedeutung  beanspruchen.  So  haben  z.  B.  die  einst
so  berühmten  Diamantgruben  in  Bandelkhand  im
Berichtsjahre  nicht  mehr  als  21034  Karat  im  Werthe
von  16  251  Pfd.  Sterl.  8  Schill.  3  Pre.  geliefert.
Von  den  Gruben  aus  Südindien  liegen  überhaupt
keine  Nachrichten  vor.

Wie  bereits  erwähnt,  bildet  Steinkohle  das
wichtigste  Mineralprodukt  Indiens,  und  der  Aufschwung,
  welchen  die  Produktion  seit  dem  Jahre  1887
genommen  hat,  kann  nicht  besser  als  durch  folgende
Tabelle  illustrirt  werden:

1878  1  015  210  Tonnen,
1879  924  562  -
1880  1  019793
1881  997730
1882  1  130  242
1883  1  315  976  -
1884  1  397  818  -
1885  1294221  -
1886  1  388  487  -
1887  1664  068  -
1888  1  708  908  -
1889  1  946  172  -
1890  2  168  521  -
1891  2  328  577  -
1892  2637  696  -
1893  2529  885

2  774  093

Hand  in  Hand  mit  diesem  Aufschwung  der  indischen
  Kohlenproduktion  macht  sich  eine  Abnahme
der  importirten  Kohle  deutlich  wahrnehmbar,  denn
während  noch  im  Jahre  1887/88  848  878  Tonnen
eingeführt  wurden,  betrug  die  Einfuhr  im  Jahre
1893/94  nur  noch  591  007  Tonnen.

Die  Salzproduktion  betrug  1  297  378  Tonnen,
was  im  Vergleich  zum  vorhergehenden  Jahre
(837  664)  eine  Zunahme  von  41,36  péCt.  bedeutet.
Interessant  sind  die  Zahlen,  die  sich  auf  die  Einfuhr
von  Salz  nach  Indien  beziehen,  besonders  darum,
weil  Deutschland  einen  verhältnißmäßig  großen  Antheil
  an  diesem  Handel  besitzt.  Wir  geben  hier  die
betreffende  Tabelle  ausführlich  wieder,  weil  sie  wegen
der  Schlußfolgerung,  die  daraus  gezogen  wird  und
welche  ihre  Spitze  gegen  Deutschland  kehrt,  beachtenswerth
  ift:

 

202

 

 

l  l

1889x90.1890-9111891,92.1892-93«1893,94
«pd.».«-æe222260241061!268715
45439005403103403H7391147811
857361«322«9840«25887421475
n  33  782)  36  662)  33  969  37  262  51051
Uebrige  Länder10  084  137111  44811  8421  23  824

Der  Verfasser  des  Berichts  sagt  nun  wörtlich
Folgendes:  „Die  Zunahme  der  Einfuhr  an  deutschem
Salz  und  solchem  aus  Aden  und  eine  dementsprechende
Abnahme  der  Einfuhr  von  Salz  aus  Großbritannien
ist  somit  durch  obenstehende  Zahlen  aufs  deutlichste  erwiesen.“
  Wie  hinfällig  indessen  die  Behauptung  des
Berlchterstatters  von  dem  Verdrängtwerden  des  englischen
  Salzes  durch  das  deutsche  ist,  lehrt  die  obige
Tabelle.  Es  ist  richtig,  daß  die  englischen  Salzimporte
von  1889/90  bis  1891/92  eine  Abnahme  aufweisen,
von  da  an  sind  sie  aber  stetig  wieder  gestiegen.
Deutschlands  Antheil  dagegen,  der  noch  im  Jahre
1891/92  103  408  Tonnen  betrug,  fiel  im  Jahre
1898/94  auf  47  811,  also  etwa  um  50  pCt.  Absolut
  gerechnet,  zeigte  der  deutsche  Salzimport  von
1893/94  gegen  den  des  Jahres  1891/92  eine  Abnahme
  von  55  592  Tonnen,  während  der  englische
im  gleichen  Zeitraum  eine  Zunahme  von  46  455
Tonnen  aufwies.  Rechnen  wir  hier  noch  die  Zunahme
  der  Einfuhr  von  Aden,  das,  obgleich  administrativ
  unter  der  indischen  Regierung  stehend,  hier
einmal  wieder  als  Ausland  behandelt  wird,  hinzu,
so  ergiebt  sich  aus  Großbritannien  und  Aden  zusammengenommen
  ein  Plus  von  63  538  Tonnen  im
Jahre  1893/94  gegen  die  Einfuhr  aus  den  gleichen
Ländern  im  Jahre  1891/92;  oder  mit  anderen
Worten,  das,  was  der  deutsche  Salzhandel  mit  Indlen
  seit  189  1/92  verloren  hat,  kommt  beinahe  allein
auf  die  Zunahme  der  Einfuhr  aus  Großbritannien,
mit  großer  Wahrscheinlichkeit  jedoch  auf  die  Zunahme
der  Einfuhr  von  Salz  englischer  Provenienz.  Im
Uebrigen  läßt  die  Abnahme  der  Einfuhr  deutschen
Salzes  nach  Indien  einen  günstigen  Schluß  auf  die
Hebung  des  deutschen  Gesammtimports  nach  Indien
zu,  da  Salz  meistentheils  nur,  wenn  keine  andere
Fracht  da  ist,  als  Ballast  für  Schiffe  verladen
wird,  die  deutscherseits  für  den  indischen  Export
gechartert  sind.

Die  Goldproduktlon  Indiens  betrug  nach  dem
Berichte

 

 

 

 

Großbritannien
Deutschland
Arabien
Ade

 

 

 

c

 

1893  202  989  Unzen,
1894  211770

Es  ist  also  eine  Zunahme  zu  verzeichnen.  Der
Hauptantheil  an  der  Produktion  fällt  auf  die  in
Südindien  in  Mysore  gelegenen  Goldbergwerke.
Dieselben  produzirten  noch  im  Jahre  1891  nur
106  921  Unzen,  haben  also  seither  die  Produktion
belnahe  verdoppelt.
        <pb n="305" />
        Die  Sorsiverwaltung  in  Britisch·  Indien
im  Jahre  1895/94.

Verhältnißmäßig  spät  hat  die  indische  Regierung
den  hohen  Werth  der  Forstkultur  erkannt.  Die
Schwierigkeiten,  die  einer  rationellen  Bewirthschaftung
  der  indischen  Wälder  entgegenstanden,  waren
erheblich,  insbesondere  für  die  Engländer,  die  vom
Mutterlande  her  eine  Forstwirthschaft  in  großem
Maßstabe  nicht  kannten.  Die  indische  Regierung
nahm  keinen  Anstand,  erfahrene  Forstmänner  aus
Deutschland  in  ihren  Dienst  zu  nehmen,  und  diesen
Deutschen,  vor  Allen  den  Generalinspektoren  der  indischen
  Forsten  Ribbentropp  und  D.  Brandis,
ist  es  in  kurzer  Zeit  gelungen,  auf  einer  Fläche  von
über  70  000  englischen  Quadratmeilen  rationelle
Forstwirthschaft  einzuführen  und  dem  Staate  damit
eine  stetig  wachsende  Einnahmequelle  zu  schaffen.

Vor  Allem  mußte  der  sinnlosen  Waldverwüstung
Einhalt  gethan  werden.  Feuer  war  die  Haupt--zefahr.
  die  zunächst  bekämpft  werden  mußte.  Ursprünglich
  angelegt,  um  kleine  Flächen  zur  Bebauung
  urbar  zu  machen,  verbreiteten  sich  die
Feuerlager,  begünstigt  durch  die  Dürre  der  Gehölze,
über  Hunderte  von  Quadratmeilen  und  forderten
den  jungen  Nachwuchs  zum  Opfer.

Die  einzige  Art  und  Weise,  dieser  Verwüstung
zu  begegnen,  fand  in  dem  System  der  sogenannten
Reserved  Forests  ihren  Ausdruck:  es  wurden  bestimmte,
  genau  abgegrenzte  Waldstrecken  zum
Staatseigenthum  erklärt.  Da  es  nicht  anging,  alle
unbebauten  Strecken  ohne  Weiteres  zu  apropriiren,
unterschied  man  in  sinniger  Weise  zwischen  Reserved
und  Protected  Forests.  Erstere  werden  dahin
definirt,  daß  innerhalb  derselben  jede  Handlung,  die
nicht  speziell  erlaubt  ist,  als  Uebertretung  anzusehen
kbewhre  tn  d  lchern  jede  Handlung  als  erlaubt

„,  soweit  sie  ni  Ob
ordnungen  verboten  ist  hurch  besondere  Ver-Am

  Ende  des  Finanzjahres  1892/93  betrug  das
Gesammtareal  der  geschützten  Wälder  54  323  engl.
Quadratmeilen,  Ende  1893/94  aber  71  589  engl.
Quadratmeilen,  d.  h.  8  pCt.  der  Gesammtfläche  des
indischen  Reiches.  Eine  sehr  anschauliche  Karte
illustrirt  die  Vertheilung  der  stoatlich  verwalteten
Forsten  in  Indien.

Es  würde  zu  weit  führen,  die  zum  Schutze  dieser
gewaltigen  Fläche  nothwendigen  Maßregeln,  wie
z.  B.  die  Verordnungen  gegen  das  Anlegen  der
immer  noch  schwer  auszurottenden  Feuer,  die  Bestimmungen
  über  das  Weiden  von  Vieh,  Einsammeln
von  Feuerholz  u.  s.  w.  im  Einzelnen  zu  besprechen.
Nur  zwei  Abschnitte  aus  dem  vorliegenden  Bericht
  seien  besonders  hervorgehoben:  die  Produktion
und  die  finanziellen  Ergebnisse.

Die  Hauptproduklion  bildet  vor  Allem  das
werthvolle  Teakholz,  dem  gegenüber  die  übrigen
Nuthölzer  kaum  in  Betracht  kommen,  obwohl

203

 

namentlich  die  Urwälder  Birmas  reich  an  Nutzhölzern
  der  mannigfachsten  Art  sind.  Die  Produktion
  betrug  im  Jahre  1893/94  150  Millionen
Kubikfuß  Nutzholz,  daneben  130  Millionen  Bambus;
ferner  an  Kautschuk,  Cutsch  und  kleineren  Produkten
ungefähr  4  Millionen  Rupien  Werth.

Die  finanziellen  Ergebnisse  sind  im  höchsten
Maße  günstige  zu  nennen.  Die  Bruttoeinnahme
im  Jahre  1893/94  betrug  17  713  020  Rup.;  gegen
den  fünfjährigen  Durchschnitt  mit  15  186  115  Rup.
ist  das  ein  erhebliches  Mehr.  Die  Verwaltung
beansprucht  eine  Gesammtausgabe  von  9340700  Rup.,
so  daß  ein  Ueberschuß  von  8  372  320  Rup.  zu
Gunsten  des  Staates  übrig  bleibt.

Unter  den  Ausgaben  verdient  ein  Posten  hervorgehoben
  zu  werden,  nämlich  die  Gehälter.  Es
wurden  im  Berichtsjahre  ausgegeben:

a)  Höherer  Dienst  2  035  350  Rup.,
b)  Kursentschädigung  für
Beamte  des  höheren

Dienstes  121  880  -
)  Subalterndienst  (ausschl.

der  Eingeborenen)  1  324  334
d4)  Büreaukosten.  688  1600

Zusammen  4  169  774  Rup.

Es  darf  gewiß  als  eine  geradezu  hervorragende

Leistung  angesehen  werden,  daß  die  indische  Forstverwaltung

  nicht  nur  ihre  Gehälter  aus  eigenen

Mineln  deckt,  sondern  das  Doppelte,  was  sie  dafür

ausgiebt,  an  Reingewinn  dem  indischen  Schatzamt
zuführt.

Ueber  den  Handel  der  Lepchellen
melden  die  britischen  Kolonialberichte:

Die  Einnahmen  beliefen  sich  1895  auf  233  282
Rupien  gegen  235  411  Rupien  im  Vorjahre,  die
Ausgaben  auf  225  500  Rupien  gegen  278  470  Rupien
im  Jahre  1894.

Die  Ausfuhr  betrug  525  350  Rupien,  die  Einfuhr
  518  908  Rupien.

Beim  Bauen,  im  Besonderen  von  Brücken,  haben
sich  wiederholt  die  großen  Vorzüge  des  massiven
Mauerwerks  vor  den  Holzkonstruktionen  herausgestellt.
Beim  Wegebau  hat  sich  das  französische  System  des
Kantonnirens  bewährt,  bei  welchem  Strecken  bis  zu
zwei  Meilen  eigenen,  besonders  inspizirten  Aufsehern
übertragen  werden,  die  in  ihrer  Sektion  wohnen  und
für  die  Ausführung  der  Arbeiten  verantwortlich  sind.

Die  Vanillekultur  hat  sich  gut  entwickelt;  ihre
Ernte  wird  für  1896  auf  30  000  lbs.  geschätzt;
auch  für  1897  verspricht  sie  gute  Resultate.
        <pb n="306" />
        Dandel  von  Bengazi  (Tripolis).*)

Infolge  elner  Hungersnoth,  die  1892  und  1893
viele  Opfer  forderte,  ist  der  Werth  der  Einfuhr  im
Jahre  1895  auf  107  800  Pfd.  Sterl.  zurückgegangen,
während  er  1889  bis  1891  durchschnittlich  186  000
Pfd.  Sterl.  erreichte.  Hinsichtlich  der  Importartikel
herrscht  auch  hier  eine  besondere  Nachfrage  nach  den
geringeren,  billigeren  Qualitäten.  In  ährlichem
Verhältniß  ist  auch  der  Werth  der  Ausfuhr  efallen.
Er  bekrug  im  Berichtsjahr  179  490  Pfd.  Sterl.

Die  Ernte  an  Gerste  und  Weizen  war  infolge
reichlichen  Regenfalls  ungewöhnlich  gut.

Bandel  Madeiras  im  Jahre  1895.)

Im  Jahre  1895  betrug  der  Gesammtwerth  der
Ausfuhr  205  940  Pfd.  Sterl.  gegen  191  864  Pffd.
Sterl.  im  Jahre  1893.  Der  Zuwachs  war  hauptsächlich
  veranlaßt  durch  die  vermehrte  Ausfuhr  an
Wein  und  Stickereiwaaren.  An  ersterem  wurde  exportirt
  5854  Pip.  im  Werthe  von  167  948  Pfd.
Sterl.  gegen  5168  Pip.  im  Werthe  von  150  947
Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1893.  Der  Wein  wurde
hauptsächlich  nach  Frankreich  und  Rußland  verkauft.
Es  wurden  strenge  Bestimmungen  gegen  Weinverfälschung
  getroffen.

Der  Werth  der  Einfuhr  betrug  230  341  Pfd.
Sterl.  gegen  156  669  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1893.

Im  Winter  1895  wurde  die  Insel  von  2350
Fremden  aufgesucht.

Auffallend  war  ein  besonders  starker  Regenfall.
Betrug  derselbe  unter  Zugrundelegung  der  letzten
19  Jahre  durchschnittlich  26,02  Inches,  so  erreichte
er  im  Berichtsjahre  31,16  Inches.  Der  meiste  Regen
siel  im  September  und  Oktober.  Zu  dleser  Zeit
stellte  sich  auch  eine  länger  andauernde  Typhusepidemie
  ein,  welche  indessen  wohl  hauptsächlich  dem
schlechten  Trinkwasser  zuzuschreiben  ist.  Wegen  Errichtung
  der  dringend  erforderlichen  Wasserleitung
sind  bereits  die  ersten  einleitenden  Schritte  gethan.

Britisch-Suiana  im  Jahre  1895/90.

Der  vom  Gouvernement  von  Britisch-Guiana  für
das  Jahr  1895/96  erstattete  Jahresbericht  schildert
die  Finanzlage  der  Kolonie  als  eine  weniger  günstige
  im  Vergleich=  zum  vorhergegangenen  Jahre.
Die  Einnahmen  beliefen  sich  auf  567  749  Pfd.  Sterl.,
20  496  Pfd.  Sterl.  weniger  als  1894/95.  Dieser
Ausfall  wird  insbesondere  auf  die  verminderten
Elnnahmen  aus  den  auf  Wein  und  geistige  Getränke
gelegten  Abgaben  zurückgeführt.  Die  Ausgaben  betrugen
  596  493  Pfd.  Sterl.,  10  011  Pfd.  Sterl.
mehr  als  im  Vorjahre.

 

5  Aus  Nr.  1817  der  Dipl.  and  consul.  reports.
*#)  Aus  Nr.  1812  der  Dipl.  and  consul.  reports.

 

204  —

Die  öffentliche  Schuld  der  Kolonie  war  am
31.  März  1896  auf  932  704  Pfd.  Sterl.  angewachsen,
  sie  hatte  sich  innerhalb  des  Jahres  um
76  125  Pfd.  Sterl.  vermehrt.  Allerdings  waren
von  dieser  Schuld  wieder  338  885  Pfd.  Sterl.  an
Korporationen  und  öffentliche  Verbände  ausgeliehen
worden.

Während  die  Einfuhr  im  Jahre  1894/95  einen
Werth  von  1  668  750  Pfd.  Sterl.  erreichte,  betrug
dieser  letztere  im  Jahre  1895/96  nur  1443  553  Pfd.
Sterl.  Die  Gesammtausfuhr  ergab  mit  1769  500  Pfd.
Sterl.  einen  Ausfall  von  270  400  Pfd.  Sterl.  gegen
das  Vorjahr.  An  Zucker  wurde  für  1  046  160  Pfd.
Sterl.,  an  Rum  für  121  144  Pfd.  Sterl.  ausgeführt.
  Mit  Besorgniß  für  die  Zuckerindustrie
wird  darauf  hingewiesen,  daß  die  Ausfuhr  dieses
Hauptprodukts  der  Kolonie  um  200  000  Pfd.  Sterl.
im  Werthe  gegen  das  Vorjahr  zurückgegangen  ist.

Der  Werth  der  Goldausfuhr  betrug  444  990  Pfd.
Sterl.  gegen  496  899  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre.

An  der  Ausfuhr  wie  der  Einfuhr  war  in  erster
Linie  das  Mutterland,  dann  die  Vereinigten  Staaten
von  Nordamerika,  Ostindien,  Britisch-Nordamerika
und  Britisch-Westindien  betheiligt.

Während  des  Jahres  wurden  die  Häfen  der
Kolonie  von  233  Dampf=  und  423  Segelschiffen  mit
einem  Gesammttonnengehalt  von  über  280  000  Tonnen
angelaufen.

Die  Goldproduktion  der  Kolonie  betrug  während
  des  Berichtsjahres  121  285  Unzen,  die  davon
zu  zahlende  Abgabe  22  740  Pfd.  Sterl.  Die  Entwickelung
  der  Goldindustrie  während  der  letzten
10  Jahre  zeigt  folgende  Uebersicht:

1887

betrug  die  Ausbeute  10  986  Unzen,
1888—1889  -  -  20  216
1889—1890  -  -  32  332
1890—1891  .  -  -  66  864  -
1891—1892  -  -  110666  -
1892—1893  -  -134124  -
1893—1894  --  -  -138627  -
1894  —1895  --  -  132  9944
1895—1896  =  -  -121286  -

Der  Grund,  daß  die  Produktion  in  den  beiden
letzten  Jahren  etwas  zurückgegangen  ist,  wird  in
erster  Linie  in  dem  allgemeinen  wirthschaftlichen
Niedergange  gesehen,  der  diese  beiden  Jahre  kennzeichnet.


Seit  einiger  Zeit  hat  man,  abweichend  von  dem
bisher  allgemein  üblichen  Verfahren  der  Gewinnung
von  Gold  in  den  Goldwäschereien,  mit  der  Ausbeutung
  von  Quarzlagern  angefangen.  Zur  Berichtszeit
  war  bereits  eine  Mühle  mit  20  Stampfen
fertiggestellt,  zwel  weitere  waren  im  Bau.  Wenn
auch  bei  den  großen  Terrainschwierigkeiten,  die  sich
dem  Transport  von  Maschinen  2c.  bis  an  Ort.  und
Stelle  entgegenstellen,  die  Erträgnisse  aus  diesen
Quarzlagern  augenblicklich  noch  keine  bedeutenden
sind,  so  erwartet  man  bei  der  Reichhaltigkeit  der
Lager  doch  für  die  Zukunft  von  diesem  Zweige  der
        <pb n="307" />
        —  205

Goldindustrie  eine  günstige  Entwickelung.  Auch  ein
deutsches  Syndikat  soll  dort  in  Thätigkelt  getreten
sein  und  einen  bekannten  Geologen  zur  Untersuchung
von  Quarzminen  ausgesandt  haben.

Während  des  verflossenen  Jahres  sind  seitens
der  Kolonialverwaltung  erfolgreiche  Anstrengungen
gemacht  worden  zur  Gründung  eines  mineralogischen

Uuseums,  dem  aus  vielen  englischen  Kolonien

Sammlungen  zugegangen  sind.
Die  Folgen  der  Krisis  der  letzten  Jahre  zeigten
sich  insbesondere  auch  in  dem  Rückgang  des  Depositenverkehrs
  an  den  Sparkassen.  Die  Depositen
betrugen  ungefähr  1  Pfd.  Sterl.  auf  den  Kopf  der
Bevölkerung.

Die  bewaffnete  Macht  der  Kolonie  besteht  aus
einer  halbmilitärisch  organisirten  Polizeitruppe  in
Stärke  von  730  Mann  und  der  363  Mann  starken
Miliz.  Die  jährlichen  Kosten  dieser  Truppen  werden
auf  annähernd  70  000  Pfd.  Sterl.  angegeben.

WMission  Gentil.

Der  Beamte  der  Verwaltung  des  französischen
Kongogebiets  Gentil  ist  seit  einiger  Zeit  damit  beschäftigt,
  einen  zerlegdaren  Dampfer  nach  dem
Scharl  zu  schaffen,  um  auf  diesem  Flusse  den
Tschadsee  zu  erreichen.  In  Begleitung  eines  anderen
Beamten,  Huntzblücher,  ist  es  französischen  Zeitungen
  zufolge  Gentil  neuerdings  mit  dem  in
000  Lasten  zu  je  30  kg  zerlegten  Dampfer  bis
67  46  an  einen  schiffbaren  Nebenfluß  des  Schari,
die  Nana,  vorzudringen  geglückt,  wo  das  Fahrzeug
zusammengesetzt  werden  sollte.  Die  Expedition  hat
ihren  Weg  auf  dem  Kongo,  Ubanghi,  dessen  Zufluß
Kenio  und  dem  in  diesen  mündenden  Tomi  genommen.
  Von  letzterem  mußten  150  km  zu  Land
bis  zu  der  Nana  (in  der  Landessprache  =  Fluß)
mit  großen  Schwierigkeiten  zurückgelegt  werden.

Dabomey.

JNach  Meldung  der  „Politicue  coloniale“  ist
jetzt  nach  zweijähriger  Arbeit  eine  Brücke  von  der
Stadt  Wydah  nach  dem  Meeresstrande  vollendet
worden.  Die  Mittel  zu  der  Anlage,  deren  Kosten
auf  70  000  bis  75  000  Francs  veranschlagt  waren,
sind  von  den  Kaufleuten  der  Stadt,  welche  der
Gouverneur  zu  einer  Substription  eingeladen  hatte,
in  kurzer  Zeit  aufgebracht  worden.  Die  Arbeiter
haben  die  eingeborenen  Häuptlinge  gestellt.

Cote  d-Jvoire.

Die  Zolleinnahmen  des  Jahres  1896  haben,  der
„Dépeche  coloniale“  zufolge,  1  219  930,08  Francs
betragen,  d.  h.  215  134,69  Francs  mehr  als  im

 

Vorjahr.  Besondere  Fortschritte  macht  die  Ausbeutung
  der  Mahagoniwälder  im  Westen  der  Kolonie,
  besonders  in  Sassandra.

Perschiedene  Mittheilungen.

vorbildung  der  in  den  verwaltungsdienst  der  Schutzgebiete
  zu  übernehmenden  Beamten.

Mit  Rücksicht  auf  verschiedene  Anfragen  veröffentlichen
  wir  nachstehend  zwei  von  der  Kolonlal-Abthellung
des  Auswärtigen  Amtes  dem  Seminar  für  orientallsche
  Sprachen  in  Berlin  mitgetheilte  Notizen,
betreffend  die  in  den  höheren  Verwaltungsdienst  sowie
die  in  den  Subalterndienst  der  Schutzgebiete  zu  übernehmenden
  Personen,  und  machen  im  Besonderen
aufmerksam  auf  die  in  dem  Schlußpassus  enthaltene
Bestimmung  über  solche  Bewerber,  welche  auf  dem
Seminar  eine  Vorbildung  genossen  haben:

In  den  höheren  Verwaltungsdienst  der
Schutzgebiete  werden  vorzugsweise  solche  Gerichtsund
  Regierungsassessoren  übernommen,  welche  gute
Zeugnisse  über  ihre  Vorbildung  und  Prüfungen  aufzuweisen
  haben.  Eine  fernere  Voraussetzung  ist,  daß
die  Bewerber  auch  körperlich  für  den  Dienst  in  den
Tropen  geeignet  sind.  Letzteres  ist  durch  den  ärztlichen
  Berather  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
  Amtes  festzustellen.  Die  Annahme  erfolgt
unter  der  Bedingung,  daß  die  Bewerber  sich  auf
einen  Zeitraum  von  zunächst  drel  Jahren  dem  Auswärtigen
  Amt  für  den  Kolonialdienst  zur  Verflgung
stellen.  In  der  Regel  geht  der  Entsendung  in  die
Schutzgebiete  eine  vorbereitende  Beschäftigung  in  der
Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  voraus,
deren  Dauer  verschieden  ist.  Während  dieser  Zeit

werden  den  Betreffenden  nach  einer  dreimonatigen

unentgeltlichen  Thätigkeit  Diäten  im  Betrage  von
zunächst  180  Mark  monatlich  bewilligt.  Bei  Entsendung
  in  eines  der  Schutzgebiete  wird  neben  freier
Wohnung  eine  jährliche  Remuneration  von  etwa
8000  bis  9000  Mark  gewährt,  außerdem  werden
etwa  1000  Mark  zu  Zwecken  der  Ausrüstung  und
als  Vergütung  für  die  Reise  in  sinngemäßer  Anwendung
  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  23.  April
1879  Tagegelder  und  Fuhrkosten  gezahlt.  Da  mit
Rücksicht  auf  die  nur  beschränkte  Anzahl  der  höheren
Stellen  im  Kolonialdienst  ein  Aufrücken  selbst  dann
nicht  immer  möglich  ist,  wenn  der  Betreffende  sich
bewährt  hat,  so  wird  darauf  hingewirkt  werden,  daß
den  Anzunehmenden  der  Rücktritt  in  ihre  frühere
Laufbahn  unter  Wahrung  ihres  Dienstalters  thunlichst
offen  gehalten  wird.

In  den  Subalterndienst  der  Schutzgebiete
werden  vorzugsweise  solche  Personen  übernommen,
welche  mit  den  bei  den  Gerichten  oder  Bezirksregierungen
  vorkommenden  Büreauarbeiten  vertraut
sind.  Berücksichtigt  werden  hauptsächlich  solche  Bewerber,
  welche  die  Gerichtsschreiberprüfung  oder  dle
        <pb n="308" />
        entsprechende  Prüfung  für  den  Verwaltungsdienst
bestanden  haben  und  einige  Jahre  selbständig  die
Stelle  eines  Registrators,  Kassen=  oder  Kalkulaturbeamten
  bekleidet  haben.  Voraussetzung  ist  ferner,
daß  die  Bewerber  unverheirathet,  körperlich  für  den
Dienst  in  den  Tropen  geeignet  und  nicht  über  30  Jahre
alt  sind.  Die  körperliche  Tropentauglichkeit  ist  durch
den  ärzklichen  Berather  der  Kolonial-Abtheilung  des
Auswärtigen  Amtes  festzustellen.  Die  Annahme
erfolgt  unter  der  Bedingung,  daß  die  Bewerber  sich
zu  einer  zunächst  2½  jährigen  Dienstleistung  in  den
Schutzgebieten  verpflichten.  Während  dieser  Dienstzeit
erhalten  die  anfangs  kommissarisch  beschäftigten  Beamten
  eine  etwas  unter  dem  Mindestbetrag  des  etatsmäßigen
  Gehalts  stehende  Remuneration.  Bei  der
etatsmäßigen  Anstellung  beträgt  in  Ostafrika  das
Gehalt  der  Assistenten  4800  bis  5400  Mark,  das
der  Sekretäre  6000  bis  7500  Mark.  In  der  Regel
wird  den  Bewerbern,  wenn  sie  noch  in  jüngeren
Lebensjahren  stehen,  zunächst  eine  Assistentenstelle
übertragen,  aus  der  sie  aber  bei  befriedigenden
Leistungen  in  die  Reihe  der  Sekretäre  übernommen
werden  können.  Aehnlich  sind  die  Gehaltsverhältnisse
in  den  übrigen  Schutzgebleten.  Als  Vergütung  für
die  Ausreise  werden  Tagegelder  und  Fuhrkosten  in
sinngemäßer  Anwendung  der  Allerhöchsten  Verordnung
vom  23.  April  1879  und  zu  Zwecken  der  Ausrüstung
1000  Mark,  zur  Hälfte  bei  der  Annahme,  zur  Hälfte
nach  einjährigem  Aufenthalt  in  den  Schutzgebieten
zahlbar,  gewährt.  Die  von  den  Kassenbeamten  zu
hinterlegende  Kaution  beträgt  1200  Mark.  Es  wird
darauf  hingewirkt,  daß  für  den  Fall  des  Ausscheidens
aus  dem  Kolonialdienst  den  betreffenden  Beamten
der  Rücktritt  in  den  heimischen  Dienst  unter  Wahrung
des  Dienstalters  offengehalten  wird.

Bewerber,  die  auf  dem  Seminar  für  orientalische
Sprachen  in  Suaheli  und  in  den  Realien  vorgebildet
sind,  werden  bei  sonstiger  guter  Qualifikation  vor
anderen  Bewerbern,  die  diese  besondere  Vorbildung
nicht  besitzen,  vorzugsweise  berücksichtigt  werden.

Erenadlllholz  aus  Deutsch-Ostafrika.“)

Seit  längerer  Zeit  gelangt  vom  südlichen  Theil
unseres  ostafrikanischen  Schutzgebietes  das  sogenannte
Grenadillholz  in  freilich  nicht  sehr  bedeutenden  Quantitäten
  in  den  Handel  und  wird  theils  an  der  Küste
theils  in  Sansibar  zu  kleineren  Gegenständen,  Spazierstöcken
  2c.  verarbeitet.  Auch  in  Berlin  werden
jetzt,  z.  B.  im  Kolonialhaus  von  Antelmann,  aus
Grenadillholz  verfertigte  Gegenstände  vertrieben.  Ist
auch  das  Kernholz  nicht  so  tief  schwarz  wie  das  des
echten  Ebenholzes,  so  nimmt  es  dagegen  sehr  gut
Politur  an,  ist  außerordentlich  hart  und  wird  von
Insekten  nicht  angegriffen.

 

*)  Der  „Heitschrift  für  tropische  Landwirtschaft“  Nr.  3
entnommen.

206

 

Bisher  wußte  man  nicht,  welches  die  Stammpflanze
  dieses  Holee  sei;  Herr  Perrot  in  Lindi
hat  uns  in  liebenswürdiger  Weise  auf  eine  Anfrage
sowohl  ein  Stammstück  und  dickere  Zweige  als  auch
Blätter,  Blüthen  und  Früchte  eingesandt,  so  daß  es
jetzt  keinem  Zweifel  unterliegt,  daß  es  die  im  tropischen
Afrika  weit  verbreitete  Dalbergia  melanoxylon  ist,
das  sogenannte  Senegalebenholz.  Da  die  Pflanze
vielleicht  eine  Zukunft  hat,  und  sich  der  Baum  noch
in  manchen  Gegenden  Afrikas  finden  wird,  von  wo
er  bisher  nicht  bekannt  ist,  so  werden  wir  gelegentlich
eine  Beschreibung  und  Abbildung  desselben  bringen.

 

Lewa  Dahbli.

Der  am  10.  Februar  d.  Is.  zu  Sansibar  verstorbene
  bekannte  indische  Kaufmann  Sewa  Hadji
war  in  Ostafrika  wenn  nicht  der  reichste  Inder,  so
doch  derjenige,  welcher  die  größten  Summen  aufbringen
  konnte.  Er  hatte  sich  dazu  durch  eigene
Thätigkeit  emporgearbeitet.  Noch  im  Alter  von
14  Jahren  verkaufte  er  als  armer  Inderjunge
Kuchen  in  den  Straßen  Sansibars;  durch  allerlei
Handelsgeschäfte,  Sparsamkeit  und  ununterbrochene
Thätigkeit  erwarb  er  sich  ein  kleines  Kapital,  welches
er  hauptsächlich  durch  Karawanengeschäfte  vermehrte.
Den  Grundstock  zu  seinem  Vermögen  legte  er  bei
Stellung  der  Träger  für  die  verschiedenen  Karawanen,
  welche  vor  Errichtung  des  Kongostaates  von
belgischer  Seite,  später  von  Engländern  und  Deutschen
veranstaltet  wurden.  Der  Vortheil,  den  er  den
Reisenden  bot,  war  die  Garantie,  die  er  für  jede
verlorengegangene  Last  anstandslos  zahlte.  Bei  der
Besetzung  der  deutsch-ostafrikanischen  Küste  war  er
es  insbesondere,  welcher  die  Trägergeschäfte  abwickelte.
  Wenn  seine  Preise  für  Beförderung  der

Lasten  hoch  waren,  so  sind  dabei  die  damaligen

unsicheren  Verhältnisse  und  die  gestellte  Garantie  zu
berücksichtigen.  Später  vergrößerte  er  sein  Vermögen
durch  Handelsgeschäfte,  insbesondere  bei  der  französischen
  Expedition  nach  Madagaskar,  wo  er  die
Arbeiter  zum  Löschen  der  Schiffe  beschaffte,  und
verschiedene  Lieferungen,  meistens  in  zweiter  Hand,
von  den  damit  beauftragten  französischen  Firmen
übernahm.

Mit  Sewa  Hadji  ist  nun  der  rührigste  und
unternehmendste  indische  Kaufmann  Ostafrikas  aus
dem  Leben  geschieden.  Seine  Mildbthätigkeit  beweisen
  zahlreiche  Stiftungen  in  Dar-es-Saläm,
Sansibar,  Bagamoyo  und  anderen  Orten.  Seit
Anfang  1895  war  er  Vorsteher  der  Indergemeinde
der  Khojas  und  Vertreter  der  Aga-Khans.

Für  die  Deutschen  hegte  Sewa  stets  ganz  besondere
  Sympathien.

Sein  Testament  ist  beim  Bezirksgericht  in  Dares-Saläm
  deponirt  worden.  ·
-VonSeinerMajestätdemKaiserwarSewa
Hadji  schon  vor  längerer  Zeit  durch  Verleihung
        <pb n="309" />
        des  Königlichen  Kronen-Ordens  ausgezeichnet  worden.
Außerdem  besaß  er  noch  verschiedene  europäische  Orden
und  Ehrenzeichen.

Windmotore  als  Betriebskraft  für  gewerbliche  Anlagen
in  Deutsch-Südwestafrika.

Die  untenstehende  Abbildung  zeigt  die  erste

Wagenfabrik  in  Deutsch-Südwestafrika,  welche  die

Firma  E.  Hälbich  Wittwe  in  Otjimbingue  durch  transportirt.

Herrn  Ingenieur  G.  Redecker  hat  erbauen  lassen.
Die  ganze  maschinelle  Einrichtung  ist  in  der  Maschinenfabrik
  von  Fried.  Filler,  Hamburg,  hergestellt  und
mit  dem  Dampfer  „Melita  Bohlen“  am  31.  Jannar
1896  direlt  nach  Walfischbai  verschift.

Zum  Betriebe  der  verschiedenen  Holz=  und  Eisenbearbeitungsmaschinen
  ist  ein  Windmotor  von  elwa
acht  Pferdestärken,  nach  Fillers  Patenten  erbaut,  verwendet
  worden,  welcher  sich  selbständig  nach  der

Windstärke  regulirt  und  auch  selbstthätig  nach  der  «

207

Windrichtung  einstellt,  wodurch  die  große  Leistungsfähigkeit
  und  Sturmsicherheit  erzielt  wird,  welche
Fillers  patentirte  Windmotoren  auszeichnet.  Herr
Ingenieur  Redecker  schreibt  darüber:

Im  Monat  März  1896  traf  der  Windmotor
nebst  den  Arbeitsmaschinen  zum  Betriebe  einer  Wagenbauerei
  in  Walfischbai  ein  und  wurden  sämmtliche
Sachen  von  dort  mit  Ochsenwagen  nach  der  etwa
acht  Tagereisen  entsernten  Station  Otjimbingue

An  Ort  und  Stelle  erfolgte
zuerst  die  Herstellung  der  Fundamente,
  welche,  da  sich  dort
keine  gebrannten  Ziegelsteine
anfertigen  ließen,  in  Beton
ausgeführt  werden  mußten.
Die  Aufsstellung  des  Windmotors
  wurde  zuerst  vorgenommen
  und  ging  verhältnißmäßig
  schnell  vor  sich,  obwohl
fast  nur  Eingeborene  dabei
behülflich  waren.

Besondere  Schwierigkeiten
verursachte  nur  das  Hochbringen
  des  Grundringes,
Drehtisches  und  der  Fahne,
da  das  Montagematerial  sehr
mangelhaft  war.

Bald  nach  Fertigstellung  des
Motors  begann  man  mit  der
inneren  Einrichtung  der  ebenfalls
  neu  aufgeführten  Werkstätten
  in  Größe  von  30  =

 

Om.
Es  wurden  in  der  Stellmacherei
  Bandsäge,  Drehe-,

Stemm=  und  Rohrbank  und
in  der  Schmiede  eine  Eisenbohrmaschine
  aufgestellt  und
für  spätere  Einschaltung  einer
Hobelmaschine  und  Eisendrehbank
  Sorge  getragen.  Die
Transmission  mußte  unterirdisch
angelegt  werden,  da  die  Wände,
in  getrockneten  Lehmsteinen  erbaut,
  nicht  genügende  Festigkeit
  boten.  ,.

Außerhalb  des  Gebäudes
wurde  vom  Windmotor  aus,
mit  direktem  Seilzug,  eine  Pumpe  angetrieben,  die
zur  Wasserversorgung  des  Etablissements  dienen
soll.  Der  zur  Wasserentnahme  bestimmte  Brunnen
ist  von  dem  Aufstellungsort  der  Pumpe  80  m  weit
entfernt  und  liegt  der  Wasserspiegel  9  m  unter  Flur,
so  daß,  um  die  Saugehöhe  zu  verringern,  die  Pumpe
in  einem  4  m  tiefen  Schacht  eingebaut  ist.  Das
Wasserreservoir  ist  20  m  hoch  aufgestellt  und  etwa
40  m  weit  gelegen,  die  Leistung  der  Pumpe  ist
4000  1  in  der  Stunde.
        <pb n="310" />
        Anfang  Oktober  desselben  Jahres  konnte  die  Anlage
  dem  Betriebe  übergeben  werden  und  zeigte  sich
in  allen  ihren  Theilen  als  leistungsfähig  und  zweckentsprechend.


Die  in  den  Werkstätten  beschäftigten  Gehülsen
sind  vorzugsweise  Europäer,  doch  werden  auch  von
den  Eingeborenen  Leute  als  Zuschläger  und  Handlanger
  verwendet.

Die  Bauart  der  Wagen  und  Karren  in  Deutsch-Südwestafrika
  ist  eine  außerordentlich  solide  und
kräftige,  da  die  Wege=  und  Klimaverhältnisse  dieses
bedingen.  Zur  Verarbeitung  gelangt  nur  eine  diesen
Bedingungen  entsprechende  Holzart,  welche  in  der
Kapkolonie  heimisch  ist  und  von  dort  bezogen  wird.

Der  Windmotor,  nach  Fillers  Patenten  80  642
und  50  599  erbaut,  ist  in  seiner  ganzen  Ausführung
als  ein  tadelloses  Werk  anzusehen.  Er  funktionirt
  ausgezeichnet  und  regulirt  sich  bel  jeder  Windstärke
  und  Windrichtung.  Befonders  hervorzuheben
ist  noch  die  praktische  Anordnung  der  einzelnen  Theile
behufs  Montage,  so  daß  auch  ein  weniger  technisch
Geschulter  die  Aufstellung  nach  der  gegebenen  Auleitung
  vornehmen  kann.

In  Deutsch-Südwestafrika  hat  sich  die  Anlage
eines  Windmotors  als  gegenwärtig  geeignetste  Betriebskraft
  erwiesen  und  es  dürften  Fillers  patentirte
Windmotoren  zur  Wasserversorgung  für  einzelne
Besitzungen,  Plantagen,  Kolonien  und  Brunnen  an
den  Transportstraßen  für  das  Zugvieh  sehr  zu
empfehlen  sein.

Die  Einweihung  und  Eröffnung  der  neuen  Anlage
  mit  Windmotorenbetrieb  erfolgte  am  7.  Oktober.
Zu  diesem  Feste  hatte  sich  am  Nachmittag  eine  zahlreiche
  Versammlung  von  Europäern  und  Eingeborenen
unter  dem  Windmotor  versammelt,  von  dessen  Galerie
aus  Ingenieur  Redecker  eine  Ansprache  hielt,  in
der  er  besonders  betonte,  daß  dies  die  erste  Anlage
dieser  Art  im  deutschen  Schußgebiete  sei.

Es  wurden  die  Thüren  zu  den  Fabrlkräumen
geöffnet  und  die  verschiedenen  Hülfsmaschinen,  als
Säge-,  Bohr-,  Stemmmaschine  sowie  Drehbänke,  in
Betrieb  gesetzt,  woraus  die  kulturelle  Bedeutung  der
Anlage  für  die  Kolonie  auch  den  anwesenden  Laien
deutlich  wurde,  während  die  Fachleute  natürlich  noch
mit  größerem  Interesse  diesen  ersten  Maschinenbetrieb
durch  Windkraft  des  Landes  verfolgten.

Eine  Festtafel,  an  der  47  Personen  theilnahmen,
schloß  die  Feier  der  Einweihung  der  ersten  deutschen
Fabrikanlage  in  Deutsch-Südwestafrika.

 

208

Zeichner  von  Beruf  war.

 

Titteratur.

Otto  Riebe:  Drei  Jahre  unter  deutscher  Flagge
im  Hinterland  von  Kamerun.  Geschlldert  nach
Tagebuchblättern  des  Karl  Hörhold.  Berlin  1897.
A.  W.  Hayns  Erben.

Der  Verfasser  des  hier  verwertheten  Tagebuches
war  Expeditionsmeister  des  selnerzeit  von  Hauptmann
  Morgen  zum  Benuê  ausgeführten  Zuges.
Es  stellt  sonach  eine  Ergänzung  und  Nachlese  zu
den  Morgenschen  Schilderungen  von  seiner  Expedition
  dar.

Frédéric  Christol:  Au  Sud  de  IAfrique.
Avec  150  dessins  et  croquis  de  I'’Auteur.
Paris  1897.  Berger-Levrault  &amp;amp;  Cie.

Der  Autor  des  vorliegenden  sehr  hübsch  ausgestatteten
  Buches  ist  ein  Angehöriger  der  evangelischen
  Pariser  Missionsgesellschaft,  welcher  früher
Er  war  daher  in  der
Lage,  sehr  Vieles,  was  er  in  Afrika  gesehen,  in
künstlerischer  Vollendung  zu  Papier  zu  bringen  und
so  den  Erinnerungen  aus  seinem  Missionarleben,  die
er  hier  bietet,  einen  besonderen  Reiz  zu  verleihen.
Christol  hat  unter  den  Bassutos  gewirkt  und  schildert
  ihr  Land,  ihr  Leben,  ihre  Sitten  und  Bräuche
recht  anschaulich  und  lebendig.  Besonders  interessant
ist,  was  er  von  den  orlginellen  Kunstleistungen  südafrikanischer
  Eingeborener  mittheilt.  Sowohl  ihre
Felsengemälde  als  ihre  kleinen  Skulpturen,  dle  bisher
recht  wenig  bekannt  und  nicht  richtig  gewürdigt
worden  sind,  verdienen  die  Aufmerksamkeit  der  Afrikaforscher.
  Sehr  lehrreich  sind  auch  die  Mittheilungen
der  Schrift  über  das  Aussatzhospital  auf  Robbenisland
  bei  Kapstadt.

 

Tikterakur-Verpeichnik.

Macdonald,  J.  R.  L:  Salerän  and  purehin  in
British  East  Africa,  1891—1894.  16  sh.
E.  Arnold  in  London.
Atteridge,  A.  H.:  Towards  Khartonm.  The  story
ol  the  Sondan  war  of  1896.  16  sh.
A.  D.  Innes  in  London.
Frozer,  R.  W.:  British  India.  5  sh.
Sehrainer,  O.:  Troper  Peter  Halket  of  Mashonaand.


F.  Unwin  in  London.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

a#na#
SSs
a#n#es

.  „Bussard“  7  /2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
.Condor“  11/2.  Sanfibar.  (Poststation:  Sansibar.)
.„Falte“  18/2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)

„Habicht“  16/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kapstadt.)
        <pb n="311" />
        S.  M.  S.  „Hyäne“
Kamerun.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“
S.  M.  S.

23/2.  Mossamedes  1/3.

209

10/12.  Stephansort.  —  Matupi.

—  4/J.  Loanda  8/3.  —  13/3.  Kamerun.

(Poststation:

(Poststation:  Matupi.)

„Seeadler"  7/1.  Kapstadt  3/3.  —  8/3.  Lourengo-Marques  11/3.  —  18/8.  Dar-es-Saläm.
(Poststation:  Sansibar.)

 

tragen  worden.

Perkehrs-Wachrichten.
Die  Verwaltung  der  Postagentur  Rio  del  Rey  (Kamerun)  ist  dem  Zollassistenten  Peters  über-Postdampfschiffverbindungen

  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

Nach

vom  Einschisfungshafen



Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

ssschifiungshafen.
der  *—

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-  Ostafrika.

a  5%%
eriah  isna
„Marseill  Schiffe)

am  14.  Mrri,  5.,  26.  Mai
8.
am  3  “7t  23.  Maie
am  5½  liedes  Mts.
40  ums.

Tanga  20  Tage
Dar-es-Saläm  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

am  12.,  23.  April,
k,  21.,  24.  Mai2
103  abds.

am  8.  jedes  Monats
9/6  abbs.

.

 

2.  Deutsch-üdwestafrika.

—)  Waribet  wbchengic

ti#

o  3  di  E—

ton
scher  Opf.,  Leutwein")

Mn  *—mE

am  3.  April,  1.,  29.  Mai
4o0  ums.

am  25.  Mai,  25.  Juli
nachts

Lüderitzbucht  29  Tage
Swakopmund  33  Tage

Swakopmund  30  Tage

am  2.,  30.  April,  28.  Mai
1139  oms.

am  25  ai.  26.  Juli

 

3.  Ramerun.

ecdun  !ni
1  aibeebn  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  14.  April,  12.  Mai

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  debes  Monats
R
am  #.  10.  Mai

 

4.  Togo-Gebiet

(Ueber  Liverpool  Pder

arseille  nur  aus  V

langen  des  Möender#h

ambur
s  oc

La#erboavl
(englische  Schiffe)
Marseille
(kronsöslsche  Schisfe)

am  10.jedes  Mts.  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mts.-am

  7.,  21.  April,
1s.  Mai

am  s  ei  Monats

Klein-Popo  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  !8.  Tage
Accra  25

von  da  ab  ——
Quittah  36  Tage

von  da  av  Landverbindung

Kotonou  ge
von  da  *  Landverdindung

am  10.,  2.  *  ebten
jedes
720  dzoclen

am  5  19.  Apr  il,
3.,  17.  Mai  ib  nmis
am  ze  iche  Monats
9/49  abends

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neapel  am  H  rr*  2.  Juni  Stephansort  46  Tages  am  5.,  9.  Wril,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  Geeutsche  Schisfe)  bds.  2  epb  s  31.  4.  Jum
a  am  en.  pril,  6.  Juni  -  41  Tage  104  a
(Nachversand)
--  Brindisi  am  4.  Juli  aluit  etwa  70  Tage  am  7.  Mai,  2.  Juli
6.  Marshall-Inseln.  (über  #  —ies  I  J
Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Poß  ist  !•lnfh-  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berli  Von  hafen  in  K
hen  m
deuisch-Onafah  6  f——“o  —  ———
-  pa»  ogee.....  es
Brindisi.  ..  am  20.  April,  18.  Mai  og
Morseille  am  16.April,  17.  Mai  Marseille  ank  .12.  jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafrita  Southampton  am  11.  April,  9.  Mai  .  Deutsch-Uen-Guinea.  Neapel.  am  3.  Wpril,  30.-Maie
Ramernn  amburg  am  25.#jed.  Monats  Marshall·  Inseln  ...Marseille  oder  pi
dant  —  2  Mpr  DT  sb  Barcelona  Mitte  April

 

 

Falligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="312" />
        210

WoERMANN-LINIE.
Regelmähige  Vost-Dampflchifffa#rt  zwischen  Hamburg  und  Wostafrilla.

Fahrplan  für  das  zweite  Vierteljahr  1897.

 

Linie  I.  Nach  Lagos,  Klein-Popo,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Negra.

 

Ausreise.

Heimreise.

 

Hamburg  1.
adeira
Monrovia“.

ecrab.
Klein-Popo
Lagos

Kamerun
Rio  del  Rey.
Victorcgn

rnando  Po.

alimba
Klein-Batanga.
Longji  ..

laniation  .
ibi

c....
GroßiBatanga.
Bato

Gabun
Kap  Lopez.
Sette  Cama

2  o...
PontaNegta.

Linie  II.  Nach  Marokko,  Canar.  Inseln  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlaufeud.

 

 

Auzreise.

April  10,  Mai  10.Juni  10.

*  19.  *  19.  19.

:  27.  *  27.  2

*  29.  :  29  :  29.

é*  30.  *  30.  30

Mai  1.Juni  1  Juli  1

4..  4..  "  4

:  11.  11.  11

:  12.  :  12.  12.

.  *  1.  *  1.  :  14.
.  -15.  15.  -135.
.  *  17.  17.  17.
.  19.  :  19.  19.
.  -20.  =  20.  20.
.  :  21.  21.  :  21.
23.  -223.  23.

24.  *  24.  :  24.

*  25.  -26.  25.

26.  26.  *P*

27.  :  27.  27.

28.  28.  28.

29.  29.  29.

 

 

 

 

Heimreisee.

 

Vonta  Negra  Mai  29.  Juni  29.  Juli  29.
Gabnn  Juni  1.  Juli  1.  Aug.  1.
Eloby.  2.  .  2  2.
Bato  :  2.  -  2.  -  2.
Groh-Batanga  3.  3.  =  3.
Kriib
lantation  .  4.  4.  4.
ongii....  1
Klein-Batangga  5.  5.  *5e.
Malimoaa  6.  6.  .  6.
Bibundi  -  7.  2  7.  -  7.
Kamerun  -  8.  -  8.  :  8.
Lagos  *  1.  :  1.  -114.
Wadoh  *  21.  21.  21.
Grand-Popo  :  22.  *  22.  22.
Klein-Popo-  *  24.  =  24.  24.
Lome  "  Pv5.  .  25.  *  925.
Kwitta  926.  26.  26.
Addah  :  27.  :  27.  27.
Accra  ..  -28.  s28.  -28.
apPalmas.  -30.  -30.  *  30.
rand  Bassa  Juli  1.  Aug.  1.  Sept.  1.
Lonrovia  :  2.  2.  :  2.
ran  Canaria  -1232.  1?2.  12.
eneriffa.  "*  13.  13.  é*  13.
Madeira  15.  é  15.  é.  15.
amburg  *  24.  :  24.  .  24.

 

damburg
ntwerpen.
arache.
abat
anger
Casablanca.

Saffi.
Mogador

 

1)  Einschiffung  der  Pafssagiere:  Linie  1  am  11.  iedes  Monats,
21.  jedes  Monats,  Linie
)  Nur  für  Passagiere.

Linie  III  am
7X

 

 

ril  15.  Mai  15.  uni  15.

.  -20.  d  *  20.
27.  *  27.  27.

.  28.  "  28.  28.
-  29  29.  29.
Mai  1.  Juni  1.  Juli  1.
:  2.  *  2.  :  2.

:  3.  -  3.  :  3.

-  5.  5.  -  5.

-  7.  -  7.  -  7.

:  8.  :  8.  3.

:  12.  :  12.  12.

:  12.  12.  12.

*  13.  *  13.  -13.

*  14.  1.  „  1.
-—  *  16.  —

*  19.  —

*  1.  :  21.  18.
20.  *:  23.  *  20.

 

Sherbro  .
Sierra  Leone
Conakry#.
Rufisque
Dakroe
Gran  Canaria
Mogador
Mazagan.
Casablanca
Tanger
Hamburg

 

am  1.  jedes  Monats.

 

 

 

Mai  28.  Juni  28
-  -30.
Juni  1.  Juli  1.
-  B.  -  8.
:  9.  -  9.
16.  é.  15.
:  I7.  :  17.
18.  *  18.
20.  :  20.
r7#  21.  *  21.
22.  22.
*  30.  :  30.
Linie  II  am  16.  jedes

Juli
Aug.  1.

.—
J

Monats,
        <pb n="313" />
        —  211  —

Linie  III.  Nach  der  Goldküste  und  Togo.

 

 

Ausreise.  Heimreise.
Hamburg  April  20.  Mai  20.  Juni  20.  Kotonou.  .  .  .  Mai  26.  Juni  28.  Juli  28.
Conakry  Mai  6.  Juni  6.  Juli  6.  Whydah.  .  ..  29.  *  29.  *  29.
Monrovia.  ..  -BG.  :  68.  :  6.  Grand-Popopo  .  Juni  2.  Juli  2.  Aug.  2.
i  Klein-Popo.  ..  3.  3.  :  3.
Dixcoe  12.  12.  :  12.  Bagida  "  5.  =  6.  =  5.
Emina  ....  ane  .  ..  -  5  -  5  -  35
Coast  .  hvia....  -  .  -  .  -  .
SFtppuvf  .  14·14«142"odqh....-11.-11.-11.
pam  15  15  156.  Acera  *  13.  13.  *.  13.
Winnebah  .  Kap  Palmas  ..  -16.  *  16.  16
eera.  .  -16.  -16.  -16.  !I!onrovia...  -18.  -18.  -18.
Addah  -1238.  -138.  -138.  ran  Canaria.  .  -236.  -286.  "*  26.
Kwitta  -139.  *  19.  *  19.  1enerissa.  27.  *  27.  27.
Lome  .  21.  =  21.  =  21.  Nadeira  28.  28.  28.T
Bagidam  22.  .  22.  22.  amburg  Juli  9.  Aug.  9.  Sept.  9.
Klein-Popo  .  23.  *.  293.  *.  23.
Grand-Popo  *  825.  *  25.  26.
Whydah  206.  *  26.  26.
Kotonou.  27.  *  27.  27.

 

 

 

 

 

 

 

Linie  IV.  Nach  Lagos,  Liberla  und  den  Häfen  der  Südküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

 

 

 

 

 

 

 

Ausreisee.  Heimreise.
Hemburg  .Fnpril  30.  Mai  31.  R  30.  Landana  Juni  18.  Juli  18.  Aug.  18.
eneri  ...  Mai  10  Juni  10.  uli  10.  Old  Calabar  -21.  *  21.  *  21.
Gran  Canarig  -11.  11.  -11.  Bonnyg  25.  25.  25.
Gorse  Lagos  -30.  -30.  -30.
Dakar  ...  16.  16.  ".  16.  Addah  Juli  7.  Aug.  7.Sept.  7.-RKufisaue
  Accra  ie·  8.  =  8.
Monrovria  20.  20.  .  20.  Winnebah  9  .9  .9
Grand  Bassa  *  21.  *  21.  *  21.  par  ·  '  -
Fino-  ..  -  Z  -  Z  -22.  Falyänbst  ...  -11.  -11.  -1l.
ap  Palmas  -23.  -23.  -23.  ap  Coast=  "„
..  -25.  -25.  -25.  Elmina  12  12.  12.
Lagos  27.  27.  27.  Chama  -13.  -13.  -13.
Landana  *  30.  *  30.  30.  Dixcove  1.  -124.  -14.
Cabinda  Juni  1.  Juli  1.  Aug.  1.  Arin  é5  15.  é*  15.  é  15.
anana  3.  é*  3.  *'i  Kap  Palmas  -13.  -18.  -13.
oma  5.  *  6.  *  65.  ino  *  19.  "  19.  19.
Noqui  7.  *  7.  :7.Gran  Bassa  20.  20.  20.
Mataiil  8.  8.  -SB8.  VQMonrovia  21.  -21.  -21.
Loand  10.  -10.  10.  Conakry  "*  23.  -23.  -2.
Ambriz...  -I1I.  -I11.  -ÊI11.  Gran  Canaria  .  30  30.  30.
usenbe  -13.  -13  "*  13.  Mogador  Aug.  2  Sept.  2.  Okt.  2.
Mussera  14.  *  14  10.  ...·.  3  *  3.  *  3.
Ambrizette  é  15.  15  é*  15.  Mazagna  =  4.  .  4.  .  4.
Muculla  16.  *  16.  "  16.  Casablana  =  65.  :  5.  .  6.
Landana  7.  *  17.  7.  Hamburg  é  15.  é  15.  -16.
Am  6.  Juni  wird  P.-D.  „Ednard  Bohlen“  von  Antwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.

 

 

Mit  den  am  15.  April  und  15.  Juni  abgehenden  Dampfern  kommt  kein  Schießpulver  zur  Verladung.

 

#)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1  11.  jedes  Monats,  Linie  U  16.  jedes  Monats.
Linie  III  am  21.  jedes  Mad  a  ssag  rns  1.  Iodenr  No#.  |  nte  N  am  D!  ais,
*)  Nur  für  Passagiere.
        <pb n="314" />
        212  —

Die  alle  zwei  Monate  von  Hamburg  nach  Südwestafrika  abfahrenden  Dampfer  werden,  wie  die

Woermann-Linie  uns  mittheilt,

Linie  expedirt.

nicht  von  der  Siedelungsgesellschaft,

sondern

von  der  Woermannfide

  Dampfer  „Mclita  Bohlen“  von  der  Woermann-Linie  ist  am  3.  März  d.  Is.  in  Swakopmund

  eingeirofen.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

Postdampfer

Neise

Letzte  Nachrichten

 

 

 

von  nach  bis  27.  März  1897
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  12.  März  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Loango  am  19.  März  in  Madeira.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  26.  März  in  Sierra  Leone,
„Carl  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  3.  März  in  Acera.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Kongo  am  24.  März  in  Accra.

„Ella  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  26.  März  in  Hamburg.
„Ge.  d  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  11.  März  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  24.  März  in  Accra.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  23.  März  Dover  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  17.  März  in  Las  Palmas.

rt  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  22.  März  in  Accra.
E  Bohler  .  Ponta  Negra  Hamburg  am  19.  März  in  Dagos.v
„Lulu  Bohlen"“  Ponta  Negra  Hamburg  am  26.  März  in  Hamb
„Marie  Woermann“  Hamburg  Lüderitzbucht  am  22.  März  in  Hoonburgt  u.  am3I.  abgeh.
„Melita  Bohlen“  dantu  Li  erihöncht  am  3.  März  in  Swakopmund.
„Professor  Woernm  amburg  Sherbro  am  25.  März  Dover  passirt.
„Thekla  Bohlen“.  Loanda  Hamburg  am  23.  März  in  Hamburg.
„Alida“.  .  ..  Hamburg  Loanda  am  16.  März  in  Gorel.

 

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Gamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

-  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichsposidampfer  von  T  nach  bis  14.  März  1897
„König“.  Durban  amburg  am  13.  März  ab  Lissabon.
„Herzog“  Durban  amburg  am  9.  März  ab  Delagoabai.
„Kaiser".  Hamburg  Madagaskar  am  13.  März  ab  Durban.
„Kanzler“  Durban  Hamburg  am  10.  März  ab  Port  Said.
„Bundesrath=  Hamburg  Durban  am  13.  März  ab  Amsterdam.
„Reichstag“.  Hamburg  Durban  am  14.  März  ab  Hamburg.
„Admiral“.  Hamburg  Durban  am  9.  März  an  ——-„General“
  Durban  Hamburg  am  12.  ar-  ab  Aden.

 

 

Tã  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospelt  von  S.  —  Verlag  in  Frantfurt  a.  M.  bei,
betreffend  „Die  Umschau“,  den  wir  gef.  Beachtung  bestens  empfehlen.

  

Die  Expedition.

 

 

Anzeigen.

Inserale  (für  die  breigespaltene  Pelitzeile  oder  deren  Raum  25  ennign  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  8W  12,  Kochstrße  —
einzusen!

—  den  afrikanischen  Kolonien
#lI=  Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,
Spezialität  für  die  heissen  Zonen

Tafelwein  zum  tüglichen  Gebrauch.
(Schutzmarke  eingetragen  unter  No.  2203

Kosfmann,  Nestter  &amp;amp;  Co.,  einaler  S
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Goldene  Medallte  der  Molonialausstellung  Berlin  1996.

Deutschen  Kolonialhause

aus
dem

 

 

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—  Simeltche  Osterartt#rret  sind  ass  Kamenen-Kakno  Rergestelle.  ——
Tünktliche  Zusendung  erheischt  baldige  Bestellung.

Mitglleder  der  Deutschen  Kolonlallorusslemerstrasen

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Kostraum  für  Kakao,  Kaffee  und  Schokolade.

     
    

 

Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  urnterzeichneten
Gerichte  geführte  Firmenregister  ist
heute  zufolge  Versügung  vom  30.  Dezember
  1896  unter  Nr.  1  die  Firma

„E.  Hälbich  Wwe.“
mit  dem  Sitze  in  Otyimbingwe!  und
als  deren  aleiiige  dahaber  die  Wittwe
Amalie  in  Otyimbingwe
eingetragen  abbich.

Otyimbingwe,  den  30.  Dezbr.  1896.
Heiserliches  Gericht  im  südwestasrihanischen
Schutzgebiete  für  den  Westbezirk.
(L.  S.)  (ge.)  Fischer.  (1)

Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Firmenregister  gist
heute  zufolge  Verfügung  vom  80.  Dezember
  1896  unter  Nr.  2  die  Firma

„W.  Redecker“
mit  dem  Sitze  in  Otyimbingwe  und
als  deren  alleiniger  Inhaber  der  Kaufmann
  Wilhelm  Redecker  in  Otyimbingwe
  eingetragen  worden.

Otvimbingwe,  den  30.  Dezbr.  1896.
Kaiserlichrs  Gericht  im  sädwesafrikanischen

Schutzzebirte  für  den  Wrllbezirk.

(L  S.)  (963.)  Fischer.  (0)
Bekanntmachung.

n  das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Firmenregister  ist
heute  zufoige  Verfügung  vom  1.  Dezember
  1896  unter  Nr.  3  die  Firma

„Inl.  Dannert“
mit  dem  Sitze  in  Otyvimbingwe  und
als  deren  aleeiniger  Inhaber  der  Kaufmann
  Julius  Dannert  in  Otyimbingwe
  eingetragen  worden.

Otyimbingwe,  den  31.  Dezbr.  1896.
Kaiserlichre  Gericht  in  südwestafrihsnischen

Schutgebiete  für  den  Westbeirk.

 

(L.  S.)  (gez.)  Fischer.  (40)

Bekanntmachung.
das  bei  dem  unterzeichneten
geshe  geführte  Firmenregister  ist
heute  zufolge  Verfügung  vom  31.  Dezember
  4  unter  Nr.  4  die  Firma
„O.  Glöditzsch“
mit  dem  Sitze  in  Otyimbingwe  und
als  deren  Meiniger  I#haber  der  Wagenbauer
  Oswal  dibzsch  in  Otyimbingwe
  eingetragen  worden.
Olpimbingwe,  den  31.  Dezbr.  1896.
Keiserliches  Gericht  in  südwestafribanischen
Schuzgebiete  für  den  Westbezirk.
(L.  S.)  (gez.)  Fischer.  (#7)

 

Bekanntmachung.
our  das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Prokurenregister  ist
heute  unter  Nr.  1  eingetragen  worden,
daß  für  die  unter  Nr.  1  des  Firmenregisters
  vermerkte  Firma:
„E.  Hälbich  Wwe.“
in  O#tpimöingwe  den  „Kaufleuten
Eduard  Hälbich
S  Wlcheu
in  Otyimbingwe  Prokura
worden
ei  den  30.  Dezbr.  1896.
Keiserliches  Grricht  in  südwestafrihanischen
Schubgebiete  für  den  Westbezirk.
(L  S.)  (gez.)  Fischer.  (48)

 

ertheilt

 

6  Tamient  Deutsches  Kolonialprodukt.

  

Kemerun  akeo  Gesellschaft  Hemburg.

 

 

 

 

Möller  &amp;amp;  Co.,

Hagen  in  Westfalen  (Deutschland),
Fabrikatlon  und  Export

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Illustr.  Kataloge  in  deutscher,  ,  mausslseltety  engllseher
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Austruge  dureh  europliisene  Handelshliuser  erbeten.
Spezialität:  Lieferung  für  die  Kolonien.
        <pb n="316" />
        auf  Seite  413  in  seinem  Artikel:

 

Der  bekannte  Weltreisende  Otto  E.  Ehlers  schreibt  in  der  Tugli.  he

„Aus  dem  fünhen  Weltleile  Auastralion  -  Neusechand.

Has  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbebrliche  Tcho“.

 
  

 

5

Redaktion:  Hugo  Herold.

cu%  lese  .  &amp;amp;  r

fern  der  Heimat  und  in  überseeischen  Ländern
lande  sucht  —

Im  In-  oder  Ausiende  mit  Berufsgeschliten  Überhüuft,  sich
dem  Gange  der  Weltbegebonheiten  unterrichten  will  —

Im  In-  oder  Auslande  weder  Zelt  noch  Nelgung  hat,  täglich
Zeitung  zu  lesen  —

Im  In-  oder  Auslande  ebselts  auf  dem  Lande  wohnt  und  neben  einem  kleinen  Lokalblatte
  einer  ergänzenden  Zeitungslekture  bedarf.

Das  Echo

Das  Echo
Das  Echo
Das  Echo

Das  Echo
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dahor  jeder
Deit#sche  n  Aslande  gYeberen,  seine  44x#esse

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elne  Probe  -  Nummer  umsonst  und  portofrel  zu

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Fühlong

15.  Jahrgang.

mit  dem  alten  Vaterkurz
  und  schnell  von

eine  grosse  politische

orinęt  allivöchenllicli  in  unterhaltender  Form  Berichle  politisclien,
irtsclastliclien,  isenschafsilichen  c.  —  Inhalts  iber
alle  Vorgünge,  uelclie  sick  in  Deutschlanua  ut.  iu  Auslande  abspielen.
ist  kein  Porleiblatt,  sondern  es  lässt  die  interessantesten  Stimtnien
aller  PFaorteien  au  Worte  kommen.

bringt  in  Jjeder  Mummer  ein  bis  auei  abgesclilossene  Novellelten,
Eraãhlungen  etc.  aus  der  Feder  beiũlirt.,  s“
oringt  in  der  Ruòrik  Ilsandel  eine  Gesanit-  Woclieniibersicht  des
internalionalen  Gelu-  und  Waoarenmarktes  und  interessante
Fragen  von  Weltiarkte.

éringt  ein  faclmũünnisck  redigiertes  u.  illustriertes,Industrielles
Echo“,  welches  über  alle  neuen  u.  interesanten  Vorgänge  und
Aseuerungen  aus  dem  Gebiete  der  Teclknik  u.  Industrie  unterricisitet.

Organ  der  Deutschen  im  Auslande,  betrachtet  es  insbesondere
als  seine  Aufgabe,  dem  Leben  und  Treiben  der  Deutschen  Im
Auslance  die  liebevollste  Aufmerksamkelt  zuzuwenden.  ks  wird

der  Verlagsbuchhandlung  J.
Lef.  apzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit  hat,
übersenden.

Bestellungen  nehmen  alle  und  Zeit  in  Deutschlanl
  zum  Preise  ven  3  Mark  on  klun  zMre  in  den  übrigen  #andern  zu  den  landesichen
  Preisen.  Direkt  von  der  Vorlagshandlung  J.  IH.  Schorer  G.  m.  b.  U.  in  Berlin  SW.
Wllhelmstrasse  20,  unter  Kreunzband  berzogen,  kostet.  as  Echo““  vierteljührlich  4  Mark  50  Pr.
zllrlich  9  Mark.  zanzjährig  18  Mark.  Bei  Verrendung  untèr  Streirband  empflellt  es  sich,
möglichst  ganzjährige  Abonnements  auleugeben.

kann  jederzeit  eingetreten  werden,  und  wird
In  das  Abonnement  .„Dus  Echo-  vom  Tage  der  Bestellung  ab
gegen  Einsendung  des  entlallenden  Betrages  uuf  belichig  lange  Zeit  direkt
vom  Verlag  oder  durch  jede  Buchhandlung  gelielert.

 

naen  1  lan  s-Spedit

 

   

 

 

 

Diese  Acusserung  bestätigt  auch  der  nicht  minder  bekannte  Afrikareisende  Eugen  Wolk,
indem  er,  den  französischon  Feldzug  durch  ganz  Madagaskar  mitmachend,  in  seinom  Herichto  aus
dem  Krioslager  un  das  Berliner  Tageblatt  schreibt:

„Aus  dem  „Echo“  ersehe  ich  stets,  was  in  der  Welt  vorgeht.“

v

 

 

 

214
        <pb n="317" />
        —

amssrorln  &amp;amp;r:3

K.  K.  Oesterr.-Ungar.  Hollleferanten.
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  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  undere  huben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Mularia  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offizielle  Einneihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostantes  veranlasst.

Dus  salzsnure  Thenccol.  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Wargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
sicheren  Millung  des-  Keuolthustens.

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wegen  Litteruntur  und.  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-FGenannten
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Moskun:  W.  Stürzwage

New.  Tork:  eten.  4  b’ue.  25  Willlam  ech

Paris:  Max  s,  31  rue  des  peiltes  ries;

Klo  de  Jenche  Magalhles,  Luclus  &amp;amp;  —  successores  de  Klingelhoeter  &amp;amp;  Co.

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·  ,«  anekaqd,eiskgstoukemkükckofosajm
est-Oh  aus  gtropischen;  und  subtro-  S  Manbver  etc.,  kann  mit  dem  lesk#sitzenden  Plastnlemen
Piee  ven  Länd  #-  e  in  grossen  schlafsack  sehe,  *W  zusammengerollt  werden  und  wiegt  ca.  3  Kilo.
"n  .  ist  lm  Augenblick  hergerichtet  und  ebenso

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fassen  wollen,  bitte  um  Aufgabe  ibrer  —  Eae  wieer  auammenyelgt

 

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  ethnographischen,  wirthschaftlichen  und  politischen  Verhältnisse  unserer  Schutzgebiete  und  ermöglicht  bei  seiner  scharf
gegliederten  Eintheilung  des  an  Einzelheiten  überreichen  Stosses  die  Verwendung  als  Nachschlagewerk  in  allen
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Gesellschaft  den  Alleinverkauf.  lr
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Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

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Am  10.  April:  P.  .  „Lulu  Bohlen“,  Capt  Heldt,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Hüfen
der  Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  April:  P.  D.  3Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
ria  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Rufisque,  Sicrra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  April:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  30.  April:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  San  Thomé  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  von  Landana  bis  Loanda.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  25.  Mai,  25.  Juli,  25.  September
  und  25.  November.
Atte  Güfter  mitssen  con  Tape  vor  elem  4bganyedostem  bis  12  Uhr  miftags  H#nosseiffe  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passatge  ertheilt  die  Woermann-Linie
-  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal
Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  31.  März,  14.  April,
R.  P.  D.  „GENERAL“,  via  Antwerpen  statt  Amsterdam,
Capt.  Gaue  21.  April,  5.  Mai,
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Staoal  12.  Mai,  26.  Mai,
R.  P.  D.  „ADMIRAL“,  Capt.  Weist  2.  Juni,  16.  Juni,

nach  Tanga,  Dar-es-Saldm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Wenaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa.  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  uims  Kap  der  Huren  Hoffnuimg
ekt  nach  Dirban,  Delagoa-Bai,  Mesj#cuga,  Vosst  B
Nächste  Expedition  via  Amsterdam:  P.  D.,,HERZOG“  (Doppelschrauben),  *  v.  Is88eudorfs,
am  25.  April  1897.
Die  Dampfer  Laben  boyrzckpliche  Einrichsungen  Tür  Eussatere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ercheilt  in  Hamburg:  (0)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerfkanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika  -  Lndi,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.
Verantworklicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.

Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Miltler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW8,  Kochstrabe  68—71.
Ausgegeben  am  1.  April  1897  um  6  Uhr  nachmillags.
        <pb n="325" />
        eutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Koloenial-Ablhellung  des  Answärligen  Auks.

 

v#m.  Jahrgons.  garlin,  15.  April  1697  Nummer  3.

Diese  Zeilschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beigeste.  beigesog  die

erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungerolsenden  und  Gelebrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  horausgegeben  ve  «

I-Dsnokolana.Derviertel«åhtlicheIlbossncateatspkeisjstkbcsKolomalblqttIIntdenSeihcflenbelkäqtbetmsesuqedurchdie  st  und  die

Bu  bandlungen  #t.  3.—,  Sirch  unter  Streisband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  8  50  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3,75  für

dle  bänder  des  Welipoftvereins.  —  Einsendungen  und  AnfrageHen  sind  an  die  Königliche  Hofönchhandlung  von  Erust  Sisßtuet  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—714  zu.  richten.  (Eingetragen  in  der  abtung-  Breklsee  für  1807  unter  Nr.  1977.)

mindestens  einmal  vierteljährlich
n  von  Dr.  Märüich

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordaung,  betreffend  die  Erfüllung  der  Dienstpflicht  bei  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
für  Südwestafrika  S.  223.  —  Verordnung,  betreffend  die  Einfuhr  von  Feuerwassen,  Kriegsmunition  und  Branntwein
  nach  dem  Archipel  von  Sulu  S.  224.  —  Verordnung.  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Togo,  betressend
  die  für  das  Zumessen  und  das  Zuwägen  von  Palmkernen  und  Palmöl  im  öffentlichen  Verkehr  zugelassenen
Maße,  Gewichte  und  Waagen  S.  225.  —  Personalien  S.  226.  —  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den
Kaiserlichen  Gerichten  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  während  des  Geschäftsjahres  1896  S.  227.

«  Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  228.  —  Deutsch-Ostafrika:  Zusammenstellung  der
im  Handel  Deutsch-Ostafrikas  akommeede  bestimmten  fremdländischen  Namen  S.  229.  —  Jahresbericht  der

 

deutschen  Ostafrika-Linie  S.  4l—  Aus  dem  Bereiche  der  issionen  und  der  Antifsklavereiewegung
  S.  236.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Britisch-Ostafrika  S.  240.  —  Mozambique,  Lourengo=Marques
  und  Quilimane  S.  240.  andel  Goas  im  Jahre  1895  S.  242.  —  Schiffsverkehr  von  Sansibar  im

5
Jahre  1896  S.  243.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Versammlung  veutscher  Naturforscher  S.  243.  —  Von
den  Marshall-Inseln  S.  243.  —  Deutscher  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  S.  245.  —
Litteratur  S.  245.  —  Schiffsbewegungen  S.  246.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  246.  —  Anzeigen.

 

 

Gesehe;  Perordnungen  der  Neichsbehörden,  Verkräge.

Verordnung,  betreffend  die  Erfüllung  der  Dienstpflicht  bei  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  für  Südwestafrika.)

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  #2#c.,  verordnen  auf
Grund  des  Artilels  III  des  Gesetzes,  betreffend  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten
  und  die  Wehrpflicht  daselbst  (R.-G.-Bl.  1896  S.  187),  im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:

..·  §1.
H  Angehörigen  des  Relchsheeres  oder  der  Kaiserlichen  Marine,  welche  auf  Grund  freiwilliger
Meldung  der  Schutztruppe  für  Südwestafrlka  zugethellt  werden,  wird  die  Zeit,  während  welcher  sie  bei
rekr  Schuhztruppe  dienen,  auf  die  aktive  Dienstzeit  im  Heere  oder  in  der  Kaiserlichen  Marine  angerechnet.

82.

Wehrpflichtige  Reichsangehörlge,  welche  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  ihren  Wohnsitz
haben,  werden  zur  Ableistung  ihrer  aktiven  Dienstpflicht  auf  ihren  Wunsch  in  die  Schutztruppe  für  Südwestafrlka
  eingestellt.  Der  Veibringung  eines  Meldescheins  zum  freiwilligen  Eintritt  bedarf  es  für  diesen
Fall  nicht.  Die  Regelung  der  ihnen  zu  gewährenden  Löhnung  und  ihrer  sonstigen  Gebührnisse  bleibt
Unserer  weiteren  Verordnung  vorbehalten.

.  .  83.
dem  sn  Mit  dem  Berechtigungsschein  zum  einjährig-  freiwilligen  Dienst  versehene  Wehrpflichtige,  welche  in
em  südwestafrikanischen  Schutzgebiet  ihren  Wohnsitz  haben,  dürfen  zum  elnjährig-freiwilligen  Dienst  in  die
Schutztruppe  für  Südwestafrika  eingestellt  werden.

*)  Reichs-Gesetzblatt  S.  107  ff.
        <pb n="326" />
        —  224  —

8  4.

Die  Einstellung  der  in  den  §§  2  und  3  gedachten  Personen  erfolgt  durch  den  Kommandeur  der
Schutztruppe,  welcher  im  Einverständniß  mit  dem  Landeshauptmann  die  Einstellungstermine  bestimmt.  Von
jeder  Einstellung  eines  Wehrpflichtigen  ist  unter  Angabe  des  Geburtsortes  und  lages  der  Civilvorsitzende
der  zuständigen  helmathlichen  Ersatzkommission  zu  benachrichtigen.

.  §5.
Die  in  den  88  2  und  3  gedachten  Personen  können  von  dem  Landeshauplmann  nach  Anhörung
des  Kommandeurs  vor  Ablauf  der  gesetzlichen  aktiven  Dienstzeit  beurlaubt  werden.

86.

Nach  beendeter  akliver  Dienstzeit  in  der  Schutztruppe  treten  sämmtliche  Mannschaften  zum
Beurlaubtenstande  des  Heeres  oder  der  Koiserlichen  Marine  über.

Kehren  sie  nach  Deutschland  zurück,  so  sind  sie  den  heimathlichen  Bezirkskommandos,  behalten  sie
ihren  Wohnsitz  im  Schutzgebiet  oder  verlegen  denselben  ins  Ausland,  demjenigen  Bezirkskommando  (I  bis
IV)  ktlie  welchem  sie  ihrer  Waffengattung  2c.  nach  angehören,  durch  den  Kommandeur  der  Schutztruppe
zu  überweisen.

87.

Diejenigen  Mannschaften  des  Beurlaubtenstandes,  welche  der  altiven  Dienstpflicht  ganz  oder  theilweise
  in  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  genügt  haben,  sind,  solange  sie  ihren  dauernden  Ausenthalt
im  südwestafrikanischen  Schutzgebiet  haben,  vom  Dienst  im  Heere  oder  in  der  Kaiserlichen  Marlne  zurückgestellt,
  können  aber  innerhalb  der  für  das  Heer  bestimmten  Grenzen  zu  Uebungen  in  der  Schutztruppe
eingezogen  werden.  ·

88.

Das  Kommando  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  hat  über  sämmtliche  im  Schutzgebiete  sich
dauernd  aufhaltenden  Personen  des  Beurlaubtenstandes  Kontrole  zu  führen  und  zum  1.  Januar  jedes
Jahres  dem  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung)  die  namentliche  Liste  einzureichen.
Diese  Liste  ist  dem  Königlich  preußischen  Kriegsministerium  behufs  Mittheilung  an  die  kontrolirenden
Bezirkskommandos  zuzustellen.

§  9#.  2
Von  jeder  Heranziehung  der  Personen  des  Beurlaubtenstandes  zur  nothwendigen  Verstärkung  der
Schutztruppe  sowie  von  jeder  Einziehung  zur  Uebung  ist  durch  den  Kommandeur  der  Schutztruppe  das
kontrolirende  Bezirkskommando  unter  Angabe  der  Dauer  der  Dienstleistung  zu  benachrichtigen.  Der
Militärpaß  ist  entsprechend  zu  vervollständigen.

Diese  Verordnung  hat  auch  für  die  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika  mit  dem  26.,  27.  und
28.  Mai  1896  zugetheilten  deutschen  Militärpersonen  Geltung.
Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Berlin  im  Schloß,  den  30.  März  1897.  «
(L.  S.)  Wilhelm  I.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.

Verordnung,  betreffend  die  Einfuhr  von  Feuerwaffen,  Kriegsmunition  und
Branntwein  nach  dem  Archipel  von  Sulu.

Uebersetzung.
Les  soussigncs  Die  Unterzelchneten,  nämlich:  «
LosiourEmisriccomtod’A1-co-Valloy,  Herr  Emmerich  Graf  von  Arco-Valley,
Chargé  d'affaires,  ad  intéerim,  d'Allemaguc,  interimistischer  Geschäftsträger  von  Deutschland,
Son  Excellence  Don  Cärlos  O'Donell  y  Seine  Excellenz  Don  Carlos  O'Donell  y
Abreu,  Duc  de  Tetuan,  Ministre  d’Etat  Abren,  Herzog  von  Tetuan,  Staatsminister
de  Sa  Majesté  le  Roi  d’Espagne,  Seiner  Majestät  des  Königs  von  Spanien,
und
et  Son  Excellence  Sir  HeuryDrummond  Seine  Excellenz  Sir  Heury  Drummond  Wolff,
Wolll,  Ambassadeur  Extraordinaire  et  Außerordentlicher  und  bevollmächtigter  Bot-Plénipotentiaire
  de  Sa  Majesté  Bri-  schafter  Ihrer  Britischen  Mojestät,
tannique,  '

düment  autorisés  pour  se  mettre  d'’accord  sur  mit  gehöriger  Ermächtigung  versehen,  um  sich  über
la  valeur  et  Tinterprétation  des  dispositions  die  Gültigkeit  und  die  Auslegung  der  Bestimmungen
de  I’Article  4  du  Protocole  de  Sulu  (Jolc)  von  Artikel  4  des  Suln-(Jolb)-Protokolls  vom
        <pb n="327" />
        —  226  —

du  7  Mars  1885  sont  convenu  de  ce  qui  suit,  7.  März  1885  ins  Benehmen  zu  setzen,  sind  über
à  savoir:  Folgendes  übereingekommen:

Lafopsule  générale  employée  dans  la  Die  allgemeine  Wendung,  welche  in  der  Fassung
rédaction  du  dit  Article  n’est  pas  applicable  des  gedachten  Artikels  gewählt  ist,  findet  in  dem
au  cas  on  les  Autorités  espagnoles  defendraient  Falle  keine  Anwendung,  wenn  die  spanischen  Been
  général  et  sans  aucune  exception  l’impor-  hörden  allgemein  und  ohne  jede  Ausnahme  die  Eintation
  dans  I'Archipel  sus-mentionné  des  armes  fuhr  von  Feuerwaffen,  von  Kriegsmunition  und  von
à  leu,  des  munitions  de  guerre  et  des  alcools.  Ffktl  in  den  oben  genannten  Archipel  verbieten

ollten.

Dans  le  cas  on  le  Gouvernement  espagnol  Im  Falle,  daß  die  spanische  Regierung  ein  Eindecrréterait
  la  prohibition  d'importer  les  armes  fuhrverbot  auf  Feuerwaffen,  Kriegsmunition  und  auf
à  leu,  les  munitions  de  guerre  et  les  alcools  Alkohol  in  den  Sulu-(Jolé)-Archipel  erlassen  sollte,
dans  IArchipel  de  Sulu  (Jolé),  cette  délense  wird  dieses  Verbot  in  den  amtlichen  Zeitungen  von
dera  publice  dans  les  journaux  officiels  ce  Madrid  und  Manila  veröffentlicht  werden.  Es
Madrid  et  de  Manille.  Elle  sera  notilice  aur  wird  den  Regierungen  von  Deutschland  und  Groß-Gouvernements
  de  I'Allemagne  et  de  la  Grande  britannien  mittels  offizieller  Noten  mitgetheilt  werden.
Bretagie  au  moyen  de  Notes  olficielles.

II  est  entendu  que  la  dite  prohibition  ne  Man  ist  darüber  einig,  daß  das  gedachte  Verbot
V’appliquera  pas  aux  marchandises  qui  se  sich  nicht  auf  diejenigen  Waaren  erstrechen  wird,
tronveraient  en  route  au  moment  de  la  publi-  welche  sich  im  Angenblick  der  Veröffentlichung  des
cation  du  Decret  respectil  et  quc  le  Protocole  bezüglichen  Dekrets  unterwegs  befinden,  und  daß  das
du  7  Mars  1885  sera  maintenn  dans  toutes  Protokoll  vom  7.  März  1885  zugleich  mit  der
3es  parties  simultanément  avec  le  présent  gegenwärtigen  Erläuterung  in  allen  seinen  Theilen

 

Gclaircisscment.  aufrecht  erhalten  bleiben  soll.
Fait  à  Madrid  en  triple  original  le  trente  Gegeben  zu  Madrid  in  drei  Originalen,  den
Mars  mil  huit  cent  quatre-vingt  dix-sept.  dreißigsten  März  eintausend  achthundert  und  sieben
L.  S.  Graf  Arco.  und  neunzig.

L.  S.  El  Duque  de  Tetuan.
L.  S.  II.  Drummond  Wolfk.

Uebersetzung.  Königliches  Dekret.
Ministerium  der  Kolonien.  Dem  Antrage  des  Kolonlalministers  entsprechend

Einleitung  und  in  Uebereinstimmung  mit  dem  Ministerrathe,
Majestat!  "“  im  Namen  ꝛc.  .  ...  bestimme  ich,  was  folgt:

Auf  Grund  der  am  30.  v.  Mis.  hier  i  ie  Ei  jeder  f  i
er  v.  hier  in  Madrid  Die  Einfuhr  jeder  Art  von  Feuerwaffen,  Kriegs-—7
  Staatminister  einerseits  und  den  deutschen  munition  und  Branntwein  nach  dem  Archipel  von
i  träger  sowie  den  englischen  Botschafter  Sulu  wird  allgemein  und  ohne  jede  Ausnahme  verandererseits
  unterzeichneten  Erklärung,  geleitet  von  boten.
humanitären  Absichten  und  dem  Wunsche,  die  Ein-  2.
geborenen  des  Sulu-  Archipels  zu  schüben,  Die  vorstehende  Bestimmung  findet  keine  Anv
  in  Uebereinstimmung  endlich  mit  dem  Verfahren  wendung  auf  Waarensendungen,  welche  schon  vor
derslbrigen  Wiisßs-#  Mächee,  E  #s  Besitzungen  der  Veröffentlichung  dieses  Dekrets  nach  diesem
Oee  der  unterzeichnete  Minister  Archipel  abgeschickt  worden  sind  und  sich
die  Ehre,  Eurer  Majestät  nachstehenden  Ls  zushel  n  L  sch  unternegs

 

entwurf  zur  Genehmigung  zu  unterbreiten.  Schloß,  am  1.  April  1897.
Madrid,  1.  April  1897.  öloß,  5  Maria  Cristina.
2c.  r.n  K.  Der  Kolonialminister:  «
Tom-isCastellanoyBillarroya.  Tomäs  Castellano  y  Villarroya.

 

Perordnungen  und  Wirtheilungen  der  Behörden  in  den  Schuthgebieken.

Verordnun  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Togo,  betreffend  die  für
as  Zumessen  und  das  Zuwägen  von  Palmkernen  und  Palmöl  im  öffentlichen
Verkehr  zugelassenen  Maße,  Gewichte  und  Waagen.

d  Auf  Antrag  der  Handelskammer  für  Klein-Popo  und  Porto-Seguro  wird  auf  Grund  des  §  11
es  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schubgebiete  vom  15.  März  1888  (RN.  G.  Bl.
*75)  und  der  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom  29.  März  1889  für  das  Schutzgebiet  von  Togo  verordnet,

  was  folgt:
        <pb n="328" />
        —  226  —

.  81.
Vom  1.  Juli  1897  ab  dürfen  zum  Zumessen  und  Zuwägen  von  Palmkernen  und  Palmöl  im
öffentlichen  Verkehr  nur  solche  Maße,  Gewichte  und  Waagen  verwendet  werden,  welche  den  im  Deutschen
Reiche  bestehenden  gesetzlichen  Vorschriften  entsprechen.

82.
Zugelassen  sind  ferner  nur  Maße  von  folgenden  Größen:

A.  Für  Palmkerne:  B.  Für  Palmöl:
100,—  Liter,  5,—  Liter,  20,—  Liter,  2,—  Liter,
5  "—  *  —  *  —  *  —  #
20—.  1.—4  55  p06
10.—  0,5  -

Außerdem  ist  der  An=  und  Verkauf  von  Palmöl  in  Fässern  und  die  Ausmessung  des  Raumgehaltes
  desselben  mittelst  eines  amtlich  geprüsten  und  gestempelten  Maßstabes  mit  decimaler  Eintheilung
auch  fernerhin  gestattet.

83.

Kaufleute  und  sonstige  Gewerbetreibende,  bei  welchen  zum  Gebrauche  für  den  Handel  mit  Palmöl
und  Palmkernen  geeignete,  den  vorstehenden  Bestimmungen  nicht  entsprechende  Maße,  Gewichte  oder  Waagen
vorgefunden  werden,  oder  welche  den  maß=  und  gewichtspolizeilichen  Anordnungen  nicht  nachkommen,  werden,
sofern  nicht  nach  den  bestehenden  strafgesetzlichen  Bestimmungen  eine  schwerere  Strafe  verwirkt  ist,  mit
Geldstrafe  bis  zu  100  (einhundert)  Mark,  oder  mit  Haft  bis  zu  4  (vier)  Wochen  bestrast.  Außerdem
unterliegen  die  vorschriftswidrigen  Maße,  Gewichte  und  Waagen  der  Einziehung.

8  4.

Die  Ausübung  der  Kontrole  und  der  sonstigen  polizeilichen  Befugnisse  auf  Grund  dieser  Verordnung
  erfolgt  durch  die  Amtsvorsteher  und  Stationsleiter  mit  der  Maßgabe,  daß  dieselben  nur  zur
Verhängung  von  Geldstrafen  bis  zum  Betrage  von  50  (fünfzig)  Mark  und  zur  Anordnung  der  Einziehung
(§  4  Schlußsatz)  befugt  sind.  Gegen  die  Strafbescheide  der  Amtsvorsteher  bezw.  Stakionsleiter  findet
Beschwerde  an  den  Landeshauptmann  statt.

Wenn  nach  Lage  des  Falles  eine  höhere  Geldstrafe  als  50  Mark,  oder  eine  andere  Strafart
angemessen  erscheint,  so  ist  von  dem  Amtsvorsteher  bezw.  Stationsleiter  unter  Darlegung  des  Sachverhaltes
an  den  Kaiserlichen  Landeshauptmann  zu  berichten.

8  6.
Die  Anwendung  der  in  dieser  Verordnung  vorgeschriebenen  Maße,  Gewichte  und  Waagen  ist
auch  bereits  vor  dem  im  §  1  angegebenen  Zeitpunkte  gestattet,  sofern  die  Betheiligten  hierüber  einig  sind.

6.

Mit  dem  Zeitpunkte  des  Inkrafttretens  56re  Verordnung  (1.  Juli  1897)  gilt  die  Verordnung,
betreffend  die  Einführung  von  Maßen  und  Gewichten  für  den  Handel  mit  Palmöl  und  Palmkernen,  vom
6.  September  1887  als  aufgehoben.

Sebbe,  den  15.  Februar  1897.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  (gez.)  Köhler.

 

»  Personalien.  -
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Chef  der  Abthellung
für  Landeskultur  und  Landesvermessung  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika
Dr.  Stuhlmann  den  Charakter  als  Kaiserlicher  Regierungsrath  zu  verleihen.

Dem  Kaiserlichen  Richter  Dr.  Hahl  ist  die  Vertretung  des  interimistischen  Landeshauptmanms  von
Kaiser  Wilhelmsland  C.  v.  Hagen,  im  Falle  dieser  durch  Erkrankung  oder  andere  Umstände  von  Ausübung
seiner  Amtsthätigkeit  abgehalten  ist,  übertragen  worden.

 

Kaiserliche  Schutgtruppen.
A.  K.  O.  vom  3.  Februar  1897.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Dr.  Becker,  charakterisirter  Ober-Stabsarzt  1.  Klasse,  ein  vom  3.  April  1897  datirtes  Patent  als  Ober-Stabsarzt
  2.  Klasse  verliehen.
        <pb n="329" />
        227  —

Ollwig,  Assistenzarzt  1.  Klasse,  mit  einem  Patent  vom  26.  November  1896  A.

Zupitza,  Dr.  Simon,  Hösemann  und  Dr.  Eggel,  Assistenzärzte  1.  Klasse.  —  1  Stabsärzten  befördert.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.

Dr.  Schöpwinkel  und  Dr.  Langheld,  Assistenzärzte  1.  Klasse,  zu  überzähligen  Stabsärzten
befördert.

Nebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaserlichen  Gerichten  des  deutschostafrikanischen
  Schutzgebietes  während  des  Geschäftsjahres  1896.

Naserliches  Gericht  für  den  füdlichen  Bezirk.
I.  Gerichtsbarkeit  des  Bezirksrichters  und  des  Kaiserlichen  Bezirksgerichts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
m  ziss
.  "
Es  waren  anhängig:  4  5#  4  —  228
—4E
A.  Bur  erliche  ies  und  zwar:
1.  Proze  *  Snschlietn  ich  d  Urundene  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  5  49  54  47
2.  Sonstige  Rechtssachen,  u
Arreste  und  einstweilige  —  4  4  4  —
Nechishalsedachen.  .  Z  49  52  47  5
wan  abolskehngen.  —  21  21  21  —
zuuse  .  ................  —  47  47  47  —
Sahmsechen,  #is  unds  bel  den  Gerict  inß  IELIIE
nträge  4q%  erhalb  eines  bei  dem  Geri  *5  ängigen  Rechtsstreites  —  6  —
Von  dyn  ree  en  gehor  rten  u  zur  Zuständigkeit  s  s  5  ss
.  3  43  46  42  4
des  3  k3,  2  6  8  5  3
Die  50  unter  2  üz  lammtiich  ur  Zusiandigiei  des  hichteis.
B.  Konkurssa  .  —  —  —  —  —
C.  Strassa  ue  und
1.  Sachen,  in  bekene  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  4  4  2  2
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  3  18  21  17  4
Davon  Privatklagesachen  .  —  7  7  5  2
2.  Sene  achterüiche  r  Ermittelungssachen  —  21½½2111—
-  ,  enenetna
stelluudesVerfam  H  uptverfahren  nicht  z„  eröffnen  war  (Ei-  9  9  9  *
5.  Leschwer  den  gece  an  des  Nichter  —  —  ——
In  den  Sachen  zu  2  fande  n  Daup  ni  *
a  *  wimge.  —  4  4  4  —
D  Ms  "  —  5  5  5  —
.  Scchen  der  nichtstreitigen  Geri  bhberset.
1.  Vo#  armundschaften  uen  grguere  0  ind  awar.  —  —  —1—  —
2.  Erbtheilun  —  —  —  —  —
3  ite  n  und  *  im  Grundbuch  —  6  6  6  —
.  Testa  .  ..,  —  3  3  3  —
5.  Nachlaßregulirungen  .  «  ·.  5  14  19  8  11
6.  Honstige  wn  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  46  46  46  —
E.  Verfahren  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  un  debruai  163
(Kolguntelölann  S.  —  —  —  —  —
II.  Gerichtsbarkeit  des  Oberrichters  und  des  Obergerichts.
A.  Iürgerlich=  zec  Nechtsstreitigkeien,  und  zwar:  1
....  :  7  –
eschw  .  ......  —  1  1  i-B.
  astW  Fe  .-...............  —:——--0-Strqssachexuud
  I
a)  Berufun  en  .  .....  ·  —i8  3  1  2
b)  Beschwer  —  3  3  3  —
D.  Veschbbelen  in  Sachen  ver  gigtsteeiiigen  Gerichiabarteit  —  —  —  —  —
E.  Berufungen  in  Privatklagesache  —  1  1  1  —
F.  Berufungen  gegen  Ertenbnse  ber  Vezirksamimänner.  2  2  4  8  1
        <pb n="330" />
        —  228  —

Kaiserliches  Gericht  für  den  nördlichen  Bezirk.

 

 

 

 

Aus  Davon
6  5  2  5*  Wl*
ig:  l  S.
Es  waren  anhängig  *.“  728  7  2  —
eess  3  2
A.  Bür  erliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwa
1.  -  e,  aichueh  der  srh  che-  und  Entmündigungsprozesse  16  20  36  26  10
tssachen,  und  zw
Arr  7.  '  inn  —  3  3  —
¶  shülsesahen  —  35  35  35  —
wan  zobfein  —  11  11  11  —
atn  achen  —  41  41  41  —
Sühnesahen  .  —  —  —  —
*  r*t  eines  bei  vem  Gericht  angingigen  Bechstreiesd  .  —  1  1  1  —
Anträge  auf  Sicherung  des  Beweises  .  .  —  1  1  1  —
Von  bden  Sachen  zu  und  2  gehörken  zu  Bustͤndigleit
Richtrs  —  108  101  2
*  x  0  16  9  25  17  8
B.  Konkurssachen  —  —  —  —
C.  Staassa  en,  und  zwa
Stchen“  in  wel  en  einstrafbeflsuerlassenivar....  —  —  —  —  —
#  Sachen,  in  welchen  ein  de  uptverfahren  einzuleiten  war  ..  —  9  9  9  —
Davon  Privatklagesachen:  —  2  2  2  —
3.  Einzelne  richterliche  Anordnungen  —  Ermittelun  gverfa  hren  10  28  38.  26  12
4.  Sachen,  in  denen  ein  Heuptoe  ahren  nicht  zu  eröffnen  war  (Einsieliing
Verweigerung  des  Verfahrenssz  —  14  14  14  —
5.  2ceé  gegen  Entscheidungen  des  N  —  —  —  —  —
chen  zu  2  fanden  z  #an
3  ohne  Beisitzer  .  ·  —  6  6  6
5)  mit  Beisiten  —  3  3  3  —
D.  Sachen  der  nich  treitigen  Gherichteherreit,  und  tzwar:
1.  Vormundschaften  und  Pflegschast  —  1  1  1  —
2.  E  abbescheinigungen  .......  —  8  8  8  —
3.  Erbtheilungen  —  —  —  —  —
4.  Testamenneenn  —  —  —  —  —
5.  Nachlaßregulirungen  15  6  21  13  8
6.  Sonstige  Handlungen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit.  —  79  79  79  —

 

 

 

 

 

 

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Maschinentechniker  Gartzweiler  ist  aus
dem  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements  ausgeschieden.
  r*

Der  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  angemG*
  Bauleiter  Goetze  ist  nach  Ostafrika  abgereist.


Der  kommissarische  Büreauassistent  Koch  ist  Anfang
  März  in  Dar-es-Salsm  eingetroffen.

Ramerun.
Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttkamer  ist
Ende  Februar  von  seiner  Inspektionsreise  nach
Kamerun  zurückgekehrt.

 

Der  Sekretär  Müller  ist  mit  Heimathsurlaub
hier  eingetroffen.  E

Der  in  den  Dienst  des  aaiserlichen  Gouvernements
  getretene  Maschinist  1.  Klasse  Peik  ist  nach
Kamerun  abgereist.

Sllowestafrika.

Am  2.  d.  Mts.  ist  zu  Wilmersdorf  bei  Berlin
an  den  Folgen  eines  Herzleidens  der  Landrentmeister
bei  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  von
Südwestafrika  Franz  Reichelt  verstorben.  Derselbe
war  von  1888  bis  1891  als  Kommissariatssekretär
in  Togo  angestellt,  von  1892  bis  1896  in  Südwestafrika
  mit  der  Bearbeitung  des  Kassen=  und  Rechnungswesens
  und  zuletzt  aushülfswelse  in  der  Kolonial-Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amts  beschäftigt.
        <pb n="331" />
        229

n  aus  den  deulschen  Schuhkgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch  -Plfafrika.

Insammenstellung  der  im  Dandel  Deutsch-Cstafrikas
vorkommenden,  hauptsächlich  für  den  Gebrauch  der
Eingeborenen  bestimmten  fremdländischen  Waaren.)

Baumwolle,  pampa,  ausschließlich  aus  Indien
stammend,  jährliche  Durchschnittseinfuhr  etwa  40000
Pfund  englisch  im  Werthe  von  3500  Rupien,  wird
vorzugsweise  zu  Matratzen  verarbeitet.  Der  Preis
an  der  Küste  für  gereinigte  Baumwolle  stellt  sich  auf
5  bis  10  Rupien,  für  Abfälle  auf  1  bis  2  Rupien.
Mit  Baumwollenbau  ist  vor  einiger  Zeit  in  der
Kolonie  vorgegangen  worden;  die  in  Hamburg  seitens
der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  auf  den  Markt
gebrachten  Waarenproben  waren  vorzüglich  ausgefallen
und  wurden  gut  bewerthet,  die  Produktionskosten
stellen  sich  aber  der  hohen  Löhne  wegen  zu  hoch.
Aus  Lamu,  woselbst  die  Baumwollenproduktion  ausschließlich
  in  Händen  von  Eingeborenen  ruht,  sollen
alljährlich  große  Mengen  dieses  Produktes  nach
Sansibar  und  Indien  exportirt  werden.

Ungebleichte  Baumwollstoffe.

A.  Graue  Sheetings,  schlichtes  Gewebe,
dienen  als  Bekleidung  der  von  der  Küste  weiter  ab
wohnenden  Bevölkerung  und  werden  in  großen
Mengen  hier  eingeführt.

a)  Amerikano  assili,  36  Inches  30  Yards
und  27.  Inches  :—  30  Yards,  vorwiegend  aus  Nordamerika
  stammend  und  per  Segelschiff  nach  San-Ur,
  ingüre  #hustenpreis  5  bis  5½  Rupien  per

;  jährliche  Einfuhr  e  =
122  000  Rupien.  fuhr  etwa  200  oöo  Pfund

b)  Amerikano  gamti,  Imitation  von  A.
assili,  geringwerthige  Qualität,  von  verschiedener
Länge  und  Breite,  ausschließlich  in  Indien  hergestellt
  und  unter  der  Bezeichnung  der  betreffenden
Fabriken  in  den  Handel  gebracht,  wie  Colaba,  Oriental,
  Mazagaon,  Standard,  Alliance  2c.  Preislage
je  nach  Güte  und  Größe  verschieden,  im  Durchschnitt
½/  Rupie  per  Pfund.  In  großen  Quantitäten  besonders
  in  Bagamoyo  eingeführt,  von  wo#  diese  Produkte
  als  Tauschartikel  zum  Einhandeln  von  Elfenbein
nach  dem  Innern  gehen.

)  Amerikano  uleiti,  von  geringer  Güte
und  verschiedener  Größe,  hauptsächlich  in  England
hergestellt,  Durchschnittspreis  9  bis  10  Anna  per  Pfund.

B.  Graue  Drills,  geköpertes  Gewebe,
28  Inches  2#  40  Yards.

-a)Marduff  assili,  ausschließlich  von  Amerika
per  Segelschiff  nach  Sansibar  eingeführt,  vorzugsweise

*)  1  Frazila  —=  35  Pfund  englisch,
1  Diisla  (Hohlmaß)  —  i
Kiol  Gehl  h  zed  Pfund  englisch,
1  Rupie  =  16  Anna  —  etwa  1,30  Mark.

 

zur  Herstellung  von  Dhausegeln  und  Zelten  von
Eingeborenen  verwandt.  Küstenpreis  9½  bis  10  Rup.
per  Stück,  jeder  Ballen  enthält  15  Stück.

b)  Marduff  gamti,  geringwerthige  Onalität,
in  Indien  fabrizirt,  hauptsächlich  zu  Kleidern  verarbeitet,
  Preis  7  bis  7  ½/  Rup.  per  Stlck.

c)  Marduff  uleiti,  in  England  hergestellt,
zu  Bootssegeln  und  Kleidern  verwandt,  Preis  8  bis
8½⅛½  Rupien  per  Stück.

Halbgebleichte  weiße  Stoffe,
85/36  Jnuches  —  36  Yards.

A.  Satin,  schlichtes  Gewebe,  dient  zur  Bekleidung;
  von  England  Satin  uleiti,  von  Indien
  (Bombay)  Satin  gamti  eingeführt,  Preis
etwa  8  bis  9  Anna  per  Pfund.

B.  Graue  Shirtings,  schlichtes  Gewebe,
wird  zur  Bekleidung  in  Breiten  von  30  bis  54  Inches
und  in  Längen  von  37½  bis  38½  Yards  in  England
  (Manchester)  hergestellt  und  unter  dem  Namen
Ulayiti  (suaheli),  Longcloth  (engl.),  Nankalak  (indisch)
in  den  Handel  gebracht.  Preis  etwa  10  Anna  per
Pfund,  jeder  Ballen  enthält  50  Stücke.

C.  Graue  corded  Scarfs,  Schuka  uleiti,
50/2  Jnches  =  3¼  bis  3½  Yards  und  25/6  Inches
2  6½  bis  7  Pards,  schlichtes  Gewebe,  stark  geglättet,
doch  an  den  Querenden  mit  eingewebten  Leisten
(Cords)  und  in  Fransen  auslaufend,  wird  in  Stücken
von  je  2  bis  10  Einzelstücken  von  England  eingeführt,
  wovon  die  breiten  als  Betttücher,  die  anderen
als  Lendentücher  verwandt  werden.

Gebleichte  weiße  Baumwollstoffe.

A.  Weiße  Shirtings,  schlichtes  Gewebe
und  stark  appretirt,  sind  in  Breiten  von  28  bis
60  Inches  (vorwiegend  31  Inches),  in  Längen  von
40  Yards  gängig.  Dieselben  werden  hauptsächlich
zu  Hemden  (kanzu)  gebraucht  und  kommen  unter
dem  Namen  Bafta  (suaheli),  Basto  (indisch),  besonders
  die  Marke  „Bafta  faranza  Nr.  500“  in  den
Handel.  Preis  etwa  4½  bis  5  Rupien  per  Stück.
Die  ganz  geringen  Sorten,  Bafta  dondo,  Preis
3½⅛  bis  4  Rupien  per  Stück,  werden  als  Leichentücher
  gebraucht.  Herkunft  aus  England,  selten
Amerika  und  Holland.  Nainsuck,  Museline,
Schagornati,  Dora,  schlichte  und  gemusterte  und
nicht  appretirte  Gewebe,  28  bis  40  Inches  20
Yards,  finden  nur  in  kleineren  Mengen  für  Hemden
der  Eingeborenen  Absatz.  Preis  1  bis  8  Rupien
per  Stück.  Herkunft  aus  England  via  Bombay.

B.  Weiße  Drills,  geköpertes  Gewebe  und
appretirt,  Marduff  genannt,  besonders  26/7  Inches
40  ards  findet  fast  ausschließlich  für  Anzüge  der
Europäer  Verwendung.  Herkunft  England  und
Amerika,  Preis  11  bis  18  Rupien  per  Stück.
        <pb n="332" />
        Einfach  gefärbte  Baumwollstoffe.

A.  Dunkelblau  gefärbte  Stoffe,  Kaniki,
schlichtes  Gewebe,  stark  appretirt  in  Breiten  von
34  bis  60  Inches  und  in  Längen  von  7½  bis
8  Yards  werden  in  großen  Mengen  aus  Indien
eingeführt,  wo  die  Herstellung  aus  von  England
importirten  Rohstoffen  (Longcloth)  erfolgt.  40  Inches
breit,  aus  einem  Stück  Longcloth  von  7  bis  8  Pfund
werden  fünf  Stück  Kaniki  gefertigt,  Preis  per  Korja
=  20  Stück  18  bis  20  Rupien.  Diese  Sorte  ist
der  Breite  nach  in  fünf  Falten  gelegt  und  wird  hiernach
  von  den  Eingeborenen  „Kaniki  kunjo  tano“
benannt.  43  und  45  Inches  breit,  aus  einem  Stück
Longcloth  von  8  bis  9  Pfund  gefertigt,  in  sechs
Falten  geschlagen,  Kaniki  kunjo  sitta,  Preis  22
bis  27  Rupien  per  Korja.  ·  '

50  Inches  von  9  bis  10  Pfund  Longcloth,  in
sieben  Falten  geschlagen,  Preis  27  bis  30  Rupien
per  Korja.

54  und  60  Inches  von  10  bis  11  Pfund  Longcloth,
  in  acht  Falten  gelegt;  die  Länge  beträgt  bei
diesen  Sorten  nicht  8,  sondern  nur  die  Hälfte,  4  Yards,
weshalb  zu  1  Korja  40/2  Stück  gerechnet  werden.
Preis  30  bis  36  Rupien  per  Koria.

Aehnliche  Waaren,  doch  in  sauberer  Herstellung,
werden  aus  Holland  und  England  eingeführt.
Diese  europäische  Waare  wird  besonders  in  folgenden
Maßen  gehandelt:

*7⅛  *  8  *  21  *  22  *  *  *
52/4  77%  8  22  25

Ursprünglich  wurde  zum  Färben  dieser  Stoffe
Indigo  verwandt;  heute  erfolgt  die  Färbung  mit
billigen  Ersatzmitteln.

Die  jährliche  Einfuhr  von  Kanlki,  welches  zur
Bekleidung  der  Eingeborenen  im  Innern  benuutzt
wird,  beträgt  etwa  700  000  Pfund  im  Werthe  von
606  000  Rupien,  wovon  kaum  2%  auf  europälsches
Fabrikat  entfallen.

Dunkelblau  gefärbte  Musline,  ukeia,
30/2  Inches?  19  Yards  finden  in  geringen  Mengen
für  Kopfputz  der  Frauen  Verwendung.  Herkunft
England,  Preis  25  Rupien  per  Korija.

B.  Rothgefärbte  Baumwollstoffe,  bendera
(suaheli),  Madrassi  (indisch),  vorwiegend  geköpertes
dünnes  Gewebe,  26  bis  28  Inches  2K  24  VYards,
werden  in  ansehnlichen  Mengen  zur  Bekleldung  gebraucht.
  Herkunft  aus  der  Schweiz,  Holland
und  England.  Während  früher  die  Färbung  mit
Türkischroth  erfolgte,  hat  sich  heute  Anilinfärbung
immer  mehr  eingebürgert.  Preis  3  bis  4  Rupien
per  Stück.

C.  Braungefärbte  Baumwollstoffe,  Hodrung,
  schlichtes  Gewebe,  besonders  28  bis  32  Inches
s8  Pards,  doch  auch  in  Stücken  von  40  Yards,
werden  ausschließlich  von  England  über  Hamburg
eingebracht  und  zu  Hemden  für  die  Eingeborenen

230

 

verwandt.  Preis  1½  bis  2  Rupien  per  Stück  von
8  Yards.  Die  ursprüngliche,  in  Arabien  gefertigte
bessere  und  waschechte  Waare,  Preis  4  bis  10  Rupien
per  Stück,  wird  nur  noch  von  der  wohlhabenden
Bevölkerung  (Arabern)  getragen  und  ist  durch  das
europäische  Fabrikat  in  letzter  Zeit  fast  verdrängt
worden.

D.  Shawls,  kanga,  schlichte  oder  geköperte
Gewebe,  48/52  Juches  =  70  bis  80  Inches,  werden
in  vorwiegend  schwarz  und  dunkelblau,  kanga  kaniki,
aber  auch  in  anderen  Farben  gehandelt.  Zum  Theil
haben  dieselben  an  beiden  Enden  Fransen.  Herkunft
Holland.  Preis  12  bis  20  Rupien  per  Korja.

Bedruckte  Stoffe.

A.  Kattune,  sbiti,  schlichte  Gewebe,  26/8  Inches
224  Mards,  mit  einer  oder  mehr  Farben  (besonders
roth  und  schwarz)  bedruckt,  zuweilen  auch  unterfärbt,
finden  in  den  letzten  Jahren  nur  geringen  Absatz,
während  sie  noch  vor  einem  Jahrzehnt  einen  bedeutenden
  Handelsartikel  bildeken.  Verwandt  werden
dieselben  zur  Bekleidung  der  Eingeborenen.  Herstellung
  in  England  und  Holland.  Preis  3  bis
8  Rupien  per  Stück.

B.  Lesso,  schlichtes  Gewebe,  etwa  23  Juches
21  Yards  in  Stücken  von  zwölf  Tüchern,  weiß
und  roth,  sowie  weiß,  roth,  rosa  und  grün,  werden
gleichfalls  bedeutend  weniger  als  in  früheren  Jahren
und  in  nur  unbedeutenden  Mengen  zur  Bekleidung
von  Eingeborenen  des  Innern,  durch  Zusammennähen
  von  sechs  Stücken  in  Form  von  Shawls,  verwandt.
  Preis  1  bis  1¼  Rupien  per  Dutzend.
Herkunft  England  und  Holland.

C.  Shawls,  malabari,  kanga  und  kissutos,
vorwiegend  schlichte,  doch  auch  geköperte  und  gemusterte
  Gewebe.  50/2  Inches  ?  70/2  Inches,  in
Stücken  von  je  fünf  Shawls,  bedruckt  mit  einer  oder
zwei  Farben.  Vorwiegend  sind  die  Farben  weißgrund
  und  schwarz,  weißgrund  und  braun,  weißgrund

  und  roth,  sowie  rothgrund,  rosa  und  weiß,

doch  verfällt  die  Mode  auch  häufig  auf  andere
Farbenzusammenstellungen.  Die  Muster  sind  stetigem

Wechsel  unterworfen;  bald  erscheinen  große,  bald

kleine  Objekte,  bald  sind  geometrische  Figuren,  dann
wieder  Blumen,  mitunter  auch  Thierdarstellungen
(Papageien)  beliebt.  Diese  Shawls  finden  für  die
Bekleidung  der  eingeborenen  Frauen  in  großen
Mengen  Verwendung;  jährliche  Einfuhr  etwa
230  000  Pfund  im  Werthe  von  350  000  Rupien.

Malabarl  neunt  man  Shawls  mit  harter
glänzender  Appretur,  Kanga,  diejenigen  ohne
Appretur,  dagegen  ist  Kissuto  der  Ausdruck  für
eine  gewisse  Klasse  sich  ähnelnder  Muster,  welche  besonders
  in  schwarzgrund  mit  rothen  und  weißen
Objekten  dargestellt  wird.  Während  die  malabari,
kanga  und  der  überwiegende  Theil  der  kissuto  in
Holland,  Deutschland,  Schweiz  und  England
hergestellt  werden,  gelangt  ein  geringer  Theil  der
kissuto  in  minderwerthiger  Beschaffenheit,  nachdem
        <pb n="333" />
        Stoffe  englischer  Herkunft  in  Indien  bedruckt
worden,  in  den  Handel.

Der  Preis  der  europäischen  Fabrikate  wechselt
zwischen  14  bis  20  Rupien  per  Korja,  die  indische
kräftigere  Waare,  welche  durchweg  breiter  ist,  wird
mit  16  bis  20  Rupien  bezahlt.

Buntgewebte  Stoffe.

A.  Lendentücher  mit  schwarzen  Borden,
Schedder  gamti  (indisch),  Schuka  gamti  (suahelh),
schlichtes  Gewebe,  in  Fransen  auslaufend,  an  beiden
Längsseiten  eine  schwarze  Borde  —  1  bis  2  Inches
breit  —,  werden  von  Indien  in  Breiten  von  35

bis  60  Inches  und  etwa  2  Vards  lang  eingeführt.

Zwei  Tücher  pflegen  gewöhnlich  durch  Fransen  zu

einem  Stück  verbunden  zu  sein.  Die  bessere  Waare

hat  an  jedem  Ende  einen  querliegenden,  eingewebten

bunten  Streifen.  Preis:

4  Inches  breit,  4ards  lang,  6  bis  7  Rupien  per  Korja
:  4  4  -  7  28  b“  2  -

45  =  4  4  =  8  "•  9  2  2
EIEIIIEIIEIIIIE
Aehnliche  Waare  in  besserer  Ausführung  wird

von  England,  genanut  Schedder  uleiti,  eingeführt.
  Hierfür  sind  die  gewohnten  Maße  35/6
Inches,  44/6  Inches  und  48/50  Inches.  Bei  Länge
von  2  bis  2¼  Vards  schwankt  Preislage  zwischen
7  bis  12  Rupien  per  Korja.

B.  Lendentücher  aus  grauen  Shirtings
mit  Borden,  kikoi,  schlichtes  Gewebe  an  beiden
Längsseiten  mit  schlicht  oder  geköpert  gewebten  einfarbigen
  oder  mehrfarbigen  Längsborden  von  1¼
bis  8  Inches  Breite.  Die  gewöhnlichen  Breiten
sind  35/6  Jnches,  39/40  Inches  und  44/5  Inches;
die  Länge-  der  Stücke  beträgt  23  bis  25  Vards.
Jedes  Stück  besteht  aus  zwölf  Abtheilungen,  welche
durch  Fransen  aneinanderhängen  und  deren  theure
Sorten  an  jedem  Ende  eine  eingewebte  einfarbige
oder  bunte  Querborde  besitzen.  Jede  Abtheilung
stellt  einen  Schurz  dar.

Die  europäischen  Fabrikate,  kikoi  ulaia,  werden
in-  England,  Schweiz  und  Holland  gesertigt.
Lere  4  bis  9  Rupien  per  Stück  =  12  Einzelicke.



C.  Buntgewebte  Schürzen,  kunguru,  schlichtes
Gewebe,  in  Fransen  nusich  mit  —  *
farbigen  Karreemustern  und  einer  etwa  4/5  Inches
breiten  Borde,  werden  in  Breiten  von  45  bis
50  Juches  und  in  Längen  von  80  bis  108  Inches
als  Kleidung  der  Eingeborenen  gebraucht.  Besonders
  beliebt  ist  ein  blau  und  weiß  karrirtes  Muster
mit  rothen  Längs=  und  Querborden.  Ursprungsland
England  und  Holland.  Die  Prelslage  varürt
l#e  nach  der  Güte  und  Größe  der  Waare  zwischen
8  bis  30  Ruplen  per  Korja.

D.  Maskatschürzen,  kissua,  schlichtes  Gewebe,
in  den  verschiedensten  Qualitäten  und  Größen,  in.
Breiten  von  18  bis  22  Inches  und  Längen  von
72  bis  120  Inches.  Der  Grundstoff  ist  theils  aus

231

 

Baumwolle,  theils  aus  Seide  hergestellt;  zwei  Stücke
werden  der  Länge  nach  zu  einem  Tuch  zusammengenäht.
  Der  Spiegel  ist  in  der  Regel  zwei=  und
dreifarbig.  Die  bunte  Längsborde  ist  sehr  häufig
von  Seide,  mit  Goldfäden  durchzogen.  An  beiden
Enden  sind  breite  Querborden,  meistens  aus  Seide
mit  Goldfäden  durchwirkt;  die  Stücke  laufen  in
Fransen  aus.  Es  giebt  eine  Reihe  von  altersher
gangbaren  Mustern,  besonders  das  Debuani  (Siweki,
Kariati,  Bendera),  Jawa  (Kitambi  moto),  Rehani,
Ismaili,  Schaterbaz,  Burra,  Subaia,
Barwazi.  Ganz  aus  Seide  gefertigt  gelangen  in
den  Handel  Deweli,  Laß,  Dushmal,  Mohoroma
und  Khesch.

Die  Fabrikate  werden  theils  als  Turbane,  kilemba
(Debuani,  Mohoroma)  und  Schürzen,  kikoi  (Jawa,
Rehani,  Ismaili),  theils  als  Schulter-Umschlagetücher
(Burra,  Subaia,  Laß,  Barwazi)  von  der  reicheren
Bevölkerung  (Arabern  und  Häuptlingen  des  Innern)
verwandt.  Diese  Tücher  entstammen  ursprünglich
Maskat  und  werden  heute  noch  die  besten  Qualitäten
  von  dort  bezogen;  doch  auch  Ind  ien  (Surat
und  Cutch)  bringt  erhebliche  Mengen  geringwerthiger
Waare  auf  den  Markt.

Von  England,  Holland  und  der  Schweiz
kommen  Nachahmungen  dieses  Artikels  in  zwei  Sorten
zur  Einfuhr:  19/20  Juches  S  75/80  Juches  und
35/38  Inches  —  24  Yards,  von  denen  jedes  Stück
12  Schürzen  enthält,  doch  hat  der  Absatz  dieser
europäischen  Ersatzwaare  keine  Bedeutung.

Die  Preislage  der  Maskattücher  ist  je  nach  Güte
und  Größe  sehr  verschieden;  die  europäischen  Fabrikate
  werden  per  Korja  von  10  bis  25  Rupien  gehandelt,
  die  indischen,  deren  Rohstoffe  aus  England
bezogen  werden,  stellen  sich  auf  10  bis  60  Rupien
per  Korja,  während  die  eigentlichen  Maskaterzeugnisse
  —  ausschließlich  Handarbeit  —  per  Stück  mit
5  bis  100  Rupien  bezahlt  werden.

Die  jährliche  Einfuhr  der  Maskattücher,  einschließlich
  Imitationen,  mit  Seide  beträgt  etwa
10  000  Pfund  im  Werthe  von  80  000  Rupien;
Tücher  ohne  Seide  werden  etwa  140  000  Pfund  im
Werthe  von  176  000  Rupien  importirt.

Gewirkte  Baumwollwaaren.

Hemden,  Flanell,  fast  nur  rohe  und  gebleichte
weiße  einfarbige  Fabrikate  von  geringer  Güte,  in
Längen  von  24  bis  36  Inches,  Herkunft  Deutschland
  und  England.  In  letzter  Zeit  beginnt
auch  Indien  gewöhnliche,  aber  kräftige  Waare,
namentlich  für  den  Gebrauch  von  Eingeborenen
des  Innern,  zur  Einfuhr  zu  bringen.  Der  Absatz
ist  im  Steigen  begriffen;  Preislage  zwischen  5  bis
15  Rupien  per  Dutzend.

Wollwaaren.

A.  Wollgarn,  usi  ya  suffi,  wird  in  verschiedenen
  einfarbigen  Färbungen  von  der  Küstenbevölkerung
  als  Kopfschmuck  der  Frauen  verwandt.
Ursprungsland  Deutschland.
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        B.  Rothe  Mützen,  cofia  mecundo,  werden
in  großen  Mengen  in  Nr.  2  bis  6  abgesetzt;  neuerdings
  erscheinen  auch  weiße  und  schwarze  Mützen
auf  dem  Markt.  Herkunft  ausschließlich  Böhmen.
Preis  3  bis  7  Rupien  per  Dutzend.  Sudanesen,
Türken  und  einige  Araber,  besonders  die  Askari
der  Schutztruppe  tragen  Tarbusche,  cofia  kiturki,
hohe,  stelfe,  rothe  Mützen  mit  seidener  Quaste,  welche
gleichfalls  aus  Böhmen  über  Aegypten  bezogen
werden.  Preis  1  bis  3  Rupien  per  Stück.  Gesammteinfuhr
  per  Jahr  beträgt  etwa  10  000  Pfund
im  Werthe  von  25  000  Rupien.

C.  Tuch,  joch,  findet  nur  geringen  Absatz  für
die  Kaftane  der  wohlhabenden  Araber  und  Küstenleute.
  Verwendet  wird  eine  geringe  Waare  in
50/54  Inches  Breite,  einfarbig,  meistens  schwarz.
Herkunft  Deutschland.

Biskuits  sind  bel  der  wohlhabenderen  Küstenbevölkerung
  beliebt;  vorwiegend  kommen  vor:

a)  Amerikanische,  biscuits  soda,  in  viereckigen
Blechdosen  von  4,  5,  8  und  10  Pfund,  Preis  2  bis
5  Rupien.

b)  Deutsche,  biscuits  tamu,  geringwerthige
Waare,  in  viereckigen  Dosen  von  1  und  2  Pfund,
Preis  ½  bis  1  Rupien.

)  Englische,  ähnliche  Waare  in  runden  Dosen
von  2  Pfund  im  Werthe  von  1  Rupie.  Außerdem
werden  verschiedene  bessere  Fabrikate  aus  England
eingeführt,  die  für  den  Genuß  der  Européer  bestimmt
  sind.

Buntter  (gekochte),  Samli,  wird  von  Indern,
Arabern  und  wohlhabenden  Negern  viel  gekauft.
Herkunft  Indien,  Arabien  und  Somaliküste.
Preis  per  Frazila  16  bis  22  Rupien.  Die  jährliche
  Einfuhr  repräsentirt  einen  Werth  von  etwa
100  000  Rupien.  In  unserem  Schutzgebiete,  namentlich
  im  Hinterland  von  Tanga  und  Pangani,  wurde
Samli  vor  Jahren  in  nennenswerthem  Umfange
produzlrt;  seit  Bestehen  der  Viehseuche  ist  indeß  die
Produktion  erheblich  zurückgegangen.

Cement,  udongo  ulaia,  für  die  Steinhäuser
der  Europäer  und  Inder  verwandt.  Herkunft  England
  und  Deutschland.  Preis  12  bis  13  Rupien
per  Faß  von  400  Pfund.  Jährliche  Einfuhr
900  000  Pfund  =  30  000  Rupien.

Datteln,  thende,  welche  ein  Nahrungsmittel
der  Eingeborenen,  besonders  der  Araber  bilden,
werden  in  erheblichen  Mengen  aus  Arabien  bezogen
  und  in  Bastsäcken  von  50  und  175  Pfund
zu  2  bezw.  10  Rupien  per  Sack  gehandelt.  Die
bessere  Waare  kommt  in  lceren  Petroleumtins  von
35  Pfund  verpackt  für  2  bis  3  Rupien  per  Tin
auf  den  Markt.  Wegen  des  feuchten  Klimas  gedeiht
die  Dattelpalme  in  unserer  Kolonie  nicht;  Anpflanzungsversuche
  sind  von  den  Arabern  wiederholt  ohne  Erfolg
gemacht  worden.

Farbenmaterial,  rangi,  wird  jährlich  im
Gewichte  von  39  000  Pfund,  Werth  27  000  Rupien,
aus  Deutschland  und  England  eingeführt.  Die

232

Eingeborenen  gebrauchen  besonders  billigere  Bleifarben
  zum  Anstreichen  von  Dhaus  und  Wohnhäusern.
Preis  für  Fässer  von  28  Pfund  2½  bis  3  Rupien.

Gewürze  verschledener  Art  kommen  aus  Indien
  für  den  Gebrauch  der  Inder  und  Eingeborenen
zur  Einfuhr.  Jahresbedarf  150  000  Pfund  -
30  000  Rupien.

Glaswaaren.  Lampencp#linder  in  vielen
verschiedenen  Formen,  vorwiegend  aus  Deutschland,
  weniger  aus  Belgien  eingeführt.

WGetrocknete  Haifische,  nguru  papha,  werden

in  Dhauladungen  bei  Nordwestmonsun  aus  Arabien
gebracht.  Jährliche  Einfuhr  etwa  700  000  Pfund
=  583  000  Rupien.

Bauholz  wird  aus  Norwegen  theils  mit
Segelschiffen  direkt,  theils  per  Dampfer  über  Hamburg
  im  Werthe  von  etwa  41.000  Rupien  jährlich
bezogen.  Außerdem  liefert  Indien  Teakholz  im
jährlichen  Werthe  von  etwa  13  000  Rupien.  Die
Einfuhr  von  Holzwaaren  (Möbel,  Hausgeräthe  rc.)
aus  Deutschland  stellt  einen  jährlichen  Werth  von
17  000  Rupien,  aus  Indien  von  33  000  Rupien
  dar.

Kartoffeln,  viasi,  aus  Frankreich,  selten
aus  Deutschland,  in  Kisten  von  50  Pfund  eingeführt.
  Preis  4  bis  6  Rupien  per  Kiste.

Stearin-Kerzen,  mschma,  werden  in  Kisten
von  25  Pfund-Packeten  verkauft  und  per  5  oder
6  Kerzen  per  Packet  von  300  bis  450  g.  erkunft
  Frankreich,  Belgien,  seltener  Deutschland.
  Preis  7  bis  8  Rupien  per  Kiste.

Weizenmehl,  unga,  wird  aus  Indien
(Bombay)  und  Oesterreich-Ungarn  (Triest)  in
erheblichen  Mengen  in  Säcken  von  200  Pfund  und
in  Fässern  von  100  kg  auf  den  Markt  gebracht.
Preis  für  indisches  Fabrikat  13  bis  15  Rupien  per
Sack,  österreichisches  Fabrikat  wird  mit  25  bis
30  Rupien  per  Faß  oder  Sack  bezahlt.  Jährliche
Gesammteinfuhr  beträgt  etwa  1  550  000  Pfund;
Werth  106  000  Rupien,  wovon  an  90  pCt.  auf  indisches
  Produkt  entfällt.

Metalle  und  Metallwaaren.

A.  Walzeisen  kommt  in  Stangen  von  2  Stärken
auf  den  Markt  1/1  ¼  Inches  schuma  uleiti,
Preis  1½  bis  1  Rupien  10  Anna  per  Frazila,
1¾  /4  3  3/8  Inches  schuma  manuari,  Preis  1¾
bis  2  Rupien  per  Frazila  und  stammt  aus  Deutschland
  oder  Belgien,  seltener  aus  England.

B.  Schwedisches  Schmiedeeisen,  schuma
swissi,  wird  gleichfalls  in  zwei  Dicken  gehandelt,
und  zwar  22—  ½½  Inches  und  1¾  2X  /  Inches.
Herkunft  Schweden.  Preis  3¾  bis  4  Rupien
per  Frazila.

C.  Rundeisen,  schuma  mowringo,  findet  für
verschledene  Zwecke,  besonders  Fenstergitier  im  Durchmesser
  von  /  Inches  bis  1½  Inches  Verwendung.

 

Herkunft  Deutschland.
D.  Stahl,  pua,  wird  in  geringen  Mengen  in
        <pb n="335" />
        Fässern  von  112  Pfund  in  Quadratstäben  von
½  Inches  aus  Deutschland  und  England  eingeführt.
  Zur  Verarbeitung  von  Handwerkszeug  und
Ackergeräth.  Preis  5  Rupien  per  Frazila.

Die  jährliche  Einfuhr  von  Eisen  und  Stahl  in
Blöcken,  Schienen,  Stangen  und  Röhren  ist  auf
etwa  1  000  000  Pfund  =  73  000  Rupien  Werth
zu  veranschlagen.

E.  Eiserne  Hacken,  jembe,  werden  in  zwei
herzförmigen  Formen  mit  lang  ausgezogenem  Stiel
benutzt.  Das  Gewicht  einer  Hacke  beträgt  1½/  Pfund.
Herkunft  Deutschland  und  England.  Preis
20  Rupien  per  100  Stück.

F.  Verzinntes  Eisenblech,  bati  meupe,  wird
für  Klempnerarbeiten  in  Platten  von  20  7F  28  Inches,
Gewicht  2  Pfund,  aus  England  in  unbedentender
Menge  eingeführt.

G.  Verzinktes  Wellblech,  bati  ya  banda,
findet  in  steigendem  Maße  für  Dachbedeckung  Verwendung.
  Am  meisten  wird  das  Profil  3  Juches
**8.—  26  Juches  Breite,  in  Längen  von  6“  und
8“  gebraucht.  Herkunft  England,  selten  Deutschland.
  Preis  8½  bis  4  Rupien  per  Frazila.  Die
jährliche  Einfuhr  stellt  sich  auf  410  000  Pfund.
Werth  44  000  Rupien.  .

II.  Verzinkte  Eimer,  udov,  10  bis  14  Inches
hoch.  Herkunft  Deutschland.  Preis  5  bis
12  Rupien  per  Dutzend.

1.  Eisendraht,  usi  ya  chuma,  Nr.  6  in  Fässern
von  300  und  500  Pfund  verpackt.  Preis  3  bis
4  Rupien  per  Frazila.

Kupferdraht,  usi  Fa  schaba  mekundo,
Nr.  6  in  Fässern  zu  50  Rollen  à  5  Pfund,  18  bis
21  Rupien  per  Frazila;  Nr.  30  in  Fässern  zu
50  Rollen  à  5  Pfund,  24  bis  25  Rupien  per
Frazila.

Messingdraht,  usi  ya  schaba  meupe,  Nr.  5
und  6,  15  bis  16  Rupien  per  Frazila;  Nr.  30,
20  Rupien  per  Frazila.

Sämmtliche  Fabrikate  stammen  ausschließlich  aus
Deutschland  und  werden  in  bedeutenden  Mengen

ark  polirt,  besonders  für  Fuß=  und  Armringe  eingebracht.
  Jährliche  Einfuhr  von  Eisendraht  ist  auf
25  000  Pfund,  Werth  3700  Rupien,  von  Kupferund
  Messingdraht  auf  48  000  Pfund,  Werth  24  000
Rupien  zu  veranschlagen.

K.  Schlachtmesser,  vissu,  werden  in  Größen
von  5  bis  12  Inches,  besonders  5  bis  7  Inches
mit  Knochen-,  Ebenholz=  und  Buchenholzheft  stark
gekauft.  Bessere  Sorten  kommen  aus  England,
geringere  aus  Deutschland.  Preis  1½  bis
6  Rupien  per  Dutzend.

L.  Rasirmesser,  wembe,  ganz  geringer  Güte
entstammen  Deutschland,  bessere  Sorten  England.

Ml.  Taschenmesser,  vissu  ya  kupata,  vorwiegend
  mit  Holz-,  seltener  mit  Knochen=  und  Hornchale,
  finden  in  nur  ganz  geringen  Qualitäten  Käufer.
Herkunft  Deutschland.

233

N.  Geschmiedete  Nägel,  mismari,  viereckig,
mit  breitem  Kopf,  in  Größen  von  2  bis  8  Irnches,
hauptsächlich  zum  Bau  von  Dhaus  (Segelfahrzeuge
der  Eingeborenen)  gebraucht.  Herkunft  Indien,
Belgien  und  Sansibar.  In  Sansibar  werden
aus  schwedischem  Eisen  besonders  starke  Nägel  gefertigt.
  Preis  für  belgische  Nägel  4  Rupien,  indische
  5  Rupien  aus  Sansibar  7  bis  10  Rupien
per  Frazila.

Drahtstifte,  mismari  ya  usi,  rund,  werden
nur  wenig  gebraucht,  weil  sie  für  das  harte  inländische
  Holz  untauglich  sind.  Herkunft  Deutschland.


0.  Emaillirte-  Eisenblechwgaren,  Hausund
  Küchengeräthe,  in  stetig  steigender  Zunahme
begriffen.  Herkunft  Oesterreich,  selten  aus  Deutschland
  und  Belgien.  Jährliche  Einfuhr  etwa
100  000  Pfund.  Werth  50  000  Rupien.

P.  Schiffsanker  und  Ketten,  nanga  na
mnyoo,  lährlich  für  etwa  50  000  Rupien  aus  Deutschland
  und  Indien  eingeführt.

 

Fadennndeln,  tambi,  werden  in  Schachteln

von  4  Pfund  Inhalt  gehandelt.  Herkunft  Frankreich,
  Jtalien.  Preis  1¼  bis  1½  Rupien  per
Schachtel.

Petroleum,  maluta  ulaia,  gelangt  in  Kisten
von  je  zwel  Blechtins,  je  fünf  Gallonen  enthaltend,
65  Pfund  netto  zusammen  auf  den  Markt.  Herkunft
Amerika,  selten  Rußland.  Preislage  varürt
zwischen  3½  bis  5  Rupien  per  Kiste.  Das  russische
Fabrikat  stellt  sich  wegen  Geringwerthigkeit  ½  Rupie
billiger.  Die  jährliche  Einfuhr  beträgt  elwa  1812000
Pfund,  Werth  120  000  Rupien.

Perlen.

A.  Venetianische  runde  Glasperlen  sind
in  zwei  Größensorten  marktgängig,  und  zwar:

a.  Strickperlen,  uschanga  wa  cartassi  oder
catsch,  ganz  dünn,  welche  im  Großhandel  nach
Packeten  von  5  bis  6  Pfund  Inhalt  gehandelt
werden.  Preis  2  bis  3  Rupien.

b.  Pfundperlen,  uschanga  wa  pipa,  dickere
Sorte,  welche  im  Großhandel  nach  Gewicht  per
Frazila  bewerthet  werden.

Von  beiden  Sorten  sind  eine  Reihe  von  Farben
gängig;  die  hauptsächlichsten  sind:
saieß,  cucio  .  9  bis  10/2  Rupien  per  Frazila
schwarz,  buohn.  7-  8  -  -  -
roth,  weiß  unterlegt,

i  1

simsimm  20  -  "b%  "b
grün,  magio  18  20  -  -  -
rosa,  gulabio....  11-12  -
dunkelblau,  asmani.  89=  9  -  -  -
braun,  lakio  8½  9  ---hellblau,wadkio..
  ss  -  -Packet.

2
Außerdem  gehen  von  venetianischen  Fabrilaten
noch  einige  Perlensorten  in  länglichem  bezw.  ovalem

 

Format.  Hiervon  sind  zu  nennen:
        <pb n="336" />
        blau,  weiß  unterlegt,  tinde,  13  bis  14  Rup.  per  Frazila
blau  und  weiß  gestreift,

*  *
—

olsol
roth,  weiß  unterlegt,  dögri  15
sowie

*

v  ur

14
16

Herkunft  Venetien.

B.  Orientalische  Perlen,  uschanga  maka,
eine  Massivperle  mit  starkem  Glanz,  wird  in  weiß,
roth,  blauschwarz  und  goldgelb  aus  Oesterreich,
Deutschland  und  Frankreich  eingeführt.  Das
bessere  aus  Oesterreich  stammende  Fabrikat  wird  in

Packeten,  1000  Perlen  enthaltend,  mit  2  bis  2½|

Rupien,  die  geringwerthige  Sorte  mit  1  Rupie  bewerthet.


C.  Ringelperlen,  bölgum,  werden  nur  noch
wenig  in  dunkelblau  und  grün  gebraucht.  Herkunft
Deutschland.

D.  Taubeneierperlen,  sugumadji,  wurden
früher  an  die  Wanyamwesi=  und  Wasckuma-Leute  in
erheblichen  Mengen  abgesetzt,  haben  aber  jetzt  fast
ganz  den  Markt  verloren.

E.  Hohlperlen,  Gold  unterlegt,  sineguse,
heute  wenig  bellebt.  Gängig  ist  eigentlich  nur  eine
Sorte  in  verschiedenen  glänzenden  Gold=  und  Silberfarben
  in  Größe  eines  Hirsekornes  in  Diamantform.
Herkunft  Böhmen.  Preis  in  Packeten  von  etwa
1000  Stück  1  bis  1½  Rupien.

Die  Gesammteinfuhr  der  européischen  Fabrikate
ist  per  Jahr  auf  99  000  Pfund  im  Werthe  von
42  000  Rupien  zu  veranschlagen.

F.  Chinesische  Perlen,  selan,  weist,  roth  und
schwarzfarbig,  werden  in  ovaler  Form  in  Größe  einer
Kaffeebohne  in  großen  Mengen  verbraucht.  Herkunft
China  via  Bombay,  in  Kisten  von  112  Pfund
verpackt,  Preis  per  Frazila  8  bis  10  Rupien.  Die
jährliche  Einfuhr  beträgt  etwa  25  000  Pfund.

Reis,  mehele,  wird  aus  Indien  via  Bombay
und  Kalkutta  in  Dhau=  und  Dampferladungen  in
Säcken  von  165  Pfund  bezogen.  Preis  etwa
10  Rupien  per  Sack.  Dle  Einfuhr  ist  ebenso  wie
der  Export  der  in  unserer  Kolonie  produzirten  Reismengen
  durch  die  Hungersnoth,  wie  sie  abwechselnd
hier  und  in  Indien  infolge  der  Heuschreckenplage
vorkommt,  beeinflußt  und  außerordentlich  großen
Schwankungen  unterworfen.  Nach  den  statistischen
Anschreibungen  wurden

eingeführt:
Pfund  Werth
1892  2  027  499  =  1156  000  Rupien,
1893.  2563  766  =  151  000  -
1894  8  178  085  =  460  000
1895  18  040  000  =  1  133  221  =
ausge  führt:
Pfund  Werth
1892  .  3  136  649  =  200  000  Rupien,
1893  7  474  686  =  350  000
1894  1  478  130  =  56  000
1895  7  400  =  366

234

In  der  Kolonie  wird  Reis  in  zahlreichen  Distrikten,
namentlich  in  dem  fruchtbaren  Rufidli-Gebiet  in  sehr
ergiebiger  Weise  angebaut  und  geerntet.  Leider
sind  die  Eingeborenen  schwer  zu  bewegen,  über  ihren
Bedarf  hinaus  zu  produziren.  Bei  rationellem  Betriebe
  müßte  sich  die  Relsproduktion  außerordentlich
steigern.  Diesseitiger  Ansicht  nach  ist  der  Reisbau,
in  großem  Maße  mit  schwarzen  Arbeitskräften  betrieben,
  für  Europäer  rentabel.  Praktische  Erfahrungen
  sind  in  dieser  Richtung  bislang  noch  nicht
gesammelt  worden.

Salz,  schumwi,  lose  in  Dhauladungen  aus
Indien  und  Arabien  eingeführt.  Das  Salz  wird
ser  n  Säcken  und  Kandas  überfüllt.  Preis  3  bis
5  Rupien  per  djisla  (600  Pfund);  für  die  Europäer
wird  Tafelsalz  in  Flaschen  oder  Packeten  aus  England
  in  geringer  Menge  eingebracht.  Preis  zwölf
Flaschen  6  Rupien.  Gesammteinfuhr  pro  Jahr
6  300  000  Pfund,  Werth  46  000  Rupien.

Leere  IJntesäcke,  gunia  tupu,  22/28  Inches
40/45  Juches,  zum  Transport  von  Exportartikeln,
aus  Indien  (Bombay)  im  Werthe  von  11000  Rupien
jährlich  eingeführt.  Preis  20  bis  25  Rupien  per
100  Stück.

Regen=  und  Sonnenschirme,  mavulle,
kommen  in  großen  Mengen  von  China  via  Bombay
unter  der  Bezeichnung  „Singapore-Schirme“  in
Kisten  von  150  Stück  Inhalt  auf  den  hiesigen  Markt.
Preis  9  bis  10  Rupien  per  Dutzend.  Bessere
Waare  wird  aus  Frankreich  bezogen  und  zum
Preise  von  15  bis  20  Rupien  per  Dutzend  gehandelt.

Seife,  sabuni,  ist  ein  bedeutender  Handels-Larsikel,
  besonders  sind  drei  Sorten  gangbar;

ise,  sabuni  americano,  braungefärbt,
in  Kisten  von  je  10  Pfund  zwölf  Stangen  enthallend,
  ausschließlich  von  Nordamerikg  per  Segelschiff
  nach  Sansibar  eingeführt;  in  letzter  Zeit
beginnt  auch  England  dieselbe,  aber  etwas  geringwerthigere
  Sorte  mit  Erfolg  abzusetzen.
Preis  30  Rupien  per  20  Kisten  amerik.  Fabrikat

20/22  20  =  engl.  -

bl  Eschweger  Seife,  sabuni  mkuba,  ein
stark  fetthaltiges,  blau  oder  roth  marmorirtes  Produkt
in  Kisten  von  etwa  24  Pfund  aus  Deutschland
bezogen.  Preis  85  bis  90  Rupien  per  20  Kisten.

c)  Kernölseife,  sabuni  ndogo,  ein  geringhaltiges
  blau  oder  welß  marmorirtes  Erzeugniß
in  Kisten  von  etwa  18  Pfund  aus  Deutschland
eingebracht  35  bis  40  Rupien  per  20  Kisten.

Außerdem  finden  noch  einige  andere  Sorten  in
geringem  Maße  Absatz,  in  jüngster  Zeit  finden  auch
Versuchseinfuhren  von  den  Seychellen  statt,  welche
Waare  sehr  preiswerth  befunden  wurde,  sie  gelangt
zu  je  6  Stangen,  20  Pfund  schwer,  in  Bastmatten
(kandas)  eingenäht  zu  einem  Preise  von  2½  Rupien
in  den  Handel.  Toiletteseife  wird  nur  in  kleinen
Mengen  aus  Deutschland,  England  und  Oesterreich
  eingeführt.

Die  Gesammtelnfuhr  von  Seife  beträgt  jährlich

 

etwa  730  000  Pfund,  Werth  86  000  Rupien.
        <pb n="337" />
        Steinzeng.

Es  werden  viele  Formen  von  Tellern,  Reistellern,

Schüsseln,  Kumpen  und  Tassen,  mit  lebhaften  farbigen

Blumen  oder  Streifen  bemall,  aus  Oesterreich,

England,  besonders  aber  Deutschland,  eingeführt.

Preis  für  Reisschalen  12  Inch.Durchm.  6  Rup.  p.  Dutzd.
-  -  -  10-  -  4  5½.  *

3⅛.=3


2-  -  9  -
-  2  2  8  6  ,-Echtes
  chinesisches  Porzellan  wird  via  Bombay
nur  in  geringen  Mengen  zum  Absatz  an  die  Europäer
von  indischen  Kaufleuten  eingeführt.  Die  jährliche
Einfuhr  von  Porzellan  und  Steinwaaren  repräsentirt
einen  Werth  von  etwa  30  000  Rupien.
Rauchtabak,  tumbaku,  findet  zur  Herstellung
von  Cigaretten  steigenden  Absatz.  Es  werden  fast
ausschließlich  zwei  Sorlen  in  Birdseye  Schnitt

*
v

W

verlangt.

a)  Rising  bope,  tumbaku  kali  in  Packeten
von  100  g  aus  einer  holländischen  Fabrik
stammend;

Nr.  1  Preis  per  Kiste,  enthaltend  550  Packete,
100  bis  108  Rupien,

Nr.  2  Preis  per  Kiste,  enthaltend  500  Packete,  je
100  in  einer  Holzschachtel  verpackt,  60  bis
70  Rupien.

b)  Elephantutabak,  tumbaku  baridi,  in
Dosen  von  ¼  Pfund  aus  Anmerika  (Virginien)
stammend,  aber  aus  England  eingeführt.  1  Kiste
enthält  400  Dosen  =  200  Rupien.

Ultramarin,  blu,  wird  in  Kisten  von  112
Packeten,  je  1  Pfund,  aus  Deutschland  und
Belgien  eingeführt.  Preis  38  bis  37  Rupien  per
Kiste.  Jährliche  Einfuhr  28000  Pfund  =  900  Rupien.

Wollwaaren  siehe  Seite  231.

Zucker.  suckari.  Es  kommt  auf  den  Markt:
9)  graumelirter  Zucker,  suckari  inschanga,
in  Säcken  von  100  kg.  Preis  4½  Rupien  per
Frazila.

b)  Hutzucker,  suckari  mnarra,  in  Kisten  von
100  kg,  jeder  Hut  etwa  2  kg  wiegend,  Preis
1½  Rupien  per  Hut.

c)  Würfelzucker,  suckari  wipande,  in  Kisten
von  100  kg,  je  5  kg  in  einer  Schale,  zu  2  Rupien
gehandelt.  Herkunft  Deutschland,  Oesterreich,
Frankreich.

Vorzugsweise  verbraucht  aber  die  schwarze  Bevölkerung
  raffinirten  und  rohen  Rohrzucker  aus
Mauritius,  Indien,  Komoren  und  Madagaskar
  in  großen  Mengen;  Preis  4½  bis  5  Rupien
per  Frazila;  indeß  macht  die  europäische  Waare  in
letzter  Zeit  dem  verhältnißmäßig  theuren  Rohrzucker
erfolgreiche  Konkurrenz,  wozu  das  europäische  Frcker
infolge  der  von  den  Produktionsländern  gewährten
erheblichen  Exportbonifikationen  in  den  Stand  gesetzt
  zu  sein  scheint.  Die  jährliche  Zuckereinfuhr
dürfte  auf  633  000  Pfund  im  Werthe  von  85  000
Rupien  zu  veranschlagen  sein.

 

235

 

In  unserer  Kolonie  wird  im  Panganithal,  woselbst
  der  Zuckerrohrbau  sehr  umfangreich  und  ergiebig
  ist,  Melasse,  assali,  in  großen  Mengen
hergestellt,  welche  in  leeren  Petroleumstins  zu  50  bis
55  Pfund  verpackt,  theils  an  der  Küste,  theils  nach
Sansibar  und  Arabien  zum  Vertrieb  gelangt.  Preis
30.  Rupien  per  20  Tins.  Außerdem  wird  Rohzucker,
  suckari  guru,  in  Blöcken  im  Gewichte  von
etwa  1  Frazila  fabrizirt  und  theils  im  Inlande  verbraucht,
  theils  nach  Sansibar  exportirt.  Preis
2½  Rupien  per  Frazlla.  Die  jährliche  Ausfuhr
von  Melasse  und  Rohzucker  beträgt  etwa  354  000
Pfund,  im  Werthe  von  18  500  Rupien.

Zündhölzer,  wibiriti,  werden  in  Kisten  von
50  Groß  Schachteln,  je  8  1/8  Groß  in  einer  Blechdose,
  hauptsächlich  aus  Schweden,  daneben  auch
aus  Deutschland  eingeführt.  Nur  bessere  Sorten
finden  Absan.  In  letzter  Zeit  kommt  auch  japanisches
  Fabrikat  auf  den  Markt.  Preis  1  bis
1/  Rupien  per  Groß.

Die  eingeführten  Bedarfsartikel  der  Europäer
bestehen  zumeist  in  Konsumtibilien,  wovon  besonders
hervorzuheben  sind:

Bier,  bier,  wird  in  großen  Mengen  aus
Deutschland  eingeführt,  beliebt  ist  besonders
Franziskaner,  ein  dunkles,  sehr  gehaltvolles,  für  die
Tropen  besonders  gebrautes  Bier  aus  München,
daneben  sind  auch  leichtere  Sorten,  nach  Pilsener
Art  hergestellt,  marktgängig.  Die  Jahreseinfuhr  stellt
sich  auf  etwa  709  000  Pfund,  im  Werthe  von
144  000  Rupien.  Preis  per  Kiste,  enthaltend
48  Flaschen  =  36  Lilter,  stellt  sich  für  die  gehaltvolleren
  Biere,  Franziskaner,  Pschorr,  auf  etwa
30  Rupien,  die  leichteren  Pilsener  Sorten  werden
mit  etwa  23  Rupien  per  Kiste  bezahlt.

Konserven  gelangen  in  erheblichen  Quantitäten
zur  Elnfuhr.

Fleisch=  und  Fischkonserven  werden  aus
Deutschland,  England  und  Amerika  bezogen.
Der  Jahresverbrauch  dürste  auf  100  000  Ruplen
zu  schätzen  sein.

Fruchtkonserven,  namentlich  rheinische  und
mexikanische  Früchte,  kommen  im  Werthe  von
etwa  30  000  Rupien  pro  Jahr  auf  den  Markt.

Mineralwasser,  maji  uleia,  namentlich  Harzer
Sauerbrunnen,  wurde  früher  in  großen  Mengen  eingebracht,
  wird  ober  in  letzterer  Zeit  durch  hier
fabrizirtes  Sodawasser  mehr  und  mehr  vom  Markte
verdrängt.

Spirituosen,  hauptsächlich  Cognak  in  verschiedenen
  Qualitäten,  gelangen  aus  Deutschland,
England  und  Frankreich  zur  Einfuhr.  Der
Werth  der  Gesammteinfuhr  ist  auf  100  000  Rupien
pro  Jahr  zu  veranschlagen.

Wein  (stiller),  divai,  hauptsächlich  aus
Deutschland,  billigere  Sorten  auch  aus  Frankreich
  und  Italien  bezogen.  Die  jährliche  Einfuhr
dürfte  einen  Werth  von  160  000  Rupien  darstellen.
        <pb n="338" />
        Schaumwein,  schampün,  wird  namentlich  aus

Frankreich  (Marke  Farre)  weniger  aus  Deutschland
  im  Jahreswerthe  von  etwa  70  000  Rupien
eingeführt.

 

Jahresbericht  der  deutschen  Ostafrika-Cinie.

Dem  Jahresbericht  der  deutschen  Ostafrika-Linie
  für  das  Jahr  1896  entnehmen  wir  folgende
Angaben:  „Im  Jahre  1896  sind  19  Reisen  mit
elgenen  Schiffen  gemacht  worden,  gegen  18  im  Jahre
1895.  Der  Gewinn  der  Reisen  stellt  sich  auf
1077  139  Mk.  63  Pf.  gegen  990  285  Mk.  34  Pf.
im  Jahre  1895.  Dem  gegenüber  stehen  größere
Unkosten,  und  besonders  die  Zinsen  auf  den  Vorschuß,
welcher  zur  Bestreitung  der  Kosten  für  den  neuen
Dampfer  Könige  aufgenommen  werden  mußte.  Der
Nettoüberschuß  ergiebt  danach  eine  Summe  von
1  000  714  Mk.  90  Pf.,  und  wir  haben  beschlossen,
hiervon  567  426  Mk.  87  Pf.  zu  Abschreibungen  zu
verwenden  gegen  472  000  Mk.  im  Vorjahre,  und
75.000  Mk.  auf  das  Reparaturenkonto  zu  überweisen.
Es  bleibt  alsdann  nach  Zurücklegung  des  statutenmäßigen
  Reservefonds  und  nach  Abzug  der  Tantieme
des  Aufsichtsraths  und  Vorstandes  eine  Summe  von
304728  Mk.  97  Pf.  zur  Verfügung,  welche  wir
der  Generalversammlung  vorschlagen  als  6  PéCt.
Dividende  auf  das  Aktienkapital  von  5  000  000  Mk.
zur  Vertheilung  zu  bringen,  und  den  Saldo  von
4728  Mk.  97  Pf.  auf  das  nächste  Jahr  vorzutragen.
Die  neuen  Dampfer  Herzoge  und  Könige  sind
uns  inzwischen  zu  unserer  Zufriedenheit  von  den
Erbauern  geliefert  worden.  Dieselben  haben  in  den
Pläßen,  wo  sie  sich  zeigten,  den  ungetheilten  Beifall
des  Publikums  gefunden,  und  es  ist  außer  Frage,
daß  diese  sehr  schön  eingerichteten  Dampfer  den  Ruf
unserer  Linie  wesentlich  befestigt  haben  und  ferner
befestigen  werden.  Im  Laufe  des  Jahres  1896  sind
wir  dem  Bedürfniß  entsprechend  auf  der  Route  durch
den  Suezkanal  vom  vierwöchentlichen  auf  den  dreiwöchentlichen
  Verkehr  übergegangen,  diese  Maßnahme
hat  sich  als  allseitig  richtig  erwiesen.  Wir  waren  in
der  Lage,  unsere  sämmtlichen  Reisen  fahrplanmäßig
auszuführen,  und  sind  von  größeren  Havarien  verschont
  geblieben.  Mit  Anfang  dieses  Jahres  haben
wir  auch  die  Fahrten  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung
  wieder  ausgenommen  und  hoffen  somit  vollstäindig
  den  Ansprüchen  des  Verkehrs  auch  für  die
Zukunft  entsprechen  zu  können.  Unser  Vorstandsmitglied,
  Herr  Hertz,  weilt  momentan  in  Südafrika,
um  die  Interessen  unserer  Linie  an  Ort  und  Stelle
zu  studiren.“

 

Aus  dem  Brreiche  der  Wisstonen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Von  den  Pflegeschwestern  meldet  „Unter  dem
rothen  Kreuz“:  In  Windhoek  steht  die  kontraktmäßige

Ablösung  der  Schwestern  bevor,  und  am  30.  Mai!

236

 

werden  zwei  Ersatzschwestern  nach  dorthin  abgesendet
werden  müssen.  Es  find  geeignete,  tüchtige  Kräfte
dafür  bereits  in  Aussicht  genommen.  Schwester  Lilly
Pückler  ist  inzwischen  nach  mehrjähriger  Thätigkeit
in  Deutsch-Ostafrika  glücklich  wieder  in  der  Heimath
angelangt.

Die  Evangelische  Missionsgesellschaft  für
Deutsch-Ostafrika  hat  Ende  März  unter  dem
Vorsitz  des  Geheimen  Ober-Regierungsraths  Graf
Bernstorff  ihre  Hauptversammlung  abgehalten.
Missionsinspektor  Pastor  Winkelmann  gab  den
Bericht  über  das  verflossene  Jahr.  Die  Mission
hat  im  vergangenen  Jahre  unter  besonders  großen
Schwierigkeiten  arbeiten  müssen.  Doch  sind  Aufgaben
gelöst  worden,  die  schon  lange  der  Lösung  geharrt
hatten.  Die  Krankenpflege  in  Dar-es-Saläm  ist  von
der  Regierung  übernommen  worden  und  die  geistliche
Versorgung  der  Deutschen  will  jetzt  der  evangelische
Oberkirchenrath  übernehmen.  Der  Geistliche  wird
vielleicht  schon  im  Juli  hinausgehen.  Damit  sind
zwei  Aufgaben  erledigt,  die  der  Mission  ungeheuere
Kräfte  gekostet  haben.  Die  Gesellschaft  unterhält
sieben  Stationen.  Die  so  überaus  wichtige  Arbeit
an  der  Küste  konnte  leider  nicht  mit  dem  wünschenswerthen
  Nachdruck  betrieben  werden.  Es  giebt  dort
wenig  seßhafte  Leute,  daher  ist  die  Gemeindebildung
schwierig.  In  Dar-es-Salaäm  ist  die  Arbeit  sehr
schwierig,  ebenso  in  Tanga,  wohin  im  Juli  Missionar
Oßwald  gegangen  ist.  In  Usaramo  zählte  die
Station  Kisserawe  100  Schüler.  Acht  Personen
wurden  getauft,  zehn  standen  am  Schlusse  des  Jahres
im  Katechumenenunterricht.  In  Maneromango  ist
die  Arbelt  nicht  über  die  Anfänge  hinausgekommen.
Von  dort  aus  sind  sechs  Plätze  versorgt  worden.
Bei  den  Waschamba  hingegen  zeigt  sich  in  ihrem
geschlossenen  Volksthum  noch  die  Stärke  des  Heidenthums.
  Dem  Kassenbericht  ist  zu  entnehmen,  daß
der  Einnahme  von  79  759  Mark  (für  Mission:
59  564  Mk.,  für  Krankenpflege  20  195  Mk))  eine
Ausgabe  von  zusammen  107  154  Mk.  gegenübersteht.
Es  ist  also  leider  ein  Fehlbetrag  von  27  395  Mk.
entstanden.

Wie  die  „Berichte  der  Rheinischen  Mission“
melden,  hat  Missionar  Pabst-Rietfontein  seine  Heimreise
  angetreten  und  wird  bald  hier  eintreffen.
Missionar  Kronsbein  wird  wahrscheinlich  vorläufig
nach  Berseba  gehen.  In  ganz  Großnamaland  hat
es  stark  geregnet.  Missionar  Pabst  kam  auf  seiner
Reise  nach  dem  Kapland  nur  durch  „grüne  Triften“,
wie  er  schreibt.  Von  einem  Näherkommen  der  Rinderpest
  hört  man  gottlob  nichts.

In  Ovamboland  hat  Missionar  Wulfhorst
wieder  18  Heiden  taufen  können.

Nach  Neu-Guinea  sind  Anfang  April  die  Bräute
der  Missionare  Hanke  und  Helmich,  Fräulein
Laura  Scheel  aus  Barmen  und  Fräulein  Ida
Winkelströter,  abgereist.
        <pb n="339" />
        —

Ueber  die  von  der  Londoner  Mission  übernommene
  ostafrikanische  Missionsstation  Urambo
schreibt  das  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“:

Die  Missionsstation  erhebt  sich  auf  dem  Gipfel
einer  Anhöhe  inmitten  eines  Haines  von  Citronen.
Sie  besteht  aus  zwei  guten,  steinernen  Missionshäusern,
  die  sorgfältig  gebaut  und  mit  Thüren  wie
Fenstern  versehen  sind.  Eine  Werkstatt,  ein  Schullokal
  und  andere  Nebengebäude  sind  ebenfalls  vorhanden.


Das  Klima  von  Urambo  soll  für  das  Innere

von  Afrika  verhältnißmäßig  recht  gesund  sein.  Die
Ortschaft  liegt  hoch,  das  Wasser  ist  gut.  Missionar

Shaw  hat  die  Zeit  von  1882  bis  Ende  1895  in
Urambo  zugebracht  und  zwar  die  letzten  fünf  Jahre
mit  seiner  Frau.  Auch  Herr  Draper,  der  unverheirathet
  gegenwärtig  ganz  allein  die  Station  besorgt,
ein  zugleich  für  den  Missionsdienst  ausgebildeter
Handwerker,  befindet  sich  seit  neun  Jahren  ununterbrochen
  dort  und  wartet  nun,  bis  er,  von  Missionaren
der  Brüdergemeinde  abgelöst,  die  Rückreise  antreten
kann.  Rücksichten  auf  das  Klima  haben  jedenfalls
bei  der  Londoner  Missionsgesellschaft  in  keiner  Weise
dazu  mitgewirkt,  ihr  Arbeitsfeld  uns  anzubieten,
sondern  die  völlig  vereinsamte  Lage  der  Station  gab
den  Ausschlag  dabei,  eine  Lage,  die  vollends  empfindlich
  wurde,  als  die  Gesellschaft  sich  genöthigt  sah,
eine  Station  am  Tanganyikasee  aufzuheben.

Missionar  Flierl  berichtet  in  den  „Kirchlichen
Mittheilungen“  vom  Sattelberge  in  Neu-Guinea:

„Die  wichtigste  Neuigkeit  ist,  daß  ich  im  neuen
Haus  schreibe,  in  meiner  eigenen  Studirstube,  hinter
gutem  Glasfenster,  während  draußen  der  Regen  vom
Himmel  strömt  und  die  Nebelschwaden  über  unseren
Bergrücken  ziehen.  Zwar  ist  nun  noch  nicht  Alles
fertig  und  vollkommen  im  neuen  Haus:  die  Scheidewände
  in  meiner  Familienwohnung  sind  noch  zu  verschlagen,
  ein  paar  innere  Thüren  zu  machen,  zwei
Kamine  zu  bauen,  dann  ist  das  ganze  Innere  noch
etwas  zu  verkitten  und  anzustreichen  mit  weißer  Oelfarbe.
  Wir  importiren  nur  das  Leinöl,  Kreide  zu
Farbe  und  Kitt  liefert  der  Sattelberg,  und  die
schwarzen  Jungen  müssen  sie  schaben.

Der  Umzug  ins  neue  Haus  geschah  Knall  und
Fall,  noch  etwas  eher  als  geplant  war;  denn  fast
wurden  wir  zu  guter  Letzt  noch  aus  dem  alten  Haus
geworfen,  zum  Glück  nicht  durch  Menschenhand,
sondern  durch  höhere  Gewalt.  Es  war  am
24.  September  abends,  da  kam  plötzlich  ein  heftiges
  Erdbeben.  Wir  nahmen  rasch  Jedes  zwei
Kinder,  um  ins  Freie  zu  eilen,  aber  als  wir  an  die
Treppe  kamen,  wurde  das  Schütteln  so  arg,  daß
wir  zusammen  niederkauern  mußten  und  fürchten,
das  Haus  könnte  jeden  Augenblick  zusammenbrechen.
Keine  Kiste  blieb  an  ihrem  Ort,  der  tank  unten
blatzte  und  ein  Wasserstrom  ergoß  sich  durch  den
Hof.  Nach  einigen  Minuten  wiesen  aber  nur  noch
verschiedene  Scherben  im  Haus,  die  unordentlich

 

237

 

stehenden  Möbel,  der  zerrissene  tank  und  die  im
Boden  gelockerten  Hauspfosten  auf  das  gewaltige
Naturereigniß.  Nach  dem  großen  Erdbeben  waren
noch  ein  paar  leichte  bis  zum  anderen  Mittag;  seitdem
  ist  es  wieder  ruhig.  Das  ist  nun  das  dritte
große  Erdbeben,  seit  wir  hier  oben  sind;  und  alle
drei  waren  am  Abend.  Die  Erdbeben  kommen
selten  vereinzelt,  sondern  meist  in  Gruppen,  stets
eine  ganze  Anzahl  an  einem  oder  während  etlicher
Ta

ge.

Mit  der  Gesundheit  ging  es  in  den  leßten  beiden
Monaten  ziemlich  gut.  Auch  die  Hausjungen  waren
dauernd  gesund  und  in  den  Dörfern  der  Kai  war
wenig  Krankheit.“

Im  Anschluß  hieran  schreibt  Missionar  Decker
(Dezember  1896):

„Die  Bauarbeit  ging  seit  voriger  Post  ihren
Gang  ruhig  weiter.  Zur  Vollendung  kommt  die
Bauarbeit  in  diesem  Jahr  noch  nicht,  da  das
Herbeischaffen  des  Holzes  zum  Viehstall  schon  elwas
mehr  Schwierigkeit  macht,  als  zum  Haus.  Das
hierzu  nöthige  Holzmaterial  wollen  uns  die  Sahanger
herbeibringen.  Sie  haben  zu  unserer  Zufriedenheit
angefangen,  Holz  herzutragen,  arbeiten  aber  schon
fast  acht  Tage  nicht  mehr  hier,  denn  ein  Kriegszug
an  den  Strand,  an  dem  von  allen  ringsumliegenden
Dorsschaften  Leute  theilnahmen,  hat  sie  in  Furcht
versetzt.

Die  Schwierigkeiten,  welche  mit  den  Transporten
  von  Simbang  nach  Sattelberg  zum  Zweck
der  Verproviantirung  oder  zum  Zweck  der  äußeren
Einrichtung  der  Station  verbunden  sind,  haben
unsere  Brüder  veranlaßt,  auf  Verminderung  der
Transportnöthe  Bedacht  zu  nehmen.  Lastochsen
könnten  da  bei  verbesserten  Wegen  gute  Dienste
thun.  Unsere  Bergstation  würde  mehr  anziehend
für  die  Jungen  werden,  wenn  wir  später  einmal  Lastthiere
  haben  könnten.  An  Weidegras  mangelt  es
auf  dem  Berg  nicht  mehr,  und  auch  Wunden  machen
lange  nicht  die  Mühe  und  Noth  beim  Vieh,  wie  in
Simbang.“

 

Das  Jahr  1895/96  war  für  die  Missionen  der
„Weißen  Väter“  in  Aegquatorialafrika,  wie  die
„katholischen  Missionen“  berichten,  ein  Jahr  von
mühseliger  Arbeit  und  großen  Opfern.  Fünf  Missionare,
  darunter  der  hochw.  apostolische  Vikar  von
Nord-Nyanza  (Uganda),  sind  in  noch  jugendlichem
Alter  den  Entbehrungen  und  Strapazen  erlegen.
Ein  Sturm  auf  dem  Nyanza  verursachte  der  Mission
einen  materiellen  Schaden  von  20  000  Mark.  Lukongo,
König  von  Ukerewe,  überfiel  die  Station  Neuwied,
brandschatzte  dieselbe  und  mordete  21  Angehörige
der  Mission.  Im  Juli  1896  zählte  die  noch  nicht
20  Jahre  alte  Mission  an  den  „großen  Seen“  sechs
Distrikte:

1.  Das  apostolische  Vikariat  Ober-Kongo:  ein
apostolischer  Vikar,  12  Missionare,  4  Schwestern,
4  Stationen,  1305  Getaufte,  6128  Katechumenen.
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        2.  Das  apostolische  Provikariat  Nyassa:  1  Provikar,
  6  Missionare,  2  Stationen,  25  Getaufte,
550  Katechumenen.  (Diese  Mission  wurde  1895
zum  Provikariat  erhoben.)

3.  Das  apostolische  Vikariat  Tanganyika:  ein
apostolischer  Vikar,  14  Missionare,  4  Schwestern,
3  Stationen,  850  Getaufte,  über  2000  Katechumenen,
  die  regelmäßig  Unterricht  erhalten.

4.  Das  apostolische  Vikariat  Unhanyembe:  ein
apostolischer  Provikar,  13  Missionare,  4  Schwestern,
4  Stationen,  470  Getaufte,  über  3000  Katechumenen.


5.  Das  apostolische  Vikariat  Süd-Nyanza:  ein
apostolischer  Vikar,  13  Missionare,  3  Stationen,
405  Getaufte,  gegen  2000  Katechumenen.

6.  Das  apostolische  Vikariat  Nord-Nyanza:  ein
apostolischer  Vikar  (bietzt  todt),  24  Missionare,  sieben
Stationen,  21  632  Getaufte,  80  000  Katechumenen.

Zusammen:  4  apostolische  Vikare,  2  Provikare,
82  Missionare,  12  Schwestern,  23  Stationen,
24  687  Getaufte,  über  93  000  Katechumenen,  die
regelmäßigen  Unterricht  erhalten,  aber  erst  nach
vollendeter  vlerjähriger  Probezeit  zur  heiligen  Taufe
zugelassen  werden.  —  Viele  Stationen  sind  erst  in
der  neuesten  Zeit  gegründet,  1896  allein  fünf,  mithin
ist  die  Zahl  der  Getauften  verhältnißmäßig  gering
gegenüber  der  großen  Anzahl  von  Katechumenen.

 

St.  Peter  und  Paul  von  Kala,  Station  der
„Weißen  Väter“  in  Ostafrika,  zählt,  wie  „Kreuz
und  Schwert“  berichtet,  2  Missionspriester,  1  Bruder,
40  Getaufte  und  100  Katechumenen;  davon  sind
die  einen  in  einem  Dorfe  auf  dem  Missionsgebiete
angesiedelt,  die  anderen  auf  den  benachbarten  Dörfern
zerstreut.  Zwei  christliche  Familien  wurden  nach
Pembe  geschickt,  welches  eine  Tagereise  nördlicher
liegt.  Die  Männer  werden  von  der  Mission  bezahlt,
  um  das  Katechetenamt  auszuüben,  d.  h.  um
in  Katechismus  und  Gebet  Pembe  und  die  umliegenden
  Dörfer  zu  unterweisen.

Der  Posten  St.  Peter  und  Paul  von  Kala
liegt  in  Urungu,  eine  Stunde  von  der  Grenze  von
Ufipa  entfernt.  Bei  seiner  Gründung  im  Jahre  1892
ereignele  sich  ein  unerwarteter  Zwischenfall.  Wenige
Tage  nach  ihrer  Ankunft  erhielten  die  Missionare
einen  Brief  vom  englisch-protestantischen  Missionar,
welcher  von  Njankala  aus  Einspruch  gegen  die
Niederlassung  der  katholischen  Missionare  erhob.
Es  wurde  ihm  aber  erwidert,  daß  Kala  im
deutschen  Schutzgebiet  liegt,  und  nur  die  Deutschen
in  dlesem  Lande  zu  gebieten  haben.  .

Die  Eingeborenen  der  Umgegend  von  Kala
nehmen  bereitwillig  die  religiösen  Unterweisungen  an,
vermögen  aber  noch  nicht,  die  Vielweiberei  zu  lassen.
Ein  schwarzer  Arzt,  Louis  Koro,  welcher  in  Tunis
Medizin  getrieben  hat,  vertheilt  Heilmittel  an  die
Eingeborenen  und  hält  auf  der  Station,  sowie  in
einem  Nachbarorte  Schule.  30  Knaben  befinden

238

 

sich  im  Waisenhause,  einige  andere  Kinder,  losgekaufte
Sklaven  und  Mädchen,  sind  in  Familien  untergebracht.
  Auf  dem  Posten  in  Kala  können  sich  die
Missionare  weniger  mit  materiellen  Arbeiten  abgeben,
doch  beschäftigen  sie  im  Durchschnitt  50  Arbeiter,
die  Waisen  nicht  mitgerechnet.  Sie  haben  eine  dreischiffige
  Kirche  gebaut,  dieselbe  ist  30  m  lang  und
mit  Ziegeln  gedeckt.  —  Auch  Pflanzungen  haben  sie
vorgenommen,  Kaffee-,  Mango=  und  verschiedene
andere  Fruchtbäume  gepflanzt.

So  wird,  wie  der  Augenschein  zeigt,  den
Tanganhyika  entlang  allenthalben,  von  Karema  bis
zur  englischen  Grenze,  von  den  Missionaren  und
ihren  Katecheten  das  Evangelium  verkündet.

Jede  Missionsstation  ist  ein  Mittelpunkt  für
Zivilisation,  deren  wohlthnender  Einfluß  sich  auf
30  bis  40  km  in  der  Runde  erstreckt.  Man  unterdrückt
  dort  die  Sklaverei,  soviel  es  eben  möglich  ist.
Die  Eingeborenen  selbst  lernen,  sobald  sie  mit  den
Missionaren  in  Berührung  kommen,  wie  sie  es  anzustellen
  haben,  um  ihre  materielle  Lage  zu  verbessern.
Sie  suchen  nämlich  die  Glaubensboten  in  Allem  nachzuahmen,
  in  den  Bauten,  in  der  Bebauung  der  Felder,
in  ihrer  ganzen  Art  und  Weise  zu  handeln  und
zu  leben.

 

Aus  Kribi,  Ende  1896  (Kamerun),  schreibt
Fr.  Alfons  Schilitz  in  „Kreuz  und  Schwert“:  Ich
bin  noch  immer  in  der  Schule  thätig.  Wenn  Einem
die  schwarzen  Jungen  auch  viel  Arbeit  machen,  so
bereiten  sie  dem  Lehrer  doch  auch  manche  Freude.
Einer  derselben  hat  am  Gouvernement  Anstellung
erhalten,  andere  konnten  wir  als  Lehrer  in  benachbarte
  Dörfer  schicken.  So  haben  wir  jetzt  Schulen
eröffnet  in  Wasserfall,  (Dorf)  Longj  und  Plantation,
weitere  werden  demnächst  folgen  in  Klein-Batanga
und  Kampo,  der  südlichsten  Station  Kameruns.

Vor  etwa  drei  Wochen  erhielt  ich  von  P.  Otto
den  Auftrag,  in  letztgenanntem  Orte  einen  Platz  für
eine  Schule  zu  suchen.  Auf  meiner  Reise  dorthin,
welche  ich  zu  Fuß  zurücklegte,  haite  ich  Gelegenheit,
die  Ortschaften  und  Bewohner  längs  der  Küste  näher
kennen  zu  lernen.  Bereits  am  zweiten  Tage  abends
erreichte  ich  mein  Ziel  und  wurde  von  den  dort
ansässigen  Weißen  freundlichst  ausgenommen.  Einer
der  Kaufleute  bot  mir  für  die  Zeit  meines  Aufenthaltes
  Quartier  an,  was  ich  auch  dankbar  annahm.
Die  Herren  zeigten  ein  großes  Interesse  für  unsere
Mission  und  waren  mir  nach  Kräften  behilflich,  einen
Platz  zu  erhalten  und  den  Häuptling  für  mein
Unternehmen  zu  gewinnen.  Ohne  viel  Schwierigkeiten
  erklärte  sich  dieser  denn  auch  bereit,  gegen  eine
Entschädigung  die  Schule  zu  bauen.  Noch  während
meiner  Anwesenheit  wurde  mit  dem  Abholzen  begonnen.


Kampo  selbst  ist  ein  kleines  Dorf,  liegt  aber  in
geringer  Entfernung  von  mehreren  größeren  Ortschaften.
  —
        <pb n="341" />
        —  239

Nachdem  ich  den  Platz  für  die  neue  Schule  in
Kampo  abgesteckt  und  die  nöthigen  Anweisungen  gegeben
  hatte,  trat  ich  nach  einigen  Tagen  wieder  die
Rückreise  an.  Bereits  nach  achtstündiger  Fahrt  bei
sehr  günstigem  Winde  kam  ich  in  Groß-Batanga  an
und  wanderle  von  da  aus  zu  Fuß  nach  meinem
Bestimmungsorte,  wo  ich  abends  7  Uhr  wieder
glücklich  ankam.  P.  Otto  hatte  die  ganze  Zeit  sehr
viel  zu  thun,  und  so  freute  ich  mich  nicht  wenig,
in  den  mit  dem  Dampfer  eben  angekommenen
P.  Pfändler  und  Bruder  Hermann  die  längst
ersehnte  Hülfe  begrüßen  zu  können.

Auch  Bruder  Franz  war  vom  Götlerberg,  wo
er  sich  sehr  gut  erholt  hatte,  wieder  zurückgekommen.
Sonst  ist  in  Kribi  noch  Alles  beim  Alten.  Das
Schulhaus  ist  fertig;  aber  am  Ban  einer  Brücke
über  den  Kribifluß  wurden  wir  durch  das  plötlich
eintretende  Hochwasser  gehindert,  was  sehr  zu  bedauern
  ist,  da  eine  solche  ein  dringendes  Bedürfniß
ist.  Unsere  Katholiken  müssen  Sonntags  oft  lange
warten,  bis  das  langsame  und  unsichere  Boot  sie
übersetzt.  Hoffenklich  werden  wir  die  Arbeit  bald
wieder  aufnehmen  und  dann  mit  Gottes  Hülse
vollenden  können.

 

Ein  großartiges  Fest  fand  laut  „Kreuz  und
Schwert“  am  6.  Januar  in  Sansibar  statt.  Die
Väter  vom  hl.  Geiste  legten  den  Grundstein  zu  einer
neuen  Kathedrale.  Zwanzig  Jahre  lang  beabsichtigte
man  diesen  nothwendigen  Bau,  und  16  Jahre  lang
bemühte  sich  der  P.  Acker  ein  geeignetes  Grundstück
  dafür  zu  erwerben.  Ein  Jahr  vor  seiner  Abreise
  erst  gelang  ihm  dieses.  Wie  uns  berichtet
wird,  war  das  Fest  großartig;  ganz  Sansibar  war
auf  den  Beinen.  Der  Sultan  hatte  seinen  Vertreter
  gesandt;  unter  den  Europäern  bemerkte  man
den  englischen  Generalkonsul,  den  deutschen  Konsul
Herrn  v.  Rechenberg,  die  Konsuln  Frankreichs  und
Italiens  sowie  den  österreichischen  stellvertretenden
Konsul.  Auch  die  Matrosen  zweier  italienischen
Schiffe  wohnten  der  Feier  bei.  Es  war  ein  wirklich
internationales  Fest,  das  Zeugniß  ablegt  für  die
hohe  Achtung,  der  sich  die  katholischen  Missionare
erfreuen.

Ein  neuer  Bischof  ist  für  Sansibar  und  die

Küste  ernannt  worden.

 

Ueber  das  Leben  im  Basler  Missionshaus
schreibt  J.  Haller  im  „Epvangelischen  Missions-Magazin“:
  Draußen  vor  dem  Spalenthor  liegt  das
neue  Basler  Missionshaus.  Es  ist  an  die  Stelle
eines  älteren  Hauses  getreten,  welches  nur  die  eigentliche
  Missionsschule  beherbergte,  während  eine  besondere
  „Voranstalt“  ihr  eigenes  Heim  hatte.  Beide
Anstalten  wurden  in  dem  heutigen  schönen  Missionsgebäude
  vereinigt.  Am  4.  Juli  1860  wurde  dasselbe
  feierlich  eingeweiht.  Damals  standen  erst

 

wenige  Häuslein  jenseits  des  ehemaligen  Stadtgrabens;
  die  Anstalt  mußte  der  neuen  Straße  den
Namen  „Missionsstraße“  geben.

Es  ist  ein  langes  dreistöckiges  Gebäude  mit
23  Fenstern  in  der  Front  und  7  auf  den  Schmalseiten.
  Eine  Schmalseite  ist  der  Straße  zugekehrt:
zwei  Querflügel  springen  gegen  den  Mittelbau  etwas
vor.  Das  lange  Dach  mit  den  zahlreichen  Läden
und  Fensterchen  sieht  man  von  allen  Höhen  in  der
Umgebung  der  Stadt.  Das  Haus  ist  ganz  für
Zwecke  der  Missionsanstalt  eingerichtet;  Inspektor
Josenhans  hat  nicht  wenig  bei  Ausarbeitung  des
Planes  mitgeholfen.

Inm  Kellergeschoß  befinden  sich  Küche  und  Keller,
mancherlei  Vorrathskammern,  der  Waschsaal  für  die
Zöglinge  und  die  neueingerichteten,  immerhin  bescheidenen
  Badezimmer,  Magazine  der  Missionsverwaltung
  und  der  Buchhandlung.  Im  Parterrestock
  ist  der  mittlere  Raum  auf  der  Vorderseite
verwendet  für  das  große  Missionsmuseum  mit
tausend  Sehenswürdigkeiten  aus  verschiedenen
Missionsgebieten,  auf  der  hinteren  Seite  für  den
schlichten  Betsaal  mit  kleinem  Rednerpult  und  einfacher
  Orgel;  er  bietet  200  bis  250  Personen  Platz.
Gegen  Südwesten  liegen  etliche  Krankenzimmer  und
zwei  Lehrsäle:  der  größere  „theologische  Lehrsaal“,
in  welchem  drei  Klassen  gemeinsam  unterrichtet
werden  können,  und  der  kleinere  „medizinische“  mit
naturwissenschaftlichen  und  medizinischen  Sammlungen.
Der  nordöstliche  Flügel  ist  für  die  Zwecke  der
Missionsverwaltung  und  Missionsbuchhandlung  eingerichtet.
  Endlich  bietet  der  Parterrestock  auch  der
ansehnlichen  etwa  10  000  Bände  zählenden  Missionsbibliothek
  den  nöthigen  Raum.  Von  den  drei  übrigen
Stockwerken  enthält  jedes  im  südwestlichen  Flügel  die
Wohnung  eines  verheiratheten  Lehrers  und  einen
Speisesaal,  im  Mittelbau  das  Studirzimmer  eines
älteren  Lehrers,  zwei  Arbeitszimmer  der  Zöglinge
und  das  Zimmer  eines  Kandidaten,  einen  großen
unheizbaren  Schlassaal,  der,  durch  einige  Zwischenwände
  in  kleine  Parzellen  abgetheilt,  keinen  allzu
kasernenmäßigen  Eindruck  macht.  Einige  Nebenräume
sind  zur  Ausstellung  von  Kleiderkästen  verwendet.
Kleinere  Zimmer  im  nordöstlichen  Flügel  sind  als
Wohnungen  für  die  jüngeren  Angestellten  der
Missionsverwaltung,  der  Buchhandlung  und  des
Sekretariats  oder  als  Gastzimmer  für  die  zahlreichen
ausziehenden  und  heimkehrenden  Missionsgeschwister
eingerichtet.  In  diesem  Theil  des  Gebändes  —  im
ersten  Stock  —  befindet  sich  das  im  Vergleich  mit
den  Situngssälen  englischer  Missionshäuser  sehr  einfach
  ausgestattete  Komiteezimmer,  wo  sich  die  Leiter
der  Basler  Mission  an  jedem  Mittwoch  Nachmittag
zu  einer  mindestens  dreistündigen  Sitzung  versammeln;
ferner  die  Amtszimmer  des  Missionsinspektors  und
der  Sekretäre.  Der  zweite  Stock  desselben  Flügels
dient  der  Familie  des  Inspektors,  der  dritte  der  des
Verwaltungschefs  (Hauptkassierers)  zur  Wohnung.
Im  Dachstock  des  südwestlichen  Theils  befinden  sich
        <pb n="342" />
        Kammern  zur  Aufbewahrung  von  mancherlei  Dingen,
einige  kleine  Werkstätten  und  die  Musikzimmer.

Gegen  Westen  befindet  sich  der  große  Gemisegarten,
  durchzogen  von  angenehmen  Rebgängen,
außerdem  der  Holzschuppen,  die  Waschküche,  einige
Werkstätten,  ferner  der  Turnplatz  und  eine  im
Jahr  1892  erbaute  offene  Turnhalle.  Dahinter
steht  das  Missionsknabenhaus,  die  Heimstätte  für
nahezu  50  Missionarssöhne  vom  7.  bis  14.  Lebensahr


Obwohl  das  Haus  eine  bebeutende  Ausdehnung
hat  (25  m  hoch,  68  m  lang,  15  bezw.  22  m  brei,),
ist  es  doch  recht  stark  bevölkert.  Außer  etwa
100  Missionszöglingen  wohnen  hier  fünf  Familien
von  Angestellten,  die  unverheilratheten  Lehrer  und
Kaufleute,  eine  Anzahl  von  Knechten  und  Mägden
—  im  Ganzen  etwa  160  Personen.

Dem  Eintritt  ins  Missionshaus  geht  eine  Anmeldung
  voran.  In  den  ersten  Monaten  des  Jahres,
spätestens  bis  1.  Mai,  sollen  die  Papiere  der  Bewerber,
  der  sogenannten  „Petenten“,  beim  Inspektorat
in  Basel  eintreffen.  Jede  Meldung  enthält  einen
selbstverfaßten,  wahrheitsgetreuen  Lebenslauf.  Das
Verschweigen  von  wichtigen  Thatsachen  zieht  je  nach
Umständen  die  Entlassung  nach  sich.  Die  Wahrheit
des  Lebenslaufs  wird  von  einem  der  Mission  bekannten
  oder  sonst  zuverlässigen  Mann,  etwa  dem
Ortspfarrer,  bestätigt.  Ein  Arzt  hat  die  Gesundheit
des  Petenten  zu  beurtheilen;  doch  werden  seit  einigen
Jahren  die  Neueingetretenen  in  Basel  selbst  vom
Hausarzt  der  Missionsanstalt  auf  ihre  körperliche
Missionstüchtigkeit  noch  einmal  untersucht.  Schwächliche
  und  stark  nervöse  Jünglinge  können  nicht  aufgenommen
  werden,  weil  sie  den  Anstrengungen  der
Missionsarbeit  in  heißen  Ländern  nicht  gewachsen
wären.  Die  Eltern  oder  Vormünder  erklären
schriftlich  ihre  Einwilligung  zum  Eintritt  ihrer  Söhne
in  die  Mission.  Die  Petenten  müssen  das  18.  Lebensjahr
  vollendet  haben;  nach  zurückgelegtem  24.  Lebensjahr
  ist  in  der  Regel  eine  Aufnahme  nicht  mehr
möglich.  Junge  Leute,  die  verlobt  sind,  können
nicht  aufgenommen  werden.

RAus  fremden  Rolvnien.
Sritisch=  Gstafrika.

Die  „Gazette  for  Zanzibar  and  East  Africa“
veröffentlicht  in  der  Nummer  vom  20.  Januar  1897
eine  für  das  britisch-ostafrikanische  Protektorat  erlassene
  Verordnung  des  englischen  Auswärtigen  Amts,
betreffend  die  Anwendung  der  Bestimmungen  der
Brüsseler  Akte  vom  2.  Juli  1890  über  Lagerung,
Ein=  und  Ausfuhr  von  Feuerwaffen,  Munition  und
Schießpulver.

Die  Verordnung  —  seit  dem  1.  Jannuar  1897

240

 

in  Kraft  —  ist  auch  im  Sultanat  Witu  zur  Einführung
  gekommen.

Die  bisherigen  Bestimmungen  über  die  Führung
ron  Feuerwaffen  sind  aufgehoben.

 

Mozambiaque,  Lourenzo-Marques  und  Ouilimane.

Aus  den  Handelsberichten  der  englischen  Konsuln
in  Mozambique,  Lourenzo-Marques  und  Quilimane
für  das  Jahr  1895  entnehmen  wir  Folgendes:

I.  Mozambigque.

Der  Handel  nimmt  stetig  ab.  Während  im  Jahre
1891  die  Einfuhrwaaren  sich  auf  etwa  239  000  Pfd.
Sterl.  stellten,  stellen  sie  sich  im  Jahre  1895  nur
auf  100  000  Pfd.  Sterl.  Die  größte  Ausfuhr
während  der  letzten  30  Jahre  zeigte  das  Jahr  1888
mit  228000  Pfd.  Sterl.  Seitdem  hat  die  Ausfuhr
Jahr  für  Jahr  abgenommen  und  betrug  1895  nur
50  000  Pfd.  Sterl.  Zur  Verbesserung  des  Handels
wird  vorgeschlagen,  den  Zoll  auf  die  Umlaufsmünzet#)
aufzuheben  und  den  auf  baumwollene  Waaren  zu
vermindern.  Statt  dessen  hat  eine  Erhöhung  des
Zolls  auf  fremde  Biere,  Wein  und  Branntwein
stattgefunden.

Die  Ernte  des  Jahres  1895  war  infolge  der
Heuschrecken  und  der  vielen  Kriege  zwischen  den  Ein-Veborenen
  sehr  klein.

Was  die  Schifffahrt  anbetrifft,  so  laufen  seit
1895  anstatt  der  Dampfer  der  Uniongesellschaft  die
Dampfer  der  British  India  Company  den  Platz  an.
Daneben  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft
ihren  Betrieb  entwickelt  und  beherrscht  jetzt  bereits
den  Güterverkehr  des  Hafens,  wie  die  nachstehende
Aufzeichnung  ergiebt.

Zusammenstellung
des  britischen  und  ausländischen  Schifffahrtsbetriebes
im  Hafen  von  Mozambique  im  Jahre  1895.

 

 

 

 

 

 

Segelschiffe  Dampfer  Zusammen
Nationalität
————  Babi  di
l
britische  2  700|  42791614761
portugiesische  —  1  46  462
deutsch  72.  166  1107731  66  110773
französische  3  7744  2826  3
norwegische  1  —  —  1  884
arabische——  1  2341  234
Resultat  62358  102|193  456  195  814
DasGesammtergebniß
  des
Is.  1894  war  6  2408  92|138  477|  98|140885

 

 

 

 

 

*)  Die  Hauptumlaufsmünze  ist  die  britisch  indische
Rupie,  von  welcher  ein  Eingangszoll  von  10  pECt.  erhoben
wird.  Der  Ausgangszoll  von  britischem  Gold  ist  2  péEt.
        <pb n="343" />
        II.  Lourenzo-Marques.

Der  Handel  hat  sich  zwor  vermehrt,  jedoch  ist
er  hauptsächlich  Durchgangshandel  nach  Transvaal
und  den  britlschen  Gebieten  nördlich  von  Transvaal.
Die  Elsenbahnstrecke  von  Lourenzo-Marques  nach
Johanmisburg  ist  nämlich  80  englische  Meilen  kürzer,
als  diejenige  von  Durban,  und  die  Delagoabai  bietet
als  Hafen  bedeutende  Vorkheile  vor  Durban.  Die
Delagoabai  wird  daher  bald  mit  den  südafrikanischen
Häfen  und  mit  Natal  ernsthaft  konkurriren.

Die  Möglichkeit  einer  größeren  Entwickelung  des
Handels  zwischen  Delagoabai  und  Johannisburg
scheint  übrigens  weniger  die  britischen  als  die  deutschen
  Handelsleute  anzuziehen.  Deutsche  Fabriken
und  Schiffe  machen  hier  den  britischen  jedes  Jahr
mehr  Konkurrenz.

Die  Engländer  klagen,  daß  die  britischen  Fabrikanten
  sich  zu  wenig  nach  dem  Geschmack  und  dem
Verlangen  der  Transvaal-Einwohner  einrichten.

Die  Hauptverbindung  zwischen  Europa  und  den
portugiesischen  Besitzungen  im  Norden  von  Delagoabai
  vollzieht  sich  durch  die  deutsch-ostafrikanische  Linie.
Die  Uniongesellschaft  hat  sich  von  Beira,  Inhambane,
Chinde  und  Mozambique  zurückgezogen.  Beira,  die
zukünftige  Endstation  einer  Eisenbahnlinie,  rechnet
auf  eine  deutsche  Dampferlinie,  um  sich  mit  der
Außenwelt  in  Verbindung  zu  setzeen,  obwohl  die
Eisenbahn  selbst  zu  Gunsten  einer  englischen  Besitzum
  gebaut  wird.

Ungefähr  ein  Viertel  der  Gesammteinfuhr  in
Lourenzo-Marques  besteht  aus  Holz  (eingeführt  aus
den  Vereinigten  Staaten,  Schweden  und  Neuseeland).
Dieser  Holzhandel  wird  in  den  nächsten  Jahren  voraussichtlich
  noch  bedeutender  werden.  Geführt  wird

241

 

das  Holz  meist  auf  britischen  und  schwedischen  Schiffen.

Neben  dem  Holz  kommen  als  weitere  Haupteinfuhrartikel
  in  Betracht:
Maschinen  und  Maschinentheile  (eingeführt  hauptsächlich
  von  Amsterdam  auf  englischen  Schiffen),
Eisenbahnmaterial  und  Eisen,

Kohlen,
Salz  (eingeführt  von  Sansibar  auf  Dhaus).

Neben  europäischem  Alkohol  wird  viel  dort
fabrizirter  verbraucht.  Obwohl  er  sehr  schlecht
schmeckt,  rechnet  man  auf  eine  bedeutende  Ausfuhr
nach  Transvaal.  So  entsteht  jetzt  eine  Branntweinbrennerei
  in  größerem  Maßstabe  in  Ressano  Garcia
unweit  der  Transvaalgrenze.  Alkohol  wird  im  Lande
für  3  Schill.  per  Gallone  (4  1)  fabrizirt  und  in
Transvaal  für  9  Schill.  per  Gallone  verkauft.

Da  keine  Gesetze  zur  Einschränkung  des  Spirituosengenusses
  bestehen  und  anerkanntermaßen  namentlich
  der  im  Lande  gebraute  Branntwein  die  Eingeborenen
  verdirbt,  so  ist  der  eingeborene  Arbeiter
wenig  werth,  und  oft  ist  es  überhaupt  schwer,
heimische  Arbeiter  zu  bekommen.  Es  ereignet  sich
häufig,  daß  man  nicht  genug  Arbeiter  finden  kann,
um  die  ankommenden  Schiffe  abzuladen.

Eine  offizielle  Handelsstatistik  besteht  noch  nicht
und  es  ist  daher,  was  die  Gesammteinfuhr  (nach
Transvaal  via  Delagoabai)  anbetrifft,  unmöglich  zu
bestimmen,  welcher  Theil  im  Jahre  1895  (Werth
1  000  000  Pfd.  Sterl.)  den  verschiedenen  Nationen
zufiel.  Es  ist  anzunehmen,  daß  die  Engländer  noch
die  Oberhand  haben,  obwohl  die  Konkurrenz  der
deutschen  Waaren  mehr  und  mehr  in  die  Erscheinung
  tritt.

Ueber  den  Werth  der  Elnfuhr  und  Zölle  in
Lourenzo-Marques  im  Jahre  1895  giebt  die  nachstehende
  Tabelle*)  Aufschluß.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herrunft  Einfuhr  Durchgang  Ausfuhr  WiederausfuhrGesammitergebniß
erkun
Zolll  Werth  —  Zoll  Werth.  Zoll  Werth  ZollWerth
fd.  Sterl.V#fb  Sterl..d.  Stel.  Pfd.  Sierl.Pfd.  Sterl.  Sterl.  dg  Se.)  Pfd.  Sterl.  Pd,  Serl#fd  Steerl.
Portugll  19172035  2  39  —  —  —  —  1919
andere  Länder.  .  612883  263  168  14726  668  820  93  28309  48  6400A  76099  956702
Zusammen63  15029203  2  93  28309  48  64060  78018991

Der  englische  und  deutsche  Schifffahrtsverkehr  mit
Lourenzo-Marques  stellte  sich  im  Jahre  1895  auf
16  englische  Segelschiffe  und  207  englische  Dampfer
mit  insgesammt  372  990  Tonnen  Gewicht  und  auf
fünf  deutsche  Segelschiffe  und  35  deutsche  Dampfer
mit  insgesammt  30  615  Tonnen.

Lourenzo-Marques  liegt  außerhalb  der  Grenze
für  Packetpost  und  Poslanweisungen.  Der  Postdampfer
geht  jeden  Sonnabend  nach  Cape  Town.  Briese
von  London  nach  Lourenzo-Marques  brauchen  etwa
23  bis  25  Tage.  Der  Wechselkurs  von  portugie- 



sischem  Geld  war  5600  Reis  auf  das  Pfd.  Sterl.

 

 

Lourenzo-Marques  und  Umgebung  hat  1700
enropäische  Einwohner  und  ungefähr  5000  bis  6000
Eingeborene.  Von  den  Weißen  sind  die  meisten  (700)
Portugiesen;  im  Uebrigen  herrschen  die  Engländer
vor.  Die  Lebensmittel  sind  theurer  wie  in  jeder
anderen  Stadt.  Zucker  kostet  beispielsweise  9  Schill.
(75  Pf.)  das  Pfund  und  Milch  6  Schill.  (50  Pf.)
die  Flasche,  deren  Inhalt  zwischen  einem  halben  und

*)  In  der  Tabelle  wird  das  Pfd.  Sterl.  auf  4500  Reis

berechnet,  obwohl,  wie  der  spätere  Text  ergeben  wird,  der
Wechselkurs  während  1895  5600  Reis  auf  das  Pfd.  Sterl.
war.
        <pb n="344" />
        ganzen  Liter  schwankt.  Die  Provinz  dehnt  sich  von
Zululand  bis  Limpopo  aus  und  ist  fast  unkultivirt.
Einige  Gemüse  werden  von  chinesischen  Arbeitern
gezogen.  Alles  Uebrige  und  selbst  die  nothwendigsten
Artikel  läßt  man  größtentheils  aus  Durban  oder  der
Kapkolonie  kommen.  Materialwaarenhändler  und
Krämer,  die  mit  einem  gewöhnlichen  Gewinn  zufrieden
  sind,  könnten  daher  in  Lourenzo-Marques
sehr  gute  und  vortheilhafte  Geschäfte  machen.

Der  Werth  des  Grund  und  Bodens  hat  sich
während  1895  erhöht.  In  dem  Geschäftstheil  der
Stadt  schwanken  die  Preise  zwischen  5  bis  6  Pfd.
Sterl.  pro  Quadratmeter,  während  auf  dem  Hihgel
Benra  hinter  der  Stadt  geeignete  Wohnstätten  für
Kaufleute,  Beamte  rc.  sehr  wohl  für  6  bis  8  Schill.
(6  bis  8  Mk.)  pro  Qnadratmeter  zu  haben  sind.

III.  Quilimane.

Der  Handel  ist  unbefriedigend  und  es  ist  bis
jebt  auch  keine  Aussicht  vorhanden,  daß  er  sich
bessern  wird.  Die  Hoffnungen  der  Handelsleute
  ruhen  auf  der  Eisenbahn,  welche  zwischen
Quilimane  und  den  Zoawasserfällen  des  Rueflusses
gebaut  werden  soll.  Diese  Bahn  wird  Quilimane
mit  Britisch-Centralafrika  verbinden  und  wahrscheinlich
  den  Güter=  und  Passagierverkehr  von  Chinde
ablenken.

Die  Ausfuhr  des  Jahres  1895  bestand  hauptsächlich
  in  Kopra,  Oelsamen  und  Wachs  (meist  nach
Deutschland  und  Frankreich  ausgeführt).  Außerdem
wurde  viel  Zucker  (nach  Lissabon)  und  etwas  Elfenbein
  (nach  Indien)  exportirt.  Eingeführt  wurden
baumwollene  Waaren  (aus  England)  und  Lebensmittel
und  Metallwaaren  (aus  Deutschland,  Holland  und
England).  Die  meisten  Geschäfte  werden  durch  britisch-indische
  Leute  —  als  Zwischenhändler  zwischen
Eingeborenen  und  Europäern  —  vermittelt.

Geld  war  1895  wenig  vorhanden.  Der  Kurs
betrug  6500  bis  6700  Reis  auf  das  Pfd.  Sterl.

Die  Bewegung,  welche  der  Handel  von  Quilimane
und  Chinde  in  den  Jahren  1890  bis  1895  genommen,
  veranschaulicht  die  nachstehende  Tabelle:

 

 

 

Werth:  Pfd.  Sterl.
Jahr  h:  P  Zoll

Ausfuhr  Einfuhr  Pfd.  Sterl.
1890  79185  116  630  21856
1891.  111  678  156  649  1005
1892  112  816  143554  29257
1899  1641  114  612  29  312
1894  87792  ·039  30  493
1895  76  344  94  637  33  285

 

 

 

Die  Bevölkerung  von  Quilimane  besteht  aus
190  Portugiesen,  44  sonstigen  Europäern  und  über
einer  Million  Schwarzen.

Die  Gesundheitsverhältnisse  sind  gut.

Hervorzuheben  ist,  daß  sich  ein  erheblicher  Mangel
an  welßen  Handwerkern  bemerkbar  macht.

242

 

 

Dandel  Goas  im  Jahre  1895.

Dem  Report  on  the  trade  ol  Goa  im  Jahre
1895  entnehmen  wir  Folgendes:

Der  Hauptverkehr  mit  Britisch-Indien  wird
durch  die  westindisch-portugiesische  Eisenbahn  vermittelt.
  Hauptsächlich  ist  eine  Zunahme  des  Handels
mit  Getreide  und  Baumwolle,  dagegen  ein  Sinken
des  Handels  mit  Sämereien  zu  verzeichnen.  Auch
der  Handel  mit  Kerosinöl  hat  einen  weiteren  Aufschwung
  erfahren.  An  Salz  wurden  gewonnen
26  600  Reg.-Tons,  welche  Stationen  der  Süd-Mahretta-Eisenbahn
  und  anderen  überführt  wurden.
Dies  bedeutet  eine  Zunahme  von  3500  Tons  gegen
das  Vorjahr.  Die  Einfuhr  nach  Goa  allein  auf
dem  Schienenwege  betrug  für  das  Jahr  1895
10  817  Tonnen,  die  Ausfuhr  32  582  Tonnen.  Eine
Statistik  des  zur  See  erfolgenden  Handels  liegt  nicht
vor.  Im  Hafen  von  Marmagao  gingen  allein  850
englische  Schiffe  mit  143  459  Tonnen  Inhalt  ein
und  791  Schiffe  mit  135  594  Tonnen  Inhalt  aus,
letztere  mit  einer  Schiffsladung  im  Werthe  von
6  134  209  Pfd.  Sterl.

Die  Schiffe  der  Bombay  Steam  Navigation
Company  legten  während  des  ganzen  Jahres  im
dortigen  Hafen  an.  Aus  Erngland  direkt  kamen
sieben  Dampfer  an,  von  denen  zwei  Dampfer  Eisenbahnschwellen
  und  anderes  Material  für  die  Eisenbahn
  brachten.  Fünf  der  Clan-Linie  angehörende
Dampfer  brachten  im  Ganzen  4500  Tonnen  von
gußeisernen  Röhren  für  die  Rangalore  und  Mysore
Wasserwerke.  Die  Bagger=  und  Hafenarbeiten  wurden
in  Marmagao  fortgesetzt.

Die  Zunahme  der  Bevölkerungszahl  und  Ausdehnung
  der  Kokusnußplantagen  machte  sich  namentlich
  in  der  Nähe  der  Eisenbahn  sehr  bemerkbar.
Die  zunehmende  Kultivirung  des  Landes  scheint  mit
der  wirklichen  Durchführung  der  Zollerhebung  im
portugiesischen  und  britischen  Territorium  zusammenzuhängen.



Die  Eisenbahn  beförderte  im  Ganzen  256  305
Passagiere.  Der  allgemeine  Gesundheitszustand
war  gut.

Im  Allgemelnen  wird  noch  bemerkt,  daß  der
bisherige  Generalgouverneur  Visconde  d’Ourem
die  Kolonie  verlassen  hat,  und  sein  Nachfolger
Senhor  Raphael  de  Andrade  im  November  angekommen
  ist.  Im  September  brach  ein  Aufstand
aus,  der  die  Kolonie  beunruhigte.  Der  Handel  war
für  eine  Zeit  lang  lahm  gelegt,  und  eine  große  Anzahl
  Bewohner  verließen  die  Kolonie  und  gingen
nach  dem  britischen  Territorium  über.  Der  Belagerungszustand
  wurde  am  29.  Oktober  proklamirt.
Im  Oktober  und  November  kamen  portugiesische
Kriegsfahrzeuge  an  mit  dem  Herzog  von  Oporto  und
einigen  europäischen  Truppen.  Auch  ein  englisches
Kanonenboot  kam  zum  Schußz  der  englischen  Unterthanen
  und  der  Eisenbahn.  Während  der  Monate
April  und  Mai  legten  die  der  indischen  Marinestation
  zugetheilten  Kriegsschiffe  „Nancoury“  und
        <pb n="345" />
        —  243

„Investigator“  an.  Vom  1.  März  1896  an  wurden
sowohl  auf  der  Southern  Mahratta  Eisenbahn,  als
auch  der  Great  Indian  Peninsule  Eisenbahn  die
Eisenbahntarife  für  Stückgüter  nach  und  von  Bombay
via  Poona  ermäßigt.  Dies  wird  sehr  bedeutend
den  Handel  dieses  Hafens  beeinflussen,  zumal  jetzt
die  portugiesische  Regierung  die  Spezialaussicht  führt.

 

Schiffsverkehr  von  Lansibar  im  Jabre  1896.

 

 

Nalionalität  Zehl  RaumgehaltRaumgehalt
er  -  -
der  ange-  in  in
Sqi  vonengenn  deutschen  englischen
chiffe  iffe  Tonnen  Reg.-Tons
deutsche  .  124  763  93362
englische  77  138  162  103  390
französische  30  69  363  51  906
amerikanische.  2  2892  2157
norwegische  1  652  488
schwedische  1  363  222
vortugiesische  1  50  38
sansibarische  30  12  530  9377

 

 

 

In  vorstehender  Aufstellung  sind  die  Dampfer
des  Kaiserlichen  Gouvernements  von  Deutsch-Ostafrika
nicht  miteingerechnet.  An  Zahl  und  Raunmgehalt
haben  die  deutschen  Schiffe  gegen  das  Vorjahr  eine
Zunahme  erfahren  und  stehen,  was  Zahl  aulangt,
denen  aller  anderen  Nationen  voran.

Um  ein  genaues  Bild  der  Handelsbewegung
zu  erhalten,  ist  es  erforderlich,  von  den  für  die
englischen  Schiffe  vermerkten  Zahlen  die  häufigen
Reisen  des  Kabelschiffes  Great  Northern  sowie  die
hier  durchgegangenen  Truppentransporte  in  Abzug
zu  bringen.  Hiernach  würde  der  britische  Handelsverkehr
  nur  mit  70  bezw.  65  Schiffen  und  97  125
bezw.  84  893  englischen  Reg.-Tons  zu  beziffern  sein
und  hinter  dem  deutschen  Schiffsverkehr  in  jeder
Hinsicht  zurückstehen.  Von  den  britischen  Schiffen
waren  acht  mit  11  864  Reg.-Tons  Kohlenschisse.

Die  deutschen  und  sansibarischen  Schiffe  waren
ausschließlich  Dampfer,  während  sich  unter  den  englischen
  sechs  und  unter  den  französischen  Schiffen  ein
Segler  befanden.  Die  amerikanischen,  norwegischen,
schwedischen  und  portugiesischen  Schiffe  waren  ausschließlich
  Segler.

Im  vergangenen  Jahre  sind  1443  deutsche  Dhaus
mit  einem  Tonnengehalt  von  10  408,96  Tonnen
angekommen  und  1411  mit  10  315,09  Tonnen  ausgelaufen.
  Die  deutsche  Flagge  herrscht  demnach  auch
bei  diesen  Fahrzeugen  vor,  wie  sich  aus  der  nachstehenden
  Liste  ergiebt.

Angekommene  Dhaus.

 

 

 

 

 

Raumgehalt
Flagge  Zahl  in  englischen
Reg.  Tons
deutsche  1443  7789
englische  1295  22  804
fansibarische  1227  17  045
ranzösische  112  4515

 

Abgefahrene  Dhaus.

 

 

 

 

Raumgehalt
Flagge  Zahl  in  englischen
Reg.-Tons
deutsche  1  411  7  719
englische  1339  23526
sansibarische  1374  18  706
französische  97  3938

Der  durchschnittliche  Rauminhalt  der  deutschen
Dhaus  steht  hinter  denen  aller  übrigen  Natlonen
zurück,  da  die  deutschen  Fahrzeuge  größtentheils
nur  für  kürzere  Fahrten  an  der  ostafrikanischen
Küste  bestimmt  sind.  Die  größten  Dhaus,  welche
Reisen  von  Maskat  und  Südarabien  bis  Madagaskar
unternehmen,  fahren  häufig  unter  französischer  Flagge.

 

Perschiedene  Wiltheilungen.

verfammlung  deutscher  Naturxforscher.

Bei  der  69.  Versammlung  deutscher  Naturforscher
und  Aerzte,  die  vom  20.  bis  25.  September  d.  Is.
in  Braunschweig  stattfindet,  werden  auch  Fragen  der
Tropenhygiene  erörtert  werden.  Der  Vorstand
der  tropenhygienischen  Abtheilung,  bestehend  aus
Dr.  med.  Nobert  Müller  (Braunschweig,  Lconhardstraße
  1),  Dr.  med.  Max  Zahn  und  Dr.  med.  Robert
  Salomon,  erbittet  Anmeldung  von  Vorträgen
und  Demonstrationen  bis  spätestens  Mitte  Mai.

von  den  Marshall-Inseln.

Einem  Privatbrief  aus  den  Marshall-Inseln  entnimmt
  „Unter  dem  rothen  Krenz“  Folgendes:

„Wir  führen  hier  ein  sehr  ruhiges,  sorgenloscs
Leben,  das  nur  durch  Ankunft  der  Schiffe  unterbrochen
  wird.  Besonders  freuen  wir  uns,  wenn  ein
deutsches  Kriegsschiff  in  Sicht  ist,  da  solches  sofort
Leben  in  unser  sonst  ödes  Jaluit  bringt;  haben  wir
doch  dann  täglich  Gäste  und  hören  durch  sic  von  der
lieben  Heimath.  An  das  Klima  haben  wir  uns
ebenso  gewöhnt,  wie  man  sich  an  ein  fortgesetztes
Dampfbad  gewöhnen  kann;  26  bis  28  Grad  sind
fast  immer  zu  verzeichnen.  In  der  einen  Hand  den
Fächer  in  unaußhörliche  Bewegung  zu  setzen,  um  die
Moskitos  abzuwehren,  in  der  anderen  das  Schweißtüchelchen
  in  rastloser  Thätigkeit  zu  erhalten,  der
entsetzlichen  Hitze  zu  steuern,  das  ist  so  der  Hauptzweck
  des  täglichen  Daseins.  Wir  essen  in  des  Wortes
verwegenster  Bedeutung  im  Schweiße  unseres  Angesichts
  das  Brot,  welches  unser  Koch,  der  bezopfte
Sohn  des  himmlischen  Reiches,  uns  eigentlich  recht
gut  zubereitet.  Die  Hitze  raubt  uns  den  Schlaf
selbst  in  der  Nacht,  denn  auch  diese  bringt  wenig
oder  gar  keine  Abkühlung.  Zuerst  störte  auch  die
Nähe  der  Brandung  den  Schlummer,  doch  wenn
man  sich  erst  an  das  Brausen  des  Meeres  gewöhnt
hat,  läßt  es  sich  ruhig  dabei  schlafen.
        <pb n="346" />
        Unser  Haus  hat  große  Räume.  Auf  Steinen
gebaut,  liegt  es  inmitten  des  Gartens,  von  ragenden
Fächerpalmen  und  anderen  herrlichen  tropischen  Gewächsen
  umgeben.  Koch,  Diener=  und  Badehaus
liegen  einige  Schritte  abseits.

Was  die  Kleidung  anbetrifft,  so  ist  sie  natürlich
sehr  leicht  gewählt  und  meistens  weiß.  Die  farbigen
Stoffe  sind  nicht  praktisch,  da  sie  zu  schnell  erbleichen.
Selbst  das  schwarze  Waschmädchen  erscheint  jeden
Montag  zur  Wäsche,  die  sie,  am  Waschbrett  hockend,
sehr  gut  besorgt,  im  weisen  Kleide,  das  Haar  mit
farbenprächtigen  Blumen  geschmückt.  Das  Haar  der

241  —

ausgebaut,  Matten,  die  sie  sehr  lunsiboll  zu  slechten
verstehen,  dienen  ihnen  als  Lagerstätten.  Dicht  neben
uns  wohnen  in  solchen  Palmenhütien  der  gefangene
König  von  Samoa,  Mataasa,  mit  seinen  15  Häuptlingen,
  alle  große,  hübsche  Gestalten  mit  intelligenten
  Gesichtern.  Mataasa  ist  ein  sehr  würdiger
Herr:  er  ist  katholisch  und  hält  an  iedem  Tag  seine
Andacht  in  einem  Naume,  der  ihnen  zum  Beten
eingerichtet  ist.  Er  kommt  sehr  häufig  zu  uns,
bringt  auch  sein  Gesolge  mit  und  läst  einen  Tanz
ammführen,  was  uns  sehr  interessant  in:  er  liebt
die  Musik  sehr.  Leider  giebt  umer  Kladfer  nur

 

Allee  zwöhlfähriger  Koloopalmen  in  Jaluit.

Franen  hier  ist  von  schöner,  schwarzer  Farbe  und
auffallender  Länge:  es  zu  schmücken  und  zu  frisiren,
scheint  ihr  besonderer  Stolz.  Sämmtliche  Insulaner
sind  gutmüthige,  freundliche  Leute,  in  ihren  Bewegungen
  aber  sehr  langsam,  ja  geradezu  faul.  Unter
den  Frauen  giebt  es  eine  auffallende  Menge  hübscher
Gesichter,  daneben  ist  ihre  Figur  und  ihre  Haltung
ungemein  sehön.  Sie  tragen  Hängekleider  wie  die
Kinder  in  England  und  Deutschland,  die  die  Mission
bei  ihnen  eingeführt  hat.  Diese  Kleider  nähen  die
Frauen  sich  selbst,  denn  fast  eine  jede  von  ihnen  hat
ihre  Handmaschine,  an  der  sie,  auf  der  Erde  hockend,
arbeitet.  Die  Hütten  der  Eingeborenen  sind  aus
Palmen=  und  Pandanusblätiern  immerhin  gefällig

noch  einige  klagende  Töne  von  sich,  die  ihn  traßdem
erfreuen.  Es  verdirbt  hier  eben  Alles.  Was  nicht
rostet  oder  schimmelt,  das  fressen  die  Ameisen  und
Kukurutschen,  letzteres  ein  geradezu  widerwärtiges
Thier.

An  Fruchtbäumen  haben  wi  den  Pandanusund
  Melonenbaum,  dessen  Früchte  sehr  füß  sind:
Brolfrucht,  Nam  und  Taro  ersetzen  uns  die  Kartosfeln,
die  wir  ab  und  zu  erhalten,  wenn  ein  Schiff  aus
Sydney  oder  San  Franeisco  lommt.  An  Fleisch
giebt  es  Hühner,  Enten  und  Schweinc,  auch  herrliche
Fische  und  Kokosnußkrabben,  die  feiner  schmecken  als
OQummer.  Unseren  Filetbraten  geben  uns  die  Riesenschildlröten,
  deren  Fleisch  wirklich  recht  gut  schmeckt,
        <pb n="347" />
        —  245  —

wohingegen  ihre  Eier  einen  sandigen  Geschmack  haben.
Regen  fällt  hier  fast  täglich,  sehr  heftig,  aber  von
kurzer  Dauer,  eine  Treibhausluft  hinterlassend.  Ein
unvergeßlicher  Anblick  wird  es  mir  stets  bleiben,  den
die  in  allem  Glanze  des  tropischen  Himmels  in  den
Ozean  hinabgleitende  Abendsonne  gewährt.  Ebenso
unvergeßlich  die  Nacht  mit  ihrem  herrlichen  Sternenhimmel;
  das  südliche  Kreuz  haben  wir  gerade  vor
uns,  und  es  ist  mir  immer,  als  ob  der  Himmel  hier
Einem  viel  näher  läge  als  in  unserem  lieben,  aber
ach  so  kalten  Deutschland.“

Deutscher  Frauenverein  für  RNrankenpflege  in  den
Rolonien.

Im  Namen  des  Gesammtvorstandes  des  Frauenvereins
  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  veröffentlichen
  die  Vorsitzende  Gräfin  v.  Monts,  geb.
v.  Ingersleben,  Berlin  W.,  Schaperstraße  22,  und
die  Schriftführerin  Clara  Müseler,  Berlin  W.,
Lützowstraße  84  A,  folgenden  Aufruf:

An  den  unter  dem  Protektorat  Ihrer  Majestät
der  Kaiserin  und  dem  Ehrenpräsidium  Ihrer  Hoheit
der  Herzogin  Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg-Schwerin
  stehenden  Frauenverein  für  Krankenpflege  in
den  Kolonien  sind  im  Laufe  der  Jahre  zahlreiche  Anmeldungen
  für  den  Pflegedienst  in  Deutsch-Afrika  und
ebenso  viele  Anfragen  wegen  Erlernung  desselben  heranhetreten.
  Bisher  ist  der  Vorstand  immer  noch  in  der
glücklichen  Lage  gewesen,  für  den  stets  wachsenden  Bedarf
au  Pflegepersonal  die  geeigneten  tüchtigen  Kräfte  zur
Verfügung  zu  haben.  Bei  den  mancherlei  Unzulänglichkeiten
  aber,  die  sich  im  Laufe  der  Jahre  dadurch
herausgestellt  haben,  daß  die  Pflegekräfte  aus  verschiedenen
  Krankenhäusern  und  Verbänden  entnommen
werden  mußten,  und  bei  den  immer  dringlicher
werdenden  Nachfragen  nach  den  geeigneten  Maßnahmen
  zur  Erlernung  der  Krankenpflege  für  die
Kolonien  muß  der  Vorstand  sowohl  auf  eine  Begrenzung
  seiner  Bezugsquellen  als  auf  eine  Erweiterung
  und  Vertiefung  der  Ausbildung  bedacht  sein.

Dem  wohlwollenden  Entgegenk  deß  Direktors
des  Neuen  Allgemeinen  Krankenhauses  zu  Hamburg=Eppendorf,
  Herrn  Professor  Dr.  Rumpf,  und  der
Frau  Oberin  v.  Schlichting  hat  es  der  Deutsche
Frauenverein  zu  danken,  wenn  dieses  angestrebte,
höchst  wünschenswerthe  Ziel  jetzt  mit  Gottes  Hülfe
endgültig  erreicht  ist.

Das  Eppendorfer  Krankenhaus,  welches  durch  die
Munificenz  der  Hamburger  Behörden  nach  jeder
Richtung  auf  das  Vorzüglichste  ausgestattet  ist  und
in  seinen  Baulichkeiten  zu  gleicher  Zeit  etwa  1900
Kranken  nebst  200  Schwestern  und  sonstigem  Pflegepersonal
  Unterkunft  zu  gewähren  vermag,  dürfte  die
bestgeeignete  Lehrstätte  für  den  Pflegedienst  sein.

In  warmem  Interesse  für  die  Förderung  der
Krankenpflege  in  den  Kolonien  hat  der  Direktor  des
Neuen  Allgemeinen  Krankenhauses  dem  Frauenverein

 

die  Zusage  gemacht,  daß  allen  den  vom  Frauenverein
ihm  zugewiesenen  Lernschwestern  während  der
1½  jährigen  Zeit  ihrer  Ausbildung  nicht  allein  freie
Station,  Wäsche  und  Kleidung  gewährt,  sondern  auch
nach  einer,  zur  Zufriedenheit  bestandenen,  vierwöchentlichen
  Probezeit  ein  Taschengeld  von  monatlich
  15  Mark  gezahlt  werden  soll.  Auf  diese  Weise
wird  es  auch  Töchtern  aus  gebildeten  Kreisen,  deren
äußere  Verhältnisse  eine  Unterstützung  von  Hause
unmöglich  machen,  ohne  wesentliche  Kosten  möglich,
die  Krankenpflege  zu  erlernen  und  sich  diesem  Dienst
in  den  Kolonien  zu  widmen.

Die  Ausbildung  der  Schwestern  soll  theoretisch
und  praktisch  im  Pflegedienst  und  in  der  Kranlenküche
  erfolgen,  mit  besonderer  Betonung  der  späteren
kolontalen  Wirksamkeit.  Eine  derartige  Ausbildung
dürfte  unter  allen  Umständen  für  das  spätere  Leben
reichen  Segen  bringen.

Deshalb  richtet  der  Vorstand  an  alle  Töchter  der
gebildeten  Kreise,  welche  den  patriotischen  Drang  in
sich  fühlen,  ihre  Arbeitskraft  der  Krankenpflege  in
Deutsch-Afrika  zu  widmen,  die  Aufforderung  um
Meldung.

Daß  für  die  Pflegearbeit  in  unseren  jungen
Kolonien  ein  ganz  besonders  gediegener  Charakter,
stark  entwickeltes  Pflichtgefühl  und  ernsteste  Entsagungskraft
  gefordert  werden  müssen,  wolle  jede
Bewerberin  sich  von  vornherein  klar  machen.  Die
Kolonien  sind  ein  hartes  Arbeitsfeld,  auf  dem
Abenteuerlust  keine  Stätte  findet.  Wer  aber  von
dem  festen  Vorsatz  erfüllt  ist,  den  Leidenden  draußen
den  besten  Trost  der  deutschen  Heimath,  d.  h.  eine
treue,  sorgsame  und  verständnißvolle  Pflege  an  ihr
Schmerzenslager  zu  tragen,  dem  wird  die  Arbeit  in
den  Kolonien  eine  Wirksamkeit  voll  hoher  Befriedigung
  gewähren.  ·

Alle  Anfragen  und  Anmeldungen  bittet  der
Vorstand  an  die  obenverzeichnete  Vorsitzende  oder
Schriftführerin  richten  zu  wollen.

 

Titterakur.

Moritz  Schanz:  Ein  Zug  nach  Osten.  Zwei
Bände.  Hamburg  1897.  W.  Mauke  Söhne.

In  zwei  starken  Bänden  schildert  der  Verfasser
die  Erlebnisse  und  Beobachtungen  einer  Reise,  welche
ihn  durch  Indien,  Birma,  Ceylon,  Singapore,  Java,
Sl#am,  China,  Korea,  Ostsibirien,  Japan,  Alaska  und
Kanada  geführt  hat.  Das  Buch  ist  anregend  geschrieben
  und  bietet  nicht  alleln  eine  mancherlei  die
Kenntnisse  des  Lesers  vielfach  bereichernde  Lektüre,
sondern  ist  auch  allen  Reisenden,  welche  die  behandelten
  Länder  besuchen,  als  praltisches  Handbuch
warm  zu  empfehlen.  Der  Verfasser  begleitet  gegenwärtig
  die  von  den  deutschen  Industriellen  nach
Ostasien  entsandte  Mission.
        <pb n="348" />
        Adolf  Fischer:  Bilder  aus  Japan.  Illustrirt  von
F.  Hohenberger  und  J.  Bahr.  Mit  elner
Karte  von  Japan.  Berlin  1897.  Verlag  von
Georg  Bondi.

Das  höchst  geschmackvoll  ausgestattete,  dem
Berliner  Professor  der  deutschen  Sprache  Erich
Schmidt  gewidmete  Werk  bietet  trefflich  geschriebene
Elndrücke  von  zwei  Japanreisen,  welche  der  Verfasser
  ausgeführt  hat.  Die  beiden  Künstler,  welche
die  Zeichnungen  geliefert  haben,  sind  gleichfalls  in
Japan  gewesen  und  haben  also  ebenfalls  aus  lebendiger
  Anschauung  heraus  geschaffen.  Das  schöne  Buch
besitzt  daher  nicht  nur  vom  geographischen  und  kulturhistorischen
  Standpunkt  Interesse,  sondern  hat  auch
künstlerischen  Werth.  Es  kann  Jedermann,  der  sich
mit  dem  interessantesten  Lande  Ostasiens  beschäftigt,
warm  empfohlen  werden.

 

Thieme-Preußer:  Wörterbuch  der  englischen  und
deutschen  Sprache.  Neue,  vollständig  umgearbeltete
und  stark  vermehrte  Auflage,  bearbeitet  von  Dr.
J.  E.  Wessely.  Jubiläums-Ausgabe.  Hamburg
1896.  Haendke  &amp;amp;  Lehmkuhl.

246

 

Es  wäre  überflüssig,  zu  dem  Lobe  des  bekannten
und  jetzt  bereits  in  mehr  als  200  000  Exemplaren
verbreiteten  Wörterbuchs  noch  etwas  zu  sagen.  Die
hier  vorliegende  Ausgabe,  welche  zur  Feier  des
50  jährigen  Bestehens  dieses  Werkes  erscheint,  ist
aber  noch  weiter  vervollständigt  und  verbessert  worden,
so  daß  angenblicklich  Thieme  wohl  das  vollständigste
englisch  =  deutsche  Wörterbuch  darstellt.  Auch  die
Volksausdrücke  und  Wendungen  des  täglichen  Lebens
sind  darin  eingehend  berücksichtigt.

 

Joseph  du  Sorbiers  de  la  Tourrasse:  Au
88  des  Woloffs,  Souvenirs  d'un  traitant
u  Sénégal.  Tours  1897.  Alfred  Mame  &amp;amp;  fils.
Die  Schrift  schildert  das  gewöhnlich  wenig  berücksichtigte
  Leben  und  Treiben  der  Kaufleute  in
Westafrika.  Der  Verfasser  schöpft  dabei  aus  reichen
persönlichen  Erinnerungen,  die  er  im  Laufe  seiner
Thätigkeit  am  Senegal  gesammelt  hat.  Das  Buch
bietet  viele  interessante  Beiträge  zur  richtigen  Würdigung
  der  westafrikanischen  Verhältnisse.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunst,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

Sansibar.)

„Habicht“  16/12.  Kamerun  24/3.—  29/3.  Loanda  3/4.  —  Mossamedes.  (Poststation:  Kapstadt.)
(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Matupi.)

(Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Bussard“  7/2.  Sydney  3/4.  —  Apia.

S.  M.  S.  „Condor“  11/2.  Sansibar.  (Poststation:

S.  M.  S.  „Falke-  18/2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.

S.  M.  S.  „Hyäne“  183/3.  Kamerun.

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe"“  1/2.  Matupi.

S.  M.  S.  „Seeadler"  13/.  Dar-es-Saläm.

Ablösungstransport:
Reichspostdampfer  „König“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  der  ganzen  Besatzung  für  S.  M.  S.  ,Seeadler“.

Transporkführer:

Ausreise:

a)  Lieutenant  zur  See  v.  Egidy  (Moritz)  für  die  Reise  Hamburg  —  Neapel,
b)  Kapitänlieutenant  Wilbrandt  -
Hamburg  81/8.  —  Sansibar

Neapel—Sansibar.

 

Derkehrs-Zachrichten.

Postdampfschiffverbludungen  nach  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

Ausschiffungshafen.

Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

Tanga  20  Tage
Dar-et-Salam  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

am  23.  April,
Z.,  21.,  24.  Mai#
C¼  abds.

am  8.  jedes  Monats
dis  abds.

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Ein-Nach
  sciffungshafenan  folgenden  Tagen
Neapel  am  5.,  26.  Mai
*  Schiffe)  15  200.  28.  Mai
indi  April,  23.  Mai
1.  Deutsch-Ostafrika.  S#rindis.  gifte)  am  abds.  p
8  am  10.  jedes  Mts.
ranzösilche  Schiffe)  4o  nins.
ton  am  1.,  29.  Mai
2.  Deutsch  ·  Südwestafrita.  Etn-  40  ums.
*2  *  wöchengtich  —  bensiweok  .
Nus  auf  dem  Landwege  *  am  25.  Mai,  25.  Juli
a##n  chlff)  nachts

 

Luderitzbucht  29  Tage
Swakopmund  33  Tage

Swakopmund  30  Tage

 

am  30.  April,  28.  Mai
1188  oms.

am  25.  Mai,  25.  Juli
720  abds.
        <pb n="349" />
        247

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.
Dauer

Briefe  müssen  aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Na  vom  Ein-  Berlin  spätestens
(r  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
#  am  10,  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  0  debes  Monats
T  nachts
3.  Ramerun.  Liv  am  18.  Mai,  9.  Juni  Kamerun  22  Tage  an  8  o5  7.  Juni
(englif  "  Tau#e  m———tt„b-  1  —
am  10.  a  Ms-  nachts  Klein-Popo  20  Tage
Hambur  am  20.jedes  Mts  "-  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und  Letzten
#dnehn  Klein-Popo  33  Tage  jedes  Monats
4.  —8  z1%  am  Leßzten  jed.  Mis.  =  Acera  bds.
Ueber  Liverpool  oder  ·.  von  da  ab  Landverbindung  «
dassequ  auf  Ver-  Liverpool  am  21.  April,  Quitiah  3  am  19.  April,
langen  des  Absenders)  an  5%  undg.  5  Monats  Neta  3  r—.  an  —3  mles
(franzöftsche  Schiffe)  don  nachm.  ¶  von  da  ab  *  Landverd  ndung  dis  —*
Neapel  am  rJuni,  28.  Juli  Stephansort  46  Tage  am  31.  Mai,  4.  Juni,
5.  Deutsch-Ueu-Gninea.  (deutsche  Schisfe)  26.,  30.  Juli,  2
«  rids  am  imn  1.  August  -  41  Tage  103  abds.
(Nachversand)
„  Brindisi  am  -  0h  4.  Juli  Jaluit  etwa  70  Tage  am  7.  Mai,  2.  Juli
6.  Marshall  ·  Inseln.  c(ũber  Manila)  abds.  0  abds.
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.  «
Landungs=  Die  Post  ist  fälli  Landun  .  Die  ost  ist  fälli
Von  hafen  in  Berlin  6  Von  hafen  5r  P  6
—  —
—.  le  o6h  *—  ernst  d  35.
eutsch-Ostafrika  20  Anri  WDogogebiet  "  jedes  Monats
—  *  "em  18-  Nai  Marseille  .  16.  jedes  Monats
Deutsch-LüdwestafrikaSouthampton  am  9.  Mai,  8.  JuniDeutsch-Neu--Guinea.  Neapell..am0.-Mai,  25.Juli
namern  emburg.#  am  25/  jed.  Monats)  marsba-Inseln...  Morseill  oder  Mitte  April,
um  239  zAprit.  sv  Barcelona  Mitie  *

 

 

 

 

l
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
oftb  er
Rosidampf  von  nach  bis  12.  April  1897
„Adolph  Woermann“  Loango  Hamburg  am  5.  April  in  Gabun.
„Aline  Woermann"“  Hamburg  Loango  am  8.  April  in  Kamerun.
„Anna  Woermann"“  Sherbro  #  am  10.  April  in  Dakar.
„Carl  Woermann“  Loanda  amburg  am  10.  April  in  Zenn
E3  Bohlen“  amburg  am  29.  März  in  Banan

lla  Woermann".  amburg  —  am  15.  April  von  en  abgehend.

Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  11.  April  Dover  passirt.

„Gretchen  Bohlen“  amburg  Kotonon  am  19  April  in  l—
„Hedwig  Woermann“  amburg  Kotonou  am  ril  in  Conakry
„Jeannette  Woermann“.  amburg  Loanda  am  3  April  in  Loanda.

rt  Woermann“  .  Loanda  Hamburg  am  11.  April  in  ##s.  Salmas.
„Lothar  Bohlen“.  Ponta  Negra  u91  am  30.  März  in
„Lulu  Bohlen“  Ha  ambur  ange  am  11.  Aprilk  3  rrag.
„Marie  Woermann“  pamb  u  am  10.  April  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“.  %  2  “—  Ham  am  6.  April  in  Accra.
„Mofessordt  erwan  Hamburg  Vherorb  am  6.  April  in  *
nhen  Hamburg  Loanda  am  9.  April  in  Ouessant.

lida“  Hamburg  Loanda  am  7.  April  in  Loanda.
        <pb n="350" />
        —  248  —

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (GHamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

Reichspostdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten
chaposidampf  von  1  nach  öis  13.  April  1897

„König  Hamburg  i  Durban  am  10.  April  ab  Lissabon.
„Herzog  Durban  i  Hamburg  am  7.  April  ab  Neapel.
„Kaiser  Durban  Hamburg  am  6.  April  ab  Sansibar.
„Kanzlerrr  Hamburg  Durban  am  13.  April  an  Durban.
„Bundesrathte  Hamburg  »  Durban  am  12.  April  an  Tanga.
„Reichstag"  .  amburg  Durban  am  25.  März  an  Las  Palmas.
„Admiral“  ...  Hamburg  am  p.  April  ab  Mozambique.
„General  Iz.  Zt.  in  Hamburg.

  

 

 

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Jruseeraie  (sfür  die  dreigespaltene  Petikzeile  oder  deren  Naum  25  ——  an  die  Vertriebsleilung,  Berlin  SW  i2  bBochstraße  68—71,
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Preislisten  kostenlos  u.  portokrei.

 

 

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—  S#taselsche,  Oscerarftkel  sind  aus  Kamemren-Kasfo  hergeatelit.  ——
ünktliche  Zusendung  erheischt  baldige  Bestellung.

      

 

      
 

 

 

Deutsche  Miltairdienst.  Versicherungs-Anstalt

=  in  Hann  nnovor.  —
Vermögensbestand.  77  7  Memkonen  Marxk.

Abtheilung  ##  Militalrdienst.  Versicherung.
Zweck:  Deckung  der  Kosten  des  Militslrdälemetes,  Unterstützung  von  Berufssoldaten,
  Versorgung  von  Invalid
Nur  Knaben  unter  12  Juhren  fnden  in  eieser.  Abtheilung  Aufnahme.

Abtheilung  Il:  FKapital.  u  und  Kriegs-Versicherung.
(Abgekürzte  Lebensversicherung.)
Zweck:  Versorgung  von  —  und  V#n.  versorgune.  Siche--
  kkmvonKapttultenruchschuthmgvonAtthtlemumästu-Studienzwecke.

Personen  beilderlel  Geschlechts  hnden  vom  10.  Lebensjahre  ab  in
dieser  Abtheilung  Aufnahme  (16)

 

Die  Auszahlungen  an  Versicherungssumme,  Prümienrückgewähr  etc.
im  Laule  des  Jahres  1896  etugen  2  835  000,  ,  die  Gesammtanszahlungen
seit  Bestehen  der  Anstalt  .K  10  375  000.—.  Von  1878  bis  Ende  1896  wurden
erledigt  299  025  Anträge  über  A  361  071  210,—  Versicherungskapital.
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        16.  Jahrgang.  16.  Jahrgang.

 

16.  Jahrgang.

Wer  alles  wissen  will

Redaktion:  Hugo  Herold.  2

160.  Jahrgang.

Geschliftsleitung:  Max  Pechstein.

fern  der  Heimat  und  in  überseeischen  Ländern  wns!  Das  Echo  bringt  informierende  Notizen,  Kritiken  und  Lesemit

  dem  alten  Vaterlande  sucht  —

mit  Berufsgeschliften  Uberhliult,  sich  kurz  und  schnell  von  D  s  Echo  petrachtst  es  insbesondere  ale  seine  Auf.
3  gabe,  dem  Leben  u.  Treiben  der  Deutschen

dem  Gange  der  Weltbegebenheiten  unterrichten  will  —

wecer  Zeit  noch  Neigung  hat,  täglich  eine  grosse  politische
bringt  monatlich  regelmässig  die  amtliche  Liste
.’  Das  Echo  der  Postdamplschifflahrts  e#rbindungen  nach

Zeitung  zu  lesen  —

abseits  uul  dem  Lunde  wohnt  und  neben  einem  kleinen
Lokalblarte  einer  ergänzenden  Zeitungslektüre  bedarf  —

Der  hulte  unsere  im  16.  Jahre  erscheinende  Wochenschrift  „Dus

Echo“.

bringt  allwöchentlich  in  unterhaltender  Form
Das  Echo  Berichre  über  alle  Ponttisben,  wirtschaftlichen,
wissenschastlichen  und  gesellschultlichen  Vorgänge,  welche  sich

in  Deutschland  und  im  Anslande  abspielen.

ist  kein  Parteiblatt,  sondern  es  lässt  die
às  Echo  interessantesten  Stimmen  aller  Parteien  zu

Worte  kommen.
bringt  in  jeder  Nummer  ein  bis  zwei  abge-Das
  Echo  schlossene  Novelletten,  Erzählungen  u.  s.  w.  aus
der  Feder  bewährter,  zeitgenössischer  Schriktsteller.

16.  Jahrgang.  16.  Jahrgang.

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proben  aus  den  bedeutendsten  Erscheinungen  des
internationalen  Büchermarktes.

im  Auslande  die  liebevollste  Aufmerksamkeit  zuzuwenden.

aussereuropäischen  Ländern.

Abonnementspreis.,,ei,i  áα—.

nate  durch  Buchhandel  oder  Post;  bei  direkter  Zusendung  unter
Streifband  nach  allen  Weltteilen  für  drei  Monate  4  Mark  50  Pkf.,
lür  sechs  Monate  9  Murk  und  für  zwöll  Monate  18  Aark.  Englische
Plundnoten  werden  in  Zahlung  genommen.

kann  jederzeit  einge-In

  das  Abonnement  ννα  νν

wird  „Das  Echo“  vom  Tage  der  Bestellung  ab  gegen  Einsendung
  des  entfallenden  Betrages  auf  beliebig  lange  Zeit
direkt  vom  Verlag  oder  durch  jede  Buchhandlung  geliefert.

Probe  Nummern  edet.  nsn  und  porto-“
  rei  die  Verlagshandlung  von
J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  H.,  Berlin  SW.,  Wilhelmstrasse  29.

16.  Juhrgang.

er  dere  „Das  Hohovt

16.  J  ahrgang.

 

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16.  JaLrgang.

 

249
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29  Jahre,  landwirthschastlich  und  kaufmännisch
  gebildet,  sucht  Stellung
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21  Jahre,  mit  guter  Bildung  und
Sprachkenntnissen  in  Englisch,  Französisch
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als  überseeischer  Faktorist,  Lagerist
oder  dergleichen.
Bereits  seit  einem  Jahre  in  Deutsch-Ostafrika
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deutscher  Kolonie  (Neu-Guinea)  Beschäftigung
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Friedrichstr.  796  (Ecke  Französischestrasse).

 

 

 

Auszug  uus  dem  „Jahr-  und  Aunkunftsbuch  der  freien  und  Hansestadt
  Hamburg  1894“.

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.

Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
t.  Hamburg,  36/96  Gr.  Burstah  36/38.

Nur  eine  Handelsmetropole  wie  Humburg  konnte  dus  Bedürlniss
nach  einem  Institut  hervorrufen  ,  in  welchem  dem  Besucher  die  Er-  



Heugnisse  von  über  100  verschiedenen  Fabriken  der  Getränke-  und

Nahrungsmittel-Industrie  in  allen  Verpackungen,  Speziulitäten  und

HWVerschiedenen  Qualitäten,  aufs  Uebersichtlichste  geordnet,  vorgeführt

werde

Der  Grundgedunke  des  ganzen  Unternehmens  ist,  die  einzelnen
ausgestellten  Artikel  in  allen  Preislagen  vorzuführen,  den  verschiedenen
  transutlantischen  Ländern  entsprechend,  somit  die  Lebensmittelbrunche
  nach  Möglichkeit  erschöpfend,  soweit  solche  den  Export
betrifst.

Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öffentlichen  Ausstellungen
  vornelmlich  dadurch,  dass  alle  ausgestellten  Artikel
eFportfähig  nulgemacht  eind.  dieselbe  eine  dauernde  ist  und  alle  für
den  Export  in  Frage  kommenden  Neuheiten  nach  Möglichkeit  aufweist.

Die  grosse  Relhe  von  Firmen  ersten  Ranges,  welche  zur  Ausstellung
velangten  und  im  Auslande  sich  wesentilche  Absalzgebiete  eroberten,  blcpen
dem  Käufer  #ur  die  Konkurrenzidhigkelt  der  Fabrikate  im  Weltmarkte.  Preislisten
  in  fünf  Sprachen.

Für  die  vorllbergehend  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exporifirmen,  welche  Lebensmittel  Importiren,  dlirfte  die  Ausstellung  von
Danz  besonderem  Interesse  sein.  "

Dns  „Humburger  Fremdenblatt“  vom  16.  Mai  1894  schreibt:  „In
den  Kreisen  der  Exporteure  findet  die  Ausstellung  die  höchste
Anerkennung.“

 

 

 

 

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  Fabrikate  hergestellten

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No.  42.  La  Perla  —  Havana  —  voll  und  snftig.  "  „
No.  43.  Flor  Flna  —  Hapna  —  fein  mild  „  1.—  —  „  „
No.  44.  EI  Arte  —  Ivana  —  sein  mittelkräftig  .  100.—

je  20  bezw.  20  St.  der  Warken  No.  41—  44  zus.  100  St.  In  Aauswahl  9  #u  K.  8.40.
No.  49.  Roo  Celeste)  rein  Havana  N.  120.—  pro  Mille

No.  50.  Use  leinste  mild  bis.  ,  45.—  „  „
No.  51.  Marletia  Handarbeit,  4  .  .  „  75.—  „  „
No.  52.  Infancla  4  usgesuchte  mittelkräftig.  0.—  „  „
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Berlin  NW.,  Meustädtische  MKirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),

Spezial=  -Geschäft  für  Fropen-  Husrüstungen,
tb  sich  kusbesonhere,  4  Beschaffun  gesncher  „Ausrüiftun
aller  Art,  für  Schiffsreisen  —8  d  den  Aufenthalt  in  Wt
Ländern  aern  zur  Lieferung  ler.  gar  ———t  *
Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden
Sach  Hasammenstellung  gen  auf  Grund  verfönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
v7  RB  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Daie  ½
eise  erbe

 

 

 

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elnsmziudoes

 

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Vagners  Waldplattorbso).
Hochwereäiel  von  allen  schädlichen
  Bitterstoflen  belreit
Gedeiht  auch  auf  den  Armsten
Bodenarten,  selbst  Sand,  Gerll.
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Protesn  (Klec  nur  13,50
Ausdauernd  —  widersteht  leder  (ne.

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Hünr  feuchten  Boden  gecei
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(Sachulin-Knöôterieh).

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  und  Ungerzlefer.
«  llljoklkiflI  allo  Lisher
hekannten  Spritzen.
Mun  verlunge  Abbillaung
  und  Besehreihung
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Frankfurt  a.  M.  und  Berlin  N.

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in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

riihere.  IN  W.

 

 

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Aelleste  deuleche  4  ENI  **  uction

Schaumwein  Kellerei

—lsn.——.on—m—n——nt—mtt“—““———“—“t—“—“n—sn
Gegründet  1826.

 

 

 

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Seelgnet  erwiesen  haben.  —  De  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
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  der  Kaiserlichen  Schutztruppo

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in  den  deutschen  Kolonien  64#  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
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Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
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Am  20.  April:  F.  D.  „dertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  30.  April:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  San  Thomé  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  Mai:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poc  und  den  Häafen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  15.  Mai:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruflsque,  Bissac,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  Mai,  25.  Juli,  25.  September
  und  25.  November.

Atte  GCuter  müssen  am  Tage  vor  #clem  4bganosdattm  bis  12  Uhr  mitcags  kanosseffe  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passae  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburs,  Er.  Reichenstrasse  22.

Deutsche  Ost.  Afrilla  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Beiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  funden  statt:  ab  Ilamburg  a#b  Neupel
R.  P.  D.  „CENERAL“,  via  Antwerpen  statt  Amsterdam,
Capt.  Gaue  21.  April,  5.  Mai,.
R.  P.  D.  „HER2ZOG“‘  (Doppelschrauben),  Capt.  v.  Issendorff,  12.  Mai,  26.  Mai,
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Staoal  2.  Juni,  16.  Juni,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  Vi#cken  Hohmeng
direkt  nach  Derban,  Delagpoc-Bai,  Mep#nga,  Wosst  Bé.
Die  Dampfer  haben  vorzuüçgliche  Ernrichtiengen  F#r#  Fussaptere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay)  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  erthelle  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
s  owie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika-Gr.
  Reichenstrasse  25/27.

Dieser  Nummer  liegt  das  2.  Heft  des  X.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutgebieten“  bei.

Verantwortlicher  Medakteur  für  den  nichtamtlichen  Kheil  O.  Mertinat,  Berlin
Oruck  und  Verlag  der  Königlichen  Hosbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  sW2,  Kochstraße  69—71.
Ausgegeben  am  15.  April  1697  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Answärligen  Amis.

 

VIII.  Jahrgang.  terlin,  1.  Mai  1697.  Uummer  9.
Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  116.  jedes  Monats.  Derselben  werden  W  #  beigefügt  die  mindestene  —  N  —  rli
Tet  Tche  llungen  wvoröbe  e  ohun  —  und  Gelebrten  aus  den  dente  Schhess  gen  aetn  herausgegeb  6

l  so  vierteljährliche  e  für  das  Kolonialblalt  mit  den  s  e  *  beim  Bezuge  W  —  ꝛ  die
VIIZZ  adlua  est-d  ke-  t  unter  Sire  urch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  8,50  für  Deutschland  und  Oensichz  ungern.  k.  975
die  nden  8  W  —.  Eistreifba  Mon  dars  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hosbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Rltrei
Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeilungs-Preioliste  für  1897  unter  Nr.  1977.)

Inhagt=  Amtlicher  Theil:  Pochweisung  der  Brutto-Einnahmen  beei  der  ellverwaltung  für  deutsch  Ostafrika  für  den
Monat  Januar  16  S.  257.  tlicher  Kurs  der  Rupie  für  den  Monat  MA  —  Beitritt  der  Südafrikanischen
  Republik  zur  Akte  R  Braffeler  Antisklaverei-  Noferen  S.  258.  —  st  2  bei  dem  Stationsgericht
  zu  Herbertshöh  im  Laufe  des  Geschäftsjahres  1896  anhängig  hewesenen  Sachen  —  Uebersicht  der
ee  Geschafter  m  in  dem  Schutzgebiete  der  Neu-Guinea-Kompagnie  während  des  5SSesazn  u  S.  259.
ersonalien
Nichtamtlicher  Theil:  Persönal-Nachrichten  S.  259.  —  Deutsch-  DWafrira  Bericht  Hauptmanns
  Prince  über  den  Abschluß  der  Wahehe-Expedition  S  260.  —  Schule  in  Sega  S.  265.  —  :  Wissen-—
  Stationen  S.  265.  —  Denkmal  für  Dr.  3  f  265.  utsch-Südwestafrika:  *  suedei
5.  —  Maßregeln  gegen  die  Rinderpest  S.  —  Mtlttärcfche  Ausbildung  von  Bastar  s  S.  266.  —
S.2  ch-  T  „Gunea:  endung  grolrehcher  —1  aus  Zeupommern,  S.  267.  8  dem  Bereiche
der  Missio  ad  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  —  Aus  fre  mden  8Prn  Landverordnung
  bnr  Prittih  Obesria  S.  267.—  Eremung  ein  es  Sr#che  Konsuls  in  Beira  S.  268.  —  Wesisch
Guinea  S.  268.  —  Neue  Reise  nach  Mittelafrika  S.  268.  Landwirthschaftliche  Ausßelung  in  ls—*
Lerschietene  Nittheilungen:  Deutscher  Frauenvereink  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  S.  269.  —  -
#eeikansches  Mahagoni  S  —  Das  wunderlichste  Bibelformat  S.  269.  —  Litteratur  S.  269.  —  Litteratur-Terzeichniß
  S.  271.  —  S.  271.  —  Verkehrs=  Nachrichten  S.  272.  —  Anzeigen.

 

1  Dieser  Nummer  legt  bei:  Plan  der  Station  Sansanne  Mangn  im  Togogebiet,  gezeichuet
von  Dr.  Gruner.

Amtlicher  Theil.

Perordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Nachweifung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Jannar  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  13225  At)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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öschlag.Veden
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  übgabe  Gebühren#nnahmen  Insgesammt
##.  P.  P.  #.  P.  ]  #.  IP.)  ##.  P.]  p.  P.  —  Ml.  s#f.
i  l  I  ·
Tanga  ......·  1063067323  ss  85—  04  7256  12“·
ni  ......  2567  54  4351  2  31—  18%  19  6116976  30  =  26  38.
Baga  5282  40|2031  23  3—  1½  129  96  28874830  56  =  23052  33
Zer-  u  #an  22581  28  11916  41  77  —  91  45  31  63  16#  49  —  13  95
Kilwya  42053  41  1460
Mitindani..  .  2688  09  2272  59  28  —  74  16  60  5116269  06  —  64½  37
Zusammen215441  4  0|10  —14  37146  16|634338  50  —  85088722
—  H  A  1
20  Mk.  5250  Mk.9  Mk.  10#  Mk.  121  Mk.
9  pf.  98  Pf.  28  Pf.  9  Pf.

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  —e  Schn  im  Januar  1897  betrug  *  384  Rup.  —  2450%  Mk.  34  pi.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Januar  1897  betrug  452292  Fup.  —  598  156  Mk.  17  Pf.
        <pb n="360" />
        258

Seitens  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  ist  der  amtliche  Rupienkurs  für
den  Monat  Aprll  auf  1,312  Mark  =  1  Rupie  festgesetzt  worden.

Die  Regierung  der  Südafrikanischen  Republik  ist  in  Gemäßheit  des  Artikels  98  der  General--Akte
  der  Brüsseler  Antisklaverei-Konferenz  vom  2.  Juli  1890  den  Bestimmungen  dieser  Akte  beigetreten.

Uebersicht  der  bei  dem  Stationsgericht  zu  Herbertshöh  im  Laufe  des  Geschäftsjahres
  1896  anhängig  gewesenen  Sachen.)
Es  waren  anhängig:  12  Sachen  und  zwar:

 

 

 

 

 

 

*  Name  Lesetun  Art  der
«  IdesGeklchts  Urtheil
bdbes  Verurtheilten  Heimath  mist  u4616  Strafthat  tbei  Vollstreckung
E  Beisitzer
1.)  Topitik  Gazelle-Halbinsel—  je  1  Faden  Diwarra  Strafe  Strafe  u.  Buße
3  Torongbong  -  —  1  Diebstahl  und  sind  gezahlt.
(Donangi  -  —  16  aden  Diwarra  Bubße
Gilip  Neu--Mecklenbur—  1  Krei  achen  EW  mit  verbußt  in
Sereei
3.Tokoa  Gazelle-Halbinsel—1  Betrug  10  Fa  u  Bren  bezw.]  Diwarra
60  Tage  Gefängniß  mit  gezahlt.
Zwangsarbeit
4.o)Towangira  -  —  Diebstahl  10  Ta  c  angnib  mit  verbüßt.
wangsarbeit
b)  Tokindoll  -  —  1  SBedrhung  mit  der  zwei  Jahre  Gefängniß  mit  büßt  in  Neu-Begehung
  eines  Zwangsarbeit  Guinea  ab.
erörechens  «  ·
5.]  Tokoparie  -  —1  Diebstahl  ein  Jahr  Poo  esn  mit
6.  Matang  Neu-Medclenburg/  —1Körperverletzung  ein  Jahr  Zwalngsarbeit  ohne
mmß  im  Loefängniß  "
7.]  Totaia  Gazelle-Halbinsell  1  —  Mord  Todesstrafe  im
ES—
eee
ier  ein  Jahr
efaͤngniß  mit
Zwangsarbeit
8.Towalira  —  1  Diebstahl  8  Faden  Diwarra  bezw.]Diwarra  ist
Tage  Gefängniß  mit  gezahlt.
Zwangsarbeit
9.  a)  Lan  a  Goan  China  —  Diebstahl  zwei  V  fre  —  mit
2  zwangsa
b  u  On  -  —  ehlerei  echs  w  nate  —  mit  baten  Strafe
3  a  Gin  *  —  !  FP  l  sec  Zwangsarbeit  in  deerab

10.Gamoa  Gazelle-Halbinse-—  1  Diebstahl  wei  e  z  Dir  Strafe  vr  ist
ge3
11.]  Labat  Neu-Lauenburg  1  —  Tobtschlag  sech  —  Enn  mit  rsrl  6  verbei
  a
12.]  Tioni  „Mecklenb  —  1  un  l  drei  Ta  e  efångniß  niitinerhetts
NenMeenurg  berschlagung  *  8  Wod  5
2  10,

 

 

 

 

 

 

In  zwei  Sachen  wurde  mit  Beisitzern,  in  zehn  Sachen  ohne  Beisitzer  verhandelt.

 

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  182.
        <pb n="361" />
        259

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiet  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  während  des  Geschäftsjahres  1896.

Bismarck-Archipel  und  Salomons-Inseln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
..  Egid-E  E  gtz-.tz
Es  waren  anhängig:  .  *
zZz  28
#n  —  —D5  z
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  -
1.  Progesse  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  1  5  6  5  1
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvollstreckungen,
  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  c4.  —  3  3  3  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkei  ·
ehe-Richter....-...............  —  3  3  3  —
b)  der  Gerichte.  .....  5  6  5  1
B.  Konkurssahen  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  ..  ..  —  —  —  —  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  ..  2  5  7  5  2
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt
3  ohne  Beisittteer  1  4  5  4  1
b)  mit  Beisittztttten::  1  1  2  1  1
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richtes  —  —  —  —  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:
1.  Vormundschaften  und  Pflegschafen  15  1  16  6  10
2.  Erbtheilunen  .  —  —  —  —  —
3.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundduihg  —  18  18  18  —
4.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwahrungen  2c)  —  24  24  24  —

 

Personalien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Obersten  v.  Trotha  à  la  suite
des  Lauenburgischen  Jäger-Bataillons  Nr.  9  und  beauftragt  mit  den  Funktionen  des  Kommandeurs  der
Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  die  Schwerter  zum  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse

zu  verleihen.

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVYV  yVyVVY  VYV'VYVVVTY  VVVYV'  YVV  ?  VVVVVyVVVYVVYVVVYVY  VYVVYV  TYVTVY

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Machrichten.
Deutsch  -Ostafrika.
Der  als  Bauleiter  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen
Gouvernements  getretene  Bautechniker  Ernst  ist  nach
Dar-es-Saläm  abgereist.

Cogo.

Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  getretene  Dr.  med.  Kersting  ist  nach
Lome  abgereist.

Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  getretene  Bautechniker  Haberland  ist
nach  Lome  abgereist.

 

Die  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  getretenen  Sergeanten  Schröder  und
Brütsch  sind  nach  Lome  abgereist.

 

Lüdwestafrika.

Nach  telegraphischer  Nachricht  ist  der  Oberpostsekretär
  Sachs  in  Windhoek  verstorben.  Als  Ersatz
reist  der  kommissarische  Postkassirer  O.  Schulkze
Ende  Mai  nach  dem  Schutzgebiete.

Mit  demselben  Schiff  reist  der  Postassistent
W.  Rische  nach  Keetmanshoop,  um  die  dortige  Postagentur
  zu  übernehmen.

Postassistent  Doms  wird  die  Postagentur  in
Otyimbingue  übernehmen.
        <pb n="362" />
        —  260

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

(Abbruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilwelse  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pltafrika.

Bericht  des  Hauptmanns  prince  über  den  Abschluß
der  MWabehe-  Expedition.

Aus  der  Station  Iringa  berichtet  Hauptmann
Prince  unter  dem  26.  Januar  1897  über  den  Abschluß
  der  Wahehe-Expedition  Folgendes:

„Am  10.  Dezember  setzte  ich  Merere  in  Ubena,
am  24.  Dezember  Mpangire  in  Uhehe  als  Sultane
ein.  Damit  sind  der  alten  Quawaherrlichkeit  die
letzten  Nägel  in  den  Sarg  getrieben.

Bis  zur  Erreichung  dieses  Zieles  war  die  Lage
folgende:  Merere  wollte,  wie  ich  von  altersher  wußte,
Ubena  haben,  Mpangire  hoffte,  ganz  an  Quawas
Stelle  zu  treten,  die  Wassagira  wären  am  liebsten
selbständig  allein  der  Station  unterstellt  worden.

Ich  hatte  mich  aber  überzeugt,  daß  das  Quawareich
  nicht  im  Ganzen  bleiben  durfte,  daß  nur  eine
Theilung  des  Reichs  die  Quawagefahr  definitiv  beseitigen
  konnte.  Eine  Zersplitterung  jedoch  im  Sinne
der  Wassagira  hätte  das  Prinzip,  möglichst  wenige,
aber  um  so  einflußreichere  Sultane  im  Bezirk  zu
haben,  wodurch  die  Verwaltung  erleichtert  und  wirksamer
  gemacht  wird,  umgestoßen.  Am  wünschenswerthesten
  war  deshalb  eine  Zweitheilung  unter  zwei
mächtigen  Sultanen,  und  zwar  Merere  im  Westen,
Mpangire  im  Osten.

Dies  als  festes  Ziel  vornehmen,  den  Verhältnissen
von  vornherein  den  hierzu  passenden  Schnitt  geben
durfte  ich  aber  nicht,  sondern  mußte  die  Möglichkeit
ins  Auge  fassen,  daß  das  Kaiserliche  Gouvernement
aus  für  mich  unübersehbaren  Gründen  den  Plan
bezüglich  Merere  nicht  genehmigen  würde.  Für  diesen
Fall  wollte  ich  ursprünglich  Mpangires  ältesten  Halbbruder,
  Kapande,  an  Mereres  Stelle  setzen;  da  ich
aber  zwischen  Beiden  bittere  Feindschaft  konstatirte
und  unter  den  anderen  Halbbrüdern  keinen  fand,  den
ich  als  den  Zwecken  des  Gouvernements  entsprechend
betrachten  konnte,  entschloß  ich  mich,  im  gegebenen
Falle  Mpangires  Gebiet  nach  Westen  hin  bedeutend
zu  erweitern,  also  ein  um  so  mächtigeres  Sultanat
zu  schaffen,  in  dem  übrigen  Gebiet  aber  die  vorhandenen
  bedeutenden  Wassagiraschaften  zu  selbständigen
  kleinen  Sultanaten,  direkt  unter  der  Station
stehend,  zu  erheben.

Dementsprechend  war  es  meine  Aufgabe,  die
Lage  im  Lande  für  beide  Eventualitäten  offen  zu
halten.  Die  Schaffung  solcher  Lage  war  durch  eine
Reihe  von  Umständen  erschwert.

1.  Mit  Merere  durfte  nicht  direkt  verkehrt
werden,  weil  er  nicht  zum  Bezirk  gehörte  und  weil
solcher  Verkehr  nur  auf  Grund  bestimmter  Versprechungen
  2c.  stattfinden  konnte,  zu  denen  ich  keine
Berechtigung  besaß  und  deren  eventuelle  Nichterfüllung
Merere,  unseren  stetigen,  sicheren  Bundesgenossen,

 

ernstlich  verstimmen  mußte.  Andererseits  war  es
nöthig,  über  Mereres  Absichten  genau  orientirt  zu
sein  und  ihn  derart  vorzubereiten,  daß  er  nicht  nach
Manie  der  Negerpolitik  im  entscheidenden  Augenblicke
wieder  lange  Schauris  verlangte.

2.  Mpangire  durfte  von  dem  Merereplane  nichts
von  mir  hören,  denn  er  hatte  sich  jedenfalls  Hoffnung
auf  die  volle  Beerbung  Quawas  gemacht.  Erst  mußte
die  Einsetzung  Mereres  in  Ubena  oder  die  Erhebung
bestimmter  Wassagira  daselbst  zu  selbständigen  Sultanen
  gesichert  sein.  Dann  hatte  ich  an  diesen  eine
Stütze  und  durfte  annehmen,  daß  Mpangire,  der
vollendeten  Thatsache  gegenübergestellt,  froh  sein
würde,  mit  Zutheilung  Uhehes  überhaupt  noch  so
reichlich  bedacht  zu  sein.

*8.  Die  Mererefrage  selbst  hatte  mittlerweile  eine
sehr  veränderte  Gestalt  angenommen.  Vor  Monaten
waren  zwar  zahlreiche  Wassagira,  als  ich  die  Mererefrage
  andeutete,  durchaus  mit  mir  einverstanden  gewesen.
  Es  waren  aber  nur  Uhehewassagira,  die
Selbständigkeit  für  sich  in  Uhehe  selbst  erhofften  und
sich  deshalb  wenig  darum  kümmerten,  was  in  Ubena
geschah,  und  da  sich  damals  die  Ubenawassagira  noch
nicht  unterworfen  hatten,  brauchte  ich  mit  ihnen  nicht
zu  rechnen.  Seit  jener  Zeit  war  aber  die  Unterwerfung
  eingetreten,  die  Leute  mußten  berücksichtigt
werden.  Wenn  sie  sahen,  daß  es  mit  Merere  wirklich
ernst  sei,  lag  natürlich  die  Gefahr  vor,  daß  sie,
großer  Verluste  sowieso  sicher,  es  lieber  noch  einmal
mit  Quawa  versuchten.  Ferner  hatte  ich  inzwischen
festgestellt,  doaß  der  Begriff  Ubena  eine  ganz  andere
Auslegung  erhalten  mußte,  als  ich  ursprünglich  angenommen,
  und  daß  Merere  mit  dem  blanken  Ubena
im  Sinne  der  Wahehe  nicht  zufrieden  sein  würde,
sondern  noch  das  angrenzende  Land,  das  seinem  Vater
vor  20  Jahren  direkt  unterthan  gewesen  und  noch
jetzt  lediglich  von  Wassangu  bewohnt  war,  erhalten
müßte,  speziell  Ipogoro  im  Norden,  Madibiro  im
Ostnordosten  Ubenas,  beide  bis  an  den  Ruaha
reichend.  In  diesen  bedeutenden,  sehr  stark  bevölkerten
  Landschaften  hatten  sich,  angelockt  durch  deren
außergewöhnliche  Fruchtbarkeit,  viele  reine  Wahehe
förmlich  angesiedelt,  waren  bedeutende  Uhehewassagira
von  Quawa  eingesetzt,  so  daß  dieser  Strich  als  direkt
zu  Uhehe  gehörig  galt.  Hier  kam  die  Mererefrage
in  Kollision  mit  den  Ernährungsinteressen  jener
Wassagira,  die  ursprünglich  damit  einverstanden  gewesen
  waren;  während  ich  sie  früher  ihnen  gegenüber
angeregt  hatte,  mußte  ich  jetzt  bestrebt  sein,  sie  wieder
einschlafen  zu  lassen.

Unter  diesen  Umständen  mußte  eine  von  Merere
ankommende  Gesandtschaft  öffentlich  sehr  vorsichtig
behandelt  werden.  Privatim  kam  sie  aber  sehr  erwünscht,
  zumal  Merere  selber,  ohne  jedes  Zuthun
meinerseits,  auf  diese  Weise  die  nothwendige  Ver-
        <pb n="363" />
        —  261  —

bindung  herstellte.  Endlich  hatte  ich  Gelegenheit,
privatim  dessen  Wünsche  kennen  zu  lernen  und  ihm
ebenso  privatim  zu  verstehen  zu  geben,  daß  er  nur
unter  Erfüllung  der  bekannten  bestimmten  Bedingungen
sich  Hoffnung  machen  dürfe,  im  Uebrigen  aber  einen
Gouvernementsbesehl,  von  dem  Alles  abhänge,  ruhig
abwarten  und  sich  im  gegebenen  Falle  entschließen
müsse,  sofort  energisch  dem  Befehle  gemäß  zu  handeln.
  Hierhin  mußte  ich  wohl  oder  übel  andeutungsweise
  ihm  eigentlich  Hoffnung  machen,  sonst  hätte
das  Schauri  sicher  nicht  die  gewünschte  Wirkung
gehabt.

Mit  Mpauglire,  trotzdem  er  in  der  Gewalt  der
Station  war,  stellte  sich  die  Sache  schon  schwieriger;
hier  mußte  schon  Positiveres  geschehen,  einmal,  um
die  Ruhe  im  Lande  zu  schaffen  und  ihr  Stabilität
zu  geben,  dann  aber  auch,  um  die  präsumtive  Sultansstellung
  bei  den  Wahehe  nicht  allzu  sehr  zu  untergraben.
  Aus  diesen  Gründen  durfte  die  Idee,  ich
sei  eigentlicher  Nachfolger  Quawas,  welche  früher
ein  genügender  Nothbehelf  gewesen,  nicht  fest  Wurzel
fassen.  Ich  mußie  deshalb  rechtzeitig  hier  und  da
durch  diesbezügliche  Andeutungen  vorbereitend  wirken,
wenn  auch  die  Wassagira  darüber  stutzig  wurden  und
theilweise  sich  alsbald  vom  Schauri  fernhielten,  und
riskirte  ich  Anfang  November,  Mopangire  als  Sultan
von  Uhehe  zu  bestimmen.  Der  Einfluß  der  Station
war  in  der  näheren  Umgebung  inzwischen  gewachsen,
und  als  die  Wassagira  alsbald  in  ihren  materiellen
Interessen  gesichert  wurden,  indem  ihnen  die  fetten
Stellen  jener  unter  Quawa  sehr  wichtig  gewesenen
Wassagira,  die  hartnäckig  noch  bei  Quawa  aushielten
und  jetzt  in  contumaciam  verurtheilt  waren,  überwiesen
  wurden,  fanden  sie  sich  bald  zurecht.  Nach
Ivogoro  und  Madibiro  schickte  ich  einen  sicheren
Msaglra  mit  dem  Auftrage,  das  dortige  Quawaeigenthum
  womöglich  zu  verwalten.  Mpangira  und
die  internirten  Uhehewassagira  hielt  ich  aber  bezüglich
beider  Landschaften  sowie  auch  bezüglich  Ubenas  auf
jede  mögliche  Weise  hin,  eine  äußerst  peinliche  Situation.
  Gegenüber  den  Ubenawassagira  hatte  die
Station  aber  den  schwersten  Stand.

Fest  stand  es,  daß  die  Wahehe  das  Land  gänzlich
räüumen  mußten,  sowie  Merere  hineinkam,  und  wenn
lie  mit  Waffengewalt  gezwungen  werden  mußten.
Bis  dahin  mußten  sie  aber  in  ihren  Stellen  belassen
werden,  einmal  um  sie  selbst  nicht  in  die  Arme
Quawas.  zu  treiben,  dann  aber  auch,  weil  ich  lediglich
durch  sie,  solange  sie  Hoffnung  auf  den  Besitz  des
Landes  hatten,  es  dem  Einflusse  Quawas  entziehen
konnte.  Während  der  ganzen  Zeit  bestürmten  sie
mich  natürlich  um  definitive  Bestallung.  Sie  hierin
Folimenel  auf  jede  nur  mögliche  Weise  unauf-·
  nzuhalten,  war  eine  fast  igli  ilweis
  washuhe  worr  fast  unerträgliche,  theil
u1  Auf  die  angeführte  Weise  gelang  es  im  Wesentchen.
  die  Lage  im  ganzen  Reiche  derart  zu  gestalten,
daß  sie  dieser  oder  jener  Wendung  angepaßt  werden.
onnte.  Diesen  Zustand  so  lange  zu  erhalten,  wäre

 

ohne  aktivste  Verwendung  sämmtlicher  Detachements
trotz  aller  Bemühung  nicht  möglich  gewesen,  denn  es
stellte  sich  bald  heraus,  daß  der  Einfluß  Quawas
noch  bedeutend,  die  Quawagefahr  durchaus  vorhanden
  war.

In  geschickter  Weise  hatten  die  Abtheilungen  unter
speziellem  Befehl  des  Lieutenants  v.  Kleist,  da  ich
in  Iringa  festgehalten  wurde,  um  Ngominji  pivotirend,
  Quawa  aus  Ubena  geschoben  und  ihn  in  das
relativ  enge  Gebiet  zwischen  Ubena,  Iringa  und
Ruaha  gedrängt.  Verschiedene  Abtheilungen  wurden
dann  in  den  Kreis  gelassen,  um  womöglich  Quawa
zu  fangen.  Sie  stöberten  zwar  mehrfach  Abtheilungen
von  Quawaanhängern  auf,  auf  Quawa  sließen  sie
aber  nicht,  und  diesem  gelang  es,  sich  über  den  Ruaha
zu  retten.  Die  bisherige  Stellung  wurde  deshalb
aufgelöst;  Lieutenant  v.  Kleist  zog  zwei  parallele
Linien  lang  durch  das  ganze  Mittelgebiet  des  Reiches,
das  Quawa  am  meisten  zu  begünstigen  schien,  während
  die  Abtheilung  des  Lieutenants  Glauning,
der  sich  besondere  Ortskenntniß  verschafft  hatte  und
in  den  von  Mpapwa  mitgenommenen  Wahehejumben
besonders  brauchbare  Leute  besaß,  mit  der  Verfolgung
Quawas  betraut  wurde.  Es  ist  diesem  denn  auch
gelungen,  wochenlang  meist  querfeldein  ohne  Weg  im
Pori  dessen  Spur  zu  folgen.  Hierbei  stellte  sich's
heraus,  daß  Quawa  mit  dem  größten  Geschick  doublirte,
  kaltblütig  in  nächster  Nähe  der  auf  Wache
stehenden  Abtheilungen  vorbeizog,  durch  die  Linien
der  Patrouillen  hindurchschlüpfte.  Dies  konnte  er
nur  thun,  wenn  er  durch  die  Bevölkerung  auf  dem
Laufenden  erhalten  wurde.  In  der  That  meldete
Lieutenant  Glauning  sehr  bald,  daß  Quawa  von
den  berührten  Ortschaften  stets  mit  Lebensmitteln
und  Nachrichten  versorgt  würde,  während  die  Bewohner
  dem  Lieutenant  Glauning  jede  Auskunft
verweigerten,  Keuntniß  der  handgreiflichen  Spuren
Quawas  staitgehabter  Anwesenheit  leugneten,  ihn  möglichst
  irre  zu  führen  suchten  2c.  Es  macht  fast  den
Eindruck,  als  ob  die  Leute  auf  Derartiges  eingeübt
worden  wären,  denn  es  bestand  trotz  der  raschen
Ortsveränderungen  Quawas  doch  zwischen  seinen
Bewegungen  und  den  Handlungen  der  Einwohner
stets  ein  enger  Zusammenhang.  Mitten  im  wegelosen
Pori  an  der  Quawaspur  wurden  häufig  hingestelltes
Mehl  und  Pombe  gefunden.  Die  Leute  wußten
augenscheinlich  immer,  wo  Quawa  zu  finden  war,
welche  Richtung  er  eingeschlagen,  welche  bestimmten
Punkte  er  berühren  würde.  Vielfach  geschah  es,  daß
Quawa  seine  müde  werdende  Gefolgschaft  —  etwadurchschnittlich
  20  bis  30  Männer  und  mehr  Weiber
—  auflöste  und  einfach  an  deren  Stelle  das  ganze
nächstberührte  Dorf  mitnahm.  Mehrfach  ließ  er  auch,
um  die  Verfolgung  zu  erschweren,  seine  Leute  in
verschiedenen  Richtungen  auseinandergehen,  die  sich
später  bei  ihm  wieder  irgendwo  anders  einfanden.
Angeschwollene  Flüsse  waren  kein  Hinderniß,  er
schwamm  einfach  z.  B.  fast  allein  über  den  Ruaha,
sich  diesseits  wieder  Leute  verschaffend.  Ueberhaupt
        <pb n="364" />
        stellte  Lieutenant  Glauning  und  später  auch  die
anderen  Abtheilungen  fest,  daß  Quawa  einen  unbegreiflichen
  persönlichen  Einfluß  auf  die  Eingeborenen
ausübte,  denn  trotz  aller  Todesgefahr  konnten  sie
seinen  Forderungen  nicht  widerstehen.  Auf  solche
Meldungen  hin  wurden  sämmtliche  Truppen  über
das  ganze  fragliche  Gebiet  vertheilt,  besonders  kompromittirte
  Orte  wurden  bestraft.  Wie  gesagt,  hatte
Quawa  seine  Begleiter  öfters  getheilt;  um  nun  deren
verschiedenen  Spuren  zu  folgen,  schlossen  sich  Lieutenant
  v.  Kleist  und  Graf  Fugger  an  das  Detachement
  Glauning  an,  während  Lieutenant  Stadlbauer
  Auftrag  erhielt,  seine  Aufmerksamkeit  speziell
Ubena  nach  dem  See  hin  zu  widmen.  Während  der
Verfolgungszeit  gelang  es  Lieutenant  Glauning
mehrfach,  die  Quawakarawane  zu  überraschen,  wobei
sich  jedesmal  die  Leute  den  angreifenden  Soldaten
entgegenwarfen  und  Quawa  Zeit  zur  Flucht  verschafften.
  An  eine  planmäßige  Gefangennahme  seiner
Person  war  natürlich  von  vornherein  nicht  zu  denken
gewesen;  Niemand  wußte,  wie  er  aussah.  Der  Zufall
konnte  es  eventuell  sügen,  daß  Quawa  bei  einem
Zusammenstoße  gefangen  wurde.  Dieser  Zufall  ist
nicht  eingetreten.

Durch  die  unablässige,  fast  monatlange  Verfolgung
gelang  es,  Quawa  von  den  Ortschaften  des  Gebietes
zwischen  Iringa  und  Idunda  abzuschließen,  ihn  überhaupt
  in  unbewohnte  Striche  bezw.  in  die  Berge
des  südlichen  Plateaurandes  zu  drängen.  So  wurde
die  Aufmerksamkeit  der  Wassagira  der  Stationsumgebung
  von  den  oben  erörterten  peinlichen  Fragen
abgelenkt;  die  täglich  sich  verändernde  Situation  hielt
sie  in  Athem.  An  dem  eigentlichen  Herde  der  Quawaunruhen
  wurde  es  den  Leuten  allmählich  klar,  daß
Quawa  ihnen  nur  Schaden  brächte,  die  ewige  Unsicherheit
  kontrastirte  mit  der  Ruhe,  welche  die  Leute
in  der  Nähe  der  Station  genossen;  in  dem  Maße,
wie  dort  der  Einfluß  der  Station  wuchs,  sank  hier
das  Ansehen  des  unaufhörlich  flüchtenden  und  verfolgten
  Quawa.  In  Ubena,  wo  die  Wassagira  sich
größere  Hoffnungen  auf  Selbständigkeit  machten,  je
länger  eine  Entscheidung  ausblieb,  suchten  sie  ihre
jedenfalls  vorhandene  Verbindung  mit  Quawa  auf
das  möglichste  Minimum  zu  beschränken,  einmal  um
sich  nicht  die  strafenden  Detachements  auf  den  Hals
zu  holen,  dann  aber,  um  sich  bei  meinem  (wegen
Merere)  in  Aussicht  gestellten  Besuche  Ubenas  in
möglichst  günstigem  und  ihre  Wichtigkeit  hervorhebenden
  Lichte  zu  zeigen.  Die  fortwährende  Unruhe
war  aber  natürlich  für  das  ganze  Reich  kein  Vortheil.
Die  Saatzeit  hatte  eingesetzt,  es  war  dringend  nothwendig,
  den  Ackerbau  in  Gang,  die  Verwaltung  endgültig
  in  Ordnung  zu  bringen,  zumal  es  mittlerweile
auch  mit  der  Entlassung  wenigstens  der  Hälfte  der
Abtheilungen  drängte.  Das  Eintreffen  des  entscheidenden
  Gouvernementsbefehls  und  die  Ankündigung
der  3.  Kompagnie  zur  Ablösung  der  Detachements
kam  daher  sehr  gelegen.

Alsbald  schickte  ich  Lieutenant  v.  Stocki  im  Eil-262



 

marsch  zu  Merere,  um  ihn  eventuell  möglichst  schnell
zur  Uebersiedelung  nach  Ubena  zu  veranlassen.
Grenzen:  im  Westen  der  Ruaha,  im  Uebrigen  wie
unter  dem  alten  Merere.  Am  19.  November  traf
endlich  die  8.  Kompagnie  ein,  und  am  21.  marschirte
ich  mit  ihr  nach  Idunda  ab,  Lieutenant  Fonck  wegen
einer  Fußverletzung  zurücklassend.  Unterwegs  erhielt
ich  Meldungen  des  Lieutenants  v.  Stocki,  denen
zufolge  er  wegen  der  Nachfolgefrage  in  Usafa  Herrn
v.  Elpons  abwarte,  dann  aber  sofort  mit  Merere,
der,  wie  zu  erwarten  gewesen,  mit  Allem  einverstanden
  sei  und  dessen  speziellen  Wassangu  abmarschiren
  werde.  Deshalb  und  wegen  der  Schauris
unterwegs  verlangsamte  ich  meinen  Marsch  und  traf
erst  am  28.  in  Idunda  ein,  wo  mir  die  gesammte
Wahehegarnison  entgegenkam.  Hier  erhielt  ich  gleich
zu  meinem  Erstaunen  die  Nachricht,  Merere  wolle
unter  Aufgabe  von  Usafa  nicht  nach  Ubena,  ich  solle
die  Verhandlungen  abbrechen.  Gleichzeitig  kamen
aber  Schreiben  des  Lieutenants  v.  Stocki  und  des
Merere  selbst,  welche  das  Gegentheil  behaupteten.
Ich  mußte  ein  Mißverständniß  annehmen  und  wartete
die  weitere  Entwickelung  ab.  Mittlerweile  wurde
meine  Lage  in  Ubena  eine  sehr  unangenehme.  Die
Wassagira  verlangten  feste  Maßregeln,  zu  denen  ihnen
meine  Ankunft  Berechtigung  zu  geben  schien.  Die
Briefboten  von  Merere  ließen  sie  dabei  Lunte  riechen,
während  ich  jetzt  völlig  im  Unklaren  war,  was  aus
der  ganzen  Sache  werden  würde.  Um  sie  wieder
etwas  einzulullen,  bedurfte  es  sehr  vorsichtigen  Verhaltens.
  Schließlich  kündigte  ich  eine  Besichtigung
der  Hauptortschaften  an.  Auf  alle  Fälle  gingen
wieder  Eilboten  ab,  um  die  schon  von  Iringa  aus
durch  Eilbefehl  nach  Idunda  berufenen  Detachements
zu  noch  größerer  Eile  zu  veranlassen,  um  auf  jeden
Fall  vorbereitet  zu  sein.  Mit  den  vorhandenen
Mannschaften  zog  ich  von  Ort  zu  Ort.  Ueberall
fand  ich  eine  recht  starke  Bevölkerung.  Die  Hauptstädte
  sind  aols  von  Quawa  angelegte  Garnisonen
(theilweise  auch  gegen  die  Wassangu)  zu  betrachten:
Gawiro  etwa  3½  km,  Idunda  2¼  km,  Uhenga
1½  km,  Sorowayo  1¾  km  Umfang.  Usewa  ist
ein  dichter  Komplex  von  über  100  Temben,  darunter
nach  Lieutenant  v.  Stocki  eine  größere  mit  etwa
1000  Einwohnern.  Ueberall  wurden  wir  im  feierlichen
  Aufzuge  von  den  Wassagira  an  der  Spitze
eines  Haufens  unbewaffneter  Krieger  empfangen.
Allenthalben  entwickelten  sich  ausgedehnte  Schauris.
Da  diese  eine  enorme  Menge  Weiber  betrafen,  die
während  der  Kriegszeit  gefangen  worden,  erzielte  ich
durch  Wiedergabe  der  meisten  Befriedigung,  ohne  auf
die  peinlicheren  Schauris  einzugehen.  Jeder  Ort
lieferte  mehr  oder  minder  Quawa-Elfenbein  ab.
Am  7.  Dezember  war  ich  wieder  in  Idunda,  wo
fast  die  ganze  Expedition  sich  eingefunden  hatte.  Inzwischen
  hatte  ich  aufklärende  Meldungen  von  Lieutenant
  v.  Stocki,  der  auch  Mereres  sehr  nahe  bevorstehende
  Ankunft  anzeigte,  erhalten,  so  daß  ich  mit
erdrückender  Macht  den  Wassagira  gegenüberstand
        <pb n="365" />
        —  263

und  den  Plan  bezũglich  Einsetzmmg  Mereres  in  und
Fortschaffung  der  Wahehe  aus  Ubena  ausführen
konnte.  Ich  kündigte  denn  an,  daß  ich  Merere  in
Ubena  einsetzen  würde,  da  Quawa  nicht  zur  Ruhe
kommen  wolle,  gab  genauere  Grenzen  nicht  an,  deutete
  an,  daß  Idunda  eine  selbständige  Jumbenschaft
werden  würde,  und  befahl  sämmtlichen  Wassagira,
sich  mit  ihrem  Gefolge  zum  9.  Dezember  zum  allgemeinen
  Schauri  einzufinden.  Manche  mögen  leise
Hoffnungen  gehegt  haben,  daß  sie  hierbei  doch  noch
etwas  erwischen  würden,  andere  mögen  sich  entschlossen
  haben,  sich  bei  Merere  gut  zu  stellen,  um
wenigstens  unter  ihm  ihre  Stellen  zu  behalten;
wieder  andere  wollten  wohl  den  Wassangu  trotzig
imponiren;  mehr  oder  minder  wirkte  wohl  bei  allen
die  dem  Neger  angeborene  Neugier  und  Schaulust.
Jedenfalls  waren  am  9.  etwa  1000  waffenlose
Wahehekrieger  zur  Stelle,  als  Merere  ebenfalls  mit
etwa  800  Wassangukriegern  mit  Schild  und  Speer
und  einigen  Hundert  Weibern  ankam.  Dieser  Tag
wurde  der  Aufgabe  gewidmet,  Merere  nochmals  über
die  Bedingungen  ganz  klar  zu  machen.

Merere  ist  kein  sozusagen  „europäisch  kluger  Kopf“
wie  etwa  Kiwanga  und  Mpangire.  Er  ist  noch  sehr
negermäßig,  besitzt  aber  eine  ungeheure  Vorstellung
seiner  Wichtigkeit  und  hat  seine  Wassangu,  die  noch
unter  dem  Einflusse  des  strammen  Regiments  des
alten,  wirklich  bedeutenden  Merere  stehen,  fest  in  der
Gewalt,  Eigenschaften,  die  ihn  vorzüglich  zum
Gegengewichte  für  den  benachbarten  Wahehesultan

rauchbar  machen.

Ursprünglich  hätte  er  in  echter  blinder  Negerhabgler
  am  llebsten  das  ganze  Reich  Quawas  zu
seinem  alten  Usasa  geschlagen.  Doch  hatten  ihm  die
Auseinandersetzungen  des  Lieutenants  v.  Stocki  eingeleuchtet,
  und  er  hatte  begriffen,  daß  er,  in  Ubena
residirend,  genug  zu  thun  haben  würde,  um  seine
Macht,  die  nur  auf  1500  Wassangu  beruht,  selbst
mit  Hülfe  der  Station  geltend  zu  machen.  Er  hatte
auch  sofort  begriffen,  daß  er  Usafa  schon  wegen  des
großen  Poris  nicht  mit  verwalten  könne.  Nur  bezüglich
  seines  Nachfolgers  stellte  er  die  absolut  feste
Bedingung,  daß  sein  junger  Bruder  Sijawa  dies
würde  und  nicht  etwa  einer  seiner  älteren  Brüder
Manamhawi  oder  Kahemera.  Demn  diese  haben  von
jeher  gegen  seine  Stellung  und  sein  Leben  intriguirt.
Sie  haßte  er  deswegen  ganz  vorzüglich  und  er  würde
dlesem  Hasse  alle  Vortheile  opfern,  selbst  die  Ersüllung
  des  alten  Traumes  der  Wassangu  und  des
Mererehauses,  in  ihr  angestammtes  Land  zurückzukehren
  und  über  die  alten  Erbfeinde,  die  Wahehe
und  das  Quawahaus,  zu  triumphiren.  Ich  war
um  so  mehr  bereit,  das  zu  befürworten,  als  Manamhawi
  mir  als  unwirscher  Trunkenbold  bekannt  geworden
  und  deshalb  von  Herrn  v.  Eltz  bei  dem
Tode  des  alten  Merere  übergangen  wurde,  während
Kohemera  bedeutungslos  nur  über  wenige  Anhänger
verfügt.  Während  er  früher  selne  Berufung  nach
Ubena  als  eine  Gnade  angesehen  hatte,  war  er  später

 

zu  dem  Gedanken  gekommen,  auch  die  Station  hätte
ihren  Nutzen  davon,  und  suchte  nun  möglichst  viel
Nutzen  herauszuschlagen,  indem  er  eine  Gebietserweiterung
  im  Westen  und  Norden  Ubenas  jenseits
des  Ruaha  verlangte.  Schließlich  versprach  ich,  dies
beim  Kaiserlichen  Gouvernement  zu  befürworten,  weil
das  erstere  Stück  bis  zum  Mkodijibache  seine  Ahnengräber
  enthält  und  wegen  des  Ahnenkultus  ihm
wirklich  wichtig  ist,  und  weil  das  zweite  Stück  im
Norden,  Niamniam  und  Umgebung,  fast  gar  keine
Einwohner  hat  und  von  einem  Einflusse  der  Nachbarstatlonen
  zur  Zeit  gar  keine  Rede  ist,  so  daß  die
hiesige  Station  auch  zukünftig  mit  den  Interessen
Langenburgs  oder  Kilimatindes  nicht  kollidiren  kann.
In  einem  Punkte  hatte  er  sich  Hoffnungen  gemacht,
die  ihm  nicht  erfüllt  werden  durften.  Er  hätte  nämlich
  am  liebsten  alle  Wahehe  mit  sammt  ihren  Wassagira
  in  Ubena  beibehalten,  denn  der  Gedanke,  die
alten  Erbfeinde  als  Unterthanen  zu  haben,  schmeichelte
seiner  Eitelkeit  ganz  eminent.

Er  begriff  aber  doch,  daß  er  der  Wahehe,  die
hier  eigentlich  weniger  angesiedelt  waren,  als  vielmehr
Garnisonen  darstellten,  nie  sicher  sein  würde,  daß  er
deren  Wassagira  nicht  in  ihren  Stellungen  lassen
könnte,  weil  seine  eigenen  Großen  mit  Recht  dieselben
verlangten.  Selbst  wenn  er  nur  einigen  ihre  Wassagiraschaften
  hätte  lassen  wollen,  würde  dies  doch  den
Neid  seiner  eigenen  Leute  erregen  und  schließlich
würde  es  ewig  Streit  geben.  So  war  er  am  Abend
über  jeden  einzelnen  Punkt  genau  unterrichtet.  Die
Besprechung  schloß  ich  mit  dem  ausdrücklichen  Bemerken,
  daß,  wenn  ihm  meine  Bedingungen  nicht
paßten,  es  nicht  meine  Sache  noch  mein  Wunsch  sei,
ihn  zu  seinem  eigenen  Vortheile  zu  zwingen,  er
brauche  nur  zurückzutreten,  ein  Stückchen  Ubena  würde
ihm  doch  wohl  aus  Liebe  zum  alten  Merere  abfallen,
im  Uebrigen  würde  ich  aber  die  Wabenawassagira
selbständig  unter  der  Station  machen.  Er  sprach
ofort  unter  Berücksichtigung  der  versprochenen  Befürwortung
  in  den  angegebenen  Punkten  seine  völlige
Zufriedenheit  aus.

Am  10.  morgens  wurde  ein  entsprechender  Vertrag
  aufgesetzt  und  derselbe  ihm  in  Gegenwart  aller
Offiziere  der  Schutztruppe,  seiner  Brüder,  aller  Großen
der  Wassangu  und  der  Wahehe  aufs  Genaueste  nochmals
  erklärt  und  unterschrieben.  Darauf  zogen  wir
in  feierlichem  Aufzuge,  Merere  mit  mir  in  der  Mitte,
rechts  die  Wassangu,  links  die  Wahehe,  aus  der
Stadt  hinaus,  wo  sämmtliche  Truppen  aufgestellt
waren.  In  feierlicher  Weise  wurde  seine  Installation
als  Sultan  verkündet.  Darauf  marschirten  wir  an
der  Spitze  der  Expedition  mit  Musik  nach  Idunda
hinein,  wo  ihm  von  dem  erbeuteten  Großvieh
600  Stück  überwiesen  wurden,  darunter  80  Stück
zur  Vertheilung  an  seine  Brüder.  Kaum  waren  die
Salven  und  das  rasende  Schnellfeuer,  das  die  Wahehe
zum  ersten  Male  mit  Muße  hatten  betrachten  können,
verhallt,  so  zog  ich  die  Wahehe  zusammen  und  erklärte
  ihnen,  sie  müßten  das  Land  sofort  räumen,
        <pb n="366" />
        wer  im  Lande  bleiben  wolle,  müsse  nach  Idunda
übersiedeln,  das  zur  selbständigen  Jumbenschaft,  direkt
unter  der  Station  stehend,  erhoben  würde.  Im  sehr
erregten  Schauri  hierüber  versprach  ich  ihnen  günstige
Stellen  in  Uhehe,  die  sie  selbst  bezeichnen  durften,
sowie  eine  bestimmte  Anzahl  von  Quawavieh,  theils
als  Entschädigungsgeschenk,  theils  als  Pachtvieh  der
Station,  und  deutete  ihnen  an,  daß  sie  einen  Theil
des  abgelieferten  Elfenbeins  erhalten  würden.  Damit
waren  sie,  zumal  angesichts  der  vorhandenen  vielen
Europäer  und  Soldaten,  die  soeben  eine  für  sie  so
erstaunliche  Schießgeschwindigkeit  an  den  Tag  gelegt
hatten,  zufrieden  und  gingen  nach  ihren  Ortschaften
ab,  um  die  Auswanderung  sofort  zu  beginnen.

Bis  zum  Eintreffen  des  Lieutenants  Fonck  bezog
der  Feldwebel  mit  der  3.  Kompagnie  bei  Idunda
festes  Lager.  Lieutenant  Braun  mit  25  Mann  ging
mit  Merere  nach  dessen  erwählter  Residenz,  dem
3½  Stunden  entfernten  Gawiro,  um  sich  durch
Lieutenant  v.  Stocki  in  die  Behandlung  Mereres
einweihen  zu  lassen,  damit  ersterer  beim  Eintreffen
des  Lieutenants  Fonck  abmarschiren  könnte.  In
Idunda  selbst  setzte  ich  den  bisherigen  Msagira
Mtitima  ein  und  gab  ihm  nebst  der  nöthigen  Instruktion
  zum  Zeichen  seiner  Selbständigkeit  eine
Flagge;  300  Stück  Großvieh  wurden  als  Pachtvieh
der  Station  ihm  zum  Hüten  überwiesen.  Am  selben
Nachmittag  marschirte  ich  mit  sämmtlichen  Detachements
  nach  Iringa  ab.  Nach  zweitägigem  Marsche
erhielt  ich  Nachricht,  daß  ein  Theil  der  Wassagira
Uhenges  sich  weigerten,  die  Stadt  zu  verlassen.  Ich
kehrte  sofort  dahin  um,  um  das  böse  Beispiel  nicht
wirken  zu  lassen,  erreichte  in  14tägigem,  theilweise
nächtlichem  Gewaltmarsch  beim  Morgengrauen  die
Tembe,  umstellte  sie,  fand  einige  der  angeklagten
Wassagira  vor,  legte  sie  an  die  Kette  und  führte  sie
mit  ihrem  Gefolge  gefangen  fort,  sieben  Leute  fielen.

Am  21.  Dezember  traf  die  Expedition  in  Iringa
ein.  Ich  war  tags  zuvor  vorausgeeilt  und  hatte
Mpangire  über  die  Wendung  der  Dinge  belehrt.
Wie  erwartet,  war  er  mit  den  ihm  verbleibenden
bedeutenden  Resten  zusrieden,  nur  bezüglich  Madibiros
  macht  er  sich  noch  heute  Hoffnung,  daß  wenigstens
  eine  Theilung  Madibiros  noch  zu  erreichen  sei.
An  demselben  Tage  zog  ich  die  ihn  bewachenden
Posten  ein,  er  war  frei.  Am  24.  waren  die  Wassagira
  bis  auf  wenige  grollende  Ausnahmen  versammelt.
Mit  einem  Zuge  und  Musik  der  2.  Kompagnie  und
den  sämmtlichen  anwesenden  Wahehe  holte  ich  ihn
von  der  ihm  bisher  zum  Aufenthalt  angewiesenen
Tembe,  ¼  Stunde  von  der  Station,  ab,  erklärte
Allen  nochmals  die  Situation  und  ging  dann  mit
ihm  zur  Station.  Dort  war  die  ganze  Expedition
in  Parade  aufgestellt,  einige  Tausend  Zuschauer,  darunter
  etwa  30  bis  40  Belutschen,  Araber  und  Inder
umstanden  den  Platz.  Absichtlich  sollte  die  Einsetzung
Mpangires  noch  feierlicher  gestaltet  werden  als  die
des  Merere,  und  es  traf  sich  gut,  daß  die  Weihnachtszeit
  auch  Festlichkeiten  verlangte.  Händlerstadt  und

 

264  —

Askaridorf,  alle  Straßen  waren  mit  Zweigen,  Guirlanden
  und  Flaggen  geschmückt.  Beim  Herannahen
mit  Mpangire  spielte  die  Musik  aller  Detachements.
Unter  präsentirtem  Gewehr  verkündete  ich,  mit  Mpangire
  und  den  wichtigsten  Wassagira  in  der  Mitte
des  Platzes  stehend,  seine  Einsetzung  als  Nachfolger
Quawas  auf  Befehl  des  Kaiserlichen  Gouvernements
und  übergab  ihm  zum  Zeichen  der  Unterwerfung  der
Wahehe  unter  deutschen  Schutz  die  deutsche  Flagge.
Dann  folgten  abtheilungsweise  Salven  und  Schnellfeuer,
  das  wiederum  auf  die  Wahehe  ersichtlich  Eindruck
  machte.  An  der  Spitze  sämmtlicher  Truppen
wurde  Umzug  durch  die  dichtgefüllten  Straßen  gehalten.
  Danach  wurden  alle  politischen  Gefangenen
bis  auf  drei  Mpangire  zur  eventuellen  Freilassung
überwiesen,  dann  zog  er  mit  allen  seinen  Wahehe
nach  seiner  2½  Stunden  entfernten  Stadt  Iringa,
wo  er  alsbald  die  erhaltene  Flagge  heißte.

Die  Lage  ist  im  Allgemeinen  folgende:  Im  Osten
Mpangire,  Hauptstadt  Iringa,  und  im  Westen
Merere,  Hauptstadt  Gawiro.  '

Zwischen  beiden  Ländern  liegend  die  selbständige
Msagiraschaft  Idunda  mit  dem  Msagira  Mtitima.
Im  Süden  hat  Kiwanga  das  Stück  Ntemeguile,  das
einzige  Gebiet  seines  von  Quawas  Vorgänger  vertriebenen
  Vaters,  erhalten  und  besetzt.

Im  eigentlichen  Uhehe  bei  Iringa,  dem  Kern
der  Wahehemacht,  liegt  die  gleichnamige  Kaiserliche
Station,  besetzt  mit  der  2.  Kompagnie.  Bei  der  Stadt
Idunda  liegt,  3  1½  Stunden  von  Gawiro  entfernt,  die
provisorische  Station,  besetzt  mit  der  3.  Kompagnie.

Idunda  ist  als  Reservat  der  Station  Iringa  zu
betrachten  und  hat  vorläufig  den  besonderen  Zweck,
eine  neutrale  Stelle  abzugeben,  an  welcher  beide
Großsultane  zeitweilig  periodisch  zum  Schauri  mit
der  Station  zusammenkommen  können.

Quawas  eigene  Familie  ist  jetzt  etwa  zum  Drittel
in  der  Gewalt  der  Station.  Er  selbst  treibt  sich
mit  geringfügigem  Anhange  noch  im  Lande  herum.
Es  liegen  ziemlich  sichere  Anzeichen  vor,  daß  er  sich
in  den  Utschungwebergen  am  Südrande  des  Plateaus
in  der  Nähe  unserer  Anmarschstelle  von  1894,  wenn
er  in  Ruhe  gelassen  wird,  niederlassen  will.  Seine
Ergreifung  wird  früher  oder  später  erfolgen  und
zwar  um  so  früher,  je  eher  Mpangire  und  speziell
Merere  in  ihren  Sätteln  sitzen.  Daß  er  noch  längere
Zeit  der  Station  Unannehmlichkeiten,  eventuell  sogar
Schwierlgkeiten  bereiten  wird,  ist  wohl  anzunehmen,
denn  das  Land,  weil  mehrfach  dicht  bewaldet,  sehr
kupirt,  vielfach  schwer  gebirgig,  bietet  ihm  viele  Vortheile.
  Der  Eindruck,  den  er  auf  die  Wahehe  gemacht
  hat,  läßt  sich  nicht  von  heute  auf  morgen
auslöschen,  und  mancher  Msagira  wird  wohl  der
alten  Quawaherrlichkeit  mit  ihren  beutereichen  Plünderungszügen
  im  Stillen  gedenken.  Ebenso  sicher  aber
ist  es,  daß  das  Quawareich  zertrümmert  und  die
Wahehegefahr  für  die  Kolonie  aus  der  Welt  geschafft
ist.  Die  Station  kann  diesen  Zustand  erhalten  und
in  Zukunst  befestigen.
        <pb n="367" />
        Ich  mache  aber  gehorsamst  dringend  darauf  aufmerksam,
  daß  es  gerade  während  des  nächsten  Jahres
darauf  ankommt,  nicht  Gefechte  oder  dergleichen,  die
relativ  weniger  Soldaten  benöthigen,  zu  bestehen,
sondern  durch  eine  an  Ort  und  Stelle  vorhandene,
stets  bereite  Macht  den  frisch  unterworfenen  Leuten
zu  imponiren,  um,  ohne  die  gedeihliche  Entwickelung
der  Station  und  des  Landes  zu  stören,  alle  Regungen
  des  unbändigen  Waheheblutes  und  der  Quawallebe
  im  Zaume  zu  halten  und  allmählich  zu  ersticken.

Zum  Schlusse  möchte  ich  betonen,  daß  ein  sicheres
Urtheil  über  Mpangire  selbst  und  die  Wahehewassagira
  nach  so  kurzer  Zeit  gänzlich  unmöglich  ist.  Der
Eindruck  ist  ein  vorzüglicher.  Ez  steckt  in  der  ganzen
Gesellschaft  eine  bessere  Rasse.  Sie  sind  aber  auch
über  den  Durchschnitt  befähigt  und  können  demnach
noch  besser  schauspielern  als  andere  Neger.  Zur  Zeit
liegen  mehr  Gründe  vor  zur  Annahme,  daß  die  Art
und  Weise,  wie  sie  sich  geben,  im  gnädigen  Sinne
zu  beurthellen  ist.  Der  Quawagedanke  ist  jedoch  tief
eingewurzelt  und  dieser  kann  sie  eventuell  schwankend
machen.  Dann  würde  vielleicht  das  Programm  bezüglich
  Mpangire  Aenderungen  erfahren  müssen.

Es  ist  aber  nicht  aus  dem  Auge  zu  lossen,  daß
es  nach  wie  vor  Aufgabe  ist,  nicht  die  Wahehe  durch
lriegerische  Mittel  zu  zerschmettern,  sondern  Quawagedanken
  zu  vernichten,  die  Autorität  des  Kaiserlichen
Gorvernements  fest  aufzubauen,  das  schöne  Volk  und
das  schöne  Land  im  Dienste  der  Zwecke  der  Kolonie
zu  verwenden.“

 

Schule  in  Lega.

Das  Bezirksamt  Tanga  hat  aus  Kommunalmitteln
  in  Sega  (Bondeland)  eine  Schule  errichtet,
die  von  einem  Missionszögling  geleitet  und  wo  Lesen
und  Schreiben  gelehrt  wird.

Togv.
Wissenschaftliche  Stationen.

Der  Bau  der  neuen  Station  Kpando  ist  durch  den
Techniker  Stöhr  vollendet  worden.  Der  Stationsvorsteher
  von  Misahöhe  und  Kpando,  Lieutenant
Plehn,  kehrt  im  Sommer  nach  Deutschland  zurück.
An  seiner  Stelle  ist  Dr.  Kersting  angenommen
worden.  ——

Denkmal  für  Dr.  Wolf.
n  Die  Sammlung  von  Beiträgen  für  das  Denkmal
es  seiner  Zeit  im  Togohinterland  verstorbenen
Stabsarztes  Deb  olf  hat  bisher  2029  Mk.  10  Pf.
n.  Es  wird  voni  Aus  beabsichti
1.  Juli  die  Sammlung  zu  ahsichtigt,  am

Deuktsch-  Südwestafrika.
ueb  Zur  Rinderpest.
eber  eine  Reise,  die  der  Stations
Warmbad  im  südwestafrikanischen  ——

265

 

—

v.  Bunsen,  behufs  Inspektion  der  Absperrungsmaßregeln
  gegen  die  Rinderpest  ausgeführt  hat,  berichtet
  der  Genannte  unter  dem  3.  Dezember  v.  Is.
von  seinem  Amtssitze  aus,  wie  folgt:  Am  28.  d.  Mts.
bin  ich  von  meiner  Dienstreise  längs  dem  Orangefluß
  hierher  zurückgekehrt.

Ich  brach  am  16.  von  hier  auf  und  erreichte
den  18.  Houmdrift.  Der  dortige  Posten  meldete
das  Erschießen  zweier  Kühe,  die  von  englischer  Seite
herübergeschwommen  seien.  Die  Eingeborenen  hatten
Houmdrift  geräumt,  eine  Werft  jedoch  erst  nach  viermaliger
  Aufforderung;  ich  werde  den  Werftältesten
von  hier  aus  bestrafen.  Am  19.  früh  brachen  wir
zu  Fuß  in  östlicher  Richtung  auf.  Die  Ufer  des
Flusses  sind  stark  bevölkert  gewesen,  jetzt  waren  die
Pontocks  anscheinend  berelts  seit  mehreren  Wochen
verlassen.  Ueberraschend  viele  Gärten  zeugen  von
einer  gewissen  Kultur  der  Uferbewohner,  überhaupt
ist  die  Ansicht  unbedingt  zu  verwerfen,  daß  das
Wasser  des  Orangeflusses  zur  Bewässerung  von
Feldern  und  Gärten  in  beschränktem  Maße  nicht
verwendbar  wäre.  Nur  erfordert  dieses  natürlich
viele  Arbeit  und  Kenntniß  des  Flusses.

Am  23.  erreichten  wir  nach  etwa  33  stündigem
Marsche  den  Posten  bei  Vellordrift.  Am  Ufer  trafen
wir  hier  nur  noch  einen  einzigen  Eingeborenen,  der  nach
einer  verloren  gegangenen  Kuh  zu  suchen  vorgab,
dagegen  kein  Vieh  an.  Der  Fluß  selbst  kann  also
als  geräumt  bezeichnet  werden.  Daß  sich  wohl  in
den  Gebirgen  innerhalb  der  fünf  Meilen  Zone  noch
Vieh  befindet,  glaube  ich  annehmen  zu  müssen.  Nach
meiner  Ansicht  müßten  diese  Gebirge  im  Fall  des
Näherkommens  der  Rinderpest  genau  von  einer
größeren  Macht  abgesucht  werden,  mit  einzelnen
Leuten  ist  in  dem  überaus  schwierigen  Gelände  wenig
auszurichten.  Ferner  müßte  in  diesem  Falle  noch
mindestens  ein  Posten  zwischen  Houm  und  Vellordrift
  eingerichtet  werden.  Der  Uferweg  ist  außer
bel  Hochwasser  überall  für  Menschen  passirbar,  den
letzten  Tag  stieg  der  Fluß  bedeutend,  wodurch  wir
genöthigt  waren,  an  den  Uferbergen  entlang  zu
klettern.  Der  Weg  läuft  meistens  direkt  am  Ufer,
nur  bei  Eikanabrevier  bogen  wir  für  einen  Tag  nach
Norden  hin  aus.

Das  Revierfieber,  eine  Art  schleichende  Malaria,
hat  sich  wieder  unangenehm  bemerkbar  gemacht,  sowohl
  der  Roßarzt  Rickmann,  wie  ein  Posten,  litten
mehrere  Tage  an  demselben.  Ich  habe  daher  angeordnet,
  daß  jeder  Posten  etwas  Chinin  mit  Gebrauchsanweisung
  erhölt.  Die  Posten  scheinen  mit
ihrer  Instruktion  größtenthells  gut  vertraut  zu  sein.

Die  Gegend  längs  des  Orangeflusses  gehört  zu
dem  Schönsten,  was  ich  bisher  in  Afrika  gesehen  habe.
Schroffe  Bergketten  bilden  den  Hintergrund,  der
Fluß  zwängt  sich  an  einer  Stelle  durch  Felsmassen
hindurch,  um  an  einem  andern  Platze  wieder  einem
unbeweglichen,  600—800  m  breiten  Gebirgssee  zu
gleichen.  Die  dicht  mit  Laubbäumen  bewachsenen
Ufer  und  Hunderte  von  grünen  Inseln  machen  einen
glauben,  in  eine  Gegend  versetzt  zu  sein,  die  mehr
        <pb n="368" />
        den  Schweizerseen  als  einer  südwestafrikanischen
Landschaft  gleicht.  In  kühlen  Monaten  kann  i
mir  kaum  einen  angenehmeren  Aufenthalt  vorstellen,
als  diesen  Theil  des  Großflusses,  jetzt  im  Sommer
übersteigt  die  Temperatur  allerdings  um  Mittag
gewöhnlich  40  Grad  C.

Der  Posten  an  der  Ramansdrift  hat  mir  auf
meine  Anfrage  gemeldet,  daß  die  Wasserstelle  Gabis
nach  Relnigung  für  1  bis  2  Spann  genügend  Wasser
hat.  Ich  habe  daraufhin  angeordnet,  daß  nicht
mehr  im  Orangefluß  getränkt  wird,  außer  wenn  Erlaubniß
  von  mir  vorliegt,  die  ich  nur  in  Fällen,
wo  größere  Transporte  nicht  zu  vermeiden  sind,  ausstellen
  werde.  In  den  nächsten  Monaten  werden
sich  einige  Male  größere  Anhäufungen  von  Wagen
nicht  vermeiden  lassen.  Ich  werde  in  nächster  Zeit
die  Wasserstelle  persönlich  inspiziren.

Auf  englischer  Seite  sind  erfreulicher  Weise  an
Ramansdrift  Desinfektionsbassins  angelegt,  um  die
Einfuhr  von  Fellen  u.  s.  w.  nach  der  Kapkolonie  zu
ermöglichen.

Ueber  die  Maßregeln  gegen  die  Ninderpest

berichtet  Regierungsrath  v.  Lindequist  aus  Franzsontein
  unter  dem  20.  Februar  1897:

Die  Absperrungslinie  ist  von  dem  südwestlich  der
Etoshapfanne  liegenden  Platze  Okankweyo  durch
wasserloses  Gebiet  in  südwestlicher  Richtung  nach
der  Wasserstelle  Kauas  (Okawa  auf  Karte  von  Langhaus)
  im  Kaokofelde  gelegt  und  läuft  von  dort  über
Omaruru  am  Huabflusse  nach  dem  in  der  Nähe  der
Küste  gelegenen  Platze.

Oestlich  von  Okankweyo  wird  noch  ein  Eingeborenenposten
  ausgesetzt  werden,  um  etwaigen  Verkehr
  von  den  Wasserstellen  Okaakana  und  und  Okandeka
  nach  dem  südlichen  Ufer  der  Etoshapfanne  unter
Umgehung  von  Okankweyo  zu  hindern.  Ueber
Okankweyo  habe  ich  einen  beschränkten  Botenverkehr
mit  den  Missionaren  des  Ovambolandes  unter  den
abschriftlich  beigefügten  Bedingungen  zugelassen.

Im  Kaokofelde  gilt  es,  die  vom  Ovambolande
und  aus  dem  Gebiete  der  Zeßfonteiner  Topnaar-Hottentotten
  kommenden  Straßen  zu  sperren.  An
sich  wäre  es  zwar  in  Anbetracht  des  lebhaften  Verkehrs
  zwischen  Topnaars  und  Zwartboois  wünschenswerth
  gewesen,  die  Linie  so  zu  ziehen,  daß  das
Gebiet  der  Zeßfonteiner  Hottentotten  in  den  Absperrungsgürtel
  eingeschlossen  würde,  doch  habe  ich
hiervon  Abstand  nehmen  zu  müssen  geglaubt,  einmal
wegen  der  Sicherheit  der  Stationen,  die  fast  bis  an
den  Kunene  hätten  vorgeschoben  werden  müssen,  sodann
  wegen  der  durch  den  Transport  der  Lebensmittel
  entstehenden  großen  Kosten.  Auf  meinen,  im
Einverständniß  mit  dem  Kapitän  der  Zwartboois
gemachten  Vorschlag,  ihre  jetzigen  Wohnplätze  für
die  Zeit  der  Rinderpestgefohr  aufzugeben  und  sich
so  lange  im  Gebiete  der  Zwartboois  niederzulassen,

266

 

sind  die  Topnaars  und  ihr  Kapitän  Jan  Ui  Chimab

trotz  längerer  mündlicher  Verhandlungen  nicht  eingegangen.
  Dagegen  hat  Letßzerer  versprochen,  seine
Leute  nebst  Viehposten  bis  nach  Warmbad  (in  Höhe
von  Zeßfontein  zwischen  18.  und  19.  Breitengrad
gelegen)  hinaufzuziehen,  während  die  Zwartbooi-Hottentotten
  auf  Befehl  ihres  Häuptlings  hinter  die
vorerwähnte  Linie  zurückgegangen  sind,  so  daß  dadurch
auch  im  Kaokofelde  eine  breite  viehfreie  Zone  geschaffen
wird.  An  den  Plätzen  Kauas  und  wo  wichtige
Straßen  vom  Ovamboland  und  Zeßfontein  einmünden,
sind,  bezw.  werden  Militärstationen  errichtet,  denen
Zwartbooi-Hottentotten  beigegeben  sind,  während  der
bei  Omaruru  am  Huab  einlaufende  Fußweg  von
Zeßfontein  durch  fünf  zuverlässige  Zwartbooi-Hottentotten
  überwacht  werden  wird.  Die  Stationen  im
Kaokofelde  sind  dem  Lieutenant  Grafen  v.  Bethusy-Huc
  unterstellt  worden.

Hiermit  darf  die  Absperrung  gegen  die  Rinderpest
  als  vollendet  angesehen  werden.

Bei  dem  Kapitän  David  Zwartbooi  und  seinen
Leuten  habe  ich  volles  Verständniß  für  die  durch  die
Rinderpest  drohende  Gefahr  gefunden.  Das  bei
Abschluß  des  Schutzvertrages  in  ihn  gesetzte  Vertrauen
  hat  der  Kapitän  voll  gerechtfertigt,  indem  er
in  jeder  Beziehung  entgegengekommen  ist  und  mir
nicht  nur  für  das  Kaokofeld,  sondern  auch  für  das
Absperrungsgeblet  an  der  Etoshapfanne  und  an  den
beiden  großen  Oumrambas  (Orambs  und  Uamatako)
die  von  ihm  geforderten  Leute  —  etwa  50  an  der
Zahl  —  bereitwilligst  zur  Verfügung  gestellt  hat.
Da  die  Zwartbooi-Hottentotten  großen  Einfluß  auf
die  Buschmänner  und  Bergdamaras  dieser  Gegenden
ausüben  und  als  die  zuverlässigsten  Eingeborenen
im  Norden  gelten  dürfen,  so  lege  ich  auf  die  Zutheilung
  derselben  an  die  verschiedenen  Stationen
großen  Werth.

Die  für  den  Distrikt  Grootfontein  bestimmten
Eingeborenen  wird  der  stellvertretende  Bezirkshauptmann
  Hauptmann  Kaiser,  der  sich  ungesäumt  dorthin
  begeben  wird,  selbst  dahin  mitnehmen  und  an  Ort
und  Stelle  installiren.

Nach  den  letzten  von  dem  Missionar  Rauthanen
  aus  Ondonga  erhaltenen  Mittheilungen  ist
im  Ovambolande  noch  nichts  über  das  Nahen  der
Rinderpest  bekannt.  Dort  erwartet  man  infolge
der  anhaltenden,  schweren  Regengüsse  im  Norden
und  Nordosten  eine  jeden  Verkehr  für  die  nächsten
Monate  unterbrechende  Hochfluth.

 

Militärische  Ausbildung  von  Bastards.

Aus  Gibeon  meldet  der  Bezirkshauptmann  a.  i.
v.  Burgsdorff  unter  dem  19.  Februar  d.  Is.,  daß
er  mit  der  Ausbildung  der  Grootfonteiner  Bastards
(in  diesem  Jahre  sechs  Mann)  am  15.  März  auf
Gibeon  beginnen  wollte.  Gleichzeitig  beabsichtigte  er,
etwa  20  der  besten  jungen  Witboois  mit  ihnen  zu-
        <pb n="369" />
        —  267

sammen  und  unter  denselben  Bedingungen  bezw.  Verpflichtungen
  wie  diese  auszubilden.  Kapitän  Witbooi
übernimmt  für  die  Einzelnen  die  Verpflichtung,  daß
sie  den  an  sie  gestellten  und  zu  stellenden  Ansorderungen
  in  Bezug  auf  Wehrpflicht  2c.  nachkommen.


Der  Kaiserliche  Landeshauptmann,  Major  Leutwein,
  bemerkt  dazur

Vorläufig  handelt  es  sich  auch  bei  den  Witboois
lediglich  um  Ausbildung  nach  der  Art  eines  Milizsystems
  analog  demjenigen  der  Bastards  von  Rehoboth
  und  Grootfontein.  Indessen  erwarte  ich  bei
diesen  bestimmt  den  allmählichen  Uebergang  zum
bleibenden  Eintritt  in  die  Schutztruppe.  Den  Bastards
bietet  das  bürgerliche  Leben  infolge  ihres  guten
Viehbestandes  in  Verbindung  mit  ihrem  Verständniß
für  Frachtfahren  Subsistenzmittel  genug,  um  sie  gegen
die  Vortheile  des  Militärdienstes  gleichgültig  zu
machen.  Diese  Verhältnisse  liegen  bei  den  Witboois
anders.  Sie  besitzen  nichts,  werden  nie  etwas  besitzen
  und  haben  für  keine  andere  Arbeit  Verständniß
als  für  den  Krieg  und  Jagd,  mithin  ein  geborenes
Soldatenmaterial.  Uebrigens  kennt  der  Bezirk
Gibeon  bereits  jetzt  weder  Patrouillen=  noch  Stationsdienst
  ohne  die  Mitwirkung  von  Witbooileuten.  Der
dortige  Distrikt  ist  daher  auch  der  von  der  Schutztruppe
  am  schwächsten  besetzte  (31  Köpfe)  und  hat
ebenso  für  die  stärkere  Grenzbesatzung  angesichts
der  drohenden  Rinderpest  einer  Erhöhung  seiner
Mannschaftsziffer  nicht  bedurft,  da  die  erforderliche
Verstärkung  ausschließlich  vom  Kapitän  selbst  gestellt
worden  ist.

Deutsch-Meu-Guinea.
Leudung  zoologischer  Gegenstände  aus  Neupommern.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist
am  13.  Januar  d.  J.  eine  dritte  Sendung  konservirter
  Thiere  von  dem  Leiter  der  wissenschaftlichen
Station  in  Neupommern,  Professor  Dr.  Dahl,  zuhegangen.


Die  Sendung  enthielt:

22  Säugehhierskelette,  Bälge  und  Schädel,
3  Vogelbälge,  eine  Anzahl  Vogeleier  und  Nester,
46  Reptilien  und  Amphibien  und  1  Glas  mit
Schildkröteneiern,
176  Fische,
Mehrere  Hundert  Gläser  mit  Insekten,  mehrere
Kästen  mit  trockenen  Insekten,
51  Gläser  mit  Krebsen,
80  Arten  Land=  und  Meeresmollusken,
74  Gläser  mit  Würmern,
15  Seewalzen  und  Seeigel,
30  Schwämme,
je  1  Aktinie  und  1  Foraminifere.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  durchhängig

  gut.  ß  5

 

Der  wissenschaftliche  Werth  der  Sammlung  ist
bedeutend.  Alle  Stücke  sind  mit  genauen  Fundortsangaben
  und  viele  mit  biologischen  Bemerkungen
versehen.  Eine  große  Anzahl  der  gesammelten  Thiere
war  vorher  in  jenem  Gebiet  noch  nicht  gefunden
worden.

Ferner  gingen  am  3.  März  von  Professor  Dahl
als  vierte  Sendung  ein:

9  Säugethiere  in  Alkohol,

39  Vogelbälge  nebst  einer  großen  Anzahl  Vogelnester

  und  Eiern,
50  Reptilien  und  Amphibien,
eine  Anzahl  Fische,

21  große  und  197  Röhrengläser  mit  Insekten,
Myriopoden  und  Arachniden,

488  genadelte  Insekten,

155  Insekten  in  Düten  und  Rollen,

37  große  Gläser  und  8  Röhrengläser  mit  Krebsen,
ferner  eine  größere  Anzahl  von  Mollusken,  Würmern,
Echinodermen,  Coelenteraten  und  Spongien.

Die  Konservirung  war  auch  bei  dieser  Sendung
gut.  Der  wissenschaftliche  Werth  war  derselbe  wie
der  der  vorhergehenden  Sendung.

 

RAus  dem  Brreiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Wie  die  „Missionsblätter“  melden,  sind  die
Missionare  der  St.  Benediktusgenossenschaft  P.  Ambrosius
  und  P.  Alfons  in  Uhehe  angelangt.  Sie
haben  bei  Iringa,  südlich  von  der  Militärstation,
sich  am  1.  Januar  angesiedelt  und  die  Niederlassung
Herz-Jesu-Station  genannt.  Das  Land  ist
sehr  bevölkert  und  fruchtbar,  das  Klima  sehr  gesund.
Die  Station  soll,  da  Steine  und  Kalk  an  Ort  und
Stelle  vorhanden  sind,  bald  ein  massives  Haus  erhalten.
  Sie  besitzt  schon  10  Kühe  und  40  Ziegen
und  Schafe.

Aus  fremden  Rolovnien.

Landverordnung  für  Britisch-stafrika.

Eine  unter  dem  7.  Januar  1897  von  der  englischen
  Regierung  in  Kraft  gesetzte  Verordnung  verleiht
  dem  britischen  Kommissar  und  Generalkonsul
für  Ostafrika  Vollmacht,  an  Jedermann  nach  Gutdünken
  Land  für  21  Jahre  zur  Benutzung  zu  vergeben.
  Alles  Land,  für  dessen  Besitz  nicht  die  Anerkennung
  des  Kommissars  ertheilt  ist,  gilt  als
herrenlos.  Die  Verleihung  von  Land  erfolgt  durch
ein  Certifikat,  dem  eine  Karte  des  betreffenden  Gebiets
  beigefügt  ist,  gegen  eine  Gebühr  von  2  Pfd.  Sterl.,
Erstattung  der  Kosten  der  Herstellung  des  Planes  und
der  Reiseauslagen  des  Vermessungsbeamten.  Nach
Ablauf  der  ersten  21  Jahre  kann  eine  zweite  solche
Frist  gewährt  werden.
        <pb n="370" />
        Ernennung  elnes  deutschen  Ronsuls  in  Beira.

In  Beira  (Mozambique)  ist  der  Kaufmann
Heinrich  Hansung  zum  Vizekonsul  des  Deutschen
Reichs  ernannt  worden.

 

FIvranzöfisch-Guineg.

Durch  ein  Dekret  vom  4.  April  ist  bestimmt
worden,  daß  alle  dort  vom  Ausland  eingeführten
Waaren,  die  nicht  aus  dem  Lande  stammen,  aus
dem  sie  importirt  werden,  einem  besonderen  Zolltarif
  unterworfen  werden.

Danach  zahlen  alle  Textilwaaren  25  Frcs.  für
100  kg,  Tabak  10  Frcs.  für  100  kg,  Pulver
20  Frcs.  für  100  kg,  andere  Waaren  3  Frcs.
60  Cts.  für  100  kg.

Neue  RZeise  nach  Mittelafrika.

Zeitungsmeldungen  zufolge  sollen  die  französischen
Reisenden  Béhagle  und  Bonnel  de  Mézières
eine  neue  Reise  nach  Mittelafrika  ausführen  und
sind  zum  Zwecke  der  Anwerbung  von  Trägern  nach
Algier  gereist.

Landwirtbschaftliche  Ausstellung  in  Java.

Von  den  Kaffeepflanzern  Ostjavas  in  Malang,
dem  Mittelpunkte  der  javanischen  Kaffeekultur,  wird
für  die  Zeit  vom  31.  August  bis  5.  September  d.  Is.
eine  landwirthschaftliche  Ausstellung  geplant,  deren
Besuch  für  Kaffeepflanzer  und  Tropenlandwirthe
überhaupt  recht  lohnend  sein  dürfte,  zumal  mit  demselben
  eine  Besichtigung  der  höchst  entwickelten  Kaffeepflanzungen
  von  Ostjava  wird  verbunden  werden
können.  Nach  dem  vorläufig  festgestellten  Plane
wird  die  Ausstellung  in  folgende  Gruppen  zerfallen:

Gruppe  I.  Kaffeemaschinerien,  besonders

Pulpers  (Kaffeefruchtschälmaschinen),

Waschmaschinen,

Centrifugen,

Trockeneinrichtungen,

Hullers  (Kaffeebohnenschälmaschinen),

Schwingmühlen,

Sortirmaschinen,

Ventilatoren  und  Gebläse,

Motoren  (keine  elektrische),

Andere  Werkzeuge  für  Kaffeeunternehmungen,  Verbesserungen
  an  vorhandenen  Werkzeugen,  welche
von  Pflanzern  vorgenommen  sind.

Gruppe  II.  Landbauwerkzeuge  und  Gerülhschaften,
besonders

Pflüge,

Eggen,
Gartengeräthschaften  und  dergleichen,
Verschiedene  Werkzeuge.

 

268  —

Gruppe  III.  Elektrizität,  besonders
Motore,
Kraftübertragungen,
Beleuchtung,
Telephonie,
Andere  hierher  passende  Gegenstände.
Gruppe  IV.  Landbauprodukte,  besonders
Kaffeemuster,
Kakaomuster,
Pfeffermuster,
Vanillenmuster,
Theemuster,
Kollektionen  Reis  im  Halm  und  enthülster  Rels,
Kollektionen  europäischer  Gemüse,
Kollektlonen  inländischer  Gemüse,
Inländische  Feldgewächse,
Saaten.
Gruppe  V.  Europäische  Baumaterialien.
Gruppe  VI.  Inländische  Baumaterialien.
Gruppe  VII.  Beleuchtungsmittel  (nicht  elektrische).
Gruppe  VIII.  Transportmittel,  besonders
Ochsenkarren,
Zugochsengespanne,
Lastpferde,
Tragsättel,
Jutesäcke  und  Verpackungsmittel.
Gruppe  IX.  Düngestoffe.
Gruppe  X.  Verschiedenes,  besonders
Meßinstrumente,
Karten  von  Unternehmungen,
Grundrisse  von  Gebäuden  und  dergleichen,
Bücher  und  Abbildungen,
Modelle  von  Wohnungen  und  dergleichen,
Verbandmittel  und  Medizinen.
Gruppe  XI.  Plagen  der  Kaffeekultur  und  Bekämpfungsmittel,
  besonders
Insekten,  Larven  und  dergleichen  in  Spiritus,
Abbildungen  von  solchen,
Muster  angegriffener  Pflanzen
Daneben  gesunde
Bekämpfungsmittel.
Gruppe  XII.  Pflanzen,  Blumen,  Bouquets,
Zierpflanzen,  einjährige,
Zierpflanzen,  überjährige,
Blumentragende  Pflanzen,  einjährige,
Blumentragende  Pflanzen,  überjährige,

getrocknet.

Rosen,
Abgeschnittene  Blumen,
Bougquets,

Andere  Blumenstücke,  Kränze  und  dergleichen,

Pflanzenverzierungen,

Blumentöpfe,

Gartenornamente.

Anfragen  über  die  Ausstellung  sind  an  das
Kaiserliche  Konsulat  in  Soerabaya  zu  richten.
        <pb n="371" />
        #e.  Deutsches  solonislblaht  1897.

 

--  FWFJDMJ
Plan  2  ·  Station-«
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Station  Sansanne  Mangu,  —
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        —  269  —

Berschiedene  Mittheilungen.

Deutscher  Srauenverein  für  Rrantkenpflege  in  den
Rolonien.

Wie  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  meldet,  hat  der
Deutsche  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den
Kolonten  mit  dem  Hamburg-Eppendorfer  Krankenhaus
  ein  Abkommen  geschlossen,  wonach  dort  die
Pflegeschwestern  für  die  Kolonien  ausgebildet  werden.
Zwei  haben  dort  bereits  ihre  Ausbildung  erhalten.
Sowohl  von  Dar-es-Saläm  aus,  von  Herrn  Oberarzt
  Dr.  Becker  sowie  von  Togo,  von  Herrn  Stabsarzt
  Dr.  Wicke,  liegen  Privatbriefe  vor,  in  welchen
beide  Herren  ihre  volle  Zufriedenheit  mit  den
Leistungen  und  dem  Wirken  der  ihnen  unterstellten
Schwestern  aussprechen.  In  Dar-es-Saläm  arbeiten
Anna  Jalobus,  Gertrud  v.  Lieres  und  Bertha
Bauschlicher  in  harmonischem  Zusammenwirken
und  getreuer  Pfllchterfüllung,  und  ein  Gleiches  lobt
Herr  Dr.  Wicke  von  den  Schwestern  Malvine  Wahl
und  Elise  Heidner;  auch  von  der  damals  neu  eingetroffenen
  Johanna  Wittum  hofft  er,  daß  sie  sich
gut  einfügen  werde.  Schwester  Malvine  weilt
gegenwärtig  als  Gast  im  Eppendorfer  Krankenhause
und  wird  dort  als  Erholungsbedürftige  freundlich
gepflegt.  Ihr  folgt  warme  Anerkennung  von  Seiten
des  Herrn  Vorgesetzten.  Aus  Kamerun  heimgekommen
  ist  Schwester  Leonore  Zander.  Sie  hält
sich,  zwecks  gründlicher  Erholung,  bei  ihren  Verwandten
  auf.  Von  den  in  Kamerun  gebliebenen
Schwestern,  Elise  Franke,  Hilda  v.  Arnstedt  und
Ernestine  Drewes,  liegt  ebenfalls  erfreuliche  Nachricht
  vor.  Gleich  gute  Meldungen  sind  von  Tanga
eingegangen.  Die  Schwestern  Dora  Stenismeier
und  Georgia  v.  Issen  dorff  schreiben  beide  überaus
zufrieden,  ja  glücklich.

 

Westafrikanisches  Mahagoni.“)

Die  Auktion  überseeischer  Hölzer  in  Hamburg
vom  10.  und  11.  März  zeigt,  welche  Bedeutung
das  westafrikanische  Mahagoni  jetzt  erlangt  hat.  Es
kamen  zur  Auktion  nicht  weniger  als  633  Blöcke  von
afrikanischem  (gegen  617  Blöcke  von  amerikanischem)
Mahagoni.

Die  Länge  der  Blöcke  von  afrikanischem  Mahagoni
varürt  im  Allgemeinen  zwischen  3  und  Gm,  Blöcke
von  3  und  4  m  sind  am  häufigsten,  doch  kommen
selbst  Blöcke  von  9½  m  zum  Verkauf.  Das
Minimum  beträgt  etwa  2  m.  Die  Dicke  der  Blöcke
varilrt  im  Allgemeinen  zwischen  30  und  60  em,
einzelne  Blöcke  erreichen  freilich  sogar  90  cm  Dicke.

Auch  auf  englischen  Märkten  ist  afrikanisches
Mahagoni  begehrt  so  schreibt  die  Firma  C.  Leary  &amp;amp;
Co.,  London,  in  ihrem  Februarbericht:  African
Mahagony:  Tbe  import  is  altogether  inadequate

*)  Aus  der  Zeitschrift  für  tropische  Landwirtschaft.

 

to  the  demand,  which  is  rapidly  growing.  Auf
den  dortigen  Auktionen  war  der  Durchschnittspreis
4½2  d  per  st,  während  das  amerikanische  Mahagoni
45½⅝2  bis  62/12  d  erzielte.

Das  wunderlichste  Bibelformat
dürfte,  wie  „Afrika“  mittheilt,  bei  der  jüngsten  Veröffentlichung
  der  britischen  Bibelgesellschaft  zur  Anwendung
  gekommen  sein.  Es  ist  die  Uebersetzung
der  heiligen  Schrift  in  die  Sprache  von  Uganda.
Der  Band  ist  hoch,  aber  nur  drei  Zoll  breit  und
ebenso  dick.  Die  Veranlassung  zu  dieser  seltsamen
Buchform  ist  eine  höchst  eigenartige.  Die  weißen

neisen  und  andere  gefräßige  Insekten  zerstören  in

Innerafrika  binnen  Kurzem  alle  Bücher,  die  nicht
ganz  gut  verwahrt  sind.  Da  sind  die  Sendboten
der  kirchlichen  Missionsgesellschaft  auf  den  Gedanken
gekommen,  die  Biskuitblechdosen  einer  englischen  Firma,
die  in  Uganda  in  großer  Menge  eingeführt  werden,
als  Bücherfutterale  zu  benutzen.  Daher  die  eigenartigen
  Dimensionen  der  neuen  Uganda-Bibel.  Die

Blechdosen  sind  gerade  groß  genug,  um  ein  Bibelbuch,
  eine  kurzgefaßte  Bibelerklärung  und  ein  Büchlein
mit  Gebeten  und  Liedern,  Alles  in  der  Sprache  der
Eingeborenen,  zu  bergen.

 

Tikter  akur.

Usaramo,  Ukami  und  die  Uluguruberge  nach
den  Aufnahmen  und  Ortsbestimmungen  von  Dr.
F.  Stuhlmann  (1888,  1892  und  1894)  und
Premierlieutenant  Schlobach  (1894  bis  1896)  2c.
konstruirt  und  gezeichnet  von  Dr.  Richard
Kiepert  und  Max  oisel.  1:  150  000.
Drei  Blatt.  Berlin  1896.  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen).  Preis  18  Mark.

Von  allen  bisher  erschienenen  Karten  von  unseren
  Kolonien  oder  größeren  Theilen  derselben  sind
diese  drei  Blätter  größten  Formats  (innerhalb  des
Gradrandes  55  -7  75  em)  die  detaillirtesten  und
inhaltreichsten,  zugleich  auch  die  interessantesten,  —
von  Usambara  etwa  abgesehen  —  da  sie  die  weitere
Umgebung  von  Dar-es-Saläm  und  Bagamoyo  und
das  Hinterland  beider  Städte  bis  auf  eine  Entfernung
von  200  km  und  mehr  zur  Darstellung  bringen.
Ein  ungemein  dichtes  Routennetz,  auf  zahlreiche
Breitenbestimmungen  und  Pellungen  aufgebaut,  erfüllt
  vor  Allem  einerseits  das  Gebiet  zwischen  der
Küste  und  dem  Ruvu  (Kingani),  die  Landschaft
Usaramo,  andererseits  das  Hochgebirge  von  Ulugurn;
namentlich  ist  die  Durchforschung  dieser  Gebiete  dem
Dr.  Stuhlmann  und  dem  Premierlieutenant  Schlobach
  zu  danken;  aber  auch  Emin  Pascha,  die  Hauptleute
  Fromm,  Herrmann  und  Namsay,  die
Lieutenants  Böhmer  und  v.  Grawert  und  Forst-
        <pb n="374" />
        assessor  Krüger  haben  Erhebliches  beigetragen,  um
eine  Karte  zu  Stande  zu  bringen,  wie  sie  in  solchem
Detail  uns  aus  den  jungen  Kolonien  anderer  Staaten
nicht  bekannt  ist.  Mit  einer  trigonometrischen  Vermessung,
  wie  sie  Algerien,  Ostindien,  das  Kapland,
Eritrea  und  andere  Kolonien  besitzen,  lassen  sich
natürlich  die  vorliegenden  Blätter  nicht  vergleichen
—  aber  sie  überragen  weit  die  französischen  Karten
des  Sudan,  der  Elfenbeinküste,  des  Congo  francais,
die  von  Britisch-Centralafrika  oder  Somaliland,  die
belgischen  des  Kongostaates,  von  den  spanischen  und
portugiesischen  Besitzungen  ganz  zu  schweigen.  Unsere
Beamten  und  Offiziere,  namentlich  in  Ostafrika  und
Togo,  leisten  damit  in  aller  Stille  ein  Stück  Kulturarbeit,
  dessen  bedeutender  Nutzen  je  länger,  je  deutlicher
  sibh  zeigen  wird.

Heinrich  Kiepert:  Wandkarte  von  Deutsch-Ostafrika,
  in  sechs  Blättern.  Maßstab  1:  1.000  000.
Berlin  1897.  Dietrich  Reimer.

In  vortrefflicher,  sauberer  Ausführung  bietet
die  vorliegende  Karte,  welche  in  Umschlag  für  nur
8  Mark  geliefert  wird,  das  beste  Hülfsmittel  zur
Kenntniß  der  ostafrikanischen  Kolonie.  Die  in  den
letzten  Jahren  geschaffenen  Amtsbezirke  sind  auf  ihr
sorgsam  eingetragen,  alle  Militär=  und  Polizeistationen,
Post=  und  Zollämter,  Missionsniederlassungen  verzeichnet.
  In  geographischer  Hinsichr  hat  der  bewährte
Schöpfer  der  Karte  durchweg  die  neuesten  und  zuverlässigsten
  Forschungen  benutzt.

Frithjof  Nansen:  In  Nacht  und  Eis.  Zwei
Bände  mit  acht  Chromotafeln,  vier  Karten  und
207  Abbildungen.  Leipzig  1897.  F.  A.  Brockhaus.

Polarreisen  sind  mit  der  Geschichte  der  englischen
und  holländischen  Kolonialpolitik  aufs  Engste  verknüpft.

In  den  Zeiten  der  Seeherrschaft  Portugals  und

Spantens  war  es  der  Traum  der  nordeuropeischen

seefahrenden  Völker,  im  Norden  Amerikas  und  Asiens

Seewege  nach  Indien,  China  und  Japan  zu  finden.

Sie  hofften,  auf  solchen  ihnen  allein  bekannten  Wegen,

deren  Länge  und  Schwierlgkeiten  sie  stark  unterschätzten,

  frei  von  der  Gefahr  des  Angriffs  durch
europäische  Feinde  und  mit  Ersparung  der  Kosten
der  überlangen  gefährlichen  Reise  um  Afrika  den

Handel  Ostasiens  an  sich  reißen  zu  können.  Sie

gedachten  damit  Spanien  und  Portugal  dasselbe  Loos

zu  bereiten,  wie  diesen  Staaten  es  Venedig  und

Genua  gegenüber  geglückt  war.

Jahrhunderte  hindurch  sind  diese  Versuche  trotz
aller  Mißerfolge  fortgesetzt  worden.  Aber  erst  in
neuerer  Zeit  haben  sich  Straßen  im  Polareis  auffinden
  lossen,  welche  den  Vorstellungen  der  alten
Polarschiffer  einigermaßen  entsprechen,  doch  für  Handel
und  Schifffahrt  haben  sie  sich  nicht  als  brauchbar
erwiesen,  und  der  Gedanke,  auf  diesem  Wege  von
Europa  nach  China  zu  fahren,  ist  wohl  endgültig
aufgegeben  worden.  Wenn  jetzt  noch  immer  Polarreisen
  stattfinden,  gelten  sie  hauptsächlich  wissenschaft-270



 

lichen  Zwecken.  Nansens  Absicht  insbesondere  war,
Aufsuchen  eines  Weges  nach  der  westlichen  Hemisphäre
quer  über  den  Pol.  Die  in  dem  hier  vorliegenden,
überreich  ausgestatteten  Werke  geschilderten  Fahrten
des  schon  durch  seine  Grönlanddurchquerung  bekannten
Reisenden  reihen  sich  den  hervorragendsten  Leistungen
auf  dem  Gebiele  der  Polarforschung  an.  Der  Verfasser
  fesselt  in  seinem  Buche  besonders  durch  die
Anschaulichkeit  der  Erzählung.  Die  Mittheilung
seiner  rein  wissenschaftlichen  Ergebnisse  hat  er  besonderen
  Veröffentlichungen  vorbehalten.

 

Die  „Süddeutsche  Apothekerzeitung“,  herausgegeben
  von  F.  Kober  in  Stuttgart,  bringt  seit  einiger
Zeit  dankenswerthe  Mittheilungen  über  die  in  den

deutschen  Schutzgebieten  festgestellten  oder  gebauten,

technisch  verwerthbaren  Gewächse  und  Erzeugnisse.

 

Veröffentlichungen  des  All-deutschen  Verbandes.
München.  Verlag  von  J.  F.  Lehmann:
Prof.  Dr.  E.  Hasse:  Deutsche  Weltpolitik,
D  Unold:  Ein  neuer  Reichstag,  Deutschlands
  Rettung,
Genügt  Deutschlands  Wehrkraft  zur  See?

Das  Notizblatt  des  Königlich  botanischen  Gartens
und  Museums  zu  Berlin  bringt  in  Nr.  7  eine  eingehende
  Schilderung  der  Kickxia  africana  von
Prof.  K.  Schumann  sowie  Notizen  über  die  Flora
der  Marshall-Inseln  auf  Grund  der  Sammlungen
des  Regierungsarztes  Dr.  Schwabe  von  Prof.
Dr.  A.  Engler.

Im  16.  Heft  der  Zeitschrift  „Vom  Fels  zum
Meer“  (Stuttgart,  Berlin,  Leipzig,  Verlag  Union)
schildert  Prof.  Dr.  Wohltmann  in  anziehender  Weise
Land  und  Leute  Kameruns.  Dem  Aufsatz  sind  vorzügliche
  Nachbildungen  sehr  gelungener  Photographien
beigegeben.

 

Mittheilungen  aus  dem  Versuchsfelde  der  landwirthschaftlichen
  Akademie  Bonn-Poppelsdorf,  herausgegeben
  von  Prof.  Dr.  Wohltmann.-Berlin-Schöneberg-Telge
  1897.

Nr.  11  bringt  einen  Aufsatz  des  Herausgebers
über  „Die  deutsche  Landwirthschaft  und  unsere
Kolonien.“

 

In  Nr.  2/3  der  „Oesterreichischen  Monatsschrift
für  den  Orient"  findet  sich  eine  ausführliche  Schilderung
  der  deutschen  Schutzgebiete  bel  Beginn  des
Jahres  1897.  Die  dankenswerthe  Arbeit  ist  auf
Grund  des  in  den  dem  Reichstage  vorgelegten  Denkschriften
  und  im  Kolonialblatt  enthaltenen  Materials
ausgeführt.

Dr.  Alfr.  Beddies  und  Dr.  W.  Tischer:  Ueber
Kakaoernährung.  Berlin  1897.  Konrad  Skopnik.
        <pb n="375" />
        Dr.  O.  Baumann:  Die  Insel  Sansibar.  Mit
einer  Karte  und  einem  Plan.  Leipzig  1897.
Duncker  &amp;amp;  Humblot.

Die  kleine  Schrift  stellt  das  zweite  Heft  des
dritten  Bandes  der  Veröffentlichungen  des  Leipziger
Vereins  für  Erdkunde  dar.  Bei  der  Vertrautheit
des  Verfassers  mit  der  Insel  Sansibar  war  er  in
der  Lage,  eine  erschöpfendere  Schilderung  von  ihr
zu  liefern,  als  sie  bisher  Geographen  und  Reisende
zu  bieten  vermochten.

Leo  Hirsch:  Reisen  in  Südarabien,  Mahraland
und  Hadramut.  Mit  Karte.  Leiden  1897.
Verlag  von  E.  J.  Brill.

Dem  Verfasser  ist  es  gelungen,  das  infolge  des
religiösen  Fanatismus  seiner  Bewohner  schwer  zugängliche
  Hadramut,  das  nur  wenige  Europäer  bisher
  wirklich  betreten  haben,  zu  besuchen,  und  er  bietet
hier  das  Ergebniß  seiner  mühevollen  und  anstrengenden
  Reisen.  Das  Werk  bietet  ein  großes  geographisches
  Interesse  und  wird  für  alle  späteren  Forschungen
über  diese  Gebiete  eine  gute  Grundlage  abgeben.
Die  Schilderungen  bieten  auch  für  den  Nichtfachmann
vieles  Interessante.  Zu  bedauern  ist  nur,  daß  dem
Buche  keine  Illustrationen  beigegeben  sind.

 

Sydney  Whitman:  Aus  deutschem  Leben  (Teuton
Studies).  Autorisirte  Uebersetzung  von  Dr.  W.
Henkel.  Hamburg  1896.  Haendcke  &amp;amp;  Lehmkuhl.

Die  Schrift  des  bereits  in  Deutschlands  durch
verschiedene  gute  Bücher  bekannten  Verfassers  zeichnet
sich  durch  geiswolle  Auffassung  und  Beleuchtung  der
zeitgenössischen  Ereignisse  aus.

 

Dr.  Karl  Sapper:  Das  nördliche  Mittelamerika
nebst  einem  Ausflug  nach  dem  Hochland  von
Anahugo.  Mit  einem  Bildniß  des  Verfassers,
17  Abbildungen  und  acht  Karten.  Braunschweig
1897.  Fr.  Vieweg  &amp;amp;  Sohn.

Das  Buch  beruht  auf  Reisen,  welche  der  Versasser
  in  den  Jahren  1888  bis  1895  von  Guatemala
aus,  wo  er  verschiedene  Stellungen  bekleidete,  und
als  Mitglied  einer  geologischen  Kommission  der  mexikanischen
  Regierung  ausgeführt  hat.  In  schlichter,
aber  sehr  anziehender  und  belehrender  Weise  werden
im  ersten  Theil  die  im  Allgemeinen  so  wenig  gekannten
  Gebiete  des  nördlichen  Centralamerika  dem
Leser  vorgeführt.  Der  zweite  Theil  giebt  zusammenhängende
  Schilderungen  der  natürlichen  Beschaffenheit
jener  Länder,  ihres  Volkslebens,  ihrer  Kultur  rc.

271

 

Hoffentlich  ist  es  Dr.  Sapper  vergönnt,  auch  den
südlichen  Theil  Südamerikas,  den  er  jetzt  besucht,
in  ähnlich  erschöpfender  Weise  in  einigen  Jahren  der
Welt  zu  schildern.

Kuba  unter  spanischer  Regierung.  Laudesgesetze
  und  statistische  Daten.  Vom  Königlichen
Kolonialbüreau  in  Madrid  nach  offiziellen  Quellen
zusammengestellt  und  herausgegeben.  Autorisirte
Uebersetzung  von  E.  C.  Preiß,  New-Vork  1897.

Die  Schrift  füllt  eine  schon  lange  bestehende

Lücke  aus.  Die  statistischen  Angaben  reichen  nicht

über  das  Jahr  1894  hinaus.

 

Bollettino  del  ministero  degli  affari  esteri.
Roma  1896.  Diese  seit  einigen  Jahren  von  der
italienischen  Regierung  auf  Grund  von  Berichten  der
italienischen  Gesandten  und  Konsuln  herausgegebene
Veröffentlichung  bringt  von  Zeit  zu  Zeit  kolonialpolitisch
  interessante  Sachen.  Es  sind  im  Jahre  1896
an  derartigen  Berichten  die  folgenden  erschienen:

De  Lucchi:  Produzione  del  vino  in  Algeria.

Dall'’Aste  Brandolini:  La  produzione  dell
Caffé  nel  Brasile.

Massiglia:  La  republica  Sud-Africana.

Notari:  La  republica  del  Paraguay.

Tosti:  Commercio  dei  vini  da  taglio  fra
TItalia  et  gli  Stati  Uniti.

 

Der  Hörder  Bergwerks=  und  Hüttenverein
in  Berlin,  vertreten  durch  die  Firma  Glässing
&amp;amp;  Schollwer  hat  einen  umfangreichen  illustrirten
Katalog  für  seine  Abtheilung  feste  und  transportable
Schmalspurbahnen  herausgegeben.  Der  Katalog,
welcher  für  Pflanzungs=  und  andere  gewerbliche
Unternehmungen  Interesse  besitzt,  wird  kostenlos  auf
Wunsch  versandt.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVUVU

Titterakur-Perzeichni.

Kingsley.  Mary  H.:;  Travels  in  West  Africa:  Congo
Hrançuis,  Corisco  and  Cameroons.  .
acmillau  &amp;amp;  Co.  in  London.
Cuve,  H.  W.:  The  ruined  eities  ol  Ceylon.  38  sh.
S.  Low  &amp;amp;  Co.  in  London.
Septans:  Les  expéditions  anglaises  en  Afridue.
nes  exPpôditions  angluises  en  Asie.
H.  Charles  Lavanzelle  in  Paris.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

.„Falle“  18/2.  Sydney.

S9#
S#S
KHKKK

„Bussard"  7/2.  Sydney  3/4.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

4„Condor"  11/2.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

4„Habicht“  29/8.  Loanda  3/4.  —  6/4.  Mossamedes  7/4.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
        <pb n="376" />
        .  M.
M

S  S.  „Hhäne“
S.
S.

Transportführer:

13/3.  Kamerun.

Vermessungsschiff  „Möwe“  1/2.  Matupi.
M.  S.  „Seeadler“  18/8.  Dar-es-Saläm.

272

(Poststation:  Kamerun.)
(Poststation:  Matupi.)
(Poststation:  Sansibar.)

Ablösungstransport:
Reichspostdampfer  „König“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  der  ganzen  Besatzung  für  S.  M.  S.  „Seeadler“.
a)  Lieutenant  zur  See  v.  Egidy  (Moritz)  für  die  Reise  Hamburg  —  Neapel,

b)  Kapitänlieutenant  Wilbrandt
Ausreise:  Hamburg  31/3.  —  1/4.  Amststdam  3/4.  —  7/4.  gissabon  9/4.  —  151/4.  Neapel  15/4.

Neapel—Sansibar.

 

Derkehrs-achrichten.

Nach  einer  Veröffentlichung  der  „Government  Gazette“  von  Singapore  wird  vom  1  Juli  d.  Js.
ab  zwischen  Straits  Settlements  und  Deutsch-Neu-Guinea  ein  Postanweisungsverkehr  eingerichtet.

Eintreffen  der  Post  aus  den  beutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Loß  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  falli
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin  6
Neape.  1—  Hamburg  ..  am  10.7  und  25.
g.*,  17.  *  Juni  «.«  ·
Deutsch-Ostaima..  ELLIIXX  Togogebiet  ..  ...  ·  iedes  Monats
Marseille  am  17.  Mai,  16.  d#n  Marseille  am  16.  jedes  Monats
Deutsch-Lüdbwestafrika  Southampton'  am  9.  Mai,  8.  Juni  .  Deutsch-Ueu--Gninea.Neapel.  am3o.  [Mai,  25.Juli
——  .
namer  ...  S  3.  Pd  T  t  *  Marshall  ·  Inseln  ..  -—  ader  Au  .

 

Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Postdampfschiffverbludungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

Die  Abkahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  mussen  aus
Na-  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
5*  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  5.,  26.  Mai,  16.  Juni  Tanga  20  Tage  am  3.,  21.,  24.  Mai,
eutsche  Schisfe)  120  abes-  20  3  *5  ,  Tage  m—  18.  unt
·  Brindisi  am  23.  Mai,  20.  Juni  ansibar  e  abds.
1.  Deutsch-Ostafrita.  enn  ti  —  A
arseille  am  10.  jebes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
Ac  Schiffe)  40  nins.  10i6  abds.

 

2.  Deutsch-Südwestafrika.

Warmbad  iochenic

weiter  auf  dem  wend
Tage)

Na
Gath  Kapstadt,
alle  14

Southampton
gndtan  bis

Kapstadt,  dann  deutscher
  *  Leutwein"“)

rets  busern

am  29.  Mai,  26.  Juni
40  ums.

am  25.  Mai  nachts,
25.  Juli  mittags

Lüderißbucht  29  Tage
Swakopmund  33  Tage

Swakopmund  30  Tage

am  28.  Mai,  25.  Juni
1°6  ums.

am  65.  Mai  79  abds.,
6.  Juli  6%  oms.

 

3.  Ramernn.

(4  5  Wi*
E  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  12.  Mai,  9.  Juni

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  debes  Monats
720  abds.

am  10.  Mai,  7.  Juni
15  ms.

 

4.  Cogo-Gebiet

hueber,  Liverpool  oder
arseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

ambur
ud  D

Live
gu  %%
Marseill
.  jparbisice  Schiffe)

 

 

am  10.  83  —  nachts
am  20.  jed

am  Letzten  jed.  Mis.-am
  5.,  19.  Mai,

2.  6..  30.  Juni
am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

 

Klein-Popo  *  Tage
R  titi#  Tag
ein-Popo  *  Tage
Accra  2652
von  da  ab  Sele  nnnun
Quittah  36  Tage
—  da  r  Landverdindung
von  n  .  Landverd!  dung

am  10.,  r-  und  —“
jede  eb  M
720

am  3.,  17.,  31.  Mai,
14.,  28.  Jum  lanms.

 

am  23.  jedes  Monats
10  abds.
        <pb n="377" />
        273

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  «  Dauer  Berlin  spätestens.
5  schisfungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  2.  Juni,  28.  Juli  sStephansort  45  Tage  sj  am  31.  Mai,  4.  Juni,
5.  Deutsch-Neu-Guines.beutsche  Schiffe)  abds.  26.,  30.  Juli,
Brindisie  am  6.  Juni,  1.  August  -  41  Tage  10  abds.
(Nachversand)  abds.
Brindisi  amm  9.  Mai,  4.  Juli  Jaluit  etwa  70  Tage  am  7.  Mai,  2.  Juli
6.  Marshall-  Inseln.  (Über  a7h  abds.  V  10½  abos.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linte.
Postdampfer  Reise  Leyte  Nachrichten

 

 

von  1  nach  bis  28.  April  1897
1

„Adolph  Woermann“  Loango  1  Hamburg  am  23.  April  in  Lagos.
„Aline  Woermann“  Hamburg  D  Loango  am  23.  April  in  Gabun.
„Anna  Woermann“  Sherbro  |  Hamburg  am  27.  April  Ouessant  passirt.
„Carl  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  19.  April  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Kongo  Hamburg  am  26.  April  in  Lagos.
„Ella  Woermann“  .  Hamburg  Sherbro  am  22.  April  Dover  passirt.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  25.  April  Dover  passirt.
„Gretchen  Bohlenn"“.  Kotonon  T  Hamburg  am  11.  April  in  Accra.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  I  Kotonou  am  19.  April  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  3.  April  in  Loanda.
„Kurt  Woermann“  .  Loanda  Hamburg  am  28.  April  Dover  passirt.
„Lothar  Bohlen“  Ponta  Negra  #  Hamburg  am  26.  April  in  Hamburg.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Loango  am  19.  April  in  Madeira.
„„  Marie  Woermann“  Hamburg  Luderighach  am  10.  April  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“  .  ..  Lüderitzbucht  Hamburg  am  28.  April  in  Hamburg.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Sherbro  am  27.  April  in  Sierra  Leone.
„Thekla  Bohlen  "#  Hamburg  Loanda  am  16.  April  in  Las  Palmas.
„Alida  -  ...  Loanda  I  Hamburg  am  17.  April  in  Lagos.

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrlka).

 

 

Letzte  Nachrichten

 

 

 

 

.  Reise

Neichspostdampfer  oon  1  nach  bis  28.  April  1897
„König“.  Hamburg  1  Durban  am  27.  April  an  Aden.
„Herzog"  3#.  Zt.  in  Hamburg.
„Kaiser“.  Durban  i  Hamburg  am  26.  April  an  Marseille.
„Kanzler  Durban  I  Hamburg  am  25.  April  ab  Mozambique.
„Bundesrath".  Hamburg  Durban  am  23.  April  an  Mozambique.
„Neichstag"  Durban  1  Hamburg  am  27.  April  ab  Delagoabai.
„Admiral“  Durban  «  Hamburg  am  28.  April  an  Suez.
„General“  Hamburg  Durban  am  24.  April  ab  Antwerpen.
#rrr...—..

 

 

    

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Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  Giennig  stnd  an  die  Vertriebsleilung,  Berlin  sw  12,  Kochstraße  68—71,
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  sowie  die  Lieferung  von  Zeitschriften
des  In-  und  Auslandes  nach  den  Schutzgebieten  übernimmt  billigst
S.  Mode’s  Buchhandlung  (Max  Weylandt),  Berlin  C.  S.
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J.  —..———
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        274

 

 

Urteile  aus  dem  Leserkreise  des  Echo.

Der  bekannte  nunmehr  verstorbene  Woltroisende  Otfto

Ehlers  schriob  in  der  Täglichen  Rondschan  1895

E.
anf  Soeite  413  in  seinem  Artikel  „Aus  dem  fünften  Wolttoile  Australion-Nouseoland“:

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“

Diese  Lusserung  bestäugt  auch  der  vicht  mindor  bokonnto  Alrikaroisonde  Eugen  Wolröelschon
  Foldzug  durch  ganz  Madaguskar  mitmachend,  in  seinen  Borlcht,

indem  er,  den  franten
  aus  dom  Kriogeleger  an  dos  Dorlinor  Tagoblatt  schroibt:

„Aus  dem  „Echo“  erselle  ich  stets,  was  in  der  Welt  vorgeht.“

im

A  *

 

üborzongt,  daus  ##
annls#sig  sind.  *  Der  Bla#t  n  würdon.

t  März  1895.
Der  A4#lwott  E  „Eeho  van  wir  jodeo  Wocho  sehnsüchtlig
onigogen;  bringt  es  unn  doch  immer  o  höchst.  gaeresante  Nachrichten
  von  der  Hoimat,  und  bedauere  len  nur,  dass  leh
dasselbe  ulcht  schon  früher  kensen  ler
une  non  Lüling.

-inge:  rvro.  4.  Juni  1895.
LHarzlichon  Danr  für  die  „Bi.  owarchSanne.  b  dio  dus  Prüdi-8
  „pDrüchtlg“  in  vollom  Sinno  verdiont.  Ebento  Inasen  die
br  **i  #en  lätter  ulchts  zu  wünschen  üb  ge
vollkommener  Hochschtung  lr  ergobe
t“tx“  Lalins.

Modollin,  8.  Inni  1806.
Gerne  lose  ich  das  „Echo“  und  Krite  gewöhnlich  zuorst
darnach,  währond  ich  andoro  Zoitschriften
leh  habe#  es  borite  meinen  Freunden  warm  empfohlen,  was
es  nach  Inhalt  und  überslchilicher  Euerheste
auch  verdlent.  ochachtuangsvoll  Luis  Fise

3

46  Wollington  —5  8  Road  Dublin,
„Echo“  iet  ein  vankorsicken  1  Slatt.  En  int  So  Inhaltach
  15  Verglelch  mit  den  r.  ir

Aruba,  5.  Augoet  1
v.Glejehitis  fählo  ich  mich  vomnlanst,  Ihnan  160.,
dass-  ihr..  im3  soreerrieh  Fofällt.  Bitte  lhre
lerneron  s  agon  (rossieren  wie  f(ol  Max  Oontor,  Maréclchuunsé,

  Aruba,  Colonko“  Corano,

echachtungeroll  M.  Gonter.

ada-City.  7.  Angust  1895.
Meinen  wonhin  I1lekueton.  pat  u  die  Whue  „Echo“,
%  Sie  mir  schickten,  diaselben  habon  mich  r“—iim—
ghtn,  Diese  Wochennebrit  ist  würdlg.,  ein
ccer  guter  Deutscher  ale  Srennketn  ea  meinen
herzlichon  rl  Hü#  Ihre  Freundlichkeit.  Mit  herzlichon  Grünsen.
Ihr  tronor  Fround  Ed.  Müllor.

Forst  (Lausitz),  2.  November  1895.

Kloino  ibrisetr
leh  bin  ,  Jali  1891  N.  Eeb  o,  muans  Ihn
nher  Gaten  çestehon,  drus  ich  von  der  Fiirururein  4
ez  ühberrascht  bin  und  diese  Anerkennung

*
W  u  von  meinen  enr  Framien.  geteilt  wird.
ngsdt  Arthur  Ronnenpfennig.

dar  (Toxnus),  21.  November  18.
lerts  llerron:  nabe  2*  durch  don  1nonbetipne  N
c  bostollt.  Soeit  Zahren  balto  ich  Dourx*ieel
  koino  gofundon,  dio  zun  —*  ar  nste
ppen  Raum  e  er  z  Wochenschrift
1#0  vollendet  s  bleter  al#  lhr  ehle
Achtungeroll  T.  A.  Dleckert.
mmbor  1895.

Neapol.  10.
lch  benutzo  die  Gelogenheit,  dor  lchpitchen  Ne  Redaktion  meino
r*s2  Anortonnung  aunzusprechon  für  dio  ganz  vortrattlicheo
ban  des  „Echo“.
s  hube  leh  mich  volls

—

n  u  #u#r  unterhundert
  Zelkanges  stiger.  Das  „Echo-  Ist
alncin  erquleklich  zu  legen.

ochochiungsvoll  -  oldomar  Kadon,  Schriftsteller.

Visalin  (Calilornion),  13.
mir  govandto  Wn  or  hobo  ien

mbor  1895.
Die  gee  und  übertrit
  der  Inhalt  demolben

uagen
Jonrnal  Ist  das  Beste,  was  au  8  .
clolntot  war-ten  lat.ihnensnklhkulswnnänknmthow-»-Lnåsoc
  Achtung-noli  A.  Bortoli
ordam,  16.  Dezember  1885.

Am
lch  will  hossen,  dass  Sio  n  imm  Resultat  hoben.  —
Um  da  für  mich,  ale  oiner  der  besten  Leser  Ihra
vortrofflichen  Wochenschrift  „Das  Echo“,  jeder  Empfa-  rl  —.
naeuen  Ablleferung  eln  besonderes  eVdedanE  zen  vers

ochnchtungsvoll  ergebonst
6.  A.  Heinze,  Musikdiroktor  u.  #omponist.

Rio,  18.  Dezomber  1895.
Meine  Bokannton  sind,  wie  es  sechoir.  alle  im  Resitze  Ibros
birstes,  worbe  Mn,  U#  aicie:  àltet  mmert  haann  Tants  dio  Beu#ntor
  weiteron  Kroisen  dle
*  Fp  “  N  un  vollen-  Veherkengan
äang  Licht  stell

 

Das  Echo,

Zzuwenden.
wird  daher  ze

Organ  der  Deutschen  im  Auslande  und  Chronik  der  Zeitereignisse,
beirachtet  es  insbesondere  als  sein
ben  der  Dentschen  im  Auslande  die  Hebevollste  Anfmerksamkeit  zu-Deutsche

  im  Auslande  gebeten,  seine  Adresse

ce  Anfgabe,  dem  Leben  und  Treider

  Verlagshandlung


H.  Schorer,  G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstr.  29,

damit  dieselbe

   
 
 

der
rWms
eich

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lange  Zeit  dlrekt  vom  Verlag  oder

hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  u.  portotrei  zu  aberspnden.
und  .

   
   
 
 
 
 

untor

“

Un  Tage  der
nen  zur  belleblg
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*3  □—
von  25  —
2  *sßzr?  FrI
Aug.  Miche!
Holflleferant  5sd  2  □—
Strassburg  i.  EIs  *5  Z
Spezialität  für  den  2a  *
Export  l  S  SD
besonders  für  feinere  Fleisch-  "r*sm  6
onserven.  (0)  —  -
Mlelalge  Agenten  für  den  Export:  *5  2
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.  12#  1.—
1  sz  »sp.  t-F
  E  15#.  W  I  17  E
)  "  *52  S  —  “  —
-b  50%  .  1½m.—
*  o  S:;  5  ,  PL«2-Neue
  Putterpflanzenf  ZEIT-R  »  o-t-I-l
Latliykus  sslvostkss  Wagneri  53  17#  l  □
Waldplatterbsc).  73  5  —  777
Nochrdrehele,  von  allen  schäd-  5  -—□  1  1  5  —  FrI
lichen  Bittertogen.  bekreit  5  P—  .  -  "
Gedeiht  auch  auf  den  Armsten  878  —  §  S  cA5
Bodenarten,  selbst  sand,  Geröll.  18  S  —
HKöchster  Währwerth  von  25—30%  7–5  5  .  .—.
Protein  (Klee  nur  13,50/).  »  .  =  «
Ausdauernd—widersteht  —  4“  M  —
Lathyrus  latifolius  Bastard  12  =  «  I

 

gleichfalls  ergiebige  und  widerstandesfähige
  Futterpflanze.  Auch
für  feuchten.  —#  geeignet.
Proteingehalt  22,21  0.
Polygonum  sachalinense
Sachalin  -  Knöterich).

Gedelht  ausdauernd,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  boden.
Protelngehalt  18,97  0/%.
Tüchtige  Vertreter  für  In-  und
uslund  gesucht.

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B)1  !;“

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3  uwasserdientem  Deberaug
(wie  obenstehende  Abbildung)  mit  abkubpfbarem,  welchgefulltem
  Kopfklesen  und  Windschirm,  aus  sehr
welchem  Stof  hergestellt,  äusserst  praldisch  für  die  Relee,
eauf  der  Jagd,  bei  Geblrgstouren,  für  die  Tropen,  im
Vaner  4½%  kann  mit  dem  lestsitzenden  Plaidriemen

 

 

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heiten  und  Uugerloler,  auss.  Gebran  Tasch  wieder  zusammengese

n.hp–.  Freis  (für  mittelgrosse  Person)  150  em  lang  Mr.  20

8  ritzen.  %  (kür  grosse  Person)  170  „  „

86  „Hllür  sehr  grosse  Person  »-m-
  aast  Beschreib-II  Nur  zu  beziehen  vom  alleinigen  Pobrikanten  us  «

·kg·  UYHJMI  4  Ce.  Dinslaken  I  am  Rhein.  Ferd.  Jacob,
Frankfurt  a.  M.  und  Berlin  N.  Fabrilk  porös-  wasserdichter  LKxleidung.
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        E#

“m

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Bonn  etc.;  die  Stadtkrankenhäuser
in  Berlin,  Hamburg,  Dresden,  Köln,
Darmstadt,  bansc  München,  Magdeburg,
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von  10  Kilo  bis  100  Schiffstonnen,
zur  Eniwickeluns  von  Acetylen-KFas
  vermittelst  einsachen  Wassernulgusses,
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Steinkohlengas  stellt,  bei  einer  15mal
grösseren  Leuchtkraft.  und  3½  mul
intensiverem  Lichte  ale  Gasgluüblicht.
Jedermann  in  Dortl  und  Stadt  kann
sich  dus  Acetylengas  ohne  grosse
Kosten,  vollständig  gefahrlos  im
Entwickler,  bereiten  und  in  Reservoiren
  vorräthig  halten.  Einfache
Apparate  können  überall  spottbillig
hergestellt  oder  bezogen  werden.
ein  Niugaramaterinl  lielert,  wie
amtlich  festgestellt,  nur  ganz  reines
Gas  und  grösste  Ausbeute.  In  allen
Ländern,  Stanten  und  Stüdten  werden
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.  Hesse,  Hamburg,
0  Banks  Strasse  70.  (0526)
Telegr.-Adresse:  „Calcearbid.

 

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Kessier  Cabinet

dry  &amp;amp;  eltra  dry

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K.  W.  Hoflieferanten
Ces)  Esslingen.

 

 

 

 

—  278  —

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(sal-saures  Phenocoll)
allen  e  bestens  empfohlen.

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Allbeienr  Prosessor  Cervello,  Dr.  Cuceo,  Dr.  Dull  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  Vonturn  und  viele  undere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Mulurin  erzielt.  Anch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Allier)  und  Dr.  „Dupont  in  Bomn  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  dic  offrielle  Einreihung  des  Medikuments  in  die  stnatlichen
Verschreibungen  des  Kongostantes  veranlusst.

Das  halzsaure  kenocroll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen

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Hamburg:  Gebrlder  Oldenburg;
Barcelonn:  1J.  EPspiell;  16).
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Parls:  Mar  Prèes,  31  rue  des  peiltes  bcurses:
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werden  in  Wohlgeschmack  nicht  übertroffen  und-  *  bei  gleicher
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täglich  50  Centner  Rohknkuo,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Spitze  der  deutschen  Schokoladefabriken  stellt.  65)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.

..
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Tutti  Frutti,
Preisgekrönte  Fabrik  kandirter  Erlichte
und  Frlichte  in  Likör  und  Sirop,
für  den  Export  gearbeitet,
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San  Murtino  d’Albaro,  Genun.

Fubrikmarke  deponirt.  0)

 

 

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Fabrik  n.  Fxport  von  Musikinstrumenton,
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Semisdeglserne  Ponster

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und  Thore  kertigt  als  Spezialität
Zimmermann,  Bautzen.

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Varantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (110)
Hammer  Brotfabrik,  Hamm,  Westf.

 

 

 

 

 

 

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Wurkmaschinen  Patent-Selbstschuss

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Raubthlerfallen  9  ¾

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und  den  afrikanischen  Kolonien.

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oflerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemfisen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  lielert,  so  offerire  ich  für  grüsseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—

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Am  10.  Mai:  P.  D.  „Lotnar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Häfen
der  Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Mai:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,
via  Antwerpen  vach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruflsque,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Mai:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  25.  NAai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Am  31.  Mai:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas  von
Landana  bis  Loanda.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  25.  Mai,  25.  Juli,  25.  September
  und  25.  November.
Alle  Güuter  milssen  um  Tuge  b07  cem  Abgpanpsdatum  bis  I2  Uhr  mitsadOs  Ednosseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
Hamburg,  Fr.  Reichenstrasse  27.

 

Demsche  Ost.  Afrilkae  Linie.

Oreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.

 

Die  nächsten  fahrplanmössigen  Expeditionen  finden  statt:  ub  Hamburg  ab  Nenpel
R.  P.  D  „RTOGTDoppelschrauben)  Capt.  v.  Issendorll,  12.  Mai,  26.  Mni,
R.  P.  D.  „AIpHMIRAL“,  Capt.  Wesst  ...  2.  Juni,  16.  Juni,
R.  P.  D.,  „KANZLER“,  Capt.  Eln  ...........  23.  Juni,  7.  Juli,
R.  P.  D.  v„REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskan  14.  Juli,  28.  Juli,

nach  Tanga,  Dar-es-Saláäm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal-Diese
  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamopyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  2ems  Kap  der  gieten  MHMohn##eng
direkt  nach  Durban,  Delapyoca-Bai,  Mna,  NVosst  B6é.
Jachste  Expedition:  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  am  6.  Juni  1897.—
Die  Dampfer  Raben  borzckoliche  Einzicheengen  fllr  Pnssagtere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.  *5
Näheres  ertheilt  in  Hambur  (0)
wegen  Passage  die  Hlamie#g.  Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amisblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablhrilung  des  Auswärtiger  Auts.

VlII.  Jahrgang.  terlin,  15.  Mai  1897.  Uummer  10.

9ow  "  Beitschrift  #  gäst  in  der  Regel  am  1.  und  u15.  jedes.  Srrs  Derselben  n  als  —  beigesgn  die  mindestens  einmal  vixrtell

incnde  m  von  Forschun  neuhonr  I  III-d  ,ksasgoscoavoa

III  Der  vierteljährliche  see  e  x  olonialblatt  Fn  8  a  Ponnän.  beim  Bezuße  durch  die  Ber  und  die

frre  .—,  direkt  unter  Streisba  usch'  bnn  “t  Kouchhandliung  —  ür  Deutschland  und  Ocllerch  ich--Ungarn,  Mk.  s  für

die  nden  u  wrr  Tinserchun  Aan  burs  a  one-IF  dasql  ofbuchhqndltmvonnicStein  d  Mittler
n,  Berlin  sw  is  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  becs  ie  ebn  in  ure  Zeitungs-Preisliste  für  1897  unter  Nr.  1977.)

Inhast  Amtlicher  Sheil  azweifung  der  Grutto-Ein  Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  für  den
lien

 

 

mat  Februar  189

Nichta  Annucer  *  gon  =  284.  —  Deutsch-Ostafrika:  Fortschritte  der  Kulturseetien
  in  Usambara  S.  284.—  Jon-  der  Expedition  Schillings  S.  286.  —  Berizt  des  ——  —  Ramsay

.  286.  —  Kamerun:  Ueber  den  Parakautschukbaum  Hevea  brasiliensis  aturwi  slenschaftlche
Sammngen  S.  289.  Deutsch-Neu-Guinea:  Bevölkerung  des  *  W  r  nach  Maßgab
Wohnsitzes  am  31.  G*s  188  S.  289.  —  Aus  dem  Boreiche  der  Missionen  und  der  3.  A#b  6
8  6  S.  290.  Aus  fremden  Kolonien:  Die  Goldküste  im  Jahre  1895  S.  293.  —  Lagos
S.  295.  —  Ueber  den  ummigegbilumkende  am  Senegal  S.  296.  —  Handel  und  2  Schiffahrt.  von  Mozambique
S.  297.  Norfolk-Insel  #  Verschiedene  Mittheilungen:  n  4.  298.  —  Das  Walhornsche
tragbare  Trodeshl  Iusel  .  —  Litteratur  S.  298.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  300.  —  Schiffsbewegungen
  S.  300.  —  4ä  2  d.  S.  300.  —  Anzeigen.

 

 

 

 

 

Amtlicher  Theil.
DPerordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.
Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika

  im  Monat  Februar  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3225  Mk.)

 

Zölle  für  Schisffahrts.Holzschlag.  Meben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhr  sabgabe  Gebuhren  Einnahmen

Rp.  P.!  Rp.  1P.!  Rp.  P.]  Rp.  1P.!  Rp.  P.!  Rp.  P.  —  Mk.  Pf.

Tanga..  1410044  47  50  3811437220
Kantn  ..  1707276638  3

8  13  02  844421  =  11167  62

Insgesammt

 

17
—  14
Baga  11846  59  02  —  16  104  1002527603  =  33427  62
Da88  r*  ...  1192531154926  65—(39811)1432124283-1643016
ilwa  ..  4905  31078155520104
Nüindann..  .....  800556713405  21—  2222  96521028007-1359542«

 

Zusammenwssbössslssæ  29819478249321-10909743
—  —  —  —  —  —  —  —

310  r.  73618  Mk.05  Mk.058  Mk.4  Mk.

66  5  Pf.  41  Pf.  10  Pf.
*)  Mit  —  einiger  Reste  seelt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  109  204  Mk.  67  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Februar  1897  betrug  199  955  Rup.  =  264  440  Mk.  49  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Februar  1897  betrug  573  780  Rup.  =  758  824  Mk.  05  Pf.

 

 

 

 

 

68
z

 

 

 

 

 

 

 

 

Personalien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hauptmann
v.  Besser  vom  Füsilier-Regiment  General-=  Feldmarschen.  Graf  Moltke  (Schlesischen)  Nr.  38  den  Rothen
Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.
        <pb n="388" />
        284

Maiferliche  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  4.  Mal  1897.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Sand,  bisher  Sekondlieutenant  im  Königlich  bayerischen  8.  Infanterie-Regiment  Pranckh,  mit  dem
28.  April  d.  Is.,  mit  einem  Patent  vom  5.  März  1892,  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Stabsarzt
Gaertner  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  zu  verleihen.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVWVWVWVWVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Bezirksamtmann  v.  St.  Paul-Illaire,  der
Feldmesser  Lammert,  der  Kalkulator  Andres,  der
Registrator  Göhring,  der  Zollbeamte  Otto,  der
Maschinist  Lüdemann,  der  Materialienverwalter
Zimmermann,  der  Steuermann  Gerschewski
und  der  Schreiber  Lichtwark  haben  einen  Urlaub
angetreten.

Der  Vermessungstechniker  Leopold  ist  mit  Urlaub
  in  Deutschland  eingetroffen.

 

 

Der  Landmesser  Lohrisch  ist  Ende  März  in
Dar-es-Saläm  eingetroffen.

 

Der  Maschinentechniker  Sparmann  ist  nach
Dar-es-Saläm  abgereist.

 

Ramerun.

Der  Stationsvorsteher  Lieutenant  Dominik  hat
einen  Erholungsurlaub  nach  Deutschland  angetreten.

 

Der  Stationsleiter  von  Johann  Albrechtshöh  am
Elefantensee  Conradt  hat  die  Wiederausreise  nach
dem  Schutzgebiet  angetreten.

Der  mit  Untersuchung  der  Bodenverhältnisse  am
oberen  Mungo  betraute  Dr.  Wilsing  ist  Ende  März
nach  Kamerun  zurückgekehrt  und  hat  sich  von  da
nach  Deutschland  eingeschifft.

 

 

Der  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  angenommene
  Maschinist  Lin  denberg  ist  nach  Kamerun
abgereist.

Gerichtsaktuar  Hennes  ist  im  März  in  Kamerun
eingetroffen.

 

 

Zimmermann  Liebold  und  Schiffszimmermann
Seyer  sind  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  nach
Kamerun  abgereisst.

Cogo.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Köhler  ist
mit  Urlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

 

Premierlieutenant  v.  Massow  ist  von  seiner
Expedition  Ende  März  nach  Lome  zurückgekehrt.

 

Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Premierlieutenant
  à  la  suite  des  Feldartillerie-Regiments
General-Feldzeugmeister  (1.  Brandenburg.)  Nr.  3
Wegner  ist  nach  Lome  abgereist.

 

Unteroffizier  Bünger  ist  Anfang  März  in  Lome

eingetroffen.

Gärtner  Warnecke  ist  im  Februar  in  Sebbe

 

eingetroffen.

Büchsenmachermaat  Wlodazack  ist  in  den  Dienst
der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  getreten  und
nach  Lome  abgereist.

ichten  aus  den  deukschen  Schuhnebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Plafrika.
Fortschritte  der  Rulturstation  in  Usambara.
Landwirth  Eick  hat  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
  in  Dar-es-Salam  über  die  Fortschritte  der  von

ihm  geleiteten  Kulturstation  in  Usambara  in  den
Monaten  Dezember,  Januar,  Februar  ausführliche

Berichte  eingereicht,  aus  welchen  die  nachfolgenden
Auszüge  besondere  Beachtung  verdienen:
Kwai,  den  1.  Januar  1897.
Der  verflossene  Monat  brachte  in  seiner  ersten
Hälfte  ausgiebige  Niederschläge,  die  dann  jedoch
täglichen,  trockenen  Winden,  dem  üblichen  Abschluß
des  Mvuli,  Platz  machten,  welche  den  Pflanzungen
        <pb n="389" />
        wenig  zuträglich  waren,  wenigstens  soweit  dieselben
noch  jung  und  für  Wasserzufuhr  nicht  erreichbar
waren;  Weizen,  Roggen  und  eine  früh  ausgesäte
Haferprobe  stehen  in  der  Aehre,  der  rechtzeitig  gesäte
Hafer  und  Weizen  will  schießen,  Mais  ist  bald  reif,
Rumkelrüben  haben  gut  angesetzt,  Wicken  und  Erbsen
sangen  bald  an  zu  blühen;  Calyxus  steht  gut,  Roggen
schlecht,  wegen  der  schlechten  Saat  und  des  wohl  zu
schweren  Bodens,  und  ein  kleines  Versuchsfeld  von
allen  Arten  Feldgewächsen,  das  vor  Kurzem  noch
umgelegt  wurde,  um  zu  erforschen,  wie  sich  die  jungen
Pflanzen  in  der  trockenen  Zeit  verhalten,  ist  noch  zu
lung  zu  einer  Beurkheilung.  Im  Versuchsgarten
steht  Alles  nach  wie  vor  gut,  auch  der  Tabak  hült
sich  bis  jetzt  in  der  Trockenheit  gut;  leider  zeigt
derselbe  jetzt  eine  starke  Rippe  und  ein  dickes  Blatt,
doch  mag  dies  wohl  in  der  Sorte  liegen,  da  wir
von  den  feinen  Tabaken  (Deli  und  Sumatra  2c.)
nichts  erhalten  haben.  Der  zuerst  gesäte  Tabak  wird
a  adr  reif  sein.  Mit  dem  Verschulen  der  einzelnen
aumarten  ist  begonnen,  die  verpflanzten  Bäumchen
ehen  gut.  Der  Kaffee  kommt  jetzt  aus  der  Erde
und  wird  hoffentlich  um  Mai—Juni  aufs  Land
vn  racht  werden  können.  Die  vier  eingefahrenen
chsen  ziehen  fleißig  und  sind  augenblicklich  mit
Holzfahren  beschäftigt.  Das  Maulthier  und  die
Schweine  sind  munter;  ersteres  wird  benutzt  zur
Wegekontrole.  Der  Stationsbau  schreitet  langsam
vorwärts,  wird  dafür  aber  mit  der  nöthigen  Akkuratesse
  ausgeführt  in  Hinblick  darauf,  seineni  Zweck  auf
längere  Zeit  hinaus  dienen  zu  sollen.  In  den  Weihnachtsfeiertagen
  ist  einer  der  Herren  nach  Lunguza
gegangen,  um  das  Kalkbrennen  zu  inspiziren,  und
hat  sich  zufriedenstellend  darüber  geäußert.  Bei
dieser  Gelegenheit  ist  der  erste  Versuch  des  Lastentragens
  mit  Eseln  gemacht  worden,  der  gut  ausgefallen
  ist,  soweit  das  Terrain  nicht  allzu  bergig  und
steinig  war;  es  wäre  damit  die  Verwendbarkeit  auf
dem  glatt  ausgehauenen  Verbindungswege  nach
Mombo  erwiesen.
Der  Momboweg  ist  bis  zum  Wald  am  Mkusu
für  den  Wagenverkehr  fertig,  im  Walde  selbst  muß
er  stellenweise  noch  elwas  erweitert  werden;  durch-Lehauen
  ist  er  bis  zum  Kungulukberg,  tracirt  etwa

km  weiter.

·  Den  31.  Jannar  1897.

d  Bereits  im  Anfange  des  Monats  Januar  hat
er  Regen  mit  Ausnahme  ganz  geringer  Gewitternirderschlige
  aufgehört,  aber  nicht  der  scharfe  Wind,
der  an  manchen  Tagen  sehr  heftig  weht  und  das
Land  sehr  austrocknet.  Wenn  die  Pflanzungen  sich
trot  dieser  anhaltenden  Trockenheit  immer  noch  halten,
logar  zum  Theil  (Runlelrüben,  Hafer,  Weizen,  Mals)
feudig  weiter  wachsen,  so  ist  dies  wohl  den  reichschen
  Morgenthauen  und  der  Kapillarität  bezw.  der
Gosferkapazitst  des  Bodens  zuzuschreiben.  Hafer,
*  sen  und  Runkelrüben,  drei  sehr  wichtige  Faktoren
7l  der  Viehhaltung,  können  in  der  Heimath  nicht
sser  stehen  wie  hier.  Von  Weizen  sind  bis  jetzt

285

 

nur  die  mit  Taboraweizen  gemachten  und  als  zufriedenstellend
  zu  bezeichnenden  Versuche  vorhanden,
doch  entspricht  dieser  Weizen  mit  seiner  kurzen  Aehre
und  dem  kurzen,  brüchigen  Stroh  nicht  den  Ansprüchen
  eines  europäischen  Landwirthes,  da  er  besonders
  vom  Stroh  nicht  die  gewünschte  Masse
liesert;  ich  glaube  jedoch,  daß  unsere  Sommerweizenarten
  ebenso  gut  hier  gedeihen  und  erheblich  bessere
Erträge  liefern.  Es  empfiehlt  sich,  die  Saaten  aus
südlichen  Gegenden,  vielleicht  Italien  oder  Aegypten
oder  Algier,  zu  beziehen,  was  bei  der  kurzen  Keimfähigkeit
  des  Roggens  von  Wichtigkeit  ist,  abgesehen
davon,  daß  die  in  südlichen  Gegenden  gezogenen
Spielarten  sich  rascher  entwickeln  und  mehr  Masse
geben.  Der  Kaffee  auf  den  Saatbeeten  ist  ungleich
aufgegangen,  steht  sonst  befriedigend  ohne  Beschattung;
Tabak  ist  leider  etwas  angestoßen  vom  Winde;  derselbe
  soll  jetzt  eingebracht  werden.  Die  Baumschulenpflanzen
  sind  durch  geeignete  Beschattungshütten  den
schädlichen  Einflüssen  von  Sonne  und  Wind  entzogen
und  gedeihen  gut.  Die  zuerst  angelegten  Gemüsepflanzungen
  sind  in  Samen  geschossen  und  werden
im  nächsten  Monat  abgeerntet  werden  können.  Der
Stationsbau  ist  in  dlesem  Monat  nicht  merklich  vorgeschritten,
  da  die  zuletzt  gekommenen  acht  Fundis
(Maurer)  die  Arbeit  heimlich  verlassen  haben.  Der
Kuhstall  ist  bis  auf  den  Bretterbelag  des  Kornbodens
fertig,  für  das  Wohnhaus  wird  jetzt  der  Dachstuhl
angesertigt  und  für  die  Molkerei  und  Käserei  sind
die  Fundamente  hochgemauert,  so  daß  mit  dem  Bau
der  Luftziegel  begonnen  werden  kann.

Das  Vieh  ist  gesund  und  munter.

Den  1.  März  1897.

Der  Monat  Februar  war  mit  seinen  ausgiebigen
Niederschlägen,  dem  oft  bedeckten  Himmel  und  den
milden  Nächten  den  Pflanzen  erheblich  günstiger  wie
der  Januar.  Die  Grasnarbe,  die  im  Januar  einen
braunen  Schein  bekommen  hatte,  nahm  ihr  saftiges
Grün  wieder  an,  und  Baum  und  Strauch  stehen  in
voller  Blüthe  und  werden  hoffentlich  bald  Samen
geben.

Auf  der  Station  geht  Alles  seinen  geregelten
Gang.  Im  Versuchsgarten  sind  die  neu  gekommenen
Sämereien  ausgepflanzt  und  die  alten  gedeihen  gut.
Die  Wein=  und  Kaffeepflänzchen  schreiten  rüstig  in
ihrer  Entwickelung  fort,  letztere  allerdings  erst,  nachdem
  sie  Schutzdächer  erhalten  haben.  Ich  glaubte,
derselben  entbehren  zu  können,  der  Januar  jedoch
mit  seinem  Sonnenbrand  und  den  austrocknenden
Winden  machen  dieselben  zur  Nothwendigkeit.  Da
ich  nicht  ermitteln  konnte,  ob  Sonnenbrand  oder
Wind  im  Jannar  an  dem  Stillstand  im  Wachsthum
der  Pflänzchen  die  Schuld  trugen,  sind  zwei  Beete
versuchsweise  unbedeckt  geblieben;  diese  beiden  Berte
zeigen  jetzt  zur  Genüge,  daß  die  Sonnenstrahlen
auch  hier  oben  auf  den  Bergen  in  den  Mittagsstunden
  zu  heiß  für  die  kleinen  Kaffeepflänzchen  sind.
Der  Tabak  ist  jetzt  eingeerntet  und  befindet  sich  zum
Trocknen  im  Dachstuhl  des  Kuhstalls.  Derselbe  ist
        <pb n="390" />
        je  nach  der  Sorte  sehr  verschieden  ausgefallen.
Während  die  eine  ein  grobes  Blatt  mit  dicker  Rippe
zeigt,  hält  Herr  Leiby  andere  Sorten  dem  Delitabak
  für  ähnlich  und  sehr  wohl  für  Cigarrenfabrikation
  geeignet;  wieder  eine  andere  Sorte  mit  riesigen
Blättern  ist  in  ihrer  Blattsubstanz  seidenweich  und
dünn,  hat  jedoch  starke  Mittel=  und  Zweigrippen;
dieselbe  ist  als  Cigarettentabak  bezeichnet.

In  der  europäischen  Schamba  gehen  Hafer,
Weizen,  Runkelrüben,  Sorghum,  Erbsen  der  Aberntung
  entgegen;  die  bereits  abgeernteten  Parzellen
erhalten  angenblicklich  die  Wendfurche,  um  nach  etwa
vier  Wochen  zur  Saat  gepflügt  zu  werden.  In  der
jetzigen  Regenzeit  will  ich  nicht  säen,  da,  wie  ich
höre,  auf  dieselbe  eine  zweimonatliche  Trockenzeit
folgt  und  dann  erst  die  Masika  eintritt.

Expedition  Schillings.

G.  Schillings,  Mitglied  der  Expedition  von
Dr.  M.  Schoeller  nach  dem  Victoria-Ayansa,  hat
nach  seiner  Rückkehr  zur  Küste  von  Masinde  aus
über  den  Pangani  einen  Vorstoß  in  die  Massaisteppe
unternommen  mit  der  Absicht,  den  von  Dr.  Fischer
und  Dr.  Baumann  erkundeten  Kiniarölsee  zu  erreichen.
  Indem  sämmtliche  70  Träger  unter  Zurücklassung
  alles  nur  irgendwie  entbehrlichen  Gepäcks
mit  Wasser  beladen  wurden,  erreichte  die  Expedition
in  drei  Gewaltmärschen  eine  Reihe  von  zehn  kleinen
Seen,  die  Regenansammlungen  in  den  Felsengraten
darstellen.  Die  Namen  derselben  sind,  vom  Rufu
aus  gerechnet,  wie  folgt:

1.  Lolmerihéri,  2.  Meséra,  3.  Ndbbe,  4.  Ngirringhirrhe,

  5.  Ndurutu  la  Nyuki,  6.  Lörh,
7.  Olongoschwä,  8.  Loilälei,  9.  Norbörro,
10.  Lloidikush.

Von  diesen  haben  nur  Nr.  2,  5  und  6  beständig
Wasser.  Der  Kiniaröksee  existirt  nicht,  dieser
Name  bezeichnet  vielmehr  ein  sandiges  Hochplateau,
das,  von  der  Ferne  gesehen,  den  Eindruck  eines  Sees
hervorgerufen  haben  mag.  Sämmtliche  Seen  sind
in  der  Trockenzelt  nur  wenige  Hektar  (zwischen  zwei
und  zwölf)  groß,  in  der  Regenzeit  gewinnen  sie  dann
die  zwei=  bis  vierfache  Ausdehnung.  Theilweise
scheinen  die  Seen  sehr  tief  zu  sein.  Eine  Reihe  von
zum  Theil  steil  und  unvermittelt  aus  der  Ebene  sich
erhebender  Berge,  von  denen  der  Loßkit6,  Dawaß,
Dsomascél  Losséra,  Mogotani,  Wabarré  und  Sauiny
hervorzuheben  sind,  liegen  in  der  Nähe  der  Seen.
Leider  aber  gestattete  der  Wassermangel  ihre  Bereisung
  und  Erforschung  nicht.

Bericht  des  Kompagnieführers  Ramsav.

Aus  Udjidji  berichtet  unter  dem  5.  Jannar  1897
Kompagnieführer  Ramsay  Folgendes:

286

 

Die  Anfertigung  der  in  Udiüdjl  üblichen  Seife
(kifeve,  kifueve)  sowie  das  Brauen  von  Bananenpombe
  und  das  Brennen  von  Bananenschnaps  bilden
neben  dem  Flechten  von  Matten  aller  Art  und  der
Töpferei  hier  die  wichtigsten  Hausindustriezweige.

1.  Die  Herstellung  der  Seife  geschieht  in  folgender
  Weise:  Trockene  Bananenblätter  und  die
Schalen  von  reifen  und  unreifen  Bananen  werden
zu  Asche  verbrannt.  Die  Asche  wird  dann  in  einem
Sieb  mit  Wasser  übergossen  und  das  ablaufendc,
stark  salzig  schmeckende  Wasser  wird  so  lange  stark
gekocht,  bis  ein  dicker  Brei  entsteht.  In  einem
anderen  Gefäs,  ist  inzwischen  Palmöl  (mavesse
[Kisuaheli),  mawuta  IKidüdjil)  so  lange  gekocht
worden,  bis  es  weiß  geworden  ist.  Der  Aschbrei
und  das  Oel,  Beides  heiß,  werden  dann  zusammengemischt
  und  zusammengekeetet.

Wenn  dieser  Brei  kalt  geworden  ist,  ist  die  Seife
(kileve)  fertig,  und  es  werden  dann  die  im  Handel
gebräuchlichen  kleinen  Bälle  geformt,  von  denen  jeder
eine  Pesa  kostet.  Wo  es  kein  Palmöl  giebt  (Tabora),
sollen  die  Eingeborenen  Rinderfett  zur  Bereitung  der
Seife  anwenden.

Hierbei  erwähne  ich  eine  wenig  bekannte  Eigenschaft
  des  Palmöls.  Wenn  man  Palmöl  mit  einem
Pinsel  auf  glatte  Lehmwände  streicht,  wie  Oelfarbe,
  so  werden  die  Wände  nach  zwei  bis  drei
Tagen,  nachdem  das  Oel  eingezogen  und  getrocknet
ist,  weiß.  Es  wird  hier  vielfach  benutzt,  um  die
Wohnungen  innen  zu  weisen.

2.  Bananenpombe  wird  in  folgender  Weise  hergestellt:
  Ein  etwa  1  m  tiefes  und  1  qm  großes  Loch
wird  einen  Tag  lang  stark  mit  Feuer  ausgebrannt,
dann  mit  unreifen  Bananen  ganz  vollgefüllt  und
mit  Erde  ganz  zugedeckt.  Nach  zwei  bis  drei  Tagen
sind  die  Bananen  „reif“  geworden;  die  Schalen
werden  abgemacht  und  die  Bananen  dann  in  einem
Miniaturmtumbi  (kleines  Boot,  Trog)  zu  einem  Brei
gestampft.  Diesem  Brei  wird  wie  Häcksel  geschnittenes,
  trockenes  Gras  beigemengt  und  das  Ganze  gehörig
  durchgeknetet.  Dann  wird  dieser  Brei  zwischen
langes  Gras  gelegt  und  ausgewunden.  Diesem  ausgequetschten
  Saft  wird  dann  mtama  (Hirse,  konge
lroth]  oder  mevere  lweißl),  der  erst  geröstet  und
dann  gestampft  ist,  zugesetzt.  Diese  Mischung  wird
dann  zwei  bis  drei  Tage  an  die  Sonne  gesetzt  zur
Gärung.  Nach  zwei  bis  drei  Tagen  ist  die  Bananenpombe
  (usoga)  fertig  und  schmeckt  noch  süß.  Je
länger  die  Pombe  steht,  desto  schärfer  und  berauschender
  wird  sie.

3.  Aus  dieser  Bananenpombe  (nsoga)  brauen
die  hiesigen  Leute  einen  ganz  klaren,  sehr  starken
Schnaps,  der  wie  Kornbranntwein  aussieht.  Das
mit  nsoga  drei  Viertel  angefüllte  mtungi  a  ist  auf
einem  Feuerherd  eingemauert.  Zugedeckt  wird  das
mtungi  a  durch  ein  verkehrt  aufgesetztes,  kleines,
dicht  schließendes  mtungi  5.  Um  die  Luft  ganz
abzuschließen,  werden  beide  mtungi  (a  und  0)  sowie
        <pb n="391" />
        der  erste  Theil  des  aus  5  herausführenden  Bambusrohres
  mit  Lehm  zugedeckt.

Das  Bambusrohr  c  führt  wieder  in  ein  kleines
mtungie,  welches  umgekehrt  auf  ein  großes  mtungi!,
dicht  schließend,  aufgesetzt  ist.  Die  in  a  befindliche
Pombe  wird  nun  stark  gekocht;  der  Pombedampf
steigt  durch  5  und  das  Bambusrohr  c  nach  e.  Das

 

287

Bauanen  matoke,

Salz  umunio,
Wasser  amassi  (amatsi),
verbrennen  kukossa,
Sieb  intalo  (Kisuaheli  kitunga),
übergießen  kuvundula,
ablaufen  kukereka,

schmecken  kulamba,

stark  tschane,

kochen  kuteka,

Brei  mgali,

Palmöl  mawuta  (Kiswere

mavesse),

zusammenmischen  kuwika
amös,

kalt  werden  kulika  vihole.

 

mtungi  e  wird,  um  den  Dampf  abzukühlen,  mit
altem  Wasser  begossen.  Die  sich  in  7  ansammelnde
Flissigreit  ist  der  Bananenschnaps  moinfo  (Kiswere)
oder  tjiüsa  (Kidjidii).

Eine  Weinflasche  kostete  hier  etwa  5/:  Rupie.

Der  Schnaps  ist  sehr  stark  und  berauscht  die
Leute,  selbst  nach  verhältnißmäßig  geringem  Genuß,
so,  daß  sie  völlig  besinnungslos  sind.  In  der  ersten
Zeit  unseres  Hierseins  konnten  wir  uns  diese  häufige
sinnlose  Betrunkenheit  der  Askaris  nicht  erklären,  bis
uns  durch  einen  Zufall  die  Schnapsbrennerei,  die
sehr  verbreitet  war,  bekannt  wurde  und  damit  die
Irsache.

Ich  habe  daraufhin  das  Brennen  von  Schnaps
unter  Androhung  hoher  Strafen  ganz  verboten.

Bezeichnungen  in  Kidjidji:
Feuerherd  mabiga,
euer  mliro,
Topf  (mtungi)  muhanga,
Pombe  (njoka)  nsoga,
ehm  iwuwuwu,
Dampf  ilulo  (Kisuaheli  mwuka),
Bambusrohr  msuno  (Kisnaheli  muanzi),
abkühlen  kuhola,
mtumbi  (kl.)  zum  Stampfen  der  Bananen  böät,
Loch  zum  Gären  der  Bananen  kiovo,
lätter  (Gras)  njassi,  klein  geschnitten  wie  Häcksel
nsovu,
auswinden  kukannia  (Kisuaheli  kamua),
vermischen,  vermengen  kuwerera,
Sonne  ssuwa,
gären  kurahije,
sche  von  Bananenblättern  mawavi  matoke  —
kitassi  (Ziwu),
chalen  von  Bananen  vio  ja  fa  matoke  6
reif  ladise,  "I
unreif  mbissi,  1

jenigen  aus  altem  Holz  bewurzelten.

lKamrrun.

Ueber  den  Parakautschukbaum  Hevena  brasiliensis
im  botanischen  Garten  zu  ictoria

berichtet  Dr.  Preuß  Folgendes:

Die  Herea  brasiliensis  wurde  im  Jahre  1891
zum  ersten  Male  im  botanischen  Garten  in  Victoria
angepflanzt.  Von  den  damals  aus  Para  angekommenen
  zwei  Pflanzen  ging  die  eine  bald  ein,  da  sie
der  Seebrise  zu  sehr  ausgesetzt  war.  Die  zweite

entwickelte  sich  zu  einem  2  m  hohen  Bäumchen,

welches  leider  von  einem  Tornado  entwurzelt  wurde.
Es  wurden  im  Anfange  der  Regenzeit  1892  mehrere
Stecklinge  daraus  gemacht,  von  denen  sich  nur  die-Gleichfalls
  im
Jahre  1892  gelangte  eine  Sendung  von  Pflanzen
von  Hevea  aus  Para  an,  worunter  sich  fünf  lebende
Exemplare  befanden.  Eine  Sendung  von  Samen
war  leider  verdorben.  Später  gelangten  noch  zwelmal
  Pflanzen  aus  dem  botanischen  Garten  in  Berlin
an.  Zur  Zeit  befinden  sich  in  der  Versuchsplantage

in  Victoria  acht  größere  und  25  kleine  Bäumchen
von  Parakautschuk,  von  denen  sich  die  ersteren  recht
üppig  entwickelt  haben.  Die  Stämme  sind  sehr  gerade
  und  schlank,  schießen  in  der  Regel  bis  zu  einer

Höhe  von  6  bis  10  m  empor,  ehe  sie  irgend  eine
Verzweigung  bilden.  Die  Krone  ist  schmal  und
ziemlich  spärlich  beblättert.  Semler  sagt  in  seinem
Werke  über  tropische  Agrikultur  von  der  Hevea:

„Fast  von  ihrer  Basis  an  ist  sie  mit  Aesten  besetzt.“

Hierin  ist  Semler  aber  offenbar  falsch  berichtet
worden.  In  einer  mir  vorliegenden  Abhandlung
über  den  Parakautschukbaum,  welche  von  dem  deutschen
  Konsulate  in  Para  herstammt,  heißt  es:  „Der

Gummibaum  wächst  zu  einer  stattlichen  Höhe,  im

Durchschnitt  bis  zu  70  und  80  Fuß.  Oft  schießt
er  zu  40  Fuß  auf,  ohne  Aeste  anzusetzen.“  Dieses
stimmt  mit  den  Wachsthumserscheinungen  im  botaui-
        <pb n="392" />
        —  288

schen  Garten  durchaus  überein,  wie  cs  auch  aus
einer  vor  zwei  Jahren  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
  eingesandten  Photographie  ersehen  werden  kann.
Einer  der  älteren  Bäume  ist  bis  zu  einer  Höhe  von
10  m  emporgewachsen  und  hat  erst  dann,  nach  Ablauf
  des  vierten  Jahres,  einen  kleinen  Seitenast
gemacht.

Die  ältesten  Bäume  im  Garten  sind  10  bis  11  m
hoch.  Der  stärkste  hat  dicht  über  dem  Erdboden
einen  Umfang  von  63  cm  und  1  m  über  dem  Erdboden
  einen  Umfang  von  47  cm.  Er  hat  eine  verhältnißmäßig
  starke  Krone  und  dürfte  bald  die  ersten
Blüthen  hervorbringen.  Dieser  Baum  ist  4½  Jahre
alt.  Er  soll  nicht  angezapft  werden,  sondern  nur
zur  Vermehrung  der  Art  dienen.  Die  Vermehrung
der  Hevea  soll  mit  aller  Kraft  angestrebt  werden,
denn  meines  Erachtens  wird  die  Pflanze  überall  dort
im  Schutgebiete,  wo  der  Kakao  gut  gedeiht,  gleichfalls
  fortkommen.  Besonders  gut  dürfte  sie  in  dem
regenreichen  Gebiete  westlich  vom  Kamerungebirge
gedeihen,  denn  die  hier  niedergehenden  Regenmengen
sind  bedeutender  als  diejenigen  im  Gebiete  des
Amazonenstromes,  der  Heimath  des  Kautschukbaumes
selbst.  Zu  Anfang  der  Regenzeit  sollen  einige  Exemplare
  an  die  Pflanzungen  in  Debundja  und  Bibundi
abgegeben  werden.

Ueber  die  Ergebnisse  von  Kulturversuchen  mit
der  Hevea  ist  bis  jetzt  wenig  bekannt  geworden.
Die  Gebiete,  in  welchen  sie  mit  Aussicht  auf  Erfolg
angebaut  werden  könnte,  sind  auf  der  ganzen  Erde
nur  von  beschränkter  Ausdehnung.

Mir  liegen  Notizen  vor  über  die  Versuche,  welche
man  mit  der  Hevea  in  den  botaonischen  Gärten  in
Buitenzorg  auf  Java  und  in  Heteratgoda  auf  Ceylon
hemacht  hat,  und  ich  führe  diese  an,  um  einen  Vergleich
  zu  liefern  mit  Victoria.

In  Builenzorg  (vergl.  S.  Lands  Plantentuin  te
Buitenzorg  1892)  wurden  zwei  Pflanzen  im  Jahre
1876  ausgepflanzt,  welche  im  Jahre  1882  eine  Höhe
von  etwa  11  m  erreicht  hatten  und  anfingen  zu
blühen.

Da  man  annehmen  muß,  daß  diese  Bäumchen
beim  Auspflanzen  schon  mehrere  Monate  alt  waren,
so  geht  daraus  hervor,  daß  dieselben  im  Alter  von
mehr  als  sechs  Jahren  ebenfv  weit  waren  wie  diejenigen
  in  Victoria  mit  4½  Jahren.

Fünszehnjährige  Bäumchen  hatten  eine  Höhe  von
20  m  bei  88  cm  Umfang.  Neunjährige  Bäume
waren  etwa  16  m  hoch,  bei  80  czum  Umfang.  Achtjährige
  Bäume  lieferten  in  Buitenzorg  42  bis  160  g.
Kautschuk.  Diese  Mengen  sind  allerdings  sehr  gering,
jedoch  ist  das  Produkt  von  ausgezeichneter  Beschaffenheit.
  Günstiger  lautet  ein  Bericht  des  Dr.  Trimen=Heteratgoda
  auf  Ceylon  (Kew  Bulletin)  über  die
Hevea.  Ein  Baum  von  15  Jahren  hatte  1  m  über
der  Erde  einen  Umfang  von  2,01  m.  Derselbe  war
10  Jahre  alt  geworden,  ohne  angezapft  worden  zu
sein,  und  wurde  dann  dreimal,  mit  einer  Zwischenzeit
  von  je  zwei  Jahren,  angezapft.  Er  lieferte  das

 

erste  Mal  1  Pfund  1131  Unzen  =  784,42  g,  dos
zweite  Mal  2  Pfund  10  Unzen  —=  989,12  g,  das
dritte  Mal  2  Pfund  13  Unzen  =  1  kg  74,06  g.
In  sechs  Jahren  betrug  also  die  Menge  des  gewonnenen
  Kautschuks  2  kg  847,6  g.  das  heißt  im
Jahre  durchschnittlich  474,6  g.  Das  Pfund  (engl.)
erzielte  einen  Preis  von  2,25  bis  2,50  Mark.  Der
Ertrag  pro  Jahr  war  also  2,35  bis  2,62  Mark.
Dabei  soll  der  Baum  keinen  augenfälligen  Schaden
genommen  haben.

Wenn  nun  auch  aus  diesen  Angaben  kein  bestimmter
  Schluß  gezogen  werden  kann,  da  man  nicht
weiß,  ob  der  Baum  nicht  auch  schon  zwei  Jahre
früher  ohne  Schaden  hätte  angezapft  werden  können,
so  steht  doch  sest,  daß  die  Hevca  nicht  früher  als
im  Alter  von  acht  Jahren  ausgebeutet  werden  kann.
In  ihrer  Heimath  selbst  verfährt  man  in  dieser  Weise.
Daraus  geht  hervor,  daß  Aupflanzungen  von  Heven
allein  viel  zu  lange  Zeit  in  Anspruch  nehmen  würden,
ehe  sie  Erträge  liesern,  als  daß  man  daran  denken
könnte,  solche  für  sich  mit  Erfolg  anzulegen.  Man
müßte  vielmehr  Zwischenkulturen  aulegen,  und  mir
will  es  scheinen,  als  könnte  man  die  Hevea  mit  dem
Kakao  recht  gut  kombiniren,  das  heißt,  man  könnte
die  Hevea  als  Schattenbaum  für  Kakao  pflanzen.
Es  liegt  ja  auf  der  Hand,  daß  man  als  Schattenbäume
  vortheilhafter  nutzbringende  Arten  benutzt  als
andere.

Der  Manibot  glaziowü  erwies  sich  in  der  Versuchsplantage
  als  ein  sehr  schlechter  Nachbar  für  den
Kakao,  die  Hevea  dagegen  scheint  sich  recht  gut  mit
ihm  zu  vertragen.  Nimmt  man  die  Pflanzweite  von
Kakao  auf  5„5  m  an,  so  kann  man  sehr  gut  die
Hevea  in  Abständen  von  10:  10  m  dazwischen
pflanzen,  denn  der  Baum  macht  keine  breite  und
dichte  Krone  wie  der  Manihot.  Dann  hätte  man
auf  einem  Hektar  außer  400  Kakaobäumen  noch
100  Kautschukbäume,  welche  letztere  vom  achten  Jahre
an  Erträge  liefern  und  sicherlich  bis  40  und  50  Jahre
und  länger  ertragreich  bleiben  würden.  Leider  ist
die  Beschaffung  von  Pflanzenmaterial  der  Heves
zu  schwierig,  als  daß  der  Versuch  in  dieser  Weise
schon  jetzt  in  der  Versuchsplantage  gemacht  werden
könnte,  aber  in  den  nächsten  zwei  Jahren  dürfte  es
gelingen,  einen  oder  mehrere  Hektar  in  dieser  Weise
zu  bepflanzen.  Die  bis  jetzt  vorhandenen  Heveabäumchen
  sind  versuchsweise  zwischen  Kakao,  einige
auch  zwischen  Kardamom  gepflanzt  worden.

Diese  Art  wechselt  das  Laub  in  der  Trockenzeit,
gewöhnlich  im  Jonuar.  Jedoch  bildet  sich  das  neue
Laub  unmittelbar  nach  dem  Abfall  des  alten.  Besondere
  Pflege  bedarf  der  Baum  nicht.  Daß  die
Hevea  selbst  zu  ihrem  guten  Gedeihen  Schattenbäume
  brauchen  wird,  glaube  ich  nicht.  In  der
Jugend  ist  ihr  jedenfalls  Schatten  sehr  dienlich,  aber
diesen  würde  sie  in  einer  jungen  Anpflanzung  von
Kakao  durch  die  zwischengepflanzten  Bananen  erhalten.
        <pb n="393" />
        Aaturwissenschaftliche  Sammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  sind
im  Februar  d.  Is.  eine  von  Dr.  Preuß  in  Victoria
und  eine  von  L.  Conradt  in  Johann  Albrechtshöhe
zusammengebrachte  Sammlung  zoologischer  Objekte
zugegangen.  Die  erste  enthielt  folgende  Gegenstände:

18  Sängethiere  in  Alkohol,  ,
15  Säugethiere  in  Bälgen,  zum  Theil  mit  Schädeln,
5  Vogelbälge,
5  Reptilien,
1  Odonate,
10  Orthopteren,
2  Hemipteren,
60  Lepidopteren,
emimerus,
20  Koleopteren  und  eine  Flasche  mit  Larven  eines
ockkäfers,  -

ebse,
1  Glas  mit  Regenwürmern,
1  Glas  mit  Spulwürmern.

Di  Die  Konservirung  der  meisten  Objekte  war  gut.
ie  Sängethierbälge  waren  leider  theilweise  durch
peckläfer  etwas  zerfressen.  Sie  haben  aber  wissenschaftlich

  bedeutenden  Werth,  da  sich  mehrere  sehr

seltene:  Arten  darunter  befinden;  auch  unter  den

Reptilien  waren  seltene  Spezies.  Die  Insekten  gehören

  hauptsächlich  zu  den  Schmetterlingen,  Käfern

und  Orthopteren.  Sie  sind  gut  erhalten  und  be-289



 

reichenn  das  Museum  durch  eine  größere  Anzahl

wichtiger  Arten.  Unter  den  Krebsen  befanden  sich
zwei  für  das  Museum  neue  Arten.  Die  Würmer
sind  dem  Museum  sehr  willkommen.

Die  zweite  Sammlung  enthielt:

12  Säugethiere  in  Alkohol,
2  Säugethierfelle  und  1  Balg  mit  Schädel,
20  Reptilien  und  Amphibien,
18  Fische,
etwa  4200  Koleopteren,
*  150  Spinnen,
8  Myriapoden  in  Spiritus,
16  Krebse,
3  Regenwürmer,
14  Land=  und  Süßwassermollusken.

Die  Konservirung  war  mit  Ausnahme  der  Säugethiere
  gut.  Während  die  Säugethiere,  Reptilien  und
Fische  alle  von  dort  schon  bekannte  Arten  enthalten,
befindet  sich  unter  den  Käfern  eine  sehr  große  Anzahl
  im  Museum  noch  nicht  vorhandener  und  für
die  Wissenschaft  neuer  Arten.  Auch  von  den  etwa
150  Spinnen,  die  über  100  Arten  angehören  dürften,
sind  viele  im  Museum  noch  nicht  vorhanden.  Unter
den  Myriapoden  in  Spiritus  sind  ebenfalls  viele
neu.  Die  Krebse  enthalten  gleichfalls  für  die  Sammlung
  neue  Arten,  und  auch  die  Regenwürmer  waren
ihres  wissenschaftlichen  Werthes  wegen  sehr  willmmen.



Die  Land=  und  Süßwassermollusken  enthalten
schon  bekannte  Arten,  können  aber  zu  anatomischen
Untersuchungen  verwerthet  werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deukfsch-Neu-Guinra.

Bevölkerung  des  Biemarck-Archipels  nach  Maßgabe  des  Wohnsützes  am  31.  Dezember  1896.
b  32
8  s  3  8
obd  55
Z  S  r—  S  8  S  S  S  Z.  p  2  —
IIIB—IIIILD
Neu-Pommern  48  5  26  2  6  1  3  10  4  —  19  5  5  f8#4
Neu-Lauenbunrg  3—  5  —  —  —  —  —  —  1  2  5  11
Deu-Mecklenburg  ·  Z-.  4  3  1  —  ——  1  —  —  2  1  1  16
Feuhannover  —  1  —2  —2  222  2532—  ;
Ard-aseenn  ———  —  —  1
issan-Inseln.  1—  1i  —  —  ——  —  ——  ———  —  2
Anachoreteen  —  1  —  —  ————  ——  ——  ——  1
Lord  Howe-Inseln.  —  —  —  —  2  —  —  —  ——  —  —  2
Buiisccska  —  —  —  —  —  —  —  —  2——  2
Shortland-Inseln  .  1—  3  —  2—  ——  6
Admiralitäts-Insen  —  —  1—  —  A  1
——.—————————
        <pb n="394" />
        290

Bevölkerung  nach  Staatsangehörigkeit,  Stand  und  Gewerbe  am  31.  Dezember  1896.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5  9s  2  Ferner  leben  im  Bismarck-Archipel:
Staats  örigkeit  1  s  2  ls  6  2  1  Frau  deutscher  Nationalität  mit.
aatsangehörigkei  —2  *  »  .
gehorig  5128  2  23  —  *  e  "  7  Kindern,  4
E  5½5  2  S  *5  5  5  Frauen  englischer  Nationalität  mit
»  -  1  Frau  holländischer  Nationalität  mit
Deutsbhe  565  7  17.  6122  5  3—  1  1  Kind,
anzosen  7—  —  5  —  2——  —  Frau  schwedischer  Nationalität  mit
anglündernr  41—  2  24  —  10  1  4444  Kindern,
änen  7—  —  —  5  11  —  1.  2  Frauen  amerikanischer  Nationalität
Schweden  und  Norweger  9—  —  —  1  5  3  —  i
Anerikaner  42  —  1  —  schwe  scher  Nationaltut,
belpter  .......  3—!--s2i1·—I—-,——5-amerikanicherdolländenr
  111—  —  10  1  1  —  —  —  —2  ,)-eoglischer  "
Ilraner  K  ——  1  MH5  5  Zus.  10  Frauen  und  29  Kinder
Thinesen  «  25-i  "-«-nE-86-  und  17  Fijifrauen.Z
Samoaner  114  9  —  2  —  —2  tncene  unverheirathete  weibliche
----.  «  ,-z·:—j  -—-:—  etoneaameri.tionitüh
OhneStaatöapgchönqkm  7  6  8  l  2  2  1  erwachsene  unverheirathete  weibliche
Zusammen  188  5  9  70  81  53  1117  12  1  erso  K  Nationalität,
i  I  lsslss  9·vetheaatheteSqmoqfrauen,
*)  Unter  den  41  Engländern  sind  22  Fijileute  enthalten.  2  unverheirathete  Samoafrauen.

Rus  dem  Prreiche  der  Wissionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Aus  Togo  schreibt  P.  M.  Dier  in  „Gott  will  es“:
Dieses  Jahr  scheint  der  Harmatan  außerordentlich  stark
zu  werden;  schon  seit  14  Tagen  hat  er  frisch  eingesetzt
und  bläst  wacker  zu.  Man  friert  bisweilen  ordentlich;
das  Thermometer  zeigt  17°  R.,  natürlich  über  Null.
Verschieden  sind  die  Meinungen  über  die  Wirksamkeit
des  Harmatans,  der  aus  der  Wüste  Sahara,  von
Norden  herkommt.  Die  Europäer  loben  die  Witterung,
  die  Schwarzen  aber  klagen  darüber.  Ich
möchte  mich  theilweise  den  letzteren  anschließen.

Der  Harmatan  hat  unseren  Neubau  in  Gridji
heute  vor  acht  Tagen  beinahe  in  Gefahr  gebracht.
Neger  hatten  nämlich  im  unteren  Theile  der  Stadt

Maniokstengel  angezündet  und  dabei  nicht  beachtet,

daß  der  Harmatan  die  Funken  geradezu  auf  die
Strohdächer  der  Wohnhäuser  trieb.  Es  entstand
Feuer,  und  in  kurzer  Zeit  lagen  70  Wohnhäuser  in
Asche.  Unsere  Schule,  welche  isolirt  liegt,  wurde
ebenfalls  von  unzähligen  Funken  wie  überregnet,  da
die  Funken  aber  auf  dem  frisch  mit  Kalk  übertünchten
Asphaltdache  nicht  einsetzen  konnten,  auch  nicht  im
Geringsten  beschädigt.

Am  298.  Dezember  v.  Is.  schifften  sich,  wie  „Gott
will  es“  berichtet,  vier  Steyler  Missionsschwestern
auf  dem  Dampfer  „Mandingo“  in  Rotterdam  nach
Togo  in  Westafrika  ein  und  kamen  Ende  Februar
d.  Is.  nach  Lome.

Die  Basler  Mission  hat  die  Missionare  Kobel
und  Schürle  nach  Kamerun  entsandt.  Zurückgekehrt
ist  Missionar  Harten  stein  von  dort.

 

P.  Dier  aus  der  Gesellschaft  des  göttlichen
Wortes,  der  bisherige  Administrator  der  apostolischen
Präfektur  Togo,  hat  aus  Gesundheitsrücksichten  einen
längeren  Urlaub  angetreten  und  ist  am  18.  März
im  Missionshause  zu  Steyl  angekommen.

Das  in  St.  Ottilien  zu  Emming  herausgegebene
„Heidenkind“  veröffentlicht  folgende  Bitte:  Es  müssen
jetzt  wieder  mehrere  Missionare  und  Schwestern  nach
Afrika  und  nehmen  für  die  Schwarzen  viele  Arzneien
mit.  Jetzt  haben  wir  hier  aber  wenig  Medizingläser,
während  gewiß  viele  Leser  daheim  ganze  Kisten  voll
haben.  Sie  könnten  uns  einen  recht  großen  Dienst
erweisen,  wenn  sie  uns  dieselben  schicken  wollten.
Aber  nur  leere!

Aus  den  Anfängen  der  Schularbeit  in  Hohenfriedeberg
  berichtet  Missionar  Wohlrab  in  den
„Nachrichten  der  ostafrikanischen  Mission“:

Bald  nach  unserer  Ansiedelung  in  den  Usambarabergen
  kam  Tag  für  Tag  eine  kleine  Kinderschaar  zu
uns,  Bilder  zu  besehen,  zu  singen  und  zu  spielen.
Das  führte  uns  im  vierten  Monat  zu  dem  ersten
Versuch,  eine  kleine  Schule  einzurichten.  Sechs  bis
acht  Kinder  fanden  sich  dazu.  Aber  schon  nach  drei
Tagen  kam  ein  Bursche  und  brachte  eine  Absage;
sein  Vater  hatte  ihm  verboten,  schreiben  zu  lernen,
gewiß  aus  Furcht,  es  stecke  irgend  welche  Zauberei
hinter  dieser  dunklen  Kunst.  Andere  folgten;  bald
waren  nur  noch  drei  Schüler  übrig,  nach  zwei  Monaten
  nur  noch  einer,  der  kleine  Mbaluku  aus  Mlako,
ein  flinker,  begabter  Junge,  der  bald  einzelne  kurze
Worte  lesen  und  ein  wenig  schreiben  konnte.  Aber
auch  seine  Kraft  hielt  nicht  aus.  Er  sah  nicht  ein,
wozu  er  sich  allein  mit  den  Buchstaben  abplagen
sollte,  während  die  anderen  alle  draußen  fröhlich
        <pb n="395" />
        —  291

umherstreiften.  Damit  war  unser  erster  Schulversuch
zu  Ende.

Gelegentlich  sprachen  wir  mit  dem  alten  Häuptling
  Sikiniassi  von  Mlalo,  legten  ihm  den  Werth
des  Lesens  und  Schreibens  dar  und  forderten  ihn
auf,  die  Kinder  zum  Schulbesuch  zu  veranlassen.
Aber  es  war  ihm  wohl  schwer,  die  Wichtigkeit  des
Lesens  einzusehen  und  sich  für  die  Einrichtung  einer
Schule  zu  interessiren;  andererseits  fürchtete  er  auch,

daß  wir  durch  die  Schule  zu  viel  Einfluß  auf  die

Jugend  bekämen.  So  fanden  wir  bet.  ihm  keine
Unterstützung;  im  Gegentheil,  er  drohte  seinen  Sklaven
im  Geheimen,  jeder  Junge,  der  zu  den  Lehrern
ginge,  würde  getödtet.

Zu  Beginn  des  zweiten  Jahres  wurden  zwei
Kinder  aus  dem  Volk  auf  die  Station  geführt.  Der
eine  kam  als  Kranker  mit  einer  schweren  Beinwunde.

ir  nahmen  ihn  auf  und  pflegten  ihm  Der  andere
übernahm  die  Hausarbeit,  da  unser  bisheriger  Hauslunge,
  ein  Bursche  von  der  Küste,  von  seinem  Vater
nach  Sansibar  gerufen  worden  war.  Beide  Jungen
hatten  nicht  allzuviel  zu  thun.  Wir  glaubten,  daß
dadurch,  daß  zwei  Kinder  aus  dem  Volke  sich  enger
an  uns  anschlossen,  uns  vielleicht  ein  neuer  Weg  gewiesen
  werde,  die  ersten  Grundlagen  für  eine  Schule
zu  legen,  und  fragten  die  beiden  Jungen,  ob  sie  ihre

eie  Zeit  benutzen  möchten,  Lesen  und  Schreiben  zu
lernen.  Sie  meinten,  das  würden  sie  nicht  können,
das  sei  sehr  schwer;  aber  zu  einem  Versuch  ließen
sie  sich  ermuntern.  An  unserem  Wohnhaus  war  ein
kleiner  Raum,  2½m  breit  und  5  m  lang;  der  wurde
als  erster  Schulraum  eingerichtet,  vier  niedrige  Pfosten
in  die  Erde  geschlagen  und  ein  Brett  darauf,  das
gab  die  Bank,  und  vier  längere  Pfosten  und  ein  Brett
darüber,  das  gab  den  Tisch;  an  der  Wand  wurde
ein  Brett  befestigt,  das  ersetzte  die  Wandtafel.  Nun
verfertigten  wir  uns  noch  lleine  Blättchen,  auf  die
wir  Silben  zeichneten;  dann  begann  der  Unterricht.
Die  Kinder  hatten  bald  Freude  am  Lernen.  Jeder
bekam  sein  besonderes  Büchlein,  in  das  wir  täglich
die  neuen  Silben  hineinmalen  mußten,  da  es  noch
kein  Buch  in  der  Kischambaasprache  gab.  Der  Eifer
wuchs  von  Tag  zu  Tag.  Oft  saßen  die  Jungen  in
ihren  freien  Stunden  auf  der  Bank  vor  der  Küche,
buchstabirten  und  lasen  in  ihren  kleinen  Büchern.
Andere  Jungen,  die  aus=  und  eingingen,  merkten
darauf,  daß  ihre  Genossen  Bücher  hatten  und  daraus
lasen;  bald  kam  der  eine  und  der  andere  und  wollte
auch  ein  Buch  und  Unterricht  im  Lesen.  Manchmal
war  die  kleine  Schule  gestopft  voll.  Zuweilen  saßen
die  A-B.-C.Schützen  auch  noch  vor  der  Thür  und
lernten.  Dabei  war  natürlich  noch  viel  kindliches
Spiel.  Jeder  wollte  in  seinem  Buch  möglichst  viel
Papier  und  viele  Silben  haben.  Wer  nicht  schnell
vorwärts  kam  und  an  den  Anfangsgründen  hängen
blieb,  ließ  das  Begonnene  liegen.  Diese  Anfangsarbeit
  bedurfte  großer  Geduld,  da  die  Schüler  sehr
unregelmäßig  kamen.  Vier  Tage  hatte  fast  jeder
Junge  abwechselnd  zu  weiden.  Dazu  kamen  man- 



cherlei  Gänge  und  Dienste  für  Vater  und  Mutter.
Oft  blieb  der  eine  tagelang  aus;  der  andere  kam
am  Morgen,  der  andere  am  Mittag,  der  andere  am
Abend.  Wir  mußten  diese  Verhältnisse  zunächst  tragen
und  zu  jeder  Zeit  bereit  sein,  um  einzelne  Begabtere
schnell  über  die  ermüdenden  Anfangsgründe  hinwegzubringen.
  Diese  Arbeit  erforderte  eine  ganze  Kraft.
So  schnell  diese  Wogen  hochschlugen,  so  schnell  fielen
sie  wieder.  Der  größte  Theil  der  Schüler  blieb  bald
auß;  aber  ein  kleiner  Rest  hielt  sich  und  lernte  zusammenhängende
  Texte  langsam  lesen.  Inzwischen
hatten  wir  eine  Fibel  drucken  lassen,  die  uns  trotz
vieler  sich  später  herausstellender  Mängel  in  der
Anfangszeit  bald  eine  wesentliche  Hülfe  wurde.  Noch
einmal  mußten  wir  das  Gewonnene  aus  der  Hand
geben.  Zu  unserem  großen  Schmerze  kam  unser
hoffnungsvolles  Häuflein  nach  längerer  Zeit  ins
Wanken.  Am  Ende  des  zweiten  Jahres  glaubten  wir
wieder  am  Ende  unserer  Arbeit  angelangt  zu  sein.

Da  öffnete  sich  zu  unserer  größten  Ueberraschung
ein  neuer  Weg.  Einer  unserer  Schüler  kam  mit  der
Bitte,  für  die  nächste  Zeit  auf  der  Station  wohnen
zu  dürfen.  Er  hatte  daheim  keine  Arbeit.  Die
Ziegen  waren  wegen  der  großen  Dürre  nach  den
fernen  schönen  Weidegebieten  der  Wambugu  gebracht
worden.  Auf  den  Feldern  gab  es  nichts  zu  thun.
Bald  kamen  einige  nach,  durch  verschledene  äußere
Gründe  veranlaßt;  bald  waren  neun  Kinder  auf  der
Station,  unter  ihnen  mancher  frühere  Leseschüler.
Mit  ihnen  konnte  nun  eine  regelmäßige  Schule  gehalten
  werden,  zu  der  sich  auch  einzelne  frühere
Schüler  aus  der  Umgegend  mit  größerer  Regelmäßigkeit
  einstellten.  Aus  dieser  Zeit  datirt  unsere
geordnete  Schulthätigkeit.

Als  sich  eine  kleine  Gemeinde  um  die  Station
sammelte,  hielten  wir  besonders  die  jungen  Christen
zu  regelmäßigem  Schulbesuch  an,  und  sind  nun  soweit
geführt  worden,  daß  die  Christen  von  selbst  den
Schulbesuch  als  für  Jeden,  der  noch  lernen  kann,
obligatorisch  ansehen.  Es  ist  eine  Freude,  zu  sehen,
wie  jetzt  selbst  die  Erwachsenen  Tag  für  Tag  in  der
Schule  sitzen  und  mit  Eifer  lesen  und  schreiben,  unberührt
  davon,  daß  sie  zum  Theil  sich  zu  den  Kleinsten
  gesellen  müssen.  Vor  zwei  Jahren  stellten  wir
für  die  Schule  eine  Sammlung  von  Fabeln  und
Märchen  aus  dem  Volksleben  zusammen  und  ließen
auch  einen  Theil  alttestamentlicher  Erzählungen  drucken.
Im  vergangenen  Jahre  konnten  wir  unsere  Bibliothek
durch  einen  weiteren  Band  alttestamentlicher  Erzählungen
  und  das  Markus-Evangelium  vermehren.
Gegenwärtig  arbeiten  wir  an  einem  umfangreicheren
Lesebuch,  zu  dem  wir  aus  deutschen  Schulbüchern,
christlichen  Kalendern  und  Sonntagsblättern  geeignete
Erzählungen  sammeln  und  übersetzen.

Einen  völlig  anderen  Weg  sind  wir  auf  unserer
Außenstation  Teus  geführt  worden.  Dort  fanden
wir  unter  der  Jugend  ein  lebhaftes  Interesse,  zu
lernen,  das  von  dem  Häuptling  sehr  begünstigt  wurde.
Als  wir  im  Herbst  des  vergangenen  Jahres  daselbst
        <pb n="396" />
        —  292  —

ein  Haus  für  unsere  regelmäßigen  Besuche  gebaut
hatten,  stellte  sich  sogleich  eine  eifrige  Schar  zum
Lernen  ein.  Wir  gehen  abwechselnd  jeden  Dienstag
hinüber  und  bleiben  bis  Donnerstag  dort.  Dienstag
Abend,  Mittwoch  früh,  Mittwoch  Abend,  Donnerstag
Morgen  ist  dann  Schule.  Auf  diese  Weise  haben
wir  in  Teus  woöchentlich  vier  Schulstunden,  wie  in
Hohenfriedeberg.  Eigentlich  wird  aber  in  Teus  noch
mehr  gelesen  als  in  Hohenfriedeberg,  da  die  Schüler
meist  erst  nach  zwei  vollen  Stunden  erklären,  nun
seien  sie  müde,  sie  wollten  nun  aufhören.  In  Teuê
stehen  wir  noch  in  den  Anfängen;  aber  soweit
Menschenaugen  sehen,  können  wir  sagen,  daß  die
Aussichten  für  das  Gedeihen  der  Schule  günstig  sind.

Oefter  schon  sind  die  jungen  Christen  mit  ihren
schwachen  Kräften  und  ihren  kleinen  Büchern  Boten
unter  ihren  heidnischen  Volksgenossen  geworden;  sie
haben  uns  zuweilen  erzählt,  wie  sie  gebeten  wurden,
etwas  vorzulesen,  wie  die  Leute  um  sie  gesessen  und
aufgemerkt,  wie  ihre  Bäter  sie  aufgefordert  haben,
ihre  Bücher  zu  holen  und  zu  lesen,  sie  wollten
aufmerken.

 

Der  vor  Kurzem  von  Rom  bestätigte  apostolische
Vikar  der  Väter  vom  heiligen  Geist  für  Deutsch-Ostafrika
  ist  „Kreuz  und  Schwert“  zufolge  der
F.  Allgeyer.  P.  Allgeyer  ist  von  Geburt  ein  Elsässer,
  hat  seine  ersten  Studien  im  Heimathlande
gemacht  und  später  in  Irland  sie  vollendet.  Darauf
brachte  er  12  Jahre  in  der  Mission  auf  der  Insel
Trinidad  in  besonderer  Thätigkeit,  hauptsächlich  als
Vorsteher  einer  Pfarrei  von  mehreren  Tausend  Seelen
zu.  Von  dort  wurde  er  berufen,  um  Msgr.  de
Courmont,  den  opostolischen  Vikar  der  Väter  vom
heiligen  Geist  in  Deutsch-Ostafrika,  der  sich  aus  Gesundheitsrücksichten
  von  diesem  schweren  Posten  zurückziehen
  mußte,  zu  ersetzen.  Die  Bischofsweihe  wird
am  ersten  Sonntag  nach  Ostern  in  dem  neugegründeten
  Missionshaus  zu  Knechtsteden  stattfinden.

 

P.  Adam  aus  der  Kongregation  vom  heiligen
Geiste  ist  zum  apostolischen  Vikar  von  Gabun  in
Westafrika  ernannt  worden.  Sein  Vorgänger  war
Msgr.  le  Roy,  jetzt  Generaloberer  der  Kongregation.
Msgr.  Adam  ist  Deutsch-Elsässer  und  1846  in
Ammerschweiler  geboren.

Drei  neue  Missionsbischöfe  aus  der  Kongregation
der  Weißen  Bäter.  Jedes  Jahr  reißt  der  unerbittliche
  Tod,  wie  „Kreuz  und  Schwert"  schreibt,  neue
Lücken  in  die  Reihe  der  Missionsbischöfe.  So  haben
wir  kürzlich  den  leider  allzufrühen  Hingang  des
eifrigen  apostolischen  Vikars  von  Nordnyanza,  Msgr.
Guillermain,  gemeldet.  Nunmehr  hat  der  heilige
Stuhl  den  P.  Streicher,  bisher  Missionar  am
Nyanza,  zu  seinem  Nachfolger  ernannt.  Desgleichen
ist  P.  Gerboin,  bisher  apostolischer  Administrator
von  Unyanyembe,  zum  Vikar  und  Bischof  bestellt.
Endlich  ist  P.  Dupont,  ehemaliger  Mitarbeiter  des

 

vielgenannten  P.  Schynse  am  Kongo,  zum  Missionsbischof
  und  apostolischen  Vikar  von  Nyassa  ernannt.

Der  apostolische  Präfekt  P.  Vieter  ist  am
16.  Januar  wieder  glücklich  in  Kamerun  angekommen.
Die  Ueberfahrt  dauerte  nur  23  Tage.  „Hier  hat
sich  Manches  sehr  zum  Vortheil  geändert“,  schreibt  er.
„P.  König  hat  sich  recht  gut  erholt  und  arbeitet
wieder  für  zwei.  Auch  die  kranken  Brüder  erholen
sich  täglich  mehr.  Bruder  Höver  (Lehrer)  arbeitet
unermüdlich  in  der  Schule.  Seine  Gesundheit  hat
sich  sehr  gebessert.  In  Mapanja,  ¾/4  Stunden  von
hier,  werden  wir  eine  Nebenschule  errichten,  und  in
nicht  zu  ferner  Zeit  auch  in  Mokondo.  Die  Kaffeefarm
  macht  sehr  gute  Fonschritte.  Es  ist  mir  eine
sehr  große  Freude,  zu  sehen,  daß  der  Boden  des
Kamerunberges  nicht  bloß  den  Schweiß  der  Missionare
  aufnimmt,  sondern  ihn  auch  zurückgiebt.  Manche
der  Kaffeebäumchen  setzen  schon  Blüthen  an.  Das
ist  aber  zu  früh,  wir  werden  dieselben  abbrechen
müssen.  Die  neue  Kirche  zu  Ehren  der  hl.  Erzengel
nimmt  sich  sehr  gut  aus;  namentlich  der  Hochaltar
mit  der  schönen  Kreuzigungsgruppe  macht  einen  recht
guten  Eindruck  und  stimmt  sehr  zur  Andacht.“

 

 

P.  Thuet,  der  frühere  Obere  von  Marienthal
im  Luxemburgischen,  sollte  eine  neue  Missionsstation
im  Lande  Usui  anlegen.  Die  Gründung  elben
mußte  nach  „Kreuz  und  Schwert“  jedoch  wegen
herrschender  Kriegsunruhen  auf  bessere  Zeiten  verschoben
  werden.  Der  Missionar  hat  auf  der  Seereise
von  Marienberg  nach  Bukumbi,  und  zwar  in  der
Nähe  der  deutschen  Militärstation  Bukoba,  Schiffbruch
gelitten.  Seine  sämmtlichen  Sachen,  wie  Kelch,
Brevier,  Bücher,  Wäsche,  Reiseapotheke,  sielen  ins
Wasser.  Nur  Weniges  davon  wurde  gerettet,  und
natürlich  war  das  Wenige  halb  verdorben.  In
liebenswürdigster  Weise  stellte  Herr  Kompagnieführer
Herrmann  dem  Schiffbrüchigen  die  nothwendigsten
Kleidungsstücke  zur  Verfügung  sowie  alles  Andere,
um  die  Reise  bis  zu  unserer  Station  Bukumbi  fortsetzen
  zu  können.

 

Wie  die  „Epangelischen  Missionen“  melden,  ist
im  Berliner  Missionshaus  die  Nachricht  von  Missionar
  Nauhaus  in  Ikombe  eingetroffen,  daß  Weihnachten
  1896  die  drei  Erstlinge  aus  dem  Kondeland
getauft  sind.  Ihre  Taufnamen  find:  Tulinague  (wir
haben  Ihn),  Lutenganio  (Friede)  und  Ipiana  lituganile
(die  Gnade  liebt  uns).

In  diesem  Jahre  feiert  die  Norddeutsche
Missionsgesellschaft  nach  Meldung  ihres  „Monatsblattes“
  das  fünfzigjährige  Jubiläum  ihrer  Arbeit  auf
der  Sklavenküste  in  Westafrika.

„In  dem  halben  Jahrhundert  haben  64  Männer
und  Frauen  in  dieser  Arbeit  ihr  Leben  gelassen.
Aber  ungeachtet  so  schwerer  Opfer  und  der  au
benden  Thätigkeit  in  einem  Fieberklima  hat  die  Zahl
        <pb n="397" />
        unserer  europäischen  Mitarbeiter  so  zugenommen,  daß
ie  mit  den  Frauen  der  Missionare  und  den  Diakonissen
  und  den  Lehrerinnen,  die  unter  dem  weiblichen
Geschlechte  arbeiten,  jetzt  34  beträgt,  denen  48  eingeborene
  Gehülfen  zur  Seite  stehen,  von  denen  sieben
ihre  Ausbildung  in  Deutschland  erhalten  haben.
Lange  Jahre  hindurch  war  es  eine  mühselige
Pionierarbeit,  ein  Kampf  ums  Dasein,  vergleichbar
dem  langsamen  Ausroden  eines  Urwaldes  ohne  in
die  Augen  fallende  Frucht;  jetzt  wird  uns  die  Frucht
in  reichen  Maße  zu  Theil.  Das  Hauptziel  der
Mission,  die  Sammlung  einer  christlichen  Kirche  aus
dem  Enhevolk,  schien  fast  unerreichbar.  Das  erste
Vierteljahrhundert  war  verflossen,  und  die  Ephekirche
zählte  nur  93  Glieder.  Unser  letzter  Census  vom
de  1895  giebt  1623  evangelische  Evheer.  Noch
sind  die  Zahlen  des  Jahres  1896  nicht  gemeldet;
aber  wir  dürfen  erwarten,  daß  nicht  viel  am  zweiten
Tausend  fehlen  wird.  Erst  im  45.  Arbeitsjahre
wurde  das  erste  Tausend  überschritten,  die  letzten
fünf  Jahre  werden  ein  zweites  Tausend  hinzugefügt
haben.  Zu  einem  Volke  sind  unsere  ersten  Missionare
gekommen,  das  seine  eigene  Sprache  nicht  schreiben
onnte,  und  haben  ihm  die  Schrift  gebracht,  außer
den  heiligen  Büchern  der  Christen  Schulbücher  mancherlei
  Art,  selbst  eine  in  ungezwungenen  Heften
erscheinende  Zeitschrift.  Nicht  schnell  hat  das  Volk
den  Segen  dieser  Bildung  erkannt,  langsam  füllten
sich  die  Schulen.  Noch  nach  einem  Vierteljahrhundert
waren  nur  78  Schüler  in  unseren  Schulen,  727,
fast  zehnmal  so  viel,  zählten  wir  Ende  1895.  Nicht
mehr  auf  die  von  den  Missionaren  erbauten  vier
Hauptstationen  beschränkt  sich  die  Arbeit,  um  sie
herum  sind,  meistens  von  den  Epheern  selbst  mit
geringer  Hülfe  von  der  Mission,  25  Außenstationen
angelegt.  Alle  diese  Arbeitsstätten  sind  Mittelpunkte
der  Missionsthätigkeit,  welche  die  sittlich-religiöse,
intellektuelle  und  auch  die  kulturelle  Hebung  des
Volkes  bewirkt.  Wiederholt  sind  die  Leistungen
unserer  Missionare  und  ihre  Erfolge  in  dieser  Hinsicht
  auch  von  den  deutschen  Beamten  anerkannt.  Ist
somit  das  Werk  in  fröhlichem  Aufschwung  begriffen,
können  wir  in  unserem  Jubeljahre  Gott  innig  danken
und  dürfen  wir  zuversichtlich  auf  ferneres  Gedeihen
hoffen,  so  müssen  wir  leider  bekennen,  daß  mit  dem
Wachsthum  in  Afrika  die  Arbeit  in  der  Heimath
nicht  Schritt  gehalten  hat.  Eine  Schuld  von  fast
000  Mark  drückt  uns  und  hemmt  unsere  Thätigeit,
  und  wir  wenden  uns  vertrauensvoll  an  unsere
Freunde  und  auch  an  weitere  Kreise  mit  der  Bitte
um  eine  Jubelgabe.
B1  Drei  unserer  Hauptstationen  und  dreizehn  unserer
t#  liren  in  Togo,  und  wird  sich  unsere
2  in  Zukunft  immer  mehr  dieser  wichtigen  deutschen
  Kolonie  zuwenden.“  ir  bieser  wichtg

 

 

293  —

Rus  fremden  Rolonien.

Die  Goldküste  im  Jahre  3895.

Der  als  Parlamentsvorlage  veröffentlichte  Jahresbericht
  des  Acting  Governor  der  englischen  Goldküste
schildert  die  finanzielle  Lage  der  Kolonie  als  eine
sehr  günstige.  Die  Einnahmen  betrugen  230  075  Pfd.
Sterl.  gegenüber  218261  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894.
Davon  entfiel  der  Haupttheil  mit  157  168  Pfd.  Sterl.
auf  die  auf  Wein,  Spirituosen  und  Tabak  gelegten
Abgaben,  allein  die  Zolleinnahmen  aus  der  Einfuhr
von  Spirituosen  betrugen  über  die  Hälfte  der  Gesammteinnahme.
  Ausdrücklich  wird  darauf  hingewiesen,
  daß  in  keiner  anderen  englischen  Kolonie  die
Besteuerung  der  gesammten  Bevölkerung  eine  so
niedrige  ist  wie  in  der  Goldküste  —  3  s.  3¾  d.  auf
den  Kopf  der  auf  1  500  000  Seelen  geschätzten  Bevölkerung
  —  und  daß  die  Kolonie,  falls  die  weitere
Erschließung  des  Landes  durch  Wege  und  Eisenbahnen,
  Versorgung  wichtiger  Handelsplätze  mit
Wasser,  Errichtung  nothwendiger  öffentlicher  Gebäude
und  die  Erweiterung  der  Verwaltung  in  Zukunft
erhöhte  Anforderungen  an  ihre  Leistungsfähigkeit
stellen  sollte,  leicht  auch  eine  bedeutendere  Belastung
würde  ertragen  können.

Die  Ausgaben  betrugen  mit  265  289  Pfd.  Sterl.,
38  357  Pfd.  Sterl.  mehr  als  im  Vorjahre.  Davon
entfielen  auf  ""

öffentlicheArbeiten.39806Pfd.Stekl-,
.·.8348-  -

olize:  122x845
Aschanti-Expedition.  16279

Die  Kolonie  hat  keine  öffentliche  Schuld.

Ende  Dezember  wurde  bekanntlich  eine  Expedition
gegen  den  King  von  Kumasi  unternommen,  zu  welcher
insbesondere  durch  Heranziehung  von  Truppen  aus
den  benachbarten  englischen  Kolonien  umfassende  Vorbereitungen
  getroffen  worden  waren.  Die  Expedition
erreichte  am  17.  Januar  Kumasi,  nahm  den  König
Prempeh  gefangen  und  brachte  ihn  nach  der  Küste.

Während  des  Berichtsjahres  wurden  die  Gebiete
von  Mkuranza  und  Adami,  beide  an  das  Aschantiland
  angrenzend,  dem  Protektorat  einverleibt.

Das  Gouvernement  läßt  sich  die  Gründung
dauernder  Niederlassungen  von  Krcomännern,  den
Kulis  Westafrikas,  angelegen  sein  und  hat  zu  diesem
Zwecke  bereits  Schritte  gethan,  das  nöthige  Land  in
der  Nähe  von  Accra  zu  erwerben.  Seinen  Bemühungen
  ist  es  auch  gelungen,  durch  Einrichtung
von  Kirchhöfen  in  einigen  größeren  Orten  die  Eingeborenen
  von  ihrem  alten  Brauche,  ihre  Verwandten
innerhalb  des  Wohnhauses  zu  begraben,  abzubringen.

In  der  Kolonie  bestehen  jetzt  100  Schulen  mit
9954  Schülern.  Von  diesen  unterhält  die  Baseler
Mission  33,  die  Wesleyanische  Mission  44,  die

Wegge  "b  -
Unterricht  5699  -
Telegrap  3462  -
Gesundheitswesen.  15  618=  -
Haussatruppe.  32657  -  -

„
        <pb n="398" />
        römisch-katholische  Mission  16  und  das  Gouvernement
  7.  Gegenstand  des  Unterrichts  ist  Lesen,
Schreiben,  Rechnen,  Geographie,  Geschichte  und
Grammatik,  in  den  größeren  Stadtschulen  wird
außerdem  Stenographie,  Buchhaltung  und  Musik
gelehrt.  Vielfach  werden  die  Kinder  auch  in  einigen
Zweigen  industrieller  und  landwirthschaftlicher  Thätigkeit
  ausgebildet.  In  Accra  wird  alljährlich  eine
Ausstellung  von  Erzeugnissen  dieser  Schulen  veranstaltet.


Der  Handel  war,  abgesehen  von  dem  letzten  Theil
des  Jahres  während  der  Aschanti-Expedition,  zufriedenstellend.
  Der  Gesammtwerth  der  Einfuhr  betrug
  931537  Pfd.  Sterl.,  der  der  Ausfuhr  877  803
Pfd.  Sterl.  Seit  dem  Jahre  1890  ist  der  Werth
der  Ausfuhr  um  216  465  Pfd.  Sterl.  gestiegen.  Die
Haupteinfuhrartikel  waren  Baumwollen-,  Wollen=  und
Seidenwaaren,  Spirituosen,  Eisenwaaren,  Reis,  Mehl,
Nahrungsmittel,  Tabak,  Baumaterial  und  Kleider.
Hauptausfuhrartikel:  Palmöl,  Palmkerne,  Gummi,
Goldstaub,  Bauholz,  Kolanuß  und  Affenfelle.  Insbesondere
  betrug  der  Werth  des  Handels  mit

Einfuhr  Ausfuhr

lebendem  Vieh,  Nahrungsmittel  Pfund  Sterling
und  Getränkel  446  370  3868
Rohmaterialien  28  941  820  378
Manufakturwaaren  570  356  11  972
Münzen  und  Barren#  85  868  41  581

Die  Ausfuhr  von  Palmöl  erreichte  einen  Werth
von  231  415  Pfd.  Sterl.,

von  Palmkernen  93384  „  -
-  ummi.  2  070  -
HKakao  470  -
Kaffee  1753  -  -

n

Kolanuß  30  5656  -
Die  Ausfuhr  von  Mahagoniholz  war,  da  der
Transport  auf  den  Flüssen  nach  der  Küste  infolge
des  geringen  Regenfalls  sehr  erschwert  war,  zurückgegangen.
  In  den  letzten  sechs  Jahren  sind  nicht
weniger  als  884  768  Affenfelle  im  Werthe  von
195  300  Pfd.  Sterl.  ausgeführt  worden.  Der  Marktpreis
  fast  aller  Ausfuhrartikel  hatte  eine  fallende
Tendenz,  so  daß  das  Jahr  für  die  Exporteure  nicht
als  günstig  bezeichnet  werden  kann.

Schiffsverkehr.

Verein.  Königreich  3  Segelschiffe  mit  642  Tons,
.  271qupsschiffe-80213-Deutschland
  79  -  -92765  -
Frankreich.  3  Segelschiffe  875
45  Dampfschiffe  =  49  469
Vereinigte  Staaten  7  Segelschiffe  -  3269
Andere  Nationen  1  -  -  222  -

4  Dampfsschiffe  =  11604  -
Der  von  Natur  reiche  Boden  wird  als  geeignet
für  jedes  landwirthschaftliche  Produkt  geschildert.  Als
Hauptprodukte  werden  Palmöl,  Mahagoni=  und
anderes  werthvolles  Holz,  Gummt  und  Kolgnuß  genannt;
  dagegen  wird  geklagt,  daß  der  Bau  derjenigen

294

 

Produkte,  die  wie  Kaffee,  Kakao,  Baumwalle,  Reis  rc.
eine  sorgfältige  Bearbeitung  des  Bodens  und  besondere
  Pflege  verlangen,  infolge  des  Mangels  brauchbarer
  Wege  und  der  allgemeinen  Unkenntniß  der
Eingeborenen  noch  nicht  systematisch  betrieben  wird.
Die  botanische  Station  in  Abwri  hat  es  sich  zur
Aufgabe  gemacht,  in  der  unmittelbaren  Nachbarschaft
der  Station  das  Interesse  der  Eingeborenen  für  den
Kaffeebau  anzuregen.  Es  sind  Maschinen  zum  Enthülsen
  des  Kaffees  eingeführt,  auch  ist  ein  praktischer
Unterricht  der  Eingeborenen  im  Gebrauch  dieser
Maschinen  in  Aussicht  genommen  worden.  Das
Gouvernement  beabsichtigt  ferner,  ausgewählte  Eingeborene
  während  eines  Jahres  unter  Aussicht  der
botanischen  Stationen  anzulernen,  dieselben  dann
während  eines  weiteren  Jahres  in  der  botanischen
Station  von  Hamacka,  schließlich  während  eines  dritten
Jahres  in  den  Royal  Gardens  von  Kew  unterweisen
zu  lassen.  Die  so  ausgebildeten  jungen  Leute  sollen
dann  zunächst  für  eine  bestimmte  Zeit  im  Dienste
des  Gouvernements  arbeiten,  später  ihre  Kenntnisse
zu  ihrem  eigenen  und  der  Kolonie  Nutzen  weiterverwerthen.


Bei  der  großen  Zahl  von  Schafen  und  Rindvieh
in  der  Kolonie  hat  sich  in  den  Küstenstädten  ein
großer  Marktverkehr  entwickelt,  der  eine  stetige  Zunahme
  aufweist.

In  einzelnen  Gegenden  haben  stark  auftretende
Heuschreckenschwärme  großen  Schaden  angerichtet.
Wie  durch  Autoritäten  des  britischen  Museums  festgestellt
  worden,  ist  diese  Heuschrecke  identisch  mit
der  in  Abessynien  auftretenden,  so  daß  es  wahrscheinlich
  ist,  daß  die  Schwärme  von  Osten  angezogen
  sind.

Zur  Ausbeutung  der  in  Apollonia  gefundenen
Petroleumquelle  hat  sich  eine  Gesellschaft  gebildet,
die  bereits  die  nöthigen  Maschinen  eingeführt  hat.
Desgleichen  haben  einige  Gesellschaften  von  eingeborenen
  Königen  und  Häuptlingen  Holz=  und  Minenkonzessionen
  erworben  und  sind  namentlich  in  der
Gegend  von  Apollonia  bereits  in  Thätigkeit  getreten.

An  Goldstaub  und  Goldkörnen  wurden  ausgeführt:
1889  28667  Unz.  im  Werthe  von  103  200  Pfd.  Sterl.
1890  25  460  91657

#

M
M
V

Kuis

1891  24476  é.  88112
1892  27444  98805
1893  219702  79099
1894  2132322  J6795  =
1895  2544646  91497

Das  Gouvernement  unterhält  öffentliche  Hospitäler
  in  Accra,  Cape  Coast,  Elmina,  Axim  und
Kwitta,  Apotheken  in  Ada,  Akure,  Chama,  Saltpond
und  Winneba.  1800  Kranke  wurden  im  Berichtsjahre
  in  den  Hospitälern  behandelt.  193  Fälle  von
Blattern  waren  zu  verzeichnen.  Der  allgemeine  Gesundheitszustand
  der  Kolonie  war  überhaupt  sehr
schlecht,  insbesondere  trat  ein  endemisches  Fieber  auf,
das  schließlich  ähnliche  Erscheinungen  aufwies,  wie
das  gelbe  Fieber  in  Westindien.  Infolgedessen  war
        <pb n="399" />
        auch  die  Sterblichkeit  unter  den  Europäern  eine
sehr  hohe.

Da  häufig  Diebstahl  von  Kupferdraht  an  den
Telegraphenlinien  vorkam,  wurden  durch  Verordnung,
wo  es  nothwendig  erschien,  die  Häuptlinge  für  die
unversehrte  Erhaltung  der  Linie  in  ihren  Distrikten
verantwortlich  gemacht.  In  dem  Verkehr  mit  Togo
wurden  von  der  Goldküste  889  Telegramme  aufgegeben,
  948  empfangen.

Seitens  des  Gouvernements  ist,  um  auch  den
Produkten  im  weiteren  Innern  einen  Verkehrswerih
zu  verschaffen,  eine  Eisenbahn  von  50  bis  60  Meilen
in  Aussicht  genommen  worden.  Man  beabsichtigt,
ausgewählte  Eingeborene  nach  Ceylon  zu  senden  und
dieselben  einen  Kurfus  auf  der  technischen  Schule
durchmachen  zu  lassen,  später  sollen  sie  dann  auf  der
Gouvernementsfaktorei  beschäftigt  werden,  um  schließlich
  bei  dem  Bahnbau  Verwendung  zu  finden.

Die  Schlußbetrachtung  des  Berichts  geht  dahin,
daß  die  Kolonie  alle  Erfordernisse  für  ein  glückliches
Gedeihen  in  sich  schließt.

Lagos.

Dem  als  Parlamentsvorlage  „Annual  Report
for  18954  veröffentlichten  Jahresbericht  über  Lagos
entnehmen  wir  Folgendes:

Die  Einnahmen  ergaben  im  Ganzen  142  049

Pfd.  Sterl.  gegen  137017  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894,
so  daß  auch  im  Berichtsjahre  wieder  eine  Zunahme
der  Einnahmen  um  etwas  über  5000  Pffd.  Sterl.
zu  vermerken  ist  (s.  Kol.  Bl.  1896  S.  391).  Diese
Zunahme  ist  den  Zolleingängen  auf  das  Konto  zu
setzen;  die  Wirkung  der  Verdoppelung  des  Spirituszolles
  läßt  sich  mit  Rücksicht  auf  die  erst  Ende  1895
in  Wirksamkeit  getretene  Verordnung  noch  nicht
schäten.  Die  Ausgaben  beliefen  sich  auf  144484
Pfd.  Sterl.  gegen  124  829  Pfd.  Sterl.  im  Jahre
1894.  Die  Gesammtaktiva  der  Kolonie  zeigen  am
31.  Dezember  1895  nach  Abzug  der  Passiva  einen
Bestand  von  46  423  Pfd.  Sterl.  (s.  Kol.  Bl.  1896
S.  391).  Die  Zahl  der  Einlagen  in  der  Gouvernements-Sparbank
  hat  sich  von  416  am  letzten  Dezember
  1894  auf  543  am  31.  Dezember  1895  vermehrt.
Die  Sparbank,  welche  unter  der  Aufsicht  des  Kolonialschahmeisters
  steht,  hat  einen  Bestand  von  7157
Pid.  Sterl.  und  zahlt  2½  pCt.  Zinsen.
Die  militärischen  Streitkräfte  der  Kolonie  haben
im  Jahre  1895  eine  Neuorganisation  erfahren.  Die
sogenannte  „Lagos  Constabulary“  hörte  auf  zu
existiren,  an  ihrer  Stelle  wurde  die  rein  militärische
„Haussa  Force“  und  die  rein  civile  „Civil  Police“
gegründet,  die  erstere  mit  dem  Generalinspekteur,  die
andere  mit  einem  neu  ernannten  Polizeiobersten  an
der  Spitze.  Die  Haussatruppen  sind  mit  Martini-Metfordkarabinern,
  die  Polizeimannschaften  mit  den
alten  Snidergewehren  ausgerüstet.

295

Für  den  Seedienst  in  den  Lagunen  sorgte  das
mit  Geschützen  versehene  Kriegsboot  „Margareta“;
auch  kreuzte  das  der  westafrikanischen  Station  zugetheilte
  Kriegsschiff  „Alecto“  vor  Lagos  Bar.  Die
wichtigsten  öffentlichen  Bauten  wurden  Ende  1895
begonnen,  nämlich  der  Bau  der  „Carten  Dentonbrücken“,
  von  denen  eine  die  Insel  Lagos  mit  der
Insel  Iddo  und  die  andere  Iddo  mit  dem  Festlande
verbindet;  ferner  der  Bau  einer  Eisenbahn,  deren
erste  Theilstrecke  bis  Otta,  einer  Entfernung  von
20  engl.  Meilen,  geht.  Die  Kosten  dieser  Bauten
werden  durch  eine  Regierungsanleihe  gedeckt,  und  es

„wird  erwartet,  daß  diese  Kosten  sich  bei  der  Zunahme

des  Wohlstandes  der  Kolonie  leicht  wieder  einbringen
lassen  werden.  In  sanitärer  Hinsicht  schritten  die
Arbeiten  an  dem  sogenannten  „Temporary  Hospitalhuts“
  weiter  fort;  die  einzelnen  Baracken  sind  direkt
aus  England  dorthin  gekommen  und  haben  sich  trot
ihrer  einfachen  Bauart  so  bewährt,  daß  man  sie
stehen  lassen  und  nur  noch  für  ein  Haupt=  oder
Centralgebäude  Vorsorge  treffen  will.  Hinter  dem
Departement  für  die  öffentlichen  Bauten  wurde  ein
massives  Ziegelsteinhaus  errichtet  zur  Aufnahme  der
Eismaschinen  und  der  dazu  gehörigen  Betriebswerke.
Auch  ein  neuer  Zollwaarenschuppen  und  ein  neues
Postamt  wurden  bis  zum  Schluß  des  Jahres  fast
fertiggestellt.  Begonnen  wurden  noch  die  Vergrößerung
  des  Gefängnisses,  zwei  neue  Gerichtsgebäude
für  Ikoroda  und  Epe  und  ein  neues  Wohnhaus  für
den  Residenten  von  Ibadau.  Mit  Rücksicht  auf  diese
vielseitigen  Anforderungen,  die  an  dies  Departement
gestellt  wurden,  wurde  dasselbe  mit  erweiterten  Kompetenzen
  ausgestattet  und  mit  der  Leitung  desselben
ein  Offizier  unter  dem  Titel  eines  Direktors  der
öffentlichen  Werke  betraut.

Der  Gesammtimport  betrug  815815  Pfd.  Sterl.,
von  denen  175  669  Pfd.  Sterl.  aus  Deutschland
stammen.  Gegen  1894  hat  der  Importhandel  also
um  71  254  Pfd.  Sterl.  zugenommen.  Geistige  Getränke
  (Genever),  Baumwollenwaaren,  Kurzwaaren,
Thonwaaren  und  Kolanüsse  sind  in  geringerer  Anzahl
  als  1894  eingeführt;  dagegen  hat  bedeutend
zugenommen  der  Import  von  Tabak,  Brettern  und
Faßdauben  und  Silber,  letzteres  stieg  im  Import
von  36036  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894  auf  172548
Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1895.  Diese  Zunahme  hängt
zweifelsohne  mit  dem  Aufschwung  der  Gummüidustrie
zusammen.  Auch  der  Export  der  Kolonie  zeigt  im
Jahre  1895  die  bedeutende  Zunahme  von  163  913
Pfd.  Sterl.;  er  betrug  im  Ganzen  985  595  Pf.
Sterl.  Theilweise  angerechnet  wird  hierauf  die  Zunahme
  des  Exports  von  Palmöl  nach  Deutschland
um  17  626  Pfd.  Sterl.;  der  bei  Weitem  wichtigste
Faktor  ist  aber  der  kolossale  Ausschwung  der  Gummiindustrie;
  in  der  Goldküste  war  der  Export  von
Gummi  im  Jahre  1882  gleich  null,  im  Jahre  1893
betrug  er  schon  jährlich  200  000  Pfd.  Sterl.  Lagos
verschiffte  1894  erst  56867  Pfund,  davon  144  Pfund

 

nach  Deutschland;  im  Jahre  1895  dagegen  5069576
        <pb n="400" />
        Pfund  ()  zum  Gesammtwerthe  von  269  893  Pfd.
Sterl.  Ein  besonders  interessanter  Aufsatz  über  den
Aufschwung  der  Gummiindustrie  in  Lagos  mit  einer
Beschreibung  des  Hergangs  bei  der  Gummigewinnung
und  einer  technischen  Abhandlung  über  den  hauptsächlich
  in  Frage  kommenden  Baum  „Ire“  oder
„Kickxia  africana“  ist  in  dem  Oktoberheft  des
„Kew  Bulletin“  für  1895  erschienen.  Im  Jahre
1895  liefen  908  Schiffe  mit  einem  Tonnengehalt
von  787  285  Lagos  an,  29  mehr  als  im  Vorjahre;
darunter  waren  688  engl.  Schiffe  mit  einem  Tonnengehalt
  von  636  610,  die  übrigen  waren  außer  zwei
belgischen  und  einem  französischen  sämmtlich  deutsche.

An  Zeitungen  existiren  in  Lagos  außer  dem  Regierungsorgan
  „The  Government  Gazette“  noch  drei
auf  Privatunternehmen  gegründete  Zeitungen  und
zwar  „Lagos  Weekly  Record“  mit  25  800  Auflage,
„Lagos  Standard“  mit  15  600  Auflage  und  „Lagos
Echo“  mit  24  960  Auflage.

Die  Kaffeekultur  der  Kolonie  macht  nur  langsame
  Fortschritte;  man  macht  Versuche  mit  Liberiaund
  auch  mit  arabischem  Kaffee;  von  den  beiden
Plantagengesellschaften  dort  hat  die  Ilaro  Company
50  000  Kaffee=  und  6000  Kakaobäumchen,  die  Ajileta
Company  über  60  000  Kaffeebäumchen  sowie  Kakaound
  Kokosnußanlagen.  Außerdem  kommt  noch  die
Produktion  von  Palmöl  und  Palmkernen,  Kolanüssen,
Erdnüssen  und  Piassava  in  Betracht.

In  Lagos  befindet  sich  auch  ein  großes  und  gut
eingerichtetes  Centralgesängniß,  nach  welchem  die
Verurtheilten  von  den  einzelnen  Distrikten  unter
Eskorte  überführt  werden.  Die  tägliche  Durchschnittsbesetzung
  ist  125  Gefangene;  sie  werden  mit  Bücherbinden,
  Anfertigung  von  Windschirmen,  Körben  und
Mattendecken,  Schneiderarbeiten  2c.  beschäftigt;  truppweise
  auch  bei  Wegebauten  und  zu  Sanitätszwecken.
Die  Gesammtanzahl  betrug  354,  unter  denen  neun
Frauen  und  fünf  jugendliche  Verbrecher  unter
14  Jahren  sich  befanden.  Ein  Sterbefall  oder  eine
Enthauptung  trat  nicht  ein.  Bezüglich  der  Rechtspflege
  meldet  der  Bericht  517  Verurtheilungen  für
kleinere  Vergehungen  und  119  Fälle,  die  zur  Aburtheilung
  vor  den  jeden  ersten  Montag  im  Monat
tagenden  Kriminalgerichtshof  gezogen  wurden.  Das
gewöhnlichste  Verbrechen  ist  bei  der  leichten  Durchdringbarkeit
  der  Lehm=  und  Bambuswände  der  Häuser
der  Einbruchsdiebstahl.  Dabei  führt  der  Aberglaube
der  Eingeborenen  meist  zur  Entdeckung  der  Verbrecher,
in  dem  Glauben,  sich  unsichtbar  zu  machen  oder  dadurch
  die  Hausbewohner  einzuschläfern,  tragen  sie
Zaubermittel  um  den  Hals,  so  daß  dieser  allgemeinen
Sitte  sogar  durch  eine  Verordnung  vorgebeugt  werden
sollte.  Die  Verordnung  hat  sich  aber  gegenüber  dem
Aberglauben  als  machtlos  herausgestellt.

Mit  Hülfe  der  neuen  Registrirverordnung  sind
1443  Geburten  angemeldet,  denen  1775  Todesfälle
gegenüberstehen.  An  Fieber  starben  487,  an  Lungenerkrankungen
  367,  an  Dysenterie  und  Durchfall  zusammen
  275;  unter  etwa  150  Europälrn  traten

296

 

16  Todesfälle,  7  davon  infolge  Fiebers,  ein,  d.  h.
16  Prozent,  ein  wenn  auch  günstigeres  Resultat  als
1894,  so  doch  noch  erschreckend  genug.

Zur  Unterhaltung  der  29  aus  55  Abtheilungen
bestehenden  Schulen  ist  ein  Gowernementszuschuß
von  1146  Pfd.  Sterl.  16  Schill.  nöthig.  Unterrichtet
wurden  im  Ganzen  2129  Knaben  und  1147  Mädchen.
Der  Prozentsatz  der  einzelnen  Religionsbekenntnisse,
auf  die  sämmtliche  Kinder  sich  vertheilen,  ergiebt
70,9  Prozent  christliche,  13  Prozent  mohammedanische
und  16,1  Prozent  heidnische  Kinder.  Der  Widerstand
  der  Mohammedaner  gegen  die  Erziehung  ihrer
Kinder  nach  europäischer  Manier  tritt  immer  mehr
zurück.  In  dem  Kolonialhospital  wurden  im  Berichtsjahre
  724  Patienten  behandelt,  auf  welche
93  Todesfälle  entfielen.  Außerhalb  des  Hospitals
wurden  7780  Personen  ärztlich  behandelt.  Geimpft
wurden  12  753  Personen;  auch  72  Blatternerkrankungen
  kamen  vor.  Die  Pflege  in  dem  Kolonialhospital
  liegt  in  den  Händen  von  Eingeborenen;
jedoch  strebt  man  an,  sie  europäisch  ausgebildeten
Krankenpflegern  zu  übertragen.  Man  plant  auch,
ein  Irrenhaus  zu  bauen;  jetzt  werden  die  Irren
nach  Sierra  Leone  übergeführt;  natürlich  auf  Kosten
der  Kolonie  Lagos.

Zum  Schluß  wird  unter  allgemeinen  Betrachtungen
  auch  die  Kommission  erwähnt,  welche  gegen
Ende  des  Jahres  mit  der  Aufgabe  betraut  wurde,
die  englisch-französische  Grenzlinie  zwischen  Lagos
und  Dahomey  festzusetzen.  Die  Kommission  schlug
vor,  als  Grenzlinie  den  9.  Parallelgrad  nördlicher
Breite  zu  wählen,  gegen  welchen  Einwendungen  nicht
befürchtet  werden.  Die  englischen  Interessen  vertritt
hierbei  Mr.  F.  C.  Fuller,  Distrikt  Commissioner,
die  französischen  der  Kapitän  Plé  im  Spezialauftrage.


 

Ueber  den  Gummiarabikumhandel  am  Senegal
meldet  die  „Zeitschrift  für  tropische  Landwirtschaft“:
Der  Gomme  bas  du  fleuve  kommt  aus  dem  Distrikt
Podor  am  unteren  Senegal,  Gomme  Mediné  vom
mitltleren  Senegal  und  Gomme  Galam  aus  dem
Foulah-Landdistrikt  Guidimakha  und  Bambonk.  Die
Produktion  war  in  den  letzten  fünf  Jahren  nach  dem
amtlichen  Bericht  folgende:

Bas  de  fleuve  Galam  Sallabreda
Säcke  Säcke  Säcke

1892.  214.443  67.395  4211
1893  294.518  14.335  1.941
1894.  340.189  16.235  1.920
1895  199.120  30.277  1.023
1896  220.239  44.481  1.146

Die  Ausfuhr  geschieht  über  St.  Louis  und
Rufisque  und  theilweise  über  Freretown,  und  die
Emballage  der  Säcke  ist  Jute  und  nichtgegerbte
Ochsenhaut.

Die  Hauptzufuhren  kommen  September  bis  Dezember
  auf  den  Markt.  Ferner  bringt  die  englische
        <pb n="401" />
        Royal  Niger  Company  seit  vier  Jahren  Posten  von
4000  bis  6000  Kisten  pro  Jahr  ähnlicher  Qualität
auf  den  Liverpooler  Markt,  jedoch  ist  die  Beschaffenheit
  nicht  so  gut  wie  das  Produkt  vom  Senegal,
da  es  nicht  so  reif  geworden  ist  und  daher  Mängel
an  der  Löslichkeit  zeigt;  wie  dies  die  aus  Kamerun,
Deutsch-Ostafrika  und  aus  East  London  seiner  Zeit
versuchsweise  auf  den  deutschen  und  englischen  Markt
gebrachten  Probesendungen  ebenfalls  zeigten,  die  daher
unbrauchbar  und  werthlos  waren.  Nur  der  aus
dem  englischen  Klein-Namaqualand  und  deutschen
Groß-Namaqualand  vom  Weißdorn  stammende  reife
weiße  Gummiarabikum  ist  brauchbar,  während  alle
anderen  Qualitäten  sagoartig  wie  Gallerte  in  der
Lösung  bleiben  und  gänzlich  werthlos  sind.

Für  die  Gummisammler  ist  es  daher  sehr  angebracht
  zu  wissen,  welche  Baumarten  ein  brauchbares
und  gut  verkäufliches  Produkt  ergeben,  da  sonst  für
Konsignationssendungen  den  überseeischen  Abladern
nicht  einmal  die  Fracht  erzielt  wird  und  heute  noch
in  London  Posten  von  vielen  Tausend  Kisten  lagern,
die  ähnlicher  Beschaffenheit  sind.

 

Dandel  und  Schifffahrt  von  Mogzambique.

Der  Schifffahrtverkehr  hat  auch  im  Jahre  1896
jast  ausschließlich  in  den  Händen  der  Deutschen
Ostafrika-Linie  gelegen,  so  daß  es  dieser  ermöglicht
ward,  ihre  Fahrten  zu  vermehren.  Von  einem  vierwöchentlichen
  Betrieb  ist  sie  zu  einem  dreiwöchentlichen
  übergegangen,  und  in  diesem  Jahre  wird  fast
alle  acht  Tage  ein  Dampfer  genannter  Linie  im
Hafen  von  Mozambique  erwartet.  In  der  zweiten
Hälfte  des  Jahres  1895  begannen  zwei  französische
L#nien,  die  Messageries  maritimes  von  Marseille
und  Chargeurs  réunis  von  Hävre  regelmäßige
monatliche  Fahrten  an  der  Mozambique-Küste,  doch
vermochten  sie  nur  einen  ganz  kleinen  Theil  des
Verkehrs  an  sich  zu  ziehen.  Die  englische  Linie
British  India  S.  S.  Navigation  Co.,  welche  von
Bombay  kommend,  diese  Küste  monatlich  besucht,
vermag  ebensowenig  festen  Fuß  zu  fassen  und  kann
den  Betrieb  nur  noch  mit  Verlust  durchführen.
Die  Handelsbewegung  von  Mozambique  stellte
sich  folgendermaßen:
1894
Rs.  493  549  111
Mk.  1  645  163,70

189
Rs.  571  805  401
Mk.  1  906  018,00

1896.
Rs.  526  591  542  Rs.  356  511  061
Mk.  1  755  305,14  Mk.  1  188  370,20.

Deutschland  war  1896  an  der  Einfuhr  nach
sachverständiger  Schätzung  folgendermaßen  betheiligt:

Rs.  304  147  512
Mk.  1  013  825,04

5.
Rs.  222  735  322
Mk.  742  451,07

297

 

Baumwollenwaaren  Mk.  69  223,00
Papierwaaren  .-  6  311,00
Lebensmittel.  .  .-13427,00
PulverandGewehrc-..-20756,00
Cemeat,Holz,Streichhölzer.-  8  333,00
Parfümerien  1  521,00
Perlen  -  2  808,00
Tabak,  Cigarren  -  7  697,00
Metallwaaren  -  4  198,00
Getränke  -  8  066,00
Kohlen  29  146,00
Diversses  10  102,00

Mk.  178  588,00
An  der  Ausfuhr  in  solgender  Weise:

Erdnüsse  Mk.  483  622,10
Sesamsoat  43  156,80
Gummi  elasticum  360  001,80
Grenadillholz  -  9844,20
Ebenholz.  27  19170
Schildpatt  .8831330
Wachs  2  2  092,50
Muscheln  "  380,70

Mk.  934  613,10.

Der  Schiffsverkehr  im  Hafen  von  Mozambique
betrug  im  Jahre  1896  nach  Lloyds-Register:

57  deutsche  Dampfer  mit  125  054  Tonnen,
28  englische  Dampfer  mit  65  212  Tonnen,  8  französische
  Dampfer  mit  8717  Tonnen  und  1  österreichischer
  Dampfer  mit  1000  Tonnen,  sowie  1  deutscher
Segler  mit  320  Tonnen,  3  englische  Segler  mit
2445  Tonnen,  2  norwegische  Segler  mit  536  Tonnen
und  1  dänischer  Segler  mit  1550  Tonnen.

Norfolk-=  Insel.

Zwischen  der  englischen  Regierung  und  der  Regierung
  der  Kolonie  Neu-Süd-Wales  schwebten  im
vorigen  Jahre  Verhandlungen  über  die  beabsichtigte
Einverleibung  der  Norfolk-Insel  in  die  gedachte
Kolonie.  Bei  den  infolgedessen  stattgehabten  Prüsungen
  seitens  der  englischen  Kronjuristen  hat  sich
herausgestellt,  daß  diese  Einverleibung  dem  bestehenden
Rechte  nach  durch  Verordnung  der  Königin  im
Rathe  nicht  erfolgen  konn.  Mit  Rücksicht  hierauf  ist
beschlossen  worden,  der  Insel  den  Charakter  der
Kronkolonie  fernerhin  zu  wahren  und  den  Gorverneur
  von  Neu-Süd-Wales  auch  künftig  mit  deren
Verwaltung  zu  betrauen.

Dem  genannten  Gouverneur  ist  die  Befugniß
ertheilt  worden,  Gesetze  und  Verordnungen  für  diese
Insel  zu  erlassen,  richterliche  und  andere  Beamte
daselbst  zu  ernennen  und  über  gewisse  dortige  Ländereien
  zu  disponiren.

—...
        <pb n="402" />
        Perschiedene  Wittheilungen.
Lamoa.

Der  neuernannte  Präsident  der  Munizipalität
von  Apia  Assessor  Dr.  Raffel  ist  von  Berlin
über  San  Francisco  nach  Samoa  abgereist.

Ueber  das  Walbornsche  tragbare  Tropenharmonium

schreibt  P.  Haberkorn  aus  Tanga  in  „Kreuz  und
Schwert“:  „Was  das  Harmonium  anbelangt,  bin
ich  sehr  zufrieden.  Jedermann  bewundert  den  vollen
und  starken  Ton  des  Instrumentes.  Zur  Begleitung
des  Gesanges  scheint  es  mir  ausgezeichnet.“  Fragliches
  Harmonium  wiegt  (ohne  Blasebalg)  nicht  ganz
12  kg,  hat  vier  Oktaven  Umfang  und  vier  Abstufungen
  im  Klange.  Neuerdings  hat  der  strebsame
Meister  für  dasselbe  Instrument  doppeltes  Gebläse
angewandt  und  dadurch  die  Leistungsfähigkeit  noch
erhöht.  Ein  solches  Instrument  ist  am  10.  April
an  den  Herrn  P.  Vieter  in  Kamerun,  ein  anderes
gleicher  Art  an  den  Herrn  P.  Stangier  in  Togo
abgesandt  worden.  Einstweilen  dürfte  es  für  die

Missionen  kein  Instrument  geben,  welches  bei  gleicher
Leistung  eben  so  leicht  zu  transportiren  ist.

 

Titteratur.

O.  Warburg:  Die  Muskatnuß,  ihre  Geschichte,
Botanik,  Kultur,  Handel  und  Verwerthung  sowie
ihre  Verfälschungen  und  Surrogate.  Zugleich  ein
Beitrag  zur  Kulturgeschichte  der  Banda-Inseln.
628  S.  Mit  drei  Heliogravüren,  vier  lithographirten
  Tafeln,  einer  Karte  und  zwölf  Abbildungen
  im  Text.  Leipzig  1897.  W.  Engelmann.

Es  ist  der  erste  Versuch  einer  wirklich  umfassenden
  Monographie  einer  unserer  hervorragenderen

Kulturpflanzen.  Der  Verfasser  war  bestrebt,  das

gesammte,  überaus  zerstreute  und  in  den  verschiedensien

  Fachwissenschaften  zersplitterte  Material  zu  sammeln
  und  kritisch  zu  sichten  (im  Litteraturverzeichniß
am  Ende  des  Werkes  finden  sich  mehr  als  500  Titel
verzeichnet)  und  in  Verbindung  mit  den  Resultaten
seiner  eigenen  jahrelangen  Studien  über  die  Muskatnüsse
  zu  einem  Isystematisch  gegliederten  und  daher
als  Handbuch  brauchbaren  Gesammtbild  zu  vereinigen.

In  dem  älteren  geschichtlichen  Theil  kommt  der

Verfasser  zu  dem  Resultat,  daß  die  Bekanntschaft  mit

diesem  Gewürz  erst  eine  Folge  der  im  Beginn  unserer

Zeitrechnung  in  Java  eindringenden  vorderindischen

Kultur  und  des  dadurch  auflebenden  Handels  gewesen

ist,  und  daß  die  Alten  die  Muskatnuß  nicht  gekannt

haben,  sondern  daß  sie  nach  Europa  frühestens  im

sechsten  Jahrhundert,  vielleicht  aber  erst  in  mohammedanischer

  Zeit  gelangt  ist.  Es  wird  dann  die  zunehmende

 

298  —

Bedeutung  des  Gewürzes  geschildert,  die  ihren  Höhepunkt
  fand  in  der  geradezu  enthusiastischen  Werthschätzung
  der  Gewürze  im  Zeitalter  der  Entdeckungsreisen
  und  im  16.  Jahrhundert;  erläutert  wird  dies
durch  ein  Kapitel  über  die  Muskatnuß  in  der  Poesie,
wo  unter  Anderem  Stellen  aus  dem  Parsival,  Titurel,
von  Luther,  Uhland,  Wieland  citirt  werden.  Philologische
  Abschnitte  über  den  Namen  für  Mais  und
Muskatnuß  beschließen  den  Abschnitt.

Ein  zweiter  Abschnitt  schildert  die  Produktionsgebiete
  der  Muskatnüsse  und  des  Mais  und  giebt  vor
Allem  eine  ziemlich  vollständige  Beschreibung  und
Geschichte  der  Banda-Inseln,  die  noch  heute  drei
Fünftel  der  Gesammtproduktion  dieses  Gewürzes
liefern.  Hierauf  werden  die  erloschenen  Produktionsgebiele
  in  den  Mascarenen  und  Südamerika  durchgegangen,
  die  wichtige  Kultur  auf  der  westindischen
Jusel  Grenada  sowie  die  vielerlei  Bemühungen  in
Sumatra,  Celebes,  auf  der  malayischen  Halbinsel  2c.;
Tabellen  über  die  zunehmende  Muskatproduktion  der
Erde  und  der  Banda-Inseln  sowie  die  Zahl  der
Muskatnußbäume  beschließen  diesen  Theil.

Der  sehr  viel  (hier  zuerst  veröffentlichte)  Originalarbeit
  des  Verfassers  bergende  botanische  Theil  enthält
  nicht  nur  die  Beschreibung  der  gewöhnlich  in
den  Handel  kommenden  Muskatnuß,  sondern  auch  der
sonst  als  brauchbar  erkannten  oder  zu  Verfälschung
benutzten  Arten,  von  denen  besonders  die  Papuamuskatnuß
  für  uns  von  Wichtigkeit  ist,  da  die  Hoffnung,
  daß  sie  auch  in  Deutsch-Neu-Guinea  gefunden
wird,  eine  große  ist;  sie  bildet  wohl  auch  heute  noch
den  bedeutendsten  Handelsartikel  Neu-Guineas,  freilich
bisher  nur  vom  holländischen  Theil.  Die  Fett  liefernden
  Muskatnüsse,  von  denen  brauchbare  Vertreter  in
Kamerun  und  in  Bukoba  am  Victoria=  Nyanza  gefunden
  worden  sind,  werden  auch  in  Kürze  behandelt.

Das  wichtige  Kapitel  über  die  Kultur  der  Muskatnüsse
  bringt  ausführliche  Nachrichten  über  die
klimatischen  Erfordernisse,  woraus  hervorgeht,  daß  die
deutschen  Schutzgebiete  Kaiser  Wilhelmsland  und
Kamerun  geeignetes  Klima  haben  dürften;  ferner
Abschnitte  über  die  Anzucht,  Plantagenbearbeitung,
Erntebereitung  2c.

In  dem  Kapitel  über  Handel  werden  die  Handelssorten,
  Handelswege,  Handelscentren,  die  Verfälschungen
  und  Surrogate  besprochen,  welch  letztere  freilich
meist  nur  lokale  Bedeutung  besitzen.  Der  Anhang
bringt  Preistabellen  von  den  ältesten  Zeiten  an  bis
zur  Gegenwart,  welche  deutlich  die  allmähliche  Vulgarisirung
  dieses  ehemals  so  köstlichen  Gewürzes  erkennen
  lassen,  sowie  das  Schwanken  der  Werthverhältnisse
  zwischen  Muskatnuß  und  Mais.

Das  Kapitel  über  die  Nebenprodukte  behandelt
Muskatbutter,  Muskatnußöl,  Maisöl,  kandirte  und  in
Essig  oder  Salz  eingelegte  Muskatfrüchte  und  Mais.

Das  Kapitel  über  die  Verwendung  der  Produkte
behandelt  die  Benutzung  der  Gewürze  als  Aroma
((etzt  hauptsächlich  zu  Parfüms,  Seifen  2c.),  als
Arzneimittel  (früher  von  eminenter  Bedeutung,  jetzt
        <pb n="403" />
        aber  in  Abnahme)  und  als  Gewürz  (in  stetiger  langsamer
  Zunahme).

Das  Kapitel  über  die  Aussichten  der  Muskatkultur
  in  der  Zukunft  behandelt  in  sachlichster  Weise
auf  Grund  der  zuverlässigsten  Zahlen  die  so  sehr
wichtige  Rentabilltätsfrage.  Der  Verfasser  kommt
zu  dem  Schluß,  daß  die  Muskatkultur  auf  dem  besten
Wege  ist,  eine  Eingeborenenkultur  zu  werden,  daß
sie  sich  augenblicklich  unter  normalen  Verhältnissen
für  Großkultur  unter  europäischer  Leitung  nicht
rentiren  kann,  daß  aber  gründliche  landwirthschaftliche
Studien  im  Stande  sein  dürften,  den  Ertrag  außerordentlich
  zu  heben.  „Die  Hauptaufgabe  hierbei  fällt
den  landwirthschaftlichen  Stationen  und  den  botanischen
  Gärten  zu  sowie  der  sorgsamen  Beobachtung
der  einschlägigen  Verhältnisse  durch  die  Pflanzer  selbst.
Wie  die  meisten  Tropenkulturen,  so  steckt  auch  diejenige
  des  Muskatbaumes  noch  in  den  ersten  Kinderschuhen,
  denen  sie  erst  infolge  methodischer,  nach
ernsten  Prinzipien  unternommener  Arbeiten  allmählich
entwachsen  wird.“

Das  sehr  gut  ausgestattete  umfangreiche  Werk
darf  einen  der  ersten  Plätze  in  der  Koloniallitteratur
beanspruchen  und  dürfte  jedem  mit  praktischen  wie
theoretischen  Arbeiten  auf  diesem  Gebiete  beschäftigten
Manne  von  großem  Werhhe  sein.

Deutscher  Kolonial-Atlas.  30  Karten  mit
300  Nebenkarten  in  15  Lieferungen.  Bearbeitet
und  herausgegeben  von  Paul  Langhans.  Gotha,
Justus  Perthes.  11.  und  12.  Lieferung.

Mit  den  vorliegenden  beiden  Lieferungen  wird
die  große  Vier-Blatt-Karte  der  Schutzgebiete  Kamerun
und  Togo  in  1:2000  000  vollständig,  die  auch
einzeln  zu  haben  ist.  Gegenwärtig  interessirt  besonders
  die  Karte  des  Hinterlandes  von  Togo,  wo  eine
Abgrenzung  der  von  den  verschiedenen  Mächten  beanspruchten
  Gebiete  noch  nicht  zustande  gekommen  ist.
An  Nebenkarten  bieten  diese  Blätter  eine  ethnographische
  und  eine  wirthschaftliche  Uebersicht  des
Togolandes  sowie  die  Togoküste  in  größerem  Maßstabe,
  sodann  Pläne  von  Lome,  dem  jetzigen,  Sebbe,
dem  früheren  Sitz  der  Landeshauptmannschaft,  von
Klein-Popo  und  der  Kaiserlichen  Station  Misahöhe.
Das  dritte  Blatt  dieser  neuen  Lieferungen  zeigt  die
deutsche  Arbeit  in  Afrika,  den  Antheil  der  Deutschen
an  der  Erforschung  des  Erdtheils,  farbig  unterschieden
nach  ihren  Auftraggebern.  Zahlreiche  Pläne  der
früheren  brandenburgischen  Kolonien  an  der  Goldküste
und  in  „Barbarien“  (nebst  einem  Siegel  des  preußischen
  Gouverneurs  von  Argien)  vergegenwärtigen  uns
den  Schauplatz  der  Kolonialbestrebungen  des  Großen
Kurfürsten,  während  eine  andere  Nebenkarte  uns  mit
der  Darstellung  der  zahlreichen  deutschen  Faktoreien
und  Schiffslinien  an  der  Küste  Oberguineas  in  die
Gegenwart  führt,

 

Koloniales  Jahrbuch.  Beiträge  und  Mittheilungen
  aus  dem  Gebiete  der  Kolonialwissenschaft

299

 

und  Kolonialpraxis.  Herausgegeben  von  G.  Meinecke.

  IX.  Jahrgang.  Berlin  1897.

Der  jetzt  vollendete  Band  des  Jahrbuchs  enthält
  außer  den  üblichen  Uebersichten  über  den  Gang
der  kolonialen  Arbeit  und  Politik  im  Jahre  1896
eine  Anzahl  von  Aufsätzen,  denen  man  zwar  nicht
allgemein  beistimmen  dürfte,  die  aber  mannigfache
Anregung  gewähren.  Es  gehören  dazu  die  Arbeit
von  Graf  Schweinitz:  Bedarf  Ostafrika  jetzt  einer
Centralbahn?  Dr.  Scharlach:  Beschaffung  von
Geldmitteln  für  unsere  Kolonien.  Graf  Pfeil:
Betrachtungen  über  Anlegung  einer  Strafkolonie  in
Südwestafrika.

Londo  la  Mudangwedi:  Die  Pilgerreise  zur
seligen  Ewigkeit  von  John  Bungan,  übersetzt  in
die  Dualasprache.  Basel  1897.  Herausgegeben
von  der  evangelischen  Missionsgesellschaft.

Melodien  zu  den  Dualaliedern  für  die  Christengemeinden
  in  Kamerun.  Gesammelt  und  zusammengestellt
  von  Eugen  Schuler.  Basel  1897.
Missionsbuchhandlung.

Die  rührige  Basler  Mission  hat  in  den  zwei
vorliegenden  Büchern  einen  neuen  Beweis  für  den
Ernst  und  Erfolg  ihrer  Arbeiten  in  Kamerun  geliefert.
  Die  ersterwähnte  Schrift  ist  eine  Bearbeitung
des  in  Tausenden  von  Auflagen  in  allen  englischen
Ländern  verbreiteten  beliebtesten  Andachtsbuches.  Die
zweite  bietet  nicht  weniger  als  92  bekannte  Kirchenlieder
  in  Dualaübersetzung  mit  den  Gesangnoten.
Es  ist  staunenswerth,  wie  die  Missionsgesellschaft  die
Bücher  so  billig  herstellen  kann.  Jedes  kostet  gebunden
  nur  zwei  Mark.  Dabei  ist  das  erstere  noch
reich  illustrirt.  ·

G.  K.  Anton:  Die  Entwickelung  des  französischen
Kolonialreichs.  Dresden  1897.  v.  Zahn  &amp;amp;  Jaensch.

Der  Verfasser,  welcher  schon  eine  verdienstliche
Arbeit  über  die  französische  Agrarpolitik  in  Algier
geliefert  hat,  bietet  hier  einen  ·  kurzgefaßten  Abriß  der
gesammten  Entwickelung  der  französischen  Kolonialbestrebungen.
  Die  Schrift  ist  geeignet,  dem  größeren
Publikum  das  Verständniß  der  gegenwärtigen  Ueberseepolitik
  Frankreichs  zu  erleichtern.

Der  bekannte  geographische  Verlag  von  Leo
Woerl  in  Würzburg  und  Leipyzig,  der  bereits  einige
Hundert  kleine  handliche  Bücher  über  Städte  und
geographische  Sehenswürdigkeiten  der  ganzen  Welt
veröffentlicht  hat,  liefert  jetzt  einen  reichhaltigen  Führer
durch  Leipzig  und  Umgebung.

Mary  H.  Kingsley:  Travels  in  West  Akrica,
Congo  français,  Corisco  and  Cameroons.
With  illustrations.  London  1897.  Macmillan
  and  Co.

Die  Verfasserin  des  vorliegenden  starken  Bandes,
welche  sich  bereits  durch  naturwissenschaftliche  Arbeiten
einen  Namen  gemacht  hat,  legt  hier  der  Welt  die

Institut  für  Kolonjalwirtscheaft
Hansische  Oniversität.
        <pb n="404" />
        —  300  —

Erfahrungen  und  Beobachtungen  auf  einer  1893
ausgeführten  mehrmonatlichen  Reise  in  den  Küstengebieten
  Westafrikas  vor.  Was  dieses  Buch  vor  den
meisten  Reisebeschreibungen  auszeichnet,  ist  der  große
Ernst,  mit  dem  Miß  Kingsley  ihre  Aufgabe  angegriffen
  und  ausgeführt  hat,  ihr  vorurtheilsfreier,
offener  Blick  und  ihre  nie  versiegende  gute  Laune.
Was  die  Verfasserin  in  verhältnißmäßig  kurzer  Zeit
gesehen  und  geleistet  hat,  wäre  schon  für  jeden  Mann
eine  anerkennenswerthe  Leistung.  Für  eine  Dame  ist
es  geradezu  außerordentlich.  Sie  hat  nicht  nur  große
Strapazen  durchgemacht,  wie  z.  B.  die  Besteigung
des  großen  Kamerunberges,  Sammlungen  verschiedener
  Arten  angelegt,  Land  und  Leute  genau  beob- 



Die  Verfasserin  hat  dem  deutschen  Kamerun  besondere
Aufmerksamkeit  gewidmet  und  die  Art,  wie  sie  das
Land  und  die  deutsche  Verwaltung  beurtheilt,  sticht

sehr  angenehm  ab  von  der  sonst  in  England  landläufigen.
  Das  Buch  ist  trotz  mancher  Ungenauigkeiten,
wie  se  V  unvermeidbar  asind  ——  zu  empfehlen

 

Titlerakuwverzetclxmß

Kinsky,  C.  Graf:  Vademecum  für  diplomatische  Arbeit
auf  dem  afrikanischen  Kontinent.  Zweite  Auflage.  ##
einer  politischen  Karte  von  ai  in  1:15048  000
10  Mk.  d  &amp;amp;  Co.  in  Wien.

Pellence:  Les  Italiens  en  .  (1880—1896).  5  fr.

achtet,  sondern  auch  eine  Anzahl  neuer  Thiere  entdeckt.  audoin  in  Paris.

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)
S.  „Bussard“  7/2.  Sydney  3/4.  —  14/4.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  „Condor“  11/2.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  „Falke“  18/2.  Sydney  22/4.  —  30/4.  Auckland.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S  „Habicht“  6/4.  Mossamedes  7/4.  —  19/4.  Kapstadt.  (Poststation:  Loanda.)
S.  „Hyäne“  13/3.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
Vermessungsschiff,  Möwe“  1/2.  Matupi.  (Poststation:  Matupi.)
S.  „Seeadler“  13.  Dar-es-Salsém.  (Poststation:  Sansibar.)
Ablösungstransporte:
Reichspostdampfer  „König“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  der  ganzen  Besatzung  für  S.  M.  S.  „Seeadler“.
Transportführer:  1  Lieutenant  zur  See  v.  Egidy  (Morit)  für  die  Reise  Honbeng  Smrrrel.

b)  Kopitänlieutenant  Wilbrandt  Neapel—Sansibar.
Hamburg  31/3.  —  1/4.  Amsterdam  3/4.  —  7/4.  gissabon  9/4.  —  16/4.  Neapel  16/4.
—  19/4.  Port  Said  19/4.  —  25/4.  Aden  26/4.

Reichspostdampfer  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Aoyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  SS.
„Falke“  und  „Bussard“  —  ganze  Besatzungen

Tuunsportühler,  Seerbestenkapiein  Wallmann,

Bremerhaven  5/5.  —  Sydney.

SaGG
—  —

Ausreise:

Ausreise:

 

Derkehr#-Wachrichten.
Dem  sechsten  Jahresbericht  des  Aussichtsrathes  und  des  Vorstandes  der  Deutschen  Ost-Afrika-Linie
  für  das  Jahr  1896  zufolge  hat  das  Unternehmen  in  diesem  Zeitraum  einen  Betriebsüberschuß  von
1  000  714,90  Mark  gegen  1  000  020,46  Mark  im  Jahre  1895  ergeben.  Der  Gewinn  der  Reisen  nach
Abzug  der  Verlustreisen  des  „Wissmann“  und  der  gecharterten  Dampfer  beträgt  1.077  139,63  Mark  gegen
990  285,34  Mark  in  1895.  Es  wurden  befördert  an  Gütern  auf  der  Hauptlinie:

Ausgehend.  1895:  25  439  chm  und  13  3  Tonnen  a-  1000  kg  =  1  062  076,05  Mk.  Nettofracht
-  1896:  33  479  --  2103  =  1237841,38  =

Rückkehrend  1895:  1616  21  6  -  -  —  729370,86  -  -
-  .  1896:1700-·16961  -  -  -622  763,89  -  -

Total:
3156  Personen
.  5134  -

An  Personen  wurden  befördert  nur  zwischen  Europa  und  Ostafrika:
1895:  688  Personen  I.  Klass  600  Personen  II.  Klosse,  1666  Personen  III.  Klasse
1896:  983  -  822  -
Die  Gesamnieinnehne  Einfol-  re—  und  annv  2  1895:  1368  795  Markt,
1896:  2295797
in  19  gegen  18  Reisen  im  Vorjahre  mit  heizenen  Schiffen,  außerdem  sind  zwei  Reisen  mit  gecharterten
Schiffen  gemacht  worden.
        <pb n="405" />
        301

Dem  Bedürfniß  entsprechend  ist  im  Laufe  des  Jahres  auf  der  Hauptlinie  durch  den  Suez-Kanal

vom  vierwöchentlichen  auf  den  dreiwöchentlichen  Verkehr  übergegangen  worden.

Es

mußten  infolgedessen,

da  es  an  Schiffen  fehlte,  vorübergehend  die  Reisen  um  das  Kap  der  guten  Hoffnung  eingestellt  werden.
Sie  wurden  jedoch  in  diesem  Jahre  nach  Einstellung  des  „Herzog“  und  „König“  mit  sechswöchentlichen
Abständen  wieder  ausgenommen.

 

 

Nachrichten  französischer  Blätter  zufolge  hat  die  französische  Regierung  eine  Telegraphenlinie  von
Conakry  nach  Timbo  und  zum  Nicger  fertiggestellt.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Vriese  müfsen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Te  am  26.  Mai,  16.  Juni|  Tanga  20  Tage  am  21.,  24.  Mai,
(eutsche  Schiffe)  1  a.  2  —  Tage  3  19.  Juni
.  indi  am  23.  Mai,  20.  iE  ar  age  .
1.  Dentsqh  ·  Osaita.  Eaetgam  ili,  20.  Im.Son  6  9
Narseile  am  10,  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
anzöstsche  Schiffe)  40  ums.  1086  abds.

 

2.  Deutsch-Lüdwestafrika.
(Nach  Warmbad  wochenglich
bis  Faos.  von  do
weiter  auf  dem  Landwege
alle  14  Tage)

Southampton
ge  bis

apstadt,  dann  deutscher
  Dpf.,  Leutwein“)

amburg
o  #a#

am  29.  Mai,  26.  Juni
40  ums.

am  25.  Mai  nachts,
25.  Juli  mittags

Lüderitzbucht  29  Tage
Swakopmund  33  Tage

Swakopmund  30  Tage

am  28.  Mai,  25.  Juni
15  ms.

am  25.  Mai  720  abds.,
26.  Juli  630  vms.

 

l

8.  Ramerun.

ambur
cdt  rmi
Liverpool
(englische  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
nachts

am  9.  Juni

 

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  debes  Monats
720  abds.

am  7.  Juni
1°6  ms.

 

4.  Togo-Gebiet
Ueber  Liverpool  oder
arseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

b
—  3n

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille

(französische  Schiffe)

am  10.jedes  Mts.

13  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mts.
am  19.  Mai,
„I16.,  30.  Juni
am  26.  jedes  Nonats
40  nachm.

Llein-oa“  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Accra  25  Tage

von  da  ab  Landverbindung
Quittah  36  Tage

von  da  ab  Landverbindung

Kotonou
von  da  ab  Landverdindung

am  10.,  20.  und  Letzten
jedes  Monats
720  abds.

am  17.,  31.  Mai,
14.,  28.  Juni  Is  nms.
am  23.  jedes  Monats
10#  abdfs.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neapel  am  2.  Juni,  28.  Juli  Stephansort  45  Tage  am  31.  Mai,  4.  Juni,
5.  Deutsch-Nen-Gninea.detche  Schiffe)  abds.  26.,  30.  Juli,/
am  6.  Juni,  1.  August  -  41  Tage  104  abds.
(Nachversand)  abds.
Brindisi  am  4.  Juli  aluit  etwa  70  Tage  am  2.  Juli
5.  Marshall-Juseln.  (aber  Manila)  *x'  I  imien
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Poft  ist  fälli  Landungs-  Die  Post  ist  faͤlli
Von  hafen.  in  Berlin  6  Von  hafen  8  □n  6
dentsq  ·  sasen  Neapel  ...  am  —  ni  "  diet  Hamburg  ..  an  10,  Kund  26.
-  a«  .  ·«'-  -ogogee.....  jedes  Mon
Brindisi.  ..  am  18.  Mai,  16.  Juni  .  .
Ohrfeige  ..am17.Mai,16.Ju-Ii  Marfetlle..am16.1edesMonats
Deutsch-SUPEkakaSVUTHCMPLMUMQJUM  Deuisch·  Aen  ·  Suinea.  sNeapel.  ...am  80.  Mai,  26.  Juli
amburg  ..  am  265.*  jed.  Monats  .  arseille
Ramerun  ···  8#  en  25.Mai  l7.-  Jun  marshall  Inseln..Merseile  der  Mitte  Juni

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="406" />
        —  302  —

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

 

Reise  Lette  Nachrichten
ostdampfer  .
Pstdmp·f  von  l  nach  bis  12.  Mai  1897
„Adolph  Woermann"“.  Loango  Hamburg  am  3.  Mai  in  Accra.
„Aline  Woermann“  .  ..  Loango  Hamburg  am  3.  Mai  in  Gabun.
„Anna  Woermann  ..  Hamburg  Sherbro  am  15.  Ma  von  abur,  bhgehend.
„Carl  Woermann"  Loanda  D  Hamburg  am  7.  Mai  in  L
„Eduard  Bohlen.n"“"  Kongo  .  Hamburg  am  "4  Mai  in  2  Kalas.
„Ella  Woermann“  ..  Hamburg  I  Sherbro  am  9.  Mai  in  Teneriffe.
„Gertrud  Woermann·  Hamburg  Kotonon  am  9.  Mai  in  Conakry.
„Gretchen  Bohlen"“  Kotonou  Hamburg  am  11.  Mai  in  Hamburg.
„Hedwig  Woermann"“.  Kotonou  #  Hamburg  am  8.  Mai  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  3.  Mai  in  Loanda.
„Kurt  Woermann"  Hamburg  1  Loanda  am  9.  Mai  Dover  passirt.
„Lothar  Bohle#  Lamhurs  SCange  am  10.  Mai  ab  Hamurg.
„Lulu  Bohlen“  hamburg  Loa  am  11.  Mai  in  Kam
„Marie  Woermann“  .  Hamburg  L#derihdaht.  am  10.  Mai  in  Las  Panos.
„Melita  BVohle"  Hamburg  q  Lülderitzbucht  am  25.  Mai  ab  Hamburg.
«  Trofessor  Weermann“.  .  Sherbro  Hamburg  am  12.  Mai  in  Dakar.
„Thekla  Vohlen  .  Hamburg  I  Loanda  am  2.  Mai  in  Acera.
„Alida“  ...-...  Loanda  i  Hamburg  am  2.  Mai  in  Acera.

Schiffobewegungen  der  Deutschen  —  ¶Damburg  Ostafrila).

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
eichspostdampfer
Neichspostdampf  von  /  nach  bis  13.  Mai  1897

„König“..  ...  Hamburg  Durban  am  12.  Mai  ab  Sansibar.
„Herzog“.  .  Hamburg  Durban  am  13.  Mai  an  Ymuiden.
„Kaisrrer  JJ.  3t.  in  Hamburg.
„Kanzler“  ...-.  Durban  Hamburg  am  12.  Mai  ab  Port  Said.
„Bundesrath=  ...-.  Durban  Hamburg  am  11.  Mai  ab  Delagoabai.
„Reichstag  “.  .  Durban  Hamburg  am  13.  Mai  ab  Sansibar.
„Admirall  Durban  Hamburg  am  10.  Mai  ab  Marseille.
„Generaol  Hamburg  6  Durban  am  11.  Mai  ab  Suez.

 

Anzeigen.

Inserate  4  bie  dreigespallene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Penni)  st  sind  an  die  Verkriebsleitung,  Berlin  SW  12.  A  nochstraße  —
einzusenden.

 

 

   
  
     
      
      
        
  

    
  
      

Goldene  Medallle  der  Kolonlalausstellung  Berlin  Hs-—-'-


  Kolonialhaus  Bruno  Antelmann

Berin  C.,  Jerusalemerstrasse  26.  ———
Vertrieb  v.  Erzeugnissen  der  —.  Volonien  unter  Aufsicht  hervorrag.  Mitgleder  d.  deutschen  Kolonialgesellschaft.

Kolonial-Kaffee.

 

   
 

  
      

 

Cigarren
Kam  erun  Kakao.  aus  Neu-Gulnen  und  Kamerun.
Kamerun-Schokolade.  Palmbastmatten
·  (waschbar)  in  bunten  Mustern,
lür  Landhäuser,  Bade-  und
Wohnzimmer  geeignet.

Kolaprüparate.

 

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Das  EScho

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Aufmerksamkelt  zuzuwenden.  Es  wird  daher

Jeder  Deutsche  im  Auslande
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usmsonst  und  portofrel  zu  Übersenden.
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kann  jederzeit  elngetreten
werden,  und  wird  „Das
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Bestellung  ab  gegen  Einsendung
  des  entliullenden
  Detrages  auf
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dlrekt  vom  Verlag
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Buchhandlung  ge-Uefert.


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Dor  Helmat

und  in  übersceisch.
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dernFuhlung
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bringt  in  jo-Das
  Echo  dor  Kummer
ein  bis  zwei  abgeschl-#seno
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u.  s.  w.  aus  der  Feder  bewührter,
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Schriftsteller.
ist  keln
Das  Echo  #
sondemm  es  lässt  dio  interessantesten
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»Ums-  -.
««««s«emLchoistverlorenFSFMYMPMEM

len  Geld-  u.  Waarenmarktes
und  une  Fragen  .
vom  –  -  "  Rundschs
Säsee  Otto  E.  Ehlers  i  Kne  nandt
Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“

  

     

       

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bringt  monsllichregel-)  «  TM««—"
vasEclIo.-..«-»sp.-.2«T-«  ,-Listodokkostdsas.-kschiflfshmok-
  J  a  h  ·
Einst-tagen  nachsuseteakopsischonss  mein
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eeischen  Ländern  ———  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und
agdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artikel
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dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  ger
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und  Schwarzbrot.  us

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  von  1896  wuren  112  Jahr  alte  I’umpernickel  und  Schwarzbrote
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Viele  Auszeichnungen.  zuletzt  Berliner  Gewerbenustellung  1896.
Exportunftrüge  erbitten  an  I###rdker  &amp;amp;#  de  Toss,  Jnbrg;  k##r
das  Iniand  X.  Sökckndk  4  Söhne,  Berlin  X-,  oder  I#ndebe.

 

 

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lederlelchte  Qualiti  Ak.  55

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gemessen,  Aermellünge,  gunze  Lünge,  Ilalsweite.

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gegen  vorherige  Cassa.  (u)

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  iIn  den
çeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centrolgtehle  nar  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
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München.

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der  Brauereie

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Alfred  Geisen  dörfer.

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Kürnberg  1896:  Goldene  Staatsmedaille
für  besonders  feine  und  reinschmeckende  Biere  und  für

longfährigen  gtoßen  Erert.  60)

 

Wll·  annLIte  nlge.  auli  —  rllli#es  zetlie-  AulldssseIl  awartlllrse4ellas„nlllssalineseriilie-essülhe

 

 

 

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  464  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Sar
lang  altbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  iseess  ehr
schend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen
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Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Vegründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  ne  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
aft  den  AWeeinrerkau
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Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

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Gr.  Reichenstr.  45.  (n)

 

 

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WO  ERMANN-LINLIE.

Am  20.  Mai:  P.  D.  „Greichen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  25.  Mai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Missen,

nach  Benguella,  Swakopmund,  Walflschbai  und  Lüderitzbucht.
Am  31.  Mai:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Hüfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Loanda.
Am  10.  Juni:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt  Jensen,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Ls#isenL%  Kamerun,  Fernando  Poc  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marococo,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorse,  Dakar,
Ruffsque,  Sierra  Lecone  und  Sherbro.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  25.  Mai,  25.  Juli,  25.  September
  und  25.  November.
Alle  GCuter  mussen  din  Juge  vor  deem  4bgangscdattm  böis  12  Uhr  mittags  WMnssefte  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost.  Afrila  -  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
#wischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Nenpel  anlaufend.
Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ab  Neapel

—
E.  P.  D.  „HEROG.(Doppelschrauben),  Capt.v.  Issendorlf,  26.  MUai,
R.  P.  D.  „ADpMlRAL“,  via  Antwerpen  statt  Amsterdam,

 

 

 

Capt.  West  2.  Juni,  16.  Juni,
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Els88  28.  Juni,  7.  Juli,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskan  14.  Juli,  28.  Juli,

nach  Tanga,  Dar-es-Saláäm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal-Diese
  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Wearen  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  1#m  8  Kap  der  gi#cken  Heyntung
direkt  nach  Dierban,  Delagoa-Bat,  Mch#enpa.  Wosst  Bé.
Nächste  Expedition  (via  Amsterdam):  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  am  6.  Juni  1897.
Die  Dampfer  haben  borzüpliche  Elnzichtengen  Jur  Enssagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  OÖOstafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (#)
wegen  Pessage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Verantwortlicher  Redalteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstrabe  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Mai  1897  um  6  Uhr  nachmiltags.
        <pb n="415" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herauszegeben  in  ber  Kolenial-Ablhellung  des  Auswärkigen  Ants.

VIII.  Jahrgang.  LHerlin,  1.  Juni  1897.  Unmmer  11.

1  e  Zeitschrift  Mast-It  in  der  Regel  am  1.  und  115.  ecdes  Wi.  Derselben  werden  W  Zeibeln  die  miindesteng,  einmal  relhn

M  ngen  von  For  ungs  6  0  in  aus  den  deuts  a  wesen

r  inenden  an-  Der  aei  lrliche  4t  ##  ensalbiatt.  mit  bs  S  und  die

B—  lungen  M  esen  unler  urch  der-  2  Küuchhenden  Mc  s  gut  Deutschland  und  Ocstrkketch  Unser-h  t  875  für

die  nden  die  —  EiSstreisba  en  an  Anfra  d#ent  Weng  li  and  4  von  Sissfeit  isS.  2  tiler
Sohn,  Berlin  SN7  12,  Kochstraße  68—71,  zu  fragen  s  0  di  in  er  seub  FWPrun  te  für  #  K.  S  r.

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Ernennung  neuer  Mitglieder  zum  Kolonialrath  S.  311.  —  Ernennung  von  Beisitzern  für
das  Kaiserliche  Gericht,  des  Schutzgebietes  Kamerun  für  das  Jahr  1897  S.  311;  desgleichen  r  die  Kaiserlichen
Gerichte  in  Deutsch-Südwestafrika  S.  312.  —  Personalien  S.  V13.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  213.  —  De  eutsch-  Ostafrika:  Bericht  über  die  Inspektionsreise
  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  S.  313.  —  Ueber  die  Schiffbarkeit  des  ü  S.  ½%%  —  Maßregeln
gegen  die  Einschleppung  der  Beulenpest  S.  319.  —  ae  w  auf  der  Insel  Mafia  S  —  Krankenaus
  in  Tanga  S.  319  euchtfeuer  Ras  Kauz  füsaturwiissenschaftliche  Ses  S.  320.
—  Uebersicht  über  die  im.  Dagt  Schutzgebiete  "(S.  miiser  Lrsen  und  Fremden  S.  320.  —  Deutsch-Südwestafrika:
  Patrouille  am  i  S.  320.  —  Ueber  die  Mbsperrungemahregeln  im  Norden  des  Shutebietes

  S.  325.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  and  der  tiskla  verene  gung  S.
Zu  fremden  Kolonien:  Handel  und  Schifffahrt  on  ru  1  S.  327.  —  Handel  in  w6.
S.  329.  —  Landwichschastliche  Ansseellung  in  #in  leng  .  330.  —  Verschiede  Wrc-  ungen:  Die  Kolonialkeaen
  veer  verschiedenen  Län  0.  —  Wissen  chafiliche  Senerlh  aus  ber  deutschen  Schutzgebieten  S.  340.
—  Es  Musterlager  in  Vio  2  341.  —  Litteratur  S.  341.  —  Schiffsbewegungen  S.  341.  —  Verkehrs-=ncht
  S.  341.  —  Anzeigen.

.  Der  heutigen  Nummer  liegt  legt  bei:  „Deutsches  Kolonial-Adreßbuch.,  1897.  Herausgegeben
von  dem  Komitee  zur  Einführung  der  Erzeugnisse  ans  deutschen  Kolonien.“

 

 

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Verordnungen  der  er  Reichsbehörden,  Vertrãge.

In  Gemäßheit  des  Allerhöchsten  Erlasses  vor  vom  10.  Oktober  1890  (R.  G.  Bl.  S.  179)  sowie  der
Verfügungen  des  Reichskanzlers  vom  gleichen  Tage  und  bon  14.  April  1895  sind
Seine  Durchlaucht  der  Fürst  Wilhelm  zu  Wieder
der  Vorsigewde  d  Vorstandes  der  Rheinischen  dedi-Plantagen-  Gesellschaft  S.  Alfred  Freiherr
v.  Oppenheim
für  den  Rest  der  dreijährigen,  am  10.  Juni  1895  begonnenen  Sitzungsperiode  zu  Mitgliedern  des
Kolonlalraths  ernannt  worden.

 

Perordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schichgebieten

Ernennung  von  Beisitzern  für  die  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schutzgebietes  Kamerun
für  das  Jahr  1897.
Beisitzer  des  Gerichts  erster  Instanz:
I.  Großberger,  erster  Vertreter  der  Firma  Woermann  &amp;amp;  Co.,  bayerischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft
in  Kamerun,
Süvern,  Missionar  der  amerikanischen  Baptistengemeinde,  Amerikaner,  wohnhaft  in  Kamerun,
Hies,  Misst  onar  der  Basler  Mission,  württembergischer  Staaszangehärger  wohnhast  i  in  W
Bet,  erster  Lehrer  an  der  hiesigen  Schule,

&amp;amp;  ##  %
        <pb n="416" />
        2  S#  D

—  erd

**—

—  312  —

Stellvertreter:

..Kahl,  Kaufmann,  Angestellter  der  Firma  Heilborn,  schwedischer  Statsangehöriger  wohnhaft  in  Kamerun,
.  Göhring,  Missionar,  württembergischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft  in  Kamerun,
.  Thiel,  Ingenieur  und  Leiter  des  hiesigen  Slip  und  der  Reparaturwerkstatt,  mecklenburgischer  Staatsangehöriger,

  wohnhaft  in  Kamern

.  Geyger,  Gouvernementssekretär,  prepßicer  Staatsangehöriger,  wohnhaft  in  Kamerun.

Beisitzer  des  Gerichts  zweiter  Instanz:

Kaack,  Angestellter  der  Firma  Jantzen  &amp;amp;  Thormählen,  hamburgischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft
i

n  Kamerun,

.  Bohner,  Vorsteher  der  hiesigen  Basler  Mission,  württembergischer  Staatsangehöriger,
.Schumacher,  Landrentmeister,  preußischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft  in  Kamerun,
.  BVieter,  apostolischer  Präfelt,  preußischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft  in  Kamerun,

Stellvertreter:

.  Scholten,  stellvertretender  Vorsteher  der  Basler  Missionsagentur  in  Kamerun,  preußischer  Staatsangehöriger,

  wohnhaft  in  Bonaberi,

.  Dr.  Plehn,  Regierungsarzt,  preußischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft  in  Kamerun,
.  Lange,  Agent  der  Firma  Ambas  Bay,  preußischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft  in  Victoria,
Maaß,  ehemaliger  Kapitän,  jetzt  Inhaber  einer  Faktorei,  hamburgischer  Staatsangehöriger,  wohnhaft

in  Kribi.

Ernennung  von  Beisitzern  für  die  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schutzgebietes
Deutsch-Südwestafrika  für  das  Jahr  1897.

Beisitzer  des  Gerichts  erster  Instanz  für  den  Nordbezirk.

à.  Windhoek:

1.  Otto  Nitzsche,  Kaufmann  in  Windhoek,  sächsischer  Staatsangehöriger,

2.  Wilhelm  Stern,  Stellmacher  in  Windhoek,  preußischer

3.  August  Schmerenbeck,  Kanfmann  in  Windhoel,  -

4.  Dietrich  Boysen,  -  -

Stellvertreter:

1.  Alfred  Gutsche,  Kaufmann  in  Windhoet,  braunschweigischer  Staatsangehöriger,

2.  Gustav  Tünschel,  Maurer  -  preußischer  -

3.  Arno  Henker,  Schmiebemeister  in  sächsischer

4.  Peter  Fondel,  Bäcker  in  -  preußischer
b.  Rehoboth:

1.  Alfred  Schluckwerder,  Kaufmann  in  Rehoboth,  preußischer  Staatsangehöriger,

2.  Dirk  van  Wyk  (Colony),  Magistrat  in  Rehoboth,  Bastard.

Beisitzer  des  Gerichts  erster  Instanz  für  den  Südbezirk  in  Keetmanshoop.
#  Beisitzer:
R.  Ukena,  Kaufmann,  preußischer  Staatsangehöriger,

1.  W.

2.  W.  Borchers,  -  ohne  Staatsangehörigkeit,

3.  W.  Grundmann,  Maurer,  preußischer  Staatsangehöriger,

4.  F.
W.  S
G.

#  „n

-e

Meisenholl,  Missionar,  -
Stellvertreter:

Saß,  Maurer,  preußischer  Staatsangehöriger,
Strahl,  Ansiedler,

Beisitzer  des  Gerichts  zweiter  Instanz:

1.  Ernst  Heyn,  Kaufmamn  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehöriger,
2.  Gustav  Voigts,  —  braunschweigischer  -
3.  Dr.  Sander,  Generalvertreter  in  Windhoek,  preußischer
4.  Richard  Liebsch  er,  Schlossermeister  in  Windhoek,  sächsischer
        <pb n="417" />
        —  313  —

Stellvertreter:
Karl  Höpfner,  Ansiedler  in  Klein-Windhoek,  preußischer  Staatsangehöriger,
Heinrich  Gathemann,  Malermeister  in  Windhoek,  oldenburgischer  Staatsangehöriger,
Gustav  Wilke,  Maurermeister  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehöriger,
Ernst  Rusch,  Kaufmann  -  -  -

FOU-Personalien.


Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  bisherigen
Bolldirektor  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  Hohmann  den  Rothen  Adler-Orden
vierter  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hauptmann  und
Kompagniechef  v.  Prittwitz  und  Gaffron  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  der  Ritter-Insignien  1.  Klasse
des  Herzoglich  Anhaltischen  Hausordens  Albrechts  des  Bären  zu  ertheilen.

Maiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

A.  K.  O.  vom  15.  Mai  1897.
v.  Wissmann,  Premierlieutenant,  mit  Pension  der  Abschied  bewilligt.
Fonck,  Heinrich,  überzähliger  Premierlieutenant,  rückt  mit  dem  1.  Juni  in  eine  etatsmäßige  Premierlieutenantsstelle

  ein.

A.  K.  O.  vom  20.  Mai  1897.
Kuhlmann,  Sekondlieutenant,  zum  überzähligen  Premierlieutenant  befördert.

»  Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Feldwebel
Kamp  das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse,  dem  Betschausch  Almasi,  den  Ombaschas  Imail  Junis,
Alisingisi  und  Nubi  die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  am  schwarz-weißen  Bande  zu  verleihen.

Schutztruppe  für  Kamerun.
Frhr.  v.  Stein  zu  Lausnitz,  Sekondlieutenant,  zum  Premierlieutenant  befördert.

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYTVV

Nichtamtlicher  Theil.

 

 

 

«  nar  beurlaubt  worden,  um  einen  Kursus  in  Suaheli
Perspnal-Zachrichten.  durchzumachen.
Deutsch.  Ostafrita.  —isn
Der  bisher  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Ramerun.  ·
Deutsch-Ostafrika  beschäftigte  Buchhalter  Paul  ist  Telegraphischer  Nachricht  zufolge  ist  der  Stationsaus
  dem  Kolonialdienst  ausgeschieden.  assistent  Alois  Staudt  am  11.  Mai  verstorben.
Der  für  Verwendung  in  Deutsch-Ostafrika  be-  Vogo.

stimmte  Zollamtsassistent  1.  Klasse  Müller  ist  von  Der  Lehrer  Walter  ist  aus  Togo  mit  Urlaub
seiner  vorgesetzten  Behörde  zum  orientalischen  Semi=  hier  eingetroffen.

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schutzgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deultsch  ·  Bstafrika.  einen  eingehenden  Bericht  eingereicht,  aus  welchem
—  .  .  .  .,  die  nachfolgenden  Ausführungen  in  weiteren  Kreisen
Bericht  über  die  Inspektionsveise  des  Raiserlichen  von  Interesse  sein  dürsten:
Gouverneurs.  Am  31.  Januar  begann  ich  die  Bereisung  der
l  Der  Kaiserliche  Gouverneur  für  Ostafrika  Oberst  Küstenstädte  des  Nordens  und  des  Pflanzungsbezirkes
Stebert  hat  über  seine  erste  Inspektionsreise  des  in  Ostusambara.
nördlichen  Theils  des  ostafrikanischen  Schutzgebietes  Zu  meiner  großen  Freude  sah  ich  auch  in  Baga-
        <pb n="418" />
        moyo,  Saadani  und  Pangani,  was  mich  schon  bei
meiner  Ankunft  im  Schutzgebiet  in  Tanga  und  Dares-Saläm
  mit  Genugthuung  erfüllt  hatte,  welche  erstaunliche
  Wandlung  alle  diese  Orte  erfahren  haben,
seit  ich  sie  1890  sah.

Von  Saadani  stand  damals  beispielsweise  nur  die
Feste;  jetzt  dehnt  sich  zu  ihren  Füßen  eine  breitstraßige
  saubere  Stadt  von  600  Häusern  aus,  in
denen  4000  Menschen  fast  ausschließlich  von  den
Erträgnissen  des  sehr  regen  Karawanenverkehrs  leben.
Bagamoyo  hat  durch  das  eindrucksvolle  Zollgebäude
mit  seinen  beiden  Flügelthürmen,  durch  das  im  Bau
begriffene  hübsche  Bezirksamt  und  die  große  Zahl
steinerner  Privathäuser  eine  an  Sansibar  erinnernde,
großstädtisch  anmuthende  Stirnseite  (Front)  bekommen.
Verhältnißmäßig  am  wenigsten  verändert  fand  ich
das  landschaftlich  herrlich  gelegene  Pangani;  es  hatte
durch  den  Aufstand  weniger  gelitten  und  erschwerte
durch  die  gedrängten  Fluchten  seiner  eng  aneinandergerückten
  Steinhäuser  durchgreifende  Regelungen  in
hohem  Maße.

Sämmtliche  Orte  prangten  in  reichem  Schmucke
von  Palmwedeln,  jedes  Haus,  fast  jede  Lehmhütte
ließ  die  deutschen  Farben  vom  Dache  wehen.  Die
Bevölkerung  nahm  überall  erwünschten  Anlaß,  ihrer
Freude  durch  Gomaschlagen  Ausdruck  zu  geben.  In
Bagamoyo  waren  es  die  Inder,  geführt  von  dem
inzwischen  verstorbenen  Sewa  Hadji,  in  Pangani  die
Araber,  welche  ein  Schauri  erbaten,  um  ihre  Salss
darzubringen.

Besondere  Dankbarkeit  bezeigte  die  indische  Bevölkerung
  Bagamoyos  für  die  Leistungen  der  Reglerungsschule.
  Ich  hatte  Gelegenheit,  mich  persönlich
davon  zu  unterrichten.  Im  Untergeschoß  des  stattlichen
  Gebäudes  ertheilt  der  indische  Lehrer  Gujerati
Lese=  und  Schreibunterricht  an  20  bis  30  fünf=  bis
zehnjährige  Kinder,  während  im  Obergeschoß  die
Aelteren  nach  deutschen  Grundsätzen  unterrichtet  werden.
  Die  überwiegende  Mehrzahl  der  etwa  60  Schüler
sind  Inderknaben  von  10  bis  16  Jahren.  Die
Unterrichtssprache  ist  Kisuaheli,  Deutsch  ist  Lehrgegenstand;
  am  meisten  überrascht  hat  mich  die  in  einzelnen
Fällen  tadellos  schöne  Schrift;  die  Leistungen  im
Schönschrelben  brauchen  den  Vergleich  mit  einer
deutschen  Klasse  nicht  zu  scheuen.  Auch  die  deutschen
Diktate  waren  erfreulich;  dagegen  wird  die  Aussprache
des  Deutschen  den  Hindus  schwer.

Der  im  wahrsten  Sinne  „Vöffentlichen“  Prüfung
—  etwa  50  indische  Väter  wohnten  ihr  bei  —  schloß
sich  eine  von  Sewa  Hadji  veranstaltete  Preisvertheilung
  an.  Sehr  hübsch  waren  die  deutschen  Gesänge
der  Kinder,  die  ich  in  der  Regierungsschule  und  in
der  katholischen  Mission  zu  hören  Gelegenheit  hatte.
Besonders  die  Letztere  leistete  im  Gesange  Hervorragendes,
  wobei  ein  schwarzer  Zögling  mit  viel  Geschick
  die  Orgel  handhabte.

In  der  deutschen  Schule  in  Tanga  wurde  Kisuaheli
  flott  gelesen  und  gut  geschrieben.  Ueberraschend

314

 

waren  die  Kenntnisse  der  Schüler  in  der  Geographie
Ostafrikas.

Von  Bagamoyo  aus  besuchte  ich  die  Pflanzung
Kitopeni  der  Mrima-Land=  und  Plantagengesellschaft
(Hansing  &amp;amp;  Co.).  Zu  den  500  Morgen  bisherigen
Bestandes  sind  in  diesem  Jahre  460  weitere  hinzugekauft.
  200  davon  sind  unter  Kultur.  Die  Lage
der  Pflanzung  ist,  bei  der  geringen  Entfernung  (zwei
Stunden  von  Bagamoyoy),  bei  dem  vorzüglichen  Windschutz
  des  Thalkessels  und  bei  der  natürlichen  Feuchtigkeit
  des  Grundes  außerordentlich  günstig.  Der
Leiter  Herr  Mazarin  hat,  unterstützt  von  einem
deutschen  Gärtner,  den  Bau  eines  aus  Eisen  und
Backsteinen  bestehenden  Hauses  soeben  begonnen;
während  die  bisherige  Behausung  der  Herren  nur
eine  in  ein  makutigedecktes  Lehmhaus  eingebaute
Pappbaracke  ist.  Zur  Bewässerung  sind  mehrere
Cementröhrenbrunnen  angelegt,  außerdem  ist  durch
ein  von  fließendem  Wasser  gespeistes  Pumpwerk  mit
einem  Netze  von  Leitungsröhren  für  Regelung  und
Vertheilung  der  Feuchtigkeit  gesorgt.  Stellenweise
ist  zum  ständigen  Feuchthalten  der  Wurzeln  Dung
aufgetragen.  Anderenorts  sind  versuchsweise  üppige
Bananenstauden  zwischen  die  Vanille  gepflanzt,  welche
in  der  feuchten  Zeit  große  Mengen  Wasser  aufsaugen,
die  sie,  in  der  trockenen  Zeit  (September)  umgehauen,
dem  Boden  wieder  mittheilen.

Die  Hauptkultur  ist  Vanille.  Als  Schattenbaum
gegen  die  senkrecht  einfallenden  Sonnenstrahlen  ist
überwiegend  die  fiederblätterige  Albizzia  ausgesetzt.
Gegen  die  seitlichen  Strahlen  bieten  die  Sträucher,
an  denen  die  Pflanze  hinaufrankt,  genügenden  Schutz,
fast  ausschließlich  der  Krotonstrauch,  stellenweise  Bixaorellana,
  von  der  früher  auch  ein  rother  Farbstoff
gewonnen  wurde.  Als  junge  Ranke  angebunden,
rankt  die  Vanille  später  von  selbst  weiter.  Für  Vanille
  wie  für  Kaffee  ist  genügende  Beschattung  eine
Hauptsache.  So  waren  denn  auch  die  gut  beschatteten
Pflanzen  außerordentlich  kräftig;  wo  sie  der  Sonne
stärker  ausgesetzt  sind,  stehen  sie  nicht  ebenso  gut.
Die  berühmte  Vanille  der  katholischen  Mission  Bagamoyo,
  die  ich  zugleich  zu  sehen  Gelegenheit  hatte,  ist
allerdings  erheblich  kräftiger;  dies  ist  eben  ein  Erfolg
der  jahrzehntelang  darauf  verwendeten  Kulturarbeit
und  Erfahrung.  Da  die  Schattenbäume  bereits  eine
erhebliche  Größe  erreicht  haben  müssen,  wenn  sie  in
Dienst  treten  sollen,  so  muß  ihre  Zucht  einige  Jahre
vor  der  der  Vanille  beginnen;  ich  fand  zum  Aussetzen
  fertige  Schattenbäume  auf  einem  Gebiet,  dessen
Besteckung  mit  Vanille  für  drei  Jahre  Arbeit  genügen
  dürfte.

Ein  ganz  anderes  Bild  bietet  die  Pflanzung
Kikogwe  bei  Pangani;  sie  macht  mit  ihren  schönen,
rechteckig  den  Hof  umgebenden  Wirthschaftsgebäuden,
mit  ihren  6  m  breiten,  kilometerweit  nach  allen  Richtungen
  mit  dem  Eselzweigespann  des  Herrn  Lautherborn
  von  mir  befahrenen  Straßen,  mit  ihrem  reichen
Bestande  an  landwirthschaftlichen  Maschinen,  unter
denen  auch  eine  Lokomobile  von  sieben  Atmosphären
        <pb n="419" />
        Druck  nicht  fehlt,  fast  den  Eindruck  einer  tropischen
Musterwirthschaft.  Unter  dem  prächtigen  Vieh  indicher
  Rasse  befinden  sich  unter  Anderem  40  Stück
Zugochsen:  Alles  ist  auf  den  einzurichtenden  Wagenverkehr,
  den  die  schönen  Wege  fast  herausfordern,
öngeschnitten;  andererseits  ersordert  ihn  die  etwas
weitläufige  Anlage  der  Pflanzung.  Bekanntlich  waren
berelts  Quadratmeilen  unter  dem  Pfluge  gewesen,
als  man  sich  entschloß,  von  der  Baumwolle  zum
Kaffece  überzugehen;  weit  und  breit  erinnern  noch
verwilderte  weißflockige  Standen  an  den  ersten  Verluch.
  Die  anderen  Bedingungen  des  Kaffees  verhinderten
  nun  einen  gleichmäßigen  Flächenanbau,
erforderten  vielmehr  eine  vorsichtige  Auswahl  der
liefer  gelegenen  Stellen.  -

Urbar  gemacht  für  den  Kaffeebau  sind  bisher
etwa  1700  Morgen,  von  denen  60  bepflanzt  sein
mögen.  Der  Boden  zeigt  unter  2½  dm  Humus
den  dem  Kaffee  so  günstigen  rothen  Laterit,  wie  ich
ihn  später  überall  in  Usambara  wiederfand.

Es  wird  nur  Liberiakaffee  gebaut.  Die  ältesten
Pflanzen  sind  2½  Jahre  alt,  haben  das  Aussehen
voller,  kräftiger  Bäumchen  von  1,30  bis  1,50  m  Höhe
und  sind  zur  Zeit  dicht  mit  grünen,  sich  röthenden
Früchten  bedeckl,  obwohl  sie  der  vollen  Sonnengluth
ausgesetzt  sind  und,  wie  der  Leiter  versichert,  jeder
Pflege  entbehren;  allerdings  sind  sie  mit  4m  Abstand
  ausgesetzt.  Die  späteren  Anlagen  ruhen  im
Schutze  von  Schattenbäumen,  vorzugsweise  der
schmetterlingsblüthigen  Poinciana  regia,  bie  hier
in  nur  acht  Monaten  die  beträchtliche  Höhe  von  2½m
erreicht  hat;  auch  Cassia  florida  und  Mtama  dient
diesem  Zwecke.  Die  Kaffeebäume  sind  hier  60  bis
70  cm  hoch  und  zeigen  ein  gutes  Aussehen.  Die
Wasserfrage  erscheint  durch  Ausmauerung  zahlreicher
ergiebiger  Brunnen  von  17  bis  40  Fuß  Tiefe  gelöst.

Zum  Aussetzen  in  diesem  Jahre  stehen  40  000
aus  eigenem  Samen  gezogene  Pflänzlinge  in  drei
großen  scheunenartig  von  Makutigeflechten  umschlossenen
  Samenbeeten.  Sie  sind  bei  einem  Monat  Alter
etwa  2  dm  groß;  einige  Pflanzen,  die  seit  acht  Monaten
  stehen,  waren  über  1  m  hochgeschossen.  Kikogwe
hat  16  000  und  mit  der  Zweigpflanzung  Mwera
etwa  40  000  Bäume  im  Felde.  Der  Rindviehbestand
beider  Pflanzungen  beläuft  sich  auf  150  Stück.

Dem  ganzen  Charakter  nach  bildet  Lewa  den
Uebergang  von  den  Küstenpflanzungen  zum  Usambarabezirk.
  Schon  seine  Lage  auf  den  Vorhügeln  des
Tongweberges  weist  darauf  hin.  Auch  hier  fallen
zunächst  die  schönen  breiten,  zum  Theil  baumbesetzten
Alleen  ins  Auge  und  das  über  der  Pflanzung  gelegene,
  von  sauberen  Nebengebäuden  und  rückwärts
von  einem  hübschen  Akazienwäldchen  umrahmte  Beamtenhaus.
  Gewiß  ist  es  berechtigt,  die  Schaffensfreude
  der  Angestellten  durch  gesunde,  anheimelnde
und  selbst  reichlichen  Komfort  bietende  Wohnungen
#u  unterstützen;  so  ist  denn  auch  der  allgemeine  Gesundheitszustand,
  da  für  die  Farbigen  entsprechend
gesorgt  wird,  zur  Zeit  durchaus  gut.  Allerdings  ist

315

 

Lewa  die  älteste  Pflanzung  des  Schutzgebietes;  aber
die  neun  Jahre  Arbeit  sind  unverkennbar.  Es  stehen
350  000  Liberiabäume  im  Felde,  denen  theilweise
nicht  viel  an  2  m  Höhe  fehlt.  Allerdings  war  ich
zur  ungünstigsten,  das  heißt  heißesten  Zeit,  dort,  und
so  zeigten  die  strichweise  dem  Sonnenbrande  besonders
  ausgesetzten  Bäume  ein  etwas  schlappes  Aussehen.
  Ueberhaupt  ist  Lewa  bezüglich  der  Wasserfrage
  nicht  ganz  günstig  gestellt.  Der  Hausbedarf
muß  von  weit  her  gedeckt  werden;  für  die  Pflanzung
hat  man  versucht,  durch  ein  System  weitverzweigter
Gräben  dem  Wassermangel  vorzubeugen.  Glücklicherweise
  war  das  Jahr  1896  so  außergewöhnlich  regenreich,
  daß  die  Bäume,  soweit  nicht  die  Sonne  allzu
energisch  einwirken  konnte,  einen  üppigen  Wuchs  zeigen;
beispielsweise  haben  Bäume,  die  im  Mai  1895  ausgesetzt
  wurden,  bereits  im  August  1896  geblüht.
Für  neu  anzulegende  Kulturen  sind  deshalb  vorzugsweise
  die  reichen  Schwemmboden  aufweisenden  feuchteren
  Thalmulden  in  Aussicht  genommen.  Es  bestand
die  Absicht,  in  diesem  Jahre  200  000  weitere  Bäume
auszusetzen,  das  ist  indeß  infolge  des  eingetretenen
Arbeitermangels  kaum  mehr  zu  erhoffen.  Zwar  kann
die  Arbeiterfrage  im  Allgemeinen  ebenso  wenig  hier
als  in  Usambara  als  brennend  bezeichnet  werden,  da
wenigstens  im  vergangenen  Jahre  400  Mann  in  der
Regel  zur  Arbeit  erschienen;  aber  auch  dem  Neger
erscheint  die  Arbeit  im  Sonnenbrande  wenig  anziehend,
so  daß  jetzt  in  der  heißesten  Zeit  der  große  Rückgang
  auf  30  bis  40  tägliche  Arbeiter  zu  beklagen
ist.  Abgesehen  von  den  Arbeiten,  die  einc  besondere
Fachkenntniß  voraussetzen  —  Ostasiaten  —.,  bewähren
sich  hier  die  Eingeborenen  der  Umgebung  und  die
durch  Herrn  v.  Rode  angeworbenen  Wasekuma;
letztere  haben  aber  den  großen  Fehler,  daß  sie  an
Heimweh  lelden  und  fast  stets  nur  drei  bis  vier
Monate  aushalten,  um  dann  zu  entlaufen.  Auch
macht  sich  gegen  früher  bereits  der  Wettbewerb  der
Friedrich  Hoffmann-Pflanzung  in  Useguha  bemerkbar.

Es  wird  beabsichtigt,  von  den  bepflanzten  450  ha,
auf  denen  die  Bäume  wie  in  Kikogwe  mit  je  4m
Abstand  stehen,  in  diesem  Jahre  nur  den  von
150  Bäumen  zu  erwartenden  Ertrag  von  30  bis
40  Pfund  zur  Probe  abzuernten,  im  Uebrigen  aber
die  Blüthen  abzustreisen,  man  erhofft  dadurch  für  das
folgende  Jahr  ein  um  um  so  erfreulicheres  Ergebniß.

Von  Nebenversuchen  kommen  in  Betracht:
1.  Thee,  der  Versuch  ist  als  mißglückt  anzusehen,
2.  Elsenholzbaum  (Johore),  ,
3.  Baumwollbaum  (Kapol),  etwa  7000  Stück,
4.  Albizzia  moluccana  als  Schattenbaum  für
auszusetzenden  Kaffee;  es  stehen  etwa  2500  Stück,
5.  etwa  1000  Dadap.
Alle  ¾n  Versuche  scheinen  trefflich  zu  glücken,
au

6.  Vanllle  rankt  im  Schatten  der  Thäler  des
Minyorani  und  Kololi  ausgezeichnet.
        <pb n="420" />
        7.  Zu  erwähnen  sind  noch:

a)  indische  und  Lewa-Gambier,

b)  Caesalpinia,

c)  Tik=  (Teak-)  Holz,

d)  seltene  Palmensorten,  welche  das  Kaiserliche
Gouvernement  durch  den  Gärtner  Thienemann
  eingeführt  und  der  Pflanzung  zur
Verfügung  gestellt  hat,

e)  verschiedene  indische  Fruchtbäume.

Auf  Buschirihof  am  Panganifluß  sollen  15  000
Kaffeebäume  und  6000  Palmen  stehen.  Neuerdings
wird  ebenfalls  ein  umfassender  Versuch  mit  dem  geschätzten
  Gambierharz  gemacht.

Bedeutsam  war  mir  der  Besuch  der  ersten  berührten

  Usambarapflanzung  Ngua  insofern,  als  sie

die  einzige  ist,  die  von  einem  Einzelunternehmer,
nicht  von  einer  vermögenskräftigen  Gesellschaft  betrieben
  wird.  Der  Aufstieg  zu  dem  mehr  als  1000  m
hohen  Usambaragebirge  ist  hier  sehr  anstrengend,  weil
er  auf  unverbesserten  Negerpfaden  in  übermäßigen
Steigungen  ausgeführt  werden  muß.  Er  nahm  fast
drei  Stunden  in  Anspruch.  Erst  in  der  Nähe  der
Pflanzung  beginnen  sauber  abgestochene,  etwa  meterbreite
  Pfade,  welche  an  sehr  sorgsam  gehaltenen,  durch
Ableitung  und  Zerthellung  eines  Bergbaches  bewässerten
  Beeten  mit  europäischen  Gemüsen  aller
Art  vorbeiführen.

Die  Pflanzung  wurde  1894  von  Herrn  Mismahl
  angelegt,  der  jetzt  von  zweien  seiner  Brüder
unterstützt  wird.  Er  scheint  große  Hoffnungen  in
sein  Unternehmen  zu  setzen.  20  000  Kaffeebäume
stehen  im  Felde,  von  denen  er  bereits  in  diesem
Jahre  eine  Ernte  von  1000  Pfund  erwartet.  In
dem  terrakottarothen  Laterit  waren  zahlreiche  Pflanzlöcher
  ausgehoben  für  neu  auszusetzende  Pflanzen;
Herr  Mismahl  füllt  dieselben  auf  zwei  Fuß  Tiefe
mit  schwarzer  Erde.  Wegen  der  steilen  Abfälle  ebnet
er  um  die  einzelnen  Bäume  Scheiben  von  drei  Fuß
Durchmesser  aus.  Es  fiel  mir  auf,  daß  auf  Ngua
der  Boden  von  Unkraut  nicht  reingehalten  wird;
Herr  Mismahl  glaubt,  sich  dadurch  vor  dem  Abschwemmen
  des  Mutterbodens  zu  schützen,  was  sonst
bei  den  steilen  Hängen  in  der  Regenzeit  zu  befürchten
wäre;  auch  versichert  er,  daß  die  Unkräuter  als  Thaufänger
  zu  schätzen  sind.  Außer  dem  Kaffee  gedeihen
Kartoffeln  und  Gemüse  sehr  gut  und  decken  den
Hausbedarf  vollauf;  auch  alle  Getreidearten  außer
Roggen.  Nur  reifen  sie,  abgesehen  von  der  vorzüglich
  kommenden  Gerste  und  dem  Buchweizen,  etwas
  ungleich.  Als  besondere  Merkwürdigkeit,  die
ich  auch  ferner  nicht  mehr  antraf,  wurden  mir  zwei
Kaffeebäume  gezeigt,  welche  getoppt  waren  und  nun
dreiästige  Quirle  statt  der  zweiästigen  trugen.

Mit  Genugthuung  sah  ich  eingeborene  Arbeiter
aus  den  gefällten  Bäumen  des  Urwaldes  tadellose
Bretter  schneiden.  Die  Säge  ist  leider  ein  in  Ostafrika
  sonst  unbekanntes  Werkzeug.  Ein  neues  Wohnhaus
  aus  Balkenstangen  (Boritis)  und  Lehm  ist  im
Bau.  Wenngleich  dem  ebenso  anspruchslosen  wie

 

316  —

fleißigen  Unternehmer  alles  Gute  zu  wünschen  ist,
so  scheint  mir  doch  dek  Beweis  noch  nicht  geliesert,
daß  Usambara  auch  dem  Einzelkolonisten  mit  mäßigen
Mitlteln  eine  Zukunft  bietet.

Die  Entstehung  einer  Pflanzung  zu  sehen,  hatle
ich  in  Kwa  Mkoro  (Mkolo)  Gelegenheit,  wo  sich
Seine  Königliche  Hoheit  Prinz  Albrecht  von
Preußen  angekauft  hat.  Der  Leiter,  Herr  Wyneken,
ist,  unterstützt  von  seinen  Gehülfen  Booth  und
v.  Horn  II.,  noch  vollauf  mit  dem  Roden  des  Urwaldes
  beschäftigt.  Das  Pflanzungsgebiet  zicht  sich
über  eine  Reihe  von  Hügeln  hin,  zwischen  denen
Wasserläufe  Thäler  gefurcht  haben.  Die  Niederungen
und  breiten  Hänge  sind  bereits  entwaldet,  auf  den
Kämmen  sind  die  Bäume,  entsprechend  den  Vorschriften
der  Waldschutzverordnung,  stehen  gelassen.  «

Von  den  3000  ha  der  Pflanzung  sind  bereits
300  Morgen  urbar  gemacht;  zum  großen  Theile
sind  auch  die  Pflanzlöcher  bereits  ausgehoben.  In
den  Samenbeeten  stehen  70  000  Pflänzchen,  die  jetzt
nach  2½  Monaten  10  bis  15  em  hoch  sind,  dieselben
sollen  in  der  Hoffnung,  daß  die  Wege  wie  Ableitungsröhren
  wirken  werden,  bereits  bei  Beginn  der
Regenzeit  (Ende  März)  abgedeckt  und  mit  Ende  der
Regenzeit  (Mai)  ausgesetzt  werden,  und  zwar  400
Pflanzen  auf  den  Morgen.  Auch  große  Bestände
auszusetzender  Schattenbäume  sind  vorhanden:  neben
verschiedenen  Sorten  Albizzia  auch  Poinciana  und
Dadap.  Gepflanzt  wird  hier  nur  arabischer  Kaffee.

Kwa  Mkoro  ist,  dank  der  in  langjähriger  Erfahrung
  und  durch  eingehende  Sprachkenntniß  gewonnenen
  Kunst  des  Herrn  Booth  in  der  Behandlung
  der  Schwarzen,  bezüglich  der  Arbeiter  am  besten
gestellt;  ganz  nach  Bedarf  stehen  täglich  400  bis
600  Mann  zur  Verfügung.  Als  Handwerker  und
für  feinere  Arbeiten  sind  die  40  Ostasiaten  der
Pflanzung  unentbehrlich.  Die  Wohnungen  derselben
unterscheiden  sich  wenig  von  den  vorläufigen  Unterkünften
  der  weißen  Herren.

Allerdings  geht  das  neue  Beamtenhaus  seiner
Vollendung  entgegen.  Es  ist  von  der  Wolgaster
Aktiengesellschaft  für  Holzbearbeitung  unter  Benutzung
theils  deutschen,  theils  schwedischen  Materials  zum
Aufstellen  fertig  geliefert.  Es  enthält  zu  beiden
Seiten  eines  großen  luftigen  Speiseraums  je  drei
hübsche  Zimmer,  welche  durch  Wände  von  jalousieartig
  getrepptem  Holz  getrennt  sind.  Ein  Grantbewurf
  auf  dem  Holze  wird  der  Lehmbekleidung  Halt
geben,  die  dann  tapeziert  werden  soll.  Das  Dach
wird  den  Wünschen  des  Herrn  Wyneken  entsprechend
aus  Holz  mit  gestrichener  Segeltuchbekleidung  hergestellt.
  Für  die  weiteren  Bauten  sämmtlicher  Pflanzungen
  dürfte  sich  die  Anlage  eines  gemeinsamen
Schneidewerkes  unter  Ausnutzung  der  ständig  nutzbaren
Wasserkräfte  wohl  empfehlen,  selbst  wenn  zum  Betriebe
  und  zur  Zusammenstellung  der  gewonnenen
Hölzer  zu  Häusern  einige  europäische  Zimmerleute
erforderlich  wären.  Bei  weiterem  Ausbau  des  Wegenetzes
  und  der  Bahn  wird  eine  leistungsfähige
        <pb n="421" />
        —

Schneidemühle  sicher  auch  die  Küste  und  Sansibar
zu  ihren  Abnehmern  zählen  dürfen.

Die  verlassene  Pflanzung  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschaft  Herne,  für  die,  wie  ich  höre,  ein
Käufer  gesucht  wird,  habe  ich  nur  auf  dem  Durchritt
  gesehen.  Die  Zahl  der  Bäume  wird  auf  150000
geschätzt.  Sie  sind  durch  die  Hemileia  vollständig
verwüstet.  An  der  Hand  dieses  Beispiels  bin  ich
geneigt,  der  Ansicht  erfahrener  Pflanzer  belzupflichten,
daß  die  Blattkrankheit  nur  bei  völliger  Vernachlässi-Zung
  eine  wirkliche  Gefahr  für  die  Pflanzungen  ist.

ie  ist  in  allen  Ländern  anzutreffen,  wo  Kaffee  gebaut
  wird;  ein  einfaches,  aber  fast  sicheres  Mittel
besteht  in  dem  sorgfältigen  Abnehmen  der  erkrankten
Blätter  und  möglichster  Kräftigung  des  befallenen
Banmes,  nöthigenfalls  durch  Düngung.  Im  Nothfalle
  ist  der  Baum  ganz  herauszunehmen.  Die  bisher
versuchte  Art  der  Samendesinfizirung  ist  gefährlich,
weil  sie  die  Keimkraft  derselben  tödtet,  und  zwecklos,
weil  die  Krankheit  nicht  einschleppt,  sondern  überall,
wo  in  Afrika  Kaffee  wild  wächst,  festgestellt  ist.

ineswegs  liegt  für  Usambara  ein  Grund  vor,  einen

Nothstand  zu  fürchten,  wie  er  in  den  siebziger  Jahren
lür  Ceylon  eintrat.  Die  Hemileia  ist  harmlos,
wenigstens  im  Vergleich  zur  Wurzellaus  (Milliboch,

ie  glücklicherweise  nur  ganz  vereinzelt  auftritt.  Ich
sah  zwei  oder  drei  abgestorbene  Bäume.  Ein  Mittel
dagegen  sind  Schwefelkohlenstoffkapseln;  dieselben
helfen  aber  nur  auf  kurze  Zeit,  und  die  erforderliche
achtwöchige  Erneuerung  der  Entseuchung  verbietet
sich  durch  die  hohen  Kosten.

Auch  Ngwelo  (Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft)
mit  seinem  stattlichen  thurmgeschmückten  Herrenhause
auf  flacher  Bergkuppe,  mit  dem  weiten  Blick  über
reizvolle  Thäler  und  Berge,  über  die  Küstenebene
nach  Pangani  und  über  Sansibar  hinweg  macht  einen
ganz  vorzüglichen  Eindruck.  Die  Plantage  wurde
in  März  1892,  ein  Jahr  später  als  Nderema,  angelegt.
  Im  Juli  trafen  die  ersten  ostasiatischen  Arbeiter
  ein  und  schon  im  Dezember  konnten  die  ersten
Pflanzen  ausgesetzt  werden.  Dies  wurde  von  da  ab
nach  jeder  Regenzeit  wiederholt,  so  daß  jetzt  Agwelo
180  oo,  bie  Nachbarpflanzung  Union  1700000  Bäume

offea  arabica)  stehen  hat.

Die  Arbeiterwohnungen  sind  durchweg  gut.
Agwelo  hat  den  Vorzug,  stündiger  Wohnsitz  des  gemeinsamen
  Arztes  der  Pflanzungen  zu  sein  und
Akzneimittel  und  Krankenstuben  zu  besitzen.  Unsere
Gemüse  gedeihen  überall  gut.  In  Nderema  sah
ich  außer  Kaffee  auch  Thee  und  Zimmt,  ebenso  Kardamom.
  Auch  Kaffeeblätter  werden  hier  neuerdings
zur  Herstellung  von  Kaffeeersatzmitteln  in  Europa
abgeerntet.  Als  Viehfutter  gedeiht  die  Luzerne.

Auf  39  Schlangenwegen  (Serpentinen)  abwärts
relsend,  erreichte  ich  Lunguzo,  die  neueste  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschaftspflanzungen,  bereits  auf
dem  Uebergange  zur  Ebene  gelegen,  dem  Wesen  nach

ewa  vergleichbar.  Die  Arbeiten  werden  von  zwei
englisch  sprechenden  Singalesen  geleitet  und  von

 

317  —

Nderema  beaufsichtigt.  Es  wird  fleißig  gerodett
200  000  Pflanzen  harren  in  Samenbeeten  des  Aussetzens.
  5000  Bäume  haben  eine  Höhe  von  etwa
80  cm  erreicht.  Man  hat  hier  von  vornherein  nur
Liberiakaffee  ausgesetzt.  Den  Wohnungsbedürfnissen
von  Europäirn  ist  noch  nicht  genügt.

Von  Ngwelo  über  Union  nach  Nordosten  ausbiegend,
  gelangte  ich  nach  Bulwa,  Pflanzung  der
Union-Kaffeegesellschaft.  Das  Gelände  besteht  aus
mehreren  halbkreisförmig  sich  aneinanderreihenden
Kesselthälern,  deren  steile  Hänge  zu  ebenmäßigen
Terrassen  abgestuft  sind.  Dadurch  gewinnen  sie  ein
eigenartiges  Aussehen,  welches  —  namentlich  von
der  einer  Arena  vergleichbaren  Sohle  aus  gesehen  —
lebhaft  an  den  Stufenrundbau  antiker  Theater  erinnert.
  Die  peinliche  Sorgsamkeit,  mit  der  auf  Bulwa
in  jeder  noch  so  geringfügigen  Sache  gearbeitet  wird,
ist  derart  in  die  Augen  springend,  daß  man  mit
großem  Vertrauen  zu  dem  Leiter  Herrn  Koppeschar,
  welcher  zudem  auf  eine  25  jährige  Pflanzerthätigkeit
  in  Java  zurückblickt,  erfüllt  wird.

Ein  eigenartiges,  aber  nicht  unzweckmäßiges  Kasernirungsverfahren
  besteht  für  die  farbigen  Arbeiter;
aus  Bambusflechtwerk  mit  Lehmbewurf  und  Wellblechdächern
  sind  langgestreckte  Häuser  gebaut  mit
Einzelstuben  für  vier  bis  sechs  Mann,  deren  Betten
nach  Art  der  Einrichtung  heimischer  Kasernenstuben
übereinander  an  der  Wand  angebracht  sind.  Es
können  auf  diese  Weise  ohne  Schwierigkeit  500  Junggesellen
  untergebracht  werden;  Wohnungen  für  Verheirathete
  werden  entsprechend  geringer  belegt.  Hier
sah  ich  auch,  wie  in  Ngwelo-Union,  eine  Wasserleitung,
  vermittelst  welcher  in  gemauertem  Rinnstein
das  Naß  hochgelegener  Quellen  in  Zickzackführungen
über  einen  großen  Theil  der  Pflanzung  geleitet  wird,
eine  meines  Erachtens  höchst  zweckmäßige  Anlage.
Im  Thale  arbeitete  eine  mit  einfachen  Mitteln  hergestellte
  Ziegelei,  welche  aus  dem  massenhaft  zur
Verfügung  stehenden  Lehm  sehr  brauchbare  Backsteine
liefert.  Ein  Trockenhaus  nebst  den  nöthigen  Maschinen
wird  im  Mai  in  Tanga  erwartet,  die  Flächen  für
die  Gebäude  sind  bereits  eingeebnet  und  abgesteckt.
Arbeitermangel  herrscht  nicht.  Zur  Zeit  stehen  170
Mann  zur  Verfügung,  welche  von  zwei  Javanen
beaufsichtigt  werden.  Es  erhalten  täglich  Marken
die  Männer  im  Werthe  von  32,  die  Frauen  von  24,
die  Kinder  von  16  Pesa,  welche  in  dem  von  einem
Somali  gehaltenen  Laden  in  Zahlung  genommen,
bezw.  Sonnabends  von  der  Leitung  eingelöst  werden.

Im  Ganzen  sind  120  ha  in  Arbeit,  welche  je
mit  2000  bis  2500  Bäumen  besetzt  sind.  Außerdem
stehen  90  000  Pflänzchen,  für  welche  die  Löcher  auf
den  Terrassen  in  Arbeit  sind,  in  mit  vorzüglicher
Sorgfalt  gepflegten  Samenbeeten;  sie  sind  allerdings,
well  nach  Ansicht  des  Herrn  Koppeschar  eine  Beschattung
  nicht  geboten  ist,  der  Sonne  frei  ausgesetzt.
Die  Bäume  sind  ausnehmend  kräftig  und  tragen  auf
den  Bergen  besonders  in  der  Nähe  der  Wirthschaftsgebäude
  überreichlich;  60  Sack  Kaffee  lagen  in  einer
        <pb n="422" />
        —  318  —

luftigen  Scheune  zur  Verschickung  bereit.  Auch  sah
ich  einige  hübsche  Theesträucher.

Die  Pflanzung  Mgambo  der  R.  H.  P.  G.  zeigte
sich  mir  in  ihren  allernenesten  Anfängen.  Es  ist
anzunehmen,  daß  bei  den  gerade  dort  recht  ausreichenden
  europäischen  Arbeitskräften  —  ein  Leiter
und  drei  Gehülfen  —  die  Arbeit  rüstig  fortschreiten
wird.  Gerodet  sind  bereits  160  ha;  in,  den  Samenbeeten
  kommen  160  000  Pflänzchen  eben  hervor.
Dieselben  wurden  zunächst  auch  ohne  Bedeckung  gehalten;
  man  wird  sich  nun  aber  doch  noch  entschließen,
ihnen  Sonnenschutz  zu  geben.  Es  sollen  noch  in
diesem  Jahre  70  000  davon  ausgesetzt  werden.  Die
Pflanzung  arbeitet  mit  60  Vertragsarbeitern  und
60  bis  70  Tagelöhnern.  Die  Baulichkeiten  sind  zunächst
  noch  recht  ursprünglich.  Ein  Aufstieg  zu  der
oberhalb  der  Pflanzung  gelegenen  umfangreichen
Hochweide  mit  üppigstem  Graswuchs  ließ  es  mir
unzweifelhaft  erscheinen,  daß  hier  Viehwirthschaft  in
großem  Maßstabe  getrieben  werden  kann.

Die  letzte  Pflanzung,  die  ich  besuchte,  ist  das
auf  dem  steilen,  Usambara  vorgelagerten  und  von
seinen  Höhenzügen  durch  den  Zigi  getrennten  Mlingaberg
  gelegene  Magrotto  der  W.  H.  P.  G.

Bei  der  Anlage  der  europäischen  Gebäude  scheint

hier  am  wenigsten  gespart  zu  sein;  dadurch  ist  denn
auch  eine  große  Zweckmäßigkelt  und  Bequemlichkeit
erzielt  worden:  auf  drei  getrennten  Hügeln  werden
der  Direktor,  der  verheirathete  Leiter  und  die  beiden
unverheiratheten  Gehülfen  ihre  selbständige  Häuslichkeit
  haben.  Namentlich  das  im  Bau  begriffene  Haus
des  Direktors  dürfte  auch  weitgehenden  Ansprüchen
genügen;  es  wird  aus  europäischem  Holz,  aber  nach
hiesigen  Entwürfen  errichtet.  Da  Magrotto  in  der
fruchtbaren  Magillaebene  gelegen  ist,  sind  die  Nahrungsmittel
  außerordentlich  billig,  was  wieder  selnen
günstigen  Einfluß  auf  die  Arbeiterverhältnisse  ausübt:
500  bis  600  Mann  sind  stets  zu  haben;  den  Stamm
bilden  50  Chinesen.  Dadurch  ist  es  möglich  gewesen,
fast  ein  Drittel  der  Bodenfläche,  nämlich  300  ha  zu
roden;  auch  macht  man  sich  Hoffnung,  noch  im  lausenden
  Jahre  von  der  halben  Million  in  den  vorzüglichen
  Samenbeeten  stehenden  Pflänzchen  300  000
auszusetzen.  Es  wird  arabischer  Kaffee  gepflanzt,
mit  Liberia  wird  nur  ein  Versuch  gemacht.  Der
besseren  Uebersicht  und  Aufsicht  wegen  sind  je  2  ha
durch  Feldwege  getrennt,  nach  Bulwas  Vorbild,  wo#
die  Felder  sogar  nur  je  1  ha  fassen.  Dadurch  allein
ist  in  genaue  Berechnung  der  stehenden  Bäume
möglich.  ·
Ueber  den  Boden  kann  selbstverständlich  ein
Urtheil  noch  nicht  gefällt  werden;  bietet  er  aber
dasselbe,  was  die  Usambaraberge  hergeben,  so  muß
Magrotto  in  Anbetracht  des  Arbeiterüberflusses  und
der  nur  zwei  Stunden  entfernten  Bahnstelle  Muheza
die  größten  Aussichten  haben.

Wenn  ich  hier  am  Schlusse  meine  Eindrücke  zusammenfassen
  soll,  so  muß  ich  gestehen,  daß  ich  von
dem  Gesehenen  in  hohem  Grade  überrascht  und  be- 



friedigt  bin.  Es  mögen  hier  und  da  Irrthümer  und
versehlte  Versuche  zu  beklagen  sein:  wie  wäre  es  in
einer  jungen  Kolonie  des  jüngsten  Kolonialvolkes  anders
möglich?  Man  denke  an  das  Mißgeschick,  das  vor
zwanzig  Jahren  das  älteste  Kolonialvolk  auf  Ceylon
ereilte,  wvo  man  sich  mit  einem  Schlage  genöthigt
sah,  den  das  Land  bedeckenden  Kaffeebau  aufzugeben
und  mit  Thee  von  Neuem  zu  beginnen;  und  zwar
mit  dem  Erfolge,  daß  die  Theeausfuhr  von  1877
bis  1887  von  3500  auf  22  Millionen  Pfund  stieg!
In  Mexiko  zeitigte  der  Kaffeebau  anfangs  nur  Mißerfolge.
  Die  Arbeiterfrage  in  den  westlichen  Theilen
des  Landes  war  brennend,  zum  mindesten  viel  brennender
  als  in  Usambara.  Schon  begann  man  an
dem  Beruf  Mexikos  zum  Kaffeebau  zu  zweifeln,  als
es  wie  mit  einem  Schlage  gleichzeitig  überall  glücktees
  war  der  Punkt  eingetreten,  wo  die  Zeit  der  Versuche
  ihren  Abschluß  erreicht  hatte,  und  die  Erfolge
traten  wie  über  Nacht  ein.  Heute  ist  Mexiko  eines
der  ersten  Kaffeeländer  der  Welt.

Was  ich  in  Usambara  gesehen  habe,  erfüllt  mich
mit  Hochachtung  vor  der  deutschen  Arbeit.  Die
Bevölkerung  beginnt  überall  die  Scheu  vor  den  Europäern
  mehr  und  mehr  abzulegen;  als  ich  mich  Magilla
  näherte  —  Bezirk  des  Akida  Abdallah  von
Sega  —,  strömten  aus  jedem  Dorfe  die  Männer
mit  Trommel=  und  Paukenschlag  herbei,  geführt  von
dem  Jumben,  welcher  sich  die  schwarz-weiß-rothen
Farben  mit  Stolz  vorantragen  ließ.  Die  Frauen
hatten  sich  mit  den  kleinen  Kindern  überall  am  Wege
aufgestellt  und  riefen  freundlich  ihr  Jambo  Bana.
Gegen  Magilla  und  Muheza  zu  mag  der  mich  begleitende
  Zug  auf  einige  Hundert  mit  50  Fahnen
angeschwollen  sein.  Der  Neger  begeistert  sich  leicht,
aber  immerhin  sieht  man,  daß  er  hier  weiß,  unter
deutscher  Herrschaft  zu  stehen.  Ob  er,  oder  ob  er
bald  einen  brauchbaren  Arbeiter  abgiebt,  ist  allerdings
  eine  offene  Frage,  welche  meines  Erachtens
von  der  Wurzel  aus  nur  gelöst  werden  kann,  wenn
ein  Mittel  gefunden  wird,  ihn  zur  Arbeit  zu  erziehen,
das  heißt  zu  zwingen.  Auf  welche  Weise  das  zu
erreichen  ist,  wird  demnächst  Gegenstand  eingehender
Ermittelungen  sein.  Daß  er  das  Zeug  hat,  einen
tüchtigen  Arbeiter  abzugeben,  wird  von  den  Pflanzern
nicht  bestritten.  Immerhin  muß  es  schon  als  großer
Fortschritt  gelten,  daß  wir  bereits  in  der  Lage  sind,
die  Ostasiaten  nach  und  nach  ganz  durch  Afrikaner,
wenn  auch  zunächst  Wanyema,  Wasukuma  und  Wanyamwesi,
  zu  ersetzen.  Einige  Pflanzer  sind  bereits  entschlossen,
  nach  Ablauf  der  Verträge  Chinesen  und
Malayen  nicht  mehr  anzunehmen.  Die  Wasukuma
werden,  von  den  Fleischtöpfen  Usambaras  gelockt,
zurückkehren  und  sich  allmählich  an  längeres  Ausharren
  gewöhnen.  Die  erwerbsamen  Wanyamwesi
arbeiten  gern  auf  den  Pflanzungen  in  der  Zwischenzeit
  zwischen  Ankunft  und  Rückkehr  der  Trägerkarawanen,
  nach  und  nach  werden  sie  immer  mehr
Stammesgenossen  auf  die  Plantagen  bringen.  Die
energischen  und  anstelligen  Wanyema,  welche  in  der
        <pb n="423" />
        Werthschätzung  als  Arbeiter  obenan  stehen,  hoffe  ich
durch  die  Station  Udjidji  nach  Usambara  zu  ziehen.
Die  Hauptsache  in  der  Arbeiterfrage  erscheint  mir
aber  ein  planvolles  Zusammenwirken  der  Pflanzer
unter  Vermeidung  jeglicher  Treiberei;  durch  die  Anstellung
  eines  gemeinsamen  Arztes,  durch  die  Hinaufsendung
  des  Herrn  v.  Rode  nach  Unyamwesi  ist  im
vergangenen  Jahre  der  erste  Schritt  zu  einem  solchen
Zusammenschluß  gethan.

Der  Ritt  auf  prächtigen  Wegen  durch  die  Usambarapflanzungen
  mit  den  Hunderttausenden  kräftiger
Kaffeebäume,  durch  den  hochstämmigen  Urwald  oder
die  weiten  Rodungen  ist  herzerquickend;  überall  deutsche
Arbeit,  deutscher  Fleiß,  deutsche  Sorgsamkeit  in
schönster  Entfaltung.  Gewiß  ist  der  Beweis  noch
nicht  endgültig  erbracht,  daß  das  aufgewendete  Kabital
  sich  hier  rentirt;  aber  nichts  spricht  für  das
Gegentheil:  Millionen  von  Bäumen  strotzen  in  Kraft
und  Gesundheit.

Wenn  es  aber  glückt,  braucht  uns  für  die  Zukunft
  nicht  bange  zu  sein;  denn  wenn  Ostusambara
zum  größten  Theile  auch  vergeben  ist,  so  ist  es  doch
erst  zum  allerkleinsten  unter  Kultur.  Hinter  Lewa

in  ich  zwei  Tage  lang  durch  wasserreiches,  üppiges
Land  geritten,  das  so  gut  wie  Lewa  allen  Anforderungen
  zu  entsprechen  scheint.  Erfahrene  Pflanzer
lind  der  Ansicht,  daß  große  Theile  der  Landschaft
Bowdei  für  Liberiakaffee  sich  außerordentlich  eignen
erden.

 

Ueber  die  Schißbarkeit  des  Rovruma

berichtet  Premierlieutenant  Engelhardt  aus  Lindi,
am  21.  Februar  1897,  Folgendes:

Während  einer  Fahrt  auf  dem  Rovuma  von
Hundisdörfern  bis  zu  den  Sundastromschnellen,  eine
Strecke  von  etwa  50  km,  mußte  ich  erkennen,  daß
der  Fluß  selbst  bei  dem  augenblicklich  hohen  Wosserstande
  als  durchgehende  Wasserstraße  nicht  benutzbar
ist.  Zwar  zeigt  er  auf  10  bis  15  km  lange  Strecken
eine  Breite  von  200  bis  250  m  und  eine  Tiefe  im
Stromstrich  von  3  bis  4  m,  dabei  eine  Wassergeschwindigkeit
  von  0,60  bis  1  m;  so  daß  er  hier  für
Schiffe  von  bedeutender  Tragfähigkeit  wenigstens  zur
Thalfahrt  geeignet  wäre,  dann  aber  theilt  er  sich  in
chmale  Arme,  in  deren  felsigem  Bett  das  Wasser  mit
großer  Geschwindigkeit  dahinströmt,  so  daß  es  große
Aufmerksamkeit  der  im  Wasserfahren  sehr  gewandten

chiffer  bedurste,  um  den  kaum  30  em  breiten  Einbaum
  hindurchzusteuern.  Die  erwähnten  Sundafälle
sehten  auch  meiner  Fahrt  im  Einbaum  ein  Ziel.
Die  Sunda  ist  eine  Felsbank,  welche  sich  quer  vor
den  seeartig  erweiterten  Strom  legt.  An  einer  Stelle
hat  der  Fluß  diese  Bank  durchbrochen;  hier  stürzt
der  größte  Theil  seiner  Wassermassen  in  selsigem,
schuchtartigem,  kaum  15  m  breitem  Bett  auf  eine
Strecke  von  etwa  300  m  hinab.  Nur  ein  schwacher
Arm  biegt  aus,  fällt  aber  dann  ebenfalls  in  Kaskaden
  hinab.

 

319

 

Maßregeln  gegen  die  Einschleppung  der  Beulenpest.

Das  Kaiserliche  Gouvernement  in  Ostafrika  hat
zur  Verhütung  einer  Einschleppung  der  in  Indien
grassirenden  Boubonenpest  in  das  Schutzgebiet  die
weitgehendsten  Vorkehrungen  getroffen.  Bereits  im
September  v.  Is.,  als  die  erste  Nachricht  über  den
Ausbruch  der  Pest  in  Bombay  nach  Dar-es-Saläm
gelangte,  erhielten  sämmtliche  Bezirksämter  und
Nebenämter,  sowie  die  Hauptzoll=  und  Nebenzollämter
  Anweisung,  alle  von  Bombay  direkt  oder
auf  Umwegen  kommenden,  einen  Hafen  des  Schutzgebietes
  anlaufenden  Seeschiffe  der  gesundheitspolizeilichen
  Kontrole  gemäß  der  Quarantäne-Verordnung
  vom  15.  Juni  1896  zu  unterwerfen.
Als  die  Seuche  sich  weiter  ausbreitete  und  in  Dares-Saläm
  bekannt  wurde,  daß  die  indische  Bevölkerung
  vor  derselben  massenhaft  fliehe,  ließ  der  Kaiserliche
  Gouverneur  noch  einen  mit  der  Kaiserlichen
Verordnung  vom  8.  Februar  1897  gleichlautenden
Runderlaß,  betreffend  Beschränkung  der  Einfuhr  aus
Asien  ergehen  und  die  für  das  Schutzgebiet  geltende
Quaratäneverordnung  nach  den  Vorschlägen  des
Reichsamtes  des  Innern  vom  1.  Februar  1897
ergänzen,  wobei  die  entsprechenden  Entwürfe  des
Reichsamtes  des  Innern  wörtlich  übernommen  wurden.

 

Neue  iehzuchtstation  auf  der  Insel  Masia.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  für  Deutsch-Ostafrika
hat  den  im  Gouvernementsdienste  stehenden  Landwirth
  Bauer  nach  der  Insel  Mafia  gesandt,  um
dort  eine  Viehzuchtstation  einzurichten,  deren  Hauptzweck
  ist,  ein  Depot  zu  schaffen,  das  bei  Ausbruch
einer  Seuche  isolirt  werden  kann.

 

Rrankenbaus  in  Tanga.

Nach  einem  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
Oberst  Liebert  soll  mit  dem  Neubau  eines  Lazareths
  in  Tanga  begonnen  und  dasselbe  bis  zum
Herbst  nächsten  Jahres  fertiggestellt  werden.  Gewählt
  soll  beim  Bau  das  sogenannte,  auch  bei
größeren  Hospitälern  der  Heimath  vielfach  zur  Anwendung
  gelangende  Barackensystem  werden.  Dieses
System  erlaubt  je  nach  den  vorhandenen  Mitteln
und  Bedürfnissen  eine  allmähliche  Vergrößerung  der
Anlage.

Leuchtfeuer  Nas  Rauzi.

Am  15.  April  d.  Is.  ist  das  Leuchtfeuer  Ras
Kauzi  —  ungefähre  geographische  südliche  Breite
7°  0,8  und  östliche  Länge  39°  33,4  —  dem  öffentlichen
  Verkehr  übergeben  worden.  Das  Feuer,  ein
festes  weißes  Feuer  dritter  Ordnung  mit  264  Grad
Horizontbeleuchtung,  wird  von  einem  weißen  viereckigen
  Thurm  getragen,  an  den  eine  Wärterwohnung
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        angebaut  ist.  Die  Höhe  der  Flamme  über  Hochwasser
  beträgt  19,  die  des  Thurmes  vom  Fuße  bis
zur  Kuppelspitze  9,5  m.  Sichtweite  bei  klarer  Luft
14  Seemeilen.  Das  Feuer  ist  sichtbar  zwischen  den
Peilungen  mißweisend  SO/O  über  Süd,  West,
Nord  bis  NO  /1IN  und  verdunkelt  zwischen  den
Peilungen  NO/(N  über  Ost  bis  SOO.

 

Togov.
Lebersicht  über  die  im  deutschen  Schutzgebiete  von  Togo
ansässigen  Deutschen  und  Fremden  am  37.Dezember  1890.
a.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatsangehörigkeit  Stand  oder  Gewerbe
—  2  3  —.
#—s
Staatsangehörigkeit  *l“  2  9  7  S.  *
S  *
Deutsche  71  26  22  20  3
olländernr  2  —  —  2—
angosen  .....  4  —  44
ngländen  1  —  1——
usammen78  2627  22  3

Hierzu  weibliche  Personen

und  1  Kind  13  —  —  —
Zusammen  91

 

 

Ferner  waren  an  weiblichen  Personen  anwesend  und  ansässig:
11  Deutsche,  1  Engländerin,  sowie  1  Kind.

b.  Nach  Maßgabe  ihres  Wohnsitzes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatsangehörigkeit  und  Anzahl
ssss
Wohnsi  Se  S2
"*  s
&amp;amp;  5  S
Sebbe  9————9
Klein-Poovo23——2  2227
me  2  ———  —  22—
Porto  Seguro  2  ——  —  —  2—
Togo  2—  —  „„K
Lome  18„„
Palime  1|  H  H.  111—
Misahöh  2—————2—
o....  3————-34«)
Amedsovhe  3—  —  ——  —132
Bismarckburg  1H
Kete-Kratschi  3————  3

Sansanne

Mangu  2——
Zusammen71  —  —  4  I  1  28  1dd

*)  und  1  Kind.  91

 

 

Laturwissenschaftliche  Zammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist
von  dem  Stationsleiter  Grafen  Zech  zu  Kete-Kratji
eine  Sammlung  Naturalien  zugegangen.  Sie  bestand
  aus:

 

320  —

1  Säugethier,
100  Vogelbälgen,  mehreren  Vogeleiern
und  Nestern,
24  Schlangen,
3  Chamäleons,
1  Schildkröte,
7  Schmetterlingsraupen  in  Alkohol,
1  Käferlarve,
20  Skorpionen  und
1  Tausendfüßler.
Die  Konservirung  sämmtlicher  Thiere  ist  gut.
Das  Säugethier  gehört  einer  sehr  seltenen  Art
an  und  war  bisher  aus  dem  Togogebiete  nicht  bekannt.
  Unter  der  wissenschaftlich  sehr  werthvollen
Vogelsammlung  sind  von  einigen  selteneren  Arten
ganze  Reihen  von  Stücken  enthalten,  welche  schwebende
Fragen  über  die  Artselbständigkeit  endgültig  lösen.
Zehn  Arten  sind  für  das  fragliche  Gebiet  neu  nachgewiesen.
  Dem  Sammler  ist  es  gelungen,  das  bisher
unbekannte  Nest  und  die  Eier  des  Lärmvogels
(Schizorhis  alricana)  aufzufinden.  Die  Reptilien
und  Amphibien  waren  in  wissenschaftlicher  Beziehung
sehr  willkommen.  Die  beiden  Skorpionenarten  sind
in  der  zoologischen  Sammlung  schon  vertreten,  der
Tausendfüßler  dagegen  nicht.

Deuksch-Südwelkafrika.
Datrouille  am  Orangestuß.

Ueber  eine  in  der  Zeit  vom  5.  November  1896
bis  24.  Januar  1897  ausgeführte  Patrouille  am
Orangefluß  berichtet  der  Sekondlieutenant  v.  Altrock,
wie  folgt:

Am  29.  Oktober  v.  Is.  erhielt  ich  den  Auftrag,
ohne  Verzug  mit  Rücksicht  auf  die  drohende  Rinderpestgefahr
  den  bislang  unbekannten  Theil  der  Südgrenze
  des  Schutzgebietes  von  etwa  Nabas  ab  bis
zur  Mündung  des  Orangeflusses  zu  erkunden.  Unter
Anderem  waren  es  vornehmlich  folgende  Punkte,
denen  ich  meine  Aufmerksamkeit  zuwenden  sollte:

1.  Die  Beschaffenheit  des  Orangeflusses  auf  der
in  Frage  stehenden  Strecke  mit  Rücksicht  auf
seine  Absperrung  gegen  die  Rinderpest;

2.  Wegeverhältnisse;

3.  Anlage  von  Stationen  zur  Bewachung  des
Flusses.

Nachdem  ich  Keetmannshoop  am  5.  November
1896  verlassen,  rüstete  ich  mich  in  Warmbad  für
die  bevorstehende  Patrouille  aus  und  rückte  über
Uhabis,  Außenkiier  nach  Nabas,  welches  ich  am
Abend  des  5.  Dezember  erreichte  und  tags  darauf
verließ.  In  meiner  Begleitung  befanden  sich  Unteroffizier
  Lehmann,  die  Reiter  Nassau  und  Nasilowski,
ein  Führer  und  zwei  Jungen  als  Treiber.  Als
Tragthiere  dienten  fünf  Esel  und  drei  Ochsen.  Der
Proviant  bestand  anfänglich  aus:  1  Sack  Kaffee,
80  Becher  Reis,  geröstetem  Brot  von  80  Becher
        <pb n="425" />
        Mehl  und  30  Becher  Salz.  Später  wurde  er  bei
Gord  Dorn  und  Inachab  aufgefrischt.
Schon  auf  dem  Wege  von  Warmbad  nach  Uhabis
singen  alle  bisher  existirenden  Karten  an  (Kiepert,
anghaus,  Sonderkarte  der  Kolonialgesellschaft)  mit
der  Wirklichkeit  sehr  in  Konflikt  zu  gerathen,  nachher
kam  es  noch  schlimmer.  Mit  Hülfe  des  Kompasses
und  der  Uhr  habe  ich  den  Weg  aufgezeichnet  und
verfuhr  hierbei  mit  möglichster  Genauigkeit.

Der  Lauf  des  Orangeflusses  entspricht,  abgesehen
  von  manchen  Ungenauigkeiten,  den  bisherigen
Annahmen.  Der  Fluß  selbst  wird  bis  kurz  vor  der
Mündung  zu  beiden  Seiten  von  hohen,  zerklüfteten
Gebirgen  begleitet.  Dieselben  treten  auf  dem  diesseitigen
  Ufer  im  Allgemeinen  dichter  an  ihn  heran
wie  auf  englischer  Seite,  jedoch  erschwert  dort  wieder
das  stärkere  Gebüsch  einen  Verkehr.  1¼  Reitstunden
  unterhalb  der  Aussenkierer  Ebene,  bei  Nabas,
nimmt  ein  kolossaler,  aus  Gneis  und  Granit  bestehender
  Gebirgsstock,  der  sich  bis  zum  Fischfluß
hinzieht,  seinen  Anfang.  Schroffe  Berge  ragen  über
ihm  empor,  kurze,  unvermittelte  Schluchten  und
Klüfte  verleihen  ihm  ein  wildes,  zerrissenes  Ansehen.
Folgt  man  diesen  Schluchten,  so  hat  es  anfangs,
auch  nach  Spuren,  den  Anschein,  als  ob  daselbst
ein  oder  mehrere  Wege  mündeten,  doch  werden  sie
fast  ausnahmslos  durch  vorliegende  Berge  plötzlich
gesperrt.  Nur  dem  eingeborenen  Buschmann  bekannte
  Kletterpfade  ermöglichen  vielleicht  ein  Weiterkommen.
  Verschiedentlich,  wenn  ich  mit  Hinblick  auf
die  Rinderpestverordnungen,  Beest=  und  Viehspuren
nachging,  mußte  ich  umkehren.  Jenseits  des  Fischflusses
  setzen  sich  die  Gebirge  in  noch  größerer  Höhe
fort,  treten  jedoch  mit  dem  Hauptstock  im  Allgemeinen
nicht  ganz  so  dicht  (300  wm)  an  den  Fluß  heran,
wie  weiter  oberhalb.  Wenn  sich  auch  schon  zu  Beginn
  wunderbar  schöne  Landschaftsbilder  dem  Auge
darboten,  so  war  dieser  Gebirgstheil  an  solchen  besonders
  reich.  Während  auf  dem  ersten  Theil
(Nabas—Fischfluß)  nur  das  Gaibesrevier  den  Orange
erreicht,  münden  weiter  unterhalb  viele  kleine  Reviere
Abasib,  Amehab,  Kubus,  Dabimub  und  Nuob.  Dort,
wo  der  Orangefluß  seinen  nördlichsten  Punkt  erreicht,
zwingt  ihn  ein  unübersteigbarer,  bis  in  den  Strom
hineinragender  Bergkomplex  mit  der  „Loreley“  die
neue  südwestliche  Richtung  zu  nehmen,  die  unterhalb
Sendlingsdrift  zu  S.S.W.  wird.  Die  zahlreichen
großen  Biegungen,  die  dann  folgen,  geben  Zeugniß
von  den  ihn  einengenden  Bergen.  Als  ich  mich  in
Warmbad  nach  dem  Wege  erkundigte,  hieß  es,  daß
dort  die  Berge  zurücktreten  und  an  ihrer  Stelle  zu
beiden  Seiten  des  Flusses  weite  Ebenen  kommen
sollten.  kann  aber  nur  sagen,  daß  daselbst  erst
die  anstrengendsten  Klettereien  kommen,  wenngleich
die  Höhe  des  Gebirges  allmählich  abnimmt.  Allerdings
  ist  dort  auch  ein  Wagenweg,  den  ich  aber
wegen  der  tageweiten  Umwege  nicht  benutzen  konnte.

lwa  vier  Reitstunden  vor  der  Mündung  beginnen
ieranithügel  mit  Sanddünen  von  ungeahnter

321

 

Höhe  abzuwechseln,  bis  nach  weiteren  1½⅛  bis
2  Stunden  mit  Ausnahme  einer  Kuppe  nur  noch
Sanddünen  kommen.

Das  Klima  ist  dasjenige  des  ganzen  südlichen
Schutzgebietes.  An  das  berüchtigte  Orangefieber
glaube  ich  nicht,  wenngleich  mein  Unteroffizier  und
ich,  die  wir  wochenlang  unter  Zurücklassen  der
anderen  Leute  allein  ritten,  noch  jetzt  zu  verspürende
Kopfschmerzen  mitbrachten.  Die  Ursache  derselben
glaube  ich  in  den  gewaltigen  Anstrengungen  und  besonders
  in  einigen  sehr  heißen  Tagen  gefunden  zu
haben.  Wie  überall,  so  weht  auch  dort  meistens
ein  leichter  Wind,  der  mit  der  Nähe  der  Küste  zunimpt.
  Unangenehm  ist  er  durch  den  unvermeidlichen
  Flugsand.  Die  Temperatur  schwankte  vom
29.  November  bis  24.  Dezember  zwischen  30  und
35½%  R.  im  Schatten.  Nur  an  zwei  Tagen
waren  es  27  und  28⅛½°  R.  Nach  dem  Meere  zu
gewinnt  das  Hitze  und  Kälte  abschwächende  Seeklima
  die  Vorhand.  Der  Niederschlag  ist  sehr  gering,
  seit  über  einem  Jahre  fiel  kein  Tropfen  Regen.
Auch  im  Dezember,  wo  der  Süden  guten  Regen
bekam,  blieb  jene  Gegend  von  ihm  unberührt.

Begünstigt  durch  den  anfänglich  sehr  niedrigen
Wasserstand  des  Orangeflusses,  war  es,  entgegen  der
Auskunft,  welche  mir  Landeskundige  ertheilten,  möglich,
  bis  zur  „Loreley“  fast  ausschließlich  dicht  am
Flusse  zu  bleiben,  und  zwar  ohne  Uferwechsel.  Nur
an  drei  Stellen  mußten  Umwege  von  zwei  bis  drei
Stunden  gemacht  werden,  wenngleich  die  zu  überwindenden
  Schwierigkeiten  enorm  waren.  Ein
häufiges,  halsbrecherisches  Klettern  über  Felsen  und
Klippen,  sowle  ein  Durchdringen  durch  das  Gebüsch
war  nöthig.  Einen  eigentlichen  Weg  giebt  es  nicht,
nur  ab  und  zu  kommt  man  auf  Fußpfade,  welche
nur  Verbindungspfade  der  zahlreichen,  jetzt  verlassenen
  Werftplätze  sind.  Verschiedene  Male  treten
die  steilen  Felswände  so  dicht  an  den  Fluß,  daß,
bei  nur  wenig  höherem  Wasserstand  wie  Anfang
Dezember,  daselbst  ein  Durchkommen  unmöglich  ist.
Gleich  bei  Nabas  bedingen  die  Berge  einen  kurzen
Umweg.  Nach  etwa  einstündigem  Klettern  erreichten
wir  einen  in  die  Felsen  gearbeiteten  Wagenweg,  der
eine  Stunde  später  bei  einer  am  Fluß  liegenden
Werft  endet.  Aus  der  Kolonie  kommend,  durchschreitet
  er  den  Fluß  bei  Nabas  und  führt  in  weitem,
einen  Tag  beanspruchendem  Bogen  um  die  Berge.
Jene  Werft  war  seiner  Zeit  von  Engländern  bewohnt,
  welche  von  dort  aus  nach  Mineralien  gesucht
haben  sollen.  Große  Eisenstangen  und  sonstiges
Eisengeräth  sprechen  für  diese  Annahme.  Werftplätze
  finden  sich  überhaupt  weiter  stromab  in  großer
Zahl,  jedoch  traf  ich  bis  dicht  vor  der  Mündung
nur  einen  an,  der  nicht  verlassen  war.  Aber  auch
von  dort  trekkten  die  Hottentotten  auf  die  Bekanntgabe
der  Rinderpestverordnung  hin,  noch  am  Tage  meiner
Anwesenheit  fort.  Diejenigen  Stellen,  wo  die  Berge
auf  wenige  Hundert  Meter  zurücktreten,  bilden  vornehmlich
  die  Bauplätze,  doch  standen  auch  Ponthoks,
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        die  wie  alle  anderen  noch  nicht  lange  geräumt  sein
konnten,  mitten  im  Gebüsch.  Allem  Anschein  nach
war  auch  hier  der  die  Seuche  betreffende  Erlaß  der
Regierung  bekannt,  doch  ließen  es  die  Eingeborenen
darauf  ankommen,  ob  revidirt  werden  würde.  Nach
Mittheilung  meines  ersten  Führers  hatten  außerdem
die  Viehdiebe,  welche  bei  der  Kunde  von  dem  Anreiten
  der  Patrouille  des  Premierlieutenants  Bethe,
an  der  auch  ich  theilgenommen,  im  September  v.  Is.
den  Mittellauf  des  Fischflusses  verlassen  und  ihre
Schritte  nach  dem  uns  wenig  bekannten  Theil  des
Orange  gelenkt.  Als  nun  die  Nachricht  von  meinem
Nahen  dorthin  kam,  flohen  die  Hottentotten  und
Buschleute  meist  nach  Norden,  zum  Theil  auc  ins
englische  Gebiet,  nachdem  sie  ihre  Tabakpflanzungen
vernichtet  hatten.

Am  „Loreley“-Berg  ist  dicht  am  Fluß  auf  dem
rechten  Ufer  keine  Möglichkeit,  weiterzukommen.  Die
Eingeborenen  durchschreiten  daher  an  jener  Stelle
den  Orange  und  benutzen  bis  Sendlingsdrift  elnen
imT  leider  unbekannt  gebliebenen  Wagenweg  auf  der
englischen  Seite.  Da  mich
Stromes  überraschte,  war  ich  genöthigt,  einen  Umweg
  durch  das  Nuobrevier  zu  machen.  Dicht  beieinander
  liegen  zwischen  Kl.  und  Gr.  Aub  drei
gute  Quellen.  Bei  dem  letzteren  stieß  ich  auf  die
Werft  des  Bethanier-Ambtenars  David  Zechab,
der  mit  Rücksicht  auf  die  Rinderpestgefahr  sofort
zum  Trekken  „klar  machen“  ließ  und  nicht  nur  versprach,
  mich  beim  Durchführen  der  Regierungsverordnungen
  zu  unterstützen,  sondern  es  später  auch
that.  Dieses  schöne  Thal,  welches  zu  beiden  Seiten
von  hohen  Bergen  begleitet  wird,  unter  welchen  sich
östlich  der  höchste  Gipfel  des  Gebirges,  der  Hohenzollernberg,
  befindet,  hat  ebenfalls  plötzlich  ein  Ende,
und  quer  durch  die  Berge  muß  man  weiter.  Ein
Pfad  geht  über  diese  nach  Huns,  der  andere  nach
der  Wasserstelle  Namus.  Daselbst  standen  die
Werften  zweier  Grootfonteiner  Bastards  und  eines
Damera,  welche  über  Witpütz  nach  dem  Norden  gezogen
  sind.

Bei  Namus  treten  an  Stelle  der  Fußwege  solche
für  Wagen  nach  Sendlingsdrift  und  der  Mündung
des  Orange,  sowie  nach  Witpütz.  Wegen  der  Gebirge
  aber  müssen  große  Bogen  mit  dreitägigen  und
längeren  Durststrecken  gemacht  werden.  Der  Zustand
der  Wege  ist  ein  guter  bis  auf  den  letzten  Theil
desjenigen  nach  der  Mündung,  wo  tieser  Sand  einen
Verkehr  sehr  behindert.  Ein  Befahren  des  Orange
ist  mit  Kähnen  oder  Flößen  wohl  streckenweise  möglich,
  jedoch  immer  wieder  kommen  Stellen,  wo  dies
durch  Felsen  unmöglich  wird.  Die  Beseitigung  dieser
Felsen  wäre  eine  sich  nie  rentirende  Ausgabe,  da
eigentlich  nur  die  versandete  Mündung  mit  einer
quer  vorgelagerten  Sandbank  den  Uebergang  zum
Meere  ausschließt.  Die  bisherigen  Karten  verleiten
zu  vielen  falschen  Annahmen,  ganz  abgesehen  von
der  Bergzeichnung.  Aussenkier  und  Nabas  liegen
dicht  beieinander,  eine  Gadaosfurt  giebt  es  nicht

322

das  Abkommen  des.

 

mehr,  da  ein  ehemals  dort  befindliches  Boot  bereits
seit  sechs  Jahren  fort  ist.  Bei  Langhans,  wo
der  Unterlauf  auch  mit  einigen  Namen  geschmückt
ist,  sind  fast  alle  Namen  verdreht,  die  Furten
stimmen  nicht  2c.  Das  „Skorpionenthal“  mag  ein
schöner  Name  sein,  existirt  aber  in  Wirklichkeit
nicht,  ebenso  wenig  giebt  es  dort  einen  Wasserlauf
bezw.  Revier.

Weiter  nördlich,  zwischen  27°  40  und  27°  50“
sind  auf  den  Karten  zahlreiche  Wasserstellen  verzeichnet,
  auf  die  ich  anfangs  rechnete.  In  Wirklichkeit
  sind  es  alle,  wie  ich  leider  selbst  erfahren  mußte,
schnell  wieder  austrocknende  Wasserbänke.  Zum  Theil
fehlen  sie  überhaupt,  oder  sie  sind  falsch  gezeichnet.
Die  Wasserstellen  von  Huns  nach  Süden  und  Westen
sind  nur  Witpütz  und  Dierkloof  und  Namus,  dahingegen
  liegt  nach  Osten  und  am  Goangib  QOuelle
an  Quelle.  Mit  dem  Weidefeld  für  Pferde
und  Ochsen  ist  es  schlecht  bestellt.  Abgesehen  von
den  kleinen  Queckstellen  findet  man  nur  unterhalb
des  Fischflusses  Gras  in  vereinzelten  Halmen,  allein
bei  der  „Loreley“  ist  es  nennenswerth.  Meine
armen  Thiere  magerten  zu  Gerippen  ab.  Die  Ochsen
mußten  sich  meist  mit  Blüthen  eines  Wasserbusches
begnügen,  die  Esel  fraßen  Baumrinde,  sogar  Holz.
Anstatt  daß  das  Feld,  wie  mir  gesagt  worden  war,  sich
verbesserte,  wurde  es  immer  schlechter.  Nur  unterhalb
  Gord  Dorn-Drift  beginnt  eine  weite,  schöne
Queckgrasfläche,  welche,  nach  dem  dort  bislang  weidenden
  Rindvieh  zu  urtheilen,  vorzügliches  Futter  abgeben
  muß.  Auch  weiter  nördlich,  weit  ab  vom
Fluß,  gab  es  kein  Gras,  erst  wenige  Stunden  vor
Witpütz  erreichten  wir  es.  Dahingegen  findet  Kleinvieh
  in  dem  baum=  und  buschreichen  Orange  reichliche
  und  gute  Nahrung.

Meine  Patrouille  galt  vornehmlich  der  Durchführung
  der  Rinderpestverordnungen.  Auf  dem  ersten
Theil  meines  Weges  wurden  mir  gar  keine  Schwierigkeiten
  bereitet,  abgesehen  von  einem  Fall  am  Fischfluß
  (8.  Dezember).  Eine  vom  englischen  Ufer
herübergelausene  Kuh  war,  wie  befohlen,  erschossen
und  verbrannt  worden.  Als  wir  uns  kurz  darauf
zur  Ruhe  gelegt  hatten,  gab  man  aus  dem  Gebüsch
mehrere  Schüsse  auf  uns  ab,  ohne  Jemanden  zu  verwunden.
  Ich  ging  mit  zwei  Mann  Patrouille,  es
wurde  noch  einmal  geschossen,  doch  nichts  war  bei
der  Dunkelheit  zu  finden.  Am  folgenden  Morgen
„schnitt  ich  Spur“  und  soh,  daß  dieselbe  über  den
Fluß  zum  englischen  Ufer  ging.  Es  wird  ein  Racheakt
  gewesen  sein.

Im  Allgemeinen  war  das  Benehmen  der  Leute
scheu  und  wenig  freundlich.  Nur  selten  bekam  man
einen  Buschmann  zu  Gesicht  und  dann  auch  nur  auf
der  Flucht;  es  machte  den  Eindruck,  als  ob  die  Leute
ein  schlechtes  Gewissen  hätten.  Selbst  auf  dem  englischen
  Ufer,  wo  auch  zahlreiche  Werften  stehen,  eilten
die  Hottentotten  mit  allem  Vieh  davon.  Zwischen
Gais  und  Angwigarub  erwartete  man  meinen  Unteroffizier
  und  mich  mit  geladenem  Gewehr  hinter
        <pb n="427" />
        Deckung  liegend.  Da  wir  aber  hiervon  keine  Notiz
nahmen,  steigerte  sich  die  Furcht  noch  erheblich.  Erst
Tabak  öffnete  Hand,  Mund  und  Herz.  Alle  waren
begierig,  unser  Gewehr  zu  sehen,  von  dem  sie  viel
gehört  hatten.  Die  Ladegeschwindigkeit  und  einige
zufällig  sehr  gute  Schüsse  unsererseits  erregten  allgemeine
  Freude.  Es  ist  nicht  leicht,  jenen  Theil  des
Orange  so  abzusperren,  wie  es  die  drohende  Gefahr
gebietet,  da  einerseits  das  Gelände  unübersichtlich
und  unwegsam  ist,  außerdem  uns  die  Schleichwege
der  Eingeborenen  meistens  unbekannt  sind,  und  weil
andererseits  die  von  der  englischen  Polizei  getroffenen
Absperrungsmaßregeln  viel  zu  wünschen  übrig  lassen.
So  fand  ich  z.  B.  wenige  Hundert  Meter  von  dem
englischen  Posten  „Aris-Drift“  bei  meinem  Rückwege

ingeborene  im  Begriff,  mit  Sack  und  Pack  nach
unserem  Ufer  überzusetzen.  Etwa  100  Stück  Kleinvieh
  hatten  den  Fluß  schon  durchschritten,  die  vierfache
  Zahl  an  weiterem  Groß=  und  Kleinvieh  lagerte
noch  auf  dem  anderen  Ufer.

Auf  mein  Rufen  ließ  sich  Niemand  sehen,  weder
Posten  noch  Eingeborene  des  Trekks.  Erst  nach
langer  Zeit  begann  über  den  Fluß  eine  Unterhaltung
mit  den  Letzteren.  Da  die  Leute  sich  weigerten,  das
Vieh  sofort  zurückzuholen,  und  der  wiederholten  Auflorderung,
  zur  Besprechung  näher  zu  kommen,  nicht
Volge  leisteten,  ließ  ich,  nachdem  ich  noch  zwei
Stunden  gewartet  hatte,  eine  Anzahl  Kleinvieh  tödten
und  verbrennen.  Der  Rest  entkam  in  das  dichte
Ufergebüsch.  Dieses  ist  mitunter  so,  daß  man  auf
einer  Strecke  von  mehreren  Stunden  nicht  an  den
nur.  200  m  entfernt  fließenden  Fluß  gelangen  kann.
Auf  der  Inspektionsstrecke  liegen  zwar  nur  folgende
Jurten:

.  1.  Plantage  Aussenkier  (ein  Boot;  Wagenweg:

Richtersveld  —-Kodas—Gaibes—Konibes).

2.  Petersens  Haus  (Wagenweg:  Richtersveld—
Kodas—Gaibes—Kanibes).

3.  Nabasdrift  (Wogenweg:  Richtersveld  —Gaibes
—  Kanibes).

4.  Sendlingsdrift  (Wagenweg:  Port  Nolloth—
Brakfontain—Richtersveld—Bethanieh).
5.  Dabarasdrift.  (Wagenweg:  von  Aris—Sendlingsdrift
  über  Aunis).

6.  Arisdrift  (Wagenweg:  Gord  Doru—Michtersveld,
  weiter  über  Obib,  Witpütz  nach  Kubub).

7.  Gord  Dorudrift  (direkter  Weg  von  Port
Nulluth,  weiter  über  Obib,  Witpütz  nach  Kubuh).

Es  haben  jedoch  die  Eingeborenen,  besonders  auf  der
Strecke  bis  zur  „Loreley“  und  in  der  Gord  Doruer
Gegend,  viele  Stellen,  wo  sie  bei  einigermaßen  niedrigem

#asserstand  mit  Tragthieren  sogar,  wieviel  eher  also
mit  solchen,  welche  lose  angetrieben  wurden,  durchommen.
  Sie  benutzen  hierbei  ein  „Schwimmholz“.
Vornehmlich  an  der  Mündung  ist  eine  scharfe  Auflicht
  nöthig,  weil  auf  den  am  englischen  Ufer  liegenden
  Inseln  zahlreiche  Herden  weiden.  Das  augen-323



 

blickliche  Hochwasser  kommt  unserer  Sache  allerdings
zur  Hülfe,  aber  wie  lange  dauert  dies  an?  Mit
Rücksicht  auf  die  wenigen  zur  Verfügung  stehenden
Mannschaften  habe  ich  die  zur  Absperrung  und
Grenzkontrole  erforderliche  Zahl  auf  ein  Minimum
von  2  Unteroffizieren,  6  Reitern  und  9  Eingeborenen
bemessen.

1.  Fischflußmündung:  1  Unteroffizier,  2  Reiter,
2  Eingeborene,  davon  1  Reiter,  1  Eingeborener  an
die  „Loreley“.

2.  Sendlingsdrift:  1  Reiter,  2  Eingeborene.

3.  Gord-Dorudrift:  1  Unteroffizier,  3  Reiter,
4  Eingeborene,  davon  je  1  Reiter,  1  Eingeborener
nach  Dabaras  und  Arisdrift  zu  entsenden.

Zu  1:  Verbindung,  wenn  möglich  mit  Nabas,
sehr  reger  Patrouillengang  stromauf  und  bis  Posten
„Loreley“,  von  wo  aus  das  Noobthal  zu  revidiren
  ist.

Zu  2:  Patrouillengang  stromauf  nach  Namus
und  stromab  bis  Dabaras.

Zu  3:  Sehr  strenge  Bewachung  der  Strecke  bis
zur  Mündung,  Verbindung  über  Aris=  und  Dabaras
mit  Sendlingsdrift.

Zum  Zweck  der  Verpflegung  der  Flußbesatzung
und  der  Patrouillen  ist  eine  Zwischenstation  auf
Zarachaibis  sehr  wünschenswerth,  abgesehen  davon,
daß  man  hiermit  den  fortgesetzten,  unerhörten  Diebereien,
  welche  von  dem  Fischfluß  und  besonders  den
Hunser  Bergen  aus  in  Scene  gesetzt  werden,  ein
Ziel  setzen  könnte.

Ueber  den  Munitionsschmuggel  habe  ich  nicht
viel  Positives  in  Erfahrung  bringen  können.  In
den  Händen  der  Eingeborenen  sah  ich  moderne,  englische
  Büchsen,  bei  einem  Bastard  auch  eine  jetzt  fast
unbrauchbare,  ehemals  zum  eleganten  Jagdgewehr
umgearbeitete  Jägerbüchse  M/71,  bei  der  die  Stempel
entfernt  waren.  Woher  sie  stammt,  erfuhr  ich  nicht.
Das  ehemals  so  reiche  Jagdfeld  am  unteren  Orange
ist  dank  der  seinerzeit  zahlreichen,  in  unser  Gebiet
ausgedehnten  Jagdzüge  einiger  Engländer  vollständig
  todt.  Jetzt  haben  jene  Züge  aufgehört,
aber  wohl  nur,  weil  nichts  mehr  zu  holen  ist.
Außer  seltenen  Gemsbockspuren  und  solchen  von
Leopard  und  von  der  Hyäne  sieht  man  keine  von
jagdbarem  Wild.  Dagegen  wimmelt  es  von  Pavianen
mit  riesenhaften  alten  Herren  und  von  kleinen,
zierlichen  Ringelschwanzaffen.  Auch  giebt  es  auf
dem  an  schönen  Fischen,  unter  diesen  eine  große
Störsorte,  so  reichen  Orangeflusse  zahlreiche  wilde
Gänse,  Enten,  Flamingos,  Reiher,  Möwen  2c.

Meine  Patrouille  nahm  von  Nabas  aus  im
Allgemeinen  folgenden  Verlauf:  Von  Grasstelle  zu
Grasstelle  marschirten  wir  am  Fluß  entlang,  voran
der  Führer,  Unteroffizier  Lehmann  und  ich,  dann  die
fünf  bepackten  Esel  lose  angetrieben,  dahinter  die
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        Reiter  Nassan  und  Nasilowski  und  zum  Schluß  die
Jungen  mit  den  Ochsen.  Es  ist  mir  jetzt  noch  ein
Räthsel,  daß  sich  die  Thiere  bei  dem  häufigen  Ausgleiten
  und  Fallen  keinen  dauernden  Schaden  zugezogen
  haben,  sondern  (außer  zwei  Verstauchungen)
mit  Abschürfungen  davonkamen.  Am  zweiten  Tage
lernte  ich  zwei  Sittenbilder  aus  dem  Leben  der  Eingeborenen
  kennen:  Mitten  im  Gebüsch  begegnete  uns
eine  Hottentottin  mit  ihrem  Kinde.  Sie  suchte  ein
anderes,  welches  krank  im  Ponthok  gelegen  hatte  und
dann  verschwunden  war.  Die  Werfthunde  hatten
es,  wie  später  festgestellt  wurde,  aufgefressen.  Kaum
eine  Stunde  weiter  fand  ich  abseits  vom  Pfade
unter  einem  Baume  ein  Fellbündel.  Als  wir  näher
kamen,  entpuppte  es  sich  als  eine  mit  Fellen  zugedeckte
  alte,  dem  Hungertode  nahe  Frau.  Sonderbarerweise
  hauchte  sie  als  erste  Bitte  ein  „Tabak“
hervor.  Sie  war,  da  sie  auf  fremde  Hülfe  angewiesen,
  von  den  eigenen  Kindern,  als  diese  forttrekkten,
  dem  Tode  preisgegeben  worden.  Auch  die
junge  Frau,  die  wir  kurz  zuvor  trafen,  war  gefühllos
  an  ihr  vorübergegangen.  Von  einem  ähnlichen
Falle  hörte  ich  später.  Ein  reicher  Hottentotte  setzte
Viehdieben  nach,  welche  ihm  eine  Kuh  stahlen,  und
zur  selben  Zeit  starben  seine  Eltern  an  einem  nicht
weit  entfernten  Orte  Hungers.  «

Als  wir  zwei  Stunden  jenseits  Gr.  Aub  am
12.  Dezember  Mittagsrast  gemacht  hatten  und  ich
zu  satteln  befahl,  bemerkten  wir,  daß  der  saubere
Führer  John  Rickerts,  der  Sohn  eines  weißen  Mannes,
verschwunden  war.  Wie  ich  zuerst  aus  den  Aeußerungen,
die  er  den  Reitern  gegenüber  gemacht  hatte,  annahm,
war  es  die  Sehnsucht  nach  der  Hottentottengattin,
die  ihn  seinen  Kontrakt  unter  so  erschwerenden  Umständen
  brechen  ließ.  Später  erfuhr  ich  aber  den
wahren  Grund.  Er  hatte  bis  kurz  vorher,  ehe  er
von  dem  Stationsältesten  von  Uhabio  für  mich  engagirt
  wurde,  auf  Snachab  gearbeitet  und  dort  gestohlen.
  Als  ich  nun  vom  Fluß  abbog,  befürchtete
er  wahrscheinlich,  zumal  ich  mich  nach  dem  Wege
dorthin  erkundigt  hatte,  daß  ich  dem  Orte  seiner
Schandthaten  zu  nahe  käme.  Zum  Glück  hatten  wir
kurz  zuvor  einen  alten  Buschmann  aufgegriffen,  der
uns  dann  nach  Namus  brachte.,  Der  sich  bald  bemerkbar
  machende  Proviantmangel  erforderte,  jeden
nicht  unbedingt  nöthigen  Aufenthalt  zu  vermeiden,
andererseits  war  es  nicht  möglich,  mit  meinen  ausgehungerten
  Ochsen  und  Eseln  weiter  zu  hasten.  Es
blieb  mir  nichts  Anderes  übrig,  als  Reiter,  Jungen
und  Lastthiere  bei  Sendlingsdrift  zurückzulassen,  mir
von  einem  Damera  drei  Pferde  zu  borgen  und  unter
Führung  eines  auf  Namus  gemietheten  Bastards  in
Begleitung  meines  Unteroffiziers  zur  Mündung  weiter
zu  reiten.  Als  wir  auf  jenem  Ritt  bei  Gais  früh
morgens  aus  den  Bergen  an  den  Orange  kamen,
schienen  die  dicht  am  Fluß  liegenden  Kuppen  wie
mit  Grünspan  überzogen.  Auch  an  anderen  Siellen
sah  es  mir  so  aus,  als  wenn  Kupfer  in  Menge,
verschiedentlich  auch  Silber,  da  sein  müßte.  Jeden-324



 

falls  wäre  meine  Patrouille  für  einen  Fachmann
doppelt  interessant  gewesen.  Von  dem  Benehmen
der  Eingeborenen  im  Allgemeinen  berichtete  ich  schon.
Eine  andere  Sache  aber  verdient  noch  erwähnt  zu
werden.  Am  Abend  meines  Ankunftstages  auf
Angwigarub  ging  ich  durch  die  Werft  und  sah  mir
die  Gärten  an,  die  sich  die  Eingeborenen  angelegt
hatten.  Da  die  Leute  trotz  aller  Redereien  die  Erlaubniß,
  mit  ihrem  Vieh  dort  bleiben  zu  dürfen,
selbstverständlich  nicht  erhielten,  versuchten  sie  auf
andere  Weise  zum  Ziele  zu  gelangen.  Sie  sagten,
der  Grund  und  Boden  südlich  Witpütz  gehöre  nicht
zum  Lande  des  Kapitäns  von  Bethanien,  sondern
dem  früheren  Richtersvelder  Häuptling,  Jan  Bret.
Die  Sache  lief  darauf  hinaus,  daß  wir  ihnen  nichts
zu  sagen  hätten.  Ich  machte  den  Leuten  mit  aller
Ruhe  und  Entschiedenheit  ihr  Verhältniß  zur  deutschen
  Regierung  klar,  versprach  ihnen  aber,  der  Sache
näher  zu  treten.

Was  die  Möglichkeit  betrifft,  diesen  Landstrich
zu  bewässern,  so  ist  ein  Ableiten  des  Orange  leider
nicht  möglich,  wohl  aber  ein  Kornbau  nahe  der
Mündung  in  dem  meist  trockenen  Flußbett.  Vorzüglich
  können  am  ganzen  Orange  Gärten  angelegl
werden,  wenn  sich  der  Bebauer  der  Mühe  unterziehen
  will,  das  Wasser  aus  dem  Fluß  zu  schöpfen.
Farmen  sind  außer  bei  Namus,  welches  sich  für
Dammanlagen  eignet,  nur  in  der  Witpützer  Gegend
zu  suchen,  an  anderen  Stellen  ist  die  Wasserfrage
entscheidend.

Die  Küste  erreichte  ich  am  19.  Dezember.  Bei
meinem  Ritt  am  Strande  entlang  sah  ich  auf  dem
englischen  Ufer  mehrere  Rudel  wilder  Pferde,  eins
in  der  Stärke  von  32  Stück,  Alles  große,  schöne
Thiere.  Wie  mir  der  Boer  Renier  Catzée  mittheilte,
  hat  er  versucht,  die  Pferde  einzufangen.  Nur
mit  zweien  ist  es  ihm  gelungen,  welche  aber  nach
einiger  Zeit  die  Freiheit  wieder  suchten  und  sich  nun
auf  dem  nördlichen  Ufer  herumtreiben.  Auch  weiter
oberhalb  am  Orange  bis  zum  Fischfluß  leben  zahlreiche
  wilde  Pferde  und  Zebras.  Obgleich  wir  viele
frische  Spuren  fanden,  bekamen  wir  keins  zu  Gesicht.
  Am  23.  Dezember  abends  kam  ich  nach  Sendlingsdrift
  zurück,  wo  die  von  uns  aus  Gord  Doru
mitgebrachten  10  Becher  Mehl  und  20  Becher  Reis
mit  Freuden  begrüßt  wurden,  da  es  längst  kein
Brot  mehr  gab  und  auch  der  Reis  nur  in  ganz
kleinen  Portionen  verausgabt  werden  konnte.  Esel
und  Ochsen  fand  ich  noch  magerer  vor,  als  ich  sie
verlassen  hatte.  Schon  am  folgenden  Mittag  marschirte
  ich  auf  Namus  ab  und  feierte  das  Weihnachtsfest
  auf  der  Fläche  zwischen  jener  Wasserstelle  und
dem  Orange.  Einen  Ochsen,  den  wir  glücklich  so  weit
mitgeschleppt  hatten,  mußte  ich  leider  dort  stehen
lassen.  Von  Namus  aus  benutzten  wir  einen  Fußweg,
  an  den  ich  denken  werde.  Nachdem  wir  am
ersten  Tage  einen  hohen,  steilen  Berg  erklommen
hatten,  mußten  wir  am  anderen  Morgen  durch  eine
Schlucht,  die  kein  Tragthier,  ohne  zu  stürzen,  über-
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        wand.  An  einer  Stelle  treten  die  Felswände  so
dicht  aneinander,  daß  es  den  Ochsen,  erst  nachdem
ihnen  die  Packtaschen  abgenommen  waren,  mit  Hängen
und  Würgen  möglich  war,  durchzukommen.  Es
wurde  hohe  Zeit,  daß  wir  am  Nachmittag  des
26.  Dezember  Witpütz  erreichten.  Nach  fünftägiger
Rast  konnte  ich  endlich  weiter.

Witpütz,  in  einer  rings  von  Bergen  umschlossenen
Ebene  gelegen,  besitzt  zwei  schöne  große  Wasserlöcher,
welche  Wasser  für  Hunderte  von  Thieren  halten.
Außerdem  liegt  in  einem  vom  Ansiedler  Körler  erbauten
  Häuschen  eine  Pumpe.  Erst  wenige  Tage
vor  meinem  Eintreffen  waren  die  Bastardfamilien
von  Namus  daselbst  angekommen.  Vor  diesen  scheint
ange  Zeit  Niemand  auf  dem  Platze  gewesen  zu  sein.
Das  Witpützer  Weidefeld  ist  nicht  so  ausgezeichnet,
wie  ich  gerüchtweise  gehört  hatte,  auch  weiterhin  nach
Huns,  welches  ich  in  der  Nacht  vom  2.  zum  3.  Jannar
erreichte,  ist  Alles  recht  dürftig.

Von  Hoab  aus,  wo  ebenfalls  ein  Haus  des
Ansiedlers  Körler  steht,  schickte  ich  einen  Boten
nach  Inachab,  um  Proviant  holen  zu  lassen.  Nachdem
  derselbe  auf  Zarachaibis  eingetroffen  —  allerdings
  kam  anstatt  Reis  nur  ein  wenig  Korn  —,  ritt
ich  wieder  mit  Unteroffizier  Lehmann  und  einem
Führer  in  südlicher  Richtung,  den  Goangib  abwärts,
weiter.  Mein  Plan  war,  nach  dem  Besichtigen  von
Aiais  mit  seinen  heißen  Schwefelquellen  den  Weg
nach  Uhabis  zu  erkunden,  dann  über  Gaibes  nach
Kanibes  und  von  dort  westlich  über  den  Fischfluß
nach  Amchab  zu  reiten.  Da  dieser  aber  floß,  konnte
ich  weder  bei  Goangibgoas  noch  bei  Aiais  weiter,
so  daß  ich  auf  einem  Fußpfade  quer  durch  die  Berge
über  Gochas—Amchab  nach  Zarachaibis  zurückkehren
mußte.  Auf  dem  Rückwege  sah  ich  die  Wirkung
eines  Regens.  Der  Führer  wollte  das  Ueberklettern
eines  Berges  vermeiden  und  brachte  uns  auf  einen
anfangs  guten  Weg.  Plötzlich  standen  wir  an  einem
etwa  Zm  tiefen  Absatz,  der  uns  nöthigte,  Kehrt  zu
machen.  Der  Eingeborene,  der  sich  überall  als  durchaus
  zuverlässig  und  wegkundig  erwies,  sagte,  daß
er  erst  vier  Wochen  zuvor  dort  gegangen  sei  und  an
Lner  Stelle  damals  noch  guten  Weg  gefunden  habe.
Der  Regen  hatte  in  dieser  kurzen  Zeit  den  Sand
bis  auf  die  Felsen  weggespült.  Nachdem  ich  in
Inachab  mehrere  Tage  wegen  des  hohen  Wasserlandes
  des  Fischflusses  gewartet  hatte,  ritt  ich  am

Januar  cr.  nachmittags  ab  und  kam  am  24.
abends  in  Warmbad  an.
Sollte  ich  noch  einmal  in  die  Lage  kommen,
eine  ähnliche  schwierige  Patrouille  machen  zu  müssen,
0  nähme  ich,  wenngleich  die  Ochsen  auch  mit  unhlaublicher
  Sicherheit  die  größten  Hindernisse  überwinden,
  der  fast  gleichen  Leistungsfähigkeit  und  einheitlicheren
  Behandlung  wegen  nur  Esel.

 

 

325  —

Ueber  die  Absperrungsmaßnabmen  im  Norden
des  Schutzgebietes

berichtet  Regierungsrath  v.  Lin  dequist  aus  Kauas
(Kaokofeld)  unterm  17.  Februar  1897  Folgendes:

Von  Okaukweyo  aus  habe  ich  den  Verkehr
mit  den  Missionaren  des  Ovambolandes  geregelt  und
denselben  durch  Missionar  Rauthanen  Mittheilung
zugehen  lassen.  Zwischen  Okaukweyo  und  Rietfontein
(Gnasenen)  ist  noch  eine  Eingeborenenstation  nothwendig,
  etwa  bei  Palmitfontein,  da  dieser  Punkt
von  der  anderen  Seite  der  Etoshapfanne  unter
Umgehung  von  Okaukweyo  erreicht  werden  kann.
Derselbe  soll  durch  Zwartbooihottentotten  besetzt
werden.

Von  Okaukweyo  läuft  die  Absperrungslinie  durch
wasserloses  Gebiet  auf  Kauas  oder  Palmitfontein
(Okawa  auf  Karte  von  Langhaus)  zu,  von  dort
nach  der  Wasserstelle  Omaruru  am  Huabrevier  und
von  da  weiter  nach  Tsiawisis.  Bei  Kauas  mündet
der  große  Weg  von  Zeßfontein  ein,  ferner  ein  viel
begangener  Fußweg  von  Oganjiro  (Oramboland).
Hier  ist  eine  Station  von  1  Unteroffizier,  8  Mann
gegründet  worden,  der  vom  Kapitän  David
Zwartbooi  3  Hottentotten  beigegeben  sind.

Nach  Omaruru,  wo  ein  Fußweg  von  Zeßfontein
einmündet,  soll  nach  Uebereinkunft  mit  dem  Kapitein
der  Zwartboois  ein  Hottentottenposten  von  5  Mann
gesetzt  werden.  Der  Seeweg  von  Zeßfontein  nach
Sorris-Sorris-Okombahe  wird  durch  Errichtung  einer
Station  in  Tsawisis  gesperrt  werden.  Dieselbe
wird  während  der  Sterbezeit  durch  5  zuverlässige
Zwartbooihottentotten,  die  von  dem  Pferdeposten
des  Nordbezirks  in  Sorris-Sorris  kontrolirt  werden,
besetzt,  während  für  die  übrige  Zeit  des  Jahres  der
Unteroffizier  und  die  Mannschaften  des  Sterbepostens
gleichfalls  nach  Tsawisis  gelegt  werden.

Der  Kapitän  der  Topnaarhottentotten  von
Zeßfontein,  Man  Ui  Chimab,  hat  versprochen,  seine
Leute  nebst  Posten  nach  Norden  zu  beordern,
während  David  Zwartbooi  alle  seine  Stammesangehörigen
  hinter  die  Absperrungslinie  zurückzieht.
Es  wird  so  auch  hier  eine  sehr  breite,  viehfreie
Zone  entstehen.  Die  außer  den  Hottentotten  im
nördlichen  Kookofelde  sitzenden  Ovatjimbas  oder
armen  Hereros  besitzen  nach  Aussage  der  Namas
kein  Vieh.

Durch  Anlegung  der  genannten  Stationen  wird
die  alsbaldige  Einrichtung  eines  besonderen  Kaokoselddistriktes
  mit  Sitz  in  Franzfontein  zur  Nothwendigkeit
  werden.  Sobald  Herr  Hauptmann  Kaiser
den  für  die  Leitung  des  Distrikts  in  Aussicht
genommenen  Lieutenant  Graf  v.  Bethusy-Huc  in
Outyo  entbehren  kann,  wird  hiermit  vorgegangen

werden.

Ich  bemerke  schließlich  noch,  daß  Kapitän  David
Zwartbooi  sich  in  jeder  Beziehung  und  über  Erwarten
  willfährig  zeigt,  allen  meinen  Wünschen
verecht  zu  werden.
        <pb n="430" />
        RAus  dem  Bereiche  der  Misstonen  und
der  Untisklaverei  ·  Bewegung.

Der  im  Dienste  der  evangelischen  Missionsgesellschaft
  für  Deutsch-Ostafrika  (Berlin  III)  stehende,
bisher  in  Tanga  beschäftigte  Diakon  Gerdes,
welcher  einen  Erholungsurlaub  nach  Usambara  angetreten
  hatte,  hat  wie  „Afrika“  meldet,  sich  mit
Genehmigung  des  Vorstandes  jener  Gesellschaft  nebst
seiner  Frau  nach  Lutindi  begeben.  Beide  leiden
zwar  noch  an  Fieber,  doch  hofft  Diakon  Bockermann,
  daß  sie  sich  in  der  frischen  Bergluft  bald
erholen  werden.  In  der  Person  der  Frau  Gerdes
ist  somit  wenigstens  ein  vorläufiger  Ersatz  der  verstorbenen
  Diakonissin  Lina  Dieckmann  beschafft,
wofür  wir  jenem  Missionsvorstande  zu  besonderem
Danke  verpflichtet  sfind.

Von  dem  Gouvernement  sind  der  Sklavenfreistätte
  in  Lutindi  zwei  Mädchen  überwiesen
worden.

Ueber  die  neue  katholische  Missionsstation  in
Uhehe  schreibt  P.  Alfons  in  den  Missionsblättern
der  St.  Benediktusmission  aus  Iringa:

P.  Ambrosius  ist  seit  der  Reise  an  Gesundheit
schwach.  Er  hat  seit  zwei  Monaten  den  Stationshügel
  nicht  mehr  verlassen  und  liegt  meistens  zu
Bette.

Ein  Plätzchen  habe  ich  hier  ausgesucht,  wie
keines  mehr  in  der  ganzen  Umgegend.  Wir  haben
eine  unbegrenzte  Aussicht  in  die  Ubenaberge,  nach
Norden  in  die  wogende  Ebene  nach  Kilimatinde  hin;
nach  Süden  und  Westen  in  die  Uheheberge.  Unten
rauscht  der  Ruaha,  sich  ein  Bett  brechend  durch
Felsen,  Inseln  bildend,  die  mit  Affen,  Flußpferden,
Nashörnern  und  Vögeln  aller  Art,  mit  Palmen
und  den  schönsten  heimathlichen  Blumen,  wie  Ginster,
Knabenkraut,  Blutauge,  belebt  sind.  Dazu  kommen
herrliche  Akazienwälder  und  andere  Laubbäume;  in
nächster  Nähe  auch  Enten,  Gänse  und  Reiher.

Hier  oben  ist  unser  Heim,  eine  große,  alte
Tembe  des  Mkwawa  und  unsere  Strohhütten.  Das
Personal  ist:  2  Europäer,  7  Soldaten,  30  Arbeiter
  mit  Familien,  6  Boys,  10  Wahehefamilien.
Viehstand:  13  Stück  Großvieh,  12  Kälber,  40  Schafe
und  Ziegen,  10  Hühner,  10  Tauben  und  1  Affe.

Eine  schreckliche  Plage  sind  hier  die  Sandflöhe;
die  Neger  werden  von  diesen  Thieren  stark  geplagt,
verlieren  Zehen,  ja  den  ganzen  Fuß  durch  Weiterfraß.
  Hier  helfe  ich  stundenlang  mit  Auswaschen
des  stinkenden  Eiters  mit  Jodoform  und  Verband.

 

Nach  den  „Missionsblättern“  starb  am  14.  April
1897  in  St.  Ottilien  die  am  24.  März  d.  JIs.  aus
Afrika  zurückgekehrte  Schwester  M.  Raphaela
Hibben.

326

 

In  den  „Missionsblättern“,  Organ  der  St.  Benediktusgenossenschaft
  zu  St.  Ottilien  berichtet  der
Missionar  P.  Antonius  unter  dem  15.  Februar
1897  aus  Lukuledi  über  die  dortigen  Wegeverhältnisse:


Gegenwärtig  nimmt  uns  die  Anlegung  von  Wegen
in  Anspruch.  Im  Innern  Afrikas  giebt  es  bekanntlich
  nur  Fußpfade  als  Wege,  auch  auf  den  sehr  viel
begangenen  sogenonnten  Karawanenstraßen,  so  daß
immer  ein  Mann  hinter  dem  anderen  geht.  Diese
Wege  gehen  noch  an,  wenn  das  Gras  abgebrannt
ist,  zumal  in  einem  Parkwalde  oder  in  leeren  Getreidefeldern;
  schlimmer  ist  es  schon,  wenn  Buschwald
mit  vielen  Dorngesträuchen  kommt,  ganz  schlimm  und
beschwerlich  werden  aber  die  engen  Pfade  zur  Regenzeit,
  auch  jene  durch  Parkwald  und  Schamba  wegen
des  hohen  Getreides  und  Grases,  das  üppig  emporschießt;
  kommt  nun  ein  Regen,  der  in  Afrika  großentheils
  sehr  heftig,  aber  von  kurzer  Dauer  ist,  so
bleiben  doch  die  Regentropfen  stundenlang  am  Grase
hängen  und  selbst  der  Thau  durchnäßt  den  Reisenden
bis  zur  Mittagszeit.  Sehr  oft  fällt  das  lange  Gras
und  der  3  bis  4  m  lange  Mtama  kreuz  und  quer
über  den  Weg  und  läst  nur  mit  großer  Mühe  den
Pfad  wieder  finden.  Unter  diesem  üppigen  Grün
lagern  sich  außerdem  noch  mit  Vorliebe  giftige
Schlangen,  bereit,  dem  Wanderer  ihr  verderbliches
Gift  einzuimpfen.  Unter  solchen  Verhältnissen  haben
wir  schon  im  verflossenen  Jahre  rings  um  unsere
Station  zur  Freude  und  zum  Staunen  unserer
Schwarzen  schöne,  breite  Wege  angelegt.  Indessen
war  uns  damit  noch  nicht  recht  gedient;  denn  unsere
Pastoration  erstreckt  sich  in  eine  Entfernung  bis  zu
sieben  Stunden.  So  entschlossen  wir  uns  denn,  vorerst
  einen  Weg  bis  zu  dem  17  km  entfernten  Chukukwe
  weiterzuführen,  wo  der  Pater  wöchentlich  einmal
  Unterricht  ertheilt.

Am  1.  Februar  hatten  wir  den  Weg  fertig  und
Herr  Premierlieutenant  Engelhard,  Kompagniechef
von  Lindi,  der  mit  einer  Karawane  eine  Reise  nach
dem  Rovuma  machte,  passirte  denselben.  Er  war
sehr  erfreut  über  diesen  kleinen  Fortschritt  in  der
Kultur  im  Innern  Afrikas,  zumal  er  auf  seiner
zweimonatlichen  Reise  oft  genug  das  Beschwerliche
der  kleinen,  oft  krummen  Fußpfade  hatte  erfahren
müssen.

Herr  Premierlieutenant  Engelhard  gab  mehreren
Häuptlingen  die  deutsche  Flagge,  so  daß  sie  nun  unter
deutschem  Schutze  stehen,  aber  auch  verpflichtet  sind,
den  Verordnungen  des  Bezirksamts  Folge  zu  leisten.
Unter  Anderem  erhielten  sie  die  Weisung,  für  ordentliche,
  gangbare  Wege  zu  sorgen.  Wir  werden  also
in  einiger  Zeit  einigermaßen  ordentliche  Wege  bekommen.
  Die  Wege  werden  nur  etwa  2  m#breit  von
Bäumen,  Gesträuch  und  Gras  befreit,  Stein  oder
Kiesauflage  hat  seine  Schwierigkeiten,  nicht  nur  wegen
Mangels  an  Fuhrwerken,  sondern  auch  wegen  Mangels
an  Steinen.  Nachdem  der  Herr  fort  war,  machte
die  neue  Verordnung  viel  Kopfzerbrechen  und  Schauri;
        <pb n="431" />
        —  327  —

denn  der  gute  Herr  hatte  gar  nichts  von  Pesa  gesagt,
wieviel  jeder  Mann  täglich  Lohn  erhalten  solle;
etwas  umsonst  zu  thun,  zumal  einem  bwana  mkubwa,
der  nach  ihrer  Meinung  die  Pesa  und  Rupien  nur
in  Kisten  von  Lindi  kommen  lassen  darf,  davon  hatten
sie  noch  nie  geträumt.

Aber  es  war  in  der  That  so.  Der  »bwana
mkubwa  von  den  Asikarie  hat  wirklich  die  Arbeit
befohlen,  und  da  ist  doch  nicht  zu  spaßen;  denn  er
hat  auch  noch  gesagt,  er  werde  nach  einem  halben
Jahre  wieder  kommen  und  nachsehen.  Darum  greifen
Häuptlinge  und  Leute  nun  wacker  an,  um  nicht  die
Ungnade  des  Herrn  von  den  Askari  (schwarze  Soldaten)
  auf  sich  zu  laden.  Leßtere  fürchten  die  hiesigen
Einwohner  sehr,  weil  sie  eben  gar  so  schnell  schießen
können  und  einen  Säbel  auch  noch  haben.  Diese
Furcht  ist  zu  Vielem  nütze;  der  Mensch  muß  eine
Obrigkeit  und  das  Schwert  fürchten;  ist  dies  schon
im  civilisirten  Europa  der  Fall,  um  wieviel  mehr
hier  im  unkultivirten  Lande.

Wir  haben  jetzt  42  Ziegen,  bekommen  aber  im
Ganzen  nur  3  bis  4  Tassen  Milch.  Die  Aussichten
auf  eine  gesegnete  Ernte  sind  gut.  Die  Mtama-Ernte
  beginnt  erst  im  Juni  und  Juli.  Der  angepflanzte
  Mhogo  ist  ein  Anziehungspunkt  für  unseren
Esel;  er  hat  es  schon  einige  Male  vorgezogen,  statt
der  süßen  Nachtruhe  einen  Spaziergang  in  die  einladenden
  Stauden  zu  machen.

RAus  fremden  MHolonien.
Dandel  und  Schifffahrt  von  Lourenco-Maraques  71890.7)

Die  infolge  des  Jamesonschen  Einfalles  im  Transvaal
  herrschende  bedrückte  Geschäftslage  übte  in  den
ersten  zwei  Monaten  des  Jahres  1896  einen  starken
Rückschlag  auf  Lourengo-Marques  aus.  Die  Kommissionsgeschäfte
  hatten  unter  dem  Ausbleiben  von
Kaufaufträgen,  die  Spekulationsgeschäfte  darunter  zu
leiden,  daß  für  Johannesburg  bestimmte,  in  Lourenco-Margques
  bereits  gelandete  Waaren  wegen  der  Unsicherheit
  der  Verhältnisse  vom  Weitertransport  zunächst
zurückgehalten  wurden.  Mit  dem  März  trat  aber
ein  Umschwung  zum  Bessern  ein,  so  daß  der  Ausfall
der  zwei  schlechten  Monate  nicht  nur  reichlich  gedeckt,
sondern  dos  an  sich  gewinnreiche  Jahr  1895  noch
beträchtlich  überholt  wurde.  So  wurden  während
des  Jahres  1896  von  einer  einzigen  Speditionsfirma
gegen  50  000  Tonnen  nach  dem  Transvaal  befördert.

Der  Gesammtwechselverkehr  zwischen  Lourengo-Marques
  und  dem  Transvaal  ist  mit  1  000  000
Pfd.  Sterl.  nicht  zu  hoch  angesetzt.

Der  durch  Indier  vermittelte  Handel  mit  den
Eingeborenen  hatte  zwar  viel  unter  der  im  Innern
herrschenden  Hungersnoth  zu  leiden,  aber  dennoch
kann  man  den  Werth  der  mit  indischen  Händlern

 

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1897,  S.  163  f.

 

abgeschlossenen  Geschäfte  auf  50  000  Pfd.  Sterl.  beiffern.


-  Die  „Nationale  Bank  der  Zuid  Afrikaansche  Republiek
  Beperkt“  in  Lourengo-Marges  vermittelt  jetzt
direkt  Geldgeschäfte  mit  den  Hauptplätzen  Deutschlands.

Das  portugiesische  Geld  stieg  im  Anfang  des
Jahres  1896  infolge  neu  ausgeschriebener  Kommunalsteuern
  auf  5200  Néis  =  1  Pfd.  Sterl.  Dieser
hohe  Kurs  sank  aber  bald  wieder.  Er  stand  eine
Zeit  lang  auf  1  Pfd.  Sterl.  =  5800  Réis  und  stellte
sich  im  Durchschnitt  auf  5600  Réis  =  1  Pfd.  Sterl.

Zu  der  günstigen  Lage  der  Geschäfte  trug  in  nicht
unbeträchtlichem  Maße  der  Umstand  bei,  daß  die
unter  den  obwaltenden  Verhältnissen  unumgänglich
erforderliche  Kaffernarbeit  stets  dem  Bedürfnisse  entsprechend
  und  bei  nicht  zu  hohen  Löhnen  —  zwei
bis  drei  Schillinge  täglich  bei  freier  Beköstigung  —
erhältlich  war.  -

Der  im  Jahre  1896  in  den  allgemeinen  Verhältnissen
  zu  Tage  getretene  Aufschwung  zum  Bessern
veranlaßte  es  mit,  daß  solche  Finanzkreise,  die  sich
bislang  von  Delagoabai  ferngehalten  hatten,  dem
Platze  spekulative  Aufmerksamkeit  zuwandten.  Von
verschiedenen  Johannesburger  Syndikaten  wurden
beträchtliche  Erwerbungen  an  Grundeigenthum  gemacht,
  und  zwar  nicht  nur  in  der  Stadt  selbst  gelegene
  Grundstücke  zur  baldigen  Ausnützung  erworben,
sondern  auch  außerhalb  dieser  und  im  Vororte  Reubn-Point
  gelegene,  deren  Ausnutzung  eine  rege  Bauthätigkeit
  voraussetzt.  Im  Ganzen  wurde  während
des  Jahres  1896  Grundeigenthum  im  Werthe  von
rund  130  000  Pffd.  Sterl.  erworben.

In  der  Etablirung  zweier  großer  französischer
Importfirmen  in  Lourenco-Marques  kann  ebenfalls
ein  Zeichen  des  sich  steigernden  Vertrauens  in  die
dortigen  Verhältnisse  gesehen  werden.

andel.

Die  Einfuhr  des  Jahres  1896  stellte  sich  gegen

die  des  Vorjahres,  wie  folgt:
Nationalität  der  Schiffe

 

 

 

mit  welchen  die  Waaren  1895  1896

eingeführt  wurden:  Tonnen  zu  1000  k
Deutsche  30  615  31  46
Britische  119  766  164  296
Französische  955  7211
Amerikanische  (Ver.  St.)  2800  4906
Schwedische  8000  6340
Norwegische  4  000  7868.
Pormygiesische  270  1350
Dänische.  500  1  600
Russische  —  2310
Niederländische  —  9119
elgische  —  1900
Zusammen  186866  268  343

Ueber  die  Tonnenzahl  der  durch  Schiffe  ausgeführten
  Güter  liegen  keine  Angaben  vor.
Durch  die  portugiesische  Eisenbahn  wurden  im

Jahre  1896  159  745  Tonnen  befördert.

Die  große  Steigerung  des  Eisenbahnverkehrs  zeigt
sich  am  besten  aus  einer  Gegenüberstellung  der  letzten
vier  Jahre.
        <pb n="432" />
        Es  betrug  der  Eisenbahnverkehr:

1893.  759  Züge  mit  47  824  beförderten  Tonnen
1894  905  =  .  5218  -  -
1895.  1494  82295

1896  2355  159745

Im  Jahre  1896  wurden  Einfuhrgüter  im
Werthe  von  43  947  697  Mark  verzollt.

Diese  Summe  giebt  jedoch  nicht  den  vollen  Werth
der  Einfuhr,  da  die  bereits  gelandeten,  aber  zeitweilig
noch  in  Zollniederlagen  befindlichen  Güter  in  ihr
nicht  enthalten  sind.

Es  wurden  verzollt:

1

895  1896
Werth:  Mark
Einfuhrgüter  6  010  095  12  768  200
Durchfuhrgüter  13  616  797  31  179  497
Zusammen  19  626  892  43  947  697

mithin  im  Jahre  1896  mehr  als  das  Doppelte  des
Vorjahres.

Die  Ausfuhr  portugiesischer  Güter  im  Jahre
1896  betrug  181  624  Mark,  die  Wiederausfuhr  nicht
portugiesischer  Güter  175  498  Mark,  zusammen
357  122  Mark.

Aus  den  Zollhauseinnahmen  für  die  Ausfuhr
erglebt  sich  seit  dem  Jahre  1894  eine  sietige,  starke
Abnahme,  während  die  an  sich  geringe  Zolleinnahme
aus  der  Wiederausfuhr  von  672  Mark  für  1894
in  den  beiden  nächsten  Jahren  nur  auf  988  Mark
und  2075  Mark  gestiegen  ist.

Der  Grund  liegt  darin,  daß  der  Handelsverkehr
der  Delagoabai  mit  den  Plätzen  der  Ostküste  in  demselben
  Grade  abnimmt,  in  welchem  diese  wegen  der
verbesserten  Dampfschiffsverbindungen  ihren  Bedarf
direkt  decken  können.  Güter  aus  Delagoabai  beziehen
nur  die  unbedeutenden  indischen  Handelsniederlassungen
an  den  Flüssen  Maputa,  Incomati  und  Limpopo.

Wenn  bis  jetzt  auch  nur  ein  geringer  Bruchtheil
des  südafrikanischen  Handels  auf  Delagoabai  entfällt,
so  ist  doch  ein  stetiger  Fortschritt  bemerkbar,  wie
folgende  Zusammenstellung  dessen,  was  aus  den  einzelnen
  Zollhausetats  in  den  Jahren  1894,  1895  und
1896  eingenommen  wurde,  zeigt:

 

Es  betrug  die  Einnahme  1894  1895  1896
aus:  a#r

Eingangszoll  992978  1285  112  2727286
Ausfuhrzolll.  16  341  1893  1770
Wiederausfuhrzoll.  672  988  2075
Durchsuhrzolt  .  .  .  .  125621  299  707  4381  705
Lagergebuühten  13854  33  832  62
Stempelabgaben  4640  11  660  26  781
Nebeneinnahmern  14794  6656  1  734
Schiffsabgaben  nach  Reg.

Tons  42  287  71  314  113573
Handelsabgaben  —  —  177  065
Leuchthausabgaben  —  —  64  734

 

Zusammen  1218  187  1  711  162  3675352
Um  den  durch  den  gesteigerten  Verkehr  an  sie

gestellten  großen  Anforderungen  gerecht  werden  zukönnen,

  hat  die  portugiesische  Eisenbahnverwaltung
ihr  Augenmerk  auf  Verbesserung  der  Strecke  gerichtet.
Das  rollende  Material  besteht  aus  18  Lokomotiven

328

 

—  vier  neue  sind  in  Bestellung  gegeben  —  und
411  Eisenbahnwaggons  von  je  10  Tonnen  Tragfähigkeit.
  Außerdem  ist  eine  beträchtliche  Menge
Schienenmaterial  bezogen  worden.

Im  Allgemeinen  haben  im  Jahre  1896  keine
Verkehrsstockungen  stattgefunden,  da  die  an  die  Trausvoalgrenze
  geschafften  Waaren  von  der  niederländischen
Eisenbahngesellschaft  schnell  weiter  befördert  wurden.
Das  für  den  Gebrauch  benöthigte  Wagenmaterial
war  im  Allgemeinen  immer  vorhanden.

Der  an  die  französische  Firma  du  Creusot  ertheilte
  Auftrag  zur  Errichtung  eines  eisernen  Leuchtthurmes
  auf  Cockburn  Shaal  bedeutet  im  Verein
mit  der  dem  Bojenwesen  neuerdings  zugewandten
Aufmerksamkeit  einen  Fortschritt  für  die  Sicherheit
der  Schifffahrt.  Wichtig  ist  für  sie  auch  die  Einrichtung
  eines  Lootsendienstes  auf  der  Insel  Inhaka,
wo  neun  Lootsen  stationirt  sind,  die  mittelst  Dampfbootes
  den  einkommenden  Schiffen  entgegenfahren  sollen.

Die  Landungsverhältnisse  lassen  noch  Manches  zu

wünschen  übrig.  Die  Vortheile  der  billigen  Eisenbahnsracht
  ab  Delagoabai  stellen  sich  am  klarsten
heraus  bei  dem  Transport  von  Schwergütern  und
Waaren  von  großem  Umfange.
Für  den  Transport  der  sich  stetig  mehrenden
Holzsendungen  ist  durch  die  Ertheilung  von  Landungslonzessionen
  an  drei  leistungsfähige  Speditionsfirmen
eine  Aussicht  zum  Bessern  geschaffen  worden.  Sobald
diese  ins  Leben  getreten  sein  werden,  was  noch  in
der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1897  erwartet  werden
darf,  kann  die  Ladung  der  Holz  einbringenden  Schiffe
an  den  Landungsstellen,  die  mit  der  Eisenbahnstrecke
durch  Schienen  verbunden  sind,  direkt  in  die  Eisenbahnwagen
  gelöscht  werden.  Zu  der  hierzu  erzielten
Kostenersparniß  tritt  noch  der  Vortheil  einer  schnelleren
Abfertigung  der  Schiffe.  Während  der  Entlöscher
zur  Zeit  nur  zur  Abnahme  von  60  Tonnen  pro  Schiff
täglich  verpflichtet  ist,  kamnmn  auf  Grund  der  neuen
Einrichtungen  eine  Steigerung  der  Tagesleistung  bis
auf  mindestens  600  Tonnen  erwartet  werden.

Diese  Konzessionen  werden  ferner  viel  dazu  beitragen,
  um  Delagoabai  zu  einer  Kohlenstation  zu
machen.  Schon  seit  geraumer  Zeit  benutzen  einzelne
Dampfsschiffslinien  die  zwar  minderwerthige,  aber  sehr
billige  Transvaalkohle.  Sie  wird  für  25  bis  26
Schilling  pro  Tonne,  auf  welche  11  Sack  à  100  kg
gerechnet  werden,  längsseits  geliefert,  während  englische
  Kohle  sich  im  Durchschnitt  —  der  Preis  ist
im  Jahre  1896  aber  zeitweise  schon  73  Schilling
gewesen  —  auf  50  Schilling  pro  Tonne  stellt.

Da  aber  vorläufig  die  Kohle  auf  Ponts  an  die
Schiffe  herangebracht  werden  muß,  so  wirken  einerseits
  dle  hiermit  verbundenen  bedeutenden  Spesen
hemmend  auf  eine  Ausdehnung  des  Kohlengeschäfts
ein,  andererseits  werden  auch  die  Dampf,schiffe  derart
aufgehalten,  daß  sie  der  Zeitersparniß  halber  es  vorziehen,
  in  Port  Natal,  wenn  auch  zu  höheren  Preisen,
Kohle  zu  nehmen.  Die  Bedeutung  des  letzteren  Platzes
als  Kohlenstation  wird  aber  abnehmen,  wenn  erst
        <pb n="433" />
        Dampfschiffe  ohne  bedeutenden  Zeitverlust  mit  der
billigen  Transvaalkohle  bedient  werden  können,  deren
Werth  überdies  nach  dem  Urtheile  der  Interessenten
mit  den  bald  eröffneten  tieferen  Lagern  zunehmen  wird.

An  Leichtern  und  Ponts  waren  Ende  1896  vorhanden:
  53  Leichter  von  3362  Reg.-Tons

41  Ponts  1423

Ende  des  Jahres  1895  konnten  gegen  6000  Tons
Waaren  in  den  Zollspeichern  untergebracht  werden.
Im  Jahre  1896  wurden  zunächst  die  schon  vorhandenen
  Räumlichkeiten  durch  Aubauten  vergrößert.
Ferner  wurde  mit  dem  Auffüllen  eines  an  der  hauptsächlich
  benutzten  Zollhauspier  gelegenen  Bassins  begonnen,
  um  auf  dem  dadurch  gewonnenen  umfangreichen
  Terrain  einen  neuen  Güterschuppen  zu  errichten.
Die  Beendigung  der  betreffenden  Arbeiten  steht  in
Bälde  bevor.  Auch  seitens  der  portugiesischen  Eisenbahngesellschaft
  findet  eine  beschleunigte  Versendung
der  Transitgüter  statt.  Den  Betrieb  der  Eisenbahn
hat  die  Zollhausverwaltung  dadurch  erleichtert,  daß
das  im  Jahre  1895  vor  den  ersten  Zollhausschuppen

*

329

Damypfsschiffe,  zusammen  221,  d.  h.  75  pCt.  von  den
überhaupt  angekommenen  294  Dampfsschiffen.

Die  Zahl  der  regelmäßig  verkehrenden  Dampfschiffe
  soll  im  Jahre  1897  durch  eine  von  portugiesischer
  Seite  ins  Leben  gerufene  Küstendampfschiffslinie
  vermehrt  werden.

Die  ekwa  2000  Reg.-Tons  großen  Dampfschiffe,
für  den  Verkehr  zwischen  Natal  und  Sansibar  bestimmt,
  sollen  die  hauptsächlichsten  Handelsplätze  der
Ostküste  anlaufen  und  die  dort  eingenommene  Ladung
an  Dampfschiffe  der  Messageries  Maritimes  zur
Weiterverschiffung  abgeben.

Der  deutsche  Schiffsverkehr  hat  seit  dem  Jahre
1894  kaum  eine  Steigerung  erfahren.  Dafür  unterhält
  Deutschland  aber,  abgesehen  von  Großbritannien,
am  längsten  einen  regelmäßigen  Schiffsverkehr  mit
Delagoabai  durch  die  Deutsche  Ost-Afrikalinie.

Die  folgende  Tabelle  giebt  eine  Uebersicht  über
den  Verkehr  deutscher  Schiffe  in  der  Delagoabai
während  der  Jahre  1889  bis  1893.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

führende  Eisenbahngeleise  um  ein  zweites  vermehrt  Dampf-  Segel  Zu=  Segel-Dampf!)uwurde.
  Infolge  dessen  können  jetzt  40  bis  50  Güter-  schisfe  schiffe  sammen  schiffe  schisse  sammen
wagen  zu  gleicher  Zeit  von  den  Zollhausrampen  aus-  Anzahl  N.-Tons  Neg-Tons
geladen  werden.

Im  Jahre  1896  ist  die  Delagoabai  von  39111889  6—  62330  1  2330
Kauffahrteischiffen  mit  einem  Raumgehalt  von  559  646  1890  1  1  10  333  1  105  K  16
Reg.-Tons  angelaufen  worden.  Die  Betheiligung  der  1882  1  3  241013  833  52444537
verschiedenen  Natlonen  am  Schiffsverkehr  (Eingang)  2  26  28  5383890739446
stellte  sich  in  den  Jahren  1894,  1895  und  1896,
wie  folgt:  .

1594  195—  1  —  185  1896
Nationalität  *  "  3  z  7s.  7  *n  *  7
65#E  5  65#  538  2  5  5  Reg.-Tons
Britische  9  187  196  11  2172  26  240|  33  372  —  430  813
Deutschae  4  32  86  533514  5  37  42  511062460  110  61  944
Norwegischhe  .  12  —121  220  30  3  353  6565747230778
Schwedische  6  —  6  10—  773—  7  2  108  4924
Amerikanische  (Ver.  Staatern  ——  —  2  44(  4  —  2150  3  563
Niederländische  1  —  1  —  —  4  —  4  1048  —  5630
Französische  3  11  11  3  5  10  15  2  i  51  13441
Zusammen  einschließlich  der  a
Schiffe  anderer  Nationen  45  221  266  53261  31497|294  3394  466  559646

 

 

 

Mit  dem  Jahre  1897  wird  eine  Verbindung
Madagaslars  mit  Delagoabai  auch  durch  die  von
Lissabon  ums  Kap  der  guten  Hoffnung  direkt  nach
Port  Natal  fahrenden  Extradampfer  der  Deutschen
Ost-Afrikalinie  ins  Leben  treten.  Es  sind  sechs  Fahrten
nach  Majunga  und  Nossi-Bé  in  Aussicht  genommen.

24  Dampfschiffe  der  Union  Steam  Ship  Co.  Ltd.
mit  einem  Raumgehalt  von  zusammen  63  288  Reg.-=ons

  kamen  aus  Hamburg.

Zu  den  regelmäßig  in  Lourengo-Marques  verkehrenden,
  durch  Agenturen  vertretenen  Linien  gebörten
  33  deutsche,  178  britische  und  10  französische

 

 

 

 

 

 

Dandel  in  Uganda.

Der  dem  Parlament  vorgelegte  Jahresbericht  der
englischen  Verwaltung  am  Victoriasee  schildert  die
Entwickelung  der  Handels=  und  Verkehrsverhältnisse
als  eine  außerordentlich  günstige.  Während  früher
der  Haupthandelsweg  von  und  nach  Uganda  über
die  Häfen  der  deutschen  Küste  ging,  habe  nunmehr
durch  die  Eröffnung  einer  direkten  Verkehrsstraße  von
Mombassa  nach  dem  Victoriasee  und  Uganda  der
Handel  innerhalb  der  britischen  Sphäre  eine  beträchtliche
  Ausdehnung  erfahren.  Diese  Handelsstraße
werde  fortgesetzt  verbessert  sowohl  durch  Errichtung
        <pb n="434" />
        neuer  Stationen,  Anknüpfung  freundschaftlicher  Beziehungen
  mit  den  ackerbautreibenden  Distrikten,  durch
Einführung  von  Thier=  und  Wagentransporten,  namentlich
  aber  durch  den  Bahnbau,  der  in  nur
wenig  Jahren  eine  vollständige  Umwälzung  der
gesammten  Verkehrsverhältnisse  herbeigeführt  haben
würde.  Als  die  Haupthandelscentren  des  Protektorats
  werden  östlich  des  Nils  Mumias  in  der  Landschaft
  Kawirondo  und  westlich  des  Nils  Kampala
oder  Mengo,  die  Hauptstadt  Ugandas,  genannt.
Uganda  wird  als  der  wichtigste  Theil  des  ganzen
Protektorats  bezeichnet.  Der  Handel  namentlich  in
Kampala  ist  in  den  letzten  Jahren  erheblich  gestiegen:

1894  1895  1896(10  Mon.)
Rupien
Einfuhr  70  549  178  429  291  200
Ausfuhr  47  016  75  272  161  023
Der  gesammte  Handelswerth  betrug  in  diesen  Jahren:
1894  1895  1896  (6  Mon.)
Rupien
Einfuhr  78759  222  006  240  620
Ausfuhr.  87  697  244  728  150  895

Die  große  Zahl  eingeborener  Händler,  die  sich  neben
den  Agenturen  zweier  europäischer  Sansibarfirmen
in  Kampala  niedergelassen  hat,  hat  die  Verwaltungsbehörde
  veranlaßt,  diesen  Händlern  ein  besonders
günstig  gelegenes  Stadtviertel,  das  Regierungseigenthum
  ist,  zur  Niederlassung  anzuweisen  und  dafür
eine  kleine  Abgabe  zu  erheben.  Jeder  erhält  einen
für  Wohnhaus,  Laden  und  Nebengebäude  ausreichenden
  Platz.  Die  Händler  haben  sich  einen  „livali“
oder  Bürgermeister  gewählt,  der  für  Reinlichkeit  und
Ordnung  im  Viertel  zu  sorgen  hat  und  in  allen
laufenden  Angelegenheiten  der  Vertreter  der  Händler
der  Station  gegenüber  ist.

Die  im  Allgemeinen  für  faul  gehaltenen  Waganda
haben  in  der  letzten  Zeit  größeren  Eifer  und  Geschicklichkeit
  für  die  Arbeit  gezeigt.  In  Port  Alice
und  Kampala  werden  zusammen  einige  300  Arbeiter
täglich  bei  einem  Jahreslohn  von  3  Pfd.  Sterl.
12  Schill.  beschäftigt.  In  Mengo  stehen  gegen  täglichen
  Lohn  250  oder  300  Mann  mehr  in  Arbeit.
Viele  finden  jetzt  auch  Beschäftigung  bei  dem  Bau
des  Kanals,  der  in  einer  Länge  von  zwei  Meilen
die  Hauptstadt  mit  dem  See  verbinden  soll.

Besonders  geschickt  sind  die  Eingeborenen  in  der
Kunst  der  Töpferei  und  machen  darin  fortgesetzt
Fortschritte.  Ebenso  kundig  sind  sie  in  Eisenarbeiten,
welcher  Erwerbszweig  durch  Beschaffung  erfahrener
indischer  Werkmeister  eine  weitere  Förderung  seitens
der  Verwaltung  erfahren  hat.

Den  Hauptzweig  der  Landwirthschaft  bildet  die
seit  langer  Zeit  betriebene  Baumwollenkultur.  Von
europäischen  Gemüsen  gedeihen  besonders  gut  Kohl,
Blumenkohl,  Karotten,  Salat,  Erbsen,  Bohnen  und
Zwiebeln.  Der  Tabakbau  wird  jetzt  mit  größerer
Sorgfalt  betrieben,  Cigarren  werden  in  Kampala
und  durch  die  französische  Mission  fabrizirt.  In  der

330

 

Baumkultur  sind  glückliche  Versuche  mit  Anpflanzung
von  Eukalyptus-,  Kiefern-,  Cypressen=  und  Tamarindenbäumen
  gemacht  worden.  Auch  Versuche  mit
Aprikosen=  und  Maulbeerbäumen  fielen  zufriedenstellend
  aus.

Im  Allgemeinen  giebt  der  Bericht  großen  Erwartungen
  bezüglich  der  weiteren  Entwickelung
Ugandas  Ausdruck.

 

Die  landwirtbschaftliche  Ausstellung  in  Malang  (Java),
welche  in  Nr.  9  des  Kolonialblattes,  S.  268,  angekündigt
  war,  wird  erst  in  der  zweiten  Hälfte  des
nächsten  Jahres  stattfinden.

Verschiedene  Miltheilungen.

Die  Rolonialbeamten  der  verschiedenen  Länder.
(Nach  der  Publikation  des  Institut  Colonial  International:
les  fonctionnaires  coloniaux,  Paris,  Armand  Colin  1897.)

In  dem  zu  Paris  anfangs  dieses  Jahres  herausgegebenen
  Werke  „Les  fonctionnaires  coloniauxz“
werden  diejenigen  amtlichen  Bestimmungen  zusammengestellt,
  welche  in  den  einzelnen  Ländern  mit  außereuropäischen
  Besitzungen  für  die  Kolonialbeamten  (mit
Ausnahme  der  technischen  Dienstzweige)  gelten.  Der
erste  Band  enthält  das  Material  für  Spanien  und
Frankreich.

 

I.  Spanien.

Betreffs  Spaniens  ersehen  wir  aus  einem  kurzen
historischen  Ueberblick  über  die  Entwickelung  der
Kolonialverwaltung,  daß  in  den  ersten  Anfängen  des
spanischen  Kolonialbesitzstandes  einzelne  Kategorien
von  Beamten  geschaffen  wurden  ohne  jede  Trennung
der  juridischen  und  administrativen  Befugnisse,  daß
das  Recht  der  Ernennung  und  Zurückberufung  derselben
  lediglich  Ausfluß  des  königlichen  Willens  war,
daß  aber  für  Besetzung  der  juridischen  Beamtenposten
  schon  früh  das  Erforderniß  einer  allgemein
wissenschaftlichen  Bildung  gestellt  wurde,  und  daß
man  hierfür  meist  nur  Doktoren,  Lizentiaten  und
Baccalaurei  mit  Diplomen  der  Königlichen  Universitäten
  Salamanca  und  Alcala  wählte.  Erst  unter
der  Dynastie  der  Bourbonen  trat  eine  tiefeinschneidende
  Aenderung  in  der  Regierungsform  und  Verwaltung
  der  indischen  Besitzungen  ein.  Es  fand  eine
scharfe  Trennung  der  politischen,  Verwaltungs=  und
richterlichen  Aemter  statt,  aber  erst  unter  der  konstitutionellen
  Regierung  begann  man  Reglements  auszuarbeiten
  für  die  Beamten  der  einzelnen  Kategorien.
  Zusammengestellt  sind  diese  Reglements  in
den  Werken  von  M.  Zamora  und  M.  Rodriguez
San  Pedro.

Zum  besseren  Verständniß  wird  eine  Klassifikation
der  einzelnen  Kategorien  des  gesammten  Verwaltungsapparates
  des  Ministeriums  für  überseeische  An-
        <pb n="435" />
        gelegenheiten  vorausgeschickt,  nach  welcher  dasselbe
aus  folgenden  Beamtenkategorien  besteht:  1.  Oberer
Verwaltungschef  (Unterstaatssekretär  und  Direktoren)
mit  einem  jährlichen  Gehalt  von  12  500  Pesetas.
(—  fts.)  2.  Verwaltungschef  1.  Klasse,  Sektionschef,  mit
10  000  Pesetas.  3.  bis  5.  Verwaltungschef  2.,  3.,
4.  Klasse  mit  8750,  bezw.  7500,  bezw.  6500  Pesetas.
6.  bis  8.  Bureauchef  1.  Klasse  mit  6000  Pesetas,
2.  Klasse  mit  5000  Pesetas,  3.  Klasse  mit  4000  Pesetas.
  9.  bis  13.  Verwaltungsbeamten  1.  Klasse
mit  3500  Pesetas,  2.  Klasse  mit  3000  Pesetas,
3.  Klasse  mit  2500  Pesetas,  4.  Klasse  mit  2000  Pesetas,
  5.  Klasse  mit  1500  Pesetas.  Die  Zahlen
stellen  die  Gehälter  im  Inlande  dar;  in  Cuba,  Puerto-Rico
  und  in  den  Philippinen  ist  der  Sold  2½  mal
so  groß;  die  einzelnen  Kategorien  bleiben  dieselben.
Die  Vakanzen  im  Sekretariat  und  in  den  Büreaus
müssen  zu  mindestens  einem  Viertel  mit  Beamten
besetzt  werden,  die  längere  Zeit  in  den  Kolonien
Lewirkt  haben.

Aus  der  hauptsächlich  interessirenden  zweiten  Verordnung
  vom  13.  Oklober  1890  mögen  folgende
Bestimmungen  hier  Erwähnung  finden:

Bezüglich  des  Eintritts  in  die  Kolonialbeamtenkarriere
  bestimmt  Art.  10,  daß  man  mit  der  untersten
Klasse  (5.)  der  einzelnen  Beamtenkategorlen  angefangen
  haben  muß.  Ausnahmsweise  jedoch  wird
denjenigen  Personen,  die  einen  Titel  einer  akademischen
Fakultät  oder  ein  Diplom  der  höheren  Wissenschaften
besitzen,  der  Eintritt  gleich  in  die  2.  Klasse  der  Verwaltungsbeamten
  gewährt.  Um  in  eine  höhere  Charge
aufzurücken,  muß  man  2  Jahre  mindestens  in  der
nächst  niedrigeren  Klasse  und  außerdem  eine  Reihe
von  Jahren  im  Staatsdienste  gewesen  sein;  diese
Gesammtdienstzeit  ist  nach  der  Höhe  der  Charge  verschieden
  bemessen;  sie  beträgt,  um  Chef  der  Verwaltung
  zu  werden,  10  Jahre;  Chef  des  Büreaus
8  Jahre,  Verwaltungsbeamter  1.  Klasse  5  Jahre,
2.  Klasse  4  Jahre,  3.  Klasse  3  Jahre,  4.  Klasse
2  Jahre.  Die  Ernennung  zum  obersten  Verwaltungschef
  setzt  voraus:  Wahl  zum  Senator  oder  Deputirten
  der  Cortes  in  zwei  allgemeinen  Wahlen  und
zehnjährige  Dienstzeit  in  der  Civilverwaltung.  Letztere
Bedingung  fällt  für  denjenigen  fort,  der  bereits  ein
Gehalt  von  mindestens  8750  Pesetas  bezogen  hat.
Die  Ernennung  zum  Provinzialgouverneur  auf  Cuba
oder  den  Philippinen  hat  zur  Voraussetzung  eine
mehr  als  fünfzehnjährige  Dienstzeit  oder  die  Bekleidung
  gewisser  höherer  Stellungen  im  Civil=  oder
Militärdienst  oder  die  Eigenschaft  als  Abgeordneter
während  bestimmter  Zeit.  Dabel  ist  jedoch  auch
vorgesehen,  daß  in  politischen  Ausnahmezuständen

as  Gouvernement  einer  Persönlichkeit  von  anerkannter
  Fähigkeit  und  Patriotismus  übertragen  werden
kann,  wenn  der  versammelte  Ministerrath  diesen
Beschluß  gebilligt  hat.  Spanier,  welche  auf  den
Inseln  von  Cuba,  Puerto-Rico  und  in  dem  Archipel
der  Philippinen  angestellt  sind,  und  welche  gewisse
Stellungen  im  Kommunaldienst  oder  in  konsultativen

331

 

Körperschaften  bekleidet  haben,  können  erste  Verwaltungschefs
  werden,  wenn  sie  8  Jahre  vor  ihrer
Ernennung  fortgesetzt  in  diesem  Territorium  gewohnt
und  4  Jahre  irgend  eine  der  vorgedachten  Stellen
ausgefüllt  haben.  Die  Verwaltungsbeamten  der  3.
und  4.  Klasse  müssen  mindestens  21  Jahre,  Baccalaurei
  sein,  auf  den  Staatsuniversitäten  Politik,  Verwaltungs-,
  Staats=  und  Finanzwissenschaft  gehört  und
ein  besonderes  Attest  über  den  erfolgreichen  Besuch
dieser  Vorlesungen  erhalten,  auch  an  der  Centraluniversität
  die  vom  Kolonialministerium  subventionirten
Vorlesungen  über  Kolonisation  mit  gutem  Erfolg  geört
  haben.  Die  Ernennung  der  Beamten  der
5.  Klasse  ist  dem  Gouverneur  jeder  Kolonie  überlassen,
  der  behufs  Herbeiführung  der  Königlichen
Bestätigung  dem  Ministerium  nähere  Mittheilung
macht.  Diesen  Angaben  müssen  besondere  Zeugnisse
über  die  Qualifikation  des  Einzelnen  beigefügt  sein,
zu  welcher  besonders  gehört:  2  Jahre  amtliche
Thätigkeit  in  dem  betreffenden  Kolonialgebiete  unmittelbar
  vor  der  Ernennung,  Vollendung  des  18.  Lebensjahres,
  gute  Zeugnisse  über  die  frühere  Thätigkeit
in  der  Provinzial=  oder  Centralverwaltung,  Thätigkeit
  in  der  Stellung  eines  Supernumerarius  oder
Expedienten  mit  einem  4  Jahre  andauernden  näher
bestimmten  Mindestgehalt  oder  Besitze  des  Titels
eines  Baccalaureus  oder  eines  sonstigen  professionellen
Diploms.  Der  Kolonialminister  kann  die  Bestätigung
der  Ernennung  versagen.

Anspruch  auf  Urlaub  nach  Europa  wird  nur
gewährt  nach  ununterbrochener  Thätigkeit  in  einem
der  genannten  Gebiete  während  eines  Zeitraums  von
3  Jahren.  Der  Urlaub  beträgt  6  Monate  für  die
Beamten  der  Philippinen  und  afrikanischen  Besitzungen,
4  Monate  für  die  Beamten  der  Insel  Cuba  und
Puerto-Rico.  Beamte,  die  6  Jahre  hintereinander
in  den  Kolonien  waren,  bekommen  6  bis  9  Monate,
solche,  die  10  Jahre  ununterbrochen  sich  dort  befanden,
  8  bis  12  Monate  Urlaub,  wobei  die  Reisezeit
  in  der  Regel  nicht  eingerechnet  wird.  In  jedem
Falle  schwerer  und  das  Leben  gefährdender  Erkrankung
  ist  der  Gouverneur  ermächtigt,  Urlaub  nach
Europa  zu  ertheilen.  Dieser  Urlaub  beträgt  gewöhnlich
  die  Hälfte  der  obenerwähnten  Zeit  von  6  bezw.
4  Monaten.  Beurlaubungen  nach  irgend  einem
außerhalb  der  Kolonie  gelegenen  Theile  Asiens  oder
Amerikas  können  von  dem  Gouverneur  mit  der
Höchstdauer  von  45  Tagen  und  mit  einer  Verlängerung
  um  noch  22  Tage  im  Falle  von  Erkrankung
  mit  Belassung  des  vollen  Gehalts  gewährt
werden.  Derartige  Beurlaubungen  zur  Betreibung
persönlicher  Angelegenheiten  dürfen  niemals  über
45  Tage  dauern  und  geben  keinen  Anspruch  auf
Gehalt.  Urlaub  in  das  Innere  der  Insel,  wo  der
Beamte  stationirt  ist,  kann  durch  die  höheren  Vorgesetzten
  bewilligt  werden,  jedoch  nur  einmal  innerhalb
  dreier  Jahre.  Anspruch  auf  Gehalt  gewährt
ein  solcher  Urlaub  nur,  wenn  er  aus  Gesundheitsrücksichten
  ertheilt  wird,  und  auch  dann  nur  während
        <pb n="436" />
        eines  Monats  bezw.  weiterer  14  Tage  mit  halbem
Gehalt.  Niemals  darf  mehr  als  ein  Fünftel  des
Personals  gleichzeitig  einen  solchen  Urlaub  erhalten.
—  Reisekosten  werden  bei  Urlaubsreisen  in  keinem
Falle  gewährt.  Wird  ein  Kolonialbeamter  mit  einer
Mission  ins  Innere  betraut,  so  erhält  er  außer
seinem  Gehalt  und  sonstigen  Bezügen  noch  die  Hälfte
des  Gesammtgehaltes  mehr;  doch  darf  die  Dauer
einer  solchen  Reise  nicht  8  Monate  üÜbersteigen.
Außerdem  erhält  er  die  Kosten  der  Hin=  und  Rückreise
  ersetzt.

Dienstliche  Sendungen  nach  Spanien  sollen  nur
in  dringlichen  Fällen  erfolgen;  auch  dürfen  Kolonialbeamte
  nicht  der  Centralstelle  oder  einer  anderen
Verwaltung  in  der  Heimath  aggregirt  werden.  —
Stellvertreter  von  beurlaubten  oder  sonst  verhinderten
Beamten  erhalten  die  Funktionszulage  bezw.  die
Repräsentationsgelder  des  Vertretenen.

Was  die  Rangordnung  der  einzelnen  Beamtenkategorien
  anlangt,  so  ist  bestimmt,  daß  die  Anzahl
  der  Dienstjahre  und  in  deren  Ermangelung  das
Lebensalter  entscheidet.  Ranglisten  sollen  vom
30.  Juni  1892  ab  im  Juli  jedes  Jahres  ausgegeben
  werden,  welche  den  Zustand  der  Rangverhältnisse
  vom  jedesmaligen  30.  Juni  darstellen.  Bei
Beförderungen  ist  folgender  Turnus  innezuhalten:
Bei  der  ersten  Vakanz  hat  der  Dienstälteste  der  nächst
niederen  Klasse  Anspruch  auf  Beförderung;  bei  der
zweiten  die  inaktiven  Beamten  der  gleichen  oder
nächst  niedrigeren  Klasse,  falls  solche  vorhanden;  bei
der  dritten  kann  ein  aktiver  Beamter  der  nächst
niedrigeren  Klasse  gewählt  werden,  der  gewisse  Bedingungen
  erfüllt;  bei  der  vierten  ein  inaktiver  Beamter
  der  gleichen  oder  nächst  niedrigeren  Klasse;
für  die  Besetzung  der  fünften  Vakanz  bestehen  besondere
  Bestimmungen  über  die  Auswahl  der  zu  ernennenden
  Persönlichkeit.  Die  Versetzung  und  Zurdispositionsstellung
  wird  von  derselben  Stelle  verfügt
wie  die  Ernennung,  doch  kann  der  Minister  der  überseeischen
  Angelegenheiten  die  Zurdispositionsstellung
der  Beamten  5.  Klasse  ohne  Weiteres  verfügen,  womit
dieselben  sodann  mit  den  anderen  zur  Disposition
stehenden  Beamten  rangiren.  Wenn  diese  Inaktivirung
  auf  einer  groben  Vernachlässigung  der  amtlichen
  Pflichten  des  Beamten  beruht,  so  wird  er
event.  degradirt  auf  Grund  eines  Urtheils  einer
Jury  und  der  für  diese  in  dieser  Verordnung  festgesetzten
  Bestimmungen.  -

Zu  der  Familie  des  Kolonialbeamten,  welche  auf
Staatskosten  mit  ihm  die  Ueberreise  nach  den  Kolonien
  antritt,  gehören  außer  der  Ehefrau  und  den
Kindern  die  verwittwete  Mutter,  wenn  sie  von  dem
Sohne  unterhalten  wird.  Dabei  zahlt  der  Staat  an
die  konzessionirte  Dampferlinie  für  jedes  Kind  25  pCt.
des  Platzpreises  der  Kategorie,  der  der  Beamte  angehört,
  für  die  Frau  und  die  Mutter  50  pCt.  Kinder
unter  5  Jahren  haben  hierbei  freie  Fahrt.  Für
Kinder  zwischen  5  und  10  Jahren  bezahlt  der  Beamte
  aus  seiner  Tasche  noch  25  pCt.  des  vollen

332

 

Fahrpreises  und  für  Kinder  über  10  Jahren  75  pCt.
desselben,  so  daß  also  mit  Einrechnung  des  staatlichen
Zuschusses  für  Kinder  unter  10  Jahren  der  halbe,
für  Kinder  über  10  Jahre  der  volle  Fahrpreis
gezahlt  wird.  Für  die  Ehefrau  und  die  Mutter
zahlt  der  Beamte  aus  seiner  Tasche  50  pCt.  Diese
Vergütungen  des  Staates  erhalten  die  Beamten  jedoch
  nur  bei  Benutzung  der  staatlich  konzessionirten
Postpacketfahrtlinie.  Für  die  Abreise  nach  dem  Bestimmungsort
  wird  den  Beamten,  die  nach  Cuba
oder  Puerto-Rico  geschickt  werden,  eine  Frist  von
45  Tagen,  denen,  die  nach  den  Philippinen  und
nach  dem  Golf  von  Guinea  gehen,  eine  solche  von
60  Tagen  gewährt.  Diese  Fristen  laufen  von  der
betreffenden  Ernennung  an.

Bezüglich  der  Vergehen  der  Kolonialbeamten  und
der  Disziplinarbestrafungen  bestimmt  Art.  81,  daß
Vergehen  gegen  die  Disziplin  mit  Einbehaltung
des  Gehalts  für  einen  halben  Monat  bestraft  werden.
Fünf  disziplinare  Vergehen  können  eine  Zurückberufung
  des  Beamten  zur  Folge  haben.  Schwere
Dienstvergehen  können  mit  einer  Kürzung  des  Gehalts
  von  1  bis  3  Monaten,  selbst  mit  Dienstentlassung
  bestraft  werden.  Drei  solche  Gehaltskürzungen
für  schwere  Vergehen  haben  immer  ohne  Weiteres
die  Dienstentlassung  zur  Folge.  In  gewissen  Fällen
tritt  zur  Aburtheilung  über  Dienstvergehen  auch  eine
Jury  zusammen,  welche  gebildet  wird  aus  dem
höheren  Dienstvorgesetzten,  zwei  Chefs  des  Büreaus,
wo  der  Betreffende  arbeitet,  und  zwei  Angestellten
der  im  Verhältniß  zu  der  Klasse  des  Angeklagten
nächsthöheren  Beamtenklasse.  Diese  Jury  tritt  stets
zusammen  bei  öffentlichen,  gegen  den  Beamten  erhobenen
  Denunziationen,  wenn  die  Chefs  der  Beamten
dies  beantragen,  und  in  einigen  anderen  Fällen.
Das  Verfahren  ist  ein  mündliches  und  die  Entscheidung
  wird  durch  die  Mehrzahl  weißer  oder
schwarzer  Kugeln  bestimmt.  Ergeben  die  Untersuchungen,
  daß  es  sich  um  ein  kriminelles  Delikt
handelt,  werden  die  Akten  sofort  den  ordentlichen
Gerichten  unterbreitet.  Die  Entscheidungen  der  Jury
werden  immer  dem  Ministerium  für  überseeische
Angelegenheiten  vorgelegt;  hält  diesesdie  Entscheidung
nicht  für  genügend  streng,  so  kann  es  selbst  die
sofortige  Dienstentlassung  verfügen.  Zwei  Arten
Belohnungen  für  Beamte  werden  in  dieser  Verordnung
  bestimmt:  1.  eine  prozentuale  Belohnung
für  den  Beamten,  durch  den  die  Entdeckung  einer
Entwendung  und  Unterschlagung  erfolgte,  wenn
diese  zum  Ersatz  der  Summe  führte.  2.  Für  außergewöhnliche
  Dienste  haben  die  Beamten  Anrecht  auf
ehrenvolle  Erwähnungen,  Dekorationen,  Ehrenbezeigung,
  die  nur  der  sonst  übergeordneten  Kategorie
von  Beamten  zustehen,  auch  pekuniäre  Gratifitionen,
zeitliche  und  lebenslängliche,  die  jedoch  den  zehnten
Theil  ihres  persönlichen  Diensteinkommens  nicht  übersteigen
  dürfen.  Als  erste  Pflicht  der  Beamten  wird
verlangt  elne  tadellose  Haltung  in  ihrem  Verhalten
  gegenüber  Publikum,  ihren  Kollegen  und  in
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        ihren  dienstlichen  und  außerdienstlichen  Beziehungen
zu  ihren  Vorgesetzten.  Sie  sollen  sich  zu  den  reglementmäßigen
  Stunden  in  ihre  Büreaus  begeben  und
sie  ohne  Erlaubniß  der  Büreauchefs  nicht  verlassen.

II.  Frankreick.

Es  folgen  die  Bestimmungen  für  die  französischen
Kolonialbeamten.  Dieselben  beziehen  sich  auf  das
Verwaltungspersonal  im  engeren  Sinne  mit  Ausschluß
  der  technischen  Dienstzweige  (Richter,  Aerzte,
Ingenieure  2c.).

Kolonialschule.
(Dekret  vom  23.  November  1889  und  2.  April  1896.)7)

Die  bereits  seit  dem  Jahre  1885  bestehende,  ursprünglich
  zur  Ausbildung  der  aus  den  Kolonien
entsandten  Eingeborenen  dienende  Kolonialschule)
ist  gegenwärtig  dazu  bestimmt,  die  künftigen  Kolonialbeamten
  heranzuziehen  und  gleichzeitig  den  nach  den
Kolonien  gehenden  Kaufleuten  und  Landwirthen  Gelegenheit
  zu  ihrer  Ausbildung  zu  geben.  Sie  steht
unter  dem  Kolonialminister,  wird  von  einem  Verwaltungsrath
  geleitet  und  zerfällt  in:

a)  4  Verwaltungssektionen:

G.  Kommissariat,

6.  Indo-China,

7.  Afrika,

G.  Strafrechtspflege.

b)  eine  Handelssektion,

I0)  eine  Vorbereitungssektion,

)  eine  Eingeborenensektion.

Um  die  Schule  möglichst  Vielen  zugänglich  zu
machen,  hat  man  die  zuletzt  3  Jahre  betragende
Studiendauer  neuerdings  auf  2  Jahre,  und  für  Mitglieder
  der  Handelssektion  auf  1  Jahr  herabgesetzt.
Die  Zulassung  ist  von  einer  Aufnahmeprüfung  abhängig
  gemacht.  Die  letztere  umfaßt:

a)  eine  schriftliche  Arbeit  über

a.  die  Volkswirthschaft,
6.  die  Geschichte  der  französischen  und
fremden  Kolonisation.

b)  ein  mündliches  Examen  über  die

a.  Geographie,
6.  Topographie,
y.  die  englische  und  deutsche  oder  spanische
Sprache.  .

Jeder  Kandidat  muß  hierbei  zwecks  Zulassung
zur  Schule  mindestens  145  Punkte  nach  näherer
Maßgabe  des  Erlasses  vom  21.  Juli  1896  (S.  115)
aufweisen.  Nach  dem  Ergebniß  der  jährlich  wiederkehrenden
  Prüfungen,  welche  auch  zur  Ausscheidung
ungeeigneter  Elemente  führen  können,  richtet  sich  die
Rangordnung  der  Schüler.  "

Der  Lehrplan  umfaßt  allgemeine  und  Spezialirse.
  Zu  ben  ersteren,  welche  für  die  Schüler  aller
Sektionen  obligatorisch  sind,  gehören:

 

Das  Dekret  vom  2.  April  1896  ist  im  Kolonialblatt
  1896  S.  259  ff.  in  Uebersetzung  wiedergegeben.

333

 

a)  das  Civilrecht,

b)  das  koloniale  Verwaltungsrecht,

JPC)  allgemeine  und  finanzielle  Lage  der  französischen
  Kolonien,

d4)  Studium  der  fremden  Kolonialsysteme,

e)  allgemeine  Organisation  der  Kolonien,

f)  Hygiene,

g)  Produkte,

h)  praktische  Uebungen,

i)  die  lebenden  Sprachen,

k)  körperliche  und  militärische  Uebungen.

In  den  Spezialkursen  werden  besonders  die  erforderlichen
  Landessprachen  sowie  Geographie  und
Geschichte  gelehrt.

Die  Kurse  können  auch  von  „freien  Schülern“
besucht  werden,  welche  das  übliche  Schulgeld  zu  entrichten
  haben  und  an  den  Prüfungen  theilnehmen
können.  Das  Schulgeld  beträgt  150  Frcs.,  dazu
kommen  noch  152  Frcs.  für  den  Reit=  und  Fechtunterricht,
  welche  gleichfalls  meist  obligatorisch  sind.

Es  ist  in  Aussicht  genommen,  drei  Viertel  der
sämmtlichen  Vakanzen  den  Kolonialschülern  vorzubehalten,
  während  der  Rest  bewährten  Subalternbeamten
  reservirt  bleiben  soll.

Central  verwaltung  der  Kolonien.
(Dekret  vom  23.  Mai  1896.)

An  Stelle  der  früher  hauptsächlich  maßgebenden
sachlichen  Eintheilung  der  Geschäfte  hat  sich  eine
solche  auf  vorwiegend  geographischer  Grundlage  als
wünschenswerth  erwiesen.  Demgemäß  zerfällt  die
Centralverwaltung  gegenwärtig  außer  dem  Generalsekretariat,
  von  welchem  die  Personalangelegenheiten,
einschließlich  der  militärischen,  Kultus,  Unterricht,
Archive,  Bank  und  Kreditwesen  sowie  die  Statistik
ressortiren,  in  drei  Direktionen,  deren  erste  die  afrikanischen
  Kolonien  mit  Ausschluß  von  Réunion  bearbeitet,
  während  die  Angelegenheiten  der  amerikanischen
und  ozeanischen  Kolonien,  von  Réunion,  Indien  und
Indo-China  von  der  zweiten  bearbeitet  werden.  Zu
dem  Geschäftsbereich  der  dritten  Direktion  gehören
die  Ausstellung  der  Budgets,  das  Rechnungswesen,
das  gesammte  Verpflegungswesen  einschließlich  der
Regelung  der  Gehälter  und  Pensionen  und  das  Deportationswesen.
  Jede  dieser  einzelnen  Abtheilungen
zerfällt  wiederum  in  mehrere  Büreaus.  An  Beamten
sind  vorhanden:

der  Generalsekretär,  welcher  gleichzeitig  eine  der
Direktionen  leitet,  und  die  Direktoren,
Unterdirektoren,
Büreauchefs  (3  Klassen),
Unterbüreauchefs  (3  Klassen),
rédacteurs  principaux  (2  Klassen),
rédacteurs  (5  Klassen  und  Stagiaires),
i  pediti  i  r  i  i  (2  Klassen),
Ccommis  expéditionnaires  (5  Klassen  und
Stagiaires).
        <pb n="438" />
        Ein  aus  dem  Generalsekretär,  den  Direktoren
und  dem  Kabinetschef  bestehender  Rath  bildet  die
Disziplinarbehörde  für  die  Beamten  der  Centralverwaltung;
  seiner  Zuständigkeit  ist  nur  die  Entscheidung
  über  die  Amtsentsetzung  des  Generalsekretärs,
  der  Direktoren  und  Unterdirektoren  entzogen,
welche  allein  dem  Präsidenten  der  Republik  zusteht.
Ueber  die  Rekrutirung  und  das  Avancement  innerhalb
  der  einzelnen  Beamtenklassen  sind  in  dem  Dekret
vom  23.  Mai  1896  ausführliche  Vorschriften  gegeben.
  Dabei  ist  Vorsorge  getroffen,  daß  unter  den
Beamten  der  Centralverwaltung  eine  größere  Zahl
von  solchen  sich  befindet,  welche  in  den  Kolonien
thätig  gewesen  sind.  Auch  können  die  Beamten  der
Centralverwaltung  auf  ihren  Antrag  zu  Dienstleistungen
  in  den  Kolonien  herangezogen  werden.
In  diesem  Falle  bleiben  ihnen  die  Rechte  auf  ihr
heimisches  Avancement  vorbehalten,  und  werden  sie
nach  ihrer  Rückkehr  bei  eintretender  Vakanz  zuerst
berücksichtigt.

Die  kolonialen  Verwaltungsbeamten.

Die  Bestimmungen  über  ihre  Gebührnisse  rc.  sind
hauptsächlich  in  dem  Dekret  vom  28.  Januar  1890,
einem  umfassenden  Verpflegungsreglement,  enthalten.
Die  weiteren  in  Betracht  kommenden  Dekrete  sind
nachstehend  besonders  bezeichnet.

An  leitenden  Beamten  der  verschiedenen  Kolonien
sind  nach  den  dem  Verpflegungsreglement  beigegebenen
Tabellen  folgende  vorhanden:

 

334  —

bezw.  9000  Fres.  beziehen.  Vom  Personal  der
Direktionen  des  Innern  sind  zu  erwähnen  die  Generalsekretäre
  mit  10  000  Frcs.  Büreauchefs  1.  und
2.  Klasse  mit  8000  bezw.  7000  Frcs.,  Unterbüreauchefs
  1.  und  2.  Klasse  mit  6000  bezw.  5000  Fres.,
commis  principaux  mit  4000  Frcs.,  commis  1.
und  2.  Klasse  mit  3500  bezw.  3000  Frcs.  und
Ecrivains  mit  2500  bezw.  2000  Fres.  Die  angeführten
  Summen  stellen  das  koloniale  Gehalt  dar;
das  europäische  Gehalt  beträgt  die  Hälfte,  wozu  für
Paris  noch  eine  Residenzzulage  tritt.

Nach  dem  Dekret  vom  4.  Juli  1896  giebt  es
ferner  folgende  Klassen  von  „Administratoren“:

Administrateurs  en  chef  (zwei  Klassen  mit
einem  Gehalt  von  15  000  bis  17  000  Fros.),

Administrateurs  (drei  Klassen  mit  einem  Gehalt
von  9000  bis  14  000  Frcs.),

Administrateurs  adjoints  (drei  Klassen  mit
einem  Gehalt  von  5000  bis  9000  Frcs.),

Administrateurs  stagiaires  mit  4000  bis
4500  Frocs.

Jeder  dieser  Beamten  muß  mindestens  ein  Jahr
als  administrateur  stagiaire  beschäftigt  gewesen
sein.  Die  Letzteren,  welche  das  30.  Lebensjahr  nicht
überschritten  haben  dürfen,  rekrutiren  sich  gegenwärrig
zu  einem  Sechstel  aus  den  Kolonialschülern,  zu  drei
Sechsteln  aus  den  älteren  Stationchefs  2c.  und  zu
zwei  Sechsteln  aus  solchen  Personen,  welche  eine
näher  bestimmte  Vorbildung  nachweisen  können  (in

 

 

 

   
 
   
     

 

 

Clsssedesraite.Traite-  Frais  de  Frais  de  Supplé-Colonies
  Assimi-  ment  ment  réprésen-  Gemier!  zede,
.  .  .  .  abli  ene
lations  d’Europe  eolonial  tation  —

général  de  l'Indo-Chine  1e  30000  000060  O0O00  15000  .
..  15  000  000  20000  12000  1515.60

.....  15000  300002000  12000  15616.
....··..  .·.  15  000  000  20000  12000  1515.60
général  du  Gabon-Congo  "  15000  30000  1500  12001516.60
.............  2e  12000  25000  15000  0001
frangais  de  I’Inde  |  12000  25000|15000  000  1560
·.....  ..  36  12000|  25000  15000  000  5
Calédonie  "  10  000  20000  10000  000  1515.60
.....  10000  20000  10000  000  1515.60
......  .........  10  000  000  000  1515.60
de  Cochinchine  "6  15000  3000010000  000  515.60
en  Anna  1  15  000  000  10  000  000  1516.  60
au  Tonkin  9|  15  000  000  10  9000  000  15615.60
au  Cambocsdhe  „  15000  30  000  10  000  n000  1515.60
du  Gabon-Congo  #  10000  000  6000  1515·60
......  4%  7500  5000  3000  1213.20
............  7600  15000  5000  3000  1213.20
.....  .....·..  7500  15000  5000  3000  1213.20

des  rivieres  du  Sud  du

..........  10  000  20000  5000  6000  1213.60

 

 

Es  sind  ferner  anzuführen  die  directeurs  de
DIntcrieur,  welche  ein  koloniales  Gehalt  von
18  000  Frcs.  (Martinique,  Guadeloupe,  Réunion,
Sencgal)  bezw.  16  000  Fres.  (Inde,  Guyane,  Nouvelle-Calédonie),
  bezw.  12  000  Frcs.  (Tahiti,  Gabon),

 

 

 

 

 

 

letzterem  Falle  ist  die  Ablegung  einer  besonderen
Prüfung  nothwendig).  Im  Uebrigen  ergänzt  sich
jede  der  aufgeführten  Kategorien  im  Wesentlichen  aus
der  ihr  nachfolgenden  Klasse.  Die  Rangordnung
innerhalb  der  einzelnen  Klassen  bestimmt  sich  lediglich
        <pb n="439" />
        nach  dem  Tage  der  Ernennung  und  ist  unabhängig
von  der  Besoldung.

Zu  erwähnen  sind  ferner  die  „Trésoriers  payers“
mit  3600  bis  6000  Frcs.  (ie  nach  der  Kolonie)  und
für  den  französischen  Kongo  und  Gabon  folgende
Beamtenklassen:

Stationschef  1.  Klasse  mit  einem  Gehalt  von  5000  Frcs.,
-  22.  -  -3500  -

Postchefs  1.  -  -3000
-  2.  *  2500  =
Secrétaires
Particuliers  7000
Forschungsreisende  4-8000  --Agents
  de  culture  3600
Mécaniciens  --  -  -3-6000-Handwerker
  -  -1-3000-Für

  Madagaskar  kommen  in  Betracht  (Dekrete
vom  28.  und  29.  Dezember  1895):
ein  Generalsekretär  mit  einem  Gehalt  von  30000  Frcs.,
Residenten  1.  bis  3.  Klasse  mit  einem

Gehalt  00n.  12—19000

Vizeresidenten  1.  und  2.  Klasse  mit  einem
Gehalt  von.  8000  und  10000
Kanzler  mit  einem  Gehalt  von  5000  und  7000  =

Oberster  Beamter  ist  der  Generalresident.

Das  Gehalt  wird  monatlich  gezahlt.  Jeder
Beamte  hat  ein  Soldbuch  zu  führen,  in  welches  die
Personalien,  die  Beurlaubungen,  die  gezahlten  Beträge
  rc.  eingetragen  werden.

Es  werden  unterschieden:

1.  la  solde  d’'activité,
de  non-activité,
3.  „  „  de  rcforme.

Die  erstgenannte  Besoldung  (solde  d’activite)
begreift:

a)  la  solde  de  présence  (solde  de  présence
en  Europe,  solde  de  traverséee,  solde
coloniale),

b)  la  solde  de  permission,

**-  “**

r-  d’höpital,

e)  „  „  de  cctention,
„  „  „  captivité.

Zu  a:  Das  europäische  Gehalt  beträgt  die  Hälfte
des  kolonialen.  Für  die  Ueberfahrt  wird  das  erstere
ohne  Nebeneinnahmen  gezahlt.

Zu  b:  Hierunter  fallen  die  Beurlaubungen  von
nicht  über  30  Tagen.  Innerhalb  dieser  Frist  wird
das  volle  Gehalt,  nur  ohne  Funktionszulage  und  Repräsentationsgelder,
  welter  verabfolgt.  Ist  innerhalb
eines  Jahres  mehrfach  ein  solcher  Urlaub  ertheilt,  so
findet  eine  Zusammenrechnung  statt.  Derartige  Beurlaubungen
  können  auch  für  die  Ueberfahrt  erfolgen.
In  diesem  Falle  ist  eine  Ausdehnung  bis  zu  45  Tagen
und  Zahlung  des  europäischen  Gehalts  ohne  Nebeneinnahmen
  zulässig.

Zu  c:  Mit  der  letztgedachten  Ausnahme  versteht

335

 

man  unter  „congé“  einen  jeden  Urlaub,  der  sich

über  30  Tage  erstreckt.
ertheilt:

a)  Für  persönliche  Angelegenheiten:  in  den  Kolonien
  bis  zu  drei  Monaten  mit  der  Hälfte  des
europäischen  Gehalts;  nur  Gouverneure  und  Bischöfe
beziehen  während  eines  solchen  Urlaubes  das  volle
europäische  Gehalt.

6)  Als  Verwaltungsurlaub,  welcher  in  Senegal,
Guyane,  den  Niederlassungen  an  der  Westküste  Afrikas,
Gabon,  Kongo,  Obok,  Mayotte,  Disgo  Suarez  und
Indo-China  nach  einem  ununterbrochenen  Aufenthalte
von  drei  Jahren,  in  den  übrigen  Kolonien  nach
einem  solchen  von  fünf  Jahren  gewährt  wird.  Derselbe
  beträgt  sechs  Monate  und  berechtigt  zu  dem
vollen  europäischen  Gehalt.  Eine  Verlängerung  ist
bis  zu  einem  Jahr  mit  der  Hälfte  des  europäischen
Gehalts  zulässig.  Nach  Ablauf  des  Jahres  stehen
keine  weiteren  Gehaltsansprüche  zu.

7)  Zur  Ableistung  der  erforderlichen  Examina;
in  diesem  Falle  wird  in  der  Regel  bis  zur  Dauer
von  sechs  Monaten  das  volle  europäische  Gehalt
gewährt.

)  Zur  Erholung:

Beamten  der  Centralverwaltung  steht  ein  solcher
im  Krankheitsfall  bis  zu  drei  Monaten  mit  vollem,
darüber  hinaus  mit  halbem  Gehalt  zu.  Die  übrigen
Beamten  beziehen  während  desselben  im  Allgemeinen
nur  die  Hälfte  ihres  Gehalts.  Indessen  wird  nach
mindestens  einjährigem  Aufenthalt  in  den  Kolonien
bis  zu  drei  Monaten,  unter  Umständen  auch  nach
kürzerem  als  einjährigem  Aufenthalt  in  der  Kolonie
bis  zu  zwei  Monaten  das  volle  Gehalt  gezahlt.
Ferner  wird  nach  Erkrankung  an  einer  epidemischen
oder  endemischen  Krankheit  oder  nach  einem  Aufenthalt
von  mindestens  drei  Monaten  in  den  näher  bezeichneten,
  besonders  ungesunden  Kolonien  bis  zu  sechs
Monaten  das  volle  europäische  Gehalt  gewährt.
Verlängerungen  über  diese  Grenze  berechtigen  nur
zur  Hälfte  des  europäischen  Gehalts.

Nach  Ablauf  eines  Urlaubs  von  einem  Jahre
werden  die  Kolonialoffiziere  zur  Disposition  gestellt,
falls  nicht  ein  erneutes  ärztliches  Attest  sie  nach
sechs  Monaten  (halbes  europäisches  Gehalt)  diensttauglich
  erscheinen  läßt.  In  gleicher  Weise  werden
auch  die  Civilbeamten  nach  Ablauf  eines  Jahres
untersucht,  ob  ihre  Krankheit  unheilbar  oder  binnen
sechs  Monaten  heilbar  ist.  Hat  der  Beurlaubte  im
ersteren  Falle  in  Anbetracht  der  Natur  der  Krankheit
  keinen  Pensionsanspruch,  so  erhält  er  ebenso
wie  im  zweiten  Falle  einen  weiteren  sechsmonatlichen
Urlaub  mit  halbem  europäischen  Gehalt.  Eine
darüber  hinausgehende  Beurlaubung  berechtigt  nicht
zu  weiteren  Gehaltsbezügen.

64)  Zur  Aufsuchung  von  Bädern  in  der  Regel
bis  zu  drei  Monaten  mit  europäischem  Gehalt.

5)  Offizieren  und  Beamten,  um  kommerzielle  und
industrielle  Unternehmungen  von  kolonialem  Interesse
mit  ihrer  Erfahrung  zu  unterstützen.

Ein  solcher  Urlaub  wird
        <pb n="440" />
        V)  Für  nicht  etatsmäßig  angestellte  Beamte  anderer
Ressorts:  dieselben  können  bei  ihrer  Rückübernahme
bis  zu  sechs  Monaten  mit  vollem  Gehalt  und  für
weitere  sechs  Monate  mit  halbem  Gehalt  beurlaubt
werden.  Verlassen  diese  Beamten  den  Dienst  in
den  Kolonien  auf  ihr  Gesuch,  so  sind  sie  nur  zu
halbem  Gehalt  urlaubsberechtigt.  Werden  sie  auf
dem  Disziplinarwege  aus  dem  Kolonialdienst  entfernt,
  so  steht  ihnen  ein  Urlaub  überhaupt  nicht  zu.
Der  Urlaubsbesoldung  wird  stets  das  europäische
Gehalt  zu  Grunde  gelegt.

Zu  d:  Während  des  Aufenthalts  im  Lazareth
erleiden  die  Beamten  einen  täglichen  Abzug  ihres  Gehalts
  nach  Maßgabe  einer  besonderen  Taxe.

u  e:  Während  einer  Untersuchung  wird  im
Allgemeinen  die  Hälfte  des  europäischen  Gehalts
gezahlt;  im  Fall  der  Freisprechung  erfolgt  Nachzahlung
  des  einbehaltenen  Gehalts.

Zu  f:  Betrifft  die  Regelung  der  Bezüge  während
einer  Kriegsgefangenschaft.

Zu  2  und  3:  Hinsichtlich  dieser  Bezüge  nimmt
das  Reglement  auf  die  nicht  abgedruckten  Gesetze
vom  19.  Mai  1834  und  17.  August  1879  Bezug.

Einnahmen  neben  dem  Gehalt.

Die  neben  dem  Gehalt  gewährten  Repräsentationszulagen
  für  Gouverneure  2c.  sind  aus  der  bereits
abgedruckten  Tabelle  ersichtlich.  Sie  werden  gewährt
während  der  Anwesenheit  des  Betreffenden  auf  seinem

Posten,  und  zwar  auch,  wenn  er  auf  Dienstreisen

innerhalb  seines  Amtsbezirks  begriffen  ist.  In  soustigen
Abwesenheitsfällen  erhält  der  Titular  nur  ein  Viertel
der  Repräsentationszulage,  sein  Vertreter  die  Hälfte
derselben.
Es  werden  noch  verschiedene  andere  Gebührnisse
neben  dem  Gehalt  erwähnt,  wie  Büreaukosten=  und
Mankoentschädigungen,  Schadenersatz  für  verlorene
Effekten  2c.,  auf  die  näher  einzugehen  hier  leider
verzichtet  werden  muß,  zumal  die  fraglichen  Bestimmungen
  nicht  vollständig  wiedergegeben  sind.
Genaue  Bestimmungen  sind  hinsichtlich  der  zulässigen
  Vorschüsse  auf  das  Gehalt  mit  der  Maßhabe
  getroffen,  daß  für  etwa  ungedeckt  gebliebene
derartige  Vorschüsse  der  Nachlaß  oder  die  Erben
nicht  haften.  .
Abzüge  vom  Gehalt  finden  statt:
a)  allgemein  und  zwar  von  5  oder  3  pCt.  zu
Gunsten  der  Staatskasse,

b)  in  dem  bereits  erwähnten  Fall  des  Aufenthalts
im  Lazareth,

P)  bei  Beamten  mit  Dienstwohnung.

Pensionirung.

In  dieser  Hinsicht  sind  die  Kolonialbeamten
durch  die  Dekrete  vom  21.  Mai  1880  und  27.  Februar
  1889  nach  einem  näher  festgesetzten  Rangverhältniß
  im  Allgemeinen  den  Angehörigen  der
Marine  gleichgestellt,  deren  Centralverwaltung  die
Kolonien  früher  bekanntlich  unterstanden.  Die

336

 

Pensionssätze  ergeben  sich  aus  den  Tabellen,  welche
den  Gesetzen  vom  5.  August  1879  und  vom
8.  August  1883  über  die  Pensionen  des  Marinepersonals
  beigefügt  sind.

Die  Disziplinarstrafen  der  kolonialen  Verwaltungsbeamten
  bestehen  in:  Verweis,  Streichung
aus  der  Avancementsliste,  Versetzung  in  die  nächst
niedrigere  Beamtenklasse  und  Dienstentlassung.  Die
Strafen  werden  im  Verwaltungswege  erlassen  und
zwar  in  den  letzten  beiden  Fällen  durch  den  Präsidenten
  der  Republik  auf  Vorschlag  des  Kolonial-=ministers
  und  motivirten  Bericht  des  zuständigen
Gouverneurs.  Im  Falle  der  Dienstentlassung  hat
eine  besondere  Untersuchungskommission  den  Thatbestand
  festzustellen  und  ein  Disziplinarrath,  dessen
Zusammenstellung  demnächst  geregelt  werden  soll,
vorher  sein  Gutachten  abzugeben.  Entscheidende
richterliche  Disziplinarbehörden  bestehen  nicht.

Indo-China.

Es  wird  zunächst  im  historischen  Interesse  ein
Auszug  aus  den  früher  gültigen  Reglements  gegeben,
  welche  in  dem  auf  Seite  656  des  Kolonialblattes
  von  1895  besprochenen  Werke  von  Chailley-Bert
  bereits  näher  dargelegt  und  in  ihrer  Bedeutung
gewürdigt  sind.

Nach  den  gegenwärtig  geltenden  Bestimmungen
giebt  es  in  Cochinchina  an  europäischem  Personal
für  die  Verwaltung  der  Eingeborenenangelegenheiten
folgendes  Personal  (Dekret  vom  1.  Juli  1898):

9  Administratoren  1.  Klasse  mit  18  000  Frocs.

9  2.  15  000
9
9

3.

4.  10  000

„
K  „  v½
„  n  u  h

13  000  =

K

9  -
außerdem  Administrationseleven  mit  6  000  Fres.  In
Annam  und  Tonkin  (Delrete  vom  12.  Juni  1894
und  17.  Juni  1896)  entsprechen  den  Administratoren
1.  und  2.  Klasse  die  Residenten  1.  und  2.  Klasse,
den  Administratoren  3.  und  4.  Klasse  die  Vizeresidenten
  1.  und  2.  Klasse,  den  Administratoren  5.  Klasse
die  Kanzler-Residenten.  Die  Administratoren  rekrutiren
  sich  entsprechend  den  Bestimmungen  des  Dekrets
vom  10.  November  1892  aus  den  Zöglingen  der
Kolonialschule.  Die  Beamten  der  5.  Klasse  gehen
zu  ⅜8  aus  den  Verwaltungsanwärtern  und  anderweitigen
  Beamten  der  Kolonie  hervor;  das  letzte
Drittel  ist  den  Kandidaten,  welche  mit  dem  juristischen
  Doktortitel  versehen  sind,  sowie  gewissen  Beamten
  der  Centralverwaltung  vorbehalten.  Als  Altersgrenze
  ist  für  diese  Klasse  das  30.  Jahr  festgelegt.
In  ähnlicher  Weise  sind  auch  die  Rekrutirungsverhältnisse
  der  voraufgehenden  Klassen  besonders  normirt.
  Die  für  die  Verwaltungsposten  bestimmten
Kandidaten  müssen  zuvörderst  vor  einer  eigens  dazu
eingesetzten  Kommission  ihre  Kenntnisse  in  der  Landessprache
  darlegen.  Der  Generalsekretär  von  Cochinchina
  wird  ausschließlich  aus  den  Administratoren
1.  Klasse  gewählt.  Durch  Dekret  vom  28.  Juli
        <pb n="441" />
        1893  ist  für  Cochinchina  hinsichtlich  des  oben  unter  H

erwähnten  Verwaltungsurlaubes,  welcher  nach  dreijähriger
  Thätigkeit  in  den  Kolonien  in  Dauer  von
6  Monaten  ertheilt  wird,  eine  Ausdehnung  desselben
bis  zu  18  Monaten  zugelassen  worden,  indem  für
jede  sich  an  die  dreijährige  Thätigkeit  unmittelbar
anschließende  weitere  Dienstleistung  von  je  6  Monaten
ein  Monat  Urlaub  in  Anrechnung  kommt.  Diese
Maßnahme  ist  getroffen  worden,  um  denjenigen
Beamten,  welche  lange  Zeit  hindurch  ununterbrochen
in  der  Kolonie  sich  aufgehalten  haben,  die  Möglichkeit
  vollständiger  Wiederherstellung  ihrer  Gesundheit
zu  geben.  Sie  gewährt  den  Vortheil,  daß  die  bei
der  großen  Entfernung  sehr  beträchtlichen  Kosten  der
Urlaubsreise  nicht  so  häufig,  dafür  aber  für  einen
ausgiebigen  Urlaub  aufgewendet  werden  und  sollte,
falls  sie  sich  bewähren  würde,  auch  auf  andere
Kolonien  mit  schlechtem  Klima  ausgedehnt  werden.
Durch  Ministerialverfügung  vom  14.  Februar  1894
ist  sie  auch  für  Annam,  Tonkin  und  Kambodga  in
Kraft  gesetzt  worden.  6

III.  Rolland.

Vorbildung  der  Beamten.  Diese  Bestimmungen
beziehen  sich  auf  Niederländisch-Indien.  Zur  Zeit
der  Indischen  Kompagnie  (1602  bis  1800)  waren
die  Beamten,  abgesehen  von  den  wenigen  richterlichen,
wesentlich  Handelsagenten  ohne  sonstige  Vorbildung.
Die  richterlichen  Befugnisse  waren  zum  großen  Theil
den  Verwaltungsbeamten  übertragen,  welche,  schlecht
bezahlt  und  auf  niedrigem  Bildungsstandpunkt
stehend,  Mißbräuche  aller  Art  begingen.  Später
wurden  Versuche  gemacht,  wenigstens  auf  die  Erlernung
  der  Landessprache  hinzuwirken,  indem  man
gewisse  Beamtenklassen  hierzu  bei  Vermeidung  von
Gehaltsabzügen  oder  Beschränkung  in  der  Beförderung
  verpflichtete.  Eine  in  Soerakarta  1832  gegründete
  Anstalt  für  die  Erlernung  des  Javanischen
wurde  bald  wieder  anufgehoben.

Gegenwärtig  bestehen  drei  Anstalten  für  die
Vorbildung  der  Kolonialbeamten,  die  Universität  in
Leyden  für  die  richterlichen  Beamten,  für  die  Verwaltungsbeamten
  die  Kolonialschule  in  Delft,  eine
städtische  Einrichtung,  welche  aber  seit  1894  staatlich  subventionirt
  wird  und  unter  Regierungsaussicht  gestellt
ist,  und  die  staatliche  Kolonialschule  in  Batavia.

Die  Grundlage  der  Bestimmungen  über  die  Anforderungen
  an  die  Vorbildung  der  Kolonialbeamten
bildet  ein  später  mehrfach  ergänztes  Königliches
Dekret  vom  10.  September  1864.  Danach  müssen
sämmtliche  Anwärter  Holländer  oder  Eingeborene
von  Niederländisch-Indien  sein  oder  in  Niederländisch-Indien
  von  Eltern  geboren  sein,  welche  nicht  zu  der
mit  den  Eingeborenen  gleichgestellten  fremden  Bevölkerung
  gehören.  Außerdem  wird  verlangt

A.  von  den  Anwärtern  des  richterlichen  Dienstes

1.  das  Diplom  als  Doktor  der  Rechte;

2.  Das  Bestehen  entweder  a)  der  sogenannten
Fakultätenprüfung,  welche  vor  den  vereinigten  Fa-337



 

kultäten  der  Philosophie,  der  Litteralur  und  der
Rechtswissenschaft  abgelegt  wird,  oder  b)  das  Bestehen
  der  großen  Staatsprüfung  —  groot  ambtenaars
  examen  —  oder  c)  vierjährige  Praxis  als
Rechtsanwalt  in  Niederländisch-Indien.

B.  von  den  Verwaltungsbeamten

I.  Departement  des  Innern:

a)  erfolgreiche  Studien  auf  einer  mittleren  oder
höheren  Unterrichtsanstalt.

b)  Bestehen  der  großen  Staatsprüfung  oder  der
Fakultätenprüfung.

Einen  besonderen  Vorzug  für  die  Anstellung  giebt
der  Erwerb  des  Diploms  als  Feldmesser.

II.  Beamte  der  Kontrolverwaltung  in  Batavia:

a)  erfolgreiche  Studien  auf  einer  mittleren  oder
höheren  Unterrichtsanstalt.

b)  das  Bestehen  der  großen  Staatsprüfung  oder
des  Fakultätenexamens  oder  ein  Diplom  als  Doktor
der  Rechte  oder  der  Staatswissenschaften.

C.  von  den  Beamten  mit  weniger  als  150  fl.
monatlicher  Remuneration  die  Ablegung  eines  elementaren
  Examens.

Allgemein  wird  vor  der  Entsendung  nach  den
Kolonien  noch  der  Nachweis  über  die  sittliche  und
körperliche  Tauglichkeit  und  über  die  Erfüllung  der
militärischen  Obliegenheiten  verlangt.  "

Hinsichtlich  der  Erfordernisse  der  großen  Staatsprüfung
  kann  hier  auf  die  Mittheilnngen  auf  S.  658
des  Kol.  Bl.  von  1895  verwiesen  werden;  die
Falultätenprüfung  erstreckt  sich  auf  das  mohamedanische
  Recht  und  die  indischen  Sitten,  das  öffentliche
und  Verwaltungsrecht,  Geographie  und  Ethnographie
der  Kolonien,  die  malayische  und  javanische  Sprache.

In  besonderen  Fällen  kann  der  König  im  Staatsinteresse
  von  den  Erfordernissen,  welche  für  die  Anstellung
  vorgeschrieben  sind,  Dispens  ertheilen.

Von  den  Beamten  sind  zu  erwähnen

I.  Departement  des  Innern.

In  Java  und  Madoera,  Residenten  1.  Klasse  in
Batavia,  Samarang,  Soerabaja,  Soerakarta,  Djobkjokarta
  mit  je  18  000  fl.,  außerdem  freie  Wohnung,
Repräsentationsgelder  von  8  bis  6000  fl.,  Pauschsumme
  für  Reise-  und  Aufenthaltskosten  von  1200  fl.
bezw.  300  fl.

Residenten  2.  und  3.  Klasse  mit  15  000  bezw.
12  000  fl.  und  entsprechenden  Nebenbezügen.  Residentenassistenten
  mit  7200  fl.,  die  nach  je  3  Jahren
2  mal  um  je  600  fl.  erhöht  werden  können,  und
Nebenbezügen;  Provinzialsekretäre  mit  6000  fl.;
Kontrolenre  1.  und  2.  Klasse  mit  4800  bezw.
3600  fl.  und  Nebenbezügen;  Kontroleur-Aspiranten
mit  2700  fl.  und  600  fl.  für  Reisen  2c.

Außerhalb  Java  und  Madoera.
Gouverneure  der  Ostküste  von  Sumatra,  von
Atieh  und  von  Celebes  mit  je  20  000  fl.,  freier
Wohnung  und  4800  bezw.  8000  fl.  Repräsentationsgeldern.
  Die  übrigen  Beamten  ähnlich  wie  in  Java.
        <pb n="442" />
        II.  Büreaus  der  Centralverwaltung  in
atavia.

A.  Generalsekretariat:  Generalsekretär  24000  fl.
Erster  Gouvernementssekretär  12  000  fl.  Gouvernementssekretäre
  9600  fl.  Referendare  7200  fl.
Chefkommis  6000  fl.  Erste,  zweite  und  dritte
Kommis  4200  bis  1800  fl.

B.  Sekretariat  des  Raths  von  Niederländisch-Indien.
  Sekretär  9600  fl.  Chefkommis’  6000  fl.

C.  Departements  der  Generalverwaltung.  Direktor
  24  000  fl.,  im  Uebrigen  ähnlich  wie  unter  A.

III.  Richterliche  Beamte.

Obergericht:  Präsident  24  000  fl.  Bize-Präsident
  18  000  fl.  Rath  12  000  fl.  General-Staatsanwalt
  20  000  fl.  Generaladvokat  9600.

Gerichtshöfe  in  Batavia,  Samarang,  Soerabaja,
Padang,  Makassar;  Präsident  12  000  fl.  mit  2  fünfjährigen
  Zulagen  von  2400  fl.

Vizepräsident  10  800  und  9600  fl.  Mitglied
8400  und  7200  fl.  Staatsanwalt  12  000  fl.

Gerichtshöfe  für  Eingeborene.  Präsidenten  von
10  800  bis  7  200  fl.

Die  Beamten  werden  mit  einigen  Ausnahmen
von  dem  Generalgouverneur  ernannt,  der  diese  Befugniß
  hinsichtlich  der  Beamten  mit  weniger  als
150  fl.  monatlichem  Gehalt  auf  ihre  untergeordnete
Stellen  übertragen  hat.  Allgemeine  Bestimmungen
über  die  Beförderung  bestehen  nicht.  Die  Entlassung
erfolgt  auf  Antrag  oder  im  öffentlichen  Interesse.
Sie  erfolgt  entweder  allgemein  aus  dem  Staatsdienst
oder  nur  aus  dem  bekleideten  Amt.  Im  letzteren
Falle  scheidet  der  Beamte  nicht  aus  dem  Dienst  aus
und  erhält  bestimmte  Bezüge.  E:  fällt  hierunter  das
Nichtaktivitätsgehalt  (ein  der  Regel  ½  des  Gehaltes)
in  Fällen,  wo  sich  eine  Verwendung  für  den  Beamten
  nicht  sofort  bietet;  das  Wartegeld  (½  des
Gehaltes),  wenn  infolge  einer  Neuorganisation  die
Stelle  fortfällt  oder  wenn  der  Beamte  wegen  Krankheit
  von  seinen  Funktionen  entbunden  wird.  Inaktiven
  Beamten,  welche  keinen  Anspruch  auf  Bezüge
haben,  kann  eine  Unterstützung  zur  Bestreitung  ihres
Lebensunterhaltes  bewilligt  werden.  Auf  Wartegeld
gestellte  Beamte,  oder  solche,  welche  ihr  Amt  aus
besonderen  Gründen  nicht  weiter  bekleiden  können,
werden  bei  eintretenden  Vakanzen  berücksichtigt  und
können  bis  zum  Freiwerden  einer  ihrem  Dienstalter
entsprechenden  Stelle  vorläufig  auch  in  einer  Stelle
niedrigeren  Grades  verwendet  werden.  ·

Hinsichtlich  des  Urlaubes  wird  solcher  nach  dem
Innern  des  Landes  und  Heimathsurlaub  nach
Holland  unterschieden.  Urlaub  nach  dem  Innern
wird  im  Krankheitsfalle  auf  3  Monate  mit  vollem
Gehalt  ertheilt,  wobei  eine  Verlängerung  um  weitere
3  Maonate  zulässig  ist.  Auch  aus  anderen  dringlichen
Gründen  kann  ein  solcher  Urlaub  bewilligt  werden,
jedoch  nur  auf  2  Monate  mit  der  Möglichkeit  einer
Verlängerung  von  einem  weiteren  Monat  für  Java
und  2  weiteren  Monaten  für  die  übrigen  Besitzungen;

338

 

das  volle  Gehalt  wird  in  diesem  Falle  nur  für
einen  Monat  (Java)  bezw.  für  zwei  Monate  (außerhalb
  Javas)  gezahlt,  für  die  übrige  Zeit  nur  das
halbe  Gehalt.

Heimathsurlaub  (nach  Europa)  kann  ertheilt
werden:

1.  im  Krankheitsfalle  auf  die  vom  Arzt  für
nöthig  erachtete  Zeit,  aber  nicht  länger  als  2  Jahre;

2.  nach  10  jähriger  Dienstzeit  auf  ein  Jahr;

3.  im  Falle  anderer  dringender  Gründe,
sofern  es  mit  dem  dienstlichen  Interesse  vereinbar.

In  den  Fällen  zu  1.  und  2.  wird  neben  den
Passagekosten  das  Urlaubsgehalt  gezahlt,  welches
beträgt  bei  einem  jährlichen  Gehalt  von  3000  fl.
oder  weniger  50  pCt.,  bei  einem  solchen  von  mehr
als  3000  fl.  für  die  ersten  3000  fl.  50  pECt.,  für
die  zweiten  3000  fl.  40  pCt.,  für  die  dritten  3000  fl.
30  pCt.,  für  den  Ueberschuß  25  pCt.

Der  Urlaub  beginnt  mit  dem  ersten  desjenigen
Monats,  welcher  auf  den  Monat  folgt,  in  dem  der
Beamte  seine  Geschäfte  abgiebt.  Der  Heimathsurlaub
mit  Urlaubsgehalt  kann  durch  den  Kolonialminister
im  Krankheitsfalle  bis  auf  drei  Jahre  verlängert
werden,  über  diese  Dauer  hinaus  nur  ohne  Gehalt.

Ein  ausführliches  Reglement  (Königl.  Dekret
vom  27.  April  1890)  regelt  die  Gebührmisse  bei
Dienstreisen  im  Innern;  da  die  Verhältnisse  in
vieler  Hinsicht  denjenigen  in  unseren  Schutgebieten
ähneln,  so  sind  diese  Bestimmungen  für  die  Verwaltung
  von  Interesse,  doch  würde  ein  näheres
Eingehen  darauf  an  dieser  Stelle  zu  weit  führen.

Ein  ferneres  Königl.  Dekret  vom  19.  Februar
1872  (wiederholt  abgeändert  und  ergänzt)  regelt
Passagekosten  für  die  Reisen  zwischen  Holland  und
den  indischen  Kolonien.  Danach  haben  freie  Passage
für  sich  und  ihre  Familien  im  Allgemeinen  alle
Beamten  und  zwar,  wie  bereits  erwähnt,  auch  in  den
Fällen  des  Krankheits=  und  des  regelmäßigen
Heimathsurlaubs.  Militärpersonen,  welche  nicht  im
Offiziersrange  stehen,  haben  für  ihre  Familie  nur
dann  Anspruch  auf  Reisekosten,  wenn  ihnen  die
Mitnahme  ihrer  Familie  im  besonderen  Falle  vom
Kolonialminister  gestattet  ist.  Die  Reise  muß  in  der
Regel  auf  Dampfern  der  holländischen  Linien  zurückgelegt
  werden,  mit  welchen  die  Regierung  Vereinbarungen
  wegen  der  Beförderung  von  Passagieren
getroffen  hat.  Jeder  Beamte  erhält  eine  besondere
Ermächtigung  der  Regierung,  in  welcher  die  zu  benutzende
  Klasse  angegeben  ist;  diese  Ermächtigung
hat  er  der  Rhederei  zu  übermitteln,  welcher  auf
Grund  derselben  der  Passagepreis  Seitens  der
Regierung  erstattet  wird.  Die  Beförderung  erfolgt
in  4  Klassen.  Die  Beamten  der  1.  und  2.  Klasse
können  im  Einzelfall  ermächtigt  werden,  die  Reisemit
  einer  englischen  oder  französischen  Linie  zurückzulegen.


Pensionirung  (Königl.  Dekret  vom  10.  April
1881,  mehrfach  ergänzt).  Einen  Anspruch  auf
Pension  haben:  ;
        <pb n="443" />
        a)  Beamte,  welche  20  Jahre  gedient  und  das
.  Lebensjahr  vollendet  haben;

b)  Beamte,  welche  in  oder  bei  Ausübung  des
Dienstes  Verwundungen  oder  Gebrechen  davongetragen
  haben,  welche  sie  zum  ferneren  Dienst
völlig  unfähig  machen;

Es  können  ferner  Pension  erhalten:

c)  Beamte,  welche  nach  10  Dienstjahren  nicht
mehr  für  dienstfähig  erachtet  werden;

d)  Beamte,  welche  nach  5  Dienstjahren  infolge
körperlicher  oder  geistiger  Krankheit  zur  ferneren
Ausübung  des  Dienstes  außer  Stande  sind.

e)  Beamte,  welche  aus  dem  Kolonialdienst  entlassen
  werden,  um  die  Leitung  einer  Generalverwaltung
  in  Holland  zu  übernehmen.

Die  Pension  für  20  Dienstjahre  beträgt  jährlich
das  Dreifache  des  höchsten  monatlichen  Gehaltsbezuges
  im  Laufe  von  24  Monaten.  Bei  einer
Dienstzeit  von  weniger  als  20  Jahren  wird  hiervon
pro  Jahr  ½0  in  Abzug  gebracht,  bei  einer  Dienstzeit
  von  mehr  als  20  Jahren  ½0  zugezählt,  jedoch
im  letzteren  Falle  nicht  mehr  als  10.

4

Or

IV.  Nongostaat.

Gesetzliche  Vorschriften  über  Anforderungen  an
die  Vorbildung  der  Beamten  bestehen  nicht.  Nur
die  richterlichen  Beamten  müssen  das  Doktordiplom
einer  belgischen  Universität  besitzen.

Die  Verhältnisse  der  Beamten  werden  durch  das
Generalreglement  vom  15.  September  1896  bestimmt.
  Dasselbe  findet  nur  auf  den  Generalgouverneur,
  dessen  ständigen  Vertreter  und  die  Inspekteure
keine  Anwendung,  auf  die  von  dem  Generalgouverneur
  in  Afrika  selbst  angenommenen  Beamten
insoweit,  als  es  bei  ihrer  Annahme  vereindart
wird.  Es  ist  nur  für  solche  Beamte  bestimmt,  welche
auf  Zeit  angenommen  werden;  der  Erlaß  von  besonderen
  Bestimmungen  für  dauernd  angestellte  Beamte
  ist  noch  nicht  erfolgt.

Nach  den  Bestimmungen  des  Reglements  ist  die
Dienstverpflichtung  in  der  Regel  eine  dreijährige.
Die  Beamten  sind  verpflichtet,  neben  den  Dienstgeschäften,
  für  welche  sie  angenommen  sind,  auch
andere  ihren  Fähigkeiten  entsprechende  Arbeiten  ohne
besondere  Vergütung  zu  leisten;  sie  dürfen  weder  für
sich  noch  für  Dritte  Handel  betreiben,  auch  von
Dritten  keine  Remunerationen  annehmen  und  ohne  besondere
  Genehmigung  nichts  veröffentlichen  oder  an
Nichtbeamte  mittheilen,  was  ihnen  in  ihrer  dienstlichen
  Eigenschaft  über  Angelegenheiten  des  Staates
oder  Privater  bekannt  geworden  ist.

Der  Gouverneur  kann  einen  Beamten,  den  er
für  ungeeignet  hält,  auch  vor  Ablauf  der  übernommenen
  Dienstverpflichtung  heimsenden.

Nach  Ablauf  von  3  Jahren  oder  früher,  wenn
es  der  Gouverneur  im  dienstlichen  Interesse  oder
mit  Rücksicht  auf  den  Gesundheitszustand  des  Beamten
  für  angezeigt  erachtet,  wird  ein  Urlaub  von

339

 

6  Monaten  gewährt,  welcher  vom  Tage  der  Abreise
vom  Kongo  bis  zum  Tage  der  Einschiffung  in
Europa  nach  dem  Kongo  rechnet.  Innerhalb  8  Tagen
nach  seinem  Eintreffen  hat  der  Beamte  sich  persönlich
  zu  melden  und  zur  Verfügung  zu  halten.  Wer
dies  versäumt  und  wer  nicht  rechtzeitig  nach  Ablauf
seines  Urlaubs  nach  dem  Kongo  zurückkehrt,  gilt  als
entklassen  und  geht  seiner  Urlaubsbezüge  verlustig.
Beurlaubte  Beamte  erhalten  freie  Passage  1.  oder
2.  Klasse  und  während  des  Urlaubs  eine  Vergütung,
deren  Höhe  der  Staatssekretär  innerhalb  der  verfügbaren
  Mittel  im  Budget  feststellt,  welche  indeß  erst
nach  erfolgter  Wiedereinschiffung  nach  dem  Kongo
fällig  wird.

Um  den  Beamten  während  des  Urlaubs  oder
nach  ihrem  Ausscheiden  bis  zur  Erlangung  einer
anderen  Stellung  den  nöthigen  Unterhalt  zu  gewähren
  und  um  die  Deckung  von  Defekten  2c.  zu
ermöglichen,  dient  folgende  Einrichtung.  50  PéCt.
des  Einkommens  der  Angestellten  werden  nicht  ausgezahlt,
  sondern  bei  einer  staatlichen  Sparkasse  angelegt
  und  erst,  wenn  der  Beamte  auf  Urlaub  eintrifft,
  zu  seiner  Verfügung  gestellt.  Bis  dahin
verbleibt  der  Staat  im  Eigenthum  dieser  Beträge,
welche  weder  cedirt  noch  in  irgend  ciner  Weise  mit
Beschlag  belegt  werden  können.

Die  Disziplinarstrafen  sind  durch  Erlasse  vom
16.  April  1887  und  20.  Juni  1887  geregelt.  Nach
vorwurfsfreier  Erfüllung  der  Dienstverpflichtung  wird
das  „Etoile  de  service“  verliehen.

V.  Zritisch-Indien.

Ueber  die  hohen  Anforderungen,  welche  an  die
Vorbildung  der  Beamten  des  indischen  civil  service
gestellt  werden,  ist  bereits  auf  S.  657  des  Kolontalblattes
  von  1895  auf  Grund  der  Arbeit  von
Chailley-Bert  „Ie  Recrutement  des  Fonctionnaires
  des  Colonies“  berichtet  worden.  Daselbst
  ist  auch  schon  darauf  hingewiesen,  daß  außer
für  Indien  nur  noch  für  Hongkong,  die  Straits-Settlements
  und  Ceylon,  nicht  aber  für  die  übrigen
englischen  Kolonien,  besondere  Bestimmungen  in  dieser
Hinsicht  bestehen.  —  Die  vorliegende  Publikation
beschränkt  sich  auf  eine  zum  Theil  auszugsweise
Wiedergabe  der  über  1200  Artikel  umfassenden
Regulations  for  the  Civil  service  of  India,
aus  denen  hier  wesentlich  nur  die  Bestimmungen  über
den  Urlaub  und  die  Pensionirung  kurz  hervorzuheben
sein  dürften.

Urlaub.  Es  wird  unterschieden

.  Privilege  leave.  Derselbe  beträgt  den
elften  Theil-der  ununterbrochen  im  Dienst  zugebrachten
Zeit  mit  der  Maßgabe,  daß  er  nicht  auf  mehr  als
drei  Monate  anwachsen  kann  und  daß,  wenn  der
Dienst  einmal  unterbrochen  wird,  jeder  Anspruch  auf
vorher  erworbene  Urlaubsanwartschaft  erlischt.  Während
  eines  solchen  Urlaubs  wird  das  volle  Gehalt
fortgezahlt.  Bei  denjenigen  Beamten,  die  wie  Lehrer
        <pb n="444" />
        und  Richter  regelmäßige  Ferien  haben,  treten  diese
an  die  Stelle  des  privilege  leave.

2.  Furlough.  Die  durch  aktiven  Dienst  erworbene
  Urlaubsanwartschaft  beträgt  ein  Viertel  der
Zeit  des  aktiven  Dienstes.  Ein  Beamter,  der  drei
Jahre  hintereinander  Dienst  gethan  hat,  kann  einen
solchen  Urlaub  bis  zu  zwei  Jahren  erhalten

a)  auf  Grund  eines  ärztlichen  Zeugnisses  ohne

Weiteres.  Ein  solcher  Urlaub  kann  auf  ärztliches
  Zeugniß  bis  zur  Dauer  von  3  Jahren
ausgedehnt  werden;

b)  wenn  er  im  Ganzen  mindestens  8  Jahre  aktiv

gedient  hat,
vorausgesetzt,  daß  die  Gesammtzahl  der  auf  längerem
Urlaub  abwesenden  Beamten  die  festgesetzte  Grenze
nicht  überschreitet.

Auf  Grund  eines  ärztlichen  Zeugnisses  kann  auch
schon  nach  kürzerer  als  dreijähriger  ununterbrochener
Dienstzeit  Urlaub  ertheilt  werden,  dann  aber  nur  für
ein  Jahr.  Hatte  er  in  diesem  Falle  noch  nicht
sechs  Monate  ununterbrochen  gedient,  so  erhält  er
keine  Urlaubsgebührnisse,  sondern  geringere,  sogenannte
subsistence  allowance.

Im  Uebrigen  belaufen  die  Gebührnisse  bei  „furlough“
  sich  auf  die  Hälfte  der  gewöhnlichen  mit  der
Maßgabe,  daß  sie  nicht  weniger  als  125  Pfd.  Sterl.
und  nicht  mehr  als  250  Pfd.  Sterl.  im  Vierteljahr
betragen  dürfen.

3.  special  leave.  Dieser  kann  wegen  dringender
  persönlicher  Angelegenheiten  bis  zu  sechs
Monaten  ertheilt  werden.  Wer  bereits  einmal  einen
solchen  Urlaub  genossen  hat,  kann  erst  nach  sechs
Jahren  weiteren  aktiven  Dienstes  wiederum  „special
leave“  erhalten.  Gebührnisse  —  in  Höhe  der  beim
„kurlough“  gewährten,  sind  nur  bei  dem  erstmaligen,
nicht  bei  einem  ferneren  „special  leave“  zuständig.

Die  unter  2  erwähnte  dreijährige  Dienstperiode
wird  durch  einen  „special  leave“  nicht  unterbrochen,
  doch  rechnet  letzterer  auch  nicht  als  Dienstzeit.

4.  Subsidiary  leave.  Hierunter  wird  die
Zeit  verstanden,  welche  ein  beurlaubter  Beamter  auf
die  Reise  zwischen  seinem  dienstlichen  Wohnsitz  in
Indien  und  dem  indischen  Ein=  bezw.  Ausschiffungshafen
  verwenden  muß  und  welche  je  nach  Entfernungen
  und  Transportorten  genau  bestimmt  ist
(joining  time);  die  Gebührnisse  richten  sich  im  Allgemeinen
  nach  der  Art  des  ertheilten  eigentlichen
Urlaubes.

Pensionirung.  Abgesehen  von  den  besonderen
Bestimmungen  für  gewisse  Beamte  und  Beamtenklassen,
  insbesondere  auch  die  Beamten  des  Indischen
civil  service  gelten  im  Allgemeinen  folgende  Bestimmungen:
  6  «

Die  Pensionirung  kann  eintreten,  wenn  infolge
einer  Organisationsänderung  das  Amt  des  Betreffenden
  in  Fortfall  kommt  und  keine  anderweite  geeignete
Verwendung  gefunden  werden  kann  (compensation
pension).  Letzteres  muß  genau  geprüft  werden,
„da  die  Pensionirung  eines  noch  dienstfähigen  Be- 



340  —

amten  eine  Vergeudung  öffentlicher  Gelder  ist."
Die  Pensionirung  kann  ferner  eintreten  im  Falle
der  Invalidität  auf  Grund  ärztlichen  Attestes  oder,
bei  einem  Alter  von  60  Jahren,  auch  ohne  ein
solches  (invalid  pension).  Es  kann  übrigens  schon
bei  einem  Alter  von  50  Jahren,  wenn  die  Verwaltung
  einen  Beamten  nicht  mehr  für  fähig  zum
Dienst  erachtet,  oder  bei  einem  Alter  von  55  Jahren,
wenn  der  Beamte  selbst  es  wünscht,  die  Pensionirung
eintreten  (superannuation  pension);  das  Gleiche
kann  nach  einer  Dienstzeit  von  30  Jahren  geschehen
(retiring  pension).

Nur  solche  Beamten,  die  eine  dauernde  mit  Gehalt
  verbundene  staatliche  Anstellung  innegehabt  haben,
erhalten  Pension.  Die  Pension  kann  entzogen  werden,
wenn  der  Pensionär  eines  schweren  Verbrechens
überführt  wird  oder  sich  in  seiner  Führung  schwere
Verstöße  zu  Schulden  kommen  läßt.  Sind  die
Leistungen  des  Beamten  nicht  befriedigend  gewesen,
so  kann  bei  Feststellung  der  Pension  deren  Betrag
gekürzt  werden.

Die  Pension  beträgt  in  der  Regel  ½0%  des  letzten
Gehalts  für  jedes  vollendete  Dienstjahr.  Besondere
Bestimmungen  treten  bei  einer  Dienstzeit  von  weniger
als  zehn  Jahren  ein.  Der  Betrag  der  Pension  darf
gewisse  Maximalgrenzen  nicht  überschreiten,  welche
3.  B.  bei  zehnjähriger  Dienstzeit  auf  2000  Rupies,
bei  zwanzigjähriger  Dienstzeit  auf  4000  Ruples  festgesetzt
  sind.  Eine  Pension  wird  stets  in  Rupien,
nicht  in  Sterling-Währung  bestimmt,  selbst  wenn  sie
in  England  zahlbar  ist.

Ein  Beamter  des  Indischen  civil  service,
welcher  25  Jahre  im  Dienst,  davon  21  Jahre  im
aktiven  Dienst  gewesen  ist,  hat  Anspruch  auf  eine
Jahreszahlung  von  1000  Pfd.  Sterl.

VI.  Deutschland.

Was  die  Verhältnisse  der  Beamten  in  den
deutschen  Schutzgebieten  betrifft,  so  enthält  die  Zusammenstellung
  einen  Abdruck  der  hierauf  bezüglichen
Allerhöchsten  Verordnung  vom  9.  August  1896
(Kol.  Bl.  S.  520),  und  der  daselbst  in  Bezug  genommene
  Artikel  des  Reichsbeamtengesetzes  vom  31.  März
1873,  sowie  eine  Wiedergabe  des  Personaletats  der
Schutzgebiete.  In  Ergänzung  dieser  Angaben  sei
hier  noch  auf  die  Mitthellungen  im  „Handbuch  des
Deutschen  Konsularwesens“  von  v.  König,  Berlin
1896,  S.  518—521  hingewiesen.

 

Wifsenschaftliche  Lendungen  aus  den  deutschen
Schutzgebieten.

Seitens  der  Direktoren  des  Museums  für  Völkerkunde,
  der  zoologischen  Sammlung  des  Museums  für
Naturkunde,  der  mineralogisch-vetrographischen  Sammlung
  und  des  Königlich  botanischen  Gartens  und
Museums  ist  das  dritte  Verzeichniß  der  aus  den
deutschen  Schutzgebieten  eingegangenen  wissenschaft-
        <pb n="445" />
        lichen  Sendungen  veröffentlicht  worden.  Das  reichhaltige,
  136  Quartseiten  enthaltende  Verzeichniß  führt
Sammlungen  auf  von  Baumann,  Braun,  Dr.
Buch  wald,  Dr.  Büttner,  Conradt,  Hauptmann
v.  Frangois,  Hauptmann  Kling,  Klose,  Lehmbach,
  Dr.  Preuß,  Scholz,  Staudt,  Dr.  Stuhlmann,
  Zenker  und  Dr.  Zintgraff.

Export-Musterlager  in  Stuttgart.

Das  Export-Musterlager  in  Stuttgart  hat  nach
Maßgabe  seines  letzten  Jahresberichtes  im  abgelaufenen
  Geschäftsjahr  wieder  eine  Steigerung  der  Zahl
der  Käufer  zu  verzeichnen.

Das  Geschäftsresultat  war  im  Ganzen  ein  durchaus
  befriedigendes.  Aufträge  sind  von  Europa  wie
vom  überseeischen  Auslande  reichlich  eingelaufen.

 

Tikterakur.

Koloniales  Jahrbuch.  Herausgegeben  von  G.
Meinecke.  X.  Jahrgang.  Berlin  1897.  Deutscher
  Kolonialverlag.

Vom  neuen  Jahrgang  liegt  hier  Heft  1  vor.

Aus  dem  Inhalt  erwähnen  wir  einen  interessanten

 

341  —

Aufsatz  von  Premierlicutenant  Märker  über  die
gegenwärtig  im  Gange  befindliche  Landesaufnahme
von  Deutsch-Ostafrika.
Max  Rieck:  Deutsche  Kaiser  und  deutsches  Volksvermögen.
  Leipzig  1897.  G.  Freund.

Das  vorliegende  Buch  behandelt  an  der  Hand
der  Statistik  die  Lebens=  und  Erwerbsverhältnisse
der  deutschen  Bevölkerung.  Auf  allgemeine  Zustimmung
  haben  die  darin  entwickelten  Ansichten  schwerlich
zu  rechnen,  doch  ist  viel  Wichtiges  und  Anregendes
darin,  so  daß  die  Schrift  zur  Lektüre  empfohlen
werden  kann.

 

Dr.  W.  Ruland:  Die  Handelsbilanz.  Mit  einem
Vorworte  von  Dr.  H.  v.  Scheel.  Berlin  1897.
Otto  Liebmann.

Die  Frage  der  Wirkung  der  Handelsbilanz,  d.

h.  des  Rückschlusses,  welchen  das  Verhältniß  der

Größe  der  Einfuhr  und  Ausfuhr  eines  Landes  auf

seinen  Wohlstand  gestatten,  ist  ein  Kapitel  der  Nationalökonomie,

  über  welches  seit  Jahrhunderten  gestritten
  wird.  Der  Verfasser  versucht  in  vorliegender

Schrift  auf  Grund  der  geschichtlichen  Entwickelung

dieser  Theorie  mit  Berücksichtigung  der  Statistik  die

Punkte  festzustellen,  in  denen  die  Frage  noch  heute

eine  Bedeutung  besitzt.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Condor“  11/2.  Sansibar.

„Habicht“  19/4.  Kapstadt.
„Hyäne“  13/8.  Kamerun.
Vermessungsschiff  „Möwe“  1/2.  Matupi.
M.  S.  „Seeadler“  18/3.  Dar-es-Salem.

M.
M.
M.
M.
M.
M.

S.  „Bussard“  14/4.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  „Falke“  30/4.  Auckland  7/5.  —  9/5.  Opia  10/5.  —  Apia.
S.

S.

(Poststation:  Hofpostamt.“

(Poststation:  Loanda.)
(Poststation:  Kamerun.)
(Poststation:  Matupi.)
(Poststation:  Sansibar.)

Ablösungsktransporte:
Reichspostdampfer  „König“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  der  ganzen  Besatzung  für  S.  M.  S.  „Seeadler“.
Transportführer:  a)  Lieutenant  zur  See  v.  Egidy  (Moritz)  für  die  Reise  Hamburg—MNeapel,

b)  Kapitänlieutenant  Wilbrandt  ---Neapel—Sansibar.



Ausreise:  Hamburg  31/3.  —  1/4.  Amsterdam  3/4.  —  7/4.  Lissabon  9/4.  —  15//4.  Neapel  15/4.
—  19/4.  Port  Said  19/4.  —  25/4.  Aden  26/4.  —  4/5.  Tanga  4/5.  —  7/5.  Sansibar.

Heimreise:  Sansibar  13/5.

Transportführer:  a)  Kapitänlieutenant  Hoffmann  für  die  Reise  Sansibar—Marseille,
b)  Lieutenant  zur  See  v.  Trotha  (Adolf)  für  die  Reise  Marseille—  Hamburg.
Reichspostdampfer  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  SS.

„Falke“  und  „Bussard“  —  ganze  Besatzungen:

Transportführer:  Korvettenkapitän  Wallmann,
Ausreise:  Bremerhaven  5/5.  —  6/5.  Antwerpen  9/5.  —  10/5.  Southampton  10/5.  —  Genua.

 

Perkehrs-Nachrichten.

Der  Dampfer  „Marie  Woermann“  ist  am  29.  April  in  Swakopmund  eingetroffen.
        <pb n="446" />
        Bostbampfschiffverbindungen  nach  ben  dentschen  Schutzgebieten.

 

Nach

vom  Einschiffungshafen


Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer

der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

i

1.  Deutsch-Ostafrika.

-  Eüalsa
Brin

ge  —
Marseille
anzösische  Schiffe)

am  Juni,  7.,  28.  Juli
obos.
am  *55r  Juni,  18.  Juli
am  v.  rs  Mts.
ms.

Tanga  20  Tage
Dar-es-Saläm  21  Tage
Sansibar  23  Tage

Sansibar  18  Tage

am  14.,  18.  Juni,
5.,  16.,  26.  Juli
1034  abds.

am  8.  jedes  Monats
10½  abds.

 

Deutsch-Lüdwestafrika.
Gec  Wor  wöchentlich
bis  Kapstadt,  vor  sc  dort
weiter  auf  dem  Lan  dwege
alle  14  Tage)

Southampton
(englische  Schiffe  bie
Kapstadt,  dann  deuticher
  Opf.,  Leutwein“)

ambur
al  —imN

am  126.  —-  24.  Juli

am  26.  Juli  mittags

Lüderitzbucht  27  Tage
Swakopmund  31  Tage

Swakopmund  30  Tage

am  25.  Juni,  23.  Juli
15  ums.

am  26.  Juli  118  abds.

 

6  an  kurzen.

am  10.  jedes  Monats
achts

Kamerun  24  Tage

am  10.  jedes  Monats
7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

·  n
3.  Ramerun.  1#  iverpool  am  16.  Juni,  7.  Juli  Kamerun  22  Tage  am  8.  *tiPlr  5.  Juli
(englische  Schiffe)  16n
am  10.jedes  Mts.  nachts  Klein-Popo  *  Tage
Hamöurg  am  20.jedes  Mts.  7lr  2%%  Wisoen  "1  ge  len  1  *
.  d  l  Klein-Popo  *  Tage  je
4.  Togo  ·  Gebiet  cheutsche  Scise  m  Lehten  jeb.  Mis.  8  3  t  au  .  abds.
(Ueber  Liverpool  oder  “  ·  on  da  ad  andaekhttsduaq  .
MarseillenukaufBer-LIVFWVVI  am  16.,  30.  Juni,  Auitah  3  am  14.,  28.  Juni,
langen  des  Absenders)  (englische  Schiffe)  14.,  28.  Juli  von  da  ar  26,  Tage  una  12.,  26.  Juli  16  ums.
Marseille  am  25.  jedes  Monats  Kotonon  g  am  23.  jedes  Monats
(srangösische  Schiffe)  4o  nachm.  on  da  ab  Landverdindung  10½6  abds.
Neapel  am  3  Juli  Stephansort  45  Tage  am  4.  Juni,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  Geulat  Schifke)  6  26.t  l*n  Juli,
ndisi  am  Iina,  1.  August  -  41  Tage  10  abos.
n
.  »  indisi  am  Wen  29.  Aug.  Jaluit  etwa  70  Tage  am  2.  Juli,  27.  Aug-6.
  Marshall-  Injeln.  E  Manila)  abds.  6  “N“sses
Eintressen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Post  ist  fälli  5  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hasens  in  Berlin  6  Von  haren  rPi  Berlin  6
—  Neapel  N]?  1  biet  Hamburg  n  10.  *  und  25.*
eutsch-Ostafrika  -·  ooee.....  edes  Monats
Brn  „%  "1  P  1  un  14.  ##  *  Marseille  an  jedes  Monats
Deutsch-üdwestafrika  Southampton/  am  8.  Juni,  6.  Juli  Dentsch-  leu·Guinea.Neapel....  am26.  Juli,  19.  Spt.
Ramerun  .  ...  ...  amburg  ·  am  25.  ed.  Vonatas  marshall  -  Injeln  ...  Marseille  oder  Mitte  Juni,
Lbu  am  17.  Juni,  15.  Juli  sb  ß  Barcelona  Mitte  Rugust

 

 

 

l
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deuischen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Samburg—Ostafrika).

 

 

 

 

Reichspostda  Reise  Letzte  Nachrichten
4postdampfer  von  1  nach  bis  28.  Mai  1897
„König“.  Hamburg  Durban  am  27.  Mai  an  Durban.
„Herzog“  Hamburg  Durban  am  27.  Mai  ab  Neapel.
„Kaiser"“.  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Kanzlere  Durban  Hamburg  am  27.  Mai  an  Rotterdam.
„wundesrath  .  Durban  Hamburg  am  27.  Mai  ab  Sansibar.
„Reichst  “.  .  Durban  Hamburg  am  25.  Mai  an  Suez.
Admiral“  3.  Zt.  in  Hamburg.
„General“  Hamburg  Durban  am  26.  Mai  an  Dar-es-Saläm.
        <pb n="447" />
        —  343  —

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
er  .  .
PVWM  von  nach  bis  28.  Mai  1897
„Adolph  Woermann“  Loango  Hamburg  am  25.  Mai  in  Hamburg.
„Aline  Woermann“  Loango  Hamburg  am  27.  Mai  in  Accera.
„Anna  Woermann"“.  Hamburg  Sherbro  am  27.  Mai  in  Gibraltar.
„Carl  Woermann“  ·  Loanda  Hamburg  am  22.  Mai  in  Hamburg.
„Shuard  Bohlen“  .  Kongo  ·  Zamburg  am  20.  Mai  in  Hamburg
El  Woermann“  .  Sherbro  amburg  am  27.  Mai  ab  Sierra  Leone.
ertrud  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  26.  Mai  in  Kotonou.
„ertea  Bohlen"  Hamburg  Kotonon  am  23.  Mai  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  8.  Mai  in  Accra.
„  gante  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  22.  Mai  in  Accra.
oermann“.  Hamburg  Loanda  am  15.  Mai  in  Tenerisse.
-  Whlen!  ...  amburg  Loango  am  18.  Mai  in  Madeira.
„Lulu  Bohlen  ·..  damburg  Loango  am  26.  Mai  in  Vubum-„Mari
  e  Woermann“.  Lüderipbucht  Lamn  am  26.  Mai  in  Lag
„Nelit  Bohlen“.  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  28.  Ma  D  *n*“=„Professor
  Woermann“  .  Sherbro  Hamburg  am  23.  Ma  in  Tan
„Thekla  Bohlen"  Hamburg  Loanda  am  3.  Ma  r.  Lcane
„Alida“.  ..  ..  Loanda  Hamburg  am  26.  Ma  Dovor  pasiet.

 

 

 

 

 

 

Unsere  am  22.  Mai  zu  Breslau
stattgehabte  Vermählung  beeleren
wir  uns  ergebenst  anzuzeigen.

Mauimilian  von  Tettenborn,
Hauptmann  und  Kombagniechef  im
Grenadier-Regt.  König  Friedrich

Wilhelm  II.  (1.  Schles.)  No.  10,

Katharina  von  Tettenborn,
geb.  von  Ruczeck.  (2

 

In  das  hiesige  Firmenregister  wurden
  heute  eingetragen:  unter  Nr.  1  die
Firma
Ed.  Stadelmann
mit  dem  Sitze  in  Tanga  und  als
deren  Inhaber  der  Kaufmann  Eduard
Stadelmann  hierselbst;
Nr.  2  die  Firma:
Aug.  Schiele
mit  dem  Sitze  in  Tanga  und  als
deren  Inhaber  der  Kaufmann  August
Sdiele  hierselbst.
anga,  den  29.  März  1897.
De  Kaiserliche  Bezirksrichter.
seden.  (50)

das  hiesige  Fienteriser
wurde  heute  unter  Nr.  3  die  Firm
Marino  Wiaeri
mit  dem  Sitze  in  Tanga  und  als
deren  Inhaber  der  Kaufmann  und
Wirth  Marino  Maeri  hierselbst
eingeiragen.
Tanga,  den  30.  März  1897.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
v.  Reden.  (O

Köchste  Auszelchnung
hlicago  1693.
Köchste  Assetenn.  (blolöme
d’onneur)  Antwerpen  1694.

Fabrik  O-Lochmann'scher

Musikwerke
Aktiengesellschaft
Leipzig-Gohlis.
Ausschliessliche  Fabrikantin  dor  #
Symphonions
mit  ausweche#weren  Note,

Die  Fahrik  6  0  rer  Art  16“  2
teste  und  sr  Ssste  er  Wol  7

 

 

 

 

 

 

 

Möller  &amp;amp;  Co.,

Hagen  in  Westfalen  (pDeutschland),
Fabrikation  und  Export
Eisgn.,  Stabl-,  Messing-  v.  Kurvaaren  Aler  Art

Illustr.  Kntuloge  in  deutscher,  frunzösischer,  englischer
und  spunischer  Spruche.

Anftrige  durch  europüische  Handelshliuser  erbeten.

 

Spezialität:  Lieferung  für  die  Kolonien.
        <pb n="448" />
        —  344  —

 

 

Gechiteleitung:  Werbet  für  Euer  Blatt,

entsche  im  Auslande

abonniert

auf
Eure
Wochenschrift.

7

 
 
  
 
   
     
   
 

%
-
rr-6

W  betrachtet  es
"e#t  insbesondere  als
ge  seine  Aufgabe,  dem
*  Leben  und  Treiben  der
Deutschen  im  Auslande  dieo
ge  lichevollste  Aufmerksamkeit
zuzuwenden.  Es  wird  daher  jeder

Deutsche  im  Auslande

16.  gebeten,  seine  Adresse
Jahrgang.  der  Verlagshandlung

J.  H.  Schorer,  G.m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,

Wilhelmstrasse  29,  gefl.  unzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit
hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  und  portofrei  zu  übersenden.

(Aus  Freytag,  Soll  und  labon,  II.  Band.)

 
     
    
 

+
hes-Erat

  im  Autlande  lernt  man  den  steit  des  Ileimatdialektes  genietien,  erat  in  der  Freinde  erkennt  man,
uas  das  Vaoserland  iat:

 

Der  1E  ##er  Blelmat.  und  in  berseoischon  Ländorn  Fühlung  mit  dem  alton  Vateran

Deri  m  4  Vber  Auslande  mit  Beraksgegenäften)  überhäuft,  sich  kurz  und
gebnen  79#  dem  Qange  dor  Woltbo  schten  will  —
Deris  In-  oder  Auslande,  „Weler  Kei  noch  Nelgung  her,  täglich  eine  grosse
nnr  6  de  l
Del-  oder  Au  nnde  r  te.  geits  anf  dem  Lande  Nehmt  und  noben  oinem  kleinen
l  i  afs  oiner  orgünzendon  eitungsloktaro  bodur:
Wer  im  in-  oder  Auslande  lberhaupt  alles  wissen  un.  der  lese  „Das  Echo“.
V  Chromx  der  Zeiteretpmisse,  bringe  all#cöchentiich  in  umferat-60
  tender  Form  sieriehte  politischen,  weirtschdy#lichen,  ueiszenschalichen.
u.  gesellschafilichen  Inhalts  uber  alle  Vorguũinge,  tcelche  sich  in  Deutschlund  u.  im  Auslande  abspielen.
IN  **  n  Chrozmtfk  de  Zeitercicprisse,  sc  Ken  J’rarfebfack,  sondern  es
##  [  20.  lusst  clie  interessantesten  Stimmen  aller  Parteien  #  HVonnfe  4%  %%
D  en  Clronile  der  Zeitoroigqiiaae,  brinqt  in  jeder  Niummer  ein  bis
—  ·0.—  ticei  abgeschlossene  Morellesten,  Erzchhfungen  eic.  aus  der  ##t  bererier,
  %  Sclriststeller.
I  #  -  l  W  %  Zesteresornt#ase,  *  i97  in  der  IHandel
eld-5

  e  iVarenmarktes

  und  interessante  rom  Ibeltin
Clironile  dar  Zrlore  Mu###e,  brinyf  ccchendiisch  eine  Liste  der
—  icichligsten  Eracheiuungen  des  deusschen  DTuchhandels  denf  allen  Ge--Zusammengestellt

  von  dem  „Litterarischen  Auskunftsbureau  O.  Grocklauer  in  Leiprig.“

 

bselen  der  Menschlayt.
N  H  0  Chroiik  der  Zeitereitnigae,  brinqt  monaffich  regelmnd"s##
·  2  9  diæ  amt  iche  Liale  der  Postdampfscliiffuhrtaterbindungen  nach  berseeischen
  Lundern.

*  nehmen  allo  uchhandlungon,  Poslanstalton  und  Zeilungs-Bestellungen
  Spoditeuro  in  Deutschlund  zum  Treino  von  B  Maf  ar#e  vier#elsämiten
  en  in  den  abrigon  Lũndern  zu  don  landesüblichen  Proison.  Direkt  v.  d.  VeruSsälg.
  J.  H.  Schorer,  #.  m.  b.  H.,  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstrasse  29,

ntor  Krou-  *  bezogon.  kostot  „Das  Echo  viorteljũhrlich  4  .  50  Pf.,  halbjährlich  9  Mk.,
Fanzjährig  18  AUk.  Rei  Soranh  untor  Stroifband  ompflehlt  #s  ich.  iglichet.  gans  Hähr  rigo

Das  „ECHO“  bringt  wöchentüch  eine  Liste  der  wichtigsten  Erscheinungen  des  deutschen  Buchhandels  auf  allen  Cebieten  der  Wissenschast.

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36.
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S
*

 

Abonnements  W*  Englische  DPfundnoten  Foen  i#'  Znhlung  PSo
ederz  3t  eingetre  ten  werden,  und  wird  „Das  Echo“  v  rer.  der

In  das  Abonnemen  #emn  en  geen  bigrrgn  EX—  apsschüchl

lange  Zelt  dlrckt  vom  Verlag  oder  durch  dede  Buchhan
        <pb n="449" />
        —  345  —

Sökeland’Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung

  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwurzbrote

  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurlickgelegt  hutten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbenusstellung  1896.

Exportaufträge  erbitten  un  Jiu#dker  &amp;amp;#de  Foss,  I#u#huro  für

Ans  Inland  I.  Sökelund  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NIV.  oder  I#i#ndlsbenr.

 

 

Wolgaster  Aktien-Gesellsehaft

für  Holxbearbeitung
Vorm.  J.  Heinr.  Krae
—  uieesert  als  Sporialilãi  7erlegbare

—  Tropenhänser

   
 
 

 

J—  w  Pnheeh  ul  ors
T  Art  u  Dimonsion,  *E
Foanet  m  Bord  Uamburg
*-  —.  Kutaloge  und  Preislisten
„  —  ·  —.—  Seehe  rn  zu  Dionsten.
**  #  Wolgast  in  Pomm.  und
E  berlin,  köthenerstr.  7a  #l.

 

 

 

1282  --*—i*’  aii

BER  —

—  ——

orren  bester  u  bewäl#ter  Cnnswochon

—————n—n———n““nutn—n—ut—t—sss

 

 

 

Hallenser  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgeschmack  nicht  übertroffen  und  sind  bei  gleicher
üte  billiger  als  ausländische  Fabrikate

Unser  Bestreben,  stets  das  Beste  zu  leisten,  ist  anerkannt  durch

unsere  —8  gesteigerte  Produktion;  wir  verarbeiten  imDurehsehnitt

täglich  50  Pei  Nohako,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die
itze  der  deutschen  Schokoladelabriken  stellt.  (a6)

t  David  Söhne,  Halle  a.  S.

 

 

 

In  das  hiesige  Gesellschaftoregister
ist  heute  unter  Nr.  1  die  offene
Handelsgesellschaft  in  Firma:

Gebrüder  Kroussos

mit  dem  Sitze  in  Tanga  (Deutsch-Ostafrika)
  eingetragen.

Die  Gesellschafter  sind:
.  der  Kaufmann  Panay  Kroussos
in  Dar-es-Salaäm  und
der  Kaufmann  und  Wirth  Dionissio
  Kroussos  in  Tanga.
Die  Gesellschaft  hat  am  1.  Mai  1896
begonnen.  Die  Vertretung  steht  einem
ieden.  der  Gesellschafter  allein  zu.

Tanga,  den  7.  April  1897.
Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.

Reden.  *

—

 

Junger

Kaufmann,

19  Jahre  alt,  sucht  Stellung
in  den  deutschen  Kolonien.  (6)

Gef.  Offerten  unter  „Afrika“
postlagernd  Wiesbaden  erbeten.

Junger  Deutscher

*  ·
sucht  Stellung
im  Auslande,  um  Sprachkenntnisse  zu
erwerben.  Derselbe  ist  mit  allen
Büreauarbeiten  vertraut.  sferten
unter  W.  A.  73  an  die  Exped.  d

Prauseische  Lotterieloose

zur  I.  Klassc:  /  à  11  M.,  /2à  22  Nl.,

11  :44  M.,  sind  zu  huben  bei  (70)

Stähler,  Königl.  Lotterle-  Einnehmer,
Berlin  SW.,  Anhaltstrasse  No.  3.

 

 

 

 

Aelteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  enira  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(*)  Esslingen.
        <pb n="450" />
        Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Aug.  Mächel

Hollleferant
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den

Export
besonders  für  feinere  Fleischonserven.
  (0)
Allelnige  Agenten  für  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

 

 

Neueste  selbetthätige
  Patent-  Rebenund

  Pflanzenspritze
WDr  „Syphonia“
.  gegen  Blettlallkrank-°

  
   

mion  Spritzen.
n  verlango  Ablil-Adung
  und  Beschreibun
s  von  33

PII.  MAXFARTII  &amp;amp;  Co.
FPFrankfurt  a.  M.  und  Berlin  N.

 

 

 

 

Lathyrus  sikvestris  Wagneri
(Wagnors  Waldplalterbse).
Hochveredelt,  von  allen  schädlichen
  Bitterstoffen  befreit!
Gedeiht  auch  auf  den  Armsten
Bodenarten,  selbst  Sand,  Gerüöll.
Höchster  Nährwerih  von  25—30%
Protein  (Klee  nur  13,50%).
Ausdauernd  —  widersteht  Jeder  DUrre.

Lathyrus  latifolius  Bastard
gleichfalls  ergiebige  und  widerstandsfähige
  Fatterpflanze.  Auch
für  feuchten  Bodeh  geeignet.
Protelngehalt  2esn  ½%.

Polygonum  sachalinense
(Sachalin-Knöterich).

Gedeiht  ausdauernd,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  Boden.
Protelngehalt  16,97  0/%
Tüchtige  Vertreter  für  In-  und
Ausland  gesucht.

Prospekte  gratis.  (15)
Sautstelle  Kirchhelm-Teck,
Wuürttemberg.

 

 

 

|
2
S:

1

1

 

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*972  2IS
—  —

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#n  z  01060U.M  1080q  ur  Adoy

 

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WPIIIVASIOJIIJMN
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Se###.
unx“
Päsase

 

 

6

   
  
   
 
 
 
     
  
 

 

gefülltem  Kopfklssen  und

rasch  wleder  zusammengesegt.

Preis  (Tür  mittelgrosse  Ferson
„  (lür  grosse  Person)
„  ((ür  sehr  grosse  Person)

Dinslaken  I  am  Rhein.  Ferd.

 

 

v
?

a

#

  
     

   

Schlafsack
WWenmlialsa#c
Mit  toasserdichrfem  Deberzic9g

(wie  obenstehende  —  mit  ablkubptbarem,  weilch-Vindschirm,

  aus  sehr

welchem  Stoff  hergestellt,  äusserst  praktisch  für  die  Reise,

auf  der  lagd,  bei  Geblrgstouren,  für  die  Tropen,  im

Manöver  etc.,  kann  mit  dem  festsitzenden  Plaidriemen

Sschlalsack  1  schr  Meln  zusammengerollt  werden  und  wiegt  cu.  3  Kilo.
3  Das  Lager  ist  lm  Augenblick  hergerichtet  und  ebenso
auss.  Gebrauch.

)  150  em  lang  Mk.  20
170

-  190
Nur  zu  beziehen  vom  alleinigen  Fabrikanten

Jacob

Fabrik  porös-  Wasserdichter  Bekleidung.

L

##

24
#WI

o
NN

Sa#  -Ag7s‘f

7

 

 

I—————N

—
r—

26
(uan)
        <pb n="451" />
        —  —
2  1———

K.  K.  Oesterr.-Ungar.  Hoflleferanten.
Fabrik  schwer  versllberter  und  vergoldeter
Tarelgerüthe  —  Kunstgegenstuünde.

Christofle-Bestecke

412  Jafelöfel  M.  26.40  12  Dessertgabeln  M.  21.—
B  12  Talelgabeln
9

  
   

  

„,  26.40  12  Dessertmesser  „  24.—
127  rufelmesser.  „  28.80  12  Theelöflel
Besteckkästen  und  Etuis
in  reichster  Auswahl  vorräthig.
1  Aueführliche  Preisliste  kostenlos.

Fabrik-Niederlage:  Berlin  W.,
Frledrichstr.  78  (Ecke  Französischestrasse).

,  13.60

,-—
  —.—  —  —  S  —  —
SS.[vj•b„  ..

 

 

*nn  —“s
Kullrbenst“

..  ———  ½%s  iez  #.
*  *-J2925J6VC0  erzn

——————————  Anen

Elleeins  .

Kamerun  Kake0c  Cesellschah,  Hamburg.

 

 

Absolut  reines  balterlenfreles  Flltrat  Mefern

Berkefeld-Filter.

Furer  für  Wasserleitung  und  Brunnen

m  Tropfhlter  bis  zur  grössten  Anlage
Beraeenld“  F’il  %  Gesellischaft,)
le,  Prov.  Hamnover.

 

   

 

Tutti  Frutti,
breisgekrönte  Fabrik  kandirter  Frlchte
und  Frllchte  in  Likör  und  Sirop,
lfür  den  Export  gearbeitet,
Lesselmann  &amp;amp;  Co.,
San  Murtino  (’Albnro,  Genun.

Fubrikmarke  deponirt.  (co)

 

 

Musilinstrumente

 

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Jul.  leinr.  Zimmermann,

Fabrik  u.  Fxport.  kn.  Musikinsl  umenten,

Leipzig,  St.  Petersburg,  Moskan.
Neue  Ulustrirte  lershurg  Fratis.  (58)

Schmiedoolserne  Pensier

und  Oberlichte  jeder  Art,  (16)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  lertigt  als  Spezialität.
R.  Zimmermann,  Bautzen.

Pumpernickel

(westllllisches  Schwarzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (uu)
Hmmer  Brotlfabrik,  Iamm,  Westf.

 

 

 

 

 

 

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Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften
Kolonial-Bitteratur

sowie  zur
Länder-  und  Völkerkunde
aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Holbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,
stcht  Interessenten  Kostenxrei  zu
Diensten.

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        348

 

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Holmann,  Heffter  &amp;amp;  Co.

Leipzig,

Spezialität  für  die  heissen  Zonen:

Weine  aller  Länder.

9  I#peort  nach  Nord-  u.  Süd-Amerika
den  afrikanischen  Kolonien.
Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,

Tuflelwein  zum  tüglichen  Gebrauch.
(Schutzmarke  eingetragen  unter  No.  2203.)

 

 

 

1I  Gebr.  J  ung  dc  Rhein-,  *  und  Pfauwein

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nach  allen  Welttheilen.  (1„)  7

 

 

 

SJSoseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

Moflteferant  Sr.  Majesrdrt  des  Katsers,

o  lerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  1
çeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  liefert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  en
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  —)

fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
Lktion  von  Brutto  5  resp.  3  Klio  incl.  Emballage.
Illustrirte  Ka#als-=  gratis.  758

 

Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Waetzel,
Akademische  Suchlandug  und

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Frelburg  1.  8  .  —  2.

Mit  Badens  Wehr
für  deutsche  Ehr.

Die  Anthellnahme  der  badlschen  Truppen
am  Elnigungskriege  1670/J1.
Dargestellt  von  Dr.  Guntermann.
Mit  vielen  Karten.
Hocheleganter  Geschenksband.
Preis  Mk.  4,60.

Die  Belagerung  von  Strassburg,
das  Herumschlagen  mit  den  Franzosen
  —  Franctlreurs  und  die  heldenmüthigen
  Kämpfe  um  Bellort
unter  Werders  Führung  finden  hier
einen  beredten  Schilderer.

Empfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.

Unsere  Schutzerippe  #n  Cseafffka.
  Von  Georg  Maercker,
Pr.  Lt.  im  Inf.  Regt.  No.  23,  ehemal.
OBZ.  d.  Schutztruppe.  Ri  34Uinetr.
7z.  Th.  n.  Orinelsuknehmen.  d.  Chefs
Ramsay.  80.  sef  n,  von  Kanl
Siegismund,  Berlin  .  3.—.
4½  det2schem  Leben.  (Teuton
Studies.)  Von  Sidney  Whitman.
Autorisirte  Uebersetzung  von  Dr.
Henkel.:  Ibbe,  *  Brosch.  Mk.  1.80
erlag  von  Haendeke
W—  in  Hamburg.  )

 

 

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AactsttskstnsUNDBAUUSSUNIWID

 

DAIPWIIILHOUIIUIIHUNOUNDnuqonkusssovkwkuttk
suktacsr.kastUNoscar.osssass

BAUANSTALDFVZ  EISINKONSIIUITIONIN.

SPEZIALITLTH

Aus-Unwiss-voNExkonPBAuTUN
ALLIIAIIIIIIOLZUNDSMIN.

(ss)

 

ALTONA  HAMBURG

RAINWEG.  PAULSTRASSE  21.
FRRNRPRRCHER  No.  2.  FERNBPRECIER  AuT  I.  No.  4163.
Tarzohan#-Annzsss

Ramscmmun,  Alro.

 

 

 

 

     

Briefmarken-  Albums
sowie  Albumsflir  änslchtspostbarten
  fabriz.  i.all.  Sprachen

 

 

 

v.  T.  Gebelentz,  Handbuch  zur  Aulnahme
  fremder  Sprachen.  Im  Auftrage
  der  Kol.-Abth.  es4  Auswärtigen.
Amts  verfasst.  Preis  K&amp;amp;  4,—.
Verlag  von,  K.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW#.

Die

S

Bruchnœæusen  —
ltaliener  1#  in  Afrika.  Mit  einer  Uebersichtskarte.
  Preis  44  1.—

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW’#.
        <pb n="453" />
        349

 

Berliner  Erport-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dert  sehr  beliebt,  Jahre
lang,  altbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
zah  get  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schuhe  empfohlen.

Versand  in  Kisten  zu  50  ½1  und  100  ½  Exportflaschen.

Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik

Albert  Bier

Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Vegründet  1792.

Für  Deutsch-Ostafrika,  Sasibar  und  Madagaskar  bet  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Älleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sensegen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

——–

(m)

 

Grgründe  im  Jahre  1450.  -
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Garantirt  Langjährig
reines,  erprobt  als
gesundes  haltbar  im
Gebräu  ohne  tropischen
Chemikalien.  RBlima.

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Alleinige  Rontrahenten  für  überseeischen  18Epport:

Johannes  Ed.Jepp,  hanburg,  Jepp  X  Co.,  Mänh,

5.  v.  N.  Wilbelmstraße  9  u.  k0.  Landsbergerstraße  5.

 

 

 

 

 

 

Nur  Fried.  Füller’s

patentirte  Windmotore

sind  dle  einzigen  Windmotore,  welche  die  grösste
Lelstungstähigkeit,  Sturmslcherbelt  und  Kostenlosen  Betrieb
gewährleisten  und  auf  allen  5  Erdtheilen  mit  bestem
Erlolge  eingeführt  sind.  Unllbertroffene,  kostenlose
Betrlebskraft  zu  Ent-  und  Bewilsserungen  —  zu  Wasser-Versorgungen
  zum  Betlebe  von  Maschlnen  für
Landwirthschaft  und  Industrle  —  sowie  zur  Erzeugung
elektrischen  Lichtes.

Anfragen  rrbsten  Airekt  an  den  Konstrukteur  und
alleinigen  Fabrikam  rl

Fried.  Filler,  —e  Maschinenfabrik.

Inhabor  der  ders  Foldenen  Staatsmedallle  und  ger  Frossen
ungarischen  Ausstellungsmedalll

 
  
    

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Export-Bier

Kaiser-Brauerel  ner  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Stelngutfabrik,  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebrider  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,

Gr.  Reichenstr.  45.  (u)

 

 

  

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Tst  Kraft,
Hamburzg,

Ferdinandetrasse  43,

Übernimmt  jede  Commisslon  und
Spedition  nach  und  von

West-  und  Ost-Afrika

zu  den  billlgsten  Bedingungen.
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Amt  I.  4387.  —

Deutschen  im  Auslande
kann  nicht  gonug  ompfohlon  wordon  alter

Steinberger  Korn
in  Kisten  à  12  Litorflaschen  billigst.

R.  Peter,  Goslar,  Kornbrennoerei.  gegr.  1785.
Export-Vertret.  Marder  &amp;amp;  de  Voss,  Iamburg.

 

 

 

 

 

Entziehungskuren.
Dr.  Fromme,
Stellingen  (Hamburg).  (69)

 

 

 

 

 

 

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,
s  Sr.  niglichen  Kobet  des
Prinzen  Heinrich  von  Preuhen.

Album  der  -beusschen  Flotte.  Leporello-Format.
  .  1,50.

v.  Holleben,  Korvett.  Cptn.
Jahre  Seekadett.  1882.
mit  4  Porkaits,  gez.  von  Allers.
80#.  4.  5,—,  eleg.  geb.  K.  6.—.

v.  Holleben,  Deutsches  Flotten=  Leben.
152  S.

.K.  1,50,  geb.  -K.  225.

Sieben
268  S.
        <pb n="454" />
        —  350  —

WOoERMANN-LINTE.

Am  10.  Juni:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt  Jensen,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Häfen
der  Südwestküste  Alrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Rufflsque,  Siorra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Juni:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt  Henneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  30.  Juni:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Brinkert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  25.  Juli,  25.  September
und  25.  November.
tle  Güter  mussen  am  Tage  vor  item  459angscdaftem  bis  12  Uhr  mittcagps  Mnsseife  sefn.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passatge  ertheilt  die  Weoermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  etatt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
R.  P.  D.  „ADIRAL“,  via  Antwerpen  statt  Amsterdam,
Capt.  West  2.  Juni,  16.  Juni,
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  El2  23.  Juni,  7.  Juli,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskan  14.  Juli,  28.  Juli,
R.  P.  D.  „KoOENIG“,  Capt.  Doher  4.  August,  18.  August,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach

Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,

Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ½###  Kap  der  gYerren  Ha#ng
direkt  nach  Derban,  Delagoa-Bat,  Ms#a,  Vossé  Bé.
Nächste  Expedition  (via  Amsterdam):  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  am  6.  Juni  1897.
Die  Dampfer  Raben  vorz#kpliche  Einrich##tngen  Fr  Enssaptere  in  allen  Klussen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmüssig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss

an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:

urg:
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

(#)

Deutsche  Ost-Afrika-LTinie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Juni  1897  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="455" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amisblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Beransgegeben  in  der  Kolonial·Ablheilung  des  Answãrligen  Amls.

 

 

VIII.  Jahrgang.  Herlin,  15.  Juni  1897.  Uummer  12.
Wo.  #ischeiht  #D  in  erl  1.  und  16.  ln  d  n  als  Seiet  el  gesencsenner  einmal  roln
Danckelman.  Der  d#  nie  iche  Kesemn  ernn  für  nialblatt  mit  n  Bethefl  tt  gibt-Veso  Pn.  Post  und  die
ge.  ve  dn.  mnder  Stnssond  dur  oeei  iareen  u  r  3  r
rrors  6  Fde  68—71,  zu  rd  (Eingelragen  16  der  Zeitungs-  Prelenste  für  1897  1  1977.)

Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstra

 

Inhalt:  Amtlicher  Theile  ru  fur  Al  Wlergüchseen  Kabinets-=  „rbr)t—  kbetressend  Feimmerungs-Meill  an  Kaiser
Wilhelm  den  Großen  e  für  den  Mona  —  Personalien  S.  351.—  Statistik
des  auswärtigen  **#  im  deutsch-  r  .  wv  .  z0  l  1896  S.  352.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  374.  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  13  eine  Nelle
in  dem  Hinterlande  von  Lindi  S.  374.  —  esichtigungereise  des  3  Stationschefs  von  Kilimatinde  S.  3798.
Wächtigung  S.  378.  —  Kamerun:  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  über  seine  Inspektionsreise  nach  Me-Togo:
  Schisssverkehr  in  Togo  im  Jahre  1896  S.  384.  —  rrgeelchtd  in  Tege  S.  76

r  —  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegu  384.  erschied
Vittheilungen  Frauenverein  für  Krankenpslege  in  den  deutschen  Kolonien  8  *  —  Ss
S.  390.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  390.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.

Gesetze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden,  Verkräge.

 

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  22.  März  d.  Is.  ist  zur  Ausführung  der  Urkunde  von
demselben  Tage,  betreffend  die  Stiftung  der  Erinnerungs-Medaille  zum  Andenken  an  des  Hochseligen
Kaisers  und  Königs  Wilhelm  I.,  des  Großen,  Majestät  (siehe  Kolonialblatt  Nr.  7),  bestimmt,  daß  die
Erinnerungs-Medaille  erhalten  sollen:

I.  —VI.  *.
VII.  Die  den  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schußgebieten  zugetheilten  Offiziere,  Sanitätsoffizlere,

Beamten,  Unteroffiziere  und  Mannschaften,  welche  dem  Reichsheere  und  der  Kaiserlichen  Marine

angehört  haben,  nach  dem  Personalbestande  vom  22.  März  1897.

Der  Gouvernementskurs  der  Rupie  ist  für  den  Monat  Mai  auf  1,3175  Marrk  sestgesetzt.

 

Perspnalien.
Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  3.  Juni  1897.

Dr.  Gallus,  bisher  Assitenzarzt  1.  Klasse  der  Reserve  vom  Landwehr-Bezirk  Guben,  mit  dem  9.  Juni
als  Assistenzarzt  1.  Klasse  mit  seinem  bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.
        <pb n="456" />
        —  352  —
Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch-  ostafrikanischen

 

 

  
 
   
   
   
 
 
 
 
  
   
  
 

   

  
 
 

 
  
  
   
   
    
 
    
  

  

    

 

 

 

 

a.  Einfuhr.
1.  2.  8.
Nr.  des  ½“m  ·
Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses
sl  engl.  Hid.  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien  engl.  Psh..  Rupien
1A  und  Walte  ...  1970  760  10  10  —  —
1B  ...  1077  101317  2811  17  18
101  —  avpr  u.
Fabrika  7276  4558  4  —  —
102  Tücher,  appr.  u.
u.  europ.  Fabrikatt  34004  220340  4  63  059  276  148
1I)  Gewebe:  amerik.
....  8648750567882.694571026410370
11s11  SeidevonMaökatæcund
...  .....50134695021715620838  20  29
112  Seide,  Gold-  und
....  99  316  249  1028  —  —
1½3  c.,  dichle
auch  Bänder  454244762235  2539  —  —
11  auch  Bander;

51  535  63  4671  1468  1056
1F2  .  1311  16461  2370  3710  —  —
16  und
in  75  2  128  1764  2740
145  210  570  492  1254  126  238

30  408  2024  4
2  A  aus

.16781  3087  4047  2170  679  326
2B  Jute  a  t=  407  519  10  12
20  sonstige  r  aus
127511547  820  320  5  10
34  4  239  2  30  323.
38  33  99  761  5
30  63  265  25  74  40  51
44  1  468  2108  347  814  37  105
481  aller  et.  persischen  und  indischen
600..966  76  131  —  —
4B2  Fabrilats  3158  558112237  4874  —  —
40  u.  Filzhüte  12  119  251061  1296  3118  49  175
5A  468  243  21  11  —  —
5  B  Bast  u.  dergl.
1146639  969  239  627  42  32
6  A  Handels=  und

1374810  8246378  6710  986  622

6!  Photographien,
N  8  Kunsterzeugnisse  8  4399995377212  2375
aller  A  —  —  —  —  —  —
7B  aller  ul  405  973  448  671  205  303
70  und  Polsterwaaren
ohne  Růchsicht  auf
316310041  2  461  7260  216  292
7D2  und  ,  ver-.
  13911  2238  358.  688  3  6
8A2  mit
8B  b  1  51
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        353

Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1896.

 

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4.  6.  6.  7.  .  9r.  0.
Oesterreich-  Schweden=  Belgien,  -  .
Italien  Rußland  Norwegen  Holland  Schweiz  Amerika
engl.  Pfd.  Ruplen  engl.  Pid.  Rupien  sengl.  vid.  Rupien  sengl.  ei.P  Rupien  sengl.  vid.  Rupien  sengl.  pid.  Rupien  Jengl.  Pfd.  Rupien
46  0ö%  13  —  —  —  —  —  —  —  —  29  14
—  —  Dä1885221•7422
—  —  —  —  24  50  —  —48820  550—  —  45  30
48  333  —  —  —  —  —  —  —  361  331
27  4%  —  —  —  —  —24058%0  20  1#00  00
—————  —  1  19861  —  —  21  72
324%  31i  —  —  —  —  —  ————  —  14  15
15  18  121127  —  —  —  —14N35771  —
—  —  —  —  #  —  —  —  —  —  —  —  105  134
570  568229  252  —  —298  567  70800S144  —
8  11  11  24  —  —  —  —  —  —  —  —  —
22112896  400  83  89  —  33  3111  570  26  39
159  361  —  —  —  —  —  —  130  37—  —  —  —
101  s8s10  —  —  —  —  398  3944  —  —  —
—n  —  —
1  6  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  8719  —  —  —  —1  —  —  —  —  —  –—
22  69  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
2  6  —  —  —  —  —  —  —  —
100  5  188  256  40  111  47  88  7  58  —  —
4913908  512  —  D  —  —  16  i51  —  —
—  —  117378  —  i  —  —  —  46  24
l
756650533702849843  4  3825  367  10  3—  —
—  —  2  27  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  S  3621  —
!  Z»
12  18  4  26  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
s  i
22  63  20  60  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
1!
;-  ;
39225  1  2——  —
1  *  —  —  57  —  —  —  DP23I()3)7)7
        <pb n="458" />
        —  354  —
Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch-ostafrikanischen

 

d  11.  12.  13.

Nr.  des

—  Waarengattun  g  Indien  Arabien,  Persien  China
erzeichennl.

  Psd.  Rupien  enal.  Pfd.  dupien  enal.  Psid.  Rupien

 

14  Baumwolle  und  Watte  20683  2541—  —  —  —
1B  Baumwollengarn.  .  1733410144—  —  36  12
101  Rohe  baumw,  dichte  Gewebe  und  ric,  *  u.

uUnappr.  jedoch  ungef.:  aneeiir  Fabrikat  .  3692  1924  —  —  —  —

102  Rohe  baumw.  dichte  e  und  Tücher,  a
unappr.  jedoch  !“#  indisches  u.  europ.  Nüru-  2945  128|1  521  033  257  43  —  —
aum

1D  Gebl.  appr.  w.  bichte  Gewebe:  amerik.
u.  europ.  Fabr  854168  7210  —  —  —  —
1EI1  Baumw.  Tücher  knt  Seide  von  Maskat  cc.  und
europ.  Imitationen  79  178106  05420  037  40414  —  —
1E2  Baumw.  Tücher  mit  Seide,  auch  mit  *  und
Silberfäden  durchzegen,  nur  Maskat.  255  1276  45  5552  23  68
1½3  Europ.  baumw.  Decken,  Teppiche,  Dochte  ꝛc.  auiche
-  Gewebe  einfarbig  in  versch.  Farben,  auch  Bänd  5620  3046  329  329  27  40
1PF1  Dichte  baumw.  Gewebe,  einfarbi  auch  s#e
indisches  und  europäisches  Fabrikat  .2123444  107  276  —  —
1F2  Maskat-Fabrikat,  meist  braun  *  ..  134  239  1227  1288—  —
16  Bedruckte  baumw.  Geweb  anze  Stücke  und
Tücher:  indischen  und  Fks  Ursprungs  91254633  149  317  —  —
1  HP  Maichte  haum  „Gewebe  #Wüt.  ungef.,  appr.
e  Spiben,  oskitonetzstoffe  20  1309  1727—  —  —  —
19  -  t  Kleider  aus  baumw.  Stoffen  jeder

Bett=  und  Tischzeug,  Wäsche,  au-  gun
Ngenlhne  Mühzen.  (Ferner  Trikotagen  aller  rt.)  69  43ö  47246  411  131242473  1  685

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2  A  Zwirn  Strice,  Taue  aller  Art  aus  Flachs,  danf

oder  Jute  .  81343533—  —  —  —
2B  Gewebe  aus  Fl  achs,  Hauf  und  Jute  aller  ArtD  1796  1861  —  —  —  —
20  Genähte  Kleider,  Säcke  und  so  nstige  Waaren  aus

Flachs,  Hanf  oder  Jute  72  42ô%  6411  —  —  —.—
3  A  Rohe  Seide  (Cocons;,  geftiner  u.  hezwirnte  Seide  52  457  5  45  174  1  547
3B  Genähte  Seidenzeuge,  Ti  ücher,  Spihen  und  Bänder  820  5945  4  20  569  5815
30  albseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  97  6  40  116  591
44  ollga  1699  3606  10  35  —  —
481  Weuhet  E  aller  Art,  peisischen  und  iudischen

Frt  rik  720  1226  457  935  2  9
4B2  Wollene  Geweb  aller  Art,  europäischen  Fabrikats  2  4  300  100  —  —
40  Genähte  wollene  Kleider,  20  Mützen  l  u.  Filzhüte  849  20411854  3102  6  17
5A  Kokosnuwfasern,  Stricke,  V  6259  9411  —  —  337  88
5  B  lle  sonstigen  7*5  Zat  Se,  vast  .  dergl.

wie  Matten,  Körbe,  Bastsäcke  1175  136  333  94  4907  1279
6  A  Papier,  Papierwaaren,  Spielkarten,  Handels-  und

Kontobücher  7012215  20  19  55  106
6B  Gedruckte  u.  geschrieb.  Sndee-,  —  Photographien,

Hemälde  u.  ähnliche  Litteratur=  u.  Ansterzeugisse  1  886  580  12  5  —  —
7A  A  Fle  un  d  Häute,  underarbeitel,  aller  In,  —  —  —  —  —  —
7B  egerbte  Felle  und  Häute,  Leber  aller  1323  1139  60  32  —  —
70  Leder-,  Sattler#,  Schuhmacher=  und  ee  anen

Es  Kissen  u  Matragen),  lahere  ohne  Rücksicht  an  f

das  *m0tm  d  Materia  6134  7  691  2  15  42  48
70D2  Federn  und  Haare,  gereinigt  Fes  sonst  weiter  verarbeitet,

  auch  Bürstenbinderwaaren  21  59  2  23  —  —
842  Schildpatt,  verarbeitet,  auch  in  Verbindung.  mit

anderen  Materialien  6  8—  —  —  —
8B1  Kauris,  eerlal  u.  dergl.  zur  r—-  oe·

eignete  Muscheln,  auch  Edelkorallen,  roh  —  —  —  —  —  —
8B2  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  “i-ie  geeignete

  Muscheln,  auch  Edelkorallen  verarbeilet,  »  i

aiichinVerbindungniitaiiderenMaterialieii.  3.  18  1  41  2  5
9A  Gold,  Silber,  roh.  1  2—  —  —  —

9  B  Sgniu  achen  u.  onstige  e  Waaren,  ganz  od.  cheilweise  1
olb  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenuhren  217  —*  —  —  —
90  —  Silber,  gemünzt  1  55—  1  —  —
,  l
        <pb n="459" />
        355

Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1896.

..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.  15.  16.  17.  18.  19.  20.  Ges  is
i  i  esammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  Mar,  Kapland  i  *  undere  Lünder  der  Einfuhr
Gewicht

r  24  Ruplen  9.  «  Rupien  #  Ruvien  #  RMupien  ##u-  Rupien  4  Rupien  "n—t  B-  Rupien  engl.  t.  Rupien
—.  —  541471  —  —  —  —  —  6  14—  —  23272  3596
—.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  8360  300  232569
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  66688—  —  189092058  1  613  327
32  26—  —  —  —  —  —  —  —  100  110—  —  96  030  95222
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  671  94  25  41169239  230  599
—Q§Cocc1&amp;amp;2  10  9540281
—  293  „LL[  BWL  2  8  13713111165,
k  —  1  18—  —  —  —  —  —  —  —  237  304  762316  662  050
—  21—2  9  —  2  21727  21272  22  212—*  5147]  7617
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1  36711
1110  1193  106822025%  39110|]L:]  386¼4322  24
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  18  930  9249
—  —  —  JN  —  —  10  6202|  6659
—  —  12121  190  —  —  —  —  —  —  1100  61  —  88  31112971
1  18  L  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2651
G  229  20  19...—  —  1122—  162614155
28  81  3.  19.J  2  66  ——1  487)  2648
—  —  —  —  —  —  —  —  —4  —  —  3  6  2  056  3443
—  3  9  "  18603282
—  —  —  —  —  —  —  —  —  6  —.  —  —  —  6974  11126
EEEIVEIIIIEIIIIIIBIIIIEIIIEIEIEIE
—  —  661595526|  121244  —  —  —  —  8103346886  280  0  1%
5869966%%25
1  1  114  86—  –  —  —  —  —  23250403  11338  47  8311  27  739
uss  78  1  H  611  26364  18726
——  ——  ———  T  36  ——  47
548  2849-—  —  127268——  2882  3835
—2759BB.U  24%  299q  5661489
1  1  5.—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1818  8142
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  12  58.  19  153
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  63208  2930—  —  63  208  2930
—..  310  15  10  40  50  933
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —.  6  139
*-  129  5170  U  2,  60  410  88117320
—  —  —  —  —  —  —  54  —  —  —  —  1  53n
        <pb n="460" />
        —  3656

 

 

 

 

 

J.  2.  3.
Nr.  des  „  »
Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses  „
engl.  Psd  Nupien  engl.  Pfbd.  Rupien  engl.  Pld.]  Rupien

10  A1  Mufieinstrumente  aller  Art,  Wand.  Stuh-  Säi3
r5%  n1n  6  5  aitul  5  5802  8695  942  2468  —  —
10  A2  Chirurgische,  a  tronomi  e,  opti  e  u.  der  n

u  zurs  5  brih  6  884810977  46631  —  —
10  B1  andwirthschaftliche  und  geweröliche  Maschinen  un

Maschinentheile  6  55  24319374  21  1815  8  12

10  B2  Eisenba  F  ramway-  und  sonstige  Wagen,  sowie  Stück  16  S
Zube  107  0958306  —2D021  —  —
10  B3  See-  8  Flußfahrzeuge  aller  Art  nebst  Bubehor
auch  diese  allein,  wie  Masten,  Ruder  2c.  Stück  112760  —  —  —  —
11A  Eisen,  u.  u.  Stahl  in  Bloden.  Szienen,  S  u.
ö  166  987  11941  68  48656  6631  —  —
11B1  Eisen  Ft  .6091  9  9088  205  —  —
11  82  Lalvant  irter  Stacheldraht  .38428  1313  680  117  —  —
11  83  Eisenblech  und  Ei  W  waaren  22  4%  40  605  —  —
11  B  4  Galvanisirtes  Wellb  40477113  299996957|11841  —  —
1101  Sisen  Sr  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,
121  790  89  592  40845  44  711

11  02  Eiseene  e  i  und  landwirthschaftliche  Geräthe
249730  91  487740  120  207933829  1543

11D  —  aller  Art  aus  **  und  Stahl,  Schuß-,
Stoß=  und  Hiebwaffen  6908  16088  82066  7346  11  57

12  A  Rohkupfer  und  Rohmessing,  Kupfer  und  Messing  in

löcken,  Stangen  und  d'  Hratte  10341007  285  146  —  —

12  B1  Kupfer=  und  Messingdraht,  **.  kupn  ind

messingne  Schrauben  42  489  235428178  9029  42  27
120  Kupfer=  und  Messinggeräthe  aller  Art  7888  7  818  1796  318  9  17
13  A  Zinn,  Zink,  Blei,  #  hein  löcken,  Klauen,  einngen

und  öhren  „  Sleä  en  und  Bliischrot  6316  234163377  3645
18  B  Heräte.  e  u.  Gesahe  aus  us  Zm,  J  u.  *  14  191110  111121  4396  195  113
14  A1  Kalk,  Freid  1244  1778459  296  —
1442  Cement  377  046  10639  403  338  —
1481  Nv  gel:,  0  Mühlsteine,  Scteeiseine

Gran  1  Ve  abstein  .  598711022983  211  820  42
14B2  Schiefer,  m——  Feorrstine  193  1  22  —  —
14  B3  *  roh  und  bearbeitet  1949  375  257  —  —
140  aller  Art  3  72  16  —  —
140D  2  Ratron,  Aiaun,  Sen,  **7  vᷣbosphor

—e  21  529387581039  4653  745  73
14  BE  Sieineo.  ¾  .  .  2208  3  0800  274  —  —
15  A  Mineralöl  (Petroleum)  ..  —  —  —  —  —  —
16  B  Erdharze  Ertwochs,  Pech,  Thee  9  11610  78816262  1338  —  —
160  Farben  aller  Art,  trockene  und  mit  Wasser  und  Oei
angesetzt,  auch  Tinten,  Terpentin,  Leinö  2c;!.  9  C  N312  512  363
150  Seifen  aller  Art  23297  46  103  994  17  156  11  33.
15  E  Wibrrische  Fette,  ni,  gim  Speisegebrauch  dienend,
4  e  Wachs,  Talg,  „Lichte.  9112  2683  %
15  Fl.  -Alucherhar  Siii  PKaichn  (terra  jeponies  516  245  347  123  —  —
15  F2  ummi  arabicu  .  29  27  17  17  —  —
15  Fab  Waaren  aus  *“7*½#v  .  818  997  186  701  5  26
15  F4h  Waaren  aus  K.  5  8  65  9  —  —
16  A  Schiehpuluer,  *  vationen  8170  8717  4267  2670  10  12
16  B  ü#ndh#  172  132  —  —  —  —
16  0  ent  “J3  (Dynamit,  uroglheerin

Schiebbaumwolle;  auch  Hieeichöer  7  2874  41  13  —  —
17A1  Spiegel-  und  sterglas,  fertige  Spie  c  4726  1945%  6848  1293  —  —
1742  Glaswaaren  (  Mindel,  ert  beon  r1c.)  269731554922196|  688  45  38
178  Porzellan=  und  Faenkrwaaher.  aller  Art  28  4555  85300  107  608  210
1701  Perlen,  lleine  und  mittelgroße,  rothe  und  weie,

auch  g  u.  schwarze,  japanische  u.  chinesische  —  —  —  —  —
172  Perler,  nt  che,  ktalienische  rc.  in  Kisten  u.  Fässern1525  16066  64  108  65  36
17D  Thon  Töpferwaaren,  terra  cotta  u.  Steingnt17832  41851688  540  —  —
18  D  Wnen“  aus.  Zähnen  v.  Elefanten,  Flußpferden  2c.  177  1  1  —  —
18  E  1  Wild-,  Ihinoheros  und  aue  lonstigen  *  unverarbeitet.

  80  80  —  —  —  —
        <pb n="461" />
        357

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

T.  6.  7.  S.  r  1.—
Oesterreich-  -  Schweden=  Belgien,  ·  .
ungmch  Italien  Rußland  —  l0W  Schweiz  Amerika
engl.  Pfo.  Kupien  engl.  Pfid.]  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien  seugl.  P#d]  Ruplen  sengl.  Pfd.]  Rupien  sengl.  Pid.  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien

2  4  2  111  —  —  —  —  —  —  59181  —
311189  —  —  —  1  18  —  —  135  ç
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  203  217
—  —  —  —  —  —  24341%  618  —  —

2  11—  —  —  —  —  —  190  20  K831  4  —
60  12  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —-  —  —
100  37  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  70  86
—  —  —  —  —  —  —  —  l10120  17111  —  —  300  38

22121  18831  —  —  —  —  6  36  34  953  4863  7  20  357  165
30  426  161  288  —  —  —  ös  710  —  266  24

3  4  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
320  188  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
49  4  —  —  —  —  —  —  —  —  —  39h  69
*-1  3  3l#  —  —  19022
741  15  *  —  —  ——14214½%¼½¼⅛%  —  59  8858  853

1  1  118  88ZZ  —  ——  4  ——  —  —  —

—  —  —  —  —  —  —.—19010621—  —  —  —
—  —  —.  —  —  —  —257  3al  —  —  —
15  3  —  —  —  —  —  *  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —-  --  ---  —
837  —  —  —  —  —  —  15951  —  —  —  —
————————18000  248
—  —  —325902490  —  —  —  —  —  —  12  “  172  766

93  11  7130  948  1  11—  —  Y5SCOO  —  1013  145

295  1  266275  146  —  —  —  —  —  -—·  ——  83882"14397
.  l
-—  -—  —  3  2  90  —  —  71

*“  —  s8s  6H3  25  2863  #06  —  —  171  71

2  44  –—  —  —  —  ———  *  —  —  —  —
24.8  333  —  —  —  35  ia221  2  —  —  —  —

3  4  —  —  —  —  —  –  —  —  .  —  —
—  —  —  —.  —  —  27  9  30  1.  -  —  —  —

5n  108  15000  —  —  —2  —  —  —.
950  2444  4  335  —  —  —  117  321  —  —  —  —
514  1212  560  214  —  —  —  —4841112  —  —  —
1633  38  155  79426  2991919110m—m  H
260.  12707015  113  —  —  —  —  l891199799  —  —  —-—
  —  —  —  —  —  —  —  6  66  —  —  —  —
*
        <pb n="462" />
        J

—  358

 

—.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11.  12.  13.
g  des
aaren-  i  bien,  Persien  i
Waarengattung  Indien  rabien,  Persi  China
nisses
engl.  Pfld  Rupien  engl.  *ue  Rupien  Jenagl.  Pfo.  Nupien
10Al  Musikinstrumente  aller  Art,  Wand-,  Stutz-,  Schiffs-·
  undeeruhren...........  201  3811  —  —  —  —
10  A2  Chrurgische,  astronomische,  optische  u.  dergl.  Inmente
  —  —  —  —  —  —
10  B1  Landwirth  haasusche  und  gewerbliche  Maschinen  und
Maschinenthei  43  40—  —
10  B2  Eisgaben⅜t  —  und  sonsüge  Wagen,  sowie  Stück  1)  10
—  —  —  —  —  1
10  B3  See=  und  Flußfahrzeuge  aller  Art  west.  *
auch  diese  allein,  wie  Masten,  Ruder  —  —  —  —  —  —
11A  Ei  en  u.  Stahl  in  Bloden,  Schinen,  ö  u.
ren.  .  179188  15911—  —  —  —
11  B1  Eipebren  .  .  Z  —  —  —  —
11B2  Galvanisirter  Siache  sdraht  2  —  —  —  —
11  B3  Eisenblech  und  Eisendle  waaren  1354  2141  —  —  —  —
11  B  4  Galvanisirtes  Wellb  978  62—  —  —  —
1101  Eiene'  buusreit  wie  Moͤbel,  *  Nee,
Pfan  6  14522  —  —  2  3
1102  Eiserne  hundwerks=  u.  landwirthschaftliche  Geräthe
6  3  vo  hiceftiche  Gerihe22682
11  affen  aller  Art  aus  Eisen  und  Stahl,  schub-Stoß=
  und  Hiebwaffen  346  58  704—  —
12  A  -oupfer  und  Nohmessinge  „e  ind  *  in
12B1  #l  en,  Süunen  und  *  ni  z  15  —  —  —  —
er-  un  essingdraht  owie  erne  un
messingne  Schrauben  6  1820  —  —  —  —
120  Kupfer=  und  Messingeräthe  aller  Art  18309  —  107  84
13  A  Binn  ink,  Blei,  roh  in  Blöcken,  Llauen,  Siangen
öhren,  Bleikugeln  und  Bleischrot  7991  —  22  97
13  B  Gerahhe,  ——  u.  Gesahe  au  aus  77n  Jur  1.  *  7747  18  50  32  67
1441  Kalk,  Kreide,  Gip  4189  4574  69  —  —
4c82  —  Wn’*FBr  Shl  in  J  —15157
1  au-,  Ziegel-,  Ba  eine,  s  iene,  ei  bine,

1  Erostein  e)  ..  .  45  403  —  —  —  —
4B2  Schran  Echeefewlaken,  Frresheine  75  —  —  —  —
483  Marmor,  roh  und  bearbeitet  —  —  —  —  —
49  —1  *  .  "5  *  5  —-——

oda,  Natron,  aun,  a  1  wese  osp  or

enik..  .  259048521759143291611714  590  88

14  E  Steinfehlen  ..  —  —  —  —  —

5  A  Mineralöl  Petroleum)  —  —  —  —
16  B  Erdharze  (Erdwachs,  1626  —  —  —  —
15  0  Farben  aller  Art,  trockene  *  *P  Wasser  *  dei

angeseht,  auch  Tinten,  Terpentin,  Leinöl  r2c  7  886  175  24—  —
#  Slher  aller  Art.  5  is  p  9  .  *  6183  —  —  —  —

ieri  ette,  ni  t  zum  pei  ege  rau  ienend,

wie  a,  Talg,  Leim,  Lichte.  .  781  1998  338—  —
15  K  1  Räucherharz,  VBenzoin,  Kalcchu  (terra  ĩaponlesj  16  856  1055  249  i  20
15  F2  Gummi  arabicum  .....  131  362  1220—  —
15  Fab  Maaren  aus  “*m.  ........  23  —  —  —  —
15  FbWaaren  aus  Kop  23  —  —  —  —
164  Schiehpuluer.  dopl  rpper,  gatronen  114  —  —  10  10
16  B  Zündh#  —  —  —  —
160  Senh  Sien  sioffe  (Duanie  Füroalherrin.

aumwolle;  auch  Streichhölzer)  .  —  —  —  —

17.A1  Siechoe  has  Fensterglas,  fertige  “  el.  4829  —  —  16  4
1742  Glaswaaren  Eyäinder,  Gläser,  Fl.  eschen.  rc  )  725/  6  14  94  178
17B  Porzellan-  und  Fayencewaaren  aller  1138  —  —  198605803
1701  Perlen,  leine  und  mittelgroße,  rothe  r  weiße,

auch  9  und  schwarze,  japanische  u.  Sziuelisce  1022  —  —  26  963  12  415
17  C2  er,  c  italienische  etc.  in  Kisten  u  ern  2684  —  —  —  —
17  D  -u.  waaren,  terra  cotta  u.  Steingut.  83  679,  238  9  2612  558.
18  D  Wnren  aus  Zähnen  v.  Elefanten,  Fluhpferden  2c.  21  —  —  5  36
18  E  1  Wild-,  zihinggeros=  un  und  alle  lonstigen  Hörne,  unverarbeitet

  —  —  —  —  —
        <pb n="463" />
        359

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.  15.  16.  17.  18.  19.  20.  t
»  -  esammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  M,  Kapland  ugn  bes  Andere  Länder  Einfuhr
icht
r*sr  Rupien  .  4.  Ruvien  M#il-  Ruvpien  l.  Rupien  2.  Rupien  -*!)—  Kupien  Al-  Kupien  Haewigt.  Rawien
—  —  3  2  —  —  —  —  —  —  —  —  3  107297|  12  410
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  448012710
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  67  612  21  456
Stück  4  Stück  26
—  —  3131  —  —  —  —  —  —  —  —  —  107095107“0
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  HStück  112760
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2991988230
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1256
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  9165  1444
—  422  W  E
—  —  221KH  BS3
41  33  330  666—  —  —  —  —  —  35  17  —  —  220076  861
—  70931  560H  —  ———  755  J25970|122080
—  —  2  200—  —  —  —  —  —  32  20—  —  15566
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  13341  1169
—  —  —  —  —  —  —  —  E  —  —  —  —  —  82849  33  632
3L  2  4  28  304  21014
—1  1,n  10HH  1  3340681154
1  690“5,  1322974M  STHI
—  —  28150  +  96C
—  —  –  —  —  —  —  —  —  —  «  —  —40445911598
—  —  —-  —  —  —  —  —  —  —  944  —  55540  1796
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  695  261
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  8761  916
——————-——————.——  8033
-—  50  1————4—5970954835——467688147178
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  100  5—  —  31  108
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2640949|175  246
—  —  —  —  —  —  —  —  —  18  1—  —  29516802272
—  —  179  821  —  —  —  —  —  —  337397  4  3|  166  171.8  590
—  —  —  —  288  44  —  —  177  331  —  —  518  40  79  167
—  462  761  —  —  —  —  —  —  8729  17101  110  29184  10062
2  1  35  3.—  —  —  —  —  —  16  58—  —  17  89114079
—  —  —  —  —  —  —  —  1.  —  —  200  —  —  613  228
—  UÜ  1  -Inl  —  17|658
—  —  27  621  —  —  —  —  —  —  —  —  3  9  123  102
250  101—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  5  20|1342911  746
—  —  —.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  175  136
l  33
—  —2  4%  THHä
42  211  3451  2121  —  —  —  —  —  —  —  13  24  94725  617
160)  284  30  —  —  —  —  —  —  30  11—  —  82291|18339
0  64661  —  §6§.  —  —  —  —986
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  EEIIIEEIIEII
59  90|34  2S9  134  —  —  —  —  —  10  42  55.—  158  96513214
—  —  24381  —  —  —  —  —  —  —  —  —  69  611
—  —  —  —  —  —  —  —  57/  51  360  165  4  296
        <pb n="464" />
        —  360

 

 

1.  2.  3.
Nr.  des  ·»  «
Burgka  Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses
engl.  Pfd.  Rupien  Jengl.  Pfd.  Rupien  Jennl.  Pfd.!  Rupien
18  E2  Stöcke,  Kuafe,  Kämme  u.  ard  Waaren  aus  Hörnern  94  210  176  287  —  —
18  F  Knochen  und  Waaren  aus  10  75  5  101  2  7
18  G  1a  Bau  5ern  rohn  u.  behauen  D  oens  sonst  hergerichiet:  **  d

europäischen  Ursprungs  —  44640000]]8  —  —
1861b  Bauhihher  en  u.  „,  ober  sonst  barech

indischen  —  —  —  —  —  —
1861e  Banhelser  P#zaue  ober  gle  hergerichtet:

einh  eimt  *#  (UnriS  tis  rc.  auch  Fe  —  —  —  —  —  —
1862  erchegr  Ebenhol-  Grenadille  n  4(„]

18  G  3a  Ssehoes-  .  iLorsfechter  K.  Arbeiten:  europäischen

  Ursprun  120  19230  454962  5092  24  55
18  Gabmmermanns=  u.  —.’  rc.  Arbeilen:  indischen

Ursprun  .  4277  1589  75  24  —

18  G  3e  3imsermanns=  u.  orbflechter-·  zc.  Arbeiten:  eineimische

  —  —  —

19  A  Gemüse  u.  Sbst,  *'Y  u.  2*  fr  11325539664%1788810  5.520  96621986
19  B  1a|Reis  mit  Scha  —  —  —  —  —  —
19B  1b|]  Reis  ohne  !57  6  1  5  5  —  —

19  2  Mais  un  .  165  121  —  —  —  —
19B3  Mtama  .  Norhh  und  Mawele  —  —  —  —  —

19  B4Nicht  besonders  genanntes  Getreide.  29  121  4  —  —
1901  Mehl  alle  54  079  77460|  41441  —  —
19  C02  Sechwonnen  r  *o  vrot.  Biaiia.

Kuchen)  147600  848810  2352422  1269
19D1  Chiroko  —  —  —  —  —
190D2  Bohnen  und  Er  cbsen  2539  5611  —  —  1336  280
19  D3  HNMicht  besonders  chenanue  burnfeacht  1266  248  12  6  500  82
19  E  1  Er#ness,  Pistazi  86  27  —  —  —
192  Kokosnusse  —  —  15  7—  —

19  3  Weait  —  —  —  —  —  —
19x  4  Sesan  —  —  —  —  —  —
19  5  Kelomügz  und  ESesar  101  31  37  7  —  —
19  F  Bugen  r  und  *ie  *.  Zuaer-  2
.  116  320  4  6290  742
19  G1  pue  882  66  421  198  70  33
19  62  en  aler  *  —  —  —  —
19  63  9  sonstigen  Gewür  1759  1  412  902  629  224  155
19  64  Kaffee,  Thee,  Kakao  r  *  Stiallte  8784  12466100012  2  1-19
  66  Dabak,  Eigarren  und  Eigare  29930  99792½3  36  102
1966  Mohn,  Opium,  Hanf,  Haschisch,  Veerrasse  und-  lätter  —  —  —
19  11  |Butter,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,
ett.  46  792  41  1811  5863  4387  5647  2794
19  4  2  Schinken,  Speck,  Wurst,  Fieisch,  Gesluger  (nicht  lebend)  79  42  A  12  44910  4600  1410  936
nig................  1  —  —  —  —
197J1  icht  ussirende  Weine  in  Fässern  und  Flaschen,

auch  C  6187333  65  47356699  1550125  403  37848
19  728  —  ....  .1906712779646  7594370535760
19J8  Essig  6  188  533  1186  2  2
1974  Malzgebraute  Getränke  (Vier)  in  *n-t  und  laschen  523312  10073809898  21501464  254
1975  Spibktuofen  mit  und  ohne  Zucker  in  Flasche  en  und

Fä  .  .  827754347942217275925103125695
19  J6  Miesi  und  Sodawasser  74775  8949  114  —  —

19  K  Droßuer,  Arzneien,  Parfümerien  .  171  22390  4478  l  2488.  3037

19L2  Iuri  .  31598  8642  1789  —

19  3  lle  Lnstigen  noch  nicht  genannten  Zarbsos-  ·  169  66  82  —

19  M  Ss  beit  änzeinge  und  Sebti  i  1444  1917  30  212  14  32
20  A  Mndoi  ieh.  —  —  —  —

20  B  Pferd  Stück  1  ———  —  —  —
R  Liel  „Hanithirr.  —  —  —  —  —  —

#  .  —  —  —  —  —  —
20  E  —  und  Ziegen  .  «·.,·..  —  —  —  —  —
20  G  Vögel  und  Gestugel,  Papageien  .  Stück  64  204—  —  —  —

20  H  Sonstiges  Geth  —  —  —  —  —  —
21  Nicht  —  4*5  und  vorsehend  nict  mmier
zubringende  Waaren  19  437  10840  2430  1372  254  61
Gesammseinfuhr  (1  682  062  E  1  158  831
        <pb n="465" />
        361

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.  5.  6.  7.  8.  9.  10.
Oesterreich-  Schweden-  Belgien,  -  -
Usttkganich  Italien  Rußland  t5  Holan  Schweiz  Amerika
cngl.  Pfld.Rupien  sengl.  Pfd.]  Rupien  engl.  vid.  Rupien  sengl.  PfdRRupien  jengl.  Pfd.]  Rupien  sengl.  Pfd.  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien
40%92  5  8—————————  —
16  35  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
St.  4)  St.  brs  859
—  —  —  —  —  —  —  1708  —  —  —  —  —
77  .10101212115  —  —  —  —  2000  1104  5  7  8135  212
urs  3soa  ——To93-u
½%  135%%60%  „„  „—  E  D  S  B
70  22  59162023  —  —  —  —  634  2999  —  —  903  524
—  —  30  9  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
———  W
2351111  144  35  —  —  —  —  —  —  —.  —  —  —
——ll  ——bbEl  MHH1I111
63  74  47  127  —  —  297  255  20980  19  6081  —  —  4949  8  763
209  109  20981331  —  —  514  55816051  6734  2806  —  —
—  —  657  322  95  364  —  —  333  1281  —  —  34  27
—  —  3303119226  —  —  —  —63602039-.-  —  —
—  —  955%-UH  ——  —
4%%0  —  —  —  —22  HH  —
—  —4000  Kollsl  llllnn  —
—  —  —  —  —  2917  600  91  210  100
–  —  —  —  —  —  —  —  1008  353  —  —  —
4  23  75  77  —  —  —  —  3  31  —  —  24  49
–  —  —  —  —  —  —  —  3110  889  29  9  —  —
—  44.–—-——  f4  44  —)  —  —
—  3  —  —  —  MWMU  —  —1—  —
—  )1iLLLESIiSSIE½R5“
310  3“  4  2s  —  —  122  1
—.  .T  —  —  —
71266  51  532  8859  14526  192  141|  41930  421  475
        <pb n="466" />
        362

 

 

 

II.  12.  13.
Nr.  des
Waaren  Waarengattung  Indien  Arabien,  Persien  China
rEx
nisse  .
engl.  Bid.  Rupien  engl.  Pfd.,  Rupien  engl.  Pid.Rupien
18  E2  5Stöcke,  Knöpfe,  Kämme  u.  and.  Doaren  aus  Hörnern  a  32  —  —  39  80
8  F  Knochen  und  Waaren  aus  e  22  30  —  —  11  18
18G  1a  Bauhölzer,  roh  u.  behenen  oder  sonst  hergerichtet:
europäischen  Urspru  —  —  —  —  —  —
18  GubBauhölzer,  roh  u.  oder  sonst  hergerichtet:  St.  31981  .
indischen  Urspru  —  10301  —  —  –  —
18  Gle  Bauhsezert  roh  u  eh  ober  heß  Igderigiet
mische  1  ze  zunch  Feuer  —  —  —  —  —
1862  Ebeitdn  Sbenholz,  Grenadille  u.  —
Hölzer  1538  45  33  104  14  5
18  G  3a  Senseenn  u.  ZprbsieGter  cc.  Arbeiten:  europäischen
  U  ungs  5  7  —  —  —
18  G3ab  mer  u.  lorbsechier-  v2c.  Arbeilen:  zindischen
Ursprungs  104814q  —  49  79
18  Göc  ees  u.  Loarbslehee-  rc.  Arbeiten:  ein-  6%
a  —  —  —
19  A  Gemüse  u.  —s—  ingemachi  u.  betrocmet,  srisch  318085  23524  440170  21409  112  32
198  las  Reis  mit  S  .  954  32  —  —  —  —
ISBIbReiö  ohne  Schalen  ..  10274975  628994  —  —  —
1982  Mais  und  Dar  2752  1163  —  —  —  —
lsBZMtaniaMri  Ko  n)  undMawele.  27646211264  —  —  —  —
1984  Tcht  besonders  genanntes  Getreide  138007  7503  —  —  —  —
1901  Mehl  aller  A  1024098  72176  —  —  —  —
19  02  Backwaaren  jeenre  Ziiebac,  Brot.  Biskuits,  1
Kuchen  8695,  1957  462  103  40  21
190D1  Chiroko  21379  1102  —  —  —  —
1992  Bohnen  un  Erbsen  573914  —  —  —  —
19  D  3  Nicht  -*“  L#aiie  halsegeachte:  8631  6284  —  —  —  —
19  1  Erdnüsse,  Pistaz  ....  2170  420  958  164  —  —
19  2  Kokosnüsse  .  ........  4125  243  —  —  —  —
19  E  3  **  .............  —  —  —  —  —  —
19E  4  Sesam  750)  57  —  —  —  —
19  Eb  Ko  ohnuß-  und  Sesamd  2405  573  —  —  —  —
19F#  Zuckerroh  r  und  dhisi-  daraus,  Bueer,  Srup  I
158139I  22010  168  20  3858  731
1961  Piesfert  Ar  Art  —  —  —
19  62  Nelken  und  Nelkenstengel  5A  9  —1  —  —  —
1963  Alle  sonstigen  Gewürze  126641  25683  224  74  181  55
196.4  Kaffee,  Thee,  Kakao  u  “m  151044  1209212771  9564  2041  2034
19865  Tabal,  Cigarren  und  Cigaretten  1275%  1071446  8721  —  —
19  66  Mohn,  O  Lam,  anf,  Hasgich,  Betalrüßf=  und  blälter  12877  3319  8  11  1  8
19  1  Butter,  ilch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,
4  1272944  72031  2852  1367  —
383  S  inken,  Spec,  Murst,  *  Geflagel  (nicht  lebend)  P403  4  2  Ei-  —  —
1971  :  !—  ã  Weine  in  Fissem  und  dlalden.
1972  S  uch  Ser  —  —  —  —  —
1973  Essi  shg  314  57  —  —  —  —
19374%  Mal  Sgebraute  Getränke  (Fier)  rie  und  Fäaschen  —  —  —  —  —
197J5  Spieikuofen  mit  und  ohne  Zu  er  in  Flaschen  ind  3  1
19J  6  aAal#ler  und  Sodawasser  .  —  —  —  —  —
19  K  Droguen,  Arzneien,  Parfümerien  24179  6907  13108  3578  32  49
19L2  ndi  .  43901223  —  —  —  —
19L3Alle  onstigeii  noch  nicht  genannten  Farbsiofse  .  18892  2801  70  10  —  —
19  M  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Setzlinge  507  4798  1165  1070  —  —
Stü#chahl  S8  Stückzahl
20  A.  Rindvieh  2  310  —  —  —  —
20  B  ferde  2—900  10  53704  —
200  sel,  Maulthiere,  Fe  —  —  40  6225  —  —
20  D  Kamele  ...  ...  .  —  —  —  —  —
WBSchs  und  Zieg  .......  8  64  8  83  —  —
20  Bögel  und  etr  Papageien  .......  4  10  —  —  —  —
20  HM.Sonstiges  Gethier  —  —  —  —  —  —
21  Nicht  besonders  genamte  ui  vorniehend  nici  unter=  engl.  Pfd.  engl.  Pfo.  engl.  #
zubringende  Waaren  45511  1248  92  17  35
Gesammscs#fu  —  18294598  #
        <pb n="467" />
        363

 

14.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5.  6.  1.  3.  7.—  D20.
Mauriti  -  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaslar  *—  Kapland  ebeiges  Andere  Länderpe##  Einfuhr
r  Rupien  WM  RKupien  t.  K  Rupien  #Mal.  Rupien  M  Rupien  l.  Rupien  .  Rupien  Hawict!  Rupien
—  —  AIEIEIIIBIBIIIIE  444
-————-————————  112  266
St.  30629
—  S  H  1000  561657
St.  3198
———————————-———  —  *
St.  142  St.  2  St.  20643
———  —  —VV...  —  —  26004%  3526
—  —  1  31—  —  2  5  —  15386592
—  ——-—--————  134214222438279
2563425  —  ————————10966529247
———6618  306——-——226520——  89691398
——1018581  ——————409381o212672591242974122468
——  498»  —————-23939.——  384  155
—  UUu  —  K  15  1—  0½027502303
—  —  6446  —  ——T13  4375M  —2
—  65446  —  S  ll3323002|  105250—  4  664910024
—  —  260  —  4425  153%  1%
—  324  ——--———  no  —  2939
——2529  —-——«——  32300975891322083
——1755  —————-20511871——  436452077
——7440  —————-137594.  —  7869
—  —  25690  —  TbbUE  4%“  3
——  700  —  —  ———  110|1  4  146364
—  192323  —  115  303/|11  547
—  61  ——AnLäüstgllsc132  800
—  —  387932  —  —  1  FT-%  439700  9764
—  411  28699  3476  214937  é  42101  14  138  674454  89186
—  45  --—————  7  ——  3  6308
——2251  ——-—-  912130——  3217468
120  9116  ——  5  65J—  130472
934  611U  —  nTT  —  42870  38878
—  —  647  —  —  5  f.  72  46
—  —  62335  —  —83931  —  —  9158,  10944
—  1  —  —  T384114|115285%  4824  W—n  148922
—10098  ———  3727——.8719297oo.6553411o22850s158814
——  5  —————364  ——  401I  56
————  —  ———-245189«309513123590361117637
—  —  ———-———————  638131  49487
..(  W“  ————...——  42  3  41  S6
—  —  ———  ———-—————536874103682
—  128  5——  49  1  —  —  7  4  a4677  1967  214720  104821
—  XIEIIIIIB  —  iss6rõs  isiis
1  111  —.ä.  —  289,  82  4  664  40541
———--.--—————-.—  4533212552
—  ——————A  238  45  —  355
—  —  20  2  —  —  150  4  —  200)  200|  877117  11  16822
E  Stack  Stück  Stüc  Stückzahl
*  90|0/  Uljlll  SB.H  40  21181101—  51  2868
—H  1197  14  7540
——  181  14a3a1j  [  “H  382362  339800  99,  10318
—N  23  15244  23  1524
——  644“.  99  5H  179  1290
—5—  76183St.  444  4  2344  12  53
—  ITTT  4  48·.  —  x  ui  57
gengl.  Pld.  «  s  ,  .sl.  I.  Bld  .  engl.  .'
L2«8157591—————-—"«·"21«3«9"««672f549s362s714M
8—l———1151906451-46"92-I  287521  —  198246  22007I  17008287
        <pb n="468" />
        —  364  —
Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch  ostafrikanischen

b.  Ausfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.  2.  3.
"Erm  des  land  Groß=  rrei
*  Waarengattung  Deutschlan  britannien,  Frankreich
nisses
ruu  Rupien  "E  #  Rupien  *  2  Rupien
14  Baumwolle  und  Waltie.  1—  —  —  —  —  —
1B  Baumwollengarn  2  11  —  —  —  —
101  Nohe  baumw.  Juen-  Geniie  u.  rucze,  *  u.  anadpr  ichoch
kP,  amerik  .  —  —  —  —  —  —

102  Des  zinget  indisches  und  Fas.  Fab  rika  —  —  —  —  —  —
1D  Gebl.,  hrapbret,  ungef,  baumw.  in  Gewebe:  amerik.  u.  europ.

1E  1  *  Sabr  Tücher  oi  ne  Seide  von  Maskat  tc.  u.  europ.  Imitationen  —  —  —  —  —  —
1B.2Baumpmollene  Tücher  mit  Seide,  auch  mit  Gold=  und  Silberfäden

durchzogen,  nur  Maskat  6  57—  —  —  —
1E  3  Euron-l  e  baumwollene  —*  Teppiche,  Dochte  ꝛc.,  dichte  Gezeber

  enfarbig  in  verschiedenen  Farben,  auch  Bänd  3  30—  –  —  —
1P  1  Dichte  baumw.  Gewebe,  einsardig,  auch  Bänder:  inihen  und

europ.  Fa  britat  —  —  —  —  —  —
16  Bedruckie  Lbr  Ermbe,  als  zan  Stücke  und  F  indisch

und  europ.  Ursprungs  —  —  —  —  —  —
1H  Undichte  baun  Gensse,  gefärbt  u.  ungef,  appr.  u.  unappr.  wie

Sptrer  oskitonetgstoffe  rc.  3  61  —  —  —

17  Ferti  erahle  Kleider  aus  haumm.  Stoffen“  jeber  Art,  Bett,  und

Ti  **  Waͤsche,  auch  Lür,  Regenschirme-  Mühen  (serner

Tri  hne  aller  Arll#  6000  225  7J75
2  A  Jwier  in,  Stricke,  Taue  aller  Art  aus  Flachs,  Hanf  oder  Jui  e.  —  —  —  —  —  —
20  *8  8  Sa  rd  sonstige  Waaren  aus  Flachs,  vanj

4  3Z—-  —  —  —
34  nehe  dt  (Cocons),  gesponnene:  und  gezwirnie  Seide.  ..  4  40  —  —  —  —
8B  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  .....  10152—  —  —  —
30  Küer  Aeider,  Tücher,  Spitzen  und  Bände  .  51  90—  —  —  —
4B1  ollene  Gewebe  aller  Art:  bersischen  und  indischen  Fabrikats  308  468  —  —  —  —
48  2  Desgl.:  europäischen  Fabrikats  ...  —  —  —  —  —  —
40  Genähte  wollene  Kleider,  Tuch  zi  (Gez)  und  Filzhate  ...  16  42  —  —  —  —
5A  Kushsusern,  Stricke,  Matten.  961  67  —  —  —  —
58B8.  sonstigen  A  aus  Gras,  Vast  u.  dergi.  wie  Matten,

s*m  Bastsäck  00  6b49  —  —  —  —
6A  Pap  er,  Papi  kerwann#en  Spielkarten,  Handels=  und  Kontobücher  .  14  9  —  —  —
6  B  Eedraze  u.  geschriebene  Bücher,  Karten,  Photegraphien,  Gemälde

und  ähnliche  Litteratur=  und  Ku  unserken  anisse  14411548  68  70
7A  Falle  un  und  Häute,  unrbeie  aller  17674387382
70  eder-,  Saltler-,  #  und  nerwhoren  (sissen  und

Ma  traten),  lehtere  ohne  asicht  auf  das  dazu  verwendele

aterial.  300  316—  —  —  —
7D  1  *  und  Haa  roh.  34%14  —  —  —  —
7D  2  edern  u.  Haare,  *év“  und  *  weiter  verars.  uc  nrfe.

binderwaaren  ..  3  37  —  —  —
841  Schübpat,  oh  153  1124  —

8  A  2Schildpatt,  verarb.,  auch  in  Verb.  mit  anderen  Materialien  .  10  8—  —  —  —
881  Kauris,  sierlmutter  u.  dergl.  zur  Verarb.  geeignete  Muscheln,  auch

Edelkorallen  12211422O  —  —  —
8B2Desgl.,  Srlbrn  verarb.,  auch  i  in  Verbind.  m.  and.  Materialien  2  7—  —  —  —
9  B  Scmussachen  und  so  onstige“  Waaren,  ganz  oder  theilweise  4  aus

Gold  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenuhren  .  1081317—  —  —  —

90  Gold,  Silber,  gem  —  —  —  —  —  —
10  A1  Wusi  ünstrumente  eies  Art,  Wand-,  Sate  Süter-  u.  Decerubren  2383  277—  —  —  —
10  A2  JChirurgische,  En  peische  u.  strumente  439  1444  —  —  —
EEX—  t6  inen  u.  esch  eile  292426-——-10
  B2  Eisenbahn-,  ereran  onst.  Wagen,  sowie  Zubehör  —  —  —  —  —  —
114  Eisen  und  Stahl  in  Blöcken,  Schienen,  Stangen  und  zubren-  —  —  —  —  —  —
1183  Eisenblech  und  Eisenblechwaaren  .  —  —  —  —  —  —
1101  Eiserne  Hausgeräthe  wie  Mobe,  Töpfe,  Tiegel,  Pfannen  #.  —————*  —  —  —
11  02  Eiserne  Handwerks=  und  landwirthschaftl.  Geräthe  aller  Art  4.  65  85——  —  —  —
11D  Waffen  aller  Art  aus  Eisen  u.  Stahl,  Schuß-,  Stoß=  u.  Hiebwaffen  3009  42066  157  145  —  —
12  A  Ko  Fen  u.  Rohmessing,  Kupfer  u.  Messing  in  Blöcken,  Stangen

und  —  —  —  —  —  —

12  Blupfer=  u.  t,  sowie  kupferne  u.  messingne  Schrauben.  —  —  —  —  —  —
        <pb n="469" />
        Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1806.
b.  Ausfuhr.

——

365  —

 

 

4.  5.  6.  7.  8.  9.  10.
Desterreich-  Schweden-  Belgien,  .
Ungatnch  Italien  Ruhland  Norwegen  Holland  Schweiz  Anerika
engl.  Pfb.Rupien  sengl.  Pib]  Rupien  sengl.  Pfd.  Ruplen  engl.  Pld.  Kupien  engl.  pid.  Rupien  sengl.  PldRupiten  engl.  Pfo.Rupien
        <pb n="470" />
        —  366  —
Statistik  des  auswärtigen  Haudels  im  deutsch-ostafrikanischen

 

11.  12.  13.

Indien  ·  we  China

Ist  Rupien  #.  Rupien  st  Rupien

Nr.  des
a#  Waarengattung

nisses

 

Baumwolle  und  Waite..  —  —  —  —  —  —
Baumwollengarn.  —  —  —  —-  —
Rohe  baumw.  heloe  Eeie  u.  uce  r  u.  Anappt.  ieboch

ungef.  amerik.
zi  indisches  und  uast  Fabrika
6%  vnrel-r  ungef.,  baumw.  zeihet  Gewebe:  amerik.  u.  europ.

#  Pebe  A  ohne  Seide  von  Maskat  rc.  u.  europ.  Imitationen
Baumwollene  a#  er  mit  Seide,  auch  mit  Gold=  und  Silberfäden

durchz  r  Maskat
Euroeste  d  baumwollene  Decken,  Teppiche,  Dochte  re.,  Gihte  Gewebe,
  einfarbig,  in  verschiebenen  Farben,  auch  Bän  —  —  —  —.—  —
1F  1/Dichte  baumw.  sewebe,  einfarbig,  auch  Bänder:  zuner  und
europ.  Fabrikat  —  —  —  —  —  —
16  Bedruckte  baumw.  Gewebe,  als  —T  Stücke  und  *-  ***
.  und  europ.  Ursprungs  —  —  —  —  —  —
1  H  Undichte  baumw.  Few.  gesarbi  u.  ungef,,  appr.  u.  unappr.  wie
Spitzen,  Moskitonetzstoffe#  —  —  —  —  —  —
17  Fertig  genähte  Kleider  aus  —  Stoffen  jeder  Art,  Bett=  und
Tischzeug,  Wösche,  zuch  Hüte,  Regenschirme,  Mũhen  #erner
Trikotagen  aller  Art
wirn,  Stricke,  Taue  aller  Act  aus  Flachs,  Hanf  oder  Jute  .
endühte  Kleider,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus  Flachs,  vari
o  .

Ouk

d  #—

—  —  —  —
EeS3
·  —□

Vobe  Seide  (Coconö),  gesponnene  und  gezwirnte  Seide  —
Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Sepiden  und  Bä  der  .  .  .
Halbseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Bänd
ollene  Gewebe  aller  -  iObersischen  und  indischen  dabritata
Dge  zuropälschen.  Fab  9  .
ähte  wollene  Kleider,  "6  r*  en  (Fez  und  i  üte.
Kokosnußfasern,  Stricke,  "  7
Alle  sonstigen  Waaren  Fras.  Vast  u.  dergl.  wie  iatien
Körbe,  Bastsäcke  102
Papier,  Papierwaaren,  Spielkarten,  Handels-  und  Kontobücher  —
Gedruckte  u.  geschriebene  Bücher,  Karten,  Ahotographien,  *„
und  ühniiche  Litteratur=  und  Kunsterkeugnisse  ..  ..—
Felle  Häute,  unverarbeitet,  aller  216
Sbder  Sattler-,  Schuhma  acher=  und  Meneen.  (Kissen  und
Watabey  leztere  ohne  Rachsicht  auf  das  dazu  verwendete

—
L

2  —

[iE  sn

13  111

1  In  ill
—

11  li!

11  l  lin

J.J  So  Guzurdca  dod
S

——————————

Lus  N  PHaare,  roh

dern  u.  Haare,  rnitne  und  sonn?  weiter  *  4  rurfen.

binderwaaren

Schildpatt,  roh  .

Schicdpatt  verarb  auch  in  Verb.  mit  anderen  Materialien  —

Kaur  s,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarb.  geeignete  Muscheln,  auch

Sdelzokcllen,  roh  109340

Desgl.,  Edelkorallen  verarb.,  auch  in  Verbind.  m.  and.  Materialien  —

Smunsaaee  und  sonstige  Waaren,  ganz  oder  heilweise  aus
d  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenuhren·

*—  Silber,  gemünzt.

Mustkinstrumente  aller  Art,  Wand-,  Stut.,  Schiffs=  u.  Wecherohren
Chirurgische,  a  optische  u.  dergl.  Instrumente
Landwirthsch.  u.  gewerbl.  Maschinen  u.  Maschinentheile.
Eisenbahn-,  Tranc“  u.  sonst.  Wagen,  sowie  Zubehör
Eisen  und  Stahl  in  Blöcken,  Schernen,  Stangen  und  ůohren
Eisenblech  und  Eisenblechwaar
Eiserne  Hausgeräthe  wie  NMoberl  Töpfe,  Tiegel,  Pfannen  c.
Hiserne  Landnerla-  und  landaieshscht.  Geräthe  aller  Art
Waffen  aller  Art  aus  Eisen  u.  Stahl,  Schuß-,  Stoß=  u.  Hiebwaffen
Roh  Srl.  u.  i  Kupfer  u.  Messing  in  Blöcken,  Stangen

un
Kupfer=  u.  NMefüngdräht.  sowie  kupferne  u.  messingne  Schrauben.

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*

 

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Stück  1

———.
11111111111

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E——————————
————————————
1111111111
1111111111

2222

 

11111

l
ll
ll

 

—
##
w
—
        <pb n="471" />
        Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1896.

—

—  367  —

 

 

 

14.  15.  16.  17.  18.  19.  20.

iti  -  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  **  Kapland  E*“  Andere  Länder,er  zuaune

Gewicht
Al.  Rupien  xl  Kupien  vVlt  Rupien  Ar  Rupien  m#.  Rupien  Al.  Rupien  Ist  Rupienengl.  Pfo.  Ruvien
*D  7906  136668  —  —  —  —  —  —  —  —  —  7906  1365
—  —  18  6—  —  —  —  -—  9  100—  —  29  17
—  —  —  —  —  —  —  —  —  50  33—  —  50  33
—  —  3  2—  —  —  —  —  —  2600  232—  —  263  234
—  —  8  8—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  8
—1—  1612  3000  —  —  —  —  —  —  126  1344  —  1738  3134
——  —  380134  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  386  3191
——  —  27  35—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  30  65
—  —  478  46638  —  —  —  —  ——  255219—  —  733  682
—  292385—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  292  385
—  11181728  —  —  1  2  —  9904  430
—  —  40  2  —  —  —  —  —  —  —  —  40  2
—  8746  42—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  8752  445
—  —  —  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  4  40
—  81100  —  —  —  —  —  —  —  —  —  19  266
—  ————1  bi  90
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  308  458
.  323
—  1181460  110926—  —  —  —  —  —  193  211—  —  1826141
—  19570808/50203  8  5  —  —  —120  76  3  61168

—  50  10—  —  —  —  ——  13  4A  —  77
—  14688  —  —  —  —  —  1655  1776
–  110548  22729—  —  —  —  —  17  4  128537  26732
—1  8111011  —  —  —  —  20  35—  —  401  452
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  34  140
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3  37
—  2484  25211  —  —  —  —  —  —  2650|26449
—  6  21  —  —  —  —  —  —  —  —  16  10
—  42487|53  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  153048  3972
—  12  9  —  —  —  —  —  —  —  —  14  16
—  76  14421—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  185  15740
—  145  492-T  —  —  —  —  —  —  —  —  —  145  4925
—  8993—  —  —  —  —  —  —  —  —  327  470
—  —  82  3371  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  521  1781
—  1  161  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  392  442
—  T  stũd  i  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  SEStück  ?  600
—  310  20—  —  —  —  —  —  4  1—  —  314  21
—  500  511—  —  —  —  —  10  4  —  510  55
—  1983  6611—  —  —  —  —  —  252  51111—  —  2661  1586
—  991  1168—  —  —  —  —-—  —--  ---  —  1076  658
—  —  2609  1867—  —  —  l-—-  228  235  6003  6463
—  500  700—  —  —  —  —  —  —  —  —  500  70
*  52  5  —  —  —  —  280  100  —  282  105
        <pb n="472" />
        —  368  —

 

 

 

1.  2.  3.
Nr.  des  Groß=  «
eutschland  --  Frankreich
Waarengattung  Deutsch  britannien
nisses  #l  Nupien  V  Rupien  2#.  Rupien
120  Kupfer=  und  Messinggeräthe  aller  Art.  54  961/  —  —  —
13  A  Zinn,  Zink,  Blei,  “.  in  Blön,  Plalten,  Stangen  und  **(  ·
Bleikugeln  e  und  B  ischrot  ..  —  —  —  —  —  —
13.8  Geräthe,  Geschirre  und  Geicße  aus  Zmn,  Zink  und  Blei  18  20  —  —  —  —
14  A1  Kalk,  Kreide,  Gips  ..—  —  —  —  —  —
14  B1  dane  —-  Baasieine  Mihljteine  Shieisiteine  öranit
(Grabsteine  ..—  —  —  —  —  —
140  S  aller  Arr  Art  u  2000100—  —  —  —
14  D  oda,  Natron,  iaun,  Sai  ,  S  ioe  el  os  or,  Ar  eni  —  —  —  —  —  —
14  E  Steinkohlen  .  -)  r  vwh  tlen  —  —  —  —  —  —
15  A  Mineralöl  (Petroleum)  —  —  —  —  —  —
15•0  Farben  aller  Art,  trockene  u.  mit  aser  u.  Sel  *ms  0
irten  Terpenkin,  Leinöl  29  —  —  —  —  —
EEEMEEIE—  ii  ——  2
ierische  te,  nicht  um  eise  ebrau  ienend,  wie  a  s,
eim  4%  „  p  in  ¾  ....  3880669  5  —  —
15  F1  Küche-  an4.  Henzoim,  *  **  ioponies  1  —  —  —
15  F  Za  Kautschuk,  roh  ·  3696884430046583452213—  —
IökisarenausK  utschu  ut  —  —  —  —  —  —
15  F4aKopal,  roh,  fossiles  und  Baumglas  6408  59841  26411  —  —
160  Sonstige  Sprengstoffe  —  —  —  —  —  —
17A1Sniegel=  und  Fensterglas,  fertige  Spiegel  3  16—  —  —  —
12A42Glaswaaren  (Cylinder,  Gläser,  Flaschen  —  17994911—  —  —  —
7B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  Art  8  20  —  —  —
1701  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  rothe  und  weiße,  auch  arune  un
schwarze,  japanische  und  e  1  4  —  —  —  —
1702  Perlen,  böhmische,  fntemssche  1P  in  Kisten  und  Fässern  28  —  —  T  —
17  D  on-  und  Topferaaen  terra  cotta  und  Stein  nguit  17  23  —  —  —
18  A  Elefantenzähne,  roh  und  unbearbeitet,  hart  undf  weich,  ehne
Rücksicht  auf  die  Grohe  u  und  Sunere  v  der  einzelnen  Bahne  5191  2620  —  —  —  —
18  B  Flußpferdzähne.  2  54  —  —  —  —
180  Wildschweinzähne  .  472197—  —  —  —
18  D  Waaren  aus  Zähnen  von  Elefanten,  Fluzpferden  r.  23  4744  —  —  —
18  E1  Wild-,  Nhinozeros=  und  alle  sonstigen  Hörner,  unverarbeitet  511112601192633|  —
18E2  Stocke,  Knöpfe,  Kämme  und  andere  Waaren  aus  Hörnern  69  89—  —  —  —
8  F  ochen  und  Waaren  aus  6039—  —  –  —
18  G  1a  aksper.  roh  und  behauen  !4#  *  **  europũischen
rsprung  —  —  —  —  —
18  GUlb|]  Desgl.:  indischen  Ursprungs  —  —  —  —  —
18612¼  Desgl.;  einheimische  (Boritis  2c.,  auch  Feuerholz).  Stck.  13  311  —  —  &amp;amp;  —
18  62  Edelhölzer  (Ebenholz,  Grenadille  und  E  n“]“*“  ½d  Hölzer)  9551  511—  —  F  —
18  G8a  Zimmermnns“  und  Korbflechter=  2c.  Arbeiten,  europaischen  ur-  6
s  1  69  —  —  *  —
18  Gaäb]  Desgl.  eischen  u  Ursprungs  60  89  —  —  —
18  636Desgl.  einheimische  .  2569  —  —  –  —
19  A  Gemüse  und  *Y  eingemachi  uid  **  *  .  628  299  —  —  T  —
19B1aReis  mit  Schale  .  -  —  —  —  —  —
19BIbReis  ohne  Szze  .  —  —-  ——  —  —
19B2  Mais  u  .  —  —  —  —  —  —
19B3|Mtama  (efrik-  PLorn).  und  Mawele  —  —  —  —  —  —
19  B  4icht  besonders  —  ....  --———-1901
  Mehl  aller  Art  ·  —  —  —  —  –  —
33  3  58  Wialiaroni  Iwichac,  Brot.  **  fucen)  .  —  —  —  —  n  —
1902  Bohnen  und  Er  rbsen  —  —  —  —  —  –
1903  Nicht  besonders  Lenganer  dussenfhte  —  —  —
19  1  Erdnüsse,  Pistazi  95  14—  —  *  —
19.2  Kokosnuüsse  123  181  —  —  T  —
19  E3  —  —  —  —  —  —
19  4  Sesam  .........  —  —  —  —  T  —
1985  Kelo#nu,  und  Sesam  —  —  —  —  —  —
19  F  Zuckerrohr  und  Seb  daraus,  Zucker,  Syrup,  Melasse  4  —  —  —  —  —
        <pb n="473" />
        369

 

4.

Oesterreich-Ungarn


a

Rupien

5.
Italien

6.
Rußland

engl.  Pid.

7.

Schweden=Norwegen


Rupien

8.
Belgien,
Lelkun

9.

Schweiz

engl.  wid.  Rupien

10.

Amerila

engl.  Pl#.

Kupten

 

[Il  N  l  I

11

55

1

(1111111111111111

 

engl.  Pfd.]  Rupien

 

 

engl.  Pfd.]  Rupien

 

 

 

11s1  um  1.

(  nt  11  11  I121111  I11  III11

1

1

111111111111111111

 

 

 

engl.  Pfd.]  Rupien

 

 

lillillilllll  III

 

1111111111111111111111111111111

 

11111111111  1111  1111111
        <pb n="474" />
        —  370  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  des  11.  12.  13.
r.  de  .
«  .  Arabien,  .
Waarengattung  Indien  Persien  China
nisses
vst  Rupien  W  Ruplen  vlt  Rupien
120  Kupfer-  und  E  —  aller  Art  —  —  —  —  —  —
13  A  Zinn,  „in  Zlocen,  W  Stangen  und  Nöhren.
Gelei  z40  *  sien  .  —  —  —  —  —
13  B  eräthe,  Heschiere.  und  *  aus  ginn,  Zink  und  *1  .  —  —  —  —  —  —
1441  2  Kreid  s8  ..  —  —-  —  —
1481  vau-,  -6  Baasieine,  Aiuhisieine  Shieissieine  2
(Grabsteine)  *5  —  —  —  —  —  —
140  Erze  aller  A  —  —  —  —  —  —
14D  Soda,  Natron,  Alaun,  Se  Sqwesei.  —iee  rcsenit  —  —  —  —  —  —
14  B  Steinkohlen  —  —  —  —  —
15  A  Mineralöl  aübegeen.  )  —  —  —  —  —
15  C  Farben  aller  Art,  trockene  u.  mit  Dese-  u.  Bvel  angejebi.  h
intenz  Fe  Leinöl  2c.  —  —  —  —  —
15  D  Seifen  a  —  —  —  —  —  —
15  E  Seilen  al  S  igt  zum  Speisegebrauch  dienend,  wie  238.
Talg,  Leim,  Lichte  —  —  —  —  —  —
15  Fl  Zäucherhart,  Benzoin,  aaiechi  Cera  isonicn)  —  —  —  —  —  —
15  F3a  Kautschuk,  .  —  .-  —  —  —  —
15  F3b  Waaren  Kale  Kautschn  uk.  —  —  —  —  —  —
156  F  4a  Kopal,  roh,  fasich  urd  Baumglas  —  —  —  —  —  —
160  Sonstige  Spren  —  —  —  —  —  —
17  A  Spiegel=  und  #rselloe,  fertige  Spiegel  —  —  —  —  —  —
17  A2Glaswaaren  (Cylinder,  Glaser,  Jashen  2c.)  —  —  —  —  —  —
17  B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  alle  —  —  —  —  —  —
17  01  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  8—  und  weiße,  auch  grüne  und
schwarze,  japanische  und  chinesis  ische  m“  —  —  —  —  —  —
1702  Perlen,  böhmische,  italienische  rc.  ein  Kisten  und  Zügern,  —  —  —  —  —
17  D  Thon  und  Töpferwaaren,  terra  cotta  und  Steinguk  —  —  —  —  —  —
18  A  Elesantenzähne,  roh  und  PoP  hart  und  weich,  ohne
Racksicht  af  die  Grobe  und  Schwere  de  der  einzelnen  Bahne  ..  138954—  —  —  —
18  B  lußpferdzähne  —  —  —  —  —
180  il  dichweinzähne.  —  —  —  —  —  —
18D  Wa  —  hnen  von  Elefanten,  Frußpferden?  .  .  —  —  —  —  —  —
18  E1  Wild-,  iere  und  alle  sonstigen  Hörner,  nerorbeitet  .  —  —  40  50  —  —
18B2  Stöcke,  K  emnöpfe,  Kämme  und  sandere  Waaren  aus  Hörnern.  —  —  —  —  —  —
8PF  Knochen  und  Waaren  aus  Knochen  —  —  —  —  —  —
18  G  1  Bauhölzer,  roh  und  behauen  *—  k  fo  herzerichiet.  europaischen
prungs  .  —  —  —  —  —
18  Glbl  Desgl.:  indischen  Ursprungs  .1—  —  —  —  —
209247  66  O00
186½eDesgl.;:  einheimische  (Boritis  2c.,  auch  Feuerholz).  .  et.4tosoSU--s«s-12814—  —
18  62  Sdelhölzer  (Ebenholz,  Grenodille  und  wohlriechende  Hötzer)  .  —  —  —  —  —  —
18  G  34  eren  und  Korbflechter=  rc.  Akbeiten,  europäischen  ur
8  —  —  —  —  —  —
18  635  Desgl.  #ischen  Ursprungs  —  —  —  —  —
186  36Desgk.  einheimische  176  11—  —  —
19  A  Gemüse  und  den.  eingemach  und  gelrocinei.  fish  —  —  —  —  —  —
19  Bla  Reis  mit  Schale  —  —  —  —  —  —
19BIbReis  ohne  Schen  .—  —  —  —  —  —
19  B2  ais  und  Dari  .  —  —  8001  42  —  —
1983  Mitama  (afrik.  Ko  orn)  und  Maweler  .691315|14  156|2369112  4325  —  —
19B4  Licht  balender  genanntes  Getreide  ....  .  —  —  —  —  —  —
1901Mehl  all  .  —  —  —  —  —  —
3  8  2  Suberen  Gereren-  *  2  Bictiis,  Auchen)  .  —  —  —  —  —  —
1  o  .  .  —  —  —  —  —  —
333  Bo  nen  sun,  Sue  5  —  6r  —  —  —  —
190  3  Nicht  besonder  *.  basiensraö  —  —  —  —
19  E1Ervbnusse,  Pi  ista  120  81  —  —  —  —
19  E2  Kokosnüsse  —  —  1000  13—  —
19  B3  pra  ...  —  —  —  —  —  —
19B4  Hesam  .  —  —  —  —  —  —
19115  Ko  Miuß-  uͤnd  Sesa  amdi  .  —  —  —  —  —  —
L  Zuckerrohr  und  Fabrikate  baraus,  —  Syrup,  Melasse  .  —  —  2380  85—  —
        <pb n="475" />
        371

 

 

 

 

 

 

    
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.  15.  16.  17.  15.  19.  20.
Mauritius,  Uebriges  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  Seych.  Kapland  Afrika  Andere  Länder  der  Ausfuhr
*ie  Nupien  .  2.  #ien  2  Rupien  2  Rupien  B-e  Ampien  M  ARupien  uvien  Fewicht  kr  Riwien
—  s  bor  2768  —  —  —  S%  2
—  —22641  —  P  —  ——  —  168
—  —1522C|/|HJ  446
—  —  4000  —  —  —  —  —  —  270
—  —  28  n  68———-———————  68
—————————H—  j  —  —  100
—  —  647  7  —  354;  36  —  —  63
—  7390  651JT[TTJ  –J—  651
-————————;—  364i30—;—  30
l  «
—  —  45244259  —  —  —  —  2598
—.—  6810—-.-———  78«15—-—  25
—  —  7224%7  H  —  3  2—  —  58  336
—  204  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  205  73
—  —  ressis  226474  ——1——  —  5  5—5111446721  96
—  —  8421/13499¼111LL|H|L14|  —  587301  u0  df
—  180  —  ———nue  —  180  42
—  220  -——————————
——948943551—————.——;————  950734042
—-  53  —  —  J  661
—  141  ——  ——  —  —  —  701144
—  10N1,-  427  116—  —  59901
—  812  —————«-  —  —  829.  68.
—  —  35052s  7  —  —  —  —  —  —  1  3—  —  236  705  1360594
—  —  3353|41¼T+H  —  5  5  —16114
——½  ———1138340  4
—  140863|726991  11  5  8HN  —1  75  61
2½°  34  —  —  ——  —  —  103.  256
—  —  61  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  655  413
Säthk.  58.  ——eeid  56  48
—  —  e#.400  1E|  HfH  .  I  Snick4ol128
www-I  Stck.54  55.—  *ri*!  172  S0
—  —  ei  iau  48681  —  —  —  —  —  —  —  —  d2704  593
—  5  —  —  M!  —  —  0  414
Stck.i  +HUStfKc  16J  754
—  ———————.——..—  6  31—  719  222
—  ——  17540  41  —E  –+  17  6000  540
*  25  8)  90  498.,
—24  ———  1205,  121—  Stück  206J  5  824
—  %32  S–  —  1  21  205  87435  725
—  5  50  S  40  169B  —  —  5860  522
—  1  —S———mEnU  H.  Q  —1  140
—  —  412377735/U[1  8  —  695  1  |L  !1  —  16  %66%  7840
———  x¾-353  98  564  593,  116  520  4  1585
—  —  4  —88  155
—  24  —  #  —  50.  11  —  —  22
—  1463141457/86  +  —197  7—  —165078  55#2
—  6  —  —  —  —  —  —  1851  sl  —  —  58828112626
——  2  EIIEIIIIIEIIEIIIIEIE  40  14
—  —  444261  2  —  —  —  ——  460
—  —  8100  809/69  778|86  638  168—  —  —  —  123700  3711—  —  3221  354/  71  865
—  —  11265019|83  191„  —  —  ——  —  —  —  —  1265  019  83  197
166  10289  305#  —  —  —  —  2—  —  11616  224  89  307
—  36410%  0|  1K  35  19—  315  724
—  690733|/34  87]—  ————  530530Hsd21  ——142364351488
l
        <pb n="476" />
        —  372  —

 

1.  2.  3.
Nr.  des  .  Groß-  d
Waaren-  Waarengattung  Deutschland  britannien  Frankreich

S

2
Z.
—
#.
*r.

r*  Rupien  25  I%  Wie  „Nupien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1961  effer  aller  Art  I  —  —-——
HGZAllesonngen  Gewü  e  ..........  «  —  —  —  —
1964  Kaffee,  Thee,  Kakao  s  Scheroinee  -.........  51730  27947  —  —  —  —
1965Tabal,  Cigarren  und  Cigarett  .  ...966173057—  —  —  —
19  G6  Mohn,  Opium,  Hauf,  5  2rechlle  zn,  Kluer-  —  —  —  —  —  —
19  H1  Butier,  Milch,  Schmalz,  Kase,  Speiseöle,  b  F  —  —  —  —  —  —-]
  Es  chmken  Speck,  Wurst,  Fleisch,  Gefteger  osdn  kbent),  *  ꝛc.  4  1—  —  —  —
19  .  —l—-  —  —  —  —
1911  Ws  massteerde  Weine  in  Bdãssern  und  Faaschen,  auch  er  .  47  94/  —  —  —
1972  Schaumweine  .  —  —  —  —  —  —
)14  Malzgebraute  Getränke  (Vier)  in  Fassern.  und  Flaschen  ..  —  —  —  —  —  —
19  75  Spiriluosen  mit  und  o  ne  Zucker  in  Flaschen!  und  Fassern  ..—I—  —  —  —  —
6  Mineral=  und  Sodawa  ..  M·162—-  —  —  —
19  K  Druen,  Arzneien,  zen  ...-.......  36  1  —  —  —  —
19  L  1  *  eille  ...-......  !—  —  —  —  —
190L2  .  —  —  i  —  —
19  L8  #e  —  noch  nicht  genannten  Inefoffe  .  —·—  —  —  —  —
/M.  Sämereien,  Pflänzlinge  und  d  Sebli  nge  .  .  151  24  —  —  —  —
20  A  dvieh.  —  —  —  ———  —
20  B  de  —  —  —  —  —  —
200  Esel,  Maulthtere,  „Mantesel  —l—  —  —  —  —
20  E  Sbeie,  und  Zieg  ....  —l—-  -—  —  —  —
210  F  ...........—I——————
MG  Vögel  und  Geölügec  Papngecen  ...........  St.  11,  1  —  —  —  —
20  H  Lonf  tige  b6  68|St.  2  2  —  —
21  **  ksn  benamnte  und  4  vor  nichi  ünterzibringende  I  i
8816  2394  108  53  —
i
Gesammtausfuhr  ebses  556631  —
Ar.  des  11.  12.  13.
r.  de  .

.  -  Arabien,  -
Waaren=  Waarengattung  Indien  Persien  China
Be  eichisses


Nupien  b.  Rupien  #.  Rupien
19  &amp;amp;1  Pfesser  aller  Ärt  .........."—  —  —  —  —  —
19  63  Alle  sonstigen  Gewur  ......—  —  —-  —  —  —
196.4  Kaffee,  Thee,  Kakao  !  Schekollde  —  —  —  —  —  —
19  65  Tabak,  Cigarren  und  Eigarette  990  106—  —  —  —
19  G6  Bo  -..  tan  San  eee  Leisenf  und  golltter  —  —  —  —  —  —
191  uͤse,  Sheln  eiseöle,  Negerbutter,  Fett  —  —  —  —  —  —-33
  —W-  Speck  urst  Flecich,eflügcl(mcht  lebend)  Fische  u  —0-—-  —  —  —  —
.  1  64—  —  —  —
11  Ki  misstende  Weine  in  Fässern  und  Faaschen,  auch  ener  —  —  —  —  —  —
19  72  Schaumweir  —  —  —  —  —  —
ê74  Nahzgebreme  *“*  (Vier)  in  Fässern,  und  Fuas  en  —  —  —  1  —  —  —
1975  Spirituosen  mit  n  ahne  Zucker  in  1  Flaschen?  umd  ilem  —  —  —  —  —  —
19J6  Mineral=  und  Sed  —  —  —  —  —  —
K  Deen“  Arzneien,  f  —  —  —  —  —  —
191.2  ..  —  —  —  —  —  —
LZ  Alle  so  titlgen  noch  nicht  genannten.  JIproosfe  ..  —  —  —  —  —  —
M  Sämereien,  Mlänzlinge!  und  d  Seblinge  .  —  —  —  -—  —-  —
H  Rindvt  eh  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —
0  Eie,  —  Miulese  —  —  —  —  —  —
*  Shae  und  Ziegen  ..—  —  —  —  —  —
IG  Vögel  und  Geflügel  Papagecen  .  .Stck·120—  —  —  —
Ill  Sonstiges  Gethier  Scck.  4  44  —  —  —
Nicht  esonders  denannie  *  d  vorse  nichi  nnter  ubringende
2  15—  —
Gesammtausfuhr  28  604  16  650  1—
        <pb n="477" />
        378

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7.  7  6.  v7.  .  -  10.
Oesterreich=  -  Schweden-  Belgien,
Ungarn  Italien  Nußland  Norwegen  Lellamm  Schweiz  Amerika“
engl.  Pfo.  Rupien  ennl.  pid.  Rupien  sengl.  Pid.  Rupien  sengl.  Pfjd.  Rupien  engl.  pid.  Rupien  Pid.  Rupien  engl.  Piv.)  Rupien
i  !  -  -  .
l  :
ZIZ  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —.  —  –  —  —  —  —  —  —
—  l  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —.  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —
—————
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
————
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—————————
————nn—  8
—  8
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  l  -  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  ——  —  —  —1  —
—;——————  ——x—————
:i---—k-———s——--—
-—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —«-—
—————-«——-—s————--—
  I  i
—  —  l—  l854  l—  l—  i-14
  15.  16.  77.  18.  159.  20.  —  «
..  .  esammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  **  Kapland  rebriges  Audere  Länder  der  Ausfuhr
Gewicht
Wla  W0  Rupien  .  Rupien  Rupien  ##.Rupien  Al.  Rupien  rW  z*  engl.  r  Nuvpien
—  —2  —  ——  —  992  —  —  134  14
—  —  550  —.  —  —  —  —  —  268  120—  —  5460
—  —  4  1856—  —  —  —  —  —  28  664  —  1718  869
—  —  76989  2814  —  —  —  —  —  122  3811—  —174718  59372
—  —  657  171—  —  —  —  —  —1450  599—  —  8  020  288
—  —  1551  71771—  —  —  —  —  —  386  200—  —  1887  926
—  —  6046ö—WN.  1433  51748
—  —  4158  6400—  —  —  —  —  —  24  33.—  —  4192  649
—  —  2404  744  —  —  —  —  —  —  1092  482—  —  3543  1320
—  —  18  282—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  18  22
—  —  3000  54t8—  —  —  —  —  —  96  30—  —  3  096  578
HIEIIEEIEIEIEIEILEIIEIIEIEIII
—  —  48  21  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  948  164
—  —  942  1008—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  978  1016
—  —-J-15741027
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  6  2—  —  6  2
—  —  100.  33  SJ  —  S  —  6.  6—  —  1436  3
—  —  142.  1100  —  —  —]  —  —  —  25  25—  —  182  1149
—  —  Et.  1144  46  384½½  -—-—SSte.  340  St.  1  14  46  624
—  —  9500—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3  950
—  —  251  7111—  —  ——  —  —  —  —  —  —  251  7  112
—  —  74  43313Z—1A——  —-—  —  Sts.  523—  80  535
—  —  4  41  —  —  —  —  —  —  —  —  —  4  47
—  —  1859  10  4661  —  —  —  —  —  —  tck.  33  107  Stck.  3  6  190710  783
—  —  14  199—  —  —  196  23
—  —  421u7  1164  —  —  —  —  9c%  107268  3645
l
l—  l2638092  2024  —  —  25646  674  3329941
        <pb n="478" />
        374

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Zachrichken.
Deutsch-Sstafrika.

Die  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
für  Deutsch-Ostafrika  getretenen  Beamten  und  Angestellten:
  Büreauassistent  Alt,  Bauleiter  Götze,
Maler  Groß,  Metalldreher  Jacobs  und  Tischler
Käppel  sind  im  Schutzgebiet  eingetroffen.

 

Dem  Stationskontroleur  bei  dem  Kaiserlichen
Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  Gustav  Schmidt
ist  für  die  Dauer  selner  amtlichen  Thätigkeit  im

Ramerun.
Der  Regierungsarzt  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
  Dr.  Plehn  ist  vom  Urlaub  auf  seinen  Posten
zurückgekehrt.

Der  Zolldlrektor  Franz  Scheffler  zu  Kamerun
ist  einer  telegraphischen  Nachricht  zufolge  im  Campoflusse
  ertrunken.  Derselbe  war  dort  seit  Mitte  1891
thätig,  zunächst  im  Zoll=  und  Kassendienst,  später
ausschließlich  als  Zollverwalter.  Das  Keiserliche
Gouvernement  verliert  in  ihm  einen  pflichttreuen
und  verdienstvollen  Beamten.

 

 

.  Der  Schmied  Malinowski  und  der  Stenermann
  Wittekopf  sind  in  den  Dienst  des  Keiserlichen
  Gouvernements  getreten  und  im  Schutzgebiete
bereits  eingetroffen.

Vogo.
Dem  bisherigen  Leiter  der  Station  Misahöhe
Lieutenant  Plehn  ist  von  Anfang  Juni  ab  Heimathsurlaub
  ertheilt.

Nach  telegraphischer  Mittheilung  der  Kaiserlichen
Landeshauptmannschaft  von  Togo  ist  der  Zollamtsassistent
  Hermann  Joop  am  Herzschlag  gestorben.

Slüdwestafrika.

Der  als  Auditeur  bei  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  für
Südwestafrika  überwiesene  Gerichtsassessor  Paul
Richter  ist  am  3.  März  im  Schutgebiete  eingetroffen.
  m

Marshall-  Inseln.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  für  das  Schutzgebiet
  der  Marshall-Inseln  Dr.  Irmer  ist  am
3.  Juni  von.  New-York  in  Bremerhafen  angekommen.

 

ackkrichten  aus  den  deukfschen  Schuhgebieken.

(Abbruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Dltafrika.
Reise  in  dem  Dinterlande  von  Lindi.

Der  Premierlientenant  Engelhardt  hat  in  der
Zeit  vom  5.  Dezember  v.  Is.  bis  11.  Februar  d.  Js.
das  Hinterland  von  Lindi  bereist  und  berichtet  über
die  dortigen  Verhältnisse,  wie  folgt:

Das  Gebiet,  welches  ich  auf  meiner  Reise  kennen
gelernt  habe,  ist  ein  im  Allgemeinen  fruchtbares;
nirgends  bin  ich  auf  Steppenland  oder  ausgedehnte
Strecken  völlig  unbewachsenen  Bodens  gestoßen,  eine
Ausnahme  macht  naturgemäß  das  Bergland  Madjedie,
doch  auch  hier  findet  sich  in  den  gut  bewässerten
Thälern  ertragsfähiger  Boden.

Im  Westen  von  Lindi  schließt  sich  an  die  Küstenlandschaft
  ein  fruchtbares  Hügelland  an,  welchem  der
Netibi-,  Tandangongoro=  und  Lutambasee  immer
Wasser  geben.  Aus  diesem  steigt  in  langen,  meist
bewaldeten  Hängen  ein  400  bis  600  m  hohes  Plateau
  auf,  das  im  Süden  bis  zum  Lukuledi  reicht.
Das  Massiv  dieses  Plateaus,  welches  nach  Westen
bis  zum  Ursprung  des  Lukuledi  langsam  ansteigt,  ist

wahrscheinlich  Urgestein,  Granit  oder  Gneiß.  Die
Verwitterung  scheint  bis  tief  in  die  Gesteinsmasse
binein  stattgefunden  zu  haben,  da  der  Boden  äußerst
wasserdurchlässig  ist,  nirgends  sind  auf  dem  Platean
Wasseransammlungen  vorhanden;  Brunnengraben  ist
erfolglos.  Nur  in  den  weit  und  tief  ausgearbeiteten
Thälern  des  Mjengeti,  Njangau  und  Mahiba,  linler
Nebenflüsse  des  Lukuledi,  findet  sich  ständig  Wasser;
von  weither  kommen  die  Bewohner  hierher,  dasselbe
zu  schöpfen.  Trotzdem  ist  besonders  der  östlichste
Theil  des  Plateaus,  die  Landschaft  Londo,  von  großer
Fruchtbarkeit.  Das  ganze  Jahr  hindurch  niedergehende
Regen  und  überaus  starker  Thaufall  erzeugen  auf
dem  braunrothen  tiefgründigen  Lateritboden  eine
üppige  Vegetation.  Mtama,  das  viel  Wasser  braucht,
stand  prächtig,  auch  Reis,  der  sonst  vorzüglich  in
Niederungen  gebaut  wird,  gedeiht  hier  gut.

Bel  der  Nähe  der  Küste,  25  bis  30  km,  scheint
mir  die  Möglichkeit,  dort  Kaffee  und  Thee  mit  Erfolg
  zu  bauen,  nicht  ausgeschlossen,  zumal  der  Aufenthalt
  auf  dem  Plateau,  über  welches  die  Seebrise
streicht,  verhältnißmäßig  gesund  sein  muß;  die  Nächte
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        sind  kühl  und  erfrischend.  Dem  Wassermangel  könnte
durch  Änlagen  von  in  Cement  gemauerten  Cisternen
abgeholfen  werden.

Auch  für  die  Eingeborenen  würde  sich  die  Anlage
solcher  Cisternen  empfehlen.  Die  Bau=  und  Unterhaltungskosten
  ließen  sich  dadurch  aufbringen,  daß  die
Jumben  von  den  Wasser  holenden  Leuten  Abgaben
in  Geld  oder  Naturalien  erheben.  Durch  solche
Maßregeln  werden  die  scheuen  Wamusra  am  ehesten
zu  gewinnen  sein.

Das  Plateau  mit  dem  erwähnten  Hügelvorland
und  das  weite  Thal  des  Lukuledi  sind  jedenfalls  vor
kaum  mehr  als  10  bis  15  Jahren  fast  durchgängig
mit  Lianenwald,  dessen  Charakteristitum  die  Gummiliane
  ist,  bedeckt  gewesen.  Durch  die  unsinnigen
Rodungen  der  fortgesetzt  wandernden  Eingeborenen
ist  dieser  Wald  theilweise  vernichtet  worden  und  an
seine  Stelle  dichter  dorniger  Busch  getreten.  Die
Gewinnung  des  Wurzelgummis  selbst  hat  die  Veranlassung
  dazu  gegeben,  daß  aus  den  noch  vorhandenen
  Waldbeständen  die  Gummiliane  verschwunden  ist.

Das  Gebiet  nördlich  des  Rovuma,  etwa  von  dem
in  Massassi  entspringenden  Miesi  an  westlich,  ist  mit
Ausnahme  von  Madjedje  ein  flachgewelltes  Waldland,
gut  bewässert  von  den  Rebenfllissen  des  Rovuma,  dem
Bangala,  Lukwamba,  Lumesule,  Moessi  und  Msinjaewe.
  Man  kann  in  diesem  Gebiet  drei  Bodenklassen
unterscheiden.  Das  schwarze  zähe  Schwemmland,
welches  alljährlich  einige  Zeit  unter  Wasser  steht  oder
berieselt  wird,  ist  vorzüglich  für  den  Anbau  von  Reis
und  Zuckerrohr  geeignet,  der  gelb  bis  braunrothe
Lateritboden  des  unteren  Theils  der  flachen  Kuppen
liefert  bei  Bestellung  mit  Mtama  und  Mais  gute
Ernten;  der  sandige  und  llesige,  oder  aus  verwittertem
  Gestein  bestehende  Boden  des  oberen  Theils  der
bewaldeten  Erhebungen,  welcher  immerhin  beträchtliche
Mengen  an  pflanzlichen  Zersetzungsprodukten  enthält,
genügt  für  den  Anbau  von  Erdnüssen,  Bohnen,  Erdbohnen
  und  Mahogo.

Die  aus  dem  Waldland  auftauchenden  Felsberge,
welche  wir  in  der  Landschaft  Madjedje  näher  zusammengerückt
  finden,  zeigen  trotz  ihrer  steilen  oft
überhängenden  Wände  und  thurmartigen  Aufsätze
charakteristische  runde  Formen.  Sie  bestehen  durchgängig
  aus  Urgestein,  Gueiß  oder  Granit,  dessen
oberste  Schicht  meist  hohl  liegt  und  sich  in  mehr
gder  minder  starken  Schalen  zwiebelartig  abblättert;

ie  losgelösten  Schelben  lassen  sich  verhältnißmäßig
leicht  zerbröckeln.

Bei  einem  Theile  dieser  Berge  ist  die  Verwitterung
  so  weit  vorgeschritten,  daß  sich  Baumwuchs  auf
denselben  bilden  konnte.  Diese  Waldberge,  wie  die
Berge  von  Masassi,  der  Muamba,  der  Huwe  haben
immer  fließende  Quellen.

Das  Hinterland  von  Lindi  —  das  Flrußgebiet
des  Lukuledi  und-  das  nördliche  Ufer  des  mitkleren
Rovuma  —  wird  von  den  nahe  verwandten  Bantustämmen,
  den  Wamuêra,  Makua,  Wajaue  und  Wamatambue
  bewohnt;  eingestreut  finden  sich  Nieder-375



 

„lassungen  von  Stämmen  vom  Nyassa,  welch  letztere

sich  auch  mit  der  oben  erwähnten  Bevölkerung  theilweise
  vermischt  haben;  von  Norden  her  haben  sich
ferner  Wandonde  eingeschoben.  Für  die  nahe  Verwandtschaft
  der  erstgenannten  Stämme  spricht  die
ihnen  gemeinsame  Sitte,  den  Weibern  die  Oberlippe
zu  durchbohren  und  in  diese  einen  bis  zu  5  cm
Durchmesser  zeigenden  Holzkeil  —  das  Lupelele  —
zu  stecken,  wodurch  den  Lippen  das  Aussehen  eines
Schnabels  gegeben  wird.

Die  Gebiete,  welche  die  einzelnen  Stämme  bewohnen,
  lassen  sich  nicht  genau  begrenzen.  Oft  finden
sich  in  einer  Landschaft  Dörfer  verschiedener  Stämme
und  vielfache  Vermischungen  derselben  haben  stattgehabt.
  Verschiedene  Umstände  haben  diese  Durcheinanderwürfelung
  der  Bevölkerung  bewirkt.  Die
Gewohnheit  derselben,  nach  einigen  Jahren  ihre  Dörfer
und  Felder  zu  verlassen  und  auf  frisch  gerodetem
Boden  neue  Wohnsitze  zu  gründen,  weil  ihnen  bei
ihrer  oberflächlichen  Bearbeitung  des  Bodens  der
Ertrag  desselben  nicht  mehr  genügte,  dann  die  Einfälle
  der  Magwangwara,  welche  die  Bevölkerung
veranlaßten,  sich  in  der  Nähe  der  schützenden  Berge
oder  auf  Inseln  anzusiedeln,  und  schließlich  das  Einschieben
  der  Malua  und  Wajaue  von  Süden  und
Südwesten  aus  dem  portugiesischen  Gebiet  her.

Am  nächsten  der  Küste  sind  die  Wamueêra;  sie
haben  das  Hügelvorland  und  den  fruchtbarsten  Theil
des  Plateaus  nördlich  des  Lukuledi  inne  und  reichen
westlich  etwa  bis  zum  Mahiba.  Einzelne  Ansiedelungen
  von  ihnen  finden  sich  über  die  bezeichnete
Grenze  weiter  nach  Westen  hin  vor,  so  Chekenjes
Dörfer  am  Ndandafluß,  in  Makanja,  zwischen  Bangala
und  Rovuma,  endlich  Brussia  südlich  Madijedje.

Die  Bevölkerung  in  Umueêra  ist  ziemlich  dicht,
indessen  sehlen  größere  politische  Gemeinwesen.  Die
Wamura  bauen  sich  meist  in  kleinen  Dörfern,  die
oft  recht  versteckt  liegen,  familienweise  an;  der  Familienälteste
  ist  der  Sultan.  Ihre  Hütten,  von
kreisrundem  oder  quadratischem  Grundriß,  sind  nach
der  allenthalben  üblichen  Art  in  Holz  erbaut  und
mit  Lehm  beworfen,  zuweilen  fand  ich  die  Außenseiten
  der  Wände  sauber  geglättet  und  mit  meist  der
Thierwelt  entnommenen  Figuren  bemalt.  Ihre  Felder,
  deren  Erträgnisse  sie  theilweise  zur  nahen  Küste
zum  Verkauf  bringen,  bestellen  sie  in  der  üblichen
Weise  mit  Mtama,  Mais,  Mahogo,  dann  verschiedenen
  Bohnenarten,  hauptsächlich  aber  mit  Mahogo.

Der  Viehstand,  überhaupt  nur  in  Ziegen  und
Hühnern  bestehend,  ist  ein  geringer.

Früher  kam  die  Gummiliane  in  den  Wäldern,
die  Umucra  größtentheils  bedeckten,  sehr  häufig  vor,
und  es  bestand  schwunghafter  Handel  in  Kautschuk.
Durch  die  Gewinnung  desselben  aus  den  Wurzeln
der  Liane,  welche  die  Bewohner  stampften  und  auskochten,
  haben  sie  dieselbe  zum  großen  Theil  ausgerottet,
  so  daß  der  Gummihandel  bis  auf  ein  Achtel
oder  ein  Zehntel  der  alten  Höhe  zurückgegangen  ist.
Daß  er  nicht  ganz  erloschen,  ist  hauptsächlich  dem
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        Umstande  zu  danken,  daß  einige  vernünftige  Häuptlinge
  in  ihrem  Gebiet  dies  Treiben  nicht  gestattet

aben.

Trotz  vielfacher  Berührung  mit  der  nahen  Küste
sind  die  Wamuêra  sehr  scheu.  Diese  Eigenschaft  und
der  Mangel  jedes  größeren  politischen  Gemeinwesens
machen  es  für  die  Station  schwer,  mit  ihnen  in  Verkehr
  zu  treten  und  auf  sie  einzuwirken.

Bei  den  Wamutzra  tätowiren  sich  beide  Geschlechter
auf  Gesicht  und  Leib  mit  sehr  tiefen,  aufgeworfene
Narben  hinterlassenden  Schnitten  und  oft  in  so  ausgedehntem
  Maße,  daß  die  Haut  ein  teppichähnliches
Aussehen  bekommt.

Zu  dem  Lupelele  tragen  die  Wamusraweiber  ost
noch  einen  Holzkeil  in  einer  Durchbohrung  der
Unterlippe.

Die  Wamusra,  besonders  die  der  Küste  zunächst
wohnenden,  stehen  in  dem  Rufs,  professionelle  Diebe
zu  sein.  Sie  sollen  die  Knaben  systematisch  zu  Dieben
  und  Einbrechern  heranziehen  und  die  gewandteren
nach  ihrer  Ausbildung  zur  Ausübung  ihres  Gewerbes
in  die  Küstenstädte  schicken.

Für  die  westlich  und  südwestlich  von  Umusra
wohnenden  Makua,  Wajaue  und  Wamatambue  lassen
sich  Gebietsgrenzen  nicht  mehr  bestimmen.  Ein  geschlossener
  Theil  der  Makua  unter  der  Herrschaft  des
Hattia  stehend,  bewohnt  das  Lukuledithal  etwa  vom
Einfluß  des  Mahiba  aufwärts  bis  zum  Ndauda;  in
den  Landschaften  Lukuledi  und  Masassi  finden  sich
Makua  und  Wajaue  mit  Wanjassa  vermischt,  in  dem
Waldland  zu  beiden  Seiten  des  unteren  Bangala
wohnen  hauptsächlich  Makua.  Diese  überwiegen  auch
in  Madjedje,  wo  außerdem  noch  sämmtliche  genannten
Stämme  vertreten  sind.

Am  nördlichen  Ufer  des  Rovuma  finden  wir
vorherrschend  Wajaue,  vertreten  durch  ihre  Zweigstämme
  die  Wachingori,  Wamachinge,  Wankurra  und
Wamanganga,  ferner  Wamatambue,  wobei  der  Stamm,
welchem  der  Häuptling  angehört,  jeweils  das  Uebergewicht
  hat,  melst  auch  in  Ueberzahl  ist.  Außerdem
giebt  es  dort  Makua  und  Wanjassa,  welch  letztere
hauptsächlich  durch  arabische  und  Suahelihändler  als
Sklaven  eingeführt  worden  sind.

Nach  Westen  zu  nimmt  die  Bevölkerung  im  Allgemeinen
  an  Dichtigkeit  ab.  Das  Thal  des  Lukuledi
und  die  Landschaft  Masassi  sind  noch  verhältnißmäßig
gut  bevölkert,  dann  aber  ist  die  Bevölkerung  sehr
dünn  gesät  und  die  einzelnen  Dörfer  liegen  oft  mehrere
  Tagemärsche  auseinander.

Am  Rovuma  von  Makotscheras  Dorf  aufwärts
finden  sich  menschliche  Wohnstätten  nur  auf  den  Inseln
  und  dicht  an  den  Ufern  des  Flusses,  allerdings
in  fast  ununterbrochener  Reihenfolge.  Durch  die
Kriegszüge  der  Magwangwara  sind  diese  Gegenden
entvölkert  und  die  Bewohner  nach  Süden  und  Osten
zurückgedrängt  worden.  «

Die  Gemeinwesen  sind  hier  größer  und  geschlossener
  als  in  Umucêzra,  besonders  Hattia,  dann  die
Häuptlinge  am  Rovuma  Magono,  Makotschera,  Kit- 



376

 

wanga  und  vor  allen  Dingen  Mtotela  und  Hundi
gebieten  über  eine  größere  Anzahl  von  Leuten  und
genießen  hohes  Ansehen.  Freilich  ist  die  Macht  aller
dieser  Gebietsherren  seit  etwa  20  Jahren  zurückgegangen,
  Familienzwistigkeiten  haben  den  jetzigen  Hatlia
des  unumschränkten  Einflusses,  den  einst  sein  Großonkel
  und  in  vermindertem  Maße  noch  sein  Onkel
auf  die  im  Lukuledithal  wohnenden  Makua  ausübte,
größtentheils  beraubt.

Der  frühere  Reichthum  der  Häuptlinge  am  Rovuma
  und  ihrer  Unterthanen  ist  durch  die  Magwangwara
  zerstört  worden,  die  auch  dadurch,  daß  sie
wiederholt  eine  Menge  von  Leuten  als  Sklaven  wegschleppten,
  die  Macht  und  das  Ansehen  der  Sultane
sehr  verminderten.

Es  wird  hier  neben  Negergetreide,  Mahogo  und
den  bekannten  einheimischen  Bohnenarten  auch  Tabak
angebaut,  der,  zunächst  für  eigenen  Gebrauch  bestimmt,
auch  an  die  durchziehenden  Händler  und  zur  Küste
verkauft  wird.

Das  Rovumathal  erzeugte  früher  viel  Reis,  nachdem
  aber  in  den  letzten  beiden  Jahren  durch  die
Heuschrecken  die  Ernte  zweimal  vollständig  verwüstet
worden  ist,  haben  die  Bewohner  infolge  Mangels  an
Samen  eine  Neubestellung  der  Felder  mit  diesem
Getreide  unterlassen  müssen.  Ich  habe  denselben  in
Aussicht  gestellt,  daß  sie  in  Lindi  und  Milindani
Saatgetreide  unentgeltlich  erhalten  würden.

Wle  schon  erwähnt,  ist  der  Viehstand  besonders
am  Rovuma  durch  die  Magwangwara  vollständig
vernichtet  worden,  die  Eingeborenen  besitzen  dort  nur
noch  Hühner.

Seit  etwa  zwei  Jahren  wird  aus  dem  weiten
Waldgebiet  zwischen  dem  mittleren  Rovuma  und  dem
oberen  Lumbemkuru  das  Wachs  wilder  Bienen,  welche
sich  dort  in  zahllosen  Schwärmen  aufhalten,  seitens
der  Eingeborenen  gewonnen.

Die  Wachssammler,  von  denen  meist  einige  zu
gleicher  Zeit  Jäger  sind,  die  dann  für  Nahrung
unterwegs  zu  sorgen  haben,  ziehen  in  Trupps  zu
fünf  bis  zehn  Mann  in  den  Wald,  wo  sie  die  wilden
Bienen  ausräuchern  und  Wachs  und  Honig  entnehmen.
Geschieht  dies  im  eigenen  Gebiet,  so  bringen  sie  gewöhnlich
  aus  Baumrinde  hergestellte  röhrenförmige
Behälter  für  die  Bienenschwärme  an  den  Bäumen  an.
Fast  in  jedem  größeren  Dorfe  am  Rovuma  und  in
Madjedje  traf  ich  auf  Küstenleute,  welche  Wachs  gegen
Zeuge  von  den  Eingeborenen  eintauschten.

Bei  der  großen  Ausdehnung  des  Waldgebietes,
welches  die  Wachssammler  nur  zum  geringen  Theile
absuchen  können,  ist  eine  Steigerung  der  Wachsproduktion
  noch  zu  erwarten,  dieselbe  wird  auch  bei  der
stark  zunehmenden  Bevölkerung,  welche  ihre  Wohnstätten
  in  das  Waldgebiet  vorschiebt,  gesichert  erscheinen,
  wenn  die  Bewohner  zur  Bienenzucht  allmählich
  angehalten  würden.  «-Die

  volkreichen  Stämme  der  Makua  und  Wajaue,
von  welchen,  wie  erwähnt,  Theile  von  Süden  und
Südwesten  her  aus  der  portugiesischen  Kolonie,  wo
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        sie  heute  noch  ihren  Hauptsitz  haben,  in  unser  Schutzgebiet
  eingewandert  sind,  erregen  unser  besonderes
Interesse,  weil  sie  an  Intelligenz  entschieden  den
Nachbarstämmen  überlegen  sind  und  sich  uns  auch
zugänglicher  als  diese  erweisen.  Ursprünglich  Jägervölker,
  die  den  Ackerbau  nur  so  weit  trieben,  als  es
für  ihren  Unterhalt  unbedingt  nöthig  war,  sind  sie
durch  die  starke  Verminderung  des  Wildstandes  jetzt
völlig  auf  den  Feldbau  als  Unterhaltungsquelle  hingeführt
  worden.  Die  unternehmungslustigen  Wajaue
treiben  außerdem  Handel;  alljährlich  kommen  ihre
zahlreichen  Karawanen,  meist  Elfenbein,  Gummi  und
Tabak  führend,  nach  Lindi  und  Milindani.

An  Charakter  sind  beide  Volksstämme  sehr  verschieden.
  Die  Wajaue  geistig  sehr  geweckt,  von  rascher
Auffassungsgabe,  unternehmungslustig,  aber  nicht  beständig
  und  wenig  zuverlässig,  die  Makua  langsameren
  Geistes,  bedächtig,  von  großer  Ausdauer  und
Beharrlichkeit,  aber  zuverlässiger  und  treuer.  So
würden  die  Letzteren  ein  gutes  Ersabmaterial  für
unsere  Schutztruppe  liefern,  zumal  sie  als  Jägervolk
für  den  Beruf  des  Soldaten  sich  von  vornherein
besonders  eignen.

Die  erwähnten  Stämme,  besonders  die  Wamuera,
haben  wenig  Sklaven,  selbstverständlich  überhaupt
nur  Haussklaven,  die  durch  verwandtschaftliche  Verbindung
  mit  Freien  oft  nach  wenigen  Jahren  schon
die  Freiheit  wieder  erhalten,  deren  aus  Ehen  mit
Freien  hervorgegangene  Kinder  wenigstens  stets  Freie
werden.

Anklagen  wegen  Zauberei  und  Hexerei,  deren
Opfer  getödtet,  jahrelang  in  der  Gabel  gefesselt  oder
als  Sklaven  verkauft  werden,  und  die  durch  Generationen
  hindurch  fortlaufenden  Familienkriege,  in
denen  selbst  das  entfernteste  Glied  der  Sippe  nicht
geschont  wird,  liefern  immer  aufs  Neue  Sklaven.

Unserem  immer  mehr  sich  geltend  machenden  Einfluß
  wird  es  hoffentlich  gelingen,  diesen  Uebeln  ein
Ende  zu  bereiten,  insbesondere  die  für  die  gedeihliche
Entwickelung  des  Volkes  zur  Gesittung  und  zum
Wohlstand  ein  so  großes  Hinderniß  bildenden  Familiensehden,
  die  fast  nie  zum  Abschluß  kommen,  weil
ein  beiden  Theilen  gerecht  werdender  Friede  nahezu
unmöglich  ist,  durch  unsere  Autorität  endgültig  zu
beseitigen.

Die  Station  Lukuledi  der  deutschen  katholischen
Mission  vom  Orden  St.  Benediktus,  wo  gegenwärtig
ein  Pater,  ein  Bruder  und  drei  Schwestern  wirken,
liegt  auf  dem  rechten  Ufer  des  Lukuledi  in  der  Landschaft
  gleichen  Namens  und.  besteht  seit  ungefähr
zwei  Jahren.

Die  Mission  hat  sich  ein  Verdienst  dadurch  erworben,
  daß  sie  von  der  Station  nach  dem  Dorf
Chikukwe  —  etwa  12  km  —  einen  fast  geradlinig
geführten,  ungefähr  2½  m  breiten  Weg  angelegt  hat.

Seitens  derselben  Missionsgesellschaft  ist  an  dem
Einfluß  des  Nyangau  in  den  Lukuledi,  an  einem  gut
gewählten  Platz,  mit  der  Anlage  einer  Station  im
Oktober  v.  Is.  begonnen  worden.

377

 

Auf  der  in  Masassi  gelegenen  Station  der  englischen
  Universities  Missionary  Society  sind  alle  Gebäude
in  Bambus  hergestellt,  und  die  Wohnungen  befinden
sich  zu  ebener  Erde,  aber  die  erhöhte  Lage  am  Hange
des  Mtandiberges,  der  felsige  Untergrund  und  immer
fließendes  gutes  Quellwasser  machen  die  Station  zu
einem  für  Europäer  geeigneten  Aufenthalt.  Diese
Mission  besteht  seit  18  Jahren.  Besondere  Anerkennung
  verdienen  die  eifrigen  Bemühungen  der  dortigen
  Missionare,  nicht  nur  um  die  Kenntniß  der
Suahelisprache  unter  der  Bevölkerung  zu  verbreiten,
sondern  auch  den  befähigteren  Schülern  das  Schreiben
des  Kisuaheli  in  lateinischen  Lettern  zu  lehren.

Die  Missionen  Lukuledi  und  Masassi  stehen  zueinander
  in  gutem  Einvernehmen.  Beide  Missionen
sind  mir  insbesondere  bei  Ordnung  der  politischen
Verhältnisse  sehr  entgegengekommen;  dem  Reverend
Porter,  Leiter  der  Station  Masassi,  welcher  zweimal
im  Lande  der  Magwangwara  war,  verdanke  ich
werthvolle  Information  über  diesen  Volksstamm.

Um  den  Handel  in  Tabak  und  Flußpferdzähnen,
der  zwischen  den  portugiesischen  Wajaue  des  Mtarika
und  Mataka  und  unseren  Küstenstädten  besteht,  möglichst
  zu  fördern,  ferner  um  unseren  Wachshandel  zu
heben,  habe  ich  den  Karawanenweg  vom  Rovuma
nach  Lindi  verbreitern  und  soweit  als  möglich  geradlinig
  führen  lassen,  indem  ich  jedem  Jumben  eine
bestimmte  Strecke  zutheilte.  Wie  ich  jetzt  aus  guten
Quellen  erfahren,  ist  ein  großer  Theil  der  insgesammt
400  km  langen  Strecke  bereits  fertiggestellt  worden.

Diesen  Arbeiten  wohnt  auch  eine  erzieherische
Wirkung  inne,  ebenso  läßt  sich  an  ihrer  mehr  oder
minder  raschen  und  guten  Durchführung  der  Einfluß
der  Jumben  auf  ihre  Leute  erkennen.

In  der  Landschaft  Masassi  wird  Kochsalz  gefunden.
  Etwa  eine  Stunde  südlich  vom  Mtandiberg
in  der  Nähe  des  Zusammenflusses  der  Makomaschira
und  des  Kironjibaches,  welche  salzhaltiges  Wasser
führen,  wird  zur  Trockenzeit  der  Boden  ausgelaugt  und
durch  Sieden  das  Salz,  dessen  Hauptbestandtheil
Kochsalz  ist,  daraus  gewonnen.  Die  Bevölkerung
von  Masassi,  Madjedie  und  dem  Rovumathal  versorgt
  sich  dort  mit  diesem  Mineral,  auch  die  Magwangwara
  lommen  in  kleinen  Trupps  dahin,  um  Salz
zu  sieden,  was  man  sie  auch  unbehelligt  thun  läßt.

Im  südlichen  Madjedie  am  Malombeberg  wird
Eisenerz  gefunden,  welches  an  Ort  und  Stelle  verhüttet
  und  zu  Aexten,  Spaten  und  Messern  verarbeitet
  wird.  Die  dort  gefertigten  eisernen  Geräthe
finden  Absatz  bei  den  Bewohnern  des  Rovumathales.

In  dem  Waldgebiet  zwischen  dem  Rovuma  und
dem  Lumbemkuru  gab  es  früher  viel  Wild  aller  Art;
insbesondere  alle  Spalthufer  von  der  Schopfantilope
bis  zur  Elenantilope  und  dem  Büffel.  Die  hier  bis
Anfang  1895  wüthende  Viehseuche  hat  sehr  unter
dem  Wild  aufgeräumt,  insbesondere  haben  die  großen
Antilopen,  die  Kudu=  und  die  Elenantilope  sehr  unter
der  Seuche  gelitten;  der  Bestand  derselben  ist  nahezu
vernichtet  worden.
        <pb n="482" />
        Der  Elefant  kommt  zwischen  dem  oberen  Bangala
und  dem  Lumbemkuru  noch  häufig  vor  und  ist  nach
Aussagen  der  Eingeborenen  dort  Standwild.  Die
unausgesetzten  Nachstellungen  seitens  der  eingeborenen
Jäger  werden  auch  hier  dem  Vorkommen  des  größten
Dickhäuters  in  absehbarer  Zeit  ein  Ende  bereiten.

 

Besichtigungsreise  des  Stationschefs  von  MRilimatinde.

Der  Stationschef  von  Kilimatinde,  Premierlieutenant
  Kielmeyer,  berichtet  über  eine  in  seinem
Bezirke  vorgenommene  Besichtigungsreise,  wie  folgt:

Am  24.  Februar  brach  ich  von  Kilimatinde  auf,
um  zunächst  Wamba,  den  alten  Freund  der  Station,
zu  besuchen.  Nach  viertäglgem  Marsch  traf  ich  bei
Wamba  ein.  Seine  Tembe,  malerisch  umringt  von
einer  hohen  Euphorbienhecke,  ist  die  schönste  und  reinlichste,
  die  ich  gesehen  habe,  auch  auf  seinen  Feldern
herrscht  Ordnung  und  Wohlstand.  Der  alte  Wamba
selbst  wird  wegen  seiner  Milde  und  Gerechtigkeit  im
ganzen  Bezirke  hoch  geschätzt.  Seine  Leute  sind  reine
Wanyamwesi.  Zur  großen  Freude  des  alten  Wamba
schlichtete  ich  seine  mit  den  Nachbarhäuptlingen  immer
noch  bestehenden  Differenzen  und  veranlaßte  vor
Allem  den  störrigen  Munitambi,  die  Oberherrschaft
Wambas  anzuerkennen.

Am  5.  März  verließ  ich  Wamba  und  schlug  die
Richtung  nach  den  Landschaften  Itumba,  Kiwere,
Kinyambwa  ein,  wo  längst  kein  Europäer  sich  mehr
gezeigt  hatte  und  von  wo  deshalb  wohl  alle  Vorladungen
  ohne  Erfolg  zurückkamen.  Ueber  Kipere,
eine  kleine  Ansiedelung  Wambas,  langte  ich  nach
dreitägigem  Marsch  durch  die  blühende  Mgunda  mkali
in  Itumba  bei  dem  Sultan  Mpasie  an.  Ich  möchte
hier  einschalten,  daß  nach  dem  Ergebniß  der  Routenaufnahmen
  Wamba,  Itumba  und  Kiwere  viel  weiter
westlich  und  viel  weniger  südlich  liegen,  als  sie  auf
der  Kiepertschen  Karte  eingezeichnet  sind.

Itumba  ist  sehr  ausgedehnt  und  fruchtbar,  hier
wie  bei  Kusenta,  Muhalala,  Wamba,  Kiwere,  Ndiga,
Mdaburu  und  Mukundukwa  ist  Vieh  der  Station  in
Pflege,  was  die  Verpflegung  der  Karawane  sehr
erlelchterte.  Auf  allen  Stationen  zeigte  sich  ein  Zuwachs
  an  Großvieh,  wogegen  das  Kleinvieh  sich  infolge
  der  großen  Dürre  des  vorigen  Jahres  etwas
vermindert  hatte.

Die  Bewohner  Itumbas  sind  Wakimbo.  Sie
sind  gut  geartete,  fleißige  Leute;  doch  fiel  mir  ein
Mangel  an  Frohsinn  bei  ihnen  auf.  Daß  ihnen
der  Kunstsinn  keineswegs  ganz  abzusprechen  ist,  beweisen
  die  hübschen  Schnitzereien,  welche  ich  hier
vorfand.  Die  Leute  waren  durchaus  nicht  aus
bösem  Willen  der  Station  ferngeblieben,  sondern
nur  aus  Unfähigkeit,  sich  zu  der  weiten  Reise  zu
entschließen.

Nachdem  ich  die  Wakimbo  über  ihr  Verhältniß
zur  Station  belehrt  hatte,  marschirte  ich  am  Z.  März
von  Itumba  ab,  lagerte  zweimal  in  der  Mgunda

378

 

mkali  und  langte  am  10.  März  in  Kiwere  an.  Die
Sultanin  Msasira,  eine  hochgewachsene  sympathische
Erscheinung,  kam  uns  in  Männertracht  weit  entgegen.
Die  Bewohner  Kiweres  sind  eine  Mischung  von
Wanyamwesi,  Wakimbo  und  Wasekuma;  die  Sultanin
ist  eine  reine  Mniamwesi.

Kiwere  ist  ein  äußerst  gesegneter  Ort  und  liegt
an  der  von  Küstennegern  viel,  von  Europäern  nie
begangenen  Route:  Wamba—Itumba  —  Kiwere  —
Utengula.  Der  Sultanin  wird  von  ihren  Unterthanen
große  Ehrfurcht  entgegengebracht,  doch  hat  sie  die
schlimme  Eigenschaft,  reiche  Leute,  deren  Besitzthum
ihr  gefällt,  wider  ihr  eigenes  besseres  Wissen  als
Zauberer  bezw.  Hexen  zu  ächten.  Trotzdem  ich  dafür
  sorgte,  daß  sie  über  30  Leute  wieder  freigab,
brachte  sie  doch  einen  schönen  Elfenbeinzahn  zum
Geschenk  und  schloß  sich  der  Karawane  an,  um  das
berühmte  Kilimatinde  zu  sehen,  denn  wie  die  Leute
singen  und  sagen,  ist  Dar-zes-Saläm  das  große  und
Kilimatinde  das  kleine  Europa.

Von  Kiwere  trat  ich  den  Rückweg  an,  indem  ich
mich  zunächst  bis  Itumba  an  die  Route  der  Herreise
hielt.  Von  Itumba,  das  ich  am  14.  März  wieder
erreichte,  marschirte  ich  direkt  östlich  nach  dem  Wakindodorf
  Virago,  das  ebenfalls  von  einer  Sultanin
regiert  wird.  Hier  in  Virago  erstand  ich  sieben
junge  Strauße  für  die  Station.

Nach  mehreren  Porilagern  erfolgte  am  23.  März
der  Abstieg  in  den  ostafrikanischen  Graben  nach
Mukundukwa.  So  herrlich  nach  der  langen  Busch--reise
  der  Blick  auf  die  weile  Ebene  war,  so  anstrengend
  und  mühsam  war  jeder  Schritt  bei  dem  steilen,
steinigen  und  dormübewachsenen  Pfad.  Leider  traf
ich  hier  in  der  Ebene  Verheerungen  durch  die  Heuschrecken,
  während  ich  bis  dahin  alle  Felder  in  seltener
Pracht  gesehen  hatte.  Die  Meldungen  über  den
Umfang  der  Verheerungen  fehlen  noch.

Noch  im  Laufe  des  24.  traf  ich  in  der  Landschaft
  Kinyambwa  ein.  Erst  nach  mehrtägigen  Verhandlungen
  gelang  es  mir,  den  widerspenstigen
Häuptling  zur  absoluten  Anerkennung  unserer  Oberherrschaft
  zu  zwingen.

Nachdem  ich  noch  das  Grab  des  in  Kinyambwa
gestorbenen  Lieutenants  Fließbach  habe  in  Stand
setzen  und  mit  einem  Kreuz  schmücken  lassen,  marschirte
ich  nach  Kilimatinde,  welches  am  30.  März  wieder
erreicht  wurde.

 

Berichtigung.

In  dem  Bericht  des  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika
  Herrn  Oberst  Liebert  im  Deutschen  Kolonialblatt
  1897  Nr.  11  wird  auf  Seite  317  zweite
Spalte  erster  Absatz  gesagt:  „Von  Ngwelo  über
Union  nach  Nordosten  ausbiegend,  gelangte  ich  nach
Bulwa,  Pflanzung  der  Union-Kaffeegesellschaft.“
Die  Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft  macht  darauf
        <pb n="483" />
        aufmerksam,  daß  diese  Bezeichnung  von  Bulwa  unrichtig
  ist,  sie  lautet  richtig:  Pflanzung  der  Usambara-Kaffeebau-Gesellschaft
  in  Berlin.

 

Ramrrun.

Bericht  des  Raiserlichen  Gouverneurs  über  seine
Inspektionsreise  nach  Vaunde.

Den  Berichten  des  Gouverneurs  v.  Puttkamer
über  die  Anfang  d.  Is.  von  ihm  unternommene
Inspektionsreise  nach  Baunde  entnehmen  wir  Folgendes:


Am  31.  Dezember  v.  Is.  morgens  6  ½  Uhr  fand
der  Abmarsch  von  Kribi  statt.

Bestand  der  Expedition  außer  mir:  Premierlieutenant
  v.  Carnap-Quernheimb,  Büchsenmacher
Zimmermann  als  Unteroffizier  bei  dem  Ablösungskommando
  der  Kaiserlichen  Schutztruppe,  Bautechniker
Hinnrichs  als  Stationsassistent  für  Yaunde;  die
farbigen  Feldwebel  Zampa  und  Andu  und  60  Mann
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  (40  Mann  zur  Ablösung
  eines  Theils  der  Yaundegarnison  bestimmt),
etwa  170  Träger;  1  Pferd.

Endlich  begleiteten  die  Expedition  noch  vier
Haussahändler,  welche  von  dem  Stationschef  Dominik
  veranlaßt  waren,  nach  Yaunde  und  von  dort
zur  Küste  zu  kommen,  in  Kribi  und  Batanga  ihre
Waaren,  besonders  Elfenbein,  gegen  europäische  Erzeugnisse
  umgesetzt  hatten  und  nun  unter  dem  Schutze
der  Expedition  nach  Adamaua  zurückkehrten,  um
ihren  Landsleuten  erzählen  zu  können,  daß  es  aus
Südadamaua  einen  kürzeren  und  ebenso  sicheren  Weg
zu  den  europäischen  Faktoreien  und  der  Küste  giebt
als  die  bisher  ausschließlich  begangene  Straße  Tibati
—Banyo—Vola.  Wenn  das  Beispiel  dieser  Haussahändler
  Nachahmung  findet,  so  kann  für  Kribi  ein
erheblicher  Ausschwung  des  Handels  erwartet  werden.

Der  seit  den  Zeiten  Kunds  und  Tappenbecks
als  fast  undurchdringlich  geltende  unbewohnte  Urwaldgürtel
  östlich  von  Kribi  ist  jetzt  durch  einen  vorzüglichen
  Weg,  dem  auch  die  so  nothwendigen,  primitiven
  Baumstammbrücken  nicht  fehlen,  gangbar  gemacht
und  kann  durchweg  als  Reitweg  bezeichnet  werden,
womit  nicht  gesagt  sein  soll,  daß  der  Reiter  nicht
an  vereinzelten  Stellen  absteigen  und  sein  Thier
führen  muß.  Wir  marschirten  täglich  ungefähr  sechs
Stunden,  biwakirten  drei  Nächte  im  Urwald  und
erreichten  am  Sonntag  den  3.  Januar  morgens
7½  Uhr  den  freundlich  am  rechten  Ufer  des  ziemlich
schnell  fließenden  Lokunjeflusses  gelegenen  Ort  Bipindi.
Hier  besuchte  ich  den  früheren  langjährigen  Stationsleiter
  von  Yaunde,  Herrn  Zenker,  der  jetzt  in
Bipindi  ein  eigenes  Anwesen  hat  und  für  mehrere
heimische  wissenschaftliche  Gesellschaften  interessante
Sammlungen  anlegt.  Sein  ganz  und  gar  mit  eingeborenen
  Mitteln  hergestelltes  geräumiges  Wohnhaus
ist  ein  vollkommenes  Museum,  voll  von  ethnographi-379



 

schen  Merkwürdigkeiten,  Photographien,  Oel=  und
Aquarellskizzen,  Herbarien,  Thierfellen  und  Schädeln,
Wassen,  Fetischen,  Vogelbälgen  und  dergleichen.  Auch
hat  Herr  Zenker  mit  Anlage  einer  Kaffeeplantage
begonnen,  um  die  Kosten  seiner  Station  zu  verringern.


Noch  an  demselben  Vormittag  wurde  der  100  m
breite  Lokunje  in  dem  von  der  Regierung  hier  stationirten
  eisernen  Fährboot  überschritten  und  eine  Stunde
später  in  dem  am  Fluß  der  prächtig  bewaldeten
Bipindiberge  malerisch  gelegenen  Bakokodorf  des  alten
Heäuptlings  Bijoko  Quartier  genommen.  Am  nächsten
Morgen  betraten  wir  das  Gebiet  des  bisherigen
unruhigen  und  von  den  Karawanen  gefürchteten
Agumbastammes  und  erreichten  nach  vierstündigem
Marsch  das  Dorf  des  berüchtigten  Häuptlings  Tunga,
der  noch  vor  einigen  Jahren  durch  seine  Leute  den
bekannten  Ueberfall  im  Urwalde  auf  die  Morgensche
  Expedition  ausführen  ließ.  Er  hat  sich  seither
stets  feindlich  zur  Regierung  und  allen  Kulturbestrebungen
  gestellt  und  durchziehende  Händler  dergestalt
belästigt,  daß  diese  gewöhnlich  einen  Umweg  machten,
um  Tungas  Dorf  nicht  zu  passiren.  Vor  einiger  Zeit
gelang  es  Hauptmann  v.  Kampt,  sich  seiner  Person
zu  bemächtigen  und  ihn  nach  Kamerun  zu  bringen.
Er  durfte  zwei  seiner  Weiber  und  drei  Begleiter
mitnehmen  und  wurde  mehr  als  politischer  Gefangener
behandelt.  Trotzdem  stand  er  unter  dem  Eindruck,
daß  ein  Todesurtheil  gegen  ihn  verhängt  werden
würde.  Nachdem  er  Kamerun  mit  seinen  Anlagen,
Faktoreien,  Truppe  und  Kriegsschiffe  gesehen,  zeigte
er  eine  merkliche  Sinnesänderung  und  erklärte  wiederholt,
  er  habe  sich  nun  von  der  Macht  der  Regierung
durchaus  überzeugt  und  werde,  falls  ihm  das  Leben
geschenkt  würde,  ein  loyaler  Unterthan  sein.  Da  er
anscheinend  aufrichtig  war,  beschloß  ich,  den  Versuch
zu  machen,  und  eröffnete  ihm,  er  solle  gegen  das
feierliche  Versprechen  künftigen  Wohlverhaltens  und
nach  Gangbarmachung  der  entsetzlichen  Wege  in  dem
gebirgigen  Ngumbalande  durch  sein  Volk  frei  in  seine
Heimath  zurückkehren.  Dies  war  durch  eine  Botschaft
  den  Ngumbaleuten  bekannt  gegeben  und  kurz
vor  meinem  Abmarsch  hatte  eine  von  Yaunde  nach
Kribi  entsandte  Patrouille  gemeldet,  die  Wege  im
Ngumbalande  seien  in  Ordnung.  Ich  fand  dies  in
vollem  Maße  bestätigt.  Der  ganze  Weg  durch  die
Ngumbaberge  war  zu  einem  sehr  bequemen  Reitweg
umgewandelt,  die  reißenden  Gebirgswasserläufe  überbrückt,
  nur  einzelne  steile  Berge  und  Felspartien
bieten  noch  Schwierigkeiten  für  Lastthiere,  ohne
wirkliche  Hindernisse  zu  sein.

Bei  meinem  Anmarsch  kam  mir  Tunga  mit
Weibern  und  Begleitern  entgegen  und  begrüßte  mich
aufs  Herzlichste.  Soldaten  und  Träger  wurden  in
dem  geräumigen  Dorf  einquartiert,  ich  selbst  nahm
mit  Herrn  v.  Carnap  in  dem  Anwesen  eines  Gabunesen
  Hilarion  Wohnung,  welcher  dort  für  die
Firma  Woermann  Handel  treibt.  Bald  erschien
Tunga  mit  den  Dorfältesten  und  brachte  mir  das
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        erste  große  Gastgeschenk,  bestehend  aus  vier  Schafen,
50  Bund  Bananen,  zehn  Hühnern,  acht  Eiern  und
einem  Korb  Makabo,  woraus  sich  ein  Festtag  für
meine  Leute  entwickelte,  die  bis  dahin  von  den  mitgenommenen
  Vorräthen  —  Reis  und  getrocknete
Fische  —  hatten  leben  müssen.  Die  Internirung
Tungas  in  Kamerun  hat  wahrhaft  wunderbare  Früchte
getragen.  Nicht  nur  gehört  der  früher  verrufene
Weg  zu  den  besten  und  sichersten  im  Schutgebiet,
sondern  er  arbeitet  auch  emsig  an  der  Verbesserung
seines  Dorfes;  ein  sehr  großer  luftiger  Marktplaß
ist  angelegt,  überall  sieht  man  neue  Rodungen  im
Urwald  zum  Bau  von  neuen  größeren  Häusern  und
Anlage  von  Farmen.  In  dem  großen  Palaver,
welches  ich  nachmittags  mit  Tunga  abhielt,  versicherte
er  mich  wiederholt  seiner  Treue  und  Botmäßigkeit.
Da  Tunga  der  größte  und  einflußreichste  Häuptling
des  Ngumbalandes  ist,  so  ist  seine  Haltung  von  besonderer
  Wichtigkeit.  Hier  traten  die  sich  nun  noch
immer  weiter  wiederholenden  ersten  Klagen  gegen
räuberische  und  vom  Süden  her  gegen  die  Handelsstraße
  vordrängenden  Bulistämme  auf.

In  zwei  Tagemärschen  wurde  von  Tunga  aus
die  Station  Lolodorf  am  6.  Januar  1  Uhr  nachmittags
  erreicht.  Der  Weg,  wo  irgend  möglich,  gut
gereinigt,  führt  über  sehr  steile,  bis  zu  700  m  hohe
Berge  und  ermüdet  durch  fortwährendes  Auf=  und
Abklettern.  In  dem  hoch  gelegenen  Dorf  Epussi
schlugen  wir  Nachtquartier  auf.  Bald  hinter  Epussi
kamen  wir  an  der  eingefriedigten,  sauber  gehaltenen
und  mit  Kreuz  und  Aufschrift  versehenen  Grabstätte
des  dort  auf  dem  Marsch  nach  Lolodorf  verstorbenen
Premierlieutenants  a.  D.  Lübke  vorbei.

Die  Station  Lolodorf  liegt  auf  einem  isolirten
Bergkegel  im  Waldthal  des  Lukonje,  der  tief  unten
an  dem  Stationsberge  vorbeifließt;  ringsum  ist  der
Bergwald  niedergeschlagen,  so  daß  die  militärische
Lage  vorzüglich  ist.  Nach  allen  Richtungen  hin
erblickt  man  bis  zum  fernsten  Horizont  bewaldete
Bergketten.  Unten  am  Fluß  liegen  Faktoreien  der
Firmen  Karl  Maas,  Randad  &amp;amp;  Stein,  Lübke  &amp;amp;  Co.,
C.  Woermann  &amp;amp;  Co.,  alle  bis  jetzt  von  Farbigen
(Gabunesen)geleitet,  sowie  verschiedene  Ngumbadörfer;
endlich  etwas  weiter  auf  halber  Bergeshöhe  das  erste
Yaundedorf  unter  dem  alten  Häuptling  Ebuda.
Ueber  den  Lokundje  führt  eine  solide  mit  Pferden
gut  passirbare  Holzbrücke.

Die  Station  ist  besetzt  mit  einem  europäischen
Unteroffizier  (zur  Zeit  Sergeant  Bauch)  und  22  Mann
der  Truppe.  Wohnhaus,  Kaserne,  Arbeiterwohnungen
und  Ställe  sind  in  primitiver  Weise  ganz  aus  einheimischem
  Material  hergestellt.

Nach  Inspizirung  der  Station,  die  sich  in  vortrefflicher
  Verfassung  befand,  erschienen  am  7.  d.  Mts.
die  mächtigeren  Häuptlinge  zum  Empfang,  reiche
Geschenke  an  Schafen,  Ziegen  und  Hühnern  bringend.
Die  bedeutendsten  sind  Banjol  und  Deng  von  Lolodorf
  (Mlole),  Bambam,  ein  Bruder  Tungas,  etwa
zwei  Stunden  von  der  Station  ansässig,  Ebuda,  der

380

 

alte  Yaundehäuptling  vom  Berge.  Alle  klagten  übereinstimmend
  über  Vergewaltigungen  durch  die  Buli.
Abends  wurde  die  Station  durch  Magnesiumfackeln
erleuchtet.

Am  8.  wurden  die  zur  Weiterreise  erforderlichen
Vorkehrungen  getroffen,  insbesondere  die  Lasten  umgepackt
  und  Hülfsträger  (Ngumba)  angenommen.

Am  9.  um  6  Uhr  morgens  Abmarsch  von  Lolodorf.
  Trotzdem  die  Eingeborenen  nach  Kräften  am
Wege  gearbeitet  hatten,  war  derselbe  doch  stellenweise
recht  beschwerlich,  Felspartien  mit  Sumpf  abwechselnd,
auch  unbequeme  Flußübergänge.  Unterwegs  begrüßte
mich  am  Wege  noch  einmal  Häuptling  Bambam  mit
seiner  ganzen  Familie.  Die  bisher  als  besonders
schwer  passirbar  berüchtigte  „YMakafarm“,  in  der
wild  übereinander  gestürzte  Baumstämme  den  Weg
versperrt  hatten,  war  vollständig  gereinigt.  Das
Nachtquartier,  das  hochgelegene  Gebirgsdorf  Ngene,
wurde  erst  um  2  Uhr  nachmittags  erreicht.  Die
Bevölkerung  ist  hier  schon  halb  Yaunde;  die  Nacht
war  sehr  kühl  und  nebelig.  Im  kalten  Morgennebel
um  6  Uhr  morgens  von  Ngene  aufbrechend,  erreichte
die  Expedition  nach  Ueberschreiten  des  Mbengeberges
und  des  Akieflusses,  durch  Akatta—Mtshalla  durchmarschirend,
  gegen  Mittag  das  Bergdorf  Esumba,
welches  bereits  ziemlich  reine  YMaundebevölkerung  aufweist.
  Zwar  sieht  man  überall  die  Rindenhütten
der  Ngumba,  da  die  Oel=  und  Raphiapalmen  hier
noch  zu  selten  vorkommen;  doch  tragen  die  Weiber
schon  die  eigenthümliche  Yaundetracht,  den  pferdeschwanzähnlichen
  Blätterbüschel  hinten,  und  zu  den
bisher  ausschließlich  vorkommenden  Pisangs  und
Kassova  treten  als  Feldfrüchte  Zuckerrohr,  Tabak
und  Erdnüsse.

Am  folgenden  Tage  passirten  wir  den  Mbengasumpf;
  obwohl  die  Kolonne  schon  5  Uhr  50  Min.
morgens  abmarschirte,  kamen  wir  erst  lange  nach
1  Uhr  nachmittags  ins  Biwak,  da  der  Weg  unerhört
schlecht  war.  Es  liegen  hier  keine  Dörfer  am  Wege
und  die  Terrainverhältnisse  sind  ganz  besonders
schwierig;  Sumpfstellen,  Wasserläufe  wechseln  mit
steilen,  umwegsamen  und  verwachsenen  Berghängen  ab.

Am  14.  wurde  auf  einem  im  ersten  Theil  noch
schlechten,  dann  vorzüglich  gereinigten  Wege  um
9  Uhr  vormittags  das  Dorf  Elama  am  Niong  erreicht
  und  nach  Uebersetzen  der  Expedition  in  Kanus
in  dem  Yaundedorf  Wöna  Lager  bezogen.

Von  hier  aus  führt  ein  4  bis  6  m  breiter  Fahrweg
  bis  zur  Station  Yaunde,  welche  über  die  als
Nachtquartiere  dienenden  Dörfer  Abega-Rsana  und
Mesenti  am  Sonntag  den  17.,  vormittags  9  Uhr,
erreicht  wurde.  Die  Herstellung  dieses  Weges  ist
ein  Verdienst  der  Station  und  ihres  derzeitigen
Leiters,  des  Lieutenants  Dominik;  sie  wäre  allerdings
  wohl  ohne  den  Druck  des  Kamptzschen  Feldzuges
  nicht  möglich  gewesen.  Durch  das  Yaündeland
vom  Njong  bis  an  den  Sanaga  heran  führt  eine
etwa  150  km  lange  Straße,  welche  auf  Betreiben
der  Station  von  den  anwohnenden  Eingeborenen
        <pb n="485" />
        —  381

hergestellt  ist  und  sich  in  vorzüglichem  Zustande  befindet.
  Wie  dieser  Weg  beuutzt  wird,  zeigten  die
zahlreichen,  mit  Elfenbein  und  Gummi  beladenen,
vielfach  50  bis  60  Mann  starken  Karawanen,  denen
ich  begegnete.  Ich  habe  mit  besonderer  Genugthuung
feststellen  können,  daß  der  zur  Bestrafung  der  aufständischen
  Maunde  unternommene  und  von  Hauptmann
  v.  Kamptz  mit  Erfolg  durchgeführte  Feldzug
der  Truppe  nicht  nur  das  militärische  Uebergewicht
und  die  Autorität  der  Regierung  wieder  hergestellt,
sondern  auch  gleichzeitig  einen  schönen  kulturellen
Erfolg  aufzuweisen  hat.  Bemerken  möchte  ich  noch,
daß  Wild  auf  der  ganzen  Strecke  recht  selten  ist;  im
Urwald  vereinzelte  Elefantenspuren,  Affen,  Papageien,
außerdem  waren  Antilopen  in  spärlicher  Anzahl  und
Raubvögel  (Adler  und  Milane)  zu  beobachten.

Schon  vor  der  Station  empfing  mich  der  derzeitige
  Stationschef  Lieutenant  Dominik,  machte  die
erforderlichen  Meldungen  und  überreichte  den  Stationsrapport.


Auf  dem  Hofe  vor  dem  Stationsgebäude  stand
die  Garnison  in  Paradeaufstellung,  während  das
3.7  cm  Schnellladegeschütz  einen  Salut  feuerte.  Die
Nachricht,  daß  zum  ersten  Mal  der  Gouverneur  persönlich
  die  Station  und  das  Vaundeland  besuchte,
war  weithin  verbreitet.  Sehr  bald  nach  der  ersten
kurzen  Begrüßung  mit  Lieutenant  Dominik  erschienen
  daher  die  benachbarten  Yaundehäuptlinge,
voran  der  alte  Zonu,  der  Freund  Kunds  und  Tappenbecks,
  auf  dessen  Gebiet  die  Station  liegt;  sein  Sohn
Amba,  eine  Art  Faktotum  der  Station,  hatte  mich
schon  vom  letzten  Nachtquartier  (Mesenti)  abgeholt.
Es  erschien  Mbazamsoko  nebst  Gefolge,  ein  alter
durchtriebener  Berghäuptling,  in  dessen  Dorf  das
Zerwürfniß  zwischen  Premierlieutenant  Bartsch  und
den  MYaunde  begonnen  hatte.  Es  erschien  endlich
auch  der  größte  der  umliegenden  Häuptlinge,  der
Oberhäuptling  des  großen  Banéstammes  Banemekuno,
Alle  mit  reichen  Geschenken  an  Kleinvieh  und  Lebensmitteln.
  Ersteres  wurde  dem  Viehbestand  der  Station
überwiesen,  letztere  zur  Verpflegung  der  Expedition
verwendet.

Die  Station  liegt  auf  einem  Hügel  an  der
Grenze  von  Urwald  und  Grasland  in  jeder  Hinsicht
sehr  günstig.  In  der  Mitte  des  engeren  Stationshofes
  befindet  sich  das  massiv  aus  dort  gebrannten
Ziegeln  erbaute  zweistöckige  Wohnhaus;  der  untere
Stock  enthält  Vorrathsräume  und  Gelasse  für  Dienerschaft,
  der  obere  Stock  sechs  geräumige  luftigs  Wohnund
  Schlafräume  für  Europäer.  Es  ist  ein  ganz
mit  dortigen  Mitteln  hergestellter  vorzüglicher  Bau.
Im  Hofe  liegen  außerdem  in  regelmäßigen  Abständen
das  Wachlokal  mit  Gefängniß,  mehrere  massive
Schuppen  und  Scheunen,  Kasernen,  Arbeiterwohnungen.
  ·

Der  Stationshof  ist  von  einer  massiven  Lehmmauer
  mit  Schießscharten  und  Wallgraben  umgeben,
welche  mit  ihren  Bastionen  eine  für  innerafrikanische
Verhältnisse  gewichtige  Befestigung  darstellt.  Auf

 

der  erhöhtesten  Bastion  steht  unter  einem  Schutzdach
das  3,7  cm  Schnellladegeschütz,  die  Gegend  ringsherum
  beherrschend.  Noch  etwas  höher  befindet  sich
die  große  Palavertrommel,  mittelst  deren  der  Stationschef
  dem  Lande  seine  Wünsche  und  Befehle  kundgiebt.
  Jedes  durch  diese  Trommel  ausgegebene  Wort
wird  von  den  nächsten  Dörfern  sofort  ausgenommen
und  durch  das  ganze  Land  weiter  getrommelt.  Die
Trommelsprache  ist  hier  vollkommen  ebenso  ausgebildet
  wie  im  Duallagebiet.  Weit  um  den  Stationshof
  herum  ist  das  nach  allen  Seiten  hin  abfallende
Gelände  vom  Waldbestande  gereinigt.  Es  liegen  hier
blühende  Gärten  mit  Ananas=  und  Gemüsekulturen,
ausgedehnte  Felder,  mit  Reis,  Pisangs,  Makabo  und
vor  Allem  mit  europäischen  Kartoffeln  bestanden;
letztere  gedeihen  ganz  ausgezeichnet.  Auch  Arbeitersiedelungen
  sowie  Vieh=  und  Pferdeställe  befinden  sich
außerhalb  des  engeren  Hofes.  Der  Bestand  an
lebendem  Inventar  war  zur  Zeit  meiner  Anwesenheit
außer  Geflügel  fünf  Pferde  und  über  300  Stück
Schafe  und  Ziegen.  Die  Pferde  werden  sowohl  zum
Reiten  als  auch  zum  Steinfahren  und  Pflügen  verwendet.
  Rindvieh  fehlt  noch,  steht  aber  von  Ngutte
und  Tibati  her  in  Aussicht;  mehrere  Milchziegen
liefern  täglich  frische  Milch.

An  dem  am  Juße  des  Stationsberges  fließenden
Bache  liegt  eine  schwunghaft  betriebene  Feldziegelei,
welche  Steine  für  die  Bauten  liefert;  es  können
10  000  Stück  auf  einmal  gebrannt  werden.  Neue
Rodungen  sind  bereit  zur  Aufnahme  frischer  Aussaat.
Der  gesammte  landwirthschaftliche  Betrieb  ist  intensiv
und  erfolgreich.

Die  Besatzung  besteht  aus  1  Offizier,  1  Unteroffizier
  und  1  Stationsassistenten,  1  farbigen  Feldwebel
  und  60  Mann  der  Schutztruppe,  verschiedenen
Handwerkern  und  Aussehern  und  etwa  30  Arbeitern
und  Weibern.

Die  Zeit  vom  17.  bis  20.  diente  theils  der
Ruhe,  theils  einer  gründlichen  Besichtigung  der
Station  und  schriftlichen  Arbeiten  sowie  der  Festlegung
  eines  geregelten  Stationsetats.

Am  21.  Januar  brach  ich  dann  in  der  Richtung
zum  Sanaga  auf.  In  meiner  Begleitung  befanden
sich  Premierlieutenant  v.  Carnap-Quernheimb,
Lieutenant  Dominik,  Büchsenmacher  Zimmermann,
die  farbigen  Feldwebel  Andu  und  Paul  Zampa,
76  Mann  der  Truppe  und  etwa  100  Yaundeträger.
Sämmtliche  Weißen  waren  auf  Pferden  der  Station
beritten.  Durch  die  Yaündestämme  der  Yetute,
Vogebela  und  Ntoni  gelangten  wir  nach  Ueberschreiten
der  Flüsse  Mfule  und  Mfamba  in  das  Gebiet  der
Benjata,  eines  weit  nach  Osten  vorgeschobenen  Bakokostammes,
  der  in  letzter  Zeit  verschiedene  Reibereien
und  Streitigkeiten  mit  seinen  Nachbarn  gehabt.  Die
Leute  hatten  offenbar  ein  schlechtes  Gewissen;  denn
die  Dörser  wurden  bei  unserem  Anmarsch  verlassen.
Während  bis  hierher  der  Weg  mit  einer  breiten
europäischen  Landstraße  jeden  Vergleich  aushalten
konnte,  war  er  hier  zwar  gut  passirbar,  aber  doch
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        —  382  —

stark  verwachsen.  Wir  bezogen  Lager  in  einem  von
niedrigem  Busch  umgebenen  verlassenen  Dorf.  Am
Nachmittag  kam  es  zwischen  einigen  unserer  Leute
und  einigen  Eingeborenen  zu  einer  unerheblichen
Streiterei,  die  weiter  keine  Folgen  hatte.  Nur
abends  spät  machten  sich  die  Benjata  das  Vergnügen,
aus  unmittelbarer  Nähe  vier  Schuß  mitten  in  unser
Lager  hinein  zu  feuern  und  dann  fortzulaufen.
v.  Carnap  und  ich  saßen  gerade  beim  Schein  der
Laterne  vor  meinem  Zelt  und  hörten  in  unmittelbarer
  Nähe  die  Eisenstücke  sausen.  Selbstverständlich
wurden  die  Posten  verstärkt,  doch  ließ  sich  von  den
Eingeborenen  weiter  nichts  sehen.  Diese  Benjata
sind  der  einzige  Stamm  an  der  Straße  von  Kribi
zum  Sanago,  welche  noch  unbotmäßig  sind;  ihre
Züchtigung  und  Unterwerfung  wird  von  der  Station
Yaünde  voraussichtlich  ohne  Schwierigkeit  in  nächster
Zeit  bewirkt  werden.

Am  23.  erreichten  wir  das  Batschengedorf  des
Häuptlings  Kule  und  übernachteten  in  Ewuna,  auf
dem  Südufer  des  Sanaga  an  den  Nachtigalschnellen
gelegen.  Hierher  schickte  der  befreundete  Nua  Tinati
abermals  Boten  mit  der  Meldung,  daß  Ngilas  Feldherr
  Gimene  in  den  Mangodörfern  über  40  Sklaven
geraubt  und  seine  ganze  Kriegsmacht  um  sich  versammelt
  habe,  um  einen  neuen  großen  Raubzug
südlich  des  Sanaga  zu  unternehmen.  Da  hierdurch
die  der  Station  befreundeten  Stämme  und  die
Station  selbst  aufs  Ernsteste  bedroht  erschienen,  war
Eile  geboten.

Am  24.  Januar  überschritten  wir  in  16  Kanus,
die  Pferde  schwimmend,  den  etwa  500  m  breiten
Sanaga  unterhalb  der  Nachtigalfälle,  welche  einen
prächtigen  Anblick  boten.  Durch  hügelige  Grassavanne
  reitend,  kamen  wir  um  11  Uhr  vormittags
in  das  in  Bergen  liegende  Wutedorf  Tüngele,  einem
Sklaven  Ngilas  gehörig,  wo  wir  Lager  bezogen.
Noch  an  demselben  Tage  marschirte  von  hier  aus
Lieutenant  Dominik  und  Büchsenmacher  Zimmermann
  mit  einer  starken  Patrouille  der  Truppe  in
der  Richtung  auf  Ngila  ab,  während  Lieutenant
v.  Carnap  und  ich  mit  15  Mann  uns  der  Erforschung
  der  Umgebung  widmeten.

Lieutenant  Dominik  hatte  den  Auftrag,  Ngila
vor  weiterem  Landfriedensbruch  zu  warnen,  ihn  vor
mich  zu  laden  und,  wenn  möglich,  sich  mittelst  eines
Handstreichs  seiner  Person  zu  bemächtigen.

Schon  am  27.  Januar  hatte  ich  die  Freude,
Dominik  und  Zimmermann  unverletzt  wiederzusehen.
  Die  Nacht  vom  24.  auf  den  25.  hatte
Dominik  am  Allanfluß  biwakirt  und  dann  aom
Nachmittag  des  25.  nach  scharfem  Marsch  die  Residenz
  des  Häuptlings  Ngila  erreicht.  Er  fand  dieselbe
  von  bewaffneten  Kriegern  überfüllt,  nach  deren
ganzem  Verhalten  er  nicht  in  Zweifel  sein  konnte,
daß  Ngila  feindliche  Absichten  gegen  die  Expedition
im  Schilde  führte.  Lieutenant  Dominik  wies  daher
einen  in  sehr  ungünstiger  Position  ihm  angebotenen
Lagerplatz  zurück  und  zog  mit  seiner  kleinen  Macht

 

direlt  auf  den  Marktplatz,  wo  er  bald  von  über
1000  Wutekriegern  umringt  war.  Als  die  Haltung
derselben  immer  drohender  wurde  und  bereits  höhnische
  Ruse  laut  wurden,  daß  man  die  Weißen
lebendig  fangen  würde,  beschloß  Lieutenant  Dominik,
den  eigentlichen  Angriff  nicht  erst  abzuwarten,  sondern
  seinerseits  zum  Angriff  überzugehen.  Die
Schutztruppe  brach  mit  Hurrah  gegen  die  sie  umringende
  zwanzigfache  Uebermacht  vor  und  es  gelang
ihr,  den  Feind  aus  der  Stadt  zu  werfen.  Bei  dieser
Gelegenheit  wurde  der  farbige  Feldwebel  Zampa,
der  neben  Lieutenant  Dominik  klämpfend  einen
Pfeilschuß  erhielt,  verwundet,  jedoch  machte  er  das
Gefecht  bis  zum  Schlusse  mit.  Dem  Häuptlin

Ngila  gelang  es  leider,  zu  entkommen.  Die  |0
gung  dieses  mächtigen  und  gefürchteten  Sklavenräubers
hat  jedoch  wesentlich  zur  Stärkung  des  Ansehens  der
Kaiserlichen  Regierung  in  jener  Gegend  beigetragen.

Am  28.  ging  ich  mit  der  gesammten  Expedition
über  den  Sanaga  in  unser  altes  Lager  in  Ewuna
zurück,  nachdem  Büchsenmacher  Zimmermann  mit
30  Mann  noch  zwei  von  Ngila  in  der  Nähe  unmittelbar
  am  Fluß  errichteten  gut  verschanzten  Sperrforts
  gestürmt  und  zerstört  hatte.

Nach  der  erfolgten  gründlichen  Bestrafung  Ngilas
erschien  es  geboten,  um  die  Früchte  des  Sieges  auszunutzen,
  die  beiden  von  Ngila  stets  hart  bedrängten,
südlich  des  Sanaga  ansässigen  unabhängigen  Wutehäuptlinge
  Nna  Dinati  und  Dandugu  Mango  zu
besuchen,  wie  das  von  jeher  meine  Absicht  gewesen
war.  Die  gesammte  Haussakolonie  der  Ngilastadt,
etwa  250  Personen  einschl.  Weiber  und  Kinder,  mit
allerhand  Waaren,  darunter  36  Elfenbeinzähnen,
hatten  sich  unter  den  Schutz  der  Expedition  gestellt
und  waren  mit  über  den  Sanaga  gekommen  in  der
Absicht,  mit  ihrer  Habe  zur  Küste  zu  wandern  und
sich  theilweise  an  einem  geeigneten  Platz  daselbst
niederzulassen.  Da  hiermit  das  lange  erstrebte  Ziel,
eine  direkte  Handelsverbindung  zwischen  Südadamaua
und  der  Kamerunküste  herzustellen,  erreicht  war,  so
wendete  ich  dieser  Angelegenheit  und  dem  Transport
der  Haussafamilien  ganz  besondere  Sorgfalt  zu.

Am  29.  Januar  sandte  ich  das  Gros  der  Expedition
  unter  den  Herren  v.  Carnap  und  Dominik
nach  der  Yaundestation  zurück,  während  ich  selbst  mit
Büchsenmacher  Zimmermann,  30  Soldaten  und
50  Trägern  am  Sanagaufer  entlang  zu  dem  Dorf
Nna  Dinatis  marschirte,  wo  wir  vormittags  um
11  Uhr  anlangten.  Der  recht  gute  Weg  führt  über
hügeliges  Ufergelände,  ab  und  zu  prachtvollen  Ausblick
  auf  den  Strom  mit  seinen  Fällen  und  Schnellen
bietend;  weite  Grasflächen  wechseln  ab  mit  Galeriewaldungen,
  welche  die  dem  Sanaga  von  Süden  zuströmenden
  Nebenflüsse  begleiten.  Die  Flüsse  und
Bäche  waren  zwar  reißend,  aber  dank  der  Trockenzeit
ziemlich  flach,  so  daß  wir  sie  ohne  Schwierigkeit
passirten,  ja  vielfach  durchreiten  konnten,  ohne  abzusitzen.
  Durch  endlose,  sich  tief  ins  Land  hineinstreckende
  Durrhafelder  nahten  wir  uns  dem  freundlich
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        auf  einer  Anhöhe  am  Sanaga  gelegenen  Dorf,  von
dem  uns  entgegengekommenen  Häuptling  selbst  geleitet.
  Ein  schmaler  Waldstreisen  trennt  den  Ort
vom  Fluß,  der  dort  in  reißenden  Kaskaden  durch  ein
enges  Felsenbekt  hindurchstürzt.  Die  Bevölkerung
war  mitten  in  der  Durrhaernte;  lange  Reihen  von
Männern,  Weibern  und  Kindern  durchschnitten  unter
eintönigem  Gesang  und  Paukenschlag  die  Felder,  die
langen  Durrhahalme  ausreißend  und  in  Schwaden
zusammenlegend.  Die  kreisrunden  Hütten  mit  spitzem
Strohdach,  Schild  und  Speer  der  reichliche  Anban
von  Durrha,  das  Durrhabier,  die  unbedingte  Autorität
  des  Häuptlings,  dem  alles  Eigenthum  gehört,
alles  das  zeigt,  daß  hier  der  Bantu  aufhört  und
ein  freilich  noch  gemischtes,  aber  doch  schon  stark  dem
Sudan  zuneigendes  Grenzvolk  an  seine  Stelle  tritt.

Während  ich  den  nächsten  Tag  schriftlichen  Arbeiten
  und  Besprechungen  mit  den  Häuptlingen  widmete,
  schoß  Zimmermann  des  Morgens  im  Sanaga
einen  starken  Elefanten,  was  große  Freude  und  abends
ein  Tanzfest  der  Eingeborenen  zur  Folge  hatte.

Am  folgenden  Tage  marschirte  ich  mit  meiner
Kolonne  nach  dem  sechs  Stunden  entfernten  Dorfe
des  Dandugu  Mango,  eines  Oheims  des  Nna  Dinati.
Der  junge  bildschöne  Häuptling  begrüßte  mich  etwa
½/  Stunde  vor  seinem  Dorf  zu  Pferde  und  legte
mir  als  Willkommen  einen  80  Pfund  schweren  Elfenbeinzahn
  zu  Füßen.  Er  machte  einen  intelligenten,
günstigen  und  zuverlässigen  Eindruck  und  betheuerte
wiederholt,  daß  er  ein  ergebener  Diener  der  deutschen
Regierung  sei  und  bleiben  wolle.

Ich  habe  von  diesen  beiden  jungen  und  unabhängigen
  Wutehäuptlingen  den  allerbesten  Eindruck
empfangen  und  glaube,  daß  sie  zur  Station  und  zur
Regierung  halten  werden.  Meine  Gastfreunde  waren
entzückt  über  Ngilas  Niederlage  und  haben  die  feste
Absicht,  die  Wege  von  Yaunde  nach  Adamaua  offen
zu  halten  bezw.  zu  öffnen.  In  Mango  traf  ich  zwei
Fullahhändler,  welche  dort  bereits  seit  mehreren
Monaten  Handel  treiben  und  in  Tibati,  Ngundere,
Kunde  und  Gasa  gewesen  waren.  Die  Versuchung
war  für  mich  groß,  von  dem  östlichen  Sanagabogen,
wo  ich  mich  befand,  quer  durchs  Land  nach  Gasa
zu  gehen  und  so  endlich  einen  in  Kolonialkreisen  und
von  mir  selbst  lang  gehegten  Wunsch  zu  erfüllen,
diese  wichtige  Strecke  deutschen  Gebietes  persönlich
zu  erforschen.  Die  Gründe,  welche  mich  schließlich
bewogen,  meine  Absicht  aufzugeben,  waren  indessen
zwingend:  ich  hätte  die  Dauer  der  Reise  verlängert
und  glaubte,  mich  eine  derartig  lange  Periode  nicht
vom  Sitz  der  Regierung  entfernen  zu  sollen,  während
meine  baldige  Anwesenheit  besonders  im  Victoriabezirk
der  neuen  Plantagenunternehmungen  halber  nothwendig
  erschien.  Auch  wären  die  Kosten  der  Reise
nicht  unerheblich  vermehrt  worden.  So  bleibt  denn
die  Erforschung  dieses  noch  völlig  unbekannten  Gebietes
  dem  Stationschef  von  Yaunde  vorbehalten.

Am  1.  Februar  machte  ich  mit  wenigen  Begleitern
einen  Jagdausflug  auf  das  nördliche  Sanagaufer.

383

 

–

Unterwegs  durchschritten  wir  die  im  Fluß  liegende
sehr  große  Insel,  auf  der  früher  die  Mangostadt
gelegen  hat.  Noch  sieht  man  Hausfundamente  und
Feuerstellen,  vor  Allem  aber  den  mächtigen  Wallgraben
  mit  Wall  und  thurmartigen  Befestigungen,
welche  die  Einwohner  gegen  Ngilas  Raubzüge  schützen
sollten.  Der  Fluß  wimmelt  von  Flußpferden  und
Wasservögeln;  auf  der  Insel  trafen  wir  einen  Flug
von  etwa  40  Perlhühnern,  in  den  Galeriewäldern
hausen  zahlreiche  Elefanten  und  die  weite  Grassavanne
  am  jenseitigen  Ufer  ist  belebt  von  zahlreichen
Büffel=  und  Antilopenherden.  Es  sind  weitaus  die
ergiebigsten  Jagdgründe,  die  mir  bis  jetzt  in  Afrika
vorgekommen  sind.

Am  2.  zog  ich  in  langem  Palaver  Erkundigungen
über  den  möglichen  Weitermarsch  nach  Osten  ein.
Dandugu  erklärte,  er  könne  mich  noch  bis  Dabene,
der  östlichsten  Wutestadt,  führen;  von  dort  fehle  den
Wute  jede  weitere  Verbindung  nach  Osten;  jedenfalls
müsse  man  über  Ngulebijoa,  ein  großes  Mwelledorf,
  dessen  lang  dahingestreckte  bewaldete  Hügel  man
von  Mango  aus  am  Horizont  liegen  sieht.  Von
Gasa  selbst  wußten  die  Wute  nichts.  Nachdem
Dandugu  mir  zum  Abschied  noch  fünf  stattliche  Elfenbeinzähne
  geschenkt,  trat  ich  den  Rückmarsch  an  und
besuchte  unterwegs  noch  das  in  sehr  hübscher  Lage,
festungsähnlich  auf  einem  Hügel  dicht  am  Sanagaufer
  nen  erbaute  Dorf  des  Häuptlings  Wemba,  eines
Bruders  Dandugus.

Am  3.  und  4.  abermaliger  Aufenthalt  bei  Nna
Dinati;  Letzterer  führte  uns  mit  seinem  Volk  sehr
interessante  Kampfspiele  vor,  bei  welchen  besonders
die  freien  Wute  mit  Büffelschild  und  Speeren  eine
Rolle  spielten,  während  unsererseits  ein  Gefechtsexerziren
  gezeigt  wurde.  Hier  hatten  wir  den  ersten
Tornado.

Am  5.  marschirte  ich  über  Kuli,  durch  die  Benjatu,
  über  Elandi  nach  der  Yaundestation,  die  am
7.  erreicht  wurde.

Am  8.  und  9.  wurden  die  Vorbereltungen  zum
Rückmarsch  getroffen.  Koffer  gepackt,  Lasten  vertheilt,
das  erbeutete  und  geschenkte  Elfenbein  gewogen,  die
Uebergabe  der  Station  an  Lieutenant  v.  Carnap-Quernheimb
  bewirkt,  die  Ablösung  geregelt,  Träger
gemustert  und  dergleichen.  Die  Firma  Karl  Maas
aus  Kribi  hatte  inzwischen  einen  europälschen  Agenten,
Herrn  Wilke,  nach  Yaunde  entsandt,  um  in  der
Nähe  der  Station  eine  Faktorei  anzulegen.  Viele
Hunderte  von  Yandeleuten  befanden  sich  auf  dem
Wege  zur  Küste  mit  Elfenbein  und  Gummi,  um
dort  selbst  Waaren  einzuhandeln,  so  daß  wir  Träger
von  weiterliegenden  Stämmen,  Bati,  Bane  und
Jambassa,  nehmen  mußten.  So  brach  ich  denn  am
10.  Februar  mit  Lieutenant  Dominik,  Büchsenmacher
  Zimmermann  und  der  abgelösten  Mannschaft
  der  Truppe  auf  und  erreichte  auf  demselben
Wege  ohne  Zwischenfall  am  24.  Kribi,  von  wo  uns
am  26.  „Nachtigal“  abholte.

In  Kamerun  traf  ich  am  27.  früh  ein.  Das
        <pb n="488" />
        —  384  —

mitgebrachte  Elfenbein  (19  Zähne)  habe  ich  verkaufen
lassen,  wodurch  die  Kosten  der  Expedition  erheblich
vermindert  sind.

Die  mitgenommenen  Haussahändler  habe  ich  auf
ihre  Bitten  zunächst  nach  Kamerun  überführt,  wo  sie
sich  in  einem  eigenen  Dorfe  niederlassen.  Der
direkte  Handelsweg  von  Südadamana  nach
Kamerun  ist  damit  eröffnet.

Togo.
Schiffsverkehr  in  Togo  im  Jahre  1896.
Das  Schutzgebiet  von  Togo  wurde  im  Jahre
1895  von  131  Schiffen  angelaufen.
Unter  diesen  Schiffen  befanden  sich,  abgesehen
von  zwei  deutschen  Kreuzern:
55  deutsche  mit

61  928  Tonnen
47  englische  57  562

M

24  französische  =  30729
1  belgisches  -  1788  -
1  holländisches  -  306
1  amerikanisches  360  -

 

129  mit  152  673  Tonnen.

 

Erwerbsgesellschaften  in  Togo.

Außer  den  im  Kolonialhandbuch  von  Fitzner
ausgeführten  Erwerbsgesellschaften  ist  nach  Mittheilung
  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  in
Klein-Popo  noch  die  Firma  S.  Ferd.  Sthamer
und  die  Plantagengesellschaft  Kpeme  nahe  bei  Porto
Seguro  thätig.

RAus  dem  Pereiche  der  Misstonen  und
der  Ankishlaverei-Bewrgung.

Ueber  Bilder  aus  der  Mission  in  Deutsch-Südwestafrika
  schreibt  Pastor  M.  Ulich  in  Schönfeld
im  „Missionsfreund“:

Von  den  vier  Kolonialgebieten,  welche  im  Laufe
der  letzten  Jahre  unter  die  Schutzherrschaft  des
deutschen  Kaisers  gestellt  wurden,  ist  Deutsch-Südwestafrika
  dasjenige,  in  welchem  evangelische
Missionare  am  längsten  thätig  sind.  Dort  wirken
seit  1840  die  Sendboten  der  rheinischen  Missionsgesellschaft.
  Was  dieselben  in  jahrelanger  opferfreudiger
  Arbeit  für  die  Erforschung  des  unbekannten
Gebietes  und  für  die  Kenntniß  der  einheimischen
Sprachen  mit  ihren  wunderlichen  Schnalzlauten  geleistet
  haben,  war  für  die  friedliche  Eroberung  jenes
Landes  von  geradezu  grundlegender  Bedeutung.  So
schreibt  ein  mit  der  Ordnung  der  dortigen  Verhältnisse
  beauftragter  deutscher  Offizier  in  seinem  jüngst
erschienenen  Buche  über  Deutsch-Südwestafrika:  „Ohne
die  Pionierarbelt  der  Missionare  wäre  die  Besit- 



ergreifung  eine  völlig  nichtssagende  That  auf  dem
Papier  gewesen;  was  Händler  und  Gelehrte  zur  sogenannten
  Erforschung  und  Kultivirung  gethan
haben,  fällt  gar  nicht  ins  Gewicht  neben  den  Ergebnissen
  der  Missionsarbeit.  Es  muß  eine  erhabene
Triebkraft  sein,  nur  um  dem  Zusammenschluß  der
Menschheit  zum  Gottesreich,  zur  Gotteskindschaft  in
die  Hände  zu  arbeiten,  Bequemlichkeit,  Erwerbsmöglichkeit,
  Ehre  und  Ruhm,  Alles  preiszugeben,  um
einer  schwarzen  oder  rothen  Menschenseele  das  Geheimniß
  von  der  Liebe  Gottes  einzuflößen.  Der
Missionar  wird  Nama=  oder  Hereromann.  Er  giebt
sortwährend,  nicht  nur  von  dem  Schatz  seines
geistigen  Lebens  und  Könnens,  nein,  um  dahin  zu
gelangen,  muß  er  unermüdlich  bald  Handwerker,
bald  Ackerbauer,  bald  Baumeister  spielen,  immer
geben,  Geschenke,  Lehren,  Verbesserungen,  niemals
nehmen,  kaum  ein  Verständniß  für  seine  Opferfreudigkeit
  —  Alles  das  jahre-,  jahrzehntelang!  Dazu
gehört  in  der  That  mehr  als  Menschenkraft!  Ich
hätte  es  früher  auch  nicht  begriffen;  man  muß  gesehen
  haben,  um  hier  verstehen  und  bewundern  zu
können."  Diese  Worte  des  deutschen  Offiziers  enthalten
  ein  schönes  und  ehrenvolles  Lob  für  unsere
Missionare.  Freilich,  die  Erfolge,  welche  sie  auf
religiösem  Gebiet  errungen  haben,  sind  uns  noch  viel
wichtiger  und  gerade  um  ihretwillen  danken  wir  Gott
dem  Herrn,  der  dem  Boten  seines  Evangeliums  offene
Thüren  auch  in  Deutsch-Südwestafrika  geschenkt  hat.
Dieses  ist  jetzt  mit  einem  fast  lückenlosen  Netz  von
rheinischen  Missionsstationen  überzogen.  Davon
kommen  auf  den  einen  Theil  des  deutschen  Schutzgebletes,
  Hereroland  genannt,  zehn  Stationen,  auf
den  anderen,  nämlich  Groß-Namaland,  deren  neun.
Die  Zahl  der  bekehrten  Heiden  beläuft  sich  auf  ungefähr
  10  000  in  beiden  Landestheilen  zusammen.
Dem  letztgenannten  von  beiden  Ländern  wende  sich
unsere  Aufmerksamkeit  zu.  "

Eine  der  ältesten  Stationen  unter  den  Naman  ist
Gibeon.  Lange  Jahre  hindurch  ist  sie  der  Schauplatz
  für  die  reich  gesegnete  Wirksamkeit  des  Missionars
  Olpp  gewesen,  welcher  schließlich  krank  und
todesmatt  in  das  deutsche  Vaterland  zurückkehren
mußte  und  nun  in  der  Heimath,  soweit  es  die  gebrochenen
  Kräfte  erlauben,  durch  Wort  und  Schrift
der  heiligen  Missionssache  dient.

Um  nach  Gibeon  zu  gelangen,  reisen  wir  vom
Seehafen,  wo  uns  das  Schiff  von  Kapstadt  gelandet
hat,  ins  Innere.  Mit  Provlant,  vor  Allem  mit
Trinkwasser,  sind  wir  reichlich  versehen.  Werden
wir  doch,  wenn  Alles  glatt  und  glücklich  abläuft,
mindestens  zwölf  Tage  unterwegs  sein.  Meile  für
Melle  wird  auf  dem  Ochsenwagen  zurückgelegt.  Sieben
bis  acht  Paar  Thiere  und  für  besonders  schwierige
Wege  noch  mehr  sind  vor  den  Wagen  gespannt.
Dieser  ist  unseren  ländlichen  Planwagen  ähnlich,  aber
ungleich  größer  und  stärker  gebaut  als  diese.  Nicht
weniger  als  2000  Mark  beträgt  sein  Einkaufspreis,
und  die  jährlichen  Unterhaltungskosten  belaufen  sich
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        auf  200  Mark.  Wie  wird  er  aber  auch  mitgenommen
auf  den  Fahrten  ohne  Weg  und  Steg  über  die  Felsen
hinweg  und  durch  die  Flußthäler  hindurch!  Ein
dauerhafter  Wagen  ist  für  den  Missionar  und  für
die  Mission  im  Namalande  geradezu  unentbehrlich;
denn  abgesehen  davon,  daß  der  Einzelne  sich  für
kürzere  Strecken  des  Reitpferdes  bedienen  kann,  giebt
es  für  Waarentransporte  und  größere  Reisen  kein
anderes  Verkehrsmittel  als  das  Ochsengefährt.

Einen  trostlosen  Anblick  bietet  das  wellenförmige
Steppenland,  welches  drei  bis  vier  Tagereisen  weit
auch  nicht  die  geringste  Spur  von  Pflanzenwuchs
aufweist;  Sand  und  Steingeröll  bedecken  den  Boden.
Erst  wenn  wir  die  Hochebene  des  Gebirges  erklommen
haben,  entdeckt  unser  Auge  hier  und  da  grüne  Flächen
mit  spärlichem  Grasbestand,  auf  denen  die  Rinderund
  Schafherden  der  Naman  ihre  Nahrung  suchen.
Zur  Zeit  des  Regenmangels  steht  es  allerdings  schlimm
um  diese  Weideplätze.  Denn  die  Sonne  vernichtet
dann  mit  ihrer  Gluth  den  ohnehin  kümmerlichen
Pflanzenwuchs.  Wie  gewaltig  brennt  sie  aber  auch
von  dem  wolkenlosen  Himmel  auf  uns  nieder!  Wenn
bei  uns  im  Sommer  der  Regen  einmal  vier  Wochen
ausbleibt,  und  das  Thermometer  25  Grad  im  Schatten
zeigt,  daun  meinen  wir,  es  sei  gar  nicht  mehr  zum
Aushalten  und  fürchten  das  Schlimmste  für  unsere
Ernte.  Aber  im  Namaland  regnet  es  womöglich  acht
lange  Monate  nicht,  und  die  Hitze  steigt  um  viele
Grade  höher!  Dann  bleibt  dem  Nama  nichts  übrig,
als  mit  seiner  Viehherde,  welche  sein  ganzes  Vermögen
  bedeutet,  umherzuzlehen,  bis  er  an  einer  Quelle
oder  einem  stehenden  Flußgewässer  einen  genügenden,
wenigstens  für  einige  Zeit  ausreichenden  Weideplatz
findet.  Oft  genug  muß  er  mehrere  Male  die  Stelle
wechseln.

Uebrigens,  das  trifft  sich  gut!  Wir  begegnen  gerade
  einer  Familie,  die  sich  mit  ihrem  Vieh  auf  der
Wanderung  befindet.  Können  wir  doch  gleich  den
Menschenschlag  näher  ins  Auge  fassen.  Nun,  das
muß  man  sagen,  hübsch  von  Ansehen  sind  sie  nicht,
diese  braunen  Leute  vom  Stamm  der  Hottentotten
mit  den  hervorstehenden  Backenknochen,  den  dicken
Lippen,  den  breitgedrückten  Nasen  und  dem  Schmutz
steter  Fetteinreibungen.  Aus  Schafleder  ist  ihre
spärliche  Kleidung  gefertigt.  Ihr  weniges  Hausgeräth:
  Milchgefäße,  Kaffeekessel,  Kochtöpfe,  führen
sie  auf  ein  Paar  Tragochsen  bei  sich.  Auch  ihr  Haus
haben  sie  mitgenommen.  Schnell,  wie  sie  es  in  der
Frühe  des  Tages  abbrachen,  werden  sie  es  wohl  noch
heute  Abend  wieder  ausbauen  und  sich  darinnen  zur
Nachtruhe  niederlegen.  Wie  ist  denn  das  möglich?
Nun,  die  Herrichtung  einer  Namahütte  ist  sehr  einfach.
  Etwa  zwölf  halbrund  gebogene  Stangen  von

bis  5  m  Länge  werden  kreisförmig  in  die  Erde
getrieben  und  an  den  Spitzen  zusammengebunden.
Auf  dieses  Gerippe  befestigt  man  15  bis  20  aus
Binsen  geflochtene  Matten,  welche  bei  Regen  aufschwellen
  und  dann  kein  Wasser  durchlassen.  Der
niedrige  Elngang  wird  mit  einer  Kuhhaut  verhängt,

385

 

welche  der  Eintretende  beiselte  schiebt.  Fenster  und
Rauchfang  fehlen.  Licht  und  Luft  zu  schaffen  wird
eine  der  Matten  in  die  Höhe  gerollt;  der  Rauch  von
der  Feuerstelle  am  Erdboden  muß  sich  durch  die
Ritzen  der  Matten  seinen  Weg  ins  Freie  suchen.  Die
innere  Einrichtung  solcher  Mattenhäuser  ist  die  denkbar
  einfachste.  Nur  da,  wo  der  neugefundene  Weldeplatz
  längeren  Aufenthalt  gestattet,  werden  sie  etwas
wohnlicher  hergerichtet.  Auch  auf  der  Station  Gibeon
selbst,  wohin  wir  nach  einer  mühseligen  und  oft  geradezu
  halsbrecherischen  Fahrt  gelangt  sind,  finden
wir  die  Mattenhütten  der  Eingeborenen.  Die  Stationsgebäude
  selbst  aber,  so  das  Wohnhaus  des  Missionars
mit  seinen  verschiedenen  Nebengebäuden  und  die  Schule,
haben  steinerne  Mauern.  Von  Stein  gebaut  ist  auch
das  mit  einem  Thurm  gezierte  Kirchlein  auf  der
Spitze  des  Hügels,  an  den  sich  die  ganze  Niederlassung
  anlehnt.

Sehen  wir  uns  das  Gotteshaus  näher  an!  Bei
einer  Länge  von  28  m  und  einer  Breite  von  9  m
erheben  sich  seine  Mauern  beinahe  6  m  hoch;  freundlich
  und  hell  ist  der  Innenraum  durch  sechs  große
Fenster  erleuchtet.  Gestühl  und  Kanzel,  Altar  und
Tausstein,  sogar  ein  Harmonium,  das  Geschenk  württembergischer
  Missionsfreunde,  ist  vorhanden.  Zwei
Jahre  lang  hat  der  Missionar  eigenhändig  an  diesem
Golteshaus  gebaut  und  nur  wenig  Hülfe  dabei  haben
können.  7000  Mark  hat  die  arme  Hirtengemeinde
zu  den  Kosten  beigetragen;  wahrlich,  wir  stehen  mit
Bewunderung  vor  diesem  Kirchlein  zu  Gibeon,  welches
  laut  und  eindringlich  von  dem  Glauben  und
der  Liebe  redet,  die  unser  lieber  Helland  auch  in  der
Wüste  des  Großnamalandes  geerntet  hat.

Sonntäglich  sieht  das  Gotteshaus  eine  zahlreiche
Schaar  in  seinen  Mauern.  Auch  von  den  „Außenposten",
  den  zur  Station  gehörigen,  oft  viele  Stunden
weit  entlegenen  Weideplätzen,  kommen  die  Gemeindeglieder
  zum  Gottesdienst  hergewandert.  Neben  den
Sonntagen,  deren  Ordnung  sich  selbst  die  Heiden
sügen,  werden  natürlich  auch  die  hohen  Feste  unseres
Kirchenjahres  gefeiert.  Einen  herrlichen  Festtag  hat
aber  die  Missionsgemeinde  vor  uns  voraus.  Es  ist
das  Fest  der  Aufnahme  erwachsener  Glieder  durch
die  heilige  Taufe.  Acht  bis  neun  Monate  haben  die
Taufbewerber  den  Vorbereitungsunterricht  seitens  des
Missionars  empfangen.  Nachdem  die  unlauteren  und
untanglichen  Bewerber  zurückgewiesen  worden  sind,
findet  die  Prüfung  der  übrigen  Freikag  vor  dem
sehnlich  herbeigewünschten  Festtag  in  der  Kirche  statt.
Dorthin  geht's  in  feierlichem  Zuge  vom  Missionshaus
aus,  wo  noch  elnmal  des  Herrn  Segen  zum  wichtigen
Werk  herabgefleht  wird.  Gerade  wie  unsere  Konfirmanden
  werden  die  Erwachsenen  in  allen  Stücken
der  christlichen  Heilslehre  geprüst.  Das  Ergebniß
der  Prüfung  stellt  der  Gemeindekirchenrath  gleich
nachher  in  feierlicher  Sitzung  fest,  und  die  Aufnahme
der  Geprüften  wird  beschlossen.

Der  folgende  Tag  ist  der  Rüsttag.  Die  ganze
Bevölkerung  der  Station  krifft  ihre  Vorbereltungen;
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        Wohnung  und  Kleidung  werden  gereinigt,  und  an
das  Festgewand  der  Täuflinge  wird  die  letzte  ordnende
  Hand  gelegt.  Die  Schulmädchen  schmücken
unter  Leitung  ihres  Lehrers  das  Gotteshaus.  In
freudigem  Eifer  regen  sich  viele  fleißige  Hände,  und
fröhlicher  Gesang  begleitet  das  muntere  Schaffen.
So  geht's  bis  zur  Dämmerung;  die  Abendandacht  in
jeder  Hütte  macht  den  Abschluß;  dem  arbeitsvollen
Sonnabend  folgt  der  schönste  Festtag  des  Jahres.
Während  ihn  Glockenklang  einläutet,  sammeln  sich  im
Missionshaus  die  Täuflinge.  Geleitet  von  den  Kirchenältesten
  folgt  die  Schaar  dann  dem  Missionar  zum
Gotteshause,  dessen  Glocken  heute  doppelt  hell  über
das  Thal  dahintönen.  Von  der  bereits  versammelten
Gemeinde  werden  die  Eintretenden  mit  einem  Loblied
  begrüßt;  vor  dem  Altar  lassen  sie  sich  nieder.
Nun  beginnt  der  Gottesdienst,  dessen  Verlauf  sich
von  unseren  heimathlichen  Einsegnungsgottesdiensten
nur  dadurch,  aber  dadurch  auch  sehr  wesentlich  unterscheidet,
  daß  an  die  Stelle  der  Handauflegung  durch
den  Geistlichen  die  Taufe  tritt,  welche  an  jedem
Einzelnen  vollzogen  wird.

Ueber  Mittag  sind  die  neuen  Gemeindeglieder  bei
einem  einfachen  Mahl  die  Gäste  des  Missionars.
Lange  bleibt  man  beisammen,  sie  können  nicht  genug
zu  hören  bekommen,  wenn  der  geliebte  Lehrer  aus
seiner  deutschen  Heimath  erzählt.  Mit  einem  Dankgottesdienst
  gegen  Abend  schließt  der  unvergeßliche
Festtag.

Außer  dem  Tauftag  bilden  die  Abendmahlsfeiern
rechte  Höhepunkte  im  gottesdienstlichen  Leben  der
Missionsgemeinde.

Die  Feier  findet  immer  erst  des  Abends  statt,
nicht  nur  weil  sie,  an  den  Predigtgottesdienst  angeschlossen,
  gerade  in  die  Gluthhitze  des  Mittags  fallen
würde,  sondern  auch  um  der  Nachzügler  willen,  die
von  den  Weideplätzen  draußen  noch  vormittags  eintreffen.
  Das  hell  erleuchtete  Kirchlein  kann  dann
die  Zahl  der  Besucher  kaum  fassen.

In  den  letzten  Jahren  haben  die  Missionare
schwere,  drangsalsvolle  Zeiten  überstehen  müssen,  da
ein  blutiger  Bürgerkrieg  das  Land  durchtobte  und
den  fruchtbaren  Norden  desselben  zur  Einöde  machte.
Mehrere  Missionsstationen,  darunter  unser  gesegnetes
Gibeon,  mußten  aufgegeben  werden.  Nun  aber  herrscht,
dank  dem  Eingreifen  der  deutschen  Regierung,  wieder
Friede;  die  verlassenen  Stationen  haben  sich  wieder
bevölkert  und  blühen  von  Neuem  auf;  für  die  weitere
  Ausbreitung  der  Mission  darf  man  das  Beste
hoffen.  Gott  gebe,  daß  dies  deutsche  Land  bald  ein
ganz  christliches  Land  werde!

 

Wie  die  Zeitschrift  des  Afrikavereins  deutscher
Katholiken  in  „Gott  will  es“  meldet,  erzielt  die
St.  Benediktus-Missionsgenossenschaft  mit
dem  Mutterhause  zu  St.  Ottilien  in  Bayern,
welche  gegenwärtig  schon  über  200  Mitglieder  zählt,
und  welcher  als  Arbeitsfeld  die  apostolische  Präfektur

386

 

Südsansibar  in  Deutsch-Ostafrika  anvertraut  ist,  dort
fortdauernd  sehr  schöne  Erfolge.  Einem  vom  Missionshause
  zu  St.  Ottilien  herausgegebenen  Jahresbericht,
  welcher  den  Zeitraum  vom  1.  Juli  1895
bis  1.  Juli  1896  umfaßt,  entnehmen  wir  Folgendes:

Die  St.  Benediktusgenossenschaft  für  auswärtige
Missionen  zählte  im  Berichtsjahre  zwei  Doppelstationen
  zu  Dar-es-Saläm  und  Lukuledi  und  eine
einfache  Station  (Männerabtheilung)  zu  Kollasini.
Zur  Station  Lukuledi  gehören  zwei  Außenstationen,
die  eine  in  Chukukwe,  die  andere  umfaßt  die  Dörfer
der  Häuptlinge  Tu-Kutun  und  Mwananchekenje.
Die  Stationen  waren  besetzt  mit  6  Priestern,
1  Lehrer,  7  Brüdern  und  14  Schwestern.

I.  Dar-es-Saläm.  Die  klteste  Niederlassung
der  Genossenschaft  ist  Dar-zes-Saläm,  wo  zugleich
ein  Männerkloster  gegründet  wurde,  beide  mit  dem
vornehmlichsten  Zwecke,  heidnische  Kinder,  die  durch
Loskauf  oder  gerichtliche  Entscheidung  ihre  Freiheit
erhalten  hatten,  zu  erziehen.  Im  Jahre  1894
wurde  die  Knabenabtheilung  aus  Darzes-Saläm  nach
Kollasini  (fünfzig  Minuten  von  der  Stadt  entfernt)
verlegt.  Gegenwärtig  ist  im  Männerkloster  zu
Dar-es-Saläm  ein  Priester,  welcher  die  Seelsorge
der  hier  wohnenden  (europkischen,  asiatischen  und
schwarzen)  Christen  versieht;  außer  ihm  befindet  sich
dortselbst  ein  Bruder  zur  Besorgumg  der  Geschäfte
der  Mission  und  vier  Knaben  zur  Bedienung,  welch
letztere  in  den  gewöhnlichen  Schulfächern  unterrichtet
werden.

Das  Schwesternkloster  in  Dar-zes-Saläm  unterhält
  ein  Internat  für  schwarze  Mädchen  nebst  einem
Hospital  und  Asyl  für  die  Farbigen.  Am  1.  Juli
1896  zählte  das  Internat  73  Mädchen;  eine  größere
Anzahl  war  im  Laufe  des  Berichtsjahres  aus  der
Mission  entlassen  worden  und  hat  sich  mit  christlichen
  Männern  aus  der  Mission  verheirathet.  Das
Hauptaugenmerk  bei  der  Erziehung  wird  darauf  verwendet,
  die  Mädchen  für  die  Arbeit  zu  erziehen  und
sie  an  Reinlichkeit,  Ordnung,  geregelte  Thätigkeit
und  christliche  Sitte  zu  gewöhnen.  Der  nicht  ungeräumige,
  aber  für  die  vielen  Kinder  doch  zu  kleine
Garten  der  Schwestern  bietet  zur  Feldarbeit  Gelegenheit;
  dazu  besorgen  die  Kinder  noch  den  Friedhof,
  machen  allwöchentlich  Spaziergänge,  die  nebst
der  Erholung  auch  mit  irgend  einer  Arbeit,  die  in
der  Stadt  nicht  ausgeführt  werden  kann,  verbunden
sind.  Neben  dieser  vor  Allem  ins  Auge  gefaßten
Gewöhnung  der  Mädchen  an  geregelte  Arbeit,  die
ihnen  für  ihre  spätere  Lebensstellung  am  nöthigsten
ist,  wird  aber  auch  der  Schulunterricht  wohl  gepflegt.
Bis  gegen  Ende  des  Berichtsjahres  war  die  Mädchenschule
  einklassig,  und  wurden  alle  Kinder  von  einer
Lehrerin  in  folgenden  Fächern  unterrichtet:  Religion,
Lesen,  Schreiben,  Rechnen,  Gesang.  Jetzt  steht  die
Schule  unter  zwel  Lehrerinnen  und  ist  in  zwel  Abtheilungen
  getheilt;  dem  Unterrichtsplane  der  oberen
Abtheilung  ist  Erlernung  der  deutschen  Sprache
hinzugefügt.  Mit  Vorliebe  wird  von  den  Kindern
        <pb n="491" />
        der  Gesang  gepflegt;  sie  sind  auch  zum  großen  Theile
mit  guiem  Gehöre  und  mit  wohlklingender  Stimme
begabt.  Sie  singen  die  gewöhnlichen  lateinischen
Kirchengesänge  und  einige  aus  dem  Deutschen  übersetzte
  Suahelilieder  korrekt  und  mit  Ausdruck  und
erlernen  gegenwärtig  auch  deutsche  Texte.

Neben  der  gewöhnlichen  Schule  für  alle  Mädchen
besteht  selt  einigen  Monaten  noch  eine  Fortbildungsschule,
  in  welcher  die  vorgeschrittensten  und  begabtesten
  Mädchen  neben  weiterem  Unterricht  in  den
gewöhnlichen  Fächern  noch  besonderen  deutschen  und
Kisuahelisprachunterricht  erhalten  und  das  Harmoniumspiel
  erlernen.  Es  besteht  die  Absicht  und  Hoffnung,
  aus  dieser  Schule  Lehrkräfte  für  die  inneren
Stationen,  die  namentlich  für  den  Unterricht  der
weiblichen  Bevölkerung  sehr  schätzbare  Dienste  leisten
würden,  zu  erhalten.

Die  größeren  Mädchen  werden  auch  in  alle
Zweige  des  Haushaltes  eingeführt  und  zeigen  hierin
mitunter  eine  auffallende  Begabung  und  Anstelligkeit.
In  der  Küche,  im  Bügelzimmer,  in  der  Waschlüche
zeigt  sich  am  augenscheinlichsten,  was  die  Schwarzen
unter  liebevoller  Behandlung  und  richtiger  Anleitung
leisten  können.  Häufig  kann  man  die  Erfahrung
machen,  daß,  wenn  die  Kinder  allein,  ohne  Aussicht
arbeiten,  sie  doch  schnell,  freudig  und  pünktlich  ihre
Aufgabe  ausführen.  Die  Fortschritte  in  den  Handarbeiten
  sind  im  Allgemeinen  langsamer,  lassen  aber
doch  erkennen,  daß  wir  in  nicht  ferner  Zelt  christliche
  schwarze  Frauen  haben  werden,  die  ihren  Stolz
darein  setzen,  sich  ein  ehrbares,  gefälliges  Gewand
selbst  verfertigen  zu  können.  Die  im  Haushalt  ausgebildeten
  Mädchen,  wozu  in  erster  Linie  auch  alle
zu  Lehrerinnen  bestimmten  zählen,  sollen  vor  Allem
den  Schwestern  behülflich  sein,  aber  auch  eventuell
den  Haushalt  einer  europäischen  Familie  besorgen
können.  Religlonsunterricht  wird  in  der  unteren
Abthellung  jeden  Tag  eine  halbe  Stunde,  in  der
oberen  dagegen  jeden  Tag  eine  ganze  Stunde  erkheilt.

Das  Krankenhaus  für  die  Farbigen  hat  die  Bestimmung,
  Farbigen  jeder  Nationalität  und  Konfession
in  Krankheitssällen  geregelte,  liebevolle  Pflege  zu
gewähren  und  ihnen  leicht  zugängliche  Gelegenheit
zum  Verbinden  ihrer  Wunden  und  zum  kostenlosen
Empfang  der  gewöhnlichen  Arzneien  zu  verschaffen.
Im  Berichtsjahre  wurden  verpflegt  125  Männer
und  Knaben;  davon  starben  42,  geheilt  entlassen
wurden  82;  ferner  78  Frauen  und  Mädchen,  wovon
19  starben  und  53  geheilt  entlassen  werden  konnten.
Verbände  wurden  etwa  zehntausend  angelegt  und
etwa  sechstausend  Arznelen  abgegeben.  Der  hohe
Prozentsatz  der  Sterbefälle  rührt  davon  her,  daß
elne  große  Anzahl  der  Patienten  sich  erst  ins  Spital
begiebt,  wenn  der  Tod  bereits  unabwendbar  ist
und  ihnen  das  Spital  nur  mehr  einen  ruhigen
Sterbeort  bieten  kann.  Die  Mission  hatte  die
Freude,  im  Berichtsjahre  56  Patienten  des  Hospitals
durch  die  heilige  Taufe  in  die  katholische  Kirche  aufzunehmen,
  denn  christlicher  Unterricht  wird  jedem

387

 

heidnischen  Schwarzen  angeboten  und  selten  ausgeschlagen.
  Die  Frequenz  des  Spitals,  die  anfangs
nur  schwach  war,  hat  in  den  letzten  Monaten  eine
bedeutende  Steigerung  erfahren.  Ueberdies  übernehmen
  die  Schwestern  neben  der  Krankenpflege  im
Spital  auch  die  Pflege  schwerkranker  Europäer  in
der  Stadt  und  machen  häufige  Gänge  ins  Negerviertel,
  um  Kranke  in  ihren  Wohnungen  aufzusuchen
oder  sie  ins  Spital  zu  bringen.

Neben  dem  Spital  findet  sich  noch  ein  Asyl  für
gebrechliche  und  geistesschwache  Leute,  die  dort  Wohnung,
  Kleidung  und  Nahrung  erhalten  und  je  nach
Lust  und  Können  irgend  eine  kleine  Arbeit  verrichten.


II.  Kollasini.  Die  Station  Kollasini,  im
Jull  1894  gegründet,  nahm  im  Berichtsjahre  einen
sehr  glücklichen  Ausschmung.  Das  Wohnhaus  der
Missionare  wurde  ausgebaut,  Werkstätten  und  Viehstall
  in  Angriff  genommen,  ein  sehr  geräumiges  und
gesundes  Kindergebäude  aufgeführt,  welches  im  Viereck
einen  großen  Hof  mit  Brunnen  und  Tummelplatz
für  die  Kinder,  mehrere  Schul=  und  Schlafsäle,  Eßzimmer,
  Spielräume,  Krankenzimmer,  Vorraths=  und
Werkzeugkammern,  Küche  enthält.  Gegenwärtig  ist
eine  Kirche  im  Bau,  deren  Vollendung  in  einem
halben  Jahre  zu  erwarten  steht.  Alle  Bauten  wurden
zum  überwiegenden  Theile  mit  aus  dem  Internat
hervorgegangenen  und  in  der  Mission  gebildeten
Arbeitern  hergestellt.

Die  Hauptaufgabe  der  Missionsstation  Kollasini
ist  die  Erziehung  der  Negerknaben,  von  denen  ein
großer  Theil  dem  Wohlwollen  der  Keiserlichen
Bezirksämter  zu  verdanken  ist.  Die  Schülerzahl  betrug
  am  Schlusse  des  Berichtsjahres  112;  mehrere
Zöglinge  waren  im  Laufe  des  Jahres  entlassen
worden  und  hatten  sich  mit  christlichen  Mädchen
verheirathet.  Die  Schule  ist  eine  einklassige,  in
welcher  von  einem  europäischen  Lehrer  und  einigen
schwarzen  Gehülfen  unterrichtet  wird.  Die  Unterrichtsfächer
  sind  auch  hier:  Religion,  Deutsch,  Lesen,
Schreiben,  Rechnen  und  Gesang.  Die  jüngeren
Kinder  werden  außer  der  Erholungszeit  durchweg
auf  der  Schamba  (Landgut  der  Mission)  verwendet,
die  älteren  arbeiten  in  der  Küche,  im  Hause,  im
Gemüsegarten  oder  in  den  Werkstätten.

Sowohl  Schul=  wie  Handwerksunterricht  fordert
eine  unermüdliche  Geduld  des  Lehrmeisters  und  vor
Allem  eine  große  Liebe  desselben  zu  den  ihm  anverkrauten
  Kindern,  durch  die  er  dieselben  an  sich
zieht.  Hand  in  Hand  damit  muß  gehen  eine  ziemliche
  Fertigkeit  in  der  Sprache  und  Verständniß  für
das  Gelstesleben  und  die  Anschauungen  des  Negers.
Wenn  diese  Eigenschaften  vorhanden  sind,  dann  erzielt
  ein  Meister  Erfolge;  je  weniger  er  die  Geduld
verliert  und  den  Muth  sinken  läßt,  desto  eher  kann
er  von  seiner  mühsamen  Lehrarbeit  Früchte  sehen.
Gegenwärtig  haben  wir  erst  einige  ganz  ausgebildete
schwarze  Arbeiter,  die  sich  auch  in  europeischen
Werkstätten  sehen  lassen  könnten,  jedoch  zeigen  die
        <pb n="492" />
        bisherigen  Fortschritte  vieler,  daß  sie  ihr  Fach  gut
erlernen  werden.

Für  die  begabtesten  Knaben  ist  eine  Katechetenschule
  errichtet  worden,  die  uns  die  auf  die  Innenstationen
  fast  unentbehrlichen  Mitarbeiter  für  Schulen
und  Katecheten  liefern  soll.  Ihre  Ausbildung  liegt
in  den  Händen  eines  Priesters.  Der  Schulplan  für
dieselben  ist  in  allen  Fächern  erweitert  und  um
Geographie=  und  Harmoniumunterricht  vermehrt.
Besondere  Pflege  erhält  der  Unterricht  in  der  deutschen
  Sprache.  Es  sind  auch  diese  Knaben  von
Handarbeit  nicht  ganz  befreit.

Die  Schamba  (zu  bebauendes  Feld)  um  Kollasini
wurde  durch  Ankäufe  von  140  ha  vergrößert,  was
allerdings  empfindliche  Opfer  verursachte.  Der  frühere
  Besitz  blieb  der  Mission  reservirt  zu  Anlagen,
Gemüsegärten  und  als  Weideland.  Der  neugekaufte
Grund  wurde  schwarzen  Christen  und  Katechumenen
zur  freien  Benutzung  übergeben;  dieselben  haben
sich  daselbst  in  drei  kleinen  Dörfchen,  die  alle  planmäßig
  gebaut  und  reinlich  gehalten  sind,  niedergelassen.
  Am  1.  Juli  1896  zählte  man  37  Familien
  mit  einer  Seelenzahl  von  130  Personen.
Es  wäre  leicht,  viele  solche  Dörfer  zu  bekommen,
wenn  der  Platz  nicht  mangelte  und  hier  an  der
Küste  das  Land  nicht  so  theuer  wäre.  Auf  fremdem
Boden  können  wir  aber  die  Leute  weder  zu  einem
Dorfe  vereinen,  was  im  Interesse  des  christlichen
Unterrichtes  dringendst  erfordert  wäre,  noch  auch
halten  sich  die  Leute  so  gut,  wie  wenn  sie  auf
Grund  und  Boden  der  Mission  wohnen.  Für  dle
Glaubensarbeit  unter  den  Erwachsenen  bleibt  also
nichts  Anderes  übrig,  als  die  kleinen  Hüttenkomplexe,
die  mitunter  nur  von  drei  bis  sechs  Personen  bewohnt
  sind,  einzeln  aufzusuchen  und  willigen  Personen
  einzeln  Unterricht  zu  geben.  Doch  trägt  auch
diese  zeitraubende  Arbeit  ihre  Frucht,  namentlich  bei
Angehörigen  von  Stämmen  aus  dem  Innern,  die
sich  hier  in  der  Nähe  der  Hauptstadt  angesiedelt
haben;  16  Personen  werden  hier  gegenwärtig  in
elnzelnen  Gruppen  unterrichtet.  Größer  ist  die  Zahl
der  Zuhörer  zum  Morgenunterrichte,  der  täglich  an
die  noch  ungetauften  Arbeiter  und  andere  Leute  in
der  Mission  ertheilt  wird  (40  Personen).

Der  Viehstand  ist  aus  Mangel  an  Weidegrund
beschränkt:  20  Stück  Rindvieh  und  eine  Herde
Zlegen.

In  der  Missionsschamba  ist  fleißig  gearbeitet
worden.  Wege  wurden  angelegt  in  einer  Länge  von
7½⅛  km  und  zum  Theil  mit  Alleen  bepflanzt;  Anlagen
  begonnen,  4000  Kokosnüsse  zum  Anpflanzen
angekauft,  Ananas,  Papaien,  Mango,  Orangen,
Citronen  2c.  gepflanzt;  auch  wurden  die  unter  dem
Einflusse  der  Mission  stehenden  Neger  dazu  angehalten.
  Einige  kleine  Thälchen  lieferten  eine  reiche
Ausbeute  an  Gemüse  und  vergalten  reichlich  die
viele  Mühe  und  Sorgfalt,  die  darauf  verwendet
wurde.  Besondere  Erwähnung  verdient  ein  Versuch
mit  Vanille.  Durch  die  Freundlichkeit  der  Landes-388



 

kulturabtheilung  wurden  dem  Superior  eine  ziemliche
Anzahl  Vauillensetzlinge  übersandt,  die  an  günstigen
Plätzen  unter  sorgfältiger  Pflege  gut  gedeihen  und
berechtigten  Hoffnungen  für  die  Zukunft  Raum  geben.

 

Aus  einem  Briefe  des  Missionars  P.  Franz
Müller  wird  in  „Gott  will  es“  über  die  Gründung
einer  Schule  in  Gridji  durch  die  Gesellschaft  des
göttlichen  Wortes  mitgetheilt:

Gridji,  einer  der  größten  Küstenmärkte  des  deutschen
  Togogebietes,  liegt  in  einer  Entfernung  von
beinahe  einer  Stunde  von  den  Missionsstationen
Klein-Popo  und  Adjido.  Da  Gridji  durch  eine,
bezw.  zwei  breite  und  krokodilreiche  Lagunenarme
von  diesen  Stationen  getrennt  ist,  war  keine  Aussicht
vorhanden,  die  dortige  Jugend  zu  einer  der  schon
vorhandenen  Schulen  zu  ziehen.  Bereitwilligst  stellte
uns  der  Sohn  und  wahrscheinliche  Nachfolger  des
dortigen  Häuptlings  eines  seiner  Häuser  für  ein
Jahr  zur  Verfügung.  In  dieser  Zeit  mußte  also
eine  Schule  gebaut  werden.  Damit  der  Neubau
nicht  nur  zur  Hebung  der  Bildung,  sondern  auch
zugleich  in  würdiger  Weise  als  Kirchlein  der  Mehrung
  der  Ehre  Gottes  dienen  könne,  wurde  demselben
  noch  ein  Choranbau  beigefügt.  Ein  kleiner
Aufban,  der  dem  dort  zeitweilig  sich  aufhaltenden
Missionar  als  bescheidener,  aber  doch  gesunder
Wohnraum  dienen  soll,  krönt  thurmartig  das  Ganze.

Nachdem  am  16.  und  17.  Januar  die  Schuljugend
  von  Grldji  und  ein  Missionsbruder  die
passende  Ausschmückung  der  ganz  kapellenartigen
Schule  mit  Fähnchen,  Bildern  und  Palmen  vollendet
hatten,  erfolgte  die  feierliche  Einsegnung  am
18.  Januar.

 

In  den  „Katholischen  Missionen“  lesen  wir  über
den  Sland  der  deutschen  Pallotinermission
in  Kamerun:  Die  drei  Hauptstatlonen  sind
Marienberg,  Kribi  und  Engelberg.  Marienberg  (1890
gegründet)  ist  besetzt  von  2  Patres,  4  Schwestern
und  einigen  Laienbrüdern.  Seit  der  Gründung
wurden  hier  1200  Helden  (Erwachsene  und  Kinder)
getauft.  Von  hier  aus  wurden  in  den  Dörfern  der
Umgebung  eine  Reihe  Schulen  errichtet,  die  von  den
begabteren  Schülern  Marienbergs  geleitet  werden
und  zusammen  über  900  Schüler  zählen.  Auch
Erwachsene  siczen  eifrig  unter  den  ABeSchützen.
Zum  Sonntagsgottesdienst  in  der  Stationskirche
kommen  4  bis  5  Stunden  weit  aus  der  Runde
500  bis  600  Neger,  ein  fröhliches,  gutmüthiges
Völkchen.  Die  Sakramente  werden  eifrig  empfangen,
und  wöchentlich  treten  30  bis  40  Personen  an  den
Tisch  des  Herrn.  Die  Zahl  der  Taufen  betrug
1896  mehrere  Hundert.  Dle  Zweigstation  Edea  am
Sanagaflusse,  mit  der  Dampfpinasse  der  Mission  in
4½  Stunden  zu  erreichen,  zählt  40  Schulkinder
unter  einem  schwarzen  Lehrer.  Die  Station  ist
wichtig  für  die  in  Aussicht  stehende  Missionirung  des
„Hinterlandes"“.  Die  zweite  Hauptstation  Kribi  in
        <pb n="493" />
        der  reizenden  gleichnamigen  Bucht  zählt  2  Patres,
4  Schwestern,  mehrere  Brüder  und  ist  Sitz  des
apostolischen  Präfekten.  Die  Schule
50  Knaben  und  20  Mädchen  auf.  Auch  hier  ist
der  Eifer  der  neuen  Christen  recht  tröstlich.  Getauft
wurden  bisher  500  Personen,  darunter  viele  Erwachsene.
  Die  südlich  gelegene  Nebenstation  Buamba
(1896  gegründet)  zählt  60  Schulkinder  unter  einem
schwarzen  Lehrer.  Der  Sonntagsgottesdienst  wird
regelmäßig  von  einem  Pater  aus  Kribi  gehalten.
Eine  zweite  Außenstation  am  „Wasserfall“  ist  im
Werden.  Die  dritte  Hauptstation,  zugleich  Sanatorium,
  auf  dem  Engelberg  (600  m  über  dem  Meere)
zählt  1  bis  2  Priester,  5  Brüder.  Sie  erhielt
letztes  Jahr  eine  Kirche.  Die  Schule  wird  von  etwa
50  Kindern  besucht.  —  Die  Mission  ist  also,  wenn
auch  unter  schweren  Opfern  (bereits  7  Todte),  fest
begründet.

 

In  „Kreuz  und  Schwert“  wird  unter  „Nachrichten
  aus  St.  Ottilien“  Folgendes  mitgetheilt:  In
Neapel  schifften  sich  am  5.  Mai  zwei  Patres  und
zwei  Brüder  nach  Afrika  ein.  Es  waren  P.  Kassian
Spieß,  der  schon  zum  zwelten  Male  die  Reise
dorthin  antritt,  und  P.  Innocenz  Hendle  O.  S.  B.
aus  dem  Benediktinerkloster  Erdington  in  England,
der  mit  Erlaubniß  der  Oberen  sich  der  Mission  angeschlossen
  hatte.

Zum  1.  Juni  soll  in  Dar-es-Saläm  die  feierliche
  Grundsteinlegung  der  St.  Josephskirche  stattnden.



Eine  Schwester,  Rafaela  Hibbon,  ist  Ende
März  aus  Afrika  zurückgekehrt,  war  aber  schon  so
schwach,  daß  sie  sich  nicht  mehr  erholen  konnte;  sie
starb  am  14.  April.  R.  I.  P.  Ebenso  ist  Bruder
Livinus  aus  Afrika  zurückgekehrt,  befindet  sich  aber
außer  Gefahr.

 

Wie  im  „Evangelischen  Missions-Magazin“  vom
Juni  1897  mitgetheilt  wird,  gedenkt  die  Norddeutsche
  Missionsgesellschaft  am  16.  Juni  d.  Is.
in  Bremen  das  50jährige  Jubiläum  ihrer  Arbeit
auf  der  Sklavenküste  zu  feiern.  In  dem  halben
Jahrhundert  haben  64  Männer  und  Frauen  auf
diesem  Missionsfeld  ihr  Leben  gelassen.  Die  gegenwärtige
  Zahl  ihrer  Missionare  beträgt  einschließlich
der  Frauen,  Diakonissen  und  Lehrerinnen  34.  Diesen
stehen  48  eingeborene  Gehülfen  zur  Seite,  von  denen
sieben  ihre  Ausbildung  in  Deutschland  erhalten  haben.
Am  Schluß  des  ersten  Vierteljahrhunderts  (1872)
zählte  die  Mission  nur  93  Christen;  jebt  sind  es
nahezu  2000  (Ende  1895:  1623).  Die  Missionare
haben  seitdem  das  Eoyhe  zur  Schriftsprache  erhoben
und  dem  Volk  nicht  nur  die  heilige  Schrift,  sondern
auch  verschiedene  Schulbücher,  Gesangbuch  u.  a.  gegeben.
  Die  Arbeit  geschieht  auf  4  Hauptstationen
(wovon  3  in  Deutsch-Togo  liegen)  und  25  Außen-389



weist  etwa

 

stationen.  „Alle  diese  Arbeitsstätten  sind  Mittelpunkte
  der  Missionsthätigkeit,  welche  die  sittlichreligiöse,
  intellektuelle  und  auch  kulturelle  Hebung
des  Volkes  bewirkt.“  Leider  lastet  eine  drückende
Schuld  von  fast  75  000  Mark  auf  der  Gesellschaft,
zu  deren  Tilgung  Jubelgaben  mit  Dank  entgegengenommen
  werden.

Perschiedene  Wiktheilungen.

Frauenverein  für  Rrankenpflege  in  den  deutschen
Rolonien.

Frau  Baudirektor  Hoffmann  berichtet  aus
Tanga  in  „Unter  dem  rothen  Krenz“  unter  dem
1.  April  1897:  Die  Generalversammlung  der  Abtheilung
  Tanga  fand  am  28.  März  d.  Is.  im
Usambarahaus  statt;  es  waren  über  20  Mitglieder
anwesend.  Es  wurde  folgender  Bericht  erstattet:

Die  Mitgliederzahl  unseres  Vereins  betrug  am
Ende  des  Jahres  1896  17  Frauen,  wovon  9  in
Ostafrika  und  8  auswärts,  64  außerordentliche  Mitglieder,
  7  Ehrenmitglieder,  zusammen  88  Mitglieder.

Zu  Ehrenmitgliedern  wurden  ernannt:  Graf
v.  Zech  (inzwischen  gestorben),  Gräfin  v.  Zech,
die  Herren:  Denklau,  Lewa,  Postsekretär  Schmunk,
Großkaufmann  August  Schlele  (Tanga),  Kaiserlicher
  Bezirksamtmann  Sigl  (Pangani),  Königlicher
  Baurath  Friedr.  Hoffmann  (Siegersdorf).
Durch  den  Tod  verloren  wir  drei  außerordentliche
Mitglieder.  Ausgeschieden  ist  ein  außerordentliches
Mitglied.

Der  Vorstand  besteht  bis  Januar  1898  aus  der
Vorsitzenden  Frau  Baudirektor  Hoffmann,  der
Schriftführerin  Frau  Marie  Schlunke,  der  stellvertret.
  Schriftführerin  Frau  Marie  Ihlenfeld,
Schatzmeister  Herrn  Baudirektor  Kurt  Hoffmann,
stellvertret.  Schatzmeister  Herrn  Büreauvorsteher  der
U.-E.  Wolff.

Kleine  Festlichkeiten  hatte  der  Frauenverein  im
Hause  der  Vorsitzenden  am  Geburtstage  Seiner
Majestät  des  Kaisers,  Ihrer  Majestät  der  Kaiserin,
Ihrer  Hoheit  der  Frau  Herzogin  Johann  Albrecht
von  Mecklenburg  und  Seiner  Hoheit  des  Herzogs
Johann  Albrecht.

Der  Verein  zählt  zur  Zeit  124  Mitglieder.
Nach  der  Generalversammlung  fand  eine  Verloosung
statt,  die  dem  Verein  200  Rupien  einbrachte  und
allen  Versammelten  viel  Freude  bereitete.  Sehr
angenehm  ist  es,  daß  jetzt  so  liebenswürdige  Damen
hier  und  auf  den  Plantagen  weilen,  die  fleißig  für
unseren  Verein  wirken.  Auch  in  der  Heimath  wird
uns  reichliche  Unterstützung  zu  Theil  und  herzlich
dankbar  erkennen  wir  so  viel  Güte  an.
        <pb n="494" />
        —  390  —

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)
„Bussard“  14/4.  Apia.  (Poststation:  Hospostamt.)
„Condor“  11/2.  Sansibar  19/5.  —  26/5.  Seychellen.  (Poststation:  Sansibar.)
„Falke“  9/5.  Opia  10/5.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt
„Habicht“  19/4.  Kapstadt  29/5.  —  Kamerun.  (Poststation:  LKamerun.)
„Hyäne“  13/3.  Kamerun.  (Poststation:  bis  10/6.  Kamerun,  dann  Monrovia.)
Vermessungsschif  „Möwe“  1/2.  Matupi.  (Poststation:  Sydney.)

aa#ss

*3

Heimreise:

M.  S.  „Seeadler"  18.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)

Ablösungstransporte:
Neichsposidanier  „Reichstag“  der  Deutschen  Ostafrika-Linle  mit  dem  heimkehrenden  Ablösungstransport
„Seeadler“  (ganze  Besatzung):

a)  Kapitänlieutenant  Hoffmann  für  die  Relse  Sansibar—Marseille,

b)  Lieutenant  zur  See  v.  Trotha  (Adolf)  für  die  Reise  Marsellle—  Hamburg:
—  19/5.  Aden  19/5.  —  24/5.  Suez  25/5.  —  25/5.  Port
Said  26/5.  —  30/5.  Neapel  31/5.  —  Marseille.
Reichspostdampfer  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  SS.

„Falke“  und  „Bussard“  —  ganze  Besatzungen:

S#sfün  13/5.

 

 

 

 

Transportfsührer:  Korvettenkapitän  Wallmann,
Ausreise:  Bremerhaven  5/5.  —  6/5.  Antwerpen  9/5.  —  10/5.  Southampton  10/5.  —  1665.
Genna  18/5.  —  19/5.  Neapel  19/5.  —  28/5.  Port  Said  23/5.  —  28/5.  Aden
28/5.  —  Colombo.  —  Adelaide.
DPerkehrs-Wachrichten.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  massen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
5  schiffungshafen,  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
am  7.,  28.  Juli  Tanga  20  Tage  am  18.  Juni,
-  e  ##  5  18.  Juli  Tarsss-Salae  31  ,  S,  16.  28  „26.  Juli
.  am  ,  uli  ar  e
1.  Deutsch  ·  Oflafrita.  enn  wi  *  uni  ansil  g
Marseill  am  10.  jebes  Mis.  Sansibar  18  Tage  am  B.  %  Monats
ranzöflsche  chiffe)  4  ums.  10i6
26.  i,  24.  ,.
2Deutichsudweiiaiptta  »so-ch-  eKakT-s«"’L-TMJHF"«24J"«  YZZMIHÆM  MIITWYM
(Nach  Wasch  und  ur  *  apstabt,  dann  deutwochem!

  ich  bie
ort  weiler  aEro  ea
bonp  dant  alle  14  Tage)

er  Dpf  Reiswein-)

weatfches  Schuh

am  26.  Juli  mittags

Swakopmund  30  Tage

am  26.  Juli  118  abds.

 

3.  Ramerun.

l
l

Deutsche  schme)
E  Schllfe)

am  10.  jedes  Monats
am  7.  Juli,  4.  August

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  jedes  Monats
720  abds.

am  6.  Juli,  2.  August
Ib  nms.

 

4.  Cogo-Gebiet
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

ambur
S  3

Liverpool
(englische  Schiffe)

am  10,jedes  Mts.  nachts
am  20.iedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mts.-am

  30.  Juni,

14.,  28.  Juli

Klein-  opo  20  Tage
me  3

ee  Popo  55  Tage
*  era  25  Tage
on  da  ab  Landverbindung
li9  36  Tage
n  da  ab  Bdindung
e

am  10.,  x  und  v  Leten
jedes
720  uinen

l

am  28.  Jun
12.,  26.  Sin  16  nms.

 

 

Marseille  am  25.  jedes  Monats  Ei  am  2  jedes  Monats
(kanzgöflsche  Schisse)  40  nachm.  on  da  ab  Laudverbindung  Ote  abds.
“  Neapel  am  7  Juli,  22.  Sepi.Stephansort  45  Tage  am  26.,  30.  Juli,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  (deutsche  Schiffe)  abd  20.,  24.  September
Brindisi  am  ichton.  26.  Sept.  -  41  Tage  10“  abds.
(Nachversand)

 

6.  Marsball=  Inseln.

rindisi

 

 

 

bri
(über  Manila)

 

am  *  uli,  29.  Aug.
“  s

Jaluit  etwa  70  Tage

 

am  2.  Juli,  27.  Aug.
103  abds.
        <pb n="495" />
        —  391  —

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Moß  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  Berlin  Von  hafen  in  Kaai  s
*
s—  ern  Neapel  sam  Po  pGg  Tocogebie  Hamburg  an  10#  und  25.
entsch-Ostafrika  grindisi.  ..  an  is  Juni,  14.  Julisj  Togogebiet  ..  ·  jedes  Monats
Marseille  ..  am  16.  Juni,  180  Marseille  ··  am  16.  jebes  Monais

 

 

Deutsch-Südwestafrira  Southampton,am  6.  Juli,  8.  Aug.  Deutsch-UeuGuinen.  Neapel...am5.Julà  18.  Spi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

amburg  ..am  25.*  jed.  Monats  »  .  .  .
K«M""·«««  EXIIIIIEII—
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Reise  Letzte  Nachrichten
a
Posidampfer  von  nach  bis  12.  Juni  1897
„UMdolph  Woermann".  Hamburg  Loango  am  10.  Juni  ab  et7.
„Aline  Woermannt"  Loango  Hamburg  am  10.  Juni  in  Madeira
„Anna  Woermann  ...  Hamburg  Sherbro  am  12.  Juni  in  Bissa
„Carl  Woermann“"“  Hamburg  Loanda  am  7.  Juni  Bedih  vassirt.
„Eduard  Bohlen"##  Hamburg  Kongo  am  7.  Juni  Dover  passirt.
„Ella  Woermann  Sherbro  Hamburg  am  7.  Juni  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann!  Kotonon  Hamburg  am  5.  Juni  in  Accra.
nche  —  Hamburg  Kotonon  am  7.  Juni  in  Conakr
„Hedwig  Woermann  ..  Hamburg  Kotonon  am  20.  Juni  von  #be  Gbgehend.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  mburg  am  9.  Juni  in  Las  Palm
———Nu11  amburg  oanda  am  2.  Juni  in  Accera.
„Lothar  Bohlen“  ·  amburg  Loango  am  31.  Mai  in  Aeccra.
„Lulu  Bohlen"#  amburg  SaG  am  26.  Mai  in  Gabun.
„Marie  Woermann"  L#deritzbucht  Lamb  am  26.  Mai  in  Lagos.
„Melita  Bohlen“.  Hamburg  L#  n  am  4.  Juni  in  Las  Palma
„Professor  rmih  *y*  .  Hamburg  am  18.  Juni  von  Hamhurt  —-„Thekla
  Bohlen  -  Loanda  Shre  am  8.  Juni  in  Accra.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linte  (Hamburg—Ostafrika).
.  Reise  Letzte  Nachrichten
er
Neichsposidampf  von  l  nach  öis  12.  Juni  1897
„König  Durban  Hamburg  am  9.  Juni  ab  Mozambiaue.
„Herzog“  .....·  Hamburg  Durban  am  6.  Juni  a
Faserr  -··----  Ham  Durban  am  9.  Juni  ab  Anskerdam.
„Kanzler"  .  Bt.  7  *
—  .....  Hamburg  m  10.  Juni  ab  Port  Said.
„Reichs  tagg  r*mr  Hamburg  emB  9.  Juni  ab  Lissabon.
„Admirall  Hamburg  Durban  am  7.  Juni  ab  Antwerpen.

 

 

„General  -  Durban  am  4.  Juni  an  Mozambique.

 

Anzeigen.

Inserate  (#ür  die  dreigespaltene  Pelilzeile  oder  deren  Raum  5  Meep  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  SW.  12,  Kochstraße  69—71,
einzusenden.

 

 

Weingutsbesitzer

Gebr.J  Ulg,tunein,  3

nach  allen  Welttheilen.  (uue)  1.
        <pb n="496" />
        —  392  —

 

 

Ceschd##isteitung:  Max  P#ch#stein.
Eine  Neckaksfon:  Ho  Herotd.

eitschrift  für  Vielbeschä.  n

im  Inlande  oder  Auslande  ist  Rer,bessutende  Eertai
weolchen  diose  im

an  lande  so  weit  11%ur

—.———
*!  rend  ihre

e  Beie  ons  *  vugen

lärlich  erwiesen,  dass  cine

Wochenscbrift  für  Plll,  LTittzätn,  Im  C.Wissenschaft

—  ewerbe  und  —

#in  der  That  einem  allgemeinen  Bedirf#nis  enteegel  ekommen  ß  #m  dies  so  oft  miss.
2  Schlagwort  einmal  mit  Berechtigung  rauchen.  —  en  im  Beruf  des
es  Aufgehenden  —  (ulrgends!  wird  80  genl  Searbelte..  #0  in  Deutschland)  —
bleibt  nur  #eseI  ei  erschio  cener  Tsgoblattr
(%  ondensierter  Form  dio  Erei
Hier  setzt  „DAS  ECHO  ein!  nieso  der  Wocho  wesehen  ,
nichts  nusser  Acht  lassend  von  allgemeinem  Interessc,  und  namontlich  ohno  Folemile
alle  Partelen  zur  Geltung  Pringend)  jet  „DAS  ECHG-  goschaffen  für  jedermann,  der
#  Kurtt  Anteil  an  seiner  Zeit  Hier  Andet  der  Loser  neben  deon  Geschehnissen
lser  Woche  eine  Fülle  anregenden  kiaat  es  aus  -*s-e  ehie  lione  Gobieten,  wobei  auch
der  Unterhaltung  und  dem  Uumor  in  sorgsam  eEan  Auswahl  ihr  Recht  wird.
it  i  la  mieht  nur  für  don  Aetchelron  Salseor,  urni  auch  dio  Stimmen
aifen.  iss,  gondern  f#r.  vJ%  Goblideten  überhaupt  durch  seinen
ee  Eeee  —  von  not  Wor

Unsere  Leit  rust  mit  sotmnagicei.  in  immer  weiteren  Kreisen
regste  Anteilnahme  an  i#ren  Breignissen  herver.

n  dem  reielheltigen.  Inhalt  unseres  Blattes  zeugt  schon  die  Verteilung  des  Stotles
  in  #le  Rubri

I.  Politik.  Eine  unannten:  Bespre-B.  Deutschtum  im  Auslande.  Nachrich-   


    
   
  
  
   
      
     
 
  
   
 
    
  
   
   

chung  der  Tageslragen,  wie  alles  ten  über  das  Leben  und  Treiben  unseu—e

  dessen,  was  die  Welt  bewegt  und  fer  Volksgenossen  in  der  weiten  Welt.
#s#rs  erfüllt.  9.  Aus  hohen  Kreisen.  Nachrichten  von
½v  S  2.  Handel.  Interessante  Fragen  vom  den  Halen  und  aus  den  Zirkeln  der
z  3  -  Weltmarkte.  Sqonm  Wochenüber.  vornehmen  Welit.
—mnee  2  sicht  des  interpationalen  Geld-  und  10.  Militär-  und  Marine.  Mitteilungen  über
i  r  Warenmark  Verbültnisse  u.  #eeeV  der  Landm
  3.  Schnitzel  rn  ***s“  Allerlei  inter-  und  Seemacht  aller  Staaten.
.  *r!  essanter  Kleinkram  II.  Cander  und  Völkerkunde.

55  A.  Todesfölle.  12.  Koloniales

5.  Sprechsaal.  Bietet  eine  Gelegenheit3.  Gerlehlrynol,  Verbrechen,  Unglücksür
  jedermann,  bichtige  und  anzie-  fälle.
Fragen  vor  das  Forum  der  &amp;amp;.  Kunst  und  Litteratur.
Gelletliehken  zu  Su#ngen.  Wir  bit.  15.  Leundfeeitspflege.  Medizinisches.
ten  hier  um  die  Mitarbeiterschaft  16.  Soziales.
aller  unserer  Leser.  17.  Eeee⅝  Sehule  und  Universität.
6.  Briefkasten.  18.  Sport  und  Mode.
.  Lesefrüchte.  Kleinc  abgeschlossene  No.49  Llirkbromechgans:
vellen,  Erzühlungen,  Skizzen.  Hübsche20.  Uumoristisc
Ee  aus  neuen  Bücherelscheinungen.  21.  Aneledoten.
„ECIIO“obwohl  kein  eigentlich  illnstriortes  Blatt,  ist  dech  auch  Gelege  entlich  mit  gut
vorabegcn  Diluern  ausgesta  ie  et,  die  besonders  reich  in  v#einon  von  Zeit  zu  Zeit  erscheinoenck

  8  verieln  mnummern  vertreten
e  besondere,  Atnnnitei  redligiorte  und  illustrierto  techulsche  Abtellang

„Industrielles  Echo“

unterrichtet  über  alle  nonen  und  interessanten  Vor,  urrS  Neuerungon  und  Erflndungen  auf  dem
gesamten  Gebiete  der  Technik  und  Industrio  in  popn  sucht  oino  ongo  Puhlung
zwischon  don  Interossenten  aller  gewerblichen  Kreise  hüüser,  bs  ber  Industrielle  Eche#  ist

nicht  nur  für  Fachleute  geschrioben,  sondern  20  gelaset,  dase  oin  jeder-Gehiscte  den-Inhalt  verstcht
  und  die  Portschritto  auf  allen  Gebicten  der  Technik  und  Industrio  mit  Interesse  verfokann.

  —  Gesamtwochenüberslcht  des  Internationalen  Geld-  und  Warenmarktes,  inter-—

  3  vom  Weltmarkte  werden  in  einer  besonderen  KRrebrik.  ,  Mandek“
-ertck-Bostelle


Das,  5  erscheint  jeden  Donnerstas.  1n  lucsemenehien
restanatuiten  und  Zoitungs-Speditonro  in  Deuts  Dreis  von  3  Mark  vierteljührlie
entgegen;  in  den  dbrigen  Ländern  zu  den  olres  hnset  Preise

bringt  Stimmen  aus  allen  Partelen,  daker  ist  es  auch  eino
D  AS  Ete  HO  sohr  onegende  und  interessante  Lektüre  für  jeden  Polltiker
  #ne#  und  ausserhalb  Pachen

EIIDEIRIIDI
udo#s.  ezulsedein

 

u##u#a  aouts  uj  aopõ  opuu  mop  Jus  Jolone

    

    
    
 

 
 
 
 
 

 

 

uolnojdme  suelsed  osslusagelez  1Jop  Mu0##uO  ouomlineuog  s

  

   

 

 
  

  

       
         
  
  
      
    
  
        
 
 
  
  
  
  
      

lesen,  ale  wöchentliche  Chronlk  der  Zeliterelgnisse  bestens  emploblen.

D  As  EOHO  "sel  auch  den  Herren  Gelehrten  und  Stndlerenden,  welehe  en-  usa  kommen,  ueuen  eine  r  ziens  ’

 

 

rouzband  bezogen,  kostet  „Das  ZEcho“
gebon.

ee  20,  untor  K

Beseellangen  nehmoen  alle  Buchhandlungen,  Postanstalton  und  Zeitangs  -  Spediteuro  in  Deutschlaud  zum  Preiso  von  3  Mark  viertoljübrlich  entgegen;  in  den  obrigen  Ländern  zu  den  landes-.
  ganzjiährig  18  Mk.  Bei  Versendung  unter  Streifband  empflehlt  es  sich,  moglichst  ganzjübrige  Abonnements  aufzu

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Kamerun-Kakao.
Kamerun-Schokolade.
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Berlin  C.,  Jer##schemerstrasse  29.———
Vertrleb  v.  Erreugnissen  der  -—.  Kolonien  unter  Aufsicht  bervorrag.  Mitglieder  d.  deutschen  Kolonialgesellschaft.

Reichhaltige  ethnologische  Sammlung  aus  Neu-Guinea,  Ost-  und  Westafrika.
Ansichtssendungen  unter  Berechnung  des  Portos  stehen  zu  Diensten.
Ausschank  von  Kaffee,  Kakao  und  Schokolade.

   
  
  
 
   

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oslerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  ciiselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tro
çeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gdemil

samen  liefert,  s0  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Maurk  12.—
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empfehlen  sich  insbesondere  zur  Beschaffung  persönlich  Ausrustunge
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Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artikel.

5%  HZusammenstellungen  auf  Grund  versönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wun  gern
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Celle,  Iot  Isannover.  (15)

 

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Oeutsche  Kolonfalzeitung,  4  K  ua7  n  .4  —-4,
  50.  In  Doust  reich  illustr.  Auflago  lior  Fobd.  und  wie  nou:  BrocklI  "⅝0
8  kon.  u  Statt  Brehm's]  e  r  Ddo.  1893.  (150.-)  Brockhans  Conv.
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Soberana  5,  70  Bella  eingara  10,.—
Khe  7,50  Palarete  9.—

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Iranko  ausgelührt.
mögl.  auf  Brief

Kamal.  HMarken  ne

Postw.-T.  Ferrb.  „Westfalia“,
Munste  1W  Ooen)'
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Strassburg  i.  Els.
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besonders  für  feinere  Fleisch--onserven.
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Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

 

 

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Frankfurt  a.  M.  und  Berlin  N.

   
 
 
  

 

 

 

 

 

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onlomzindos

 

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(Wagnors  Waldplattorbse).
Hochveredelt,  von  ullen  schädlichen
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Gedeiht  auch  auf  den  Armsten
Bodenarten,  selbst  Sand,  Geröll.
HSchster  Nährwerth  von  25—30%
Protein  (Klee  nur  13,5%j.
Ausdauernd-—  Vidersteht  Jeder  Olrre.

Lathyrus  latifolius  Bastard
gleichfalle  ergiebige  und  widerstandsfähige
  Futterpflanze.  Auch
für  feuchten  Boden  geeignet.
Protelngehalt  22,21  0.

Polygonum  sachalinense
(Sachalin  -  Knölor
Gedelht  ausdauernd,  abon  L#n  leuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  Boden.
Proleingehalt  186,97  %.
Tüchtige  Vertreter  für  In-  und
us8land  gesucht.
Prospekte  gratis.  (20)
Saatstelle  Kirchhelm-Teck,
Wurttemberg.

 

 

—  394  —

Sökeland  Erport  Eumpernickel
und  Schwarzbrot.  10

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1012  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurllekgelegt  hutten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportauftruge  erbitten  an  IIarder  &amp;amp;  de  Foss,  Ilamburgq,  fur
das  Inland  E.  Sökeland  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  N  I.,  oder  TPandsber.

 

Hallenser  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgesehmack  nicht  übertroffen  und  sind  bei  gleicher
billiger  uls  ausländische  Fabrikate

Unser  —ie  stets  duas  Beste  zu  eisten,  ist.  anerkannt  durch

unsere  stetig  gesteigerte  Produktion;  wir  verurbeiten  imDurchschnitte

täglich  50  Centner  Rohkakno,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Spitze  der  deutschen  Schokoladelubriken  stellt.  65)

Fr.  David  Sölhne,  Halle  a.  S.

 

 

 

 

Nhen=  GestlscHAr

 

 

 

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für  Holzbearbeitung

   

    
 
  
  

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Foldenen  ungarlschen  Ausstcllungsmedellle.

  
   
 
 
 
 
 
 
 
   
 

 

   
 

22  —3
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hleago  169

Uüchste  Auszeichn.  (Dilome
dfHonneur)  Antwerpen  1894.

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6  Antiduariats  -  Katalog  wohlleilIer  Gelegenheitskuufe

Fratis;  Preisanfragen  werden  solort  beantwortet!

     
        
    
 
         
    
       
 

 

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1/1  à44  M.,  sind  zu  haben  bei  (55)
Stähler,  Königl.  Lotterle-Einnehmer,
Berlin  SW.,  Anhaltstrasse  No.  3.

 

 

 

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und  Frlchte  In  Likör  und  Sirop,
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und  Thore  fertigt  als  Spezialität
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(westflllisches  Schwarzbrot),
Varamil#t  haltbar,  auch  In  den  Tropen,
versendet  die  (uo)
Hammer  Brotfabrik,  Iamm,  Westk.

 

 

 

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Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften

Kolonial  J  itleratur

sowie  zur
Länder-  und  Völkerkunde
aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Holbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Schn,
Berlin  SWu,
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V7#
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        Leen.

labriziren

uanr  Mesiug.

Herford.

Löfer  u.  Sehmetterlinge.

Zwecks  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Kälern  suche  mit  Sammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kümmerer,

Berlin  SW.,  Kochstrasse  68.

Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Waetzel,
Akademische  Buchhandlung  und
#iquariat,

atiqu-Freiburg
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Mit  Badens  Wehr
für  deutsche  Ehr.

Oie  Anthellnahme  der  badlschen  Truppen
am  Einlgungskriege  1670)/71.
Dargestellt  von  Dr.  Guntermann.
Mit  vielen  Karten.
LHocheleganter  Geschenksband.
Preis  Mk.  4,50.

Die  Belagerung  von  Strassburg,
das  Herumschlugen  mit  den  Fran-2zosen
  —  Franctireurs  und  die  heldenmüthigen
  Kümpfe  um  Bellort
unter  Werders  Führung  finden  hier
einen  beredten  Schildercr.

 

 

 

 

 

 

—  396  —

Rauchern  von  Importen
empfehle  ich  meine  in  eigener  Fabrik  aus  ausgesucht  reinen  keinsten
importirten  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  überseeischen
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No.  42.  La  Perla  —  Havana  —  voll  und  Fris.  ...  s—»»
No.  43.  R  ina  —  Ha#na  —  lein  mild  .  .  100  —,,,,
No4EIH  -kom  mittelkmktig  100

le  30  bezw.  e  *  der  —  No.  41—  44  zus.  100  St.  in  ora  9  für  —  8.  ao.
He.  49.  Loen  Celeste  D  rein  E*  N.  120.—  pro  Mille

o.  50.  1  uste  „  145.—  „  „
D.  51.  #eeb  Mandtrbeit-  t,  miid  *  .  ,,I7s.—,,,,
NobLlniancla  ausgesuchtomntclkksktlg  Tod-—
No.  53.  Reni  CQualitäten  230.—  „  „

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Rauchtabalze:  2
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Ramscmun,  Alr#ons.

 

 

 

 

 

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deietschen  Sprache  von  Thieme-DPreusser.
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Al.  13.  Seither.  Absatz:  200000  Expl.
Probelie  f.  gr.  u.  franko.  Verlag  von
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Unsere  Sekictzkchpe  in  COse-2cnK#Von
  Geor  Maercker,,
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zum  Gebrauch  in  der  Kultur  Ten  #eerschlos-hmen  Distrikten
vortrefflich  bewährt.

Arthur  Koppel,

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Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
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Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,
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k.  Peter,  Goslar,  Kornbrenneroi,  gogr.  1785.
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vorseegenlehter.  Als  Mauss  genügt:  Obere  Weite,  untere  Weite  über  Rock
gemessen,  Aermellänge,  ganze  Lünge,  Halsweite.
Wasserdlchte  Plerde-,  Wagen-  und  Waggondecken.
Versand  nach  dem  Auslande,  du  Nachnahme  nicht  zulässig,  nur
gegen  vorherige  Cassa.  (u)

 

 

 

 

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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
t  den  deutschen  Kolonien  4  angerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
laag  paltbor.  nur  aus  bestem  Malz  und  Lopfen  hergestellt.  Das  Vier  ift  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Szutztruppe  empfohlen.
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Berlin,  —  3—6.  Vegründet  1792.
„Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Für  Deutsch-Ostafri  vh  r“tn  L9.  kr  bat.  .  Deutsch-Ostaf  sch
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

(7)

 

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Stellingen  (Hamburg).  (59)

 

 

 

 

 

 

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Hofbuchbäöndler  Sr.  Königlichen  Hoheit  des
Prinzen  Heinrich  nieliche  o

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mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.
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WOERMANN-LINTE.

Am  20.  Juni:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,
-  nachConajcry,Monrovia,derGoldj-üsto,Tosqwhydahundxotonou
Am30.Jmii:P.D.,,Jeattnettow00kmmm·«,Capr·Bki-tkotst,
osoleSnSriEe,LasPa-Imas,Gorde,1«iberiaunddennäkendorsüdwestküsteAfrikas

von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  Juli:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt  Busch,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poco  und  den  Hafen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  18.  Juli:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruffsque,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Lecne  und  Sherbro.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch--  Sühestafrika  am  25.  Juli,  25.  September

 

und  25.  November.
Alle  Güter  mussen  am  Tage  vor  dem  —  bis  12  Uhr  mirttags  ldosseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

 

Deutsche  Ost-  Afrika  -Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mlt  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neanpel  anlaufend.
Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  fiuden  statt:  ab  Hamburg  a#b  Neapel
.  „KANZLER“,  Capt.  Elseeee  .  ..  28.  Juni,  7.  Juli,
k  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskan  14.  Juli,  28.  Juli,
„KOENIG“,  Capt.  Doher  4.  August,  18.  August,
„GENERAI“,  Capt.  Gane  25.  August,  8.  September,
nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Külwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ½1m##  Kan  der  gLiefen  Honnieng
direkt  nach  Derban,  Delagoa-Bai,  Me#junga,  VNosst  B6.
Nächste  Expedition:  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen,  am  18.  Juli  1897.
Die  Dampfer  Rhaben  vorr#uoliche  Eln##cheungen  Für  Eussagtere  #n  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg  (20)
wegen  Passage  die  ——.—  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
s  owie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

##
W  W
SS

Deutsche  Ost-Afrika-LTinie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Veranlwortlicher  Redakleur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Oosbuchdruderei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  i
Ausgegeben  am  15.  Juni  1897  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="503" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolszial-Abiheilung  des  Auswärligen  Ints.

 

VIII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Juli  1697.  Nummer  13.

2%%  Zeitschrif  #scheimt  in  der  Regel  am  1.  und  *  gedeser  Wa  Derselben  werden  als  Weißeest  i  die  mindesea  —  einmal  LoeseLöhrlich
.  -  oavoakoohaags  ä  s  aus  den  deutachon.
a  Der  vtcktclsäbklt  Uhosnsesucntspte  das  mit  den  Bethestrn  c  beim  ann  !s  —  —  Po  ##e##  z
sn  direkt  unter  Stire  durch  be  ESih  ndlu  ür  luen  heg  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  375  für
nn%  änder.  dee  Vhee  —  Eisstrüifban  n  uit  Anfragen  sind  an  die  osbuchhandlung  von  Exusst  Waüas  Militer
Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochs#r.  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  1½.  iche  Zeilungs  ·  Powusste  für  1897  unter  Nr.

debeitn  n  amtlicher  Theil:  Runderlaß  des  Kaserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtli  6  ODienkk
stellen  in  Dar-es-Salam,  an  die  Bezirks=  und  Bezirksnebenämter  sowie  d  die  Hauptzollämter  1.  und  2.  Klasse  S.  399;
besgue  be0n-  betreffend  Gethütung  der  Einschleppung  der  Pest  S.  404.  Nachweisun  g  der  Brutto-Einnahmen  bei

der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  für  die  Monate  März  und  April  1897  54  —1  Ernemmg  von  Beisitz
  en,  ür  die  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schutzgebietes  Deutsch-Südwestafrika  für  das  er  S.  406.  —  Uebersicht
  der  richtichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  Schutzgebietes  Deutsch  W.  während  des
Geschäftsjahres  1896  S.  406;  desgleichen  für  das  Schutzgebiet  der  Marshall-Inseln  S.  408.  —  Personalien  S.  408.
stemlen  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  4.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  Kaiserlichen

 

 

 

 

 

Gouverneurs  über  eine  Scheunn  S.  409.  —  Ueber  einen  Marsch  nach  Iringa  S.  412.  —  Verbot  der  Vieh  heinfuhr
  nach  Sansibar  S  nerun:  Bericht  den  Denanh  Dominik  über  406  Dutegehiet
Strafexpedition  nach  der  #4  4.  —  S.  11S.  —  augn  in  Kamerun  im  Jahre  1896  S.  418.  5
in  58  im  Jahre  1896  S.  419.  —  Mar  Schiffsverkehr  in  Jaluit  im  De  155  8  419.  —
Uebersicht  über  die  im  Schutzgebiete  der  Mor  4  **“  Deutschen  und  Fremden  S.  419.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
  Neue  Karten  des  Schutzgebie  .  Hereiche  der  Missionen  und  der
Antisxlaverei=  Bewegun  9  S.  420.  —..  WMen-  #  dem  Handel  im  Kongostaat  im  Jahre  1896
S.  4  erschiedene  Mittheiln  ngen:  h%rn  für  Wantensssele  in  den  deutschen  Kolonien  S.  422.—
Litteratur  S.  423.  —  Litteratur-Verzeichniß  .  423.  Schisfbewogungen  S.  423.  —  Verkehrs-Nachrichten
S.  424.  —  Fahrplan  der  Woermann-Linie  für  das  dritte  Vierte  jahr  1897  S.  425.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.

Bervrdnungen  und  Mittheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieten.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche
Dienststellen  in  Dar-es-Salm,  an  die  Bezirks=  und  Bezirksnebenämter  sowie  die
Hauptzollämter  und  Zollämter  1.  und  2.  Klasse.

Das  Auftreten  und  die  weite  Verbreitung  der  Pest  in  Indien  hat  es  nothwendig  erscheinen  lassen,
die  durch  Runderlaß  vom  15.  Juni  v.  Js.-)  mitgetheilten  „Vorschriften,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche
Kontrole  der  einen  Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  anlaufenden  Seeschiffe“  sowie  die  zugehörige
  „Desinfektionsanweisung“  abzuändern  bezw.  zu  ergänzen.  Indem  ich  hierdurch  in  den  Anlagen
diese  Abänderungen  bezw.  Ergänzungen  zur  Kenntuiß  bringe,  ordne  ich  gleichzeitig  an,  daß  der  gesundheitlichen
  Kontrole  nicht  nur  die  von  Bombay  kommenden  Dampfer,  sondern  sämmtliche  aus  Persien,
Vorderindien,  Formosa,  Hongkong,  Makao  und  China  südlich  des  30.  Breitengrades  kommenden  Seeschiffe,
einschlieblih  der  Eingeborenen-  Fahrzeuge  (Dhaus),  zu  unterwerfen  sind.

Um  diese  Kontrole  auch  bei  den  Dhaus  zu  ermöglichen,  wird  es  nöthig  seln,  daß  die  Zollbehörden,
sobald  sie  festgestellt  haben,  daß  eine  Dhau  aus  einem  der  genannten  Länder  eingetroffen  ist,  dieser  sofort
den  einstweiligen  Verkehr  mit  dem  Lande  verbieten  und  der  Polizeibchörde  von  dem  Eintreffen  des  Fahrzeuges
  beschteunigte  Mittheilung  machen.

Dar-es-Saläm,  den  3.  April  1897.

Der  Kalserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  8S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  526  ff.
        <pb n="504" />
        —  400  —

Anlage  A.

Abänderungs-  und  Ergänzungsbefti  gen  zu  den  vorschriften,  betreffend  die
gesundbeitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Rafen  des  deutsch  -  oftafrikanischen  Schut
gebietes  anlaufenden  Seeschiffe.

An  Stelle  des  §  14  treten  nachstehende  Bestimmungen:
.  §142.
Hat  ein  Schiff  Pest  an  Bord  oder  sind  auf  einem  Schiffe  während  der  Fahrt  Pestsälle  vorgekommen,
  so  ist  nach  erfolgter  ärztlicher  Untersuchung  (§  6)  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  telegraphisch
Anzeige  zu  erstatten.

 

8  14b.
Hat  ein  Schiff  Pest  an  Bord  oder  sind  auf  einem  Schiffe  vor  der  Abfahrt  oder  während  der
Fahrt  Pestfälle  vorgekommen,  so  gilt  es  als  „verseucht“  und  unterliegt  folgenden  Bestimmungen:

1.  Die  an  Bord  befindlichen  Kranken  werden  ausgeschifft  und  in  einen  zur  Aufnahme  und  Behandlung
  geeigneten  abgesonderten  Raum  gebracht,  wobei  eine  Trennung  derjenigen  Personen,  bei  denen
die  Pest  festgestellt  worden  ist,  und  der  nur  verdächtigen  Kranken  stattzufinden  hat.  Sie  verbleiben  dort
bis  zur  Genesung  oder  bls  zur  Beseitigung  des  Verdachts.

2.  An  Bord  befindliche  Leichen  sind  unter  den  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  alsbald  zu  bestatten.

3.  Die  übrigen  Personen  (Reisende  und  Mannschaft)  werden  in  Bezug  auf  ihren  Gesundheitszustand
  weiterhin  einer  Beobachtung  unterworfen,  deren  Dauer  sich  nach  dem  Gesundheitszustand  des  Schiffs
und  nach  dem  Zeitpunkte  des  letzten  Erkrankungsfalles  richtet,  keinesfalls  aber  den  Zeitraum  von  11  Tagen
überschrelten  darf.  Zum  Zwecke  der  Beobachtung  sind  sie  entweder  am  Verlassen  des  Schiffes  zu  verhindern,
  oder  soweit  nach  dem  Ermessen  der  Hafenbehörde  ihre  Ausschiffung  thunlich  und  erforderlich  ist,
an  Land  in  einem  abgesonderten  Raum  unterzubringen.  Letzteres  gilt  insbesondere  dann,  wenn  die  Mannschaft
  zum  Zweck  der  Abmusterung  das  Schiff  verläßt.

Findet  die  Beobachtung  der  Schiffsmannschaft  an  Bord  statt,  so  ist  das  Anlandgehen  derselben
während  der  Beobachtungszeit  nur  insoweit  zu  gestatten,  als  Gründe  des  Schiffsdienstes  es  unerläßlich  machen.

4.  Alle  Wohnräume  und  Gegenstände  des  täglichen  Gebrauches  an  Bord,  einschließlich  der  Kleider
und  des  Gepäcks  der  Reisenden  und  der  Mannschaft,  sind  zu  desinfiziren.

Weitere  Desinfektionen  können  auf  Grund  des  §  14c  angeordnet  werden.  Kehricht  ist  zu  verbrennen.
  Gegenstände,  deren  Einfuhr  verboten  ist,  dürfen  nicht  ausgeschifft  werden.  Mit  allem  Nachdruck
ist  dahin  zu  wirken,  daß  eine  Verschleppung  der  Seuche  durch  an  Bord  befindliche  Ratten  und  Mäuse
verhindert  wird.  —-5.

  Das  Bilgewasser  ist  zu  desinfiziren  und  darf  keinesfalls  vor  der  Desinfektion  ausgepumpt  werden.

6.  Wasserbalast  aus  einem  Hafen,  gegen  dessen  Herkünfte  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  wegen
der  Pestgefahr  angeordnet  worden  ist,  muß  desinfizirt  werden;  läßt  sich  eine  Desinfektion  nicht  ausführen,
so  hat  das  Auspumpen  des  Wasserbalastes  auf  hoher  See  zu  geschehen.

7.  Das  an  Bord  befindliche  Trink=  und  Gebrauchswasser  ist  nach  erfolgter  Desinfektion  auszupumpen
  und  durch  unverdächtiges  Wasser  zu  ersetzen.  «

In  allen  Fällen  ist  darauf  zu  achten,  daß  Absonderungen  und  Entleerungen  von  Pestkranken,
verdächtiges  Wasser  und  Abfälle  irgend  welcher  Art  nicht  undesinfizirt  in  das  Hafenwasser  gelangen.

§5  14c.

Hat  ein  Schiff  weder  vor  der  Abfahrt,  noch  während  der  Reise,  noch  auch  bei  der  Ankunft  einen
Pesttodes=  oder  Krankheitsfall  an  Bord  gehabt,  so  gilt  dasselbe,  auch  wenn  es  aus  einem  Hafen  kommt,
gegen  dessen  Herkünfte  die  Ausübung  der  Kontrole  angeordnet  worden  ist,  als  „rein"  und  ist,  sofern  die
ärztliche  Untersuchung  (8  6)  befriedigend  ausfällt,  sofort  zum  freien  Verkehr  zuzulassen,  nachdem  das  Gepäck
der  Reisenden  und  der  Mannschaft,  welche  in  einem  solchen  Hafen  an  Bord  genommen,  desinfizirt  worden
ist  und  die  bei  §  14b  unter  5  bis  7  gedachten  Maßnahmen  ausgeführt  worden  sind.  Begründet  das
Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den  Krankheitsstoff  der  Pest
in  sich  aufgenommen  haben,  oder  hat  die  Reise  des  Schiffes  selt  Verlassen  eines  Hafens  der  oben  bezeichneten
  Art  weniger  als  11  Tage  gedauert,  so  sind  die  Reisenden  und  die  Mannschaft  weiterhin  einer  gesundheitspolizeilichen
  Ueberwachung,  bis  zur  Dauer  von  11  Tagen,  von  dem  Tage  der  Abfahrt  des  Schiffes
an  gerechnet,  zu  unterwerfen.  Das  Anlandgehen  der  Mannschaft  kann  während  der  Ueberwachungszeit
verhindert  werden,  soweit  es  nicht  zum  Zwecke  der  Abmusterung  geschieht,  oder  Gründe  des  Schiffsdienstes
entgegenstehen.  Den  Reisenden  ist  die  Fortsetzung  ihrer  Reise  zu  gestatten,  jedoch  hat  die  Hafenbehörde
unverzüglich  der  für  das  nächste  Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mitthellung  über  ihre  bevorstehende
Ankunft  zu  machen,  damit  sie  dort  der  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  unterworfen  werden  können.
        <pb n="505" />
        —  401  —

8  14d.

Gegenüber  sehr  stark  besetzten  Schiffen,  namentlich  gegenüber  solchen,  die  Auswanderer  oder  Rückwanderer
  befördern,  sowie  gegenüber  Schiffen,  die  besonders  ungünstige  gesundheitliche  Verhältnisse  aufweisen,
können  über  die  Grenzen  der  §§  14b  und  14c  hinausgehende  Maßregeln  von  der  Hafenbehörde
getroffen  werden.

§  14e.

Die  Ein=  und  Durchfuhr  von  Waaren  und  Gebrauchsgegenständen  aus  den  in  den  §§  14  bis  144
bezeichneten  Schiffen  unterliegt  nur  insoweit  einer  Beschränkung,  als  seitens  der  zuständigen  Behörden  besondere
  Bestimmungen  getroffen  werden.  Jedoch  sind  Gegenstände,  die  nach  Ansicht  des  beamteten  Arztes
als  mit  dem  Ansteckungsstoff  der  Pest  behaftet  zu  erachten  sind,  vor  der  Ein=  oder  Durchfuhr  zu  desinfiziren.

8  14f.

Will  ein  Schiff  in  den  Fällen  §§  14  a  bis  14  sich  den  ihm  auferlegten  Maßregeln  nicht  unterwerfen,
  so  steht  ihm  frei,  wieder  in  See  zu  gehen.  Es  konn  jedoch  die  Erlaubniß  erhalten,  unter  Anwendung
  der  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  (Isolirung  des  Schiffes,  der  Mannschaft  und  der  Reisenden,
Verhinderung  des  Auspumpens  des  Kielwassers  vor  erfolgter  Desinfektion,  Ersatz  des  an  Bord  befindlichen
Wasservorraths  durch  gutes  Trinkwasser  und  derglelchen)  seine  Waaren  zu  löschen  und  die  an  Bord  beksiesn
  Reisenden,  sofern  sich  diese  den  von  der  Hafenbehörde  getroffenen  Anordnungen  fügen,  an  Land
zu  setzen.  ·

Ziffer  4  des  den  Vorschriften  als  Anlage  beigegebenen  Fragebogens  hat  folgende  veränderte  Fassung
zu  erhalten:

Wo  hat  das  Schiff  seine  Ladung  eingenommen?

Woraus  besteht  die  Ladung?

Etnthält  sie  insbesondere  Lelbwäsche,  alte  und  getragene  Kleidungsstücke,  gebrauchtes  Bettzeug,
Teppiche,'  Menschenhaare,“  Hadern,  Lumpen,  ungegerbte  Häute“  und  Felle,  unbearbeitete  Haare#  und
Borsten,“  Wolle,  Klauen,“  Hufe.

Dar-es-Saläm,  den  3.  April  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:

(L.  S.)  (Gez.)  v.  Bennigsen.
.  Anlage  B.
Ergã  besti  zur  Desinfektionsar  mweisung  für  Seeschiffe,  welche  der

 

gesundheitspolizeilichen  Nontrole  beim  Anlaufen  eines  RKafens  des  deutsch  -  oftafrikanischen
  Schungebietes  unterliegen.

Der  Ueberschrift  „I.  Allgemeines“  vor  §  1  der  Dezinfektionsanweisung  ist  die  Bemerkung
„A.  Cholera  und  Gelbfieber“  voranzustellen.  Dem  §  20  ist  nachstehender  Abschnitt  hinzuzusügen:

B.  Pest.
I.  Allgemeines.

8  21.

Auf  allen  Schiffen  aus  einem  Hafen,  gegen  dessen  Herkünfte  wegen  der  Pestgefahr  die  gesundheitspolizeiliche
  Kontrole  angeordnet  ist,  sind  das  Gepäck  der  Reisenden  und  der  Mannschaft,  die  in  einem  solchen
Hafen  an  Bord  genommen  worden  sind,  ferner  das  Trink=  und  Gebrauchswasser,  das  Bilgewasser  und  der
aus  solchem  Hafen  stammende  Wasserballast  sowie  alle  Gegenstände,  die  nach  Ansicht  des  beamteten  Arztes
als  mit  dem  Austeckungsstoff  der  Pest  behaftet  zu  erachten  sind,  zu  desinfiziren.

.  8  22.
Sofern  vor  oder  bei  der  Ankunft  Pestfälle  an  Bord  vorgekommen  sind,  müssen  außerdem  alle
Wohnräume  und  Gegenstände  des  täglichen  Gebrauchs  an  Bord,  einschließlich  der  Kleider  und  des  Gepäcks
der  Reisenden  und  der  Mannschaft,  desinfizirt  werden.

8823.
Die  Aborte  auf  Schiffen  sind  meist  so  eingerichtet,  daß  die  Ausleerungen  unmittelbar  ins  Wasser
gelangen.  Auf  verseuchten  Schiffen  sind  diese  Klosets  für  die  Dauer  des  Aufenthalts  im  Hafen  zu  schließen
und  besondere  Eimerklosets  an  Bord  zu  verwenden,  deren  Inhalt  täglich  desinfizirt  werden  muß.

Hin  ichtlich  der  mit  #  bezeichneten  Waaren  braucht  eine  Beantworkung  nur  dann  zu  erfolgen,  wenn  die  gesundi


heitspolize  kant  Kontrole  wegen  Pestgefahr  stattfindet.
        <pb n="506" />
        —  402  —
II.  Desinfektionsmittel.

824
Als  Desinfektionsmittel  sind  zu  verwenden:

a)  Lösung  von  Karbolsäure.

Zur  Verwendung  kommt  die  sogenannte  „100  prozentige  Karbolsäure"  des  Handels,  welche  sich  im
Seifenwasser  vollständig  löst.  Man  bereitet  sich  die  unter  b  beschriebene  Lösung  von  Kaliseise.  In  20  Theile
dieser  noch  heißen  Lösung  wird  ein  Theil  Karbolsäure  unter  fortwährendem  Umrühren  gegossen.

Die  Lösung  ist  lange  Zeit  haltbar.

Soll  reine  Karbolsäure  (einmal  oder  wiederholt  destillirte)  verwendet  werden,  welche  erheblich
theurer,  aber  nicht  wirksamer  ist  als  die  sogenannte  „100  prozentige  Karbolsäure“,  so  ist  zur  Lösung  das
Seifenwasser  nicht  nöthig;  es  genügt  dann  einfaches  Wasser.

b)  Lösung  von  Kaliseife.

Drei  Theile  Kaliseise  (sogenannte  Schmierseife  oder  grüne  Seife  oder  schwarze  Seife)  werden  in

100  Theilen  heißem  Wasser  gelöst  (z.  B.  ½  kg  Seife  in  171  Wasser).
c)  Kalk  und  zwar:

1.  Kalkmilch.  Zur  Herstellung  derselben  wird  ein  Theil  zerkleinerter,  reiner  gebrannter  Kalk,
sogenannter  Fettkalk,  mit  vier  Theilen  Wasser  gemischt,  und  zwar  in  folgender  Welse:

Es  wird  von  dem  Wasser  etwa  drei  Viertel  in  das  zum  Mischen  bestimmte  Gefäß  gegossen  und
dann  der  Kalk  hineingelegt.  Nachdem  der  Kalk  das  Wasser  aufgesogen  hat  und  dabei  zu  Pulver  zerfallen
ist,  wird  er  mit  dem  übrigen  Wasser  zu  Kalkmilch  verrührt.  -

2.  Kalkbrühe,  welche  durch  Verdünnung  von  einem  Theil  Kalkmilch  und  neun  Thellen  Wasser
frisch  bereitet  wird.  #

d)  Chlorkalk.

Der  Chlorkalk  hat  nur  dann  eine  ausreichende,  desinfizirende  Wirkung,  wenn  er  frisch  bereitet
und  in  wohlverschlossenen  Gefäßen  aufbewahrt  ist;  er  muß  stark  nach  Chlor  riechen.  Er  darf  in  Mischung
von  1:1000  Theilen  Wasser  an  Stelle  von  Kalk  zur  Desinfektion  verwendet  werden.

ee)  Dampfapparate.

Als  geeignet  können  nur  solche  Apparate  und  Einrichtungen  angesehen  werden,  welche  von  Sachverständigen
  geprüft  sind.  Besonders  bei  den  improvisirten  Einrichtungen  auf  Dampfern,  wie  man  sie
häufig  sehr  zweckmäßig  durch  Benutzung  von  Badewannen  mit  Dampfzuleitung,  Badekammern,  Tanks,
Holzbottichen,  Baljen  und  dergleichen  herstellen  kann,  ist  es  nöthig,  daß  sie  von  Sachverständigen  erst  einmal
geprüft  werden  und  daß  bei  jeder  neuen  Desinfektion  genau  dieselbe  Anordnung  in  der  Dampfzuleitung
umd  Ausströmung,  derselbe  Dampfdruck  und  dieselbe  Dauer  der  Dampfeinwirkung  innegehalten  werden.

)  Siedehitze.

Auskochen  in  Wasser,  Salzwasser  oder  Lauge  ie  desinfizirend.  Die  Flüssigkelt  muß  die  Gegenstände
  vollständig  bedecken  und  mindestens  zehn  Minuten  lang  im  Sieden  gehalten  werden.

Unter  den  angeführten  Desinfektionsmitteln  ist  die  Auswahl  nach  Lage  der  Umstände  zu  treffen.

III.  Anwendung  der  Desinfektionsmittel  im  Einzelnen.

5.

1.  Alle  Absonderungen  und  Ausleerungen  der  Kranken  (Blut,  Eiter  und  andere  Wundabsonderungen,
  Erbrochenes,  Auswurf,  Nasenschleim,  Stuhlgang,  Urin)  sind  mit  einer  der  unter  §  24  a
beschriebenen  Lösungen  von  Karbolsäure  zu  desinfiziren.  Es  empfiehlt  sich,  solche  Absonderungen  und  Ausleerungen
  unmittelbar  in  Gefäßen  aufzufangen,  welche  die  Desinfektionsflüssigkeit  in  mindestens  gleicher
Menge  entfalten  und  sie  hierauf  mit  der  letzteren  gründlich  zu  verrühren.

Verbandgegenstände  sind  ebenfalls  unmittelbar  nach  dem  Gebrauch  in  solche  Gefäße  zu  legen,
so  daß  sie  von  der  Karbolsäurelösung  vollständig  bedeckt  sind.  Die  Gemische  sollen  mindestens  zwei  Stunden
stehen  blelben  und  dürfen  erst  dann  beseitigt  werden.

Schmutzwässer  sind  mit  der  im  §  24  2  beschriebenen  Kalkbrühe  in  gleicher  Menge  gründlich
zu  vermischen  und  dürfen  erst  zwei  Stunden  hierauf  abgelassen  werden.

2.  Hände  und  sonstige  Körpertheile  müssen  jedesmal,  wenn  sie  mit  infizirten  Dingen  (Absonderungen
  und  Ausleerungen  der  Kranken,  beschmutzter  Wäsche  rc.)  in  Berührung  gekommen  sind,  durch
gründliches  Waschen  mit  Karbolseifenlösung  desinfizirt  werden.

§5  26.

Bett=  und  Leibwäsche  sowie  Kleidungsstücke,  Teppiche  und  dergleichen  können  in  ein  Gefäß  mit
einer  im  §  24  a  bezeichneten  Lösungen  gesteckt  werden.  Die  Flüssigkeit  muß  in  den  Gefäßen  die  eingetauchten
  Gegenstände  vollständig  bedecken.  In  diesen  Flüssigkeiten  bleiben  die  Gegenstände  zwölf  Stunden.
Dann  werden  sie  mit  Wasser  gespült  und  weiter  gereinigt.  Das  dabei  ablaufende  Wasser  kann  als  unverdächtig
  behandelt  werden.
        <pb n="507" />
        —  403  —

8  27.
Wo  Dampfapparate  vorhanden  sind,  werden  Kleidungsstücke,  Wäsche,  Matratzen  und  Alles,  was
sich  zur  Dampfdesinfektion  eignet,  in  solchen  Apparaten  desinfizirt  (§  24  ).

28.

Alle  diese  zu  desinfizirenden  Gegensinde  sind  beim  Zusammenpacken,  und  bevor  sie  nach  den
Desinfeltionsanstalten  oder  Apparaten  geschafft  werden,  in  gut  schließenden  Gefäßen  und  Beuteln  zu  verwahren
  oder  in  Tücher,  welche  mit  einer  Karbolsäurelösung  angefeuchtet  sind,  einzuschlagen.

Wer  solche  Wäsche  2c.  vor  der  Desinfektion  angefaßt  hat,  muß  seine  Hände  in  der  im  §  25  unter
Nr.  2  angegebenen  Weise  desinfiziren.

29.

Zur  Desinfektion  von  infizirten  Schifariieni  dteiten,  insbesondere  des  Logis  der  Mannschaft,  der
Kajüte,  des  Zwischendecks  für  Reisende  nebst  den  in  denselben  befindlichen  Lagerstellen,  Geräthschaften  und
dergleichen  ist  eine  der  im  §  4  a  bezeichneten  Lösungen  anzuwenden.  Die  Decke,  die  Wände  und  der
Fußboden  der  bezeichneten  Räumlichkeiten  sowie  infizirte  Lagerstellen,  Geräthschaften  und  dergleichen  sind
zunächst  mit  Lappen,  welche  mit  einer  Lösung  der  genannten  Art  getränkt  sind,  gründlich  abzuwaschen.
Hierauf  sind  die  Räumlichkeiten  und  Geräthschaften  mit  einer  reichlichen  Menge  Wasser  zu  spülen  und  im
Anschluß  daran  die  Räumlichkeiten  einer  möglichst  gründlichen  Lüstung  zu  unterwerfen.  Der  Krankenraum,
insbesondere  die  durch  Ausleerungen  verunreinigten  Theile  desselben,  die  von  Kranken  benutzten  Geräthschaften
  und  dergleichen,  sind  bei  dieser  Desinfektion  ganz  besonders  zu  berücksichtigen.

Räumlichkeiten,  in  welchen  durch  die  Desinfektion  mit  Karbolsäure  Beschädigungen  verursacht  oder
durch  den  nach  solcher  Desinfektion  noch  längere  Zeit  haftenden  Karbolgeruch  erhebliche  Unannehmlichkeiten
entstehen  würden,  dürfen,  sofern  Kranke  darin  nicht  untergebracht  waren,  in  folgender  Weise  desinfizirt  werden:

.  1.  Die  nicht  mit  Oelfarbe  gestrichenen  Flächen  der  Wände  und  Fußböden  werden  mit  der  nach
5  24  1  bereiteten  Kalkmilch  angetüncht;  dieser  Anstrich  muß  nach  drei  Stunden  wiederholt  werden.

Vor  Ablauf  von  drei  Tagen  darf  der  Anstrich  nicht  wieder  abgescheuert  werden.

·  2.DiemitOelfarbegestrichenenFlächenderWäadeundFußbödenwerdenzwekbiödreinml
mit  heißer  Seifenlösung  (§  24b)  abgewaschen  und  später  frisch  gestrichen.

Wände  und  Fußböden,  welche  mit  polirten  Hölzern,  Tapeten,  Bildern  oder  Spiegeln  bekleidet

sind,  werden  mit  frischem  Brot  in  langen  Zügen  kräftig  abgerieben.  Die  Brotkrumen  und  Brotreste  sind
zu  verbrennen.

8  30.

Gegenstände  von  Leder,  Holz=  und  Metalltheile  von  Möbeln  sowie  ähnliche  Gegenstände  werden
sorgfältig  und  wiederholt  mit  Lappen  abgerieben,  die  mit  einer  der  im  §  24  a  bezeichneten  Lösungen  befeuchtet
  sind.  Die  gebrauchten  Lappen  sind  zu  verbrennen.

4  Pelzwerk  wird  auf  der  Haarseite  bis  auf  die  Haarwurzel  mit  einer  der  unter  §  24abezeichneten
Lösungen  durchweicht.  Nach  zwölfstündiger  Einwirkung  derselben  darf  es  ausgewaschen  und  weiter
Vereinigt  werden.  «

Plũsch-  und  ähnliche  Möbelbezüge  werden  nach  8  26  oder  27  desinfizirt,  oder  mit  einer  der  im
§  24a  bezeichneten  Lösungen  durchfeuchtet,  feucht  gebürstet  und  mehrere  Tage  hintereinander  an  Deck
ausgetrocknet,  gelüstet  und  dem  Sonnenlicht  ausgesetzt.

Gegenstände  von  geringem  Werth  (Inhalt  von  Strohsäcken  und  dergleichen)  sind  zu  verbrennen.

Ueber  Bord  dürfen  undesinfizirte  Gegenstände  nur  in  See  geworfen  werden.

8  31I.

Die  Aborte  werden  in  folgender  Weise  desinfizirt:  Etwaiger  Inhalt  der  Klosets  ist  mit  Karbolsäurelösung
  gründlich  zu  vermischen  und  darf  erst  nach  drei  Stunden,  während  welcher  Zeit  der  Abort  nicht
benutzt  worden  ist,  abgelassen  werden.  Das  Aufnahmebecken  sowie  das  Äbflußrohr  werden  demnächst  mit
einer  der  im  §  24  a  bezeichneten  Lösungen  übergossen.  Die  Wände  des  Klosetraumes,  Sitzbreit,  Fußboden
werden  mit  Karbolsäurelösung  gründlich  abgewaschen  und  nach  drei  Stunden  mit  Wasser  abgespült.

§5  32.
Soll  sich  die  Desinfektion  auch  auf  Personen  erstrecken,  so  ist  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  dieselben
ihren  ganzen  Körper  mit  grüner  Seife  abwaschen  und  ein  vollständiges  Bad  nehmen.  Kleider  und  Effekten
derselben  sind  nach  §  26  oder  27  zu  behandeln.

98  33.
Ettwa  an  Bord  befindliche  Lelchen  sind  bis  zu  der  möglichst  bald  vorzunehmenden  Bestatlung  ohne
vorherige  Reinigung  in  Tücher  einzuhüllen,  welche  mit  einer  im  §  24a  bezeichneten  Lösungen  getränkt
sind  und  mit  derselben  feucht  gehalten  werden.

34.
Die  Desinfektion  des  Bilgeraumes  mit  seinem  Inhalt  geschieht  durch  Kalkbrühe  (§  24  c  2)  in
folgender  Weise:
        <pb n="508" />
        —  404  —

1.  In  diejenigen  Theile  des  Bilgeraumes,  welche  leicht  durch  Abheben  der  Garnirungen  und  der
Flurplatten  zugängig  gemacht  werden  können  (Maschinen=  und  Kesselraum,  leere  Baderäume),  ist  Kalkbrühe
an  möglichst  vielen  Stellen  direkt  eimerweise  hineinzugießen.  Durch  Umrühren  mit  Besen  muß  die  Kalkbrühe
kräftig  mit  dem  Bilgewasser  vermischt  und  überall,  auch  an  die  Wände  des  Bilgeraumes,  angetüncht  werden.
«  Ueberall  da,  wo  der  Bilgeraum  nicht  frei  zugänglich  ist,  wird  durch  die  auf  allen  Schiffen  vorhandenen,
  von  Deck  hinunterführenden  Pumpen  (Nothpumpen)  und  Peilrohre  so  viel  Kallbrühe  hineingegossen,
  bis  sie  den  Bilgeraum,  ohne  die  Ladung  zu  berühren,  anfüllt.  Nach  zwölf  Stunden  kann  die
Bilge  wieder  gelenzt  werden.

Im  Einzelnen  wird  folgendermaßen  verfahren:

à)  Der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  gemessen;

b)  100  bis  200  1  Kalkbrühe  —  je  nach  der  Größe  des  Schiffes  bezw.  der  einzelnen  Abtheilungen
  —  werden  eingefüllt;

c)  der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  wieder  gemessen.

Zeigt  sich  jetzt  schon  ein  erhebliches  Ansteigen  des  Wasserstandes,  so  ist  anzunehmen,  daß  sich
irgendwo  die  Verbindungslöcher  der  einzelnen  Abschnitte  des  Bilgeraumes  verstopft  haben,  so  daß  keine
freie  Cirkulation  des  Wassers  stattfindet.  In  solchen  Fällen  muß  wegen  der  Gefahr  des  Ueberlaufens  der
Kalkbrühe  und  der  dadurch  bedingten  Beschädigung  der  Ladung  das  Einfüllen  unterbrochen  werden;  die
Desinfektion  des  Bilgeraumes  kann  dann  erst  bei  leerem  Schiff  stattfinden.

d)  Steigt  das  Wasser  nur  langsam,  so  ist,  während  von  Zeit  zu  Zeit  der  Wasserstand  gemessen
wird,  so  viel  Kalkbrühe  einzufüllen,  als  der  Bilgeraum  ohne  Schaden  für  die  Ladung  aufnehmen  kann.
Hierbei  müssen  die  Schiffszeichnungen  und  die  Angaben  des  Schiffers  berücksichtigt  werden.

Als  Anhaltspunkt  diene,  daß  bei  Holzschiffen  40  bis  60  1  Kalkbrühe  auf  1  m  Schiffslänge
erforderlich  sind,  bei  eisernen  Schiffen  60  bis  120  1  auf  1  m  Schiffslänge,  dagegen  bei  Schiffen  mit
Doppelboden,  Brunnen  und  Rinnstein  im  Ganzen  20  bis  80  bis  100  chm.

Auf  manchen  Schiffen  sind  Rohrleitungen  vorhanden,  welche  nicht  wie  die  Pumpen  und  Peilrohre
in  die  hintersten,  tiefsten  Theile  des  Schiffsbodens  bezw.  der  einzelnen  Abtheilungen,  sondern  in  die  vorderen,
  höher  gelegenen  Theile  desselben  führen.  Diese  sind  dann  vorzugsweise  zu  benutzen,  weil  dadurch
die  Vermischung  des  Desinfektionsmittels  mit  dem  Bilgewasser  erleichtert  und  besser  gesichert  wird.

Auf  Schiffen  mit  getrennten  Abtheilungen  muß  jede  Abtheilung  für  sich  in  der  angegebenen  Weise
behandelt  werden.

§5  35.

Die  Desinfektion  des  Ballastwassers  wird  mit  Kalkmilch  (§  24  1)  ausgeführt,  welche  in  solchen
Mengen  zuzusetzen  ist,  daß  das  Ballastwasser  zwei  Theile  Kalk  in  1000  Theilen  Wasser  enthält.  Die
zugesetzte  Kalkmilch  muß  innigst  mit  dem  Wasser  vermischt,  daher  während  einer  Stunde  umgerührt  werden.
Nach  einstündiger  derartiger  Einwirkung  der  Kalkmilch  kann  das  Ballastwasser  ausgepumpt  werden.

Sind  die  Tanks  im  Doppelboden  des  Schiffes,  so  wird  es  sich  in  der  Regel  empfehlen,  das
Ballastwasser  aus  diesen  Tanks  nach  und  nach  in  den  Maschinenbilgeraum  überpumpen  zu  lassen  und  hier
mit  Kalkmilch  zu  mischen.  «

·  Handelt  es  sich  um  stehende  Tanks  in  den  Laderäumen,  so  kann  man  unter  Umständen  die  Kalkmilch
  direkt  in  die  Tanks  hineinschütten  und  kräftig  umrühren  lassen.  Zu  diesen  Maßnahmen  ist  in  jedem
Falle  der  technische  Beirath  des  Schiffsmaschinisten  einzuholen.  ·

§36-  .  .

Trink=  und  Gebrauchswasser  an  Bord  kann  ebenfalls  durch  Versetzen  mit  Kalkmilch  in  der  Menge,
daß  auf  1000  Theile  Wasser  10  Theile  Kalk  kommen,  bei  einstündiger  Elnwirkung  desselben  desinfizirt
werden.  Unter  Umständen  kann  Trinkwasser  auch  durch  Hitze  desinfizirt  werden,  indem  man  Dampf
genügend  lange  in  die  Tanks  einleitet  (Klingelthermometer).

Nunderlaß  an  sämmtliche  Dienststellen  in  Dar-es-Salam,  Bezirksämter  und
Bezirksnebenämter  sowie  Hauptzollämter  und  Zollämter  1.  und  2.  Klasse.

Zur  Verhütung  der  Einschleppung  der  Pest  wird  Folgendes  verordnet:

§  1.
Die  Einfuhr  nachbenannter  Gegenstände  zur  See  aus  Persien,  dem  Festlande  Vorderindiens,
Formosa,  Hongkong,  Makao  und  China  südlich  des  30.  Breitengrades  ist  bis  auf  Welteres  verboten:
Leibwäsche,  alte  getragene  Kleidungsstücke,  gebrauchtes  Bettzeug,  Hadern  und  Lumpen  jeder  Anrt,
Teppihe  Menschenhaare,  ungegerbte  Felle  und  Häute,  unbearbeitete  Haare  und  Borsten,  Wolle,  Klauen
und  Hufe.
        <pb n="509" />
        —  405  —

§  2.
Auf  Leibwäsche,  Kleidungsstücke,  Bettzeug  und  Teppiche,  welche  Reisende  zu  ihrem  Gebrauch  mit
sich  führen,  oder  welche  als  Umzugsgut  eingeführt  werden,  findet  das  Verbot  des  §  1  keine  Anwendung.
Jedoch  kann  die  Gestattung  der  Einfuhr  derselben  von  einer  vorherigen  Desinfektion  abhängig  gemacht  werden.

Diese  Verordnung  tritt  sofort  in  Kraft.
Dar-es-Saläm,  den  3.  April  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

 

Nachweifung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  März  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3225  Mk.)

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag.]  Neben-  3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr#gabe  Cebühren  (unnahmen  nsgesammt

Rp.  P.]  Rp.  (P.]  ARp.  P.]  Rp.  /W.]  Rp.  (P.]  Rp.  B.  S  Ml.  Pf.
Tanga  1068  1445  154  —  83  2  63  361  11405  04  =  15083|11
Panggni  1588  244  091  53—  10  116  5114-1133120
Bagamooo  14448/58112767  52  34  —  17  94  4927362  3  =  3618760
Dar-zes-Saln  1967  45  15731  03  64—  117  16  76  50)2
Kilwa  -«—.....  5635—  444960307  21123334442291144
Mikindnanai  331762  636907  67—  6  48  238  44  =  132247
Zusammen!  28021144  6  63.11  46  91796  47  —12140120

37051  Mk.73966  Mk.]  897  Mk.9199  Mr.80  Mk.

77  Pf.  10  Pf.  98  Pf.  31  Pf.  04  Pf.

 

 

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  März  1897  betrug  2665  768  Rup.  —  361  478  Ml.  —  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  März  1897  betrug  574  213  Rup.  —  759  397  Mk.  —  Pf.

Im  Monat  April  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,312  Mk.)

 

Zölle  für  Schiffahrts.  Holzschlag=  Neben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  s  Gebũhren  Einnahmen
KRp.  P.Kp.  B.  p.  V.  Rp  P.  Rp.  B.  Rp.  P.  —  Mk.  Af.

Insgesammt

 

 

 

Tangngaga  464337573  24  56—  28  33  60143  27  =  1068362
Pangin  4550  044  43—  17  06  77  58  11592  21  =  1520870
Bagamopo  11768  5516917  61  17—  810  2Q  592987  54  =  3803225
Dar##es-Salen  19563—  j15893  43  54—  8452  523  3118508  62  =  24288  81
Kilmwm  96455779520  35  96—  5998  57/1729  32  26990  53  —  35412|19
Mikindinanan  7926  44  311—  59  27  413|25

 

 

 

 

Zusammen36304  (031167112  (4542481  |16  130|14154  148275
——.  –  .

47630  Mk.88052  Mk.389  Mk.8226  Mk.]396  Mk.
85  Pf.  26  Pf.  66  Pf.  24  Pf.  67  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  April  1897  betrug  343  454  Rup.  —  460  611  Mt.  65  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  April  1897  betrug  670  768  Rup.  =  880  047  Mk.  62  Pf.

 

 

 

 

 

 

 

Der  Gouvernementskurs  der  Rupie  ist  für  den  Monat  Juni  auf  1,26  Mark  festgesetzt.
        <pb n="510" />
        —  406  —

Ernennung  von  Beisitzern  für  die  Keiserlich=  n  Seriche  des  Schutzgebietes  Deutsch-Söüdwestafrika
  für  das  Jahr  1
Beisitzer  des  Gerichts  erster  Instanz  für  “  #enseh#n.
a.  Otyimbingwe.

.  O.  Glöditzsch,  Wagenbauer  in  Otyimbingwe,  sächsisher  Sthatsangehöriger,
.  E.  Hälbich,  Kaufmann

.—

St  tellvertreter.
.  B.  Kronewitter,  Gastwirth  in  Otyimblngwe,  preußischer  Staatsangehöriger,
.  W.  Suntheim,  Kaufmann  -—

b.  Omaruru.
.  E.  Thilo,  Kaufmann  in  Omaruru,  preußischer  Staatsangehöriger,
.  F.  Muthmann,  Kaufmann  in  Omarurn,  -

Stellvertreter:
Habermann,  Kaufmann  in  Omaruru,  preußischer  Staatsangehöriger,
Schult,  -  -

Ni-«  WI-Ph-




C.
Z.  éwakopmund.
1.  F.  Wocke,  Kaufmann  in  n  Swakopmund,  9  Staatsangchöriger,
2.  O.  Erhardt,  reußischer
Stellvertreber:

1.  Zahler  Kaufmann  in  Swakopmund,  preußischer  Staatsangehöriger,
2.  H.  Denker,  -  bremischer

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  Schutzgebietes
  Deutsch-Südwestafrika  während  des  Geschäftsjahres  1896.
Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kaiserliches  Gericht  für  den  Nordbezirk  (Windhoek).
Aus  Davon
5r  1.  8  PJ
Es  waren  anhängic#:  6s  2  53  22#200.
Ezeis
——.  ANt
A.  Bür-  erliche  1  leiten,  und  zwar
Seol  e,  —*  ".  rkunden-,  Ehe  nd  Entmündigungsprozesse  17  89  106  73  18  15
ge  Re  achssoch  *  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangs-Firn
  Mahnsachen,  Protestsachen,  Sühnesachen  und
Aufgeb  .  s  88  91  85  6  —
Von  .  e  zu  1  und  2  gttrten  zur  Bistandiatei
des  ilr  Gerichts  ..  .  11  40  51  32  10  9
des  Kaiserlichen  Richters  ...........  9  137  14626  14  6
B.  Kon  zulsschren.  .—  1  1  1.—  —
O.  Strafsachen,  und  zwa
1.  Sachen,  in  wel  Fr  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  1  2  2  1  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  ..  11  30  41  26  8  8
3.  Sachen,  in  welchen  das  Hauptverfahren  nicht  eingeleitet  ist.  2  5  7—  —
4.  Sachen,  in  welchen  das  Vrrfahren  nach  Eröffnung  des  "  Dauptverfahrens
  eingestellt  wurd  1  4  5  5—  —
5.  Sachen,  welche  dem  Mllltheericht  überwiesen  si  ind  —  2  2  2—  —
6.  Sachen,  in  welchen  das  Hauptverfahren  noch  richi  ***  u  1  u
In  den  on  an  1  sinden  daupiverhandiunzen  sat
a)  ohne  ..  .  .  5  14  12  2  —
b)  mit.  ai  4  13  17  13  4  —
D.  Sachen  der  ni  e  Geric  *  und  owar:
1.  Vormundschaften  und  Pflegsch  1  —  1  —  111—
2.  Nachlaßregulirungen  4  12  —  9  3
3.  Aufnahme  von  erträgen  und  Boĩlmachien  —  10  10  10  —  —
4.  Oeffentliche  Verkäufe  10  10  9  1  —
5.  Nesseahmen  lettwille  Verfügungen.  —  1  1  1  —  —
6.  Sonstige  Handlungen,  Feslaudigungen,  Audlelins  von  Attesten  -.  25  25  25—  —
k.  Verhandlungen  und  Entscheidungen  auf  Grund  der  Kaiserlichen
Verordnung  vom  2.  Apri  1866  ge  end  *  Aufgebot  von  Land-Ssrichen
  im.  zuw  Schutzgebi  —  —  —  —  —  —
Bei  Streitigleiten  zwischen  Weißen  und  Pw  wirde  versndelt
  bezw.  die  aeinelelung  des  Gerichts  an  zufen  10  16  26  7  15  4
G.  Auswärtige  Gerichtstage  fanden  statt:  in  Nepoleeh  |
        <pb n="511" />
        —  407  —

Kaiserliches  Gericht  für  den  Südbezirk  (Keetmanshoop).

 

Es  waren  anhängig:

 

richtsjahre

dem  Be-S


*5

 

zusammen
wurden
erledigt

blieben
unerledigt

 

O  bo

.  Bürgerlrche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:

1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Versügungen,  Zwangsvolstreckungen,
  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Au5  ...

Von  den  Sechen  zu  1  und  2  geb  örten  dur.  E  lusdenn
a)  der  .
b)  der  di.  ..
Konkurssachen
Strasachen,  und  zwa
1.  Sachen,  in  we  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Pure  statt
a)  ohne  Beisitzer  ...
bnnthyrn
3BeschwerdengegenEntfchetdungendespktchterö
Hachen  de  der  nichtstreitigen  Geri  töherkei,  und  awar.
kunschaßen  und  Vsles  shate
5  abelenge  en  *!•mv•
4.  Sonstige  Hanblutge  en  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
Ausstellung  von  Attesten  und  Bescheinigungen,  Aufnahme  von  Verträgen)

 

Kaiserliches  Gericht  für  den  Westbezirk  (Otvimbingwe).

 

dor

—  Sli#e  #

 

 

—
—.—
[  l

llw

anlegen-Hodedel-—-




 

 

Es  waren  anhängig:

A

Fx

“
2
S
*

 

früheren
Jahren

dem  Berichtsjahr



 

zusammen
wurden
erledigt
blieben
sunerledigt

 

*

Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschließlich  der  uUrkunden-,  Ehe=  und  Entmöndigungöprogesse
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Versücungen,  Zwangsvo
Airechin  enge  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  u.  s.  w
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Bustandigteit
3  des  Richters  «
b)  des  Gerichts
Konkurssachen
Strassachen,  und  3
1.  Sgchen,  in  wescher-  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  w  .
3.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  nicht  heinzuleiten  war
In  den  Schen  ne  sanden  Lauptverhandlungen  statt.
ohne  B
b)  mit  Sedlpter
4.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  ves  Aichters
Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:
1.  Kachlaßregulirungen  .
2.  Aufnahme  von  Verträgen  und  Vollmachten  ..  .
3.  Oeffentliche  Verkäufe
4.  Sonstige  Handlungen,  Bepinubigungen  ässteung“  von  m  Mn  ind
Bescheinigungen  verschiedener  A
5.  Eintragungen  in  die  Handelsregister  "
Verhandlungen  und  Entscheidungen  auf  Grund  der  Nuiserlichen  Verordnung
vom  2.  April  1893,  ketessend.  #  von  Landansprüchen  im  subwest
afrikanischen  Schutzgebi  iete

 

Bei  Streitigkeiten  zwischen  Weißen  und  engber  wurde  in  vier  Fällen  gerichtlich  verh
angeru

mittelung  des  Ger  en.
Auswärtige  eeri  wurden  keine  abgehalten.

E

 

#

S#odr

lel

 

 

*
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ol  v"omt  1I
1  eo  11
I  weal  111

co
111—
11

.

 

 

andelt  bezw.  die  Ver-
        <pb n="512" />
        —  408  —

Gerichtsbarkeit  zweiter  Instanz.
Obergericht  in  Windhoek.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
22  S  —  ES
Es  waren  anhängig:  53  5  l
ereE
2222
A.  Bürgerliche  Nechtsstreiti  beiten,  und  zwar:
Fr  Frl  heP  6  .......  .  —  2  2  —  2
b  Be  kesen  .  ...............  —  —
B.  Beschwerden  in  onissachen  ..........  ».....  —  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar
a)  Leufunge  ..........  .  2  1  3  3  —
b)  Beschwe  ......  2  1  3  2  1
D.  Beschwerden  in  on  der  nichtstreitigen  öerichisbarleit.  ......  —  —  —  —  —

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiet  der  Marshall-Inseln
während  des  Geschäftsjahres  1896.
Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
Es  bängig:  #s
waren  anhängig:  9  .  2
E  sesS  2
22  4  5  —
A.  Bürgerliche  Rechtastreitigkeiten  ...  ..  ..·..  —  —  —
B.  Konkurssachen  .  ...-...........  —  —  —  —
C.  Stra  hachen  und  zwar:
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war...  —  4  4  4  —
2.  S  a  en,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war..  ...  —  —  —  —  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Haupwerhandlungen  statt:
5  ohne  eüe  .  —  —  —  —
3.  t  6bn  ened  en  des  Nichters.  ...-....  —  —  —  —  —
D.  Sachen  treitigen  Gerichts  Errteir  und  war.
!5  1  y  und  Megschaf  fsten  4  2  6  2  4
.  Erbt  —  —  —  —  —
3.  Eintragungen  und  goschungen  im  Grundbu  uch  —  2  2  2  —
4.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  wEeiaubigungen
3  estamentserrigtungen.  vorläufige  erwahrungen  u.  s.  w.  J.  —  57  57  57  —
E.  Eingeborenen-Gericht:
1.  Bür  erliche  Mechstreidlgreien  —  —  —  —  —
2.  Konkurssachen  —  —  —  —  —
3.n  Steafachen  eimschezi  der  im  Verwaltingdwege  verhängien  7-"
  n  Beisitzer  —  11  11  11
t  Beisitzern  (  —  1  1  1  —
4.  Flokte  Gericsbarkeit  )  —  4  4  4  —

 

 

 

 

 

 

Personalien.

Der  Sekondlieutenant  Dominik  à  la  suite  des  Grenadier-Regiments  Prinz  Carl  von  Preußen
(2.  Brandenburgischen)  Nr.  12  ist  unter  Belassung  in  dem  Kommando  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen
Amt  und  Versetzung  zum  Grenadier-Regiment  König  Friedrich  II.  (3.  Ostpreußischen)  Nr.  4  à  la  suite
desselben  zum  Premierlieutenant  mit  Patent  vom  1.  Juni  d.  Is.  befördert  worden.
        <pb n="513" />
        409

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.

Am  13.  Juni  verschied  nach  längerem  Leiden  im
Alter  von  40  Jahren  der  vortragende  Rath  im  Auswärtigen
  Amt,  Wirkliche  Legationsrath  Sonnenschein.
Der  Verstorbene  trat  nach  bestandener  großer  juristischer
  Staatsprüfung  1885  in  das  Auswärtige  Amt
ein  und  wurde  1886  als  Vizekonsul  nach  Apia  und
1888  als  Kommissar  nach  den  Marshall-Inseln  entsandt.
  1890  in  das  Auswärtige  Amt  zurückberufen,
wurde  ihm  im  Februar  1891  die  Stelle  eines  ständigen
  Hülfsarbeiters  im  Auswärtigen  Amt  und  im
Mai  desselben  Jahres  der  Charakter  als  Legationsrath
  verliehen.  Kurz  darauf  erfolgte  seine  Ernennung
zum  Oberrichter  bei  dem  Gonvernement  für  Deutsch-Ostafrika
  und  im  April  1894  seine  Beförderung  zum
Wirklichen  Legationsrath  und  vortragenden  Rath  im
Auswärtigen  Amt.

In  selner  zwölfiährigen  Thätigkeit  im  Dienste
des  Auswärtigen  Amts  hat  sich  der  so  früh  Heimgegangene
  sowohl  im  Inlande  wie  im  Auslande  durch
stete  Pflichttreue  und  Gewissenhaftigkeit  sowie  gute
Leistungen  wohl  bewährt.  Als  vortragender  Rath,
wie  vorher  als  ständiger  Hülfsarbeiter,  gehörte  er
der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  an,
wo  er  infolge  seiner  in  der  Südsee  und  in  Ostafrika
gesammelten  Erfahrungen  ersprießliche  Dienste  geleistet

at.  Ein  ehrendes  Andenken  wird  ihm  im  Auswärtigen
  Amt  stets  bewahrt  bleiben.

 

 

Machrichten

Deutsch-stafrika.

Nach  einer  telegraphischen  Anzeige  des  Postamts
in  Dar-es-Saläm  ist  der  Postsekretär  Amram  in
Pangani  am  17.  Juni,  als  er  in  einem  Boote  zur
Abholung  der  Postladung  an  Bord  des  Dampfers
„Wissmann“"  fahren  wollte,  durch  Kentern  des  Bootes
in  starker  Brandung  ertrunken.  Als  Ersatz  ist
der  Postpraktikant  Felix  Ortlepp  aus  Berlin  bestimmt
  worden,  der  die  Ausreise  am  7.  Juli  mit  dem
Dampfer  der  deutschen  Ostafrika-Linie  von  Neapel
aus  antreten  wird.

Ramerun.

Der  als  Vorsteher  des  Kaiserlichen  Postamts  in
Kamerun  beschäftigte  Postsekretär  Schmidt  ist  aus
Gesundheitsrücksichten  von  seinem  Posten  abgelöst
worden  und  wird  durch  den  Postpraktikanten  Heinrich
Völker  aus  Mannheim  ersetzt  werden.

 

Der  Direktor  des  botanischen  Gartens  in  Kamerun
Dr.  Preuß  ist  mit  Urlaub  in  Berlin  eingetroffen.

Cogo.

Der  als  Ersatz  für  den  verstorbenen  Zollassistenten
Joop  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  überwiesene
  Hauptsteueramtsassistent  Schlapoczek  hat
die  Reise  nach  dem  Schutzgebiet  angetreten.

Der  Lehrer  Lederbogen  ist  am  1.  April  in
Klein-Popo  eingetroffen  und  durch  den  Lehrer
Walter  in  die  Dienstgeschäfte  eingeführt  worden.

 

aus  den  deulschken  Schuhgebietken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deufsch-Plkafrika.

Bericht  des  Raiserlichen  Gouverneurs  über  eine
Inspektionsreise.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  für  Ostafrika  Oberst
Liebert  hat  inzwischen  Gelegenheit  gehabt,  auch  die
südliche  Küste  des  Schutzgebietes  zu  besuchen.  Seinem
Berichte  über  diese  Inspektionsreise  entnehmen  wir
Folgendes:

Die  im  äußersten  Süden  gelegene  Kiongabucht
hat  die  Hoffnungen,  die  man  in  handelspolitischer
Beziehung  auf  sie  setzte,  nicht  erfüllt.  Die  Einfuhr
aus  dem  benachbarten  portuglesischen  Gebiet  geht
nicht  nach  Kionga,  sondern  über  den  mittleren  Rovuma,
  wo  sie  sich  nach  Mikindani  und  Lindi  verzweigt.
  Dazu  beitragen  mag  die  ungünstige  Lage
des  Ortes  Kionga;  selbst  kleine  Schiffe  müssen  weit  1
draußen  vor  Anker  gehen,  was  um  so  unangenehmer

 

ist,  als  hier  meist  eine  ziemlich  kräftige  See  einsteht.
So  bewegt  sich  denn  der  Umsatz  hier  in  sehr  bescheidenen
  Grenzen.

Der  Rovuma,  dessen  Wassermassen  das  Meer
weithin  gelb  färben,  könnte  für  das  Land  von  einschneidender
  Bedeutung  sein,  als  natürlichste  Verbindung
  mit  dem  Nyassagebiet.  Bekanntlich  ist  er
mit  Bänken  und  Riffen  leider  dermaßen  durchsetzt,
daß,  selost  wenn  die  durchschnittliche  Tiefe  erheblicher
  wäre,  jede  Schifffahrt  ausgeschlossen  wäre.
Nördlich  folgt  nunmehr  eine  Reihe  von  Buchten,
die  als  ganz  vorzügliche  Häfen  gelten  dürfen.
Allerdings  verliert  die  Mnazibai,  welche  auf  den
Karten  so  außerordentlich  groß  erscheint,  bei  näherer
Prüfung  an  Bedeutung,  da  sie  zahlreiche  flache
Stellen  und  recht  schwierige  Landungsverhälknisse
zeigt.  Ortschaften  sind  am  Ufer  kaum  zu  entdecken.
Vorzüglich  dagegen  ist  die  Mto-Mtwara  genannte
        <pb n="514" />
        Bai,  eine  abgeschlossene,  geräumige  und  tiefe  Nebenbucht
  an  der  linken  Seite  des  Außenhafens  von
Milindani.  6

Das  Städtchen  Mikindani,  welches  zwar  60  Steinhäuser,
  aber  doch  nur  800  Einwohner  zählt,  liegt  an
einer  kreisrunden  Bucht,  welche  durch  einen  engen
und  gewundenen  Kanal  mit  der  großen,  offenen
Außenbucht  in  Verbindung  steht.  Dichte  Annäherung
an  die  Küste  ist  auch  hier  nur  kleinen  Schiffen
möglich.  Der  Ort  ist  von  Bedeutung  als  Sißtz  des
südlichsten  Bezirksamtes,  dessen  Verlegung  von  Lindi
im  Januar  1896  erfolgte  mit  Rücksicht  auf  die
größere  Nähe  der  portugiesischen  Grenze  und  der
Rovumadistrikte,  welche  in  letzter  Zeit  vielfach  Gegenstand
  bergmännischer  Unternehmungen  waren.  Auch
zur  Zeit  meines  Besuches  rüstete  sich  hier  ein  südafrikanischer
  Prospektor,  Herr  Schulz,  zu  einer
Erforschungsreise.  Eine  andere  Quelle  wirthschaftlicher
  Bedentung  verspricht  für  Mikindani  die  Perlsischerei
  zu  werden.  Von  mehreren  Seiten  sind
Verträge  geschlossen,  welche  auf  eine  rationelle  Ausnutung
  des  bisher  nur  mit  primitiven  Mitteln  seitens
der  Eingeborenen  abgesuchten  Fischgebietes  abzielen.
Seitens  eines  deutschen  Unternehmers  wird  sogar
die  Herausschaffung  eines  mittleren  Dampfbootes  für
diesen  Betrieb  geplant.

Von  untergeordneter  Bedeutung  ist  dagegen  der
Handel,  der  sich  im  Wesentlichen  auf  Gummi  beschränkt.


Das  weiter  nördlich  gelegene  Sudi  war  seit  jeher
ein  von  den  Eingeborenen  bevorzugter  Handelsplatz.

Dem  regen  Verkehr  des  Marktfleckens,  des  natürlichen
  Ausfuhrhafens  für  das  Machembagebiet,  kommt
es  zu  statten,  daß  an  dem  oberen  Ende  des  Krieks
eine  sehr  leistungsfähige  Werft  für  einheimische  Segler
gelegen  ist.

Kaum  weniger  malerisch  als  Mikindani  ist  Lindi
an  der  Mündungsbucht  des  Lukuledi  gelegen.  Dadurch
  ist  die  Verbindung  mit  dem  Hinterland  gegeben.
  Lindi  zählt  2000  Einwohner,  die  Deutsch-Ostafrikanische
  Gesellschaft  treibt  am  Platze  einen
schwunghaften  Handel  mit  Gummi  und  Wachs.  Der
Stadt  gegenüber,  auf  den  südlichen  Hängen  des
Stromufers,  liegt  eine  Pflanzung  des  Herrn  Perrot,
deren  Größe  auf  1500  ha  angegeben  wird.  Auf
dem  urbar  gemachten  Stück  sollen  10  000  Liberiakaffeebäume
  ausgesetzt  sein  und  ebenso  viel  in  den
Samenbeeten  stehen.  Auch  sollen  außer  vielen  anderen
Versuchspflanzen  3000  Kapockbäume  gedeihen.

urz  vor  meiner  Ankunft  waren  beunruhigende
Nachrichten  über  das  Auftreten  von  Magwangwarahorden
  am  mittleren  Rovuma  ausgetreten.  Die
Häuptlinge  selbst  halten  zwar  fest  an  dem  Gehorsam
gegen  das  Gouvernement,  aber  alljährlich  zieht  die
Schaar  der  jungen  Krieger,  welche  sich  zu  verheirathen
  gedenken,  nach  alter  Sulusitte  aus,  um  durch
Raub  und  Plünderung  sich  den  Grundstock  des  zur
Helrath  erforderlichen  Vermögens  —  besonders  Vieh
—  bequem  und  kostenlos  zu  erwerben.  Es  sind

410

 

Beispiele  vorhanden,  daß  Häuptlinge  diesen  jungen
Leuten  nachgelaufen  sind,  um  sie  mit  Knüppeln  an
ihre  Pflichten  gegen  den  Bana  mkubwa  zu  mahnen.
Aber  nicht  immer  vermögen  sie  sie  zur  Umkehr  zu
bewegen.

So  sind  diese  Kriegerhaufen  der  Schrecken  der
friedlichen  Nachbarn  und  der  Missionen.  Es  stand
zu  befürchten,  daß  die  angesessene  Bevölkerung  die
Felder  nicht  bestellt,  sondern  auch  in  diesem  Jahre
wie  früher  in  die  Berge  flüchtet.  Ich  habe  daher
die  in  Lindi  stehende  8.  Kompagnie  unter  Premierlieutenant
  Engelhardt  in  die  bedrohten  Gebiete
marschiren  lassen,  um  dort  ein  Lager  zu  beziehen.
Die  Kompagnie  hat  den  Auftrag,  im  eigentlichen
Sinne  des  Wortes  als  „Schutztruppe“  für  die  friedliche
  Bevölkerung  zu  dienen.

Kreisrund  wie  Mikindani  ist  die  Mchingabai,
nur  ist  die  Oeffnung  breiter,  so  daß  zeitweise  eine
nicht  gefährliche,  aber  doch  unangenehme  Brandung
hineinsteht;  die  geräumige  und  tiefe  Bucht  ist  fast
ringsum  von  Niederlassungen  eingerahmt  und  von
waldigen  Höhenzügen  umschlossen.  Unter  der  Gunst
dieser  Verhältnisse  liegt  die  Bevölkerung  auch  hier
eifrig  dem  Schiffbau  ob.

Zur  Zeit  untersucht  Bergassessor  Bornhardt
die  Fundstellen  der  Umgebung  auf  abbauwürdige
Kohlen.  Sollte  das  Ergebniß  den  Erwartungen
entsprechen,  so  würde  es  sich  fragen,  ob  nicht  die
Mchingabai  als  Ausfuhrhafen  vor  Lindi  den  Vorzug
verdient.

Kißwere  zeigt  bereits  den  Charakter  der  betriebsamen,
  politisch  mitlebenden  nördlicheren  Küstenbevölkerung.
  Die  Bucht  theilt  sich  vor  den  Augen
des  einfahrenden  Schiffers  in  zwei  weit  auslaufende
Zipfel,  zwischen  denen  sich  eine  gelbe  Steinwand,
wie  eine  vorspringende  Bastion  trotig  in  die  See
hinausschiebt.  An  dem  südlichen  Zipfel  liegt  das
von  Hassan  bin  Omari  abgebrannte  alte  Kißwere.
Die  Bevölkerung,  welche  in  die  Sklaverei  geschleppt
wurde,  ist  nach  Vernichtung  des  Rebellen  theilweise
zurückgekehrt,  hat  sich  aber  nunmehr  in  dem  am  Ende
des  Nordzipfels  gelegenen  Mtumbo  angesiedelt.

Miumbo  gilt  für  wohlhabend.  Dafür  spricht
auch,  daß  einige  Inder  dort  ihrem  Erwerbe  nachgehen
  können.  Das  Kulturelement  ist  der  dort
stationirte  goanesische  Zollbeamte  mit  selner  Familie.
Mit  einfachen  Mitteln,  aber  viel  Geschmack  und
Thatkraft  liegt  er  neben  seinen  Berufsgeschäften  seiner
Neigung  ob,  die  sich  auf  Verschönerung  des  Fleckens
erstreckt.  Gartenanlagen,  in  denen  er  als  einziger
Christ  des  Ortes  sogar  einen  Obelisk  mit  krönendem
Krenze  errichtet  hat,  umgeben  das  Zollhaus  und  den
von  der  wohlhabenden  Bevölkerung  aus  eigenen
Mitteln  erbauten  geräumigen  Schuppen.

Dagegen  hat  Kilwa-Kisiwani  die  geringe  handelspolitische
  Bedeutung,  die  es  besessen  hat,  zu  Gunsten
der  Nachbarhäfen  immer  mehr  eingebüßt,  so  daß  das
Nebenzollamt  nicht  mehr  besetzt  ist.  Dafür  besitzt  es
mit  seinen  Ruinenstädten  das  oft  genug  hervorgehobene
        <pb n="515" />
        Interesse  für  die  Geschichte  des  Landes.  Der  vielverzweigte,
  oft  gewundene  und  tief  einschneidende
Hafen  bietet  bei  seinen  günstigen  Tiefenverhälknissen
auch  für  große  Schiffe  Schutz  und  Zuflucht  in  reichem
Maße.  Die  auf  der  Insel  zerstreut  liegenden  Geschützrohre
  aus  vergangenen  Zeiten  lasse  ich  sammeln,
um  sie  in  Dar-es-Saläm  gelegentlich  zu  einem  architeklonischen
  Aufbau  zu  vereinigen.

Kilwa-Kiwindje,  der  Größe  nach  die  drikte  Stadt
der  Kolonie  mit  10  000  Einwohnern,  entwickelt  sich
trotz  seiner  offenen  flachen  Rhede  immer  mehr  in
seinen  Verkehrs=  und  Handelsverhältnissen.  Eine
belebte  Handelsstraße  über  Donde  und  Songea  nach
dem  Nyassasee  vermitkelt  den  Verkehr  mit  dem  weiteren
  Hinterland.  Wachs  und  vor  Allem  Gummi
sind  neben  Mtama  und  den  Mehlfrüchten  die  Hauptarlikel.
  Der  hier  in  den  Handel  kommende  Mahengegummi
  erziclt  besonders  hohe  Preise.  Das  strebsame
Haus  Hansing  &amp;amp;  Co.  hat  hier  im  vergangenen
Jahre  neben  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft
eine  Filiale  eröffnet.  Die  nächste  Umgebung  der
Stadt  mit  den  sanft  ansteigenden  Hängen  des  Singinoberges
  bietet  mit  ihren  zahllosen,  prächtigen
Mangobäumen  und  üppigen  Feldern  ein  Bild  der
Fruchtbarkeit  und  des  Gedeihens,  wie  es  in  Ostafrika
selten  zu  finden.  Die  sorgsame  Thätigkeit  des  Bezirksamtmanns
  Frhrn.  v.  Eberstein  hat  die  Anlage
einer  Wasserleitung  für  die  Stadt,  eines  durch  Rieselung
  zu  bewässernden  großen  Fruchtgartens,  den
Umbau  und  die  Neuregulirung  der  alten  Straßen
der  Stadt  sowie  die  Entwässerung  der  den  Ort
umgebenden  Sumpfstrecken  in  die  Wege  geleitet.  Die
Bevölkerung  (sehr  zahlreich  an  wohlhabenden  Arabern)
erwies  sich  sehr  dankbar  und  entgegenkommend,  als
ich  ihnen  im  Schauri  verkündete,  daß  ich  von  Seiner
Majestät  hierher  gesandt  sei,  um  absoluten  Frieden
im  Lande  aufrecht  zu  erhalten,  daß  ich  dafür  aber
auch  von  ihnen  Fleiß  und  Betriebsamkeit  verlange,
damit  bei  der  außerordentlich  günstigen,  regenreichen
Witterung  eine  gute  Ernte  erzielt  werde.

Die  segensreiche  Wirksamkeit  des  mit  größter
Liebe  seines  Amies  waltenden  Bezirksamtmannes
macht  sich  in  der  Sammlung  der  bisher  friedlos
lebenden  Bevölkerung  in  kleinen  Stadtgemeinden  bemerkbar.
  Er  hat  die  ein  unbändiges  Näuberleben
führenden  Bewohner  der  Matumbiberge  gezwungen,
südlich  des  Rufidjideltas  sich  innerhalb  der  von  ihm
abgesteckten  regelmäßigen  Grenzen  eines  städtischen
Weichbildes  anzusiedeln,  hat  diesem  Orte  Samangandumbo
  Marktgerechtigkeit  verliehen,  indische  Kaufleute
  dort  hingeführt,  Brunnen  gegraben  2c.  und
erhält  die  Ordnung  über  die  bisher  Unbotmäßigen
nunmehr  durch  wenige  Polizeisoldaten.  Ein  gleiches
Beispiel  findet  sich  in  der  bereits  im  Aufblühen  begriffenen
  Stadt  Mohorro  am  gleichnamigen  Rufidjiarm.

Das  Delta  des  Rufidji,  das  den  Bezirk  Kilwa
nach  Norden  begrenzt,  bietet  allem  Anschein  nach  für
Plantagenbetrieb  die  günstigsten  Vorbedingungen.
Der  Fluß,  dessen  Bedeutung  für  die  Erschließung.

411

 

des  Landes  sofort  nach  Eintreffen  eines  flachen  Flußdampfers
  hervortreten  wird,  theilt  sich  in  sechs  große
Arme  und  hat  ein  Delta  von  etwa  25  geographischen
Quadratmeilen  schwersten  und  fruchtbarsten  Alluvialbodens
  geschaffen.  Die  Inseln  dieses  Deltas  sind
durchweg  mit  Mangrovenholz  bestanden,  das  bisher
das  Bauholz  (Voriti)  für  ziemlich  alle  Bauten  der
Kolonie  geliefert  hat.  Ich  habe  den  Forstassessor
v.  Bruchhausen  mit  der  genauen  Durchforschung
dieser  Waldungen  beaustragt.  Derselbe  hat  recht
gute  Bestände  gefunden  und  ist  jetzt  mit  der  Aufstellung
  eines  Planes  für  regelrechte  Durchforstung
und  sachgemäße  Ausnutzung  beschäftigt.

Außer  dieser  erheblichen  Holznußung  verspricht
das  untere  Rufidjigebiet  aber  eine  sehr  bedeutende
produktive  Zukunft.  In  diesem  fetten  Marschboden
gedeiht  jede  Pflanze,  die  schweren  Boden  und  Feuchtigkeit
  verlangt,  vor  Allem  Reis  und  Tabak.  Der
Rufidjireis  wird  in  großen  Mengen  nach  Indien
ausgeführt.  Die  Bananen  erreichen  hier  eine  erstaunliche
  Größe  und  gedeihen  aufs  Ueppigste.

Um  den  Beweis  zu  erbringen,  daß  in  diesem
Gebiet  Sumatratabak  gute  Aussichten  bietet,  hat  das
Gouvernement  an  dem  südlichsten  Arm  des  Rufidji,
dem  Mohorro,  eine  Tabakversuchspflanzung  gleichen
Namens  angelegt.  Diese  hat  sich  unter  Leitung  der
beiden  erfahrenen  Javapflanzer  John  Schröder
und  Ritter  vortheilhaft  entwickelt  und  im  laufenden
Jahre  40  Felder  bewirthschaftet.  Die  Arbeit  wird
mit  Chinesen  und  Javanen  betrieben,  das  System
der  großen  Trocken=  und  Fermentirscheunen  ist  ganz
das  in  Niederländisch-Indien  bewährte.  Die  diesjährige
  Probeernte  wird  etwa  150  bis  200  Centner
ergeben.  Im  kommenden  Betriebsjahre  sollen
100  Felder  bewirthschaftet  werden.  Mohorro  wird
hoffentlich  den  Beweis  erbringen,  daß  Ostafrika  zwar
nicht  auf  Korallenboden  (Sansibar)  und  nicht  auf
rolhem  Laterit  (Lewa),  wohl  aber  auf  fettem  Marschboden
  ein  gutes  Deckblatt  zu  erzeugen  vermag.  Zur
Abwendung  einer  Ueberschwemmungsgefahr  für  die
Pflanzung  Mohorro  habe  ich  60  Mann  der  Kompagnie
  Kilwa  zum  Arbeitsdienst  hierher  heranezogen.


6  Zun-  Schluß  besuchte  ich  die  Inselgruppe  Schole-Mafia.
  Die  Stadt  Schole  mit  ihren  wohlhabenden
Häusern  zu  beiden  Seiten  breiter,  baumbesetzter
Straßen,  ihren  sauberen  Brunnen  und  weiten  Plätzen
kann,  was  Ordnung,  Geschmack  und  Sauberkeit  anlangt,
  mit  mancher  deutschen  Kleinstadt  den  Vergleich
aufnehmen.  Die  Bevölkerung,  von  denen  jede  Sippe
ihre  eigene  Geschichte  hat,  hebt  sich  in  vieler  Beziehung
  von  dem  Durchschnittsmsuaheli  unserer  Tage
ab;  schon  die  prächtigen,  in  den  feinsten  Farbentönen
abgestuften  seidenen  Gewänder  sind  ein  Beweis  für
die  Eigenart  dieser  abgeschlossenen  Bevölkerung.
Schole  ist  zweifellos  einer  der  schönsten  Winkel  der
Kolonie.

Der  deutsche  Zollassistent,  der  hier  in  einem  gemüthlichen
  Heim  mit  seiner  Frau  unter  Eingeborenen
        <pb n="516" />
        allein  sitzt,  versteht  es,  den  angeborenen  Sinn  derselben
  für  Ordnung  und  Reinlichkeit  geschickt  zu
benutzen  und  Schole  mehr  und  mehr  zu  einem
Schmuckkästchen  auszugestalten.

Eine  halbe  Stunde  flotten  Segelus  führt  hinüber
nach  Mafia,  das  ich  sodann  von  Osten  nach  Westen
durchkreuzte.  Die  ganze  Insel  ist  umsäumt  von
einem  breiten  Gürtel  Kokospalmen.  Der  Mittelrücken
wird  theils  noch  wenig  ausgenutzt,  theils  bereits
rationell  in  Reiskullur  genommen.  Der  Reichthum
der  Insel  ist  sprichwörtlich.  Die  Palmen  tragen
70  bis  80  und  mehr  Nüsse  von  durchschnittlich
Ueberkopfgröße.  Mit  besonderer  Genugthuung  erfüllte
  mich  der  Anblick  der  zahlreichen  Herden  von
prächtigen  Rindern  auf  Mafia.  Die  Insel  versorgt
sowohl  Sansibar  als  zahlreiche  Punkte  der  Küste
mit  Rindvieh.  Um  den  schädlichen  Folgen  der  Inzucht
  vorzubeugen,  habe  ich  am  Nordende  der  Insel
die  Anlage  einer  Viehstation  unter  Leitung  eines
erfahrenen  Landwirths  und  alten  Afrikaners  angeordnet.


Der  Besuch  von  Schole-Masia  hat  wesentlich
dazu  beigetragen,  den  Eindruck,  den  ich  von  dem
Süden  der  Kolonie  empfangen  habe,  günstig  zu  gestalten.
  Wenn  ich  meine  Beobachtungen  über  den
südlichen  Theil  des  Schußgebietes  nochmals  kurz  zusammenfassen
  darf,  so  ergeben  dieselben  folgendes
Resultat:  Der  Süden  bietet  durchaus  nicht  geringere
Kulturbedingungen  als  der  Norden.  Es  finden  sich
fruchtbare  und  gut  bewässerte  Landschaften,  Gebiete
ür  Zuckerrohr=  und  Kaffeebau,  überall  zum  mindeslen
ür  Kokospalmen.  Die  Bevölkerung  ist  leider  sehr
dünn,  aber  willig  und  arbeitsam,  sogar  verhältnißmäßig
  intelligent.  Beim  Mangel  jeglicher  Konkurrenz
in  der  Nachfrage  sind  die  Löhne  erheblich  billiger
als  im  Pflanzungsgebiet  des  Nordens.  Endlich  bietet
das  weite  Hinterland  in  Gummi  und  Wachs  zwei
werthvolle  Massenartikel  der  Ausfuhr,  deren  Vervielfachung
  leicht  möglich  erscheint.

Dies  Alles  weist  darauf  hin,  dem  Süden  mehr
Aufmerksamkeit  als  bisher  zuzuwenden  und  gegebenenfalls
  deutsche  Unternehmer  auch  hierher  zu  lenken,
um  dem  Lande  Kapital  zuzuführen  und  seine  Entwickelungsfähigkeit
  zu  beweisen.

 

 

Ueber  eine  Reise  nach  Iringa

schreibt  der  Missionar  P.  Basilius  O.  S.  B.  in  den
„Missionsblättern“:

Die  Berge,  welche  das  Hochland  von  Uhehe
von  Mahenge  trennen,  fallen  steil  gegen  die
Ebene  ab  und  sehen  sich  an  wie  eine  finstere,
drohend  sich  aufthürmende  Riesenmauer.  Als  wir
daher  gegen  4  Uhr  den  Anstieg  begannen,  war
schon  vorauszusehen,  daß  wir  kaum  noch  auf  die
Höhe  kämen.  Für  die  Träger  war  diese  Bergfahrt
keine  kleine  Mühsal,  mitunter  hieß  es  ganz  ordentlich

412

 

klettern;  die  Träger  mußten  sich  manchmal  gegenseitig
die  Lasten  hinaufreichen,  was  nebst  den  häufigen
Ruhepausen  den  Marsch  sehr  verlangsamte.  Als  es
dunkel  zu  werden  begann,  waren  wir  zwar  noch  nicht
oben,  aber  doch  schon  hübsch  hoch,  denn  ein  eisig
kalter  Wind  fegte  bereits  kräftig  über  die  Höhen.
Da  wir  nachts  auf  diesem  Wege  nicht  weitermarschiren
konnten,  schlugen  wir  bei  einem  Brünnlein  Lager.
Bald  loderten  mächtige  Feuer  empor,  die  der  immer
fühlbareren  Kälte  das  Gleichgewicht  halten  sollten.

eine  Schwarzen  waren  auffallenderweise  viel
weniger  empfindlich  als  ich;  als  das  Thermometer
auf  10  Grad  gesunken  war,  zog  ich  mich  zitternd
vor  Kälte  ins  Zelt  zurück.  Morgens  um  5  Uhr
hatten  wir  8  Grad  über  Null,  eine  Kälte  zum  Erfrieren,
  und  das  blieb  so  ziemlich  durch  ganz  Uhehe
die  gewöhnliche  Morgentemperatur,  die  an  einigen
Tagen  noch  tiefer  sank  und  uns  bald  veranlaßte,
etwas  später  aufzubrechen.  Für  heute  zog  ich  doppelte
  Kleidung  an,  fror  aber  dennoch;  der  Wind,
welcher  in  der  Nacht  nachgelassen  hatte,  setzte  mit
verdoppelter  Heftigkeit  wieder  ein.

Nach  ungefähr  einer  Stunde  waren  wir  oben,
wenigstens  2000  m  hoch.  Ueber  Mahenge  lagerte
dichter  Nebel,  der  nichts  erkennen  ließ;  vor  uns  aber
breitete  sich  das  Land  im  Glanz  der  eben  voll  aufgestiegenen
  Sonne,  wie  eine  sturmbewegte,  versteinerte
See.  Unabsehbar  hob  sich  Gipfel  an  Gipfel,  Kamm
an  Kamm,  bald  nackte  Felsen,  bald  von  frischem
Grase  oder  spärlichem  Buschwerk  bedeckt.  In  den
tiefeingerissenen  Thälern  und  Schluchten  plätscherten
unzählige  Quellen  und  Bächlein  und  zauberten  eine
üppige  Pflanzendecke  an  die  schroffen  Hänge.  Hier
auf  freier  Höhe,  im  goldenen  Sonnenschein,  umweht
vom  kühlen  Morgenwind,  in  dieser  prächtigen  Landschaft
  konnte  man  glauben,  auf  einmal  nicht  mehr  in
Afrika  zu  sein;  es  war  wie  ein  frischer  Maimorgen
in  Europa;  selbst  meine  schwarzen  Träger,  denen
doch  die  vorliegende  Landschaft  einen  schlimmen  Marsch
bergauf,  bergab  verhieß,  konnten  sich  dem  Zauber
dieses  Anblickes  nicht  entziehen  und  riefen  ein  über
das  andere  Mal  „pazuri  hapa,  pazuri  kweli“
(„Schön  ist  es  hier,  wirklich  schön").

Wir  näherten  uns  allmählich  dem  großen  Kihansifall;
  seine  mächtige  Stimme,  die  uns  schon  die  vergangenen
  Nächte  in  Schlaf  gesungen  hatte,  klang
immer  stärker  und  vernehmlicher,  ein  kleiner  Höhenrücken
  trennte  uns  noch  von  seinem  Thale.  Als  er
erstiegen  war,  drang  das  gewaltige  Rauschen  so  verlockend
  und  einladend  an  mein  Ohr,  daß  ich  beschloß,
meine  Träger  flußaufwärts  vorausgehen  zu  lassen
und  in  Begleitung  Jakobs  den  Abstieg  zum  Falle
zu  machen.  Nach  einer  leichten  Viertelstunde  waren
wir  dort.  Die  beiden  Höhenzüge,  welche  den  Fluß
begleiten,  nähern  sich  hier  bis  auf  wenige  Meter  und
fallen  dann  sowohl  gegen  die  Ebene  als  gegen  sich
steil  ab  und  bilden  in  dem  fast  lothrechten  Absturz
ein  gigantisches  Felsenthor,  durch  welches  der  Kihansi
sein  Wasser  in  grandiosem  Falle  in  die  Tlefe  stürzt.
        <pb n="517" />
        —  413  —

Ein  schmaler  Streifen  zwischen  dem  linken  Flußufer
und  dem  Fels  ermöglicht  es,  bis  zur  Absturzstelle
vorzudringen,  wo  sich  auch  der  schmale  Pfad  in  dem
jähen  Abgrund  verliert.  In  zwei  kleineren  Fällen
erprobt  der  Fluß  hier  zuerst  seinen  Muth  und  seine
Kraft  und  wirft  dann  mit  einem  Male  seine  ganze
Wasserfülle  thurmhoch  in  die  gähnende  Tiefe.
stand  wohl  eine  halbe  Stunde  und  lauschte  dem  stets
sich  erneuernden  Tosen  und  schaute  in  das  Spiel  der
blinkenden,  schäumenden  Fluthen  —  es  war  das
Schönste,  was  ich  bis  dahin  in  Afrika  gesehen  hatte,
und  doch  mischten  sich  trübe  Gedanken  in  den  Genuß.
Dieses  leidenschaftliche,  kühne,  gewaltige  Vorwärtsstreben,
  womit  der  Fluß  seiner  poetischen  Bergheimath
entflüchtet,  um  sich  in  die  Ebene  zu  werfen,  und  die
klägliche  Rolle,  die  er  unten  spielt,  wo  er  bald  durch
den  Sand  gebändigt,  reizlos  eine  trübe  Fluth  durchs
Land  wälzt  und  die  Kähne  der  Eingeborenen  auf
seinem  Rücken  trägt  —  ist  es  nicht  ein  Bild  von  so
manchem  jungen  Menschen,  der  mit  ungestümer  Hast
der  strengen  Zucht  und  damit  dem  Glücke  seiner
Jugend  entflieht  und  sich  voll  Begeisterung  und
Hoffnung  ins  Leben  stürzt,  in  dem  er  sich  nur  zu
bald,  gebändigt  von  der  Alltäglichkeit  und  selten  unbeschmutzt,
  verliert?

Ungern  riß  ich  mich  von  dem  wundersamen  Platze
los  und  folgte  wortlos  meinem  Begleiter  zur  Karawane
  nach.  Der  Weg  führte  meist  die  Hänge  des
Kihansithales  entlang,  überschritt  manchmal  einen
Höhenzug,  den  der  Fluß  in  weitem  Bogen  umfloß.
oder  bog  an  einer  Stelle,  wo  der  Abfall  zum  Flusse
zu  steil  war,  seitlich  ab,  um  den  Fluß  nach  einigen
Umwegen  weiter  oben  wieder  zu  erreichen.  Als  wir
gegen  Mittag  wieder  eine  Höhe  erstiegen,  sahen  wir
zu  unseren  Füßen  einen  großen,  dichtbewachsenen

el,  der  auf  unserer  Seite  ziemlich  steilrandig  war,
während  er  auf  der  gegenüberliegenden  Seite  sachte
anstieg;  ein  schimmernder  Streifen  in  der  Tiefe  erinnerte
  an  einen  kleinen  See,  wie  man  sie  häufig  in
den  Alpen  sieht.  Es  war  aber  kein  stehendes  Gewässer,
  sondern  der  Kihansi,  der  durch  einen  schmalen
gewundenen  Eingang  sich  hier  eingeschlichen  und  auf
ebensolchem  Wege  den  Kessel  wieder  verläßt.  Jenseits
des  Flusses  stand  in  einer  verwilderten,  von  üppigen
Farnen  überwucherten  Schamba  eine  verfallene  Hütte,
bei  der  das  Lager  geschlagen  wurde.  Hinter  derselben
  rankte  ein  dichtes  Gehege  von  Brombeersträuchern,
  übersät  mit  Blüthen,  mit  grünen  und  halbreifen
Beeren,  vollreife  waren  leider  nicht  zu  entdecken.
Dafür  sprach  der  bloße  Strauch  so  heimathlich  an,
daß  man  ihn  lieb  haben  mußte.  Ueberhaupt  erinnert
die  ganze  Pflanzenwelt  des  Randgebirges  und  des
Hochlandes  lebhaft  an  die  Heimath,  und  ein  guter
Theil  der  Begeisterung,  mit  welcher  diejenigen,  welche
Uhehe  bereisen,  seiner  gedenken,  mag  darauf  zurückzuführen
  sein.  Das  meterhohe  Büschelgras  der  Ebene
ist  verschwunden  und  hat  kurzen  Gräsern  Platz  gemacht,
  deren  beständiges  Grün  selbst  in  den  trockensten
  Monaten  das  Auge  erfreut;  ja  man  sieht  wieder

 

wahrhaftige  Wiesen  wie  in  Deutschland,  denen  selbst
die  Blumen  nicht  fehlen,  und  in  dem  dichten  Gebüsch
leuchtet  eine  Mannigfaltigkeit  blauer,  gelber  und
hranatrother  Blüthen.  In  dieser  anmuthigen  Umhebung,
  in  stiller  Waldes=  und  Bergeinsamkeit  lagerten
  wir  diesen  Tag.  Leider  fiel  in  der  Nacht  ein
heftiger  Regen,  der  einen  unangenehmen  Marsch  auf
den  schlüpfrigen  Bergpfaden  und  durchs  nasse  Gesträuch
in  Aussicht  stellte;  denn  die  Sonne  mußte  schon  hoch
gestiegen  sein,  bis  sie  in  die  tiefeingeschnittenen  Thäler
einen  Blick  thun  konnte,  und  oft  war  der  Pfad  von
schattigen  Bäumen  und  Büschen  derart  überwachsen,
daß  es  auch  dem  neugierigsten  Sonnenstrahl  nicht
gelang,  einzudringen.

Der  Weg  führte  wieder  bergauf,  bergab  über
zahllose  Thäler  und  Thälchen,  oft  versumpft  und  mit
hohem  Schilfgras  bewachsen,  welche  alle  bei  entsprechender
  Behandlung  hohe  Fruchtbarkeit  versprechen.
Auf  freien  Kuppen  und  Kämmen  zeigten  sich  Gehöfte
der  Eingeborenen  von  kleinen  Schamben  umgeben;
die  Leute  hatten  jedoch  ihre  Wohnungen  und  Felder
aus  Kriegsfurcht  verlassen,  so  daß  die  dringend  nothwendige
  Auffüllung  unserer  Vorräthe  aus  den  Batatenpflanzungen
  gratis  geschehen  mußte.  Die  Hütten
zeigten  durchweg  einen  rechteckigen  Grundriß,  waren
nur  3  bis  4  m  breit,  aber  bis  zu  20  m  und  darüber
lang  und  standen  vereinzelt.  In  ihrer  Nähe  waren
gewöhnlich  Bataten,  Bohnen,  Erbsen  (genau  so  wie
unsere  europäischen)  und  Tabak  angebaut.  In  den
Thälern  fand  sich  Mais  und  Mtama.  An  diesem
Tage  habe  ich  noch  einige  Bananen  in  einem  Seitenthälchen
  gesehen,  von  da  an  habe  ich  sie  in  ganz
Uhehe  nicht  mehr  zu  Gesicht  bekommen.  Das  Gebiet
heißt  Uchungwe  und  die  Bewohner  also  Wachungwe
und  gehören  zu  den  Wahehe.

Um  10  Uhr  vormittags  hatten  wir  die  Höhe
einer  mächtigen  Bergkette  erreicht,  die  eine  weite
Rundsicht  gestattete.  Als  der  Kirangosi  oben  angekommen
  war,  verkündete  er  sofort  mit  schallender
Stimme:  „boma“;  das  Ziel  war  in  Sicht.  Vor
uns  lag  ein  etwas  niedrigerer  Bergzug,  der  mit  dem
unseren  in  gleicher  Richtung  verlief,  aber  durch  ein
tiefeingefurchtes  Thal  davon  getrennt  war.  Auch
jenseits  desselben  floß  in  gleicher  Tiefe  ein  kleiner  Bach,
der  sich  kurz  unterhalb  mit  dem  eben  genannten  vereinigte
  und  so  den  Bergzug  jäh  unterbrach.  Auf  der
äußersten  Spitze  nun,  wo  dieser  nach  drei  Seiten
steil  abfiel,  stand  ein  verhältnißmäßig  hohes,  ziegelrothes
  Gebäude,  das  man  aus  der  Ferne  für  einen
unbeworfenen  Bahnhof  hätte  halten  können.  Die
deutsche  Flagge,  wie  der  hohe  Auslug  auf  dem  Hause
bestätigten  den  Ausruf  des  Führers,  es  war  eine
Boma,  eine  kleine  Feste.  Auf  demselben  Wege  war
nämlich  wenige  Wochen  zuvor  Kompagnieführer  Prince
nach  Iringa  gezogen  und  hatte  an  drei  Stellen  unterwegs
  befestigte  Magazine  gebaut,  um  die  Verbindung
  mit  Irondo  herzustellen  und  den  sicheren  Transport
  der  mehr  als  tausend  Lasten  zu  ermöglichen.
Das  Magazin  war  ziemlich  klein,  viereckig,  aus  Pfahl-
        <pb n="518" />
        —  414  —

werk,  das  mit  ziegelrothem  Lehm  beworfen  wurde,
erbaut,  das  flache  Dach  hatte  eine  kleine  Zinne  und
einen  kleinen  hohen  Ausguck  für  den  Posten.  Obwohl
  das  Haus  durch  die  eben  beschrlebene  Lage
gegen  einen  feindlichen  Angriff  gut  geschützt  war,  so“
hatte  man  doch  zur  Erhöhung  der  Sicherheit  rings
um  dasselbe  einen  Graben  gezogen,  über  welchen  eine
Fallthüre  zu  dem  einzigen  Eingang  führte.  Ueberdies
war  der  Platz  mit  einem  doppelten  Stacheldrahtzaun
umgeben,  so  daß  das  Magazin  im  Nothfall  mit  einer
Handvoll  Leute  gegen  einen  weit  überlegenen  Feind
hätte  vertheidigt  werden  können.

Gegenwärtig  war  in  der  Station  nur  ein  sudanesischer
  Soldat,  dem  die  Bewachung  des  Gebäudes
und  der  darin  lagernden  Lasten  anvertraut  war.  Er
war  sehr  redselig  und  hatte  ein  wechselvolles  Söldnerleben
  hinter  sich,  das  er  anschaulich  zu  schildern  verstand.
  Er  bediente  sich  hierzu  einer  Sprache,  welche
aus  Suaheli  (das  er  übrigens  niederträchtig  aussprach),
Deutsch,  Englisch  und  Arabisch  gemischt  war  und
durch  ausdrucksvolles  Mienenspiel  und  lebhafte  Gesten
illustrirt  war.  Er  war  bei  der  Einnahme  von
Chartum  in  dieser  Stadt  Artillerist  und  will  Zeuge
von  Gordons  Tod  gewesen  sein.  Er  behauptete,
dieser  habe,  als  Alles  verloren  war,  ein  Fläschchen
ausgetrunken  und  sei  dann  hinabgegangen  und  den
eindringenden  Feinden  in  die  Hände  gefallen.  Da
mir  die  Darstellung  P.  Ohrwalders  nicht  mehr
erinnerlich  war,  konnte  ich  seine  Aussage  leider  nicht
genauer  prüfen.  Uebrigens  war  er  ganz  begeistert
für  Gordon,  den  er  als  den  besten  und  edelsten  aller
Europäer  pries,  was,  wie  er  meinte,  viel  sagen  wolle,
da  er  sehr  viel  gute  und  tapfere  Wasungu  kennen
gelernt  habe.  Bei  der  Einnahme  Chartums  wurde
er  verschont  gleich  seinen  Kameraden,  die  in  der  Geschützbedienung
  erfahren  waren.  Als  zwei  Tage  nach
dem  Fall  der  Stadt  die  englischen  Dampfer  erschienen,
sollten  sie  auf  dieselben  schießen.  Da  sie  denselben
keinen  Schaden  thun  wollten,  haben  sie,  seiner  Versicherung
  zufolge,  hoch  über  dieselben  hinweggeschossen.
Später  kam  er  nach  Aegypten,  wo  er  Scharfrichter
wurde,  ließ  sich  dann  von  Wissmann  für  die  ostafrikanische
  Schutztruppe  als  Schausch?)  anwerben
und  nahm  an  den  meisten  Gefechten  des  Aufstandes
theil  und  wurde  Betschausch.  Bei  einer  Explosion
erlitt  er  eine  Kopfverletzung,  die  ihn,  scheint  es,  etwas
gestört  hat;  er  ließ  sich  eine  Insubordination  zu
Schulden  kommen,  infolge  deren  er  degradirt  wurde.
Zur  Zeit  meines  Durchmarsches  war  er  bereits  wieder
Ombascha  und  hoffte,  seine  frühere  Charge  wieder
zu  erlangen.  Mit  den  Eingeborenen  der  Umgegend
stand  er  auf  gutem  Fuße;  dieselben  begannen  bereits
in  ihre  verlassenen  Hütten  zurückzukehren  und  brachten
auch  Feldfrüchte  auf  die  Station  zum  Verkauf,  von

 

*)  Die  Chargenbezeichnungen  in  der  schwarzen  Schutztruppe
  sind:  ombasha  (entspricht  ungefähr  unserem  Gefreiten),
  shaush  (etwa  Unteroffizier),  beishaush  (Sergeant),
L0  (Feldwebel),  estendi  (schwarzer  Offizier);  die  gewöhnlichen
  Soldaten  heißen  askari.

 

welch  letzterem  Umstande  auch  meine  Karawane  profitirte.
  Das  Zelt,  das  ich  in  der  Nähe  der  Boma
ausschlagen  ließ,  war  zwar  wie  diese  den  unablässig
wehenden  Winden  sehr  ausgesetzt,  aber  die  Stelle
war  eben  deswegen  ganz  frei  von  Sandflöhen,  ein
nicht  gering  anzuschlagender  Vortheil.

 

Verbot  der  viebeinfuhr  nach  Jansibar.

Wie  berichtet  wird,  hat  die  Regierung  von  Sansibar
  im  März  d.  Is.  die  Einfuhr  von  Ochsen,  Kühen,
Schafen  und  Ziegen  aus  Deutsch-Ostafrika  nach
Sansibar  verboten.

Ramerun.
Bericht  des  Lieutenants  Dominik  über  das  Wutegebiet.

Während  seiner  Thätigkeit  als  Leiter  der  Station
Yaunde  hat  der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte
Lieutenant  Dominik  das  nördlich  der  Station  gelegene
  Wutegebiet  mehrfach  durchzogen  und  über  seine
Wahrnehmungen  folgenden  Bericht  erstattet:

Das  Wutegebiet  wird  an  drei  Seiten  von  dem
Stromsystem  begrenzt,  das  in  seinem  Hauptabfluß
sich  bei  Balinga  vereinigt  und,  von  hier  aus  unter
dem  Namen  Sanaga  der  Küste  zueilend,  diese  bei
Malimba  erreicht.  Die  Südgrenze  bildet  der  Arm
des  Sanaga,  der,  obgleich  der  weniger  Wasser
führende,  auf  den  älteren  Karten  den  Namen  des
Hauptstromes  beibehalten  hat,  der  aber  von  der  anwohnenden
  Bevölkerung,  soweit  djese  dem  Batschingaoder
  Batistamme  angehört,  Osc,  von  den  Wutes
Djerrén  genaunt  wird.  Als  solcher  wendet  er  sich
drei  Stunden  oberhalb  Mango  scharf  nach  Norden
und  bildet  so  die  Ostgrenze  des  Wutegebletes,  im
südlichen  Theil  gegen  Baginaleute  (Sklaven),  wie
die  Wutes  sagen,  das  sind  Leute,  die  den  ebenso
benaunten  Yaundes  verwandt  sind,  also  wohl  Mwelles;
weiter  nördlich  gegen  Ngaumdere  hin  gegen  das  sehr
zahlreiche  Baiavoll.  Im  Norden  gehen  die  Wutes
theils  in  Baias,  theils  in  Kakas,  Kabullas  und
Tikars  über  und  stehen  wie  diese  dann  direkt  unter
Ngaumdere  oder  Tibati.  Im  Westen  bildet  der
wasserreichere  Arm  des  Flusses,  Mbam  genannt,
eine  ausgeprägte  Grenzlinie.

Das  Land  ist  nach  dem  südlichen  und  östlichen
Sanaga  allmählich  abfallend,  während  der  Mbam
bei  Rgutte  sich  durch  einen  starken,  bis  900  m  hohen
Geblrgsstock  hindurchzwängt.  Dieser  bildet  wohl  die
höchste  Erhebung  des  Südplateaus,  das  dann  über
die  Ngilla=  und  Wataréberge  seinen  Anschluß  in
Yaunde  und  Ngumba  als  Küstengebirge  findet,  während
  das  Plateau  nördlich  des  Sanaga  wohl  zu
Südadamaua  gerechnet  werden  muß,  wenngleich
Adamaua  kein  geographischer,  sondern  ein  politischer,
das  Emirat  Yola  mit  seinen  Vasallenstaaten  umfassender
  Begriff  ist.  Wenn  ich  die  Ngutteberge  als  höchste
        <pb n="519" />
        Erhebung  bezeichnen  zu  dürfen  glaubte,  so  habe  ich
hierbei  eben  nur  die  hier  in  Frage  kommende  südlichste
  Terrasse  im  Auge  Häufig  tritt  in  den
Nguttebergen,  die  vorzugsweise  aus  Gneiß  und  Granit
bestehen,  das  nackte  Gestein  zu  Tage,  manchmal  in
gewaltigen,  tiefzerklüfteten  Felspartien  mit  zu  Thal
rauschenden  Wasserläufen,  dann  wieder  in  breiten,
mit  flacher  Lateritschicht  bedeckten  Rücken.  Aufgefallen
ist  mir,  daß  der  Lateritboden  des  Plateaus  in  seiner
Färbung  weit  dunkler  ist  als  der  rothgelbe  überall
in  Yaunde  und  Rgumba  zu  Tage  tretende  Deckgrund;
doch  ist  Eisen  hier  wie  dort  häufig.

Die  hydrographischen  Verhältnisse  des  Wutegebietes
  werden  durch  den  Dierén  (Sanaga)  und
den  Mbam  bestimmt.

Der  Djerén  bildet  die  Südgrenze  Adamauas,
wie  sich  dies  nicht  nur  politisch,  sondern  auch  linguistisch
  und  anthropologisch  in  aller  Schärfe  charakterisirt.
  Drei  Stunden  oberhalb  Mango,  wo  er  den
Bogen  nach  Norden  macht,  hat  er  eine  Breite  von
300  m  und  wälzt  über  Steine  und  Geröll  fort,  die
in  der  Trockenzeit  überall  zu  Tage  treten,  gewaltige
Wassermengen  reißend  schnell  zu  Thal.  Bei  Mango
erweitert  er  sich  bedeutend  und  bildet  drei  nebeneinanderliegende
  Inseln,  von  denen  die  dem  rechten
Ufer  nächstliegende  wohl  eine  deutsche  Meile  lang
und  1000,  an  manchen  Stellen  auch  bis  3000  m
breit,  stark  bewaldet  und  gut  angebaut  ist.  An  ihrer
schmalsten  Stelle  hat  der  Wutehäuptling  Dandugn
das  stark  befestigte  Mango  angelegt,  das  er  neuerdings
  aber  vor  den  steten  Angriffen  Ngilas  auf  das
linke  Ufer  des  Stromes  verlegt  hat.  Unterbalb
Mango  fließt  der  Strom  drei  bis  vier  Stunden
wieder  in  einem  engeren  Bett  dahin,  bis  er  sich
unterhalb  der  Stadt  Dinati  des  Häuptlings  Nna,
wo  er  bedeutende  Schnellen  bildet,  wieder  zu  Inselbildungen
  erweitert,  um  dann  unterhalb  der  Nachtigalfälle
  wieder  als  Gesammtstrom  in  einem  Bett
der  Vereinigung  mit  dem  Mbam  zuzustreben.
Schiffbar  ist  der  Dierén  (Sanaga)  auf  der  ganzen
Strecke  nirgends;  in  der  Trockenzeit  ist  er  stellenweise
  so  flach,  daß  Ngila  mit  seinen  Kriegern  z.  B.
im  Februar  d.  Is.  zu  Fuß  auf  die  Mangoinsel  gelangt
  ist,  und  in  der  Regenzeit  bilden  die  vielen
Schnellen  und  Fälle  ein  solches  Hinderniß,  daß  selbst
die  Batschengas,  die  geübte  Schiffer  und  Fischer  sind,
es  nicht  wagen,  mit  ihren  großen  Kanus  auch  nur
kurze  Strecken  stromauf  oder  stromab  zu  fahren,
sondern  sich  lediglich  auf  den  Fährverkehr  von  Ufer
zu  Ufer  oder  auf  den  Fischfang  in  der  Höhe  ihrer
Dörfer  beschränken.  Die  Wasserscheide  zwischen  dem
Djerén  bezw.  zwischen  dem  vereinigten  Dierèn-Mbam,
dem  Sanaga,  und  dem  Rmiangfluß  liegt  in  einer
absoluten  Ebene;  denn  während  der  Mabimegu  im
Etungebiet  nach  Osten  abfließt,  strebt  der  kaum  eine
Viertelstunde  entfernte  Mfule  schon  dem  Sanaga  zu.
Von  größeren  Nebenflüssen  des  Djerön  kommt  nur
der  Allau  auf  der  Ngillaroute  in  Betracht,  der  zwar
in  der  Trockenzeit  nur  40  m  breit  ist,  in  der  Regen-415



 

periode  aber  das  anliegende  Grasland  auf  100  m
und  mehr  überschwemmt  und  so  ein  bedeutendes
Verkehrshinderniß  bildet.

Der  Mbam  ist  bei  Ngutte  nur  250  bis  300  m
breit,  führt  aber  viel  mehr  Wasser  als  der  Djern
und  würde  wohl  bis  Balinga  schiffbar  sein,  wenn
die  starken  Schnellen  in  der  Nähe  von  Gijong,  dem
alten  Ngaundelle  (Morgen,  Ngaundere  II.),  nicht  ein
bedeutendes  Hinderniß  wären.  Von  bedeutenderen
Zuflüssen  überschritt  ich  nur  mit  Kanus  den  etwa
20  m  breiten  Ngowo  und  den  Nöschim  unweit  der
Ngillastadt  Bo.

Beobachtet  man  nun  im  Wutegebiet  überall  längs
der  Flüsse  Galeriewälder,  so  ist  doch  die  eigentliche
Flora  durch  die  Grassteppe  bedingt.  In  dieser
Steppe  befindet  sich  vom  Djerön  bis  zu  Ngilla
vorzugsweise  Laubbuschwald,  der  nur  hin  oder  wieder
durch  größere  Grasflächen  unterbrochen  wird,  aus
denen  dann  nur  vereinzelt  niedrige,  knorrige,  unseren
Obstbäumen  ähnliche  Stämme  hervorragen  (Sheabutterbäume).
  Nördlich  von  Ngilla  erstreckt  sich  noch
einmal  eine  drei  Stunden  breite  Urwaldzone  mit  all
den  ihr  eigenthümlichen  Lianen  und  Kautschukbäumen,
dann  treten  nach  Ngutte  zu  die  Wiesenflächen  mehr
in  den  Vordergrund,  aus  denen  nur  vereinzelte
Butterbäume  hervorragen.  An  den  Hängen  des
Nguttegebirges  aber  tritt  dann  mit  den  zahllosen
Wasseräderchen  auch  der  Buschwald  wieder  mehr  zu
Tage  und  Agutte  selbst  liegt  auf  dem  Plateau  in
einem  gewaltigen  Hain  hochragender  Fächerpalmen,
die  sich  überall  in  Entfernungen  von  10  bis  20  Schritt
in  stattlicher  Höhe  erheben.

Die  Sprache  der  Wutes,  von  den  Haussas  Bute
genannt,  ist  eine  entschiedene  Sudansprache  und  unterscheidet
  sich  schon  durch  die  Schärfe  und  Häufigkeit
der  Konsonanten  von  den  Bantusprachen  bedeutend.
Wird  es  einem  Yaundemanne  leicht,  die  Bakoko-,
Welle-,  Batschinga-,  Balinga=  und  Batisprache  seiner
nördlichen  Nachbarn  zu  erlernen,  so  wird  er  sich  zur
Verständigung  mit  einem  Wutemann  selbst  nach  langer
Zeit  des  Zusammenselns  stets  vermittelnder  Batiworte
bedienen.  Die  Batis,  ein  Bantustamm,  der  noch  vor
nicht  zu  langer  Zeit  die  Sitze  der  Wutes  innehatten,
sind  jetzt  von  diesen  völlig  unterworfen  und  haben
mit  den  Sitten  und  Gebräuchen  der  Wutes  auch
Manches  von  deren  Sprache  angenommen,  während
die  Wutes  ihrerseits  manches  Batiwort  verstehen  und
so  eine  Art  Grenzsprache  haben  entstehen  lassen,  durch
die  sie  sich  mit  den  Bantus  zu  verständigen  suchen.
Es  kommt  selten  vor,  daß  ein  Wute  einen  Bantu
versteht,  wohl  aber  sprechen  sehr  viele  Batileute
fließend  Wute.  Etwas  weniger  scharf  ist  der  Gegensatz
  bei  Nna  und  Mango,  die  ihrerseits  viele  Bati-,
Batschenga-,  ja  selbst  Welleelemente  in  sich  ausgenommen
  haben,  wodurch  sich  auch  sprachlich  der
Wutedialekt  nicht  mehr  völlig  rein  erhalten  hat.

Ganz  dasselbe  ist  in  anthropologischer  Beziehung
der  Fall.  Durch  die  vielen  Mischheirathen  mit  Bantus
hat  sich  namentlich  in  den  jüngeren  Generationen  der
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        am  Sanaga  wohnenden  Wutes  der  spezifische  Adamauatypus
  sehr  vermischt.  Im  Allgemeinen  sind  die
Wutes  gleichmäßig  kräftig  gebaute  Menschen  mit
wohlgebildeten  Gesichtern,  hoher  Stirn  und  nur
mäßig  aufgeworfenen  Lippen.  Sie  haben  ein  freies,
selbstbewußtes  Wesen,  das  besonders  aufftillt,  wenn
man  ihnen  zu  zweien  oder  dreien  im  vollen  Waffenschmuck
  in  den  Batidörfern  begegnet,  wo  ihnen  Alles
scheu  ausweicht;  denn  sie  sind  herrisch  und  zu  Uebergriffen
  geneigt.  Auffallend  ist  im  Gegensab  zu  den
Bantus  die  Gleichmäßigkeit  der  Hautfarbe,  die  ein
mittleres  Schwarz  zeigt.  Tätowirungen  sind  bei  den
Frelen  nicht  gebräuchlich.  Auf  die  Haarfrisur  wird
namentlich  bei  Ngilla  ein  großer  Werth  gelegt  und
der  Häuptling  selbst  hat  hier  für  die  Krieger,  Sklaven
und  Weiber  besondere  Trachtenvorschriften  erlassen.
Im  Allgemeinen  wird  den  Sklaven  überall  der  Kopf
zur  Hälfte  rasirt,  während  die  Freien  die  Haare
scheiteln,  aus  Oel  und  gepulvertem  Rothholz  eine
Pomade  machen  und  diese  dick  auftragen.  Charakteristisch
  für  den  freien  Wute  ist  ferner  ein  Kinnbart,
der  als  Zierde  des  Mannes  gilt,  während  Schnurrund
  Backenbart  sorgfältigst  rasirt  werden.

In  der  Kleidung  treten  die  größten  Gegensätze
zu  Tage;  denn  während  die  Häuptlinge  und  Großen
in  reichen  Haussagewandungen  einherstolziren,  trägt
der  gemeine  Mann  nur  eine  aus  Bast  verfertigte
schürzenartige  Hose,  während  die  Weiber  nur  vorn
einen  schmalen  Fellstreifen  oder  ein  handgroßes  Stück
Zeug  befestigt  haben;  doch  sind  Perlenketten,  feine
Bast=  oder  Lederschnüre  als  Hüftschmuck  sehr  beliebt,
während  die  Männer  elfenbeinene  oder  lederne  Armringe,
  Halsbänder  aus  Eber=  oder  Leopardenzähnen
als  Schmuckstücke  anwenden.  Uebrigens  sind  Zeuge,
namentlich  einfarbige,  sehr  beliebt  und  werden  auch
bei  Nna  und  Dandugu  auf  dieser  Seite  des  Sanaga
nach  Küstenart  getragen,  während  Ngilla  seinen  eigenen
Weibern  kurze,  enganliegende  Hosen  hat  anfertigen
lassen,  mit  denen  sie  bei  feierlichen  Gelegenheiten  erscheinen.
  Sandalen  werden  nur  von  den  Männern
getragen,  die  Frauen  gehen  bei  Regenwetter  öfters
zum  Schutz  gegen  Nässe  und  Schmutz  auf  hochsohligen
Pantoffeln.  Erscheinen  die  Männer  im  Waffenschmuck,
so  haben  sie  vielfach  hohe  Büschel  von  Hahnen=  oder
Papageiensedern  im  Haar,  vielfach  streichen  sie  sich
auch  roth  oder  weiß  an  und  behängen  Brust  und
Rücken  mit  dem  Fell  des  weißen  Affen,  das  gleichzeitig
  das  Schreckliche  ihres  Aussehens  erhöhen  und
schußfest  machen  soll.  Die  Großen  und  Berittenen
tragen  als  Medizin  dicke,  mit  Koransprüchen  benähte
Westen  unter  dem  weiten  Obergewand,  auf  dem  Kopf
den  Fez  oder  Turban  und  in  der  Hand  die  lange
Fullahlanze.  Doch  treten  die  Reiter  selten  in  Aktion;
denn  der  Wute  zieht  selbst  keine  Pferde  und  fühlt
sich  zu  Fuß  sicherer,  deshalb  bildet  das  Fußvolk  die
eigentliche  Kriegsmacht  und  den  Kern  der  Streiter
die  mit  Schild,  Speer  und  langem  Schwert  bewaffneten
  freien  Wutes;  ihnen  zunächst  stehen  die  nur
mit  Pfeil  und  Bogen  ausgerüsteten  Leichtbewaffneten,

416

 

während  die  mit  Gewehr  und  kleinem  Elefantenhautschild
  bewehrten  Krieger  sich  meist  aus  unterworfenen
oder  in  der  Jugend  gefangenen  Batis  rekrutiren,  die
in  der  Führung  der  Feuerwaffe  mehr  Gewandtheit
zeigen  als  der  speergewohnte  Wute.  Doch  beginnen
auch  Ngilla  und  Ngutte  mehr  und  mehr  den  Nutzen
der  Gewehre  einzusehen,  wenngleich  im  Graslande
in  der  That  der  weitschießende  Bogen  eine  gefährlichere
  Waffe  ist  als  ein  oft  versagendes  Vorderladegewehr.
  Die  mannshohen  Schilde  der  Speerkämpfer
sind  aus  Büffel=  oder  Antilopenfell  oval  geschnitten
und  nach  innen  gebogen,  seitlich  mit  zwei  Roßschweifen
verziert.  Unter  ihrem  Schutze  geht  außer  dem  Träger
noch  ein  Bogenschütze  mit  vor.  Sämmtliche  Wutes
tragen  neben  kleinen  Messern  am  Gürtel  oder  Arm
über  die  Hand  gezogen  ein  Stoßmesser  für  den  Nahkampf,
  das  die  Bogenschützen  gleichzeitig  als  Spannung
beim  Schießen  benutzen.  Die  Köcher  aus  Rohr  oder
Fellen  enthalten  40  bis  50  sehr  sorgfältig  gearbeitete
Pfeile,  die  aber  in  der  Regel  nicht  vergiftet  sind,
weil  die  Pfeile  häufig  vom  Gegner  wieder  benutzt
werden.  Die  Schilder  der  Gewehrschützen  sind  kleiner
und  bestehen,  wie  gesagt,  aus  Elefantenhaut;  sie  sind
häufig  bunt  bemalt.  Wurfkeulen  aus  Holz  habe  ich
nur  bei  den  Bapeas,  einem  von  Ngutte  unterworfenen
Stamme  jenseits  des  Mbam  gefunden.  Diese  Leute
zeichnen  sich  durch  unnatürlich  verlängerte,  mit  einem
Holzpflock  gezierte  Ohrläppchen  aus.  Die  Speere
der  Wutes  sind  besonders  sorgfältig  gearbeitet,  vielfach
  verziert  und  am  Ende  beschwert,  wodurch  der
Drall  und  damit  die  Treffsicherheit  wesentlich  erhöht
wird.  Sämmtliche  Waffen  sind  Eigenthum  des
Königs.  Interessant  sind  ferner  die  aus  Leder  gearbeiteten
  Schußstücke,  die  um  das  linke  Handgelenk
gelegt  werden,  das  sie  gegen  die  zurückschnellende
Bogensehne  schützen,  und  die  Kriegspauken,  Hörner
und  Glocken  der  Wutes.

Alles  dies  ist  ganz  verschieden  von  den  benachbarten
  Bantus;  am  augenfälligsten  aber  treten  die
Adamaua-Eigenthümlichkeiten  bei  den  Wutes  zu  Tage,
wenn  man  ihre  Art  zu  wohnen,  ihre  täglichen  Bedürfnisse
  und  Luxusansprüche,  ihre  Industrie  und
ihren  Handel  betrachtet.  Wohnen  die  Yaundes  überall
in  Weilern  und  Siedlungen,  selten  nur  in  größeren
Dörfern  und  Gemeinschaften  zusammen,  so  kennen  die
Wutes  nur  große  Städte  und  Dörfer,  in  denen  sich
um  das  unbeschränkte  Oberhaupt  der  ganze  Stamm
versammelt.  Haus  steht  an  Haus,  die  Farmen  liegen
vor  den  Thoren  der  Befestigung  oder  weiterhin  unter
der  Aussicht  dort  wohnender  Sklaven.  Die  Städte
der  Häuptlinge  Nna,  Dandugu,  Watare,  Wengue
sowie  Nguttes  sind  mit  Wall  und  Graben  gut  befestigt,
  auch  die  meisten  größeren  Dörfer  sind  für
die  Vertheidigung  eingerichtet  und  nur  Ngilla  wohnt
gänzlich  frei,  weil,  wie  er  mir  stolz  erklärte,  Niemand
ihn  angrelfen  würde.  Die  Häuser  sind  überall  rund,
mit  spitzem  Grasdach  versehen.  Selbst  die  Batis
haben,  wo  sie  unterworfen  sind,  diese  Bauform  einführen
  müssen.  Die  Häuser  in  den  Städten  sind
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        sehr  geräumig  und  kunstvoll  gebaut;  die  Wände  bestehen
  aus  Rohrgeflecht,  das  mit  Lehm  beworfen  ist,
Seitenwände  und  Decke  sind  scharf  unterschieden,
während  man  in  den  Dörfern  und  auf  den  Farmen
häufig  bienenkorbartig  gebaute  Hütten  findet.  Der
Gehöftkomplex  des  Häuvtlings  ist  meist  von  einem
hohen  Mattenzaun  umgeben.  Allenthalben  in  der
Stadt  liegen  gedeckte  Hallen,  in  denen  die  Leute  bei
Versammlungen  sich  zusammenfinden,  gedeckte  Müllund
  Abfallgruben,  Schaf=  und  Ziegenställe.  Die
Häuser  selbst  sind  in  der  Regel  getheilt;  der  Mahlstein
  zum  Kornreiben,  Töpfe,  Kalebassen,  oft  bunt
und  kunstvoll  bemalt,  Körbe,  Mörser  und  Stößel
sehlen  nirgends.  Die  hölzernen,  niedrigen  Betten
sind  sorgsam  gefügt.  Niedrige  Holzsessel,  gut  gegerbte
Felle  und  fein  geflochtene  Matten,  hölzerne  Kämme,
sein  geschnitzte  Löffel,  Beutel,  Haarnadeln,  ja  selbst
Pinzetten  zum  Herausziehen  von  Splittern  rc.  verrathen
  einen  Luxus,  den  man  bei  den  Bantus  nicht
kennt,  der  aber  zum  großen  Theil  seinen  Grund  in
dem  steten  Verkehr  mit  den  Haussas  hat.  Letztere
haben  die  Industrie  und  den  Handel  des  Landes
völlig  in  der  Hand.  Zum  Theil  haben  sie  sich  als
Schmiede,  Weber,  Matten=  und  Korbflechter,  Jäger
und  Medizinmänner  fest  angesiedelt  und  es  verstanden,
  sich  den  Häuptlingen  unentbehrlich  zu  machen,
zum  Theil  kommen  und  gehen  sie  als  Händler  vom
bezw.  zum  Norden.  Die  Haussasiedelungen  sind  in
den  letzten  drei  Jahren  überall  bedeutend  gewachsen
und  bei  Ngilla  wie  Ngutte  zählen  die  Kolonien  an
500  bis  600  Menschen.  Früher  waren  auch  bei
Nna  in  Dinati  und  Dandugu  in  Mango  Haussas,
aber  zur  Zeit  hat  Ngilla  über  diese  Plätze  eine
Sperre  verhängt.  Sämmtliche  Haussas  bezw.  Fullahs
kommen  über  Tibati,  denn  von  Ngaumdere  führen
direlte  Straßen  nur  weiter  östlich  nach  Gaza  und
Kunde.  Die  Haussas  bringen  Weber-,  Töpfer-,
Schmiede-,  Färber=  sowie  Leder-  und  Flechtwaaren,
auch  Pferde  und  Esel,  verkaufen  Medizinen  für
Mensch  und  Vileh,  halten  wunderthätige,  in  Ledertaschen
  genähte  Koransprüche  feil  und  beten  auch  für
das  abergläubische  Volk.

Die  polltischen  Verhältnisse  der  Wutes  geben  zur
Zeit  zu  ewigen  inneren  Kämpfen  Anlaß.  Es  stehen
sich  vier  Häuptlinge  mit  ihren  Stämmen  feindlich
gegenüber.  Der  mächtigste  ist  wohl  Ngilla  mit  seinen
Ndumbas,  dem  aber  Ngutte  aus  dem  Lintestamm
und  Wenque  aus  dem  Melungstamm  wenig  nachstehen,
während  die  Bansoes  unter  Dandugu,  Nna  und
Dabene  ja  bereits  über  den  eigentlichen  Grenzfluß
gedrängt  sind.  Vor  zwei  Menschenaltern  noch  herrschte
Adumba  über  alle  Wutes,  die  damals  in  stetem
Kampfe  mit  den  Fullahs  lagen  und  von  diesen  von
Norden  her  in  ihre  jetzigen  Wohnsitze  gedrängt
wurden.  Nach  dem  Tode  des  Herrschers  konnte  sich
die  große  Häuptlingsfamilie,  aus  der  der  König  von
allen  männlichen  Mitgliedern  gewählt  werden  soll,
nicht  einigen,  und  es  entstanden  die  vier  genannten
Fürstenhäuser,  von  denen  der  Vater  des  jepzigen

 

417  —

Ngilla  und  der  noch  regierende  Ngutte  die  Anerkennung
  und  Unterstützung  des  Tibatihäuptlings  fanden,
dem  sie  sich  unterwarfen.  Der  verstorbene  Ndgilla
zwang  Mango  und  Wenque,  ihn  anzuerkennen;  er
und  Ngutte  besiegten  nach  langen  Kämpfen  den  letzten
großen  Batihäuptling  in  Ngaundelle  und  zwangen
ihn  zur  Flucht  nach  Tibati,  aber  nach  Ngillas  Tode
verweigerten  die  Söhne  Mangos,  Dandugu,  Nna,
Wimba,  Wenque  und  Dabene,  dem  erwählten  Nachfolger
  den  Gehorsam,  auch  Ngutte  wollte  den  jungen
Mann  nicht  als  ebenbürtig  anerkennen  und  grimme
Kämpfe  finden  jetzt  fortgesetzt  zwischen  den  feindlichen
Verwandten  statt,  aus  denen  nur  der  schlaue  Tibatisultan
  Vortheil  zieht.  Die  Herrscherform  ist  überall
die  denkbar  absoluteste.  Der  Häuptling  ist  unbeschränkter
  Herr  über  Leben  und  Tod  jedes  seiner
Unterthanen.  Er  verfügt  über  Hab  und  Gut  jedes
Einzelnen.  Die  Dörfer  giebt  er  gleichsam  an  Verwandte
  zum  Lehen,  die  dort  an  seiner  Stelle  ebenso
unumschränkte  Herren  sind.  Es  herrscht  deshalb  im
ganzen  Wutelande,  im  Gegensatz  zu  der  Zuchtlosigkeit
  der  Bantus,  eine  wunderbare  Disziplin,  die
allerdings  oft  mit  unerhörter  Grausamkeit  aufrecht
erhalten  wird.  Namentlich  Ngilla  und  Wenque  sind
sehr  gefürchtet,  ein  Menschenleben  gilt  ihnen  nichts.
Agutte,  ein  alter,  würdiger  Mann,  ist  weniger  grausam;
  doch  muß  ich  sagen,  daß  die  Ordnung  in  seinem
Staatswesen  bei  Weitem  nicht  den  Eindruck  macht
als  bei  Ngilla,  wo  man  es  jedem  kleinen  Dorfoberhaupt
  sofort  anmerkt,  daß  er  nur  ein  Werkzeug  seines
Herrn  ist.  Aus  dieser  Stellung,  die  der  Häuptling
einnimmt,  hat  sich  auch  ein  allgemein  übliches  Ceremoniell
  seiner  Unterthanen  ihm  gegenüber  herausgebildet;
  so  muß  in  Gegenwart  des  Häuptlings  Jeder
auf  der  bloßen  Erde  sitzen,  muß  gebeugten  Rückens
an  ihm  vorübergehen  und  darf  nur  mit  niedergeschlagenen
  Augen  zu  ihm  sprechen.  Spuckt  der
Häuptling,  so  beeilt  sich  Jeder,  den  Speichel  an  der
Erde  mit  den  Fingern  zu  zerreiben,  jedes  Stäubchen,
jeder  Halm  wird  sorgsam  entfernt,  wenn  er  geht,
ein  Schild  wird  über  ihn  gehalten,  wenn  es  regnet
oder  er  dem  Sonnenschein  ausgesetzt  ist;  Sklaven,
Weiber  und  Kinder  dürfen  ihm  nur  mit  spezieller
Erlaubniß  nahen  und  müssen  knieend  zu  ihm  sprechen;
kurz,  es  wird  fast  ein  Kultus  mit  seiner  Person  getrieben.
  Er  ernennt  die  Großen  und  Führer,  setzt
sie  als  Unterhäuptlinge  über  einen  Theil  der  Stadt
oder  ein  Dorf  ein  und  weist  ihnen  ihre  Unterthanen
zu,  für  die  er  sie  in  jeder  Hinsicht  verantwortlicht
macht.  Todesstrafen  über  Freie  verhängt  nur  der
König.  Die  Sklaven  zerfallen  in  zwei  Kategorien,
erstens  die  in  der  Sklaverei  geborenen,  die  man
besser  als  Hörige  bezeichnet  und  die  fast  dieselben
Rechte  genießen  als  die  Wutes,  selbst  Sklaven  besitzen
  und  oft,  namentlich  wenn  sie  dem  Königlichen
Hausstand  angehören,  nicht  ohne  Einfluß  sind;  dann
die  frischgefangenen  Bantus,  die  meist,  damit  sie  nicht
fortlaufen,  möglichst  schnell  verkauft  werden.  Auch
sie  gelten  zunächst  als  Eigenthum  des  Häuptlings
        <pb n="522" />
        und  werden  von  diesem  irgend  einem  Manne  zur
vorläufigen  Aufbewahrung  und  Verpflegung  übergeben,
  wenn  er  nicht  sofort  definitiv  über  ihr  Schicksal
entscheidet.

In  die  Arbeit  theilen  sich,  auch  wieder  im  Gegensatz
  zu  den  Bantus,  Alle,  Freie  wie  Unfreie,  Männer
wie  Frauen.  Bleibt  auch  das  Kriegshandwerk  und
die  Jagd  die  vorzüglichste  Beschäftigung  des  freien
Wute,  so  entzileht  er  sich  in  der  Bestellzeit  der  Feldarbeit
  nicht.  Die  Farmen  werden  überall  sorgfältig
bearbeitet  und  mit  Durrhakorn,  Mais  und  Kürbissen
bepflanzt,  deren  Kerne  gemahlen  und  mit  dem  Maismehl
  vermischt  genossen  werden.  Auch  Bananen  und
Pisangs,  süße  Kartoffeln  und  Grundnüsse  werden
gepflanzt.  Bei  Ngutte  fand  ich  auch  eine  große
Zwiebelzucht.  Geerntet  wird  im  Februar  und  im
August.  Ein  Theil  der  Ernte  wird  von  den  Dörfern
an  den  Häuptling  in  der  Stadt  abgeliefert,  dieser
verbraucht  bei  seinem  Riesenhaushalt  —  Ngilla  hat,
wie  er  mir  selbst  sagte,  200  Weiber  und  Dienerinnen
—  gewaltige  Mengen  und  Lebensmittel,  zumal  er
auch  an  Gäste,  Günstlinge,  reisende  Haussas  2c.  stets.
Essen  abzugeben  hat.  Er  hat  deshalb  besondere
Farmen,  die  meist  ein  alter  Haussklave  verwaltet,  die
täglich  Essen  liefern,  neben  dem,  was  seine  Weiber
in  der  Hofburg  selbst  kochen.  Auch  viele  Großen
haben  solche  Farmdörfer,  die  ihnen  den  täglichen
Unterhalt  liefern;  denn  die  Familien  sind  bei  dem
Frauenrelchthum  groß.  Jeder  Mann  hat  neben
seinen  Wuteweibern  noch  Dienerinnen,  die  aber
sämmtlich  großer  Freiheiten  in  jeder  Beziehung  sich
erfreuen,  obgleich  das  Familienoberhaupt  unumschränkt
über  alle  Mitglieder  seines  Hauses  verfügt.  Streitigkeiten
  entscheidet  überall  der  Dorf=  oder  Stadtälteste,
  nur  die  Angelegenheiten  der  Großen  oder
Sachen,  bei  denen  es  sich  um  Tod  und  Leben  handelt,
  kommen  vor  den  Häuptling.

Die  Wutes  sind  trotz  ihres  äußerlichen  mohammedanischen
  Anstrichs,  den  namentlich  die  Häuptlinge
und  Großen  zur  Schau  tragen,  die  krassesten  Heiden,
die  man  sich  denken  kann.  Man  findet  zwar  bei
ihnen  keine  Götzen,  wie  bei  den  Bantus,  sie  sprechen
von  „Allah“,  tragen  Koransprüche  und  lachen  über
die  Fetische  der  Batis;  aber  sie  sind  von  einem  ausgedehnten
  Aberglauben  und  sind  sämmtlich  Kannibalen.
Sie  sind  tapfer  und  selbstbewußt;  aber  der  Hauptzug
jedes  Einzelnen  ist  krasser  Egoismus  und  Habsucht.
Das  Fehlen  jeglicher  Charakterfestigkeit  bei  hoher
Intelligenz  drückt  die  Wutes  auf  eine  sehr  niedrige
moralische  Stufe  herab,  so  daß  man  vor  Hinterlist
und  Verrath  bei  ihnen  nie  sicher  ist,  auf  Versprechungen
  nicht  bauen  darf,  wohl  aber  auf  sie
rechnen  kann,  wenn  sie  in  ihrer  Schlauheit  aus  dem
Verkehr  mit  dem  Weißen  für  sich  einen  Nuten  erwarten.
  Jedenfalls  aber  sind  die  Wutes  energisch
und  kriegerisch  und  besitzen  vor  Allem  einen  festen
Zusammenhalt,  der  sie  den  unselbständigen,  in  sich
zerfallenen  Bantus  weit  überlegen  macht,  der  aber
auch  der  Regierung  einen  Verkehr  mit  ihnen  sehr

 

418

 

erleichtert,  weil  sich  eben  der  Stamm  in  seinem
Häuptling,  der  Handel  an  festen  Punkten  centralisirt,
von  wo  aus  er  beherrscht  und  geleitet  werden  kann.

Straferpedition  nach  der  Nordgrenze.

Nach  Berichten  aus  Kamerun  ist  es  erforderlich
gewesen,  einen  Theil  der  Schutztruppe  zu  einer  Strafexpedition
  nach  der  Nordgrenze,  dem  Flußgebiete  des
Rio  del  Rey,  zu  entsenden.  Dort  hatten  die  in  den
Rumbibergen  ansässigen  Jkoi=  und  Ngolostämme  trotz
nachdrücklicher  Verwarnungen  den  Handelsverkehr
durch  räuberische  Uebergriffe  geschädigt  und  schließlich
sogar  eine  Handelskarawane  gänzlich  ausgeraoubt  und
die  Träger  getödtet.

Am  12.  März  verließ  die  zu  ihrer  Bestrafung
ausgesandte  Expedition  in  einer  Stärke  von  zwei
Offizieren  (Hauptmann  v.  Kampt  und  Lieutenant
Nolte),  einem  Arzt  (Assistenzarzt  1.  Klasse  Dr.  Lichtenberg),
  zwei  weißen  Unteroffizieren,  93  farbigen
Unteroffizieren  und  Soldaten  und  97  Trägern  die
Station  Rlo  del  Rey  und  kehrte  am  24.  April  nach
Kamerun  zurück,  nachdem  es  Hauptmann  v.  Kamptz
gelungen  war,  seine  Aufgabe  erfolgreich  durchzuführen,
ohne  einen  Mann  seiner  Truppe  einzubüßen.  Die
aufrührerischen  Häuptlinge  hatten  nach  kurzem  Widerstande
  die  Flucht  ergriffen  und,  nachdem  eine  Anzahl
der  an  dem  Ueberfall  der  Karawane  in  erster  Linie
betheiligten  Dörfer  zerstört  waren,  um  Frieden  gebeten,
  welcher  ihnen  unter  billigen  Bedingungen  gewährt
  wurde,  nachdem  festgestellt  war,  daß  von  den
beiden  Hauptschuldigen  der  eine  mit  geringer  Begleitung
  über  die  Landesgrenze  geflüchtet  und  der
andere  im  Kampfe  getödtet  war.

Es  steht  zu  hoffen,  daß  die  Sicherheit  der  Handelsstraße
  in  jener  Gegend,  nachdem  den  Eingeborenen
in  dieser  Weise  die  Macht  des  Gouvernements  vor
Augen  geführt  ist,  in  Zukunft  nicht  mehr  gestört
werden  wird.

Dandel  in  Ramerun.

Nach  den  vorliegenden  statistischen  Mittheilungen
hat  sich  der  Handel  Kameruns  während  des  Jahres
1896  folgendermaßen  gestaltet:

Einfuhr:  Ausfuhr:
I.  Quartal  1  239  038  Mk.  1  091  213  Mtk.
II.  -  1327  668  -  1106627  -
III.  -  1666  882  —  871  020  =
IV.  1245  915  =  1254796  --Zusammen
  5  377  943  Mk.  4  323  656  Mk.

Es  ist  ausgeführt  worden:
Quartal  Palmöl  Palmbkerne  Gummi  elastik.  Elfenbein

Mar
I.  183  194  328  089  283  452  140  956
II.  318  264  346  261  271  896  118  183
III.  220  3562  240  870  263  514  90  600
IV.  266  338  366  481  254  790  211770
        <pb n="523" />
        —  419  —

Kakao:
J.  II.  III.  IV.  Quartal
5683  Mk.  5858  Mk.  30  478  Mk.  116  747  Mk.
An  Geweben  ist  eingeführt  worden:

I.  Quartal  für  288  270  Mk.
II.  -  5  210  339  —-III.
  -  -  315  709  -
IV.  -  -  218  604  „

Togo.
Dandel  in  Togo.

Nach  den  statistischen  Aufzeichnungen  hat  sich  der
Handel  in  Togo  während  des  Kalenderjahres  1896
folgendermaßen  gestaltet:

Die  Einfuhr  betrug:

im  I.  Quartal.  558  438  Mark
II.  -

-  481  998  -
III.  -  346  660  -
IV.  -  499  849

Gesammteinfuhr  1  886  840  Mark.
Die  Einfuhr  betrug  (im  ersten  Quartal  1897
478  193  Mark)  im  Jahre:
1895  2  353  322  Mark
1894
Die  Ausfuhr  betrug

2  240  642  =
im  I.  Quartal.  581  656  Mark
II.  -  -

-  8332  288
III.  -  408  111  -
IV.  -  329861

Gesammtausfuhr  1  651  416  Mark.
Die  Ausfuhr  betrug  (im  ersten  Quartal  1897
239  992  Mark)  im  Jahre:

1895  9  048  465  Mark
1894  2  894  993.
Warlhall-AInseln.

Schiffsverkehr  in  Jaluit  im  Jahre  1896.

Aus  Jaluit  meldet  der  Kaiserliche  Landeshauptmann
  über  den  dortigen  Schiffsverkehr  im  vorigen
Jahre  Nachstehendes:

Unter  den  Schiffen,  welche  Jaluit  im  Jahre  1896
besucht  haben,  befanden  sich  die  beiden  deutschen
Kriegsschiffe  „Bussard“  und  „Falke“,  welche  je  zweimal
  eingelaufen  sind,  sowie  das  amerikanische  Missionsschiff
  „Morning  Star“  mit  zwei  Einklarirungen
und  der  Schuner  der  katholischen  Mission  vom  helligen
  Herzen  „Maris  Stella“  mit  einer  Einklarirung.

Die  Zahl  der  deutschen  Kauffahrteischiffe  betrug
11  mit  50  Einklarirungen  und  4114  Registertonnen
gegen  9  mit  54  Einklarirungen  und  4212  Registertonnen
  im  Vorjahre.

 

Von  diesen  Schiffen  haben  einklarirt:  4  Schiffe
je  einmal,  3  Schiffe  je  fünfmal,  2  Schiffe  je  sechsmal,
1  Schiff  achtmal,  1  Schiff  elfmal.

Unter  diesen  Fahrzeugen  befanden  sich  fünf  Eingeborenen
  gehörige  Schuner  mit  29  Einklarirungen
und  768  Tonnen.

Den  deutschen  Kauffahrteischiffen  stehen  neun  nichtdeutsche
  mit  16  Einklarirungen  und  6842  Registertonnen
  gegen  sieben  nichtdeutsche  mit  14  Einklarirungen
  und  4725  Registertonnen  im  Vorjahre
gegenüber.

Dem  deutschen  Handel  dienten:

11  deutsche  Schiffe  mit  50  Einklarirungen  und
2986  Registertonnen,
4  dänische  Schiffe  mit  4  Einklarirungen  und
1851  Registertonnen,
2  norwegische  Schiffe  mit  3  Einklarirungen  und
1360  Registertonnen,
1  hawalsches  Schiff  mit  2  Einklarirungen  und
94  Registertonnen,
1  englisches  Schiff  mit  1  Einklartrung  und
897  Registertonnen.
Zusammen  19  Schiffe  mit  60  Einklarlrungen  und
7188  Registertonnen,  gegen  1  Schiff  mit  6  Einklartrungen
  und  2640  Registertonnen,  welches  dem
englischen  Handel  diente.
Im  Vorjahre  hatten  gedient:
dem  deutschen  Handel  15  Schiffe  mit  62  Einklarirungen
  und  6097  Registertonnen,
dem  englischen  Handel  1  Schiff  mit  6  Einklartrungen
und  2840  Registertonnen.

Uebersicht  der  im  Schutzgebiete  der

Marsball-Inseln  am  J.  Januar  1897  anfässigen  Deutschen
und  Fremden.

a.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5  #
Staats-  O
ZS  S  *  3  B
angehörigtetss  2
5NESESSESH
Deutsche  4  1  1  611
Amerikaner  —s  ———..———
Brasilianer  —  1—  ——
Chineserr—  ———  2ô
Dänen  —  —
Engländer  —.  11—.—  1  —41
Norwegrr  3
Schweden  .  —  2  —  ————2
Schweize.—  ——1
Ohne  Staats-  1  n
angehörigkeit.—  41—1—1—  —  4
Zusammen  38  1  614  5  7  1  51
        <pb n="524" />
        b.  Nach

Staatsangehörigkeit


S

—SO  îÊ

    

 

Zusammen  41  41  6.  1.  81
*)  3  Frauen.  1  Frau.  *#)  1  Frau.  1)  Nur  Frauen.
Deutsch-BNeu-Guinea.

#eue  Rarten  des  Schutzgebietes.

Von  der  Nautischen  Abtheilung  des  Reichs-Marine-Amtes
  sind  zwei  neue,  das  Schutzgebiet  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  betreffende  Karten  herausgegeben
worden:  1.  Im  Maßstab  1:  500  000  eine  vorläufige
  Karte  der  Nord=  und  Südküste  von  Neupommern,
  nach  den  flüchtigen  Aufnahmen  S.  M.  S.
„Möwe“  1895,  unter  Benutzung  der  Aufnahmen  des
Vizeadmirals  a.  D.  Freiherrn  v.  Schleinitz,  vom
K.  Gloucester  bis  Möwehafen,  mit  kleinen  Spezialaufnahmen
  von  Möwehafen  und  Hannamhafen,
letztere  im  Maßstab  von  1:50  000.  2.  Im  Maßstabe
  von  1:  15  000  Friedrich  Wilhelmshafen  und
Umgebung,  nach  den  Aufnahmen  S.  M.  S.  „Möwe“
1896,  Kommandant  Korvettenkapitän  Janke,  mit
Tiefenangaben  in  Metern.  Erstere  Karte  ist  in
Kommission  bei  Dietrich  Reimer,  Berlin  W.,  Wilhelmstraße
  29,  erschienen  und  zum  Preise  von  1,50  M.,
letztere  vom  Reichs-Marine-Amt  direkt  zum  Preise
von  0,50  M.  zu  beziehen.

 

RAus  dem  PBereiche  der  Wissionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Einem  Bericht  des  Inspektors  Schreiber  über
den  Stand  unserer  Missionsarbeit  in  den  „Rheinischen
Missionsberichten“  entnehmen  wir  Folgendes:

In  einem  Theile  von  Deutsch-Südwestafrika  gab
es  während  des  letzten  Jahres  eine  schwere  Dürre
und  Hungersnoth.  Hier  war  es  für  uns  sehr
schwierig,  zu  helfen.  Denn  erstlich  kaun  man  nach
diesen  Stationen,  da  sie  weit  vom  Meere  abliegen,
das  Korn  nicht  so  leicht  hinschaffen,  als  wie  nach
Steinkopf  und  Kommaggas,  wohin  sogar  eine  kleine

40

     

 

Eisenbahn  geht,  die  uns  das  Korn  das  ganze  Jahr
hindurch  in  sehr  anerkennenswerther  Weise  umsonst
spedirt  hat.  Sodann  aber  waren  eben  durch  die
entsetzliche  Dürre  die  Ochsen  so  enkkräftet,  daß  man
oft  kein  Gespann  mehr  zusammenbringen  konnte.
Dazu  kam  endlich  noch  die  sehr  streng  gehandhabte
Grenzsperre  wegen  der  Rinderpest.  So  lag  und  liegt
zum  Theil  noch  jetzt  das  von  uns  gesandte  Korn  in
Angra  Pequena  und  Steinkopf  und  kann  den  armen
Hungernden  nicht  zugeführt  werden.  Nun  ist  zwar
gegen  Ende  des  Jahres  fast  im  ganzen  Lande  ausgiebig
  Regen  gefallen;  aber  leider  kam  derselbe
vielfach  zu  spät.  Das  Vieh  ist  den  Leuten  inzwischen
zu  Grunde  gegangen!  Dies  Alles  gilt  aber  nur  von
dem  südlichen  Theile,  also  von  Großnamaland  und
auch  da  nicht  überall  in  gleichem  Maße.  Ein  Gutes
hat  diese  Noth  übrigens  an  manchen  Stellen  gehabt,
nämlich,  daß  die  trägen  Namas  endlich  arbeiten  gelernt
  haben.  An  manchen  Orten  hat  die  Noth  auch
noch  weiteren,  geistlichen  Segen  gehabt,  aber  leider
nicht  so  viel,  wie  man  hätte  erwarten  sollen.

Unsere  Hoffnung,  die  wir  noch  vor  einem  Jahre
hier  hegen  durften,  nämlich,  daß  ganz  Deutsch-Südwestafrika
  sich  nun  eines  dauernden  Friedens  erfreuen
würde,  erlitt  bald  darauf  einen  argen  Stoß  durch
den  ganz  unerwarteten  Aufstand  der  Khauas-Hottentotten
  von  Gobabis,  dem  sich  auch  einige  unzufriedene
Hereros  anschlossen.  Es  war  ein  großes  Glück,  daß
die  anderen  Nama=  und  Hererostämme  ruhig  und
den  Deutschen  treublieben;  denn  so  war  es  möglich,
den  Aufstand  sofort  niederzuschlagen.  Ein  weiteres
Glück  war  es  aber  auch,  daß  der  Herr  Landeshauptmann
  nicht  den  Stimmen  derer  nachgab,  die  im
Zusammenhange  damit  eine  allgemeine  Entwaffnung
der  Hereros  anriethen,  eine  Maßregel,  die  nach  dem
Urtheil  unserer  erfahrenen  Missionare  unvermeldlich
zu  einem  allgemeinen  Kriege  mit  den  Hereros  hätte
führen  müssen,  dessen  Ende  Niemand  hätte  absehen
können.  So  hat  nun  die  ganze  Sache  dazu  gedient,
dos  Ansehen  des  deutschen  Regiments  bei  den  Eingeborenen
  bedeutend  zu  vermehren.

Für  unsere  Arbeit  unter  den  Namas,  die  abgesehen
  von  der  Dürre  einen  erfreulichen  Fortgang
nehmen  konnte,  trat  in  diesem  Jahre  die  Landfrage
noch  mehr  in  den  Vordergrund.  Dem  immer  mehr
um  sich  greifenden  Uebergang  des  Landes  in  weiße
Hände  gegenüber  haben  wir  es  für  unsere  Pflicht
erachtet,  zu  thun,  was  wir  können,  um  einen  ausrelchenden
  Thell  des  Landes  auf  die  eine  oder  andere
Art  für  die  Farbigen  festzulegen.  An  einigen  Orten
ist  uns  das  schon  gelungen,  über  andere  derartige
Angelegenheiten  schweben  die  Verhandlungen  noch.
In  Rietfontein  haben  wir,  soweit  das  Gebiet  englisch
  ist,  zwei  Plätze  als  festes  Eigenthum  erworben,
ein  dritter  Platz  ist  unserer  Missionsstation  zugesprochen
  worden.  Der  Platz  Nabis  im  Bondelzwartsgebiet
  ist  uns  auch  von  dem  Häuptling  überwiesen,
doch  ist  die  Sache  von  der  Regierung  noch  nicht  bestätigt.
  In  Gibeon  hat  Hendrik  Witbooi  seinem
        <pb n="525" />
        neuen  Missionar,  d.  h.  uns,  den  guten  Platz  Rietmond
zum  Geschenk  gemacht,  bisher  hat  aber  die  Regierung
diesen  nebst  einem  anderen  benachbarten  Platz  nur
für  unveräußerliches  Eigenthum  des  Stammes  erklärt.
Ueber  Gochas  und  Hoachanas  schweben  noch  die
Verhandlungen.  Mit  Dank  müssen  wir  es  anerkennen,
  daß  uns  die  deutsche  Regierung  bisher  in
dieser  wichtigen  Sache  wohlwollend  entgegengekommen
ist.  Für  die  geistliche  Versorgung  der  Weißen  im
Lande  gewährt  uns  die  Regierung  6000  Mk.  jährlich.

Während  der  Stand  der  Arbeit  unter  den  Hereros
augenblicklich  aus  den  oben  angegebenen  Gründen
und  wegen  der  bekannten  Neigung  der  Leute,  sich
immer  wieder  von  den  Stationen  weg  ins  Feld  zu
zerstreuen,  kein  befriedigender  ist,  hat  die  Arbeit
unter  den  Bergdamara  einen  recht  erfreulichen  Fortgong
  genommen.  Außer  auf  den  beiden  Bergdamarastationen
  Okombahe  und  Ghaub  ist  nun  auch  auf
Otyimbingue  durch  Missionar  Olpp  die  Arbeit  unter
den  Bergdamara  energisch  in  Angriff  genommen,  und
auch  auf  der  früheren  Station  des  Missionars  Kremer,
  Tsumamas,  das  jeht  eine  Filiale  von  Franzsontein
  geworden  ist,  geht  es  schön  voran.  110
Bergdamara  konnten  im  Laufe  des  Jahres  getauft
werden.  Auch  in  Franzsontein  und  Walfischbai  geht
es  erfreulich  voran  mit  der  Arbeit  unter  den  dortigen

amas.

Unser  Missionar  Siebe  hatte  als  Pastor  der
weißen  Gemeinde  in  Windhoek  ein  schweres  Anfangsjahr,
  doch  scheint  er  jetzt  die  schlimmsten  Stürme
überstanden  zu  haben.  Zur  Arbeit  unter  den  Farbigen
  ist  er  noch  kaum  gekommen.

Im  Ovambolande  endlich  hat  es  zwar  auch  wieder
allerlei  Noth  und  Besorgniß,  auch  viel  Krankheit
gegeben;  aber  die  Arbeit  nimmt  trotzdem  einen  erfreulichen
  Fortgang.  Missionar  Stahlhut  ist  dabei,
die  Station  Ondjiva  auf  einen  besseren  Platz  zu  verlegen.
  Dort  und  auf  Omupanda  mehrt  sich  die  Zahl
derer,  die  den  Gottesdienst  besuchen,  und  auch  von
den  Vornehmen  beginnen  einige  zu  lernen.  In
Omupanda  haben  sich  die  im  Vorjahre  getauften
Erstlinge  gut  bewährt  und  ist  nun  eine  noch  etwas
größere  Zahl  hinzugekommen,  abgesehen  von  denen,
die  von  den  Stationen  der  finnischen  Missionare
dahin  ziehen.  Der  junge  Bruder  Ickler,  den  wir
im  Herbst  für  das  Ovamboland  ausgesandt  haben,
hat  sein  Ziel  leider  noch  nicht  erreichen  können.

Im  Ganzen  wurden  in  unserer  afrikanischen
Mission  im  letzten  Jahre  getauft  aus  den  Heiden
628,  Christenkinder  in  den  Gemeinden  830.  Die
Gesammtzahl  der  Gemeindeglieder  beträgt  23  706,
also  751  mehr  als  im  Jahre  vorher,  die  der  Abendmahlsberechtigten
  9244,  also  408  mehr  als  im
Vorjahre.

 

Statistik  der  in  Deutsch-Südwestafrika  (Namaland)
  in  Betracht  kommenden  Stationen  der  Rheinischen
  Missionsgesellschaft:  Warmbad  622  Christen,
Missionar  Wandres;  Bethanien  1168  Christen,

421

 

Missionar  Heinrichs;  Keetmanshoop  etwa  900
Christen,  Missionare  Meisenholl  und  Kronsbein;
Rietfontein  276  Christen,  Missionar  Pabst  (jRetzt
vakat);  Berseba  925  Christen,  Missionar  Hegner;
Gochas  292  Christen,  Missionar  Albath;  Hoachanas
111  Christen,  Missionar  Judt;  Rehoboth  1033
Christen,  Missionar  Heidmann.

 

Ueber  Missionserfolge  bei  den  Aboleuten  in
Kamerun  schreibt  Pastor  Gründler  in  Warnitz  in
dem  „Missionsfreund“  Folgendes:

In  der  deutschen  Kolonie  Kamerun  in  Westafrika
stehen  seit  1886  Baseler  Missionare  in  gesegneter
Arbeit.  Besonders  im  Innern  des  Landes  bei  dem
Stamm  der  Aboleute  hat  Gott  der  Herr  ihnen  fast
wunderbare  Missionserfolge  geschenkt.

Damit  war  es  aber  so  zugegangen.  Der  Negerstamm
  der  Dualla,  der  den  Küstenstrich  am  Kamerunfluß
  bewohnt,  ist  ein  Handelsvolk.  Die  Dualla  vermitteln
  den  Handelsverkehr  der  Europäer  mit  den
Stämmen,  die  weiter  ins  Land  hinein  wohnen.
Händler  von  den  Dualla  fahren  auf  langen,  schmalen
Kähnen,  die  sie  geschickt  aus  großen  Baumstämmen
aushöhlen,  die  Flüsse  hinauf  ins  Innere  des  Landes.
Sie  führen  ganze  Wagenladungen  mit  sich,  die  als
Tauschmittel  dienen;  denn  im  Innern  des  Landes
hat  das  Geld  keinen  Werth.  Dahin  bringen  sie
Tabak  und  Perlen,  Baumwollenstoffe  und  alte,  abgelegte
  europäische  Hüte,  Nadeln  und  Knöpfe,  Messer,
Löffel,  Spiegel  und  dergleichen  mehr,  leider  auch
Branntwein.  Das  wird  von  den  Leuten  begierig
genommen.  Die  Händler  erhalten  dafür  Palmöl,
Kautschuk  und  Elfenbein,  was  sie  dann  wieder  den
europäischen  Kaufleuten  an  der  Küste  verkaufen.

Eine  solche  Händlerschaar  zog  im  Jahre  1886
den  Abofluß  hinauf,  der  in  den  Kamerunfluß  mündet.
Sie  wollten  mit  den  Aboleuten  im  Abolande  Handelsgeschäfte
  abschließen.  Unter  den  Händlern  war  elner,
der  kein  Heide  mehr  war.  Er  war  an  der  Küste
bekehrt  und  ein  frommer  Christ  geworden.  Der
konnte  es  nicht  lassen,  vor  den  Aboleuten  von  selnem
Glauben  zu  zeugen  und  ihnen  von  dem  Sünderheiland
zu  sagen.  Die  Leute  horchten  bei  dieser  wunderbaren
Botschaft  auf.  Bei  einem  fiel  das  Wort  auf  empfänglichen
  Boden.  Es  war  der  junge  Häuptlingssohn
Koto,  der  es  sich  zu  seiner  Lebensaufgabe  zu  machen
begann,  seinen  Landsleuten  das  Evangelium  zu  predigen.
  Im  Jahre  1888  zog  er  hinab  an  die  Küste,
stellte  sich  den  Missionaren  vor  und  wurde  auf  den
Namen  Josef  getauft.  Josef  Koto  mußte  vorläufig
allein  ins  Aboland  zurückkehren  mit  dem  amtlichen
Auftrag,  im  Namen  der  Missionare  das  Evangelium
zu  predigen  und  ihnen  vorzuarbeiten,  bis  es  ihnen
selbst  möglich  sein  würde,  in  das  Aboland  zu  kommen.
Er  baute  in  Mangamba  eine  kleine  Kapelle  und
predigte  eifrig.  Aber  bald  wuchs  ihm  die  Sache
über  den  Kopf;  denn  die  Bewegung  griff  immer
welter  um  sich.  Seine  Zeit  und  Kraft  reichte  nicht
aus,  Alle  zu  unterweisen,  die  die  Sache  Gottes  lernen
        <pb n="526" />
        wollten.  Seine  Kapelle  reichte  nicht  aus,  die  Menge
der  Besucher  zu  fassen,  die  sonntäglich  zu  den  Gottesdiensten
  herbeikamen.  Er  sandte  einen  Eilboten  nach
dem  andern  an  die  Missionare  mit  der  dringenden
Bitte,  sie  möchten  doch  kommen  und  helfen.

Da  machten  sich  die  Brüder  Schmidt  und
Autenrieth  auf,  um  selber  zu  sehen,  wie  es  eigentlich
  im  Abolande  stände.  Ihre  Erwartungen  wurden
weit  übertroffen.  Das  Herz  ging  ihnen  auf,  als  sie
das  Wehen  des  göttlichen  Geistes  in  so  viel  heilshungrigen
  Seelen  erkannten.  Das  Kirchlein  Josefs
faßte  60  Personen,  300  aber  erschienen  zum  Gottesdienst.
  Da  half  es  nichts,  die  Missionare  mußten
zehn  Tage  dortbleiben  und  gleich  Hand  anlegen  zum
Bau  einer  geräumigen  Kirche.  Elf  Taufbewerber
wurden  getauft,  die  Feier  des  heiligen  Abendmahls
wurde  gehalten,  zwei  Paare  wurden  kirchlich  getraut.
Das  Gotteshaus  war  jedesmal  überfüllt.  „Ich  sah,
ich  staunte“,  schrieb  Bruder  Autenrieth.  Das  war
im  November  1888.

Im  Mai  1889  sind  denn  die  Brüder  Autenrieth
  und  Walker  zu  dauerndem  Aufenthalt  nach
Mangamba  gezogen  und  haben  zur  größten  Freude
der  Leute  Mangamba  zu  einer  Hauptstalion  ausgebaut.
  Seitdem  ist  die  Missionsthätigkeit  im  Abolande
  stets  von  Erfolg  begleitet  gewesen  und  hat  auch
bei  der  im  September  und  Oktober  1893  zum  Ausbruche
  gelangten  Christenverfolgung  Stand  gehalten.

Mit  rührender  Treue  und  Liebe  hängen  die  Leule
an  ihren  weißen  Lehrern.  Der  Aufenthalt  in  Westafrika
  ist  für  Europäer  gefährlich  und  ungesund.
Trogß  aller  Vorsichtsmaßregeln  erliegen  sie  leicht  dem
tödlichen  Fieber.  Das  hat  die  Basler  Mission  schon
manches  Mal  schmerzlich  erfahren.  Um  solchen  traurigen
  Fällen  möglichst  vorzubeugen,  erhalten  die
Missionare  von  Zeit  zu  Zeit  Urlaub,  damit  sie  sich
in  Europa  erholen  können.  Neu  gestärkt  und  erfrischt
  an  Leib  und  Seele  kehren  sie  dann  wieder  auf
ihr  Arbeitsfeld  zurück.  Da  ist  jedesmal  große  Trauer,
wenn  ein  Lehrer  das  Land  zu  solcher  Urlaubsreise
verläßt.  Und  wenn  er  wiederkehrt,  ist  die  Freude
groß.  Aber  niemals  ist  größerer  Jubel  in  Mangamba
  gewesen  als  im  Angust  1892.  Da  kehrte
Bruder  Walker  aus  Europa  zurück  und  hatte  sich
von  dort  eine  junge  Frau  mitgebracht.  Das  hatten
die  Aboleute  schon  lange  schmerzlich  vermißt,  daß  sie
mehrere  Väter  und  noch  keine  Mutter  hatten.  Nun
kam  die  langersehnte  „Abomutter“  ins  Land.  Alles
strömte  zusammen,  um  sie  mit  festlichem  Sang  zu
begrüßen  und  ihr  kräftig  und  herzlich  die  Hand  zu
schürteln.  Jetzt,  meinten  sie,  könne  keiner  mehr  behaupten,
  daß  Mangamba  im  Busch  liege;  wo  solch
eine  Mutter  wohne,  könne  unmöglich  Buschland  sein.

So  ist  die  Arbeit  Jahr  für  Jahr  freudig  und
gesegnet  vorwärts  gegangen.  Durch  eine  Reise  Bruder
Autenrieths  ist  ein  erfolgreicher  Vorstoß  nach
Norden  gemacht  und  eine  zweite  Hauptstation  Nyasoso
angelegt.  Wenn  auch  das  Heidenthum  noch  nicht
völlig  besiegt  ist,  wenn  sich  auch  in  den  Herzen  der

42

 

Christen  immer  noch  viele  Schwachheit  findet,  so
müssen  wir  doch  erkennen,  daß  das  gesegnete  Missionserfolge
  sind  im  Abolande  in  Kamerun,  wie  sie  sich
nicht  auf  jedem  Missionsgebiet  finden.

 

RAus  fremden  Molonien.

Bandel  im  Rongostaat.

Die  Nummer  4  des  „Bulletin  officiel  de  l’Etat
Indeépendant  du  Congo“  enthält  die  Handelsstatistik
  des  Kongostaats  für  das  Jahr  1896.

Danach  beläuft  sich  die  Gesammtausfuhr)  auf
15  091  137,62  Frcs.,  die  Gesammteinfuhr?“)  auf
16  040  370,80  Frcs.,  so  daß  der  Generalhandel
einen  Werth  von  über  31  000  000  Frcs.  (nahezu
30  pCt.  mehr  als  im  Vorjahr)  repräsentirt.

Die  Ausfuhr  der  aus  dem  Gebiet  des  Kongostaates
selbst  stammenden  Waaren  beträgt  12389  599,85  Fres.
und  die  Einfuhr  der  für  das  Gebiet  zum  Verbrauch
bestimmten  Waaren  15.227776,44  Frcs.  Der
Spezialhandel  ergiebt  sonach  einen  Werth  von  über
27½  Millionen  Frcs.  (über  27  pCt.  mehr  als  im
Vorjahre).  1

In  der  Einfuhr  nehmen  baumwollene  Gewebe
die  erste  Stelle  ein  (für  über  4  000  000  Frcs.).  Die
Spirituoseneinfuhr  hat  seit  1894  stetig  abgenommen.
In  dem  genannten  Jahre  betrug  dieselbe  1747  732  1,
eine  Zahl,  die  im  folgenden  Jahre  (1895)  auf
1  465  590  1  herabging;  im  Jahre  1896  fiel  diese
Einfuhr  auf  1  215  726  1  im  Werthe  von  378  580
Frcs.;  sie  stellt  mithin  zur  Zeit  nur  1,37  pCt.  des
gesammten  Handelsumsatzes  dar.

Bei  der  Einfuhr  kommt  Deutschland  als  Herkunftsland
  an  dritter  bezw.  vierter,  bei  der  Ausfuhr
als  Bestimmungsland  an  fünfter  Stelle.

 

Perschiedene  Wiltheilungen.

Frauenverein  für  Rrankenpflege  in  den  deutschen
Rolonien.

In  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  schreibt  die  Vorsitende
  der  Abtheilung  Kamerun  Frau  Dr.  Plehn:
„Das  neue  Hospital  wird  wunderschön,  aber  sehr
groß,  größer  als  das  in  Togo.  Die  Schwestern
fürchten  sich  etwas  vor  dem  vielen  dann  nothwendigen
Laufen,  und  werden  sie  naturgemäß  mehr  Boys
nöthig  haben!  Man  sieht  von  der  Piazza  des  Hospitals
  bis  nach  Fernando  Po.  Das  Haus  bekommt  gerade
die  volle  Seebrise,  und  daß  es  etwas  zurückliegt,
hindert  nichts  daran,  da  kein  hoher  Baum  davor  ist.

*)  umfaßt  alle  Waaren,  gleichgultig,  ob  sie  aus  dem
Gebiet  des  Kongostaates  stammen  oder  nicht.

)Umfaßt  alle  Waaren,  gleichgultig,  ob  dieselben
zum  Verbrauch,  zur  Durchfuhr  oder  für  Niederlagen  bestimmt
  sind.
        <pb n="527" />
        Es  wird  sehr  schön  kühl  darinnen  sein,  da  seine  dicken
Mauern  die  Hitze  abhalten  werden.“

Aus  dem  in  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  veröffentlichten
  Johresbericht  des  deutschen  Frauenvereins
für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  für  das  Jahr
1896/97  entnehmen  wir  Folgendes:

Der  Vorstand  besteht  aus  14  Damen  und
10  Herren.  Im  Laufe  des  Jahres  sind  im  Ganzen
zehn  Sitzungen  gehallen  worden.

Die  Gesammtzahl  der  Mitglieder  betrug  am  Ende
des  vorigen  Jahres  rund  1730;  es  dürfte  aber  hier
erwähnt  werden,  daß  seit  dem  1.  Januar  bereits  392
neue  Mitglieder  eingetreten  sind,  das  Jahr  also  sehr
günstig  begonnen  hat.  Die  Vermehrung  der  Mitglieder
  seit  vorigem  Bericht  bis  heute  beträgt  also
über  400.

Die  Zahl  der  Abtheilungen  war  im  vorigen
Jahre  19.  Es  ist  hinzugetreten  Leipzig  mit  etwa
360  Mitgliedern.

In  Detmold  und  Schwerin  sind  neue  Abtheilungen
  in  der  Bildung  begriffen,  durch  welche  eine
fernere  Mehrung  der  Mitglieder  in  Aussicht  steht,
so  daß  im  Ganzen  jetzt  23  Abtheilungen  als  vorhanden
  angenommen  werden  können.

In  Ostafrika  wird  in  Dar-es-Saläm  die  Fertigstellung
  des  neuen  Krankenhauses  in  diesem  Sommer
bestimmt  erwartet.

In  Westafrika  war  es  Kamerun,  welches  infolge
vieler  Erkrankungen  vielfache  Veränderungen  und
Sendungen  nothwendig  machte.

Im  Ganzen  sind  neun  Schwestern  nach  den
Kolonien  gesendet  und  acht  nach  Europa  zurückgerufen
worden,  eine  Zahl  von  Veränderungen,  wie  sie  bisher
  noch  nicht  vorgenommen  war.

Der  Anfang  dieses  Jahres  hat  sich  als  ein  besonders
  günstiger  gestaltet,  und  der  Ausblick  auf
ferner  zu  erwartende  außergewöhnliche  Einnahmen
ist  ein  so  hoch  erfreulicher,  daß  die  Hoffnung  auf
völlige  Ausglelchung  der  Sorgen  des  Vorjahres  durch

423

 

vergrößerte  Anstrengungen  eine  wohlbegründete  genannt
  werden  darf.

Die  Einnahmen  betrugen  während  des  Jahres
1896  15  632,12  Mk.,  die  Ausgaben  27  812,33  Mk.
Vermögensbestand  am  31.  Dezember  1896:
20  836,22  Mk.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV  VU

Tikterakur.

Die  deutsche  Koloniallitteratur  von  1884  bis
1895.  Mit  einem  Anhang:  Verzeichniß  von
Werken,  die  sich  auf  fremdländische  Kolonien  beziehen
  und  in  der  Bibliothek  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft
  vorhanden  sind.  Herausgegeben
von  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft,  bearbeitet
von  M.  Brose,  Hauptmann  a.  D.,  Bibliothekar
der  Deutschen  Kolonialgesellschaft.

In  dem  Bestreben,  ihren  Mitgliedern  die  Benuhung
  der  Gesellschaftsbibliothek  zu  erleichtern,  hat
die  Deutsche  Kolonialgesellschaft  nach  dem  Plane  des
1891  erschienenen  Broseschen  Repertorium  ein  vollständiges
  Nachschlagebunh  über  die  bisher  erschienene
deutsche  Koloniallitteratur  herausgegeben,  welches
übersichtlich  geordnet  für  Jeden,  der  sich  mit  kolonialen
  Fragen  beschäftigt,  von  großem  Nutzen  sein
wird.  Das  Buch  enthält  neben  den  Kolonialwerken
insbesondere  auch  eine  weitgehende  Uebersicht  der  in
Zeitschriften  erschienenen  Aufsätze  und  wissenschaftlichen
  wie  amtlichen  Mittheilungen.  Ausführliche
Nachträge  erscheinen  alljährlich  in  Melneckes  kolonialem
  Jahrbuch.

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVVVVVVVVYVVyTT

Tifterakur-erxeichnis.

de  Rochebrune,  A.  T.:  Toxicologie  alricaine.  Avcc
3  fase.  Frs.

 

O.  Doin  in  Paris.

 

Schiffsbewe

gungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

.  „Bussard“  14/4.  Apia.

&amp;amp;&amp;amp;S##&amp;amp;G

4  „Hyäne“  13/8.  Kamerun.

ae#
S#sgsss

(Poststation:  Hofpostamt.)
„Condor“  26/5.  Seychellen  24/6.  —  Sansibar.
4„Falke"  9/5.  Opia  10/5.  —  16/5.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.“
„Habicht“  19/4.  Kapstadt  29/5.  —  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
(Poststation:  Monrovia.)

Vermessungsschiff  „Möwe“  31/3.  Friedrich  Wilhelmshafen.  (Poststation:  asserviren.)

(Poststation:  Sansibar.)

M.  S.  „Seeadler“  18/8.  Dar-es-Salám.  (Poststation:  Sansibar.)
Ablösungstransporte:

Reichspostd
S.  M.  S.  „Seeadler“  (ganze  Besatzung):

ampfer  „Reichstag“  der  Deutschen  Ostafrika-Linte  mit  dem  heimkehrenden  Ablösungstransport

Transportführer:  a)  Kapitänlieutenant  Hoffmann  für  die  Reise  Sansibar—Marseille,
b)  Lieutenant  zur  See  v.  Trotha  (Adolf)  für  die  Reise  Marseille—  Hamburg:
Heimreise:  13/6.  Blissingen  138.6.  —  14/6.  Hamburg.
        <pb n="528" />
        424

Reichsbendampier  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  SS.
„Falle“  und  „Bussard“  (ganze  Besatzungen):

 

 

Transportführer:  Korvettenkapitän  Wallmann
Ausreise:  Bremerhaven  5/5.  —  6/5.  Antwerpen  9/5.  —  10/6.  Southampton  10/5.  —  166.
Genua  18/5.  —  19/5.  Nrapel  19/5.  —  23/5.  Port  Said  23/5.  —  28/5.  Aden
28/5.  —  4/6.  Colombo  5/6.  —  17/6.  Albany  17/6.
Derkehrs-Zachrichten.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
N  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
ach  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Ostafrika.

Neapel
(deutsche  Schlffe)
Brindisi
(englische  Schiffe)
Marseill
ranzösische  Schiffe)

am  55  523.  duti,  18.  Aug.
am  38  zu  15.  Aug.
abd
am  10.  Fieben  Mts.
40  nms.

Tanga  20  Tage
Dar-es-Saläm  21  Tage
Sansibar  23  Tage

Sansibar  18  Tage

l

am  5.,  16.,  26.  Juli,
13.,  16.  August
10  abds.

am  8.  jedes  Monats
10s6  abds.

 

2.  Deutsch-übwestafrlka.

 

am  24.  Juli,  21.  Aug.
40  ums.

am  26.  Juli  mittags
*  25.  Sept.  nachts

 

Gat  rn  !  Ken.  S  7WG  6  r
wöchentlich  bis  rustndo  *5  ron  sun3  5o  7
von  dort  weiter  r  dem
Landwege.)  a  —'
3.  Ramerun  &amp;amp;  ce  R

aie  Tau#

Lüderitzbucht  27  Tage
Swakopmund  31  Tage

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

am  23.  Juli,
1°5  ums.

20.  Aug.

am  25.  Juli  118  abds.

25.  Sept.  720

 

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  7.  Juli,  4.  August

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10,  jedes  Monats
20  abds.

am  6.  Juli,  2.  August
1°  ums.

 

4.  Togo-Gebiet

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen

  des  Absender

ambur
c  3,

Liverpool
(englische  Schiffe)

s8
Marseille
(kranzöslsche  Schisfe)

am  10.  88  38  nachts
am  20.  jed

am  Lehten  jed.  Mts.-am
  4#  *  lt
m  25  jedes  —

Klein-Popo  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Aecta  age
n  da  ab  Landderbinbung
S#ten  36  Tage
von  da  60  Landverdindung

Kotono

age
von  da  *  Landoerbindung

am  10.,  and  ezten
jedes
720  eile

am  12.,  26.  Juli,
9.,  23.  Aug.  15  ms.
am  23.  jedes  Monats
10½%  abbs.

 

5.  Deutsch-Keu-Guinea.

Neapel
(deutsche  Schiffe)
Brindisi
(Nachversand)

am  duli,  22.  Sepi.
am  aen  26.  Sept.

Stephansort  45  Tage
41  Tage

l

am  26.  30.  Juli
20.,  5,  Sppeenber

 

6.  Marshall-Inseln.

 

 

Brindisi
(über  Manila)

am  4.  Juli,  29.  Aug.
abds.

Jaluit  etwa  70  Tage

 

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

am  2.  Juli,  27.  Aug.
103  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von  utungs-  Die  K  Seisens  fällig  Von  Die  Post  #  fallig
7*
Deutsch-Ostafrika  oun.  "  7  *  Togogebiet  .....  damburg  .·  —  n  ö
Murseilé  am  17.  Jui.  15.  Aut  Marseille  ..  am  16,  jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafrika  South  6.Juli,  3.,  31.  Aug,  Deutsch-Nen-Guinea.  Neapell.  am  25.  Juli,  19.Spt.
Ramerun  ....  ...  i  n  Marshall·  Inseln  ...  Mgreite  ader  Mitle  August

 

 

 

 

I
·-FälligkeitötaqefükdiemitdeutschenSchisseneinttessenbenPostem
        <pb n="529" />
        425  —

WoERMNMNAJNN-LITNIE.
Regelmäßige  Volt-Dampfschifffabrt  zwischen  Hamburg  und  Westafrika.

 

Fahrplan  für  das  dritte  Vierteljahr  1897.

 

Linie  I.  Nach  Lagos,  Lome,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Negra.

Ausreise.

Heimre  ise.

 

Honburg  1.
adeira
Monrovia  ".

Lome  Z
Lagos

Sainun  ..
io  del  Re
Vietoria
ücheme  Po
Malim  .
Mein-Datums  .
Longji  ..
Flantatton  .
ribi  ..
Groß-Sammet  .
Gabun  .

Kap  Lopez

Selte  Cama
Nyanga

Ws  Negra  %

 

 

 

Juli  10..  Aug.  10.  Sept.  10.
*  19.  :  19  19.
r*  27.  *  27.  :  27.
*  29.  :  29  :  29.

A  4  Sopt  .  Di  2n
ug.  -  -  r.  1.
ns  4.  4.  -4.
„  11.  11.  :  11.
*  12.  12.  12
*  14.  :  1.  -14
*  15.  15.  é.  15.
*  17.  :  17.  17.
19.  *  19.  *  19.

20.  :  20.  20.
:  21.  :  21.  :  21.
:  23.  :  23.  :  23.
"  24.  24.  :  24.
25.  25.  25.
26.  :  26.  :  26.
27.  27.  27.
208.  28.  "  28.
“  29.  *  29.  *  29.

Eloby.

Flaatetor  .

Lago

W  da
Grand-Vopo“
Klein-Popo

ap  Palmas
Konrovia
Teneriffa.

Madeira.
Hamburg

 

Vonta  Negra
Gabun  .  ..
Bato
Groß-Batanga
Kribi

51.

Hleihiaianga

zrand  Bassa  "

ran  Canaria

Aug.  29.
Sept.  1.

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ept.  29.
br.  1.

 

Oktbr.  29.

EEN  ##

r  u  leoeasnsanss

S.
5
—

½

S  n  à  s

Kinie  II.  Nach  Marokko,  Canar.  Inseln  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlaufend.

 

 

 

Ausreise.  Heimreise.

Hamburg  ##.  Juli  1.  Aug.  18.  Sept.  18.  Sherbro  Aug.  30.  Sept.  30.  Oktb.  30.
Antwerpen  :  22.  *  22.  Sierra  Leone  Sept.  2.  Oktbr.  2.  Nov.  2.
Larache  ·  ·  20  -29.  -29.  Conqk«  .  -  3.  -  3.  -  3.
Ra  .  30.  :  30.  *  30.  Nu  sque  10.  *  10.  10.
Tan  Aug.  1.  Sept.  1.  Oktbr.  1.  aokar  :  11.  11.  *:  11.
Ss  3.  3.  *  3.  Gran  Canaria.  ".  17.  7.  "  I7.

Saffi.  ·  -  4.  -  4.  :  4.  Mogador  19.  19.  *  19.
Mogador  -  5.  -  5.  =  6.  Safti  20.  :  20.  :  20.
..  -  7.  -  7.  7.  Mazagan  22.  :  22.  *  22.
ran  Canaria.  -9.  9.  *  9.  Casablanca  *  23.  23.  :  23.
Teneriffa  :  10.  .  10.  *  10.  anger  24.  :  24.  :  24.
orée:  .  1.  -Ê14.  -14  Hamburg  Oktbr.  2.  Nov.  2.  Dezbr.  2.
Dakar  -  *  1.  14.
Auseue  -  .  -15.  -15.

-  :  16.  16.

8at  -  1  -  —  18.
Bolama  .  si  --  -21.
S####a  L  .  -i  -20.  "  23.
Sherb  «  -f  *  22.  *  25.
.iN—  —N]N————  —  —

*  1  Linschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jebes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats
Linie  UI  ain  .  jedes  Vionais,  Lini  ehggien  1.  jedes  Monats.  «

 

 

 

*)  Nur  für  Passagiere.
        <pb n="530" />
        —  426  —

Linie  II.  Nach  der  Goldküste  und  Togo.

 

Ausreise.

Heimreise.

 

Hamhhurg  .
punkt-Monrovca
  .

Kotonou.

Linie  IV.  Nach  Lagos

Juli  20.  Aug.  20.
Aug.  8  Sept.  6.

:  12.  *  12.

14.  *  1  4.
é  15.  15.
*  16.  *  16.
18.  -138.
*  19.  *  19.
:  21.  .  21.
:  22.  :  22.
:  23.  :  23.
*  25.  25.
*  26.  :  26.
:  27.  *  27.

 

 

 

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ses

v  v
—
9

Kotonou.

ydah
Grand-Popo
Slein-Popor
Bagida
Lome

Addah

.
Monrovia
eneriffa.

Nadeira.
adamburg

 

Accra
Kap  Palmas

Gran  Canaria

 

 

Aug.  28.  Sept.  28.
29.  :  29.

r  2.Obktbr.  2.
3.  -B.

-  5.  *  6.
:  7.  -  7.
-  9.  -  9.
-11.  -11.
*  13.  *  13.
16.  *  16.
18.  -13.
26.  26.
·  27.  :  27.
28.  28.
Oktbr.  9.  Nov.  9.

 

Oltbr.  3
.  r*
3.

*  65.

-  7.

26.
1
*
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Dezbr.  9.

„Liberia  und  den  Häfen  der  Sädtüste  von  Landana  bis  St.  Paul!  de  Loanda.

 

 

Ausre  ise.  Heimreise.

Hamburg  .  Juli  31.  Aug.  31.  Sept.  30.  Landana  Sept.  18.  2  18.  Nov.  18.
Teneriffa  .  Aug.  10.  Sept.  10.  Oktbr.  10.  Old  Calabar  21.  21.  *  21.
Gran  Canaria  *  11.  *  11  "  11  Bonny  25.  25.  25.
Gorke  Lagos  30.  30.  -30.
Dakar  *  16.  *  16.  "  16  Addah  Oktbr.  7.  Nov.  7.Dez.  7.

Rufisque  Accra  .  -8.  -"·8.  is-Monrovca..
  -20.  -20.  -20.  Winnebah  *“y  "  25  9
Grand  Bassa  "21.  "  21.  *  21.  pam  .  "«  ·  «
Finoäz  l...  -  2.  -  3.  -  3.  Salend  -11.  -Ê11.  -11.
ap  Palmas  -  ·  -  .  *  23.  ap  Coast
Accran#.  25.  25.  26.  Elmina  12.  .  12.
Lagos  27.  27.  *  27.  Chama  -13.  -Ê13.  -13.
Landana  30.  -30.  -30.  Dixcove  *  1.  -Ê14.  -14.
Cabinda  Sept.  1.  Oktbr.  1.  Nov.  1.  in  é  15.  15.  -Ê16.
Banana  -3.  3.  *  3.  Kap  Palmas  -138.  -18.  18.
Boma  *  5.  :  6.  "=  5.  ino  "  19.  *  19.  *  19.
Noqui  :  7.  -7.  *  7.  Grare  Bossa-  .  20.  „  20.  .  20.
Maiadi  -GB.  *  8.  *  8.  Monropia  *  21.  21.  *  21.
Loanda  "  10.  10.  -Ê10.  nakry  .  -23.  -23.  -23.
Ambriz  -11.  -Ê11.  11.  Gan  Lanaria  -30.  -30.  -30.
ute  -13.  -13.  *  13.  Mogador  Nov.  2.  Dez.  2.  Jan.  2.
Mussera  14.  -124.  -14.  affi  ..  é  3.  é*  3.  é  3.
Ambrizette  "  15.  é  15.  *  15.  Mazagan  .  4.  ".4.6.  =  4.
ucula.  16.  16.  "*  16.  Casablanca  *  6.  *  5.  .  5.
Landana.  *  17.  *  17.  *  17.  Hamburg  "*  15.  é*  15.  "  16.

 

 

 

 

 

 

 

Am  6.  September  wird  P.-D.  „Ednard  Vohlen“  von  Autwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.
Mitt  de  dem  am  18.  August  abgehenden  Dampfer  kommt  kein  Schießpulver  zur  Verladung.

3.  Eischiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,

1)
Linie  III  am  21.  jedes

Monats,  Linie  1.

*)  Nur  für  Passagiere.

am  1.  jedes  Monats.
        <pb n="531" />
        Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

Reise  Leßte  Nachrichten
ostdampfer  .

Pstbpf  von  l  nach  bis  28.  Juni  1897
„Adolph  Woerman#“  Hamburg  Loango  am  18.  Juni  in  Madeirc.
„Aline  Woermann“  ..  in  Hambuͤrg.  ·

„Anna  Woerman“  Sherbro  Hamburg  am  23.  Juni  ab  Sierra  Leone.
rl  Woerm  ...  Hainburg  Loanda  am  15.  Juni  in  Tenerisfe.

„Eduard  Sohlen“  ...  Hamburg  Kongo  am  23.  Juni  in  Accra.
„Ella  Woermann  ..  in  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“  Kotonon  Homburg  am  28.  Juni  in  Madeira.
„Gretchen  Bohle"  Hamburg  otonon  am  27.  Juni  in  Kotonou
„Hedwig  Woermann  ..  Hamburg  Kotonon  am  25.  Juni  Ouessant  passirt.
»  eannette  Womnann«.  in  Hamburg.

ert  Woerman"“"  Loanda  Hamburg  am  27.  Juni  in  Vonny.
„Lothor  Bohlen""  Hamburg  Loango  am  12.  Juni  in  Kamerun.
„  Bohlen""  Loango  Hamburg  am  23.  Juni  in  Lagos.

rie  Woermann“".  hinht  Hamburg  am  28.  Juni  in  Las  Lalmas.
„arte  Bohlen“.  ..  Ham  Lübderitzbucht  am  4.  Juni  in  Las  Palmas
„Professor  Woermann-  dantu  Sherbro  am  23.  Juni  Dover  passirt.
„Thekla  Bohlen"  Loanda  Hamburg  am  21.  Juni  in  Conakry.

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

 

 

Reise  Lete  Nachrichten
Reichspostdampfer
Gpostdampf  von  1  nach  bis  28.  Juni  1897
„König  Durban  Hamburg  am  26.  Juni  ab  Port  Said.
„Herzog#  Hamburg  Durban  am  25.  Juni  an  Mozambigque.
„Kaiser  Hamburg  l  Durban  am  18.  Juni  an  Las  Palmas.
„Kanzler“  .....  Hamburg  l  Durban  am  26.  Juni  an  Amsterdam.
Dundesrath-  ...  urban  ·  Hamburg  am  27.  Juni  ab  Vlissingen.
„Zeichstag“  35.  Zt.  in  Hamburg.
miral“  ....  Hamburg  l  Durban  am  24.  Juni  an  Suez.
„General"  Durban  1  Hamburg  am  23.  Juni  ab  Delagoabai.

 

ETTTTTTrrrrrrrrrrrrrrrru—  r  77sssssnsnsshnsner-##nnnnnnnnn  ---  NR•NCNWNNNTNNNTTN&amp;amp;NTNTN-...m——
  .  ..[[.  ..  —

    
 

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Ranm  25  Pfenmig)  sind  an  #an  die  Vertriebsleilung,  Berlin  SWI2,  Kochstraße  68—71,

—.

einzusenden.

 

           
     

Goldene  Medallle  der  Kolonialaussiellung  Berlin  1696.

g—...—  .
Deutsches  Kolonialhaus  Bruno  Antelmann

e—#Bemlin  C.,  Jerusalemerstrasse  256.  —-—
Veririeb  v.  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonien  unter  Aufsicht  hervorrag.  Mitglieder  d.  deutschen  Kolonialgesellschaft.

Kolonial:  Kaffee.
Kamerun-Kakac.

   

u.  portofrei.

Cigarren
aus  Neu-Guinea  und  Kamerun.

   
 

Kamerun  Schokolade.  Palmbastmatten

(vaschbar)  in  bunten  Mustern,
für  Landhäuser,  Bade-  und
Wohnzimmer  geeignet.

Kolapräparate.
Kola-  und  Massoi-  Likör.
–  Engetragene  Fentemarre-Reichhaltige
  ethnologische  Sammlung  aus  Neu-Guinea,  Ost-  und  Westafriks.
nsichtssendungen  unter  Berechnung  des  Portos  stchen  zu  Diensten.  (25)
Ausschank  von  Kaffee,  Kakao  und  Schokolade.

546  Jon  1  Ju  1  S  dsS  u  .

 

 

     
    
    

 

I  Preisilsten  Kosfensos
        <pb n="532" />
        428  —

 

 

 

 

Das  Echo,

Organ  der  Deutschen  im  Auslande,

belrachtet  es  insbesondere  als  seine  Aufgabo,  dem  beben
und  Trelben  der  Deutschen  im  Auslande  die  liebevollste
Anfmerksamleit  zuzawenden.  Es  wird  daher  jedor

Deutsche  im  Auslande  gebeten,

seine  Adresse
der  Verlagshandlung

H.  Schorer,
C.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstr.  29,

eanzugoben,  damit  dieselbe  Gelegenheit  hab  eine
Feie  Nommer  umsonst  und  kostenfrei  zu  übersenden.

nehmen  alle  Buchhundlungen.  Lont
Bestellungen-be
in  Ded  zum  Freies  von  8  nark  k  vio  zungeus  ich
gen;  in  don  Obrigen  Ländern  zu  don  landeschblichen  Proisen.
irekt  „m  der  Vorlagehandlong  15  H.  Schorer,  G.  m.  b.  .  a#n
Berlln  *W  Wilhelmstrasse  29,  unter  K.  E#  ead  boro
Bontet:  D  ehe-«  not-tobt  kltch4  III  50Pk  hslhjühk  selh
  IS  IVocktoslkoiktå
fielle  8  .  22  lichat  ganzjährige  A####sente  aufzuge
Euglische  Prandnoten  werden  In  Zahlung  ge  enome.

In  das  Abonnement  !4#  Frrezt  ur
und  wird  „Das  Echo“  vom  Berteilun  ab
sich  n  Elnsen  s  des  entfallen  en  z.  etrages  beg

  lange  Zeit  dire  get  vom  Verlag  oder  Hreh  Jede
Buchhandlung  gellefert.

 

 

Korbol  ##senRtpeean  ——  Eu  v
Gestorn  eelolt,  "4  wiodor  8  2##kal  r.  m#l.  Tel  d
dioses  Mal  nicht  „  IhDon  bi
Har  aaahehe  r  für  dleses

Seite  1608)  uWn“*D7  Recht
n  ess  es  für  mich  auch
wenn  lch  meln  Echo  erhaltc;  w
Ausland  4enäs  Hunbnn  #.  aa#n  *
eutso  rW—  u  und  Releh  atohen,

und  Le  4P
Thoodor  rkasesn  14  rray
  Dontos,  31.

n  milt  w.
mer  Ein

Ich  benutze  ##ie  Cslegemte  en.

".  are  lae  „Echo“  von  den  hler  lebenden

nteress
Lgrossor  Beliobtholt  erfreur

Hochachtond  Ernst  Schultz.

don  4.  Jan  890.
Das  Echo  lst  gerade,  was  ic  brauche.  kur,  Groith,
der  bol  wir  iet  diesÖn  Wintor,  um  sich  mal  auszusonnen,  hatte
it  schon  früher  Ihr  —  ompfohlon  und  ich
Nachträglich  noch  Prosit  Neu#ahr!
lh#r  ergebenstor  C.  W.  Allers.

Vergossen.

—  Ecktungsren  r  eihebener
7.  Januar  1896.

no,  dlo  wie  schon  seit  Jahro
aind  und  sns  -
wanu  wieder  zu  80
und  wird  es  ohne  Zwelfel  dazu  beltragen

eutschen  Famille
it  Uochachlung  Maxz  Büttner.

 

beus

betea  Ier  #ist,
le
n,  dleses  Blatt

z.  1895.
um  Uhnon  dnus
t
esse  gelesen  Mir,  und  sich  Liat  Violschtigkolt  wogon

to  5e  n  nur

Sabard,  5.  Jammar  1896.
Bnt.  Minen.  Gorsos"  rasllien.
leh  thun  kann  in  Ihrem  Interesse,  or)d  ich  joderzeit
thun;:  Le#  leh  selbst  kamet  kaum  den  Tag  erwarten,
bis  ich  emp  an  Hier  in  dieser  Cegend  lebon  sohr
wonig  Doutsche  ünd  don  Wenigen  l  es  auch  nicht  immer
zu  de  es  melet  frische  An  or  sind.  Zum  Sohbluss

ein  —“—  Neufelr  seu  ör  Forne,  sowie  borzlich

Non

Nachdem  ich  die  Probenummor  Kkei#  n,  Foprüft,  habe
ich  nicht  Partenlt,  mich  80lort  bei  Fürchheim  hior  zu  uhonnicon.
  Für  i  n  im  Auslando
Gelegenheit  haben,  die  lleimat  dunn  und
on.  ist  lhr.  Plett.  #iodenralls  vohr  Cooignot

u  denselhen
  das  Gefühl  der  We  *  groasen

 

Urteile  aus  dem  Leserkreise  des  Echo.

Ulm,  9.  Januar  1896.
ank  für  die  Zusendung  rusn  „Echo“,  Nach
Ablanf  Nee  CGuartals  gebe  ich  das  Albnemen  auf
lse  Zeltungen  auf  und  bestelle  as  Echo.
hat  In  Bozug  auf  n  polit.  Eswechg
en  eo  #n  berichten  aus  Zoilungon
  aller  Pa  Es  ist  mir  Zoitmangels
nielt.,  mð  Ich  tåzllcä  1  dni  Artlkel  der
en  Leit  zu  lesen,  ur  “—m—
ut  —  n  t  entspri  richt,  ndem  hi
Iaukenche  Ueberslcht  über  die  konstsnene  —
Senhtt.  Auch  Ihre  Illustrationen  sind  hobso
ochachtond  u.  orgobonst  Karl  Larlstr.  25  U.

elaido,  März  *·

a  Abonnent  vom  „Bcho“  .ls  #s  u.  —W  Uns  a.  8.)

goit  uan  5  Jahren  und  halte  dasselbe  für  das  beste

deutsche  Blatt,  welches  für  4  Ausland  bestlmmt  ist.
Dr.  M.  von  Luck  owitz.

Elim-Natal,  16.  Märr  1396.
i  „Echo“  orhalten  wir  ane  Jahron  durch  die  *
tasde  unnerer  Gosellschaft  zn  —##1  g.  —  In  ungerer
  Nachbarschaft  verbreite  slch  immer  z  mehr  und
wird  ontwoeder  von  Michaolis  4%  Deutschloand  bezogen.  Erkeicht
  auf  2  auswürtigen  Deut-6
  .  aus  die  in  S.  A.  nohmon  «
’  tes,  wird  oin  Blatt  mil
rn  vor  lonlen  und  vlele  werden
keln  S  UIsenend  Blatt  a  ausser,  6%  Eehebe  halten.
or.

#i  gans"  2.—  Marz
In  Antwort  Ihros  goobrten  m  1.  150
danke  ich  alhnon  sehr  at  dio  n  Easacken  des  .n
und  orlanb  ss  mir  und  allor  Dontanzuachllensen,

  hat  slch  —

Feie  Deutschen  S  4%  FTössten

psilelite  Ait  g  öröässter.  u  Ibr  ergebens
rgor.

Apie  (Semoa),  den  25.  März
Lese  dae  „Bcho“  geit  e  0  Jahren,  niche  nur  im
Auslande,  bSonzern  aur
Deutschland  bin.  Uabe  es  siets  aufe
Pntzebleden  die  bete  Zelesohrist  für  Deutsche  m
Lochachtungevoll  A.  Veen  in  a

Colombo,  1.  Apiin  1806.
zos  Blatt  war  E—u—  mein  lobste  Lektoro  a  es,  ohno
zuviel  zu  schroiben,  dochD  388  mogend  bringt,  um  dom  Ubor-—7—*
  ein  klares  t  esamt-ild  dor  gsie  zu
Es  Ist  gan  tschleden  das  ber  und  über.
*Em—  Blött  jeser  Art  Iim  Aus
t  Tgei  Meyor.

dsdan-Corea,  E  April  1806.

Ee  wird  Sie  viellelcht  d#tbster  zu  bören,  duss  gester
zum  orston  Male  in  den  7  Jahre  win  eieben  ich  455
„Echo“  halto,  dio  Nummer  #  um  8  s  wie  Nammor

ni  gegun
—  solbst  währond  des  Krioges  nicht  —  und  6  #n  Sree
mohr,  wio  man  vorlangen  kunn.

Uit  bestem  Gä  ergobenet  II.  G.  Arnous.

Pangani,  den  *  ½%  1896.
dom  ergobonon  Bomorkon  5**  ##  ndt,  dase  das
!8t  hior  berelts  in  4  Eromplaron  gehalten  wird,  #  ich
voibet.  Fechen  lange  Zoit  Abonnent  dosselben  blu.  t
iat  für  ubland  fast  m#enchehrilch  —  Es
s  *  Wi  dor  Bolidilät  dos  eino  n  Ausahl
  und  Auolnanderreihung  des  Stoffos.  c.  oth.

Hongkong.,  6.  April  1806.
Erlaubo  mir  die  ergobeno  Mi  "¾E——  4nn,  sctpei  18  soll
Jhren  r-  Ihr  Blatt  ubonniert  bin,  icst  glanbe  sogur  elner

der  ersten  Abo  ansut.  idn  denn  mein  Aufonthalt  hier

datiort.  —  ed  895  h  lech  habo  16  vorschiodenon

Fe  Urop  r  immor  mit  Freudon  bomorkt.
dio  lateininche  Schri#t  oinführton.  Ebenso

*s—  osein  Inhn  ui  #n  don  verschioc,
A’egt  hler  überall  auf,  an  ungerem  Compto

A#  tt  rile  anulcht  Werseen  als  5  Leuten  darauf  ubonn

  —  Weiss  nicht,  wie  Sie  noch  mehr  Abonnenten

hler  bekommen  Lollen.

Ergebenot  II.  Ehmor.

n  Franoisco,  11.  Junt
Schicken  Sie  bitte  das  Snr  von  jet-  eab-  u
Adrosse.  Das  Blatt  ist  mir  wirklich  ngea
hler.  Ergebenet  Dr.  A.  Gonth.
        <pb n="533" />
        429

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  eiien  ern-  E.  Schering)  zu  Berlin

XIIL

(alzsnures  Phenocoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

Eine  r  Reihe  Ktallchiseller-  Kcrzte,  u.  A.  die  Drs.  Prolessor
Albertoni,  Prolessor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dull  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  anderec  huben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Mularin  erzielt.  uch  Dr.  et  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Bonmn  thuten  ein  Gleichen:  Lotzterer
  hat  die  offizielle  Einreihung  des  Medikuments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostantes  veranlusst.

ad:  salzsaure  Thenocoll  eignet  sich  kerner  nach  den  Feststellungen
Vvon  Professor  Marti  VWargas  in  Barcelonn  zur  schnellen  und
sicheren  Heilung  des“  Keuclihustekk

an  wende  sich  vegen  des  Erhults  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litterntur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlic
Hamburg:  Gebrder  rnes
Burcelonn:  J.  Esplell;  (18)
London:  &amp;amp;  M.  Zmmermem,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  klll;
Moskun:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.
KNe-  Jork:  ULehn  &amp;amp;  Fink,  1½6  Willlam  Street;
Puris:  Max  Frdres,  31  rue  des  peiltes  Ecurles;
tlo  de  Junelro:  Magalhses,  Luckus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  co

Gerantiert  Dentsches  Kolonialprodukt.

ANKNERUN
AKAO
Kemerun  Kakao  Gesellschaft.  Hamburo.

—  Fatnem
EZutaa#rinnmrnn  an#nen  dra

.  /  —  rmie-  -*  *
44.  **4

—*“  —2
1r  E  —
Glas  ins&amp;amp;  lWr  M

 

 

  

 

 

tenet  gen  *

 

 

das  hiesige  Peegter
wur  heue  unter  Nr.  4  die
G.  M.  Nabinek
mit  dem  Sitze  in  Tanga  und  als
deren  Inhaber  der  Kaufmann  Gustav
Nçaria  Rabinek  hierselbst  zingatragen.
Tanga  (D  eusch-  Pstafrikat,  (70)
den  7.  9
Der  giern  —#“4.

 

Bekanntmachung.

In  das  beim  unterzeichneten  Gericht
gesührte  Gesellschaftsregister  ist.  peute
zufolge  Verfügung  vom  13.  April  1897
unter  Nr.  2  folgende  Gesellschaft  eingetragen
  w  worden

Firma  der  Gejellchast
Mertens  &amp;amp;  Sichel,  Windhoek.
Sitz  der  Gesellschaft:  Windhoek.
Vcchtpverhältnisse  ver,  Gesellschaft:
Die  Gesellschafter
1.  der  .  J  Sichel  in

Walfischba  Swakopmund,

2.  der  gasfnem  Otto  Nitsche  in
Windhoe
3.  der  Eti„s„  Alfred  Gutsche
in  Windhoek.
Die  hchen  hat  am  1.  Januar
1897  begonn

Winshe  den  13.  April  1897.
Der  Kaiserliche  Nichter  für  den  Nordbezirk.

Bekanntmachung.

Die  seitens  der  Firma  Ludwi
Conradt  in  Rehoboth  dem  Kaut
mann  Viktor  P.  Ebhardt  daselbst
*7½  Prokura,  eingetragen  unter

r.  2  im  Prokurenregister,  ist  auf
*  der  Verfügung  vom  6.  April  1897
im  Prokurenregister  gelöscht  worden.

Windhoek,  den  6.  April  1897.  (s)
Der  Kaiserliche  Nichler  für  den  Nordbezirk.

„Bekanmtmachung,

bei  dem  unterzeichneten
deshed  Thihre  Firmenregister  ist
geute  zufolge  Verfügung  vom  9.  April
1897  Aierc  Nr.  6  die  Firma

Geo  Tatlow
mit  dem  Sitze  in  Omaruru  und  als
deren  alleiniger  Inhaber  der  Kaufmann
  George  Tatlow  in  Om#aru##
eingetragen  worden
Otyimbingwe,  ben  9.  April  1897
Der  Kaiserliche  Pichler  für  den  ——

Bekanntmachung.
das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Prokurenregister  ist
beute  unter  Nr.  2  eingetragen  worden,
daß  für  die  unter  Nr.  6  des  Firmenregisters
  vermerkte  Firma
Geo  Tatlow
in  Dmaruru  dem  Kaufmann

 

zu  Omarurn  Mokura  aheilt  worden  ist.
Otyimbingwe,  den  9.  April  1897.

Der  Koserliche  Richter  für  *  592
        <pb n="534" />
        Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  urnterzeichneten
Gerichte  gesührte  Firmenregister  ist
heute  zufolge  Verfügung  vom  9.  April
1897  unter  Nr.  7  die  Herna

A.  Pürainen
mit  dem  Sitze  in  Omaruru  und  als
deren  alleiniger  Inhaber  der  Kaufmann
  Andreas  Pürainen  in  Omaruru
  eingetragen  worden.  (30)
Otyimbingwe,  den  9.  April  1897.
Der  Haiserliche  RNichter  für  den  Westbejirk.

Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Firmenregister  ist
heute  zusolge  Verfügung  vom  9.  April
1897  unter  Nr.  5  die  Firma  (19)

Joseph  Bahr
mit  dem  Sitze  in  Outyo  und  als
deren  alleiniger  Inhaber  der  Gastwirth
Joseph  Bahr  in  Swakopmund  eingetragen
  worden.

Olwimbingwe,  den  9.  April  1897.
Der  Kailerliche  Rüchter  für  den  Westbejirk.
Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Gesellschaftsregister  ist
heute  zusolge  Verfügung  vom  9.  April
1897  unier  Nr.  2  die  Firma

Erhardt  &amp;amp;  Schultz
mit  dem  Sitze  in  Swakopmund  und
einer  Zweigniederlassung  in  Omaruru
und  als  deren  Inhaber  die  Kaufleute
Otto  Erhardt  und  Cäsar  54chst
eingetragen  worden.  (W.

Otyimbingwe,  den  9.  April  1897.
Der  Haiserliche  Nichler  für  den  Westbezick.

Bekanntmachung.

In  das  Prokurenregister  des  Kaiserlichen
  Gerichts  für  den  Südbezirk  des
Deutsch  =  südwestafrikanischen  Schutzgebieies
  ist  heute  unter  Nr.  2  als  Pro-=urist
  der  unter  Nr.  1  des  Gesellschafts-"
  .  ers  vermerkten  offenen  Handelsgesellschaft
  »

SeidelGAuhle
zu  Keetmanshoop  der  Handlungsgehülfe
Conrad  Wiering  d  rueebüe
eingetragen  worden.  (6)

Keetmanshoop,  den  9.  März  1897.
De#Kaiserliche  Richter  für  den  Südbezirb.

Bekanntmachung.

In  das  Prokurenregister  des  Kaiserlichen
  Gerichts  für  den  Südbezirk  des
deutsch  =  südwestafrikanischen  r*

ebietes  ist  heute  unter  Nr.  1  aks
Prokunng  der  unter  Nr.  4  des  Firmen-=registers
  vermerkten  Firma  H.  .
urmester  in  Keetmanshoop  der
Kaufmann  Wilhelm  riedrich
Borchers  von  Keetmanshoop  eingetragen
  worden.  6.
Keetmanshoop,  den  23.  Januar  1897.

Der  Kaiserlie  Ritler  sũt  den  Sñdbezirk.

 

 

 

 

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dug  ojajaaosuoò

 

EELELXI

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Suolnns:d  1  1
Souollimulis  uosl51  u,

M

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oin#  Ju  08.
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—  —  —

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Patentirt  in  allen  Staalen.

  

—  !riie  "#½  **d9
mit  2sserdichtem  Deber-(wie
  obenstehende  Abbildung)  mit  ablkuhpfbarem,  weschgefülltem
  Kopftklssen  und  indschirm,  aus  sehr
Velchem  Stoff  hergestellt,  äusserst  praktisch  für  die  Relse,
aauf  der  Jagd,  bei  Gebirgstouren,  für  die  Tropen,  im

S  Manbver  ete.,  kunn  mit  dem  (estsitzenden  Plaidriemen
schlaksack  1  sehr  Mein  zusammengerollt  werden  und  wiegt  ca.  3  Kilo.
gourg.  Dus  Lager  ist  im  Augenblick  hergerlchiel  und  ebenso
anss.  Gebrauch.]  rasch  wieder  zusammengelegt.

Preis  (für  mittelgrosse  Person)  150  cm  lang  Mk.  20
„  (für  grosse  Person)  170

NI——

t  —
#

„  ((für  sehr  grosse  Person)  v  n  b

Nur  zu  beziehen  vom  alleinigen  Fabrikanten

Dinslaken  I  am  Rhein.  Ferd.  Jacob,
Fabrik  porös-  wasserdichter  Bekleidung.

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"  13.600  K

12  Talellöffel  M.  26.40
12  Lalelgabeln  „  20.40  12  Dessertmesser  ,
12  Talelmesser  28.  80  12  Theelõssel
Besteckkästen  und  Etui
H  in  reichster  Auswahl  vorrhig.
Ausführliche  Preisliste  kostenlos.

Fabrik-Niederlage:  Berlin  W.,
Frledrichstr.  79  (Ecke  Französischestrasse).

 

  
 

  
     

Die  Arthur  Konr  Pschen  Gleisanlagen  haben  sich  sowohl
  in  der  deutschen  Landwirthschaft  wie  bei  der
Bewirthschaftung  dns  Zucker-  und  Kaffeeplantagen  und
zum  Gebrauch  in  der  Kultur  noch  unerschlossenen  Distrikten
vortrefflich  bewährt.

Arthur  Lonpei.

     
        

 

   
   

 
  

Höchste  Aussalenmung
Chlcago

d’onneur)  Antwerpen  1694.

Musikwerke
Aktiengesellschaft
Leipzig-Gohlis.

Ausschliesslicho  Fabrikentin  dor

mit  auswechselbaren  Notenschelbon.
  (67)
2—  Fabeir  ist  in  lror.  Art  die

5  Snstsn  —tek
mtd

HKöchste  Mtiemn.  dipldmo

  

  
 
  

Symphonions

grösste  der  Welt.
«

 

Bekanutmachung.

In  dem  Firmenregister  des  Kaiserlichen
  Gerichts  für  den  Südbezirk  des
sündennen  .  Schutzgebietes  ist
heute  unter  Nr.  4  die  Firma

H.  W.  Burmester
eingetragen  worden.

Alleiniger  Inhaber  des  Handelsgeschäfts
  ist  der  Kaufmann  Heineich
Wilzelm  Vurmester,  wohnhaft  zu

ambu
V  Sitz  N.  Firma  ist  Keetmanshoop
(Groß=  Namaqualand,  Deutsch-Südwestafrika).
  (68)

Der  Kaufmann  Wilhelm  Frich
rich  Borchers  von  Keetmanshoop
ist  zum  Prokuristen  bestellt  worden.
Keetmanshoop,  den  19.  Januar  1897.
Der  Koiserliche  Riczter  für  den  Sädbezirk.

Bekanntmachung.

Seitens  der  unter  Nr.  1  des  Gesellschasteregiseers
  des  Kaiserlichen  Gerichts
für  den  Südbezirk  des  südwestafrikanischen
  Schutzgebietes  eingetragenen
ofsenen  Handelsgesellschaft
LFeidel  &amp;amp;  Mühlezu  Keetmanshoop
(Groß-Nama  L9land,  Deutsch-Südwestafrika)
  ist  in  Gibeon  und  Bethanien

 

 

 

je  eine  i3  errichtet
worden,  iese  Flangeen  Heate  unter
esellschafts-W-

  P  4  trtsn  Gerichts
zur  Eintragu  8
Kertnangyos,  den  3.  Febr.  1897.

Der  Kaiserliche  Richter  für  den  Säbbejirk.

Beschluß.

Artikel  13  des  Handelserforderlichen
  Bekannt=Eintragungen
  in  das
des  unterzeichneten
Gerichts  werden  im

 

   
  

im  Deutschen  Kolonialblatt,
im  Reichsanzeiger,
in  der  zu  Johannesburg  erscheinenden
  ht
erfolgen.  (8)
Keetmanshoop,  den  20.  Januar  1897.
Der  Kaiserliche  Richler  für  den  Süpbejirk.

 

Ottomarf#nschütz

G.  m.  b.  H.
Berlin  W.,  Lelpzigerstr.  116.
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  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurllekgelegt  hutten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportauftrige  erbitten  an  IIarder  &amp;amp;  de  Toss,  I##b##für
das  Inland  E.  Söselund  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NII.,  oder  Mandsbek.

 

 

—  Wolguetee  Aktien-Oesellschaft

Uür  Holabearbeitung
5  1#  J.  Heinr.  Kraeft
liefort  als  Sbezialität  zerlegbure
NTropenhänser

best  bewahrter  Konstruktion  sowio
Tischlorarbeilon.  RBauhölzer  etc.  je-4
  dor  att  und  Tlhimeensch.  seotertig
puckt,  si  zord  Iamburg.
Kalnloge  Preislisten

stohen  2  zu  Dienston.

–  Wolgast  in  Pomm.  und
herlin,  Köthenerstr.  37n  I.

  
 
 
  
  

 

 

 

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Hallenser  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgegenmnck  nicht  übertroflen  und  sind  bei  gleicher
billiger  uls  auslündische  Fanbriknte

Unser  Neetrehene  stets  dus  Beste  zu  leisten,  ist  anerkannt.  durch

unserc  steti  gesteigerte  Produktion;  wir  verurbeiten  ĩmDurehsehnitt

täglich  50  Centner  Rohkakno,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Pitze  der  deutschen  Schokoladelabriken  stellt.  64

2  David  Söhne,  Halle  a.  S.

 

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Aug.  Miohel

S#rasue  I.  ElIs.
Spezialität  für  den

Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (0)
Allelnige  Agenten  für  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Musikinstrumente

 

Hür  Orchester,  Schule  und  Haus.
Jul.  Ileinr.  Zimmermann:
Fabrik  u  Export  vo  eeistimmenten.
Leipzig.  St.  I  m  g,  Mok
Xeue  latiie  eersburg  Kratls.  8

 

 

 

Tutti  Frutti.
Preisgekrönte  Fabrik  kandirter  Frlichto
und  Frlchte  in  Likör  und  Sir
für  den  Export  geurbeitet,
Hesselmann  &amp;amp;  Co.,
Sun  Martino  d’Albaro,  Genun.
Fuhrikmarke  deponirt.  (60)

 

Aelteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hollieferanten
(ab*)  Esslingon.
        <pb n="538" />
        —  434  —

s
1  a  I  st  &amp;amp;  6  Weine  aller  Länder.
0  HMän,  6G  (  ".,  —  nach  Nord-  u.  Süd-Amerika
Leisz#  den  afrikanischen  Kolonien.
PrIE-  Lewters  Vinum  rubium  asteuriense,

Spezialität  für  die  heissen  Zonen:  Tafelweln  zum  tuglichen  Gebrauch.
(  (Schutzmarke  eingetragen  unter  No.  2203.)

 

 

 

Weingutsbesitzer  rt  von

Gebr.  J  Uung  Aarsnnao  Rhein-,  Noel  und  Pfalzwein  "1

nach  allen  Welttheilen.  (918)

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Miltler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8Wr.,  Kochstraße  68—71.

Die  deutsche  Afrika

kalouial-  Gesehuebung.  Schilderungen  und  Rathschläge  zur

Sammlung  der  auf  die  deutschen  Vorbereitung  für  den  Aufeuthalt

Schutzgebiete  bezüglichen  G
ebiete  1°8  ae.  *#  und  den  Dieust  in  den  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

internationalen  Vereinbarungen,  Von
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.  Dr.  v.  Wissmann,
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  Major.

herausgegeben  von
iebow,
Gerichts-Assessor.
Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Anleitung

für  den

Gebrauch  von  Oel

zum

Glatten  der  See.
f

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

fia  Reichskommissar  Major  v.  Wissmader
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  ch
idnen  srass  verstanden.  Noch  wä
rend  seiner  lesten  großen  Expedition,
wischen,  dem  Nyassa=  und  Tanganyika=See,
  hat  er  daher  diese  „Rathschläge  und
Schliderungen“  siebdergeichrieben.  die  Allen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Reichsdienst  begeben.

S  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  —#

Tuschen:oörterbeech  der  enol!t-  Briefmarken-415
schem  2cnd  deucschen  Sprache  sovieasbumefrKackehteposl.
von  Thieme-  „Maßnussam4  15.Aul  15n  —  barten  fabriz.  i.all.  Sprachen
lage.  34  Bogen.  Geb.  Mk.  3.50.  Eessepnbet  l#  Leñameni  u  u.  Preislagen.  I8mal  prã
Verlag  von  4  &amp;amp;  Lehmkuhl!  ortrögel  interesstrt,  verlange  d.  mürt.  (Prospekte  gratie.)
en  Hamburg.  (#i  —  ratis  hl1.  C.  F.  Lücke,  eipzig.  (18)

re
Siet  Buchb.,  w  F’ids
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  die  Antiquariats-  Buchhand-s.  Bricchhatesen.  (auptm.  ),  Dienahme  fremder  Sprachen.  Im  Aullung
  von  Karl  Siegiemund  in  Berlin  Ttaliener  in  Atike.  dlit  einer  Ueber-trage  der  Kol.-Abth.  des  Auswärtigen
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Buchh.,  gegr.  1868.  Kataloge  gratis.erlag  von  E.  9.  nchs  Sohn,Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
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Gegründek  im  Jahre  1450.

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Garantirt  Langsährig
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Sohannes  Ed.  Zepp,  ganburg,  Zopp  &amp;amp;  Co.,  Minb

5.  v.  N.  wilbelmstraße  9  u.  0.  Landsbergerstraße  5

 

 

Berliner  Export-Tafel-Weifbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  er  Längerem  ständig  bezogen,  dert  sehr  beliebt,  Jahre
lanz  Wd  nur  aus  bestem  Malz  und  Lopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
rfrischend  und  Feer  ebekommlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Scupeuer  empf
Versnd  5  isten  zu  50  1½1  und  100  1½/  Exportzlaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sausar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

(7)

Export  ·  Bior

Kaiser-Brauerel  ne  4  Co.  in  Bremen,

Steingut

der  Deutschen  Ingur  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (u)

 

 

5
".  2#
t“

fTnst  Kraft,
Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,.
Übernimmt  jede  Commisslon  und
pedltlon  nach  und  von

West-  und  Ost-Arrika

zu  den  bllligsten  Bedingungen.
———“i“  Afrikraft.

Fernsprecher:
.  Amn  I.  4387.  7=Deutschen

  im  Auslande
kann  nicht  genug  empfohlen  worden  alter

S  rteinberger
  Korn

in  Kisten  à  12  Lilerflaschen  DPilliggt.

KR.  Peter,  Goslar,  Kormbrenneroi,  gegr.  1785.
Expoft-Vertret.  Marder  &amp;amp;  de  Voss,  Uamburg.

Entziehungskuren.  #
(0)

 

 

 

 

 

 

Dr.  Fromme,
Stellingen  (Hamburg).

 

 

 

 

-  .k4).ck,.-...
Nur  Fried.  Filler’s

patentirte  Windmotore

sind  die  elnzigen  Windmotore,  welche  die  grösste
Leistungsfähigkeit,  Sturmslcherheit  und  Kostenlosen  Betrieb
gewährleisten  und  auf  allen  5  Erdfheilen  mit  bestem
Erfolge  seingelulr.t  sind.  Unllberiroffene,  kostenlose
Betriebskraft  zu  Ent-  und  Bewässerungen  —  zu  Wasserkerporgungen
  —  zum  Betrlebe  von  Maschlnen  für
Landwirthschaft  und  Industrie  —  sowie  zur  Erzeugung
elektrischen  Uichtes
Anlragen  erbeten  direkt  an  den  Konstrukteur  und
alleinigen  Fabrikanten  (38)

Fried.  Filler,  Hamburg,  Maschinenfabrik.

Inhaber  dor  ssen  goldenen  Stactsmedallle  und  der  gromen
Foldenen  ungarischen  Ausstellungumedeallle.

 

 

1  *#

 

 

 

Suslnn  Konster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (10)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  kertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

Pumpernickel

(westflllisches  Schwarsbrot),
garankirt  haltbar,  auch  In  den  Tropen,
versendet  die  (119)
Hammer  Brotlabrik,  Iiumm,  Westl.
        <pb n="540" />
        —  436  —

WOERMANN-LINITE.

Am  10.  Juli:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poc  und  den  Hälten  der
Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  18.  Juli:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruffsque,  Bissac,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Juli:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  25.  Juli:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Am  31.  Juli:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  September  und  25.  Novbr.
Alle  GCuter  müssen  cum  Tage  vor  dem  4Abgangsdaftum  bis  12  Uhr  mittage  Hngpsseffe  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrilka-  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neaupel  anlaulend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  14.  Juli,  28.  Juli,

(via  Antwerpen  statt  Amsterdam)
R.  P.  D.  „KOENITG“‘  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr.  .  4.  August,  18.  August,
E.  P.  D.  „GENERAL“,  Capt.  Caunen  25.  August,  .  September,

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  guten  Hôohmeng
direkt  nach  Durban,  Delapoa-Bat,  M###nga,  Nosst  Beé.
Nachste  Expedition:  P.  D.  „REEILCHSTAG“,  Capt.  Weisskam,  am  18.  Juli  1897.—
Die  Dampfer  Raben  vorzdtpliche  Einricheunçen  für  Eussatere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.

Näheres  ertheilt  in  Hambur  (0)

wegen  Passago  dio  Fss-  amernntsene  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft

sowie  wegen  Fracht  und  Passage

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortllicher  Redakteur  für  den  nichtomtlichen  Thetl:  O.  Mertinat,  Berlin.

Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hosbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerel  von  EC.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berln  SW1,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Juli  1607  um  6  Uhr  nachmiltags.
        <pb n="541" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Heransgezeben  in  der  Kelsnial-Ablhellang  des  Answärligen  Amis.

VIII.  Jahrgang.  berlin,  15.  Juli  1897.  Uummer  14.
I  Zeitschrift  Siichein#  in  der  Regel  r*x—  I.  und  n  coes  o  Derselben  werden  els,  Bei  este  Kctsnsee!  die  ms  einmal  rrtesöbrlio
Prscheinenden:  i  ungen  von  Fomebungsreisen  oloh  us  don  dontachen  ,  usge  g  n  Dr.  Fre
anokelman.  D#  nelsöhrliche  Krmsen  0  Kol  Ka#k#ai-  mit  den  oen  l  åql  bei-a  Besuqe  te  Po  !  *#  9tl
geoe  Mi.  8.—,  direkt  unler  Streifba  urch  die  (Vea  gärcbanen  Mk.  2,50  für  Deutschland  und  Oest  lenhesch-.  %%  ee-  *  für
Welt  postvereins.  —  Emlendun  est  smd  Anfragen  sind  an  die  anie  liche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Sie  ied  iltler
Soh  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingelragen  in  der  Zeilungs-Preisliste  für  1897  unter  11  1##n)

Inhalt:  Amtlicher,  Theil:  Ernennung  des  Gerichtzassessors  Richter  zum  stellvertretenden  Standesbeamten  für  Deutsch-Südwestafrika
  S.  437.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-  Spenstafrika-  betressen
Verbot  der  Ausfuhr  von  Fellen,  Häuten,  Klauen,  Hörnern,  Haaren  und  Federn  S.  437.  —  Personali

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  438.  —  Deutsch-  Ostafrika:  Ph  an

Bezirt  Milindani  S.  438.  —  Sendung  von  Naturalien  S.  440.  —  Tabakernte  in  Mohorro

zucht  in  Iringa  S.  441.  —  Kamern  Beri  richt  des  Dr.  Preuß  über  die  von  dem  Lan  —  m  Berlin
nach  Victoria  gesandten  Pilanzen  S.  #lr.  —  T  88  Haneln  in  Alein-  Popo  und  Porto-Seguro  S.  444.—  Deutsch-Südwestafrika:

  Denkmalsenthüllung  in  Windhoek  S  —  Deutsch-Neu-Guinea:  bZur  Ethnographie  der
Ongtong-,  %%  zuud  Tanyan=  Iuseln  S.  445.—  Ueber  —*  Aussichten  für  Plantagenkultur  in  Kaiser  WMilbelmslan
S.  446.  us  dem  Bereiche  der  Mi  ssionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung
fremden!  e  Verordnung  zur  Einf  Grän  ung  des  Verkaufs  und  Gebrauchs  von  jr  rafe  und  ẽwi
stoffen  in  den  britischen  Salomonsinseln  S.  449.  —  Britische  Salomonsinseln  S.  sschiedene
Mitthei  ungen:  Die  Fora  unserer  n  S.  450.  —  Sendungen  getrockneter  i  #3  *  u  en
Schkthelun  S.  460.  —  Landwirthschaftliche  Ausstellung  in  Hamburg  S.  450.  —  Litteratur  S.  4  A
bewegungen  S.  451.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  451.  —  Anzeigen.

 

 

Amtlicher  cher  Theil.
Geseße;  Perordnungen  der  Rr  Reichsbehörden,  Perkräge.

Auf  Grund  des  §  4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete
(R.  G.  Bl.  1888  S.  75),  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  und  Beurkundung  des  Personenstandes
  2c.,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  S.  599),  und  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  21.  April  1886
(R.  G.  Bi.  S.  128)  ist  dem  Königlich  preußischen  Gerichtsassessor  Paul  Richter  für  seine  Person  und
die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Südwestafrika  die  allgemeine  Ermächtigung
  zur  Ausübung  der  Befugnisse  eines  stellvertretenden  Standesbeamten  ertheilt  worden.

 

Verordnungen  und  Wilkheilungen!d  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika,
betreffend  Verbot  der  Ausfuhr  von  Fellen,  Häuten,  Klauen,  Hörnern,  Haaren
und  Federn.

Auf  Grund  des  8  11  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,
vom  15.  März  1888  (R.  G.  Bl.  S.  75),  wird  hiermit  verordnet,  was  folgt:
81.
Die  Ausfuhr  von  Fellen,  Häuten,  Klauen,  Hörnern,  Haaren  und  Federn  aus  dem  Schutzgebiete
ist  nur  gestattet,  wenn  ein  Zeugniß  der  Ortspolizeibehörden  in  Swakopmund  oder  Lüderitzbucht  vorliegt,
daß  eine  genügende  Desinfektion  stattgefunden  hat.
        <pb n="542" />
        438

82
Aus  den  Bezirken  Windhoek,  Gibeon,  Otyimbingwe  und  Outyo  dürfen  die  im  §  1  genannten
Gegenstände  nur  ausgeführt  und  nach  der  Küste  transportirt  werden,  wenn  ein  Zeugniß  der  Ortspolizelbehörde
  des  Ursprungsortes  vorliegt,  daß  dieselben  an  Ort  und  Stelle  gehörig  desinfizirt  sind.

93.  .
Die  durch  die  Desinfizirung  entstehenden  Kosten  hat  der  Antragsteller  zu  tragen.

8  4.
Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  1000  —  Eintausend  —
Mark  bezw.  Gefängnißstrafe  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.  Die  den  Gegenstand  der  Zuwiderhandlung
bildenden  Felle  2c.  sind  zu  beschlagnahmen  und  sofort  zu  verbrennen  und  einzugraben.

86.
Diese  Verordnung  tritt  sofort  nach  Bekanntgabe  in  Kraft.

Windhoek,  den  8.  Mai  1897.

Der  stellvertretende  Kaiserliche  Landeshauptmann.

(L.  s)

(ez.)  v.  Lindequist.

 

Personalien.

Kaiserliche  Schuttruppen.
Kiel,  den  26.  Juni  1897.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
Puder,  Hauptmann  und  Kompagniechef  vom  5.  Rheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  66,  scheidet  mit  dem
30.  Juni  d.  Is.  aus  dem  Heere  aus  und  wird  gleichzeitig  als  Hauptmann  und  Kompagniechef
mit  seinem  bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.

 

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Machrichten.
Deutsch=  Ostafrika.
Der  Hauptzollamtsvorsteher  beim  Kalserlichen
Gouvernement  Pitsch  ist  mit  Urlaub  in  Berlin
eingetroffen.

Ramerun.

Der  bisher  in  der  Kolonial-Abthellung  des  Auswärtigen
  Amts  beschäftigte  Gerichtsassessor  Horn  ist
dem  Kaiserlichen  Gonvernement  von  Kamerun  zur
weiteren  dienstlichen  Verwendung  überwiesen  worden
und  hat  die  Reise  nach  dem  Schutzgebiete  angetreten.

Nachrichten  aus  den  deuklschen  Schuhgebiekten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Drutsch-Pltafrika.
Beslchtigungsreise  im  Bezirk  Mitindani.

Der  Bezirksamtmann  Berg  hat  im  Monat
April  d.  Is.  eine  Besichtigungsreise  des  ihm  unterstellten
  Bezirkes  Mikindani  unternommen.  Er  berichtet
  über  seine  hierbei  gewonnenen  Eindrücke,
wie  folgt:

Politisch  liegen  die  Verhältnisse  im  Bezirk  derart,
daß  nur  das  Andauern  des  gegenwärtigen  Zustandes

als  wünschenswerth  erschelnen  kann,  zumal  die  gelegentlich
  an  den  Grenzen  von  außen  stattfindenden
kleineren  Ueberfälle  mit  der  demnächstigen  Errichtung
der  Magwangwarastation  ihr  Ende  erreichen  werden.

In  wirthschaftlicher  Beziehung,  soweit  Ackerbau
in  Frage  kommt,  habe  ich  mehr  gefunden,  als  ich
erwartet  hatte.

Der  Boden  ist,  einige  wenige  kleine  Stellen  abgerechnet,
  durchweg  für  Schambenzwecke  geeignet.
Hervorragend  fruchtbar  und  Zukunftsgebiete  für
        <pb n="543" />
        Plantagenanlagen  sind  die  Thäler  des  Mambi,  die
Nebenflüsse  des  Rovuma  (diesen  selbst  werde  ich  bei
der  nächsten  Dienstreise  entlang  gehen)  und  Strecken
am  Lukuledi,  während  auch  die  sie  einschließenden
Höhen  meist  den  in  dleser  Beziehung  zu  stellenden
Anforderungen  zu  genügen  scheinen.

Im  Schambenbau,  auch  in  dem  Züchten  von
Hausthieren  zeichnen  sich  die  Wamakonde  vor  den
übrigen  Stämmen  aus.  Insbesondere  am  Rovuma
und  im  Mambithale  führte  der  Weg  stundenweit
durch  gut  bestandene,  reingehaltene  Felder,  auf  welchen
  neben  Bananen  oft  Mtama,  Mhogo,  Mais,
Erdnüsse,  Reis,  Mawele  (Eleusine),  Sesam,  Strauchund
  andere  Bohnen,  Bataten,  Kürbisarten,  Ananas,
Kweme  (Tellaira  pedata,  an  einem  Orte  an  Spalieren
  gezogen),  auch  Ricinus  bald  in  thunlichster
Mischung,  bald  in  Anpassung  an  die  Bodenverhältnisse
  getrennt  standen.  Schiroko  (Phaseolus  mungo)
und  Gurken  waren  schon  geerntet,  Kürbisse,  Mais
und  Erdnüsse  zum  Theil.

Der  Ernte  der  hauptsächlich  in  Betracht  kommenden
  Feldfrucht,  des  fast  allerorten  vorzüglich  stehenden
  Mtama,  werden,  da  dasselbe  bereits  blühte,  die
ohne  bestimmte  Flugrichtung  umherirrenden  vereinzelten
  Heuschreckenschwärme  nennenswerthen  Schaden
kaum  mehr  thun.  Die  Leute  sagen,  die  Heuschrecken
haben  keine  Kraft  mehr,  und  wo  letztere  gefressen
haben,  liegen  auch  immer  viele  zu  Grunde  gegangene
auf  dem  Boden.  Spuren  früherer  Schädigungen
zeigen  sich  eigentlich  nur  im  Mambithale,  dessen  in
Mdumbwe  zum  Umsat  gelangender  Ertrag  gleichwohl
für  das  laufende  Jahr  höher  als  der  vorjährige  veranschlagt
  wird.  Neuerdings  gelitten  hat  der  kurze
Landstrich  zwischen  Mtwara=  und  Muazibucht.  Eigenthümlicherweise
  haben  die  Schädlinge  neben  unberührten
  Mtamafeldern  Mhogo  bis  auf  die  Rinde,
Ananasblätter  halb  abgefressen  und  an  der  Küste
öfter  auf  Kokospalmen  sich  beschränkt.

Ueberall  auf  den  Wegen  findet  man  noch  die
zum  Fangen  der  wandernden,  jungen  Heuschrecken
ausgeworfenen  Löcher  —  dasselbe  Mittel,  welches  bei
uns  in  Saatkämpen  durch  Anwendung  von  Töpfen
gegen  die  Maulwurfsgrillen  üblich  ist.

Mangel  an  Nahrungsmitteln  macht  sich  nur  am
Lukuledi  fühlbar,  von  den  Leuten  den  vorjährigen
Heuschrecken  zur  Last  gelegt,  in  Wirklichkeit  aber
hauptsächlich  von  unzureichender  Bestellung  herrührend.
Als  Aushülfe  dient  dort  die  überall  wuchernde
„Upupu“,  eine  wilde  Bohne  mit  eßförmiger  brennender
  Schale.

Erdnüsse  werden  ungefähr  überall  angebaut,  aber
bisher  in  geringem  Maße.  Ich  habe  Veranlassung
genommen,  auf  die  Vortheile  dieser  Kultur  hinzuweisen,
  indem  ich  zugleich  einiges  Saatgut  sowie
solches  von  Reis,  der  wegen  der  Heuschrecken  selten
geworden  ist,  ferner  Kokosnüsse  und  Pflänzlinge  von
anderen  Fruchtbäumen  unentgeltlich  in  Aussicht  stellte.

439

 

Bei  Kionda  in  Utimbe  und  bei  Didi  in  Mbemba

zeigten  mehrere  junge  Kokospalmen  ein  gutes  Wachsthum.

Ein  großer  Uebelstand,  der  dem  Anbau  von
Fruchtbäumen  entgegenwirkt,  ist  die  Sitte  eines
Theiles  der  Wamakonde,  nach  ein=  bis  dreijährigem
Aufenthalte  ihren  Wohnort  mit  einem  neuen  zu  vertauschen.
  Ihre  Hütten  bauen  sie  zudem  vielfach  weit
ab  von  den  Schamben,  in  den  dichten  Busch  hinein
und  in  Entfernungen  bis  zu  drei  Stunden  vom
nächsten  Wasserplatze.  Die  Ursache  dieses  merkwürdigen
  Verfahrens,  welches  füglich  als  Sichverkriechen
zu  bezeichnen  ist,  liegt  in  der  noch  immer  verbreiteten
Angst  vor  feindlichen  Einfällen.

Den  fehlenden  Schatten  muß  diesen  ephemeren
Ansiedelungen  ein  mitten  in  das  Dorf  gepflanzter
Mhogostrauch  nach  Abstützung  seiner  dünn  belaubten
Zweige  geben,  während  eine  tellerartige,  zuweilen
mit  Lehm  gefestigte  Bodenvertiefung  zum  Auffangen
des  Regenwassers  dient.

Die  Regenzeit,  welche  an  der  Küste  unbedeutend
war,  scheint  im  Innern  stärker  aufgetreten  zu  sein;
so  soll  am  Lukuledi  gegen  das  vorige  Jahr  erheblich
mehr  Regen  gefallen  sein.  Allerdings  wurden  mir
am  Rovuma  Felder  gezeigt,  welche  deutlich  unter
Trockenheit  gelitten  hatten.

Die  Gummigewinnung  anlangend,  liegen  die
reichsten  Waldstrecken  bei  Matschemba  und  nähern
sich  nördlich  dem  Lukuledi.  Am  Rovuma  klagen  die
Leute  über  vollständige  Ausrottung  des  Gummis.
Soweit  auf  Grund  der  am  Wege  sichtbaren  Lianen
ein  Urtheil  möglich  ist,  beruhen  diese  Klagen  auf
Uebertreibung.

Ein  gutes,  wegen  der  Magwangwarafurcht  noch
nicht  genutztes  Gummigebiet  soll  Madyedye  sein;
dasselbe  würde  sonach  in  absehbarer  Zeit  den  Markt
vergrößern  helfen.  Für  Wachs  kommt  in  erster
Linie  die  zwischen  Novuma  und  seinem  Nebenflusse
Bangala  gelegene  Landschaft  in  Betracht.  Kopalgräbereien
  habe  ich  nur  wenige  auf  dem  Wege
zum  Rovuma  angetroffen,  obwohl  der  steigende
Preis  zu  größerer  Produktion  anregen  sollte.
Ebenholz  wird  auf  dem  ganzen  zurückgelegten
Wege  nirgends  zu  Handelszwecken  geschlagen.  In
Sudi  sah  ich  etwa  300  Stammstücke  zur  Verschiffung
bereit  liegen,  die  aus  dem  nördlichsten  Theile  des
Bezirkes  stammten.

Der  günstige  Einfluß  der  Missionen  ist  nirgends
zu  verkennen  und  es  kann  nur  mit  Freuden  begrüßt
werden,  daß  sowohl  die  evangelische  als  die  katholische
  sich  weiter  auszubreiten  beabsichtigen;  zugleich
geht  hieraus  hervor,  daß  auch  die  Missionen  mit
den  Erfolgen  ihrer  Thätigkeit  zufrieden  sind.
Die  evangelische  Station  Massassi  steht  unter  der
Leitung  des  Missionars  Porter,  der  auf  eine  bereits
  17jährige  Thätigkeit  zurückblickt  und  die  Zerstörung
  der  ursprünglichen,  am  Mkomahindo  belegenen
  Missionsanlage  durch  die  Magwangwara
        <pb n="544" />
        miterlebt  hat.  Mit  ihm  wirkt  dort  ein  jüngerer
Missionar.  Der  Platz  —  auf  dem  Südsüdostfuße
des  Ntandiberges  —  ist  glücklich  gewählt.  Ein
naher  Bergquell  giebt  klares  gutes  Wasser.  Insolge
  der  Tieflage  der  Landschaft  bleiben  freilich
Fieberfälle  nicht  aus,  sind  aber,  wie  es  scheint,
nicht  bösartiger  Natur.  Bemerkenswerth  ist  die
bis  in  alle  Einzelheiten  genaue  und  saubere  Ausführung
  der  luftigen  Baulichkeiten,  wie  sie  bei
den  beschränkten  Hülfsmitteln  nur  jahrelange  Praxis
ermöglicht.  Die  Zahl  der  männlichen  Zöglinge
betrug  140,  die  der  weiblichen  70;  letztere  werden
von  der  Frau  eines  farbigen  Lehrers  unterrichtet,
welche  ihre  Ausbildung  in  Sansibar  erhalten  hat.
Drei  Nebenstationen  —  Kiwata,  Mwiti  und
Miwa  —  werden  von  farbigen  Missionaren  geleitet,
ohne  hier  den  zum  Unterricht  kommenden  Kindern
Wohnung  zu  gewähren.  Die  vor  etwa  20  Monaten
aufgegebene  Nebenstation  Kitangari  ist  als  heute
unbewohnte  hüttenlose  Stätte  ein  Bild  afrikanischer
Vergänglichkeit;  die  Eingeborenen  sind  theils  nach
Klwata,  theils  nach  Mwiti  der  Mission  gefolgt.
Newala  ist  mit  einem  Missionar  und  einem  Bruder
besetzt;  die  Ankunft  eines  zweiten  Missionars
steht  demnächst  bevor.  Die  Oberleitung  der  katholischen
  Lukuledistationen  liegt  in  der  Hand  des
P.  Antonius.

Ein  breiter  Weg  sowie  ein  von  den  Zöglingen
bearbeitetes  Feldgrundstück  liegen  zwischen  dem  Männerkloster
  und  dem  der  Schwestern.  Ersteres  wird  von
dem  genannten  Pater  und  einem  Bruder,  letzteres
von  drei  Schwestern  bewohnt.  Hervorgehoben  sei
hier  gleich,  daß  die  Mission  dem  Wegebau  ein
großes  Interesse  widmet,  welchem  unter  Anderem
ein  breiter,  gereinigter  Weg  bis  über  das  drei
Stunden  entfernte  Tschikukwe  hinaus  zu  danken
ist.  In  den  beiden  Klöstern  befinden  sich  30  bezw.
25  Zöglinge.  Zu  Ostern  sind  nach  zweijährigem
Unterricht  die  ersten  28  Erwachsenen  getauft  worden,
während  im  nächsten  Jahre  etwa  300  der  Taufe
entgegensehen.  Hier  sowohl  als  in  Massassi,  wo  ich
den  Frühmessen  beiwohnte,  war  die  Zahl  der
Kirchenbesucher  beiderlei  Geschlechts  eine  ansehnliche.
Die  mit  einem  Pater  und  drei  Brüdern  besetzte
Station  Nyangau  ist  noch  im  Bau  begriffen;  gegenwärtig
  wird  an  der  geräumigen  Kirche  mit  großem
Fleiße  gearbeitet.

Die  von  den  Missionaren  überall  in  reichem  Maße
geübte  Gastfreundschaft  berührt  im  Innern  doppelt
angenehm.  Ihre  auf  der  Grundlage  bielseitiger
Beobachtung  sowie  genauer  Kenntniß  von  Land  und
Lenten  gesammelten  und  gern  mitgetheilten  Erfahrungen
  sind  für  die  Verwaltung  von  nicht  zu  unterschätzendem
  Werthe,  da  sie  ebenso  sehr  den  Einblick
in  die  Verhältnisse  jener  entfernteren  Distrikte  erleichtern,
  als  sie  die  Missionsmitglieder  in  den  Stand
setzen,  der  Bevölkerung  in  ihren  mannigfachen  Anliegen
  mit  Rath  und  That  wirlsam  beizustehen  alle

440

 

–

die  kleineren  und  größeren  Streitigkeiten  im  Entstehen
beizulegen  und  damit  einer  ungestörten  Weiterentwickelung
  die  Wege  zu  ebnen.

Als  Kuriosum  möchte  ich  erwähnen,  daß  kürzlich
das  unweit  Kiwata  gelegene  Dorf  Mapale  von  seinen
etwa  40  Einwohnern  (Wahyao)  infolge  einer  Schlange
vollständig  verlassen  worden  ist.  Nach  den  Angaben
des  christlichen  Wahyaohäuptlings  Barnaba  Nakaam
aus  Kiwata,  eines  durchaus  verständigen  Mannes,
handelt  es  sich  um  eine  große  Schlange,  welche  am
Wege  von  einem  Baume  aus  unter  Ausstoßung  eines
krähenden  Tones  stets  auf  den  Kopf  des  Vorübergehenden
  niederstoße,  der  an  dem  Biß  in  kürzester
Zeit  sterbe.  Dieselbe  sel  auf  dem  Kopfe  roth  gezeichnet
  und  werde  Songo  genannt.  Auch  die  Eingeborenen
  behaupten,  die  Schlange  zu  kennen,  welche
auf  Kimakonde  „Kikomi“  heiße.  Auf  der  Mission
in  Massassi  wollte  man  sich  erinnern,  Livingstone
erzähle  von  einem  derartigen  Reptil.

Lendung  von  Laturalien.

Der  zoologischen  Sammlung  des  Königlichen
Museums  für  Naturkunde  ist  am  24.  Mai  d.  Js.
eine  Sammlung  zoologischer  Objekte  zugegangen,
welche  von  dem  Obersten  v.  Trotha  in  Deutsch-Ostafrila
  zusammengebracht  wurde.

Die  Sendung  enthielt:

4  Säugethierbälge,
172  Vogelbälge  und
2  Reptilien.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  eine  gute,  der
wissenschaftliche  Werth  derselben  ein  bedeutender.
Unter  den  Vögeln  besonders  befindet  sich  eine  größere
Anzahl  von  Arten,  welche  im  Museum  noch  nicht
vorhanden,  und  auch  solcher,  welche  bisher  für  das
deutsche  Schutzgebiet  noch  nicht  nachgewiesen  waren.
Von  den  Säugethieren  war  eine  seltene  Wühlratte
(Rhizomys  splendeus  Rüpp.)  der  Sammlung
höchst  willkommen.

Tabakernte  in  Mohorro.

Nach  dem  Bericht  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
ist  die  Ernte  auf  der  Plantage  Mohorro  am
25.  April  mit  158  150  Tabakpflanzen  abgeschlossen
und  befindet  sich  der  Tabak  nunmehr  in  der  Fermentation,
  die  normal  zu  verlaufen  scheint.
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        —  441

Elefantenzucht.

Dem  Stationschef  von  Iringa,  Hauptmann
Prince,  ist  es  gelungen,  zwei  junge  Elefanten
lebend  zu  bekommen.  Die  Versuche  sollen  forthesebt
  werden,  junge  Elefanten  zum  Gebrauch  heranzuziehen.


Kamernun.

Bericht  des  Dr.  preuß  über  die  von  dem  botanischen
Garten  in  Berlin  dem  botanischen  Garten  in  victoria
übersandten  Pflanzen.

Der  botanische  Garten  und  die  Versuchsplantage
in  Victoria  haben  in  den  letzten  vier  Jahren  ihres
Bestehens  zu  verschiedenen  Malen  größere  Pflanzensendungen
  aus  dem  botanischen  Garten  in  Berlin
erhalten,  so  im  Mai  1893,  im  September  1894  und
im  November  1896.  Die  Uebersendung  geschah  stels
in  Wardschen  Kästen.  Da  auch  stets  einem  gerade
nach  der  Kamerunkolonie  ausgeschickten  Gärtner  die
Leitung  der  Transporte  übertragen  werden  konnte,
so  gelangten  die  Pflanzen  in  verhältnißmäßig  gutem
Zustande  dort  an,  und  die  Versuchsplantage  in  Victoria
  verdankt  einen  großen  Thell  werthvoller  dort
kultivirter  Gewächse  dem  botanischen  Garten  in  Berlin.

Zu  verschiedenen  Malen  wurden  auch  Samensendungen
  hemacht,  welche  recht  zufriedenstellende  Resultate
  lieferten,  wenngleich  die  Keimfähigkeit  gerade
bei  einigen  werthvollen  Arten  völlig  erloschen  war.

Im  Ganzen  betrug  die  Zahl  der  eingesandten
bezw.  aus  Samen  gezüchteten  Arten  79,  wovon  jedoch
  23  Arten  bereits  vorher  im  botanischen  Garten
in  Victoria  vorhanden  waren.

Die  verschiedenen  Arten  werden  in  Folgendem
genannt:

Acrocarpus  fraxinilolius;  ein  einziges  sehr
rasch  wachsendes  kräftiges  Bäumchen  von  1  m  Höhe,
versuchsweise  als  Schattenbaum  zwischen  Kakao
hepflanzt.

Albizzia  moluccana;  fünf  Bäume  im  Alter  von
4½  Jahren,  von  durchschnittlich  20  m  Höhe  und
1,15  m  Umfang.  Diese  Maße  besagen,  mit  welch
enormer  Geschwindigkeit  die  Art  wächst.  Kein  anderer
Baum  im  Garten  kommt  ihr  darin  gleich.  Die
Casuarina  erreicht  wohl  eine  größere  Höhe,  aber
nicht  den  gleichen  Umfang  des  Stammes,  und  der
Manihot  Glaziowil  wächst  nur  im  ersten  Jahre
schneller,  bleibt  dann  aber  zurück.  Die  Albizzia
moluccana  dient  als  Schattenbaum  für  Cardamom,
wozu  sie  sich  allerdings  als  ungeeignet.  erwiesen  hat,
weil  die  in  Menge  abfallenden  Blättchen  die  Blüthenund
  Fruchtstände  des  Cardamom,  die  an  der  Erde
liegen,  zudecken.  Sie  hat  in  diesem  Jahre  zum  ersten
Male  fruktifizirt  und  soll  nunmehr  vermehrt  und  als
Schattenbaum  für  arabischen  Kassee  verwandt  werden,
welcher  zum  Schutz  gegen  den  Kaffeekäfer  einer  stär- 



keren  Beschattung  bedarf.  Das  Holz  der  Albizzia
ist  spröde  und  brüchig.  Die  Aeste  werden  durch
Tornados  leicht  abgebrochen,  so  daß  der  Baum  selten
eine  schöne  Krone  hat.

Albizzia  stipulata.  Neun  Bäumchen,  bis  2  m
hoch,  aus  Samen  gezüchtet.  Diese  Art  wächst  auch
bemerkenswerth  schnell,  aber  doch  bedeutend  langsamer
als  die  vorige.  Sie  ist  als  Schattenbaum  zwischen
Kaffee  und  Kakao  gepflanzt.

Alpinia  galanga;  diese  dem  Ingwer  ähnliche
Art  war  bereits  in  Victoria  vorhanden.  Sie  wuchert
sehr  üppig  und  pflanzt  sich  durch  den  kriechenden,
halb  oberirdischen  Wurzelstock  schnell  fort.  Sie  ist
wegen  der  schönen  großen,  leuchtend  weißen  Blüthen,
welche  einen  ungemein  starken  Wohlgeruch  ausströmen,
allgemein  als  Gartenblume  beliebt.

Anona  cherimolia;  zwei  sehr  langsam  wachsende
Sträucher  von  unschönem  Wuchs  und  meist  kränklichem
Aussehen.

Anona  reticulata.  Zahlreiche  Bäume  waren
bereits  im  botanischen  Garten  vorhanden.  Sie  sind
von  niedrigem,  unschönem  Wuchs,  wie  alle  mir  bekannten
  Anonaarten.  Die  Blüthen  öffnen  sich  abends
und  verbreiten  einen  sehr  angenehmen  starken  Obstgeruch.
  Die  selten  mehr  als  faustgroßen  hellbräunlichen
  Früchte  hängen  an  einem  kurzen,  unverhältnißmäßig
  dicken  Stiel,  welcher  oft  dicker  ist  als  der
Zweig,  an  welchem  die  Frucht  hängt.  Leßtere,  auch
„ustard-apple“  genannt,  ist  erst  in  einem  Zustande
von  Ueberreife  genießbar.  Von  dieser  Art  giebt  es
in  Victoria  Bäume  von  sicherlich  15  bis  20  Jahren.

Anona  Squamosa;  ein  Strauch  mit  rundlichen,
kaum  faustgroßen  Früchten  von  angenehmem,  süßem
Geschmack,  welche  von  den  Engländern  „sweet  sop“
genannt  werden  zum  Unterschiede  vom  „Sour  sop“,
den  säuerlich-süßen  Früchten  von  Anona  muricata,
welche  wegen  ihrer  Gestalt  auch  den  Namen  „bullockheart“
  führen.  Beide  Arten  waren  im  botanischen
Garten  bereits  vertreten.  Sie  fruktifiziren  im  dritten
bis  vierten  Jahre.

Aleurites  moluccana.  Die  in  den  Jahren  1893
und  1894  angekommenen  drei  Pflanzen  haben  sich  zu
Bäumen  von  6  m  Höhe  entwickelt  und  bereits  1896
geblüht,  ohnc  jedoch  Frucht  anzusetzen.

Areca  Catechu  (Betelnußpalme).  Drei  Exemplare
  entwickeln  sich  gut,  die  anderen  drei  sind  eingegangen.


Artocarpus  integrifolia;  12  Bäume,  welche
außer  als  Schattenbäume  für  Kakao  wegen  ihres
schönen  Laubes  und  Wuchses  gleichzeitig  auch  als
Alleebäume  Verwendung  finden.  Die  im  Jahre  1894
hier  angelangten  Pflänzchen  haben  sich  jetzt  zu  6  bis
7  m  hohen  Bäumen  entwickelt.

Averrhoa  Carambola;  9  Bäumchen  von  niederem
  Wuchse  mit  schöner  voller  Krone.  Die  gelben,
der  Länge  nach  gefurchten  und  kantigen  Früchte  sind
von  angenehm  saurem,  erfrischendem,  an  den  der
Stachelbeere  erinnerndem  Geschmack,  weshalb  der
Baum  wohl  auch  Baumstachelbeere  genannt  wird.
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        Die  im  Jahre  1893  hier  angelangten  Pflanzen  trugen
1896  bereits  reichlich  Frucht.

Bambusa  siamensis.  Ein  einziger  kräftig  sich
entwickeluder  Busch  mit  schöner  zierlicher  Belaubung
und  von  graziösen  Formen.  Dieses  ist  die  schönste
der  mir  bekannten  Bamöusarlen.

Bambusa  arundinacea.  Dieses  ist  wahrscheinlich
  die  an  der  ganzen  Westküste  Afrikas  verbreitete
Art,  die  ich  berelts  in  Victoria  angepflanzt  vorfand.
Hieraus  werden  bei  Victoria  in  neuerer  Zeit  lebende
Brücken  verfertigt,  indem  man  die  nebeneinander  geleglen
  Stämme  miteinander  verbindet  und  dann  mit
Erde  überdeckt.  Die  Stämme  treiben  nun  aus,
bleiben  frisch,  und  nur  von  Zeit  zu  Zeit  müssen  die
aus  der  Erde  hervorkommenden  Sprosse  abgeschnitten
werden.  Ob  diese  Methode  sich  auf  die  Dauer  bewähren
  wird,  bleibt  abzuwarten.  Ich  habe  noch  nie
eine  Blüthe  von  dieser  Ark  gesehen,  sie  ist  daher  auch
noch  nicht  sicher  zu  bestimmen  gewesen.  Um  so  erwünschter
  waren  die  Exemplare  aus  Berlin,  um  Vergleiche
  anstellen  zu  können.  #

Bassia  longifolia;  nur  ein  langsam  wachsendes
Bäunchen.

Calotropis  gigantea;  die  im  November  1896
hier  angelangten  drei  Pflänzchen  entwickelten  sich
ungemein  üppig  und  blühten  bereits  im  März  1897.

Calophyllum  inophyllum.  Diese  Art,  die  wegen
ihrer  schönen  Belaubung  und  der  wohlriechenden
Blüthen  außer  als  Nutzpflanze  auch  als  Zierbaum
kultivirt  wird,  fand  ich  bereits  1890  in  Victoria  vor.
Der  Baum  fruktifizirt  im  Alter  von  sechs  Jahren.
Die  Fortpflanzung  durch  Samen  ist  sehr  einfach.

Canarium  zeylanicum  dient  als  Schattenbaum
für  Muskatnuß,  erfüllt  aber  ihren  Zweck  vorläufig
wegen  der  kleinen  Kronen,  die  auf  langen  schwanken
Stämmen  siten,  noch  so  unvollkommen,  daß  die  Banane
  als  Schattenspender  zu  Hülse  genommen  werden
  muß.

Cinnamomum  (amphora,  der  Kampherbaum.
Eine  Anzahl  der  im  November  1896  angelangten,
zum  Theil  dürftigen  Pflänzchen  überstand  trotz  aller
Pflege  die  Trockenzeit  nicht,  die  übrigen  entwickelten
sich  zu  kräftig  und  gesund  aussehenden  Bäumchen.
Auch  in  Buba  sollen  hiermit  Versuche  angestellt  werden.

Cinnamomum  zeylanicum,  der  Ceylon-Zimmetstrauch,
  gedeiht  vortrefflich  und  wird  durch  Absenker
und  Samen  vermehrt.  Proben  von  der  Rinde  wurden
  zur  Begutachtung  an  das  Reichsgesundheitsamt
und  an  die  Firma  Brückner,  Lampe  &amp;amp;  Co.  in  Berlin
übersandt,  jedoch  ist  der  Bescheid  noch  nicht  eingetroffen.
  Der  Geschmack  und  das  Aroma  des  Produktes
scheint  mir  sehr  gut  zu  sein.  Den  Blättern  nach
lassen  sich  drei  bis  vier  Varietäten  unterscheiden.
Das  Schälen  und  Schaben  der  Rinde  lernen  die
Arbeiter  nur  sehr  allmählich,  da  hierzu  viel  Geschick
und  Aufmerksamkeit  gehört.  Die  Kultur  des  Zimmetstrauches
  hat  in  Kamerun  wahrscheinlich  eine  Zukunft.

Corchorus  capsularis  var.  attariya,  die  Jutepflanze.
  Same  von  dieser  Pflanze  langte  vor  drei

 

442  —

Wochen  hier  an.  Er  keimte  sehr  gut,  und  es  wurden
mehrere  Beete  damit  bestellt.  Die  Pflänzchen  stehen
in  Abständen  von  etwa  15  cm  nach  jeder  Richtung.
Die  Entwickelung  bleibt  abzuwarten.

Corypha  gebanga.  Diese  Palme  ist  in  drei

sehr  jungen  Exemplaren  vorhanden.

orypha  umbraculisera.  Von  den  sechs  eingesandten
  Nüssen  kelmten  drei  nach  einem  Zeitraum
von  sechs  Monaten.  Die  Entwickelung  geht  nur  sehr
langsam  vor  sich.

Coulteria  tinctoria.  Nur  zwei  Exemplare  befinden
  sich  noch  am  Leben.  Der  Pflanze  scheint  das
Klima  nicht  sehr  zu  behagen.

Crataeva  gynandra.  Die  drei  im  November
1896  hier  angelangten  Pflänzchen  entwickeln  sich  sehr
gut  und  haben  bereits  die  Höhe  von  1  m  erreicht.

Crescentia  Cujete.  Dieser  als  Stützbaum  für
Vanille  und  schwarzen  Pfeffer  sehr  gerühmte  Zwergbaum
  gedeiht  sehr  gut.  Die  Vermehrung  durch
Stecklinge  ist  sehr  einfach  und  diese  Art  wird  demnächst
  in  größerem  Maßstabe  in  dem  vorher  erwähnten
  Sinne  gebraucht  werden  für  Vanille,  schwarzen
Pfeffer  und  Cubeben.

Crescentia  cucurbitana.  Von  ähnlichem  Wuchs
wie  die  vorige  Art,  wird  sie  im  botanischen  Garten
als  Stützbaum  für  Vanille  benutzt,  indessen  scheint
es  mir  nicht,  als  ob  sie  sich  hierzu  in  hervorragender
Weise  eignet.  Auch  den  großen  kürbisartigen  Früchten,
welche  als  Gemüse  verwendet  werden  sollen,  kann  ich
keinen  Geschmack  abgewinnen.  Offenbar  fehlt  mir
noch  das  richtige  Rezept  für  die  Zubereitung.

Croton  Tiglium  gedeiht  sehr  üppig  und  bildet
hohe  Sträucher  und  Hecken.  Auch  fruktifiziren  die
Büsche  reichlich,  und  Proben  sind  zur  Prüfung  auf
ihre  Verwendbarkeit  nach  Berlin  gesandt  worden.

Curcuma  aromatica,  leucorrhiza  und  longa
haben  getrieben,  wachsen  aber  nur  langsam.

Dendrocalamus  strictus;  vler  kleine,  aber  gesunde
  Pflanzen.  Das  Wachsthum  geht  bei  allen
Bambusarten  im  Anfange  sehr  langsam  vor  sich.  Ist
aber  der  Wurzelstock  genügend  erstarkt,  so  schießen
die  Sprosse  mit  außerordentlicher  Schnelligkeit  empor.
Dieser  Art  wird  eine  ganz  besondere  Aufmerksamkeit
geschenkt.

Dorstenia  multiformis,  zwel  sehr  schwächliche
Pflanzen.

Erythrina  corallodendron.  Diese  Art  wird
wie  die  beiden  folgenden  als  Schattenbaum  für  Kakao
und  Kaffee  empfohlen.  Indessen  scheint  mir  dieses
mit  Unrecht  zu  geschehen.  In  Vicioria  bildet  die
Art  ohne  sehr  sorgfältiges  Stützen  und  Beschneiden
überhaupt  keinen  rechten  Stamm.  Die  junge  Pflanze
schießt  so  schnell  in  die  Höhe,  daß  der  schwache
Stamm  selbst  die  verhältnißmäßig  kleine  Krone  nicht
tragen  kann  und  sich  zur  Erde  beugt.  Ebenso  geht
es  den  dann  in  Menge  hervorwachsenden  Sprossen.
Erst  ganz  allmählich  kann  man  durch  Ausschneiden
einen  einigermaßen  geraden  Stamm  erzielen.
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        —  443  —

Erythrina  lithosperma  und  E.  umbrosa  bagegen
  scheinen  in  der  That  Schattenbäume  ersten
Ranges  zu  sein.  Beide  entwickeln  sich  ungemein  üppig.

Leider  haben  alle  im  Garten  kultivirten  Erythrinaarten,
  wozu  auch  zwei  einheimische  gehören,  sehr  unter
den  Angriffen  eines  Käfers  zu  lelden,  dessen  Larve
in  den  Stammspitzen  und  dann  auch  im  alten  Holze
lebt.  Alle  Erythringarten  wechseln  das  Laub  in  der
Trockenzeit  und  stehen  eine  Zeit  lang  ganz  oder  fast
ghanz  kahl,  bis  die  schönen  Blüthen  und  gleich  darauf
auch  die  neuen  Blätter  erscheinen.

Euterpe  edulis.  Die  bis  jetzt  hierher  gelangten
Exemplare  dieser  Art  sind  in  der  Trockenzeit  eingegangen.


Feronia  elephantum.  Zwei  junge  Exemplare,
welche  wie  auch  Orange  und  Citrone,  den  Raupen
des  Papilio  Demoleus  als  Futterpflanze  dienen
und  daher  sorgfältig  beobachtet  werden  müssen.

Ficus  religiosa.  Diese  Art  war  bereits  früher
in  fünf  statklichen  Bäumen  im  botanischen  Garten
vorhanden  und  gedeiht  sehr  gut.

Flacourtia.  inermis,  zwei  Sträucher  mit  stachligen,
  weit  überhängenden  dünnen  Aesten,  welche  noch
nicht  geblüht  haben.  "

Garcinia  cochinchinensis,  zwei  ganz  junge
Pflanzen.  Alle  Garciniaarten  im  botanischen  Garten
zeichnen  sich  leider  durch  ein  außerordentlich  langsomes
  Wachsthum  aus,  so  besonders  die  durch  ihre
Frucht  berühmte  Garcinia  mangostana,  aber  auch
die  G.  kola  und  die

Garcinia  xganthochymus,  von  der  mehrere
kräftige  Exemplare  vorhanden  sind.

onolobus  Condurango.  Ein  einziges  Exemplar
  langte  im  November  1896  hier  an,  welches  sich
jebt  bereits  mehr  als  4  m  hoch  emporgeschlungen
hat  und  relchlich  blüht.

Unjacum  sanctum,  sechs  kleine  Sträucher,
welche  überhaupt  kein  oder  nur  ein  unendlich  geringes
Wachsthum  zeigen.  Eine  Kultur  dieses  Strauches
dürfte  nie  lohnend  werden.

Hevea  brasiliensis  (Parakautschulbaum).  Ueber
das  Gedeihen  dieses  Baumes  habe  ich  bereits  früher
ausführlich  berichtet.  Ob  seine  Kultur  lohnend  sein
wird,  kann  sich  erst  im  Laufe  der  nächsten  Jahre
feststellen  lassen.

Hymenaea  verrucosa  und  H.  Courbaril  langten
  beide  bereits  todt  hier  an.

Illipe  latilolian.  Vier  mehr  als  2  m  hohe
Bäunchen  mit  vollen  Kronen.

Jambosa  vulgaris.  Zwei  schöne  Bäume  mit
vollen  Kronen  und  weidenähnlichem  Laube.  Sie
bluhen  und  Uuliiffiren  seit  längerer  Zelt.
Kaempbheria  Galanga  gedeiht  gut  und  ist  reichlich
  vermehrt  worden.  ba  oedelht  Krich
b  Landolphia  Watsoni  war  bereits  früher  im
otanischen  Garten  vorhanden.  An  eine  reguläre
rentable  Kultur  dieser  Kautschukliane  ist  des  langsamen
  Wachsthums  wegen  nicht  zu  denken.  Pflanzen
von  mehr  als  sieben  Jahren  sind  noch  im  entfern- 



testen  nicht  so  weit,  daß  sie  mit  Erfolg  angezapft
werden  könnten.

Mangilera  indica.  Die  Mangopflaume  war
bisher  in  Victoria  und  Kamerun  in  einer  nur  sehr
minderwerthigen  Varietät  vertreten.  Die  aus  dem
botanischen  Garten  in  Berlin  gesandte  Varietät,  die
von  den  Molukken  stammen  soll,  sowie  eine  Anzahl
von  Ceylonmangos,  deren  Samen  ich  1893  direkt
aus  Ceylon  erhlelt,  haben  sich  ungemein  üppig  entwickelt.
  Im  nächsten  Jahre  schon  dürfte  der  botanische
  Garten  um  eine  schöne  Fruchtart  reicher  sein.

Mallotus  philippinensis,  nur  ein  Strauch,  der
reichlich  blüht,  ist  am  Leben  geblieben.

Melaleuca  Cajeputi.  Die  einzige  hier  angekommene
  Pflanze  wurde  nachts  von  Grillen  abgefressen
und  ging  ein.  ·

Mesua  ferrea.  Von  den  fünf  in  sehr  dürftigem
Zustande  angekommenen  Pflanzen  überstand  troß  aller
Pflege  nur  eine  die  sehr  lange  und  starke  Trockenzeit.

Der  November,  in  welchem  die  Regenzeit  schließt,
ist  eine  sehr  ungünstige  Zeit  für  neu  ankommende
Pflanzen,  da  diese  höchstens  noch  einige  Tornados
erhalten  und  dann  zunächst  die  ganze  Trockenzeit
darchzumachen  haben,  welche  bis  zum  Anfang  April

auert.

Michelia  Champaca.  Die  drei  im  September
1894  hier  angekommenen  Pflanzen  haben  sich  zu
herrlichen,  pyramidenförmigen  Bäumen  von  8  bis  9m
Höhe  entwickelt.

Myristica  fragrans.  Das  einzige  lebend  hier
angelommene  Exemplar  ging  ein,  obgleich  es  in  ganz
gleicher  Weise  behandelt  wurde  wie  mehrere  zu  gleicher
Zeit  aus  Singapore  eingetroffene  Muskatnußbäunchen,
die  sich  theilweise  schon  zu  2  m  hohen  Bäumen  entwickelt
  haben,  und  deren  gutes  Gedelhen  zu  der
Hoffnung  berechtigt,  daß  die  Kultur  des  Muskatnußbaumes
  in  Kamernn  gelingen  wird.

Nephelium  Longanum  war  bereits  früher  im
botanischen  Garten  in  Victoria  vorhanden,  aber  die
mehr  als  sieben  Jahre  alten  Sträucher  haben  noch
nie  fruktifizirt.  Sie  treiben  nur  sehr  wenige  und
sehr  flache  Wurzeln  und  müssen  daher  sorgfältig  vor
Winden  geschützt  werden.

Ochrocarpus  siamensis;  nur  ein  einziges  kräftiges
  Pflänzchen,  welches  ebenso  langsam  wächst  wie
die  Garciniaarten.

Periocopsis  mooniana,  zwei  noch  sehr  junge
Pflanzen.

Picodendron  Juglans,  zwei  junge  üppig  emporschießende
  Pflanzen.

Piper  angustilolium;  drei  sehr  dichte,  2,50  m
hohe  Sträucher,  die  reichlich  fruktifizlren.

Piper  Betle  (Betelpfeffer),  wuchert  außerordentlich
  stark.  Er  wird  an  Oelpalmen  gezüchtet.

Piper  Cubeba;  nur  ein  junges  Exemplar  der
echten  Art  ist  vorhanden.  Als  Stützbaum  dient
Crescontia  Cujete.

Piper  nigrum  wlrd  seit  1890  im  botanischen
Garten  kultivirt,  liefert  auch  ein  gutes  Produkt,  in-
        <pb n="548" />
        dessen  dürfte  die  Kultur  der  geringen  Ernten  und
des  niedrigen  Preises  wegen  nicht  lohnend  sein.  Als
Stützbaum  dient  Spondias  lutea.

Piper  officinale  bildet  dichte,  2  m  hohe  Biüsche,
welche  jetzt  reichlich  blühen.

Pithecolobium  Saman.  Aus  Samen  wurden
sieben  Bäumchen  gezüchtet,  welche  sehr  schnell  wachsen,
sich  dann  niederbeugen  und  eine  breite,  aber  dünne
Krone  bilden.  Sie  dürften  sich  gut  zum  Schattenbaum
  für  Cardamom  eignen.

Psidium  Gusjava  wächst  in  Victoria  überall
als  Unkrant.

Schleicheria  trijuga;  mehrere  bis  4  m  hohe
Bäumchen,  welche  noch  nicht  geblüht  haben.

Spondias  dulcis  war  bereits  von  Siä#o  Thomé
im  Anfange  1896  eingeführt  worden.  Die  Portugiesen
  nennen  diese  Pflanze  „Cajamanga“,  und  in
Säo  Thomé  hält  man  sie  für  ein  Kreuzungsprodukt
aus  Mangilera  indica  mit  Spondias  lutea.  Die
Frucht  wird  von  Allen,  welche  sie  kennen,  sehr  gerühmt.
  In  Victoria  sollen  die  schönen  Bäume  gleichzeitig
  als  Alleebäume  dienen.

Spondias  Mombin;  zwei  schnell  wachsende  junge
Pflanzen.  Auch  diese  Art  verspricht  eine  neue  eßbare
Frucht  für  den  Garten.

Stadtmannia  australis,  ein  Baum  von  4  m
Höhe  ohne  jede  Verzweigung.  Er  liefert  Nutzholz.

Strophantus  scandens;  drei  wohlerhaltene,
kräftig  sich  entwickelnde  Sträucher.

Strychnos  nux  vomica  war  bercits  im  Garten
vorhanden.  Der  Strauch  wächst  sehr  langsam.

Tectona  grandis  (Teakholz);  nur  ein  kleines
Pflänzchen  ist  vorhanden.  Von  einer  großen  aus
Buitenzorg  auf  Java  bezogenen  Samensendung  ist
nicht  ein  einziges  Korn  aufgegangen.

Terminalia  Catappa;  drei  schöne  und  große
Bäume,  welche  durch  ihren  ganz  eigenthümlichen,
etagenförmig  schirmartigen  Wuchs  selbst  die  Bewunderung
  der  Eingeborenen  erregen.  Slie  sind  vorzügliche
  Alleebäume,  geben  tiefen  Schatten  und  unterdrücken
  leider  alle  anderen  Bäume  in  ihrer  Nähe.
Eine  kleine  Ameisenart  baut  in  diesen  Bäumen  mit
Vorliebe  ihre  Nester.  Blüthen  wurden  bereits  im
dritten  Jahre  gezeitigt,  aber  keine  Früchte.

Thea  chinensis.  Die  Samen  von  dieser  Art
sowie  von  der  Varietät  assamica  haben  gut  gekeimt.
Indessen  sehen  die  Pflanzen  in  Victoria  nicht  gesund
aus  und  wachsen  auch  außerordentlich  langsam.
Einige  Exemplare  wurden  nach  Buga  abgegeben,
wo  sie  sich  viel  besser  entwickeln  und  ein  kräftiges,
gesundes  Aussehen  erhalten  haben.  Ob  der  Theestrauch
  für  Kamerun  eine  Zukunft  hat,  läßt  sich  noch
nicht  beurtheilen.

Toluifera  cochinchinensis;  zwei  junge  gesunde
Pstanzen.

Svietenia  Mahagoni  war  bereits  im  botanischen
Garten  in  Kultur.  Von  einer  Samensendung  aus

 

444  —

Buitenzorg  keimten  nur  wenige  Körner,  aus  denen
sich  aber  gute  Pflänzlinge  entwickelt  haben.

Uragoga  Ipecacuanha.  Die  Kultur  dieser  Art
ist  mir  bisher  völlig  mißlungen.  Die  Pflanzen  gehen
entweder  ein  oder  wetteifern  in  Langsamkeit  des
Wachsthums  mit  dem  Gunjacum  sanctum.  Offenbar
behagt  ihnen  der  Boden  hier  nicht.

Auf  die  Vermehrung  aller  genannten  Arten  wird
stets  Bedacht  genommen,  indessen  ist  der  Boden  in
Vietoria  für  die  Fortpflanzung  durch  Stecklinge  sehr
ungeeignet,  und  Sand  läßt  sich  nirgends  beschaffen.
Man  ist  daher  bei  vielen  Arten  darauf  angewiesen,
zu  warten,  bis  sie  Frucht  tragen,  was  allerdings  bei
den  meisten  in  nicht  allzu  langer  Zeit  der  Fall  ist.

 

Togo.
Dandel  in  Rlein-popo  und  Povto-Leguro.

Aus  dem  seltens  der  Handelskammer  für  Klein-Popo
  und  Porto-Seguro  für  die  zweite  Hälfte  des
Geschäftsjahres  1896/97  erstatteten  Berichte  entnehmen
  wir  Folgendes:

Die  seit  ungefähr  Anfang  September  1896  anhaltende
  Dürre  habe  den  Handel  mit  den  wesentlichsten
  dortigen  Landesprodukten,  Palmöl  und
Palmkernen,  sehr  stark  beeinträchtigt.  Infolgedessen
sei  die  Waareneinfuhr  und  damit  der  Ertrag  der
Einfuhrzölle  eine  entsprechend  geringere  gewesen.
Infolge  der  Kündigung  des  Zollvertrages  mit  der
französischen  Kolonie  Dahome  wird  es  als  außerordentlich
  wichtig  für  das  Fortbestehen  des  Handels  in  den
beiden  genannten  Plätzen  bezeichnet,  daß  die  Verbindung
  mit  dem  Hinterland  durch  Anlegung  guter
Wege  erleichtert  und  dadurch  die  Möglichkeit  geschaffen
  werde,  den  in  letzter  Zeit  das  französische
Groß-Popo  begünstigenden  Handel  nach  den  deutschen
Plätzen  wieder  zurückzuleiten.

Durch  eine  auf  Antrag  der  Handelskammer  am
1.  März  1896  in  Kraft  getretene  Beslimmung,  nach
welcher  in  Klein-Popo  und  Porto-Seguro  die  zum
Verkauf  angebotenen  Palmkerne  höchstens  5  Prozent
Schalen=  und  Schmutzgehalt  haben  dürfen,  sei  der
Werth  der  dortigen  Palmkerne  gegenüber  den  in
Lome  gehandelten  um  10  bis  15  Prozent  gestiegen,
da  in  Lome  eine  derartige  Bestimmung  nicht  existire.
In  der  letzten  Zeit  habe  Lome  ziemlich  bedeutende
Quantitäten  Gummi  verschifft.  Der  diesen  Gummi
liesernde  Baum  sei  auch  im  östlichen  Hinterlande  zu
finden;  das  Produkt  werde  jedoch,  obwohl  Klein-Popo
  und  Porto-Seguro  ältere  Plätze  seien,  meist
nach  Lome  gebracht,  weil  die  Wege  dorthin  besser
seien.  Eine  bessere  Erschließung  des  Hinterlandes
von  Klein-Popo,  insbesondere  aber  die  Weiterführung
der  Wege  Klein-Popo  —  Sebbe  —  Anfol—  Wokutime
nach  Norden,  etwa  über  Topli  nach  Atakpame,  würde
dem  dortigen  Handel  seine  frühere  Bedeutung  wieder-
        <pb n="549" />
        —  446  —

geben,  da  dadurch  das  an  Vieh  besonders  reiche
Atalpame  für  die  dahinter  und  seitlich  liegenden
Gebiete  zu  einem  Handelsmittelpunlt  und  gutem  Absabzgebiete
  für  die  genannten  Küstenplätze  sich  gestalten
  würde.

Deufsch-Südwestafrika.
Denkmalsenthüllung.

Unter  reger  Betheiligung  der  weißen  Bevölkerung
Windhoeks  und  verschiedener  Deputationen  aus  allen
Theilen  des  Schutzgebietes,  denen  sich  die  eingeborenen
Gäste,  Kapitän  von  Wyk  und  Oberhäuptling  Samuel
Maharero  mit  Gefolge,  angeschlossen  hatten,  wurde
am  5.  April  d.  Is.  unter  klingendem  Spiel  und  dem
Domner  der  Geschütze  das  Denkmal  für  die  in  den
Witbooi-Feldzügen  gefallenen  Helden  seierlich  enthüllt.
Nach  vorangegangener  kirchlicher  Feier  seitens  der
Geistlichen  beider  Konfessionen  ergriff  der  Kaiserliche
Landeshauptmann  Major  Leutwein  das  Wort  zur
Festrede.  In  markiger  Weise  führte  derselbe  die
einzelnen  Details  jenes  Feldzuges  vor  Augen,  gab
seiner  Anerkennung  der  Leistungen  der  Truppe,  trotz
aller  Strapazen  und  Entbehrungen  den  lebhaftesten
Ausdruck  und  wies  schließlich  die  anwesende  Garnison
an  die  Gefallenen,  es  ihnen  gleich  zu  thun  in  treuer
Pflichterfüllung  und,  wenn  es  sein  muß,  Gesundheit
und  Leben  einzusetzen  für  Kaiser  und  Reich,  eingedenk
  der  Worte  des  Dichters:  „Dulce  et  decorum
est,  pro  patria  moril“  Nun  wandte  sich  der
Redner  an  die  Bürgerschaft  Windhoels,  dankte  dieser
für  ihre  thätige  Mithülse  zum  Zustandekommen  des
Denkmals,  übergab  es  ihrer  serneren  Obhut  und
Pflege  und  gab  schließlich  unter  Hinweis  auf  den
alten  Spruch:  „Salus  rei  publicae  suprema  lex
est“  der  Hoffnung  Ausdruck,  daß  in  hiesiger  Kolonie
auch  fernerhin  unser  gemeinsames  Vaterland  den
Ehrenplatz  in  Aller  Herzen  einnehmen  werde.  In
das  nun  ausgebrachte  Hoch  auf  Seine  Mojestät
stimmte  die  ganze  Versammlung  begeistert  ein.

Mit  einem  Parademarsch  am  Denkmal  vorbei
schloß  die  Feier.

Inmitten  einer  geschmackvoll  arrangirten  Anlage,
aun  der  Haupistraße  Windhoeks  aufgestellt,  bildet  das
Denkmal  eine  Zierde  des  Platzes.  Es  hat  die  Form
eines  Obelisken  und  wird  von  einem  goldenen  Adler
gekrönt.  Die  Vorderansicht  zeigt  gekreuzte  Schwerter,
die  einen  Lorbeerkranz  durchaueren,  sowie  die  Widmung:
  „Dem  Andenken  der  im  Witbooi-Feldzuge
gefallenen  deutschen  Soldaten.“  Auf  den  drei  übrigen
Seitenflächen  sind  die  Namen  der  Helden  sowie  der
Ort  und  Tag  ihres  Todes  verzeichnet;  es  sind  die
zwei  Offiziere  (Distel,  v.  Erkert),  24  Mann  und
5  Bastardsoldaten.

Drei  Jahre  sind  seitdem  ins  Land  gegangen  und
dank  der  weisen  Politik  der  hiesigen  Regierung  ist
Hendrik  Witbooi  ein  treuer  Vasall  geworden.  Diese

 

Thatsache,  bewiesen  durch  dessen  Bundesgenossenschaft
im  Feldzuge  vorigen  Jahres,  ergiebt  deutlich,  daß
die  milde  Behandlung  Witboois  seitens  des  Landeshauptmanns
  bei  den  Friedensverhandlungen  in  der
Naukluft  nicht,  wie  man  seinerzeit  in  der  Heimath
besürchtete,  ein  Mißgriff,  sondern  eine  wohlüberlegte
Maßnahme  des  Letzeren  gewesen  ist.

Zu  erwähnen  bleibt  noch,  daß  der  5.  April,  weil
Jahrestag  des  Gefechts  von  Gobabis  der  Feier
noch  ein  ganz  besonders  bedeutsames  Relief  gegeben
  hat.

Am  Abend  versammelten  sich  alle  Festtheilnehmer
im  Heynschen  Etablissement,  um  dem  von  den  Mitgliedern
  der  Schutztruppe  arrangirten  Festspiel,  bestehend
  aus  Vorträgen,  meist  heiteren  Genres,  und
einem  von  einem  Mitgliede  der  Truppe  (Hitzebecher)
verfaßten  Schauspiele:  „Durch  Kampf  zum  Sieg!"“
beizuwohnen.  Letzteres  wurde  seiner  lokalen  Färbung
wegen  besonders  ausgezeichnet,  es  stellte  in  drei
Scenen  die  wesentlichsten  Momente  des  Wilbooi-Feldzuges
  dar.  Den  Schluß  des  Abends  bildete  ein
brillantes  Feuerwerk.

Alles  in  Allem  so  recht  ein  Fest  nach  dem  Herzen
eines  biederen  Deutschen,  anklingend  an  ähnliche
Vorgänge  in  der  Heimath.  Möge  auch  für  alle
Zukunft  deutsches  Wesen  und  deutsche  Sitte  in  hiesiger
Kolonie  fruchtbaren  Boden  finden!

Deutfsch-Meu-Guinea.

Su#  Stbnographie  der  Ongtong-,  Jard.  und
VTannan-Inseln,

welche,  zum  Bereich  des  deutschen  Schutzgebietes  der
Neu-Guinea-Kompagnie  gehörend,  nicht  weit  von  den
Salomon-Inseln  und  Neu-Mecklenburg  gelegen  sind,
veröffentlicht  das  in  Leiden  erscheinende  Internationale
Archiv  für  Ethnographie  im  Heft  III  Band  X  den
Anfang  eines  beachtenswerthen  Aufsatzes  von  R.  Parkinson.
  Der  Verfasser  versucht  darin  zunächst  den
Nachweis  zu  führen,  daß  die  gegenwärtige  Bevölkerung
  der  Insel  sich  aus  den  verschiedensten,  zum
Theil  weit  entfernt  gelegenen  Gegenden  Polynesiens
rekrutirt  hat.  So  weise  ihre  Sprache  hauptsächlich
nach  Samoa  und  den  Ellice-Inseln,  mauche  ethnographische
  Eigenthümlichkeiten  nach  den  Kingsmillund
  den  Karolinen-Inseln.  Er  geht  dann  auf
die  Geschichte  und  Geographie  der  Inseln  über  und
giebt  im  Anschluß  daran  eine  interessante  Schilderung
der  Bevölkerung,  ihrer  Lebens=  und  sozialen  Verhältnisse,
  wobei  er  im  Einzelnen  nähere  Mittheilungen
über  den  Einfluß  der  Häuptlinge  und  Priester,  die
Stellung  der  Frauen,  die  Anlage  der  Dorfschaften,
den  Häuserbau  und  das  Hausgeräth  macht.  Dem
Aufsatze  sind  drei  Tafeln  mit  Abbildungen  beigefügt.
        <pb n="550" />
        Ueber  die  Aussichten  für  Plantagenkultur  im
Raiser  wilhelmsland

enthält  die  Juliausgabe  der  „Zeitschrift  für  Tropische
Landwirtschaft“  einen  interessanten  Aufsaß  des  Dr.
C.  Lauterbach,  der  in  der  Schlußfolgerung  gipfelt,
daß  das  Schutgebiet  zunächst  nur  für  größere  Plautagenunternehmungen
  geeignet  ist,  daß  es  für  die
meisten  tropischen  Kulturen  die  erforderlichen  Bedingungen
  bietet  und  daß  sich  bei  den  nicht  günstigen
Arbeiterverhältnissen  zur  rascheren  Kultivirung  der
ausgedehnten  Strecken  fruchtbaren  Landes  die  Einführung
  einer  fremden  Rasse,  insbesondere  die  der
chinesischen,  empfiehlt.

Rus  dem  Pereiche  der  Wissinnen  und
der  Ankishlaverei-Bewegung.

In  „Kreuz  und  Schwert“  schreibt  der  apostolische
  Präfekt  P.  H.  Vleter  aus  Kamerun:

Marienberg  entwickelt  sich  großartig.  Edea
hat  wieder  einen  Priester,  den  hochw.  P.  Müller;
er  wird  sich  sicher  seiner  Aufgabe  gewachsen  zeigen,
auch  Kribi  geht  gut  voran.  Während  meiner  Abwesenheit
  wurden  gegen  345  getauft,  so  daß  die  Zahl
der  Getauften  jetzt  1400  übersteigt.  Es  freut  mich,
sagen  zu  können,  daß  der  Gesundheitszustand  bei
meiner  Ankunft  und  auch  jetzt  ein  verhältnißmäßlig
guter  ist,  trotz  der  Arbeit,  die  immer  mehr  wächst.
P.  G.  Walter,  der  meine  Stelle  vertrat,  befindet
sich  recht  wohl,  trotz  aller  Arbeit.  P.  Otto  in
Kribi,  von  dem  man  glaubte,  er  sei  elwas  schwach
für  Kamerun,  zeigt  eine  Arbeitskraft,  die  mich  ganz
in  den  Schatten  stellt.

In  unseren  Haupt=  und  Nebenschulen  werden
täglich  über  1000  Kinder  unterrichtet.  Vollständige
Verpflegung  erhalten  aber  nur  gegen  250.  Schulutensilien
  muß  die  Mission  für  etwa  zwei  Drittel
unentgelklich  stellen  und  über  drei  Viertel  derselben
erhalten  von  der  Mission  ihre  Kleidung.

 

In  demselben  Missionsblatt  wird  berichtet,  daß
die  Togomission  in  den  letzten  Wochen  wieder  von
schweren  Schicksalsschlägen  heimgesucht  worden  ist:
Ganz  unerwartet  meldete  am  3.  Mai  der  Draht:
„Schwester  Bernarda  todt.“  Die  dahingeschiedene
Schwester  Bernarda,  geb.  Anna  Althoff  aus  Ostbevern,
  Diözese  Münster,  stand  im  rüstigsten  Alter
(25  Jahre)  und  besaß  eine  kernige  Gesundheit.  Erst
am  29.  Januar  d.  Is.  hatte  sie  die  Seereise  nach
Togo  angetreten,  war  am  6.  März  mit  drei  Schwestern,
denen  sie  vorstand,  in  Lome  angelangt,  und  noch  nicht
zwei  Monate  später  hat  ein  schneller  Tod  sie  bereits
ereilt.  Die  neugegründete  Schwesternniederlassung
hat  in  ihr  eine  liebevolle  und  umsichtige  Oberin
verloren.

Am  16.  Mai  nun  brachte  uns  der  Draht  eine
neue  Trauernachricht:  Der  hochw.  Herr  Jakob  Hoff-446



 

mann  ist  von  Gott  in  ein  besseres  Jenselts  abberufen
worden.  Zu  St.  Johann  in  der  Trierer  Diözese
hat  seine  Wiege  gestanden.  Im  Jahre  1887  trat
der  hoffnungsvolle  Jüngling  in  das  Missionshaus
zu  Steyl  ein,  um  seine  Studien  fortzusetzen  und  sich
auf  den  Missionarberuf  vorzubereiten.  Nachdem  er
am  3.  Dezember  1893  die  hl.  Priesterweihe  empfangen,
  war  sein  ganzes  Sehnen  auf  die  afrikanische
Mission  gerichtet.  Am  10.  November  des  folgenden
Jahres  schiffte  er  sich  für  Togo  ein,  mußte  aber  auf
Anrathen  des  Arztes  vorigen  Sommer  nach  Europa
zurückkehren.  Wieder  hergestellt,  drängte  es  ihn,
schon  im  Dezember  seinen  Mitbrüdern  in  Afrika  in
ihren  Arbeiten  zu  Hülfe  zu  eilen.  Nur  mehr  eine
kurze  Wirkungszeit  sollte  ihm  beschieden  sein;  jetzt,
so  hoffen  wir,  ist  ihm  bereits  der  Lohn  für  das
Opfser  seines  Lebens  zu  Theil  geworden.  Er  stland
im  27.  Lebensjahre.

Inzwischen  ist  noch  die  weitere  Mittheilung  eingetroffen,
  daß  Herr  G.  Anselmann  und  Bruder
Thomas  krankheitshalber  auf  der  Rückreise  ans  der
Mission  begriffen  sind.  Somit  wird  die  Togomission
  zur  Zeit  nur  von  vier  Priestern  missiontrt.

 

Ueber  die  Missionsthätigkeit  der  St.  Benediktusgenossenschaft
  auf  der  Station  Lukuledi  wird  in
„Gott  will  es“  berichtet:

Die  Station  Lukuledi,  fünf  bis  sechs  Tagemärsche
von  der  Hafenstadt  Lindi  entfernt  und  einen  leichten
Tagemarsch  nördlich  von  Masasi  gelegen,  war  im
Februar  1895  gegründet  worden  und  am  Schlusse
des  Berichtsjahres  mit  zwei  Priestern  und  einem
Bruder,  das  Schwesternhaus  mit  drei  Schwestern
besetzt.  Diese  Mission  hatte  im  ersten  Jahre  mit
sehr  großen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen  (in  erster
Linie  zählt  hierzu  ein  Kriegszug  der  Magwangwara
und  die  darauf  folgende  Hungersnoth),  hat  aber  doch
überaus  befriedigende  Erfolge  erzielt.

Die  Mission  hat  es  hier,  im  Gegensatz  zu  den
anderen  Stationen,  nur  mit  Freien  zu  thun  und  erzieht
  keine  Sklavenkinder.  Die  Gegend,  in  der  sie
liegt,  bietet  keinen  besonderen  Reiz,  ist  auch  nicht  zu
Plantagenwirthschaft  oder  Haltung  großer  Viehherden
geeignet,  aber  sie  ist  bewohnt  von  einem  sehr  geweckten
und  lerneifrigen  Volke;  dafür  spricht  beredt  die  einzige
  Thatsache,  daß  in  der  Fastenzeit  die  Katechumenen
erster  Klasse  täglich  vollzählig  zum  Unterricht  kamen,
obwohl  manche  von  ihnen  drei  Stunden  und  noch
mehr  zur  Mission  zu  gehen  hatten.

Zwar  möchte  es  scheinen,  als  sei  die  Schule  daselbst
  nicht  allzu  sehr  besucht.  Sie  wies  am  Ende  des
Berichtsjahres  26  Knaben  und  ein  Dutzend  Mädchen
auf,  welche  regelmäßig  den  Unterricht  besuchen  und
in  der  Mission  wohnen;  nicht  mitgerechnet  sind  die
externen  Schulbesuche  und  die  zehn  schwarzen  Kinder,
welche  in  Haushalt  und  Werkstatt  mithelfen.

Der  Grund  liegt  außer  im  Freiheitsdrange,  der
ein  Internatsleben  anfangs  zu  sehr  scheut,  darin,  daß
        <pb n="551" />
        die  Kinder  nicht  arbeiten  wollen  und  wir  von  dieser
Forderung  nicht  abgehen.  Man  wies  immer  und
immer  wieder  auf  das  Beispiel  der  nächsten  englischen
Mission  hin,  wo  die  Kinder  nicht  zu  arbeiten,  sondern
  nur  zu  lernen  brauchen,  um  uns  diese  Methode
aufdrängen  zu  können.  Die  Missionare  waren  aber
der  Ueberzeugung,  daß  bei  der  Negermission  das
Plaborare“  (Arbeiten)  die  unbedingte  Grundlage  für
das  „orare“  (Beten)  sein  müsse,  und  fest  entschlossen,
in  diesem  Punkte  nicht  nachzugeben  und  sich  für  den
Anfang  lieber  mit  weniger  Kindern  zu  begnügen;
ja,  es  gab  eine  Zelt,  wo  nur  zwei  freie  Knaben  in
der  Mission  waren.  Durch  dieses  Verfahren  erzielte
man,  daß  fast  nur  ausgesucht  lerneifrige  Kinder
kamen,  die  sich  bald  eingewöhnten  und  an  dem  Beispiel
  der  Missionare,  die  wochenlang  täglich  mit  Hacke
und  Buschmesser  die  Kinder  auf  die  Schambe  begleiteten,
  um  mit  ihnen  zu  arbeiten,  ihre  Auffassung
von  der  Arbeit  korrigirten.  In  den  letzten  Monaten
war  der  Zugang  zur  Schule  slärker,  und  es  wird  der
mit  Festigkeit  durchgeführten  Methode  in  einigen
Jahren  gelingen,  eine  zahlreich  besuchte  und  gut  geleitete
  Schule  zu  erhalten.  Die  Erstlinge  sollen  im
nächsten  Jahre  in  die  Katechetenschule  zu  Kollasini
übertreten.

Der  Anschluß  der  Erwachsenen  an  die  Mission
und  die  besonders  starke  Betheiligung  der  jungen
Männer  am  Unterrichte  war  von  Anfang  an  auffallend
  groß.  Trotzdem  die  Bedingungen  zum  Eintrilt
  ins  Katechumenat  ziemlich  hart  sind,  und  auch
die  Besten  volle  zwei  Jahre  auf  den  Empfang  der
Taufe  warten  müssen,  wenn  nicht  eine  schwere  Krankbeit
  die  frühere  Spendung  derselben  nöthig  macht,
zählte  die  Mission  bis  Ende  Juni  1896  an  christlichen
  Erwachsenen  und  Kindern  36;  von  den  Katechumenen
  der  ersten  Klasse  werden  am  nächsten  Osterfeste
  26  zur  hl.  Taufe  zugelassen;  Katechumenen  der
zweiten  Klasse  gab  es  386.  Alle  diese  sind  eingeschrieben
  und  werden  im  Unterrichtsbesuche  kontrolirt;
viele  andere  kommen  noch,  scheuen  aber  die  Kontrole.

Die  Mission  hat  in  ihrem  Bezirke  großen  Einfluß
erlangt,  namentlich  seit  der  Hungersnoth,  während
welcher  die  Leute  fast  ganz  auf  die  direkte  oder  indirekte
  Unterstützung  der  Mission  angewiesen  waren.
Sonntagsruhe  wird  fast  allgemein  beobachtet.  Streitfälle
  werden  häufig  vor  die  Missionare  gebracht,  und
der  ertheilte  Bescheid  immer  dankbar  angenommen,
wodurch  schon  manchmal  unnützes  Blutvergleseen,
Gottesurtheile  oder  zu  hohe  Geldbußen,  die  den
Schuldner  zum  Sklaven  gemacht  hätlen,  verhindert
wurden.  Es  bürgert  sich  allmählich  der  Grundsatz
ein,  daß  der  Mensch  keine  Waare  sei.  Die  besseren

atechumenen  würden  sich  scheuen,  Sklaven  zu  haben.
Es  wurden  auch  schon  einige  Sklavenkinder  in  die
Mlssion  abgegeben  und  Kriegsgefangenen  zugesichert,
daß  sie  nicht  welterverkauft  würden.

Das  Belspiel  der  Missionare  hat  auch  anregend
gewirkt  in  Bezug  auf  Häuserbau  und  Felderbestellung.
Eingeführte  Samen  von  Gemüsen  und  Früchten  wer-447



 

den  häufig  verlangt,  zum  Anpflanzen  don  Bäumen
und  Herrichten  von  kleinen  Gärten  werden  die  Katechumenen
  angehalten.  Von  Garten  und  Schambe  der
Mission  läßt  sich  noch  nicht  viel  sagen.  Européische
Gemüse  gediehen  zum  Theil  gut,  zum  Theil  gingen
die  Samen  nicht  auf.  Straßen,  zu  beiden  Seiten
mit  Alleebäumen  bepflanzt,  sind  etwa  4  km  angelegt
und  ein  anderer  den  ganzen  Distrikt  durchziehender
Weg  ist  in  Arbelt.  Für  die  Bedürfnisse  der  Kinder
sorgt  theilweise  die  eigene  Schambe,  welche  von  ihnen
selbst  bearbeitet  wird.  Die  Eingeborenen  werden
nachhaltigst  angeregt,  den  Tabak,  welchen  sie  bisher
von  fremden  Stämmen  bezogen,  selbst  zu  bauen.
Viele  ferner  Wohnende  haben  sich  in  der  Nähe  der
Mission  angesiedelt.

Die  Thätigkeit  der  Schwestern  begreift  nebst  der
Erziehung  der  Mädchen  in  Schule,  Haushalt  und
Schambe  vornehmlich  die  Krankenpflege  durch  Aufnahme
  Schwerkranker  ins  Haus,  durch  tägliche  Arzneiabgabe
  und  Verbände  und  dann  auch  durch  regelmäßige
  außerordentliche  Krankenbesuche.

Zu  Lukuledi  gehören  noch  zwei  Außenstationen,
die  regelmäßig  von  der  Station  aus  pastorirt  werden:
  Chuckukwe  und  die  Dörfer  der  Häuptlinge  Tu-Kutua
  und  Mwanamchekenje,  letzteres  in  einem  sehr
fruchtbaren  Thale  gelegen.  Zwischen  dlesen  Stationen
befindet  sich  unbenutztes,  anbaufähiges  Land,  das
voraussichtlich  bald  besiedelt  wird.  Das  Einvernehmen
mit  den  Kaiserlichen  Behörden  war  durchweg  ein
ausgezeichnetes,  und  die  Missionare  sämmtlicher  Stationen
  haben  allseits  freundliches  Entgegenkommen
und  bereitwillige  Förderung  aller  Missionsinteressen
erfahren.  —

In  „Die  katholischen  Missionen“  wird  über  das
Wirken  der  St.  Benediktus-Missionsgesellschaft
im  ostafrikanischen  Schutzgebiete  berichtet:

„Im  September  1896  begannen  zwel  unserer
Missionare  die  Gründung  einer  Missionsstation  am
Nyangao,  einem  Nebenflusse  des  Lukuledi.  Diese
Mission  hat  zum  Patron  den  heiligen  Franz  Kaver.
Sie  liegt  in  der  Mitte  zwischen  Lindi  und  Lukuledi,
von  beiden  Plätzen  etwa  drei  Tagereisen  entfernt,
und  soll  ermöglichen,  daß  von  der  Küste  bis  nach
Lukuledi  eine  fortgesetzte  Kette  von  Missionsposten
errichtet  und  die  gesammte  Bevölkerung  allmählich  in
den  Bereich  der  Missionsthätigkeit  gezogen  werden
kann.  Eingeborene  Lehrer  und  Katecheten  sollen  die
Erreichung  dieses  Zieles  ermöglichen,  weshalb  in  der
Katechetenschule  zu  Kollasini  mit  großem  Eifer  an  der
Ausbildung  solcher  Hülfskräfte  gearbeitet  wird.

Die  Nyangaostation  liegt  in  elner  romantischen,
fruchibaren  und  gut  bevölkerten  Gegend.  Der  Nyangaofluß
  spendet  auch  in  der  trockensten  und  regenärmsten
Zeit  reichlich  klares  Wasser,  so  daß  die  Station  für
alle  Zeit  vor  dem  unheimlichsten  Gespenste  in  Afrika,
der  Wassernoth,  gesichert  sein  dürfte.  Das  Flußthal
dürfte  später  die  Anlage  jeglicher  Art  von  Plantage
ermöglichen  und  das  Flüßchen  mit  seinem  starken
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        Gefäll  für  Mühl=  und  Schneidesägenbetrieb  sowie  zu
künstlicher  Bewässerung  sich  verwenden  lassen.  Doch
das  sind  Zukunstspläne.  Die  nächste  und  drängendste
Arbeit  für  die  dortigen  Missionare  ist  die  Herstellung
entsprechender  Gebäude.  Bis  jetzt  steht  erst  ein
Häuschen:  es  ist  Wohnhaus,  Kirche,  Schule,  Waisenbaus,
  Magazin  und  noch  manches  Andere.  „Der  Bau
eines  Kirchleins  ist  dringendes  Bedürfniße,  so  schreibt
der  dortige  P.  Superior,  »und  ebenso  nothwendig
ist  es,  für  uns  selbst  und  für  die  Kinder  entsprechende
Gebäude  herzustellen,  wenn  wir  nicht  rasch  die  Gesundheit
  ruiniren  wollen.

Am  22.  Oktober  reisten  dahier  zwei  Patres  ab,
um  im  Westen  unserer  Präfektur,  in  Mahenge  oder
Uhehe,  eine  Missionsstation  anzulegen.  Diese  Gebirgsländer
  des  Westens,  besonders  Uhehe  und  Ubena,
waren  uns  schon  lange  als  der  schönste,  bevölkertste,
fruchtbarste  und  gesundeste  Theil  unserer  Mission
bekannt;  aber  dem  Wunsche,  dort  die  Mission  zu
eröffnen,  standen  noch  stets  die  herrschenden  Kriegszustände
  und  die  dadurch  bedingte  Unsicherheit  entgegen.
  Nachdem  jedoch  durch  die  erfolgreiche  Expedition
  des  Kompagnieführers  Prince  Uhehe  eröffnet
und  einigermaßen  beruhigt  schien,  wurde  auch  sofort
beschlossen,  die  längst  geplante  Mission  dortselbst  zu
beginnen.  Die  im  Oktober  abgereisten  Patres  hatten
den  Auftrag,  zunächst  mit  Herrn  Prince  zusammenzutreffen
  und,  je  nachdem  dieser  das  Land  für  beruhigt
halte,  entweder  in  Uhehe  selbst  oder  in  den  Nachbargebleten
  eine  Missionsstation  zu  errichten.  Nach
sechswöchentlicher,  höchst  mühevoller  Reise,  nach  Ueberwindung
  der  fast  unpassirbaren  Mahengesümpfe  und
Uebersteigung  der  Uheheberge  in  einer  Höhe  von
2200  m  kamen  die  beiden  Missionare  mit  ihrer
Karawane  von  50  Trägern  in  Iringa  an.“

Ueber  die  dortigen  Verhältnisse  und  die  Begründung
  der  ersten  Missiousstation  berichtet  der  Herr
Superior  P.  Ambrosius  Mayer  0.  S.  B.  Folgendes:

„Lager  Iringa,  7.  Dezember  1896.

Iringa,  wo  wir  eben  sind,  ist  jetzt  das  Militärlager,
  wo  mit  Riesenschnelligkeit  eine  Hüttenstadt  sich
erhebt,  Griechen,  Araber,  Inder,  Neger  und  dergleichen.
Hier  sind  die  Amtsstuben,  die  ganze  Verwaltung.

Wir  haben  jetzt  neun  Tage  lang  das  Hochland
und  Tiefland  von  Uhehe  durchreist.  Bis  Iringa
giebt  es  nur  einen  Punkt,  das  höchste  Ideal  elner
Klostermission,  ein  rundes  Thal,  zwei  Meilen  breit
und  etwas  länger,  von  den  höchsten  Bergen  umgeben,
böchst  fruchtbar,  Mais  auf  2000  m  Höhe  noch.  Bebölkerung
  zahlreich,  nur  zerstreut.  P.  Alphons  und
ich  sind  ganz  eingenommen  für  diese  Idylle,  ganz
still  und  von  aller  Welt  verborgen.  Allein  würden
wir  jetzt  uns  dort  niederlassen,  so  hätten  wir  Uhehe
an  der  äußersten  Ecke  angefaßt  und  das  ganze  andere
Land  preisgegeben.  Zwei  Stunden  von  hier,  dem
Militärlager  Iringa,  liegt  die  Sultansstadt  Iringa,
5000  Heiden,  nur  Heiden,  keine  Mohammedaner.
Der  Sultan,  Bruder  des  Quawa,  ist  gegenwärtig

448

 

hier  als  Gefangener,  bis  Prince  heimkommt.  Schon
Hekr  Winkler  hat  ihm  berichtet,  daß  bald  Männer
kommen,  die  den  Leuten  Glück  und  Frieden  bringen
werden.  P.  Alphons  hat  ihn  auch  schon  gesprochen;
er  ist  hoch  erfreut  und  ganz  bereit,  uns  aufzunehmen.
Diese  Sultansstadt  Iringa  ist  der  Mittelpunkt  des
ganzen  Landes.  Hätten  wir  diesen  Hauptpunkt  nicht
besebt,  so  lautet  das  Urtheil  aller  mit  den  Verhältnissen
  Vertrauten,  so  würden  andere  Stationen
wenig  helfen.

Ich  werde  schon  übermorgen  oder  so  bald  als
möglich  hinausreiten  und  Alles  ansehen  und  zu  erfragen
  suchen.  Es  ist  hier  bereits  Regenzeit.  Darum
werden  wir,  so  gut  es  geht,  eine  Niederlassung  errichten,
  vorerst  nach  Landesart  in  Tembenform;  das
sei  das  Beste  hier  zu  Lande.

Das  Land  ist  für  die  Gesundheit  äußerst  günstig.
Die  Herren  hler  sind  ohne  Fieber.  Wasser  reichlich
und  vorzüglich;  Vieh  massenhaft,  Land  sehr  fruchtbar.
Dieses  Iringa  muß  die  erste  Station  erhalten;  denn

nur  hier  ist  der  Verkehr  mit  der  Küste  möglich,  und

es  wird  darum  die  Prokur  geben  für  das  Innere,
wie  Dar-es-Saläm  für  das  Aeußere  und  Innere
zugleich  .  ..“

„Lager  Iringa,  18.  Dezember  1896.

Bis  heute  wohnten  wir  in  der  Strohhütte  des
Dr.  Stierling.  Inzwischen  wurde  uns  gratis  eine
eigene  Strohhütte  gebaut,  in  die  wir  überziehen,  um
dort  zu  wohnen,  bis  die  Station  in  Iringa  gegründet
und  gebaut  ist.  Die  Hütte  wird  auch  für  später
bleiben,  um  hier  ein  Lagerhaus  für  ankommende
Transporte  zu  haben.  Ich  bin  letzten  Freitag  mit
P.  Alphons  nach  Iringa  geritten  zum  Anschauen.
Ueber  5000  Einwohner,  sehr  fruchtbar,  in  großem
Thal  gelegen,  Berge  ringsum,  Wasser  in  Fülle.  Ich
warte  nur  auf  Prince,  der  uns  noch  nähere  Auskunft
  geben  wird  über  Anlage  der  Station.“

„Herz-Jesustation  in  Iringa,  2.  Januar  1897.

Sie  werden  erstaunt  sein  über  obige  Ortsangabe.
Ja,  sie  besteht,  die  neue  Missionsstation,  d.  h.  wir
haben  uns  jeßzt  ansässig  gemacht  und  das  Missionskreuz
  errichtet  und  gestern  eingeweiht.  Von  da  an,
vom  1.  Januar  1897,  dem  ersten  Herz-Jesufreitag
des  neuen  Jahres,  datiren  wir  die  Gründung.  Am
29.  Dezember  1896  waren  wir  Beide  hierher  gekommen
  mit  einer  Anzahl  Träger  und  Arbeiter.  Ich
blieb  hier,  P.  Alphons  riltt  zurück,  um  die  übrigen
Lasten  zu  besorgen.  Wir  wohnen  in  der  Tembe  des
Quawa  vorerst,  bis  die  beiden  Strohhütten  fertig
sind.  Die  Arbeiter  mußten  zunächst  den  Platz  für
das  Missionskrenz  säubern,  hernach  den  Baum  herbeischleppen
  und  seitdem  Holz  holen  für  die  Hütten.
In  etwa  zehn  Tagen  bauen  sie  eine  Hütte.  Der
Platz  der  Mission  liegt  nach  dem  gegenwärtigen  Wege
drei  Stunden  von  dem  Lager,  etwa  40  Minuten  von
der  Stadt  Iringa  entfernt.  Der  Weg  von  der  Stadt
führt  zuerst  durch  Ohambea,  dann  durch  Weideland,
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        dann  langsam  und  allmählich  den  Missionsberg  hinan.
Vorn  am  Berge  sieht  das  Kreuz  weithin  sichtbar.
Hiernach  kommt  steiniger  Boden,  etwa  zehn  Minuten
lang,  hier  möchten  wir  bereits  nach  der  Regenzeit
ein  Steinhaus  bauen  sowie  ein  Kinderhaus.  Dann
kommt  überaus  fruchtbarer  Boden  und  die  Tembe
des  Quawa,  wo  wir  jetzt  wohnen.

Herr  Kompagnieführer  Prince  hat  zu  unserem
Schutze  vor  einem  Ueberfall  des  Quawa  drei  Askaris
und  einen  Ombascha  (Unteroffizler)  in  die  Tembe  gelegt.
  Ich  wollte  dieses  nicht  annehmen;  allein  er
sagte,  er  habe  durch  seine  wiederholte  Bitte  um
Missionare  zugleich  mit  unseren  Oberen  die  Veranlassung
  zu  dieser  Station  gegeben;  er  habe  darum
auch  die  Verantwortung  für  unser  Leben  und  unsere
Sicherheit.  Der  flüchtige  Quawa  könnte  in  seinem
Hasse  gegen  die  Deutschen  uns  nachts  überfallen  und
uns  die  Hälse  abschneiden.

In  der  Tembe  des  Quawoa,  die  riesig  groß  ist,
aber  sehr  heruntergekommen,  wohnen  zahlreiche  Familien
  Wahehe,  Arbeiter,  Askaris,  Boys,  aber  auch
Ziegen,  Rinder  2c.

Wasser  ist  zu  beiden  Seiten  des  Berges;  links
der  Ruaha  in  prachtvoller  Landschaft,  mit  mächtigem
Nanschen  über  Felsen  stürzend,  und  rechts  ein  kleiner
Nebenfluß,  etwa  7  bis  10  m  von  uns  entfernt.  Solange
  die  Bauten  noch  nicht  fertig  sind,  wird  es  mit
der  Missionsarbeit  nicht  viel  heißen.

ir  bitten  dringendst  um  Brüder  und  einen
Lehrer  und  Katecheten  für  die  Kinder,  die  wir  zulünftig
  erhalten  werden.  Hier,  etwa  1600  m  hoch,
ist  europäisches  Klima  und  kann  ein  Bruder  ebenso
arbeiten  wie  in  St.  Ottilien.  Auch  die  Schwestern
werden  hier  eine  prächtige  Thätigkeit  entfalten  können.
Wir  haben  bereits  den  Platz  für  das  zukünftige
Schwesternkloster  in  Aussicht  genommen.

 

Aus  „Die  evangelischen  Missionen“  entnehmen
wir  Folgendes:

„Die  neuesten  Nachrichten  des  aus  Uganda  an
die  Küste  zurückgekehrten  englischen  Bischofs  Tucker
veranschaulichen  die  gewaltigen  Fortschritte,  welche
das  Evangelium  fortgesetzt  in  jenem  Lande  macht.
Im  März  1896  gab  es  321  Kirchen,  725  eingeborene
  Lehrer  und  Lehrerinnen,  57  380  „Leser“,
25  300  Gottesdienstbesucher,  20  591  solche,  die  besondere
  Unterweisung  im  Christenthum  begehren,  und
6905  Getaufte.  Die  Missionsarbeit  in  Uganda  war
im  März  1896  nicht  ganz  19  Jahre  alt.  Es  ruht
ein  wunderbarer  Segen  auf  dieser  Mission.“

 

Aus  fremden  MRolonien.
verordnung  zur  Einschränkung  des  verkaufs  und
Gebrauchs  von  Feuerwaffen  und  Exploslostoffen  in  den
britischen  Salomoneinseln.

Die  vom  britischen  Oberkommissar  für  den  westlichen
  Stillen  Ocean  unter  dem  28.  März  1897

449

 

erlassene  Verordnung  unterwirft  den  Verkauf  und
Besit  von  Feuerwaffen  und  Explosivstoffen  innerhalb
des  Protektorats  der  britischen  Salomonsinseln  einer
weitgehenden  Kontrole  der  Regierung.

Hiernach  ist  jede  Lieferung  von  Feuerwassen  und
Explosivstoffen  an  Eingeborene  verboten.  Die  im
Protektorat  ankommenden  Schiffe  haben  zunächst  den
Hafen  des  Gouvernementssitzes  anzulaufen  und  dürfen
erst  nach  ertheilter  Erlaubniß  des  zuständigen  Beamten
ihre  Ladung  löschen.  Ausgenommen  von  dieser  Bestimmung
  sind  diejenigen  Schiffe,  welche  aus  Häfen
britischer  Kolonien  kommend  den  Nachweis  führen
können,  daß  sie  im  Ausgangshafen  vor  einem  höheren
Zoll=  oder  Polizeibeamten  eine  genaue  Deklaration
über  die  an  Bord  mitgeführten  Feuerwaffen  2c.  abgegeben
  und  inzwischen  keinen  anderen  Hafen  angelaufen
  haben.  Schiffe,  die  diesen  Vorschriften  nicht
nachkommen  oder  sich  weigern,  den  zur  Vornahme
einer  eingehenden  Untersuchung  befugten  Beamten  an
Bord  zu  nehmen,  können  beschlagnahmt  und  in  bestimmten
  Fällen  nebst  Ladung  konfiszirt  werden.  Bei
Ankunft  im  Protektorat  hat  der  Führer  des  Schlffes
ein  genaues  Verzeichniß  der  an  Bord  befindlichen
Feuerwaffen  2c.  nach  den  einzelnen  Verwendungszwecken
  (zur  Vertheidigung  des  Schiffes,  im  Eigenthum
  der  Reisenden,  als  Ladung  und  dergleichen)
aufzustellen  und  in  dieses  Verzeichniß  auch  jede  Aenderung
  des  Bestandes  unter  Aufführung  der  Namen
der  betheiligten  Personen,  Orte  und  Schiffe  einzutragen.
  Dieses  Verzeichniß  ist  dem  untersuchenden
Beamten  vorzulegen,  ein  glelches  auch  von  jedem
abfahrenden  Schiffe  dem  Resident  Commissioner  einzureichen.
  Schiffe,  welche  zur  Beförderung  eingeborener
  Arbeiter  dienen,  dürfen  zu  Vertheidigungszwecken
mit  sich  führen:  eine  Schußwaffe  für  jeden  Mann
der  Besatzung  und  für  jeden  nichteingeborenen  Passagier,
  zu  jeder  Schußwaffe  100  Ladungen  und  die
zur  ordentlichen  Ausrüstung  eines  solchen  Schiffes
erforderlichen  Geschütze  nebst  entsprechender  Munition.

Auf  Verlangen  des  Gouvernements  ist  jede  Person
im  Protektorat  verpflichtet,  sich  über  die  in  ihrem
Besize  befindlichen  Feuerwaffen  2c.  auszuweisen.  Der
zuständige  Beamte  ist  berechtigt,  auf  Schiffen  und
Kähnen,  an  Land,  in  Läden,  Waarenhäusern,  überhaupt
  allen  Gebänden  eine  Untersuchung  nach  Feuerwaffen
  2c.  vorzunehmen.  Werden  an  Bord  eines
Schiffes  Waffen  rc.  gefunden,  die  in  das  erwähnte
Verzeichniß  nicht  eingetragen  sind,  so  werden  sie
konfiszirt,  auch  kann  in  solchen  Fällen  das  Schiff  bis
auf  weitere  Anordnung  des  High  Commissioners
Court  for  the  Western  Pacific  mit  Beschlag  belegt
werden.  Jede  Person,  die  Feuerwaffen  2c.  im  Besitz
hat,  ist  verpflichtet,  auf  Ersuchen  Auskunft  darüber
zu  geben,  von  wem  bezw.  von  welchem  Schif  sie
die  Waffen  2c.  erhalten  hat.

Vom  1.  Oktober  1897  ab  darf  keine  Person  im
Bereich  des  Protektorats  ohne  schriftliche  Erlaubniß
des  Resident  Commissioners  Waffen  rc.  in  Besitz
haben.  Der  Lehtere  soll  die  Erlaubniß  zum  Führen
        <pb n="554" />
        —  450

solcher  Waffen  ertheilen,  die  er  zu  Vertheidigungsoder
  Sportzwecken  für  erforderlich  hält.  Der  Erlaubnißschein,
  der  jederzeit  zurückgezogen,  eingeschränkt
und  erweitert  werden  kann,  soll  genaue  Angaben
über  die  betr.  Feuerwaffen  2c.  enthallen.  Waffen  2c.
die  ohne  Erlaubniß  geführt  werden,  werden  eingezogen.
  Uebertretungen  gegen  diese  Vorschriften  werden
mit  Geldstrafe  bis  zu  100  Pfd.  Sterl.  oder  Gefängnißstrafe
  bis  sechs  Monaten  oder  mit  beiden  Strafen
belegt,  in  gewissen  Fällen  kann  auch  das  Schiff,  dessen
Besatzung  oder  Passagiere  den  vorstehenden  Vorschriften
  zuwidergehandelt  haben,  ganz  oder  theilweise
konfiszirt  werden.

Kriegsschiffe  unterliegen  diesen  Vorschriften  nicht.

ritische  Lalomonsinseln.

Der  stellvertretende  britische  Oberkommissar  für
den  westlichen  Stillen  Ocean  hat  unter  dem  23.  März
und  dem  27.  April  d.  Is.  für  den  seiner  Jurlsdiktion
unterworfenen  Bezirk  der  britischen  Salomonsinseln
eine  Verordnung,  betreffend  Aufbringung  von  Lokaleinnahmen,
  erlassen,  nach  welcher  im  Wesentlichen  für
alle  männlichen  nichteingeborenen  Personen  eine  Kopfsteuer
  von  jährlich  5  Pfd.  Sterl.,  für  jede  Handelsniederlassung
  an  der  Küste  eine  Lizenzgebühr  von
10  Pfd.  Sterl.  und  für  jedes  Schiff  oder  andere
Handelsfahrzeug  eine  solche  von  1  Pfd.  Sterl.  pro
Tonne,  im  Höchstbetrage  bis  zu  100  Pfd.  Sterl.,
angeordnet  wird.  Abgesehen  von  den  ordlinirten
Geistlichen  ist  die  Kopfsteuer  von  allen  männlichen
nicht  zu  den  Eingeborenen  gehörigen  Personen  im
Alter  zwischen  16  und  60  Jahren  zu  entrichten,  sofern
  diese  wenigstens  während  zweier  Monate  in  dem
gedachten  Schuhgebiete  sich  aufgehalten  haben.  Besondere
  Bestimmungen  sind  über  die  Entrichtung  der
Steuern  in  halbjährlichen  Raten,  die  Befreiung  von
der  Schiffslizenzgebühr,  die  Uebernahme  eines  anderen
Schiffes  auf  eine  bereits  bestehende  Lizenz,  über  die
Art  der  Eintrelbung  der  Steuern  und  über  die
Uebertretungen  dieser  Verordnung  erlassen.

Derschiedene  Milkheilungen.

Die  Flora  unserer  Rolonien.

Das  am  6.  Juni  ausgegebene  Notizblakt  Nr.  8
des  Königlich  botanischen  Gartens  und  Museums  zu
Berlin  enthält  einige  Aufsätze,  welche  die  Flora  in
unseren  Kolonien  behandeln.  Besonders  hervorzuheben
sind  „Winke  für  Versuchskulturen  an  Nutzpflanzen  in
Kamerun  nach  den  Mittheilungen  des  Herrn
A.  Moller,  Inspektor  des  botanischen  Gartens  in
Colmbra“,  von  A.  Engler  und  „Weitere  Mittheilungen
  über  die  Verwerthung  der  ostafrikanischen

Mangrovenrinden“  von  M.  Gürke.

 

 

Lammlungen  getrockneter  Pflanzen  aus  den  Schutz
ebieten  für  das  Berliner  botanische  Museum.

Dem  Berliner  botanischen  Museum  ist  durch
Herrn  Oberst  v.  Trotha  eine  Sammlung  getrockneter
Pflanzen  zugegangen,  die  gegen  320  Nummern  umfaßt.
  Wenn  auch  vielleicht  nicht  alle  von  diesen  in
einem  die  wissenschaftliche  Bestimmung  erlaubenden
Zustande  ausgenommen  werden  konnten,  so  ist  doch
im  Ganzen  die  Sammlung  hochwillkommen.  Nicht
nur  daß  eine  beträchtliche  Anzahl  für  die  Wissenschaft
neuer  Spezies  darin  enthalten  ist,  auch  pflanzengeographisch
  giebt  sie  uns  dankenswerthe  Ausschlüsse
über  die  Vegetation  der  Landschaften  am  Ostufer  des
Viktorla-Nyanza,  des  Tanganyika,  vor  Allem  auch
die  ersten  Einblicke  in  den  Florencharakter  Urundis.
Eine  ausführliche  und  gewissenhafte  Etikettirung  der
Spezimina  bringt  für  viele  wissenswerthes  Detail
über  Habitus,  Standortsverhältnisse,  praktische  Verwendung
  im  Haushalt  der  Eingeborenen  2c.

Begleitet  ist  die  Sammlung  von  einer  kleinen
Kollektion  botanischer  Schaustücke,  wie  Früchte,  Rinden
und  Holzproben.

Herr  Zenker,  der  schon  früher  als  Stationsleiter
  von  Yaunde  sehr  werthvolle  Sammlungen  an
das  Königliche  botanische  Museum  gesendet  hat,  hat
neuerdings  in  der  von  ihm  begründeten  Forschungsstation
  Bipinde  umfangreiche  Sammlungen  zusammengebracht,
  die  an  interessanten  Formen,  welche  bisher
nur  aus  dem  südlicheren  Gabun  bekannt  waren,  besonders
  reich  sind.  Die  Pflanzensammlungen  Zenkers
  gehören  neben  denjenigen,  die  der  leider  so
früh  verstorbene  Staudt  in  Lolodorf  und  Johann
Albrechtshöhe  zusammenbrachte,  zu  den  wichtigsten,
welche  in  neuerer  Zeit  in  Westafrika  gemacht  wurden.

 

Landwirthschaftliche  Ausstellung  in  Pamburg.

Das  Komitee  zur  Einführung  von  Erzeugnissen
aus  deutschen  Kolonien  hatte  auf  der  landwirthschaftlichen
  Ausstellung  in  Hamburg  eine  Kollektivausstellung
veranstaltet,  die  alle  bisherigen  Ausfuhrprodukte  der
deutschen  Schutzgebiete  enthielt.  Der  Plantagenbau
in  Kamerun  war  durch  ein  riesiges,  dioramaartig
mit  plastischem  Vordergrund  versehenes  Bild  dargestellt,
  dessen  Herstellung  durch  die  Unterstützung  der
in  Kamerun  ansässigen  Plantagengesellschaften  und
der  Hamburger  Kamerun-Kakaogesellschaft  ermöglicht
  wurde.

 

VVVVVVVVTYFVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWYTY

Tikkeraktur.

Ueber  altarabische  Ruinenstätten  im
Maschonaland  und  deren  Beziehungen  zum  biblischen
  Ophir  hat  Professor  Dr.  Oskar  Lenz  aus
Prag  in  der  k.  k.  geographischen  Gesellschaft  in  Wien
einen  interessanten  Vortrag  gehalten,  der  nunmehr
        <pb n="555" />
        auch  als  Separatabdruck  aus  den  Mittheilungen  der
genannten  Gesellschaft  1897,  Heft  3  und  4,  erschienen
  ist.

Der  Vortragende  giebt  zunächst  eine  kurze  Uebersicht
  über  die  zahlreichen  Versuche,  das  biblische
Goldland  Ophir  in  irgend  einem  Theile  der  Erde
wiederzuerkennen.  Als  die  Landschaften,  die  sich
gegenwärtig  um  den  Rang,  dieses  Ophir  zu  repräsentiren,
  streiten,  nennt  er  die  Halbinsel  Arabien,
die  Gegend  an  der  Indusmündung  und  die  Südostküste
  des  afrikanischen  Kontinents.  Nachdem  er  die
von  den  einzelnen  Gelehrten  und  Forschern  für  diese
verschiedenen  Ansichten  geltend  gemachten  Gründe
dargelegt  hat,  giebt  er  eine  kurze  Schilderung  der
bisher  bekannten  Geschichte  des  Gebietes  zwischen

451

 

dem  Sambesi=  und  dem  Limpopoflusse,  soweit  sie
mit  der  Goldgewinnung  im  Zusammenhange  steht,
geht  dann  zu  einer  Beschreibung  einer  der  merkwürdigsten
  Ruinenstätten,  derjenigen  von  Simbabye,
über  und  schließt  daran  die  Besprechung  einer  von
einem  in  London  lebenden  Deutschen  Dr.  Schlichter
gegebenen  beachtenswerthen  Deutung  jener  Bauwerke.
Der  Vortragende  kommt  zu  dem  Schlusse,  daß  jene
südöstlichen  Theile  von  Afrika  in  ganz  ungewöhnlichem
  Grade  goldreich  sind,  daß  Gold  schon  seit
Jahrtausenden  dort  gewonnen  wurde  und  daß  Afrika
als  der  für  die  nächste  Zukunft  einzige  Kontinent
zu  betrachten  sei,  der  für  die  westeuropäische  Industrie
  noch  ein  gewinnbringendes  Absatzgebiet
bilden  werde.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  26/4.  Sydney.
„Falke“  24/6.  Sydney.

Kamerun.)

M.  S.
M.  S.
M.  S.
M.  S.
M.  S.  „Hyäne“  13/8.  Kamerun.
M.  Ve

Ko#s  &amp;amp;#-(Poststation:

  Hofpostamt.)
„Condor“  Seychellen  24/6.  —  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
(Poststation:  Hospostamt.
„Habicht“  17/6.  Mossamedes  19/6.  —  26/6.  Benguella  28/6.  —  Kamerun.

(Poststation:  Monrovia.)
rmessungsschiff  „Möwe“  3  1/3.  Friedrich  Wilhelmshafen.
M.  S.  „Seeadler"  18/3.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:

(Poststation:  asserviren.)

Ablösungstransporte:
Reichspostdampfer  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  SS.

„Falke“  und  „Bussard“  (ganze  Besatzungen):

Transportführer:  Korvektenkapitän  Wallmann,

Ausreise:  26/6.  Sydney.

.J—.——.

DPerkehrs-Machrichten.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schutzgebleten.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.]  Briefe  mussen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
"m  schiffungshafen  anm  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  28.  Juli,  18.  Aig.  Tanga  20  Tage  am  16.,  26.  Juli„
*“  Schifke)  6  Dar-es-Salm  21  Tage  e

1.  Deutsch-Ostafrika.

Brindisi
(englische  Schiffe)

Narseile
ranzöstche  Schiffe)

am  18.  Juli,  15.  Aug.
bds

abds.
am  10,  jedes  Mts.
40  ums.

Sansibar  23  Tage
Sansibar  18  Tage

13.,  16.  August
10#  abds.

am  8.  jedes  Monats
10#  abds.

 

2.  Deutsch-Lübwestafrira.

##  Keelmonshoop,  Gibeon,

zarmbad  und  Uhabis.

wöchenllich  bio  Kapstadt.

von  dort  weiser  auf  dem
Landwege.)

 

 

—
adiut  Shish

am  31.  Juli,  28.  Aug.
40  ums.

am  26.  Juli  mittags
25.  Sept.  nachts

Lüderitzbucht  22  Tage
Swakopmund  26  Tage

E  30  Tage
Lüderiybucht  40  Tage

am  30.  Juli,  27.  Aug.
1°6  ums.

am  25.  Juli  113  abds.
25.  Sept.  75,

 

 

8.  Namerun.

 

b
I  c  —
1  rdol
(englische  Schiffe)

 

 

am  10.  jedes  Monats
nachts

am  4.  August,
1.  September

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

 

 

am  10,  jedes  Monats
am  2.,  30.  August.
16  Umms.
        <pb n="556" />
        452

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
-  schissungshafenapsploenbenTasm  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

am  10.  38  nachta  Lome  20  Tage

4.  Togo-Gebiet
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

cgambug  am  20.ie
I
entiche  Schiste)  am  Letzten  jed.  Mts.-Liverpool

  am  28.  Juli,

(englische  Schisfe))  11.,  25.  August

i  am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

Marseille
(sanzöslsche  Schiffe)

Lome  81  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Aecta  25  e

on  da  ab  S
nutttaß
von  da  956n  ———
Kotono

von  da  *  —

am  10.,  20.  und  Letzten
jedes  Monats
720  abds

am  26.  Juli
9.,  23.  Au  15  ms.
an  E.  qebes  Monats

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

1

Neapel
(deutsche  Schisfe)
Brindisi

am  28.  Juli,  22.  Sept.

abds.
am  1.  August,  26.  Sept.
(Nachversand)  *8

Stephansort  45  Tage
41  Tage

C—

am  26.,  30.  Juli,
20.,  24.  September
103/  abds.

 

6.  Marspall=  Inseln.

 

Brindisi
(Üüber  Manila)

Jaluit  etwa  70  Tage

 

 

am  29.  Aug.,  7.  Nov.
abds.

Eintreffen  der  Post  aus  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

am  27.  Aug.,  5.  Nov.
103  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Sinl
eutsh.  Onapn  Neapel  ang  rl-!  *n22  c  bi  Hamburg  ..  an  10#  und  55“
eutsch-Ostafrika  indi  ogogebiet  .....  ·  jedes  Monat
W  #n  l  T.  85  Marseille  ..  am  16.  jedes  Nonats
Deutsch-#lldwestafrika  Southamptonam  3.,  31.  August  Deutsch-Neu-Guinea.  Neapell.a  25.  Juli,  19.Spt.
amburg  ..  am  25.*  jed.  Monats  -
KCMUM«·««  L  am  15.Juli.  12  Aug.)  Narshall  ·  Anseln  ·  Maeieikber  Milte  August
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Reise  Lewte  Nachrichten
Postdampfer  ron  nach  bis  12.  Juli  1897
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  11  Juli  in  Lagos.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Loango  am  10.  Juli  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  6.  Jali  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  2.  Juli  in  Accra.
„Smuard  Vohlen“  amburg  Kongo  am  23.  Juni  in  Accra.
Ella  Woermann"##.  in  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“  in  Hamburg.
osche  Bohlen"“  amburg  am  1  Juni  in  Accera.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  otonou  am  8.  Juli  in  Conakry
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  4.  Juli  Seessart  assir.
„Kurt  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  7.  Juli  in  Accra.
Lothar  #b1  Lamburg  Loango  am  1.  Juli  in  Gabun.
„Lulu  .  ango  Hamburg  am  2.  Juli  in  Accra.
en  *N  .  in  -
„Melita  Bohlen“  .  amburg  ige  am  4.  Juni  in  Las  Palmas.
„Professor  #mnan  amburg  am  6.  Juli  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“.  Loanda  Sheues  am  5.  Juli  ab  Casablanca.
        <pb n="557" />
        453

Schissshewegungen  der  Deutschen  Quafrita·  Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

·  Reise  Lehte  Nachrichten
eichspostdampfer
Reichspostdampf  von  Ü  nach  bis  12.  Juli  1897
„König“  Durban  1  Hamburg  am  12.  Juli  ab  Notterdam.
„Herzog“  Hamburg  l  Durban  am  10.  Juli  ab  Durban.
„Kaiser“.  Hamburg  Durban  am  10.  Juli  ab  Durban.
„Kanzlerv"“.  amburg  1  Durban  am  12.  Juli  an  Suez.
rer..  3z.  Zt.  in  Hamburg.
tag“  3.  Zt.  in  Hamburg.  ·

»Adnuka  .  Hamburg  Durban  am  9.  Juli  an  Tanga.
„General“  urban  Hamburg  am  8.  Juli  ab  Sansibar.

  

 

Anzeigen.

 

Inserale  (snr  die  dreigespallene  Pelitzeile  oder  deren  Naum  enih  sind  an  die  Verlricebsleilung,  Verlin  SWI2,  Köchstraße  os  —  1.  —

In  das  hiesige  Gelellchefteregiser.
ist  heute  unter  Nr.  2  die  ofsene
Handelsgesellschaft  in  Firma:

Förster  &amp;amp;  Schulz
mit  dem  Sitze  in  Tanga  (Deutsch-Ostafrika)
  eingetragen  worden.

Die  Gesellschafter  sind:

1.  der  Kaufmann  Theodor  Förster,
2.  der  Kaufmann  Fritz  Schulz,
Beide  in  Tanga.

Die  Gesellschaft  hat  am  1.  Juni
1895  begonnen.  Die  Vertretung  steht
einem  jeden  Gesellschafter  allein  zu.

Tanga,  den  7.  Mai  1897.

Der  Kaiserliche  Bezirksrichter.
J.  A.:  (69)

Sperling.

 

 

Laut  Telegramm  aus  Tan
Deutsch-Ostafrika)  verstarben  aan
Fieber

herr  Karl  Deutlan,

Leiter  der  Plantage  Lewa,  und  der
Pflanzungs#assistent

herr  Karl  Schoenert.

Tief  erschütlert  betrauern  wir
den  Tod  dieser  bflichttrenen  Herren.
von  denen  Herr  Denklau  ein
selten  begabter,  mit  westen“  iund
  großer  Energie  ausgestatteter

Mensch  ein  wahrer  Pionier  deut.
scher  Kultur,  und  Herr  Schoener
ein  Beispiel  —  noee
und  eisernen  Fleißes  war.

Verlin  W.  (00)

Deutsch-Ostafrikanische
Plantagengesellschaft.

 

 

 

 

jenden.

J.  Tinpewircn  &amp;amp;  (o.

Berlin  NW.,  Reustädtische  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),

Spezial-Geschäft  für  Tropen-Ausrüstungen,
—  sich  kusesanbere  zur  Beschefft  ng  persönlicher  Ausrüstun  gen
aller  „  für  Schiffsreisen  und  auernden  ier  in  über-#e
  Lände#  sowie  zur  Liefern  9  Aller
Jagdausflüge  in  Betracht  boms#lenes  Art

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  aic#l.  c06„7  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  au  unsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Direr  der
Reise  erbeten.  (42)

r  Expedition  und

 

16  mal  preisgekrönt.

Ferd.  Tacob,  Dinslaken  1  am  Rhein

emplichlt  scine  in  der  ganzen  Mels  eingelührten  und
besonders  filr  die  Tronen  sehr  praktischen

porös  wasserdichten  Haveloks

mit  Aermeln  und  ablnöpfbarenr  Pelerine  aus
In.  Touristen-Loden,  mittelschwere  Qnalitit  Ak.  30
aus  La#leichten  Kameelhaarloden,  II.  leicht

     
 

und  mittelleine  Qualität  .  .  Mk.  40
In.  Loden,  schwere  Qualität  .  .  Mk.  50
Ia.  leichten  Kameellsnarlocken,  hochfeine

#(oderleichte  Qualit  Mk.  55

„  schweren  kuaeölineen  **
Qualitüäüt
sammilicbe  vtono  in  um  Fanden.
Als  Manss  genügt:  Obere  Weite,  untere  Weite  über  Rock
gemessen,  Aermellänge,  gunze  Länge,  Llalsweite.
Wasserdichle  Plerde-,  Wagen-  und  Waggondecken.

Versand  nach  dem  Auslande,  du  Nuchnnhme  nicht  zulüssig,  nur
gegen  vorherige  Cassa.  (u)

Mk.  65

 

 

Tarsns  *  hier
Harclok
        <pb n="558" />
        454

 

 

 

 

Iier  bekannte  Weltreisende  Otto  E.  Ehlers  schreibt  in  der  Täglihen  Rundschau  1895
Seite  413  in  seinem  Artikel:  -nAus  dem  fUnften  Weltteile  Austmulien-  Neusecland“:

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“

 

auf

 
 

 

Bedaktion:  Hugo  Herold.  Geschäftsleitung:  Max  Pechstein.  15.

 

ahrgang.

Mnns  Ko

eder  lese

Cr  lande  sueht  —

D  Imn  In-  oder  Ausiande  mit  Berufsgeschüften  überkänkt.  Sich  kurz  und  cchnell  von
Cr  ##  (#an#  d##r  W.ulegehenheiten  unterrichien  will

D  Im  In-  oder  Auslande  weder  Zelt  noch  Nelgcung  hat,  taglich  eine  gro#se  politische

·  er  Neitung  zu  lesen  —

D  Im  In-  aler  Auslumde  ubselts  auf  dem  Lande  wohnt  und  neitsen  einem  leinen  Lokaler
  Platte  einer  erganzenden  Zeilungelecktüre  bedarf.

4t  4%  f5½%%%  lienllich  in  unten  A4%  %%  Hom.  “  “  -  m-  Mzmsrliw
Das  Echo  53  »  ««-·

·«,  J«-«1,b  %%
alle  Vorgünge,  wer  n  %%%%  7/.  im.  litslande  abepielen.

17  Iæt  kein  Parteiblatt,  sondern  es  lässt  die  interesantesten  Stintuten
Das  Zcko  allter  Porteicn  or.  «

:««-»«-"Lw«»««.

bringt  in  jeder  Nuntner  ein  c  ciorscse  anriheterrt⅞
D  1#  7  cnh  20  42  crrasen  ————“———J————————t—l–u–u—u—
bringt  in  der  Puòrik  Ilandel  eine  Gesantll'ockeniibersiclit  des
J  .8
D  71  cho  internationalen  Geld-  und  Huarenmarhtes  und  interessante
Fragen  vont  Weltutarkite.
bringt  ein  faclkiinniscli  redigiertes  u.  illitstriertes  Audustrielles
D  #  4  0  —————t——“——————li
Neuerunge  en  auf  dem  Gebiele  der  Technilk  u.  Industrie  unterriclitet.
Organ  der  Deutschen  im  Auslande,  betrachtet  es  insbesondere
Das  Echo  als  seine  Aufgabe.  dem  Leben  und  Treiben  der  Deutschen  Im
Auslance  die  liebevollste  Aufmerksamkeit  zuzuwenden.  k#  wird

mit  dlei  alten  Vater- 



 
 

 

 

daher  jeder
oitsche  41#:  Acslande  gYebetfen,  seine  Ad’’esse

der  Verlagsbnehlaandiung  J.  II.  Schorer  G.  m.  b.  U.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmatr.  29,
an###nuehen,  damit  dieselbe  Gelegenheit  hat,  elne  Probe-  Nummer  umsonst  und  portotrel  zu
versenden.

Destellungen  nehmen  alle  Bnuehhandlungen.  lostanstalten  und  Zeitun
land  zum  Preise  ven  3  Mark  vierteljirlich  entgenen:  in  den  übriken
Uublichen  Preisen.  Direkt  von  der  Vorlagshandlunk  J.  II.  Schorer  G.  m.  b.  U.

Wilhlmstrasse  29,  unter  Krenzband  Dezogen.  kaostet  „Das  Echo““  gwwe  4  Mark  50  P
halbithrlich  9  Mark.  ganzjührig  18  Mark.  Bei  Versendung  unter  Streitband  cempfichlt  es  sich,
möglichst  ganzjährige  Abonnements  aufzugeben.

In  das  Abonnement  kann  jederzeit  eingetreten  werden.  und  wird

-Dus  Echo-  vom  Tauge  der  Bestellung  ab
gegen  Einsendung  des  entlallenden  Betrages  auf  belichig  lunge  Zeit  direkt
vom  Verlag  oder  dureh  jede  Buchhandlung  gelielert.

Piese  Aeusserung  bestlligt  auch  der  nicht  minder  hekannte  Afrikareisende  Eugen  Wolf,
indem  er,  den  französischen  Feldung  dureh  ganz  Madagaskar  mitmachend.  in  seinem  Berichte  aus
dem  Krickslager  an  das  Berliner  Tageblatt  schreibt:

„Aus  dem  „Echo-  ersche  ich  stets,  was  in  der  Welt  vorgeht.“
        <pb n="559" />
        —  455  —

 

 
 

Export  -Muster  -  Ausstellung
der  Lebensmittel-Industrie
Grosser  Burstah  86/38.

 

—

 
    

Lebensmittel-Export-Agenturg  schift.
Preislisten  zur  Verlügung.

Harder  &amp;amp;  deVoss,  Hamburg,  Gr.  Bursteh  36—38

 

 

Nur  Fried.  Filler’s

patentirte  Windmotore

sind  die  elnrigen  Windmotore,  welche  die  grösste
Leistungsfähigkei#t,  Sturmsscherhelt  und  kostenlosen  Betrieb
gewährleisten  und  auf  allen  5  Erdfheilen  mit  bestem
Erlolge  eingeführt  sind.  Uallberiroffene,  kostenlo:e
Betriebskraft  zu  Ent-  und  Bewisserungen  —  zu  Wasserversorgungen
  —  zum  Betrlebe  von  Naschlnen  lür
Landwirthschaft  und  Industrie  —  sowie  zur  Erzeugung
elektrischen  Uichtes.

Anfragen  erbeten  direkt  an  den  Konstrukteur  und
ulleinigen  Fabrikanten  38

Fried.  Füller,  Hamburg,  Maschinenfabrik.

Inbabor  der  grossen  goldenen  Staatsmedallle  und  dor  Krossen
Foldenen  ongarlschen  Ausstellungsmedallle.

 

 

Sehmiodeoigerne  Fouster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (1#)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

Pumpernickel

(westillisches  Schwarzbrot),
garantirt  Ealtbar,  auch  In  den  Tropen,
versendet  die  (uo)
Hmmer  Brotfabrlk,  Imm,  Westf.

 

 

 

·#  Entziehungskuren.  ·#

r.  Fromme,
Stellingen  (Hamburg).  (59)

 

 

 

 

 

 

 

   

Schutzmarke.
einzijn#os

Neue  Futterpflanzen!
Lathyrus  silwestris  Wagneri
(Wugnem  Wa'dplattorbse).
Hochveredelt,  von  allen  schädlichen
  Bitterstollen  boetreit!
Gedeiht  anch  auf  den  Armston
Bodenarten,  selbst  Sand,  Gerüll.
Höchster  Nährwerth  von  25—30%
Protein  (Klec  nur  13,50%).
Ausdauernd  —  widersteht  leder  Dürre.

Lathyrus  latifolius  Bastard
gleichlalls  ergiebige  und  wider-Sstandsfähige
  Futterpflanze.  Auch
für  feuchten  Boden  geeignet.
Proteingehalt  22,210%.

Polygonum  sachalinense
(Sachalin  -  Knölorich).

Gedeiht  ausdauernd,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  boden.
Pro'eingehalt  16,97  0/%.
Tüchtige  Vertreter  für  In-  und
Ausland  gesucht.

Prospekte  gratis.  (26)
Suntstelle  Kirchhelm-Teck,
Wurttemberg.
        <pb n="560" />
        Cänseleber-Pasteten-Fabrik


KAug.  Michel
Losllesernut
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den

Export

besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (0)

Allelnige  Agenten  für  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Tutti  Frutti.
Preisgekrönte  Fabrik  kandieter  Früchte
und  Frlchto  in  Likör  und  Sirop,

lür  den  Export  geurbeitct,

Hesselmann  &amp;amp;  Co.,
Sun  Murtino  d’Albaro,  Genun.
Fabrikmarke  deponirt.  6605)

 

 

*Tr  *
86  55

2  1

 

 

 

Teꝑlitzer  Stadtquolle.

Selt  mehr  al  1100  Jahren  bekunnte,
duher  üliente  Uellanelle  Höhmens.
Reinstes,  natlirilche  Kohlensäure
haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.
Die  Sättigung  mit  Kohlensäure
ist  künstlich  vervollständigt.
Das  beste  und  billigste  Tafelsasser:

der  Welkt.
Pruchtvolles,  kräftiges  Moussenk.,
Jahrelunge  Ialtbarkeit  wirdntn“pnns

  prungs  (.37°  B.).  duer
  ahsolut  keclmerel  u.  v.  Krö#st.  Relnhelt.
Grsper  Exportziller  unter  den
böhmischen  Säuerlingen.
Uebernahms-  Bedingnisse  ausserordentlich
  günstig.  (227)
Briche  an  die  Thermalwasser-Versendung
  (Teplitzer  Stadtquelle)  ag
Stadtgemelnde  Teplitz-Schönau  1.
—tn.i

 

 

tilvolle  Laubsäge-,  Schuitz-,

Kerbschnitt-,  Holzbrand=  u.
Holzmalerei-Vorlagen,

Preiscourante  mit  1200  Jluste.  über

1000  Nummern  à  15  Pig.,  auch  über
Werkzeuge  und  Materialien,  30  Pfg.,

Briefmarken.
Me  &amp;amp;  Idmmlen  #n  Achen
Amalienstraße  7.  (6)

 

456  —

Sökeland  Esport  Bumpernickel
und  Schwarzbrot.  (ch

Unerreichte  Hultbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1½  Juhr  ulte  Pumpernickel  und  Schwurzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurückgelegt  hutten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbenusstellung  1896.
Exportaufträge  erbitten  an  JIuder  &amp;amp;  de  Foss,  IIbury;  für
dus  Inland  E.  Söfrelcnd  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NI.,  oder  Mu###nd’sben.

 

 

ag  gester  Aktien-Cesellschaft.

für  Holzbearbeitung
—  n  J.  Heinr.  Kraeft
—  lielort  als  Spezia-ität.  rrrv

  
 
   
   

r  "cte.  J—

verpackt,  froi  Bord  lla  mhurg.
Kataloge  u  reislisten
stohen  2  zu  Sreit  n.

Wolgast  in  Pomm.  und
skerlin,  Köthenerstr.  3  7  u  I1.

-

 

 

6G#

 

Jan  —dnldindin  —’-*-  *  [

 

 

Hallenser  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgeschmack  nicht  übertroflen  und  sind  bei  glcicher
züte  billiger  uls  ausländische  Fuhrikate.

Unser  Bestreben,  stets  das  Beste  zu  leisten,  ist  unerkunnt  durch

unsere  stetig  gesteigerte  Produktion;  wir  verarbeiten  im  Durchschnitt

tüglich  50  Centner  Rohkukno,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Spitze  der  deutschen  Schokolndelabriken  stellt.  6%)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.
        <pb n="561" />
        –  457  —

*—————  —  *
P—  «  TM  ZEIT-Osij-I«
  .  .«-l



;?ogtitsT0FLMos-ssx2

.  l(.l(.untern-Ungar-Kometen-anfan-Fsbklkschwokvsksllbertorunck
  Vergoldeter
Tafelgernte  —  Kunstgegenstände.

e

Cophristofle-Bestecke  »
12  Lasellõssel  A.  26.40  12  Dessertgabeln  N.  21.—
12  Talelgabeln,  20.40  12  Dessertmesser  ,  21.—
12  Tafelmesser  „  28.80  12  Theelöffel  "  13.60

Besteckkästen  und  Etuis

1  in  reichster  Auswahl  vorräthig.
aAusführliche  Preisliste  kostenlos.  —

S  Fabrik-Niederinge:  Berlin  W.,  *
fllecichstr.  76  (Eeke  Französischestrasse).

             
 
  

   
 
 

1½n

m—

 

»  »  2  8

—..

   

Feldbahnen

für  koloniale  Zwecke.

Die  Arthur  Koppel'schen  Gleisanlagen  haben  sich  so- 



2##%#½  2#  “

 

#E.  ...  .,  E.  E.  .  .  S.,  .,  S,  S.

wohl  in  der  deutschen  Landwirthschaft  wie  bei  der
Bewirthschaftung  von  Zucker-  und  Kalleeplantagen  und
zum  Gebrauch  in  der  Kultur  noch  unerschlossenen  Distrikten
vortrelllich  bewüährt.

Arthur  Koppel,

32.  Dorotheenstr.  BERLIN  NW.  7,  Dorotheenstr.  32.  9

 

  

 

rW  u
Köchste  Auszelchnu
leago  1693.

Höchste  Auszeichn.  (Olplöme
d’Nonneur)  Antwerpen  1894.

Fabrik

Lochmann'scher

Musikwerke
Aktiengesellschaft
Leipzig-Gohlis.

Ausschliessliche  Fabrikantin  der  .

Symphonions
wit  auswechselbaren  Notssz
7

en.  onn
Die  Fabrik  ist  in  ihrer  Art  die

Uteste  und  grösste  der  Welt.
7  ·

 

 

Pllanzenpressen,  Pflanzenstecher,
Fangnetze,  Stockschrauben
zum  Belestigen  un  jedem  Stock.

Apparate  u.  Modelle

fürHyglene  und  Chemle.

Preisliste  krei.  (!

Rich.  Hennig,  Erlangen.

 

 

delteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1820.

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  entra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(7#.)  Esslingen.

 

 

 

 

Krankenhäusern,

Expeditionen  und  überseeischen
Handlungen  empfehle  ich  als  bestes
u.  billigstes  aseptisches,  steriles  u.
komprimirtes  Wundverbandmaterial
Hagedorn's  Moospappe.
200,0  kg  --1  Kubikmeter  Raum,  billige
  Emballuge.  Referenzen:  Kgl.
Charité-Berlin,  die  Universitäts-Kliniken
  in  Würzburg,  Leipzig,
Erlangen,  Kiel,  Breslau,  Göttingen,
Bonn  ete.;  die  Stadtkrankenhäuser
in  Berlin,  Hamburg,  Dresden,  Köln,
Darmstadt,  Danzig,  München,  Magdeburg,
  Lübeck  etc.  16)
Muster  und  Litteratur  franko.

G.  Beckstroem,telZ

LlInr  I.  Schmetterliuge.

wecks  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Kälern  suche  mit  Lammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kümmerer,
Berlin  SW.,  Kochstrasse  68.

Gebranebte  Brinarken

und  Postwerthzeichen
aller  Länder  kauft  stets
B.  Koenicke,  Berlin  SW.  47,
30,  Belle-Alliancestr.  30.
        <pb n="562" />
        —  458  —

  
    

—

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  F.  Witkler  &amp;amp;  Sohz,  Berlin  8W12
Lochstraß  e  63—11.7

          

    

 

 

uropäischen  RKolonien=Schiloerung


ihrer  Entstehung,  Einrichtung,  Erfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Alfred  Zimmermann.

—  —

Erster  Band:
Die  Kolonialpolitik  Vorfugals  und  Spaniens
in  ihrer  Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.

Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesihes  gegen  Mitte
es  16.  Jahrhunderts.

—Preis  gebeftet  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.  ———

          
    
      
    
     
     

Noch  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteinahme
  die  Thaten  und  Erfahrun  ugen  der  großen  Kolonialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Entwickelung  der  ko  Hrmialen  Krihi  in  den  einzelnen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  obigem  Werke  der  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  bieten.

Der  Verfasser,  der  die  Entwickelung  der  deutschen  überseeischen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
Nähe  zu  beobachten  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Ver-Aünis
  auch  der  fremdländischen  Kolonien  sich  vertraut  gemacht  hatte,  will  in  seinem  Werke  allen  mit

onialen  Dingen  beschäftigten  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  hoßen  Bublikum  ein
leen  Urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte,  bieten.
Das  Werk  soll  baher  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  Kolonialpolitik  sein.  E  orscht  den  Ursachen
nach,  aus  denen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  lolchen  chenzthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,
in  Vescher  sie  biefe  Aufgabe  erfaßt  und  durchgeführt  hab  An  die  Geschichte  der  Hründung  und  Entwickelung
der  Kolonien  sel  t.  schiieß,  sich  boher  eine  Darle  ung  vuer  der  Gründe,  die  das  Gedeihen  der  Kolonien
begtustat  oder  gehemmt  haben.  Der  Verafser  egt  ein  Hauptgewicht  auf  eine  übersichtliche  Darstellung
der  nach  den  nationalen  Eigenschaften  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen
Wabeltung.  und  Gestgebun  g.

Portugals  und  Spaniens  Kolonialpolitik  sind  als  Gegenstand  des  ersten  Bandes  gewählt
worden,  weil  diese  Staneen  die-  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  sind,  und  eine  Kenntniß  der
Einrichtungen  und  Thaten  dieser  beiden  Völker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,
Anschauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  hohem  Maße  lehrreich  ist.  Zum  zindesen  ist
daraus  4  4  W  Hinsicht  mit  Sicherheit  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nicht  vo

gehen

er  zweite  Band,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen
Koloniatporstus  ze  La  wird,  will  bagehen  zeigen,  unter  welchen  Voraussetzungen  und
dingungen  eine  Kolonie  am  be  sten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  beseelt  sein
muß,  welches  wirklich  lebenssähige  t  ülbersice  Tochterstaaten  heranziehen  will.  Der  die  holländische
Kolonialpolitik  behandelnde  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Geschi  chte  der
französischen  Kolonialpolitik  u  9  u  da  auptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haberwelchen
  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  durch  schlechte  n  und  in  einer  unselbständigen,  der
Selbstaufopferung  enibehrenden  Nation  begegnen.  Den  Abschluß  wird  die  Schilderung  der  deutschen
kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Dal  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
beziehen.  Gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der
erlagsbuchhandlung.  rWl
        <pb n="563" />
        —  459  —

Deutsche  Miltairdienst-Versicherungs-Astalt

 

 

Vermögensbesland.  Tr  Millionen  Marse.

  
     

Abtheilung  I:  Militairdienst-Versicherung.
Zweck:  Deckung  der  Kosten  des  Militalrdienstes,  Unterstützung  von  Berufssoldaten,
  Versorgung  von  Invaliden.
Nur  Knaben  unter  12  Juhren  ünden  in  dieser  Abtheilung  Aulnuhme.

Abtheilung  Il:  AKabital.  und  Kriegs-Versicherung.
(Abgeklirzte  Lebensverslcherung.
Zveck:  Versorgung  von  Anterbllebenen  und  Alters  -  Versorgung.  Sicheg
  von  Kapitulien  zur  Beschallung  von  Aussteuern  und  kür
Sutomen-  recke.
*.  bellerlel  Geschlechts  önden  vom  10.  Lebensjuhre  ub  in
ieser  Abtheilung  Aulnuhm  (1)

·  Die  Auszuhlungen.  an  vche,  Prämienrückgewähr  etc.
im  Luuse  des  Jahres  1896  betrugen  &amp;amp;  2  83  —,  die  Gesammtanszahlungen
lSeit  Bestehen  der  Anstalt  10  7375  2E2  Von  1878  bis  Ende  1896  wurcken
erledigt  299  025  Anträge  über  4  361  071  210.—  Versicherungskapital.

 

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

KHorl##ef#’n  S.  Maeseädes  Kafsers.—
oflerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemilsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Seelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse-Samen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  73

 

 

Weingutsbesitzer

1  lGebr.  J  Uung  nn  Rhein-  —*  und  Pfalzwein

nach  allen  Welttheilen.  (I„.)  J

 

 

 

 

 

 

 

 
  
    

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Nürnbergerstrasse  43,
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von

Cigarren  und  Cigaretten.

Absolut  relnes  balterlenfreles  Flltrat  Hefern

Berkefeld-Filter.

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vom  Tropfklter  bis  zur  grössten  Anlage
Berketfeld-Filter-Gesellschaft,
Ce

 

 

 

 

 

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hegitna  .  .  .  4,  50  Vapor,  Hand-Fabrik

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Soberana  5,70  Sella  Cingara  10,.—

·
7:
2
—
5
2

..  7,60  Pajfarete  —
Aulträge  von  20  Mark  un  werden
Iranko  ausgelührt.

?  Convers.-  Lexikon,
Brockhaus  16  lust  neue  IIalb-Iranzbände,
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L.  Aulsow  &amp;amp;  (#,  Hamburg.
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Mien  1873  XK  Parts  1565.  London  1862.
M#chen  18564.  Melbourne  1880
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unserer  eigenen  Fabrikate  ur  Verlügung.  (u)

 

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2
5
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bonbuner  en  nilichen,  Koheet  des

Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello-Format.

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v.  FHoleben  Korvett.  Cptn.  Sieben
ahre  Seekadett.  1882.  268  S

mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.

¾.  5,—,  eleg.  geb.  .K.  6.—.

v.  3  Flotten-Leben.

KX.  1,50,  geb.  “.  2,25.

 

Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Waetzel,
Akademische  “  und

Antiquariat,
Frelburg  l.  *  Vicinden  2.

Mit  Badons  Wehr
für  deutsche  Ehr.

Die  Aniheilnahme  der  badlschen  Truppen
am  Elulgungskriege  1670/J1.
Dargestellt  von  Dr.  Guntermann.
Mit  vielen  Karten.
Hocheleganter  Geschenksband.
Preis  Mk.  4,60.

Die  Belagerung  von  Strassburg,
das  Herumschlugen  mit  den  Fran-2zosen
  —  Franctfreurs  und  die  beldenmüthigen
  Kämpfe  um  Bellort
unter  Werders  Führung  fnden  hier
einen  beredten  Schilderer.

 

 

Nauahe  Rebenundbfianzenspritze

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Man  verlange  Abbildung
  und  —

Fpn.  ——  #t
Frankfurt  a.  M.  und  Berlin  N.

 

 

Jo.  49.  *  Celeste  D

 

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No.  42.  La  Perla  —  Havana  —  voll  und  saftig  75.-—-—
der  43.  Flor  t  —  Havana  —  fein  mild  "„  „  100.—  „
El  Arte  —  Havana  —  lein  mittelkrüäftig  .  „  100.—
.  0  bezu.  *  Kr.  der  Marken  No.  41—  44  zus.  100  St.  ¾  Agan  9  kur  N.  8.20.
rein  Havana  N.  5  pro  Mille

No.  einste  145.  —  „  „
No.  51.  *.  Handarbeit,  m  ild  bi  .  »  l75.—.  .
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Siegismund,  Berlin  W.  41.  .4

 

 

  

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  fremder  Sprachen.  Im  Aultrage
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mts  verfasst.  Preis  4&amp;amp;  4,—.
Verlag  von,  83  8  &amp;amp;  Sohn,
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Italiener  in  Alrika.  Ni,  einer  Vebersichtskarte.
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Verlag  von  E.  8.  K#de—  4  Sohn,

Berlin  S8We.
        <pb n="565" />
        Spaten-Bräu
München.

Ausschließlicher  Export  des

à  Original-Jlaschen-Mhuges

der  Brauerei
durch

HKarl  Dürrwanger,  münchen.
Export-Vertreter  in  Hamburg  (für  den  Brauerei-Abzug):
Alfred  Geisendörfer.

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Kürnberg  1890:  Goldene  Staatsmedaille

für  besonders  feine  und  reinschmeckende  Ziere  und  für

(80)

  
 
 

langjährigen  gro

 

 

 

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
n  rn  Ss  seal  r  *  rp  s  ständig  bezogen,  dort  o  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  1½1  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
ü  -  rika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Fur  Deutsch-Osuf  Bliber  den  sch  Oñ
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

*

 
 

 

Export-Bier
Kalser-Brauerel  #  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Stelnguffabrik,  aptlen-Vgesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (u)

.7

LI#nst  Kraft,
Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,
Überulmmt  jede  Commission  und
Spedltlon  nuch  und  von

West-  und  Ost-Arrika

zu  den  billlgsten  Bedingungen.
2  Telegramm-Adr.:  Afrikraft.

#  Fernsprecher:  C#.
Amt  I.  4357.  9
S  S  4

Deutschen  im  Auslande
kann  nicht  gonug  ompfohlen  worden  altor

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Steinberger  Korn
in  Kiston  à  12  Lilerflaschon  bllligst.  (61)
K.  Peier,  Goslar,  Kornbrennoroi,  gegr.  1785.
Export-Vortret.  Marder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

4##  444

Ab  Lager  in  Hamburg

verkanfe  ich  Calcium  Carbid,
von  10  Kilo  bis  100  Schiffstonnen,

 

 

 

 

 

 

FSas  vermittelst  einfachen  Wasseraufgusses,
  wodurch  es  sich  dilliger  als
Steinkohlengas  stellt,  bei  einer  15mal
grösseren  Leuchtkraft  und  3½mal
intensiverem  Lichte  als  Gasgluhlicht.
Jedermann  in  Dorl  und  Stadt  kann
sich  das  Acetylengas  ohne  grosse
Kosten,  vollstündig  gefahrlos  im
Entwickler,  bereiten  und  in  Reservoiren
  vorräthig  halten.  Eintache
Apparate  können  überall  spotibuilng
hergestellt  oder  bezogen  werden.
ein  Niagaramaterial  liekert,  wie
amtlieh  festgestellt,  nur  ganz  reines
Gas  und  grösste  Ausbeute.  In  allen
Ländern,  Stanten  und  Städten  werden
  tüchtige  Vertreter  gesucht  von

N.  Hesse,  Hamburg,
70  Bunks  Strasse  70.  (°00)
Telegr.-Adresse:  „Calecarbid.“

M  Alnim
        <pb n="566" />
        —  462  —

WoERMANN-LINTE.

Am  18.  Juli:  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  rn  Marocoo,  Las  Palmas,  Tenerifft,  Gorée,
Dakar,  Ruffsque,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Juli:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  25.  Juli:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Am  31.  Juli:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Am  10.  August:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Heldt,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Ponta  Negra.

Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  September  und  25.  Novbr.
4##e  Guter  mussen  cum  Tage  vor  dem  4Abgpanpsdafum  bis  I2  Uhr  mitfags  Tnsseife  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ab  Nenpel
—.  —  —  —
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  4.  August,  18.  August,
R.  P.  D.  „GCENERAL“,  Capt.  Cane  25.  August,  g.  September,
R.  P.  D.  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorll  15.  September,  29.  September,
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Staaaaal  6.  Oktober,  20.  Oktober,

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambidue,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waanaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Külwa,  Lindi,  Nikindani,  Ibo,  Quellmane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  r2#ms  Kap  der  guten  Hoffnung
direkt  nach  Durban,  Delagpoa-Bat,  M##j##nga,  Nosst  Bé.
Nauchste  Expedition:  F.  D.  „REICHSTAG“,  Capt.  Weisskam,  am  18.  Juli  1897.—
Die  Dampfer  haben  vorzugliche  Einzichtienoen  Jr  FTussaotere  in  allen  Klaussen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamb  6#)

wegen  Passage  die  Haase#  Amerikanische  Packetführt-Aktien-Gesellschaft
sowie  wegen  Fracht  und  —  die
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstranse  27.
Verantwortlicher  Redakleur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berli
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhondlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  3  Sohn,  Vertin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Juli  1897  um  6  Uhr  nachmillags.
        <pb n="567" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Berausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amts.

 

VIII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  August  1697.  Nummer  15.

Diese  Zeitschrift  Ssccheint  in  cer.  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derielben  r——  als  Beiheste  ———  die  mmindestens  einmal-  ogrtehsabnch
erß  geinenden:  „Mi#  von  Forschungsroisendon  un  es
#uokelman  “W.  veruls  bruiche  Abonkementepreis  für  bas  e  Fwinen  ult  den  Veesten  beträgt  krhnn  Baer  durch  —  ,1  sut  .
Bu  handlungen  Mk.  8.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  ##  rlagsbuchhan  Mie  5  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  z8  für
dle  aͤnder  8  *J—  —.  Einsendun  P  und  Anfragen  sind  an  #n  niar  e  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Sisglut.  Miltler
Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstra  *  68—11,  zu  richten.  (Eingelragen  in  8  Zeilungs-  Perlüstte  für  1697  unter  Nr.  1977.)

dnhaut.  htli  er  Theil:  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouderneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  den  Kautschukhandel
  S.  463;  desgleichen  betreffend  Befreiung  vom  Einfuhsboll  für  Grabsteine  und  Grabschmuck  S.  464.  —
*i  der  Aie  für  den  Monat  Juli  S.  464.  —  Personalien  6%
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  465.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  Permierlieutenants
  Glauning  über  den  Stamm  der  Wangomvia  S.  466.  —  l  Sammiung  S.  466
sicht  über  die  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-  Ostafrika  a  lsue  veiße  Bevölkerung  S.  466.  —  Kamerun:  ee
er  Eingeborenen  zu  Plantagenarbeiten  S.  467.  o:  Postbeförderung  S.  20  —  Deutsch-Neu-Guinea:
Srodung  des  Terschungoreisenden  Ehlers  S.  4%  —  Aus  dem  Vereiche  der  Missionen  und  der
Antisklaverei-Bewegung  S.  467.  Aus  fremden  Kolonien:  Landelzbericht  von  Mozambique  für  das
Zoh  1896  S.  469.  —  Kens  elnng  der  Pechtspflege  in  Britisch-Ostafrika  S.  471.  —  Balatakautschuk  in  Sirinam
S.  471.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Spopische  Auhilanzen.  im  r  boianischen“  Garten  n  Berlin  S.  8  l
Vorlesungen  am  Seminar  für  bricskalzschc  Sprachen  zu  Berlin  lelschn  st  S
—  Litteratur  S.  473.  —  Schiffsbewegungen  S.  474.  —  kuans  5  A.  guche  S.  474.  —  Anzeigen

 

 

 

 

 

 

Amtlicher  Theil.

Verordnungen  und  Witkkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhtgrbieken.

 

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Bezirksund
  Bezirksnebenämter,  die  Hauptzollämter,  Zollämter  1.  und  2.  Klasse  sowie
die  Innenstationen.

Den  2c.  lasse  ich  in  der  Anlage  eine  Verordnung,  betreffend  den  Kautschukhandel,  zugehen.
Obwohl  die  Verordnung  erst  am  1.  Januar  1898  in  Kraft  tritt,  so  ersuche  ich  ergebenst,  den  Inhalt
derselben  schon  jeht  im  Interesse  der  am  Kautschukhandel  betheiligten  Personen  thunlichst  weit  bekannt  zu
machen.  Zum  1.  Oktober  1898  sehe  ich  einem  Berichte  darüber  entgegen,  welche  Wirkung  die  Verordnung
ausübt.  Der  Zweck  der  Verordnung,  welche  mit  fast  einstimmiger  Gutheißung  der  betreffenden  amtlichen
Stellen  und  kaufmännischen  Kreise  erlassen  wird,  ist  der  Schutz  der  Kautschuk  produzirenden  Pflanzen  und
die  Erhaltung  des  Rufes  sehr  guter  Qualität,  welches  sich  zur  Zeit  der  deutsch-ostafrikanische  Kautschuk
auf  dem  Weltmarkte  zu  erfreuen  hat.

Dar-es-Saläm,  den  16.  Juni  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

verordnung,  betreffend  den  Kautschukhandel.

Unter  Aufhebung  der  bislang  in  dieser  Richtung  bestehenden  Gouvernementsbefehle,  allgemeiner
nund  bezirksamtlicher  Verordnungen  wird  Folgendes  festgesetzt:

81
Jede  dem  eigentlichen  Gewinnungszwecke  fernliegende,  absichtliche  Verfälschung  des  Kautschuks  durch
Lehandlung  desselben  mit  Wasser  oder  durch  Beimengung  von  Sand,  Steinchen,  Rinden=  und  Holzstückchen
ist  verboten
        <pb n="568" />
        —  464  —

8  2..
Der  Kautschuk  darf  nur  in  wenigstens  bis  zur  Mitte  aufgeschnittenen  Bällen  an  der  Küste  in
Handel  gebracht  und  ausgeführt  werden.
863.
Der  sogenannte  Pira  ya  chini  (Wurzelkantschuk)  und  Pira  ya  kuponda  (durch  Auskochen  der
abgeschälten  Rinde  gewonnener  Kautschuk)  darf  nicht  in  Handel  gebracht  werden.

02
Verfälschter  Kautschuk,  an  der  Küste  in  Handel  gebrachte  und  ausgeführte,  nicht  aufgeschnittene
Kautschukbälle,  Wurzelkautschuk  und  gekochter  Kautschuk  sind,  wo  sie  gefunden  werden,  durch  die  amtlichen
Behörden  zu  konfisziren,  den  Bezirks=  oder  Bezirksnebenämtern  oder  Innenstationen  zu  überweisen  und
durch  diese  öffentlich  zu  vernichten.

8  6.
Gewerbsmäßige  Käufer  und  Verkäufer  des  in  §  4  aufgeführten  Kautschuks  werden  mit  Geldstrafe
bis  zu  1000  Rupien  bestraft,  an  deren  Stelle  im  Unvermögensfalle  Freiheitsstrafe  tritt.

86.
Vergehen  gegen  8  1  dieser  Verordnung  wird  mit  Geldstrafe  bis  zu  1000  Rupien  bestraft,
daneben  kann  auf  Gefängniß  bis  zu  zwei  Monaten  erkannt  werden.

7.
Diese  Verordnung  tritt  am  1.  Januar  *—  in  Krast.  Bis  dahin  bleiben  die  jetzigen  Bestimmungen
  über  Kautschukhandel  in  Geltung.
Dar-es-Sal#ám,  den  16.  Juni  1897.
Der  Katserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Bennigsen.

Nunderlaß  an  die  Hauptzollämter  und  Zollämter  1.  und  2.  Klasse  sowie  die
Finanzabtheilung  (Zollabtheilung).

Ich  bestimme  hiermit,  daß  aus  der  Heimath  gesandte  Grabsteine  und  Grabschmuck  frei  vom
Einfuhrzoll  belassen  werden  sollen,  wenn  sie  nicht  zu  Handelszwecken  eingeführt  werden,  sondern  unmittelbar
dem  Andenken  und  der  Verehrung  von  in  der  Kolonie  Verstorbenen  der  christlichen  Bekennknisse  dienen.
Die  Liste  der  vom  Einfuhrzoll  befreiten  Gegenstände  (Anlage  C.  zur  Zollverordnung)  ist  durch  einen
Zusatz  zu  vervollständigen.

Dar-es-Saläm,  den  9.  Juni  1897.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Liebert.

Der  Gouvernementskurs  für  den  Monat  Jull  d.  Is.  in  Deutsch-Ostafrika  ist  auf  1,2675  Mark
für  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

 

Perspnalien.  ,sz
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Wirklichen  Legationsrath  und
vortragenden  Rath  im  Auswärtigen  Amt  Dr.  Kriege  zum  ordentlichen  Mitgliede  der  Disziplinarkammer
für  die  Schußgebiete  für  die  Dauer  des  gegenwärtig  von  ihm  bekleideten  Amts  zu  ernennen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Kaiserlichen  Gouverneur  von
Deutsch-Ostafrika  Obersten  Liebert  unter  Belassung  à  la  suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
zum  Generalmajor  zu  befördern.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Chef  der
Fiaanzverwaltung  in  Deutsch-Ostafrika  Finanzdirektor  v.  Bennigsen  den  Rothen  Adler-Orden  vierter
Klasse  zu  verleihen.
        <pb n="569" />
        —  465  —

Kaiserliche  Schugtztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

A.  K.  O.  vom  19.  Juli  1897.
Dr.  Heuermann,  Stabs=  und  Bataillonsarzt  des  3.  Bataillons  des  Infanterie-Regiments  Nr.  144,  mit
kdem  21.  d.  Mts.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  gleichzeitig  als  Stabsarzt  mit  seinem  bisherigen

Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.

4  A.  K.  O.  vom  7.  Juli  1897.

Schwabe,  Premierlieutenant,  aus  der  Schutztruppe  ausgeschieden,  gleichzeitig  unter  Bewilligung  des  von
ihm  nachgesuchten  einjährigen  Urlaubes  in  der  Armee  und  zwar  als  Premierlieutenant  mit  seinem
Patent  à  la  suite  des  Grenadier-Regiments  Prinz  Carl  von  Preußen  (2.  Brandenburg.)  Nr.  12
wieder  angestellt.

A.  K.  O.  vom  16.  Juli  1897.

Dr.  Dammermann,  Assistenzarzt  2.  Klasse  vom  1.  Hessischen  Husaren-Regiment  Nr.  13,  mit  dem
20.  d.  Mts.  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  gleichzeitig  als  Assistenzarzt  2.  Klasse  mit  seinem
bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten
Angehörigen  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
den  Rothen  Adler-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern:

dem  Hauptmann  v.  Perbandt  und  dem  Sekondlieutenant  Eggers;
den  Königlichen  Kronen-Orden  dritter  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Major  à  la  suite  der  Armee,  Kaiserlichen  Landeshauptmann  Leutwein;
den  Königlichen  Kronen-Orden  vierter  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Premierlieutenant  der  Reserve,  stellvertretenden  Landeshauptmann  v.  Lindequist,  dem  Premierlieutenant
  der  Reserve,  interimistischen  Bezirkshauptmann  v.  Burgsdorff,  dem  Premierlieutenant  der
Landwehr  a.  D.,  Kriegsfreiwilligen  Hermann  und  dem  Sekondlieutenant  a.  D.,  Kriegsfreiwilligen
v.  Ziethen;
das  Militär-Ehrenzeichen  erster  Klasse:  »
dem  Vizefeldwebel  Froede,  dem  Sergeanten  Polett  und  den  Unteroffizieren  Maczkewitz  und  Steffen;
das  Militär-Ehrenzeichen  zweiter  Klasse:
den  Wachtmeistern  Urban  und  Stellbrink,  dem  Vizewachtmeister  Kunde,  den  Sergeanten  Koczy,
Gutmann,  Deubel,  Arnold  Schmidt,  Simon,  Pewestorf,  Hübner,  Kaschub  und  Stubenrauch,
  den  Unteroffizieren  Modler,  Gräfe,  Salpeter,  Ueckermann,  Mewes,  Vieland,
Ludwig  Schmidt,  Köhler,  Weiland,  Becker  und  Voigtländer,  dem  Unteroffizier  der  Reserve,
Kriegsfreiwilligen  Voigts,  dem  Unteroffizier  des  Beurlaubtenstandes,  Kriegsfreiwilligen  Hellberg,
dem  Oberlazarethgehülfen  Czapla,  den  Gefreiten  Wiedorn,  Tausenfreund,  Düßler,  Bochert,
Kühnel  und  Peters  sowie  den  Reitern  Hartmann,  Hagenstein,  Kietzmann,  Praß,  Halberstadt,
  Honscha  und  Lehmann.

VVVWVVVVVVVVVVWVWVVWVVVVVWVWVWVVVWVVVVWVVVVVVYVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVY

Nichtamtlicher  Theil.

 

„  Ramernun.
Personal-Wachrichten.  Der  Moschinist  1.  Klasse  Brandes  ist  nach
Deutsch--  Oflafrika.  Kamerun  abgereist.
Der  Hauptmann  Leue  ist  vom  Urlaub  nach  Baga-  Der  Kapitän  Böhmermann  ist  mit  Urlaub
moyo  zurückgekehrt  und  hat  die  Geschäfte  des  dortigen  hier  eingetroffen.  6
Bezirksamts  wieder  übernommen.  Deer  Gärtner  Haupt  ist  Anfang  Mai  vom  Ur- 



laub  nach  Victoria  zurückgekehrt.
Der  Zollassistent  F.  Dietz  ist  laut  telegraphischer
Meldung  am  17.  Juli  verstorben.  «

Der  Maschinist  Peik  ist  im  Mat  d.  Is.  in
Kamerun  angekommen.

 

Der  erst  kürzlich  nach  Ostafrika  gesandte  Maschinentechniker
  H.  Sparmann  ist  laut  telcgraphischer  1.
Meldung  aus  Dar-es-Saläm  ertrunken.
        <pb n="570" />
        Togo.
Lieutenant  Plehn  hat  sich  von  Misahöhe  nach
Quitta  begeben  und  von  dort  elnen  Heimathsurlaub
angetreten.

Der  Bautechniker  Haberland  ist  Ende  Mai  in
Lome  eingetroffen.

Nach  telegraphischer  Meldung  ist  der  Zollassistent
Wegner  an  Dysenterie  verstorben.

 

466

Die  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirten  Offiziere
  Premierlieutenant  Graf  Zech  und  Lieutenant
Freiherr  v.  Seefried  sind  aus  Togo  mit  Urlaub
in  Deutschland  eingetroffen.

 

Aeu  ·  Guinea.
Der  Professor  Dr.  Friedrich  Dahl,  Begründer
der  Forschungsstation  Ralum  im  Bismarck-Archipel,
ist  hier  eingetroffen.

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-ltafrika.

Bericht  des  premierlieutenants  Glauning  über  den
Stamm  der  wangomvia.

Aus  einem  Berichte  des  Premierlieutenants
Glauning  dürften  die  nachstehenden  Ausführungen
über  den  Stamm  der  Wangomvia  für  Ethnologen
und  Sprachforscher  von  besonderem  Interesse  sein:

Die  Wangomvia,  deren  Land  von  Ugogo,  Ussandaui,
  Burungi  begrenzt  wird,  sind  ein  im  Untergehen
begriffenes  Volk.  Sie  sind  zum  großen  Theil  zur
Zeit  der  Hungersnoth  umgekommen.  Spärliche  Reste,
im  Ganzen  kaum  500  Menschen,  wohnen  noch  in
Maiamaia,  Sati,  Mkondavi,  Homboro  beim  Satiberg
  in  der  Nähe  von  Kwa  Dede  Matako,  Mkome
westlich  Ilindi,  serner  in  Kihanga  bei  Rsasa,  Vaseria
und  den  angrenzenden  Orten  Manduya,  Goima,

 

Ipagala,  Mredshe,  in  Havero  sowie  auch  unter  den
Waburungi  und  Wassandaui.  Die  Wangomvia
scheinen  hamitischen  Ursprungs  zu  sein.  Sie  sind
meist  von  rothbrauner  Farbe.  Ihre  Sprache  hat
keine  Aehnlichkeit  mit  den  Bantudialekten.  Gesprochen
wird  sie  nur  noch  selten,  da  alle  Wangomvia  Kigogo
verstehen.  Ueberhaupt  unterscheiden  sie  sich  in  Bewaffnung,
  Bekleidung,  Sitten  und  Gebräuchen  nicht
mehr  von  den  Wagogo.

 

Wissnschaftliche  Lammlung.

Lieutenant  Kollmann  hat  dem  Königlichen
Museum  für  Völkerkunde  in  Berlin  eine  von  ihm
angelegte  ethnographische  Sammlung  geschenkt,  welche
755  Nummern  umfaßt  und  nach  sachverständigem
Urtheil  großen  wissenschaftlichen  Werth  besitzt.

Tebersicht  über  die  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Ostafrika  anfassige  welde  Bevölkerung.
(Nach  dem  Stande  vom  1.  Januar  1897.)

 

 

 

 

 

 

a.  Nach  Staatsangehörigkeit,  Stand  oder  Gewerbe.
sess.  S  —
#7  ##  2  8  4  2750  Frauen  von  ee
Staats-  —  mbslêt**  2  222  2#  2.  —  s  *s
attblsss  23/E
angehörigkeift  SZZ2E  GCSESEE  ESREEREESEEF/
2Ö  E——  —1  —  ZS.  5#  3  —
sEÖ  Ez  8
Deutsche.  602808  38  444111T
Oesterreicher38  7  772  5  1  4  22  2D(
Italiener  .  1191  —  —  12—23223  6——  ———44—q
Schweizer  6  2  1—Lolländer
  —  -BBD-..q)
elgier  11LLJ.-.Z)
puxemburger  —1L’D.
songen  4%———L
nglaͤnder  4661  —  —  —  —  —3———  212  —214  3121  6
ussen  3  ———  11H  2—  ———-Dänen
  1HH11JLN.
Rumänier  4  11  1.LEDCT
rriechen  35—  9êêMIL„LJ.
Türken  1  1ECZ
syrer,  Armeniernl  15  1JJNB-.
Ohne  Staatsangehörigkeitt
  21  —  ————-——  2-—-———-ZusammensssMsslelde
  81131172182625352119
        <pb n="571" />
        467  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b.  Nach  Wohnsitz  und  Staatsangehörigkeit.
2  *  2  8  8.  3  8  8  Z
Z  L#  **D  —  T.  *—  S  .
·  .  8  8  *  S  -  3  S  S  .  #  S  5  r*  S
eHt  ä  242232222
SH[SSGSESS  ässs
Tang  17316141111183  1  99
Pangani  .  221  20  —  —  —  —  -
*  ani  11  9—  ——  —  —  —  2—  ——  —
agamoyoo  ——.————.—————————.—..
DabteCalam  2822271977  4  SSô
älo  40444“%%LCLHHHH%
Lind.  151  141  —  CLLEäLEÜ0Üá0.—
Mikindani  25  16—  -SME  ZS1I  11
Mosch  32  261J
Kilossa  1688811
Apapuo  20  55LU  ——
Kilimatinde  10  —  —  —  —  —  —  —2—  ——  53———
Tabora  28  1  1  8  1  6—  —
Muanza.  .  .  .  201  11  —  S  4———————
Bgtooa.....  74———1—11————-.———
Zuvor-  .....  1311———————————1-1—
Mystik-arg  4132——12——-4—«—-——-2
d111c.....  319——-·4——17————1———
ZufammensssMsslScW  111446311  4  35  2|  162
Kamrrun.  von  der  Neu-Guinea-Kompagnie  mitgegeben  waren,

Meldungen  der  Eingebovenen  zu  Plantagenarbeiten.

Aus  Yaünde  meldet  der  Stationschef  Lieutenant
v.  Carnap,  daß  die  Eingeborenen  der  Gegend
Sanaga-Mbam  sich  in  Mengen  zur  Plantagenarbeit
melden.  Er  ist  jederzeit  in  der  Lage,  größere
Schaaren  davon  zu  besorgen,  und  hat  bereits  einige
Trupps  zur  Küste  geschickt.

Tngro.
DPostbeförderung.

Nach  Meldung  aus  Lome  ist  eine  regelmäßige
monatliche  Postverbindung  zwischen  Lome  und  Kete-Kratschi
  über  Misahöhe  und  Kpandu  eingerichtet
worden.  Die  Ausdehnung  des  Postverkehrs  von
Kete-Kratschi  nach  Sansanne  Mangu  ist  in  Vorbereitung.


 

Deutsch-Leu-Guinea.
Ermordung  des  Forschungsreisenden  Eblers.

Aus  Berlinhafen  wird  unter  dem  8.  Juni  d.  Is.
gemeldet,  daß  der  Schooner  „Three  cheers“  in
Herbertshöh  eingetroffen  und  auf  den  „Buka-Inseln
nicht  angegriffen  worden  ist.

Dagegen  ist  die  traurige  Thatsache  zu  Tage  gekommen,
  daß  der  Forschungsreisende  Ehlers  mit
leinem  Begleiter,  dem  Unteroffizier  Piering,  nicht
mit  einem  Floß  gekentert  sind,  sondern  durch  die  sie
begleitenden  Bukapolizisten,  die  ihnen  zum  Schutz

 

erschossen  worden  sind.  Den  Mördern  wird  nach
demselben  Schreiben  in  den  nächsten  Tagen  der
Prozeß  gemacht  werden.

 

NAus  dem  Berreiche  der  Wissionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Der  Centralvorstand  des  Afrikavereins  deutscher
  Katholiken  hat  Zeitungsnachrichten  zufolge
in  seiner  letzten  Sitzung  beschlossen,  die  Summe  von
100  000  Mark,  welche  für  die  Heranbildung  deutscher
  Missionare  bestimmt  war,  an  die  neugegründeten
deutschen  Missionshäuser  zu  vertheilen,  ferner  70000
Mark  den  sieben  in  den  deutschen  Schutzgebieten
thätigen  Missionsgesellschaften  für  die  Missionen  in
Deutsch-Ostafrika,  Kamerun,  Togo,  Deutsch-Südwestafrika,
  Neu-Guinea  und  Bismarck-Archipel  zu  überweisen.


 

„Afrika“  bringt  folgenden  Aufruf:
An  die  Freunde  von  Deutsch-Ostafrika.

Der  evangelische  Afrikaverein  ist  im  Begriff,
im  Hochlande  von  Usambara,  einem  herrlichen,  gesunden
  und  fieberfreien  Gebirgslande,  mit  der  im  Bau
begriffenen  Usambara-Eisenbahn  leicht  erreichbar,  ein
Sanatorium  für  die  durch  Fieber  und  Sonnengluth
ermatteten  Vorarbeiter  christlicher  und  deutscher  Kultur
und  Gesittung,  ohne  Unterschied  des  Staates  und
der  Konfession,  aufzurichten.  Die  Bauten  sind  zum
Theil  schon  aufgeführt.  Die  Mittel  zu  diesem  ebenso
nothwendigen  als  barmherzigen  Liebeswerke  sollen
        <pb n="572" />
        theilweise  durch  eine  Verloosung  aufgebracht  werden,
genehmigt  durch  ministeriellen  Erlaß  vom  8.  März
d.  Is.  Zur  Verloosung  gelangen  hauptsächlich  Gemälde
  und  Bilder,  darunter  Geschenke  von  Seiner
Majestät  dem  Kaiser,  deutschen  Fürstlichkeiten,  deutschen
  Kunstmalern,  aber  auch  sonstige  Geschenke  von
Ostafrika=  und  Missionsfreunden.  Es  werden  25  000
Loose  zu  je  1  Mark  ausgegeben,  deren  Vertrieb  am
1.  April  d.  Is.  begonnen  hat.  Die  Ziehung  findet
am  15.  November  d.  Is.  in  Gadderbaum  statt.  Der
Verloosungsplan  mit  1515  Gewinnen  im  Werthe  von
17.000  Mark  steht  auf  der  Rückseite  der  Loose.

Loosbestellungen  und  Geldsendungen  beliebe  man
unter  der  Adresse:  „An  den  evangelischen  Afrikaverein
in  Gadderbaum  bei  Bielefeld“  einzusenden.

 

Die  Pflegeschwester  Hilda  v.  Arnstedt  aus
Kamerun  des  Frauenvereins  für  Krankenpflege  in
den  Kolonien  mußte  zur  Exholung  nach  Deutschland
reisen.

Schwester  Helene  in  Windhoek  ist  erkrankt  und
wird  durch  Schwester  Helene  Kliewer  abgelöst.

Der  Frauenverein  hat  auf  der  Leipziger  Ausstellung
  ein  kleines  Tropenkrankenhaus  ausgestellt.

 

Aus  Kribi,  den  3.  April  1897,  schreibt  der
apostol.  Präfekt  P.  Vieter  in  „Kreuz  und  Schwert“:

Am  24.  Dezember  v.  Is  fuhr  ich  mit  drei  Laienbrüdern
  von  Europa  ab,  und  zwar  diesmal  mit  einem
englischen  Dampfer,  um  zu  sehen,  ob  den  englischen
oder  den  deutschen  Schiffen  der  Vorzug  gebühre.
Ich  kann  nicht  sagen,  daß  ich  Vortheile  auf  dem
englischen  Dampfer  entdeckt  habe.  Unsere  Fahrt  ging
direkt  nach  Sierra  Leone;  herrlich  liegt  dieser  Ort
auf  einer  hübschen  Anhöhe,  als  ob  er  nicht  imstande
sei,  ein  Wässerchen  zu  trüben  und  doch  —  der  ihm
von  den  Engländern  beigelegte  Name  „Grab  der
Weißen“  sagt  genug.  Die  katholischen  Missionare
dort  erzählten  uns,  daß  die  Station  vor  ein  paar
Jahren  einmal  innerhalb  einiger  Monate  ganz  ausstarb.
  Der  apostolische  Vikar,  zwei  Priester  und
zwei  Brüder  wurden  nacheinander  vom  Fieber  hingerafft.
  An  der  Kruküste,  Liberia,  Accra,  Lagos
und  Fernando-Po  hielten  wir  kurze  Zeit  und  kamen
am  16.  Januar  in  Victoria  im  Kamerungebiet  an.
Mit  einem  herzlichen  „Gott  sei  Dank“  stiegen  wir
ans  Land  und  hinauf  auf  den  Engelberg,  freudig
begrüßt  von  den  lieben  Mitbrüdern.  Alles  war  gesund
  dort,  die  Kirche  fertig,  die  Gebäude  vervollständigt,
  einige  20  Schwarze  getauft  und  der  Kaffee
schon  hoch  gewachsen  und  theilweise  blühend.

 

Dem  Jahresbericht  der  Norddeutschen  Mission
entnehmen  wir  Folgendes:

„Es  ist  schon  mehr  als  50  Jahre  her,  daß  die
Leiter  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft  sich  nach
einem  neuen  Arbeitsfelde  umsahen  für  die  in  ihrer
Missionsanstalt  ausgebildeten  Missionare.  Jene

468

 

Männer  kamen  nach  reiflicher  Ueberlegung  und  Erkundigung
  hier  und  da  zu  dem  Entschluß,  das  Land
in  der  Nähe  des  Gabun  in  Westafrika  als  neues
Arbeitsfeld  vorzuschlagen,  und  dahin  sind  im  März
1847,  vor  50  Jahren,  die  ersten  vier  Missionare
von  Hamburg  aus  abgegangen.  Die  erwählte  Küste
aber  ward  ihnen  von  der  französischen  Regierung
verschlossen,  und  nach  dem  Rath  von  Brüdern  wurden
  sie  zu  dem  Volke  der  Epheer  gewiesen,  das
weiter  im  Norden  Westafrikas  auf  der  Sklavenküste
lebt.  Am  14.  November  1847  zog  Wolf,  der  einzig
Ueberlebende  von  den  vier  Männern,  die  am  17.  März
Hamburg  verlassen  hatten,  in  Blengo,  der  Königsstadt
  des  Pekistammes,  ein.  Das  ist  unsere  erste
Station  im  Evhelande  gewesen,  und  im  November
d.  Is.  vollendet  sich  das  erste  halbe  Jahrhundert
unserer  Arbeit  unter  und  an  dem  Enhevolk.

Auch  in  das  letzte  Jahr  dieses  halben  Jahrhunderts
  sind  wir  mit  einer  großen  Schuld  eingetreten,
  und  dieselbe  ist  nicht  vermindert,  sondern  erhöht
worden  in  1896.  Durch  die  Liebe  unserer  Freunde
sind  uns  122  900  Mark  im  letzten  Jahre  anvertraut
worden,  aus  anderen  Kassen  standen  dem  Herrn
Rechnungsführer  7246  Mark  61  Pf.  zur  Verfügung.
Dieser  Einnahme  von  130  000  Mark  stand  aber  eine
Ausgabe  von  157  000  Mark  gegenüber,  so  daß  eine
große  neue  Schuld  zu  der  alten  gekommen  ist.  Die
Schuld,  mit  der  wir  ins  Jubeljahr  eintraren,  hätte
danach  eine  gar  bedenkliche  Höhe  erreicht.  Da  wir
aber  durch  die  Gründung  von  Lome  den  Zweck  der
Togokasse,  eine  neue  Station  in  Togo  anzulegen,
ersüllen  konnten,  so  durften  wir  diese  Kasse  aufheben,
und  dadurch  ist  unsere  Schuld  auf  73947  Mark
vermindert  worden.  Das  ist  immer  noch  eine  sehr
drückende  Last.  Aber  nun  haben  die  Freunde  angefangen,
  in  diesem  Jubeljahre  etwas  Besonderes  zu
thun.  Bis  Ende  Mai  waren  dafür  an  Jubelgaben
43778  Mark  eingegangen.  Im  Juni  und  gerade
vor  dem  Feste  ist  noch  eine  Festjubelgabe  von  10000
Mark  und  sonst  2000  Mark  eingegangen,  so  daß  die
Schuld  auf  18  000  bis  19  000  Mark  heruntergegangen
  ist.

Von  den  vier  ersten  Missionaren,  die  1847  hinauszogen,
  waren  zwei  Bremer.  In  späteren  Jahren
sind  es  süddeutsche  und  Schweizer  Brüder  gewesen,
die  uns  geholfsen  haben.  In  den  letzten  Zeiten  haben
sich  auch  wieder  die  Norddeutschen  eingefunden,  und
Bremen  ist  erfreulicherweise  jetzt  durch  zwei  seiner
Söhne  im  Eohelande  vertreten.

Als  Missionar  Schlegel  seine  Bibelübersetzung
begann,  wußte  er  nicht,  welche  Mundart  des  Eohe
er  zu  Grunde  legen  sollte,  und  entschied  sich  für  die
Anglomundart.  Es  ist  eine  freundliche  Fügung,  daß
diese  frühe  Entscheidung  durch  die  Erfahrung  der
50  Jahre  als  die  richtige  bestätigt  worden  ist.  Wir
haben  dem  ganzen  Enhevolke  seine  Sprache  als
Schriftsprache  geben  dürfen.  Dem  Eyhevolk  hat
unsere  Mission  aber  nicht  nur  die  Bibel  gebracht,
sondern  auch  die  Fibel,  das  Lesebuch,  das  Rechenbuch,
        <pb n="573" />
        die  Weltgeschichte  und  das  Gesangbuch  und  das  Gemeindeblatt
  und  den  Wandkalender.

Ein  zweites  Geschenk,  das  unsere  Gesellschaft  den
Eoheern  hat  bringen  dürfen,  ist  die  Schule.  Sie
war  nicht  leicht  zu  gründen,  denn  die  Eoheer  sahen
gar  nicht  ein,  warum  sie  ihre  Kinder  in  die  Schule
senden  sollten.  So  ist  es  nur  sehr  langsam  gegangen;
wir  hatten  schon  30  Jahre  lang  gearbeltet,  und
unsere  Schulen  hatten  doch  nur  139  Schüler.  Zehn
Jahre  später  waren  es  199  geworden,  und  jetzt  am
Ende  des  Jahres  wurden  873  Schüler  in  34  Schulen
unterrichtet.  Die  Zunahme  der  Schülerzahl  in  1896
beträgt  146,  mehr  als  die  gesammte  Schülerzahl
Ende  1876  nach  30  jähriger  Arbeit.  Es  ist  übrigens
nicht  so,  daß  alle  Schulen  zugenommen  haben;  einige
sind  im  letzten  Jahre  zurückgegangen.  Die  große
Vermehrung  in  1896  stammt  aus  zwei  Quellen.
Ein  Haupttheil  fällt  auf  die  Mädchenschulen.  Auf
den  Stationen  und  Außenstationen,  die  keine  besonderen
  Mädchenschulen  haben,  kommt  auf  vier  Schüler
immer  nur  eine  Schülerin.  Die  beiden  Mädchenschulen
  in  Ho  und  Keta  haben  allein  mehr  Schülerinnen
  als  alle  anderen  Schulen.  Die  andere  Zunahme
  kommt  daher,  daß  eine  ganz  neue  Art  von
Schulen  in  der  Schätzung  des  letzten  Jahres  erscheint.
Sie  sind  da  „Heidenschulen“  genannt.  Der  Name
ist  nicht  ganz  zutreffend,  denn  eigentlich  sind  unsere
Schulen  alle  Heidenschulen.  Neben  353  Christenkindern
  sind  520  heidnische  Schüler  in  unseren
Schulen.  Dieselben  sind  also  auch  Missionsanstalten;
durch  die  Schulen  wird  missionirt.  Diese  neuen
Schulen  sind  Freischulen  in  dem  Sinne,  daß  in
freierer  Weise  in  ihnen  gelehrt  wird.  Im  Kreise
der  Station  Amedschovhe  ist  ein  großes  Verlangen,
lesen  zu  lernen,  erwacht,  und  dem  sollen  diese  freier
gehaltenen  Schulen  entgegenkommen.  Vier  solcher
Schulen  mit  81  Schülern  sind  eröffnet.

Die  Gesellschaft  hat  in  den  ersten  zehn  Jahren
vier  Stationen  angelegt.  Zwei,  Anyako  und
Waya,  nachdem  sie  zu  ihrer  Zeit  als  Hauptstationen
  gedient  haben,  sind  von  den  Europäern
verlassen.  Zu  Keta  und  Ho  ist  dann  nach
längerer  Pause  eine  neue  dritte  Station,  Amedschovhe,
  auf  den  Bergen  gekommen,  und  vor  dem
Schluß  des  halben  Jahrhunderts  haben  wir  im  September
  letzten  Jahres  Lome  beginnen  können.  Daneben
  sind  Außenstationen  von  dem  Volke  selbst
erbaut  worden.  Im  Jahre  1880  haben  wir  die
erste  dieser  Außenstationen  gegründet;  drei  Jahre
später  solgte  die  zweite.  Nach  wieder  drei  Jahren
entstanden  zwei  weitere,  und  damn  ist  fast  jedes  Jahr
eine,  auch  wohl  zwei,  1892  sind  sogar  fünf  solcher
Außenstatlonen  angelegt  worden.  Auch  in  1896,
nach  unserem  Jahresfest,  Ananse  im  Volostamme,  in
diesem  Jahre  1897  Chochoe  in  Gbedschigbe  im  Nor-*
  Stdame  an  der  Küste  besetzt  und  andere  noch

ant.“

469

Am  10.  Juni  sind  die  Missionare  Worms  und
Hosbach  mit  dem  Dampfer  „König“  von  Darees-Salaäm
  zur  Erholung  nach  Deutschland  abgefahren.
Die  Reise  ging  anfangs  ganz  gut;  im  Mittelmeer
bekam  Missionar  Worms  perniziöses  Fleber,  er
mußte  in  Neapel  ins  deutsche  Hospital  gebracht  werden,
  wo  er  so  weit  genesen  ist,  daß  er  gegenwärtig
außer  Gefahr  zu  sein  scheint.  Uebrigens  bekam  im
Mittelmeer  ein  großer  Theil  Passagiere  Fieber;  einer
erlag  demselben.

RAus  fremden  Kolonien.
andelsbericht  von  Mozambique  für  das  Jahr  3896.-)

Die  allgemeine  Geschäftslage  hat  sich  nicht  gebessert.
  Namenklich  macht  sich  die  von  Jahr  zu  Jahr
wachsende  Konkurrenz  der  indischen  Handelsleute  dem
europäischen  Kaufmann  fühlbar.  Während  bis  zum
Jahre  1893  die  Einfuhr  aus  Indien  und  europäischen
  Ländern  sich  auf  gleicher  Höhe  hielt,  ist  seit
diesem  Zeitpunkte  ein  stetes  Zunehmen  der  indischen
Einfuhr  auf  Kosten  der  europäischen  wahrzunehmen.
Der  Grund  liegt  hauptsächlich  in  den  Zöllen  für
gefärbte  Baumwollenwaaren,  welche  im  Jahre  1893
eingeführt  wurden,  während  weiße  Stoffe  um  etwa
50  péCt.  niedriger  besteuert  werden.  Leßtere  werden
nun  fast  ausschließlich  in  Indien  angefertigt  zu
Preisen,  denen  die  europäische  Konkurrenz  machtlos
gegenübersteht.  Infolge  des  hohen  Einstandes  gefärbter
  Waaren  gewöhnt  sich  der  Neger  daran,  sich
mit  den  billigen  indischen  Fabrikaten  zu  begnügen.
In  der  geringen  Einfuhr  europäischer  Waaren  nehmen
deutsche  Fabrikate  zwar  den  ersten  Platz  ein,  bilden
aber  nur  einen  geringen  Prozentsatz  der  Gesammteinfuhr.



Die  Ausfuhr  fällt  den  europäischen  Kaufleuten
zu,  und  unter  ihnen  nehmen  die  Deutschen  den  ersten
Platz  ein.

Infolge  anhaltend  ungünstiger  Konjunkturen  europäischer
  Märkte  und  des  großen  Wettbewerbs  unter
den  in  Mozambique  ansässigen  Häusern  findet  der
Exporteur  nur  einen  geringen  Nutzen  bei  diesen  Geschäften,
  die  noch  dazu  mit  einem  großen  Risiko  verknüpft
  sind.

Der  Außenhandel  gestaltete  sich  in  den  Jahren

1895  und  1896,  wie  folgt:

Einfuhr:
Werth:  Reis  Mark
1896  526  591  542  =  1  755905
1895  571  805  401  =  1  906  018
Ausfuhr:
Werth:  Reis  Mark
1896  356  511  061  =  1  188  370
1895  222  735  3822  =  742  451

 

7*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1897,  S.  309  ff.
        <pb n="574" />
        Ein  Vergleich  der  Werthe  weist  eine  Abnahme
der  Einfuhr  um  etwa  150  000  Mark  und  eine  Zunahme
  der  Ausfuhr  um  etwa  446  000  Mark  auf.

Die  angeführten  statistischen  Zahlen  gewähren  im
Grunde  genommen  kein  ganz  richtiges  Bild,  da  in
der  Einfuhr  etwa  300  000  Rupien,  welche  von  Sansibar
  eingeführt  wurden,  einbegriffen  sind,  während
in  der  Ausfuhr  die  in  Parapat  (Antonio  Ennes)
ausgeführten  Produkte,  die  auf  300  000  Mark  geschätzt
  werden  können,  nicht  eingeschlossen  sind.

Die  folgenden  Zahlen  dürften  also  das  richtige
Verhältniß  der  Ein=  und  Ausfuhr  im  letzten  Jahre
bestimmen.

Einfuhr:  Ausfuhr:
1  380  000  Mark.  1  488  000  Mark.

Danach  übertrifft  die  Ausfuhr  im  letzten  Jahre
die  Einfuhr.  Das  normale  Verhältniß  von  Einfuhr
zur  Ausfuhr  verhält  sich  wie  4:  3,  danach  vollzieht
sich  34  des  Handels  auf  dem  Wege  des  Tauschhandels,
  während  nur  ¼  der  Einfuhr,  in  der  Hauptsache
  den  Platzbedarf  darstellend,  in  Rimessen  und
Geld  wieder  aus  der  Provinz  herausgeht.  Im  Lande
selbst  verbleibt  nur  ein  geringer  Bruchtheil  der  eingeführten
  Werthe,  woraus  sich  der  stets  herrschende
Geldmangel  erklärt.

Die  Produktenernte  verlief  im  Vorjahre  günstig,
obgleich  im  Oktober  das  Geschäft  infolge  der  kriegerischen
  Unternehmungen  der  Regierung  gegen  die
aufständischen  Neger  zu  einem  plötzlichen  Stillstand
am.  Es  waren  bis  zu  dieser  Zeit  in  Mozambique
30  000  Sack  Erdnüsse  angebracht,  in  Antonio  Ennes
etwa  dieselbe  Menge,  im  Ganzen  also  etwa  60  000
Sack  gegen  40  000  im  Vorjahre.  Die  noch  im  Innern
zurückgebliebenen  Nüsse,  welche  infolge  der  erwähnten
kriegerischen  Unternehmungen  nicht  an  die  Küste  gelangen
  konnten,  schätzt  man  auf  ungefähr  20  000  Sack.
Der  verhältnißmäßig  günstige  Ausfall  der  Ernte  war
dem  reichlich  gefallenen  Regen  und  dem  Fernbleiben
der  Heuschreckenplage  zu  danken.

Die  Anfuhr  von  Sesamsaat  in  Mozambique  und
im  Kap  Delgadodistrikt  übertraf  die  des  Vorjahres
um  etwas  und  dürfte  mit  15  000  Sack  nicht  zu  hoch
geschätzt  sein.  Dieser  Artikel  kommt  hauptsächlich  von
den  kleineren  Plätzen  des  nördlichen  Distrikts,  aus

 

welchem  sich  jedoch  im  Oktober  des  letzten  Jahres

die  indischen  Händler  sämmtlich  zurückziehen  mußten,
so  daß  wohl  einige  1000  Sack  keine  Käufer  mehr
gefunden  haben  und  auf  diese  Weise  zu  Grunde  gegangen
  sind.  ·

Nach  Oelsaaten  nimmt  Gummi  elastikum  als
Hauptprodukt  des  Mozambiquedistrikts  die  Aufmerksamkeit
  in  Anspruch.

Die  Ausfuhr  dieses  Artikels  von  Mozamblque
kann  auf  2000  Sack  und  die  vom  Sbodistrikt  auf
etwa  1000  Sack  geschätzt  werden.  Namentlich  der
in  Mozambique  angebrachte  Gummi  verschlechtert  sich
von  Jahr  zu  Jahr  und  besteht  in  der  Hauptsache
aus  sogenanntem  gekochten  Gummi.  Bessere  Sorten
kommen  kaum  noch  vor,  und  wenn  auch,  so  sind  sie

470

 

stets  unrein.  Die  Regierung  trägt  sich  mit  der  Absicht,
  die  Ausfuhr  des  gekochten  Gummis  zu  verbieten,
  damit  dem  Beisplele  der  benachbarten  deutschen
Kolonie  folgend,  da  man  zur  Einsicht  gekommen  ist,
daß  man  nur  auf  diese  Weise  dem  rücksichtslosen
Ausbeutungssystem  der  Gummipflanze  seitens  der
Neger  und  der  dadurch  entstandenen  Gefahr  ihres
Eingehens  begegnen  kann.

In  Grenadillholz  blieben  die  Ankünfte  sehr  gering,
da  auf  den  europäischen  Märkten  wenig  Nachfrage
herrschte.

Der  Grenadillholzbaum  kommt  an  der  ganzen
Küste  vor,  und  die  Ausfuhr  ließe  sich  beliebig  steigern,
falls  dem  Artikel  eln  neues  Absatzfeld  geöffnet  würde.

Schildpatt  wurde  im  gewohnten  Umfange  angebracht.
  Die  Ausfuhr  dürfte  etwa  400  kg  betragen  haben.

Die  Anfuhr  von  Wachs  geht  immer  mehr  zurück
und  hat  sich  auf  eine  geringe  Menge  beschränkt.

Dieser  Artikel,  ebenso  wie  Sesamsoat,  kommt
ausschließlich  von  den  nördlichen  Distrikten  zwischen
Mozambique  und  Ibo.  Da  letzterer  Platz  günstigere
Zollbedingungen  hat,  so  scheinen  diese  Produkte  alle
ihren  Weg  über  Ibo  zu  nehmen.

So  kamen  von  den  geernteten  15  000  Sack  Saat
etwa  10  000  Sack  in  Ibo  und  nur  5000  Sack  in
Mozambique  an,  während  die  Wachsanfuhr  in  Ibo
etwa  100  Tons  erreichte,  in  Mozambique  dagegen
nur  einige  Tausend  Kilogramm.

Unter  den  übrigen  Produkten  des  Mozambiquedistrikts
  kommen  noch  Mais  und  Mtama  (Negerkorn)
in  Frage.  Diese  Produkte  lassen  jedoch  für  die
Ausfuhr  nach  Europa  keine  Rechnung  und  werden
hauptsächlich  nach  Sansibar,  Aden,  Bombay  versandt.
Im  letzten  Jahre  herrschte  in  Transvaal  infolge  dortiger
  Mißernte  lebhafte  Nachfrage,  und  ein  großer
Theil  fand  zu  guten  Preisen  seinen  Weg  nach  Lourenco-Marques.
  Die  Gesammternte  wird  auf  etwa
50  000  Sack  zu  schätzen  sein,  von  denen  mindestens
30  000  Sack  nach  Lourengo-Marques  gesandt  sind.
Da  die  letzteren  in  freler  Durchfuhr  geschickt  werden,
sind  sie  in  der  Ausfuhrstatistik  von  Mozambique  nicht
einbegriffen.  Der  Werth  der  Ausfuhr  vergrößert  sich
dadurch  um  weitere  300  000  Mark.

Deutschlands  Antheil  an  der  Ein=  und  Ausfuhr
im  Jahre  1896  war  folgender:

Einfuhr  aus  Deutschland:

Baumwollenwaaren  69  223  Mk.
Papierwaaren  .  6311-Lebensmittel
  13  427=Pulver
  und  Gewehre  20  756
Cement,  Holz,  Strelchhölzer  8  333  -
Parfümeren  1  521  =
Perllen  2  808
Tabak,  Cigarre  7  697.=Metallwaaren.
  4198
Getränke  8  066
Kohle  25  146=Zusammen

  einschl.  anderer  Waaren  178  588  Mk.
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        Ausfuhr  nach  Deutschland.

Erdnüsse  483  682  Mk.
Sesamsaat  43  157  „
Gumms:  elastikum  360  002
Grenadillholz=  9844
Ebenholz  27  192  --Schildpatt
  8  318  —-Wachs
  29092
Muscheln  381—

Zusammen  984  613  Mk.
Der  Schiffsverkehr  hat  auch  im  Jahre  1896
fast  ausschließlich  in  den  Händen  der  deutschen  Ostafrika-Linie
  gelegen,  so  daß  es  ihr  ermöglicht  ward,
ihre  Fahrten  zu  vermehren.  Von  einem  vierwöchentlichen
  Betrieb  ist  sie  zu  einem  dreiwöchentlichen  übergegangen
  und  in  diesem  Jahre  wird  sich  fast  alle
acht  Tage  ein  Dampfschiff  genannter  Linie  im  Hafen
von  Mozambique  sehen  lassen.  In  der  zweiten  Hälfte
des  Vorjahres  trat  eine  neue  Konkurrenz  auf,  indem
zwei  französische  Linien,  die  Messageries  maritimes
von  Marseille  und  Chargeurs  réunis  von  Havre,
regelmäßige  monatliche  Fahrten  an  der  Mozamblqueküste
  unterhielten;  sie  vermochten  jedoch  nur  einen
kleinen  Theil  des  Verkehrs  an  sich  zu  ziehen.  Der
Antheil  der  einzelnen  Nationen  am  Schiffsverkehr  im

Jahre  1896  ist  aus  folgender  Tabelle  ersichtlich:

 

Dampfschiffe:  Segelschiffe:

Nationalität  Anzahl  Reg.-Tons  Anzahl  Reg.-Tons
eutsche  57  125  054  1  320
Britische  28  65  212  3  2445
Französische  8  8717  —  —
Oesterr-Ungarische  1  1  000  —  —
otwegifche....—  —  2  536
Dänische  —  —  1  1550
Zusammen  94  199  983  7  4851

 

Heuregelung  der  Nechtspflege  in  Bvitisch-Ostafrika.
Unter  dem  7.  Juli  d.  Is.  ist  in  der  „London
Gazette“  eine  „Zanzibar  Order  in  Council,  1897“
veröffentlicht,  durch  welche  unter  Aufhebung  sämmtlicher
  bisher  erlassenen  Vorschriften  die  englische
Rechtspflege  in  Sansibar  und  Pemba  und  den  dazu
gehörigen  Territorialgewässern  neu  geregelt  wird.
Eine  von  demselben  Tage  datirte  „East  Africa.
Order  in  Council,  1897“  ordnet  in  gleicher  Weise
von  Neuem  die  englische  Rechtspflege  im  Bereiche
des  britischen  ostafrikanischen  Schutzgebietes.

 

Balatakautschuk  in  Lurinam.

Im  Jahre  1896  wurden  209  500  kg  Balatakautschuk
  gegen  138  600  des  Vorjahres  ausgeführt.
Die  Zahl  der  Gesuche  nach  Konzessionen  für  Kronland,
  um  dort  Balata  zu  zapfen,  nimmt  stetig  zu.
Ohne  die  große  Trockenheit  des  letzten  Jahres  würde

471

 

der  Ertrag  noch  reicher  gewesen  sein.  Die  Arbeiter
werden  durch  Unternehmer  gegen  ein  hohes  Handgeld
  (oft  150  fl.)  pro  Person  in  Paramaribo  engagirt.
  Sie  werden  dann  unter  Ueberwachung  von
Aufsehern  auf  die  Konzessionen  gebracht,  wo  ihnen
Lebensmittel  verabreicht  werden,  deren  Preis  sie  abarbeiten
  müssen.  Die  Dauer  der  Kontrakte  beträgt
drei  bis  vier  Monate.  Den  von  ihm  gezapften  Saft
verkauft  der  Arbeiter  auf  dem  Arbeitsplatz  trocken
und  fertig  an  den  Unternehmer  gegen  1  bis  1,10  fl.
für  das  Kilogramm.  Ofst  laufen  die  Arbeiter  nach
Empfang  des  Handgeldes  davon.  Dennoch  ist  diese
Industrie  sehr  gewinnreich,  wenn  genug  Bäume  in
der  Konzession  sind.  Jeder  Baum  kann,  wenn  nach
gesetzlicher  Vorschrift  angezapft,  im  Durchschnitt  eine
Gallone  Saft  geben.  Eine  Gallone  liefert  2  bis
2½  kg  Kautschuk.  Ein  guter  Arbeiter  liefert  täglich
etwa  fünf  Gallonen.

Derschiedene  Mittheilungen.

Topische  Kutzpflanzen  im  botanischen  Garten  in  Berlin.
Im  Gewächshause  Nr.  20  des  botanischen  Gartens
  in  Berlin  sind  jetzt  bis  Ende  August  die  tropischen
  Nutzpflanzen  in  einzelnen  Gruppen  nach  der
Art  ihrer  Verwendung  aufgestellt  und  meistens  mit
ausführlichen  Erklärungen  versehen.  Der  Besuch  des
Gewächshauses  wird  Interessenten  gern  gestattet.

 

vorlesungen  am  Leminav  für  orlentalische  Sprachen
in  Berlin.

Im  Seminar  für  orientalische  Sprachen  zu
Berlin  werden  im  Wintersemester  1897  folgende  Vorlesungen
  von  kolonialpolitischem  Interesse  stattfinden:
Guzerati.  1.  Dienstags,  Donnerstags,  6—7  Uhr,

Herr  Vacha.
2.  Praktische  Uebungen  im  Guzerati:  Montags,
Mittwochs,  Freitags,  6—7  Uhr,  Herr  Vacha.

Neuarabisch  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Dialekts  von  Syrien.

1.  Zweiter  Kursus:  täglich  8—9  Uhr,  Herr
·  Prof.  Dr.  Hartmann.

Anfänger-Kursus:  täglich  außer  Mittwochs,
9—10  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Hartmann.

Uebungen  der  Selekta  im  Erklären  und  Abfassen

  von  öffentlichen  und  privaten  Urkunden

in  neuarabischer  Sprache:  Mittwochs,  10

bis  11  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Hartmann.

Geographie  und  moderne  Geschichte  Syriens:

Mittwochs.  9—10  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.
artmann.

Praktische  Uebungen  mit  besonderer  Berücksichtigung
  des  Dialekts  von  Syrien:  täglich
außer  Sonnabends,  5—7  Uhr  (5—6  Uhr
für  den  zweiten  Kursus,  6—7  Uhr  für  den
Anfänger-Kursus),  Herr  Amin  Maarbes.

—

—
        <pb n="576" />
        Neuarabisch  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Dialelts  von  Aegypten.

—

stags,  Sonnabends,  9—10  Uhr,  Herr  Dr.
Fischer.

4.  Anfänger-Kursus:  in  noch  zu  bestimmenden
Stunden,  Herr  Dr.  Fischer.

Praktische  Uebungen  mit  besonderer  Berücksichtigung

  des  Dialekts  von  Aegypten:  täglich  außer

Sonnabends,  5—8  Uhr  (5—6½  Uhr  für  den

Anfänger-Kursus,  6½—8  Uhr  für  den  zweiten

Kursus).

Schreibübungen:  Montags,  Freitags,  4—5  Uhr.

Neuarabisch  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Dialekts  von  Marokko.

.  Zweiter  Kursus:  Mittwochs,  Donnerstags,  Freitags,

  Sonnabends,  8—9  Uhr,  Herr  Dr.  Fischer.

Anfänger-Kursfus:  Dienstags,  Mittwochs,  Donnerstags,

  Freitags,  12—1  Uhr,  Herr  Dr.  Fischer.

Geographie  und  neuere  Geschichte  Marokkos:

Sonnabends,  10—12  Uhr,  Herr  Dr.  Fischer.

Praktische  Uebungen  mit  besonderer  Berücksichtigung

  des  Dialekts  von  Marokko:  täglich  außer

Sonnabends,  5—8  Uhr  (5—6½  Uhr  für  den

Anfänger-Kursus,  6½—8  Uhr  für  den  zweiten

Kursus),  Herr  Sid  Gilani  Schirkawi.

Schreibübungen:  Montags,  Donnerstags,  4  bis

5  Uhr,  Herr  Sid  Gilani  Schirkawi.

Neuarabisch.  Einführung  in  die  heutige  arabische
Schriftsprache  (Fortsetzung):  Dienstags,  8—9  Uhr,
Freitags,  9—10  Uhr,  Herr  Dr.  Fischer.

Suaheli.  1.  Anfänger-Kursus:  täglich  8—9  Uhr,

Herr  Dr.  Neuhaus.

Zweiter  Kursus:  täglich  außer  Mittwochs  und

Sonnabends,  9  —10  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

Ostafrikas  Handel  und  Verkehrswesen:  Mittwochs,

  9—10  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

Kolloquium  über  die  deutschen  Schutzgebiete  in

Afrika:  Sonnabends,  9—10  Uhr,  Herr  Dr.

Neuhaus.

Erklären  und  Abfassen  von  öffentlichen  und

privaten  Urkunden:  Mittwochs,  10  —  11  Uhr,

Herr  Velten.

Praktische  Uebungen  im  Suaheli:  täglich  außer
Sonnabends,  5—7  Uhr  (5—6  Uhr  für  den
Aufänger-Kursus,  6—7  Uhr  für  den  zweiten
Kursus),  Herr  Velten.

Schreibübungen:  Montags,  Mittwochs,  Freitags,
  4—5  Uhr,  Herr  Velten.

Herero.  Anfangsgründe:  Dienstags,  Freitags,  10
bis  11  Uhr,  Herr  Velten.

Haussa.  Herr  Dr.  Lippert,  beauftragt  mit  den
Geschäften  eines  Lektors  des  Haussa,  d.  Z.  abwesend
  auf  einer  wissenschaftlichen  Reise.

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Zweiter  Kursus:  Dienstags,  Mittwochs,  Donner- 



472  —

1..  Mathematische  Grundbegriffe  und  Einführung  in
das  Studium  der  sphärischen  Astronomie  und
Erdphysik  (erster  Theil):  Dienstags,  Freitags,
12—1  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Güßfeldt.

Praktische  Uebungen  mit  Instrumenten,  welche  den
astronomischen  Ortsbestimmungen  und  topographischen
  Messungen  auf  Reisen  dienen:  Mittwochs,
12—2  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Güßfeldt.

Herr  Assistent  Schnauder  wird  auf  dem  Gebiet
des  Königlichen  Geodätischen  Instituts  bei  Potsdam
  die  praktischen  Uebungen  leiten,  soweit  die
Witterungsverhältnisse  des  Winters  dies  gestatten.

Ueber  Tropenhygiene,  verbunden  mit  Demonstrationen
und  praktischen  Uebungen:  Mittwochs,  Freitags,
4—5  Uhr,  Herr  Stabsarzt  Dr.  Steinbach  (in
Vertretung).

Ueber  die  wichtigsten  tropischen  Nutzpflanzen  und
deren  Verwendung,  mit  Demonstrationen:  Montags,
  Donnerstags,  12—1  Uhr,  Herr  Dr.  Warburg.

Landeslunde  der  deutschen  westafrikanischen  Kolonien
(Deutsch  =  Südwestafrika,  Kamerun  und  Togo):
Dienstags,  Freitags,  4—5  Uhr,  Herr  Dr.  Dove.

do

Ramerun-interland-Gesellschaft.

Die  Kamerun-Hinterland-Gesellschaft  hat  am
10.  April  d.  Is.  eine  Expedition  nach  Kamerun  entsandt,
  welche  inzwischen  dort  eingetroffen  ist.  Eine
zweite  Expedition  soll  in  Kamerun  und  Edea  Faktoreien
  anlegen.  Um  die  Waaren  von  Kamerun
durch  den  Kwakwa-Kriek  nach  den  Stationen  Malimba
  und  Edea  zu  bringen  und  umgekehrt,  hat  die
Gesellschaft  von  der  Schiffswerft  und  Rhederei-Gesellschaft
  „Anker"  zu  Rummelsburg  ein  Dampfboot
  gekauft,  das  von  R.  Holtz-Harburg  a.  E.  gebaut
ist.  Es  ist  11  m  lang,  2  m  breit,  1,50  m  hoch,
bei  einem  Tiefgang  von  nur  0,35  m  und  hat  bei
der  auf  der  Oberspree  angestellten  Probe  40  Tons
in  der  Stunde  7  km  weit  gegen  den  Strom  bei
einer  Entwickelung  von  15  Pferdekräften  geschleppt.
Am  19.  Juni  fand  auf  der  genannten  Werft  in
Gegenwart  mehrerer  Mitglieder  der  Gesellschaft  und
anderer  Kolonialfreunde  die  Taufe  statt.  Der  Dampfer
hat  seinen  Namen  nach  dem  Forscher  Robert  Flegel
erhalten.  Mit  dem  Dampfer  werden  zugleich  zwei
neue  Ruderboote  in  Stralau  auf  der  Werft  von
W.  Rettig,  Inhaber  W.  Deutsch,  gebaut  und  nach
Kamerun  gesandt.  Auch  ist  ein  eiserner  Leichter  mit
einer  Tragfähigkeit  von  15  Tons  in  Auftrag  gegeben
  worden.
        <pb n="577" />
        Tikteratur.

Im  Auswärtigen  Amt  ist  ein  neues  Verzeichniß
der  Kaiserlich  deutschen  Konsulate  (Juli  1897)
bearbeitet  worden,  aus  welchem  sich  die  zahlreichen
Neubesetzungen  der  Konsulatsstellen,  wie  sie  die  immer
ansgedehntere  Vertretung  unserer  Interessen  im  Auslande
  bewirkte,  ergeben.  Im  Interesse  des  Publikums
sei  darauf  aufmerksam  gemacht,  daß  nach  amtlicher
Bekanmmmachung  die  Anrufung  der  Kaiserlich  deutschen
Konsuln  seitens  der  Reichsangehörigen  nicht  etwa
der  Vermittelung  des  Auswärtigen  Amtes  bedarf,
sondern  direkt  geschehen  kann,  und  für  die  dazu
nöthigen  Nachweise  ebendieses  Verzeichniß  dient.  Auch
wenn  der  Name  des  Konsularbeamten  in  diesem  Verzeichniß
  z.  Z.  fehlt“,  so  wird  doch  jederzeit  das  Amt
von  einer  geeigneten  Persönlichkeit  kommissarisch  verwaltet,
  so  daß  die  ordnungsmäßige  Fortführung  der
Dienstgeschäfte  gesichert  ist.  Schreiben,  in  denen  die
amtliche  Thätigkeit  einer  Konsularbehörde  in  Anspruch
genommen  wird,  sind  daher  am  besten  unpersönlich
an  das  Konsularamt  (die  äußere  Adresse  in  lateinischer
  Schrift:  „An  das  deutsche  [General-,  Viceonsulat“)

  und  nicht  an  die  Person  des  jeweiligen
Stelleninhabers  oder  Verwalters  zu  richten.  Das
Verzeichniß  ist  von  der  Königlichen  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  8W12  für
Mk.  1,25  zu  beziehen.  Gleichzeitig  erschien  ebenda
und  in  derselben  Weise  redigirt  ein  Verzeichniß  der
Konsuln  des  Auslandes  im  Deutschen  Reich
(Preis  80  Pfa).

Prof.  Dr.  Georg  Volkens:  Der  Kilimandjaro.
Darstellung  der  allgemeineren  Ergebnisse  eines
15  monatklichen  Aufenthalts  im  Dschaggalande.  Mit
11  Vollbildern,  28  Textbildern  und  1  Karte.
Berlin  1897.  Geographische  Verlagshandlung
Dietrich  Reimer.

Der  Verfasser  hat  in  den  Jahren  1893/94
aus  Mitteln  der  Humboldt-Stiftung  und  des  Auswärtigen
  Amtes  längere  Zeit  auf  der  wissenschaftlichen
  Station  der  Kolonialgesellschaft  am  Kilimandjaro
botanisch  forschend  und  sammelnd  verbracht.  Die
wissenschaftlichen  Ergebnisse  seiner  Arbeiten  hat  er
bereits  in  verschiedenen  Fachschriften  niedergelegt.
In  dem  jetzt  vorliegenden,  prächtig  ausgestatteten
Werke  sind  die  Beobachtungen  von  allgemeinerem
Interesse  und  die  Schilderung  der  Reiseerlebnisse
niedergelegt.  Vortreffliche,  nach  Photographien  ausgeführte
  Bilder  und  eine  gute  Karte  vervollständigen
das  Buch  und  erleichtern  seine  Benutzung.

Die  Volkenssche  Arbeit  bietet  nicht  allein  die
erschöpfendste  und  sachverständigste  Schilderung  des
interessanten  ostafrikanischen  Schneeberges,  welche
bisher  vorliegt,  sondern  ist  auch  von  besonderem  Werth
für  die  Beurtheilung  der  Aussichten,  welche  dieser
Theil  Ostafrikas  der  Kolonisation  bietet.  Der  Verfasser,
  der  als  Naturforscher  an  eine  scharfe  und  zuverlässige
  Beobachtung  gewöhnt  ist,  sieht  die  Dinge  ganz

473

 

nüchtern  an.  Er  geht  mit  den  phantastischen  Schilderungen
  von  Reisenden  wie  Johnston  und  Peters
streng  ins  Gericht,  aber  er  theilt  auch  nicht  den
Pessimismus,  mit  dem  andere  Besucher  das  Bergland
des  Kilimandjaros  beurtheilen.

Das  Buch  bietet  einen  fesselnden  Lesestoff.  Bedauern
  dürfte  der  Leser  nur,  daß  es  nicht  auch  den
Forschern  Dr.  Lent  und  Kretschmer,  die  am  Kilimandjaro
  in  der  Blüthe  ihrer  Jahre  den  Wilden
zum  Opfer  gefallen  sind,  vergönnt  war,  an  dieser
trefflichen  Arbeit  mitzuwirken.

 

Dr.  Herm.  Berghaus'  Chart  of  the  World
zur  Uebersicht  der  regelmäßigen  Dampfsschifffahrtslinien
  und  Haupt-Ueberlandrouten,  der  wichtigeren
Segelschiffswege,  der  Meeresströmungen  und  Windzonen,
  der  Linien  gleicher  magnetischer  Mißweisung,
der  Treibeisverhältnisse  sowie  der  Telegraphengürtel
um  die  Erde.  Zwölfte  Auflage  1897.  Vollständig
neu  bearbeitet  von  H.  Habenicht  und  B.  Domann.
Neuer  Verlag  von  Justus  Perthes  in  Gotha.

Die  in  neuer  Bearbeitung  soeben  erschienene

„Chart  of  the  World“  ist  von  gleicher  Bedeutung

für  Seefahrer,  Kaufmann  und  Gelehrten  und  wird

überall  gleich  willkommen  geheißen  werden,  um  so
mehr,  als  jahrelang  eine  neue  Auflage  gefehlt  hat.

Alle  geographischen  neuen  Entdeckungen  sind  berücksichtigt

  worden.  Besondere  Sorgfalt  ist  der  Darstellung

  der  Schiffslinien  gewidmet  worden.

Schwabe:  Die  Verkehrsverhältnisse  des  deutschsüdwestafrikanischen
  Schutzgebietes.  Berlin  1897.
R.  Eisenschmidt.

Die  Broschüre  ist  ein  Sonderabdruck  eines  Aufsatzes
  in  der  Zeitung  des  Vereins  deutscher  Eisenbahnverwaltungen,
  der  hauptsächlich  auf  Grund  des
im  Kolonialblatt  und  den  Mittheilungen  veröffentlichten
  Materials  sorgsam  ausgearbeitet  worden  ist.

 

Emil  Schmidt:  Ceylon.  Mit  39  Bildern  und
einer  Karte.  Berlin.

Schall  &amp;amp;  Grund.  Verein
der  Bücherfreunde.

Der  Verfasser  hat  sich  nicht  darauf  beschränkt,
die  landschaftlich  schönen,  üppigen  und  vielbesuchten
Gegenden  der  berühmten  Insel  zu  schildern,  sondern
versucht,  dem  Leser  auch  ein  Bild  ihrer  armen,  wenig
bekannten  Gegenden  zu  geben.  Die  gut  geschriebene
Darstellung  von  Land  und  Leuten  wird  belebt  durch
zahlreiche  Abbildungen  und  eine  kleine  Karte.

 

Appelt-Behrend:  Kommentar  zum  deutschen  Zolltarif.
  Nach  amtlichen  Quellen  und  mit  vielfachen
technischen  Erläuterungen  herausgegeben  von  Appelt.
Fortgeführt  bis  auf  die  Gegenwart  und  neu
bearbeitet  von  C.  Behrend.  Vierte  Auflage.
Wittenberg  1897.  R.  Herrosé.

Das  dickleibige  Werk  bietet  Geschäftsleuten  und

Zollbeamten  die  eingehendste  Auskunft  über  Alles,
        <pb n="578" />
        474  —
was  mit  dem  deutschen  Zollwesen  zusammenhängt.
Das  Zolltarifgesetz,  der  Zolltarif  und  das  Instruktionsbuch
  für  zollamtliche  Abfertigung  sind  darin
unter  Beifügung  aller  ministeriellen  und  Bundesrathsentscheidungen,
  gerichtlicher  Urtheile  und  des  sonst

etwa  in  Betracht  kommenden  Materials  gedruckt.
Eine  Zusammenstellung  der  deutschen  Zollerträge  in
den  letzten  Jahren  und  ein  ausführliches  Register
erhöhen  noch  die  Brauchbarkeit  des  nützlichen,  höchst
mühsamen  Werkes.

 

Sciffsbewegungrn.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  24/6.  Sydney  12/7.  —  Apia.  (Poststatlon:  Hofpostamt.)

„Condor"  Seychellen  24/6.  —  29/6.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)

„Falke“  24/6.  Sydney  24/7.  —  Bismarck-Urchipel.  (Poststation:  Hofpostamt.

„Habicht"  26/6.  Benguella  28/6.  —  29/6.  Loanda  5/7.  —  15/7.  Gaboon  17/7.  —  17/7.

Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  „Hyäne“  13/3.  Kamerun  24/7.  Heimreise.  (Poststation:  Teneriffa.)

Vermessungsschiff  „Möwe“  31/3.  Friedrich  Wilhelmshafen.  (Poststation:  bis  26/7.  Matupi,  dann
Hongkong.

M.  S.  „Seeadler“  18/8.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)

S.
S.
S.
S.

###  #e

 

Verkehrs-Zachrichten.
Zur  Vervollständigung  der  Betonnung  des  Kamerunflusses  sind  im  Hafen  von  Kamerun  Fahrwassertonnen
  gelegt  worden,  und  zwar:

Für  einkommende  Schiffe  an  Steuerbord  eine  rothe  Spierentonne  ohne  Toppzeichen  mit  der
Bezeichnung  „A“,  an  Backbord  zwei  schwarze  spitze  Tonnen  mit  der  Bezeichnung  I.  und  II.
Diese  Tonnen  liegen  in  folgenden  Positionen:

Tonne  A.  Breite:  4%  2  577  N.,  Länge:  9°  41  56“  O.
-  I....  -  402738«-  -  9°  41“  20“
-  .  -  4°  3“  3  =  -  9  41/  50  „

Ferner  sind  im  Hafen  von  Kamerun  zwei  schwarz-weiß  gestrichene  Festmachetonnen  für  die  Schiffe
der  Kaiserlichen  Marine  gelegt  worden;  eine  große  Faßtonne  für  den  stationären  Kreuzer  in  4°%  2/  39'7
nördlicher  Breite  und  99  41  35““  östlicher  Länge,  eine  kleine  spite  Tonne  für  das  Peilboot  „Kamerun“
in  4°  2'  417,  nördlicher  Breite  und  9°  417  35“  östlicher  Länge.

Andere  als  die  genannten  Schiffe  dürfen  an  den  beiden  Tonnen  nicht  festmachen.

Das  eine  Zeit  lang  beschädigte  Kabel  Bonny—  Kamerun  ist  nach  Mittheilung  der  Alrican
direct  telegraph  company  wieder  in  Stand  gesetzt.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt

 

Briefe  müssen  aus

Ausschiffungshafen.
Dauer

 

Na  vom  Ein-  Berlin  spätestens
1  schiffungshafen  anm  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  18.  Aug.,  8.,  29.  Sept,  Tanga  20  Tage  am  13.,  16.  August,

cruc  San  ———  ee  ei  Tage  e

1.  Deutsch-Ostafrika.

Brindisi
(englische  Schiffe)

 

Marseill
ranzoͤflsche  Schiffe)

am  15.  Aug.,  12.  Sept.
abds.

am  10.  jedes  Mts.
40  ums.

Sansibar  23  Tage
Sansibar  18  Tage

16/  abds

am  8.  jedes  Monats
10%  abds.

 

2.  Deutsch-Lübwestafrika.

(Nach  Keelmanshoop,  Gibeon,

und  Uhabis

wöchentlich  bis  Kapstadt,

von  dort  )weiler  an½f  dem
ege.

armbad

Landw

 

Southampton
*  —n  Kapkadt,
  dann  deutscher
Dampfer  „Leutwein“)

5

amburg
(deutsches  Schiff)

am  28.  Aug.,  25.  Sept.
40  ums.

am  25.  Sept.,  25.  Nov.
nachts

 

Lüderitzbucht  22  Tage
Swakopmund  26  Tage

 

ao  30  Tage

Luderitzbucht  40  Tage

am  27.  Aug.,  24.  Sept.
1°5  ums.

am  25.  Sept.,  25.  Nov.
720  abds.
        <pb n="579" />
        475

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
"  schifrungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
6%  burg  am  10.  edes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
8.  R  8  chlffe)  nachts  720  abds.
Ramerun.  G  ool  an.  August,  Kamerun  22  Tage  amã  is-  27.Sept.
E  Schiffe)  1.,  29.  September
am  10.  gedes  Mts.  nachts  Lome  20  Tage
Hanzucz  am  20).jedes  Mts.  "  he  #  u86  r  —  5In#  und  Letzten
ein-Popo  age
4.  sierne  2eussche  Schifo  am  Letzten  jed.  Mis.-  Aecra  binb  abds.
er  Liverpool  oder  von  da  ab  Landverbindung
lüerleile  win  Ckiaecholaô  118.  .  ugus,  Hutah  96  Tagennde  960  r8
an  *  ·  von  da  u  andverbindung
gen  des  Absenders)  Marseill  am  25.  jedes  Monaks  Kotono  ge  am  23.  0  Monats
(französüsche  Schisfe)  40  nachm.  von  da  *  Landverbindung  10/6  a
Neapel  am  22.  Sepl.,  17.  Nor.  Stephansort  45  Tage,  am  20.,  24.  September,
5.  Deutsch-en-Gnineg.  (beutsche  Schiffe)  abds.  1.  19.  November
Brindisi  am  26.  Sept.,  21.  Nov.  -  41  Tage  abds.
(Nachversand)  abds.
Brindisi  am  29.  Aug.,  7.  Nov.  Jaluit  etwa  70  Tage  am  27.  Aug.,  5.  Nov.
5.  Marshall=  Inseln.  (über  M#  atbs.  10%  b.
Eintreffen  der  Post  aus  den  beutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Poß  a  gälig  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hofent  in  Berli  Von  bafen  in  Bainac#  6
deutho  Neapel  1  12—  "  biet  Hamburg  am  10.,  nund  und  5“
eutsch  ·  Ostafrita..  grindisi.  ..  ani  1i.  Nug  d  Sevt.  Togogebiet  .  ..  .  ede
*8  r  am  16.2  16.  16.Spl.  Marseille  .  am  16.  jebed  2
n
Deutsch-Südwestafrita  Southampton  en  —  Deutsch-Keu-Guinen.  Neapel..  an  1.  S#t-Ramern
  amburg  ..  am  25.  jed.  Vonats  Narshall·  Inseln...  Marseille..  Mitte  Augu
Lo  .am  12.  Aug.,  9.  Sept.  sb  ĩ  Aitte  st.

 

 

 

 

*  Falligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-  Linie.

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
Postdampfer  von  T  nach  bis  28.  Juli  1887
„Adolph  Woermann"“  Hamburg  Loango  am  27.  Juli  in  Gabun.
„Aline  Woermann“  mbur  Loango  am  18.  Juli  in  Madeira.
„Anna  Woermann“  3.  Zt.  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“  ambur  Loanda  am  22.  Juli  in  Loanda.
Furd  Bohlen“  amburg  Kongo  m  27.  Juni  in  Bananana.
U  Woermann“  amburg  Sherbro  im  22.  Juli  Ouessant  passirt.
L  Woermann“  amburg  Kotonou  am  23.  Juli  Dover  passirt.
„Gretchen  Bohlen“  Kotonon.  amburg  am  7.  Juli  in  Perun.
„Hedwig  Woermonn“  Hamburg  otonou  am  21.  Juli  in  Accra.
„  gunnte,  Woermann“.  Loanda  am  27.  Juli  in  Acera.
rmann“  oanda  Hamburg  am  1.  Juli  in  Acera.
E  Wohlen#?  Hamburg  am  22.  Juli  in  Kamerun.
u  Bohlen“  ,  z.  Zt.  *  wn.
ne  Woermann“.  Lüderitzbucht  am  28.  Juli  Dover  pesstt.
„WMelita  Bohlen“.  .  Lüdentzbucht  Hamburg  am  19.  Juli  in  La
„Professor  Woermann"  .  Luͤderitzbucht  am  16.  Juli  in  2%  Leone.
„Thekla  Bohlen"  z.  Zt.  l  lVaburg.
        <pb n="580" />
        476  —

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika--Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

Reichspostdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten
5  postdampf  von  #  nach  bis  12.  Juli  1897

„König".  Durban  Hamburg  am  12.  Juli  ab  Rotterdam.
„Herzog“  Hamburg  urban  am  10.  Juli  ab  Durban.
„Kaiser“  ..  Hamburg  Durban  am  10.  Juli  ab  Durban.
„Kanzler“  ....  Hamburg  Durban  am  12.  Juli  an  Suez.
„Bundesrath“  ·...  t.  m  Hamburg.
„Reichstag  t.  in  Hamburg.
„Admiral“  .  ....  Hamburg  Durban  am  9.  Zuli  an  Tanga.
„General!l  Durban  Hamburg  am  8.  Juli  ab  Sansibar.

 

Anzeigen.

 

Inserate  (für  die  dreigespallene  Petitzeile  oder  deren  Naum  5  h,  u  an  die  Vertricbskeitung,  Verlin  SW  i2.  nochstraße  ss  1r

 

In  das  hiesige  Gesellschaftsregister
wurde  heute  unter  Nr.  3  die  offene
Handelsgesellschaft  in  Firma:

Meimaridis  &amp;amp;  Perros
mit  dem  Sitze  in  Moschi  am  Kilima-Ndjaro
  und  einer  Zweigniederlassung
in  Irangi  eingetragen

Die  Gesellschafter  sind:

1.  der  Händler  Constantin  Meimaridis
  in  Moschi  und
2.  der  Händler  Tnastafio  Perros
elbst.

Die  Geseulchafl  hat  am  1.  Juni  1894
begonnen.  Die  Vertretung  seeit  einem
jeden  der  Gesellschafter  allein  zu.

Tanga,  den  23.  Juni  1897.
Der  Kaiserliche  —
v.  Reden.  )
Bekanntmachung.
das  beim  unterzeichneten  Gericht
g  Gesen  wa  gregisier  -  kufolge
rfügung  von  30.  April  d.  Is.
der  unter  ar  ¾  40  ubrij  d,  Baii
schaft

Mertens  &amp;amp;  Sichel,  Windhoek
Folgendes  eingetragen:
„Die  Firma  der  Gesellschaft  ist  in
Mertens  &amp;amp;  Sichel
Rändert.  und  srrscher

ind  in  Rehoboth  und  Swatopmund
  errichtet

Windhoek,  den  1.  Mai  1897.
Der  Koiserliche  Richter  für  den  Nordbezirk.

Tutti  Frutti,
Preisgekrönte  Fabrik  kandirter  Frlchte
und  Frlichte  in  Likör  und  Sirop,

für  den  Export  gearbeitet,

Hesselmann  &amp;amp;  Co.,
San  Martino  d’Albaro,  Genua.

Fabrikmarke  deponirt.  (Co)

 

Zur  Heilung  der.  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (com.  E.  Schering)  zu  Berlin

dargestellte
allen  Betheiligten  bestens  emplohlen.

(salzsaures  Phenocoll)
ine  grosse  Reibe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor

Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cueco,  Dr.  Dall  Olio,  Professor
  Mosso,  Dr.  Wenturini  und  viele  andere  Rbeen  mit  demMittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malarin  erzielt.  Ribet  in
Arzew  (Al  ier)  uud  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiehes  Letz--terer
  hat  die  olßzielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostaates  veranlasst.
as  Salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen

von  #  roflessor  Martinez  A.  Aerge  in  Barcelona  zur  schnellen  und
sicheren  Heilung  des  Keuchhuste

Man  wende  sich  wegen  des  Brieles  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:
Mamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Barcelona:  J.  Esplell;  (8)
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermem,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Hl;
Kosknu:  W.  Stlirzwage  &amp;amp;  Co
New.-  Tork:  en  &amp;amp;  Fun#,  ———  sweet;
Taris:  Max  Erdres,  31  rue  des  petltes  Ecuries;
Rlo  de  Janeiroz  —  Luclus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoefer  &amp;amp;  Co.

 

 

Absolut  reines  baltterlenfreies  Ftrat  Hetern

Berkefeld-Filter.

Filter  für  Wasserleitung  und  Brunnen
vom  Tropfälter  bis  zur  grössten  Anlage
Berkeield-Filter-  Sellssnart.
Celle,  Pron.  Hannover.
        <pb n="581" />
        eo

 

 

#

16.  Juhrgang.  16.  Jahrgang.  16.  Jahrgang.  E

Wer  alles  wissen  will

Redaktion:  Hugo  Herold.  16.  Jahurgang.  □  Geschliftsleitung:  Max  Pechstein.

—"6

–  —  —

mit  dem  alten  Vuterlande  sucht  —  proben  aus  den  bedeutendsten  Erscheinungen  des
internationalen  Büchermarktes.

*  =

Wer  fern  der  Heimat  und  in  überseeischen  Ländern  Fühlung  r  Das  Echo  bringt  informierende  Notizen,  Kritiken  und  Lese-W

  mit  Berufsgeschliffen  überhlluft.  sich  kurz  und  schnell  von  .  .
erdem  Gunge  der  Weltbegebenheiten  unterrichten  will  —  1  Das  Echo  betrachtet  es  insbesondere  als  seine  Auf-*tm½m



gabe,  dem  Leben  u.  Treiben  der  Deutschen
Wer  weller  Zeit  noch  Nelgung  hat,  täglich  eine  grosse  politische  im  Aueslande  die  liebevollste  Aufmerksamkeit  zuzuwenden.
6

Zeitung  zu  lesen  —  .  bringt  monatlich  rogelmässig  die  amtliche  Liste
Wer  ubseits  nuf  dem  Lunde  wohnt  und  neben  einem  kleinen;  Das  Echo  der  ostdampfschiifrahrts=  Verbindungen  nach
Lokalblatte  einer  ergänzenden  Zeitungslektürc  bedarf  —  aussereurohülschen  Ländern.

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        <pb n="582" />
        Bekanntmachung.

In  dem  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht
des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  in  Herbertshöh  gzsuhrten
Handelsregister  sind  am

5.  Mai  d.  Js.  saosteg  7  Eintra.
gungen  erfolgt:

I.  Im  Gesellschaftsregister  wurde

unter  der  laufenden  Nummer  3,

Blan  3,  die  offene  Handelsgesellschaft

  E.  E.  Forsayth  mit  dem

Sitee  in  Ralum  an  der  Blanchebucht

  eingetragen.

Die  Gesellschafter  sind:

1.  die  Pflanzers=  und  Lauf]annsfrau
  Emma  Elisa  Kolbe,
der  Kaufmann  Jonas  Myndersen
  Cob  Forsayth.
Beide  wohnhaft  in  Aulun.
Die  Gesellschaft  hat  am  1.  April

1897  begonnen.

II.  Im  Prokurenregister  wurde  die
Prokura  des  Pflanzers  Zaul
Kolbe  in  Nalum  für  die  Firma
Eees-  Forsayth  in  Ralum  ge-.

  Im  Firmenregister  wurde  in
Spal  %  6  der  laufenden  Nr.  1  der
Eintritt  des  Kaufmanns  Jonas
Myndersen  Co  Forsayth  in
das  Handelsgeschäft  der  Frau
Emma  Elisa  Forsayth,  nunmehr
  verehelichten  Kolbe,  und
die  Uebertragung  der  Firma  auf
Blatt  3  des  Gesellschaftsregisters
vermerkt.

Herbertshöh,  den  15.  Mai  1897.

Der  Gerichtsschreiber.

(L.  S.)  (gez.)  Steusloff.

1

—
—

(#)

GCänseleber-Pasteten-Fabrik


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Strassburg  i.  Els.
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schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  lertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

 

 

478

Sôkeland,’Export-Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  5

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  von  1896  en  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurllekgelegt  hutten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportauftrige  erbitten  an  Marcker  &amp;amp;  ce  Foss,  Ie#bt#ry;  für
das  Inland  E.  Sökelend  K  Söhne,  Berlin  NIP.,  oder  I#nd’sben.

 

 

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—  für  Holzbearbeitung
Vorm.  Heirr.  Krae

  
  
 

   

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für  koloniale  Zwecke.

Die  Arthur  Koppel’'schen  Glelsanlagen  haben  sich  sowohl
  in  der  deutschen  Landwirthechalt.  wie  bei  der
Bewirthschaftung  von  Zucker-  und  eeplantagen  und
zum  Gebraunch  in  der  Kultur  noch  a  Kalgeeion  Distrikten
vortrefflich  bewährt.

Arthur  Loppel

 

 
  
   
        

 

22#  22.

¼4½

2

 

 
   
 
  
      
    
    
      
      
      

 

 

  

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Chlea  983.

HKöchste  A  e  (olplome  *7
d’ionneur)  Antwerpen  1894.
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Leipzig-Gohlis.
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Symphonions
mit  auswoehegiaron  Netes  .

Die  Fabrik  ist  in  ihrer  Art  %  *§
Aiteste  und  gee  der  Welt.
txyl  "

    
       
 

 

Nachruf.

Am  4.  Juni  d.  Is.  ertrank  vor
der  Mündung  ded  Campoflusses
infolge  von  Kentern  des  Landungsbootes
  in  den  VBrechern  der  Barre
der  auf  einer  Dienstreise  im  Südbezirk
  des  Schutgebietes  b

 

 

Kaiserliche  Jolireltor  u.  Premier- 



lieutenant  der  Res.  des  Infanteriestegiments
  on  Winterfeldt  (2.Ober- 



 

 

schle.  )  Nr.  2

Framz  Scheffler

aus  Leobschütz  in  Schlesien.

Im  Begriff,  die  südliche  Grenzstation
  seines  Bezirks  zu  inspiziren,
ließ  er  sich  durch  die  hochgehende
See  nicht  abhalten,  ohne  Zeitversäumniß
  von  Bord  des  Regierungsdampfers
  „Nachtigal“  aus  an  Land
zu  fahren,  und  fiel  so  seinem  unerschntterlichen
  und  oft  erprobten

 

Lameradschast  allseitig  Achtung  und

 

Diensteifer  zum  Opfer

eit  1891  im  2  Det  der  Kolonie
thätig,  hat  er  sich  durch  treue
Pflichterfüllung  und  aufopfernde

be  in  seltenem  Maße  erworben.
Die  Kolonie  verliert  in  ihm
einen  ausgezeichneten,  der  kolonialen
Sache  treu  ergebenen  Beamten,  seine
Freunde  eien  aufrichtigen  und
treuen  Freun
Ehre  7  Andenken!
Kamerun,  den  10.  Juni  1897.
Im  Namen  der  Beamten  und
Offiziere  des  Schutzgebietes:

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(gez.)  v.  Puttkamer.

 

 

 

 

 

Läner  v.  Seimetterliuge.

Zwecks  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Käkern  suche  mit  Sammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.
aul  Kümmerer,
Beriln  SW.,  Kochstrasse  68.

m—t  E
ke
#ber  -

 

 

 

Entziehungskuren.
Dr.  Fromme,
Stellingen  (Hamburg).  (69)

 

 

 

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Nahagoni  und  Nussbaum.
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—  Einen  großen  Erfolg

hat  das  Werk:

Deutsch-Büdmestafrika.

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Schilberungen  von  Jand  und  FJeuten
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J.  J.  von  Bülow,

Premierlieutenant  a.  D.

*
5Sr

Mit  zablreichen  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen  und  zwei  Rarten.
Preis:  Geheftet  6  Mark,  in  Leinwandband  7  Mark  50  Ff.

zu  verzeichnen,  von  dem  schon  kaum  nack  Jahrrsfrifk  eine
—  zweite  Auflage
erschienen  ist.  Das  Buch,  welches  vornehm  ausgestattet  und  mit  nahlreichen  Abbildungen  und  zwei  Karten  geschmückt

  ist,  füllt  eine  Lücke  in  unserer  Koloniallitteratur  aus,  indem  es  Land  und  Leute  Deutsch-Südwestafrikas,
welches  bisher  gleichsam  als  Stiefkind  unserer  Kolonien  behandelt  wurde,  in  trefflicher  Weise  zur  Darstellung  bringt.

Mit  welchem  Beifall

das  Buch  bei  seinem  Erscheinen  aufgenommen  worden  ist,  beweisen  die  folgenden

HStimmen  der  Presse:

 

—  Nechricten  Nr.  278  v.  27.  November  1895:
WM  inun  ein  ganz  vortreffliches  Buch
i  dem  der  mit  scharfer  Beobachtungs-#
  —7  *  Sim  und  gesundem  Humor  begabte
erfasser,  der  sich  drei  Jahre  in  dem  Schutzgebiete  auf-#bhalten
  hat,  seine  Erlebnisse  und  das  eluftat  seiner
ahrnehmungen  in  fesselnder  Weise  schilder
Westr;zeitans  Nr.  17591  v.  15.  November  1895:  *
anschaulichste  und  interessanteste  Schilderung,
die  unser  Schutzgebiet  in  Südwestafrika  *  orfahren
hat,  giebt  Premierlieutenant  a.  D.  F.  J.  v
Militsr,  #teratur,  Jeitung  Nr.  16,  1895:  onh
will  den  Lesern  kein  wissenschaftliches  oder  Er  *
Werk  vorlegen,  glaubt  aber  doch,  ihnen  ein  anschauliche
Bild  von  der  geographischen,  politischen.  und  alel
lichen  Lage  des  Schutzgebietes  geben  zu  könn  nnen.  Diesen
Zweck  erfüllt  das  Buch  vollständig

 

Leip#sser  Zein  Nr.  277  vom  28.  November  1895:

„.  .  Wir  sind  der  Ansicht,  daß  der  Eindruck,  welchen

die  8  S  den  Beobachter  macht,  girgends

besser  als  von  Bülow  geschildert  worden  ist,  es  sind

Kaite  Kabinetsstücke,  welche  sehr  hübsch  elom
in

Känigeber  1n  3  Allemeite  0  ihn  Nr.  545  vom  20.  November
  wird  vermöge  seiner
ween  und  —ie  Vorzüge  dauernd  eines  der
gelesensten  unserer  Koloniallitteratur  bleiben.“

Gtt  „feheis  des  Würkburger  Stadt,  und  sandbeten
Nr.  1  om  12.  23  mber  1895:  „...  Allen  Kolonialn
  Allen,  welche  E6.  für  r  fremde  Länder  und  das
Leben  und  Treiben  in  iesen  interessiren,  wird  das

geschriebene  und  viel  umfassende  ins-M
  eine  empfehlenswerthe  und  will  ommene
  Weihnachtsgabe  darbieten.“

Bestellungen  auf  das  Buch  nehmen  alle  Buchhandlungen  entgegen,  auf  Wunsch  sendet  es

Berlin  SW.,
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E.  S.  Wiktller  &amp;amp;  Sohn,

Königliche  Hofbuchhandlung.

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v.  eiue  Deutsches  gHiatten.  Leben.
2  S.  80.  1884.

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Steinberger  Korn
in  Kiston  à  12  I#iterflaschon  billigst.  (##l)
R.  Peter,  Goslar,  Kornbrenneroi,  gogr.  1785.
Export--  orrtrot.  Harder  &amp;amp;e  Voss,  lamburg.

Pumpernickel

(westfllisches  Schwurzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  In  den  Tropen,
versendet  die  (118)
Hammer  Brotfabrik,  I#amm,  Westf.

 

 

 

 

 

 

 

 

Musikinstrumente

 

fürOrchester,  Schule  und  Haus.
Jul.  Heinr.  Zimmermann,
keone  u.  w#e  ot  Aleriaeh-monten,

Lei  urg,  Moskau.

 

Kalnscheuno,  AuroNaA.

 

 

 

D  Fise  lter  zarb  Fratls.  (68)
        <pb n="588" />
        —  484  —

WOERMANN-LINIE.

Am  10.  August:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt  Heldt,
nach  Madeira,  Liberia,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den
Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  18.  August:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Las  Palmas,  Teneriffb,  Sierra  Leone  und
Sherbro.
Am  20.  August:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Gorée,  Dakar,  „Rufzsaue,  Sus3  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Grand-Popo,
und  Kotonou.
Am  31.  August:  P.  D.  Hr  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas  und  den  HKilen  der  Südwestküste  Alrikas  von  Landana  bis
Oanda.

Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  September  und  25.  Novbr.
Alle  GCdter  müssen  am  Tage  vor  dem  4bganpsdaftem  bis  12  Uhr  mitffags  Iänçsseite  setn.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie

12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27,

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
wwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Nenpel  anlaufend.

 

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmäseigen  Expeditionen  finden  statt  ab  Hamburg  ab  Neapel
–.—....—  —m—  —
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr..  4.  August,  18.  August,
R.  P.  D.  „GENERAL“  Capt.  CGauue  25.  August,  8.  September,
R.  P.  D.  „HERZOG  Capt.  v.  Iessendorftftft  ...  15.  September,  29.  September,
E.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stal  ..  6.  Oktober,  20.  Oktober,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bal  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  rms  Kap  der  gicten  Henteng
direkt  nach  Dterban,  Delagoca-SBa.
Jachste  Expedition:  D.  „EUROPA“,  Capt.  Halling,  am  29.  August  180.  —
Die  Dampfer  Raben  vorzuoltche  Elnzickhs#engen  Fr  EPussagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg  6(#)
wegen  Paseage  die  —x.  Fmerikandsche  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika  -Tinie,
4  Gr.  Reichenstrasse  27.
Verankwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  e#.  Mertinat,  Berlin.

Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  C.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  l.  Juli  1897  um  6  Uhr  nachmiltags.
        <pb n="589" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegzeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswirlizen  Amis.

 

 

 

VIII.  Jahrgang.  berlin,  15.  August  1897.  Uummer  16.
n,  oih  E  in  a  der  Aargsta  drs  15.  rWr  tv3  als  6Beigest=  ten  die  a  ohressälich
bar  n.  -  r-  ährliche  benrrrpsod  onialblatt  nn  *5n  a  beträgt  durch  die  Post  und  die
r*  Mk.  8  ekt  unker  Stre  d  du  *  4  r  uiee  k.  9.50  für  Deutschland  beim  tuts  „Ungarn,  Mk.  3  75  für
n  nder  de  Sir  —  Ein  sbrifba  ln-  und  An  fraet  ind  an  die  onigliche  ofbuchhandlung  von  Ernst  Sie  K  Ninter
r.

Sohn,  Berlin  S8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeilungd  ·  Preisliste  für  1897  unter

 

dobai  amttlicher,  Tieil  60  Rachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der
Verordnung  des  kommissarischen  Landeshauptmanns  der  Neu-Guinea-Kompagnie,
N  “  —*  2  Ihede  von  Stephansort  für  den  Auslandsverkehr  S.  485.  —  Personalien  S.  486.
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  486.  —  Deutsch-Ostafrika:  Beeicht—  des  Finanzdirektors
  v.  Bennigsen  ber.  seine  Reise  nach  Westusambara  und  dem  Paregehiege  S.  486.  Wissenst  etliche
Sammlungen  S.  489.  Togo:  Bericht  des  Assessors  Gleim  über  seine  Reise  nach  Kete-  usc  S.  4
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  An  ntisklaverei-Bewegung  S.  490.  i*st
Kolonien:  Sklaverei  in  Sansibar  S.  492.  —  Ausbildung  von  jungen  Leuten  für  den  4  S.  492.
Englische  .hb  v0nn  #inn  der  Salomonsgruppe  S.  493.  —  Kautschuk  in  den  vortugiesisch=  eirtanss
Kolonien  S.  iedene  Mittheilungen:  Spar  elbau  in  Kamerun  S.  494.  Die  Hawaiischen
Buleln  S.  "000  —  ahias  in  den  Jahren  1895  und  1896  S.  494.  —  Litteratur  S.  479.  —  Schiffsewegungen
  S.  2567  —  Weahiasaen  o  S.  498.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Nachweisung  der  Vrutto=  Einnahmen  bei  bei  der  lverwaltun  r  Deutschchweisung
  Ostafrika  im  Monat  de  a  6  fa  isch

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,3175  *

un  für  Deutsch-Ostafrika  im

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag.  Neben  ·
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  GebührenElnnahmen  Insgesammt

p.  P.]  NRp.  P.]  Np.  [P.]  Rp.  /P.]  N  P.]  Ry.  [P.  —  Mk.  pf.
Tangaga  284  37  915927  38—  174  52  9  966561  =  1273489
Langinn  3525  47  6179  38  29—  1243  17  12  9764  12  =  12864  32
Bagamooon  16000  5  1622  22  171—  89  01  45  54%377%  =  4976856
Dar-es-Saln  195148  13270  35  21—  55  19  94  58115393  27  —=  20280  83
Killlttwwwwwoa  5993  39  4020  50  68—130415219  06
Mikindda  615716  12—  52  13.  2948  10252  52  =  13508  08

 

 

 

 

 

Zusammen3913  4158254  19  185
—  ——.  —.  —
44631  mr.  76750  Mk.  *  Mk.]  2224  Mk.  ½  Mk.
22  03  87  Af.  88  Pf.
*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  sielt  sich  8  Gesammteinnahme  auf  119  332  Mk.  75  Pf.
Der  33  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Mai  1897  betrug  285  223  Rup.  =  375  781  Mk.  30  Pf.
Der  Vi  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Mai  1897  betrug  600  200  Rup.  =  790  763  Mk.  50  Pf.

#

46  26#  I19  4402  54  —44
1688  7/46  l  5412537574

 

 

 

 

 

 

 

4

Verordnung  des  kommissarischen  Landeshauptmanns  der  Neu-Gui  1
betreffend  die  Oeffnung  der  Rhede  von  Stephansort  für  den  —ö
Unter  Aufhebung  des  ersten  Absatzes  der  Verordnung  des  damaligen  Landeshauptmanns  Herrn
Schmiele  vom  26.  Oktober  1892  öffne  ich  hiermit  die  Rhede  von  Stephansort  für  den  Auslandsverkehr
im  Sinne  des  §  1  Absatz  2  der  Zollverordnung  für  das  Schutzebiet  der  Neu-Guinea-Kompagnie  vom
30.  Juni  1888  (Verordnungsblatt  für  1888,  Nr.  2  Seite
Zur  Rhede  Stephansort  gehören  auch  die  Rheden  8  Erima  und  Erimahafen.
Stephansort,  den  1.  Juni  1897.
Der  kommissarische  Landeshauptmann.
(L.  S.)  (gez)  Curt  v.  Hagen.
        <pb n="590" />
        486

Personalien.
Der  Premierlieutenant  Kecker  vom  Eisenbahn-Regiment  Nr.  2  und  der  Selondlleutenant  Schultze
vom  Eisenbahn-Regiment  Nr.  3  sind  mittelst  Allerhöchster  Ordre  vom  2.  August  1897  unter  Stellung
à  la  suite  der  betreffenden  Regimenter  bis  auf  Weiteres  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amte

kommandirt  worden.

Kaiserliche  Schuthtruppen.
Schutztruppe  für  Kamerun.
Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  nachbenannten  farbigen  Unteroffizieren  und

Soldaten  der  Schußtruppe  zu  verleihen  geruht:

die  Krieger-Verdienstmedaille  2.  Klasse  in  Gold:
dem  Feldwebel  Zampa,  den  Unteroffizieren  John-Coka  und  Ngille;
die  Krieger-Verd  ienstmedaille  2.  Klasse:

      

   

  

  

den  Soldaten  Freemann  I.,  Sobbe,  Jacksen  II.,

   

 

 

      

 

oltwate

 

  

r,  Mastravi,  Ismael,  dem  Hornisten  Slaker.
T  .  *  1#.  ###ts

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichken.
Ramernn.

Der  im  Dienste  des  Kaiserlichen  Gouvernements
von  Kamerun  als  Maschinist  2.  Klasse  beschäftigte
Bernhard  Theodor  Lindenberg  ist  am  Fieber
verstorben.

 

Der  für  Victorla  angenommene  Gouvernementslehrer
  Sembritzki  ist  nach  Kamerun  abgereist.

 

Togo.
Hauptsteueramtsassistent  Schlapoczek  ist  in
Togo  eingetroffen  und  hat  die  Geschäfte  des  Zollverwalters
  und  Amtsvorstehers  in  Klein-Popo  übernommen.


 

Der  für  die  Stelle  des  Materialienverwalters
angenommene  Bautechniker  Pötzsch  ist  nach  Lome
abgereist.

 

 

Lüdwestafrita.

Premierlieutenant  Kecker  und  Sekondlieutenant
Schultze  von  der  Eisenbahn-Brigade  haben  sich  mit
dem  am  11.  August  d.  Is.  von  Hamburg  in  See
gegangenen  Dampfer  „Thekla  Bohlen“  nach  Swakopmund
  eingeschifft,  um  im  Auftrage  der  Kolonial-=Abtheilung
  die  Anlage  einer  vorläufig  auf  80  km
Länge  berechneten  Lokalbahn  von  dort  nach  dem
Innerh  in  der  Richtung  nach  Windhoek  zu  zu  leiten.
Mit  dem  nämlichen  Dampfer  haben  sich  der  bisher
in  der  Kolonial-Abtheilung  beschäftigte  Kassenverwalter
Hering  sowie  der  Oberlazarethgehülfe  Much  nach
Swakopmund  begeben,  um  dort  dem  neugebildeten
Kaiserlichen  Feldbahnbaukommando  zugetheilt  zu
werden.  ·- 



neu-Gama-Der

  an  Stelle  des  Herrn  C.  v.  Hagen  mit
der  zeitweiligen  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des
Landeshauptmanns  betraute  Rechtsanwalt  Skopnik
ist  nach  Neu-Guinea  abgereist.

aus  den  deulschen  Schungebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

«  Demsäx-Vstafrika.

Bericht  des  Finanzdirektors  v.  Bennigsen  über  seine
Reise  nach  Westusambara  und  dem  paregebirge.
Der  Finanzdirektor  v.  Bennigsen  hat  über  eine

von  ihm  nach  Westusambara  und  dem  Paregebirge
im  Mai  d.  Is.  ausgeführte  Dienstreise  an  den  Kaiserlichen
  Gouverneur  einen  Bericht  erstattet,  in  welchem
es,  nachdem  der  Weg  über  die  Panganifälle  und
Korogwe  geschildert  ist,  folgendermaßen  heißt:
Kissangaa,  am  Mombo  gelegen,  ist  von  einem
sehr  ausgedehnten  wundervollen  Walde  umgeben,  dem
man  nur  mit  großem  Bedauern  das  Prognostikon
stellen  kann,  daß  er  wohl  in  nicht  zu  langer  Zeit,
da  der  Boden  sehr  fruchtbar  und  Wasser  in  Hülle
und  Fülle  vorhanden  ist,  der  Liberiakaffee=  oder
Tabakkultur  wird  weichen  müssen.  Einige  Kilometer

 

hinter  Kissangaa  begann  ich  auf  der  von  der  Station
Kwai  mit  Unterstützung  der  Station  Masinde  gebauten
  35  km  langen  neuen  Straße  den  Ausstieg
zum  nordwestlichen  Theile  von  Westusambara.  Diese
Straße,  vollendet  in  einigen  Monaten,  Muß  als  eine
sehr  tüchtige  Leistung  anerkannt  werden.  Fahrbar
ist  dieselbe  allerdings  wegen  vielfacher  zu  steiler
Steigung  noch  nicht,  aber  reiten  kann  man  bequem
bis  zum  Risottawasserfall.  Oberhalb  desselben  versperrt
  eine  riesige  Felsmasse  den  Weg.  Diese  leistete
den  Sprengversuchen  bisher  erheblichen  Widerstand,
wird  nun  aber  in  einiger  Zeit  dem  Dynamit  weichen
müssen.  Die  Straße  führt  in  vielen  Windungen
durch  bergiges  Waldland,  dessen  üppige  Vegetation,
wenn  auch  hier  und  da  von  Felsmassen  durchbrochen,
es  unzweifelhaft  erscheinen  läßt,  daß  in  der  Nachbar-
        <pb n="591" />
        schaft  der  Straße  dermaleinst  mit  Erfolg  der  Anbau
tropischer  Gewächse  betrieben  werden  wird.

Die  Versuchsstation  Kwai  wurde  in  einem  etwa
1700  m  über  dem  Meeresspiegel  liegenden  Thalkessel
als  landwirthschaftliche  Versuchsstation  vor  etwa
Jahresfrist  von  dem  Landwirth  Eick  angelegt.  Die
nächste  Umgebung  der  Station  besteht  aus  Weidegrund
  oder  mit  Buschwald  bestandenen,  vermuthlich
altem  Urwaldgebiet.  Wenn  man  von  der  Panganisteppe
  hinaufsteigt,  durchquert  man  1½  Stunden  vor
Erreichung  Kwals  den  als  jüngeren  Urwald  zu  bezeichnenden
  Mkusuwald.  Derselbe  zeichnet  sich  durch
gute  Nutzhölzer  aus.  Besonders  werthvoll  erscheint
ein  sehr  hartes  Rothholz  und  ein  wie  unser  Nußbaumholz
  geädertes  Holz  zu  sein.  Ich  traf  im
Mkusuwalde  auf  die  Spuren  rühriger  Thätigkeit  der
Station,  die  sich  hier  die  zum  Bau  des  Viehstalles
und  Europäerhauses  erforderlichen  Balken  und  Bretter
geschnitten  hatte.  Der  Mkusu  ist  ein  stets  viel  Wasser
enthaltender,  reißender  Gebirgsbach,  dessen  Wasserkraft
  zur  Treibung  landwirthschaftlicher  Maschinen
und  Mühlen  mehr  wie  aureichend  ist.

Der  Boden  ist  im  weiten  Umkreise  der  Station
sehr  humusreich  und,  soweit  nicht  Steine  zu  entsernen
  sind,  sehr  leicht  zu  bearbeiten.  Die  Berghänge
sind  meist  so  sanft,  daß  sie  mit  Pflug  und  Egge
bequem  zur  Saat  bereitet  werden  können,  und  die
eingesprengten  Wiesenflächen  bilden  eine  überaus
nahrhafte  Viehwelde.  Die  Wiesen  sind  mit  schönen,
unseren  heimischen  ähnlichen  Futterkräutern  bestanden.

der  unter  Kultur  genommene  Boden  —  dies  sind
bisher  rund  60  preußische  Morgen  —  scheint  für
alle  europäischen  Getreide=  und  Gemüsearten  hervorragend
  günstig  zu  sein.  Mit  großem  Erfolge  wurde
bisher  außer  fast  allen  deutschen  Gemüsen  Mais,
Weizen,  Braugerste  —  Hopfen  wächst  wild  —,  Hafer,
Bohnen  aller  Art,  Kartoffeln  und  Futterrüben  gebaut.
Es  wurden  außerdem  gepflanzt:  Tabak,  Kaffee,  Wein
und  Zier=  und  Nutzbbäume  aller  möglichen  Sorten.
Der  Tabak  ist  sehr  üppig  gekommen.  Seine  Qualität
läßt  sich  jedoch  wegen  der  nicht  vorgenommenen  Fermentation
  nicht  feststellen.  Die  Kaffeepflänzchen  sehen
etwas  blaß  aus.  Dieselben  sind  aber  vielleicht  wegen
des  jetzt  monatelangen  naßkalten  Wetters  zurückgeblieben
  und  werden  sich  hoffentlich  in  der  warmen
Zeit,  für  Kwai  von  August  bis  Dezember,  gut  erholen.
  Der  Wein,  italienischen  Ursprungs,  ist  auf
drei  hintereinanderliegenden  Terrassen  angepflanzt.
Die  Reben  zeigen  eine  gesunde  Farbe  und  Wachsthum.
  Zum  Beweise  für  die  seltene  Triebkraft  des
Bodens  wurden  mir  zwei  aus  einem  größeren  Felde
ohne  besonderes  Suchen  ausgewählte  Ekendorfer
Futterrüben  (Samen  von  der  Domäne  Springe  in
Hannover)  vorgewogen.  Dieselben  hatten  eine  Längenausdehnung
  von  etwa  40  cm  und  wogen  18  bezw.
24  engl.  Pfund.  Eine  dann  gewogene  rothe  Rübe,
deren  Geschmack  so  fein  war,  daß  man  sie  roh  essen
konnte,  wies  ein  Gewicht  von  4½  engl.  Pfd.  auf.

487

 

u
Die  Viehzucht  scheint  ebenfalls  gute  Aussicht  *
olg  zu  haben.  Bei  dem  Rindvieh  liefern  hierfür!

schon  die  in  den  Herden  der  Waschambaa  und  Wambugu
  befindlichen  schönen  Thiere  den  Beweis.  Sehr
große  Herden  trifft  man  allerdings  in  der  Landschaft
Kwal  und  den  benachbarten  Hochplateaus  nicht  an.
Aber  dies  ist  nicht  etwa  eine  Nachwirkung  der  Rinderpest,
  die  in  hochgelegenen  Gegenden  Westusambaras
noch  nie  aufgetreten  ist,  sondern  eine  Folge  der  früheren
  fortwährenden  räuberischen  Einfälle  der  Massai,
die  nun  seit  Jahren  unter  der  gefestigten  deutschen
Herrschaft  vollständig  aufgehört  haben.

Ziegen  und  Schafe  gedeihen  in  ganz  Westusambara
  sehr  gut.  Bei  den  Schafen  wird  jedenfalls
später  mehr  auf  ein  gutes  Fleischschaf  als  auf  Wollproduktion
  Gewicht  zu  legen  sein.  Die  hier  befindlichen
  Schaf=  und  Ziegenherden  müssen  durch  Zuführung
  frischen  Blutes  und  vorsichtige  Zuchtwahl
noch  erheblich  verbessert  werden.

Besonderen  Erfolg  verspricht  die  Schweinezucht.
Ich  sah  eine  /  jährige  Sau  mit  sechs  sehr  schönen
Ferkeln.  Die  Schweinemast  wird  fast  kostenlos  geschehen
  können,  da  die  fruchtbaren  Kräuter  der
Wiesenflächen,  die  vielen  Früchte  der  großen  Urwaldbäume
  den  Schweinen  bei  freiem  Austrieb  ausgezeichnete
  Nahrung  gewähren.

Bei  Gründung  der  Station  Kwai  ward  zunächst
ein  größeres  Dorf  nach  einheimischer  Art  gebaut  und
auch  die  vier  Europäer  in  größeren  runden,  mit
Blätterwerk  gedeckten  Hütten  untergebracht.  Dann
wurde,  und  zwar  unter  Zuhülfenahme  lediglich
schwarzer  Arbeiter  und  aus  Westusambara  gewonnenen
Stein=  und  Holzmaterials,  an  den  Bau  des  Viehstalles
  mit  darüberliegendem  Kornboden  gegangen.
Etwas  später  ward  das  große  geräumige  Europäerhaus
  in  Angriff  genommen.  Der  umfangrelche,  sehr
praktisch  angelegte  Viehstall  ist  bereits  in  Gebrauch
genommen.  Der  über  ihm  befindliche  Korn=  und
Heuspeicher  mit  luftiger,  guter  Dachkonstruktion  und
mit  aus  gefugten,  trefflich  gesägten  Brettern  bestehendem
  Boden  würde  auch  vor  den  Augen  eines  recht
verwöhnten  deutschen  Landwirths  Gnade  finden.

Das  im  Bau  begriffene  Wohnhaus  zeichnet  sich
durch  eine  überaus  künstliche,  sehr  hohe,  aber  trotzdem
einen  soliden  Eindruck  machende  Dachkonstruktion,
außerdem  durch  geräumige  große  Zimmer,  gute  Kellerund
  Küchenanlage  aus.  Auch  ist  für  große  Kamine,
die  in  dem  kalten  Bergklima  zur  Wohrlichkeit  eines
Hauses  unbedingt  erforderlich  sind,  Sorge  getragen.
Es  ist  anzuerkennen,  daß  es  dem  Stationsleiter  Eick
und  dem  ihm  zur  Seite  stehenden  Techniker  Landwehr
  gelungen  ist,  nur  mit  einheimischem  Material
und  schwarzen  Handwerkern,  denen  sie  zunächst  fast
Alles  selbst  beibringen  mußten,  die  stattlichen  Gebäude
in  so  kurzer  Zeit  zu  errichten.  Dieser  Umstand  ist
um  so  mehr  mit  Freude  zu  begrüßen,  da  leider  auf
vielen  Privatplantagen  das  herrliche  Holzmaterial
der  zur  Anlage  der  Kulturen  gefällten  Baumriesen
gar  nicht  benutzt,  sondern  fertige  Häuser  aus  Norwegen
  kommen  gelassen  und  selbst  diese  noch  mit  chinesischen
  und  indischen  Handwerkern  aufgestellt  werden,
was  naturgemäß  erheblich  höhere  Kosten  verursacht.
        <pb n="592" />
        Von  Kwai  wanderte  ich  in  nordnordwestlicher
Richtung  weiter,  bis  ich  nach  vierstündigem  Marsche
das  elende,  nur  aus  vier  Hütten  bestehende  Wambugunest
  Kuambe  erreicht  hatte.  Der  Weg  führte  durch
ein  sehr  fruchtbares,  welliges  Hügelland,  in  dem
Waldriesen  mit  lichten  Buschbeständen  und  einzelnen
urwaldartigen  Partien  abwechselten.  Ueberall  reichlich
Wasser  und  für  die  Bodenkultur  keine  besonderen
Schwierigkeiten.  Häufig  traten  uns  kleinere  halbwilde
  Rinderherden,  unter  ihnen  prachtvolle  Thiere,
störend  in  den  Weg,  besonders  mein  Maulthier  war
das  stete  Objekt  der  Angriffe  der  wachsamen  Leitund
  Mutterthiere.  Die  Wambugu,  welche  fast  nackt
umhergehen,  den  Körper  nur  theilweise  mit  roh
bearbeiteten  Thierhäuten  umhängend,  sind  ein  schönes,
kräftiges,  von  der  Kultur  noch  gänzlich  unbelecktes
Bergvolk.  Ihre  kreisrunden  Hütten,  in  denen  der
strenge  Rauch  dem  Europser  den  Aufenthalt  verbietet,
  bewohnen  sie  im  friedlichsten  Beisammensein
mit  ihrem  Klein=  und  Großvieh.

Am  anderen  Tage  zog  ich  zunächst  dem  Thale
des  Kangaue  entlang  durch  meist  sehr  fruchtbares
Gebiet,  in  welchem  auch  kräftiger  Wald  auf  nicht
steinigem  Grunde  in  größerer  Ausdehnung  vielleicht
umfangrelche  Kaffeekulturen  gestatten  würde,  und  erreichte
  gegen  Abend  nach  Durchquerung  der  Landschaft
  Kwambugu,  den  Schegescherai  rechts  liegen
lassend,  den  aus  wenigen  Hütten  bestehenden  Wambuguort
  Siagembe,  in  der  Rähe  des  auf  der  Baumannschen
  Karte  mit  Marindi,  2000  m  hoch,  bezeichneten
  Punktes.  Gerade  die  nähere  Umgebung
des  von  mir  gewählten  Lagerplatzes  aus  großen,
langsam  ansteigenden  Wiesenhängen  mit  bewaldeten
Kuppen  bestehend,  mit  einem  Gras=  und  Kräuterwuchs,
der  das  freudige  Staunen  jedes  der  Landwirthschaft
einigermaßen  Kundigen  erregen  muß,  erschien  mir  als
ein  idealer  Ort  für  die  Anlage  eines  landwirthschaftlichen
  Betriebes.  Der  Wiesenboden  ist  nach  der
Aussage  der  Wambugu  hier  ursprünglich  mit  hohen
Waldbäumen  bestanden  gewesen  und  anscheinend  zu
jeder  Art  von  Kultur  geeignet.  Wilder  Wein  und
hopfenartige  Gewächse  wucherten  in  der  nächsten
Umgebung  des  Platzes.

Am  23.  marschirte  ich  in  fast  westlicher  Richtung
dem  Schummelande  zu.  Außer  welligem  fruchtbaren
Gelände  hatte  ich  zunächst  auch,  recht  unbequem
bergauf,  bergab,  drei  dem  Schummelande  vorgelagerte
Bergzüge  zu  passiren.  Die  Berge  waren  mit  jüngeren
dichtstehenden,  auf  dunkelschwarzrothem  humusreichen
Boden  wurzelnden  Bäumen  und  Schlinggewächsen
bestanden,  zwischen  denen  einzelne  Baumriesen,  insbesondere
  kerzengerade  Cedernstämme,  emporragten.
Am  Westabhange  des  letzten  Berges  Kingereja  fand
ich  am  Wege  stehend  eine  wilde  Banane  von  gut
1  m  Durchmesser  und  20  bis  30  Fuß  Höhe,  so  daß
ich  zuerst  glaubte,  ein  mir  noch  unbekanntes  Tropengewächs
  vor  mir  zu  haben,  bis  mich  meine  Begleiter
belehrten,  daß  es  die  Mama  (Mutter)  der  eßbaren
Banane,  also  die  wilde  Banane  der  Urwälder  Usambaras
  sei.  Es  handelt  sich  demnach  nur  um  ein

488

 

riesiges  Exemplar  einer  weitverbreiteten  Pflanzenhattung,
  welches  durch  seine  Ueppigkeit  die  außerordentliche
  Bodenfruchtbarkeit  so  recht  augenfällig
machen  zu  wollen  schien.  Die  Waldungen  dieser  drei
Berge  besitzen  für  Anlage  einer  großen  Kaffeeplantage
genügende  Ausdehnung.

Ich  durchzog  nun  die  Schummehochebene,  aber
leider  dank  der  Ungeschicklichkeit  meines  Führers  in
ihrem  nördlichsten  Theile,  der  durchaus  nicht  fruchtbar
  ist.  Der  Weg  führte  meist  durch  Wiesenthäler,
deren  dürftiges  Gras  auf  steinigem  Boden  den  Fährten
nach  anscheinend  ziemlich  zahlreichen  Büffeln  zur
Nahrung  dient.  Die  vorspringenden  Waldecken  oder
auch  ausgedehnteren  Waldflächen  zeigten  keine  geschlossenen
  Baumbestände.  Gute  Cedernstämme  sah
ich  selten,  und  fast  alle  Bäume  krankten  an  einer
weißgrünen  lang  herunterhängenden  Baumfflechte.
Ich  kann  daher  über  das  eigentliche  angeblich  so
fruchtbare  Schummehochland  keine  Auskunft  geben.

Es  gelang  mir  an  diesem  Tage  noch  nach  Durchwanderung
  des  Schummelandes  den  Abstieg  vom
Luguluaberge,  der  bei  klarem  Wetter  eine  herrliche
Aussicht  gewähren  muß,  zur  Steppe  auszuführen.

Ein  Weg  quer  durch  die  Steppe  nach  Mittelpare
und  die  Berge  Mittelpares  hinauf  war  nicht  zu  erkunden.
  Ich  war  daher  genöthigt,  meine  Reise  über
Mikotscheni  und  Mabirione  zum  Fuße  des  Tindi
(Mittelpare)  fortzusetzen.  Hier  in  dem  Dorfe  des
Wakllindijumben  Kimueri  machte  ich  zwei  Rasttage
und  benutzte  sie,  um  bei  den  alten  zuverlässigen
Wakilindi  eingehende  Erkundigungen  über  Süd=  und
Mittelpare  einzuziehen.  Hiernach  ist  in  Südpare,
welches  fast  ganz  abgeholzt  und  auch  meistens  steinig
und  wenig  fruchtbar  ist,  für  Plantagen  und  Ansiedelungen
  kein  Raum.  Hingegen  ist  das  nur  schwach
bewohnte  Mittelpare  von  1000  m  ab  etwa  fruchtbar
und  hat  ein  gemäßigtes  Klima.  Vor  allen  Dingen
erstreckt  sich  vom  Gipfel  des  Tindi  ab  bis  nach
Wudeh  ein  geschlossener  Urwald.  Diesen  Urwald
berühren  die  Eingeborenen  gar  nicht,  da  es,  wie  die
Walilindi  sich  ausdrücken,  drinnen  sehr  kalt  ist  und
wilde  Thiere  und  Geister  dort  wohnen.  Kimuerl
sagte  mir  auf  Befragen  nach  dem  Baumwuchs:  „Herr,
die  Bäume  in  dem  Walde  sind  so  dick  wie  dein  Zelt.“
Da  diese  Waldfläche  Tausende  von  Hektaren  umfaßt,
so  würde  es  sich  wohl  empfehlen,  gelegentlich  eine
nähere  Untersuchung  Mittelpares  auf  seinen  landund
  forstwirthschaftlichen  Werth  ausführen  zu  lassen.
Wenn  eine  gute  Verbindung  mit  Masinde  bis  zur
Küste  hergestellt  ist,  kann  die  kulturelle  Erschließung
Mittelpares  jedenfalls  in  Betracht  gezogen  werden.

Vom  Paregebirge  trat  ich  die  Rückreise  durch
die  Steppe  über  den  Mangasee  nach  Masinde  an.

Um  diesen  Ort  nach  beiden  Richtungen,  Süden
und  Norden,  ist  außerordentlich  viel  unter  dem  jetzigen
Stationsleiter  Sergeant  Jaenke  für  den  Wegebau
geschehen.  Zur  Belohnung  und  Aufmunterung  für
die  Zukunft  würde  ein  erhebliches  Geldgeschenk  an
die  hauptsächlich  am  Wegebau  betheillgten  Jumben
und  Ortschaften  jedenfalls  am  Platze  sein.  Der
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        weitere  Rückmarsch  zur  Küste  über  Korogwe  —  Lewa
nach  Pangani  war  besonders  im  Luengerathal  wegen
des  nun  schon  wochenlang  strömenden  Regens  mit
mannigfachen  Schwierigkeiten  verbunden.  Das  Wasser,
welches,  wie  die  Eingeborenen  behaupteten,  kaum  je
früher  die  jetzige  Höhe  errelcht  hatte,  hatte  fast
sämmtliche  im  Zuge  der  Karawanenstraße  liegenden
Brücken  zerstört.

In  Lewa  fand  ich  die  Kaffeepflanzung  in  vorzüglichem
  Zustande.  Entwickelt  sich  dieselbe  in  der
Weise  wie  augenblicklich  weiter,  so  darf  man  hoffen,
daß  auch  hier  die  Fehlschläge  früherer  Jahre  noch
einmal  durch  glänzende  Resultate  im  Kaffeeban
wieder  wettgemacht  werden.

 

Wißsenschaftliche  Lammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  in
Berlin  ist  von  Premierlieutenant  Werther  eine
Sammlung  von  ihm  erbeuteter  Thiere  zugegangen.
Sie  enthielt:

3  Säugethierbälge,  3  Säugethiere  in  Alkohol,
22  Vogelbälge,  1  Chamaeleon,  1  Schlange,  4  Käfer,
1  Heuschrecke,  10  Spinnen.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut,  und  diese
selbst  waren  für  die  zoologische  Sammlung  wegen
der  Fundörter  sehr  willkommen.

 

Togv.
Leber  eine  RZeise  nach  Bete-Rratschi

in  der  Zeit  vom  13.  Februar  bis  7.  März  d.  Js.
berichtet  Assessor  Gleim  aus  Lome  Folgendes:

Zweck  der  Reise  war  die  Gründung  der  Station
Kpandu  und  die  Besichtigung  der  Westgrenze  des
Schutzgebietes.  Der  erste  Theil  der  Reise  führte
mich  über  Misahöhe,  Kame,  Le#lebi,  Amediovhe,
Tafi,  Fiobomme,  Vaakpo,  Anfoe  nach  Kpandu.

Der  große  Weg  von  Lome  ist  jetzt  bis  eine
halbe  Stunde  hinter  Gbin  fertiggestellt  und  ebenso
die  Strecke  zwischen  Palime  und  Misahöhe.  Während
  die  Strecke  von  Lome  bls  hinter  Tove  eine
durchschnittliche  Breite  von  4  bis  5  m  aufweist,  verengt
  sich  der  Weg  von  da  ab  auf  1,50  m.  Sollte
sich  diese  Breite  mit  wachsendem  Wagenverkehr  als
ungenügend  herausstellen,  so  läßt  sich  der  Weg  leicht
auf  2,50  m  verbreitern,  da  der  Busch  3  m  breit
ausgeschlagen  und  die  Abzugsgräben  zum  größien
Theil  noch  nicht  gezogen  sind.

Von  Misahöhe  nach  Kame  habe  ich  den  neuen
Weg  benutzt,  der  fertiggestellt  ist.  Es  ist  warm
anzuerkennen,  was  ein  schwarzer  Wegeaufseher  hier
in  diesem  überaus  schwierigen  Gebirgsterrain  gelelstet
hat.  Der  Weg  hat  den  Vortheil,  daß  er  den  Kamebach
  nicht  überschreitet  und  daher  zu  jeder  Jahreszeit
gangbar  ist.  «  ’

 

489  —

Leider  ist  es  mit  den  Nachtquartieren  noch  schlecht
bestellt.  Das  einzige  bis  ietzt  vorhandene  Unterkunftshaus
  ist  in  Keve,  etwa  10  Stunden  von  Lome
entsernt.  Es  wird  nöthig  seln,  auf  der  Strecke
Lome—Misahöhe  etwa  in  Noeppe,  Tove  und  Assahun
je  ein  geräumiges  Eingeborenenhaus  als  Unterkunftshaus
  mit  der  nöthigsten  Einrichtung,  wie  Tische,
Stühle,  Countrybetten  rc.,  versehen  zu  lassen.  Falls
sich  wohlhabende  Eingeborene,  wie  anzunehmen,  dazu
entschließen,  müßten  sie  von  Expeditionen  die  mit
der  Landeshauptmannschaft  vereinbarten,  in  einem
im  Hause  befindlichen  Tarife  aufgeführten  Preise  für
Unterkunft  der  Weißen,  Soldaten,  Träger,  Pferde
sowie  für  Besorgung  von  Wasser  und  Lebensmitteln
gezahlt  erhalten.  Ein  weiteres  Unterkunftshaus  wäre
zwischen  Misahöhe  und  Kpandu  und  vier  zwischen
Kpandu  und  Kete-Kratschi  zu  errichten.  Auf  diese
Weise  würde  die  Reise  nicht  nur  bequemer  und
billiger  werden,  sondern  es  würden  auch  die  zahlreichen
  Palaver  zwischen  Trägern  und  Eingeborenen
wegfallen.

In  den  Kumadörfern  bei  Misahöhe  befanden  sich
die  Kaffeepflanzungen  der  Eingeborenen  in  bestem
Zustande.  Leider  sind  die  Pflanzungen  sehr  von
Unkraut  überwuchert.  Doch  stehen  der  geringen
Pflege  ungeachtet  die  Bäume  hier  weit  besser  als
an  der  Küste.

Weniger  erfreulich  ist  die  Beobachtung  der  Wirkungen
  des  Abbrennens  von  Gras  und  Busch  durch
die  Eingeborenen  auf  der  besagten  Strecke.  Ueberall
strecken  große  und  schöne  Bäume  ihre  kahlen,  verkohlten
  Aeste  empor,  und  weit  und  breit  vermag
keln  Baum  Schatten  zu  gewähren.  Der  neue  Ausschlag
  wird  sofort  durch  neue  Brände  wieder  erstickt.
Dabei  dienen  diese  Brände  nicht  immer  dazu,  um
die  nöthigen  Flächen  für  Farmen  zu  gewähren,  sondern
  werden  häufig  der  Jagd  wegen  oder  aus  bloßer
alter  Gewohnheit  entfacht.  Hier  wird  Einhalt  gethan
  werden  müssen,  und  zwar  bald.  Das  Einfachste
wäre  vielleicht,  in  der  Nähe  des  Weges,  wo  die
Kontrole  am  lelchtesten  ist,  weite  Strecken  Kronlandes
zu  schaffen  und  auf  diesen  die  Brände  zu  verbieten.
Der  Erfolg  dürfte  schnell  eintreten,  weil  die  belaubten
Bäume  bald  Schatten  gewähren,  dadurch  die  Feuchtigkeit
  des  Bodens  besser  halten  und  seine  Triebkraft
vermehren  werden.

Am  21.  Februar  traf  die  Expedition,  der  sich
noch  der  Stationschef  von  Misahöhe,  Lieutenant
Plehn,  und  der  Vertreter  der  Bremer  Faktorei  aus
Agome,  Herr  Aßmann,  angeschlossen  hatten,  in
Kpandu  ein.  Auf  dem  für  den  Bau  der  Station
seinerzeit  ausgewählten  Hügel,  an  dessen  Fuß  eine
gute  Quelle  entspringt,  war  bereits  durch  den  Stationsleiter
  Stöhr  mit  der  Planirung  des  felsigen  Terrains
  für  den  Aufbau  der  Häuser  begonnen  und  ein
Weg  mit  Hülfe  von  King  Dagadus  Leuten  durchgeschlagen
  worden.

Nach  Erledigung  verschiedener  Geschäfte  mit  dem
Häuptling  trat  ich  die  Reise  nach  Kratschi  an  und
        <pb n="594" />
        führte  sie  in  vier  Tagemärschen  auf  der  Handelsstraße
  über  Quamikrum,  Akrosso,  Otinsu  aus.  Etwa
1½  Stunden  vor  Kratschi  merkte  ich  an  dem  Beginne
  einer  vorzüglich  angelegten  Straße,  daß  ich
mich  in  der  Nähe  der  deutschen  Station  befand.

Ich  besichtigte  sogleich  nach  meiner  Ankunft  die
Stadt  Kete.

Am  nächsten  Morgen  fanden  sich  die  sämmtlichen
Haussachiefs  zu  meiner  Begrüßung  in  ihren  farbenprächtigen
  Gewändern  und  auf  reichgeschmückten
Rossen  in  der  Station  ein,  als  wir  plötlich  eine
Flammensäule  aus  Kete  aufsteigen  sahen.  Im  Moment
  waren  die  sonst  so  ceremonlellen  Haussas  ohne
Abschied  auf  ihren  Pferden  und  eilten  nach  der  Stadt.
Wir  folgten  dem  Stationsassistenten  Rosenhagen,
der  sich  sofort  mit  Soldaten  und  Arbeitern  an  die
Brandstälte  begab,  nach,  sahen  aber  bald  ein,  daß
bei  dem  starken  Winde  und  dem  Baumaterial  der
Hütten  nichts  zu  machen  war.  Auch  die  Faktorei
von  C.  Goedelt  fiel  dem  plötzlich  ausgebrochenen
Brande  zum  Opfer,  und  binnen  wenigen  Stunden
waren  drei  Viertel  der  sämmtlichen  Strohhäuser  bis
auf  den  Grund  ausgebrannt.  Menschenleben  dürften
nicht  zu  beklagen  sein.  Ueber  die  Entstehung  des
Brandes  war  nichts  bekannt.

Meine  Absicht,  die  Rückreise  mit  Kanus  auf  dem
Volta  bis  Kpandu  auszuführen,  wurde  durch  den
Mangel  an  kundigen  Kanuleuten  vereitelt.  So  trat
ich  nach  nur  eintägigem  Aufenthalte  in  Kete  den
Rückmarsch  auf  demselben  Wege  an  und  gelangte  in
drei  scharfen  Tagemärschen  wieder  in  Kpandu  an,
von  wo  ich  mich  noch  an  demselben  Nachmittag  nach
Nkami  begab,  um  wenigstens  den  Volta  von  hier
bis  zum  Hafen  von  Botoku  kennen  zu  lernen.  In
zehnstündiger  ununterbrochener  Kanufahrt  erreichte  ich
diesen  Hafen,  vereinigte  mich  in  Botoku  wieder  mit
dem  Gros  meiner  Expedition  und  ging  über  Woadse,
Kpeve,  Akrofu,  Sokode,  Ho,  Abuadi,  Waya,  Solo-Diolo,
  Noeppe  in  vier  starken  Tagemärschen  zur
Küste  zurück.

DBus  dem  Brreiche  der  Wisstonen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Das  Baplistenmissions-Komitee  hat  den  Missionar
L.  H.  Schwarz  in  Begleitung  eines  hier  ausgebildeten,
  aus  Kamerun  gebürtigen  19  Jahre  alten
Gehülfen  nach  Kamerun  entsandt.

 

Dem  zwelundachtzigsten  Jahresbericht  der  evangelischen
  Missionsgesellschaft  zu  Basel,  erstattet  am
30.  Juni  1897  von  Inspektor  Oehler,  entnehmen
wir  Folgendes:

Die  Geschichte  unserer  Mission  in  der  Heimath
bietet  diesmal  etwas  Neues,  nämlich  den  ersten
missionswissenschaftlichen  Kursus  hauptsächlich  für
Theologen,  der  von  unserem  Sekretär  Herrn  Pfarrer

490

 

Würz  im  Bund  mit  einigen  Missionsmännern  im
Palmenwald  bei  Freudenstadt  unter  sehr  zahlreicher
Betheiligung  und  zu  großer  Befriedigung  der  Theilnehmer

  gehalten  wurde.

Nach  den  vielen  Todesfällen  in  der  ersten  Hälfte
des  Jahres  1896  in  Afrika  verlief  die  zweite  Jahreshälfte
  für  Afrika  leichter,  doch  fiel  in  dieselbe  der
durch  ein  Brandunglück  verursachte  Tod  unseres
Bruders  Unger  in  Bonaberi  in  Kamerun  am  16.
August,  und  der  Tod  unseres  Missionskaufmanns
Hermann  Gölz  von  der  Goldküste,  der  am  3.  November
  in  der  Heimath  bei  den  Seinigen  abgerufen
wurde.  Wrr  hatten  gehofft,  diese  beiden  Todesfälle
würden  die  einzigen  in  Afrika  sein,  die  dieser  Bericht
zu  erwähnen  hat,  da  kam  noch  letzten  Montag  die
telegraphische  Nachricht  vom  Tode  der  jungen  Frau
Walburga  Walker  geb.  Schmid  in  Kamerun.  An
viel  schwerer  Krankheitsnoth  hat  es  daneben  in  Afrika
auch  nicht  gefehlt.

Die  bedeutendsten  Erelgnisse  auf  der  Goldküste
sind  der  Beginn  der  Asantemission  und  das  Vorgehen
im  Hinterland  von  Deutsch-Togo.  Am  meisten  Eingang
  findet  das  Evangelium  in  Kpando  mit  seinem
Kranz  von  Dörfern  im  deutschen  Geblet  gelegen.
Der  gute  Eindruck,  den  Br.  Martin  schon  früher
von  der  Gemeinde  Kpando  bekommen  hatte,  bestätigte
sich  ihm  bei  seinen  Besuchen  in  den  Häusern.  Neu
besetzt  wurden  im  deutschen  Gebiet  die  Städte  Botoku
und  die  Hauptstadt  von  Bo#zm,  Borada.

Missionar  Mischlich  hat  bei  Bismarckburg  in
Ketschenke  ein  Haus  gebaut,  um  theils  in  der  Landschaft
  Adele  und  den  angrenzenden  Gebieten  zu  arbeiten,
  theils  durch  Reisen  nach  dem  Innern  ein
weiteres  Vordringen  vorzubereiten.  Er  konnte  eine
kleine  Schule  in  Adele  gründen  und  bekam  einige
Taufbewerber,  so  daß  wir  hoffen,  bald  ein  Gemeindlein
  in  Adele  entstehen  zu  sehen.  Im  Juni  und  Juli
machte  er  eine  Reise  in  nördlicher  und  nordöstlicher
Richtung  nach  Fasogu,  Tschautscho  und  Tschamba.
Freilich  werden  wir  in  diesen  Ländern  nicht  mehr
mittelst  der  Tschisprache  arbeiten  können,  sondern  eine
Mission  daselbst  würde  die  Aufgabe  mit  sich  bringen,
eine  neue  Sprache  zu  erlernen  und  für  die  Zwecke
der  Mission  zu  bearbeiten.

Darüber,  wie  ein  weiteres  Vordringen  im  Voltagebiet
  einzurichten  ist,  haben  uns  besonders  die  Beobachtungen
  und  Vorschläge  von  Missionar  Mohr
Licht  gegeben,  der  die  Voltaländer  bis  Bo#m  und
Adele  bereiste.  Wir  hoffen,  die  vielsprachige  und
doch  dünn  bevölkerte  Gruppe  von  Landschaften  bis
über  Krakye  am  Volta  und  über  Adele  hinaus  noch
mittelst  der  Tschisprache  bedienen  zu  können,  die  dort
noch  bekannt  ist  und  von  Manchen  gesprochen  wird,
indem  wir  sie  zur  Kirchen=  und  Schulsprache  in
diesem  Gebict  machen.  Zugleich  hoffen  wir  durch
Begründung  der  Mission  in  diesem  Gebiet  eine  Basis
für  das  Vordringen  tiefer  ins  Innere  hinein  und
die  nöthigen  eingeborenen  Hülfskräfte  zu  bekommen.
Es  ist  daher  neben  der  Niederlassung  des  Missionars
        <pb n="595" />
        Mischlich  in  Adele  die  Gründung  einer  Hauptstation
für  Deutsch-Togo  in  Bosm  mit  einer  mehrklassigen
Volksschule  und  einer  Anstalt  zur  Heranbildung  von
Gehülfen  für  Deutsch-Togo  beschlossen  und  Missionar
Pfisterer  mit  Vorbereitung  dieser  Stationsgründung
beauftragt  worden.  Neben  dem  in  Basel  gebildeten
eingeborenen  Missionar  Clerk  in  Worawora  stehen
nun  also  noch  die  beiden  europäischen  Missionare
Mischlich  und  Pfisterer  in  Deutsch-Togo,  und
auch  der  in  Anum  wohnende  Missionar  Martin
hat  einen  Theil  seines  Arbeitsfeldes  im  deutschen
Gebiet.  Unterstützt  werden  diese  Brüder  durch  eine
Anzahl  an  verschiedenen  Orten  stationirter  eingeborener
  Mitarbeiter,  unter  denen  der  tüchtige  Pfarrer
Hall  in  Ntschumuru  ist.

Was  Kamerum  betrifft,  so  hat  die  von  Busa  aus
betriebene  Arbeit  unter  den  Bakwiri  im  Gebirge  zwar
noch  keine  großen  Erfolge  aufzuweisen,  ist  aber  doch
im  Gange.  Erschwert  ist  sie  dadurch,  daß  die  Leute
im  Gebirge  sehr  zerstreut  in  den  Wäldern  verborgen
leben.  Missionar  Bizer  hat  bis  jetzt  12  Städte  in
elner  Entsernung  von  ein  bis  sechs  Stunden  besucht.
In  Busa  selbst  ist  der  Gottesdienst  noch  wenig  besucht,
  Schule  wird  regelmäßig  gehalten,  aber  mit
erst  12  Schülern,  meistens  Kostschülern.

Steigt  man  von  Bucza  den  Ostabhang  des  Kamerungebirges
  hinab,  so  gelangt  man  in  das  Thal
des  Mungo.  Einige  Tagerelsen  oberhalb  seiner
Mündung  liegt  in  der  Nähe  des  Flusses  Bombe;
dort  hat  die  Mission  von  Bonaberl  aus  Fuß  gefaßt.
Missionar  Lauffer  bereitet  daselbst  die  Errichtung
einer  Hauptstation  vor,  hauptsächlich  für  die  Arbeit
unter  dem  empfänglichen  Stamm  der  Balong.  Unter
diesem  Stamm  sieht  sich  der  Missionar,  wohin  er
kommt,  von  einer  zahlreichen  Zuhörerschaft  umgeben;
in  kurzer  Zeit  entstanden  sechs  Außenstationen,  mehrere
  Orte  bitten  um  Lehrer,  über  50  Heiden  sind
schon  getauft,  und  92  Taufbewerber  und  175  Schüler
stehen  in  der  Pflege  der  Mission.  Doch  sucht  der
vorsichtige  Häuptling  es  mit  den  Losangoleuten  nicht
zu  verderben  und  wenigstens  die  älteren  Leute  bei
dem  Losangodienst  festzuhalten.  ·

Sehr  rasch  ging  es  mit  der  Ausbreitung  der
Mission  im  Gebiet  von  Edie.  Kaum  hat  sich  auf
Jürshöhe  daselbst  das  in  Europa  gezimmerte  Missionshaus
  unter  den  Händen  des  Br.  Walker  erhoben,
  so  lesen  wir  schon  von  acht  Außenstationen,
die  zu  Edie  gehören.  Gleich  rasch  breitet  sich  das
Werk  in  der  Gegend  von  Nyasuku  und  Klein-Batanga,
einem  im  Süden  ziemlich  entfernt  von  Lobethal  liegenden
  Landstrich,  aus,  wo  wir  sieben  Arbeitsplätze
und  auch  schon  eine  Anzahl  Christen  haben.  Ueber
den  entfernteren  Unternehmungen  in  Edie  und  Klein-Batanga
  hat  Lobethal  die  nähere  Umgebung  nicht
versäumt;  dabei  hat  Lobethal  die  größte  Zahl  von
Heldentaufen,  nämlich  136.

Gehen  wir  von  Lobethal  in  das  Gebiet  des
Kamerunflusses,  wo  die  beiden  benachbarten  Stationen
Bonaku  und  Bonaberi  das  Centrum  unserer  Mission

 

491

 

bilden,  so  finden  wir  auch  da  manche  Fortschritte.
Bonaku  hat  in  Ndobokong  ein  neues  Gemeindleln
bekommen.  Leider  waren  in  Bonaduma  und  Bonabele
  viele  Ausschließungen  nöthig,  doch  hat  gerade
Bonabele  recht  wackere  Christen,  die  sich  durch  nettes
Familienleben  und  eifrige  Mithülse  bei  Gemeindearbeiten
  auszeichnen.  Recht  regsam  ist  die  Gemeinde
Yapoma,  wo  Alt  und  Jung  zur  Schule  kommt  und
den  Katechismus  und  die  biblischen  Geschichten  lernt.
In  dem  zu  Bonaberi  gehörigen  Pongoländchen  haben
einige  Häuptlinge  die  Sonntagsarbeit  verboten,  sie
begünstigen  den  Besuch  des  Gottesdienstes  und  haben
durch  die  Verordnung,  daß,  wer  ohne  Erlaubniß  die
Schule  versäume,  am  nächsten  Tag  Gras  hauen
müsse,  eine  Art  Schulzwang  zur  sichtlichen  Förderung
des  Schulbesuchs  eingeführt.  In  diesem  Ländchen
sind  auch  zwei  neue  Gemeinden,  Mbanye  und  Bonambwase,
  entstanden.  Auch  in  dem  gegenüber  dem
Aboland  zurückstehenden  Wurigebiet  greift  die  Sache
Gottes  weiter  um  sich.  Als  die  selbständigen  Missionsunternehmungen
  der  Abochristen  ins  Stocken  zu
gerathen  drohten,  gelang  es  dem  Eifer  des  Lehrers
Koto  von  Mangamba,  die  Christen  wieder  anzufeuern,
  so  daß  sie  zu  den  beiden  von  ihnen  gegründeten
  und  unterhaltenen  Außenstationen  Bonakwasi
und  Nkom  noch  eine  dritte  Mpopo  am  Mabombe
zu  übernehmen  und  in  Mangamba  einen  Lehrer  anzustellen
  beschlossen.

Das  Ergebniß  des  nun  abgeschlossenen  ersten
Jahrzehnts  unserer  Kamerunmission  sind  9  Hauptstationen
  mit  91  Außenstationen,  also  gerade  100
besetzte  Orte  mit  fast  1500  Christen  und  über
1900  Schülern.

Der  kürzlich  ernannte  apostolische  Vikar  von
Unyanyembe,  Bischof  Gerboin,  schreibt  im  „Afrika-Boten“
  über  die  christlichen  Ehen  in  seiner  Mission:
„Unser  christliches  Dorf  hat  sich  wieder  um  zehn
neue  Haushaltungen  vermehrt,  so  daß  es  deren  jetzt
25  zählt.  Sechs  andere  haben  sich  in  den  übrigen
Missionsstationen  niedergelassen.  Ihre  Zahl  wäre
noch  viel  größer,  wenn  wir  über  reichlichere  Mittel
verfügen  könnten.  Unsere  Waisenknaben  wählen  in
der  Regel  ihre  Lebensgefährtinnen  unter  den  Mädchen
des  Waisenhauses.  Alsdann  sind  die  Kosten  für  die
Gründung  eines  Haushaltes  nicht  so  bedeutend.“

 

Nach  einer  Angabe  des  P.  J.  Prendergast  aus
der  Genossenschaft  der  Väter  vom  hl.  Josef  in  Mill
Hill  zählt  Britisch-Uganda  rund  450  000  Einwohner,
davon  sind  88000  Katholiken  (Neophyten  und  Katechumenen),
  20  000  Protestanten,  25  000  Mohammedaner
  und  322  000  Heiden.  Außerdem  finden
sich  dort  zahlreiche  Nubier  und  Suaheli,  meist  Handelsleute.
  Der  materielle  Aufschwung,  den  die  britische
  Herrschaft  begründet,  sei  erstounlich,  und  der
begabte  Volksstamm  zur  Aufnahme  höherer  Kultur
sehr.  befähigt.  Die  im  Bau  begriffene  Bahn,  die
Uganda  mit  Mombassa  an  der  Küste  verbinden  wird,
        <pb n="596" />
        —  492  —

in  einer  Entfernung  von  etwa  1300  km,  wird
Uganda  eine  bedeutende  Zukunft  sichern.  Sie  werde,
so  meint  P.  Prendergast,  auch  dem  Sklavenhandel
einen  tödlichen  Schlag  versetzen.  Die  englischen  Protestanten
  zeigen  sich  sehr  regsam;  doch  hat  die  katholische
  Mission,  falls  die  englische  Regierung  den
beiden  Konfessionen  gleiche  Rechte  und  Vortheile  gewährt,
  nichts  zu  befürchten,  wenn  die  nöthigen  Kräfte
und  Unterstützungen  nicht  ausbleiben.

 

Nach  Togo  reisten  am  11.  Juni  der  neugeweihte
Priester  Gregor  Arand  II.  mit  Bruder  Clementinus
Bach  in  die  Mission  ab.

 

Aus  der  Neu-Guinea-Mission  berichtet
P.  Josef  Erdweg  in  „Kreuz  und  Schwert“:  „Was
wir  bis  jetzt  für  die  Mission  thun  konnten,  ist  außer
dem  Gebete  das  Studium  der  Landessprache.  Bis
jetzt  haben  wir  etwa  377  Wörter  aus  den  Kanaken
herausgequetscht.  Das  ist  der  einzig  richtige  Ausdruck;
  denn  es  ist  manchmal  zum  Verzweifeln,  wenn
man  selbst  bei  einfältigen  Dingen  elne  halbe  Stunde
fragen  muß,  ehe  man  erfährt,  wie  sie  in  der  Landessprache
  heißen.  Was  soll  das  erst  mit  den  Begriffswörtern
  geben?  Da  kann  nur  Gott  helsen.  Wenn
man  so  wohl  hundert  Sprachen  erforschen  muß,  begreift
  man  schon,  daß  die  Mission  hier  in  Kaiser
Wilhelmsland  keine  leichte  ist.  Hier  in  nächster  Nähe
werden  wohl  ein  Dutzend  Sprachen  gesprochen.  Schon
auf  unserer  kleinen  Insel  (Tamara)  mit  nur  600  Einwohnern
  giebt  es  zwei.

 

Der  Duala-Katechismus  für  Kamerun  ist
nach  „Kreuz  und  Schwert"  endlich  fertig  geworden.
50  Stück  sind  der  Redaktion  für  die  Spender  von
Beiträgen  überwiesen  worden.  Für  uns,  schreibt  das
Blatt,  wie  für  so  ziemlich  alle  Leser  ist  dieser  Katechismus
  ein  Buch  mit  sieben  Siegeln;  denn  außer
auf  dem  Titelblatt  findet  man  kein  Wort  Deutsch.
Die  Schriftzeichen  sind  lateinisch,  o  und  e  haben  aber
sehr  häufig  einen  Strich  unterhalb  des  Buchstabens.
Nachstehend  geben  wir  das  Vaterunser  und  Ave
Maria  (unter  Weglassung  der  Striche):

Kane  la  Sango.

A  Tete  asu  uye  omon,  y  dina  longo  di  bolabe
bosangi,  janen  longo  di  e  yna  biso,  jemen  longo
die  bolabe  o  wase,  kana  dieno  omony.  Bola  biso
da  oenge  kana  minyn  mesc;  na  lakise  mawuse
masu,  kuann  biso  pe  di  ma-lakiseno  mawuse  mao

a,  ba  wusane  biso;  o  si  diele  biso  o  makekisan
ma  hobe,  nde  sunga  biso  onyola  bobe.  Amen.
Masoma  mangel  ai.

Masoma  ma  be  na  oaa  Maria,  o  londi  na  mabea,
Sango  e  na  oa,  o  namsabe  oteten  a  bito,  na  bonam
boe  enyengeny  a  dicum  longo  TVesus.  Maria,
bosangi,  nyango  a  Loba,  kane  onyola  biso  bamiobe
tatann  na  o  pond'’  asu  nyn  kwedi.  Amen.

 

RAus  fremden  Molonien.
Stlaverei  in  Sansibar.

In  Sansibar  ist  eine  vom  1.  Zilkado  (3.  April
d.  Is.)  datirte  Verordnung  des  Sultans  Seyid
Hamud,  betreffend  die  Behandlung  der  Sklaven,  veröffentlicht
  worden,  die  im  Wesentlichen  folgenden
Inhalt  hat:

Artikel  1  bestimmt,  daß  alle  die  gesehlichen  Beziehungen
  zwischen  Herren  und  Sklaven  betreffenden
Streitigkeiten  vor  den  Bezirksgerichten  verhandelt
werden  sollen.  Welches  diese  Bezirksgerichte  sind,
ergiebt  sich  aus  einer  gleichzeitigen  Verordnung,
wonach  die  Insel  Sansibar  in  die  Bezirke  von  Kokotoni,
  Muera  Schuaka  und  die  Stadt  Sansibar  eingetheilt
  worden  ist,  während  in  Pemba  die  Walis
von  Schaki-Schaki  und  Wett  dieselbe  Gerichtsbarkeit
wie  früher  ausüben  sollen.

Gemäß  Artikel  2  sollen  nach  dem  3.  April  die
Bezirksgerichte  jede  Unterstützung  von  Forderungen
auf  körperliche  Dienste  sowie  auf  das  Eigenthum  von
Personen  verweigern,  selbst  wenn  die  Ansprüche  nach
den  bisherigen  sansibaritischen  Gesetzen  begründet
sind.  Indeß  soll  in  diesem  Falle  der  nachweislich
durch  diese  Bestimmung  in  seinen  bisherigen  Rechten
Benachtheiligte  eine  angemessene,  von  dem  ersten
Minister  der  Regierung  zu  bestimmende  Entschädigung
erhalten.

Artikel  3  enthält  nur  eine  Bestimmung  darüber,
unter  welcher  Bedingung  die  Entschädigungssumme
von  dritter  Seite  in  Beschlag  genommen  werden  kann.

Nach  Artikel  4  ist  der  befreite  Sklave  als  Landstreicher
  anzusehen  und  zu  bestrafen,  wenn  er  nicht
eine  ständige  Wohnung  und  Beschäftigung  hat.

Artikel  5  bestimmt  für  die  Zuhälterinnen  (suria)
die  Beibehaltung  des  bisherigen  Zustandes.

Artikel  6  giebt  die  Möglichkelt,  gegen  die  Entscheidung
  des  Bezirksgerichts  an  den  Sultan  oder  an
den  von  ihm  von  Fall  zu  Fall  zu  bestimmenden
Richter  Berufung  einzulegen.

 

Ausbildung  von  jungen  Leuten  für  den  Nolontalberuf.

Dem  Jahresbericht  des  Colonial  college  in
Hollesley  bei  Harwich,  welches  junge  Leute  für  die
praktischen  Berufe  in  den  Kolonien  vorbereitet,  entnehmen
  wir,  daß  die  Anstalt  infolge  der  Abnahme
der  Auswanderung  an  Stelle  von  51  Schülern,  die
1895  dort  waren,  1896  nur  43  gezählt  und
unter  pekuniären  Schwierigkeiten  zu  leiden  hat.  Das
Unternehmen  ist  mit  einem  Kapital  von  100  000  Pf.
Sterl.  in  Aktien  zu  5  Pfd.  Sterl.  gegründet,  wovon
der  r  von  60  515  Pfd.  Sterl.  gezeichnet  worden
  ist.
        <pb n="597" />
        Englische  Besitznahme  von  Inseln  der  Salomonsgruppe.

Zeitungsnachrichten  zufolge  hat  der  Kommandant
des  englischen  Kriegsschiffes  „Wallaroo“  kürzlich  auf
folgenden  zu  dem  britischen  Schutzgebiete  in  den
Salomons-Inseln  gehörigen  Inseln  die  englische
Flagge  gehelßt:

Stewart-Insel  (Sikaiana),
Russell-Insel  und
Bellona-Insel.

 

Rautschuk  in  den  portugiestsch=  afrikanischen  Rolonien.

Der  Inspektor  des  botanischen  Gartens  zu  Coimbra,
A.  F.  Moller,  schreibt  hierüber  in  der  „Zeitschrift
für  tropische  Landwirtschaft“:

Portugiesisch-Ostafrika  oder  Mozambique  exportirt
recht  großbe  Quantitäten  Kautschul,  der  einzig  von
verschiedenen  Landolphiaarten  abstammt,  speziell  wohl
von  L.  Kirkii  Th.  Dyer,  L.  Petersiapa  (Kl.)  Tb.

yer,  L.  comorensis  (Boj.)  R  Schum.,  und  von
den  Varietäten  L.  Petersiana  var.  Crassilolia  K.
Schum.  und  L.  comorensis  var.  florida  K.  Sch.
Im  Jahre  1887  war  der  Kautschukexport  Mozambiques
  schon  445567  kg,  jetzt  ist  er  jedenfalls  größer.

Was  das  südlich  an  Senegambien  grenzende
portuglesische  Guinea-  betrifft,  so  ist  der  Kautschukerport
  relativ  weniger  bedeutend;  es  wurden  1894
177764  kg  Kautschuk  exportirt.  Er  stammt  lediglich
  von  Landolphiaarten,  und  zwar  kommen  daselbst
solgende  Arten  dieser  Gattung  in  Betracht:  L.  senegalensis
  DC.,  L.  Heudelotü  DC.,  L.  tomentosa
A.  Dew.,  L.  Petersiana  (KI.)  Sch.

Anm  wichtigsten  ist  der  Kautschukexport  der  Provinz
  Angola,  im  Jahre  1893  wurden  für  2  108  937
Milreis  (—  6  652  800  Mk.)  Kautschuk  von  dort
exportirt.  Der  meiste  kommt  von  Benguella,  von
wo  im  Jahre  1895  1  350  356  kg  Kautschuk  exportirt
  wurde;  aber  auch  Loanda  ist  ein  großer  Exportplatz,
  der  1895  740  581  16  Kautschuk  verschiffte;
sehr  unbedeutend  sind  die  übrigen  Häfen  Angolas,
Novo  Redondo,  Ambriz,  Ambrizette,  Santo  Antonio
do  Zaire  an  der  Mündung  des  Kongo,  sowie  Cabinda
in  portugiesisch  Kongo;  auch  Mossamedes  im  südlichen
Angola  ist  kein  sehr  bedeutender  Kautschukplatz,  während
  1894  44  586  kg  von  dort  exportirt  wurden,
kamen  1895  nur  noch  12740  kg  daher;  ebenfo  ist
freiich  auch  der  Kautschukexport  von  Ambriz  bedeugesunken,

  von  4186  kg  i  ’
2094k81895.  86  kg  im  Jahre  1894  auf

In  Benguella  heißt  der  Kautschuk  bei  den  Negern
„Quenha“;  der  gewöhnliche  Preis  ist  dort  für  das
Kilo  erster  Qualität  1,1,  für  das  Kilo  zweiker  Qualität
  1,05  Milreis,  also  etwa  3,30  bis  3,50  Mk:;
in  Lissabon  ist  der  Preis  für  die  erste  Qualität  1.5
bis  1,6,  für  die  zweite  Qualität  1,28  bis  1,3  Milreiz,
  also  4,70  bis  5,00  und  4,00  bis  4,10  Mk.

der  Kautschuk  Benguellas  stammt  von  drei  verschledenen
  Gattungen  der  Familie  der  Apocyneen,

493

 

Landolphia,  Clitandra  und  Carpodinus.  Von
der  Lianengattung  Landolphia  kommt  vor  Allem
L.  owariensis  P.  de  Beauv.  in  Betracht,  da  angeblich
  von  ihr  der  meiste  Kautschuk  Angolas  gewonnen
  wird,  ferner  L.  comorensis  (Boj.)  var.
florida  K.  Schum.,  welche  Pflanze  aber  nach  Lecompte
einen  schlechten,  harten,  harzigen  und  zerbrechlichen
Kautschuk  liefern  soll  (9),  endlich  wohl  auch  L.  Petersiana
  (Kl.)  Th.  Dyer.  Clitandra  Henriquesiana
K.  Schum.  und  Carpodinus  lanceolatus  K.  Schum.
sind  kleine  Sträucher,  ersterer  wird  von  den  Eingeborenen
  „Biungo“,  letzterer  „Otarampo“  genannt;
belde  sind  häufig  in  den  Regionen  von  Ambuellas
und  Ganguellas.  Der  Kautschuk  wird  aus  den  sehr
langen  Wurzeln?)  dieser  Sträucher  gewonnen,  so  daß
man  die  Pflanzen  bei  der  Gewinnung  tödten  muß;
übrigens  ist  der  Kautschuk  dieser  beiden  Sträucher
sehr  klebrig  und  inferior.  Während  der  Kautschuk
von  Mossamedes  angeblich  von  Landolphia  parviflora
  K.  Sch.  kommt,  finden  sich  in  den  nördlichen
Gegenden  Angolas  die  gleichen  Landolphien  wie  in
Benguella,  in  Cabinda  nördlich  vom  Kongo  soll
gleichfalls  ein  Theil  des  Kautschuks  von  einer  Clitandraart
  herstammen.

Von  Mossamedes  kommt  auch  eine  andere  kautschukartige

  Substanz,  „Almeidina“  genannt;  sie  wird
aus  dem  Safte  einer  Euphorbiacee  bereitet,  wahrscheinlich
  aus  Euphorbia  rhipsaloides  Welw.;
die  Eingeborenen  nennen  sie  Cassoneira.  Der  Preis
dieses  Kautschuks  ist  nur  gering,  in  Mossamedes  60
bis  100  Reis  (also  20  bis  30  Pf.)  das  Kilo.  Die
sehr  milchsaftreiche  Pflanze  wächst  übrigens  auch  im
nördlichen  Angola,  z.  B.  in  der  Nähe  von  Loanda,
Isolo  e  Bengo  und  Zenza  do  Golungo  sowie  bei
Ambriz.
Es  bleiben  noch  die  beiden  portugiesischen  Inseln
San  Thomé#  und  Principe  im  Golf  von  Guinea  zu
besprechen,  die  aber  bisher  keinen  Kautschuk  exportiren.
Auf  beiden  Inseln  findet  sich  die  Kickxia  africana
sehr  häufig  lauf  San  Thomé  Pau  Cadeira  oder
Pau  Visco  genannt),  die  aber  erst  neuerdings  anfängt,
  von  den  Bewohnern  der  Inseln  als  Kautschuk
liefernd  beachtet  zu  werden.  Außerdem  findet  sich
auf  San  Thom  noch  ein  anderer  Kautschukbaum,
von  den  Bewohnern  Pau  lirio  genannt;  es  ist
Tabernaemontana  stenosiphon  Stapl,  eine  Apoeynee,
  die  sich  zwischen  900  und  1500  m  Meereshöhe
  findet.  Der  Baum  giebt  einen  sehr  guten
Kautschuk,  leider  aber  nur  in  sehr  geringen  Quantitäten,
  so  daß  es  kaum  der  Mühe  lohnt,  ihn  anzuzapfen.
  Noch  eine  zweite  Art  der  Gattung,  gleichfalls
Pau  lirio  genannt,  wächst  auf  derselben  Insel  zwischen
900  und  1400  m  Meereshöhe;  sie  ist  der  Taber--naemontana
  Crassa  Bentb.  nahe  verwandt.

Etwas  mehr  Kautschuk  giebt  auf  San  Thomé  eln
anderer  Apocyneenbaum,  der  zur  Gattung  Orchipeda
gehört;  er  wird  daselbst  „Cata  grande“  genannt

*)  Lesser  Wurzelstöckchen,  siehe  „Tropenpflanzer“  S.  134.
        <pb n="598" />
        und  findet  sich  im  Süden  der  Insel  (Angolares)
sowie  auf  der  kleinen  Insel  Rolas.

Auch  amerikanische  Kautschulpflanzen  sind  in  San
Thomé  eingeführt  worden,  nämlich  der  Ceara=  und
der  Parakautschukbaum.  Ersterer,  die  bekannte
Manibot  Glaziovii  Müll.  Arg.,  wurde  etwa  1882
oder  1883  eingeführt,  doch  hat  man  sich  bis  1893
oder  1894  wenig  um  den  Baum  bekümmert;  jetzt
hingegen  giebt  es  schon  große  Anpflanzungen,  die
bedeutendste  ist  diejenige  des  Kommandeurs  Jacintho
Carneiro  de  Sousa  e  Almeida  auf  seiner  Roga
„Porto  Alegre“,  wo  übrigens  seit  1894  auch  einige
Exemplare  von  Ficus  elastica  angepflanzt  worden
sind.  Auch  auf  Principe  und  in  Cabinda  glebt  es
Pflanzungen  von  Manihot  Glaziovii.

Der  Parakautschukbaum,  Hevea  brasiliensis
Müll.  Arg.,  wird  gleichfalls  auf  San  Thomé  und
Principe  versuchsweise  angepflanzt,  sowie  auch  andere
Arten  derselben  Gattung,  jedoch  giebt  es  auf  San
Thoms  nur  wenige  Lokalitäten,  die  zur  Kultur  dieser
Bäume  geeignet  zu  sein  scheinen;  es  wäre  besser,  an
Stelle  davon  die  Castilloa  elastica  einzuführen,  da
es  für  diesen  Baum  viele  passende  Lokalitäten  glebt.
Manihot  Glaziovüt  hingegen  gedeiht  sowohl  in  San
Thomé  und  Principe  als  auch  in  Cabinda,  speziell
auf  trockenem  Boden;  er  würde  auch,  wie  ich  schon
mehrmals  empfohlen  habe,  ein  passender  Baum  für
die  Inseln  von  Cabo  Verde  sein.  Leider  hat  er  die
unangenehme  Eigenschaft,  daß  die  Aeste  und  Stämme
sehr  brüchig  sind  und  durch  den  Wind  leicht  abbrechen
  oder  sich  spalten,  eine  Erfahrung,  die  auch
in  Kamerun  neben  der  Anziehungskrast  des  Baumes
für  Schmierläuse  zur  Aufgabe  der  Versuche,  den
Baum  als  Schattenbaum  für  Kakao  auszunutzen,
geführt  hat.

hi,  us  elastica,  der  Assam-Kautschukbaum,  gedeiht
  sehr  gut  auf  San  Thomsé  oberhalb  1000  m
Meereshöhe  und  dürfte  deshalb  für  gleiche  Lagen  am
Kamerunberg  empfehlenswerth  sein.

 

Perschiedene  Witkbeilungen.
Spargelbau  in  Ramernn.

Die  vor  zwei  Jahren  im  botanischen  Garten  zu
Victoria  angelegten  Spargelbeete  haben  zu  Beginn
des  Mal  angefangen,  die  ersten  Spargel  zu  llefern.
Dieselben  sind  schneeweiß  und  auffallend  zart  und
wohlschmeckend.  Es  dürfte  dies  der  erste  Fall  sein,
in  dem  es  geglückt  ist,  im  tropischen  Afrika  eßbare
Spargel  zu  erzielen.

 

Die  Dawalischen  Inseln.

Auf  den  hawatischen  Inseln  werden  Zucker,  Kaffee,
Reis  und  Früchte  gebaut.  Der  Hauptartikel  ist
Zucker,  von  welchem  im  letzten  Jahre  etwa  225  000

494

 

Tons  von  einer  größeren  Anzahl  Plantagen  hergestellt
  wurden.  In  Honolulu  befinden  sich  zwei
deutsche  Firmen,  die  zusammen  Plantagen  mit  etwa
45  000  Tons  Zuckerproduktion  kontroliren.

Die  gesammten  deutschen  Interessen  auf  Hawali
dürften  sich,  in  Ziffern  ausgedrlckt,  auf  etwa
4000  000  Dollar  belaufen.

Nach  der  im  „Hawalian  Annual“  von  1894
angegebenen  Statistik  sollen  die  Interessen  der  verschiedenen
  Natlonen  folgende  sein:

in  Zucker:  in  anderen  Anlagen:

Dollar:  Dollar:
Amerika  22  469  975  3  639  191
England  5694  418  1  522  526
Deutschland  1  788  100  328  362
andere  Nationen  1  011  797  387  321
Zusammen  30  964  290  5  877  400.

Im  Annual  von  1896  befinden  sich  dieselben
Ziffern,  jedoch  nicht  spezifizirt,  während  der  Annual
von  1897  nichts  darüber  bringt.  Nach  der  Ansicht
genauer  Sachkenner  sind  diese  Zahlen  nicht  zuverlässig.
Insbesondere  sind  die  auf  Amerika  bezüglichen  wahrscheinlich
  zu  hoch  angesetzt.

Der  Export  europäisscher  Waaren  nach  Hawail
wird  meist  durch  deutsche  und  englische  Firmen  besorgt.
  Die  Waaren  werden  auf  verschiedenen  Wegen
verladen,  so  von  Antwerpen  via  San  Francisco  mit
Segelschiffen;  von  deutschen  Häsen  per  Dampfer  via
Sydney;  ferner  von  Deutschland  via  England  und
direkt  von  deutschen  und  englischen  Häfen  mit  Segelschiffen.


Ausfuhr  Bablas  in  den  Jahren  1895  und  1896./)
Den  ersten  Rang  unter  den  zur  Ausfuhr  kommenden

  Landesprodukten  nimmt  der  Tabak  ein.  In
Blättern  wurden  hiervon  ausgeführt:
1895  1896
Nach  kg.  kg
Deutschland.  .  .  ..  21  276  440  16226  160
Großbritanneien  23  —
Frankreich  .....  1313  120  1500  000
Plaao:  8982640  719920
Zusammen  einschl.  nach
anderen  Ländern  23  495  760  17  446  080

Der  bedeutende  Rückgang  der  Gesammtausfuhr
von  Tabak  im  vergangenen  Jahre  ist  darauf  zurückzuführen,
  daß  die  Tabakpflanzungen  im  Sommer
1895/96  durch  Regenmangel  stark  gelitten  hatten
und  die  Ernte  infolgedessen  klein  war.

Die  im  Jahre  1896  bezahlten  Preise  waren
verschieden  je  nach  den  Distrikten,  in  denen  der
Tabak  gebaut  war.  Für  die  bevorzugten  Sao  Felixund
  Matta-Tabake  wurden  18  bis  22  Milreis,)

#)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1897,  S.  313.

**“)  Der  Durchschnittskurs  des  Milreis  war  in  dem
ersten  Feacblahr  1896  für  90  Tage  Sicht  9  3/86  Pence  oder
1  Mark  gleich  1,256  Milreis;  in  dem  zweiten  Halbjahr
8¾  Pence  oder  1  Mark  gleich  1.  346  Milreis.
        <pb n="599" />
        für  Cachoeira-Tabake  12  bis  15,  für  Nazareth-Tabake
  18  bis  20  und  für  Tabake  aus  Santo
Amaro  und  Alagoinhas  nur  9  bis  12  Milreis  für
1  Arrobas)  bezahlt.

Die  Ausfuhr  von  Cigarren  hat  in  den  letzten
Jahren  einen  erheblichen  Ausschwung  genommen;
Abnehmer  sind  jedoch  bisher  fast  nur  die  übrigen
brasilianischen  Staaten.

Tabak  in  Rollen,  mit  Melasse  behandelt,  wird
unter  der  Bezeichnung  „Mangotes“  nur  nach  Hamburg
  (für  Süddeutschland  und  Oesterreich-Ungarn)
verschifft.  Die  Ausfuhr  belief  sich  im  Jahre  1895
auf  7484  Rollen  zu  je  68  bis  70  kg  gegen  6987
Rollen  im  Jahre  1896.  Der  Preis  stellte  sich  in
Bahia  auf  15  bis  16  Milreis  für  1  Arroba.

Der  Ausfuhr  von  Tabak  ziemlich  gleichbedeutend,
ist  die  von  Kaffee.  Das  stete  Steigen  der  Kaffeepreise
  in  den  letzten  Jahren  hat  im  Staate  Bahia
eine  bedeutende  Vermehrung  des  Anbaues  von  Kaffee
herbeigeführt,  die  aber  jetzt  nach  dem  Sinken  der
Keffeepreise  infolge  der  bedeutenden  Ausfuhr  aus

io  de  Janeiro  und  Santos,  von  den  Pflanzern
schon  vielfach  bedauert  wird.  Ausgeführt  wurden:

 

1895  1896

Na  k  3.
Deutschland  2  3340620
Belgeieien  3126  960  1211  040
Dänemart..  ...  57  174  000
Großbritannien  105  200
Frankreic  3142  860  3150  660
Itallen  620  1032420

den  Niederlanden  11,  000  39
Oesterreich-Ungarn  133F3900  42  000
den  Vereinigten  Staaten  2553  840  6616  440
La  Plato  93  480  135  840

Zusammen  einschl.  nach

andern  Ländern.  17  190  660  15  848  640

Wie  bei  Tabak,  so  ist  auch  hinsichtlich  des  Kaffees
der  Rückgang  der  Ausfuhr  im  Jahre  1896  durch
die  Ungunst  der  Witterung  und  den  dadurch  herbeigeführten
  geringen  Ausfall  der  Ernte  zu  erklären.

ber  nicht  nur  quantitativ,  sondern  auch  qualitativ
war  die  letzte  Ernte  eine  schlechte.  Namentlich  zeigte
der  Kaffee  viele  kleine  und  schwarze  Bohnen,  und
gerade  hierin  ist  der  Grund  für  die  bedeutende  Abnahme
  der  Ausfuhr  nach  Deutschland  und  die  dem
fast  entsprechende  Zunahme  der  Ausfuhr  nach  den
Vereinigten  Staaten  zu  finden.  In  der  Quolität
minderwerthiger  Kaffee  ist  nämlich  auf  den  deutschen
Märkten  geradezu  unverkäuflich,  während  er  für  die
Vereinigten  Staaten  mit  Vorliebe  genommen  wird,
weil  dort  große  Unternehmen  bestehen,  die  den  Kaffee
selbst  brennen  und  dann  mittelst  vieler  Niederlagen
in  den  sämmtlichen  Staaten  direkt  an  die  Konsumenten
  absetzen.  Aehnlich  wie  dort  liegen  die
Verhältnisse  in  Belgien,  das  von  Antwerpen  aus
durch  große  Brennereien  mit  Kaffee  versorgt  wird.

Die  Arroba  wird  in  Bahia  selbst  für  Tabak,  Kaffee
und  Kakao  mit  146  8  kg,  für  andere  Kütr  mit  Lessee
berechnet,  während  im  Innern  des  Staates  die  Arroba
stets  zu  15  kg  gerechnet  wird.

495

 

Bemerkenswerth  ist  noch  die  erst  seit  einigen  Jahren
begonnene  Ausfuhr  nach  La  Plata,  wo  sich  überhaupt
  mehr  und  mehr  Nachfrage  für  bestimmte
brasilianische  Landesprodukte  geltend  macht.

Der  Qualität  nach  stehen  unter  den  von  Bahia

zur  Ausfuhr  kommenden  Kaffeesorten  die  aus  Caravellas,
  Alcobaga  und  den  angrenzenden  Landstrecken
des  Staates  Minas  herrührenden  an  erster  Stelle.
Für  diese  wurden  in  gewaschenem  Zustande  je  nach
Qualität  16  bis  22  Milreis,  nicht  gewaschen  12
bis  19  Milrels  für  1  Arroba  erzielt.  Kaffee  aus
dem  Distrikt  Chapada  wurde  mit  16  bis  20  Milreis,
  aus  Moritiba,  Curralinko  und  Maragogipe
mit  10  bis  18,  aus  Nazareth,  Valenga,  Jequié  und
Santarem  mit  8  bis  17  Milreis  für  1  Arroba
bezahlt.
Günstiger  als  für  Tabak  und  Kaffee  war  im
Jahre  1896  die  Witterung  für  den  in  den  letzten
Jahren  von  den  Pflanzern  in  den  geeigneten  Distrikten
mit  großer  Vorliebe  angebauten  Kakao.  Besonders
gepflegt  wird  die  Kultur  schon  seit  Langem  in  den
im  Süden  des  Staates  belegenen  Distrikten  Ilheos
und  Cannavielras  und  neuerdings  in  dem  mächtig
aufblühenden  Belmonte,  nebenbei  noch  in  Valenga.
Fast  überall  dort  haben  die  Pflanzer  in  jüngsier
Zeit  Trockenhäuser  errichtet,  in  denen  der  Kakao
nach  der  Fermentation  völlig  unabhängig  von  der
jeweiligen  Witterung  getrocknet  werden  kann.  Allgemein
  hat  hierdurch  der  Kakao  in  der  Qualität
bedeutend  gewonnen.  Es  kamen  zur  Ausfuhr:

 

1895  1896
Nach:  kg  kg
Deutschland.  ...  1030  800  1745  940
bBelggen  402  780  7040
dänemaoarrk  36  000  169  380
Großbritannmeen  1554  960  629  460
Frankrei  1  739  460  1  758  060
ien  127  140  223  140
den  Niederlanden  248  7  16
Oesterreich-Ungann  24
den  Vereinigten  Staaten.  1291  500  1930  140
La  Plata  165  190  800
Zusammen  einschl.  nach
anderen  Ländern  6121  120  7770  960

Der  Aufschwung  der  Kakaoausfuhr  nach  Deutschland
  dürfte  hauptsächlich  auf  die  Steigerung  des
heimischen  Konsums  von  Kakao  und  Schokolade
zurückzuführen  sein,  die  ihrerseits  wieder  zum  Theil
wohl  durch  das  bedeutende  Sinken  der  Kakaopreise
in  den  letzten  Jahren  zu  erklären  ist.  Außer  den
direkt  nach  deutschen  Häfen  verschifften  Mengen
Kakao  wird  auch  noch  ein  großer  Theil  des  nach
den  Niederlanden  und  Belgien  (über  Amsterdam
und  Antwerpen)  verladenen  Kakaos  auf  dem  Flußwege
  Deutschland  zugeführt  worden  sein.

Für  die  Abnahme  der  Ausfuhr  nach  Großbritannten
  ist  der  Grund  wahrscheinlich  nicht  zum
geringsten  Theile  darin  zu  suchen,  daß  gegenwärtig
in  Bahia  nur  mehr  zwel  mit  der  Ausfuhr  sich  beschäftigende
  englische  Firmen  bestehen,  während  im
Jahre  1895  noch  vier  thätig  waren.
        <pb n="600" />
        Nach  den  Vereinigten  Staaten  gingen  im  vergangenen
  Jahre  größere  Mengen  Kakao  als  sonst,
weil  die  dort  gebotenen  Preise  die  anderwärts  gezahlten
  nicht  unerheblich  übertrafen.

Im  Jahre  1896  schwankte  der  Preis  für  1  Arroba
Kakao  je  nach  Qualität  zwischen  10  bis  18  Milreis.

Zucker  ist  nach  außerhalb  Brasiliens  von  jeher
nur  in  nicht  gereinigtem  Zustande  von  Bahia  ausgeführt
  worden.  Die  Ausfuhr,  die  in  früheren
Jahren  bedeutende  Beträge  ausmachte,  ist  jetzt  auf
ein  Geringes  gesunken.  Nachdem  nämlich  die  Ausfuhr
  im  Jahre  1888  mit  52  532  000  kg  ihren
Höhepunkt  erreicht  hatte,  sank  sie  infolge  Erlasses
des  Sklavenbefreiungsgesetzes,  im  Jahre  1890  auf
3  416  590  kg.  Später  machte  sich  noch  einmal  ein
kleiner  Aufschwung  bemerkbar,  aber  er  war  nicht  von
Dauer.  Im  Jahre  1895  kamen  6  198  710  kg  zur
Ausfuhr,  wovon  3  425  310  kg  nach  Großbritannien
und  der  Rest  nach  Canada  und  den  Vereinigten
Staaten  verschifft  wurde.  Die  Letzteren  waren  auch
die  Abnehmer  für  den  ganzen,  im  vorigen  Jahre
von  Bahia  ausgeführten  Zucker  im  Gewicht  von
3  919  930  kg.  Hiervon  dürfte  jedoch  der  größte
Theil  nicht  einmal  in  Bahla  produzirt  worden  sein,
sondern  aus  dem  benachbarten  Staate  Sergipe  herstammen.
  Denn  was  Bahia  jetzt  noch  an  Zuckerrohr
erzeugt,  wird  in  den  Zuckerfabriken  verarbeitet,  und
der  fertige  Zucker  wird  dann,  soweit  er  nicht  zur
Deckung  des  eigenen  Bedarfs  erforderlich  ist,  nach
Rio  de  Janeiro  ausgeführt.

Nicht  gereinigter  Zucker  stellte  sich  im  vergangenen
Jahre  auf  etwa  2,600  Milrels  für  1  Arroba.

Während  im  Jahre  1891  noch  71  468  gesalzene
und  141  390  getrocknete  Häute  sowie  2648  Ballen
Schaf=  und  Ziegen  felle')  von  Bahia  ausgeführt
werden  konnten,  ist  dieser  Zweig  der  Ausfuhr  in  den
letzten  Jahren  infolge  der  Entstehung  bedeutender
Gerberelen  im  Lande  immer  mehr  zurückgegangen.

496

 

Für  Häute  ist  sonach  Deutschland  der  erste  Abnehmer,
  und  die  Ausfuhr  dorthin  hat  sich  ebenso  wie
die  Ausfuhr  von  trockenen  Häuten  nach  Italien  erheblich
  vermehrt.  Letzteres  dürfte  daraus  zu  erklären
  sein,  daß  ein  in  Bahia  bestehendes  Nordamerikanisches
  Haus  sich  die  direkte  Ausfuhr  von
Häuten  nach  Italien  besonders  hat  angelegen  seln  lassen.

Gesalzene  Häute,  die  meist  ohne  Garantie  eines
bestimmten  Gewichtes  gehandelt  werden,  stellten  sich
im  Jahre  1896  auf  12  bis  13  Milreis  für  1  Stück,
während  trockene  Häute  nach  dem  Gewicht,  und  zwar
annähernd  mit  1,100  Milreis  für  1  kg  gezahlt  wurden.

Ziegenfelle  werden  fast  ausschließlich  nach  den
Vereinigten  Staaten  verschifft.  Die  Ausfuhr  dorthin
geht  zum  Theil  über  Pernambuco.  Zahlen  hierüber
sind  in  der  oben  gegebenen  Statistik  nicht  enthalten,
aber  nach  zuverlässigen  Mittheilungen  sind  noch  etwa
400  bis  500  Ballen  Felle  von  Bahia  über  Pernambuco
  nach  den  Vereinigten  Staaten  gegangen.
Dort  wird  aus  ihnen  feines  Damenschuhleder  und
dergl.  hergestellt,  das  dann  in  großen  Mengen  auch
nach  Deutschland  gebracht  werden  und  dort  willige
Abnehmer  finden  soll.  Dagegen  zeigt  sich  der  deutsche
Markt  bisher  für  den  direkten  Bezug  von  Ziegenfellen
  völlig  unzugänglich.

Der  Preis  für  Ziegenfelle  betrug  im  vergangenen
Jahre  durchschnittlich  eiwa  2,200  Milreis,  für  Schaffelle,
  die  etwa  ein  Viertel  der  Gesammtverschiffungen
von  Fellen  ausmachen,  1,200  Milreis  das  Stück.

Farbholz  (Pau  Brazil)  und  Jacaraändäholz.
Die  Ausfuhr  von  Hölzern  hat  in  den  letzten  Jahren
infolge  des  im  Innern  betriebenen  Systems,  das  nur
ein  Fällen,  nicht  aber  auch  ein  Nachpflanzen  für  die
geschlagenen  Stämme  kennt,  im  Allgemeinen  ständig
abgenommen.  Ausgeführt  wurden:

1895  1896
Farbholz  Jacarandéáé  Farbholz  Jacarandá
löcke  Blöcke  616

Deutschland.  7099  16681  2380

 

 

 

 

Für  das  Jahr  1896  zeigt  zwar  die  Ausfuhr  von  roßbritannien  7038  —  123  260
Häuten  eine  Steigerung  gegenüber  dem  Vorjahre,  nanreich  *ii  42|0  1  33  1  obs  375
dagegen  hat  die  Ausfuhr  von  Schaf=  und  Ziegen=  d.  Ver.  Staaten  3191  885  1574  2001
fellen  weiter  abgenommen.  Zur  Verschiffung  kamen:  zusammen  21  538  4463  6250  7545
1895  1896
Nach:  Gesalzene  Trockene  Schaf=  und  Gesalzene  Trockene  Schaf=  und
Häute  Häute  Ziegenfelle  Häute  Häute  Ziegenfelle
Stück  Stück  Ballen  Stück  Stück  Ballen
Deutschland...  ....  38  817  12789  —  43  667  29  813  —
Großbritannnen  —  —  14  —  —  —
rankreich..  ...  908  4846  19  7  699  7393  7
talken  —  2214  31  —  21710  —-Portugal.....·..
  1019  2919  —  1085  712  —
den  Ver.  Staaten  75  598  1682  1200  —  1045
zusammen  35  814  23396  1746  53  651  59  628  1052

 

 

 

 

 

 

*)  1  Ballen  Ziegenfelle  enthält  in  der  Regel  300  Stück,  1  Ballen  Schaffelle  meist  200  Stück.
        <pb n="601" />
        Die  Abnahme  der  Ausfuhr  von  Farbholz  nach
Deutschland  entspricht  der  Gesammtabnahme  der  Ausfuhr.
  Dagegen  sind  die  hinsichtlich  des  Bezuges  von
Jacarand  eingetretenen  Verschiebungen  wohl  hauptsächlich
  darauf  zurückzuführen,  daß  dies  Holz  im  vergangenen
  Jahre  in  Frankreich  und  den  Vereinigten
Staaten  höhere  Preise  erzielte  als  in  Deutschland.

Das  Gewicht  der  Farbholzblöcke  schwankt,  sofern
diese  von  Alcobaga  oder  von  Rio  de  Prado  stammen,
zwischen  40  und  200  kg,  während  Blöcke  vom  Rio
de  Contas  nur  13  bis  15  kg  wiegen.  Bezahlt
wurden  im  Jahre  1896  für  Farbholz  je  nach
Qualität  500  bis  800  Reis  für  1  Arroba.

Jacarandäblöcke  kommen  im  Gewichte  von  120
bis  1400  kg  vor;  doch  sind  die  großen  Stämme
schon  selten,  und  als  Durchschnittsgewicht  dürften
300  kg  zu  rechnen  sein.  Der  Preis  stellte  sich  im
letzten  Jahre  je  nach  der  Größe  und  Schönheit  der
Blöcke  auf  2,000  bis  3,500  Milreis  für  1  Arroba.

Eine  Zunahme  ist  in  der  Ausfuhr  von  Gummi
(Borracha  de  Mangabeira)  festzustellen.  Im  Jahre
1895  kamen  2263  Säcke,  im  Gewichte  von  etwa  je
4  Arroben,  zur  Verschiffung,  im  letzten  Jahr  dagegen

 

3297  Säcke.  Hiervon  gingen:

Nach:  1895  1896
Deutschland  .  271  983
Großbritannien  53  613
Frankreich  100  211
den  Vereinigten  Staaten  1839  1490

Es  ist  zu  befürchten,  daß  die  Ausfuhr  dieses
Artikels  keine  große  Zukunft  hat.  Denn  in  den
fernen  Wäldern  am  Rio  Sao  Francisco,  von  wo
der  Gummi  vornehmlich  kommt,  wird  die  Gewinnung
desselben  ohne  jede  Rücksicht  auf  Erhaltung  des
Stammes  betrieben,  und  ein  Anpflanzen  oder  auch
nur  Nachpflanzen  von  Bäumen  kommt  nicht  vor.
Die  Versuchung  zu  solchem  unwirthschaftlichen  System
ist  um  so  größer,  als  im  vergangenen  Jahre  für
1  Arroba  Gummi  45  bis  50  Milreis  bezahlt  wurden.

Auch  gegen  die  Piassavapalme  ist  im  Innern
schon  seit  Langem  ein  wahrer  Vernichtungskrieg  geführt
  worden.  Anstatt  nur  den  bei  der  Blüthe  der
Palme  sich  entwickelnden  Piassavabüschel  abzunehmen,
hat  man  lieber  Jahre  lang  einfach  die  ganze  Palme
umgeschlagen.  Infolge  dessen  existirt  jetzt  in  der
Nähe  der  Küste  überhaupt  kaum  noch  eine  ertragsfähige
  Piassavapalme.  Die  Wurzeln  der  gefällten
Stämme  schlagen  zwar  wieder  aus,  aber  Jahre  vergehen,
  ehe  die  neuen  Schüsse  wieder  Plassava  liefern.
Die  Folgen  dieses  Systems  haben  sich  jetzt  schon
bemerkbar  gemacht;  während  nämlich  im  Jahre  1890
noch  279  134  Bündel  und  43  615  Ballen  Piassava
ausgeführt  wurden,  gestaltete  sich  in  den  letzten  beiden
Jahren  die  Ausfuhr,  wie  folgt.  Es  erhielten:

497

Dr.  K.  Heilmann.

 

 

1895  1896

Bündel  Ballen  Bündel  Ballen

Deutschland.  31  1  63  2870  944
Großbritannien  426682  13  732  48  126  16  091
Frankreich  245  76  2053  683
Portugal.  827  2757  *-  1873
d.  Ver.  Staaten  463  179  98  32
La  Platoa  2914  969  21  647
zusammen  57738  19  350  60931  20270

Dabei  ist  zu  bemerken,  daß  ein  Bündel  Piassava
meist  nur  20  bis  30  kg  enthält,  ein  Ballen  dahegen,
  der  unter  der  Presse  zusammengeschnürt  ist,
oft  bis  zu  70  kg  wiegt.

Die  Abnahme  der  Ausfuhr  nach  Deutschland
findet  ihre  Erklärung  in  der  Konkurrenz  der  Afrikanischen
  Piassava,  die  zwar  an  Qualität  der  guten
Bahiapiassava  weit  nachsteht,  im  Preise  jedoch  sich
wesentlich  billiger  stellt.

Daß  Großbritannien  der  Hauptabnehmer  der
Piassava  ist,  dürfte  seinen  Grund  darin  haben,  daß
die  beiden,  in  Bahia  bestehenden  Englischen  Häuser
dem  Piassavageschäft  besondere  Aufmerksamkeit  widmen.

Bezahlt  wurden  im  Jahre  1896  je  nach  Qualität
8  bis  10  Milreis  für  1  Arroba.

Außer  den  aufgeführten  Landesprodukten  werden
noch  ausgeführt:  Diamanten,  Straußenfedern,  Kopal,
Harz,  Coquilhos  (kleine  Kokosnüsse  zur  Knopffabrikation),
  Ticum  (eine  wergartige  Pflanzenfaser),  Baumwolle
  und  Baumwollensamen,  Copaivaöl,  Walfischthran
  und  Monazitsand,  Alles  jedoch  nur  unregelmäßig
  und  in  unbedeutenden  Mengen.

 

VVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVUVD

Titteratur.

H.  Seidel:  Krankheit,  Tod  und  Begräbniß  bei  den
Togonegern.  Globus,  Band  LXXII.  Nr.  2

und  3.
—.—i:  Instruktion  für  ethnographische  Beobachtungen
und  Sammlungen  in  Togo.

Der  Verfasser  liefert  in  den  beiden  vorliegenden
Arbelten  einen  neuen  Beweis  für  den  aufopfernden
Fleiß,  welchen  er  dem  Studium  der  Volkskunde  von
Togo  widmet.

Graf  Carl  Kinsky:  Vade  mecum  für  diplomatische
  Arbeit  auf  dem  afrikanischen  Kontinent.
II.  revidirte  und  erweiterte  Auflage.  Wien  1897.
Gerold  &amp;amp;  Co.

Die  Schrift  liefert  in  Tabellenform  eine  kurze
Geschichte  der  verschiedenen  unabhängigen  Staaten
und  Schutzgebiete  Afrikas.  Die  auf  die  deutschen
Kolonien  bezüglichen  Kapitel  sind  leider  etwas  gar
zu  knapp  gehalten.

 

Missionskarte  der  Erde  nebst
Begleitwort,  mit  besonderer  Berücksichtigung  der
deutschen  Kolonien.  III.  verbesserte  Auflage.
Gütersloh  1897.  Bertelsmann.
        <pb n="602" />
        Das  kleine  Werk  bietet  einen  hübschen  Ueberblick
  über  die  Verbreitung  der  christlichen  Missionen
vom  protestantischen  Standpunkte.

 

G.  Gußmann:  Auf  chinesischen  Missionspfaden.
Basel.  saunn  elnsiichtaelsch  !  f
Die  kleine  billige  Schrift  führt  in  sehr  anschaulicher
  Weise  das  Wirken  der  Baseler  Mission
in  China  dem  Leser  vor  Augen.

 

Aurel  Schulz  and  August  Hammar:  The
New  Africa,  a  journey  up  the  Chobe  and
down  the  Okovanga  rivers.  London  1897.
W.  Heinemann.

Die  Verfasser  schildern  in  dem  sehr  hübsch  mit
Karten  und  Abbildungen  ausgestatteten  Werke  die
Erlebnisse  und  Beobachtungen  einer  Reise,  die  sie
während  der  80  er  Jahre  in  den  damals  unbekanntesten
Theil  Südafrikas  ausgeführt  haben.  Das  Reich  des
inzwischen  oft  genannten  Häuptlings  Khama,  der
Ngamisee  und  ein  großes  Stück  des  oberen  Sambesi

 

498

ist  dabei  von  den  Reisenden  erforscht  worden.  Die
zahlreichen  wechselvollen  Begebenheiten  der  Reise
machen  die  Erzählung  durchweg  auch  für  den  Südafrikas
  nicht  kundigen  Leser  anziehend.  Von  besonderem
  Interesse  dürfte  das  Buch  aber  für  die  in
Deutsch-Südwestafrika  thätigen  Kolonisten  sein.

 

Dr.  Emil  Fromm:  Lieder  und  Geschichten  der
Suaheli.  Hamburg  1896.  Verlagsanstalt  und
Druckerei.  (Sammlung  gemeinverständlich-wissenschaftlicher
  Vorträge.)

Die  aus  einem  Vortrag  in  der  Kolonlalgesellschaft
  zu  achen  entstandene  Schrift  stützt  sich  auf
die  werthvolle  vom  verstorbenen  Dr.  C.  G.  Büttner
herausgegebene  Sammlung  von  Suaheliliedern.

 

Kaart  van  de  Zuidafrikaansche  Republiek,
  Oransje  -  Vrijstaat,  Natal.  Amsterdam
  1897.  Sayffardts  Boekhandel.

Eine  handliche  Karte  der  jetzt  so  in  den

Vordergrund  getretenen  Gebiete  Südafrikas.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  24/6.  Sydney  12/7.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Teneriffa.)
(Poststation:  Hongkong.)
M.  S.  „Seeadler"  18/3.  Dar-es-Salam.  (Poststation:  Sansibar.)
Ablösungstransporte:
Reichspostdampfer  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  SS.
„Falke“  und  „Bussard“  (ganze  Besatzungen):
Transportführer:  Korvettenkapitän  Krieg.
Heimreise:  Sydney  17/7.  —  19/7.  Melbourne  21/7.  —  23/7.  Adbelaide  24/7.  —  28/7.  Albany
  28/7.  —  Colombo.

S.  M.  S

S.  M.  S.  „Condor“  29/6.  Dar-es-Saläm.

S.  M.  S.  „Falke“  24/6.  Sydney  24/7.  —  Bismarck-Acchipel.
S.  M.  S.  „Habicht“  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  13/3.  Kamerun  24/7.  Heimreise.

S  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  27/5.  Berlinhafen.

 

Derkehrs-Zachrichten.
Das  Kabel  zwischen  Aden  und  Sansibar  hat  nach  Meldung  vom  28.  Juli  d.  Is.  eine  Beschädigung
  erlitten.

Das  beschädigte  Kabel  Kapstadt—Mossamedes  ist  wieder  hergestellt.

Postdampfschiffverbludungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus

Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens

5*  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

Neapel  am  18.Aug.,  8.,  29.  Sept  Tanga  20  Tage  am  16.  August,
(eutsche  Schiffe)  120  m.  o.  du  —2  21  Tage  **7m½⅝  W.  Säkt
.  Brindi  12.  t.,  10.  Olt.  ansibar  Tage  8.  Okt.  abds.
1.  Deutsch-Ostafrika.  E  zSt.  bille  am  u  ep  o

Marseill  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jebes  Monats
ranzöfische  Schiffe)  4o  ums.  «  -  -  Misobe  .-
        <pb n="603" />
        499

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
4  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
2.  Deutsch-Südwestafelra.Southampton  am  28.  Aug.,  26.  Sept,  Lüderigbucht  22  Tage  am  27.  Aug.,  24.  Sept.
runtee  88  dieeh  Fll  Hciss=  iaser.  40  nms.  Swakopmund  26  Tage  15nms.
od  Fr*P“  Kap  Mis  3p  -beutwein.)
von  dort  weiter  auf  dem  Hamburg  am  25.  Sept.,  25.  Nov.  Je  30  Tage  am  25.  Sept.,  25.  Nov.
Landwege.)  (deutsches  Schiff)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  72  abds.
am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
cr  chlffe)  nachts  20  a
8.  Ramerun.  12  am  1.,  29.  September  Kamerun  22  Tage  am  30.  8  27.  Sept.
cenge  %  Sa##,  165  n
am  10.jedes  Mts.1  nachts  Lome  20  Tage
Hamöur  am  20.jedes  Mts.  "  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und,  ezen
utsche  Veise  Klein-Popo  33  Tage  godes  Mon
4.  Togo  ·  Gebiet  am  Letzten  jed.  Mts.=  Accra  25  Tage  720  abds.
(Ueber  Liverpool  oder  von  da  ab  Vandverbindung
Marseille  nur  auf  VerLiverpoo  am  25.  August,  Quittah  36  Tage  am  23.  August,
langen  des  Absenders)  *  ½  ans  25  2  #ent  #ns  ——  an  **  jn
(kranzösische  Schiffe)  40  nachm.  n  da  ab  Landverdindung  10½  abds.
Neapel  am  3  Sert.  17.  Nov.Stephansort  45  Tage  am  20.,  24.  September,
5.  Deutsch-Keu-Gninea.  (beutsche  Schilfe)  15.,  19.  November
Brindisie  am  38  Se.  21.  Nov.  -  41  Tage  10  abos.
(Nachversand)
Brindisi  am  7.  Nov.  Jaluit  etwa  70  Tage  am  27.  Aug.,  5.  Nov.
6.  Marshall-Inseln.  (über  Manila)  abds.  nN.t*N
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebleten.
Landungs=  Die  o  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  l  6
neutsa,  srit  Neapel  ·  *  W**“  "  biet  Hamburg  ..  an  10.und  und  545“
heutsch-Ostafrika  indi  ogogebiet  .....  jedes
Brindisi  ams.  Sept.,  -  Okt.  .
Mark-tät  ..am  16.  Aug.,  16.Spt.  Marseille  ..  am  16.  eg  nais
«  1
—————.————————————2
-Wjed.  Monats  .
Kämeptu«-»»  ambukqapæöle  Mcsjpcllssuieln.»Marfeslle.MitteAunsh
Su  -  am  9.  Sept.,  7.Okt.  Mitte  Oe  ei

 

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

 

.  -  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichspostdampfer  b
chspostdampf  von  1  nach  bis  12.  Juli  1897
„König,,  Durban  Hamburg  am  12.  Juli  ab  Notterdam.
„Herzog,  Hamburg  Durban  am  10.  Juli  ab  Durban.
„Kaiser  .  gnrg  Durban  am  10.  Juli  ab  Durban.
„Kanzler  ,  Durban  am  12.  Juli  an  Suez.
m  .  m  Hamburg.
Nachkqu  -  t.  in  Hamburg.
„Admiral"  Hamburg  Durban  am  9.  Juli  an  Tanga
„General“  .  urban  Hamburg  am  8.  Juli  ab  San  Var.
        <pb n="604" />
        500

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Klnie.

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
ostdampfer
Vois-dam  von  nach  bis  12.  August  1897
„Adolph  Woermany“  ..  Loango  Hamburg  am  3.  August  in  Gabun.
„Aine  Mvermann,  U„  .  Zt  mbhurgb  Loango  am  5.  August  in  Kamerun.
„Anna  Woermann“  3  in  Hamburg

„Carl  Woermann)  Loanda  Hamburg  am  7.  August  in  Lagos.
„Eduard  Bohlen“  ·  Kongo  Hamburg  via  Antwerpen  am  11.  August  in  Madeira.
„Ella  Woermann"“.  Hamburg  am  7.  August  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann“  bur  Kotonon  am  6.  August  in  Conakry.
„Cretchen  Bohlen"“  z.  Zt.  in  Hamburg

„Hedwig  Woermann!.  otonou  Hamburg  am  6.  *  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  9.  Auguust  in  Loanda.

ert  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  12.  August  Dover-  basstr4

Toher-  behlen.  ·  Loango  Hamburg  am  2.  August  in  A

„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Loango  am  10.  August  ab  Hemkurg.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Lüderitzbucht  am  4.  August  in  das  Palmas.
„ei  Bohlen"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  30.  Juli  in  Acc

Professor  Woermann“.  herbro  Hamburg  .am  11.  August  in  Palmas.
„Thekla  Bohlen“.  Hamburg  Swakopmund  am  10.  August  ab  Hamburg.

 

 

 

 

Anzeigen.

 

Inserale  (für  die  dreigespallene  Petitzeile  oder  deren  Raum  75  iemi)  sind  an  an  die  Verkriebsleitung,  Verlin  S8W  12,  Kochstraße  68—71,
inzusen

I.  Topelglird  *  (O.

Berlin  JW.,  Teustädtische  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),

Spezial-Geschäft  für  Fropen-Ausrüstungen,

Stelle  in  dankbarer  Erinnerung  die

hohen  Verdienste  des  Entschlafenen  uanfehien  ch  ginsbesongere  za  hur  H  e  ee  ¼  —  *

um  unsere  Kolonie  hervorzuheben.  eeischen  Ländern  sowie  Hen  Lieferung  guera  *  Expedition  und

Lon-  auergewöhnkicher  versönlicher  Fkeschen,  n  in  Betracht  kommenden  Art

Besrien  chühch  —  Sein  steies  das.  Sachgemähe  Zusammenstellungen  auf  Grund  zicel.  160nr  Erfahrungen  und
«  nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  uns

den  onrner  olamie  zl  E—  und  aner  t  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  -t-  Daue
eise  erbe

während  seiner  ren  Amtsthätigkeit

  bewilligten  Verbesserungen  sind

bauptschlich  seiner  Fürsprache  zu
anke

 

Nachruf.
Die  Kausmannschaft  von  Klein-Popo,
  in  tiefe  Trauer  versetzt  durch
den  unerwarteten  Tod  des  Herrn

Bollverwalters  Joop,
Amtsvorsteher  des  hiesigen  Platzes,
fühlt  das  Bedürfniß,  an  dieser

 

 

 

Alle  Einwohner,  Weiße  und
Schwarze,  werden  ihm  stets  ein
dankbares  Andenken  bewahren.

Klein-Popo  (Deussch-  Togo),

den  25.  Mai  1
Im  Auftrage  der  albelitummer
für  Klein-Popo  und  Porto-Seguro:
Der  Präsident.
(gez.)  Banthien.

 

 

Sökeland-Export-Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  6

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  102  Jahr  alte  Pumperniekel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurlickgelegt  hautten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeanusstellung  1896.
Exportauftrüge  erbitten  an  Harcer  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburgq;  sur
das  Inland  E.  Sökelcnd  &amp;amp;  Söhne,  Berlen  NIXT,  oder  IVandsbesc.
        <pb n="605" />
        Urteile  aus  dem  Leserkreise  des  Echo.

Der  ’kannto  nunmehr  verstorbone  Weltreisendo  Otto
‚„Aus  dem  fünften  Welttailo  Australicn-Neuscoland-“:

auf  Soile  413  in  seinom  Artikel;

.  Ehler’s  vebhriob  in  dor  läglichen  Rundschan  1895

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“

crung  bestat

    

atigt  auch  dor  nicht  minder  bekannte  Alrikaroisendo  Euge  11

S  indom  er,  don  fran-An-


  Leldang  durch  ganz  ANudakgaskar  mitmachond,  in  seinen  Borichlon  aus  dom  Kriegaluger  an  das  Borlinor  Tageblatt  schroibt:

„Aus  dem  „Echot  ersche  ich  stets,  was  in  der  Welt  vorgeht.“

 

W  18.  r  1895.
leh  leno  Ihr  Blatt  mit.  dom  grö  n  on  7  ebet  ½  bin
öberzougt.  dass  nich  hier  riolo  Doutacho  findon  lanson,  7#  o  hior

ansüssig  Sind.  wolcho  I  at  3wrt  würden.

Mürz  1895.
Dor  Ankunft  lhros  „Echo“.  .%i  oS  wir  #aus  Wocho  schnnuchti
entgegon:  brinet  n  uns  doch  immer  u0  höchst  intorossanto  Nachrichten
  von  dor  Heimat,  un  beduuere  lch  n  ob
##nsschbe  nicht  schon  früher  kennen  lermt.
#OnStantin  Lüling.
Singaporo.  4.  Juni  1805.
II.zlichon.  Dank  für  dio  st  urck-  Jumer  dic  das  Prüdikat
  „prüchtlg“  in  vollem  Ebenso  lassen  die
äbrien  Beul  blätter  nicht.  s  ünschen  übrlg.
ollkommoner  —me  len  orgoboner
Sonstantin  A#as.
Modollin,  8.
und  Freiso  Konöhen  175ü  zuorst.
#  Frunch.  Kährond  ich  andoro  Zeitschrirton  zusammen  erbalto.
leh  hale  es  boreils  meinen  Freunden  warm  embpfohlen,  was
#  nach  Inhalt  und  übersichtllcher  Zusammenstellung
auch  verdlent  uneneon  I.  uis  Finchor.

 

arno  loso  ich  das  „Echo“

45  Woellington“  Lhagte=  4%%  Mynd  Dublin,
1
Iklsu"1-«losnsm  »oui«-His-  ltlat  Ist  Sols-holtnscslt
  un  Vergleich  mie  den  Frenstrenn  Micsi  igen
Blür#tern.  Ergebenat  D.  V

Ar  Augu
Gleiele:  eilig  fühlo  ich  mich  voman  *5  Kn  mitzntteile  #n.
dau  *  inr  „  Reho“  mir  gunz  nusgezeichnat  Kofallt.  Bitto  Ihro
forneren  Sniemgen  zu  ndrossierom  wio  folgt:  Mux  Gonior,  Naréchaussé,
  Aruba,  Colonio  Curagno,  W.
t““  N.  Gontor.

ada-City.  7.  August  1893
Meinen  rerbindlichsten  os#e  /#  die  Veronechrit.  BEcho-  «

die  Sio  mir  *  kion.  dieselben  haben  mich  ausse  rorllotliel
interessiert.  ½e  Wochenschrife.  gn  ewii,  dnss  ein
eder  gute  tee  er  sie  ahonniert.  Noc  meinen

berslielton  Launk  für  Iüre  Froundlichkoit.

Alit  nlic  (irüsson
lr  treuor  Fround  —

Wn  rst  (Lausitz),  2.  November  1895.
oino  Loipzigorstr.
leh  bin  seit  1.  Juli  e  Abon  Dnnont  des
uest

aber  oflen  gesteh  *
selben  ganz  überrascht  vi  und  dien  erktennung
auch  von  meinen  gunzen  Freunden  geteilt  wird.

netussnsn  Arthur  ennon  I##nnisg.

dar  (Texus).  21.  Novomber  1893.
don  T#onbsatip  mal  Nov
chlindischo  4%
on,  dio  das  *  mich  Wissenseiner
  Wochenschrift
ßtr  „Echo“.
usen  T.  A.  Diockorl.
apol,  10.  Dozombor  1893,

leh  benutze  dio  Gelegonheit,  6  zaansun  Kodaktion  sweine

höchsto  Anorkonnung  qusurechen.  für  dio  ganz  vortrot
ung  den  „Bcho,.  In  den  vier  Jahren  meines  Abon  n  -

oktollorrontlhbo

werteste  n  dem  kna

kuruen  erqu

Ho-  X—  Voldomar  Knadon,  Scbriftstollor.

ia  (Calisornion),  8.  Dozombor  1895.
Dio  mir  gosandto  l  in  habo  ic  orielkon  und  überwon
  dor  lahen.  dorselben  mobr  wio  banken  Ernr.  ungen.  Ihr
ia  Lar  ist  das  Beste,  was  anf  dletem  Geblete  biasher
Feitieret  Sonchen,  ist.  Ihnon  "o  luro  Cwne  eott.  bestons
kond  zeichno  chlungsvoll  A.

Amstorduam,  16.  Dozomber  1895.
Ich  will  hoffen,  dass  Sio  oin  günstigos  Rosultat  habon.  —
Um  #0  mohr,  mich,  uls  oiner  der  flltetten  Lesoer  I###
#ertroklliehon  Wochonschrift  ’  Das  brier  ;  jecten  Emplang  einger
nen  Ablieferung  ein  bespndon  nügen  Je  chal#t.
heso  danes  7  orgebon
G.  A.  Hoinze,  Musikdiroktor  u.  komponist.

18.  Dezembor  1895.
Moino  Bekannton  sind,  wic  es  semltis.  atle  im  Bositzo  inmn
Bletton-  woftan  Witwo  Matthos,  lLsommert  und  Lombachts  dio
orgung  mac  o  ieh  untor  woitoren  Kroison  1
vrkn  n  ichkelt  desselbenauclmitvollekbehckzeugung
Ins  Licht  stellen

 

 

 

Das  Echo

zuwonden.  Es
wird  duher  jeder

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Deutsche  im  Auslande  gebeten,  seine  Adresse
Schorer,  G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstr.  29,

 

Organ  der  Deutschen  im  Auslande  und  Chronik  der  2  eiter.S  nisso,
betrachtet  es  insbesondor  Aus,
der  Peutstho)  im  Anc#ande  die  un's  ollste  Kutnterke#samleeit  zuals

  seine  Aufgabe,  dem  Lebe  d  Treider
  Verlagshandlung



gefl.  unzugeben,  damit  dieselbe  Gelergenpent  hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  u.  portofrei  zu  übersenden.

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Bestellung  en  Mark  birhnehan  *  engegen;  in
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¾  r%viertoljährlich  1  Mk.  60  Pr.,  zniobihrte  ch  9  Mk
*  möglichst  gansjährig  Abounemonts  aufängeben.

In  das  Abonnement

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den  übri

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Lngüsche  grene  us  u  w  ig  in  7  blung  genommen.
jederzeit  eingei  ngen
  Einvengang.  **  n  n  0  Niehe  auf  bieni

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Läudorn  zu  don  lundes  abkelen  Proison.  Direkt  von
inimalrene  20,  untor  Kreuzband  berogon,  kostot
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und  Echo“  vom  Ta

reten  werden  wird

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und  Frlchte  In  Likör  und  Sirop,
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San  Martino  d'’Albaro,  Genna.

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Hallensor  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgescbmack  nicht  übertroffen  und  sind  bei  gleicher
Güte  billiger  als  ausländische  Fabrikate.

Unser  Bestreben,  stets  das  Beste  zu  leisten,  ist  anerkannt  dureh

unsere  stetig  gesteigerte  Produktion;  wir  verurbeiten  imDurchschnitt

täglich  50  Centner  Rohkakno,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Spitze  der  deutschen  Schokoladelabriken  stellt.  Ge)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.
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Fabrik  schwer  versllberter  und  vergoldeter
Tafelgerithe  —  Kunstgegenstände.

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GEefrledrichstr.  76  (Ecke  Französischestrasse).

 

 

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für  koloniale  Zwecke.

Die  Arthur  Koppel’'schen  Gleisanlagen  haben  sich  sowohl
  in  der  deutschen  Landwirthschalt  wie  bei  der  1
Bewirthschaftung  von  Zucker-  und  Kaffeepluntagen  und  1n
zum  Gebrauch  in  der  Kultur  noch  unerschlossenen  Distrikten
vortrefflich  bewährt.  —

9  Arthur  Koppel,  3
9  32.  Dorotheenstr.  BERLIN  NW.  7,  Dorotheenstr.  32.
WF’s

X
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Kf#bete  Assichnung
hicago  1893.
Höchste  A#nicehm  (bipiome  ;
d'Honneur)  Antworpen  1894.
Fabrik

Lochmann'scher  5

Musikwerke

Aktiengesellschalt
Leipzig-Gohlis.
Ausschliessliche  Fabrikantin  der
Symphonions
mit  ruswocktshlharen  Ne
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Uteste  r  a  r  der  Well.

 

*#  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
bnigliche  olenschhandlung,
relin  8W.,  Kochstraße  68—71.

Betleidungs-Besimmungen
für  die
Secoffiziere,  Offiziere  der  Marineinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenieure,
  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Torpederoffiziere,  Sanitätsoffiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen
  Marine,
sowie
Bestimmungen  über  die  Uniform  der
Seeoffiziere  2c.  des  Beurlaubtenstandes,
  zur  Disposition  gestellter
und  verabschiedeter  Offiziere  2c.  der
Marine  und  Bestimmungen  über  das
Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.

 

 

Genehmigt  curch  Mlerhochste  Kabinetsvom
  25.  Mai  1890.
—ier  *  Sefagschtigung  der
bis  Ende  April  93  ergangenen
Abönderungen

Preis  50  Pfennig.

 

 

 

Entziehungskuren.  O
Dr.  Fromme,  —
Stellingen  (Hamburg).  (Ge)

 

 

 

 

M.  Hecht,  Görlitz

Kunsttischlerel  krsner  Appara#
Speztaktecke:  ½n

Cameras  fü#.  *  in  Teak,
Mahagonl  und  Nussbaum:

Haolteste  deutsche

Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessler  Cabinet

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G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(a6*)  Esslingen.
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        Verlag  der  Königlichen  obuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  S8W12,
Kochstraße  68—71.

 

 

Furopäischen  ß  olonien.

Schilderung
ihrer  Gutsteßung,  Einrichtung,  Erfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Alfred  Zimmermann.

—  —

Erster  Band:
Die  Kolonialpolitik  Portugals  und  Spaniens
in  ihrer  Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte
des  16.  Jahrhunderts.
KPreis  geheftet  Mr.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,  55.  —

Noch  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteinahme
  die  Thaten  und  Erfahrungen  der  großen  Kolonialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Entwickelung  der  kolonialen  Krin  in  den  beinzelnen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  obigem  Werke  der  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  b

Der  Verfasser,  der  die  Entwickelung  der  delier  *  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
u  beobachten  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Stuien  mit  den  Veruhit
  auch  der  seensedschen  Kolonien  sich  vertraut  gemocht  hatie,  will  in  seinem  Werke  allen  mit
olonialen  Dingen  5  ftigten  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  .  Publikum  ein
klares  theih  ber  das  Wesen  ig  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  Geschichte,  bieten.
Das  oll  daher  eine  allgemeine  Geschichte  der  guropäischen  Kolonialpolitik  sein.  etr  vorsch  den  ürsachen
nach-  Ptr  enen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  so  olchen  genöthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,
er  sie  diese  Aufgabe  erfaßt  und  durchgeführt  haben.  An  bie  Geschichte  der  Gründung  und  Entwickelung
dr  *25  onien  selbst  schließt  sich  daher  eine  Darlegung  aller  der  Gründe,  die  das  Gedeihen  der  Kolonien
begünstigt  oder  gehemmt  haben.  Der  Derfasser  egt  ein  hauekgenicht  auf  eine  übersichtliche  Darstellung
der  je  nach  den  nati  areln  Eigenschaften  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen
Venceltung  und  Gesetzgebu
Portugals  und  Spaniens  Kolonialpolitik  sind  als  Gegenstand  des  ersten  Bandes  gewählt
worden,  weil  diese  Staaten  die  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  sind,  und  eine  ——  ber
Einrichtungen  und  Thaten  dieser  beiden  Völker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,
Anschauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  hohem  Maße  lehrreich  ist.  Zum  mindesten  ist
daraus  *  Hinsicht  mit  Sicherheit  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nicht  vo

gehen

Der  eite  Band,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen
Rolonialpotüh4  darstellen  wird,  will  dagegen  zeigen,  unter  welchen  Voraussetzungen  und  Bedingungen
  eine  Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  beseelt  sein
muß,  welches  wirklich  jöcssihhte  übrrschüche  Tochter  kanten  heranziehen  will.  Der  die  holländische
Kolonialpolitik  behandelnde  dritte  Band  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Geschichte  der
französischen  Kolonialpolitik  wird  ihr  Hauptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,
welchen  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der
Selbstaufopferung  entbehrenden  Nation  begegnen.  Den  Ab  sclu#  wird  die  Schilderung  der  deutschen
kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
!  8  beziehen.  Gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der

 

 

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splelt  im  öffentlichen  und  privaten  Leben
elne  so  gewichtige  Rolle,  daß  ihre  Erlernung
  in  allen  Schschtem  der  Bevölkerung
mit  gioßem  Elser  betrleben  zu  werden
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dargestellt  von

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Berlin  SW:,  Kochstraße  68—71.

 

 

 

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noch  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  liefert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—

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Original-Slaschen-Mhbzuges

der  Brauerei
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Karl  Dürrwanger,  münchen.
Export-Dertreter  in  Hamburg  (für  den  Brauerei-Abzug):
Alfred  Geisendörfer.

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Kürnberg  1896:  Goldene  Staatsmedaille
für  besonders  feine  und  reinschmeckende  Biere  und  für

langjährigen  großen  Export.  6)

alassuie  u  e  u  un  n  Hln,  a  f  unu4n0  adfellte  aal  uulr  unilg.  alt.  u11-  unl.  aes
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Export-Bier

Kaiser-Brauerel  sder  4  Co.  In  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Stelngutfabrik,  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebrlider  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (u)

 

—
8.
##  *

zTnst  Kraft,
Hamburs,

Ferdinandstunese  43
übernimmtilede  Crmnsehy  und
Speditlon  nuch  und  von

West-  und  Ost-Atrika

zu  den  bllligsten  Bedlugungen.
—  Afrikraft.

Fernsprecher:
Amt  I.  W  —

Deutschen  im  Auslande

kann  nicht  gonug  ompfoblen  worden  alter

Steinberger  Korn

in  Kiston  à  12  Litorflaschen  billigst.  (01)
R.  Peter,  Goslar,  Kombrennerol.  gegr.  1785.
Export-Vertret.  Marder  &amp;amp;  de  Vons,  Hamburg.

Pumpernickel

(westillisches  Schwarzbrot),
Farantirt  haltbar,  auch  In  den  Tropen,
versendet  die  (us)
Hammer  Brotfabrik,  Hamm,  Westf.

 

 

 

 

 

 

r□J
Berliner  Export-Tafel-Weißbier,
in  den  Tropen  mit  nt  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Lopfen  hergestellt.  Das  Bier  esst  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  11  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (7
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  2  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

Musikinstrumente

 

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Jul.  Neinr.  Zimmermann,
Fabrik  u.  FSen,  E—*x“  strumonten,
Leipzi  i.St.  burg,  Moskau.
Neue  A#st  K.  gershurg  Fratk.  (58)
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        —  508  —

WOERMANN-LINIE.

Am  20.  August:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Ramm,
nach  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,
Grand-Popo,  Whydah,  Kotonou  und  Lagos.

Am  31.  August:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Häafen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  September:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po  und  den  Häsen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  18.  September:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Martens,.
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruflsque,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  September  und  25.  Novbr.
Alle  Gdter  mussen  am  Tage  vor  dem  4b5pangsdatum  bis  12  Uhr  mittags  Mnsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutsehen  Reiche
wwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
R.  P.  D.  „GENERAL“,  Capt.  OCaue  25.  August,  S.  September,
R.  P.  D.  „HIERZOG“,  Capt.  v.  Issendorrll  ...  15.  September,  29.  September,
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stal  6.  Oktober,  20.  Oktober,

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waanaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  1bo,  duelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  2#ems  Kapcder  guren.  Hosfnung
direkt  nach  Durban,  Delagoa-Baf.
Nächste  Expedition:  D.  „EU-ROPA“,  Capt.  Halling,  am  29.  August  1897.—
Die  Dampfer  Rhaben  vorzuüupliche  Einricheungen  Fr  EPussagtere  #n  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (#
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
s  owie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Beclin  S8W  I2,  sochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  14.  August  1897  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="613" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amisblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Berausgegeben  in  der  Kolonial-Ablhellung  des  Auswärligen  Amts.

 

 

VIII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  September  1897.  Anmmer  17.
Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  9  #in-  1.  und  15.,  jedes  r  7“  Derfelben  werden  els  Hei  efte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vigriel  ährli
W  jE  tn  rW  unnralsciolfer  4  0%.  h  III-satt  g  up  otqhaUhktsgqcc  Hm
v.  Danokelman.  Der  l  E  eeoin  mi  den  Bube-ten  cicaqt  beini  Bezuge  durch  ber  2  9  und  die
Buhaadlaaqchks,,bkeltualekSMI  ch  die  dn  —  htschlan  und  Oesterre  *•3  sn-!t  en,  Mk.  3,75  für
die  nder  die  Heltostyereine.  —.  Eicnilpam  ders  gen  sind  an  *W-  ng##  osbuchhandlun  n  Ernst  ighith  sritt  „Nit  tller

Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  69—71,  8  richten.  (Eingetragen  in  der  Hahu  Fdnl  te  o  1897  unter  r.

 

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Festsetzung  des  Kurses  der  Rupie  für  den  Monat  August  1897  S.  509.  —  Nachweisung
der  Elfenbeinausfuhr  aus  dem  Schutzgebiete  Deutsch-  safris  im  Jahre  1896/97  S.  509.  —  Personalien  S.  510.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  511.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  Hauptmanns
  Langhei  über  seine  Expedition  nach  ochen  cr.  S.  öl.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen
n  d  ntiskla  avrei  Bewegung  S.  512.  —  Aus  f  remden  Kolonien:  Die  Fenkalnnggemrigtano
Mee  Indiens  S.  513.  —  Die  Stra  gesesgebene  des  Kongostaats  S.  517.  —  Ernennung  Mr.  BVingers
zum  Jhicchen  Kolonialdirektor  S.  517.—  hlenindustrie  und  Einfuhr  von  Kohle  in  Britisch-Ostindien  S.  517.
ferschiedene  Mittheilungen:  Hamburgs  Handel  mit  den  deutschen  Kolonien  im  Jahren  1806  S.  521.  —
Siterlh  S.  526.  —  Schiffsbewegungen  S.  526.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  527.  —  Anzeigen

 

 

 

 

Amtlicher  Theil.

 

HPerordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

—

Der  Gorwernementskurs  für  den  Monat  August  d.  Is.  in  Deutsch-Ostafrika  ist  auf  1,325  Mark
für  eine  Rupie  festgesetzt  worden.

 

Nachweisung  der  Elfenbeinausfuhr  aus  dem  Schutzgebiete  Deutsch-Ostafrika
im  Jahre  1896/97.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tanga  Pangani  SGaadani  Bagamoyo  Dar-es-Salam
Jeit  der  Ausfuhr  StücGewicht  Stuck-,  Gewicht  Stac=  Gewicht  Stück=  Gewicht  Stück!  Gewicht
zahl  sengl.  Pfd.]  zahl  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.]  zahl  engl.  Pfd.  zahlengl.  Pfd.
1896
April  ...  9  263  63  12486  3781485  296  8045  1  38
Mai  7  166  201  495  210  4408  822  15143  12  204
Juni  1  17  364  79399160  3821  441  6  181
Juli  4  48  12  425  44  153443082777  61  1260
August  15  357  97  1574  149  2476  470  15042  4  128
Sepiember.  7  186  164  5023  58  1179  583  11753  6  74
Oktober.  —  —  77  2659  43  1374  244  4024  5  56
November  —  —  20  659  9  274  93  27171—  —
Dezember  1697  1  20  26  644  35  528  580  185869  —  —
7
Januar  -  1  84  58  1169  69  1194  174  312249  867
Februar  2  129  19  470  65  904  494  9752  7  117
März  ----  18  317  10  313  173  3061  403  11756  16  267
Zusammen!  65  15871113  269181393  28238598  133994  1  157  3192
        <pb n="614" />
        —  510  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kilwa  Lindi  Mikindani  Zusammen  Zähne  unter  6  Pfd.

Zeit  der  AusfuhrStück-  Gewicht  Stüc-]  Cewicht  Stück-,  Gewicht  Stück-  Gewicht  Stück-,  Gewicht
zahl  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.

1896  I
Apkcc.....  7  193  —  —  —  —5  7T7272  412  1206
„  9  131  21  736  8  6z71290  25650  1372
Juni  39  2324  10  8  1  61  10222485  811  2506
Juli  921  12  373  21  357|1494  32795  11717  3649
......  32  1131  29  821  33  832  82922361  44  I  1309
Septemben  73  3058  230  88  92  2793  121327854  376  1309
.  ....  24  280  99  2178  135  2396  627  12967  450  1655
November  28  727  57  1329  27  717  234  6423  148  427
Dezember  6W  48.  1736  15  266  3  36  710  19089  1265

i  —  s
Januar......  39  863  8  136  7  265  405  7700  149  510
Februar  .....  36  1073  9  253  2  196  634  12894  262  760
ärz  4  62  5  143  4  36  633  15955  225  674
Zusammen  381  12499  495  10261  333  7756  9845224445  16642

15149  Stück  241037  Pfund.
Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  Wirklichen  Geheimen  Legationsrath
  Freiherrn  v.  Richthofen,  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts,  im  Falle  der
Behinderung  des  Reichskanzlers  mit  dessen  Vertretung  in  den  Kommando-Angelegenheiten  der  Kaiserlichen
Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  zu  beauftragen.

Naiserliche  Schutztruppen.
A.  K.  O.  vom  18.  Nugust  1897.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.

v.  Trotha,  Oberst  à  la  suite  des  Lauenburgischen  Jäger-Bataillons  Nr.  9,  unter  Ernennung  zum
Kommandeur  des  Infanterie-Regiments  von  Stülpnagel  (5.  Brandenburgishen)  Nr.  48,  von  dem
Kommando  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  entbunden.

Jany,  Premierlieutenant,  Schnorrenpfeil,  Sekondlieutenant,  und  Dr.  Berg,  Stabsarzt,  aus  der  Schutztruppe
  ausgeschieden  und  gleichzeitig  in  der  Armee,  und  zwar  der  Premierlicutenant  Jany  als
Premierlieutenant  bei  dem  Infanterie-Regiment  Prinz  Louis  Ferdinand  von  Preußen  (2.  Maydeburgischen)
  Nr.  27,  der  Sekondlieutenant  Schnorrenpfell  als  Sekondlieutenant  bei  dem  Posenschen
  Feldartillerie-Regiment  Nr.  20  und  der  Stabsarzt  Dr.  Berg  als  Stabs=  und  Bataillonsarzt
des  2.  Bataillons  2.  Niederschlesischen  Infanterie-Regiments  Nr.  47,  mit  ihren  bisherigen  Patenten
wiederangestellt.

v.  Grawert,  überzähliger  Premierlieutenant,  in  die  freiwerdende  Premierlieutenantsstelle  eingerückt.

Schlobach,  Premierlieutenant,  auf  sein  diesbezügliches  Gesuch  im  Anschluß  an  sein  bisheriges  Dienstverhältniß
  bei  der  Schutztruppe  auf  fernere  drei  Jahre  derselben  zugethellt.

Dr.  Reinhard,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  mit  einem  Patent  vom  2.  August  d.  Is.
befördert.

A.  K.  O.  vom  25.  August  1897.
Schutztruppe  für  Kamerun.

Dominik,  Premierlieutenant  à  la  suite  des  Grenadier-Regiments  König  Friedrich  II.  (3.  Ostpreußischen)
Nr.  4  4,  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  gleichzeitig  unter  Belassung  in  dem  Kommando  zur
Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt,  bei  der  Schutztruppe,  à  la  suite  derselben,  mit  seinem
bisherigen  Patent  wieder  angestellt.
        <pb n="615" />
        511

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.

Fräulein  Klara  Müseler,  die  für  das  Gedeihen
des  Frauenvereins  vom  Rothen  Kreuz  in  den  Kolonien
  sich  seit  seiner  Gründung  in  aufopferndster  Weise
bemüht  und  die  größten  Verdienste  darum  erworben
hat,  ist  am  22.  August  d.  Is.  in  Berlin  einer  schweren
Krankheit  erlegen.  Ihr  Tod  ist  ein  ebenso  schwerer
Verlust  für  den  Verein  wie  für  die  Schubgebiete
und  die  koloniale  Sache,  der  sie  mit  warmem  Eifer
und  in  selbstlosester  Weise  zugethan  war.

 

Deutsch-Ostafrika.

Der  Postsekretär  Katz  in  Bagamoyo  wird  nach
2½  jähriger  Thätigkeit  durch  den  Postpraktikanten
M.  A.  Th.  Neumann  abgelöst,  der  Ende  September
die  Reise  antritt.

Zollamtsassistent  1.  Klasse  Müller  tritt  demnächst
  die  Reise  nach  Dar-es-Saläm  an.

 

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
getretene  Apotheker  Willems  reist  Ende  Oktober
nach  Dar-zes-Saläm  ab.

 

 

Der  Kesselschmied  O.  Reichardt  ist  Mitte  August
an  Schwarzwasserfieber  verstorben.

Laut  telegraphischer  Meldung  aus  Dar-zes-Salm
vom  21.  August  d.  Is.  ist  der  seit  dem  Juli  v.  Is.
wieder  im  Schutzgebiete  thätige  Bauleiter  Karl
Gerlach  am  20.  August  an  Malaria  gestorben.

 

Ramernun.
An  Stelle  des  beurlaubten  Kapitäns  Böhmermann
  ist  Hafenmeister  Klein  mit  Führung  des
Dampfers  „Nachtigal“  betraut.  ·

Die  Techniker  Seyer  und  Liebold  sind  in
Kamerun  eingetroffen.

 

 

,Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Hauptmann
  v.  Besser  reist  demnächst  nach  Kamerun  ab.
Der  Maschinist  2.  Klasse  Straehler  und  der

Landwirth  Liedtke  treten  demnächst  die  Reise  nach
Kamerun  an.

 

 

Cogo.

Der  als  Zollassistent  für  Togo  angenommene  Grenzaufseher
  Hartmann  reist  demnächst  nach  Lome  ab.

Machrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutfsch-Pffafrika.

Bericht  des  Pauptmanns  Langheld  über  seine
Expedition  nach  Unvamwest  2c.

Der  Stationschef  von  Tabora  hat  in  den  Monaten
  Januar  und  Februar  d.  Is.  eine  Expedition
durch  die  Landschaften  Unyamwesi,  Ukonongo  und
den  südöstlichen  Theil  von  Ufipa  gemacht  und  bei
dieser  Gelegenheit  auch  das  Grab  des  Afrikaforschers
Dr.  Kaiser  in  Ukia  besucht.  Er  fand  es  in  einer
Entfernung  von  etwa  zehn  Minuten  westlich  von
diesem  Orte  bei  einer  großen  Adansonla  in  gutem
Zustande  vor  und  schlug  in  die  Rinde  dieses  Baumes
ein  großes  Kreuz  sowie  Dr.  Kaisers  Namen.

Ueber  seine  Beobachtungen  in  den  durchzogenen
Gebieten  berichtet  der  Stationschef  das  Folgende:

Alle  Bewohner  dieser  Landstriche  ähneln  sich  in
Sprache,  Aeußerem,  Sitten  und  Gebräuchen  sehr  und
gehören  wohl  im  Großen  und  Ganzen  dem  Stamme
der  Wanyamwesi  an.  Ihre  Sprache  hat  nur  Dialektverschiedenheiten
  und  so  kann  ein  Mann  aus  Tabora
mit  einem  Manne  aus  Mpimbus  oder  Ukia  leicht

 

verkehren.  Unterschiede  fanden  wir  nur  in  der  Art
der  Wohnstätten;  denn  während  in  Unyamwesi  und
Ukonongo  der  Tembenbau  mit  einzelnen,  strohgedeckten
Rundhütten  vorherrscht,  bestehen  die  Dörfer  in  Ufipa
und  Mpimbus  aus  Rundhütten  und  stehen  in  großen
Komplexen  zusammen,  die  von  einem  ganz  schwachen
Pallisadenzaun,  der  wohl  Schutz  gegen  Raubthiere,
aber  kaum  gegen  Angriffe  gewährt,  umgeben  sind.
Ihre  Erklärung  hat  diese  äußerst  mangelhafte  Befestigung
  wohl  darin,  daß  diese  Eingeborenen  keine
Angriffe  zu  fürchten  haben,  da  sie  im  Osten  durch
die  während  der  Regenzeit  unpassirbaren,  während
der  trockenen  Zeit  infolge  Wassermangels  schwer
passirbaren  Steppe,  im  Westen  durch  das  Ufipagebirge
geschützt  sind.  Von  ihren  Werkzeugen  und  Hausgeräthen
  zeigen  nur  die  Flechtwerke  eine  Abweichung
von  den  hier  üblichen.  In  einem  Orte  Kiko  in
Ufipa  fand  ich  durchlochte  runde  Steinc,  welche  am
meisten  Aehnlichkeit  mit  prähistorischen  Werkzeugen
hatten  und  welche  ich  bei  Gelegenheit  zur  Küste
senden  werde.  Die  Eingeborenen  konnten  für  diese
Steine  keine  Erklärung  geben,  sondern  behaupteten,
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        daß  sie  während  der  Gewitter  vom  Himmel  herabfielen.
  Infolgedessen  befanden  sie  sich  auch  in  ihren
Dörfern  auf  ihren  Daua  (Zauber)  hügeln  und  sollten
angeblich  den  Regen  herbeibringen.  Trotzdem  seit
Dr.  Kaiser  und  außer  ihm  kein  Europäer  einen
großen  Theil  der  von  der  Expedition  berührten
Landstriche  betreten  hat,  hatten  die  Leute  vor  uns
keine  Schen,  sondern  eine  ziemlich  ausgeprägte  Neugierde,
  die  sich  darin  aussprach,  daß  sie  uns  in  hellen
Haufen  umlagerten  und  unseren  alltäglichen  Verrichtungen
  mit  Interesse  zusahen.  Streichhölzer  waren
für  sie  noch  etwas  Neues.  Bewaffnet  sind  die  Eingeborenen
  dieser  Gegenden  mit  Speeren,  Bogen  und
Pfeilen  und  vielen  zum  Theil  recht  guten  Vorderladern.
  Schilde  haben  sie  nicht.

Als  Bekleidung  wird  außer  einigen  Küstenstoffen
viel  ein  sehr  fester,  dort  selbst  gewebter  Baumwollenstoff
  sowie  ein  grauer  aus  der  Rinde  einer  Ficusart
bereiteter  Rindenstoff,  der  durch  Klopfen  mit  Holzhämmern
  hergestellt  wird,  getragen.

Angepflanzt  wird  Reis,  der  sich  gegen  Süden  zu
allmählich  verliert,  rother  Mtama,  Eleusine,  Kürbisse,
etwas  Bohnen,  Tabak,  Hanf,  Baumwolle,  Mohogo
und  besonders  viel  Mais.

An  Hausthieren  bemerkte  ich  Schafe,  Ziegen,
Hühner,  Tauben,  Hunde,  letztere  in  übergroßer  Anzahl.
  Rindvieh  ist  südlich  des  Ugallaflusses  sehr  selten.
Bei  Kassunya  wurde  mir  gesagt,  daß  es  infolge  des
Genusses  einer  Grasart  sehr  stürbe.  Die  Hunde
gehören  der  bekannten  langschwänzigen  Rasse  mit
spitzer,  suchsähnlicher  Schnanze  an.  «

Landschaftlich  und  geographisch  ist  der  größte
Theil  der  von  der  Expedition  durchzogenen  Gebiete
äußerst  eintönig.  Das  Gebiet  gehört  zumeist  zu  dem
großen  Granitplateau  Unyamwesis  und  ist  fast  stets
eben.  So  ist  auch  der  Ugallafluß  nur  eine  fortlaufende
  Kette  kleiner,  ziemlich  seichter  Seen,  die  nur
zur  Zeit  der  größten  Negen  im  Zusammenhang  stehen.
Die  Bodenbedeckung  ist  meist  lichter  Dombowald,  in
dem  die  Ansiedelungen  in  größeren  Lichtungen  liegen.

Dieses  Plateau  geht  weiter  im  Süden  in  ein
fruchtbares  Hügelland  über,  das  vom  Rungwaflusse
durchslossen  wird,  der  sich  in  einem  etwa  100  m
hohen  schönen  Wasserfall  in  die  Steppe,  welche  von
Rungwa  bis  Wunga  sich  erstreckt,  herabstürzt.

Der  Rikwasee  selber  ist  augenblicklich  fast  ganz
ausgetrocknet  und  an  seine  Stelle  ist  eine  sehr  wildreiche
  Grassteppe  getreten.  Bei  Ukia,  dem  Kia  der
Kiepertschen  Karte,  ist  ein  etwa  100  qm  großer
Tümpel,  der  einzige  Ueberrest,  während  sich  an  der
südöstlichen  Fortsetzung  der  Saraberge  und  nördlich
von  Wunga  angeblich  noch  ausgedehntere  Sumpfstrecken
  befinden  sollen.  Von  Ulia  aus  war  auch
mit  bewaffnetem  Auge  nichks  mehr  von  Wasser  außer
dem  erwähnten  Tümpel  zu  bemerken,  während  man
mit  dem  Fernglas  in  der  Nähe  der  Saraberge  große
Schaaren  von  Wasservögeln  beobachten  konnte.  Nach
Angabe  der  Eingeborenen  soll  vor  etwa  sechs  Jahren
der  See  zurückgegangen  und  zwar  innerhalb  eines

512

 

Jahres  so  vollständig  ausgetrocknet  sein.  Ob  auf
Grund  etwaiger  früherer  Vorkommnisse  ein  Wiedersteigen
  des  Sees  zu  erwarten  sei,  vermochten  sie
nicht  anzugeben,  sondern  erklärten  es  für  ausgeschlossen.
Zur  großen  Regenzeit  soll  die  ganze  Steppe  unter
Wasser  stehen  und  unpassirbar  sein.

Bemerkenswerth  ist  noch,  daß  wir  bel  Mpimbus
drei  heiße  Quellen  von  etwa  60°  Wärme  fanden.
Die  Quellen  führen  ganz  klares  Wasser,  das  geruchund
  geschmacklos  ist  und  von  den  Eingeborenen  sowohl
  zum  Trinken  wie  zum  Kochen  und  zur  Pembebereitung
  benußt  wird.

 

Aus  dem  Pereiche  der  Wissionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Der  Aufruf  des  deutschen  Frauenvereins  für
Krankenpflege  in  den  Kolonien  zur  Theilnahme  an
einem  Lehrkursus  im  Staatskrankenhause  zu  Hamburg-Eppendorf
  hat  sehr  zahlreiche  Meldungen  veranlaßt.
20  Anwärterinnen  sind  für  den  Verein  angenommen
worden,  wie  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  meldet.  Die
Schwestern  Helene  Kliever  und  Antonie  v.  Held
sind  nach  Windhoek,  Schwester  Johanna  Bachmann
nach  Kamerun  abgeordnet  worden.

 

Am  26.  Juli  kam  in  Bremen,  wie  das  „Monatsblatt
  der  Norddeutschen  Mission“  meldet,  Missionar
Müller  an.  Er  war  auf  der  „Lulu  Bohlen“  heimgekehrt.
  Missionar  Müller  hat  drei  junge  Evheer
mitgebracht,  die  in  Westheim  ihre  weitere  Ausbildung
empfangen  sollen.  Der  eine  ist  Timoteo  Mallet,  der
Sohn  des  Pastors  Mallet  in  Peki.  Er  ist  also
aus  dem  Bezirke  der  Station  Ho.  Auch  Amedschovhe
hat  einen  Knaben  gesandt,  den  Timoteo  Kofi,  aus
Gbadzeme  gebürtig.  Als  Vertreter  von  Keta  ist
Robert  Baeta  gekommen.  Es  ist  elin  Bruder  der
Mercy  Baeta,  an  der  die  Diakonissen  in  Keta  eine
gute  Gehülfin  haben.

Der  jungen  Epheer  im  Erziehungshaus  der  Mission
  zu  Westheim  sind  dann  wieder  fünf.  Die  drei
ältesten  Schüler  nämlich  werden  am  10.  September
wieder  heimkehren.  Sie  sind  drei  Jahre  in  Westheim
gewesen.  Alle  drei  sind  aus  Ho,  Elia  Awuma  und
Ludwig  Medengu  aus  dem  Hodorf  Achlicha,  Robert
Kwami,  der  Sohn  des  Katechisten  Kwami  auf  der
Station  Ho.

An  weißen  Kandidaten,  die  im  Baseler  Missionshaus
  für  den  Missionsdienst  ausgebildet  werden,  besibt
  die  Gesellschaft  sechs.

Die  drei  Eoheer  werden  am  10.  September
unter  dem  Schutz  von  Missionar  Diehl  reisen.

Missionar  Spieß  wird  in  Lome  eintreten,  bis
Geschwister  Daeuble  dort  einziehen  können.

 

Die  evangelische  Missionsgesellschaft  zu  Basel
legt  durch  eine  Reihe  von  Veröffentlichungen  wieder
        <pb n="617" />
        Kunde  von  ihrer  angestrengten  Thätigkeit  im  Interesse
der  Afrikamission  ab.  Es  sind  jetzt  gleichzeitig  in
Dualasprache  von  ihr  herausgegeben  worden:

Mulema  ma  moto,  ndabo  a  loba.  Das  Herz
des  Menschen  ein  Tempel  Gottes.  Frei  nach
dem  Deutschen  von  E.  Schuler.

Mango  ma  bwam  ka  ponda.

Mateo  na  Tohane.  Das  Evangelium  nach
Matthäus  und  Johannes.

Beleedi  ba  Jemea  la  Bonakristo  na  Bepasi
ba  Kalat'a  Loba.  Der  Katechismus  nach
Brenz  und  Luther.  Zweite  Auflage.

Kalat'a  Mienge.  Duala-Lieder  für  die  Christengemeinden
  in  Kamerun.  Zweite  Auflage.

 

Dus  fremden  Rolonien.
Die  verwaltungseinrichtungen  niederländisch=  Indiens

müssen  insofern  unser  kolonialpolitisches  Interesse  erwecken,
  als  sie  das  Ergebniß  mehr  als  zweihundertjähriger
  Erfahrungen  eines  uns  nahe  verwandten
Volksstammes  auf  dem  Gebiete  der  Kolonisation  in
den  Tropen  sind.

Das  Gebiet  von  Niederländisch-Indien
umfaßt  die  Inseln  des  ostindischen  Archipels  sowie
die  westliche  Hälste  von  Neu-Guinen.  Von  Borneo
steht  der  nördliche  Theil  unter  britischem  Protektorat,
d  Timeo  gehört  ungefähr  die  Hälfte  den  Portugiesen.


Staatsrechtlich  zerfällt  Niederländisch-Indien  in

a)  solche  Gebiete,  die  unter  der  unmittelbaren
Verwaltung  der  niederländisch-indischen  Regierung
  stehen,

b)  solche  unter  Herrschaft  eingeborener  Fürsten,
die  auf  Grund  bestehender  Verträge  mehr  oder
minder  von  ersterer  abhängig  sind.

Die  Bevölkerung  wird  eingekheilt  in  Europäer
und  Eingeborene,  ersteren  sind  alle  Christen  gleichgestellt,
  zu  letzteren  werden  Araber,  Indier,  Chinesen,
die  Mohammedaner  und  Heiden  gerechnet.

Die  Verwaltung  Niederländisch-Indiens  wird
geführt  auf  Grund  des  niederländischen  Gesetzes  vom
2.  September  1854,  des  sogenannten  Regierungs=Reglements.


Die  oberste  Regierungsgewalt  liegt  beim
Könige,  der  jedoch  seit  Erlaß  der  Verfassung  bei
allen  einer  gesetzlichen  Regelung  vorbehaltenen  Angelegenheiten
  an  die  Zustimmung  der  Volksvertretung
gebunden  ist.  Im  Namen  des  Königs  übt  diese
oberste  Regierungsgewalt  der  Minister  der  Kolonien
  aus.

I.  Die  Centralbehörden  Niederländisch-·
  ndiens.
Die  Regierung  von  Niederländisch-Indien  wird

durch  den  vom  König  ernannten  Generalgouverneur
  geführt,  dem  als  Vertreter  ein  Lieutenant-513



 

Generalgouverneur  beigegeben  werden  kann.  Der
Generalgouverneur  hat  ein  Verordnungsrecht  bezüglich
aller  Fragen,  deren  Regelung  nicht  durch  Gesetz  oder
Königliche  Verordnung  zu  geschehen  hat.  Die  Gesetze
und  Verordnungen  treten,  falls  kein  anderer  Zeitpunkt
  bestimmt  wird,  auf  Java  und  Madura  am
30.  Tage,  in  den  übrigen  Theilen  Niederländisch-Indiens
  am  100.  Tage  nach  ihrer  Veröffentlichung
im  Staatsblatt  in  Krast.

Der  Generalgouverneur  ist  Oberbefehlshaber  der
niederländisch-indischen  Armee  und  der  dort  anwesenden
  Flotte.  Auch  hat  er  in  gewissem  Umfange  das
Recht,  Offiziere  der  ersteren  zu  ernennen  und  zu  befördern.
  Er  erklärt  Krieg  und  schließt  Frieden  sowie
andere  Verträge  mit  den  indischen  Fürsten  oder
Stämmen.  Im  Falle  von  Krieg  oder  Ausstand  hat
der  Generalgouverneur  die  Befugniß,  Niederländisch-Indien
  ganz  oder  theilweise  in  Kriegs=  oder  Belagerungszustand
  zu  erklären,  Gesetze  und  Bestimmungen
des  Regierungs-Reglements  außer  Krast  zu  setzen
und  Behörden  vorübergehend  auszuheben.

Er  kann  Personen,  welche  nicht  in  Niederländisch-Indien
  geboren  sind,  falls  sie  als  gefährlich  für  die
öffenkliche  Ruhe  und  Sicherheit  erachtet  werden,  in
Uebereinstimmung  mit  dem  Rath  von  Niederländisch-Indien
  unter  Beobachtung  bestimmter
Vorschriften  ausweisen.  Ebenso  kann  er  solchen  Personen
  unter  denselben  Voraussetzungen  den  Aufenthalt
in  bestimmten  Theilen  von  Niederländisch-Indien
untersagen.  In  Uebereinstimmung  mit  dem  Rath
kann  er  auch  den  in  Nlederländisch-Indien  geborenen
Personen  im  Interesse  der  öffentlichen  Sicherheit  und
Ordnung  bestimmte  Aufenthaltsorte  anweisen  oder  den
Aufenthalt  an  bestimmten  Orten  verbieten.

Mit  gewissen  Ausnahmen  ernennt,  entläßt  und
pensionirt  der  Generalgouverneur  alle  niederländischindischen
  Civil=  und  Militärbeamten  und  regelt  im
Allgemeinen  den  Betrag  der  Besoldung,  soweit  dies
nicht  un  Gesetz  oder  Königliche  Verordnung  festelegt

  ist.

6  Der  Generalgouverneur  selbst  darf  weder  unmittelbar
  noch  mittelbar  Theilnehmer  oder  Bürge  bei
einer  Erwerbsgesellschaft  sein,  die  auf  Vertrag  mit
der  Regierung  beruht;  auch  nicht  an  Handels=  oder
Schifffahrtsunternehmungen  in  Niederländisch-Indien
theilnehmen  noch  daselbst  Eigenthümer  bezw.  Pächter
von  Grundstücken  sein.  Diese  Vorschriften  hat  der
Generalgouverneur  auch  für  alle  Beamten  bezüglich
des  Handelsbetriebes  für  anwendbar  erklärt,  dagegen
sind  sämmtlichen  obigen  Verboten  die  Beamten  der
inneren  Verwaltung  unterworfen,  bei  einzelnen  industriellen
  oder  landwirthschaftlichen  Unternehmungen
jedoch  nur  so  weit,  als  dieselben  in  ihrem  Amtsbezirke
thãtig  sind

Der  Generalgouverneur  hat  nach  eingeholtem
Gutachten  des  Hochgerichtshofes  das  Recht  des
Gnadenerlasses  von  Strafen.  Betreffs  indischer  Fürsten
und  Häuptlinge  hat  er  in  Uebereinstimmung  mit  dem
Rathe  von  Indien  außerdem  die  Befugniß  zur
        <pb n="618" />
        Amnestie  und  Abolition.  Er  hat  das  Recht  zur
Dispensertheilung  in  den  besonders  erlaubten  Fällen,
in  Rechtsangelegenheiten  jedoch  nur  nach  eingeholtem
Gutachten  des  Hochgerichtshofes.

Im  Namen  des  Königs  stellt  er  Seebriefe  für
Schiffe  europäischer  Bauart  aus,  während  inländische
Fahrzeuge  mit  Jahrespässen  versehen  werden.

Als  eine  seiner  wichtigsten  Pflichten  ist  im  Regierungs-Reglement
  der  Schutz  der  eingeborenen  Bevölkerung
  gegen  jede  Willkür  bezeichnet.  So  werden
von  ihm  für  jeden  Regierungsbezirk  in  Uebereinstimmung
  mit  den  bestehenden  Gebräuchen  und  Bedürfnissen
  genaue  Bestimmungen  über  die  persönlichen
Dienstleistungen,  zu  welchen  die  Eingeborenen  bei  den
Regierungskulturen  verpflichtet  sind,  getroffen  und  alle
fünf  Jahre  erneuert.  Im  Wege  der  Verordnung
stellt  er  die  Grundlagen  für  die  Einschätzung  zur
Landrente,  einer  Ertragsabgabe  von  landwirthschaftlichen
  Grundstücken  der  Eingeborenen,  fest  und  wacht
darüber,  daß  auf  den  Märkten  der  Eingeborenen
keine  Auflagen  erhoben  werden.

Er  hat  seine  besondere  Aufmerksamkeit  den  im
Eigenthum  des  Staates  stehenden  Djatiholz-(Teakholz-)
wäldern  und  ihrer  sachgemäßen  Ausbeutung  zu  widmen.
Zu  Kronländereien  darf  er,  abgesehen  von  kleineren
Stücken,  zur  Ausbreitung  von  Städten  oder  Errichtung
gewerblicher  Anlagen  nichts  verkaufen,  dagegen  kann
er  unter  Beobachtung  bestimmter  Grundsätze  solche
Ländereien  in  Erbpacht  für  nicht  länger  als  75  Jahre
abtreten.

Dem  Generalgouverneur  steht  der  Rath  von
Indien  zur  Seite,  der  sich  aus  elnem  Präsidenten
und  vier  Mitgliedern  zusammensetzt,  die  vom  Könige
ernannt  werden.  Ersterer  ist  zur  Einholung  des
Gutachtens  des  Raths  in  allen  Angelegenheiten  von
allgemeinem  oder  besonderem  Interesse  berechtigt,
verpflichtet  dazu  ist  er  hinsichtlich:

a)  aller  die  Verwaltung  betreffenden  Instruktionen

und  Reglements,

b)  jeder  Regelung  der  politischen  Beziehungen  zu
den  indischen  Fürsten  und  Völkern,
des  Voranschlags  der  jährlichen  Einnahmen  und
Ausgaben,
aller  allgemeinen  Maßregeln  der  Civilverwaltung
bei  Krieg  oder  Aufstand,

e)  außergewöhnlicher  Maßregeln  wichtiger  Art,
4)  aller  Vorschläge  bei  Ernennung  zu  wichtigen,

vom  Könige  zu  besetzenden  Aemtern,

schließlich  hat  er  in  Uebereinstimmung  mit  dem
Rath  zu  handeln,  sobald  die  Feststellung,  Aenderung,
  Auslegung,  Außerkraftsetzung  oder  Aufhebung
  allgemein  verbindlicher  Vorschriften  in
Frage  steht.  «
Die  verschiedenen  Zweige  der  Verwaltung  werden
durch  Direktoren  als  Chefs  der  Departements  geleitet.
  Es  giebt  deren  sieben,  das  Departement  des
Krieges,  der  Marine,  Justiz,  der  inneren
Verwaltung,  der  Finanzen,  für  Unterricht,
Kultus  und  Gewerbe,  der  öffentlichen  Ar-.



4

—  —

—

8.

 

514  —

beiten.  Zur  besonderen  Verfügung  des  Generalgouverneurs
  steht  das  Kabinet  des  Generalgouverneurs,
  welchem  ein  Generalsekretär  und  zwei
Regierungssekretäre  vorstehen  und  eine  Anzahl  weiterer
  Beamten  beigegeben  ist.

Die  Oberaussicht  über  Verwaltung  und  Verantwortung
  der  Staatsgelder  und  Güter  führt  die
Allgemeine  Rechenkammer  in  Batavia;  sie
besteht  aus  einem  Präsidenten  und  sechs  Mitgliedern,
die  vom  Könige  ernannt  werden.  Die  Thätigkeit
derselben  ist  ähnlich  der  der  preußischen  Oberrechnungskammer.


II.  Die  Einrichtung  der  inneren  Verwaltung.
1.  Die  europäischen  Behörden.

Niederländisch-Indien  ist,  soweit  es  unter  der
unmiktelbaren  Verwaltung  der  niederländisch-indischen
Regierung  steht,  in  Regierungsbezirke  eingetheilt,  die
wieder  in  Abtheilungen  (Kreise)  zerfallen.  An  der
Spitze  der  Regierungsbezirke  stehen  Gouverneure
oder  Residenten.)

Dieselben  vertreten  in  ihrem  Amtsbezirk  die  Regierung
  in  allen  Zweigen  der  Verwaltung.  Zur
Führung  ihres  Amtes  sind  ihnen  ein  Sekretär  und
ein  oder  mehrere  Kommis  sowie  das  erforderliche
europäische  und  eingeborene  Personal  beigegeben.  Der
Sekretär  oder  ein  Kommis  ist  im  Nebenamt  Standesbeamter
  für  die  Europäer  und  die  mit  diesen  Gleichgestellten
  und  nimmt  an  Orten,  wo  kein  besonderer
Notar  ist,  auch  dessen  Amt  wahr.  In  einigen  Bezirkshauptstädten,
  nämlich  Batavia,  Samarang,  Soerabaya,
  Makassar,  Palembang  und  Padang,  stehen  den
Vorständen  der  Regierungsbezirke  für  die  Ausübung
der  Polizei  besondere  Assistent-Residenten  zur  Seite,
die  an  den  genannten  Orten  auch  das  oberste  Organ
der  Lokolverwaltung  sind.

Wie  alle  Verwaltungsbeamten,  so  werden  auch
die  Gouverneure  und  Residenten  vom  Generalgouverneur
  ernannt  und  entlassen.

Die  Zuständigkeit  der  Vorstände  dieser  Bezirksverwaltungen
  ist  durch  die  im  Jahre  1859  zunächst
nur  für  Java  und  Madura  erlassene,  später  auf  die
übrigen  unter  der  unmittelbaren  Verwaltung  der
niederländisch-indischen  Regierung  stehenden  Theile
der  Kolonie  ausgedehnte  Instruktion  geregelt.

Danach  üben  die  Bezirksvorstände  die  höchste
Regierungsgewalt  in  den  ihrer  Verwaltung  anvertrauten
  Bezirken  aus.  Der  Vorstand  darf  sich  ohne
Ermächtigung  oder  Urlaub  seitens  des  Generalgouverneurs
  aus  seinem  Bezirk  nicht  entfernen.  Er
hat  das  Recht  des  Erlasses  von  Polizeireglements
und  Verfügungen,  soweit  sie  sich  nicht  auf  Gegenstände
  des  gemeinen  Strafrechts  oder  von  den  höheren
Behörden  bereits  geregelte  Materien  beziehen,  nach

 

*)  Gouverneure  giebt  es  nur  drei,  und  zwar  für  Celebes
nebst  zugehörigen  Gebieten,  Sumatras  Westküste  und  Atjeh
nebst  zugehhrigen  Gebieten.  Es  giebt  auch  eine  selbständige
Assistent-Residentschaft,  die  Insel  Billiton
        <pb n="619" />
        Maßgabe  besonders  bestehender  Bestimmungen.  Er
hat  die  Aufsicht  über  die  richtige  Ausführung  der
allgemeinen  Verordnungen  und  Befehle  des  Generalgouverneurs
  und  ist,  im  Besitze  der  Polizeigewalt,
den  Gerichtsbehörden  zur  Hülfeleistung  bei  Ermittelung,
  Verfolgung  und  Untersuchung  von  Vergehen
verpflichtet;  auch  übt  er  die  ihm  durch  besonderes
Reglement  und  andere  allgemeinen  Verordnungen
übertragenen  richterlichen  Funktionen  aus.  Den
Direktoren  der  Departements  der  Centralverwaltung
ist  er,  soweit  deren  Zuständigkeit  reicht,  unmittelbar
untergeordnet,  über  alle  politischen  und  alle  anderen
Angelegenheiten  korrespondirt  er  direkt  mit  dem  Generalgouverneur.
  Dem  Letzteren  hat  er  vor  dem  letzten
März  jedes  Jahres  ausführliche  Berichte  über  den
Zustand  seines  Bezirkes  und  über  die  Ereignisse
während  des  verflossenen  Jahres  zu  erstatten.  In
allen  Angelegenheiten,  wo  das  Interesse  des  Dienstes
eln  Zusammenwirken  erfordert,  handelt  er  im  Einverständniß
  mit  den  im  Bezirk  anwesenden  kommandirenden
  Osfizieren  des  Heeres  und  der  Flotte.  Er
hat  für  die  Aufrechterhaltung  der  Ruhe  und  Ordnung
im  Bezirk  sowie  der  Sicherheit  von  Personen  und
Sachen  Sorge  zu  tragen;  zu  diesem  Zweck  steht  ihm
die  Verfügung  über  die  Schütterei  sowie  über  alle
nicht  zur  niederländisch-indischen  Armee  gehörenden,
von  Regierungs  wegen  errichteten  bewaffneten  Korps
und  Truppen  und  über  die  Kreuzerfahrzeuge  zu.  In
der  Verwaltung  über  die  inländische  Bevölkerung
macht  er  soviel  wie  möglich  Gebrauch  von  der  Vermittelung
  ihrer  von  Regierungs  wegen  angestellten  oder
anerkannten  Häuptlinge,  unter  deren  unmittelbarer
Leitung  diese  Bevölkerung  möglichst  zu  belassen  ist.
Er  hat  insbesondere  die  Bevölkerung  gegen  jede
Winlkür,  namentlich  bei  Leistung  der  ihr  obliegenden
bersönlichen  Dienste,  zu  schützen  und  trifft  Bestimmungen
zur  Regelung  der  Erhebung  der  Landrenten.  Mit
den  gottesdienstlichen  Angelegenheiten  der  verschiedenen
Religionen  hat  er  sich  nur  insoweit  zu  befassen,  als
zur  Erhaltung  der  Ruhe  und  öffentlichen  Ordnung
nothwendig  ist.

Der  Bezirksvorstand  ist  von  Amts  wegen  Vorsitzender
  der  Bezirks-Subkommissionen  für  den
Unterricht,  ihm  liegt  die  Aufsicht  über  die  Ertheilung
  des  Unterrichts  an  die  inländische  Bevölkerung
und  die  Förderung  der  Errichtung  von  Schulen  ob.

Er  ernennt  und  entläßt  im  Allgemeinen  die  ihm
unterstellten  Beamten  und  beaussichtigt  ihr  dienstliches,
sittliches  und  gesellschaftliches  Verhalten,  auch  ist  er
bestrebt,  bei  den  inländischen  Häuptlingen  und  den
Mitgliedern  einflußreicher  einheimischer  Geschlechter
den  Trieb  nach  Bildung  und  Erlangung  der  erforderlichen
  Fähigkeiten  für  eine  Anstellung  im  Staatsdienst
  zu  erwecken  und  dadurch  dieselbe  mehr  und
mehr  an  die  niederländische  Oberherrschaft  zu  ketten.
Schließlich  hat  er  alljährlich  die  verschiedenen  Theile
des  seiner  Verwaltung  unterstehenden  Bezirkes  zu
bereisen  und  sich  persönlich  von  den  verbesserungsbedürftigen
  Zuständen  Kenntniß  zu  verschaffen.

 

515  —

An  der  Spitze  der  Abtheilungen  stehen  auf  Java
(nebst  Madura)  Assistent-Residenten,  in  den  übrigen
Theilen  der  Kolonie  solche  oder  Kontroleure.  Die
Assistent-Residenten  sind  im  Nebenamt  überall  Standesbeamten
  für  die  Europäer  und  die  mit  diesen  gleichgestellten
  Personen  und  nehmen  in  Städten,  wo  kein
Notar  eingesebt  ist,  auch  dieses  Amt  wahr.

Die  Kontroleure  sind,  soweit  sie  nicht  selbst  an
der  Spitze  von  Abtheilungen  stehen,  den  Assistent-Residenten
  untergeordnet  und  verpflichtet,  in  jeder
Beziehung  den  Befehlen  derselben  Folge  zu  leisten.
Ihre  vornehmlichste  Pflicht  ist,  für  die  Interessen  der
inländischen  Bevölkerung  Sorge  zu  tragen,  und  sie
bilden  in  dieser  Hinsicht  das  unmittelbare  Bindeglied
zwischen  ür  und  den  europäischen  Behörden.

Alle  Abtheilungsvorstände  üben  die  Polizeistrafgewalt
  aus,  und  für  Java  (nebst  Madura),  wo  die
Kontroleure  nirgends  selbständig  Abtheilungen  verwallen,
  ist  der  Generalgouverneur  vor  einigen  Jahren
durch  Gesetz  ermächtigt  worden,  ihnen  diese  Gewalt
in  größerem  oder  geringerem  Umfange  innerhalb  ihres
Amtsbezirks  zu  übertragen.

Die  Vorstände  der  Regierungsbezirke  und  Abtheilungen,
  die  Sekretäre  der  Regierungsbezirke,  die
Kontroleure  und  Aspirant-Kontroleure  dürfen  keinen
Handel  treiben,  weder  mittelbar  noch  unmittelbar
Theilhaber  oder  Bürgen  eines  Unternehmens  sein,
welches  eine  auf  Gewinn  oder  Vortheil  gerichtete
Uebereinkunft  mit  der  niederländisch-indischen  Regierung
  zur  Grundlage  hat,  und  kein  Interesse  an  irgend
einem  besonderen  Landbau-,  Industrie=  oder  Schifffahrtsunternehmen
  haben.

Niederländlsch-Indien  zählt  39  Reglerungsbezirke,
22  auf  Java  (nebst  Madura)  und  17  in  den  übrigen
Theilen;  ferner  117  Assistent-Residenten,  und  zwar
79  bezw.  38;  endlich  318  Kontrolenre  und  Aspirant=Kontroleure,
  nämlich  161  bezw.  157.

2.  Die  inländischen  Behörden.
A.  Java  nebst  Madura.
a.  Die  Regentschafts-Verwaltung.

Die  Residentschaften  auf  Java  und  Madura
(ausgenommen  Batavia,  Soerakarta  und  Diokiakarta)
zerfallen  in  eine  oder  mehrere  Landschaften,  an  deren
Spitze  Regenten  stehen,  Eingeborene  von  hochadliger
oder  fürstlicher  Abkunft.  Je  nach  ihrem  Range
tragen  sie  Titel  und  führen  sie  prächtige  große
Sonnenschirme,  die  über  ihnen  getragen  bezw.  gehalten
  werden.*)

Die  Regenten  sind  das  Bindeglied  zwischen  den
europäischen  und  den  inländischen  Behörden.  Sie
üben  die  unmittelbare  Herrschaft  über  die  inländische
Bevölkerung,  namentlich  die  Polizei,  aus;  ferner

 

*)  Auherdem  ist  ihnen  ein  militärischer  Rang  beigelegt,
wie  dies  auch  der  Fall  ist  mit  den  europäischen  Veamten
der  inneren  Verwaltung,  die  ebenso  bie  verschiedenen  Sonnenschirme
  führen.  Entsprechende  Vorschristen  über  Rang,
Titel  und  Sonnenschirme  bestehen  auch  für  die  nachgeordneten
  inländischen  Veamten.
        <pb n="620" />
        regeln  sie  insbesondere  die  verpflichteten  Dienste
(Herrendienste),  sowohl  im  Allgemeinen  als  bei  den
von  Regierungs  wegen  betriebenen  Kulturen  und  sind
überhaupt  verantwortlich  für  die  gehörige  Erfüllung
aller  Pflichten,  welche  den  Eingeborenen  untereinander
und  gegenüber  der  Regierung  obliegen.

Sie  werden  vom  Generalgouverneur  ernannt;
althergebrachter  Sitte  zufolge  wählt  man  jedoch  in
der  Regel  einen  der  Söhne  oder  Verwandten  des
letzten  Regenten,  vorausgesetzt,  daß  derselbe  die  für
das  Amt  erforderlichen  Eigenschaften  besitzt.

Auch  die  Regenten  dürfen  nach  der  ihre  Dienstverhältnisse
  regelnden  Instruktion  vom  Jahre  1859
keinen  Handel  treiben  oder  bei  finanziellen  Unternehmungen
  betheiligt  sein,  insbesondere  auch  keinen
Anthell  an  dem  Besitz  von  Gemeindefeldern  der
Bevölkerung  haben.  Sie  haben  dem  Residenten
gegenüber  ähnliche  Verpflichtungen  wie  dieser  dem
Generalgouverneur  gegenüber.  Sie  führen  genau
Register  über  die  in  der  Regentschaft  anwesenden
inländischen  Bediensteten,  welche  Anstellungsberechtigung
  besitzen,  ausgenommen  die  Landgemeindehäuptlinge,
  desgleichen  solche  über  die  vornehmen  inländischen
  Geschlechter.  Die  Register  enthalten  die  Angaben
über  die  Abkunft,  Nachkommen,  Bluts=  und  Anverwandten
  der  eingetragenen  Personen  oder  Geschlechter,
die  in  ihren  Familien  vorkommenden  Geburten,
Heirathen  und  Sterbefälle  sowie  die  amtliche  Laufbahn
  eines  Jeden.  Die  Veränderungen  werden  in
einer  jährlichen  Liste  dem  Residenten  mitgetheilt.  Ein
weiteres  Register  führt  der  Regent  über  die  anwesenden
  Priester  der  mohammedanischen  Bevölkerung,  über
welche  ihm  auch  die  Oberaufsicht  zusteht.  Er  wacht
darüber,  daß  den  Inländern  überall  Gelegenheit  gegeben
  werde,  frei  ihre  Klagen  anzubringen.  Seiner
besonderen  Fürsorge  ist  die  Pflege  des  Viehstandes
und  des  Landbaues,  namentlich  der  Bau  der  Reispflanzungen
  und  aller  anderen  Gewächse,  die  der
Bevölkerung  Nahrungsmittel  liefern,  auvertraut.  Auch
hat  er  auf  die  sorgsame  Instandhaltung  der  Märkte
und  die  Verbesserung  der  Verkehrsmittel  bedacht  zu
sein.  Er  hat  den  Residenten  über  alle  besonderen
Ereignisse  seines  Bezirks  auf  dem  Laufenden  zu  erhalten
  und,  sobald  er  es  für  nöthig  erachtet,  Vorschläge
zu  Aenderungen  und  Verbesserungen  in  den  bestehenden
Einrichtungen  zu  machen.

Jedem  Regenten  ist  für  den  Umfang  der  Regentschaft
  oder,  wo  diese  sich  über  mehrere  Abtheilungen
erstreckt,  für  jede  Abtheilung  ein  „Patih“  beigegeben,
der  sein  gesetzlicher  Stellvertreter  ist  und  dessen
Thätigkeit  darin  besteht,  die  Anordnungen  des  Regenten
  den  nachgeordneten  inländischen  Beamten  zu
übermitteln  und  für  die  Ausführung  derselben  durch
letztere  zu  sorgen.

b.  Die  Distriktsverwaltung.
Die  Regentschaften  auf  Java  (und  Madura)  sind
in  Distrikte  eingetheilt,  deren  Vorstände  auf  Vortrag
des  Residenten  im  Einvernehmen  mit  dem  Regenten

516

 

vom  Generalgouverneur  ernannt  werden  und  den
Titel  „Wedono“  führen.  Sie  üben  in  ihrem  Amtsbezirk
  besonders  die  Polizei  aus  und  verwalten  denselben
  im  Uebrigen  nach  Anhalt  der  ihnen  vom  Regenten,
  unmittelbar  oder  durch  Vermittelung  des
„Patih“,  ertheilten  Befehle  in  Gemäßheit  der  Instruktion
  vom  Jahre  1859.

Danach  unterliegen  sie  bezüglich  der  Betheiligung
an  finanziellen  Unternehmungen  denselben  Beschränkungen
  wie  die  Regenten,  haben  auch  im  Uebrigen
allgemein  für  den  ihrer  Verwaltung  unterstehenden
Bezirk  die  Rechte  und  Pflichten  der  letzteren.  Insbesondere
  muß  der  Distriktsvorstand  stets  mit  der
Abstammung,  den  Familienbeziehungen  der  inländischen
Bediensteten,  Häuptlinge  und  Vornehmen  des  Distrikts,
sowie  mit  den  unter  ihren  Familien  vorgefallenen
Veränderungen  bekannt  sein,  um  dem  Regenten  zu
jeder  Zeit  darüber  Aufklärungen  geben  zu  können.
Er  hat  sich  im  Allgemeinen  jedes  Eingriffs  in  die
Selbständigkeit  der  Gemeinden  bezüglich  der  Regelung
ihrer  heimischen  Interessen,  welche  auf  Volkseinrichtungen
  und  Gebräuchen  beruhen,  sowie  bezüglich  des
ihnen  zuerkannten  Rechts  zur  Wahl  ihrer  Häuptlinge
und  Verwalter  zu  enthalten.

Die  Distrikte  zerfallen  wiederum  in  Unterdistrikte,
von  denen  einer  von  dem  „Wedono“  selbst,  die
anderen  von  „Assistent-Wedonos“  verwaltet  werden,
welche  letzteren  dem  ersteren  untergeordnet  und  verantwortlich
  sind,  im  Uebrigen  aber  auch  die  Instruktion
  für  die  Distriktsvorstände  bei  Ausübung  ihres
Amts  zur  Richtschnur  nehmen  sollen.

e.  Die  Gemeinde-(Desa-)  Verwaltung.

Jede  Desa  (Landgemeinde)  hat  #einen  Vorstand,
welcher  von  der  Bevölkerung  gewählt  wird;  die
Wahl  unterliegt  der  Bestätigung  durch  den  Residenten,
  ausgenommen  einige  Desas  in  gewissen  Theilen
Javas,  deren  Bevölkerung  die  heiligen  Gräber  bewacht
  und  unterhält;  bei  ihnen  ist  jenes  Recht  dem
Generalgouberneur  vorbehalten.

Jeder  Desavorsteher  hat  einen  Stellvertreter  und
neben  sich  einen  Gemeinderath,  der  aus  den  niederen
Gemeindebeamten  und  dem  Dorfpriester  besteht.  In
einigen  Gegenden,  namentlich  Westjavas,  giebt  es
überdies  einen  Rath  der  Aeltesten,  dessen  Mitwirkung
bei  allen  wichtigen  Gemeindeangelegenheiten  vorgeschrieben
  ist;  derselbe  setzt  sich  aus  abgetretenen  Desavorstehern
  und  anderen  angesehenen  alten  Leuten
zusammen.

Die  amtliche  Thätigkeit  der  Desavorsteher  umfaßt
vornehmlich  die  Ausübung  der  Polizei,  die  Erhebung
der  Steuern  und  sonstiger  Abgaben  sowie  die  Regelung
  der  Leistung  der  verpflichtelen  Dienste  (Herrendlenste),
  sowohl  im  Allgemeinen  als  bei  den  von
Regierungs  wegen  betriebenen  Kulturen.

Die  von  Eingeborenen  bewohnten  Theile  von
Flecken  und  Städten  (Kampongs)  stehen  ebenfalls
unter  selbstgewählten  Vorstehern,  deren  Thätigkeit  im
Wesentlichen  derjenigen  der  Desavorsteher  entspricht.
        <pb n="621" />
        —  517  —

Auf  den  im  Eigenthum  von  Europäern  stehenden
großen  Ländereien,  deren  es  aus  alter  Zeit  noch
einige  giebt,  werden  die  Desa=  und  Kampongvorsteher
von  den  Landeigenthümern  angestellt.

Die  Theilung  und  Zusammenlegung  von  Desas
auf  Java  (nebst  Madura),  ausgenommen  die  Residentschaften
  Soerakarta  und  Djokjakarta  (die  sogen.
Fürstenländer),  unterliegt  der  Genehmigung  des  Residenten;
  nur  wenn  die  Mehrheit  der  betheiligten
Bevölkerung  der  Maßregel  widerspricht,  steht  die
Entscheidung  bei  dem  Generalgouverneur.

B.  Die  übrigen  Theile  Niederländischndiens.


Soweit  diese  unter  der  Verwaltung  der  niederländisch-indischen
  Regierung  stehen,  sind  in  den  verschiedenen
  Gebieten  eingeborene  Beamte  angestellt,
deren  Befugnisse  zwar  je  nach  den  Gebräuchen  des
betreffenden  Landes  verschieden,  aber  bei  allen  nach
dem  Grundsatz  geregelt  sind,  daß  die  einheimische
Bevölkerung  unmittelbar  durch  ihre  Landsleute  geleitet
  werden  soll.

Uebrigens  lebt  der  bel  Weitem  größte  Theil  der
Einwohner  Niederländisch-Indiens  außerhalb  Javas
unter  eigenen  Fürsten  und  Häuptlingen,  die  in  der
Verwaltung  ihres  Landes  beinahe  vollkommen  frei
sind,  indem  sie  der  niederländisch-indischen  Regierung
gegenüber  lediglich  vertragsmäßig  gewisse  Verpflichtungen,
  welche  noch  dazu  in  der  Mehrzahl  ihre  Beziehungen
  nach  außen  betreffen,  übernommen  haben.

3.  Die  Verwaltung,  betr.  die  fremden  Asiaten.

Denselben,  hauptsächlich  Chinesen,  Indern  und
Arabern,  sind  in  denjenigen  Orten,  wo  sie  in  nennenswerther
  Anzahl  vertreten  sind,  besondere  Stadttheile
zum  Aufenthalt  angewiesen.  Die  Fremdewiertel
werden  durch  die  Vorsteher  der  Regierungsbezirke
bestimmt  und  durch  Beamte  aus  den  Angehörigen
der  betreffenden  Nation,  welchen  gleichfalls  gewisse
Amtstitel  beigelegt  sind,  verwaltet.  Dliese  Beamten
sind  von  den  inländischen  Beamten  völlig  unabhängig
und  unmittelbar  den  in  Betracht  kommenden  europäischen
  Behörden  untergeordnet.

In  den  drei  Hauptstädten  Javas,  nämlich  Batavia,

  Samarang  und  Soerabaya,  besteht  außer  den
chinesischen  Beamten  auch  noch  ein  chinesischer  Rath
aus  angesehenen  Mitglledern  der  chinesischen  Gemeinde,
welcher  die  inneren  Angelegenheiten  der  letzteren
verwaltet  und  diesbezüglich  Vorschläge  an  den  Residenten
  machen  darf.
"  Ausgenommen  die  Bestimmung  der  Orte,  wo
Fremdenviertel  bestehen  sollen,  der  Zahl  und  des
Ranges  der  dafür  anzustellenden  fremden  Beamten
und  die  Anstellung  der  einzelnen  Beamten  selbst,
gehören  alle  die  asiatischen  Fremden  betreffenden
Angelegenheiten,  namentlich  der  Erlaß  von  Instruktionen
  für  ihre  Beamten  zur  Zuständigkeit  der  Vorsteher
  der  Regierungsbezirke.

 

 

Die  Strafgesetzgebung  des  Rongostaats.

Unter  dem  Titel  „Justice  répressive“  hat  die
Regierung  des  Kongostaates  eine  neue  Zusammenstellung
  der  auf  die  Strafgesetzgebung  dieses  Staates
bezüglichen  geseblichen  Bestimmungen  veranstaltet,
von  der  auf  jeder  Station  wenigstens  zwei  Exemplare
  vorräthig  zu  halten  sind.

Die  Zusammenstellung  zerfällt  in  vier  Theile,
deren  erster  die  ordentliche  Gerichtsbarkeit,  und  zwar
das  Strafverfahren  sowohl  wie  das  materielle  Strafrecht
  enthält.  Als  Anhang  zu  dem  letzteren  sind
alle  diejenigen  Strafbestimmungen  beigefügt,  welche
durch  die  besonderen  Verhältnisse  des  Kongostaates
hervorgerufen  worden  sind  und  Materien  betreffen
wie  den  Handel  mit  Waffen  und  Munition,  Gewinnung
  von  Kautschuk,  Karawanenverkehr,  Elefantenjagd,
  ansteckende  Krankheiten,  Anwerbung  von  Trägern,
Spirituosen,  Sklavenhandel  und  dergleichen  mehr.

Der  zweite  Theil  behandelt  die  Militärgerichtsbarkeit,
  der  dritte  die  Befugnisse  der  Polizeibecamten
und  der  vierte  enthält  Instruktionen  und  Formulare.

 

Ernennung  Mr.  Bingers  Zzum  französtschen
Rolonialdbirektor.

Durch  Dekret  vom  18.  Juni  d.  Is.  ist  der  bisherige
  Gouverneur  der  Kolonite  Cöte  d'Ivoire  Louis
Gustave  Binger  zum  Direktor  der  afrikanischen
Abtheilung  im  Ministerium  der  Kolonien  ernannt
worden.  Mr.  Binger  hat  seine  Laufbahn  als
Offizier  begonnen  und  hat  sich  später  durch  seine
großen  erfolgreichen  Reisen  im  Gebiete  des  Nigerbogens
  ausgezeichnet.  Bei  den  Verhandlungen,  welche
im  Sommer  d.  Is.  über  die  Festlegung  der  Grenze
zwischen  Togo  und  Dahomey  stattgefunden  haben,
war  Mr.  Binger  einer  der  Vertreter  Frankreichs.

 

ohlenindustrie  und  Einfuhr  von  Rohle  in  Britisch-Ostindien.*)


Wenn  auch  das  Jahr  1895  wieder  eine  bedeutende
  Zunahme  der  Kohleneinfuhr  gesehen  hat  (gegen
591  000  Tonnen  im  Jahre  1898/94  sind  im  Jahre
1894/95  823  314  Tonnen  eingeführt  worden),  so
haben  die  letzten  zwei  Jahre  doch  die  Auffassung
bestätigt,  daß  die  Einfuhr  fremder  Kohle  eine  abnehmende
  ist.  Im  Jahre  1895/96  nämlich  ist  die
Einfuhr  wieder  auf  746  850  Tonnen  und  in  dem
am  1.  April  1897  abgelaufenen  Jahr  sogar  auf
480  000  Tonnen  gefallen.  In  Bombay  ist  die
Kohleneinfuhr  von  rund  600  000  Tonnen  im  Jahre
1894/95  auf  5830  000  Tonnen  im  Jahre  1895/96
und  auf  etwa  340  000  Tonnen  im  Jahre  1896/97
gesunken;  dagegen  ist  die  Einfuhr  von  Bengal-Kohle
zur  See  von  58  000  Tonnen  auf  122  000  Tonnen

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1897,  S.  468  ff.
        <pb n="622" />
        —  518

im  Jahre  1895/96  und  auf  241  232  Tonnen  im
letzten  Jahre  gestiegen.

Dereutschland  hat  im  Jahre  1898/94  etwas  über
100  Tonnen  Kohle  nach  Bombay  verschifft;  im  folgenden
  Jahre  betrug  diese  Einfuhr  nach  Bombay
1650  Tonnen  und  nach  ganz  Indien  2250  Tonnen;
im  Jahre  1895/96  ist  keine  deutsche  Kohle  eingeführt
worden  und  im  letzten  Jahre  wieder  etwas  über
1000  Tonnen.

In  diesen  Verschiffungen  kann  man  einen  Versuch
sehen,  deutsche  Kohle  in  Indien  heimisch  zu  machen.
Die  angegebenen  Zahlen  weisen  darauf  hin,  daß  dieser
Versuch  so  gut  wie  keinen  Erfolg  gehabt  hat.

Wenn  man  die  Entwickelung  der  indischen  Kohlenindustrie
  und  den  Gang  der  Einfuhr  außerindischer
Kohle  verfolgt,  so  wird  dieser  Mangel  an  Erfolg.
nicht  überraschend  erscheinen.

Die  Kohlengewinnung  in  Indien  hat  in  den  letzten
Jahren  einen  gewaltigen  Aufschwung  genommen,  und
diese  Aufwärtsbewegung  hat  ihr  Ende  noch  nicht
erreicht.

Die  Annahme,  daß  die  Tage  der  Kohleneinfuhr
nach  Indien  gezählt  sind,  erscheint  nicht  allzu  gewagt.

Es  soll  damit  nicht  behauptet  werden,  daß  nicht
für  Zwecke,  bei  denen  die  beste  britische  Kohle  unersetzlich
  ist,  und  bei  besonders  günstigen  Konjunkturen,
z.  B.  bei  einer  unvorhergesehenen  plötzlichen  Zunahme
des  Bedarss  oder  bei  besonders  niedrigen  Seefrachten
von  Europa  nach  Indien  britische  Kohle  und,  wenn
deren  Ausfuhr  durch  besondere  Umstände,  wie  Kohlenstreiks,
  erschwert  ist,  auch  deutsche  Kohle  in  kleinen
Mengen  ihren  Weg  nach  Indien  finden  wird,  sondern
es  soll  nur  gesagt  werden,  daß  nicht  daran  zu  denken
ist,  Indien  jemals  als  Absatzgebiet  für  große  Mengen
europäischer  oder  besonders  deutscher  Kohle  zu  gewinnen.

Steinkohle  kommt  in  dem  größeren  Theil  von
Britisch-Indien,  nämlich  in  Bengalen,  den  Central-=provinzen,
  Centralindien,  Madras,  Punjab,  Burma,
Assam,  den  Nizamsterritorien  und  Belutschistan  vor.

Die  östliche  Hälfte  der  Halbinsel  ist  reichlich  bedacht,

  während  der  Westen  keine  Kohlenlager  von
Bedeutung  aufzuweisen  hat.
Die  für  Bombay  wichtigsten  Kohlenlager  waren
bisher  die  von  Warora  und  Umarin  in  den  Centralprovinzen
  und  Centralindien  und  bei  Singareni  in
Hyderabad.  Aber  auch  dle  erstgenannten  sind  schon
so  weit  von  Bombay  entfernt  und  die  Eisenbahnfrachten
  so  hohe,  daß  von  dort  nur  wenig  Kohle  nach
Bombay  gelangte.  In  den  letzten  Jahren  ist  nun
bengalische  Kohle  in  immer  größeren  Mengen  zur
See  nach  Bombay  befördert  worden.

In  einzelnen  Provinzen  und  bei  einzelnen  Gruben
sind  Schätzungen  des  vorhandenen  Minerals  vorgenommen
  worden.  Danach  genügen  diese  Lager,  ohne
daß  man  die  noch  ungeschöhztten  Lager  in  Rechnung
zieht,  allein,  um  den  Kohlenbedarf  Indiens  auf
Jahrhunderte  hinaus  zu  decken.

Die  bisher  genauer  bekannten  Kohlenlager  dehnen

sich  über  eine  Fläche  von  rund  35  000  englischen

 

Quadratmeilen  aus.  Die  bisher  geschähten  Lager
sollen  über  25  Milliarden  Tonnen  enihalten.  Die
meisten  und  reichsten  Lager  finden  sich  in  Bengalen.
An  erster  Stelle  sind  die  Lager  von  Raniohanj  zu
nennen,  die  allein  14  Milliarden  Tonnen  abbaufähiger
Kohle  enthalten  sollen.  Außerhalb  Bengalens  sind
das  Kohlengebiet  von  Warora  in  den  Centralprovinzen
mit  1.7  Milliarden  Tonnen  und  die  Singarenigruben
in  Hyderabad  hervorzuheben.

Die  Kohlenförderung  hat  sich  von  Jahr  zu  Jahr
gehoben,  und  bei  der  stetig  vermehrten  Nachfrage
seitens  der  Industrie  und  des  sich  immer  weiter  ausdehnenden
  Eisenbahnnetzes  sind  die  Preise  immer  auf
einer  den  Abbau  lohnenden  Höhe  geblieben.

Die  folgende  Tabelle  giebt  die  indische  Kohlengewinnung
  in  den  Jahren  1878  bis  1894/95  an:

Jahr  Tonnen  Jahr  Tonnen  Jahr  Tonnen
1878  1015210  1884  1397  818  1890  2168  521
1879  924562  1885  1294221  1891  2328  577
1880  1019793  1886  1388  487  1892  2537  696
1881  997730  1887  1  564  063  1893  2662
1882  1130242  13888  1  708  903  1894  2820  652
1883  1315976  1889  1  946172  1895  4371734

Wenn  man  berücksichtigt,  daß  bis  1894/95  die
Einfuhr  fremder  Kohle  nicht  sehr  bedeutend  zurückgegangen
  ist,  daß  die  Ausfuhren  nicht  wesentlich  gestiegen
  sind  und  daß  in  Indien  Kohle  nicht  ein  häusliches
  Gebrauchsmittel  ist,  so  giebt  die  bedeutende
Zunahme  der  Produktion  einen  Beweis  für  den  Aufschwung,
  den  die  Industrie  und  die  Verkehrseinrichtungen
  zu  Wasser  und  zu  Lande  in  Indien  genommen
haben.

Die  indische  Kohle  findet  in  dem  Schiffs=  und
Eisenbahnverkehr  von  Jahr  zu  Jahr  ein  weiteres
Feld.  Wo  man  bisher  die  eingeführte  Kohle  ihrer
größeren  Heizkraft  wegen  vorgezogen  hat,  wendet  man
sich  jetzt  vielfach  der  billigeren  indischen  Kohle  zu.

Die  Zahl  der  Kohlengruben,  welche  im  Jahre  1886
68  und  im  Jahre  1894  123  betrug,  ist  im  Jahre
1895  auf  223  gestiegen.  Während  im  Jahre  1886
etwa  30  000  Arbeiter  in  der  Kohlenindustrie  Beschäftigung
  fanden,  ist  ihre  Zahl  im  Jahre  1895  auf
nahezu  das  Doppelte  angewachsen.

Neben  der  Entwickelung  in  Bengalen,  die  in  den
letzten  Jahren  für  Bombay  von  Bedeutung  geworden
ist,  interessirt  den  sonst  von  Kohlen  entblößten  Westen
besonders  die  Ausdehnung  des  Kohlenabbaues  in
Hyderabad.  Die  Werke  in  Singareni  liegen  nicht

so  weit  von  Bombay  ab,  daß  nicht  von  ihnen  aus

wenigstens  die  südlichen  Theile  der  Präsidentschaft
mit  Kohle  versorgt  werden  könnten.  Erfüllt  sich  die
Erwartung,  die  man  in  Bombay  auf  Singareni  setzt,
und  bleibt  Bengalen  wie  in  den  letzten  Jahren  in
der  Lage,  seine  Kohle  per  Schiff  billig  nach  Bombay
zu  legen,  so  wird  auch  dort  die  Nachfrage  nach  ausländischer
  Kohle  immer  weiter  zurückgehen.
Singareni  hat  im  Jahre  1893/94  157  421  Tonnen,
im  Jahre  1894/95  aber  schon  292  915  Tonnen  gewonnen.
  Im  Jahre  1895/96  sollen  täglich  etwa
        <pb n="623" />
        1300  Tonnen  gefördert  sein,  was  bei  300  Arbeitstagen
  einen  Jahresertrag  von  etwa  400  000  Tonnen
ergeben  würde.  Jetzt  ist  man  dabei,  mehrere  neue
Gruben  anzulegen,  deren  jährliche  Gewinnung  wieder
auf  300  000  bis  400  000  Tonnen  geschätzt  wird.

Die  Singareni-Kohle  soll,  je  tiefer  man  bei  dem
Abbau  kommt,  desto  werthvoller  werden.  Man  hofft,
daß  man  bald  Kohle  von  solcher  Güte  finden  wird,
daß  auch  die  auf  der  Westküste  Indiens  statlonirten
britischen  Kriegsschiffe  sich  ebenso  der  Benutzung  indischer
  Kohle  zuwenden  werden,  wie  dies  seitens  der
Handelsmarine  schon  vielfach  geschehen  ist.

Die  Einfuhr  bengalischer  Kohle  nach  Bombay
über  Land  verbietet  sich  bis  jetzt,  wie  erwähnt,  der
hohen  Eisenbahnfrachten  wegen;  dagegen  hat  bei
niederen  Seefrachten  die  Kohleneinfuhr  von  Kalkutta
nach  Bombay  per  Schiff  sich  in  alljährlich  steigender
Menge  ausführen  lassen.

Die  Ausfuhr  von  Kohle  aus  Kalkutta  nach  Bombay
war  nämlich  folgende:

189091  1891/92  1892/93  1893/94  1894/95  1895/96
onnen
3606  206  50  330  73015  58  421  121600

vom  1.  April  1896  bis  31.  Januar  1897  214  930.

Vergleicht  man  die  niedrigen  Kohlenpreise  im
Osten  Indiens  mit  denen  der  indischen  Kohle  auf
der  Westseite,  wohin  sie  per  Eisenbahn  oder  auch  zur
See  gebracht  werden  muß,  so  läßt  es  sich  verstehen,
daß  bisher  die  Einfuhr  fremder  Kohle  sich  noch  bezahlt
  gemacht  hat.

Die  Ausgaben  der  Eisenbahngesellschaften  im  Osten
und  Westen  für  ihr  Heizmaterial  sind  außerordentlich
verschieden.

Während  der  East  Indianbahn  die  Kohle  mit
1,91  Rupien  per  Tonne  einsteht,  hat  die  Rajputana
Malwa  für  Materlal  gleicher  Güte  17,07  Rupien
per  Tonne  zu  zahlen.

Die  Bahnen  haben  sorgfältige  Versuche  über  die
Hettrraft  der  hauptsächlich  im  Gebrauch  befindlichen

ohlen  angestellt,  die  Ergebnisse  sind  nicht  überall
genau  übereinstimmend  gewesen,  was  ja  bei  der  nicht
immer  ganz  gleichen  Qualität  der  Versuchsobjekte
und  wegen  anderer  zufälliger  Umstände  nicht  zu  verwundern
  ist.

Im  Allgemeinen  nimmt  man  aber  als  gegenseitige
Werthe  bei  der  Vergleichung  der  verschiedenen  Sorten
solgende  an,  wobei  beste  Giridih-(Karhabari-,  Bengalen)
  Dampfkesselkohle  als  Grundlage  gilt:

(Bengalen)  1—
Kohle  (Bengalen)  83—

 

2,60
Die  Karhabari-Kohle  steht  hiernach  der  englischen
nicht  sehr  nach,  und  der  Vortheil,  der  den  Eisenbahnen

519

 

in  Bengalen  aus  dem  Besitz  dieser  werthvollen  Kohlenlager
  erwächst,  ist  leicht  zu  ermessen.

Die  weit  verschiedene  Heizkraft  der  Kohlensorten
folgt  aus  ihrer  chemischen  Zusammensetzung.  Das
Ergebniß  der  neuesten  vergleichenden  Untersuchungen
über  diese  Zusammensetzung  einer  Anzahl  indischer
und  englischer  Kohlenarten  ist  in  der  nachstehenden
Tabelle  angegeben.

 

 

 

 

 

 

 

s  .T
-  *sT
Herkunft  2  —  4  55rP  2
r  9  S.5

Makum  (Assam),  315,  43|11,900|102|3077
Karhabari  (Beng.)2,14  6,38  041125  636
Kumardahbß.0,  4370336  13,5
Warora  (Central--provinzen).07,65|

  437|10,75|0,  437,079073
Northumberland  80,29  5,32  11.790  911
Wales  83,00  5,  75847
Neusüdwales  179,65|  4,941  10,  63  10,8  —  3,26

Die  Eisenbahnen  in  Indien  haben  in  den  Jahren
1884  bis  1887  sowie  1898  und  1894  folgende
Mengen  von  Heizmaterial  verbraucht.

 

 

 

 

 

 

Ein-  Patent-Jahr
  geführte  Nansd  e  feuerungs=  Koks  Holz
Kohle  ohle  material
1884187  342  436  804  —  —  —
18852257111476177  11  10  439  265  178
1886  0  063  460948  26212  9182259  513
1887212  5329  4220  09  9564292  513
1893178  656919  943  6135  4957  358  756
189427  520  I1.  059  158  6  3590  839  657

 

Von  1893  bis  18964  allein  ist  der  Kohlenverbrauch
im  Ganzen  um  8  pPpCt.,  der  von  indischer  Kohle  um
15,13  pCt.  gestlegen,  der  von  eingeführter  Kohle  um
28,62  péCt.  gefallen.

Die  Hauptindustrie  Indiens,  die  Baumwollenindustrie,
  dle  ihren  Siß  fast  ganz  in  der  Präsidentschaft
  Bombay  hat,  hat  in  den  letzten  Jahren  große
Fortschritte  gemacht.  Seit  dem  Jahre  1890  ist  die
Zahl  der  Baumwollspinnerelen  und  -webereien  von
114  mit  22  078  Webstühlen  und  2  934  637  Spindeln
  auf  144  mit  34161  Webstühlen  und  3711669.
Spindeln  im  Jahre  1894/95  gestiegen.

Die  Kohleneinfuhr  ist  von  1890  bis  1894  von
784  664  auf  555  280  Tonnen  gefallen,  im  Jahre
1894/95  wieder  auf  823  314  Tonnen  gestiegen.
Die  niedrige  Einfuhr  von  1898/94  und  die  große
von  1894/95  gleichen  sich  ungefähr  aus,  und  man
kann  annehmen,  daß  in  den  fünf  Jahren  der  Verbrauch
  ausländischer  Kohle  in  den  Fabriken  ziemlich
gleichmäßig  gewesen  ist.

Das  spricht  dafür,  daß  auch  die  Industriebezirke
im  Westen  Indiens  sich  immer  mehr  auf  den  Verbrauch
  indischer  Kohle  einrichten.  Bestätigt  wird
dieser  Schluß,  wenn  man  die  Statistik  über  die  Zufuhr
  indischer  Kohle  nach  der  Präsidentschaft  Bombay
betrachtet.
        <pb n="624" />
        Die  im  Wege  der  Küstenschifffahrt  von  Kalkutta
nach  Bombay  geführte  Kohle  hat  sich,  wie  bereits
oben  erwähnt,  seit  dem  Jahre  1892/93  in  ungeahnter
Weise  vermehrt.  Während  im  Jahre  1890/91  nur
3606  und  im  Jahre  1891/92  gar  nur  206  Tonnen
zu  Schiff  nach  Bombay  gelangten,  stieg  die  Einfuhr
in  den  nächsten  Jahren  auf  50  330,  73015,  58421,
121  596  Tonnen  und  hat  im  Jahre  1896/97  trotz
des  Darniederliegens  der  Industrie  wegen  der  Pest
voll  250  000  Tonnen  errelcht.

Daneben  ist  die  Zufuhr  von  Kohle  zu  Lande  in
die  Hauptindustrieplätze  nicht  zurückgegangen.  Sie
betrug  nämlich:

1890/91  1891/92  1892/93  1894/95

Tonnen
242926  207214  194  555  232318

189994
228018.

Auch  die  Ausfuhr  von  Kohle  aus  der  Stadt

Bombay  in  das  Innere  hat  sich  nicht  wesentlich  geändert;
  sie  betrug  nämlich:
1890/91  1891/92  1892/93  1894/95

Tonnen
124  458  159516  126781  84  411  103  603

Aber  eine  bedeutende  Aenderung  zeigt  die  Betheiligung
  der  verschiedenen  Kohlengebiete  an  der
Versorgung  der  Präsidentschaft.  In  den  Jahren
1890/91  bis  1894/95  betrug  die  Zufuhr  von  Kohle
in  die  Präsidentschaft  nach  Abzug  der  Wiederausfuhr
rund  220  000  Tonnen.  Während  aber  im  Jahre
1890%1  hiervon  etwa  118000  Tonnen  ausländische
und  55000  Tonnen  Singareni-Kohle  waren,  gelangten
  im  Jahre  1894/95  nur  etwa  93000  Tonnen
fremde  Kohle  (—  21  pCt.)  und  66000  Tonnen  Singareni-Kohle
  (+  20  pCt.)  in  das  Innere  der  Provinz.

Auch  diese  Zahlen  beweisen,  daß  der  Wettbewerb
der  indischen  Kohle  der  englischen  gegenüber  immer
gefährlicher  wird.

Aus  den  vorstehenden  Bemerkungen  über  die
Entwickelung  der  Kohlenindustrie  in  Indien  läßt  sich
deutlich  ersehen,  daß  schon  seit  Langem  die  Osthäfen
für  die  Kohleneinfuhr  nicht  in  Frage  kommen  konnten,
und  daß  bei  weiterer  Entwickelung  es  der  fremden
Kohle  auch  nicht  in  den  Westhäfen  möglich  sein  wird,
sich  dem  Wettbewerb  der  einheimischen  gegenüber  zu
behaupten.

Die  Einfuhrstatistik  bestätigt  diese  Annahme.

Bombay  nimmt  nach  wie  vor  als  Einfuhrhafen
die  erste  Stelle  ein.  Ungefähr  drei  Viertel  aller  fremden
Kohle  gelangt  nach  Bombay.  Madras,  das  bisher
verhältnißmäßig  schlechte  Verbindungen  mit  indischen
Kohlengruben  gehabt  hat,  ist  noch  immer  ein  Abnehmer
  fremder  Kohle,  um  seinen  nicht  gerade  großen
Bedarf  zu  decken.

Die  Entwickelung  der  Singarenigruben  und  die
Vollendung  der  eine  Fortsetzung  der  East  Coast
Railway  bildenden  Bahn  von  Bezwada  nach  Madras,
wodurch  der  Transportweg  der  Singareni-Kohle  nach
Madras  um  über  die  Hälfte  abgekürzt  wird,  dürfte
auch  hier  die  Abnahme  der  Einfuhr  und  Zunahme
des  Verbrauches  indischer  Kohle  zur  Folge  haben.

1893/94

520

 

Im  Folgenden  finden  sich  die  Zahlen  für  die
Jahre  1880/81  bis  1896/97:

 

Einfuhr  fremder  Kohle  nach:

 

 

 

 

 

 

 

Kar=  Ma-  Ben-  Zu-Jahr
  Vombay  rachi  dras  Burma,  galen  sammen.
Tonne  an  0  *

1880/6182  40  25705|10  62%  86  562  64  670  300
1881/82  404  2433  376y  77  628  5050  617  900
1882/83  420055|1  74  610|2  287
1883  491  77617  593|28  2948  3122  534/678  509
1884/8685  504  875|18  1618  8264  77962  536|699  177
1885  528  499|85  769/  34  662  63  091197  0#  759
1886/87  521  455|  402  2  46  “  728  116

1887/88  572358|38  803/28  204/111  589|49  206/800  160
638  159  41  515/35  874
5900  431  200|1  596¼1  662  22  791
628  67848  992  46  39  35  9997571  767  632

1  657|63  053|41  52847  843|20  120,  721  195
498  65234  475/63  929/26  966|10  727  684  749
423  095/32  67763  20619  23005  70  544  006
647  91740  46979  37834  4056544  8086  713
552  5052  2  ?  2  146850
?  l  ?  481  036

1
77741|17  176|  810  465

1895/96
1890/97  350  000  2  *
ungefähr  |

Neben  Großbritannien,  auf  das  etwa  96  pCt.
der  indischen  Kohleneinfuhr  entfallen,  kommen  nur
noch  Anstralien  und  Japan  als  Bezugsländer  für
Indien  in  Frage.  Die  Einfuhr  australischer  Kohle
kann  nur  bel  ganz  niederen  Frachten  rentiren.  Die
australische  Kohle  ist  zudem  in  Indien  nicht  beliebt
geworden  und  wird  sich  schwerlich  dort  einbürgern
können.

Dasselbe  ist  von  der  japanischen  Kohle  zu  sagen.
Zwar  hat  sich  in  den  Jahren  1896  und  1897  deren
Einfuhr  gehoben,  im  letzten  Jahre  sind  allein  nach
Bombay  gegen  50  000  Tonnen  gekommen,  doch  wird,
vorausgesetzt,  die  Beschaffenheit  bessert  sich  nicht,  hier
auch  wieder  ein  Rückgang  stattfinden.  Nur  wenn
die  Kohle  als  Ballast  der  Dampfer  von  Japan  nach
Indien  gelangt,  wird  sie  mit  der  indischen  in  Wettbewerb
  treten  können.

Die  Kohleneinfuhr  nach  Bombay  ist  durch  die
unglücklichen  wirthschaftlichen  Verhältnisse  in  der  Stadt
und  Umgebung  seit  September  v.  Is.  weniger  beeinflußt
  worden,  als  man  hätte  denken  sollen.

Die  Gesammteinfuhr  indischer  und  fremder  Kohle
zu  Wasser  nach  Bombay  betrug:

1891/92  1892/93  1898/94  1894/95  1895/96  1896/97
Tonnen
551  179  5640  790  487236  691  215  668  029  585  372

Es  ist  im  Jahre  1896/97  die  Zufuhr  von  Bengal-Kohle
  nach  Bombay  fast  so  groß,  wie  die  von  britischer
  Kohle  gewesen,  und  wenn  im  laufenden  Jahre
1897/98  das  Verhältniß  dasselbe  wie  vom  1.  April
bis  jetzt  bleibt,  so  wird  Kalkuttas  Verschiffung  von
heeew  nach  Bombay  die  britische  Ausfuhr  weit  übertreffen.
  .

Es  sind  nänilich  seit  dem  1.  April  bis  einschließlich
der  ersten  Woche  des  Mai  1897  nur  16824  Tonnen
        <pb n="625" />
        britischer  gegen  36  363  Tonnen  bengalischer  Kohle
eingeführt  worden.

Bei  den  hohen  Frachten  von  Europa  nach  Indien
ist  es  ja  auch  nicht  möglich,  daß  europäische  Kohle
nach  Bombay  kommen  kann,  sobald  die  indischen
Kohlenwerke  genügend  Kohle  für  den  dortigen  Bedarf
fördern  können.

Im  Jahre  1896  stand  die  Tonne  britischer  Kohle
in  Bombay  etwa  mit  20  Rupien  im  Durchschnitt
ein,  während  man  für  indische  Kohle  etwa  13  Rupien
zu  zahlen  hatte.  "

Nimmt  man  an,  daß  eine  Tonne  britischer  Kohle
im  Durchschnitt  so  viel  leistet  wie  11  Tonnen  indischer,
  so  ist  es  klar,  daß  man  in  Bombay,  wenn
irgend  möglich,  die  letztere  gebrauchen  wird.

Die  Betrachtung  der  Entwickelung  der  indischen
Kohlenindustrie  und  die  Einfuhr  fremder  Kohle  nach
Indien  führt  zu  dem  Schluß,  daß  allmählich  der  gesammte
  Kohlenbedarf  Indiens  in  Indien  selbst  Deckung
finden  wird,  und  daß  eine  Einfuhr  besserer  Kohle,
und  zwar  kommt  hier  fast  allein  britische  Kohle  in
Frage,  mit  der  Zelt  nur  noch  soweit  stattfinden  wird,
als  aus  Rücksicht  des  Betriebes  oder  zur  Schonung
der  Dampfkessel  es  angezeigt  ist,  ohne  Rücksicht  auf
den  Preis  das  beste  und  leistungsfähigste  Heizmaterial
zu  benutzen.

Ueber  die  indische  Kohlenausfuhr  ist  bis  jetzt
wenig  zu  sagen.

Als  Ausfuhrland  kommt  eigentlich  nur  Ceylon
in  Frage.  Die  Ausfuhr  nach  anderen  Ländern,  den
Straits  Settlements,  Mauritius,  Arabien,  Afrika  rc.,
ist  nicht  der  Rede  werth.

Ausführende  Provinz  ist  nur  Bengalen.  Es
wurden  von  dort  ausgeführt:

 

 

 

 

I
Jahr  Nach  Ceylon  ach  and.  Zusammen
Tonner  .
189091911  15  157  11  146  26  303
1891092  3364  4364
1892/93  13  379  2241  15  620
893/9.1914.  28044  24  167  52211
1894/0905  5745  53  545
1895/0606  49166  31757  80  928
18960/994  93  635  0684  11

 

 

 

Die  Kohle  geht  nach  Colombo  für  den  dortigen
Schiffsverkehr.  Eine  erhebliche  Industrie  oder  Eisenbahnverkehr
  bestehen  in  Ceylon  nicht.  Die  jetzt  von
Bengalen  eingeführte  Kohle  wurde  früher  von  Europa
bezogen,  so  daß  die  zunehmende  Verschiffung  von
Kalkutta  nach  Colombo  einen  sicheren  Beweis  für
den  zunehmenden  Wettbewerb  der  indischen  mit  der
britischen  Kohle  bildet.

521

 

Verschiedene  Mittheilungen.
Damburgs  Dandel  mit  den  Rolonien  im  Jahre  7896.

Die  „Tabellarischen  Uebersichten  des  Hamburgischen
  Handels  im  Jahre  1896“  geben  über  den
Handel  Hamburgs  mit  den  deutschen  Kolonien  folgende
  Zahlen:  «

Die  Einfuhr  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  in
Hamburg  betrug  13  359  500  kg  im  Werthe  von
5244  970  Mk.  gegen  13  407  500  kg  im  Werthe
von  4  653  210  Mk.  im  Jahre  1895;  die  Ausfuhr
aus  Hamburg  nach  den  deutschen  Schußgebieten
21  027  800  kg  im  Werthe  von  7  365  250  Mk.
gegen  13218  300  kg  im  Werthe  von  6014870  Mk.
im  Jahre  1895.  Der  Werth  der  Einfuhr  ergiebt
also  ein  Mehr  von  591  760  Mk.  der  der  Ausfuhr
ein  Mehr  von  1350  380  Mk.  Der  Menge  nach  ist
die  Einfuhr  etwas  gesunken,  die  Ausfuhr  dagegen
erheblich  gestiegen.

Für  die  einzelnen  Kolonien  geben  die  „Tabellarischen
  Uebersichten  des  Hamburgischen  Handels“
folgende  Zahlen:

A.  Einfuhr  im  Jahre  1806.
Aus  Deutsch-Westafrika
(Togogebiet  und  Kamerun).

100  kg  Werth:  Mk.
Kasse  71  6240
Kakaoo  .  .1406147780
Roher  Tabak  26  17720
Kolanüsee  40  3  520
Gummi  elastiin.  3055  990  640
Elefantenzähne  und  Elfenbein  289  391  520
Palmä  7  558  270  340
Ebenholz  1955  25  790
Palmblätter  251  4180
Palmkerne  81  751  1  488  060
Naturalien  .....  5  10  930
Passagiergannt  ..  34  12  450
Andere  Waaren  —  9770

Zusammen  96  561  7976  940

Im  Jahre  1895  betrug  die  Einfuhr  aus  Deutsch-Westafrika
  117  114  (100  kg)  im  Werthe  von
3  726  440  Mk.  Im  Jahre  1896  ist  dieselbe  also
gegen  das  Vorjahr  im  Gewicht  um  20  253  (100  kg),
im  Werthe  um  347  500  Mk.  gesunken.  Der  Grund
ist  in  einer  erheblichen  Verminderung  der  Ausfuhr
von  Palmkernen  (81751  [100  kgl  im  Werthe  von
1  488  060  Mk.  gegen  91  294  [100  kgl  im  Werthe
von  1  614  130  Mk.  im  Vorjahre)  und  ganz  besonders
  von  Palmöl  (7  558  [100  kg]  im  Werthe  von
270  340  Mk.  gegen  18  460  [100  kgI  im  Werthe
von  716  810  Mk.  im  Vorjahre)  zu  suchen,  welche
einen  nur  theilweisen  Ausgleich  durch  Vermehrung
der  Einfuhr  an  Gummi  elastikum  (3  055  (100  kgl
im  Werthe  von  990  640  Mk.  gegen  2854  I100  kgl
im  Werthe  von  862  040  Mk.  im  Vorjahre)  und  an
Elfenbein  (289  [100  kgl  im  Werthe  von  391520  Mk.
        <pb n="626" />
        gegen  245  (100  kg]  im  Werthe  von  8320910  Mk.
im  Vorjahre)  gefunden  hat.

Als  neuer  Ausfuhrartikel  taucht  zum  ersten  Mal
die  Kolanuß  —  40  (100  kg)  —  auf,  wogegen  das
im  Vorjahre  in  geringen  Mengen  ausgeführte  Mahagoniholz
  im  Jahre  1896  nicht  mit  unter  den  Aussuhrartikeln
  genannt  wird.

Aus  Deutsch-Südwestafrika.
100  kg  Werth:  Mk.

Gummi  arabikum  113  12  020
Trockene  Rindshäute  173  14  590
—W—  —  ..  35  3  040
Pelzfelle..  19  6390
Antilopenhörner  18  3  370
Ammoniakhaltiger  Guano  3418  43  380
Andere  Rohstosse  —  1720
Naturalien  .....  31  4860
Passaglergt  11  5230

Zusammen  3827  94  600

Die  Ausfuhr  Deutsch-Südwestafrikas  betrug  im
Vorjahre  156  (100  kg)  im  Werthe  von  15020  Mtk.
Dieselbe  hat  somit  eine  ganz  bedeutende  Vermehrung
erfahren.  Während  im  Vorjahre  über  die  Hälfte
der  Ausfuhr  auf  trockene  Rindshäute  mit  98  (100  kg)
im  Werthe  von  8340  Mk.  entfiel,  war  im  Jahre  1896
Guano  mit  3418  (100  kg)  im  Werthe  von  43  380  Mk.
Hauptausfuhrartikel.  Außer  einer  erfreulichen  Zunahme
  der  Ausfuhr  der  übrigen  Artikel  —  bei
trockenen  Rindshäuten  fast  auf  das  Doppelte  der
vorjährigen  Ausfuhr  —  ist  besonders  das  erstmalige
Erscheinen  eines  größeren  Postens  Gummi  arabikum
unter  den  Ausfuhrartikeln  hervorzuheben.

Aus  Deutsch-Ostafrika.
sc-Of  ks  kg  Werth:  Mk.

Kaffee  232  26  980
Roher  Tabak  428  30  000
Gewürznelken  625  21  200
Nelkenstengel  131  1  8800
Gummi  Kopal  67  22  860
Gummi  elastikum  .  2040  817  540
Erze  4  170  2540
Lebende  Thierer  —  6  140
Elefantenzähne  und  Elfenbein  kg  640  9  370

a  144  37  180
Fremde  Nußhölzer  1473  4350
Naturallen  171  37  210
Passagiergut.  ..  ..  1106  22  970
Andere  Waaren  —  7940

Die  Ausfuhr  Deutsch-Ostafrikas,  welche  im  Vorjahre
  auf  2081  (100  kg)  im  Werthe  von  542  490  Mk.
gesunken  war,  hat  sich  somit  erfreulicherweise  ganz
bedeutend  gehoben.  Dieselbe  hat  im  Jahre  1896
den  höchsten  Stand,  welchen  sie  je  erreicht  hatte  —
dem  Gewichte  nach  1894  mit  3651  (100  kg),  dem
Werthe  nach  1898  mit  854  980  Mk.  —  erheblich

522

 

überschritten.  Diese  Steigerung  ist  in  der  Hauptsache
auf  eine  Vermehrung  der  Ausfuhr  von  Gummi
elastikum  —  auf  mehr  als  das  Doppelte  des  Vorjahres
  nach  Gewicht  und  Werth  —  und  von  Wachs
—  auf  mehr  als  das  Dreifache  des  Vorjahres  —
zurückzuführen.  Als  erheblichere  Ausfuhrartikel  fungiren
  1896  zum  ersten  Mal  roher  Tabak  (428
100  kg]  im  Werthe  von  30  000  Mk.)  und  Gewürznelken
  (625  (100  kg  im  Werthe  von  21  200  Mk.).
Dagegen  ist  die  Ausfuhr  an  Kaffee  gegen  das  Vorjahr
erhebtich,  dem  Werthe  nach  auf  weniger  als  die  Hälfte
gesunken  (232  [100  kg  im  Werthe  von  26980  Mk.
gegen  374  [100  kgl  im  Werthe  von  57  970  Mk.).

Neben  dieser  Steigerung  der  deutsch-ostafrikanischen
  Ausfuhr  erscheint  das  Sinken  der  Einfuhr

aus  Sansibar  nach  Hamburg  bemerkenswerth.  Die

Einfuhr  aus  Sansibar  betrug  im  Jahre  1896

31  820  (100  kg)  im  Werthe  von  1  674  820  Mk.

gegen  31981  (100  kg)  im  Werthe  von  1836380  Mk.
im  Jahre  1895  und  36  490  (100  kg)  im  Werthe
von  2  641  350  Mk.  im  Jahre  1894.  In  den
Jahren  1893  und  1892  betrug  die  Einfuhr  aus
Sansibar  bezw.  22  665  (100  kg)  im  Werthe  von
2-343  790  Mk.  und  23721  (100  kg)  im  Werthe
von  1  973  530  Mk.

Aus  Neu-Guinea.
Verschiedene  Waaren  380  kg  Werth  1830  Mk.
Im  Jahre  1895  ergaben  3100  kg  einen  Ausfuhrwerth
  von  2200  Mk.

Aus  dem  Bismarck-Archipel.
100  kg  Werth:  Mk.
61  8  860

Perlmutterschalen  .

Schildpatt  .  kg  510  13240

Kopra  .  9755  243  070

Steinnüsset  88  9950

Passagiergut.  ....  2  500
Zusammen  9988  278  240

Im  Jahre  1895  wurden  vom  Bismarck-Archipel
8631  (100  kg)  im  Werthe  von  216  790  Mk.  in
Hamburg  eingeführt.

Aus  den  Marshall-Inseln.
100  kg  Werth:  Mk.
43•2

Kopra  18  374  443  280
Steinnüsse.  .·.  292  4680
Andere  Waaren  —  7  340
Zusammen  18  666  466  800

Die  Einfuhr  betrug  im  Jahre  1895  nur  6062

(100  kg)  im  Werthe  von  150  270  Mk.,  dieselbe  hat
sich  somit  im  Jahre  1896  mehr  wie  verdreifacht.
B.  Ausfuhr  im  Jahre  1806.
Nach  Deutsch-Westafrika
(Togogebiet  und  Kamerunn).

Werth:  Mk.

Raffinaden  100  kg  634  26  830
Ferm-  .........  -  6  850
oher  Takckk  1996  197610
        <pb n="627" />
        Werlh:  Mk.
..  Mille  352  17920
..  100  kg  7730  120270
,..  59  68  960
vmielten  5330  15  7
6619  315  770
Kartoffelspiritus  u.  Sprit  -  351
ttoffelspirinus  u.  Sprit  1958  51  110
anderer  Vranniwein  -  869  87  860
....  -  3u050
109
Sl.u  Artge:  165  27210
00  kg  483  6050
ves  Lanbbaiei  -  127  2  470
-  397  12  320
...  -  816  24  300
ische  ..  -
und  Flei  .  -  1
.  *  isch  .  -  69  14505
ubereitetes  Flei  .  ·  253
...  F  .sch.  -  98  21  830
-  4180
...-...  -  2  883
Milch  ·
dSteinal..  -13837  37460
und  .  .I  ·..  ·-·484  71  870
-  40  5610
-  16  3270
28330
.....  -3274  38  650
é".  “6611
-  713  2560
15000  19  480
.......  53  3  700
zrpine  ..  -
5  u  1
en
4  100  290  5790
-  72  7  560
316  3000
780  16  890
137  7750
-  43  2  480
.......  313  5360
-  281  61  930
.  les  710  2  630
100  kg  13  2200
13  620
kg  602  11  110
100  kg  25  159
....  i2160595340
Leibwäsche  39  16300
.·...  34  9980
624  20  730
.  29  3690
.....  .k8920  1850
Deinenhůte  100  kg  22  16  350
-  29  18
23  8  690
4340
....  -  87  10  380
.....  -  33  5
Strohgeslechte  ka  890  3790
·00  kg  285  35210
.....  -1531  24990
volewacren  872  3830650
.....  -  256  8670

 

 

523  —.

Werth:  Mk.

5.  0  3160

100  kg  18  7  620

.  2260

100  kg  46  7220

-  70  2440

10  2500

34  11  190

-  57  3370

-  54  1970

-  24  2170

-  426  74  470

25  3860

16  3340

u.  iie  W*  537  17330
.  -  244  7930

Koben,  ierwaarn  1882  60  690
Nägel  .  *  181  5870
feine  1545  124740
k-  5  2750

100  kg  110  26  40

-  73  9320

-  35  4770

-  114  18540

-  28  6  720

kg  720  4810

100  kg  2638  690

..  -  14  21  820

...  ..  ...  236  44  690
und  Geschütztheile  irn  100  9000
100  kg  1410  77700
und  Zündhütchen  -  26  5100
......  146  10  710

«  -  131  6520

107  90  480

790  7030

200  18  200

20700

-  92  20  190

Zusammen  100  kg  99  406

Im  Jahre  1895  betrug  die  Ausfuhr  von  Hamburg
  nach  Deutsch-Westafrika  82  671  (100  kg)  im
Werthe  von  2790  060  Mark.  Sie  ist  also  der
Menge  wie  dem  Werth  nach  bedeutend  gestiegen  und
hat  nahezu  die  Höhe  der  Ausfuhr  im  Jahre  1894
101569  (100  kg)  im  Werthe  von  3821  400  Mark
wieder  erreicht.  Besonders  erheblich  ist  die  Steigerung
  der  Ausfuhr  bei  Baumwollwaaren  —  2160
(loo  kg)  im  Werthe  von  595  340  Mark  gegen
1676  (100  kg)  im  Werthe  von  476  680  Mark  im
Vorjahre,  wenngleich  die  Höhe  der  Ausfuhr  im
Jahre  1894  (696  740  Mk.)  bei  Weitem  nicht  erreicht
  ist.

Die  höchsten  Ziffern  zeigen  wie  in  den  Vorjahren
auch  diesmal  folgende  Artikel:

Roher  Tabak  (197  610  Mk.  —  143  310  Mr,
Reis  (120  270  Mk.—  114770  Mk.),  Rum  (815770
Mt.  —  286670  Mk.),  Bier  (109  450  Mk.  —  97190
Mk.),  Baumwollenwaaren  (595  340  Mk.  —  476  680
M.),  Glasperlen  (74470  Mk.  —  72950  Mk.),  seine
Eisenwaaren  (124740  Mk.  —  108900  Mk.,,  Schießpulver
  (77700  Mk.  —  91950  Mk.).
        <pb n="628" />
        Nach  Deutsch-Südwestafrika
(einschließlich  Walfischbal).

Werth:  Mk.
Kaffee#  100  kg  808  124  170
Thee  ·......  -  155
Silsreie  .......  -  401  13  450
..  ..—-  104  2490
5  er  Tabak  OD  97  24  130
abrizirter  Tabak.  -  178  1440
igarre  Mille  1236  52300
Cigaretten  .  kHc  3670
ess.  .  100  kg  2699  46  100
Heware  „  .  -  36  4410
Nosine  ..  47  2170
Geironnet  Pflaumen.  .  2270
Anderes  getrocknetes  obi  .  5890
0„  «’  r  "  3
ampagner  aschen  1
—  p  an  .  125  15  730
i-  ........  -  29  780
Gene  O  10650
*  ad  aunderer  Branntwein  -  236.28020
·  245161300
Mineralwasser  Mit  Ltüse  9160  500
..  .  100  kg  1299  21340
##  -  119  3040
..  -  162  3630
Lin  *  -  121  4280
Weizenmehl.  1719  43  490
Koggenmehl  1115  23640
Graupen,  Grütze,  Gries  -  128  4030
..  -  629  23500
Audeln  und  Na#aromk  "  161  8360
Sardin  23  2970
*  ur  pe25
esalzenes  u.  geräuchertes  Flei  -
ür  -  131  25310
7—  zubereitetes  Fleisch  -  277  ·0240
———  -  73  16  870
Schmah  ......  -  120  12  180
-  35  4860
hentee  Milch.  -  90  9330
-  892  50  730
*  “  #.  .  -  360  21460
ere  erze  rungsgegenstände
*  6  :  3806  24
*  *W  .  -  38  2
Andere  Farbewaaren  .  .  -  74  274
Drogen  und  Chemikalien  ..  -  90  10210
Stangzen=  ind  Schmiedeeisen  -  2  43
draht  ..  -  168  3590
-  32  17  130
ar  Froleim  -  260  7640
Sp  -  30  3  690
187  3000
legen  Kirie-  11  880
Seiden=  und  Halbseidenwaaren  kg  100  2210
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  100  kg  138  770
Baumwollenwaaren  354  119980
Leinene  u.  benmwoll  Lebw  -  149  49510
Segelleinen  Oö  16  3780
Andere  Leinenwaaren.  27  8040
.  und  Damenhäte!  -  21  19  420
Herren  -  317  153  690
And.  00  E  u.  Puhivaaren  -  171  71  530
6  -  38.  15270
ndere  finaeren.  4
80  est  dund  Strohgeflechte  ..  -  5440
Holzwaaren  ....  *  1901  49770
Gummiwaaren  .  740  2970
Ledernes  Fußzeug  100  kg  128  650
Andere  Lederwaaren  -  60  580

 

524

 

2590

 
   

N
.
SSt

Sssssssssssssss

aller  Art.
und  Laschen.

   

und  Lokomobilen  Z

se  s  soaeasse  eaeaeoea  s  an
—  .

S

—

—.
rG  ——  S

*

.  WITH  512

#
—
S

 
 
  

und  Geschütztheile
en  u.  Zündhatchen

S

28
s8

  

u  ae  saeasesoseasbe  nnn  .

und  Paraffinlichte

-

 

S  Sôse

————
1—
EAAA
-eee#n
ESS
—

1
...-..  -.  20070
Zusammen  100  kg  31719  2405  160
Im  Jahre  1895  betrug  die  Einfuhr  von  Hamburg
  nach  Deutsch-Südwestafrika  15796  (100  kg)
Werthe  von  1432860  Mark,  dieselbe  hat  sich
denmnach  im  Berichtsjahre  nahezu  verdoppelt.  Die

wichtigsten  Einfuhrartikel  waren  folgende:

Kaffee  (124  170  Mk.  —  80  300  Mk),  Bier
(161300  Mk.  —  100  670  Mk.),  Baumwollenwaaren
(119  9390  Mk.  —  110  220  Mky,  Herrenkleider
(153690  Mk.  —  23080  Mk.),  andere  fertige  Kleider
und  Putzwaaren  (71  530  Mk.  —  159  000  Mk.),
ledernes  Fußzeug  (63  650  Mk.—  62750  Mk.),  andere
Lederwaaren  (60  580  Mk.  —  17090  Mk.  2  feine
Eisenwaaren  (130  450  Mk.  —  71360  Mk.)

Nach  Deutsch-  Ostafrika.
»  Wth:

  Mk.

Kasse  .  100  kg  13  3520
Raffinaden  -  266  7350
Cigarren  Miile  398  19580
erin  hl  366  53  110
GChamwagner  Flaschen  2440  6810
2  40510
Likör  zd  anderer  Oranntwein  -  8890
x  ..  .  78  820
Minera  iwass  Gi.u.  xrage  3610
100  kg  55  690
eheenes  u.  gerkuczeries  Fleisch  -  108  16  760

-  60  11980

Pdic  zibereietes  *d  -  54  030
Butt  -  118  25380
        <pb n="629" />
        Werth:  Mk.

100  ktg  26  2770
........  -2s4250
.....  -262820
.......  -  334  53220
.  49  865650

13  3090

18700

........  -321129780
........  —345014360
.......  2585043680
34970

.....  57  3140

*  4350

.  129  4030

229  338410

"l-6513  9760

"  1208  23720

.  18  8330

1069  16  P0

15  690

xg  90  4080

laodig  65  21510
Leibwäschs,  13  10330
.......  -3715830
-«234350

.......  40  5900
.......  k640382o
.....  4837190
kgsgo6540

.....  5404660
2090

......  Iookgösnsao
........  -so7460
53728020

.....  -7038310

11  5770

......  639090
-409290

.....  -36172oo
-463460

-214880

-1406420

·206852990

......  -472180
-11409277o

......  -1014580
.253760

·6811010

-464850

.......  -267824,30
.....  -17s140
-2818080

-262900

406800

.....  13418900
"  21  4060

.......  38625350
122  30260

.-52  3870
.......  -  22  7290
.......  -5918780
9210

.  22870
.......  -2145967o

 

Zusammen  100  kg  59558  1331  460

Die  Einfuhr  von  Hamburg  nach  Deutsch-Ostafrika
betrug  im  Jahre  1895  31330  (100  kg)  im  Werthe
von  1569  630  Mk.  gegen  45  189  (100  kg)  im  Werthe
von  1884530  Mk.  im  Jahre  1894.  Dieselbe  ist
mithin  im  Berichtsjahre  um  weitere  200  000  Mk.

 

525  —

gefallen,  gegen  die  Einfuhr  im  Jahre  1894  im
Ganzen  um  550  000  Mk.  Die  erheblichste  Verminderung
  gegen  das  Vorjahr  haben  erfahren:  Baumwollenwaaren
  (21510  Mk.  —  94050  Mk.),  Bier
(78820  Mk.  —  112550  Mk.),  feine  Eisenwaaren
(92770  Mk.  —  119350  Mk.),  Maschinen  (82430  Mk.
—  82240  Mk.),  Gewehre  (18900  Mk.—  79470  Mk.),
Patronen  u.  Zündhütchen  (30  260  Mk.—  96640  Mk.).

Die  bedeutende  Erhöhung  der  Einfuhr  dem  Gewicht
  nach  erklärt  sich  durch  die  erstmalige  Einfuhr
eines  größeren  Postens  Steinkohlen  25  850  (100  kg)
im  Werthe  von  43680  Mk.  Gestiegen  ist  ferner
die  Einfuhr  von  Cognak,  Wein,  Bauholz,  Herrenkleidern,
  gedruckten  Büchern,  wogegen  die  Einfuhr
von  Eigarren,  Champagner,  Seife,  Segelleinen,  Leinwaaren,
  ledernem  Fußzeug,  anderen  Lederwaaren
und  Glaswaaren  gefallen  ist.

Nach  Neu--Guinea.

Werth:  Mk.
Wen  L  27  2  680
Bier  2770
Butter  K.  920  2210
LKonserven  k  100  kg  23  4950
Farbewaaren..  -  52  8  410
And.  Nafstose  u.  Halbfabrikate  4650
Andere  Waaren  1800

Zusammen  100  kg  351  22  470

Die  Ausfuhr  von  Hamburg  nach  Neu-Guinea
betrug  im  Jahre  1895  588  (100  kg)  im  Werthe
von  36  050  Mk.  Dieselbe  ist  demnach  im  Berichtsjahre
  sowohl  der  Quantität  wie  dem  Werthe  nach
erheblich  gesunken.

Nach  dem  Bismarck-Archipel.
Werth:
.  .  bbl  36

     

Ho  .....

u.  feine  Thonwaaren

u.  and.  Instrumente
...  ..100

Zusammen
Die  Ausfuhr  im  Jahre  1895  betrug  551  (100  kg)
im  Werthe  von  73  180  Mk.  Die  Ausfuhr  hat  sich
        <pb n="630" />
        —  526

somit  dem  Werthe  nach  mehr  wie  verdoppelt.  Der
erheblich  größere  Quankllätsunterschied  ist  hauptsächlich
  zauf  die  Einfuhr  von  7000  (loo  kg)  Steinkohlen
  im  Berichtsjahr  zurückzuführen.

Nach  den  Marshall-Inseln.

       

-  erth:  5
Tabak  100  kg  35  4950
..........  111  31  2900
.........  17  620
........  leg-W  2790
u.  geime.  3  -  16  2040
zubereitetes  8  84  -  52  3430
........  -  21  4420
.......  -  23  2370
.......  -  126  10  660
«-  11710
.....  -8925  11330
-  64  3230

kg  950  2#
700  4350
100  kg  71  19•940

105#  880  33

......  g.15.  3200
.  .  3-710
.......  60  3070
............  157  7110

......  -  19  324
kg.  990  2710
11  110
.......  -  590  2520
Zusammen  100  kg  10401  152480

von
also  Leer  gestiegen.  Der  —i“J  Quantilätsunterschied
  ist  auch  hier  durch  die  erstmalige  Ausfuhr
von  Steinkohlen  8925  (100  kg)  nach  den  Marshall-Inseln
  verursacht.

Es  mag  schließlich  noch,  wie  schon  früher,  darauf
bingewiesen  werden,  daß  die  angeführten  Zahlen  kein
Bild  vom  Gesammthandel.  Deutschlands  mit  seinen

Die  im  Vorjahre  auf  1247  (100  #  im  Wetthe
11’M  gesumen“  i

 

Kolonien  geben,  da  sie  sich  nur  auf  Hamburgs  Handel
mit  den  Schubzebieten  beziehen.  Die  vorhandene
Bremer  Statistik  ermöglicht  leider  eine  gleiche  Zusammenstellung
  hinsichtlich  des  Handels  pon  Bremen
mit  den  Schutzgebieten  nicht.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Tikterakur.

Dr.  F.  F.  Bruck:  Die  gesetzliche  Einführung  der
Deportation  im  Deutschen  Reich.  Breslau  1897.
Marcus.

Die  kleine  Schrift  ist  ein  Beitrag  zu  der  Literatur
  über  die  Einführung  der  Strafkolonisation  in
den  deutschen  Schutzgebieten.  Der  Verfasser  bekämpft
darin  besonders  die  Ansichten  des  dem  Gedanken
abgeneigten  Grafen  J.  Pfeil.

 

A.  Papstein:  Fährer  für  den  Auswanderer  nach
Brasilien.  Mit  einer  Karte.  Berlin.  Deutscher
Kolonialverlag.

Die  Schrift  gewährt  eine  kurze  Uebersicht  der
wirthschaftlichen,  politischen  und  Besiedelungsverhältnisse
  Brasiliens,  wobei  die  vielen  Schwierigkeiten,  mit
denen  ein  Kolonist  dort  zu  kämpfen  hat,  nicht  vergessen
  sind.  Als  Anhang  ist  das  neue  Auswanberungsgeset
  für  das  Deutsche  Reich  abgedruckt.

Vincenzo  Grossi:  Nel  paese  delle  Amzzoni.
Roma  1897.  Unione  cooperativa.

Der  Verfasser  liefert  in  dem  zu  Nutz  und
Frommen  der  zahlreichen  italienischen  Auswanderer
verfaßten  Schriftchen  eine  ausführliche  Schilderung
der  fruchtbaren,  von  dem  mächtigen  Amazonenstrom

bewässerten  Nordprovinzen  Brasiliens.

 

Schiffsbewegungen.

Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Scisses)

S.  M.  S.  „Bussard“  25/7.  Apia.  (Poststation:  Hospostamt.)

S.  M.  S.  „Condor"“  29/6.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Falke“  24/6.  Sydney  24/7.  —  Bismarck-Acchipel.  (Pesinatkon-  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  50D55  4.  Kamernn.  —  17/8.  St.  Thomc  17/8.  —  18/8.  Libreville  2½/8.  (Poststation:
--  amerun..

S«.·M.S"»Hyäne«14j8  Sierra  Leone  (Freetown)  17/8.  —  Dakar.  (Poststation:  Teneriffa.)

S.  M.  Vermessungsschiff„Möwe“  27/5.  Berlinhafen.  (Poststation:  Hongkong.)

S.  M.  S.  „Seeadler"  8/8.  Seychellen.  (Poststation:  Sansibar.)

·  Ablösungstransporte:
Neichspostdampfer  „Stuttgart  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Nbösungstronsport  für  S.  M.  SS.
„Falke“  und  „Bussard“  (ganze  Besatzungen):
Transportführer:  Korvettenkapitän  Krieg.

Heimreise:  28/7.  Albany  28/7.  —  8/8.  Colombo  9/8.  —  17/8.  Aden  17/8.  —  Suez.
        <pb n="631" />
        Su:  Deuisches  Nolonialblatt.  1807.

 

 

 

     

 

1  9  *
#

 

 

Denkmalsenthüllung  für  die  im  Witboo.  Feldzug  gefallenen  Helden
in  Windhoek  am  5.  April  80#r.  (Dgl.  S.  115.)
        <pb n="632" />
        <pb n="633" />
        527

—

Herkehrs-Machrichken.
In  Lindi  (Deutsch-Ostafrika)  ist  eine  Reichs-Telegraphenanstalt  eröffnet  worden.

In  Deutsch-  Südwestafrika  wird  am  1.  Januar  n.  Is.  der  Postanweisungsverkehr  sowohl
innerhalb  des  Landes  als  in  Beziehung  zum  Auslande  eingeführt  werden.

Postdampfschlifverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  auer  Berlin  spätestens
5*  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
am  8B.,  29.  Sept.,  20.  Okt.|  Tanga  20  Tage  am  6.,  10.,  27.  Sept.,
ei  r*r*-’  Les  aboe.  "  -  -  21  Tage  4  isber
6„  .  am  12.  Sept.,  10.  Oli.  ansibar  1024  abbds
1.  Deutsch  ·  Ostasrita  “  #  abds.
NMasseill  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  1%  Monats
ranzösische  Schiffe)  40  ums.  10½
2.  Sü  i  ampton  am  25.  Sept.,  23.  Okt.Lüderitzbucht  22  Tageam  24.  Sept.,  22.  Olt.
—  s  e  Wi  bie  ia  er  40  Uums.  Swakopmund  26  Tage  15  ms.
abi  *s  am  8.  September  Swakopmund  30  Tage
kanchen  Gratt  4  c.  bisanK  ali-  z  7  26.  Sept.  25.  Nov.Swakopmund  30  Tage  am  2  Sept.,  25  Nov.
auf  den  Landwege.)  M  n  W#h  nachts  Luderitzbucht  40  Tage  %  «
l  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  Ramerun  cn  vine)  nachts  w  abds.
·  «  l  am  29.  Hetember,  Kamerun  22  Tage  am  27.  Sept.,  25.  Okt.
Eenpräiche  Ta½,  k.  Okto  1°  Ums:
am  10.  n
homh  m  nachts  20  Lome  3*  o  am  V  derien
deut  l  he  opo  8  Tage  jede
4.  —  *·  #eutsche  Ochiss,  am  Letzten  jed.  Mis.=  Aerra  2  n  a  s  7½  abds.
eer  Liverpool  oder  «  n  da  ab  Landverbindung
Marseille  kub  auf  Ver-  Liverpool  am  8.,  22.  Sep  Suteo  36  Tage  am  6.,  20.  September,
langen  des  Absenders)  (englische  Schiffe)  .  0.  drekt.  von  da  ab  Landverbindung  4.,  18.  Okt.  15  ms.
Marseille  am  25.  jedes  Monats  Kotonon  age  am  D23.  jedes  Monats
(französische  Schisfe)  40  nachm.  on  da  ab  Landverdindung  10%  abds.
am  22.  Sept.,  17.  Nov.  Stephansort  45  Tage  s  am  20.,  24.  September,
5.  Deutsch--Neu-Guinea.  cieea  o  g  15.,  19.  Rorember
am  38  *7  21.  Nov.  -  41  Tage  1034  abds.

 

6.  Marshall-Inseln.

*“

 

 

 

(über  Seih

am  7  i#
abds.

 

Jaluit  etwa  70  Tage

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

am  5.  November
10  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs--=  Die  Loß  ß  fäuig  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  in  Berlir  Von  hafen  Pa  6
Neapel  am  9.7,  23.  Se  "
a.  Okto  14  ·  hanibnrg..qm10  4#
Deutsch-Ostafrika  --  P  Togogebtet..·..  iedes  .
Brindisi.  am  8.  Sept.,  5.Okt.  .
Pia-Mk  »was  Sepl.,  17.  Okt.  Marseille  .  am  16.  00  —
Deulsch-Züdwestafrika  Southampton  n  Sehteanker  Deutsch-Nen-Gninea.  Neapel.  am  18.  eht.r
amburg  am  25./  jed.  Monats  "  -
Kamepnn.......  W“i  am  9.Sfpt,  7.Okt.  Marsball-Inseln  Marseille  Aite  ekbes  r
*  Fäãlligkeitstage  für  die  mit  deuischen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="634" />
        —

528

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Anie.

 

 

 

 

 

 

 

 

ostdampfer  Reise  Lepte  Nachrichten
Poswampf  von  nach  bis  28.  August  1897
„Abolph  Woermann“  Loango  Hamburg  am  20.  August  in  Lagos.
„Aline  Woermann“.  Loango  Hamburg  am  28.  August  in  Gabun.

„Anna  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  23.  August  Dover  passirt.
„Carl  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  26.  August  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  3.  Zt.  in  Hamburg.

„Ella  Woermann“.  Sherbro  Hmburg  am  26.  August  in  Sierra  Leone.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  otonou  am  26.  August  in  Kotonou.
„Gretchen  Bohlen“  !!  8#,  in  i
,  edwig  Woermann“  Hamburg  am  5.  zt  in  Accra.
eannette  Woermann“.  Hamburg  am  24.  August  in  Accra.
rt  Woermann“  1  t.  m  haucht-q-,,Lothac
  Bohlen“  .  t.  in  Hamburg.

„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Loango  am  20.  August  in  Madeira.
„Marie  Woermann-“  Hamburg  Lüderizbucht  am  4.  August  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen"“  in  Hamburg  am  28.  August  angekommen.
„Professor  —  .  Hamburg  ongo  am  25.  August  in  Antwerpen.

ei  Bohler  .  Hamburg  Swakopmund  am  20.  August  in  Teneriffe.

—  der  x  Ohasrita  ·viuie  (anburg  Oftafrita
-  Reise  —*  Nachrichten
eichspostdampfer
Neichspossdampf  von  1  noch  bis  12.  Juli  1897

„König“.  Durban  1  Hamburg  am  12.  Juli  ab  Nolterdam.
„Herzog“  Hamburg  urban  am  10.  Juli  ab  Dur
„Kaiser“  Hamburg  1  Durban  am  10.  Juli  ab  Durban.
„Kanzler"  amburg  1  Durban  am  12.  Juli  an  Suez.
Jurdebrath“  .  t.  in  Hamburg.

Reichstag"  Zt.  in  Hamburg.  1

„Admiral"  Hamburg  Durban  am  9.  Juli  an  Tanga

„General"“  urban  1  Hamburg  am  8.  Juli  ab  Sanfkar.

 

 

 

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Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  des  Deutschen  Kolonialhauses  Bruno  Antelmann
in  Berlin  bei,  betreffend  Zigarren  aus  Tabaken  unserer  Kolonien,  den  wir  gef.  Veachtung
Die  Expedition.

 

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Bekanntmachung.

In  das  Gesellschaftsregister  des
Laiserlichen  1  Gerichts  zu  zu  Winheeenl.  Ft
5  ver  offenen  baageh
in
Boysen  &amp;amp;  Wulff  zu  Windhoek
eingetragen  worden.  (Ga)

Windhoek,  den  21.  Juni  1897.

Der  Heiserliche  Kichter  sär  den  Nordbezirk.

Bekanntmachung.

In  das  isn  des  Kaiserlichen
  Gerichts  zu  Windhoek  ist  heute
unter  Nr.  5  die  Firn

D.  Boysen  zu  Vindhoet
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Diederich  Voysen  daselbst  ginetragen
  worden.  (lesb)

Windhoek,  den  22.  Juni  1897.
Der  Kaisersiche  Richler  für  den  Nordbezirk.

Ein  Landunw,

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einem  deutschen  He  He#  in  Deutschafrika.

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„Das  Eeho“  betrachtet  es  Insbesondere
als  seine  Aufgabe,  dem  Leben  und  Treiben
der  Deutschen  Im  Auslande  dle  Uebevollste
Aufmerksamkelt  zuzuwenden.  Es  wird  daher

Jeder  Deutsche  im  Auslande
gebeten,  seine  Adresse

der  Verlagehdlg.  J.  H.  Schorer  G.m.  b.  H.
In  Berun  SW.,  Wilhelmstrasse  29,  gefl.  anzugeben,
  damit  dieselbe  Gelegenheit  hat,
eine  Probe-Nummer
umsonst  und  portofrel  zu  übersenden.

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u.  ꝝ.  W.  aus  der  Feder  bewührter,
  zeitgonbssischer
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Zahlung  genommen.  Bei  Versendung
  unter  Streifband  empflehlt
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Abonnements  aufrügeben.

In  das  Abonnement

Kkann  jederzeit  elngetreten
werden,  und  wird  „Das
BEcho“  vom  Tage  der
Bestellung  ab  gegen  EInsendung
  des  entfallenden
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r  itung  su

Fho  1t  verloren  geganqenll

FOtto  E.  Ehlers  1  #e  KFe

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“
Redaktlon:  Hugo  Herold.  Geschälftsleltung:  Max  Pechsteln.

 

        

 

 

—  529
        <pb n="636" />
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Charité-Berlin,  die  Univcrsitäts-Kliniken
  in  Wärzburg,  Leipzig,
Erlungen,  Kiel,  Breslau,  Göttingen,
Bonn  etc.;  die  Stadtkrankenhäuser
in  Berlin,  TIamburg,  Dresden,  Köln,
Darmstadt,  Danzig,  Mänchen,  Magdeburg,
  Lübeck  etc.  (16)
Muster  und  Litteratur  sranko.

6.  Beckstroem,

 

 

 

 

 

 

 

—  530  —

Windmotore
eind  dio  einzigen  Windmotore.
welche  dio  K  Frötste  Lelstungn-Nur

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Meinisen  Fabrikanten

Fried.  Filler,
Maschlnenfabrik.
amburg.
Inhaber  der  Trossen  goldenen  Staafsmeckuttt#e  und  5  ourossen
Vokldenen  zngartschen  Acsscek#tengsmeckat!

"*  *s2

 

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ARCHITEKT  unn  Bu0nzanzn##z.
DAMPFSMOEREI,  HOLEBEARBEITUMGS.  UND  PARQuET.  FUSSBODEN.  FABRIK
BAU-·  TisCHLEREI  UND  .  SCALOESEREI.

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293  ·e  Gegründet  1864  05  Lei  zi
Se  über.  *N  vol##sthige  c.  2300  Bran,  6.000.000  Klebe-Adressen

Zu  beslenen!  Aiec  lede  enhen
—is  Man  bite  ½n  vor  P  Nachahmungen!

biue  zu  verlanger

G.)

 

 

 

 

 

Hallenser  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgeschmack  nicht  übertroffen  und  sind  bei  gleicher
Güte  billiger  uls  ausländische  Fabrikate

Unser  Bestreben,  stets  das  Beste  zu  leisten,  ist  anerkannt  durch

unsere  sletig  gesteigerte  Produktion;  wir  verurbeiten  im  Durchschnitt

täglich  50  Centner  Rohkakuo,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Spitze  der  deutschen  Schokoladelabriken  wuem.  (36)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.
        <pb n="637" />
        531

H.  Pieper,  Lüttich,

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MUammerless  von  Mk.  175,—  mit  rauchechwachem  Beschuss.  Eine
grössere  Anzuhl  Gewehre,  welche  nicht  mehr  in  den  Ruhmen  meiner
Preisliste  passen,  verkaufe  zu  herabgesetzten  P’reisen  und  bitte  Aulstellung
  derselben  zu  verlangen.  („lor

r———————
Feldbahnen  9

für  koloniale  Zwecke.
Die  Arthur  Koppel’schen

Gleisanlagen

haben  sich  sowohl  in  der
deutschen  Landwirthschaft.
wie  bei  der  Bewirthschaltung
  von  Zucker-  u.  Kafleeplantagen
  und  zum  Gebrauch
in  der  Kultur  noch  uner- 



 

 

 

 

 
 
  
 
 
  
 

«  -  tesshchbcmclikt
Artliur  Koppel)

32.  Dorotheenstr.  BERLIN  NW.  7,  Dorotheenstr.  32.
Gerenkiert  Ueutsches  Volonialprodukt.

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AKAO

anerin  Keeo  Gesellschaft,  Hamburg  ##
Möller  &amp;amp;  Co.,

Hagen  in  Westfalen  (Deutschiland),
Fabrikation  und  Export

„ästn-,  Stall-,  Meseiug-  2.  Kurzsauren  arer  urt.

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und  spanischer  Sprache  (ne)

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Spezialität:  Lieferung  für  die  Kolonien.

44  4  4

 

 

  
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

Entziehungskuren.
Dr.  Fromme,  6
Stellingen  (Hamburg).  (69)

 

 

 

 

 

 

 

Aelsteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessier  Cabinet

dry  &amp;amp;  oxtra  dry

G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(#)  Esslingen.
ißiilseeeiss#
Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Verlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

Bekleidungs-Besimmungen
für  die
Secoffiziere,  Offiziere  der  Marineinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenieure,
  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Torpederoffiziere,  Sanitätsoffiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen
  Marine,
owie

 

 

 

Bestimmungen  über  die  Uniform  der

Seeoffiziere  2c.  des  Beurlaubtenstandes,
  zur  Disposition  gestellter

und  verabschiedeter  Offiziere  2c.  der

Marine  und  Bestimmungen  über  das
Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.

Genehmigt  durch  Mlerhachsten  K#binets-Ordre
  vom  25.  Ma
Neudruck  unter  Sunnindn  der
bis  Ende  ri  1893  ergangenen
Abänderungen.
Preis  50  Pfennig.

M.  Hecht,  Görlitz,

Kunsttischierel  photogr.  Apparate

Spezialteqke:  65
E—##  für  Tropen  In  Toak,
und--Nussbaum.=
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        Schutzmarke.
eliomzius

 

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Neue  Futterpflanzen!

Lathyrus  silvestris  Wagneri
(Wagnors  Waldplattorbsc).
Hochswerecl,  von  —  schädlichen
  Bitterstolen  belreit!
Gedeiht  anch  auf  den  Semsten
Bodenarten,  selbst  Sand,  Geroll.

Höchster  Nährwerth  von  25—30%
Protein  (Klec  nur  13,5%)j.
Ausdauernd  —  Vidersteht  leder  ürre.

Cathyrus  latifolius  Bastard
gleichfalls  ergiebige  und  widerstandsfähige
  Futterpflanze.  Auch
lür  feuchten  Boden  geeignet.
Protelngehalt  22,21%.

Polngonum  sachalinense
Sachalin  -  Knötcrich).

Gedelht  aacheatenz,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  Boden.
Protelngehalt  16,97  %.
Tüchtige  Vertreter  für  In-  und
Ausland  gesucht.

Prospekte  gratis.  (265)
Santstelle  Klrehhelm-Teck,
Württemberg.

 

 

 

 

Verlag  von  Paul  Tocche  in  Kiel,
bosbuchhändier  Er.  nglichen.  Heheit  des
Prinzen  Heinrich
Album  de  deutschen  Flotte.  Leporello-Form
  A.  1,50.
v.  Korvett.  Cpin.  Sieben
Jahre  Seekadett.  1882.  268  S.
mit  4  Portraits,  gez.  von  Allers.
80.  —,  eleg.  geb.  M.  6,  —
v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leben.
152  S.  80°.  1

K.  150,  geb.  K.  2,25.
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Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften
Kolenüal-  j  atteratur

sowio  zur
Länder-  und  Völkerkunde
aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Hofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,
steht  Interessenten  kKostenrei  zu
Diensten.

VVV  VV

 

 

 

—  532  —

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (Lorm.  E.  Schering)  zu  Berlin

angn  siochwmiun

(salzsaures  Phenocoll)
Einc  grosse  Reihe  Kleniecher  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Professor

Albertoni,  Professor  Cerv  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Pro-Dessor
  Mosso,  Dr.  —*  a  viele  andere  hahen  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Malarin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thuten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  oflizielle  Einreihung  des  Medikuments  in  die  stantlichen
Versehreihungen.  des  Kongostuates  veranlasst.
alzsanre  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen

von  Professor  Martinez  A.  Wargus  in  Barcelonna  zur  sehnellen  und
sicheren  Ileilung  des  Keuollhustenl

an  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:
H#mburg:  Gebrüder  oenburgz
Barcelonn:  J.  Esp  (48)
ondon:  A.  &amp;amp;  M.  Fenen,  k.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-Kll;
Moskun:  W.  Stürzwag
New-  TLork:  Lehn  4  —  (25  WiIlam  Street;
Paris:  Ma#  Fed#,  31  rue  des  petites  teurles:
io  de  Junelro:  Magalhsdes,  Luchus  &amp;amp;  Co.  sucoessores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

 

 

 

zwe  ssnn
Chleago  1893.

Höchste  Ankmehn.  (blplöme  „
#onneur)  Antwerpen  1894.

Fabrik  «
Lochmann'scher
Musikwerke
Aktiengesellschaft
Leipzig-Gohlis.  5
Ausschliessliche  Fabrikantin  der  24.
Symphonions
mit  auswechesbaren  Noian  l·

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Utasts  r  **—  der  Welt.

 

 

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und  Schwarzbrot.  1½

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1102  Juhr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurlickgelegt  hutten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportauftrige  erbitten  an  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  H#biery;  für

das  Iuland  E.  Sökeland  &amp;amp;  Söhne,  Beri#n  WIP.,  oder  Mandesbek.
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Herford.

 

 

 

 

 

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SW,  Kochstr.  68—71.

 

Landes-Aufnahme
und
Generalstabs  Karten,

die  Arbeilen  der  Königlich  PrenHischen
Landes=  Aufnahme,
dbargestellt  von

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Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
zwei  Kartenbeilagen.
Preis  Mk.  2,25.

In  obigem  Werke  werden  die  Arbeiten
  der  Königlich  Preußischen  Landesunterzogen

  und  die  Entwickelung  und
Technik,  Art  und  Werth  derselben  allgemeinverständlich
  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Ver
messungsbeamten  ein  Hülfsmittel  sein,
sondern  auch  Allen,  die  sich  einen  Einblick
  in  das  Wesen  und  einen  Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Ziele  unserer
Landesvermessung  z  ver  schaffen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  derselben
eben.  Das  Such  eignet  sich  ganz
besonders  auch  für  die  Herren  Offiziere
der  Schutztruppe,  um  sich  für  die
Kartographie  vorzubereiten.
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oflerirt  nebst  troplschen  Frueht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralatelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  liefert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—

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II.  Bd.  704  S.  u.  39  Abbild.,  geh.  15.4
III.  Bd.818  S.  u.  155  Abbild.,  M
IV.  Bd.  I.  Abth.  4008.  u.  1  5Abb  gh  M
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Kert  rã  —  e  d.
Übera#  r*—  4„  franko  erhältl.
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Sowie  Abhume  tur  gncohtepot.

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witrt  (krosperte  sraki)
F.  Lücke,  Leipzig.  (r)

 

 

.  Schele,  Frhr.,  Ueber  die  Organisation
  der  Kaiserlichen.  Schutztruppe
in  Deutsch-Ostalrika  u.  die  kriegerischen
  Operationen  dasclbst  wähfrend
  der  Jahre  1893,94.  75  Pkf.

Hindorf,  Dr.  K.,  Der  landpirtk
schuftliche  Werth  vund  die  Bes
delungslähigkeit  Deutsche  Südwenralrikas.
  Zweite  Aufl.  4  1,80

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Lente.  Mit  13  Holzschnitten  und
13  Steindrucktafeln  zum  Theil  nach
Origivalaulnahmen.  412,  geb.  13,50.

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in  den  Tropen  mit  Erfol  geführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  E  Längerem  ständig  bezogen,  dort  seht  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
Shüched  und  sehr  belommlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen
Versand  in  aisten  zu  50  1/1  und  100  1/2  Exporiflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
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Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
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Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

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Wir  garantiren  die  Ilaltbarkeit  Freislisten  stechen  auf  Wunsch
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(westllilisches  Schwarzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  In  den  Tropen,
versendet  die  (110)
Hammer  Brotfabrik,  Hamm,  Westf.

 

 

 

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Inl.  Heinr.  ZEimmarmann,
Habrik  u.  Ezren  ven  Sioshunmenten.
Leipzig.  St.  Pei  gissenngt.  Alosknn.

-m  i.  Si  1.  relsliste.  —————
        <pb n="642" />
        —  536  —

WO  ERMANN-LINTIE.

Am  10.  September:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po,  San  Thomé  und  den
Hälen  der  Südwestküste  Alrikas  bis  Ponta  Negra.
Anm  18.  September:  P.
vria  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Uarocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruffsque,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  September:  P.  D.  „IHedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Grand-Popo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  25.  September:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walfschbai  und  Lüderitzbucht.

Am  30.  September:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Nächste  Expedition  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  November.

Allie  Gufer  miflssen  umm  Tage  vor  dem  4bpyanpsduatum  bise  12  Uhr  miftage  Idnseeite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neanpel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ub  Nenpel
R.  P.  D.  „G#ENERAL“,  Capt.  Caue  g.  September,
R.  P.  D.  „HERZOG“,  Capt.  v.  J  Nendor  1  ...  15.  September,  29.  September,
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stal  ..  6.  Oktober,  20.  Oktober,
R.  P.  D.  „REICHSrTAG“,  Cabt.  Weiskaoan  27.  Oktober,  10.  November,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  uno  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ems  Kap  der  dOicten  Hoheng
direkt  nach  Dirban,  Delagoa-Batf.
Nächste  Expedition:  R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson,  am  10.  Oktober  1897.—
Die  Dampfer  haben  vorzupliche  Einricheungen  yür  EFussactere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Pacl  tfahrt-Aktien-Gesellscheaft,
"##wie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Dieser  Nummer  liegt  das  3.  Heft  des  X.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  bei-.
Verantwortlicher  Redakleur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hoibuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  k  Sohn.  Berlin  8W  12,  Kochstroße  68—71.
Auogegeben  am  1.  ZSeptembrr  1897  um  6  Uhr  nachmittogs.
        <pb n="643" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Polonial-Abiheilung  des  Auswärtigen  Amts.

VIII.  Jahrgang.  Gerlin,  15.  September  1897.  Unmmer  18.

i#en  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15,  jedes  Monats.  Derfelben  werden  als  Beihefte  beigesügt  die  mindestens  einmal  vierteljährli

PBo  ft  he  on  verühochehhn  r  und  Gelehrten  aus  den  deutschon  Gste  beigesügn  d  herausgegeben  von  Dr.  Lähtch

v.  Danckelm#en.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Be  ·

Bu  handlungen  Mk.  8.—,  Merst  unter  Streifband  durch  die  Verlagebuchhonlng  Mk.  8,  as  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Mk.  3.75  für

die  bänder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Unfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Achstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1897  unter  Nr.  1077.)

gege
auge  durch  die  Post  und  die

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Kabinets-Ordre,  betreffend  den  Nachtrag  zur  Bekleidungs-Vorschrift  für  die
Kaiserlichen  Schutztruppen  in  Ostafrika  S.  537.  —  Runderlaß  des  Reichskanzlers,  betressend  die  amtliche  Bezeichnung
für  Doppelzentner  S.  538.  —  Verordnunz  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,  betressend  Gebührensätze
für  das  summarische  Gerichtsversahren  S.  538.  —  Personalien  S.  539.

mtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  539.  —  Kamerun:  Verzeichniß  der  im  Schutzgebiete

Kamerun  thätigen  Handels=  und  Erwerbsgesellschaften  S.  540.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Jahresberih  der
Station  Grootfontein  S.  543.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung

4  544.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Ueber  den  Gewürznelkenbau  in  Sansibar  S.  545.  —  Verschiedene
Mittheilungen:  Ueber  den  Absatz  deutscher  Waaren  in  den  deutschen  Schutzgebieten  S.  549.  —  Kamerun-Kakao

der  Ernte  1897/98  S.  550.  —  Ueber  das  Vorkommen  von  Kolanüssen  in  Ma#nde  S.  550.  —  Ueber  Ananaskultur

S.  551.  —  Ueber  Maté-Thee  S.  551.  —  Litteratur  S.  552.  —  Schifssbewegungen  S.  552.  —  Verkehrs=Nachrichten

  S.  553.  —  Anzeigen.

 

—i

Amtlicher  Theil.

 

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  31.  v.  Mts.  ist  der  nachfolgende  Nachtrag  zur  Bekleidungs-Vorschrift
  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  Ostafrika  vom  19.  Oktober  1896,  betreffend  die  Uniformen
der  Generale  und  der  Offiziere  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen  genehmigt  worden:

A.  6.  Generale
wie  Offiziere  der  Schutztruppen  für  Kamerun  und  Togo  mit  folgenden  Abweichungen:
Heimathsuniform:

1.  Hut:  An  Stelle  des  Bandes  um  den  unteren  Rand  des  Kopftheiles  und  der  Krempeneinfassung
von  ponceaurothem  Seidenrips  5,2  cm  breite  Goldtressen,  wie  die  Admirale.

2.  Waffenrock:  Kragen,  Aufschläge  und  Schoßtaschenleisten  haben  goldene  Eichenlaubstickerei  nach
Muster  der  Stickerei  für  Generale.  Auf  der  rechten  Schulter  ein  goldenes  Geflecht  mit  Achselband,  darauf
event.  Rangsterne,  auf  der  linken  Schulter  eine  gewundene  silbern-schwarz-rothe  Raupe  ohne  Rangahzeichen.
Der  grau  besponnene  Knopf  auf  der  linken  Schulter  zum  Befestigen  des  Achselbandes  fällt  sort.  Vergoldete
  Knöpfe  mit  Kaiserkronen.  Vorn  herunter  12  Knöpfe  —  8  auf  dem  Bruststück,  4  auf  dem  Schoßtheil.
  Die  4  untersten  Knöpfe  werden  nicht  zugeknöpft  —  Schoßfutter  ponceauroth.

3.  Interimsrock:  Knöpfe,  auch  bezüglich  der  Zahl,  und  Schoßfutter  wie  vorstehend.

4.  Achselstücke:  Der  Charge  entsprechend  wie  bei  den  Admiralen,  jedoch  mit  ponceaurothem  Tuchfutter.

5.  Stiefelhose:  Zu  beiden  Seiten  der  Vorstöße  4  cm  breite  ponceaurothe  Tuchstreifen.

6.  Feldbinde:  Das  Schloß  vergoldet  mit  Kaiserkrone.

7.  Achselband:  Fällt  fort.

8.  Paletot:  Vergoldete  Knöpfe  mit  Kaiserkronen.  Ponceaurothes  Brustklappenfutter  bis  zu  den
nutersten  Knopflöchern.

Anmerkung.  Es  kann  zum  kleinen  Dienstanzug  und  Gesellschaftsanzug  eine  lange  graue  Tuchhose
mit  4  cmm  breiten  ponceaurothen  Tuchstreifen  zu  beiden  Seiten  der  Vorstöße  und  schwarze  Fußbekleidung
mit  Sporen  mit  geradem  Hals  getragen  werden.
        <pb n="644" />
        —  538  —

Tropenuniform:

m  Feldrock,  weißen  Rock  und  Feldhose  Vorstöße  von  ponceaurothem  Tuch.  Vergoldete  Knöpfe
mit  gocsclm  der  Am  Tropenhelm  eine  goldene  Kordel.

A.  b.  Gberkommando
wie  die  Schutztruppen-Offiziere  mit  folgenden  Abweichungen:
Heimathsuniform:
1.  Hut:  Band  um  den  unteren  Rand  des  Kopftheiles  und  Krempeneinfassung  von  karmoisinrothem
  *  ,
Mütze:  Mützenbund  und  Deckelvorstoß  von  karmoisinrothem  Tuch.

2.  Waffenrock:  Kragen,  Aermelausschläge  und  Vorstöße  von  karmoisinrothem  Tuch.  Am  Kragen
und  an  den  Aufschlägen  goldene  Kolbenstickerei.  Vergoldete  Knöpfe  mit  Kaiserkronen.

4.  Interimsrock:  Die  Vorstöße  von  karmoisinrothem  Tuch.  Vergoldete  Knöpfe  mit  Kaiserkronen.

5.  Achselstücke:  Der  Charge  entsprechend,  jedoch  mit  karmoisinrother  Tuchunterlage.

6.  Stiefelhose:  Vorstöße  von  karmoisinrothem  Tuch.  Zu  beiden  Seiten  der  Vorstöße  4  cm  breite
karmoisinrothe  Tuchstreifen.

7.  Feldbinde:  Das  Schloß  vergoldet  mit  Kaiserkrone.

8.  Paletot:  Vergoldete  Knöpfe  mit  Kaiserkronen.  Kragen  und  Kragenstege  innen  und  außen  von
karmoisinrothem  Tuch.

Anmerkung.  Es  kann  zum  kleinen  Dienstanzug  und  Gesellschaftsanzug  eine  lange  graue  Tuchhose
mit  4  cm  breiten  karmoisinrothen  Tuchstreifen  zu  beiden  Seiten  der  Vorstöße  mit  schwarzer  Fußbekleidung
mit  Sporen  mit  geradem  Hals  getragen  werden.

Tropenuniform.

Am  Feldrock,  weißen  Rock  und  Feldhose  Vorstöße  von  karmoisinrothem  Tuch.  Vergoldete  Knöpfe
mit  Kaiserkronen.  Am  Tropenhelm  eine  goldene  Kordel.

Verfügung,  betreffend  Gewichtsbezeich  g

Einem  Beschlusse  des  Bundesraths  vom  8.  April  d.  Is.  —  ist  fortan  im  amtlichen  Verkehr
als  Bezeichnung  für  100  kg  das  Wort  „Doppelzentner"“  mit  der  Abkürzung  „dz“  in  Anwendung
zu  bringen.

 

Verordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,  betreffend  Gebührensätze
für  das  summarische  Gerichtsverfahren.

Unter  Aufhebung  der  Verordnung  vom  10.  Mai  1894  werden  für  das  summarische  Gerichtsverfahren
  die  folgenden  Gebührensätze  festgesetzt:

81.
Die  vom  Kläger  bei  Anbringung  der  Klage  zu  zahlende  Gebühr  beträgt  vom  1.  Juli  d.  Is.  ab  in
J.  bürgerlichen  Rechtsstreitigkeiten:

a)  für  das  Prozeßverfahren  ausschließlich  der  Zwangsvollstreckung:  von  einem  Streitgegenstande  bis
zum  Betrage  von  150  Mark  einschließlich  von  je  10  Mark  der  Klageforderung  2  Mark,  jedoch
mindestens  8  Mark;  von  dem  Mehrbetrage  bis  zu  1500  Mark  einschleßüch  von  je  10  Mark
1  Mark,  von  dem  1500  Mark  übersteigenden  Mehrbetrage  von  je  10  Mark  20  Pf.

b)  für  die  Ausführung  der  Zwangsvollstreckung:  die  Hälfte  des  Satzes  unter  a.

II.  Strafsachen:  20  Mark.
III.  Gemischten  Prozessen  (bürgerlichen  Rechtsstreitigkeiten  und  Strafsachen):
den  um  die  Gebühr  zu  II.  erhöhten  Sa#b  zu  1.
        <pb n="645" />
        539  —

IV.  In  Berufungssachen  richtet  sich  die  Gebühr  nach  dem  Werthe  des  Streitgegenstandes  wie  zu  a,
die  Gebühr  beträgt  jedoch  mindestens  —  auch  in  Berufungsstrafsachen  —  20  Mark.

82.
Die  im  8  1  I.  bezeichnete  Gebühr  beträgt  bei  Klagen  aus  Rechtsgeschäften,  welche  zwischen
Nlchteingeborenen  und  Eingeborenen  nach  dem  1.  Oktober  1894  abgeschlossen  sind:
von  einem  Streitgegenstande  bis  zum  Betrage  von  150  Mark  von  jeder  Mark  10  Pfennige,  mindestens

jedoch

4  Mark;  von  dem  Mehrbetrage  bis  zu  1500  Mark  von  jeder  Mark  5  Pfennige,

von  dem  Mehrbetrage  über  1500  Mark  von  jeder  Mark  1  Pfennig.

Kamerun,  den  3.  Juni  1897.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.

.  S.

(Hez.)  v.  Puttkamer.

 

Personalien.
Kaiserliche  Schugtruppen.
A.  K.  O.  vom  31.  August  1897.
Oberkommando  der  Schutztruppen:

Ohnesorg,  Major  à  la  suite  des  Infanterie-Regiments  von  Boyen  (5.  Ostpreußischen)  Nr.  41,  kommandirt
  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amt,  aus  dem  Heere  ausgeschieden  und  gleichzeitig
  bei  dem  Oberkommando  der  Schutztruppen  mit  seinem  bisherigen  Patent  wiederangestellt.

#  Schußtruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
v.  Stocki,  Premierlieutenant,  auf  seln  Gesuch  der  Abschied  mit  Pension  bewilligt.
Kuhlmann,  überzähliger  Premierlieutenant,  mit  dem  1.  September  d.  Is.  in  die  offene  Premlerlieutenantsstelle

  eingerückt.

A.  K.  O.  vom  10.  September  1897.
Schutztruppe  für  Kamerun.
v.  Besser,  Hauptmann  à  la  suite  des  Füsilier-Regiments  General-Feldmarschall  Graf  Moltke  (Schlesischen)
Nr.  38,  ausgeschieden  und  unter  Belassung  in  dem  Kommando  zur  Dienstlelstung  bei  dem  Auswärtigen
  Amt,  als  Hauptmann  mit  seinem  Patent  à  la  suite  der  Schutztruppe  angestellt.

 

Nichtamtlicher  Theil.

 

Perspnal-Machrichten.
Deutsch=  Ostafrika.
Der  Bezirksamtmann  v.  St.  Paul-Illaire  hat
die  Wiederausreise  nach  dem  Schutzgebiet  am  8.  d.
Mts.  von  Neapel  aus  angetreten.

 

Als  Ersatz  für  den  Bergassessor  Bornhardt,
welcher  die  Heimreise  angetreten  hat,  hat  sich  Bergassessor
  Dr.  Dantz  nach  Dar-es-Salam  begeben.

 

Der  Premierlientenant  Storch  von  der  Schutzlruppe
  für  Deutsch-Ostafrika  ist  am  1.  d.  Mts.  an
Malaria  verstorben.

Der  Techniker  Benker  ist  im  Juli  in  Dar-es-Saläm
  eingetroffen.

 

Der  Büreauassistent  Werner  ist  nach  Dar-es-Saläm
  und  der  Lehrer  Schröder  nach  Tanga
abgereist.

Ramerun.

Assessor  Glahn  ist  mit  Urlaub  nach  Europa
abgereist.

 

Der  Stationschef  von  Johann  Albrechtshöhe,
Conradt,  ist  im  Juni  in  Kamerun  eingetroffen.

Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Hauptmann
  v.  Besser  hat  die  Rückreise  nach  Kamerun
angetreten.
        <pb n="646" />
        Togo.
Der  Unteroffizier  Hahndorf  ist  nach  Togo  abgereist
  und  wird  im  Stations=  und  Grenzdienste  des
Schußgebietes  Verwendung  finden.

HKe-Gninea.

Der  kommissarische  Landeshauptmann  von  Neu-Guinea
  Kurt  v.  Hagen  ist  telegraphischer  Meldung
zufolge  von  Eingeborenen  ermordet  worden.  Der
Verstorbene  v.  Hagen  begab  sich  im  April  1893
als  Hauptadministrator  der  Astrolabe-Kompagnie  nach
Kaiser  Wilhelmsland.  In  rühmender  Weise  gedachten

540

 

die  Mitglieder  der  Expedition  Dr.  Lauterbach-Tappenbeck
  der  Förderung,  die  er  ihnen  bei  ihrem  Unternehmen
  zu  Theil  werden  ließ.  Als  am  28.  August
1896  der  stellvertretende  Landeshauptmann,  Korvettenkapitän
  a.  D.  Rüdiger,  krankheitshalber  das
Schutzgebiet  verließ,  wurde  Herr  v.  Hagen  zum
obersten  Beamten  und  Vertreter  der  Neu-Gulnea-Kompagnie
  mit  dem  Titel  „Generaldirektor"  ernannt.
Mit  Genehmigung  des  Herrn  Reichskanzlers  kommissarisch
  mit  den  Funktlonen  des  Landeshauptmanns
beauftragt,  hatte  er  die  Geschäfte  am  9.  Oktober
v.  Is.  übernommen.

Machrichten  aus  den  drulschen  Schungebieken.

(Abbruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

lamerun.

verzeichniß  der  im  Schutzgebiet  Kamerun  thätigen  Handels--  und  Erwerbsgesellschaften  nach  dem  Stande
am  Anfang  1897.

 

 

 

 

 

 

Lfde.  Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungenuropäisches  rbi
Nr.  Sitz  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  Personal  Farbiges  Personal
Bezirk  Kamerun.
1.  Rider  Son  &amp;amp;  Andrew,  Kamerun  H.  G.  Harris  I.  A.  Wilson,  Küfer
4  Queen  Sauare,  Bristol,  England  H.  Philipps  C.  A.  Whiafe,  Kommis
Edwards,  Zimmermann
James  Quacoo,  Diener
gamer  3  #mmermannslerl.
Aunsab  a  Küferlehrling
-  Bonangando  —  Lanhoc  “  Kommis
-  Bonendale  —  *#  Kommis  (Aerra)
-  Malimba  —  nerah,  -
R.  W.  King,  Redeliff  Parade,  Bristol  Kamerun  E.  C.  dor
H.  C.  Powell
-  Belldorf  —  Lamptey
"  Malimba  —  Vasango
-  ongo  —  J.  Mulobi
-  Bimbia  —  R.  E.  Elum
John  Hol  Kamerun  .  A.  C.  *'  A.  de  Alemeiida,  Kommis
Old  Castle  Buin,  -  Loo  Row,  (Belldorf)  Howa  Wm.  Oko
Liverpool  Max  -  J.  Oquaba
En.  Clotty
J.  S#eon
-  Akwadorf  E.  Seullard  —
-  Didodorf  A.  E.  Daniels  —
-  Hickesparl  J.  Red  path  —
ohn  Akwadorf
Avolph  Hersch  ell,  Kamerun  (Velldorf))J.  A  Fram  J.  Koffie  Black
20  Redcroß  Slreet,  Liverpool  Akwadorf  8  Adhen  T.  Aman
Wuri  Gibney  J.  Mills
-  Hickorydorf  NR.  Harrison  O.  George
-  Thos.  Quartey
Juo  Lantey
Benj.  Tago
os.  Adamo
David  Jones  &amp;amp;  Kamerun  Th.  Armilage  obert  Auman
48  Slater  treet,  —  (Bonaberi)  8  Litherland  Ago  und  Tom
Jebale  Busch  —
-  uri  —  L.  P.  Arblo  und  A.  Ashi
-  Mongo  G.  W.  Christian  —
        <pb n="647" />
        541

 

 

 

 

ofde.  Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungenuropéisches  arbiges  Personal
Nr.  Sit  derselben  in  Europa  im  Schutgebiete  Personal  V  ges  Pers
6.Jantzen  &amp;amp;  Thormählen,  Hamburg  Kamerun  *  s2½  Teile-  —
·  Mundame  G.  —*.
ale  S.  G#  5  gahl  Hr  Aauchov
7.  Deutsch-Westa  zign  e  Handels-  wado  ah  osef  Common
gerw  en  Ke  f  Fe  6r#  B  b5  26  Feiet
aße  ambur  ds
enlGah  ¾  Abbs  Wor  Qus
Moukouri  und  Jungo
"  Didodorf  M.  Fries
8.Woermann  &amp;amp;  Co.,  Kamerungeschäft,  elldorf  2#  Lrohberger  *“*  Aecraleute  als  Koch,
in  Hamburg:
C.  Woermann,  Fichsestraße  23/27  Akwadorf  A.  8  minrmam  -  wei  Gabunleute
·  M.  Diestelmann  als  Stew
Didodorf  C.
Bonendale  3.  E  Mona-Adumbe,  Faktorist
master
Woermang  &amp;amp;  8  nagagelchast,  Malimba  (Depoͤtplatz)  L.  S  lz  r  Accraleute  als  Koch,
n  Han
C.  Woermans,  ⁊*  enstraße  23/27  Edea  am  Sanaga  irsch  Mlen  und  Händler  sowie
7  iu  be  26/2  Avokobuans  So  Gahunhändler  u.  Stewards
-  Monjomanjan  —
-  Ndokobenan  —  —
-  Malimba  Bungo  —  —
Ndokobusoll  —  —
-  Jappi  —  —
-  Luͤngahs
9.  J.  H.  Westphal,  Deidodorf  C.  Plaenödorf  Davis  Dido,  Beachmaster
Hamburg,  Deichstraße  13  W.  Goetze  Eschungo,  IZimmermann
James,  Waschma
Fharly  Sach  6
“m  Küferjunge  und
kangeruner  #Webe  für  die
10.  Baseler  Missionsagentur,  Kamerun  W.  Hies  *  Williams,  E.  Williams,
Basel,  Switzerland  R.  Esaka,  Sebra,  S  unday,
Moses,  binsebra  Se  Douglas
Bezirk  Victoria.
11  Woermann  &amp;amp;  Co.,  Vietoriageschäft,  Lictoria  C.  Schneider  J.  Haddison,  Kommis
in  Hambur  R.  Voß
C.  Woermann,  Neichenptaße  23/27  Bimbia  —  a  Quan,  Kommis
Bwenga  —  7  en,  Kommis
-  Fiko  —  Mondo,  mis
-  Ngeme  —  Molungo,  Nammit
12.The  Ambas  Bay  Trading  Co.  Ltd.,  Vieloria  N.  Creutziger  D.  Conder,  H.  kn  .  Carr,
Liverpool  Mbenga  T.  Ford  Quu,  Küfer
-  Fiko  C.  r*1m7  k  Obatei,  Hmermamn
-  Skunt  A.  Nortey,  Zimmermannsjunge
I.  Aate,  -
»  J.avy,Stew
13.  Kamerun  Land-Plantagen-  Limbiapslanzung,  .  Friederici  nur  Plantagenarbeiter  und
Gesellschaft  in  Hamburg  bestehend  aus  den-  O.  8  Lange  ndwerler
Farmen  zu  Kriegs-  W.  chubert
söiffahesen  un  A.  gag  sten
iba
14.Tabaksbaugesellschaft  Kamerun,  Bibundi  Nah  Matzat,  nur  Plantagenarbeiter
Hamburg  enke,  Heim
»  grau  Rackow  ·
15.]  Jantzen  &amp;amp;  Thormählen,  Hamburg  Isongo  iehe  nur  Plantagenarbeiler
Mokundange  —  «
16.  Linnell  &amp;amp;  Co.  Debundja  G.  Linnell  nur  Plantagenarbeiter
„  Akerman  «
17  Bestusfeikanische  Allanzungs=  Victorka  Zintgraff  nur  Plantagenarbeiter
elschaft  „Vietoria“  ornmüller
erlin  Schulta,  Meyer
18.  Gunther  &amp;amp;  Rausch,  Berlin  Sopo  M.  Günther  nur  Plantagenarbeiter
        <pb n="648" />
        542

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lsde.  Firma  bezw.  Gesellschaft,  Niederlassungen  Europäisches  Farbiges  Personal
Nr.  Sit  derselben  in  Europa  im  Schutzgebiete  Personal
19.  Ambas  Vay  Dev.  Association  Lid,s#o  del  Rey  N.  SFre  ollist
Liverpool  ach.  Eck  angeman
-  Boa  .  Cohen  Burnley
-  Moko  .  Jones  —
-  Matutu  Frank  Lowe  .  —--
  Illowane  —  E
-  onge  Macauly
20.  Deutsch-Vestafrifanische  Handels-“Rio  del  Rey  43  —
hgesellschaft  m.  b.  H.,  #  an  —
Hamburg  Joh  Sternssen  —
Adian  Siept  a  —
-  Adobe  E.  Wetterhall  —
-  Vonge  Knut  Ahrens  —
-  Matutu  —  Frank  Wassibo
-  Vawo  —  Th.  Andomy
-  Fonge  —  Joe  Wilson
Bezirk  Kribi.
1.  A.  &amp;amp;  L.  Lubcke,  Hambur  Klein-Batanga  H.  Lubcke,  A.  Hobi
-  "9  8  Etima  6  —  vobit  Kala  (Gabunmany)
"*“  bea  —  Ambamani  (Gabunmann)
-  assuku  —  Elesa  (Malimbamann
-  ji  —  Nkuku  (Batangamann
-  Plantation  A.  Dacqué,  F.  Pape
O  Kribi  —  Japoma  (Gabunmany)
-  Campo  E.  BZuckuum  —
-  Groß-Batanga  Rembangwe  (Gabunmann)
2.  Randad  Stein,  Hamburg  Longji  H.  55  Taylor  —
-  Kribi  Adende  (Kribimann)
-  Bapuka  —  Ilabie  (Batangamann)
-  Campo  L.  Leipold
8.  C.  Woermann,  Hamburg  sllein-Batanga  F.
-  Dehane  *  Simon  (  (Gabunmann)
-  ma  —  eorge  (Mälimbamann)
-  Eben,  G.  Zieriacks
-  ngit  —  Lobango  Eong  jimann)
-  urnt  orf  .—  Mahoppo  (Lo  olundiemann)
4.  Woermann  &amp;amp;  Co.,  Batangageschäft,  Plantation  Th.  Hadeler
in  Hamburg:  Gstanzungen)
C.  Woermann  G.  Laackmann  —
5.  Karl  Maaß,  griis  o*  zufey  Karl  Maaß,  C.  Wilke  —
Vertreter:  Bauck  &amp;amp;  Durkoop,  Hamburg  Kribi  sar  Südufer)  r  2  G  a  Mohadie  (Kribimann)
-  VDVunktkho
Oü  un  —  Kobert  luambinan
-  Plantation  —  Molope  (Kribimann)
-  Groß=  S.Watanga  —  Mahinge  (einomm)
6.  Küderling  &amp;amp;  Co.  H.  Becker
Agenten:  F.  H.  Ruete  &amp;amp;  Co.  Hamburg  aes  —  Niangani  (Campomany)
—  Bote  Eundemann
7.  Hatton  &amp;amp;  Coois  on,  Liverpool  nesti  khhhn  L.  Johnson
O"b  —  Besunja  -intnganan
-  manba  —  Daniel  (  ihimann
-  Zen  —  Ecoi  (Bapukama
-  Campo  —  R.  J.  King  *  conemann)
8.  John  Holt  &amp;amp;  Co.,  Liverpool  Groß-Batanga  A.  E.  Voothby
-  Plantation  —  Bonjarli  (Batamann)
-  Kribi  —  Etika  (Guteomeny)
Bapuka  —  Mepinda  (Batangamann)
Ebunga  —  Esoka  (Bapukamann)
Epoongow  —  E.  Mango  (Batamann
Mbwama  —  Bopali  (Batangamann
        <pb n="649" />
        Deutsch-Hüdwelkafrika.
Jahresbericht  der  Station  Grootfontein.

Der  Aelteste  der  Station  Grootfontein  hat  unter
dem  8.  Mai  d.  Is.  folgenden  Jahresbericht  erstattet:

Mit  der  Gründung  der  Station  Grookfontein,
welche  am  1.  November  1894  erfolgte,  ist  für  den
der  Station  unterstellten  Bezirk  eine  neue  Zeitperiode
angebrochen.  Die  zugehörigen  weiten  Länderstrecken,
bis  dahin  nur  von  scheuen  Buschleuten,  Kaffern  und
versprengten  Hottentotten  bewohnt,  die  hier  ein  freies,
ungebundenes,  aber  kümmerliches,  jeder  Arbeit  entbehrendes
  Leben  führten,  sind  durch  fortgesezte  Patrouillenritte
  seitens  der  hiesigen  Station  zum  größten
Theil  bekannt  geworden.  Die  europäische  Bevölkerung
zählt  ausschließlich  der  Station  36  Seelen.  Von
Letzteren  gehören  der  deutschen  Nationalität  6,  der
holländischen  einschließlich  Kinder  27  und  der  portugiesischen
  1  an.  Die  deutschen  Ansiedler,  sämmtlich
ehemalige  Soldaten  der  Schutztruppe,  ernähren  sich
von  den  Erträgnissen  ihrer  des  schwachen  Bestandes
wegen  nicht  allzuviel  abwerfenden  Viehzucht.  Der
portugiesische  Ansiedler  betreibt  neben  mäßiger  Viehzucht
  noch  das  Transportfahren.

Die  im  Jahre  1895  hier  eingewanderten  Bastards,
jetzt  etwa  70  Seelen,  betreiben  schon  ausgedehntere
Groß=  und  Kleinviehzucht  und  sind  gute  zuverlässige
Frachtfahrer.

Dasselbe  gilt  auch  für  die  selt  einem  Jahre  hier
angesiedelten  Boeren.

Die  Zahl  der  überall  zerstreut  lebenden  Eingeborenen,
  hauptsächlich  Buschleute,  mag  im  ganzen
Bezirk  ungefähr  1000  Seelen  betragen.

Unter  den  Hauptwohnplätzen  mit  einer  ständigen
Bevölkerung  nimmt  Grootfontein  mit  einer  Gesammteinwohnerzahl
  von  150  Seelen,  darunter,  einschließlich
der  vier  Mann  starken  Militärstation,  zehn  Weißen,
die  erste  Stelle  ein.  Nächstdem  kommt  Kleinfontein
mit  40,  hiervon  gehören  der  Boerennationalität  20
an,  dann  Nomtzas  mit  15,  davon  zur  Zeit  zwei
Weiße,  und  zuletzt  Turlousie  mit  12,  davon  acht
Boerenseelen.

Das  Klima  ist  für  Europäer  sowohl  als  auch  für
Eingeborene  äußerst  gesund.  Durch  die  freie  offene
Lage  ist  der  Luftzug  stets  frisch.  Vormittags  weht
ziemlich  regelmäßig  Nordostwind,  des  Nachmittags
Südwest.  Fieber  und  andere  in  den  tropischen  Gegenden
  vorkommende  Krankheiten  sind  bis  jetzt  noch
nicht  beobachtet  worden.  Auf  den  festen  Plätzen  ist
selt  Bestehen  der  Station  noch  Nlemand  ernstlich
erkrankt.  Gestorben  sind  ein  Deutscher  (Selbstmord)
und  ein  im  zarten  Kindesalter  stehendes  Kind.  Nach
mehrfach  bestätigien  Angabe#  soll  infolge  der  Trockenheit
  des  verflossenen  Jahres  ein  beträchtlicher  Theil
der  im  Felde  lebenden  Buschleute  dem  Hunger  erlegen
  sein.  .

Ackerbau  wird  von  der  einheimischen  Buschmannsbevölkerung
  gar  nicht  betrieben;  eine  Ausnahme  hier-543



 

–

von  bildet  nur  ein  kleiner  Bruchtheil  der  in  den
verstecktesten  Winkeln  der  Gebirge  sich  aufhaltenden
Kaffern  (Bergdamaras);  dieselben  bauen  meistentheils
in  oder  an  den  Ufern  der  Reviere  in  kleinem  Maßstabe
  nur  für  eigenen  Gebrauch  Tabak,  verschiedene
Melonensorten  und  Mais.

Obgleich  die  Grootfonteiner  Bastards  etwas  mehr
Interesse  für  Gartenbau  zeigen,  ist  deren  Werk  doch
ein  immerhin  noch  beschränktes  und  die  Zukunft  allein
wird  lehren,  ob  diese  Leute  auf  ihrem  anbaufähigen
Lande  so  viel  werden  herausziehen,  um  noch  Erzeugnisse
  auf  den  inländischen  Markt  zu  bringen.  Nach
den  bis  jetzt  gemachten  Erfahrungen  zu  urtheilen,
haben  die  Bastards  nur  für  Viehzucht  und  Frachtfahrerei
  größere  Bedeutung.

Ein  schon  günstigeres  Ergebniß  hat  die  Boerenbesiedelung
  gezeigt.  Allerdings  sind  die  gewonnenen
  Erfolge  in  wirthschaftlicher  Hinsicht  noch
nicht  maßgebend  genug,  um  hieraus  vielleicht  schon
einen  vorzeitigen  Schluß  ziehen  zu  wollen,  da  bekannterweise
  durch  die  ausgebrochene  Lungenseuche  auf
Kleinfontein  die  Leute  gegen  ihren  Willen  genug  aufgehalten
  worden  sind.  Jeder  Besitzer  einer  Farm
muß,  da  Grund  und  Boden  sich  noch,  ich  möchte“
sagen  im  Urzustande  befinden,  das  erste  Jahr  doch
erst  immerhin  die  Vorbereitungen  zur  landwirthschaftlichen
  Bearbeitung  treffen;  ein  weiterer  Umstand,  der
auch  gerechte  Würdigung  verdient,  ist,  daß  die  hier
vorhandenen  eingeborenen  Arbeitskräfte  erst  allmählich
herangebildet  werden  können  und  deshalb  die  größte
Arbeitslast  vorerst  doch  immer  auf  dem  Weißen
selbst  ruht.  Jedenfalls  aber  können  wir  für  dieses
Jahr  zufrieden  „sein.  Geerntet  wurden  auf  Kleinsontein
  alle  hier  im  Lande  üblichen  Melonen,  Mais,
verschiedene  Gemüsepflanzen,  hauptsächlich  Zwiebeln,
die  ausnahmsweise  gut  gediehen,  Kartoffeln  2c.  Eine
weitere  Verbesserung,  welche  der  Boer  Roussonw  auf
seiner  Farm  herstellen  wird,  ist,  daß  er  das  in  der
Nähe  seiner  Farm  gelegene  Hasawebrevier  im  Laufe
dieses  Jahres  noch  absperren  wird,  um  mit  Hülfe
der  gewonnenen  Wassermenge  einen  großen  Strich
Ackerland  bearbeiten  zu  können.

Turlousie,  von  dem  Boeren  Merwe  bewohnt,  hat
sich  auch  in  der  kurzen  Zeit  in  erfreulicher  Weise
verändert.  Dank  den  Bemühungen  und  der  Arbeitslust
  des  betreffenden  Besitzers  ist  daselbst  doch  schon
ein  geräumiges  Wohnhaus  aus  Mauerwerk,  wenn
auch  noch  unvollendet,  errichtet.  In  den  anstoßenden
kleinen  Hügel  ist  ein  15  m  langer,  1¼1  m  hoher
und  1½  m  breiter  unterirdlscher  Tunnel  hineingehauen,
  mit  der  durchaus  richtigen  Absicht,  den
Wasserspiegel  höher  zu  legen  und  die  durch  die  Sonne
bewirkte  größere  Verdunstung  des  Wassers  zu  verhindern.
  An  den  Tunnel  angrenzend  erstreckt  sich
ein  gut  durchgearbeiteter  Garten,  in  dem  dieses  Jahr
der  Mais  beispielsweise  bis  3½  m  hoch  gestanden
und  gute  Erträge  geliefert  hat.  Fahren  die  hier
wohnenden  Boeren  in  derselben  Weise  fort,  Verbesserungen
  zu  schaffen,  wie  bisher,  so  kann  in  einigen
        <pb n="650" />
        Jahren  der  ganze  Bezirk  vielleicht  seinen  Bedarf  aus
den  gewonnenen  Produkten  decken.

Grootfontein  mit  selner  gewaltigen  Umgebung
hat  noch  Plätze  genug,  um  arbeitsamen  Leuten,  die
das  richtige  Verständniß  für  kulturfördernde  Aufgaben
besiten,  ein  weites  und  lohnendes  Feld  ihrer  Thätigkeit
  zu  bieten.  .

Der  Viehbestand  beläuft  sich  im  ganzen  Bezirk
auf  ungefähr  1300  Rinder,  6000  Stück  Kleinvieh,
80  Pferde  und  28  Esel.  Auf  die  welße  Bevölkerung
kommen  hiervon  etwa  400  Rinder,  2000.  Kleinvieh,
11  Pferde  und  28  CEsel.

Daß  die  Raubthiere  sich  jetzt  noch  in  genügender
Anzahl  hier  aufhalten,  geht  daraus  hervor,  daß  innerhalb
  eines  Jahres  durch  Wölfe,  Tiger,  wilde  Hunde
und  dergleichen  an  30  Stück  Großvieh  weggefangen
worden  sind.  An  ansteckenden  Krankheiten  ist  die
unter  dem  Großvieh  vereinzelt  auftretende  Geelsiekte
beobachtet  worden,  ferner  die  Lungenseuche,  die  im
Ganzen  33  Thiere  gefordert,  und  die  unter  dem
Kleinvieh  grassirende  Geelsiekte,  woran  etwa  80  gestorben
  sind.  Erwähnenswerth  ist  ferner  noch,  daß
durch  die  Tulpe,  eine  nach  dem  Regen  hervorsprießende
  Giftpflanze,  die  einen  angenehmen  süßen
Geschmack  hat  und  namentlich  in  der  Umgebung  von
Grootfontein  selbst  stark  vorkommt,  im  Laufe  dieses
Jahres  etwa  30  Rinder  verendet  sind.  Macht  einen
Gesammtverlust  von  ungefähr  100  Rindern  —  7  pCt.

Von  irgend  welchen  mineralischen  Funden  ist  noch
nichts  bekannt  oder  gehört  worden.

Im  Verkehrswesen  wird  der  hier  zu  Lande
übliche  Ochsenwagen,  dessen  Zahl  sich  auf  16  nebst
sieben  Karren  beläuft,  hauptsächlich  angewandt.  Die
Verkehrswege  können  im  Allgemeinen  als  normale
bezeichnet  werden,  verbessern  sich  aber  von  Jahr  zu
Jahr,  da  von  Seiten  der  Negierung  viel  dazu  beigetragen
  wird,  die  Transporlwege  in  möglichst  guten
Zustand  zu  bringen.

Das  Verhältniß  der  Eingeborenen  zueinander
und  der  Weißen  und  Eingeborenen  läßt  nichts  zu
wünschen  übrig,  so  daß  umherziehende  Leute  ruhig
ohne  Waffen,  Begleilung  2c.  reisen  können,  ohne  weiter
belästigt  und  angehalten  zu  werden.  Jedenfalls  ist
das  schon  ein  gutes  Zeichen,  daß  von  Reisenden  bis
ietzt  noch  keine  Klagen  bei  der  Station  eingegangen  sind.

Gottesdlenst  wird  durchschnittlich  vierteljährlich
einmal  durch  Missionar  Heinrichs  von  Bethanien
abgehalten.  An  den  anderen  Sonntagen  übernimmt
es  der  Boer  Benade,  holländischen  Gottesdienst  abzuhalten.
  Um  auch  die  heranwachsenden  Kinder  im
Nothwendigsten  zu  unterrichten,  werden  dieselben
täglich  zu  regelmäßigem  Schulbesuch  angehalten.  Der
Unterricht  erstreckt  sich  auf  Lesen,  Schreiben  und
Rechnen  in  der  holländischen  Sprache.  Deutscher
Schulunterricht  kann,  weil  es  an  den  entsprechenden
Lehrkrästen  mangelt,  noch  nicht  abgehalten  werden.
Die  deutsche  Germanisirung  macht  aber  insoweit  Fortschritte,
  als  die  Leute  wenigstens  zum  größten  Thel
sich  bemühen,  die  deutsche  Sprache  verstehen  zu  lernen.

544

 

Durch  Verpachtung  von  Grundstücken  auf  Grootsontein
  selbst  wurde  eine  Einnahme  von  87,50  Mk.
erzielt.  So  klein  auch  diese  Summe  im  Anfang
erscheinen  mag,  wird  bei  später  stärkerer  Besiedelung
des  Bezirks  auch  die  Einnahme  um  so  größer  ausfallen.
  Weitere  660  Mk.  sind  durch  Wagensteuern
eingenommen  worden.

An  Neubauten  wurden  auf  hiesigem  Platze  in
den  letzten  12  Monaten  6  aus  Lehmziegeln  verfertigte
Mauerhäuser  fertiggestellt,  so  daß  mit  den  vorhandenen
  zwel  alten  Häusern  (Station  und  Kirche)  die
Zahl  derselben  bis  auf  acht  gestlegen  ist.

 

Rus  dem  PBereiche  der  Missivnen  und
der  Ankishlaverei-Bewegung.

Missionar  E.  Schuler  von  der  Baseler  Missionsgesellschaft
  hat  jetzt  die  Uebersetzung  der  vier  Evangelien
  und  der  Apostelgeschichte  in  Duala  beendet.
Die  verdienstvolle  Arbeit  ist  unter  dem  Namen:
„Kalati  inei  ya  Miango-ma-bwam  na  Bebolo
ba  bamuloloma“  im  Verlag  der  priv.  Württembergischen
  Bibelanstalt  zu  Stuttgart  erschienen.

 

Am  15.  Mai  ist  P.  Hoffmann  in  Lome  gestorben.
  Der  Verstorbene  hat,  wie  „Kreuz  und
Schwert“  schreibt,  für  das  Aufblühen  der  Mission
in  Lome  sehr  viel  gethan.  Er  hatte  einen  regen
Geist,  eine  große  Schaffenskraft  und  ein  seltenes
Sprachentalent.  Letteres  befähigte  ihn,  schon  ein
halbes  Jahr  nach  seiner  Ankunft  in  der  Mission  in
der  schwierigen  Evhesprache  zu  predigen.  Mit  großem
Fleiße  studirte  er  dieselbe  und  verfaßte  Gebete  und
Lieder.  In  kurzer  Zeit  brachte  er  eine  blblische
Geschichte  mit  Bildern  in  der  Evhesprache  zum  Druck
und  zur  Verwendung  in  den  Schulen,  ferner  schrieb
er  einen  Katechismus  und  ein  Gebetbuch  in  dieser
Sprache  und  fügie  für  die  Missionare  in  einem  besonderen
  Buche  dem  Katechismus  eine  etymologische
Erklärung  sowie  kurze  grammatische  Erläuterungen
bei,  wodurch  er  ihnen  ein  wichtiges  Mittel  an  die
Hand  gab,  mit  größerer  Leichtigkeit  sich  in  den  Geist
der  Eohesprache  hineinzuarbeiten.  Zuletzt  begann  er
wichtige  Vorarbeiten  zur  Herausgabe  eines  Wörterbuches
  für  die  Ephe=  und  deutsche  Sprache,  an  deren
Vollendung  er  aber  durch  den  Tod  gestört  wurde.

 

In  Tanga  haben,  wie  die  „Evangel.  Missionen“
melden,  sich  jetzt  auch  die  katholischen  „Väter  vom
heiligen  Geist“  niedergelassen.

In  der  Berliner  Mission  im  Kondelande  sind  zu
den  drei  Täuflingen  in  Ikombe  weitere  dreizehn  auf
der  Station  Muakarerl  gekommen,  die  am  Sonntag
Quasimodogeniti  getauft  sind,  wie  die  „Evangel.
Missionen“  melden.  Auch  in  der  Brüdermission  sind
auf  der  Station  Rungue  die  beiden  Erstlinge  getauft.
        <pb n="651" />
        Nachdem  schon  im  November  des  vorigen  Jahres
das  Kloster  in  St.  Ottilien  vom  apostolischen  Stuhle
zu  einem  selbständigen  Benediktinerpriorat  erhoben
worden  war,  wurde,  wie  „Das  Heidenkind“  mittheilt,
  es  am  30.  Juni  als  solches  auch  von  der
Königlichen  Regierung  bestätigt  und  anerkannt.

Im  Juni  und  Juli  machten  die  ersten  Zöglinge

aus  dem  Missionsseminar  das  Gymnasialabsolutoriim  P

in  Augsburg  mit,  und  zwar  mit  glücklichem  Erfolge.
Am  25.  Juli  wurden  drei  Kleriker  vom  Bischof
von  Augsburg  zu  Priestern  geweiht.

 

RAus  fremden  MHolonien.
Ueber  den  Gewürznelkenbau  in  Lansibar.“)

Welche  hohe  Bedeutung  der  Gewürznelkenbau  für
das  Protektorat  Sansibar  besitzt,  geht  aus  der  Thatsache
  hervor,  daß  der  bei  der  Anbringung  in  die
Stadt  Sansibar  in  natura  erhobene  Nelkenzoll  von
25  pCt.  mit  etwa  27  000  Pfd.  Sterl.  jährlich  ungefähr
  die  Hälfte  der  Gesammteinnahme  der  Regierung
ausmacht.  Diese  hohe  Bedeutung  läßt  ein  näheres
Eingehen  auf  die  Kultur  der  Nelkenbäume,  auf  die
Menge  und  Preislage  des  gewonnenen  Produktes  um
so  eher  für  gerechtfertigt  erscheinen,  als  sich  daraus
werthvolle  Fingerzeige  für  eine  sehr  zu  wünschende
Anpflanzung  des  so  hervorragenden  Nutzgewächses  in
Ostafrika  ergeben.

1.  Kultur  der  Bäume.

Die  Frucht,  Nelkenmutter  genannt,  die  nur  in
verschwindender  Menge  in  den  Handel  kommt,  wird
zur  Fortpflanzung  des  Baumes  in  der  Weise  benutzt,
daß  sie  bei  völliger  Reife  gepflückt  oder  auch,  wenn
sie  abgefallen  ist,  vom  Boden  aufgelesen  und  dann
drei  Tage  in  täglich  erneutes  frisches  Wasser  gelegt
wird.  Hiernach  wird  die  oberste  dicke  Haut  abgezogen,
  die  Nelkenmutter  selbst,  den  Kopf  nach  unten,
etwa  handbreit  tief  in  die  Erde  gelegt  und  zum
Schutze  gegen  die  Sonne  mit  Bananenblättern  bedeckt.
Lettere  werden  nach  zwel  bis  drei  Wochen,  wenn
die  Frucht  zu  keimen  anfängt,  durch  ein  auch  seitlich
schützendes  Dach  aus  trockenen  Palmenblättern  ersetzt.
Nach  zwei  Jahren  werden  die  dann  etwa  1  m  hohen
Bäumchen  ausgepflanzt  und  zwar  auf  Sansibar  bei
gutem  Boden  im  Abstande  von  9m,  bei  weniger
gutem  Boden,  auf  dem  sich  der  Baum  seitlich  nicht
so  weit  ausbreitet,  im  Abstande  von  5⅛½  zu  7  m.
Nach  weiteren  vier  bis  fünf  Jahren  bringt  der  Baum
die  erste  Ernte.  Völlig  entwickelt,  trägt  er  auf  1,3
bis  1,6  m  hohem  Stamm  eine  pyramidenförmige,
tief  herabgehende  Krone  von  5  bis  7  m  Höhe.

Die  Ernte  erfolgt  einmal  im  Jahre  von  Ende
September  bis  gegen  den  März  hin,  und  zwar  durch
Sklaven.  Dieselben  werden  des  Morgens  von  einem

 

 

*)  Aus  dem  „Notizblatt  des  Forin  botan.  Gartens  zu
Berlin“  Nr.  9.  Leipzig  1897.  Engelmann.

545

 

Aufseher  zu  der  Stelle  geführt,  wo  zu  ernten  ist.
Der  Sklave  klettert  mit  einem  Korb  aus  Blättern
oder  Mattenstoff  in  den  Baum,  setzt  sich  auf  einen
Zweig  und  fängt  an,  soweit  er  reicht,  in  den  Korb
zu  pflücken.  Ist  der  Korb  voll,  wird  ihm  ein  anderer
gereicht.  Er  klettert  so  von  Zweig  zu  Zweig,  bis
der  Baum  abgesucht  ist.  Manchmal  erfolgt  das
flücken  auch  von  einer  Art  Leiter  aus,  die  in  Form
einer  dreiseitigen  Pyramide  aus  Bambus  oder  leichtem
Holz  zusammengebunden  ist.  Gegen  4  Uhr  pflegt
die  Arbeit  nach  acht=  bis  neunstündiger  Dauer  beendet
zu  sein.  Das  gepflückte  Quantum,  das  für  den  Mann
und  Tag  den  Ertrag  von  ein  bis  zwei  Bäumen  ausmacht,
  wird  meist  auf  einem  freien  Platz  vor  dem
Hause  des  Besitzers  gebracht,  woselbst  Sklavinnen  die
Nelken  von  den  Blüthenstielen  sondern.  Dann  wird
das  Produkt  auf  Matten  ausgebreitet  und  drei  Tage
lang  in  der  Sonne  getrocknet.  Trocknung  über  dem
Feuer  ist  in  Sansibar  nicht  üblich.

Ein  Baum,  der  in  einem  Jahr  gut  getragen  hat,
pflegt  im  Folgenden  fast  gänzlich  zu  ruhen.  Dementsprechend
  wird  der  Ertrag  einer  Pflanzung,  die
in  einem  Jahre  vielleicht  400  Frasilah  (1  Frasilah
35  engl.  =  31,25  deutsche  Pfund)  gebracht  hat,
für  das  folgende  auf  nur  50  Frasilah  geschätzt.  Im
Durchschnitt  bringt  jeder  Baum  etwa  ¼  Frasilah,
unter  besonders  günstigen  Umständen  und  ausnahmsweise
  bis  zu  zwei  Frasilah.

Die  Güte  der  Nelke,  die  durch  das  Trocknen  die
Hälfte  ihres  Gewichtes  verliert,  richtet  sich  nach  der
Größe,  der  Fülle,  der  Form,  dem  Gehalt  an  Oel,
auch  darf  sie  beim  Trocknen  nicht  holzig  geworden,
sondern  muß  biegsam  und  weich  geblieben  sein.  Die
beste  Nelke  ist  die  von  der  größten  der  Moldukken,
Amboina,  dann  kommt  an  Güte  die  Sansibar=  und
zuletzt  die  Pembanelke.  An  Menge  jedoch  liefern  die
Inseln  Sansibar  und  Pemba  vier  Fünftel  der  gesammten
  Nelkenproduktion  der  Welt.

Im  Durchschnitt  enthält  die  Nelke  17  bis  19  pCt.
Oel.  Das  Oel  wird  nicht  in  Sansibar  destillirt.
In  neuerer  Zeit  geschieht  die  Destillation  in  nicht
unbedeutenden  Mengen  auch  in  Hamburg  und  Altona.

Ein  Nebenprodukt  der  Nelken  sind  die  Blüthenstiele,
  Nelkenstengel  genannt,  die  gleichfalls  getrocknet
in  den  Handel  kommen,  jedoch  nur  etwa  6  pCt.  Oel
enthalten.  Sie  dienen  zur  Bereitung  eines  geringeren
Nelkenöls  und  finden,  ebenso  wie  die  Nelkenblüthen,
bei  der  Herstellung  von  Likören,  Parfümerien  2c.
Verwendung.

2.  Stand  der  RNelkenproduktion.

Der  Werth  der  Nelke  leidet  unter  einer  erheblichen
  Ueberproduktion.  Den  Jahresbedarf  der  Welt
schäbt  man  auf  80  000  Ballen  zu  je  4  Frasilah,
also  auf  320  000  Frasilah  oder  100  000  Centner.
Sansibar  und  Pemba  bringen  aber  allein  erheblich
mehr  auf  den  Markt,  wie  die  folgenden  Zahlen  zeigen
werden.  Sämmtliche  auf  Sansibar  und  Pemba  gewonnenen
  Nelken  müssen  zum  Zweck  der  Zollerhebung
        <pb n="652" />
        nach  der  Stadt  Sansibar  gebracht  werden  und  hier
wurden  nun  eingeliefert:
im  Jahre  1892  357  609  Frasilah
1893  367  457

.  1894  511  6600
"  1895.  537919
=  1896.  356  911

Diese  Ziffern,  die  der  Zollstatistik  entnommen  sind,
zeigen,  daß  in  den  Jahren  1892  und  1893  die  Produktion
  sich  ungefähr  gleich  geblieben  ist.  Die  Jahre
1894  und  1895  weisen  eine  starke  Zunahme  auf,
die  aber  1896  nicht  angehalten  hat.

Um  den  Gründen  der  Zunahme  und  Abnahme
nachzugehen,  ist  es  zunächst  nöthig,  die  Zahlen  anders
zu  gruppiren.  In  der  obigen  Tabelle  sind  nämlich
die  halben  Ernten  von  je  zwei  Jahren  zusammengezählt.
  Da  die  Ernte  in  die  Zeit  vom  September
bis  März  fällt,  und  die  Restbestände  dann  bis  zur
nächsten  Ernte  allmählich  auf  den  Markt  gebracht
werden,  so  ergiebt  sich  nur  dann  ein  richtiges  Bild,
wenn  die  Zahlen  für  die  Periode  vom  1.  September
bis  zum  31.  August  des  nächsten  Jahres  gegeben
werden.  .

Für  die  Jahre  1894/95  und  1895/96  wurden
nun  eingebracht  an  Sansibarnelken  101  309,  an
Pembanelken  298880  bezw.  164510  und  410  449
Frasilah.  Die  gesammte  Einfuhr  von  Sansibar  und
Pemba  nach  der  Stadt  Sansibar  betrug  also  in  den
Jahren  1894/95  400  189  und  1895/96  574949
Frasilah.

Während  das  Jahr  1894/95  sich  nur  um  etwa
23  000  Frasilah  über  den  Durchschnitt  der  vorhergehenden
  Jahre  erhebt,  zeigt  das  Jahr  1895/96  eine
Zunahme  von  beinahe  200  000  Frasilah.  Sie  erklärt
sich  aus  einer  besonders  günstigen  Ernte.  Die  Annahme,
  daß  Vorräthe  aus  früheren  Jahren  1895/96
auf  den  Markt  geworfen  seien,  ist  nicht  wahrscheinlich,
weil  diese  Periode  zugleich  den  niedrigsten  bisher
dagewesenen  Marktpreis  zeigt.  Er  betrug  im  September
  1895  1  Dollar  95  Cent  und  ging  im  August
1896  bis  auf  1  Dollar  47  Cent  zurück.  Außerdem
haben  die  Besitzer  der  Pflanzungen,  fast  ausschließlich
Araber,  nicht  die  Näume  auf  ihren  Schamben,  um
die  Nelken  dort  trocken  aufbewahren  zu  können.

Gegen  das  Jahr  1895/96  zeigt  nun  das  Jahr
1896/97  einen  ganz  erheblichen  Abfall.  Zwar  ist  das
ganze  Jahr  1896/97  noch  nicht  abgeschlossen,  immerhin
  aber  liegen  die  Ergebnisse  der  Erniemonate  vor,
in  denen  naturgemäß  die  Hauptmenge  auf  den  Markt
gebracht  wird.  Die  acht  Monate  vom  September
bis  April  1896/97,  mit  denen  der  beiden  Vorjahre
verglichen,  zeigen  folgendes  Bild:

1894/95  1895/96  1896/97
348375  518  467  259  7  42  Frasilah.

Die  acht  ersten  Monate  des  diesmaligen  Erntejahres
  bleiben  also  beinahe  um  260  000  Frasilah
hinter  der  entsprechenden  Zeit  des  Vorjahres  und  um
beinahe  90  000  Frasilah  hinter  der  gleichen  Zeit  des

546

 

nux  wenig  über  eine  Durchschnittsernte  hinausgekommenen
  Jahres  1894/95  zurück.

Dieser  auf  die  Flnanzen  Sansibars  stark  einwirkende
  Rückgang  hat  naturgemäß  die  Aufmerksamkeit
der  leitenden  Kreise  erregt  und  die  verschiedensten
Erklärungsversuche  gezeitigt.  Die  Hauptursache  ist
in  der  Natur  des  Baumes  zu  suchen.  Nach  der
überreichlich  ausgefallenen  Ernte  des  Vorjahres  ruht
er  aus  und  bringt  nicht  einmal  eine  Durchschnittsernte
  hervor.  Neben  dieser  Hauptursache  aber  scheint
es,  als  ob  eine  andere,  lange  vorausgesehene  Thatsache
  angefangen  hat  einzuwirken,  nämlich  die  Beschränkung
  der  Sklaverei.  Es  braucht  nicht  hervorgehoben
  zu  werden,  daß  die  Bewirthschaftung  der
Nelkenpflanzung  Sansibars  und  Pembas  mit  der
Sklaverel  auf  das  Engste  zusammenhängt.  Sie  erfolgt
bisher  ausschließlich  durch  Sklaven.  Ein  Versuch
der  Sansibarregierung,  eine  Pflanzung  mit  befreiten
Sklaven  zu  bewirkhschaften,  ist  gänzlich  fehlgeschlagen.
Versuche,  andere  Arbeiter,  etwa  Inder  oder  Chinesen,
einzuführen,  sind  bisher  noch  nicht  gemacht  und  ihr
Gelingen  ist  zweifelhaft,  da  der  fremde  Arbeiter  nicht
so  billig  wie  der  Sklave  arbelten  wird  und  mehr
unter  dem  Klima  zu  leiden  hat.

Die  Zahl  der  Sklaven  hat  in  den  letzten  Jahren
abgenommen.  Die  Zufuhr  ist  geringer  geworden
oder  hat  fast  ganz  ausgehört,  da  bei  der  wachsenden
Beunruhigung  der  Sklavenbesitzer  der  Preis  der  Sklaven
gesunken  ist  und  den  an  der  Küste  üblichen  nicht  mehr
übersteigt.  Fehlende  Zufuhr  bedeutet  aber  Abnahme,
da  die  Vermehrung  der  Sklavenbevölkerung  sehr  gering
  ist  und  zu  ihrer  Verminderung  außer  der  ziemlich
  hohen  Sterblichkeit  die  zur  Zeit  des  Südwestmonsuns
  immer  noch  nicht  ganz  zu  verhindernde
Ausfuhr  nach  Oman  und  die  Flucht  mancher  Sklaven
nach  der  deutschen  Küste  mitwirken.  Es  ist  auch
bereits  thatsächlich  ein  Arbeitermangel  eingetreten,
besonders  wenn  man  berücksichtigt,  daß  die  noch  vorhandenen
  Sklaven  von  ihren  Herren  aus  Furcht,  daß
sie  entlaufen  möchten,  milder  behandelt  werden  und
die  Sklaven  dies  benutzen,  um  weniger  zu  arbeiten.
Doch  ist  der  Arbeitermangel  jetzt  noch  nicht  so  bedeutend,
  daß  ein  großer  Theil  der  Ernte  1896/97
nicht  hätte  vom  Baum  genommen  werden  können;
er  äußert  sich  vielmehr  in  anderer  Weise.  Unter  der
Nelke  wächst  Gras,  das  bei  dem  feuchtheißen  Tropenklima
  in  einem  Jahre  zu  Mannshöhe  üppig  emporschießt
  und  vor  dem  der  Nelkenbaum  durch  Jäten
sorgfältig  geschützt  werden  muß.  Wird  nicht  geiätet,
so  trägt  der  Baum  bald  nur  noch  an  seiner  Spitze
und  nach  wenigen  Jahren  gar  nicht  mehr.  In  der
That  wird  nun  aber  zur  Zeit  aus  Arbeitermangel
der  Boden  schon  vielfach  nicht  mehr  genügend  bearbeitet
  und  die  durch  das  emporgeschossene  Gras
hervorgerufene  Beeinträchtigung  des  Baumes  kann
zur  Erklärung  des  schlechten  Ausfalls  der  diesjährigen
Ernte  mit  herbeigezogen  werden.

Schließlich  mag  auch  noch  erwähnt  werden,  daß
bis  gegen  Ende  der  achtziger  Jahre  noch  viele  Neu-
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        anpflanzungen  von  Nelken  erfolgt  sind,  die  zur  Hebung
des  Ernteausfalls  bis  1895  beigetragen  haben,  da
die  Nelke  fünf  Jahre,  nachdem  sie  angepflanzt  wurde,
die  erste  Ernte  bringt.  Elwa  selt  1890  haben
Pflanzungsbesitzer,  die  Neuanpflanzungen  vornehmen
wollten,  sich  mehr  der  Kokospalme  als  der  Nelke  zugewendet,
  so  daß  eine  Vermehrung  der  tragenden
Nelkenbäume  in  den  nächsten  Jahren  nicht  zu  erwarten
  ist.

3.  Die  Nelke  als  Handelswaare.

Die  zukünftigen  Ernten  werden  in  erster  Linie
davon  abhängen,  bis  zu  welchem  Grade  die  Sklaverei
weiter  beschränkt  oder  aufgehoben  wird.  Die  Verordnung
  vom  3.  April  d.  Is.  kann  zur  baldigen  Aufhebung
  der  Sklaverei  benutzt  werden,  kann  aber  auch
so  gehandhabt  werden,  daß  die  Sklaverei  noch  auf
lange  hinaus  besteht.  Der  englische  Generalkonsul
Hardinge  hat  in  seinen  veröffentlichten  Berichten
angenommen,  daß  bei  völliger  Aufhebung  der  Sklaverei
  durch  Anwendung  der  India  Act  1843  die
Nelkenproduktion  des  Sultanats  Sansibar  um  zwei
Drittel  zurückgehen  werde.  Schätzt  man  eine  Durchschnittsernte
  auf  375.000  Frasilah,  so  würde  dies  ein
Zurückgehen  auf  125  000  Frasilah  jährlich  bedeuten.

Zur  Ausfuhr  aus  Sansibar  gelangten:

im  Jahre  Ballen  Frasilah  Werth  in  Rup.
1892  83  024  332  096  1  894  913
1893  87  581  350  324  2  064  554
1894  125  619  502  476  2745  084
1895  138  491  553  964  2931712
1896  90  055  360  220  1  703  170

In  den  Jahren  1892,  1893  und  1894  ist  die
Ausfuhr  hinter  der  Einfuhr  etwas  zurückgeblieben,
in  den  Jahren  1895  und  1896  etwas  darüber  hinausgegangen.
  Es  muß  also  in  den  1895  vorhergegangenen
  Jahren  eine  gewisse  Menge  in  der  Hoffnung
auf  eine  Besserung  der  Preise  zurückbehalten  worden
sein.  Diese  Annahme  widerspricht  nicht  der  weiter
oben  aufgestellten  Behauptung,  daß  die  Zunahme  der
Einfuhr  nach  Sansibar  1895//96  nicht  daraus  erklärt
werden  könnte,  daß  der  arabische  Pflanzungsbesitzer
etwa  seine  Ernte  auf  der  Pflanzung  zurückbehalten
hätte.  So  ziemlich  jeder  von  ihnen  hat  außer  selnem
Haus  auf  der  Pflanzung  auch  ein  Haus  in  der  Stadt,
und  zwar  pflegt  dieses  das  geräumigere  und  solidere
zu  seln,  geeigneter  zur  trockenen  Aufbewahrung  von
Nelken.  Trodem  sind  die  von  Arabern  von  einem
Jahr  zum  andern  aufbewahrten  Mengen  nicht  groß,
da  der  größte  Theil  von  ihnen  zu  stark  verschuldet
ist,  um  das  Produkt  seines  Besitzthums  liegen  lassen
zu  können.  Zur  Erklärung  des  Ueberschusses  der
Ausfuhr  über  die  Einfuhr  kann  herangezogen  werden,
daß  ein  Theil  vielleicht  der  Kontrole  bei  der  Einfuhr
entzogen  worden  ist.  Der  indische  Zwischenhändler
bflegt  die  Nelken  nicht  aufzubewahren  und  der  europälsche
  Exporteur  nur  selten.

547

 

Auf  die  einzelnen  Länder  vertheilte  sich  die  Ausfuhr,
  wie  folgt:
Insgesammt
rasilah

Europa  Anmerika  Asien  Afrika

1892  132  494  76  600  121256  1748  332098
1893  122292  15  516  211  576  940  350  324
1894  256  476  51  712  193040  1248  502476
1895  287720  56  784  207580  1880  553

1896  1538  896  28248  171  316  1760  360220

oder  nach  dem  Werth  in  Rupien

1892  766  520  424  896  694  8575  1894  913
1893  945358  107  961  1003  157  8078  2064  554
1894  1391  647  295  953  1  061  376  6108  2745  084
1895  1575549  331  901  1013  512  10  750  2931  712
1896  731  460  126  028  839  111  6571  1703  170

Es  entfallen  also  von  der  Nelkenausfuhr  Sansibars
nach  dem  Durchschnitt  der  letzten  fünf  Jahre  etwa
45,6  pCt.  auf  Europa,

4

,1  =  .  Indien,
10.7  =  =  Anerika,
0  =  Afrika.

Die  Ausfuhr  nach  Asien  liegt  ausschließlich  in
indischen  Händen  und  geht  fast  ausschließlich  nach
Indien  (Bombay).  Für  Amerika  ist  New-York  der
hervorragendste  Platz.  Unter  der  Ausfuhr  nach  Afrika
ist  zum  überwiegenden  Theile  eine  solche  nach  Aegypten
  zu  verstehen.  Unter  den  europäischen  Häfen  steht
London  obenan.  Von  Wichtigkeit  sind  außerdem  nur
noch  Marseille  und  Hamburg,  und  zwar  vertheilt  sich
die  direkte  Verschiffung  nach  diesen  drei  Plätzen,
wie  folgt:

London  Hamburg  Marseille

171  676  37  668  33  828  Frasilah
1895  156  924  53  752  48  512  -
1896  54  204  46  976  34  204  -

Die  Ausfuhr  nach  Hamburg  ist  jährlich  gewachsen,
die  nach  London  gesunken.  Es  ist  kein  Zweifel,  daß
diese  Erschelnung  eine  Folge  der  seit  1892  hergestellten
  regelmäßigen  direkten  Verbindung  Sansibars
mit  Hamburg  durch  die  vom  Reich  subventionirte
Dampferlinie  ist.  Hamburg  wird  aber  fürs  erste
nicht  mit  London  konkurriren  können,  da  in  London
ein  Vorrath  aufgestapelt  ist,  der  auf  80  000  Ballen
oder  320  000  Frasilah  geschätzt  wird,  der  also  genügen
  würde,  um  den  einmaligen  Jahresbedarf  der
Welt  zu  decken.  London  ist  daher  auch  der  preisbestimmende
  Nelkenmarkt  der  Welt.

Der  Preis  der  Nelken,  der  noch  um  das  Jahr
1880  bis  zu  10  Dollar  (1  Dollar  =  100  Cent
2  Rupien  2  Anna)  für  das  Frasilah  betrug,  ist  seitdem
  beständig  gesunken.  Der  Preis  der  Sansibarnelke
  ist  zur  Zeit  6  bis  12  Cent  theurer  als  der  der
Pembanelke.  Im  Jahre  1892  betrug  der  Unterschied
  der  beiden  Arten  noch  durchschnittlich  25  Cent.
Nachstehend  sei  der  Einkaufspreis  für  die  Pembanelken,
  deren  Produktionsmenge  die  der  Sansibarnelken
  übertrifft,  gegeben.  Dieser  hielt  sich  in  den
Jahren  1892  und  1893  auf  einer  durchschnittlichen
Höhe  von  220  bis  250  Cent,  fiel  bis  zum  August
1894  auf  etwa  180  Cent,  stieg  dann  im  Mal  1895

1894
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        —  548

ziemlich  unvermittelt  wieder  auf  275  Cent,  sank  dann
gegen  Ende  1895  wieder  auf  175  Cent  und  erreichte
bis  zum  August  1896  seinen  tiefsten  Stand  mit
147  Cent.  Dann  trafen  verschiedene  Umstände  zusammen,
  um  ihn  wieder  zu  heben.  September,  Oktober,
  November  wurden  außerordentlich  wenig  Nelken
auf  den  Markt  gebracht.  Daß  der  Grund  hierfür
zum  großen  Thell  in  dem  schlechten  Ausfall  der  Ernte
zu  suchen  sei,  ließ  sich  nicht  sofort  übersehen.  Manche
glaubten,  die  politischen  Verhältnisse,  das  Bombardement
  und  die  sich  daran  anschließende  lange  dauernde
Beunruhigung  der  Bevölkerung,  Andere  ein  durch  die
Witterung  herbelgeführtes  verspätetes  Einkommen  der
Ernte  sei  die  Veranlassung.  Beide  Umstände  haben
auch  sicherlich  zur  Verminderung  der  Nelkenzufuhren
beigetragen.  Die  herbeigeführte  Preissteigerung  wurde
begünstigt  durch  die  immer  bestimmter  auftretenden
Gerüchte  von  der  bevorstehenden  Aufhebung  der
Sklaverei  und  die  damit  verbundene  Vorstellung  von
der  zukünftigen  Abnahme  der  Produktion.  Ein  europäisches
  Haus,  das  ein  weiteres  Sinken  der  Preise
und  eine  weitere  starke  Zufuhr  wie  in  der  ersten
Hälfte  1896  erwartet  haben  mochte,  mußte  die  versprochenen
  Lieferungen  in  Europa  einkaufen,  und  der
Preis  stieg  im  Dezember  1896  wieder  auf  215  Cent.
Seitdem  ist  er  wieder  auf  175  Cent  gefallen.

Die  weitere  Preisbewegung  hängt  in  erster  Linie
davon  ab,  wie  rasch  die  Aufhebung  der  Sklaverei
durchgeführt  und  infolgedessen  der  Ausfall  der  Ernte
sich  vermindern  wird.  Mit  der  größten  Wahrscheinlichkeit
  ist  zu  erwarten,  daß  eine  Verminderung  der
Ernten  und  dementsprechend  eine  Preisstelgerung  in
den  nächsten  Jahren  eintreten  wird.  Der  englische
Generalkonsul  hatte  angenommen,  daß  die  Nelkenproduktion
  um  zwei  Drittel  und  demgemäß  die  Einnahmen
  Sansibars  auf  ein  Drittel  zurückgehen  würden.
Darauf  ist  ihm  von  anderer  Seite  entgegengehalten
worden,  daß  nur  die  Menge  des  in  natura  erhobenen
Zolles  sinken,  der  Werth  aber  durch  die  zu  erwartende
  Preissteigerung  gleichbleiben  oder  steigen  würde.
Die  Erwartung,  daß  der  Preis  steigen  wird,  wird
damit  begründet,  daß  die  Nelke  zur  Bereitung  eines
Luxusartkkels  dient,  der  eine  erhebliche  Preissteigerung
unzweifelhaft  verträgt.  Wie  die  Erfahrung  gezeigt
hat,  bleibt  die  Nachfrage  gleich,  ob  der  Preis  doppelt
so  hoch  ist  oder  nicht.  Es  wird  auf  die  Zeit  nach
1872  verwiesen,  wo  fast  alle  Nelkenbäume  Sansibars
durch  einen  Orkan  zerstört  wurden.  Pemba  war
von  ihm  unberührt  geblieben  und  die  Pembanelke
hatte  darum  den  Markt  allein  zu  versorgen.  In
jener  Zeit  bis  1880  stieg  der  Preis  auf  etwa  zehn
Dollar.  Da  aber  trat  eine  Rückbewegung  ein,  die
bis  heute  andauert.  Den  reichen  Gewinn  vor  Augen,
pflanzte  jeder  Landeigenthümer  in  Pemba  nur  noch
Nelken,  jede  andere  Kultur  wurde  vernachlässigt.
Auch  Sansibar  wurde  in  größerem  Umfange  als
vorher  damit  bepflanzt  und  der  Erfolg  war,  daß
1888  der  Preis  auf  drei  Dollar  fiel.

 

4.  Zukunft  der  Nelkenproduktion.

Was  im  Jahre  1872  der  Orkan  zustande  gebracht
  hat,  mag  in  den  nächsten  Jahren  die  Abschaffung
  der  Sklaverei  berbeiführen,  jedoch  mit  dem
Unterschied,  daß  die  Wirkung  allmählich  eintreten  und
der  Einfluß  auf  die  Einnahmen  sich  anders  äußern
wird.  1875  bis  1876  war,  um  die  Produktion  zu
heben,  der  Zoll  gänzlich  aufgehoben  worden.  Von
1876  bis  1886  wurde  ein  Ausfuhrzoll  von  1  bis
2½  Dollar  für  das  Frasilah  erhoben,  1886  ein  Zoll
von  30  péCt.  und  seit  1887  ein  Zoll  von  25  pCt.
der  nach  Sansibar  eingeführten  Mengen.  Es  kann
nicht  angenommen  werden,  daß  diese  Abgabe,  welche
die  Haupteinnahme  des  Sultanats  bildet,  wie  1872
aufgehoben  oder  zeitweilig  suspendirt  werden  wird.
Es  läßt  sich  aber  auch  nicht  erwarten,  daß  die  Preissteigerung
  der  Verminderung  der  Produktion  unmittelbar
  folgen  wird.  Wie  bereits  erwähnt,  befindet
sich  in  London  ein  großes  Lager  von  Nelken.  Wenn
auch  die  Eigenthümer  desselben  bestrebt  sein  werden,
ihre  Vorräthe  behufs  Erzielung  besserer  Preise  zurückzuhalten,
  so  muß  doch  berücksichtigt  werden,  daß
die  Nelken  nur  eine  beschränkte  Zeit,  ohne  zu  leiden
oder  gar  zu  verderben,  lagern  können.  Da  nun  die
Produktion  nur  allmählich  abnehmen  wird,  werden
die  Besitzer  der  Lagerbestände  den  Zeitpunkt,  wo  sie
hinter  dem  Bedarf  zurückbleibt,  voraussichtlich  nicht
abwarten  können,  sie  werden  auch  in  demselben  Verhältnisse,
  in  dem  die  Nelkenproduktion  abnimmt,
seltener  Gelegenheit  finden,  ihre  Vorräthe  durch  frische
Zufuhren  zu  ergänzen,  und,  da  sie  genöthigt  sind,  die
dem  Verderben  ausgesetzten  Bestände  auf  den  Markt
zu  bringen,  dadurch  den  Preis,  wenn  auch  vielfach
gegen  ihren  Willen,  niedriger  stellen,  als  dies  bei
einer  verminderten  Produktion  anderer,  eine  längere
Liegezeit  vertragender  Artikel  der  Fall  wäre.

Ein  Urtheil  über  die  zukünftige  Preisbewegung
läßt  sich  trotz  alledem  nicht  mit  Bestimmtheit  abgeben,
da  die  Nelken  in  hohem  Maße  Gegenstand  der  Spekulation
  sind,  welche  von  London  ausgeht  und  von
zahlreichen  Finanzoperationen,  insbesondere  von  dem
außerordentlich  wechselnden  Kurs  der  Rupie,  abhängig
ist.  Jedenfalls  aber  läßt  sich  aus  dem  Stand  der
Sachlage  die  Behauptung  rechtfertigen,  daß  die  augenblickliche
  Zeit  eine  günstige  wäre,  um  in  Ostafrika
mit  der  Einfuhr  der  Nelkenkultur  vorzugehen,  insbesondere
  um  die  dortigen  Araber  durch  Gewährung
von  Prämien  oder  in  anderer  geeigneter  Weise  zu
Versuchen  anzuspornen.  Bisher  ist  es  nicht  gelungen,
Nelkenpflanzungen  auf  dem  Festlande  anzulegen,  was
aber  wohl  mehr  an  den  Pflanzern  als  an  den  klimatischen
  Verhältnissen  gelegen  hat.  Nothwendig  für
den  Erfolg  wäre  es,  daß  der  bisher  in  Deutsch-Ostafrika
  bestehende  Zoll  für  Nelken  aufgehoben
werde,  nur  dann  würde  es  in  unserer  Kolonie  möglich,
  sein,  mit  der  durch  die  besseren  Verschiffungsund
  Marktsbedingungen  begünstigten  Produktion
Sansibars  zu  konkurriren.  Nach  Aufhebung  des  Zolls
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        würde  diese  Konkurrenz,  falls  die  Nelken  in  Deutsch-Ostafrika
  gedeihen,  eine  recht  empfindliche  sein,  da
die  Sansibar-Regierung  schwerlich  den  bisherigen  Zoll
wird  aufheben  können,  welcher  einen  großen  Theil
ihrer  Einkünfte  ausmacht.  Fiskalische  Bedenken  dürften
  für  uns  kaum  bestehen,  denn  der  Zoll  auf  Nelken
hat  sicherlich  bisher  noch  niemals  in  Deutsch-Ostafrika
zur  Anwendung  gebracht  werden  können.

 

Perschiedene  MWiltheilungen.

Ueber  den  Absatz  deutscher  Waaren  in  den  deutschen
Schutzgebieten
liegen  folgende  sachverständige  Aeußerungen  vor:

Aus  Bremen:  Alle  für  uns,  für  den  Export
nach  Westafrika  in  Betracht  kommenden  Waaren,  auch
Streichhölzer  und  Stangeneisen,  beziehen  wir  bis  auf
wenige  Ausnahmen  aus  Deutschland.

Besonders  in  Manufakturwaaren  machen  wir  ein
großes  Geschäft,  die  wir  jedoch  fast  ausnahmslos  aus
England  bezlehen,  weil  wir  sie  in  den  gewünschten
Qualitäten  und  Preislagen  nur  von  dort  erhalten
können.  Allerdings  haben  wir  es  früher  einige  Male
versucht,  einen  Theil  solcher  Waaren,  namentlich  Blaudruck,
  aus  deutschen  Fabriken  zu  beziehen,  mußten  es
jedesmal  aber  wieder  aufgeben,  nachdem  die  Fabrikanten
einen  Ring  gebildet  und  ihre  Preise  plötzlich  ganz
bedeutend  erhöht  hatten,  wodurch  wir  dann  gezwungen
wurden,  uns  wieder  nach  England  zu  wenden,  woselbst
  die  Preise  keine  Stelgerung  erfahren  hatten.

Wir  müssen  leider  bezweifeln,  daß  es  den  deutschen
  Fabrikanten  schon  sehr  bald  gelingen  wird,  das
Exportgeschäft  in  Manufakturen  ganz  nach  Deutschland
  zu  ziehen.  Es  müßten  insbesondere  die  Waaren
in  den  verlangten  Qualitäten  und  zu  denselben  Preisen,
wie  die  Engländer  es  thun,  geboten  werden.

Aus  Lübeck:  Seit  Sansibar  unter  englisches
Protektorat  gestellt  ist,  hat  sich  der  Absatz  nach  Ostafrika
  im  Allgemeinen  vermindert.  Auch  der  Handel
mit  Bier  nach  dort  hat  abgenommen.  Nach  dem
Kongo  geht  das  Bier  durch  die  Hände  belgischer
Firmen.

Nur  bei  einer  Konservenfabrik  hat  sich  der  Absatz
in  Konserven,  welcher  in  früherer  Zeit  nur  von  wenig
Bedeutung  war,  während  der  letzten  drei  Jahre
wesentlich  gehoben  und  zu  der  Voraussetzung  Veranlassung
  gegeben,  daß  dieser  Artikel  nicht  allein  für
die  dort  ansässigen  Deutschen,  sondern  auch  als
Handelsarlikel  im  Kolonialgebiet  Verwendung  findet.

Aus  Leipzig:  Man  ist  darauf  angewiesen,  die
speziell  für  den  Kongodistrikt  geeigneten  baumwollenen
uni  und  gedruckten  Fabrikate  in  England  zu  bestellen,
da  es  bisher  nicht  gelingt,  derartige  Gewebe  in  Deutschland
  zu  gleich  billigen  Preisen  und  dem  Geschmack
der  Bevölkerung  an  der  Westküste  entsprechend  zu
beziehen.  Es  werden  zwar  immer  mehr  und  mehr

 

549  —

deutsche  Artikel  nach  Afrika  eingeführt.  Die  Hauptsache
  aber,  die  billigen  baumwollenen  Stoffe,  wie
solche  seit  vielen  Jahren  in  Manchester  und  Umgegend
erzeugt  werden,  sind  eine  Spezialität  der  englischen
Industrie,  welche  im  Laufe  langer  Jahre  entstanden
ist.  Abgesehen  von  den  billigen  Geweben,  sind  es
auch  die  Muster,  welche  von  hervorragender  Bedeutung
  sind,  sowohl  gedruckte  als  auch  gewebte  Dessins,
und  hierin  bietet  Manchester  eine  so  große  Auswahl,
daß  die  Konkurrenz  nicht  leicht  dagegen  aufkommt.

Wie  die  Kultur  in  jenen  Ländern  sich  mehr  und
mehr  Bahr  bricht,  werden  aber  auch  die  Bedürfnisse  der
großen  Negerbevölkerung  sich  mehren,  so  daß  mit  der
Zeit  immer  neue,  bis  jetzt  noch  nicht  in  den  Konsum
gezogene  Artikel  sich  werden  einführen  lassen.  Es
sorgen  dabei  schon  die  in  den  deutschen  Besitzungen
ansässigen  Landsleute  dafür,  daß  vorwiegend  deutsche
Erzeugnisse  zum  Verkauf  gelangen,  soweit  solche  mit
denjenigen  außerdeutscher  Produktion  den  Wettbewerb
bestehen  können.

Das  beste  Mittel,  den  Absatz  deutscher  Industrieerzeugnisse
  an  der  West=  und  Ostküste  Afrikas  zu
fördern,  dürfte  in  unausgesetzten  Mustersendungen
nach  dort  liegen,  und  wenn  solche  auch  nicht  sofort
Bestellungen  zur  Folge  haben,  so  werden  diese
schließlich  nicht  ausbleiben  in  solchen  Artikeln,  welche
sich  überhaupt  für  dort  eignen  und  welche  mit  denen
anderer  Länder  konkurriren  können.  Zu  diesem  Behufe
  sollten  deutsche  Fabrikanten,  welche  dorthin  liefern
möchten,  sich  erst  überzeugen,  ob  ihre  Fabrikate  überhaupt
  Anklang  finden  und  konkurrenzfähig  sind,  dann
aber  bereitwilligst  davon  Muster  oder  Proben  abgeben,
  und  zwar  gleich  von  vornherein  zu  den
billigsten  Preisen.  Ferner  soll  man  sich  nicht  abschrecken
  lassen  durch  eine  anfängliche  Erfolglosigkeit
seiner  Bemühungen.  -

Deutschland  ist  zur  Zeit  auch  an  der  Einfuhr
nach  dem  Kongo  stark  betheiligt,  Rum  und  sonstige
geistige  Getränke  kommen  meist  von  Hamburg,  ebenso
Schießpulver.  In  Metallwaaren  konkurrirt  es  scharf
mit  England.  In  Geweben  besitzt  letzteres  die  herrschende
  Stellung.  Deutschland  könnte  sich  aber  auch
einen  größeren  Absatz  verschaffen,  wenn  den  Wünschen
der  Eingeborenen  bezüglich  Qualität  und  Breite  der
Waare  sowie  Mustern  mehr  Rechnung  getragen  würde.

Aus  Rheinland  und  Westfalen:  Zur  Hersiellung
  von  ungebleichten  und  gebleichten  weißen  Geweben
  werden,  soweit  nicht  die  Gewebe  von  Indien  in
Betracht  kommen,  zumeist  feinfädige  Baumwollgarne
benutzt,  welche  in  Deutschland  nicht  in  so  ausgedehntem
  Maße  gesponnen  werden,  daß  sie  für  die  Fabrikation
  von  Exportgeweben  in  Anwendung  kommen.

Was  Indien  betrifft,  so  ist  dieses  im  Absatz  von
Baumwollstoffen  nach  Ostafrika  um  die  volle  Differenz
des  Silberkurses,  etwa  50  pCt.,  gegen  uns  im  Vorsprung
  und  ist  eine  so  erhebliche  Differenz  zur  Zeit
unbesiegbar.

Auch  bei  blaugefärbten  Waaren  beherrscht  Indien
in  den  Geweben  aus  Garnen  bis  Nr.  20  den  Markt,
        <pb n="656" />
        weil  künstliche  Erschwerung  bei  den  blaugefärbten
toffen  nicht  in  dem  Maße  zur  Anwendung  kommen
kann  wie  bei  rohen  Geweben.

Bel  Blaudruckwaaren  kann  gegenüber  der  geringwerthigen
  englischen  Waare  ähnlicher  Art  die  gute
deutsche  Blaudruckwaare  auch  bei  dem  Preis  von
36  Pfennig  nicht  aufkommen.  Es  liegt  das  aber
weniger  an  der  Druckerei  als  an  der  Weberei,  weil
man  in  England  mit  Hülfe  der  Abfälle  der  Feinspinnereien,
  die  in  Deutschland  fehlen,  sehr  billige
Nesselgewebe  für  den  Blandruck  und  anderen  Druck
herstellt.

Bedruckte  Kleiderstoffe  werden  von  Elberfeld,
Düsseldorf,  M.-Gladbach,  Hagen,  Siegburg,  Bocholt,
Münster,  Stuttgart,  Augsburg,  Mülhausen  i.  E.,
Zeitz,  Erlenburg  in  den  mannigfachsten  Sorten  geliefert.

Der  Export  von  Gladbacher  Druckwaaren  nach
Afrika  besonders  nimmt  in  den  letzten  Jahren  stetig
zu,  was  um  so  mehr  zu  beachten  ist,  als  es  sich
theilweise  um  Stoffe  handelt,  die  für  die  betreffenden
Märlte  neu  waren.

Während  es  sich  in  allen  vorstehenden  Artikeln
um  Sorten  handelt,  namentlich  bei  den  Druckwaaren,
welche  in  großen  Mengen  auch  in  Deutschland  selbst
gebraucht  werden,  handelt  es  sich  bei  gedruckten
Shawls  und  Tüchern  meist  um  ganz  besondere,  nur
für  Afrika  passende  Sorten.  Abgesehen  von  der
badischen  Fabrik,  die  rothe  Shawls  liefert,  haben
wir  in  Deutschland  keine  Druckerei  für  solche  Sachen.
Es  kommen  dafür  in  der  Hauptsache  nur  eine  belgische
  und  eine  holländische  Fabrik  in  Betracht,  die
diese  Muster  (Handdruck)  liefern  und  für  den  Stoff
dieser  Shawls  und  Tücher,  meist  auch  wieder  Feingewebe,
  das  wiederholt  hervorgehobene  Haupthinderniß.

Deutsche  Fabrikanten,  die  sich  der  Herstellung  der
begehrten  Artikel  zuwendeten,  würden  von  den  Exporteuren
  große  Bestellungen  erlangen.

Der  afrikanische  Neger  ist  übrigens  allem  Neuen
zugänglich  wie  ein  Kind  und  für  neue  Moden  empfänglich.
  Ich  glaube  daher,  daß  es  auch  viel  in
der  Hand  unserer  deutschen  Kaufleute  in  Afrika  liegt,
deutsche  Baumwollwaaren  zu  bevorzugen.

Eisen-,  Stahl-,  Kupfer=  und  Bronzedrähte,  Stacheldraht,
  Drahtgeflechte,  Drahtseile  und  elektrische  Kabel
werden  von  Deutschland  in  nicht  unbedeutendem,
theilweise  sogar  bedeutendem  Maßstabe  nach  Afrika
geliefert.  In  England  werden  indessen  immer  stärkere
  Bestrebungen  gemacht,  solche  Lieferungen,  an  die
sich  ein  öffentliches  Interesse  knüpft,  der  englischen
Fabrikation  vorzubehalten.  Ebenso  wird  in  Belgien
Alles  aufgeboten,  um  Lieferungen  für  den  Kongostaat
im  Lande  zu  halten.

Um  einen  ergiebigeren  Absatz  wenigstens  in  die
deutschen  Gebiete  zu  ermöglichen,  müßten  die  deutschen
  Waaren  eine  ganz  ausgiebige  Bevorzugung  bezüglich
  der  Verfrachtungs=  und  Einfuhrverhältnisse
genleßen,  da  sonst  mit  den  billigen  belgischen  Artikeln,
die  größtentheils  auch  als  englische  laufen,  nicht  zu
konkurriren  sst.

550

 

Ramerun-Rakgo  der  Ernte  1897/98.7)

Mit  dem  Dampfer  „Aline  Woermann“  traf  Ende
Juni  die  erste  kleine  Partie  von  der  Bimbiapflanzung
in  Hamburg  ein,  der  mit  dem  Dampfer  „Lulu  Bohlen“
  Ende  vorigen  Monats  eine  weltere  folgte.  Im
Ganzen  waren  es  46  Sack,  deren  Qualität  wieder
eine  vortreffliche  ist,  so  daß  sie,  den  steigenden  Kakaopreisen
  gemäß,  noch  höher  als  die  vorjährigen  Ankünfte
  taxirt  wurden.  Die  „Lulu  Bohlen“  brachte
ferner  15  Sack  von  der  Debundjapflanzung,  11  Sack
von  dem  botanischen  Garten  Victoria  und  25  Sack,
die  den  Anpflanzungen  der  Eingeborenen  entstammen.
Die  Qualität  der  ersteren  beiden  Partien  steht  der
der  Bimbia=  und  Bibundibohnen  bedeutend  nach  und
erreicht  besonders  nicht  das  schöne,  kräftige  Aroma
dieser.  Der  von  den  Schwarzen  geerntete  Kakao
läßt  naturgemäß  die  sorgfältige  Bearbeitung,  die  ihm
auf  den  großen  Plantagen  zu  Theil  wird,  vermissen
und  ist  leider  noch  recht  minderwerthig.  Er  ist  jedoch
  ebenso  wie  sämmtliche  andere  Partien  in  den
Besitz  der  Kamerun-Kakaogesellschaft  übergegangen
und  wird  in  anderer  Weise  Verwendung  finden.
Aus  Bibundi  ist  Kakao  diesjähriger  Ernte  noch  nicht
eingetroffen,  doch  ist  die  erste  Abladung  mit  dem
Dampfer  „Lothar  Bohlen“  Ende  dieses  Monats  zu
erwarten,  und  beträgt  dieselbe,  telegraphischem  Avis
zufolge,  etwa  90  Sack;  dieser  Dampfer  hat  ferner  noch
etwa  40  Sack  von  der  Bimbiapflanzung  an  Bord.

 

neber  das  vorkommen  von  Rolanüssen  in  Hauͤnde.

Ueber  das  Vorkommen  von  Kolanüssen  berichtet
der  Statlonschef  von  Yaunde  unter  dem  1.  Mai
d.  Is.  Folgendes:

Aufmerksam  gemacht  durch  den  Faktoristen  Herrn
Wilke  habe  ich  mich  dem  Vorkommen  der  Kolanüsse
gewidmet  und  melde  gehorsamst,  daß  sich  die  eßbaren
Kolanußbäume  (Sterculia  acuminata)  in  so  großen
Mengen  im  Gebiet  befinden,  daß  sie  für  den  Handel
nach  Adamaua  hin  von  ganz  bedeutendem  Werth  zu
werden  geeignet  sind.  Das  Vorkommen  der  Kola
in  diesem  Gebiet  ist  nach  Aussage  meiner  Stations-Haussa
  den  Haussahändlern  jenseits  des  Sanaga
nicht  bekannt,  letztere  beziehen  sie  anscheinend  aus
dem  französischen  Kongo,  Weg  Gasa—Kunde—oko
—Mdamaua.

Die  Station  wird  die  Kolakultur  ganz  besonders
zu  fördern  suchen.

Als  Exportartikel  nach  Europa  wird  die  Kola
infolge  der  Entfernung  zur  Küste  kaum  einen  Gewinn
abwerfen;  auch  müßten  die  Früchte  durch  Apparate
getrocknet  werden.  .

 

*)  Aus  dem  „Tropenpflanzer“  Nr.  9  1897.
        <pb n="657" />
        Leber  Ananaskultur
schreibt  im  „Tropenpflanzer“  Nr.  9  J.  P.  B.  in
Bremen  Folgendes:

Da  unsere  Kolonien  bis  jetzt  sehr  wenige  Artikel
für  die  Ausfuhr  aufzuweisen  haben  und  selbst  von
diesen  die  meisten  auf  Eisenbahn  und  Wagen  warten,
um  an  einen  Hafen  zu  gelangen,  ist  es  fürs  Erste
und  für  noch  längere  Zeit  nöthig,  unsere  Aufmerksamkeit
  der  Kultur  solcher  Produkte  zuzuwenden,  die
in  ganzer  Nähe  des  Meeres  leicht  und  in  großer
Menge  gezogen  werden  können.

Unter  diesen  steht  die  Ananas  obenan.  Sie  würde
dort  überall  gut  gedeihen  und  schöne  Ernten  liefern
können,  die  in  Deutschland  jeder  Zeit  Nehmer  genug
fänden.

Ein  kürzlich  in  den  Vereinigten  Staaten  N.-A.
erschienener  Bericht  über  die  Ananaskultur  auf  den
Keys  von  Florida  zeigt,  wie  weit  die  Amerikaner  in
wenigen  Jahren  es  darin  brachten,  und  was  wir  in
unseren  Kolonien  ebenso  gut  oder  besser  sollten  fertig
bringen  können.

Die  Florida-Keys,  einige  Hundert  an  Zahl,  sind
niedrige,  schmale,  lange  Koralleninseln  unter  dem
25.  Grad  nördlich;  von  den  Bahama-Inseln  nur
durch  den  Golfstrom  getrennt,  ziehen  sie  sich  200
engl.  Meilen  lang  vom  Kap  Florida  bis  zu  den
Tortugas  (Schildkröteninseln)  hin.  Nur  fünf  von
ihnen  hat  man  bis  jetzt  für  Ananaskultur  dienend
gefunden:  Elliot  Key,  Old  Rhoades,  Cayo  Largo,
Plantation-Key,  Upper-Metacumbe,  auf  denen  schon
über  tausend  Acres  mit  Ananas  bepflanzt  sind,  die
mehrere  Millionen  Früchte  tragen  von  3  bis  4  Pfund
das  Stück  (jede  Pflanze  liefert  nur  eine).  So  werden
schon  jetzt  Millionen  von  Pfund  nach  den  Nordstaaten
gesandt  im  Rohzustande;  ein  anderer  Theil  geht  in
die  Konservenfabriken,  um  in  Büchsen  verpackt  in  die
ganze  Welt  zu  gehen,  den  Rest  bekommen  die  Schweine
als  gute  Mast.

Ein  Mr.  Baker  verschaffte  sich  einige  Stecklinge
von  Kuba,  von  denen  alle  Florida-Ananas  abstammen.
Verschiedene  Behandlung  hat  verschiedene  Sorten
erzeugt.

Die  Ananas  hat  keinen  Samen  und  pflanzt  sich
durch  die  Schößlinge  (Suckers),  von  der  Basis  des
Stammes  ausgehend,  durch  die  Seitensprosse  (Slips),
am  unteren  Ende  der  Frucht  hervorkommend,  6  bis
12  Stück  an  jeder  Frucht,  und  durch  die  Krone,  die
wie  ein  Federbusch  oben  aus  der  Fruchtspitze  herauseht,

  fort.

Früh  in  der  Regenzeit,  auf  den  Keys  im  Juli
bis  August,  werden  die  Seitensprosse,  zehn  Tausend
auf  den  Acre,  gepflanzt,  und  man  kann  annehmen,
daß  zwei  Drittel  davon,  etwa  sieben  Tausend,  Frucht
ansetzen.

Die  Pflanze  wird  2  bis  2½  Fuß  hoch.  Die
ganze  Arbeit  dabei  besteht  in  dem  Einsetzen  derselben
und  dem  Reinhalten  des  Bodens  von  Unkraut,  bis
die  Pflanzen  sich  so  stark  ausgebreitet  haben,  daß
sie  den  Boden  beschatten;  alsdann  kommt  kein  Un-551



 

kraut  mehr  auf.  Später  kommt  dann  nur  noch  der
Schnitt  der  reifen  Frucht.  Die  ersten  Früchte  werden
  mit  40  bis  50  Pfg.  unseres  Geldes  bezahlt.
Die  ganze  Ernte  giebt  im  Durchschnitt  18  Pfg.  das
Stück.  Die  Produktionskosten  2c.  sind  15  Pffg.
Sobald  die  Ananas  zu  reif  werden,  um  noch  roh
versandt  zu  werden,  kommen  sie  in  die  Konservenfabrik,
  die  4  Pfg.  für  das  Stück  zahlt.  Die  beste
Sorte  heißt  Abbaca  und  wird  in  New-ork  nicht
selten  mit  2  Dollar  =  8  Mk.  50  Pfag.  bezahlt.
Das  ist  wohl  ohne  Zwelfel  dieselbe  Art,  die  in
Brasilien  unter  dem  Namen  Abbacoxi  (Ton  auf  schi
—  Fi)  für  die  feinste  gilt,  aber  hier  weit  billiger  ist.
Die  beste  aller  Ananas  soll  die  Portorico  sein,  8  bis
10  Pfund  schwer,  die  roh  nicht  versandt  werden  kann,
da  sie  zu  saftig  ist.

Natürlich  kann  keine  Rede  davon  sein,  Ananas
im  Rohzustande  von  Afrika  nach  hier  zu  bringen,
dafür  liegen  unsere  Kolonien  zu  fern;#)  es  kann  sich
für  uns  nur  ums  Einmachen  in  Blechdosen  und
deren  Versand  handeln.  Es  kann  keine  bessere  Thätigkeit
  für  die  trägen  Neger  der  Tropen  gedacht
werden  als  die  Ananaskultur;  denn  Frau  und  Kinder
genügen  dafür.

 

Ueber  Maté--Thee.

Der  von  den  Spaniern  yerba  maté,  von  den
Portugiesen  herva  maté,  von  den  Deutschen  meist
schlechtweg  Mate  genannte  Thee  wird  aus  den
Blättern  und  Zweigen  eines  strauchartigen  Baumes,
des  Ilox  paraguayensis,  gebildet,  der  in  Paraguay
in  dessen  östlichem  Theile,  in  Argentinien  im  Territorium
  Misiones  und  in  Brasilien  auf  dem  Hochlande
der  drei  Südprovinzen  in  großen  Beständen  wild
wächst.  Die  Einsammlung  und  die  Aufbereitung  des
Naturproduktes  liegt  überall  in  den  Händen  der
Einheimischen;  der  Konsum  beschränkt  sich  ausschließlich
auf  Südamerika  und  ist  besonders  in  den  südlichen,
spanisch  redenden  Republiken  sehr  stark  Hier  wird
der  Maté  entweder  in  der  Art  genossen,  daß  die
Blätter  in  einer  in  ein  Gefäß  umgewandelte  Kürbisschale
  mit  heißem  Wasser  übergossen  werden  und  der
Aufguß  mittelst  einer  silbernen  Röhre  der  Bombilla
herausgesogen  wird  oder,  was  aber  viel  seltener  geschieht,
  als  Thee  getrunken.

Nach  Argentinien  wurde  Mate  eingeführt:

1895
Tausend  Tonnen  im  Werth  Tausend  Tonnen  im  Werth
von  1000  Doll.  von  1000  Doll.
Aus  Paraguay  11,7  1243,4  13,7  1497,5
Brasilien  11,9  1388,9  20,5  2436,1

*)  Kamerun  und  Togo  würden  nicht  zu  fern  liegen,
wenn  wir  direkten  Schnelldampferverkehr  hätten,  am  besten
besonders  daraufhin  gebaute  Fruchtbampfer  mit  Kühlräumen.

r.  Preuß,  Direktor  des  botanischen  Gartens  in  Victoria,
theilt  mir  brieflich  mit,  daß  er  von  Kamerun  aus  „mit
dem  Einsenden  von  Ananas,  welche  in  ihrem  eigenen  Sa
in  Gläsern  eingemacht  wurden,  ganz  vorzugliche  Resultate
erzielt“  habe.  -  (Wg.)
        <pb n="658" />
        —  552  —

Die  Produktion  in  Argentinien  selbst  ist  eine
sehr  geringe.  «

Die  Eigenschaften  des  Maté  sind  folgende:

1.  Er  ist  ein  unübertreffliches  Durststillungsmittel,
  namentlich  dann,  wenn  der  Durst  durch  große
körperliche  Anstrengungen  hervorgerufen  oder  gesteigert
worden  ist.

2.  Er  stellt,  in  größeren  Quantitäten  genossen,
die  erschöpften  Kräfte  sehr  schnell  wieder  her,  ohne
irgend  welche  Störung  des  Wohlbefindens  hervorzurufen.
  Es  scheint,  daß  der  Maté  das  einzige
aller  bekannten  Reizmittel  ist,  das  die  Nerven  anregt,
  ohne  bei  Genuß  größerer  Quantitäten  den
Menschen  in  ungesunde  Aufregung  zu  versetzen.

3.  Er  beschleunigt  den  Stoffwechsel,  befördert
die  Verdauung  und  wirkt,  wie  ich  auch  beobachtet
zu  haben  glaube,  auch  als  ein  prophylaktisches  Mittel
gegen  die  Malaria.  Nach  den  Erfahrungen  Anderer,
Aerzte  sowohl  wie  Lalen,  wirkt  der  Genuß  des  Matc
auch  günstig  bei  Magen-,  Leber-,  Nieren=  und
Blasenleiden.

Schon  seit  einer  Reihe  von  Jahren  hat  man
vergeblich  versucht,  den  Maté  nach  Deutschland  einzuführen.
  Fast  alle  Kolonialpolitiker,  die  ihre  Aufmerksamkeit
  auf  Südamerika  gerichtet  hatten,  haben
solche  erfolglosen  Versuche  gemacht.  Allein  die  Ursache
dieser  Erfolglosigkeit  lag  stets  darin,  daß  man  versuchte,
  dem  Maté  als  Ersatz  des  chinesischen  Thees,
also  als  Luxusgetränk,  Eingang  zu  verschaffen.  Das
mußte  mißlingen,  einmal  weil  dem  Maté  größtentheils
  die  ätherischen  Oele  fehlen,  die  dem  chinesischen
Thee  sein  schönes  Aroma  verleihen,  und  zweitens,
weil  das  Trocknen  der  Blätter  des  Maté  über  offenem
  Feuer  dem  Thee  einen  leisen  Rauchgeschmack
verleiht,  an  den  sich  die  meisten  Menschen  zwar  sehr
schnell  gewöhnen,  der  ihn  aber  doch  gegenüber  dem
chinesischen  Thee  als  minderwerthig  erscheinen  läßt.

Die  medizinische  Wirkung  des  Maté  ist  vom
Stabsarzt  Dr.  Kranzfelder  in  Berlin  und  von

 

dem  Apotheker  Hans  Kienast  in  Krefeld  sowie
auf  Veranlassung  der  Kolonial-Abtheilung  des
Auswärtigen  Amts  vom  Stabsarzt  Dr.  Kohlstock
in  Berlin  geprüft  worden.  Der  Bericht  des  letzteren,
  der  für  den  Maté  äußerst  günstig  lautet,
ist  seinerzeit  im  Kolonialblatt  veröffentlicht  worden.

   

Tikterakur.

Der  „Reichs-Medizinal-Anzeiger“,  herausgegeben
in  Leipzig  von  Generalarzt  Dr.  Frölich,  bringt  in
den  Nummern  16  bis  18  einen  lesenswerthen  Aufsatz
über  die  in  Deutsch  -Südwestafrika  zahlreich  vorhandenen
  Heilquellen.  So  mangelhaft  das  über  sie
bisher  vorhandene  Materlal  ist,  mißt  der  anonyme
Verfasser  diesen  Quellen  doch  nach  den  bisher  über
ihre  Natur  bekanut  gewordenen  Nachrichten  hohen
Werth  bei.  Der  Verfasser  bedauert,  daß  bisher  gar
nichts  für  ihre  Ausnutzung  geschehen  sei.  Nach  den
mit  kolonialen  Gründungen  gemachten  Erfahrungen
betrachtet  er  jedoch  ein  etwaiges  genossenschaftliches
Unternehmen  für  elne  Badeanlage  in  Eikam  nicht  als
empfehlenswerth  und  empfiehlt  vielmehr  der  Marine,
an  einem  der  Quellplätze  einen  Erholungsplatz  für
die  Seeleute  oder  Kolonialtruppen  ins  Leben  zu
rufen.  Allerdings  müsse  eine  ordentliche  sachgemäße
Erforschung  des  Landes  und  Herstellung  einer  brauchbaren
  Karte  vorangehen.

 

Im  Verlag  von  Ottomar  Anschütz,  Berlin  W.,
ist  eine  Sammlung  von  35  Momentaufnahmen  aus
den  Ueberschwemmungsgebleten  im  Riesengebirge  erschienen.
  Das  Werkchen,  welches  nur  1  Mk.  kostet,
wird  auf  Anregung  Ihrer  Majestät  der  Kaiserin
durch  den  Vaterländischen  Frauenverein  vertrieben.
Der  Ertrag  soll  zu  Gunsten  der  geschädigten  Bewohner
  des  Hirschberger  Thales  verwendet  werden.

 

Schiffsbrwegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisfes.)

„Bussard“  25/7.  Apia.

hr
„Habicht“  19/8.  Libreville  21/8.

Lissabon.

S.  M.
S.  M.
S.  M.
S.  M.
S.  M.

(Poststation:  Lissabon.
S.  M.

1n
Vermessungsschiff  „Möwe“  27/5.  Berlinhafen.

S.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  „Condor“  29/6.  Dar-zes-Saläm  11/9.  —  Kapstadt.
S.  „Falke“  24/6.  Sydney  24/7.  —  Bismarck-Archipel.
S.

S.

(Poststation:  Kapstadt.)
(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Kamerun.)  ·
»Hyäae«14j8.SiekraLeone(Freetown)I7J8.——21J8.Dakar21,8.—31J8.Tenercssa11j9.—

(Poststation  Hongkong.)

M.  S.  „Seeadler“  8/8.  Seychellen  6/9.  —  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
·  Ablösungstransporte:
Reichspostdampfer  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Ablösungstrausport  für  S.  M.  SS.

„Falke“  und  „Bussard“  (ganze  Besatzungen):

Heimreise:  a)  Transportführer  Sydney—Genua:  Korvettenkapitän  Krieg;
17/8.  Aden  17/8.  —  23/8.  Port  Sald  2/8.  —  27)/8.  Neapel  27/8.  —

28/8.  Genua  29./8.

b)  Transportführer  Genna—Bremerhaven:  Kapitänlieutenant  Nieten.
        <pb n="659" />
        553

Perkehrs-Machrichken.

Das  Kabel  zwischen  Aden  und  Sansibar  ist  nach  Mittheilung  des  internationalen  Telegraphenbüreaus
  in  Bern  wieder  ausgebessert,  dagegen  das  Kabel  Mozambique  —Lourengo-Marquez  beschädigt.

 

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  beutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
"  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
am  29.  Sept.,  20  Tanga  20  Tage  am  27.  Sept.,  B.,  18.Okt.,
cage  Schiffe)  8  ——  120  r  Lar  Schm  Lae  Tage  .,  S.  November
.  Brin  am  I.,  7.  Nov.  ansibar  .
1.  Dentjch  ·  Ostasrita.  i  abds.
Aarsein=  am  10,  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzöftsche  Schiffe)  40  ums.  10is  abds.
2.  Deutsch-LüdwestafrikahSou  *  n  an125.Sept.,23.Okt.LüdentzbuchtNTageam24.Sept-,22.Ott.
*  Fech  gnebenn.  Gibcon,  a  1.  4  Ae  bis  birge.  42.  40  nmis.  Swakopmund  26  Tage  15  ms.

Uhabis.
—½  ͤnd  Kopstadt,
von  dort  weiter  alle  14  Tage.
auf  dem  Landwege.)

“  „Leulwein“

a  ish

am  25.  Sept.,  25.  Nov.
nachts

 

3.  Ramerun.

50  cmee  —#1
ool
(Sir  Schiffe)

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

am  25.  Sept.,  25.  Nov.
720  abds.

 

am  10.  jedes  Monats
nachts

am  29.  Hetember,
27.  Oktober

 

4.  Togo-Gedbiet
Ueber  Livervoof  oder
arseille  nur  auf  Verlangen
  Ven  Losener#)

b
ud  ½

Liverpool
enuh  e  Schuh

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  debes  Monats

20  abbs.
am  27.  Sept.,  25.  Okt.
1°6  ms.

 

am  10.  de  Mts.  nachts
am  20.jedes  Mts.  5

am  Letzten  jed.  Mis.=am
  22.  Stembber,
6.,  ktob

 

Lome  20  Tage
Lome  31  Tage
Aein-  Lero“  33  Tage
Accra  25  e

von  v  ab  Landverbindung
Quittah  36

Ta
von  da  pbege  una

am  10.,  20.  und  Letten
jedes  Monats
720  abds.

am  20.  Se#tember,.
4.,  18.  Olt.  I6  n

 

 

 

 

 

 

 

 

arseill  am  26.  jedes  dih  nabs  Kotonon  am  “  bn
(agssh  Schisse)  4o0  nachm.  von  da  *  Landverbindung  10%  abds.
Neapel  am  22.  Sepl.,  17.  Nov.]  Stephansort  45  Tage!  am  20.,  24.  September,
5.  Deutsch-Neu-Gninea.  (deutsche  Schiffe)  abds.  16.,  19.  November
rindisi  am  26.  Sept.,  21.  Nov.  -  41  Tage  104  abds.
(Nachversand)  abds.  «  ·
Brindisi  am  7.  November  aluit  etwa  70  Tage  am  5.  November
6.  Marshall-  Inseln.  (Über  Manila)  abds.  d  I  1034  abds.

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  falli
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafang  4  Be  ig
Neapel  am  23.)  Sept.,
l  "  Hamburg  ..  am  10.*  und  25.*
Deutsc-Ostafrica  Brindisi  ri,  Logogebiet  -  jedes  Monats
Marseilea  16.Sept.,  17.Oktl.  NMarseille  .  am  16.jedes  Monats
"  n
deutsch-Sütwegafrice:  Southamptonsom,  23.  Betember,,  detsch-Neu-Gninen.  Neaper.  W*
Ramerun.  ...  ...  amburg.  am  25.ed.  Monat  marshall·  Inseln.  ..  Marseille  ..  Mitte  Oltober,
tuaur  am  7.  Okt.,  4.  Nov.  Mitte  Dezember

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="660" />
        —  554  —

Schiffsbewegungen  der  Woermann,Linle.

 

 

   

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
ostda
Postdampfer  von  nach  bis  12.  September  1897
„Adolph  Worrman“  Loango  Hamburg  am  11.  in  Las  Palmas.
„Aline  Woermann  ..  Loango  Hamburg  am  9  in  Kamerun.
„Anna  Woermann  ·  Hamburg  Sherbro  am  2  in  Tanger.
„Carl  Woermann“  .  ..  Loanda  Hamburg  am  9.  Casablanca  abgegangen
Sie  Bohle"  Hamburg  dem  Kongo  am  7.  over  passirt.

Ella  a  Wormann  Sherbro  Hamburg  am  8.  in

oermann“  Kotonon  Hamburg  am  4.  in  Aecra.

hen  Bohlen"  amburg  Kotonon  am  5.  n  Dak

„Hedwig  Woermann"  otonou  Hamburg  am  10.  den  passir.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  24.  Accr

t  Woermann"  Hamburg  Loanda  am  8.  Tover.  passirt.
„Lothar  Bohle  "#  Hanburg  Loango  am  10.  ab  Hamburg.
„Lulu  Bohlen  4  amburg  Loanzo“  am  7.  in  Accra.
„Marie  Woermann  .  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  23.  Swakopmund.
„Melita  Bohlen“.  in
„Professor  Woermann!:.  Hamburg  dem  Kongo  am  8.  September  in  Las  Palmas.
„Thekla.  Behlen“  ....  gamburg  Swakopmund  am  20.  August  in  Teneriffe.
„Antonina  nina“.  amburg  Luderitzbucht  am  11.  Segtemoer,  Dover  passirk.

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

 

-  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichspostda

h  p  sr  mpfer  von  nach  bis  12.  September  1897
„Könié  Durban  am  9.  September  an  Dar-es-Saläm.
Lerzag,“  ......  t.  In  Hamburg
„Kaiser“  ....  t.  m  Hamburg
«Kanzler«.....·  Hamburg  am  12.  an  Aden.
„Bundesraté  Dha  Hamburg  am  12.  ab  Durban.
Reichstag“  ..  .  ..  Durban  Hamburg  am  11.  an  Mozambique.
„Admiral  Durban  Hamburg  am  12.  an  ürseile.
„Generalo#  Hamburg  Durban  am  9.  ab  Nea

 

Anzeigen.

Inserate  (für  die  dreigespallene  Pelitzeile  oder  deren  Raum  25  smig)  sind  an  die  Verkriebsleitung,  Verlin  S8W  12,  nochstraße  68—71,
einzusenden.

Deutsches  Kolonialhans  Bruno  Antelmann

—HBerlin  C.,  Jerusalemerstrasse  25.  ——
Verbsied  v.  Erzeugnissen  der  deutschen  Kolonien  unter  Aufsicht  hervorrag.  Mitglieder  d.  deutschen  Kolonlalgesellschaft.

Kolonial-Kaffee.
Kamerun-Kakao.

 

Cigarren
nus  Neu-Guinen  und  Kamerun.

Palmbastmatten
(waschbar)  in  bunten  Mustern,
für  Landhäuser,  Bade-  und
Wohnzimmer  geeignet.

Kamerun-Schokolade.
Kolapräparate.

Kola-  und  Massoi-  Likör.

166  ON  1  Juty  2deubendsu#14

 

Preislisten  kostenlos  u.  portoktrel.

 

 

 

Eingotrageno  Sehntemarke.

 

Reichhaltige  ethnologische  Sammlung  aus  Neu-Guinea,  Ost-  und  Westafrika.
Ansichtssendungen  unter  Berechnung  des  Portos  stehen  zu  Diensten.  (25)
        <pb n="661" />
        —  555  —

 

 

 

 

Geschillleitung:  Werbet  für  Euer  Blatt,ä  ν.

eutsche  im  Auslande

abonniert

auf
Eure
Wochen-Sschrift


 
 
 
 
  
    
   
    
  
  

*
o
——*
nisi  betrachtet  es
insbesondere  als
ge  seine  Aufgabe,  dem
v  Leben  und  Treiben  der
Deutschen  im  Auslande  die
Ger  liobevollste  Aufmerksamkeit
zuzuwenden.  Es  wird  daher  jeder

*h
e  Deutsche  im  Auslande

16.  gebeten,  seine  Adresse
Jahrgang.  der  Verlagshandlung

J.  H.  Schorer,  G.m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,

Wilhelmstrasse  29,  gefl.  anzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit
hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  und  portofrei  zu  übersenden.

Er#l  4uslande  lernt  man  den  Keir  des  Tieimardkiofetten  gendessen,  ersi  in  der  Fremde  erfennt  man,
###  dus  Paferl#nd  iue!  (Aus  Freytag,  Soll  und  Haben,  II.  Band.)

 

Der  B  i§*PÜi  —  Heimat  und  in  dbersooischen  Ländorn  Föühlung  milt  dem  alton  Vateran

Derin  m  In-  er  Auslonde  mlt  Berufsgeschäften  überhänft,  eich  kurz  und
bebnsen  53  dom  Gango  dor  Weltbog  obenhoiton  unterrichten  will  —
Der!  m  In-  oder  Au  l  tul  wes  er  en  noch  Neigung  hat,  taglieh  olne  grosso
Leiitisehe  zae  Soitung
Der  uslan  ndss  r  t.  selts  auf  dem  Lande  wohnt  und  nebon  olnom  kloinen
rss  richn  ergänzondon  Zeitungsloktüre  bodarf  —
Wer  im  In-  oder  Auslande  Überhaupt  alles  wissen  will,  der  lese  „Das  Echo“.
Chramk  der  Zoitereirnisse,  bringt  all#pöchentliich  in  unterhal-60
  (ender  Forsn  Berichie  polickschen,  voirischayelichen,  ceissenschayllichen
u.  getellichasilichen  Inhaiis  *  Forpdnge,  welche  sich  im  Deufschlund  u.  um-dusl#nde  dösplelen.
a  r*·  #20.  iroit  iz  Zefterclonisse,  1u4  Kelr  Paraibltt,  sondern  es
·  5  2  die  interestanteisen  Stimmen  aller  Parteien  tu  WPorde  Tommen.
I7N  Ss  MEc  2  0  Chrouik  der  Zeiterel#niese,  bringt  in  Jeder  Mammer  ein  dbis
5  twei  abgeschlostene  Voreffelten,  Errdhiungen  esc.  aus  der  Fecer  berrdarter,
  reitgenör#n##scher  Schrurtstelter.
c  Chromls  der  -8  oring  in  der  Rubrik  Ilandel
#  *  eine  Cesc  Geld-  und  Marenmarttes
  und  interessonte  Fragen  vom  MWeltmar#i#.
Chro##k  deor  Zoftereto#risse,  briuicnt  eöchendliich  eine  EListe  der
Das  ·0,.  erschriynten  Erscheiungen  des  deufschen  Fuchhundefs  du]  allen  Geblefen
  der  #insemschofft
Nromk  cker  Zo#tereignsse,  5##ntmondulesn  regelmessio
&amp;amp;K  □  Eeho,  diie  odn#fiche  LTiste  der  Posi#kamp#chihahrissterbindungen  nach  überaeciachen
  Landern.
nohmon  allo  Buchhandlungon,  Postanstalton  und  Zeitung.
Bestellungen  poditouro  ian  bouts.  tach  biandse  un  Preiso  von  6  Mark  Kiiont
siben.  ontgoken:  in  den  übrigen  ot  zu  don  landenüblichon  Proison.  Dirokt  v.  d.  Ver-J.

  H.  Schorer,  6.  .  .  I.,  in  beemn  SW.,  Wilhelmstrasse  29,

Zusammengestellt  von  dem  „Littemrischen  Auskunftsbureau  O.  Greckleuer  in  Leigzig.“

Das  „BECH#O“  bringt  wörhentüch  eine  Liste  der  wichtigsten  Erscheinungen  des  deutschen  Buchhandels  auf  allen  Cebieten  der  Wisseuschaft.

 

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unlor  Fro#  Tehen  Loslet  „Das  Erho“  rion  behzähriis,  4  Mx.  50  Pfl.,  halbjährlich  9  M.,
é#lelr  18  Mk.  Loi  orh  aler  .  troilband  ompflohlt  os  ls  Wotlichssr  Kansjährigo
Abonnemonts  EE  Englische  Pfundnoten  werden  in

In  4  Ab  t  #ee  8  er  retlnl  arri  rd  des  kunde  E  es  zu  5i  i
n
48  "onnemen  i  Mäsen  Verlag  Werf  durch  jede  Kose  "

lange  Zel
        <pb n="662" />
        Bekanntmachung.

In  das  Gesellschaftsregister  des
Kaiserlichen  Gerichto  zu  Otjimbingwe
Iud  westasrita)  ist  am  28.  Juni  1897
bei  Nr.  1  die  Auflösung  der  offenen
Handelsgesellschaft  in  Firma  (111)

Boysen  &amp;amp;  Wulff  zu  Windhoek
mit  einer  Zweigniederlassung  in
Swakopmund  eingetragen  worden.
Otjimbingwe,  den  28.  Juni  1897.
Der  HKaiserliche  Richter  für  den  Wetbejirk.

 

Junger  Kaufmann,
21  Jahre  alt,  wünscht  Stellung  in
Kolon.  Gesellsch.  .,  im  Kolonialwaaren-,
Export=  oder  Bankgeschäft  in  Verlin.

Besch.  Anspr.  Gef.  Off.  sub  D.  110
an  die  Exped.  d.  Bl.  erbeten.

Ein  Landwirth,

32  Jahre  alt,  sucht  Stellung  bei
einem  deutschen  Herrn  in  Deutschafrika.
Anfragen  unter  k.  K.  100  befördert
die  Expedition  d.  Bl.

 

 

.————————————
Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Verlin  SW2.

Die  deutsche

Kolonial-Gesetzgebung.

Sammlung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordunngen,  Erlasse  und  internationalen

  Vereinbarungen

mit  Anmerkungen  und  Sachregister.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben

von

Riebow,
Gerichtsassessor.
1893.  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Ml.  16.
Demnächst  erscheint:
Nachtrag  zu  obigem  Werke.
Enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit
für  die  Schutzgebiete  ergangenen  Verordnungen
  2c.

Anweisung

zur
regelmäßigen  ärztlichen  Rapportund
  Berichterstattung
über  die

Koiserliche  Schablruppr  in  Peulsch-Oflafrika.

Preis  80  Pf.

VVoVVVVVTVYVVVYV  YVV  V'V'V  '  V  VVV

Tippelskirch  &amp;amp;  C0.

Berlin  JW.,  Meustädtische  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),

Spezial-Geschäft  für  Tropen-Ausrüstungen,
Fesieben  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  versönlicher  Ansrüstungen
all  rt,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  Awfenthalt  in  überrrischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  glleren  ür  Expedition  und
Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artik

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  tiel.  Erfahrungen  und
nach  dem  rtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (

 

 

 

Export  -Muster  -Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie
Grosser  Burstah  36/.38.

 
   

R
Lk½%  KLeen  Leeecna.
Praislisten  zur  Verfügung.

Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—39.
        <pb n="663" />
        557  —
—  S
8  .

(  *  «—  “  *N
(umsrorln  &amp;amp;  cr.e

K.  K.  vesterr.-Ungar.  Hoflleferanten.  Eisn
Fabrik  schwer  versliberter  und  vergoldeter  aD

   

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12  Talelgabeln  „  26.40  12  Dessertmesser  „  21.—
12  TJ’afelmesser.  28.80  12  Theclöffel  —
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(113)

 

 

 

EIE—

21  —

S#h  5  22  2

—*“

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4##3  afe  bester  ul.  s  E

 

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kür  Holzbearbeituog
vom.  I.  Beinr.  Kraef.

 
 
    
 
     
 
 
  

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koshe  er  Baubölzor
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Denecke  &amp;amp;  Himmel

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Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SWn,  Kochstr.  68—71.

Candes  ·  Aufnahme
Generalstabs  ·  Karten,

die  Irbeilen  der  Königlich  Prenhischen
Kendes-Anfnahme,
dargestellt  von

Kahle.
Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
zwei  Kartenbeilagen.
Preis  Mk.  2,25.

In  obigem  Werke  werden  die  Arbeiten
  der  Königlich  Preußischen  Landesunterzogen

  und  die  Entwickelu  und
Technik,  Art  und  Werth  derselben  allgemeinverständlich
  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Ver-Meiungsdeamter
  ein  Hülssmittel  sein,
kupornt  auch  Allen,  die  sich  einen  Einblick
  in  das  Wesen  und  einen  Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Ziele  unserer
Landespermessung.  zu  verschaffen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  d
heben.  Das  Buch  eignet  sich  ganz
esonders  auch  für  die  Herren  Offiziere
der  Schutztruppe,  um  sich  für  die
oetehihe  vorzubereiten.
        <pb n="664" />
        Schutzmarke.
o##mzzunss.

 

Neue  ratesrpflanren

Lathyrus  silvestris  Wagneri
(Wagners  Waldplatterbse).
Hochvereccle,  von  allen  schädlichen
  Bitterstoffen  belreit!
Gedeiht  auch  auf  den  ürmsten
Bodenarten,  selbst  Sand,  Geröll.
Böchster  Nährwerth  von  25—  —30%
Protein  (Klee  nur  13,5%).
Auesdauernd—  Widersteht  leder  Dürre.

Lathyrus  latifolius  Bastard
gleichlalls  ergiebige  und  widerstandsfähige
  Futterpflunze.  Auch
für  feuchten  Boden  geeignet.
Protesngehalt  22,21  %.

Polygonum  Sachalinense
(Sechalin-Kuötorich).

Gedelht  ausdauernd,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  Soden.
Prolelngehalt  16,970%.
Tüchtige  Vertreter  für  In-  und
Ausland  gesacht.

Prospekte  gratis.  (#)
Santstelle  Kirchhelm-Teck,
Wurttemberg.

 

 

 

 

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,
Hosbuchbändler  Sr.  Hnglichen  Haobet  des
Prinzen  Heinrich  von  Preuben.

Album  der  deutschen  Flotte.  Leporello=Format.
  M

v.  Leten  Korvett.  Cptn.  Sieben
ahre  Seekadett.  1882.  268  S.
mit  4  Portraits,  §r5  von  Allers.

8.  4.  5.—,  eleg.  geb.  K.  6.—.

v.  **  Hlotten  Leben.

K.  1,60,  geb.  4.  2,25.

 

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA

Ein  illnstrirtes  Verzeichniss  von

Schriften
Kolonial-Hitteratur

sowie  zur
Länder-  und  Völkerkunde
aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Hofbouchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,
steht  Intereasenten  Icostenfrei  zu
Diensten.

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H.  Pieper,  Lüttich,

Gewehrfabrik.

MHoflleferant  Sr.  Malestat  des  Könlgs  von  Halien.
Generaldepôt  für  Deutschland:

Berlin  W.,  Charlottenstrasse  No.  59.

Hahngewehre  von  N-#  60,  —  un.  Hahngewehre  von  Mk.  140,.—
Hammerless  von  Mk.  mit  ranchschwachem  Beschuss.  Eine
grössere  Anzahl  Gdewhre  welche  nicht  mehr  in  den  Ruhmen  meiner
Preisliste  passen,  verkausle  zu  herabgesetzten  Preisen  und  bitte  Aufstellung
  derselben  zuverlangen.  (in)

 

 

 

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Celle,  Prov.  Hannober.  (1)

    

 

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importirten  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hohen  2Zöllen  belegten  überseeischen
  Fabrikate  hergestellten

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No.  41.  Buen  Olor  —  Cuba  —  mittelkräsftig  .  .  .  M.  60.  -  pro  Mille
No.  42.  La  Perla  —  Havann  —  voll  und  saftig  .  „  76.—  „

No.  43.  Flor  Flna  —  Havann  —  lein  mild  „  100.—  „  „
No.  44.  EI  Arte  —  Havann  —  lein  mrtelkrast  „  100.

le  30  berw.  20  St.  der  Marken  No.  41—  44  zus.  100  #.  in  4uswahl  en  Wr  N.  8.20.

No.  49.  Rosa  Celeste)  rein.  Rarna  M.  120.—  pro  Mille
-.  50.  Us  ,!  einste  mild  bis  „  145.—  „  „

No.  51.  Marletta  Handarbeit,  „  176.—  „  „

No.  52.  Infancl#a  I  ausgesuchte  mittelkrästig  „  200.—  „  „

No.  53.  Rem  Qualitäten  230.—  „  „

le  10  Stück  der  Marken  No.  49—53  in  Auswahl  a  1ue  N.  9.70.
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Ländern  frei  bis  deutschem  Seehafen.  FPreisliste  grutis  und  franko.  (8)

A.  F.  Emde,  Düsseldorf,
Aelteste  Cigarrenfabrik  Deutschlunds  mit  direktem  Versand  an  Private.

 

 

Hallenser  Kakao,
Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgeschmack  nicht  übertroffen  und  sind  bei  gleicher
Gäte  billiger  uls  ausländische  Fabrikate.

Unser  Bestreben,  stets  dus  Beste  zu  leisten,  ist  anerkannt  durch

unsere  stetig  gesteigerts  Produktion;  wir  verurbeiten  imDurchschnitt

täglich  50  Centner  Rohkakao,  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die

Spitze  der  deutschen  Schokoladefabriken  stellt.  (36)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.
        <pb n="665" />
        Feldbahnen

1.  für  koloniale  Zwecke.

Die  Arthur  Koppel’schen
Gleisanlagen.

haben  sich  sowohl  in  der
deutschen  Landwirthschaft
wie  bei  der  Bewirthschaftung
  von  Zucker-  u.  Kaflee-Plantagen
  und  zum  Gebrauch
in  der  Kultur  noch  unerschlossenen.
  Distrikten  vortrefflich
  bewährt.

Arthur  Koppel,

*  herstiesustz.  Sentln  Serme6  7  am  Lenin  fäaiies,

 
       
      
    
    
      
     
 

 
  
 

 

liefert  unter  Garantic:

*  Herm.  Serbe

##  Adressen-Verlagsanstalt

Naler  granchen  und  länder

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DAMPFSRGEREI,  IOLEBEARBEITUOMOS.  UD  PARqQuET.  FUSSRODEI.  FABRIK
BAU-  TISCEIRREI  UND  SCHILOSSEREI.
BAVANSTALT  FOB  EIBENXONBSTRUVXTIONEN.
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ALTONA  HAMBURG

RAINWEG.  PAULSTRASSE  21.
FERNSPRECUER  No.  2.  FERKSPRSCER  AN#x  1.  No.  4163.

 

TELEGRAMM.  A  DRESSE
Ramschunn,  Alron.

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  3,
Werkstätten  für  mathematische  und  optische  Lustrumente.

Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nach  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Danckelman.  Aufnahme-Apparate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

 

 

 

 

 

Cänseleber-Pasteten-fabrik


Aug.  Michel

Hollieferant

Strassburg  i.  E1ls.
Spezialität  für  den
Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.

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Allelnige  Agenten  ##r  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Semidoeissrna  Punstur

und  Oberlichte  jeder  Art,  (10)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

Tutti  Frutti,=Preisgekrönte
  Fabrik  kandirter  Früchte.
und  Frllchte  In  Likör  und  Slrop,
für  den  Export  gearbeitet,
kResselwann  &amp;amp;  Co,
Martino  4M’Albaro,  Genua.
Fabrikmarke  deponirt.  (c0),

Läfrr  u.  Sehmetterlnge.

Zwecks  Ankaufs  von  Schmetter- 



 

 

lingen  u.  Käfern  suche  mit  gSammlern

in  Geschältsverbindung  zu  treten.

Paul  Kümmerer,
Berlin  8W.,  Kochstrasse  68.

Krankenhäusern,

Expeditionen  und  übersecischen.
Handlungen  empfehle  ich  als  bestes

u.  billigstes  aseptisches,  steriles  u.
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Hagedorn’'s  Moospappe.
200,0  kg  -  1  Kubikmeter  Raum,  bil-Ige
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Charite-  Berlin,  die  Univeritäts
Kliniken  in  Würzburg,  eipzig,
Erlungen,  Kiel,  Breslau,  Göttingen,
Bonn  etc.;  die  Stadtkrankenhäuser
n  Berlin,  Hamburg,  Dresden,  Köln,
Darmstadt,  Danzig;  Mänchen,  Magdeburg,
  Lübeck  e  (10)

Muster  und  seerrate-  Iranko.

G.  Beckstrosm,  n.
        <pb n="666" />
        MHls

hat  das  Werk:

husbrer  Vachrichten  Nr.  278  v.  27.  November  1895:
„...Da  kommt  nun  ein  ganz  vortreffliches  Buch
zur  rechten  *  in  dem  der  mit  scharfer  Beobachtungsabe,
  praktischem  Sinn  und  gesundem  Humor  begabte
öarfasser,  der  sich  drei  Jahre  in  dem  Schutzgebiete  auf-Kboalten.
  hat,  seine  Erlebnisse  und  das  Aein  seiner
ahrnehmungen  in  fesselnder  Weise  schildert.“
Weser  ·  Feitang  Nr.  17591  v.  15.  November  1895:  „Die
anschaulichste  und  interessanteste  Schilderung,
die  unser  Schutzgebiet  in  Südwestafrika  bisher  erfahren
hat,  giebt  Premierlieutenant  a.  D.  F.  J.  v.  Bülow
.Müilitär-ileratur-Zeitang  Nr.  16,  1895:  „Er  (Verfasser)
will  den  Lesern  kein  wissenschaftliches  oder  fachmännisches
Werk  vorlegen,  glaubt  aber  doch,  ihnen  ein  anschauliches
Bild  von  der  geographischen,  politischen  und  wirthschaftlichen
  Lage  des  Schutzgebietes  geben  zu  können.  Diesen
Zweck  erfüllt  das  Buch  vollständig.“

Berlin  SW.,
Kochstraße  68—171.

  

 

5  „TX  rs'

Geschenk  für

 

—
####-  s  «,"«:-,«»  «

,-,  S
————  —

·-Kolonialfreunde.
  A

—  Einen  großen  Erfolg
Deutsch-Büdwestafrika.
Mrei  Juhre  in  #unde  Heudrit  Witvoei.

Schilberungen  von  F#an  und  Jeuten

von

J.  J.  von  Bülow,

Premierlieutenant  a.  D.

 

Mit  zablreichen  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen  und  zwei  Rarten.
Preis:  Gcheftet  6  Mark,  in  Leinwandband  7  Mark  50  Pf.

zu  verzeichnen,  von  dem  schun  kaum  nackh  Jahkresfrifk  eine
—  zweite  Auflage–
erschienen  ist.  Das  Buch,  welches  vornehm  ausgestatket  und  mit  zahlreichen  Abbildungen  und  zwei  Karten  geschmückt

  ist,  füllt  eine  Lücke  in  unserer  Koloniallitteratur  aus,  indem  es  Land  und  Leute  Deutsch-Südwestafrikas,
welches  bisher  gleichsam  als  Stieskind  unserer  Kolonien  behandelt  wurde,  in  trefflicher  Weise  zur  Darstellung  bringt.

Mit  welchem  Beifall

das  Buch  bei  seinem  Erscheinen  aufgenommen  worden  ist,  beweisen  die  folgenden

HStimmen  der  Presse:

 

eihliger  Zeünus  Nr.  277  vom  28.  November  1895:
ir  *2  der  Ansicht,  daß  der  Eindruck,  welchen
die  Steppe  auf  den  Beobachter  macht,  nirgends
besser  als  von  Bülow  geschildert  worden  ist,  es  sind
Heine  Kabinetsstücke,  welche  sehr  hübsch  abgetönt
ind.“

Snigsberger  Algemeine  Jeitung  Nr.  545  vom  20.  Nokre
  t6  "  n  wird  vermöge  seiner
textlichen  und  inhaltlichen  Vorzüge  dauernd  eines  der
gelesensten  unserer  Koloniallitteratur  bleiben.“

tra-Feleisen  des  Würtburger  Stadt.  und  sandbelen
ur.  n  Dezember  1895:  „..  Allen  Kolonialfreunden,
  Allen,  welche  sch  für  fremde  Länder  und  das
Leben  und  Treiben  in  diesen  interessiren,  wird  das
ut  geschriebene  und  viel  umfassende  Buch  ins-Rsonere
  eine  empfehlenswerthe  und  willkommene
  Weihnachtsgabe  darbieten.“

Bestellungen  auf  das  Buch  nehmen  alle  Buchhaudlungen  entgegen,  auf  Wunsch  sendet  es
die  unterzeichnete  Verlagsbuchhaudlung  gegen  Einsendung  des  Betrages  überallhin  poftfrei.

E.  S.  Wiltler  &amp;amp;  Sohn,

Königliche  Hofbuchhandlung.

  

 

 

4%%
        <pb n="667" />
        Sachs-Villatte
Encyklop.  Wörterbuch

der  franz.  und  deutschen  Sprache.

Muret-Sanders

 

Encyklop.  Wörterbuch

der  engl.  und  deutschen  Sprache.

 

·#  Entziehungskuren.

r.  Fromme,
Stellingen  (Hamburg).  (0)

i*“*#--  7
#azls##ast  äö
.E  #son

 

 

 

 

    
   

 

 

A.  Grosse  B.  Hnnd-  und  A.  Grosse  B.  Hand-  und
Ausgabe.  Schul-Ausgabe.  Ausgabe.  Schul-Ausgabe.
—  Teil  l
0.  Auslage.  Tusend  (englisek-deutsch)  Teil  1
Teil  1  hei  1neide  21060  Seiten  (englisch-deutsch)
nebst  Supplement  ((ranz—  1  -  2  äntenget.  -
1050  Seiten  deutech))i  àm  Mark.  gebunden  7.50  Allr
gebunden  142  Ml.  668  8.  nd  ·  —  —
—  —  er#mden  Teil  II  .-.-
  ,50  M  deutsch  -  engliscl  Teil  II
Teil  11  leit  I1  eder  Leil  s  **  (leutsch-englisch)
Seiten  (demschinzeln  1807  in  I./  legt  Ende  1898

 

gebunden  ·  icet  i
2  Mr.  1,50  Mk.  und  licgt  in

2
gebunden  a2  Hr  3  Jahren  kompl.  vor.

R  sertig  vor.

Snuchs-Villatte  und  Muret-Sanders  sind  unter  allen  ähnlichen
Werken  die  neuesten,  reichhultigsten  und  vollständigsten.  Sic  sind
die  cinzigen,  velche  bei  jedem  Worte  angeben:  1.  Ausspruche,
2.  Gross-  und  kKleinsehreibung,  3.  Konzugution  und  Deklination,
4.  Stellung  der  Adjektivn,  5.  Etymologle  etc.

„Sachs-VIIIntte  ist  die  Krone  der  in  Deutschland  erschie
nenen  Wörterbücher.  Selten  hat  ein  Werk  eine  8so  ullgemeine,
viclseitige  und  wohlverdiente  Anerkennung  gefanden,  wic  diesecs
Lexikon.“=  (Wendt,  Encyklopädie,  S.  179,

„NMuret-Sunders  ist  jedenlalls  das  her  vorragendste  Werk  der
heutigen  anglo-germanischen  Lexikographie“.  (Ueber  Lund
zuand  Meer,  Stuttgart,  IIest  12,  1892.)  (1,)

 

 

Langenscheldt’'sche  Verlagsbuchhdlg.,  Berlin  SW.  46,  Kalleschestr.  7.

 

 

 

 

Sökeland-Export-Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  G

Unerreiehto  Haltharkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1½  Juhr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Relse  um  die  Erde  zurleckgelegt  hutten.
Viele  Anszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportauftrüge  erbitten  an  Iar-der.  &amp;amp;  de  Toss,  II##mbieroy  für
das  Inland  E.  Sökelund  &amp;amp;  Sölne,  Berlin  NI.,  oder  Mindsber.

WrPsrtWn—  N“—ttt  ——“—“  —
oE  ?

Röchste  Auszelchnung

 

    
   
 

     
  
  
 
 
 
   
    
   

hlcago  1683.  *5
Uüchste  Auszeichn.  (olpiome
d’lonneur)  Antwerpen  1894.

Fabrik  125
Lochmann'scher
Musikwerke  5
Aktiengesellschaft  "
Leipzig-Gohlis.
Ausschlicssliche  Fabrikantin  dor  ö!r
Symphonions  13
mit  auswechselbaren  Note  7

*

heiben.  (57
Die  Fabrik  ist  in  ihror  Art  dio
Ulteste  und  grösste  der  Welt.

 
  

r

   
   

 

delteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  oxira  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferamen
I  Esslingen.

 

 

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  S8W.,  Kochstraße  68—71.

Betleidung-Besimmungen

 

 

für  die
Secoffiziere,  Offzziere  der  Marincinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenieure,
  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Torpederoffiziere,  Sanitätsoffzziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Scekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen
  Marine,
sowie

Bestimmungen  über  die  Uniform  der
Seeoffiziere  2c.  des  Beurlanbtenstandes,
  zur  Disposition  gestellter
und  verabschiedeter  Offiziere  2c.  der
Marine  und  Bestimmungen  über  das
Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.
Genehmigt  durch  Allerhöchste  Kabinetsberdre

  vom  25.  Mai  1890.
Neudruck  unter  Berücksichtigung  der
bis  Ende  April  1893  ergangenen

-  Abänderungen.
Preis  50  Pfennig.

M.  Hecht,  Görlitz,

Kunsttischlerel  photogr.  Apparnte.
Sperikalttckt:  (#0)
Cameras  #fr  Tropen  In  Teak,

Nahagonl  und  Nussbaum.
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        562

 

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Spezialität:  Pasteurisirte  Weine.

Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,
bekannter  pasteurisirter  Rothweln  in  Exportkleten
Schutzmarke  No.  2203.  (2

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bei  Th.  Dohüer  &amp;amp;  Callenberg,  Gr.  Reichen-Str.  32.

6  —  —

 

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

 

Horltererant  Sr.  Maestde  des  Katsers.—

offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  liefert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—

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III.  Bd.  S18S.  u.  155  Abbüld  **  5.4
-Bd.1  33½  9.

 

 

 

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in  den  deutschen  Kolonien  seit  Wangerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  gurtn  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
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Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

 

 

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        —  564  —

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Am  18.  September:  Keine  Expedition.

Am  20.  September:  P.  D  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,
nach  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Bissac,  Bolama,  Conakry,
Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Grand-  Popo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  25.  September:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  30.  September:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  Oktober:  P.  D.  „Adolph  Woermaun“,  Capt.  Jensen,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernandeo  Po  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Loango.

Am  18.  Oktober:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,

via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruffsque,  Bathurst,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Snerbro.
Nächste  Expedition  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  November.
Alle  Gdeer  muüssen  am  Tage  vor  dem  4dbganpedaftem  bis  12  Uhr  mitfags  Idnssette  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  fiuden  statt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
kR.  P.  D.  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorff  .  .  .  ...  29.  September,
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stal  ...  6.  Oktober,  20.  Oktober,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weiskcgs  ...  27.  Oktober,  10.  November,
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  17.  November,  1.  Dezember,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waanaren  nach

Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  gaten  RHenng
direkt  nach  Derban,  Delagoa-Bai,  Mc#eenga  und  Nosst  B6é.
Naächste  Expedition:  R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson,  am  10.  Oktober  1897.——
Die  Dampfer  Raben  vorzüpliche  Elnrich##ngen  r  Eussaotere  e#n  allen  Klaussen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  6°)

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikenische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
ne  rantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamilichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  —i  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Miültler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
.Ausgegeben  am  15.  Sepkember  1897  um  6  Uhr  nachmiltags.
        <pb n="671" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Holsnial-Ablteilung  des  Auswirlitzen  Amis.

 

VIII.  Jahrgang.  «  Berlin,  IOlktobet1897  Unmut-tm

Die  e  Zeitschrist  ##  gint,  in  der  Regel  am  1.  und  #.  iedes  Monals.  Derselben  werden  *  Sctsken  *  S6  einmal  ueriehährich
erige  „Ween  „M  ungen  von  Forschungeroisenden  Ge  vo  7  aus  don  deuts  n  Dr.  Freih
kel  aen  .  -estessäbrliche  #bbnerpengoprrs  das  #K  Mallbiat,  i.  8  t  beträg!  beim  u  2  d  ch  te  Po  und  pr
u.((„  direkt  unter  Streifband  durch  z  Herlo  Piio  50  x  La#hkohd  und  8  lerteich  ·  kungarn,  k.  3,75  für
mnder  des  Slss3.  —.Einsendungen  und  Unfragen  sind  an  die  3  ofbuchhandlun  e  Oft-Ich  Millee
Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrabe  66—71,  zu  richten.  Gingetragen  in  bar  Zeilungs  rushe  für  1897  unler  Nr.

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Polizeiverordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Togo  für  die  Stadtbezirke
von  k  und  Klein-Popo  S.  565.  —  Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes
Togo  —  Verordnun  betressend  die  die  Einführung  von  eô⅜  und  Munition  in  dbas  südwestafrikanische
S  irb  S  —  Perznn!

Nichtamtlicher  n  eil:  ee  kee  S.  568.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bericht  des  „Forstassessors
v.  Brrssen  *  die  ehfils  Terlone  in  Uhehe  S.  569.  —  eisenscsic  Exvedition  S.  570.  eographisches
570.  —.  Missenschaftliche  Sammlungen  S.  570.  —  Wegebau  in  Ostafrika  571.  —  —  Bericht  über

*  Besuch  bei  dem  Mwellestamm  S.  571.  —  Deutsch-Südwestafrika:  ni  mit  den  Holtentotten
S.  5  em  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  572.  —  Samm-=Seöt
  “sE—“**-  Vorschriften  in  fremden  Kolonien  S.  5773.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Ueber  den  Handel
und  die  allgemeine  Ege  im  Britisch-Centralafrika-Protektorat  S.  1  Schifesubventien  seitens  *  Weichs
S.  576.  —  Jahresbericht  des  österreich=  #ungarischen  Konsulals  in  Sansibar  S.  Litteratu
Schiffsbewegungen  S.  587.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  588.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Perordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

2

 

Polizeiverordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Togo  für  die
Stadtbezirke  von  Lome  und  Klein-Popo.

Auf  Grund  des  Reichsgesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebicte,  und  der
Versügung  des  Reichskanzlers  vom  29.  März  1889  wird  unter  Aufhebung  der  Polizeiverordnung  für
Klein=  Poo  vom  21.  Juni  18917)  verordnet,  was  folgt:

81
Jeder  Hauseigenthümer  oder  Hausmiether  ist  verpflichtet,  in  der  Länge  seines  Grundstückes  die
bereits  angelegten  oder  neu  anzulegenden  Straßen  bis  zur  Mitte  und,  wenn  kein  Gegenüber  vorhanden,
bis  zur  vollen  Breite  zu  befestigen  und  dauernd  in  diesem  Zustande  zu  erhalten.

8  2.
Gras=  und  Strohhäuser  und  sonstige  bauliche  Anlagen  mit  Wänden  oder  Dächern  aus  Gras,
Stroh  oder  ähnlichem  feuergefährlichen  Material  dürfen  in  Zukunft  nicht  mehr  Freichtet  und  Reparaturen
an  den  bestehenden  derartigen  Baulichkeiten  nicht  vorgenommen  werden.  Die  Wände  haben  aus  Stein,
Lehm,  Holz,  Wellblech,  die  Dächer  aus  Wellblech,  Dachpappe,  Dachziegeln  oder  ähnlichem,  weniger  feuergefährlichem
  Material  zu  bestehen.

83
Zäune  aus  Gras  und  Stroh  sind  verboten.  Die  Umzäunungen  haben  aus  Mauern  von  Steln,
Holz  oder  Wellblech,  aus  Staketen  oder  lebenden  Hecken  zu  bestehen.

8  4.
Die  Häuser  bezw.  Grundstücke  sind  straßenweise  mit  fortlaufenden  Nummern  zu  versehen.  Jeder
Handel=  und  Gewerbetreibende  hat  außerdem  an  seinem  Geschäftslokale  ein  Schild  anzubringen,  welches
in  deutscher  Sprache  den  Namen  des  Geschäststreibenden  und  die  Art  des  Geschäftsbetriebes  enthält.

*)  Vergleiche  Deutsche  Kolonial-Gesetzgebung  S.  255.
        <pb n="672" />
        —  566  —

55.
Die  Verrichtung  der  großen  Nothdurft  im  Freien  innerhalb  des  Stadtbezirkes  ist  verboten.  Die
in  den  Häusern  befindlichen  Aborte  sind  jeden  Morgen  vor  6  Uhr  in  die  See  zu  entleeren.

86.
Die  Abfallstoffe  sind  mit  Ausnahme  von  Glas,  welches  mindestens  3  Fuß  tief  vergraben  werden
muß,  täglich  vor  6  Uhr  morgens  in  die  See  abzuführen.

87.
Jeder  Hauseigenthümer  oder  Hausmicther  ist  für  die  Reinhaltung  der  Straßen  in  dem  im  §  1
festgesetzten  Umfange  verantwortlich.  Die  Reinigung  muß  täglich  morgens  vor  6  Uhr  beendet  sein.

86.
Der  Marktplatz  muß  täglich  5  Uhr  nachmittags  von  den  den  Marlt  besuchenden  Händlerinnen
abwechselnd  gereinigt  werden.  Vor  dem  Beginn  der  Reinigung  muß  eine  Besprengung  des  zu  reinigenden
Ortes  mit  Wasser  stattfinden.

89.
Es  ist  verboten,  Schweine,  Schafe  und  Ziegen  im  Stadtbezirke  frei  umherlaufen  zu  lassen.

8  10.
Zur  Abgabe  von  Böllerschüssen  und  Gewehrsalven  bei  Festen  ist  24  Stunden  vorher  die  obrigkeitliche
  Erlaubniß  einzuholen.

8  11.
Zuwiderhandlungen  gegen  die  Bestimmungen  dieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu
boo  Mark,  im  Unvermögensfalle  mit  entsprechender  Freiheitsstrafe  geahndet.  Der  Amtsvorsteher  von
Klein-Popo  ist  berechtigt,  Geldstrafen  bis  zu  100  Mark  zu  verhängen.

8  12.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  September  d.  Is.  in  Kraft.  Die  erstmalige  Herstellung  der
in  den  88  1,  3  und  4  genannten  Anlagen  muß  am  1.  Dezember  d.  Is.  vollendet  sein.
Lome,  den  22.  August  1897.

Der  stellvertretende  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  (gez.)  Dr.  Gleim.

Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes  Togo.
Für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes  Togo  sind  zu  Beisitzern  für  das  Jahr  1897
ernannt  worden:
die  Herren  Hauptagent  Lüdemann  und  Schneider;
zu  stellvertretenden  Beisitzern:
die  Herren  Regierungsarzt  Dr.  Doering,  Pater  Arandt  und  Hauptagent  Aßmann.

Auf  Grund  des  §  11  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen  Schutzgebieten,
  vom  15.  März  1888  wird  für  den  Umfang  des  südwestafrikanischen  Schubgebietes  verordnet,
was  folgt:

Verordnung,  betreffend  die  Einführung  von  Feuerwassen  und  Munition.

81.
Die  Einführung  von  Feuerwaffen,  Munition  oder  Pulver  jeder  Art  sowie  der  Handel  damit  ist
nur  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  gestattet.

8  2.

Auf  Grund  eines  schriftlichen  von  der  zuständigen  Bezirkshauptmannschaft  auszustellenden  Erlaubnißscheines
  kann  Nichteingeborenen  die  Erlaubniß  zur  Einführung  von  Feuerwaffen  und  Munitlon  zum  elgenen
Gebrauch  gestattet  werden,  sofern  sie  hinreichende  Sicherheit  dafür  gewähren,  daß  sie  dieselben  nicht  an
Dritte  vergeben  oder  verkaufen  werden.

§63.
Die  Beamten  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  sowie  die  Offiziere  und  europäischen  Mitglieder
  der  Schuhtruppe  bedürsen  zur  Einführung  von  Waffen  und  Munition,  insoweit  sie  zum  eigenen
Gebrauch  bestimmt  sind  oder  zur  dienstlichen  Ausrüstung  gehören,  keines  Erlaubnißscheines.
        <pb n="673" />
        —  567  —

84.
Zur  Weitergabe  von  Waffen  und  Munition  sowohl  an  Nichteingeborene  wie  an  Eingeborene  durch
Kauf,  Tausch,  Schenkung  oder  in  sonst  einer  Weise  bedarf  es  der  behördlichen  Genehmigung.

5  5.
Die  seitens  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  ertheilte  Erlaubniß  zur  Einführung  von  Feuerwaffen
  jeder  Art  befreit  nicht  von  der  Verpflichtung,  in  jedem  einzelnen  Falle  den  festgesetzten  Einfuhrzoll
zu  entrichten.

86.
Jede  eingeführte  Feuerwaffe,  welche  nicht  zur  dienstlichen  Ausrüstung  der  im  §  2  bezeichneten
Personen  gehört,  muß  abgestempelt  und  in  ein  von  der  Polizeibehörde  geführtes  Register  eingetragen  werden.

§5  7.

Auf  Grund  der  Eintragung  ist  dem  Besitzer  ein  Erlaubnißschein  auszustellen,  welcher  den  Stempel
der  Waffe  und  den  Namen  der  zum  Tragen  berechtigten  Person  enthalten  muß.

Der  Erlaubnißschein  hat  fünf  Jahre  vom  Tage  der  Ausstellung  ab  Gültigkeit  und  kann  dann
erneuert  werden.

Jeder  Träger  einer  Feuerwaffe  ist  verpflichtet,  den  Erlaubnißschein  mit  sich  zu  führen  und  auf
Verlangen  den  Polizelorganen  vorzuzeigen.  -

Im  Falle  erwiesenen  Mißbrauchs  kann  der  Erlaubnißschein  ganz  oder  auf  Zeit  entzogen  werden.

88.
Für  den  Erlaubnißschein  ist  bei  der  erstmaligen  Ausfertigung  eine  Gebühr  von  5  Mark,  bei  jeder
Erneuerung  eine  solche  von  3  Mark  zu  zahlen.  Verloren  gegangene  Erlaubnißscheine  werden  gegen  Entrichtung
  einer  Gebühr  von  1  Mark  neu  ausgefertigt.

§5  9.
Auch  von  den  Beamten  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  und  den  Angehörigen  der  Kaiserlichen
  Schutztruppe  sind  für  die  nicht  zu  ihrer  dienstlichen  Ausrüstung  gehörenden  Feuerwaffen  Erlaubnißscheine
  zu  lösen  und  die  vorgeschriebenen  Gebühren  zu  entrichten.

8  10.

Alle  Personen,  welche  sich  bereits  im  Besitze  von  Feuerwaffen  befinden,  haben  spätestens  drei
Monate  vom  Tage  des  Inkrafttretens  dieser  Verordnung  ab  bei  der  Polizeibehörde  die  Stempelung  der
Waffe  und  Ausstellung  des  Erlaubnißscheines,  welche  in  diesem  Falle  kostenfrei  erfolgt,  zu  beantragen.

Nach  diesem  Zeitraum  bis  zum  Ablauf  von  weiteren  drei  Monaten  ist  hierfür  die  im  9  8  vorgeschriebene
  Gebühr  von  5  Mark  zu  entrichten.  Werden  nach  Ablauf  dieses  Termins  noch  ungestempelte
Feuerwaffen  im  Besitze  von  Weißen  oder  Eingeborenen  gefunden,  so  tritt  Bestrafung  gemäß  §  13  ein.

Durch  Verfügung  des  Landeshauptmanns  können  diese  Fristen  aus  triftigen  Gründen  für  einzelne
Theile  des  Schutzgebietes  verlängert  werden.

8  11.
Die  Eingeborenen-Kapitäne  haften  mit  ihrem  Jahresgehalte  für  die  Befolgung  dieser  Verordnung
seitens  ihrer  Stammesangehörigen  sowie  für  die  Eintreibung  der  auf  Grund  derselben  festgesetzten  Strafen.

s  12.
Die  Regierungs-Verkaufsstellen  für  Waffen  und  Munition  werden  durch  Verfügung  des  Kaiserlichen
  Landeshauptmanns  bestimmt,  welcher  auch  die  zur  Ausführung  der  Verordnung  erforderlichen  Vorschriften
  zu  erlassen  hat.

8  13.

Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden,  soweit  nicht  nach  den  Strasgesetzen  eine
höhere  Strafe  verwirkt  ist,  mit  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  oder  mit  Geldstrafe  bis  zu  5000  Mark,
allein  oder  in  Verbindung  miteinander  bestraft.  Die  Feuerwaffen,  die  Munition  und  das  Pulver,  welche
Gegenstand  der  Zuwiderhandlung  sind,  unterliegen  der  Einziehung.  ·

Die  Verordnung  tritt  am  1.  Januar  i88  Kraft.
Windhoek,  den  29.  März  1897.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  (gez.)  Leutwein.
        <pb n="674" />
        —  568  —

Personalien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  früheren  Präsidenten  der

Munizipalität  in  Apia  Schmidt-Dargitz  zum  Wirklichen  Legatlonsrath  und  vortragenden  Rath  in  der
Kolouial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  zu  ernennen.

Dem  Signalmatrosen  Behr  in  Swakopmund  ist  die  Annahme  und  Anlegung  der  ihm  von  Seiner
Majestät  dem  König  von  Schweden  und  Norwegen  verllehenen  Rettungsmedaille  3.  Klasse  Allerhöchst
erthellt  worden.

Kaiserliche  Schutgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  20.  September  1897.

Baumstark,  Sekondlieutenant  vom  Feldartillerie-Regiment  Nr.  38,  mit  dem  21.  September  d.  Is.  aus
dem  Heere  ausgeschieden  und  gleichzeitig  in  der  Schutztruppe  als  Sekondlieutenant  mit  seinem
bisherigen  Patent  angestellt.

A.  K.  O.  vom  22.  September  1897.

Llebert,  Generalmajor  à  la  suite  der  Schutztruppe  und  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika,  die  Funktionen

des  Kommandeurs  der  Schutztruppe  bis  auf  Weiteres  übertragen.
A.  K.  O.  vom  26.  September  1897.

Kalb,  Sekondlieutenant  a.  D.,  bisher  vom  Königlich  Bayerischen  6.  Chevaulegers-Regiment  Prinz  Albrecht
von  Preußen,  mit  dem  22.  September  d.  Is.  als  Sekondlieutenant  mit  einem  Patent  vom
13.  Juni  1892  in  der  Schutztruppe  angestellt.

Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  22.  September  1897.

Frhr.  v.  Stein  zu  Lausniß,  Premierlieutenant,  das  Gesuch  um  Belassung  bei  der  Schutztruppe  auf
weitere  drei  Jahre  genehmigt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  den  nachbenannten  Angehörigen
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Stabsarzt  Dr.  Eggel;
den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:  dem  Premierlieutenant  Glauning,  dem
Sekondlieutenant  Stadlbaur  und  dem  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Stierling;
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:  dem  Unteroffizier  Kersten.

«  SeineMajestätderKaifernndKönighabeaAllergnädlgstgeruht,dennachbenauntenfarbigen
Angehörigen  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen:
die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  in  Gold:  dem  Sol  Mursal  Abdel-Hadi;
die  Krleger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  in  Silber:  den  Schauschs  Boboscho,  Said  bin  Abdalla,
Risgalla  Mohamed,  Mussa  Ali,  den  Askaris  Alagabo  Donado,  Abdalla  Senab  und
den  Sols  Selim  Daut,  Ramassan  und  Murgan  Selim.

 

VVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

 

 

achrrichte  An  seiner  Stelle  hat  der  Postassistent  F.  G.  Krüger
F#e—  onafri#  n.  die  Reise  nach  Dar-es-Saläm  angetreten.
Der  Ober-Telegraphenassistent  Preuß  in  Dar-  Als  Ersatz#  für  den  verstorbenen  Bauleiter  beim

i  ·  iserlichen  Gouvernement  Gerlach  ist  der  Architekt
es-Saläm  kehrt  nach  einem  mehr  als  fünfjährigen  Kaiser
Aufenthalt  im  Schutzgebiete  nach  Deutschland  zurück.  Uhlig  nach  Dar-zes-Saläm  abgereist.
        <pb n="675" />
        Ramerun.
Der  Gerichtsassessor  Horn  und  der  Baumeister
Drees  sind  Anfang  August  in  Kamerun  eingetroffen.

 

Der  Postsekretär  Schmidt  ist  nach  Deutschland
zurückgekehrt.  Der  an  seine  Stelle  gesandte  Postpraktikant
  Völker  ist  Anfang  August  dort  eingetroffen.


 

Der  Wegebauer  Hemmerle  begiebt  sich  nach
Kamerun.

 

569

—

Cogo.
Lieutenant  Plehn  vom  reitenden  Feldjägerkorps,
welcher  der  Station  Misahöhe  zwei  Jahre  vorgestanden
  hat,  ist  nach  Deutschland  zurückgekehrt.

 

Lüdwestafrika.
Die  Vorsteherin  der  Eingeborenenschule  in  Windhoek
  Schwester  Marianne  Boler  kehrt  im  November
nach  Südwestafrika  zurück.

Machrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-DPflafrika.
Leber  die  Utsbungweberge  in  Udebe
berichtet  Forstassessor  v.  Bruchhausen  aus  Iringa
den  3.  August  1897  Folgendes:

Das  für  Ansiedelungen  in  Uhehe  in  erster  Linie
in  Betracht  kommende  Gebiet  liegt  südlich  der  Station
Iringa  und  umfaßt  die  sogenannten  Utshungweberge
mitsammt  den  Vorbergen  und  eventuell  noch  einen
großen  Theil  des  Landes  östlich  des  kleinen  Ruaha
bis  zum  Gebirgsrande.  Dieser  ganze  Komplex,  der
nach  Abzug  der  schlechten,  nicht  in  Frage  kommenden
Landstriche,  etwa  10  000  qkm  beträgk,  läßt  sich  in
drei  Zonen  zerlegen,  von  denen  die  erste  die  unendlichen
  Grasflächen,  die  zweite  den  Uebergang  von
diesen  Grasflächen  zum  Buschwald  und  die  dritte
und  Hauptzone  den  Buschwald  selbst  umfaßt.  Alle
drei  Theile  zeichnen  sich  ganz  besonders  dadurch  aus,
daß  fast  nirgendwo  schroffe  Felswände  und  steile
Hänge  vorhanden  sind,  sondern  die  zahlreich  aneinander
  gereihten  Hügel  bezw.  Berge  sanft  ansteigen
und  fallen,  so  daß  ein  Bebauen  derselben  auch  mit
dem  Pfluge  stets  möglich  sein  wird.  Dieses  letztere
wird  noch  dadurch  erleichtert,  daß  das  durchweg  aus
Granit  bestehende  Urgestein  nur  selten  kompakt  zu
Tage  tritt  und  kleinere  Steinbrocken  wenig  im  Boden
vorhanden  sind.

Einen  besonderen  Charakter  erhalten  die  Berge,
insbesondere  die  Vorberge,  durch  das  Vorhandensein
zahlreicher  kleiner  Schluchten,  aus  denen  vielfach
Quellen  entspringen.  Ein  Wasserreichthum  herrscht
überhaupt  in  dem  ganzen  Gebiete,  wie  er  wohl  selten
wieder  in  einem  Gebirge  unserer  Kolonie  zu  finden
sein  wird.  In  jedem  Thal  und  jeder  Senkung,  an
den  Berghängen  2c.  ist  frisches  klares  Wasser  vorhanden,
  das  ohne  Gefahr  für  Erkrankungen  gelrunken
werden  kann.  Die  Temperatur  desselben  betrug
durchschnittlich  15°  Celsius.  Das  Klima  ist  bei  der
Höhenlage,  1500  bis  2000  m  über  dem  Meere,  ein
vollständig  europäisches,  erfrischendes,  oft  sogar
empfindlich  kaltes.  Zur  Zeit  unserer  Anwesenheit

 

zeigte  das  Thermometer  häufig  morgens  eine  Temperatur
  von  unter  10°  Celsius  an.  Fieberanfülle
dürften  bei  dieser  Höhenlage  ausgeschlossen  sein,  zumal
  wenn  etwa  bei  den  Niederlassungen  vorhandene
Sumpfbildungen  entwässert  werden.  Dle  nur  einmal
im  Jahre,  von  November  bis  Anfang  Mai,  eintretende
  Regenzcit  bildet  zugleich  auch  die  warme
Jahreszeit,  worauf  alsdann  die  kalte  von  Mai  bis
November  folgt.  Es  regnet  jedoch,  wie  wir  selber
zu  konstatiren  Gelegenheit  hatten,  in  den  Bergen
auch  außerhalb  der  Regenzeit,  nach  den  Aussagen  der
in  Uhehe  lebenden  Europäer  das  ganze  Jahr  über.
Nebelbildungen  scheinen  häufig  zu  sein.

Der  Boden  der  ersten  Zone  besteht  nun  aus  sehr
tesgründigem,  heller  und  dunkler,  bisweilen  ziegelroth
gefärbtem  Laterit.  In  geringer  Tiefe  kann  derselbe
als  frisch  bezeichuct  werden.  Die  eigentliche  Humusschicht
  ist,  wie  bei  fast  allen  hiesigen  Böden,  unbedeutend.
  Leider  ist  hierselbst  auch  die  Unsitte  des
Abbrennens  des  alten  Grases  arg  vertreten,  ohne
daß  es  vorläufig  auch  nur  im  entferntesten  möglich
sein  wird,  derselben  energisch  entgegenzutreten.  Der
Boden  wird  infolgedessen  eines  Theiles  seiner  besten
Kräfte  beraubt  und  überzieht  sich  mit  einer  harten
Decke.  Im  Gegensatz  zu  den  auf  unserer  Reise  fast
nur  beobachteten  schilfähnlichen  Hochgräsern  findet  sich
hier  ein  kurzes,  saftiges,  dicht  stehendes  Gras,  das
vom  Vieh  gerne  gefressen  wird.  Baumarten  sind
fast  gar  nicht  vertreten,  nur  an  den  vor  den  Winden
geschützten  Stellen,  wie  z.  B.  in  den  Schluchten,  befinden
  sich  krüppelwüchsige  Stämme.  Diese  ungeheueren
  Weldeflächen  sind  wie  geschaffen  zur  Viehzucht
im  größten  Maßstabe,  wenngleich  andererseits  die
besichtigten,  nur  einzeln  vorkommenden,  mit  Mais,
Uleri,  Viarl,  Bohnen,  Erbsen,  Kürbissen,  Tomaten,
Tabak,  Hanf  2c.  bestandenen  Schamben  keinen  Zweifel
an  einem  guten  Gedeihen  der  Feldfrüchte  aller  Art
auskommen  lassen.

Die  zweite  Zone  zeigt,  wie  erwähnt,  den  Uebergang
  von  den  Grasflächen  zum  Buschland,  indem
einzelne  Bäume,  insbesondere  kleine  Buschrondels,  sich
        <pb n="676" />
        einfinden  und  der  Adlerfarn  in  oft  dichtem  Stande
ganze  Berghänge  bedeckt.  Der  ebenfalls  sehr  tiefgründige
  und  frische  anlehmige  Boden  ist  von  dunkler
Beschaffenheit  und  zum  Theil  für  hiesige  Verhältnisse
auffallend  humos.  Er  dürfte  mit  dem  der  dritten
Zone  von  einer  ganz  hervorragend  guten  Beschaffenheit
  sein.  Der  Boden  dieser  letzteren  weist  verschiedene
  Schattirungen  auf,  ist  aber  zumeist  dunkel  und
anscheinend  sehr  kräftig.  Von  den  Eingeborenen
waren  vor  Allem  die  Gipfel  der  Berge  bebaut,  doch
ist  auch  guter  schwerer  Schwemmboden  in  den  Thälern
  vorhanden.

In  dieser  dritten  und  Hauptzone  herrscht  eine
üppige  Vegetation,  Blumen  und  Sträucher,  Farne  und
Bäume  wetteifern  um  den  Platz  und  bilden  im  Verein
  mit  den  dazwischen  befindlichen  dornigen  Rankengewächsen
  —  unter  denen  die  Brombeere  an  die  Heimath
erinnert  —  und  Lianen  eine  fast  undurchdringliche
Hecke.  Merkwürdig  stechen  bisweilen  ganze  Hänge  mit
Bambus  bestanden  mit  ihrem  matten  Grün  von  der
Umgebung  ab,  ein  werthvolles  Material  für  Häuserbauten
  2c.  liefernd.  Waldungen  von  irgend  einer
Bedeutung  waren  in  diesem  bereisten  Gebiete  nicht
vorhanden.  Alles  zeigte  mehr  den  Charakter  des
Niederwaldes.  Die  vorhandenen  Akazien  und  Baumarten,
  die  noch  an  der  Küste  näher  zu  bestimmen
sind,  überschreiten  selten  die  Höhe  von  10  m  und
den  Durchmesser  von  25  cm.  Doch  scheinen  einzelne
Arten,  bei  denen  das  Holz  engringig  und  hart  war,
für  Banzwecke  gut  verwendbar  zu  sein.

Erdproben  dieser  drel  Zonen  werden  zur  näheren
Untersuchung  nach  Berlin  gesandt  werden.

Nach  den  allerdings  erst  kurzen  Erfahrungen  der
Station  und  Mission  Iringa  müssen  die  gesammten
europäischen  Getreide=  und  Gemüsearten  hervorragend
gut  gedeihen  und  sich  zwei  Ernten  im  Jahre  erzlelen
  lassen.

Das  Vieh  ist  von  großem,  kräftigem  Schlage.
Schon  jetzt  werden  größere  Viehherden  von  Unternehmern
  mit  geringen  Unkosten  zur  Küste  getrieben
und  ein  guter  Ertrag  erzielt,  da  das  hierselbst  etwa
22  Rupien  kostende  Stück  Rindvieh  an  der  Küste  zu
dem  doppelten  Preise  verkauft  werden  soll.  «

Infolge  der  Schiffbarkeit  des  Rufiyi,  Ulanga  und
des  unteren  Theiles  des  Kikami  ist  eine  Wasserstraße
vorhanden,  die  es  gestattet,  mit  Ausnahme  einer  kurzen
Strecke  bis  zu  dem  südlichsten  Theile  des  in  Frage
kommenden  Gebietes,  nämlich  bis  Perondo,  zu  Schiff
zu  gelangen,  sobald  nur  ein  kleiner  Dampfer  vor
und  einer  hinter  den  Panganifällen  des  Rufiyi  vorhanden
  ist.

 

Wissenschaftliche  Expedition.

Zur  Erforschung  einer  bösartigen  Krankheit  unter
den  Eingeborenen  im  Gebiet  von  Kisiba,  nördlich
von  Bukoba  am  Viktoria-Nyanza,  wird  seitens  des
Kaiserlichen  Gouvernements  eine  Expedition  unter
Stabsarzt  Dr.  Zupißa,  der  zwei  Jahre  am  Viktoria=570



 

Ahanza  stationirt  war  und  während  der  Anwesenheit
des  Geheimraths  Dr.  Koch  in  Dar-zes-Saläm  diesem
bei  seinen  Arbeiten  behülflich  gewesen  ist,  entsandt
werden.

 

Geographisches.

Hauptmann  Herrmann  hat  den  Bukumbi-Golf
am  Südende  des  Nyanza  und  die  Jusel  Ukerewe
triangulirt.

Die  Aufnahmen  sind  in  Berlin  eingetroffen  und
werden  hier  bei  der  großen  Karte  von  Ostafrika
Verwendung  finden.

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  zu
Berlin  ist  eine  von  Dr.  Fülleborn  in  Lindi  zusammengebrachte
  Naturaliensammlung  zugegangen.

Die  Sendung  enthielt:  -

6  Säugethiere  in  Alkohol,  9  Bälge  zum  Theil

mit  Schädeln,

7  Vogelbälge,

150  Laubfrösche,  etwa  40  Eidechsen,  einige  Schlangen
und  Schildkröten,

31  Orthopteren,

41  Hemipteren,

20  Raupen  und  Puppen,  zum  Theil  in  Spiritus,
zum  Theil  genadelt  und  in  Düten,

30  Coleopteren  und  einige  Larven,

9  Myriapoden  in  Spiritus,

2  Ameisen  in  Spiritus,

1  Schlupfwespe  in  Spiritus,  Biologie  einer

Belonogaster,

1  Nest  einer  Wespe,

86  trockene  Hymenopteren,
10  Landschnecken  in  Spiritus,

etwa  60  Spinnen,

1  Skorpion,

eine  Anzahl  Pentastomum  aus  Python,

2  Krebse  und

Nematoden  aus  Python  sp.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut,  ihr  wissenschaftlicher
  Werth  zum  Theil  bedeutend;  namentlich
in  Betreff  der  Säugethiere  ist  durch  diese  Sendung
die  Kenntniß  der  Thierwelt  von  Deutsch-Ostafrika
wesentlich  bereichert  worden.  Von  den  Vögeln  waren
zwei  Kuckucke  ihrer  ungewöhnlichen  Färbung  wegen
von  Werth,  während  unter  den  Laubfröschen  sich  eine
bisher  unbekannte  Rappienform  befand.  Unter  den
Coleopteren  war  eine  kleine  Anzahl  Arten,  dle  im
Museum  noch  nicht  vorhanden  und  anscheinend  neu
sind,  auch  unter  den  Hymenopteren  und  Myriapoden
finden  sich  einige  seltenere,  vielleicht  neue  Arten.

Die  Spinnen  enthlelten  außer  bekannten  auch
seltene  Attus=  und  einige  neue  Arten.  Die  eingesandten
  Krebse  waren  für  das  Museum  neu;  der
wissenschaftliche  Werlh  der  Nematoden  ist  ein  großer.
        <pb n="677" />
        Wegebau  in  Ostafrika.

Wle  aus  Dar-es-Saläm  berichtet  wird,  ist  eine
Kompagnie  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  damit  beschäftigt,
  die  von  Dar-es-Saläm  nach  der  Mission
Kisserave  führende  Straße  auszubauen  und  auf
Kisaki  zu  verlängern.

RnRamerun.
Leber  einen  Besuch  bei  dem  Mwellestamm

berichtet  der  Stationschef  von  Yaunde  Premierlientenant
  v.  Carnap  unter  dem  12.  Juli  d.  Js.:

Ich  hatte  am  Sanaga  Gelegenheit  gefunden,  mit
dem  in  Richtung  Nordost  von  der  Station  wohnenden
  Mwellestamme  in  Berührung  zu  treten.

Bisher  hatte  sich  dieser  Stamm  der  Station
gegenüber  fremd  verhalten  und  das  Gebiet  desselben
war  von  weißen  Leuten  noch  nicht  betreten  worden.
Nach  Aussage  von  schwarzen  Händlern  sollte  das
Land  ungemein  reich  an  Elfenbein  und  Gummi  sein,
ebenso  stark  bevölkert  und  von  einem  Oberhaupt
regiert  werden.  Für  die  trockene  Zeit,  Juli  bis
August,  hatte  ich  daher  eine  Reise  dorthin  geplant
und  meinen  Besuch  dem  Oberhäuptling  in  seiner
Stadt  bereits  angekündigt.

Am  21.  Juni  brach  ich  mit  der  Expedition  auf.
Aus  politischen  Gründen  beabsichtigte  ich  von  Norden
kommend  durch  das  Mwelle=  und  Banegebiet  zu
marschiren.  In  Kuledorf  rastete  ich  einen  Tag,  um
die  Unterkunftsräume  hier  und  in  Ewuna  fertigzustellen,
  was  nunmehr  geschehen  ist.  In  Kuledorf
traf  mich  eine  Botschaft  des  Häuptlings  Na,  bei  dem
ich  am  25.  Juni  anlangte.

Bei  Na-Tibati  traf  ich  Boten  der  Mwelle,  die
mich  in  die  Stadt  des  Oberhäuptlings  führen  sollten.
Meine  Absicht,  von  Mango  aus  nach  Süden  zu
gehen,  gab  ich  auf,  da  in  Mango  die  Pocken  stark
herrschten,  und  so  marschirte  ich  von  Na  in  Süd
und  Südost  und  dann  vier  Tage  in  Ost.  Das
ganze  durchzogene  Gebiet  ist  ungemein  wellig,  einige
kleinere,  aber  recht  hohe  Berge  liegen  vereinzelt.
Einen  rechten  Zusammenhang  der  Gebirgsformen
konnte  ich  noch  nicht  feststellen.  Strichweise  zieht
sich  dichter  Urwald  an  den  Bergabhängen  und  in
den  Thälern  entlang.  Sumpfige  Stellen  sind  häufig
zu  passiren,  kleine  Bäche  zu  durchwaten.  Zur  Zeit
war  noch  viel  Wasser  und  Sumpf  im  Lande.

Große  Quantitäten  Gummi  harren  der  Ausbeutung,
  und  der  Urwald,  der  Sumpf  und  das  hohe
Gras  bilden  einen  Versteck  für  Elefanten  und  Büffel.

Die  Mwelle  sind  ein  fleißiges,  friedliebendes  Volk,
das  uns  von  selbst  keinerlei  Schwierigkeiten  bereiten
wird.  Ihr  Sinn  für  Familienleben  und  Zusammengehörigkeit
  erregte  meine  Bewunderung.  Einen  Fetisch
haben  sie  nicht,  gewisse  Stammesgesetze  sind  ihnen
dagegen  vorgeschrieben.  Jagd  ist  die  Hauptbeschäftigung
  der  Männer,  ihre  Beute  an  Elfenbein  wurde

571

 

–

bisher  von  Haussas  nach  Norden  gehandelt.  Große
Farmen  von  Mais  werden  von  Weibern  bebaut.
Als  Getränk  dient  ihnen  der  Saft  der  Bambuspalme
Raphia  spinosa.  Der  Oberhäuptling  Zimekoa  (das
heißt  Erde  mit  Stein),  ein  Mann  von  etwa  45  Jahren,
verlor  bald  alle  Scheu,  ohne,  wie  auch  sein  Volk,
irgendwie  zudringlich  zu  werden.  Er  ist  seinem
Vater  Gulbeöa  1894  in  der  Regierung  gefolgt.
Seine  Macht  liegt  in  dem  Befehl,  „nicht  in  die
Sonne  sehen  zu  dürfen“,  und  konnte  ich  seine  Scheu
vor  derselben  beobachten.  Die  Verpflegung  für  die
Expedition  wurde  fertig  zubereitet  und  war  recht
reichlich;  die  Kosten  an  Trägerlöhnen  und  Geschenken
werden  durch  Elfenbein  gedeckt,  sogar  wird  wieder
ein  Ueberschuß  erzielt  werden.  Drei  Tage  blieb  ich
in  Zimekoa,  dann  trat  ich  den  Marsch  in  Richtung
nach  Süden  an,  um  noch  andere  Plätze  kennen  zu
lernen.  Ueberall  fand  die  Expedition  freundliche
Aufnahme.

Am  9.  Juli  traf  ich  in  der  sechs  Stunden  südöstlich
  der  Stalion  gelegenen  Landschaft  Banc  ein,
von  da  marschirte  ich  zur  Station  zurück,  die  ich  in
bester  Ordnung  vorfand.

Nach  Vereinbarung  mit  dem  Oberhäuptling  der
Mwelle  und  seinen  Häuptlingen  in  den  von  mir
durchzogenen  Gebieten  ist  mit  dem  Bau  elnes  direkten
  Weges  bereits  begonnen  worden,  die  Station  hat
am  heutigen  Tage  den  Vorarbeiter  Johannbette
beauftragt,  den  Wegebau  zu  beaufsichtigen  und  zu
leiten.  Nach  Fertigstellung  werde  ich  mich  selbst  an
Ort  und  Stelle  begeben,  und  steht  zu  erwarten,  daß
den  Kaufleuten  durch  den  Verkehr  mit  den  Mwelle
sich  binnen  ganz  Kurzem  ein  großes  Handelsfeld
öffnen  wird.

Den  hiesigen  Faktoreien  habe  ich  die  Wünsche
der  Mwelle  bereits  bekannt  gegeben  und  empfohlen,
sich  durch  Lieferung  guter  Waaren  das  Handelsgebiet
  zu  sichern.  ·

Die  Häuptlinge  haben  sich  auch  bereit  erklärt,
Arbeiter  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  zu  stellen,
und  bin  ich  bemüht,  solche  baldmöglichst  an  Herrn
Bezirksamtmann  v.  Oertzen  zu  überweisen.

Während  meiner  drelwöchentlichen  Reise  habe  ich
sehr  viele  Träger  vom  Sanagagebiet  gehabt,  die  sich
durchweg  vorzüglich  benahmen,  doch  war  anfangs
Geduld  nöthig,  die  ich  auch  für  die  von  mir  zugehenden
  Arbeiter  empfehlen  möchte,  wenn  dauernd
Arbeiter  gewünscht  werden  sollten.

Eine  Karawane  mit  Elfenbein  und  Gummi
ist  bereits  hier  eingetroffen.

 

Deutsch-Südwestafrika.
Susammenstöße  mit  den  Hottentotten.

Am  5.  Juli  und  2.  August  d.  Is.  haben  im
südwestafrikanischen  Schußgebiete  in  der  Nähe  des
Orangeflusses  zwischen  Theilen  der  Schutztruppe  und
        <pb n="678" />
        —  572  —

räuberischen  Hottentotten  Zusammenstöße  stattgefunden,
bei  denen  die  Truppe  folgende  Verluste  erlitten  hat:

1.  am  5.  Juli:  todt:  Gefreiter  Serafin  und

Reiter  Reuter;

2.  am  2.  August:  todt:  Sekondlientenant  v.  Altrock,
  Reiter  Ewest;  schwer  verwundet:  Sekondlieutenant
  Helm,  Reiter  Seufert,  Reiter
Ammersinn  sowie  ein  Eingeborener.

RAus  dem  Pereiche  der  Missionen  und
der  Mnkisklaverei-Bewegung.

Missionar  Riechmann  von  der  Rheinischen
Missionsgesellschaft  hat  eine  neue  Filiale  bei  dem
Kapitän  der  Topnaar-Hottentotten,  Jan  Uichamab
in  Zesfontein,  70  Fahrstunden  von  seiner  Station
Franzfontein  entfernt,  angelegt;  Nikodemus  Kido
wurde  dort  als  Lehrer  stationirt.  "

 

Am  8.  Juli  sind  die  Missionare  Nauhaus  und
Schumann  von  der  Berliner  evangelischen  Missionsgesellschaft
  aus  Jkombe  am  Nordende  des  Nyassa  in
der  Heimath  angelangt.

Wie  die  „Kirchlichen  Mittheilungen  aus  Nord-Amerika,
  Australien  und  Neu-Guinea“  melden,  hat
Missionskandidat  Held  am  21.  September  von  Genua
aus  die  Reise  nach  Neu-Guinea  angetreten.  Zugleich
mit  ihm  sollte  die  Braut  des  Missionars  Hoh,
Fräulein  Else  Fritz  aus  Regensburg,  die  bisher  als
Gehülfin  im  Dettelsauer  Magdalenium  beschäftigt
war,  dorthin  abreisen;  eine  welbliche  Kraft  soll  in
Simbang  durchaus  nothwendig  sein.

 

Dem  Jahresbericht  über  das  Missionswerk  der
Brüdergemeinde  vom  Juli  1896  bis  Juli  1697
entnehmen  wir  Folgendes:

Deutsch-Ostafrika  (Nyassagebiet).  Unsere  herzliche
  Theilnahme  erweckte  der  Heimgang  unserer  verheiratheten
  Schwester  Häfner,  geb.  Jepsen.  Am
7.  Februar  d.  Is.  ist  der  Erstling  auf  dieser  Mission
getauft  worden.  Seitdem  sind  noch  einige  gefolgt
und  eine  Anzahl  stehen  im  Taufunterricht.  «

Da  Missionar  Häfner  nach  dem  Heimgang
seiner  Frau  nicht  allein  in  Ipiana  bleiben  konnte,
so  ist  Missionar  Meyer  mit  seiner  Familie  dahin
gezogen,  während  Missionar  Häfner  dem  Missionar
Bachmann  zur  Hülfe  nach  Rungue  versetzt  worden
ist.  In  Rutenganio  hat  Missionar  Bachmann  den
Bau  der  Station  ziemlich  vollendet.

Fraglich  ist  die  Zukunft  der  Station  Utengule.
Auf  Veranlassung  der  deutschen  Beamten  hat  Merere
Utengule  verlassen;  noch  ist  aber  nicht  sicher,  ob  er
mit  seinem  Stamm,  den  Sango,  seine  alte  Hauptstadt
  wieder  besetzen  oder  wo  anders  sich  ansiedeln
will.  Vielleicht  werden  die  bisher  von  ihm  unterdrückten
  Sasua  nun  in  Utengule  sich  wieder  festsetzen

 

können.  Wir  wünschen  sehr,  diese  Station  aufrecht
erhalten  zu  können,  sind  uns  aber  darüber  noch  nicht
klar,  ob  wir  auch  dem  Merere  an  seinen  neuen
Wohnort  folgen  können  und  sollen.

Wie  unseren  Missionsfreunden  seinerzeit  mitgetheilt
  worden  ist,  hat  die  Brüdergemeinde  auf  die
Bitte  der  London  Missionary  Sociely  hin  die  Station
in  Urambo  in  Unyamwesi,  von  jener  Gesellschaft
angelegt,  übernommen.  Es  sind  drei  Brüder  dahin
berufen  worden.

Wie  die  „Mariemonatshefte“  melden,  hat  die
Mission  vom  heiligen  Herzen  Jesu  eine  neue  Station
zu  Wunamärita  in  der  Landschaft  Baining  (Nordwestecke
  der  Gazellehalbinsel  auf  Neupommern)  gegründet.
  P.  Rascher  leitete  die  ersten  Arbeiten
zum  Bau  eines  Haufes.

Wie  die  „Missionsblätter"“  melden,  sind  die
Grenzen  der  apostolischen  Präfektur  Südsansibar
durch  Dekret  der  Propaganda  in  der  Weise  erweitert
worden,  daß  sie  mit  den  Grenzen  der  deutschen  Besitzungen
  im  Süden  gegen  die  portugiesischen  Besitzungen
  zusammenfallen;  demnach  ist  der  Präfektur
ein  doppeltes  Gebiet  hinzugefügt.  Das  eine  ist  die
Landschaft  Magwangwara,  im  Westen  begrenzt  vom
Nyassasee,  im  Norden  vom  10.  Grad  südl.  Br.,  im
Osten  von  einer  geraden  Linie  vom  ebengenannten
10.  Grad  bei  Mesule  bis  zur  Mündung  des  Flusses
Lujenda  in  den  Fluß  Rovuma,  im  Süden  von  der
gegenwärtigen  Grenze  der  deutschen  und  portugiesischen
  Besitzungen.  Das  andere  Gebiet  an  der
Mündung  des  Flusses  Rovuma  dehnt  sich  zwischen
diesem  Flusse,  dem  Meere  bis  zum  Kap  Delgado
und  dem  Breitengrad,  der  dieses  Vorgebirge  berührt,
bis  zum  Rovuma  aus.

Schwester  M.  Viola  von  der  St.  Benediktusmission
  schreibt  aus  Dar-zes-Saläm  an  die  „Missionsblätter“
  unter  dem  2.  Junk  d.  Is.  Folgendes:

„Durch  die  Güte  der  Kaiserlichen  Regierung
wurde  uns  ein  sehr  großes,  fruchtbares  Stück  Land
zum  Kultiviren  übergeben.  Unter  Aussicht  einer
Schwester  legen  unsere  Kinder  dort  Wege  au,  roden
die  Wildniß  aus,  pflanzen  afrikanisches  Gemüse  und
Kokosnüsse.  In  einem  wasserreichen  Thal  gedeiht
auch  europälsches  Gemüse,  das  in  Afrika  sehr  geschätzt
ist.  Es  gehen  täglich  so  20  Kinder  auf  die  Pflauzung,
  welche  von  der  Schule  frei  sind;  außerdem  ist
wöchentlich  ein  schulfreier  Tag,  wo  sämmtliche  hinaus
dürfen.  Auf  dem  neuen  Grundbesitz  siedeln  sich  auch
andere  Schwarze  an,  welche  Christen  werden  wollen.
Mit  der  Zeit  wird  es  ein  großes  Christendorf  geben,
das  schön  an  der  breiten  Pugustraße  gelegen  ist.“

Nach  den  „Kirchlichen  Mittheilungen  aus  Neu-Guinea“
  haben  die  jungen  Leute  aus  einer  Ortschaft,
Namens  Qualasam,  welche  auf  der  zur  Zeit  von
den  drei  Missionaren  Pfalzer,  Hoh  und  Zwanzger
        <pb n="679" />
        besetzten  Station  Simbang  längere  Zeit  zugebracht
hatten,  aus  eigenem  Antrieb  den  Entschluß  gefaßt,
im  gedachten  Orte  einen  eigenen  lum,  d.  i.  Versammlungshaus,
  zu  bauen,  um  darin  ihre  Gottesdienste
und  Andachten  zu  halten.  Diesen  Entschluß  haben
sie  denn  auch  ins  Werk  gesetzt  unter  Billigung  der
Alten  und  des  Häuptlings,  und  zwar,  was  als  ein
besonders  bemerkenswerther  Fortschritt  zum  Besseren
und  als  verheißungsvoller  Anfang  eintretender  Aenderung
  ihrer  Gesinnung  zu  begrüßen  ist,  ohne  Bezahlung
  seitens  der  Missionare.  Nach  dem  letzten
Brief  aus  Simbang  ist  diese  erste  kleine  Jabimkirche
—  Jabim  nämlich  heißt  der  Papuastamm,  dem  die
Leute  von  Simbang  und  der  ganzen  dortigen  Küstengegend
  angehören  —  bereits  fertig  gebaut  worden.

 

Documents  relatils  à  la  répression  de  la
traite  des  esclaves  publics  en  exécution  des
articles  LXXXI  et  suivants  de  l’acte  général
de  Bruxelles.  1896.“)

Die  vorliegende  Sammlung  enthält  folgende  Mittheilungen
  aus  den  verschledenen  Kolonialgebieten:

1.  In  Bezug  auf  Waffen  und  Schießbedarf:
Kongostaat.  Statistik  der  im  letzten  Vierteljahr
  1895  und  im  Jahre  1896  eingeführten  Waffen.

Frankreich.  Französischer  Sudan.  Zwei
ältere  Verordnungen  (vom  Jahre  1898)  über  Verkauf
  von  Gewehren  und  Pulver  und  die  Lagerung
von  Sprengstoffen.

Französischer  Kongo.  Verordnung  vom  10.
Januar  1896,  betreffend  Einsetzung  von  Zollbeamten
zur  Ueberwachung  der  Gewehr=  und  Munitionseinfuhr.
  Ferner  Aufzeichnung  über  ein  Strafverfahren
gegen  die  „Belgische  Aktiengesellschaft  für  den  oberen
Kongohandel“  wegen  Einschmuggelns  von  20  Kisten
Gewehre  und  Patronen  nach  Brazzaville.  Endlich
Statistik  der  Einfuhr  von  Waffen  und  Munitlon  für
1895/96  (1896  11  345  Gewehre,  221  401  Kilo
Handelspulver).

Madagaskar.  Verordnung  vom  6.  Juni  1896,
betreffend  Waffeneinfuhr  und  -handel.

England.  Schutzgebiete  von  Ostafrika
und  Uganda.  Nahezu  gleichlautende  Verordnungen
für  beide  Gebiete,  betreffend  Einfuhr  von  Feuerwaffen.
  (Endgültige  Londoner  Entwürfe  vom  11.
November  1896.)

2.  Betreffend  die  Frage  der  Aufhebung  der
Sklaverei:

Frankreich.  Madagaskar.  Eine  Verordnung
vom  26.  September  1896  verkündet  die  Abschaffung
der  Sklaverei  (Art.  1:  „Alle  Einwohner  von  Madagaskar
  sind  freie  Personen")  und  schließt  daran  einige
wenige  Ausführungsbestimmungen  an.

England  veröffentlicht  einen  umfangreichen
Schriftwechsel  zwischen  den  Behörden  daheim  und  in

 

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  457.

573

 

Ostafrika  über  Aufhebung  der  Sklaverei  in  Sansibar,
  Pemba  und  an  der  Küste.  Die  mehr  als
100  Seiten  einnehmenden  Berichte  des  Generalkonsuls
  Hardinge  in  Sansibar  und  Anderer  heben  die
Bedenken  hervor,  welche  gegen  die  von  einem  Theil
der  öffentlichen  Meinung  in  England  verlangte  bedingungslose
  Abschaffung  der  Sklaverei  sprechen.  Die
Berichte  enthalten  Vermittelungsvorschläge  zur  Vermeidung
  des  wirthschaftlichen  Unterganges  der  arabischen
  Sklavenbesitzer,  deren  Pflanzungen  ohnehin
durch  indischen  Wucher  und  niedrige  Nelkenpreise
entwerthet  seien.  Dagegen  wird  in  einigen  Eingaben
von  Missionaren  und  in  einer  solchen  des  früher  in
Ostafrika  auch  als  Missionar  thätig  gewesenen  bekannten
  Konsuls  C.  S.  Smith  der  radikale  Abolkitionsstandpunkt
  vertreten.  Smith  rechnet  sogar
einen  Gewinn  für  die  Nelkenpflanzungen  aus  der
Abschaffung  der  Sklaverei  heraus.  Leider  ist  das
ganze  Material  wenig  gesichtet,  wie  sich  z.  B.  ein
Bericht  in  allgemeine  Beschreibungen  der  Insel  Pemba
und  dergleichen  verliert.  Beachtenswerth  ist  eine
Zusammenstellung  der  in  Sansibar  innerhalb  der
letzten  zehn  Jahre  gegen  Sklavenhandel  r2c.  ergangenen
Verordnungen.

3.  Betreffend  Sklavenbefreiungen  und  Sklavenhandel
  zur  See  und  zu  Lande:

Deutschland  giebt  wieder  eine  kurze  Uebersicht
der  seit  1895  in  Deutsch-Ostafrika  ertheilten
Freibriefe  (1887).  Außerdem  werden  die  seinerzeit
auf  S.  35  f.  und  605  ff.  des  Kol.  Bl.  für  1896
abgedruckten  Erlasse  des  Gouverneurs  von  Ostafrika
vom  17.  Dezember  1895  und  19.  August  1896,  betreffend
  Sklavenhandel,  veröffentlicht.

England.  Ein  kurzer  Bericht  des  Oberstkommandirenden
  der  Flottenstation  des  Kap  der  guten
Koffrung  stellt  fest,  daß  an  der  ostafrikanischen

üste  im  Jahre  1895  elf  Dhaus  von  der  englischen
Marine  beschlagnahmt  und  45  Sklaven  befreit  wurden.
Daneben  ist  die  vorjährige  Veröffentlichung  von  Entscheidungen
  des  englischen  Konsulargerichts  in  Sansibar
  über  Dhaubeschlagnahmen  unter  Abdruck  des
vollen  Worklautes  der  Urtheile  und  aller  zugehörigen
Formulare  auf  60  Seiten  fortgesetzt.  Bemerkenswerth
ist  daraus,  daß  die  Zahl  der  aufgehobenen  Dhaus
in  den  ersten  acht  Monaten  des  Jahres  1896  11,
die  Zahl  der  befreiten  Sklaven  49  betrug.

Auch  ein  hierher  gehöriger  Fall  aus  Maskat
wird  in  einem  Bericht  der  ostindischen  Station  beschrieben,
  und  endlich  eine  Zusammenstellung  von
Sklavenbefreiungen  durch  den  englischen  Konsul  zu
Bassarah  in  Persien  gegeben,  wiewohl  Persien  außerhalb
  des  Geltungsbereichs  der  Brüsseler  Akte  liegt.

Aus  Britisch-Centralafrika  werden  mehrere
(6.  Th.  bereits  auf  S.  163  des  Kol.  Bl.  für  1896
besprochene)  Strafzüge  des  Kommissars  Johnston
gegen  die  Sklavenräuber  Zarafi,  Mlozi  und  Andere
eingehend  beschrieben  (S.  52  bis  126).

Frankreich.  Ein  Bericht  aus  dem  französischen
  Sudan  bezieht  sich  auf  den  Handel  mit
        <pb n="680" />
        Gefangenen,  die  Lage  befreiter  Sklaven  und  Sklavenkinder
  rc.

Italien  theilt  zwei  Fälle  von  Dhaubeschlagnahmen
  mit,  deren  einer,  an  der  Somaliküste,  zur
Befreiung  von  7,  der  andere,  in  der  erythrischen
Kolonie,  zur  Befreiung  von  23  Sklaven  führte.

Der  Kongostaat  veröffentlicht  zwei  Verordnungen
  vom  18.  September  und  2.  Dezember  1896,
wodurch  das  Strasgesetzbuch  mittels  Strafandrohungen
gegen  Begünstigung  von  Menschenfresserei,  die  sogenannte
  „Giftprobe“  an  Eingeborenen  und  Beamtenvergehen
  wider  die  durch  die  Kongoakte  „den  Einzelnen
  gewährleisteten  Rechte“  ergänzt  wird.
Ferner  ist  eine  auf  den  Karawanenverkehr  bezügliche
Verordnung  vom  16.  Oktober  1896  abgedruckt.

4.  Betreffend  Einschränkung  des  Spirituosenhandels:


Im  Kongostaat  ist  durch  Verordnung  vom
4.  März  1896  die  Grenze  der  Spirituosenverbotszone
nach  der  Küste  bis  zum  Kwilufluß  vorgeschoben.
Nach  einer  Statistik  über  Spirituosen  sind  im  letzten
Vierteliahre  1895  245  832  1,  im  Jahre  1896
1  230  080  1  eingeführt.

Frankreich.  Ein  Bericht  aus  Französisch-Neuguinea
  (nebst  Handelsstatistik  für  1891  bis
1890  stellt  eine  erfreuliche  Abnahme  des  Spirituosenhandels
  und  Zunahme  des  allgemeinen  Handels  fest
und  führt  diese  Besserung  auf  die  Erhöhung  der
Branntweinabgaben  zurück.  Die  Sätze  der  letzteren
werden  mitgetheilt.  Nach  einer  Statistik  für  den
französischen  Kongo  wurden  daselbst  1896
937  842  1  Spirituosen  eingeführt.

5.  Hinsichtlich  des  internationalen  maritimen
Büreaus  zu  Sansibar  ist  aus  dessen  Jahresbericht
hervorzuheben,  daß  der  französische  Konsul  Labosse
zum  Vorsitzenden,  der  deutsche  Konsul  a.  i.  Freiherr
v.  Rechenberg  zum  stellvertretenden  Vorsitzenden
gewählt  worden  ist.

RAus  fremden  Molonien.

neber  den  Handel  und  die  allgemeine  Lage  im  Britisch-Tentralafrika-
  protektorat
(Osthälfte  von  Britisch-Centralafrika)

ist  aus  dem  vom  dortigen  Kommissar  Sharpe  für
die  Zeit  vom  1.  April  1896  bis  dahin  1897  erstatteten,
  dem  englischen  Parlament  vorgelegten  Bericht
Folgendes  als  bemerkenswerth  zu  entnehmen:

In  der  Bevölkerung  des  Protektorats  haben  keine
großen  Veränderungen  stattgefunden.  Die  Zahl  der
Europäer  ist  auf  etwas  über  300  gestiegen.  Die  Zahl
der  indischen  Händler  in  den  Shire  Riverdistrikten
und  in  Blantyre  ist  weiter  im  Zunehmen  begriffen,
es  wird  seitens  derselben  ein  schwunghafter  Handel
mit  heimischen  Produkten  betrieben.

Eine  genauere  Schälzung  der  Zahl  der  Eingeborenen
  in  dem  Distrikt  Central-Angoniland  (Zählung

574

 

der  Eingeborenenhütten  in  etwa  ein  Drittel  des
Distrikts  und  Zugrundelegung  der  Zahl  von  drei
Köpfen  pro  Hütte)  hat  über  200  000  Einwohner
ergeben.  Wahrscheinlich  sind  also  die  Zahlen  des
vorjährigen  Berichts  (vergl.  Kol.  Bl.  1896  S.  784)
ekwas  zu  niedrig  gegriffen.  2

Der  Gesundheitszustand  der  Europäer  war  kein
guter.  Im  Protektorat  kamen  21  Sterbefälle  vor
gegen  28  im  Vorjahre.  Unter  Hinzurechnung  der
Todesfälle  von  Personen,  welche  nach  Verlassen  des
Protektorats  auf  dem  Wege  nach  der  Küste  starben,
betrug  der  Prozentsatz  der  Sterbefälle  über  8  Prozent.
Ein  Drittel  aller  Todesfälle  war  durch  Schwarzwasserfieber
  veranlaßt.  Weitere  Beobachtungen  dieser
Krankheit  bewiesen  nach  dem  Bericht  des  Dr.  W.
Poole  die  Irrigkeit  der  Annahme,  daß  sie  nur
weniger  widerstandsfähige,  durch  andere  Ursachen  bereits
  geschwächte  Personen  befiele.  Es  unterlagen
dem  perniziösen  Fieber  vielmehr  auch  junge  und
kräftige  Leute,  welche  ein  geregeltes  Leben  führten.
Das  Schwarzwasserfieber  trat  diesmal  auch  in  Stationen
  auf,  die  man  früher  mit  für  die  gesündesten
gehalten  hatte.

In  Fort  Johnston  starben  unter  einer  ganz  geringen
  Bevölkerung  vier  Personen  am  perniziösen
Fieber,  darunter  drei  Mitglieder  der  Verwaltung  des
Seedepartements.  Diese  Station  hat  sich  demnach
als  unbewohnbar  für  Europäer  erwiesen.  In  Zomba,
wo  das  Schwarzwasserfieber  wenig  vorkam,  erfolgten
einige  Todesfälle  aus  anderen  Ursachen,  dagegen  war
der  Gesundheitszustand  in  Lower  River  andauernd
ein  guter,  die  hier  vorgekommenen  Todesfälle  waren
fast  ausnahmslos  solche  von  Personen,  die  sich  auf
der  Reise  aus  oder  nach  dem  Protektorat  befanden.

Nach  Ansicht  des  Dr.  W.  Poole  sind  die  drei
unmittelbar  auf  die  Regenzeit  folgenden  Monate  die
ungesundesten.

Unter  den  Eingeborenen  kamen  einige  Epidemien
vor,  speziell  eine  ernsthafte  Dysenterie-Epidemie  in
Zomba,  welche  auch  auf  die  Europäer  übergriff.  Der
Gesundheitszustand  des  Sikh-Kontingents  war  sehr
gut,  es  kamen  wenig  Krankheits=  und  sehr  wenig
Todesfälle  vor.

Die  Einfuhr  erlitt  eine  weitere  geringe  Abnahme,
80  054  Pfd.  Sterl.  gegen  82  760  im  Vorjahre.

Die  Ausfuhr  stieg  von  19  668  Pfd.  Sterl.  im
Vorjahr  auf  23  299  Pfd.  Sterl.,  also  um  3530  Pfd.
Sterl.  Elfenbein  wurde  ausgeführt  für  5429  Pfd.
Sterl.  gegen  11  530  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre.  Bedeutend
  mehr  Elfenbein  hat  das  Protektorat  im
Transitverkehr  aus  anderen  Gegenden  passirt,  dies
ist  in  die  obige  Summe  nicht  eingerechnet.  Das
wenigste  Elsenbein  wird  im  Protektorat  selbst  gewonnen,
  in  der  Hauptsache  stammt  dasselbe  aus  den
Gegenden  des  Tanganyika.  Elfenbein  ist  ein  Exportartikel,
  welcher  beständigen  Schwankungen  unterworfen
ist;  nach  Ansicht  des  Mr.  Sharpe  ist  für  die  Zukunft
  noch  ein  Sinken  der  Ausfuhr  zu  erwarten.

Eine  bedeutende  Zunahme  hat  die  Ausfuhr  von
        <pb n="681" />
        Kaffee  erfahren,  dieselbe  betrug  9290  Pfd.  Sterl.
mehr  als  im  Vorjahre  (jetzt  im  Ganzen  16  426  Pfd.
Sterl.).  Hier  ist  ein  weiteres  Wachsen  der  Ausfuhr
für  die  Zukunft  zu  erwarten.

Die  sonstigen  Ausfuhrartikel  neben  Elfenbein  und
Kaffee  kommen  wenig  in  Betracht.  Der  früher  begonnene
  Tabakbau  ist  ganz  vernachlässigt,  Tabak
bildete  im  Berichtsjahre  überhaupt  keinen  Ausfuhrartikel.


Der  Postverkehr  hat  ganz  erheblich  zugenommen;
es  wurden  99  654  Postsachen  gegen  29  802  im
Vorjahre  befördert.

Die  Dampfschifffahrt  war  dieses  Jahr  durch  den
besonders  hohen  Wasserstand  des  Nyassasees  und  des
Shire  River  begünstigt.  Die  Dampfer  konnten  ohne
Schwierigkeit  jederzeit  Chiromo  erreichen,  die  lleineren
waren  sogar  im  Stande,  bis  Katunga  und  Chikwara
zu  gelangen.

Der  neue  Dampfer  der  African  Lakes  Corporation
„Sir  Harry  Johnston“  hat  sich  als  sehr  brauchbar
erwiesen.  Derselbe  ist  sehr  komfortabel  eingerichtet
und  hat  bereits  Passagiere  und  große  Lasten  befördert.
Auf  dem  oberen  Shirefluß  ist  ein  neuer  Dampfer
„Monteith“  seitens  der  African  Lakes  Corporation
im  Betrieb.  Auf  dem  Nyassasee  ist  in  diesem  Jahre
kein  neuer  Dampfer  ausgesetzt.  Dagegen  ist  ein
großes  Lastfahrzeug,  die  „Victoria“,  von  der  genannten
  Gesellschaft  gebaut  worden,  welches  an  Größe
alle  am  Nyassasee  vorhandenen  Fahrzeuge  übertrifft.

Am  Tanganyikasee  giebt  es  bis  jetzt  nur  ein
Dampfboot,  die  „Good  News“,  welches  der  African
Lakes  Corporation  gehört.  Indessen  verlaute,  daß
eine  deutsche  Gesellschaft  binnen  Kurzem  hier  zwei
kleine  Dampfer  aussetzen  werde.  —

Während  des  Berichtsjahres  wurde  nur  ein  einziger
  Kriegszug  unternommen,  gegen  die  Angonizulus
unter  Chikusi.  Die  Ursache  waren  einige  Streifzüge
des  Chikusi  in  das  Gebiet  zwischen  dem  Shire  River
und  den  Bergen,  wobei  eine  Menge  Eingeborener
getödtet  oder  in  die  Gefangenschaft  geführt  und  eine
Anzahl  von  Dörfern  verbrannt  wurden.  Die  Expedition
  stand  unter  Befehl  der  Kapitäne  Stewart
und  Manning  und  fand  im  Oktober  statt.  Chikusis
Hauptkraal  wurde  erstürmt,  der  Häuptling  geschlagen
und  das  Land  wieder  zur  Ordnung  zurückgeführt.

Jetzt  besteht  ein  sehr  gutes  Verhältniß  zu  den
Angonis.  Eine  Anzahl  von  Unterhäuptlingen  derselben
  hat  sich  im  oberen  Shiredistrikt  niedergelassen,
wo  ihnen  Pflanzungen  zugetheilt  sind.  —

Die  den  Eingeborenen  auferlegte  Hüttentaxe  ist
von  der  gesammten  Bevölkerung  willig  angenommen
worden.  Der  für  das  künftige  Jahr  geschätzte  Betrag
  der  Taxe  ist  doppelt  so  groß  als  im  verflossenen
Jahre.  Diese  Taxe  dürfte  in  Zukunft  einen  ständigen
  erheblichen  Einnahmeposten  ausmachen.  Die
Eingeborenen  beginnen  den  Werth  der  Taxe  einzusehen
  und  sich  darüber  klar  zu  werden,  daß  die
Zahlung  derselben  sie  von  der  Unterdrückung  ihrer
Häuptlinge  befreit.

575

 

Eine  der  größten  Veränderungen  im  Gebiete
während  des  Berichtsjahres  war  es,  daß  die  britischen
Geldmünzen  allgemein  in  Aufnahme  gekommen  sind.
Während  noch  vor  zwei  Jahren  Schillinge  und
Sixpencestücke  selbst  in  Blantyre  noch  unbekannt
waren,  cirkulirt  jetzt  das  britische  Silber  bis  zur
Nordgrenze  des  Protektorats.

Die  Heuschrecken,  welche  1895/96  so  viel  Schaden
verursachten,  sind  aus  dem  größten  Theil  des  Protektorats
  während  des  letzten  Jahres  verschwunden
und  haben  nur  in  einzelnen  begrenzten  Bezirken  noch
weiteren  Schaden  verursacht.  Es  steht  zu  hoffen,
daß  sie  während  des  nächsten  Jahres  überhaupt  aus
diesem  Theil  Afrikas  ganz  verschwinden  werden.

Der  Handel  nach  dem  Tanganyikasee  hin  ist  in
weiterer  Entwickelung  begriffen.  Die  African  Lakes
Corporation  hat  ihren  Handel  vermittels  ihres
Dampfers  „Good  News“  auf  beide  Ufer  des  Sees
ausgedehnt  und  beabsichtigt,  binnen  Kurzem  eine
Station  in  Ujiji  und  wahrscheinlich  auch  eine  solche
am  nördlichen  Ende  des  Tanganyika,  auf  deutschem
oder  belgischem  Gebiet,  zu  errichten.

Von  der  Rinderpest  ist  das  Protektorat  im  Berichtsjahre
  verschont  geblieben.  Diese  Seuche  ist  bei
ihrem  Zuge  vom  Norden  Afrikas  nach  dem  Süden
in  die  Nähe  des  Protektorats  gelangt,  hat  dieses  selbst
jedoch  unberührt  gelassen.  Es  ist  zu  hoffen,  daß  die
zur  Verhütung  der  Einschleppung  getroffenen  Anordnungen
  ihren  Zweck  erfüllen  werden.

Eine  Anzahl  von  indischen  Soldaten,  welche  in
der  Truppe  des  Protektorats  dlenen,  hat  um  die
Erlaubniß  gebeten,  sich  nach  Beendigung  ihrer  Dienstzeit
  im  Protektorat  niederlassen  und  zu  diesem  Zweck
ihre  Familien  aus  Indien  kommen  lassen  zu  dürfen.
Der  Frage  ist  bisher  noch  nicht  ernstlich  näher  getreten
  worden.

Die  Telegraphenlinien  sind  durch  die  African
Trans-Continental  Telegraph  Company  erheblich
ausgedehnt  worden.  Die  Linie  von  Mashonaland
nach  Tete  sei  noch  nicht  ganz  fertig,  werde  aber  in
den  nächsten  drei  bis  vier  Monaten  vollendet  werden.
Von  Tete  aufwärts  ist  der  Telegraph  bis  Fort
Johnston  am  Südende  des  Nyassasees  geführt,  von
hier  aus  ist  mit  der  Fortführung  der  Telegraphen-.
linie  längs  des  westlichen  Ufers  bis  zum  Nordende
des  Sees  begonnen.  Die  genannte  Gesellschaft  besitzt
ferner  eine  Telegraphenlinke  von  Chikwawa  nach
Chiromo,  wo  sie  an  den  portugiesischen,  zur  Küste
führenden  Telegraph  Anschluß  hat.

Im  Wegebau  wurden  erhebliche  Aufwendungen
für  Verbesserung  der  vorhandenen  und  Einrichtung
neuer  Wege  gemacht.  Mit  Ausnahme  der  unter  der
Centralverwaltung  stehenden  Hauptwege  sind  sämmtliche
  Wege  im  Protektorat  unter  die  Verwaltung  von
District  Road  Boards  gestellt.  Letztere  bestehen  aus
dem  Collector  und  zwei  Elnwohnern  des  Distrikts
und  haben  jährlich  im  April  ein  Schema  über  die
Verwendung  der  dem  Distrikt  für  den  Wegebau  überwiesenen
  Gelder  aufzustellen.
        <pb n="682" />
        Der  Bau  einer  Eisenbahn  (Schmalspurbahn)  von
Chiromo  nach  Blantyre  und  eventuell  noch  weiter
nördlich  über  Zomba  nach  dem  oberen  Shire  und
dem  See  wird  als  erstrebenswerth  bezeichnet  und
würde  sich  jedenfalls  rentiren.

Der  Reis=  und  Kaffeebau  haben  beträchtlich  zugenommen,
  besonders  der  letztere.  Hinsichtlich  des
Kaffeebaues  wird  von  den  Pflanzern  im  Protektorat
vielfach  die  Ansicht  vertreten,  daß  es  vortheilhaft  ist,
schattenspendende  Bäume  zwischen  die  Kaffeesträucher
zu  pflanzen,  besonders  in  den  Distrikten,  welche  eine
kurze  Regenzeit  haben.  Als  solche  Bäume,  welche
Schatten  gewähren  sollen,  sind  unter  anderen  die
Grevillea  robusta  und  verschiedene  Arten  von  Ficus
und  Albizzia  gepflanzt  worden.  Die  indische  Regierung
  ist  um  Auskunft  angegangen  worden,  welche
Arten  von  Bäumen  etwa  in  Indien  als  Schattenspender
  für  den  Kaffee  verwendet  würden.  Diese
Auskunft  ist  noch  nicht  erthellt.

Die  Verwendung  der  Eingeborenen  als  Arbeiter
erfolgt  in  immer  steigendem  Maße.  Die  Löhne  betragen
  ungefähr  3  Schill.  pro  Monat.

Die  bewaffnete  Macht  im  Protektorat  besteht  aus
185  Sikhs  und  800  eingeborenen  Soldaten.  Dazu
kommen  noch  die  aus  200  Köpfen  bestehenden  Polizeitruppen.


Die  Beziehungen  zu  den  portugiesischen  Behörden
an  der  Küste  sowie  zu  der  deutschen  Verwaltung  des
Nyassalandes  waren  sehr  herzlich  und  freundschaftlich.

 

Schiffssubvention  seitens  Frankreichs.

Nach  einer  Mittheilung  des  „Sydney  Morning
Herald“  hat  die  französische  Regierung  der  Union
Steam  Ship  Co.  of  New  Zealand,  welche  einen  vierwöchentlichen
  Dienst  zwischen  Auckland  und  Tahiti
unterhält,  einen  jährlichen  Zuschuß  von  50  000  Fres.
für  eine  Linie  zwischen  Tahiti,  den  niedrigen  Inseln
(Paumotu)  und  den  Marquesas  bewilligt.

 

Dem  Jabresbericht  des  österreich=  ungarischen
Ronsulats  in  Lanslbar  für  1896

entnehmen  wir  Folgendes:

Handel.

Aus  den  Listen  des  Zollhauses  Sansibars  geht
hervor,  daß  der  Handel  des  Platzes  im  Berichtsjahre
sowohl  bezüglich  Einfuhr  als  Ausfuhr  eine  nicht  unbedeutende
  Abnahme  gegen  1895  erlitten  hat.  Die
Ausfuhr  betrug  1896  19  403260  Rup.  (12418081
Gulden  Gold),  gegen  21782987  Rup.  (13909104
Gulden  Gold)  im  Jahre  1895,  die  Einfuhr  im  Berichtsjahre
  21356713  Rupien  (13668296  Gulden
Gold),  gegen  23  432086  Rupien  (14988  530  Gulden
Gold)  im  Vorjahre,  was  eine  Abnahme  von  2329727
Rupien  (1320  246  Gulden  Gold)  bezüglich  Einfuhr,
und  von  4405  100  Rupien  (2811257  Gulden  Gold)
für  den  Gesammtumsatz  bedeutet.  Diese  Thatsache

576

 

steht  im  lebhaften  Gegensatze  zu  dem  Verhältnisse  im
Jahre  1895,  wo  der  Umsatz  eine  wenn  auch  nicht
bedeutende  Steigerung  gegen  1894  aufwies.  Die
Ursache  für  diese  Abnahme,  die  sich  auf  das  ganze
Jahr  so  ziemlich  gleichmäßig  vertheilt,  ist  weniger  in
den  kriegerischen  Ereignissen  in  Britisch-Ostafrika  und
Sansibar  zu  suchen  als  in  der  Abnahme  der  Elfenbeinzufuhr
  und  vor  Allem  in  der  steigenden  Menge
jener  Waaren,  die,  ohne  den  Sansibarer  Markt  zu
passiren,  direkt  nach  den  Küstenplätzen  des  Festlandes,
besonders  Deutsch-Ostafrikas,  eingeführt  und  von
dort  ausgeführt  werden.

Ausfuhrhandel.

Feldfrüchte.  Da  in  diesem  Jahre  die  Heuschreckenplage
  ausblieb,  die  früher  die  Pflanzungen
der  Eingeborenen  in  furchtbarer  Weise  verheerte,
und  da  außerdem  reichliche  Niederschläge  stattfanden,
so  gestaltele  sich  die  Ernte  an  Feldfrüchten  an  der
Küste  und  in  Innerafrika  recht  günstig.  Immerhin
bedürfen  die  Küstenstädte  und  besonders  Sansibar
einer  namhaften  Zufuhr  von  Feldfrüchten  und  Mehl
aus  Indien,  und  die  Hungersnoth,  die  gegen  Ende
des  Berichtsjahres  dort  herrschte,  machte  sich  durch
Steigen  der  Lebensmittelpreise  in  Sansibar  stark
fühlbar.  Es  ist  wahrscheinlich,  daß  die  Eröffnung
der  Eisenbahnen  nach  dem  Innern  Afrikas  darin  eine
Aenderung  schaffen  und  die  Feldfrüchte  des  Kontinents
  vielleicht  sogar  für  den  überseeischen  Export
geeignet  machen  wird,  was  gegenwärtig  noch  nicht
der  Fall  ist.

Reis,  der  auf  der  Insel  und  besonders  auf
Pemba  vorzüglich  gedeiht,  auch  im  Küstengebiet,
hauptsächlich  im  Rufiyidelta  und  im  Innern  Afrikas,
in  Nnyamwesi  wie  Manyema,  mit  Erfolg  angebaut
wird,  gelangt  doch  stets  in  großen  Massen  von  Indien
  zur  Einfuhr.  1896  wurde  in  Sansibar  an  Reis
importirt  aus  Indien  für  1  420  732  Rup.  und  aus
Ostafrika  für  7435  Rup.  Sehr  bedeutend  ist  auch
die  direkte  Reiseinfuhr  nach  Deutsch-Ostafrika  (für
etwa  150  000  Rup.)  und  nach  Britisch-Ostafrika  (für
etwa  8300  000  Rup.),  wobei  der  Reiskonsum  der
Eisenbahnkulis  und  indischen  Truppen  stark  ins  Gewicht
  fällt.

Mais,  Sorghum  (Mtamahirse)  und  Hülsenfrüchte
  gelangen  überall  im  Innern  zum  Anbau,
ebenso  wie  Reis  decken  sie  jedoch  mehr  den  Bedarf
der  Küstenstädte  und  Sansibars  und  kommen  auch
aus  Indien  zur  Einfuhr.  Nur  zur  Zeit  der  Hungersnoth
  in  Indien  kamen  kleine  Mengen  Sorghum
von  Ostafrika  nach  dort  zur  Ausfuhr,  so  aus  Lindi
für  10  000  Rupien.

Eingeführt  wurden  in  Sansibar  Sorghum  aus
Indien  für  6048  und  aus  Ostafrika  für  154925  Rup.

Weizen  scheint  im  Küstengebiete  nicht  zu  gedelhen,
  dagegen  haben  Versuche  im  Innern,  besonders
in  Nnyamwesi,  guten  Erfolg.  Augerblicklich  wird
das  gesammte  hier  verbrauchte  Weizenmehl  aus
Ungarn  importirt.
        <pb n="683" />
        Maniok  ist  ein  Knollengewächs,  das  von  den
Eingeborenen  in  sehr  bedentenden  Mengen  angepflanzt
wird  und  als  Nahrungsmittel  dient.  Es  gelangte
bisher  noch  nicht  zum  Export,  doch  beginnen  mehrere
Exporteure  sich  dafür  zu  interessiren,  da  es  seines
sehr  bedeutenden  Stärkegehaltes  wegen  in  der  Stärkemehlfabrikation
  werthvoll  sein  soll.

Zucker.  Zuckerrohr  wird  von  den  Eingeborenen
Ostafrikas  überall  zu  lokalem  Gebrauch  angepflanzt.
Ein  Anbau  in  größerem  Stile  wird  von  den  Arabern
  bei  Pangani  in  Deutsch-Ostafrika  und  auf  Sansibar
  betrieben.  Die  Anlagen  auf  der  Insel  vermindern
sich  jedoch  stets,  da  das  Fallen  der  Zuckerpreise  und
die  Schwierigkeit  der  Beschaffung  von  Sklavenarbeit
das  Produkt  nicht  mehr  lohnend  erscheinen  lassen.
Am  Panganiflusse  dagegen,  wo  nicht  nur  die  natürlichen
  Verhältnisse  dem  Anbau  sehr  günstig,  sondern
auch  Arbeiter  leichter  zu  beschaffen  sind,  erweitern
sich  die  Zuckerplantagen  mit  jedem  Jahre.  Meist
mit  primitiven  Mühlen,  vereinzelt  mit  solchen,  die
mit  Dampf  betrieben  werden,  gewinnen  die  Araber
gelben  Rohrzucker  und  Melasse,  die  über  Sansibar
nach  den  Plätzen  Ostafrikas,  der  Somaliküste  und
Arabiens  zur  Ausfuhr  gelangen.  Ein  deutsches  Syndikat
  hat  die  Absicht,  am  Panganiflusse  eine  Zuckerfabrik
  zu  errichten,  die  vor  Allem  den  immerhin  nicht
unbedeutenden  Bedarf  Ostafrikas  an  raffinirtem  Zucker
decken  soll.  Eine  in  den  siebziger  Jahren  von  dem
Engländer  Frazer  mit  großen  Kosten  angelegte  Zuckerplantage
  bei  Mkokotoni  auf  Sansibar  liefert  ein  ungünstiges
  Erträgniß,  offenbar  weil  die  Sache  in  zu
großem  Stile  begonnen  worden  war.  Die  Einfuhr
von  Zucker  in  Ostafrika  übersteigt  die  Ausfuhr  noch
bedeutend.  Es  wurde  an  Melasse  und  gelbem  Rohrzucker
  1896  von  Ostafrika  nach  Sansibar  importirt
für  199  660  Rupien.  Der  Bedarf  der  Eingeborenen
wird  außer  durch  diesen  einheimischen  noch  durch
besser  präparirten  Rohrzucker  von  den  Komoren  und
von  Mauritius  gedeckt,  von  dem  das  Frasilah  (zu
35  engl.  Pfd.)  durchschnittlich  1,62½  Dollar  kostet.
Daneben  kommt  meist  aus  Hamburg  europäischer
(vielfach  österreichischer)  Zucker  zur  Einfuhr.

ewürze.  Gewürznelken  bilden  die  typische
Kulturpflanze  der  Inseln  Sansibar  und  Pemba,  die
davon  mehr  als  ein  anderes  Land  der  Welt  hervorbringen
  und  den  Marktpreis  bestimmen.  Die  Kultur
des  Nelkenstrauches  wurde  in  den  zwanziger  Jahren
dieses  Jahrhunderts  von  Réunion  nach  Sansibar
eingeführt  und  von  den  arabischen  Pflanzern  rasch
übernommen.  In  früheren  Jahren,  als  die  Preise
hoch  und  Sklavenarbeit  billig  und  leicht  zu  beschaffen
war,  waren  die  Erträgnisse  glänzende,  und  die  Folge
war  eine  Ueberproduktion,  die  der  Nachfrage  in  keiner
Weise  entsprach.  Ungeheuere  Lager  von  Nelken
häuften  sich  in  London  an  und  übten  auf  die  Preislage
  einen  drückenden  Einfluß  aus,  wozu  kommt,
daß  die  vielen  geübten  Arbeitskräfte,  die  die  Nelkenpflanzungen
  erfordern,  durch  den  neuerdings  erschwerten
  Sklavenhandel  nur  in  geringer  Zahl  und  zu

577

 

–4

höheren  Preisen  zu  haben  sind  und  die  niedrigen
Nelkenpreise  es  unmöglich  machen,  freie  Arbeiter  zu
bezahlen.  Nothgedrungen  und  ohne  Verständniß  für
den  europäischen  Markt  bringen  die  arabischen  Produzenten
  dennoch  immer  größere  Massen  Nelken  in
den  Handel,  die  für  Spottpreise  abgehen.  Sie  gerathen
  immer  tiefer  in  Schulden  bei  den  indischen
Händlern,  und  das  Produkt  ist  meist  schon  vor  der
Ernte  längst  vergeben.  Bei  der  Nothlage  der  Herren
fällt  für  die  Tausende  von  Sklaven  umsoweniger  ab,
und  besonders  in  Pemba  ist  die  Lage  der  Letzteren
eine  sehr  gedrückte.  In  vielen  Fällen  erhalten  sie
von  dem  Besitzer  weder  Nahrung  noch  Kleidung,
und  die  beiden  freien  Wochentage,  die  ihnen  allein
zur  Erwerbung  ihres  Unterhaltes  gewährt  sind,  werden
  ihnen  vielfach  verkürzt.  Es  steht  zu  erwarten,
daß  durch  die  wohl  demnächst  bevorstehende  Aufhebung
der  Sklaverei  in  Sansibar  und  Pemba  gesündere
Verhältnisse  in  die  Nelkenproduktion  kommen  werden,
denn  gegenwärtig  ist  es  selbstverständlich  einem  Europäer,
  der  keine  Sklaven  halten  darf,  unmöglich,  wo
der  arabische  Konkurrent  seine  Sklaven  nicht  bezahlt,
mit  bezahlter  Arbeit  Nelken  zu  pflanzen.  Sobald
die  Gleichheit  geschaffen  und  Jedermann  gezwungen
sein  wird,  seine  Arbeiter  zu  bezahlen,  werden  zweifellos
  sämmtliche  Pflanzungen  allmählich  in  europäische
  Hände  übergehen.  Einem  kapitalskräftigen
europäischen  Konsortium  würde  es  keineswegs  schwer
fallen,  durch  Zurückhalten  des  Angebotes  in  den  ersten
Jahren  das  hemmende  Lager  in  London  flott  zu
machen  und  auch  später  durch  Berücksichtigung  der
Nachfrage  mit  geringeren  Quantitäten  bei  besseren
Preisen  größeren  Gewinn  zu  erzielen.  Daß  ein
anderes  überseeisches  Plantagengebiet  dann  die  schwierige
  und  langwierige  Kultur  des  empfindlichen  Nelkenstrauches
  übernehmen  könnte,  ist  kaum  wahrscheinlich,
nachdem  die  Sträucher  auf  Sansibar  und  Pemba
allein  nicht  nur  die  Nachfrage  der  Welt  decken,  sondern
  sogar  stark  überbieten  können.  Bezüglich  Qualität
  sind  die  Nelken  der  Insel  Sansibar  besser  und
erzielen  per  Frasilah  von  35  engl.  Pfd.  um  8  bis
12½  Cents  bessere  Preise  als  die  Pembanelken,  die
durch  den  Transport  in  feuchten,  einheimischen  Segelschiffen
  leiden.  Mit  dem  Nelkentransport  befassen
sich  hauptsächlich  Hamburger  und  französische  Firmen.
Der  Masse  nach  sind  die  Pembanelken  ausschlaggebend.
Das  Berichtsjahr  zeichnete  sich  durch  große  Preisschwankungen
  mit  fallender  Tendenz  aus.  Im  ersten
Halbjahre  kamen  der  Rest  der  alten  Ernte  und  kleine
Lager  auf  den  Markt.  Die  Durchschnittspreise  für
Pembanelken  betrugen  per  Frasilah  zu  35  engl.  Pfd.
im  Januar—März  1,70  bis  1,75,  April  1,80  bis
1,87½,  Mai—Juni  1,90,  Juli  1,75  Dollar.  Im
August  fand  das  Bombardement  von  Sansibar  statt,
durch  das  die  Sklavenfrage  auf  der  Insel  wieder
einmal  auf  die  Tagesordnung  der  europäischen  und
besonders  englischen  Preßdebatten  gesetzt  wurde  und
Gerüchte  über  bevorstehende  Aufhebung  der  Sklaverei
preistreibend  auf  den  Nelkenmarkt  wirkten.  Dazu
        <pb n="684" />
        —  578

traten  Blankoverkäufe  und  etwas  spätere  Ernte,  und
die  Nelkenpreise  stlegen  bis  über  2  Dollar  im  September
  und  Oktober.  Doch  wurden  die  Erwartungen
auf  weitere  Hausse  enttäuscht,  als  die  englische  Regierung
  keine  Schritte  zur  Aufhebung  der  Sklaverei
unternahm  und  die  neue  Ernte  im  Oktober  große
Massen  von  Nelken  auf  den  Markt  brachte,  so  daß
die  Preise  wieder  fielen  und  am  31.  Dezember  1896
1,68  Dollar  erreichten.  Nachher  wurde  im  Januar
1897  sogar  der  niedrigste  Preisstand  seit  langen
Jahren,  1,42,  erreicht.  ·

Trotz  einer  Laubkrankheit,  die  sich  besonders  in
der  Umgebung  der  Stadt  Sansibar  bemerkbar  machte,
ist  die  Ernte,  die  jetzt  noch  andauert,  besonders  in
Nordsansibar  und  auf  Pemba  doch  eine  sehr  reichliche.
  Exportirt  wurden  1896  für  1708  668  Rup.,
gegen  2931  582  Rup.  im  Jahre  1895.  Ein  Nebenprodukt
  von  geringer  Bedeutung  sind  Nelkenstengel,
die  ebenfalls  zur  Ausfuhr  gelangen  und  bei  der
Fabrikation  von  Nelkenöl  mit  verwendet  werden.

anille.  Dieses  Kulturgewächs,  das  auf  den
Maskarenen  und  Seychellen  gute  Erträgnisse  liefert,
wurde  schon  öfter  in  Ostafrika  versuchsweise  angebaut,
meist  mit  negativem  Erfolge.  Das  beste  Resultat
erzielte  die  katholische  Mission,  die  elne  kleine  guttragende
  Vanillepflanzung  bei  Bagamoyo  besitzt.  Diese
gab  den  Anstoß  zur  Anlage  einer  größeren  Plantage
zu  Kitopeni  bei  Bagamoyo  durch  die  Firma  Hansing
&amp;amp;  Co.,  die  bereits  in  geringer  Quantität  Vanille
exportirt,  die  gute  Preise  in  Europa  erzielt,  so  daß
die  Entwickelung  dieser  Kultur  an  geeigneter  Stelle
gesichert  erscheint.

Rother  Pfeffer  (Chillies)  gedeiht  halb  wild
fast  überall  in  Ostafrika  in  der  Nähe  der  Dörfer
der  Eingeborenen,  gelangt  jedoch  nur  in  Sansibar
zur  Ausfuhr.  Auf  den  Inseln  ist  er  hauptsächlich  ein
Produkt  der  östlichen,  steinigen  Gebiete,  wo  Nelken
nicht  gedeihen.  Bel  ungenügender  Kultur  sind  die
Schoten  nur  klein  und  auch  mangelhaft  sortirt  und
getrocknet,  so  daß  das  Produkt  ein  minderwerthiges
ist.  Mit  dem  Fallen  der  Nelkenpreise  wenden  übrigens
  die  Eingeborenen  mehr  Aufmerksamkeit  dem
Pfeffer  zu,  und  es  ist  zu  erwarten,  daß  das  Produkt
sowohl  bezüglich  Qualität  als  Quantität  sich  heben
wird.  Vorläufig  wird  ein  großer  Theil  der  Ernte
im  Lande  selbst  und  von  der  Küste  verbraucht,  der
übrige  nach  London  und  Marseille  exportirt.  Zur
Ausfuhr  nach  Europa  gelangten  (1896)  für  52524
Rupien.  Die  Ernte  in  diesem  Jahre  war  von  mittlerer
  Güte,  der  Preis  hielt  sich  ziemlich  stabil  auf
etwa  5,10  bis  6  Rupien  per  Frasilah  zu  35  engl.  Pfd.

Arekanuß,  die  Frucht  der  zierlichen  Arekapalme,
findet  bei  der  aus  Indien  importirten  Sitte  des
Betelkauens  Verwendung.  Die  Arekapalme  gedeiht
in  feuchten  Niederungen  von  Sansibar  und  besonders
von  Pemba,  im  Küstengebiet  und  vereinzelt  in  Flußthälern,
  wie  am  Panganiflusse.  Vorläufig  deckt  die
Produktion  nicht  einmal  den  lokalen  Konsum,  steigert
sich  jedoch  allmählich.  Betelblätter,  das  frische

 

Blatt  einer  Schlingpflanze,  wird  ebenfalls  bei  dem
Betelkauen  verwendet.  Betel  wird  auf  den  Inseln,
  besonders  im  steinigen  Gebiet  Sansibars,  angepflanzt,
  hat  jedoch  nur  lokale  Bedeutung.

Tabak  wird  von  den  seßhaften  Eingeborenen  fast
ganz  Ost=  und  Centralafrikas  angepflanzt  und  konsumirt.
  In  manchen  Gegenden  übertrifft  die  Produktion
  sogar  die  lokale  Nachfrage,  und  es  wurde
Usambaratabak  in  Kuchenform  aus  dem  Süden
Deutsch-Ostafrikas,  solcher  in  Zopfform  nach  den  Küstenstädten
  und  nach  Sansibar  exportirt.  Auf  der  Insel
selbst  wird  ziemlich  viel  Tabak  gepflanzt  und  findet
mit  dem  von  der  Küste  eingeführten  nicht  nur  lokalen
Verbrauch,  sondern  dient  auch  zur  Ausfuhr  nach  anderen
  Ländern  Afrikas.  Daneben  werden  jedoch  noch
bedeutende  Mengen  holländischer  und  englischer  Cigarettentabake
  eingeführt.  Die  Häufigkeit  von  Tabakpflanzungen
  in  Ostafrika  rief  bei  europäischen  Unternehmern
  sehr  frühzeitig  den  Gedanken  hervor,  plantagengemäß
  eine  bessere  Qualität  Tabak  zu  erzielen.
Leider  sind  bisher  alle  Versuche  mißlungen.  Auf
Sansibar  wurden  zwei  Pflanzungen  angelegt,  die
beide  nur  schlechte  Sorten  ergaben  und  wieder  aufgelassen
  werden  mußten.  In  Lewa  bei  Pangani
wurde  eine  Tabakplautage  im  größten  Stile  angelegt
und  fast  ein  Jahrzehnt  hindurch  betrieben,  doch  war
die  Qualität  schließlich  eine  so  schlechte,  daß  die  Waare
gar  nicht  mehr  transportfähig  erschien.  Ebenso  scheiterte
  ein  Unternehmen  zu  Amboni  bel  Tanga.  Die
ersten  Probesendungen  finden  stets  die  Anerkennung
der  Sachverständigen,  doch  das  Produkt  selbst  erweist
sich  dann  nicht  als  marktfähig.  Augenblicklich  hat
das  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  zu  Mharo
bei  Kilwa  unter  fachmännischer  Leitung  eine  Versuchs-Tabakplantage
  angelegt.  Die  Probesendungen  wurden
von  den  Kennern  ebenfalls  günstig  beurtheilt.  Der
Umsatz  in  Sansibar  im  Berichtsjahre  war  folgender:

Einfuhr  von  Negertabak  aus  Afrika  für  55  972
Rupien,  von  europälschem  Tabak  für  120  858  Rup.,
Gesammtausfuhr  (meist  nach  Asien  und  Afrika)  für
119256  Rupien.

Kaffee.  Afrika  ist  die  Heimath  des  Kaffeestrauches,
der  in  manchen  Gegenden  Abessyniens  noch  wild  wäshst,
und  in  den  Rothen  Meer-Ländern,  besonders  in  Harrar,
unter  eingeborener  Kultur  vorzügliche,  dem  arabischen
völlig  ebenbürtige  Erträgnisse  liefert.  Im  Küstengebiet
  des  tropischen  Ostafrika  wurde  trotzdem  Kaffee
von  den  Eingeborenen  fast  gar  nicht  angepflanzt,  nur
bel  Ibo,  an  der  Nordgrenze  der  portugiesischen  Kolonie
  Mozambique,  wird  ein  sehr  minderwerthiges
Produkt  gebaut,  welches  auch  zur  Ausfuhr  gelangt.
In  Uganda  am  Viktoriasee  pflanzen  die  Eingeborenen
einen  großbohnigen  Kaffee,  den  sie  ungebrannt  kochen
und  dann  kauen.  Der  Gedanke,  Kaffee  in  rationeller
Weise  zu  kultiviren,  lag  daher  keineswegs  fern,  umsoweniger
  als  das  Versagen  anderer  alter  Kaffeeländer,
wie  Ceylon,  wo  die  Hemyleiakrankheit  den  Anbau
unmöglich  macht,  größeren  Gewinn  versprach.  Sobald
daher  durch  die  Expedition  der  Deutsch-ostafrikanischen
        <pb n="685" />
        Gesellschaft  im  Jahre  1890  ein  wasserreiches  Urwaldland
  im  Usambaragebirge,  wenige  Tagereisen  vom
Hafen  Tanga,  entdeckt  wurde,  ging  diese  Gesellschoft
auch  daran,  Kaffeepflanzungen  anzulegen.  Sie  hatte
mit  den  in  neuen  Ländern  üblichen  Schwierigkeiten
zu  kämpfen.  Arbeitskräfte  waren  erst  schwer  zu  erhalten,
  und  mit  großen  Kosten  mußten  Kulis  aus
Java  und  China  bezogen  werden.  Auch  die  Hemyleiakrankheit
  trat  stellenweise  auf,  ohne  jedoch  die
Pflanzungen  ernstlich  zu  gefährden.  Mit  der  Zeit
gewöhnten  sich  die  Eingeborenen  der  umliegenden
Distrikte  an  die  ihnen  früher  fremde  Plantagenarbeit,
und  aus  Innerafrika,  aus  Unyamwesi  und  Usukuma
konnten  vorzügliche  Arbeitskräfte  bezogen  werden,  die
mit  der  Zeit  die  riesig  kostspieligen  und  weit  anspruchsvolleren
  asiatischen  Arbeiter  überflüssig  machen
werden.  Die  ersten  Probesendungen  von  Kaffee  erzielten
  in  Deutschland  einen  sehr  guten  Preis  von
0,90  bis  0,98  Mk.  per  Pfund  und  wurden  dem
Sumattakaffee  als  ebenbürtig  angenommen.  Der  in
den  Gebirgen  wachsende  kleinbohnige  Kaffee  erwies
sich  als  für  die  Niederungen  nicht  geeignet,  und  es
wurde  dort  die  großbohnige  Sorte  aus  Liberia  angepflanzt,
  die  so  befriedigend  gedieh,  daß  alle  früheren
Tabak=  und  Baumwollpflanzungen  ihre  bisherigen
unproduktiven  Kulturen  aufgaben  und  sich  auf  Liberiakaffee
  verlegten.  Gegenwärtig  sind  17  Kaffeepflanzungen
  in  Usambara  und  zwei  im  Lindibezirk  im
Betrieb,  von  welchen  drei  der  Deutsch-ostafrikanischen
Gesellschaft,  die  übrigen  theils  anderen  Gesellschaften,
thells  Privaten  gehören.  Die  Ausfuhr  von  Kaffee
betrug  im  Berichtsjahre  79  420  lbs.  im  Werthe  von
41  220  Rupien,  gegen  etwa  6000  lbs.,  die  1895
exportirt  wurden.  Wenn  man  bedenkt,  daß  das  Berichtsjahr
  erst  das  dritte  Jahr  des  Kaffeeexportes  ist
und  1894  nur  für  etwa  1000  Rupien  ausgeführt
wurde,  so  ist  dieses  Resultat  als  nicht  ungünstig  zu
bezeichnen.

Oelfrüchte.  Kopra  ist  ein  Produkt  von  stets
steigender  Bedeutung,  da  es  kaum  eine  tropische
Kulturpflanze  giebt,  die  so  geringe  Arbeitskräfte  erfordert,
  dabei  so  ausdauernd  und  erträgnißreich  ist
wie  die  Kokospalme.  Auf  den  Inseln,  wo  die  Gewürznelkenkultur
  immer  unsicherer  wird,  werden  besonders
  neuerdings  viele  Kokospalmen  angepflanzt,
aber  auch  an  der  Küste  nimmt  die  Kultur  alljährlich
zu.  Wieviel  Platz  noch  dafür  vorhanden  ist,  mag
der  Umstand  beweisen,  daß  auf  der  Insel  Mafia,  wo
die  schönsten  Kokospalmen  Ostafrikas  gedeihen,  kaum
ein  Zehntel  des  zum  Anbau  geeigneten  Bodens  auch
wirklich  bepflanzt  ist.  Die  Kokospflanzungen  sind
hauptsächlich  in  Eingeborenenhänden.  Die  Deutschostafrikanische
  Gesellschaft  besitzt  eine  große  Plantage
bei  Muoa  und  Yassini,  wo  Tausende  von  Palmen
gezogen  werden,  jedoch  noch  nicht  das  ertragsfähige
sechste  Jahr  erreicht  haben.  Ferner  giebt  es  noch
mehrere  Kokospflanzungen  in  europäischen  Händen,
meist  im  Tangabezirke.  Vorläufig  wird  Kopra  fast
ausschließlich  von  Sansibar  exportirt,  da  die  einge- 



579  —

borenen  Pflanzer  ihr  Produkt  meist  als  Kokosnüsse
nach  Sansibar  schicken,  die  von  den  indischen  Händlern
aufgeschlagen  und  zu  Kopra  getrocknet  werden;  diese
kommen  dann  zum  Verkauf  an  europäische  Exportfirmen.
  Leider  wird  das  Produkt  besonders  auf  der
Insel  häufig  am  Feuer  statt  an  der  Sonne  und
überhaupt  mangelhaft  und  vielfach  im  unreifen  Zustande
  getrocknet,  wodurch  es  bedeutend  an  Marktwerth
  verliert.  Die  Zollbehörde  beabsichtigt,  ein
schärferes  Ueberwachungssystem  in  dieser  Hinsicht  einzuführen,
  wodurch  die  Qualität  der  Sansibarer  Kopra
sehr  gewinnen  würde.  Im  Berichtsjahre  kam  eine
sehr  große  Ernte  auf  den  Markt,  doch  wirkten  die
niederen  Oelpreise  in  Europa  drückend  auf  die  Preise,
so  daß  das  Geschäft  sowohl  für  Produzenten  als
Händler  weniger  lohnend  war  als  in  anderen  Jahren.
Der  Durchschnittspreis  für  trockene  Waare  betrug
1  bis  1,25  Dollar  per  Frasilah  zu  35  engl.  Pfd.
Exportirt  wurden  1895  für  1042040  Rupien  und
1896  für  1085057  Rupien.  Sesamsaat  (Simsin).
Durch  die  Heuschreckenplage  1894,  unter  welcher
Sesam  besonders  litt,  wurden  die  Eingeborenen  vielfach
  abgeschreckt,  diese  werthvolle  Oelfrucht  anzupflanzen.
Die  Ernte  blieb  daher  auch  in  diesem  Jahre  weit
hinter  früheren  Jahren  zurück  und  wurde  größtentheils
im  Lokalkonsum  aufgebraucht.  Da  die  Heuschrecken
nun  zwel  Jahre  ausgeblieben  sind,  so  steht  zu  hoffen,
daß  die  Eingeborenen  sich  wieder  an  die  Sesamkultur
wagen  werden.  Nach  Europa  wurde  in  diesem  Jahre
fast  nichts  exportirt.  Kleine  Mengen  gingen  nach
Aden  und  gegen  Ende  des  Jahres  nach  Bombay.
Die  Preise  notirten  auf  weißem  Sesam  per  Frasilah
zu  34  engl.  Pfd.  2,  schwarzen  Sesam  per  Frasilah
  zu  37  engl.  Pfd.  2  Rupien.  Exportirt
wurde  für  92  404  Rupien.  Palmkerne.  Die  Oelpalme,
  jene  wichtigste  Kulturpflanze  Westafrikas,  kommt
in  Ostafrika  nur  auf  der  Insel  Pemba  in  größeren
Mengen,  sonst  nur  vereinzelt  im  Panganithal  bei
Dar-es-Saläm  2c.  fort.  Sie  wird  nirgends  rationell
kultivirt,  die  Früchte  sind  daher  nur  klein  und  setzen
fast  kein  Fruchtfleisch  an,  so  daß  die  Gewinnung  von
Palmöl  unmöglich  wird.  Dagegen  werden  Palmkerne
aus  Pemba  in  kleinen  Mengen  und  schlechter  Qualität
von  Sansibar  exportirt.  Ebenso  spielt  die  Erdnuß
(Arachis)  hier  nicht  die  wichtige  Rolle  wie  in  Westafrika.
  Sie  wird  zwar  überall  angebaut  und  von
den  Eingeborenen  lokal  konsumirt.  Im  ästlichen
Ufergebiete  des  Viktoria-Nyanza  bildet  sie  sogar  die
Hauptnahrung,  doch  findet  ein  namhafter  Export  nur
aus  der  portugiesischen  Kolonie  Mozambique  statt.
Von  Sansibar  kommen  wohl  nur  Erdnüsse  aus  dem
Distrikt  Lindi  im  südlichen  Deutsch-Ostafrika  zur  Ausfuhr.
  Exportirt  wurden  für  8529  Rup.  Ricinus
wird  überall  angepflanzt  und  liefert  ein  gutes  Erträgniß,
  hat  jedoch  nur  lokalen  Konsum.
Pflanzensäfte  und  Harze.  Kautschuk.  Dieses
  wichtige  Produkt,  dem  die  europäische  Industrie
eine  stets  steigende  Nachfrage  sichert,  wird  in  Afrika
aus  dem  Milchsaft  der  wildwachsenden  Landolphia-
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        liane  gewonnen.  Der  Werth  dieses  Produktes  ist  so
groß,  daß  es  nebst  Elfenbein  allein  den  gegenwärtigen
kostspieligen  Trägertransport  aus  dem  Innern  nach
der  Küste  verträgt.  Deshalb  werden  eifrig  immer
neue  Kautschukgebiete,  nicht  nur  von  Eingeborenen,
sondern  auch  von  europäischen  Unternehmern  aufgesucht,
  und  der  Export  steigert  sich  von  Jahr  zu
Jahr.  Ursprünglich  betheiligten  sich  nur  die  südlichen
Plätze  Deutsch-Ostafrikas,  wie  Kilwa  und  Lindi,  an
der  Kautschukausfuhr,  jetzt  wird  solche  nur  in  Dar-es-Saläm,
  Bagamoyo,  Pangani,  Tanga,  Mombassa  und
Lama  auf  den  Markt  gebracht.  Die  Qualität  richtet
sich  nach  der  Reinheit  des  Produktes,  das  in  runden
Ballen  in  den  Handel  kommt.  Von  Sansibar  gelangen
  nur  geringe  Mengen  Kautschuk  zum  Export,
da  fast  aller  direkt  von  der  Küste  verschifft  wird.
Leider  geschieht  die  Gewinnung  in  einer  Art,  daß
die  betreffende  Pflanze  dadurch  vernichtet  wird,  und
es  ist  nicht  fraglich,  daß  dadurch  in  einer,  wenn  auch
fernen  Zelt  der  Kautschukreichthum  des  Kontinents
erschöpft  werden  müßte.  Man  sucht  diesen  Uebelstand
durch  Anbau  von  Kautschukpflanzen  auszugleichen.
Der  bei  Tanga  angebaute  Cearakautschuk  erwies  sich
nicht  als  lohnend,  doch  bleibt  abzuwarten,  welche
Resultate  mit  der  Landolphia  als  Kulturpflanze  erzielt
  werden.  An  Kautschuk  wurden  im  Berichtsjahre
exportirt  für  294  180  Rupien.  Von  den  größten
Kautschukplätzen  der  Küste  kamen  aus  „Kilwa“  etwa
für  168000  engl.  Pfd.  im  Werthe  von  240  000  Rupien
  zur  direkten  Ausfuhr,  aus  Dar-es-Salam  für
90  000  Rupien,  aus  Lindi  für  32  000  Rupien,  die
übrigen  Küstenplätze  Deutsch=  und  Britisch-Ostafrikas,
für  welche  bestimmte  Angaben  nicht  zu  erlangen
waren,  dürften  für  etwa  200  000  Rupien  direkt
exportirt  haben,  so  daß  die  Gesammtausfuhr  aus
Ostafrika  auf  etwa  870  000  Rupien  sich  schätzen
läßt.  Kopal,  das  Harz  einer  Akazlenark,  wird
halb  fossil  aus  der  Erde  gegraben  und  besitzt  als
Lackmaterial  Werth.  Es  werden  die  Qualitäten
weister  und  rother  Kopal  unterschieden,  die  im  Prelse
verschieden  sind.  Obwohl  in  Deutsch=  und  Britisch-Ostafrika
  gewonnen,  geht  Kopal  fast  ausschließlich
über  Sansibar,  und  es  zeigte  sich  im  Berichtsjahre
keine  namhafte  Abnahme  dieses  Produktes.  Das  Kopal
wird  in  Sansibar  von  den  indischen  Händlern  sortirt
und  sodann  an  die  europälschen  Exportfirmen  verkaust.
Die  europäischen  Preise  haben  etwas  nachgelassen.
Die  Marktpreise  in  Sansibar  waren:  Kopal,  roth,
rein  19  Dollar,  weiß,  rein  12,  roth,  trüb  10—12,
weiß,  trüb  3—5  per  Frasilah  zu  35  engl.  Pfd.
Exportirt  wurde  für  268  905  Rupien.

Gummi  arabikum  wird  auffallenderweise  in  Ostafrika
  weder  gewonnen  noch  exportirt,  obwohl  die
Akazienart,  welche  die  beste  Qualität  lièfert,  nämlich
Acacia  Senegalensis,  häufig  vorkommt.

Faserstoffe.  Koir,  Kokosfaser,  das  aus  der
faserigen  Fülle  der  Kokosnuß  gewonnene  Produkt,
das  in  Europa  starken  Konsum  hat,  wird  in  Ostafrika
sast  nur  lokal  verbraucht  und  meist  fortgeworfen.

580

 

Der  lokale  Konsum  beschränkt  sich  auf  Seile  und
Stricke,  die  auf  der  Insel  Mafia,  in  Lanno  2c.  gefertigt
  werden  und  nach  Sansibar  zum  Exporte  gelangen.
  Eine  von  einer  englischen  Firma  angelegte
Koirfabrik  zu  Bububu  bei  Sansibar  ist  augenblicklich
nicht  im  Betrieb.  Der  Umsatz  in  Sansibar  an  Koirund
  Kokosstricken  im  Berichtsjahre  betrug  232  637
Rupien,  und  zwar  Ausfuhr  (meist  nach  Afrika)  für
95  975  Rupien,  Einfuhr  (aus  Asien  und  Afrika)  für
136  662  Rupien.

Baumwolle  gedelht  überall  und  wurde  von  den
Eingeborenen  wohl  mehr  angepflanzt,  bevor  die  Hochfluth
  europälscher  Kattune  das  Land  überschwemmte.
Jetzt  noch  bauen  die  Wasukuma  am  Viktoriasee  Baumwolle
  und  fertigen  daraus  sehr  dauerhafte  Stoffe.
Das  Beispiel  der  großartigen  Baumwollindustrie
Indiens  war  es  wohl,  welches  die  Deutsch-ostafrikanische
  Gesellschaft  veranlaßte,  schon  frühzeltig  (1886)
eine  Baumwollplantage  zu  Kikogwe  bei  Pangani  anzulegen.
  Das  Erträgniß  entsprach  zwar  den  Erwartungen,
  doch  wurde  die  Kultur  der  niederen  Baumwollpreise
  wegen  aufgegeben,  und  jetzt  wird  in  Kikogwe
und  dem  benachbarten  Mwera  Liberiakaffee  gepflanzt.
Man  versucht  jedoch  die  Eingeborenen  zur  Baumwollkultur
  zu  veranlassen,  um  einmal  in  ferner  Zukunft
eine  afrikanische  Baumwollindustrie  zu  ermöglichen.
Der  Umsatz  der  Rohbaumwolle  ist  jetzt  ziemlich  bedeutungslos.


Andere  Faserpflanzen.  Die  Blätter  der  wilden
Phönix  und  anderer  Palmen  kommen  getrocknet  und
theilweise  schon  zu  Matten  verarbeitet  in  den  Handel
und  bilden  einen  nicht  unbedeutenden  Exportartikel
des  Festlandes  nach  Sansibar.  Sansievierafaser  findet
vorläufig  nur  lokalen  Konsum.  Sisalhanf  wird  auf
den  Plantagen  als  Nebenprodukt  gepflanzt  und  giebt
gutes  Erträgniß.  Raphiabast,  ein  Produkt,  das  von
Madagaskar  massenhaft  ausgeführt  wird,  ist  in  Ostafrika
  nahezu  unbekannt,  obwohl  die  dasselbe  liefernde
Palme  Raphia  Ruffia  ebenfalls  häufig  vorkommt.
Baobabfaser,  die  von  der  Westküste  Afrikas  exportirt
wird  und  für  die  Papierfabrikation  werthvoll  ist,
wird  in  Ostafrika  nur  von  Eingeborenen  zu  Stricken
verarbeitet,  jedoch  nicht  in  den  Handel  gebracht,  obwohl
  es  hier  viel  mehr  Baobabs  giebt  als  irgendwo
in  Westafrika.  Ein  von  der  Deutsch-ostafrikanischen
Gesellschaft  damit  gemachter  Versuch  scheiterte  deshalb,
well  das  Produkt  nicht  in  der  marktfähigen  Form
geliefert  wurde.  Die  Borassusfaser,  die  ein  sehr  bedeutendes
  Produkt  Südindiens  und  Ceylons  bildet,
kennt  man  hier  ebenfalls  nicht,  obwohl  die  sie  liefernde
Palmyrapalme  (Borassus)  häufig  ist.  Hier  sowie  in
anderen  von  den  Eingeborenen  benutzten  Faserstoffen,
nach  welchen  in  der  europäischen  Industrie  so  starke
Nachfrage  ist,  bleibt  der  wirthschaftlichen  Erschließung
Ostafrikas  noch  viel  zu  thun  übrig.

Farbstoffe.  Orseille.  Mit  der  Hebung  der
chemischen  Farbenerzeugung  in  Europa  schwindet  allmählich
  die  Nachfrage  nach  dieser  Flechte,  die  früher
ein  werthvolles  Produkt  war,  jetzt  aber  im  Handel
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        keine  Rolle  mehr  spielt.  Exportirt  wurde  1896  für
24  450  Rupien.  An  anderen  Farbstoffen  gedeiht
hier  noch  die  Hennapflanze,  die  den  Eingeborenen
als  Kosmetikum  dient,  jedoch  nur  lokale  Bedeutung  hat.
Farbhölzer,  obwohl  vorhanden,  werden  nicht  exportirt.

Hölzer.  Bezüglich  Hölzer  kommt  Ostafrika  für
den  Export  nach  Europa  noch  nicht  in  Betracht.
Bauholz  aus  Mangrovenstämmen,  von  vorzüglicher
Qualität  und  in  allen  Dimensionen  liefert  das  Rufiyidelta
  in  Deutsch  -Ostafrika,  von  wo  nicht  nur  die
Stadt  Sansibar  versorgt  wird,  sondern  auch  einheimische
  Segelschiffe  (Dhaus)  mit  Ladungen  nach
Indien  gehen.  Die  Schlaggebühr  dieser  Hölzer  bildet
eine  nicht  unbedeutende  Einnahme  der  ostafrikanischen
Verwaltung.  In  neuerer  Zeit  wird  an  eine  forstmännische
  Ausnutzung  dieser  Wälder  geschritten.
Andere  Hölzer  kommen  aus  Lamu  in  Britisch-Ostafrika.
An  vorzüglichen  Bau=  und  Edelhölzern  sind  die  Urwälder
  Usambaras  reich,  doch  sind  die  Kommunikationsmittel
  zu  mangelhaft,  um  eine  Ausfuhr  zu
ermöglichen.  Es  fehlt  auch  meist  an  den  nothwendigen
Geräthen  zur  Bearbeitung,  so  daß  der  Fall  nicht
selten  ist,  daß  Pflanzer  die  beim  Klären  der  Plantagen
gefällten  Bäume  verbrennen  oder  verfaulen  lassen,
während  sie  selbst  in  Häusern  aus  europälschem  Holz
wohnen.

An  Grenadille=  und  Ebenholz  findet  ebenfalls  nur
ein  kleiner  Export  statt.  Aus  Lindi  fand  im  Berichtsjahre
  zum  ersten  Male  ein  Export  von  Grenadilleholz
statt,  das  jedoch  seiner  schlechten  Beschaffenheit  wegen
geringwerthig  und  auch  nicht  in  bedeutenden  Mengen
vorhanden  ist.

Die  Einfuhr  betrug  61  521  Rupien,  die  Ausfuhr
nach  Asien  und  Afrika  22  865  Rupien.

Thierische  Produkte.  Elfenbein  ist  das
einzige  Produkt  Innerafrikas,  das  werthvoll  genug
ist,  um  selbst  einen  monatelangen  Karawanentransport
nach  der  Küste  zu  verlohnen.  Das  Streben  nach
Elfenbein,  verbunden  mit  dem  Sklavenhandel,  war
es  auch,  das  die  Araber  und  Küstenleute  schon  frühzeitig
  ins  Innere  lockte.  Allmählich  rückten  sie  immer
weiter  vor,  bis  ins  Stromgebiet,  ja  darüber  hinaus
bis  zum  Quellengebiet  des  Kongo  und  in  die  endlosen
  Urwälder  des  Herzens  Afrikas.  Der  Vorgang
ist  meist  der,  daß  die  Küstenleute  Vorschüsse  von  den
in  Sansibar  und  an  den  Küstenplätzen  ansässigen
indischen  Großhändlern  erhalten,  womit  sie  ihre
Karawanen  ausrüsten  und  die  nothwendigen  Tauschartikel
  erwerben.  Meist  reicht  das  Ergebniß  der
Reise  nicht  aus,  um  die  Schuldsummen  zu  bezahlen;
während  der  Inder  sich  bereichert,  kommt  der  Karawanenführer
  immer  tiefer  in  Schulden.  Nur  wenige
von  jenen  Arabern,  die  ihr  Elfenbein  auf  ihrer  Reise
nicht  kaufen,  sondern  rauben  konnten  und  außerdem
schwunghaften  Sklavenhandel  betrieben,  sind  dabei  zu
Vermögen  gekommen.  In  neuerer  Zeit  haben  Europäer
  sich  mit  Erfolg  auf  den  direkten  Elfenbeinhandel
in  Innerafrika  verlegt.  Am  bekanntesten  ist  der
Irländer  Stokes,  der  große  Reichthümer  sammelte,

581

 

bevor  ihn  ein  tragisches  Geschick  im  Kongoland  durch
die  Hand  eines  Europäers  ereilte.  Jetzt  besitzt  die
Deutsch-ostafrikanische  Gesellschaft  eine  Handelsniederlassung
  in  Ujiji  am  Tanganyikasee,  die  Verbindung
mit  entfernten  Gegenden  Innerafrikas  unterhält,  und
auch  deutsche  und  österreichische  Private  betreiben
nicht  ohne  Glück  das  gefährliche  und  entbehrungsreiche
Gewerbe  eines  Elfenbeinhändlers  in  Centralafrika.
Die  deutsche  sowohl  wie  die  englische  Kolonialverwaltung
  liefern  nicht  unbedeutende  Mengen  Elfenbein
auf  den  Markt,  die  von  Kriegsleuten  tributpflichtiger
Stämme  und  vom  Durchgangszoll  stammen.  Der
Stapelplatz  für  alles  Elfenbein  ist  Sansibar,  wo  es
meist  erst  in  die  Hände  indischer  Großhändler  gelangt
und  sodann  von  deutschen  und  amerikanischen  Firmen
aufgekauft  und  verschifft  wird.  Der  Qualität  nach
werden  zwei  Hauptgruppen  unterschieden,  nämlich
werthvolles  weiches  Elfenbein,  das  aus  offenem
Steppengebiete  stammt,  und  minderwerthiges  hartes
Bein,  von  Elefanten  aus  Urwaldgegenden  herkommend.
Dazwischen  giebt  es  auch  noch  feine  Unterschiede,
derart,  daß  ein  geübter  Kenner  aus  dem  bloßen
Anblick  eines  Zahnes  mit  großer  Wahrscheinlichkeit
auf  dessen  Herkunftsland  schließen  kann.  Das  minderwerthige
  harte  Bein  konimt  meist  aus  den  Gegenden
jenselts  der  großen  Seen,  vorzüglich  aus  dem  Kongourwald.
  Der  Kongostaat  bietet  sehr  begreiflicherweise
Alles  auf,  um  den  Abfluß  von  Elfenbein  nach  seinen
Häfen  zu  lenken  und  von  Ostafrika  abzuleiten.  Er
ist  auch  in  seinen  Bemühungen  derart  erfolgreich,  daß
thatsächlich  hartes  Elfenbein  fast  nur  mehr  nach  der
Westküste  abgeht  und  in  Ostafrika  von  Jahr  zu  Jahr
seltener  wird.  Dies  bedeutet  einen  großen  Ausfall
in  der  Gesammtausfuhr.  Während  vor  1892  die
Ausfuhr  Sansibars  meist  400  000  engl.  Pfd.  überstieg,
  ist  sie  in  den  letzten  Jahren  auf  etwa  250  000
engl.  Pfd.  gesunken.  Allerdings  bestehen  diese  fast
ausschließlich  aus  gutem  weichen  Bein,  an  dem  noch
keine  Abnahme  zu  erwarten  ist  und  das  regelmäßige
Zufuhren  aus  Unyoro,  Uganda,  Karagwe  und  den
Massailändern  sowie  aus  dem  Nhassagebiete  erhält.

Die  Markklage  war  im  Berichtsjahre  eine  ziemlich
  flaue.  In  Amerika  sowohl,  wie  in  Indien,
einem  der  Hauptabsatzgebiete,  zeigte  sich  geringer
Bedarf.  Der  Mangel  an  Nachfrage  ist  dem  Umstande
  zuzuschreiben,  daß  das  verflossene  Jahr  nach
dem  Hinduglauben  als  ein  für  Hochzeiten  ungünstiges
galt.  Da  nur  Fuß=  und  Armringe  hauptsächlich  bei
Hochzeiten  zur  Vertheilung  gelangen,  so  hatte  eine
Verminderung  dieser  auch  eine  solche  der  Elfenbeinnachfrage
  und  damit  ein  Fallen  der  Preise  in  Sansibar
im  Gefolge.  Während  sich  1895  der  Marktwerth
für  gute,  weiche  70  fündige  Zähne  auf  1,60  bis
1,65  Dollar  per  Frasilah  zu  35  englische  Pfund
hielt,  sank  er  1896  allmählich  bis  1,25  Dollar,
woraus  dem  indischen  Großhändler  bedeutender
Schaden  erwächst.  Die  Preise  für  kleine,  sogenannte
Ballzähne,  aus  welchen  die  Billardbälle  gedreht
werden,  hielten  sich  übrigens  bei  gleichmäßiger  Nach-
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        frage  während  des  ganzen  Berichtsjahres  auf  etwa
1,55  Dollar  per  Frasilah  zu  35  englische  Pfund,
ebenso  Cutch  und  kleine  Zähne.  Die  erfolgte
Präsidentenwahl  in  Amerika  und  der  Umstand,  daß
das  kommende  Jahr  der  Inder  als  günstig  für
Hochzeiten  gilt,  lassen  eine  bedeutende  Steigerung
des  Bedarfes  mit  Sicherheit  erwarten.  Ein  Steigen
der  Preise  findet  jetzt  schon  statt.  Die  Ausfuhr  von
Elfenbein  betrug  1895  für  2168  946  Rupien  und
1896  für  2128  338  Rupien.

Flußpferdzähne  liefern  ebenfalls  Elsenbein
und  haben  eine  sichere  Nachfrage,  da  sie  in  gewissen
Branchen  der  Industrie  Verwendung  finden.  Sie
sind  jedoch  ohne  größere  Bedeutung.  Exportirt
wurden  für  88  488  Rupien.

Nashornhörner  werden  nach  Indien,  weniger
nach  Europa  exportirt  und  hauptsächlich  zu  Stockgriffen
  verarbeitet.  Exportirt  wurden  1896  für
96777  Rupien.

Rinderhäute  bilden  vorzugsweise  ein  Produkt
der  Benadirküste,  doch  haben  die  Ankünfte  seit  der
Rinderpest  noch  nicht  die  frühere  Höhe  erreicht,
wenn  auch  eine  Zunahme  erkennbar  ist.  Von  Deutsch-Ostafrika
  und  den  Komoren  erfolgt  ein  kleiner  Zufluß
von  Schlachthäuten.  Schaf=  und  Ziegenfelle
kommen  ebenfalls  hauptsächlich  vom  Somaliland  und
werden  meist  nach  New-Vork  exportirt.  Exportirt
wurden  Häute  und  Felle  für  189  315  Rupien.

Gazellenfelle,  früher  ein  gelegentliches  Produkt,
zeigten  im  Berichtsjahre  erstaunlich  große  Ankünfte
aus  Benadir.  Die  Eingeborenen  scheinen  dort  große
Mengen  Gazellen  zu  vertilgen,  wohl  um  sich  an  dem
Ausfalle  von  Rinderhäuten  schadlos  zu  halten.

Straußenfedern  kommen  fast  garnicht  auf  den
Sansibarer  Markt,  doch  ist  eine  deutsche  Gesellschaft
in  der  Nähe  des  Kilimandjaro  thätig,  ohne  bisher
noch  positive  Resultate  erzielt  zu  haben.

Wachs,  das  aus  der  portugiesischen  Kolonie
Mozambique  reichlich  exportirt  wird,  spielt  in
Sansibar  keine  Rolle.  Aus  Lindi  kam  es  im  Berichtsjahre
  zum  ersten  Male  in  bescheidenen  Quantitäten
  im  Gesammtwerthe  von  17  900  Rupien  zur
Ausfuhr.

Schildpatt  bildet  ein  nicht  unwichtiges,  werthvolles
  Produkt,  dessen  Preise  etwa  7  Dollar  per
englisches  Pfund  erreichen.  Exportirt  wurde  für
1836  627  Rupien.

Fische,  meist  getrocknete  Haifische,  haben  hauptsächlich
  lokale  Bedeutung.  Zur  Einfuhr  gelangten  für
217  273  Rupien,  zur  Ausfuhr  für  148  435  Rupien.

Perlmutter  findet  sich  in  geringen  Mengen  bei
Sansibar,  Pemba  und  Mafia  in  recht  guter  Qualität.
Es  wird  nach  London  und  Bombay  exportirt.  Perlen
werden  fast  nie  gefunden.  Bei  rationellem  Betriebe
kese  sich  das  Erträgniß  der  Perlmutterfischerei  wohl

eben.

Ziermuscheln  bilden  einen  nicht  unbedeutenden
Ausfuhrgegenstand,  hauptsächlich  für  Hamburger
Firmen.  Sie  kommen  von  der  Ostküste  Sansibars,

 

582

 

von  Pemba  und  Masia  und  dem  Süden  Deutsch-Ostafrikas
  und  gehen  vielfach  nach  den  deutschen
Seebädern,  wo  sie  als  Andenken  verkauft  werden.
Kleinere  Sendungen  für  Rechnung  von  Indien  gehen
zum  Verkaufe  nach  London.  Der  früher  hochwichtige
Handel  mit  Kaurischnecken  hat  fast  ganz  aufgehört,
  da  deren  Gebrauch  als  Scheidemünze  immer
mehr  abnimmt  und  jene  Länder,  wo  (wie  in  Uganda)
diese  noch  besteht,  mit  genügenden  Mengen  der  fast
unzerstörbaren  Kauri  versehen  sind.  Exportirt  wurden
Muscheln  für  51  826  Rupien.

Knochen  werden  in  neuerer  Zeit  häufig  und  in
steigenden  Mengen  von  der  Benadirküste  nach  Sansibar
  gebracht  und  als  Düngematerial  nach  Europa
verschift

ebende  Hausthiere  haben  nur  lokale  Bedeutung
und  kommen  nicht  zur  überseeischen  Verschiffung.
Seit  Erlöschen  der  Viehseuche,  die  hauptsächlich  1891
wüthete,  hat  sich  der  Viehstand  im  Küstengebiete  und
im  Inneren  wieder  gehoben,  doch  wird  immer  noch
viel  Schlachtvieh  aus  Madagaskar  nach  hier
importirt.  Neuerdings  sollen  sich  wieder  Anzeichen
der  Viehseuche  in  Deutsch-Ostafrika  gezeigt  haben.
Pferde  kommen  meist  aus  Indien  und  Arabien
hierher,  vertragen  jedoch  das  Klima  nur  bei  sehr
sorgsamer  Pflege.  Esel  der  guten,  weißen  Maskater
Rasse  werden  hier  gezüchtet  und  nach  der  Küste
ausgeführt,  dafür  kommen  große  afrikanische  Packesel
von  dort  nach  Sansibar.  Exportirt  wurden  für
30  694  Rupien.

Einen  Ueberblick  über  die  Gesammtausfuhr
aus  dem  Hafen  von  Sansibar  im  Jahre  1896
giebt  die  folgende  Liste:  »

Wichtigste  Waaren  1896  1895
Gulden  Gold  österr.  Währ.

 

Gewürznellklklen  093  547  18  470
Elfenben  1362  136  7440
opra..  ...  694  575290
Kautschuk.  .  ..  188  276  312  950
Kopalgmim  172  175  820
e  121  161  108230
childpat  2  41  30270
esamsaat  098  62290
Nelkenstenksel  603  60  950
Pfeffer,  roh  58770  62290
F  öpferdzähen  56  636  30270
eiss;  640  174  68  850
Stückgüter  (meist  Transitt).  240  387  262  751
Ferlchierene)  .....  202  240  1
Einfuhrhandel.

Im  Importgeschäft  hat  Sansibar  von  seiner
Stellung  als  Stapelplatz  noch  wenig  verloren.  Es
gehen  zwar  nicht  unbedeutende  Posten  verschiedener
Waaren,  hauptsächlich  Maschinen,  Baumaterial  und
andere  Bedarfsartikel  der  Europäer,  direkt  nach  den
Küstenplätzen.  Auch  Stückgüter,  wie  Baumwollstoffe,
werden  direkt  von  Europa  und  Indien  nach  dort
importirt  sowie  auch  Reis  und  Mehl  aus  Indien
in  namhaften  Mengen.  Doch  ist  die  allijährlich
steigende  Menge  dieser  Güter  immerhin  noch  gering
gegen  jene,  die  erst  nach  Sansibar  gehen  und  von
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        dort  nach  der  Küste  verschifft  werden.  Der  Vorgang
ist  meist  derart,  daß  die  indischen  Großhändler
Sansibars  ihre  Bestellungen  auf  Grund  von  Mustern
oder  früheren  Lieferungen  bei  den  europäischen
Importhäusern  machen,  die  dann  die  Waaren  von
dem  Fabrikanten  in  Europa  beziehen.  Die  Großhändler
  geben  dann  die  Waaren  an  die  Detailhändler
  in  Sansibar  und  an  der  Küste  ab.  Die
europäischen  Importhäuser  gewähren  Zahlungsfristen
bis  zu  sechs  Monaten  und  im  Falle  früherer  Zahlung
namhaften  Diskont.  Die  Fälle,  daß  Inder  direkt
von  Europa  Waaren  beziehen,  sind  ziemlich  selten;
es  wird  dann  meist  der  Zahlungsmodus  der  Ausfolgung
  der  Schiffspapiere  durch  ein  Bankhaus  gegen
Begleichung  der  Tratte  eingeschlagen.  Dagegen  erhalten
  die  Inder  namhafte  Lieferungen  europäischer
Waaren  aus  Bombay.

Der  Gesammtimport  betrug  1896  13  668  296
Rupien,  gegen  14  988  530  Rupien  im  Vorjahre.
Von  diesen  Ziffern  muß  jene  für  Import  afrikanischer
Produkte  abgezogen  werden,  der  Rest  von  1  073225
Rupien  (1896)  repräsentirt  hauptsächlich  Industriewaaren.


Baumwollstoffe.  Auch  im  Berichtsjahre
wurden  die  englischen  Erzeugnisse  in  diesem  wichtigsten
Artikel  immer  mehr  vom  Markte  verdrängt.  Sie
beschränken  sich  auf  bessere  Qualitäten,  hauptsächlich
Bafts;  ungefärbte  gewöhnliche  Stoffe  kommen  hauptsächlich
  aus  Amerika,  die  schlechteren  Qualitäten  sowie
einfarbige  Waare  in  steigenden  Mengen  aus  Bombay.
Buntdrucke  liefern  Holland  und  die  Schweiz.  Eine
Musterkollektion  der  wichtigsten  hier  gangbaren
Baumwollstosfe  wurde  von  diesem  Konsulate  im
Berichtsjahre  eingesandt,  worauf  hier  besonders  hingewiesen
  wird.  Die  wichtigsten  Baumwollstoffe
mögen  hier  Erwähnung  finden.

Kerikani,  ungefärbter,  amerikanischer  Baumwoll
stoff  in  Ballen  zu  30  Gora,  geht  an  der  Küste  und
im  Innern  in  bedeutenden  Mengen.  Die  gewöhnlichsten
  Sorten  sind:

Merikani  marduff  in  Goras  (Stücken)  zu
40  Nards,  8  bis  10  Rupien.

Merikani  assili  in  Goras  zu  30  Yards  5  Nup.

Gausti,  ungefärbter  Baumwollstoff  aus  Bombay,
hauptsächlich  für  das  Innere  Afrikas  bestimmt.  Gangbar
  sind  (in  Goras  zu  24  Yards  à  Rupien  2,13):

Gausti  Sadini  Nr.  6000  in  Goras  von  38  Yards
à  4  Rup.,  schlechtestes  Zeug,  das  nur  mehr  in  Centralafrika
  Absatz  hat.  Die  Nummern  6000  sind  völlig
usuell  und  werden  von  den  verschiedenen  Erzeugern
den  Goras  aufgedrückt.  Für  die  Qualität  ist  das
Gewicht  entscheidend.  -

Ulayti,  hauptsächlich  aus  Bombay,  ungefärbtes
Baumwollzeug,  das  massenhaften  Absatz  nach  Innerafrika
  findet.  Ballen  zu  50  Goras  à  38  Vards.
Preise  zu  4  bis  5½  Rupien  per  Gora.

embay,  ungefärbtes  Baumwollzeug  aus
Bombay,  am  gangbarsten  in  Goras  zu  30  Yards
à  3½  Rupien.

583

 

–4

Membay  Satini,  Gora  zu  37½  bis  38  Yards
3½  Rupien.

Kaniki,  dunkelblaues  Baumwollzeug,  schlechte
Qualität  aus  Bombay  und  Holland  in  bestimmter
Faltung  und  Appretur;  bildet  die  Hauptbekleidung
der  armen  Bevölkerung  an  der  Küste  und  geht  auch
viel  in  das  Innere.

Kaniki  Bombay,  1  Korja  zu  20  Goras  à
48  Inches  à  8  Yards  16  Dollar.

Kaniki  Ulaya,  1  Korja  zu  20  Goras  à
40  Juches  à  8  Yards  13  Dollar.

Bendera,  rothes  Zeug,  hauptsächlich  aus  Holland,
im  Innern  sehr  beliebt,  fast  einzig  gangbare  Hauptsorte.


Bendera  marduff,  in  Goras  à  26,  à  27⅛¼
Inches  à  24  Yards  1½  Dollar.  Bessere  Nebensorten
  für  den  Verbrauch  an  der  Küste,  roth,  Gora
zu  24  Yards  2¼  Dollar.

Schwefelgelbe  Bendera  manjano,  Gora  zu
24  Yards  2  bis  2¼  Dollar.

Bendera  marduff  dürfte  auch  in  etwas  besserer
und  theuerer  Qualität  gangbar  sein.

Kiki,  Lendentücher,  meist  aus  Holland,  neuerdings
  in  sehr  schlechter  Qualität  auch  aus  Bombay,
starker  Absatz  an  der  Küste  und  im  Innern.

Shnka  Kikoi  in  Goras  zu  23  Yards,  7  Tücher
35  Inches  2  Dollar,  39  Inches  2½  Dollar,  44  Inches
2¼  Dollar.

Shuko  Kikoi,  bessere  Qualität  mit  verschiedenen
Streifen,  1  Korja  zu  10  Goras  à  4½  Nards
(2  Tücher)  4  bis  5  Dollar.

Shuka  Kikoi,  schlechteste  Waare,  aus  Bombay,
1  Korja  zu  10  Goras  à  4  ards  (2  Tücher)
6½  Rupien.

Kikoi  mit  breiten  Streifen,  der  in  der  Farbenlage
  stets  wechselt,  verschiedene  Breiten  und  Qualitäten.
  Am  gewöhnlichsten  Gora  zu  12  Tüchern
23½  Yards  3½  Dollar.

Kanga  bildet  die  Bekleidung  der  Frauen  an
der  Küste  und  ist  einem  ganz  unglaublichen  Modewechsel
  unterworfen.  Die  Muster  wechseln  monatlich
etwa  zweimal.  Altmodische  Kangas  sind  in  Sansibar
nicht  mehr  verkäuflich  und  wandern  nach  der  Küste
und  ins  Innere,  wo  man  immer  um  eine,  bezw.
mehrere  Moden  zurück  ist.  Die  Moden  wechseln
nicht  nur  die  Muster,  in  welchen  sich  Ornamente,
Pflanzen,  Thiere  und  oft  sehr  eigenthümliche  und
unästhetische  Gegenstände  abgebildet  finden,  sondern
auch  in  den  Farbentönen.  Heute  sind  gelbe  Muster
auf  rothem  Grund  in  der  Mode,  während  vor  einem
Monat  nur  braune  auf  gelbem  Grund  getragen
wurden.  Gewöhnlich  wechseln  weiße  auf  rothem,
braune  auf  weißem,  hellblaue  auf  dunkelblauem,
braune  auf  gelbem,  schwarze  auf  weißem  Grunde.
Grüne  Muster  kommen  fast  niemals  vor.  Alle
Kangas  sind  dreifarbig.  Die  Muster  werden  meist
von  den  Inländern  den  Importhäusern  mündlich
vorgeschlagen,  hierauf  von  eigenen  eingeborenen
Zeichnern  ausgeführt  und  sodann  mit  den  Bestellungen
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        nach  Hause  geschickt.  Bezüglich  Qualität  des  Zeuges
variiren  die  Kangas  nicht.  Ihre  Ursprungsländer
sind  Holland  und  die  Schweiz.  Der  Preis  ist  per
Korja  zu  4  Gora  à  5  Träger  von  50  und  72  Inches
7½  Dollar.  Derselbe  ist  fast  keinen  Schwankungen
unterworfen.

Außer  den  gewöhnlichen  Kangas  sind  beliebt:
Kanga  Kunguru,  viereckig  gemusterte  Tücher,  die
per  Koria  zu  4  Goras  von  genau  denselben  Dimensionen
  wie  die  Kanga  Gora  7½  Dollar  kosten.
Die  Kungurus  werden  jetzt  immer  beliebter  und  sind
elwas  weniger  der  Mode  unterworfen.  Auch  bessere
Stoffe  dürften  vielleicht  einen  Markt  finden.  Kanga
Kaniki,  Dimensionen  wie  Kanga,  besonders  an  der
Küste  zur  Zeit  der  Menstruation  von  den  Frauen
getragen,  1  Korja  zu  4  Goras  8  Dollar;  Kanga
Marduff,  violett,  dunkelroth,  indigoblau  à  Korja
7  bis  7½  Dollar;  Kanga  Kisutu,  weniger  der
Mode  unterworfen,  Korja  8,50  Dollar.

Lesso  bildete  vor  Auftauchen  der  Kanja  die  gewöhnliche
  Kleidung  des  Weibes,  geht  jetzt  noch  in
bedeutenden  Mengen  nach  dem  Innern.  Viereckige
kleine  Tücher  in  Stücken  zu  1  Dutzend,  sehr  verschieden
  gemustert.  1  Dutzend  zu  25,22  Inches
0,47  Dollar.

Shiti,  bunte,  vielseitig  bedruckte  Stoffe  in  sehr
verschiedenen  Mustern,  dienten  früher  als  Kleidung,
jetzt  als  Bett=  und  Kissenüberzüge,  haben  neuerdings
keine  bedeutende  Nachfrage,  können  aber  wieder  in
die  Mode  kommen.  Gora  zu  24  Yards  2  bis
2½  Dollar.  «

Kitambi,  Nachahmungen  von  echten  Maskatstoffen,
  die  als  Lendenschürzen  und  Turbantücher
jetzt  noch  in  Verwendung  sind,  im  Innern  sehr  beliebt,
  Grundfarbe  hauptsächlich  dunlelblau,  manchmal
roth,  Streifen  varlirend;  Kitambi  Burah,  Gora
25  Yards  und  40  Juches  4  Dollar;  Kitambie
Kilema,  stets  mit  gleichem  Grundton,  doch
wechselnden  Streifen.  Gora  zu  5  Yards  (2  Tücher)
½  Dollar;  Kunguru,  beliebtes,  gewürseltes  Zeug,
als  Decke  dienend,  hat  auch  im  Innern  starke  Nachfrage.
  Korja  zu  10  Paar  Tücher  à  45,90  Inches
10  Dollar.  Außerdem  gangbar  45,72,  50,80,  50,88,
50,96,  50,108  mit  entsprechenden  Preisänderungen.

Bafta,  Manchesterstoffe,  als  Hemdenstoffe  für
die  männliche  Küstenbevölkerung  dienend.  Sehr  verschiedene
  Muster  mit  bestimmten  Nummern,  die  von
allen  Firmen  angewendet  werden.  Bafta  Nr.  500
(die  Nummer  blau  nufgedruckt)  Gora  zu  40  Yards
2¼  Dollar,  so  ziemlich  das  einzige  Bafta,  das  auch
im  Innern  gangbar  ist;  Bafta  Nr.  250  (die  Nummer
roth  aufgedruckt),  die  gewöhnliche  bessere  Qualität,
Gora  zu  40  Yards  4  Dollar;  Bafta  Tnamanini,
Marke  BBBBB,  gilt  als  besonders  gut,  findet  hauptsächlich
  in  der  Stadt  Absatz,  Gora  zu  40  Vards
5  Dollar.  Stoffe  von  relativ  beschränkter  Nachfrage
sind:  Bafta  Jagarmati  in  Goras  von  18  Yards
mit  Nr.  19  (83½  Rupien),  Nr.  39  (3,12  Rupien),
mit  Nr.  69  (4  Rupien),  Nr.  89  (4,4  Rupien)  und

 

584  —

Nr.  99  (4,8  Rupien);  Mullmull,  Gora  VYards
10,40  Inches;  Bafta  Dauria  (Henzirani),  Gora
10  Yards,  40  Inches,  6  bis  8  Rupien.  Außerdem
sind  noch  viele  Bafta  hier  im  Handel.
Huthrungi,  brauner  Manchesterstoff  von  steigender
Beliebtheit,  für  Hemden  benützt.  Geht  auch  viel  im
Innern.  Sehr  verschiedene  Qualitäten,  die  gewöhnlichste
  Gora  8  Yards,  4  Inches,  0,84  Dollar.
Bauholz.  Fichten=  und  Tannenholz  kommt  bisher
  ausschließlich  von  Norwegen  in  Segelschiffen  nach
Sansibar  und  mit  Dampfern  der  deutschen  Ostafrika-Linie
  nach  Dar-zes-Saläm  und  Tanga.  Im  Berichtsjahre
  wurden  importirt  in  Sansibar  für  161  601  Rup.,
gegen  109  827  in  1895.  Nach  Dar-es-Saläm  und
Tanga  kam  außerdem  für  etwa  40  000  Rupien  Bauholz
  zur  Einfuhr,  Preis  per  Ton  à  600  englische
Quadratfuß,  jeder  Quadratfuß  1  Zoll  dick,  franko
Hafen  hier  69  bis  73  sh.  Hartes  Holz  (Teakholz)
kommt  aus  Indien  zur  Einfuhr.  .
Blechwaaren.  Wellblech  hat  hier  einen  sehr
starken  Konsum  und  wird  in  steigenden  Mengen
hauptsächlich  aus  England  eingeführt.  Der  Preis
beträgt  hier  1,55  bis  1,75  Dollar  per  Frasilah  zu
35  englischen  Pfund.  Direkt  nach  der  Küste  geht
deutsches  Wellblech,  im  Berichtsjahre  etwa  2000
Platten  für  20  000  Rupien  nach  Dar-es-Salám;
auch  Tanga  und  Mombassa  dürften  große  direkte
Einfuhr  von  Wellblech  haben.  Weißblech  kommt
in  Platten  aus  Deutschland.  Emailblech  und
Messingblechwaaren  haben  gute  Nachfrage  und
kommen  nahezu  ausschließlich  aus  Oesterreich.
Cement  wird  in  bedeutenden,  stets  steigenden
Mengen  importirt.  Es  kommen  etwa  5000  Faß
für  60  000  bis  70  000  Rupien  nach  Dar-es-Saläm.
Auch  nach  anderen  Küstenplätzen,  nach  Tanga  und
Mombassa  werden  namhafte  Mengen  Cement  direkt
importirt.  In  Sansibar  hat  das  belgische  Cement
alle  Cemente  aus  dem  Felde  geschlagen,  da  die
größere  Billigkeit  ihm  den  Markt  sichert;  beim
Hafenbau  wurden  hier  große  Mengen  verbraucht.
Der  Preis  schwankt  von  9  bis  10  Rupien  per  Faß.
Konserven.  Bei  der  steigenden  Zahl  der
Europäer  und  den  neuen  Plantagen  und  Bauunternehmungen
  finden  Konserven  hier  und  hauptsächlich
  an  der  Küste  stets  größere  Nachfrage.  Leider
betheiligt  sich  die  heimische  Industrie  dabei  nicht,
obwohl  dieselbe  gerade  hier  sicher  leistungsfähig
wäre.  Frucht-=  und  Gemüsekonserven  kommen  meist
aus  Deutschland  (Rhein),  Konfitüren  aus  England,
Zwieback,  der  auch  von  Eingeborenen  konsumirt  wird,
aus  Deutschland  und  England,  kondensirte  Milch
von  der  Schweiz,  Butter  in  Blechdosen  in  großen
Quantitäten  aus  Dänemark  und  Indien,  Würste  und
Schinken  aus  Deutschland,  Käse  aus  verschiedenen
Ländern.  Sardinen  und  Mixedpickles  werden  auch
von  Eingeborenen  verbraucht.  Nach  Fleischkonserven
ist  geringe  Nachfrage.  Sorgfältige,  unzerbrechliche,
reinliche  Verpackung  der  Waare  und  lange  Haltbar-
        <pb n="691" />
        keit  in  den  Tropen  sind  neben  guter  Qualität  die
wichtigsten  Vorbedingungen  für  einen  guten  Absatz.

Eisenwaaren.  Stab=  und  Flacheisen  wird
aus  Belgien,  Spateneisen  (Jembe)  in  besonderer,
nur  in  Afrika  gebräuchlicher  Form  aus  Deutschland,
Nägel  werden  aus  England,  Klappmesser  aus
Deutschland,  Rasirmesser  aus  Oesterreich  importirt.
Eiserne  Kassen  kamen  früher  vielfach  aus  Oesterreich,
  im  Berichtsjahre  jedoch,  hauptsächlich  der
Frachtverhältnisse  wegen,  aus  England.  Maschinen
werden  von  den  Plantagen=  und  Eisenbahngesellschaften
  aus  Deutschland  und  England  direkt  importirt
und  kommen  kaum  in  den  Handel.

Fez  wurden  im  Berichtsjahre  in  bedeutenden,
stets  steigenden  Mengen  ausschließlich  von  Oesterreich
importirt.  Ausländische  Konkurrenz  macht  sich  in
diesem  Artikel,  der  auch  im  Innern  Afrikas  an  Beliebtheit
  gewinnt,  nicht  geltend.

Glaswaaren.  Fensterglas  kommt  aus  Belgien,
Trinkgläser  und  Lampencylinder  sind  hauptsächlich
  aus  Oesterreich.  In  neuerer  Zeit  macht  sich
die  deutsche  Konkurrenz  in  diesem  Artikel  fühlbar.
Parfümflaschen  kommen  durchweg  aus  Oesterreich.
Nach  Glasbijouterien  ist  kelne  besonders  starke
Nachfrage.  Die  geringen  Mengen,  die  aus  Oesterreich
  importirt  werden,  gehen  meist  in  das  Innere
Afrikas,  Spiegel  kommen  aus  Belgien.  Importirt
wurden  an  Glaswaaren  1896  für  168  618  Rupien,
gegen  1895  für  161  787  Rupien.

Glasperlen.  Ein  nicht  unwichtiger  Artikel,  der
immer  noch  in  großen  Mengen  nach  dem  Innern
Afrikas  geht,  obwohl  die  Nachfrage  eher  abnimmt,
da  mit  der  allmählichen  Verbreitung  von  Baargeld
der  Werth  der  Glasperlen  als  Scheidemünze  aufhört.
Die  meisten  gangbaren  Sorten  kommen  aus  Venedig,
Emailperlen  (Perls  orientales)  vielfach  aus  Deutschland,
  Formperlen,  die  genügende  Nachfrage  haben,
aus  Oesterreich.  Eingeführt  wurden  an  Glasperlen
1896  für  150776  Rupien,  1895  für  161787  Rupien.

4  Kartoffeln.  Frische  Kartoffeln  bilden  einen  nicht

sie  sind  ziemlich  schlechter  Qualität  und  werden  zu
2¾  bis  4½  Rupien  per  Kiste  von  25  kg  verkauft.
Bessere  Bombay-Kartoffeln  kommen,  wohl  der  ungünstigen
  Produktionsverhältnisse  Indiens  wegen,
nur  selten  auf  den  Markt.  Gute  heimische  Kartoffeln
würden  hier  zweifellos  Käufer  finden,  waren  jedoch
im  Berichtsjahre  durch  die  mangelhafte  Seeverbindung
vom  Markte  ausgeschlossen.

Kerzen  kommen  aus  Holland  und  Frankreich
auf  den  Markt  in  Kisten  zu  300,  350  und  400  g
zum  Preise  von  2,50  bis  3  Dollar.

Kohlen  für  die  Dampfer  kommen  aus  England.
Smith  Makenzie  &amp;amp;  Cie.  versorgen  die  englischen
und  deutschen  Kriegsschiffe.  Durch  den  starken  Verkehr
  mit  Südafrika  gewinnt  Sansibar  immer  mehr
an  Wichtigkeit  als  Kohlenstation.  Zur  Einfuhr  gelangten
  1896  für  890  238  und  1895  für  665  698

585

 

–4

Rupien.  Auch  nach  den  Küstenplätzen  werden  direkt
Kohlen  eingeführt.

Lampen  werden  für  Eingeborenen-Gebrauch  m
primitiver  Form  aus  Blech  hier  erzeugt,  bessere
Qualltäten  kommen  aus  Deutschland  und  Oesterreich,
selten  aus  Italien.

Mehl.  Weizenmehl  wird  in  Säcken  aus
Bombay,  in  Fässern  aus  Triest  und  Ungarn  importirt,
  vielfach  via  Hamburg  und  London.  Der
durchschnittliche  Prels  für  ein  Faß  beträgt  20  bis
22  Rupien.  Die  Zufuhr  aus  Indien  war  in  diesem
Jahre  der  Hungersnoth  wegen  beschränkt.  Importirt
wurde  1896  indisches  Mehl  für  141  518  Rupien,
europäisches  Mehl  für  50  729  Rupien.  Auch  na
der  Küste  kommt  Mehl  zur  direkten  Einfuhr.  Nach
Roggenmehl  ist  geringe  Nachfrage.

Teigwaaren.  Nudeln,  Vermicelli  und  Maccaroni
  kommen  in  nicht  unbedeutenden  Mengen  aus
Frankreich  auf  den  Markt.

Metalldraht.  Messing=  und  Kupferdraht
kommen  hauptsächlich  aus  Deutschland,  weniger  aus
England.  Die  Preise  schwanken.  Importirt  wurde
1896  für  41  618  Rupien,  1895  für  43  649  Rupien.

Mineralwässer.  Der  früher  ziemlich  starke
Verbrauch  hat  abgenommen,  seit  man  hier  und  an
mehreren  Küstenplätzen  Sodawasser  erzeugt.  Gießhübler
  Sauerbrunn,  der  früher  häufig  war,  trifft  man
gar  nicht  mehr,  konsumirt  wird  Harzer  Sauerbrunn.

Musikinstrumente.  Mundharmonika,  Ziehharmonika
  und  kleine  Flöten  2c.  kommen  aus  Oesterreich
  und  Deutschland,  sind  jedoch  stark  von  der
Mode  abhängig,  welche  die  Menge  des  Absatzes
beeinflußt.

Möbel  kommen  vielfach  aus  Bombay,  Nohrstühle
mit  steigender  Nachfrage  aus  Oesterreich.  Die
billigsten  Qualitäten  sind  hier  unbedingt  im  Vortheil.

Oelfarben  werden  aus  England  und  Deutschland
  importirt.

Papier.  Fast  alle  hier  gangbaren  Sorten
kommen  aus  Oesterreich,  jedoch  vielfach  über  Bombay.
Gangbar  ist  Schreib=  und  Konzeptpapier,  Buntpapier,
das  die  Weiber  als  Ohrschmuck  benutzen,  und  Cigarettenpapier.
  Letteres  kam  bis  vor  Kurzem  ausschlleßlich
  aus  Oesterreich,  neuerdings  macht  sich  infolge
ungünstiger  Frachtverhältnisse  französische  Konkurrenz
bemerkbar.

Parfümeriewaaren.  Parfüms  und  wohlriechende
  Oele  im  arabischen  Geschmack  kamen  aus
Deutschland,  Frankreich  und  Oesterreich.

Petroleum  bildet  das  übliche  Beleuchtungsmaterlal
  der  Küstenbevölkerung.  Es  kommt  in  Segelschiffen
  aus  Amerika  hierher.  Das  schlechterc  russische
Petroleum  hat  hier  noch  nicht  festen  Fuß  gefaßt.
Der  Preis  beträgt  3½  bis  4½  Rupien  per  Kiste.
Eingeführt  wurde  1896  für  508  642  Rupien,  1895
für  290  042  Rupien.

Posamentierwaaren.  Gold=  und  Silberfäden
(Sari)  kommen  in  meist  unbedeutenden  Mengen  aus
Deutschland.
        <pb n="692" />
        Porzellan  und  Steingutwaaren.  Neben
geringeren  Posten  aus  Deutschland,  Oesterreich  und
England  findet  aus  Holland  dieser  wichiige  Artikel
immer  stärkeren  Absatz.

Regenschirme  sind  hauptsächlich  einfarbig  gangbar,
  bunte  Muster  gehen  meist  nach  dem  Innern,
die  billigen  Muster  kommen  aus  England,  bessere
aus  Deutschland,  neuerdings  billigste  Waare,  schlechte
Qualität  aus  Japan.

Relis,  ein  Haupteinfuhrprodukt  aus  Indien,  das
gegen  Ende  des  Jahres  wegen  der  dort  herrschenden
Hungersnoth  sehr  spärlich  und  theuer  wurde.  Importirt
  wurde  1896  für  1  428  167  Rupien,  1895
für  2  640  871  Rupien.

Schafwollstoffe.  Johs,  Moirstoffe  für  die
Röcke  der  vornehmen  Klasse  kommen  aus  England
und  Deutschland,  neuerdings  auch  aus  Oesterreich.
In  Blangiti,  Schlafdecken,  hauptsächlich  für  Soldaten
und  Arbeiter  auf  dem  kalten  Plateau  Innerafrikas,
für  Eisenbahnarbeiter  2c.,  dürfte  sich  die  Nachfrage
sehr  steigern.  Gangbar  sind  Decken  von  120  bis
180  cm  und  150  bis  200  cm.  Die  Preise  varilren
je  nach  Qualität  zwischen  2½  und  17  Dollar  per
20  Stück.  Noch  billigere  weiche  Decken,  wenn  auch
anderer  Art,  dürften  guten  Absatz  finden.

Streichhölzer.  Fast  ausschließlich  schwedische
Muster  „Three  Star“  gangbar.  Preis  per  Kiste
von  7200  Schachteln  58  bis  62  Rupien,

Seife:  Gewöhnlich  marmorirte  Waschseife  in
bedeutenden  Mengen  aus  Hamburg.  Wird  auch
direkt  nach  der  Küste  (so  nach  Lindi  500  Kisten)
eingeführt.  Preis  per  Kiste  von  23  lbs  1,70  Dollar,
von  15  bis  16  lbs  0,70  Dollar.  Englische  braune
Seife  hat  wenig  Verbreitung.  Preis  per  20  Kisten
zu  10  lbs  30  Rupien.  Toiletteseife  kommt  hauptsächlich
  aus  Oesterreicch.

Spirituosen.  Durch  die  Bestimmungen  der
Brüsseler  Akte  ist  die  Einfuhr  von  Hamburger
Neger-Gin  und  Rum  erschwert,  aber  immer  noch
möglich.  Von  Europsern  wird  an  Branntwein
hauptsächlich  schottischer  Whisky  konsumirt,  die  Kiste
zu  zwölf  Flaschen  zu  20  bis  22  Rupien.  Besonders
starker  Getränkeverbrauch  herrscht  in  Deutsch-Ostafrika.
In  Dar-es-Saläm  wurde  im  Berichtsjahre  direkt
importirt:  Bier  für  etwa  60  000  Rupien,  Wein  für
etwa  50  000  Rupien  und  außerdem  Champagner
für  etwa  20  000  Rupien.  Auch  nach  den  übrigen
Küstenplätzen,  besonders  nach  Tanga  und  Mombassa,
wurden  Spirituosen  direkt  importirt.  Das  Bier  ist
an  der  Küste  vielfach  dunkles  bayerisches,  hier  und
auch  an  der  Küste  ein  sehr  minderwerthiges,  sogenanntes
  Pilsener  Bier  (made  in  Germany)  aus
Barmen  im  Konsum,  wovon  die  Klste  zu  48  Flaschen
20  bis  22  Rupien  kostet.  Echtes  Pilsener  Bier  trifft
man  nur  selten.  Da  die  leichten  österreichischen
Biere  zweifellos  weit  besser  als  die  schweren  bayerischen
für  das  Klima  passen,  so  wäre  hier  der  heimischen
Produktion  ein  Markt  eröffnet,  falls  diese  sich  den

586

 

biesigen  Anforderungen  anpassen  wollte.  An  Weinen
werden  deutsche  und  französische,  in  neuerer  Zeit  auch
ungarische  konsumirt.

In  Sansibar  kamen  1896  zur  Einfuhr  für
144  902  Rupien  Splrikuosen,  darunter  für  73  311
Rupien  Bier  (1895  für  86  432  Rupien).

Tabak.  Cigarettentabak  kommt  in  bedeutenden
Mengen  aus  Holland.  Gangbar  ist  einzig  die  Marke
„Rising  Hope“  in  blauen  Packeten,  wovon  eine  Kiste
zu  55  kg  52  bis  54  Rupien  kostet.  An  englischem
Tabak  ist  für  Eingeborenen-Gebrauch  nur  eine  Marke
„Birds  eye“  gangbar,  die  in  Kisten  zu  400  Blechbüchsen
  zu  ¼  lbs  herauskommt,  wovon  das  Dutzend
Büchsen  2,50  bis  3  Dollar  kostet.  Tabak  für  europäischen
  Gebrauch  kommt  auch  vielfach  aus  Holland
und  aus  Aegypten.  Importirt  wurde  1896  für
190  480  Rupien.

Uhren.  Wanduhren  bilden  einen  kleinen  Importartikel
  Amerikas,  Taschenuhren  einen  solchen  der
Schweiz.

Waschblau,  ein  starker  Verbrauchsartikel,  der
von  den  Eingeborenen  förmlich  zum  Färben  ihrer
Kleider  gebraucht  wird,  kommt  in  Kisten  zu  112  lbs
aus  Deutschland,  die  12,50  bis  15  Dollar  kosten.

Wirkwaaren.  Gangbar  sind  Baumwollleibchen,
sogenannte  Singlets,  in  steigenden  Mengen,  theils
weiß,  theils  gelbbraun.  Am  gewöhnlichsten  sind  die
Größen  von  etwa  35/65  bis  75/35  in  den  Preislagen
  von  3,4  bis  9  Rupien  per  Dutzend.  Die
Leibchen  kommen  in  Kisten  zu  50  Dutzend  meist  aus
Baden  (Radolfszell);  englische  Waare  ist  fast  ganz
verdrängt.  4

Zucker.  Rohrzucker  kommt  aus  Mauritius  und
von  den  Komoren,  Würfelzucker,  der  meist  aus  Oesterreich
  stammt,  wird  via  Hamburg  eingeführt.  Importirt
  wurde  1896  für  340  938  Rupien.

Ueber  die  gesammte  Einfuhr  im  Hafen
von  Sansibar  giebt  die  folgende  Liste  Ausschluß:

1896  1895
Gulden  Gold  österr.  Währ.
Stückgüter  3745  173  2804690
Reis  .  9140301457980
Spezereiwaaren  5889  824  569  480
ohlen  569744  367  520
Meiallwaaren  243  557  232  490
Petrolen  330  160  130
Bucer  218200  146  970
—Q  6444  132  550
Wen  00  960
Bauhoos  3424  97170
Porzellan=  und  Glaswaaren  107  905  89320
Glasperen  496  630
ier  41  919  4  720
Bast=  und  Mattensäcke  34146  47590
frat  26  135  100
Oelfarben  32995  20  370
Verschiedenses  341  530  2155  790
Baargetkdld.  852  86  1324
        <pb n="693" />
        Afrikanische  Produkte:)

1896  1895
***  «  Gulden  Gold  österr.  Währ.
Gewürznelkeens  1  608082  1387  610
Elfenbereen  1182  29  102  351
Konrnra  34  296  750
Kautschkkk  29  516  271  860
Kokosnũsse..  ...  81  776  70  540

 

Was  den  Autheil  der  einzelnen  Länder
an  der  Einfuhr  betrifft,  so  wird  die  englische
Industrie  immer  mehr  vom  ostafrikanischen  Markte
verdrängt  und  durch  Erzeugnisse  des  Kontinents,
Indiens  (Bombay)  und  Amerikas  ersetzt.  Deutschland,
  Holland,  Belgien,  die  Schweiz,  im  geringen
Maße  Frankreich  und  Italien,  nehmen  Antheil  an
der  Versorgung  Sansibars  und  Ostafrikas.  Oesterreich-Ungarns
  Import  nach  hier  ist  keineswegs  unbedeutend,
was  umsomehr  ins  Gewicht  fällt,  als  die  Frachtverhältnisse
  bisher  geradezu  verderblich  für  den
heimischen  Export  nach  hier  waren.

In  Enmailblech  und  Messingblechwaaren,  Fez,
europäischem  Mehl,  Rohrstühlen  und  Cigarettenpopier
beherrscht  Oesterreich  -Ungarn  den  Markt  fast  vollständig
  und  nimmt  wesentlichen  Antheil  am  Import
von  billigen  Elsenwaaren,  Glaswaaren,  Glasperlen,
Lampen,  Musikinstrumenten,  Papier,  Parfümerien,
Porzellan  und  Steingutwaaren,  Schafwollstoffen,
Toiletteseifen,  Wein  und  Zucker.  Sobald  eine  geeignete
  Verbindung  bestehen  wird,  ist  nicht  nur  eine
namhafte  Steigerung  des  Importes  in  diesen  Waaren,
sondern  auch  Mitbetheiligung  Oesterreichs  am  Import
anderer  Waaren,  wie  Bauholz,  Cement,  Wellblech,
Konserven,  Kartoffeln,  Kerzen,  Metalldraht,  Posamenteriewaaren,
  Waschseife,  Waschblau,  Wirkwaaren
und  Bekleidungsstoffen,  zu  erhoffen.  #

Eine  auch  nur  annäherungsweise  richtige  Schätzung
der  Importziffer  Oesterreich-Ungarns  nach  Sansibar

 

und  Ostafrika  anzugeben,  ist  unmöglich,  da  sehr  viele

Waaren  via  Hamburg  und  London  sowie  via  Bombay
herkommen  und  auf  dem  Markte  als  österreichische

 

ostaseht  E“  aus  Europa  und  Asien  nach  der

587

 

Waare  oft  erkennbar  sind,  auf  dem  Zollhause  aber
nicht  besonders  verzeichnet  werden.  AÄuch  bezüglich
des  Importes  von  Triest  ist  die  Zollliste  unverläßlich,
  da  die  Waaren  aus  Triest  mit  englischen
Dampfern  hier  ankommen  und  die  Sonderung  daher
sehr  erschwert  ist.

 

VVVVVVVWVVWVVVVWVWVVVVVWWVVVVVTFFW

Tilter  atur.

Paul  Langhans:  Deutscher  Kolonialaklas.  Gotha.
Justus  Perthes.

Vor  sechs  Jahren  erschien  die  erste  Lieserung
dieses  groß  angelegten  und  vortrefflichen  Kartenwerkes.
Jetzt  endlich  haben  die  letzten  Karten  die  Druckerei
verlassen,  und  der  Atlas  liegt  fertig  vor.  Wie  viel
mühselige  Arbeit  in  dem  Werke  steckt,  dafür  spricht
die  lange  Zeit,  welche  seine  Ferligstellung  in  Anspruch
genommen  hat.  Auch  dem  Laien  wird  bei  seiner
Durchsicht  klar,  daß  hier  der  deutschen  Kolonisationsarbeit
  ein  höchst  werthvolles  Hülfsmittel  geboten
wird  und  daß  deutscher  Fleiß  und  deutsche  Gründlichkeit
  hier  wieder  einen  schönen  Sieg  errungen
haben.  Einen  Nachtheil  hat  freilich  die  große  Sorgfalt
  dieser  Arbeit  auch  gehabt.  In  den  sechs  Jahren,
welche  die  Herausgabe  des  Atlas  beansprucht  hat,
hat  nämlich  die  geographische  Erforschung  der  Schutzgebiete
  so  große  Fortschritte  gemacht,  daß  viele  der
vorliegenden  Karten  schon  wieder  mancher  Ergänzungen
  bedürfen.  In  Zukunft  wird  dieser  Uebelstand
indessen  leichter  zu  vermeiden  sein,  da  ja  die  vorhandenen
  Platten  den  Nachtrag  neuen  Materials
erlauben  und  somit  neue  Auflagen  rasch  hergestellt
werden  können.

Trotz  des  erwähnten  Mangels  ist  der  Langhanssche
  Atlas  jetzt  die  beste  und  vollständigste
Quelle  für  die  Geographie  der  deutschen  Kolonien,
und  es  ist  zu  hoffen,  daß  er  in  den  weitesten  Kreisen
Eingang  findet.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  25/7.  Apia.

W

S
S
S
S
S
V

—

.  (Poststation:  Hofpostamt.)
4  „Condor“  29/6.  Dar-es-Saläm  11/9.  —  Kapstadt.
4  „Falke“  24/6.  Sydney  24/7.  —  Bismarck-Archipel.  (Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Kapstadt.)

„Habicht“  10/9.  Kamerun  20/9.  —  Togogebiet.  (Poststation:  Kamerun.)

„Hyäne“  31/8.  Teneriffa  11)9.  —  Lissabon.  (Poststation:  bis  22/9.  Lissabon,  dann  Rotterdam.)
ermessungsschiff  „Möwe"  21/7.  Matupi.  (Poststation:  Hongkong.)  «
S-»Seeudlet«8J8.Seychellest6-9.—12J9.Dar-eZ-Saläm.(Poststation:Sanf-bar.)

Ablösungstransporte:
Reichspostdampfer  „Stuttgart“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  SS.

„Falke“  und  „Bussard“  (ganze  Besatzungen):
        <pb n="694" />
        588

 

 

 

 

 

Heimreise:  a)  Transportführer  Sydney—Genua:  Korvettenkapitän  Krieg;
17/8.  Aden  17/8.  —  23/8.  Port  Said  23/8.  —  27/8.  Neapel  27/8.  —
28/8.  Genna.
b)  Transportführer  Genua—Bremerhaven:  Kapitänlieutenant  Nieten;
Genua  29/8.  —  6/9.  Antwerpen  /9.  —  9/9.  Bremerhaven.
Derkehrs-Zachrichten.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na-  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
"m  schfrungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  20.  Okt.,  10.  Nov.  Tanga  20  Tage  am  8.,  18.  Oktober,
hbeuche  Schiffe)  3  *  "  #n  Dre  S  Tage  *  Movember
·  rindi  a  t.,  ov.  ansibar  abds.
.  Deutsch-Ostafrika.  cEingeshar  —i  m  si
Marseil  am  ½  •nhn  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ranzoͤsische  Schlffe)  40  10/  abds.
2.  .  Southampton  am  23.  Okt.,  20.  Nov.  Luderitzbucht  22  Tage  am  22.  Okt.,  19.  Nov.
Pvn  e  e.  !*5½  rwtt.  40  nms.  Swakopmund  26  Tage  15  ms.
armb  abi

Dampfer  „Leutwein“)

mbur
abee  ##

am  25.  November
nachts

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

am  25.  November
720  abds.

 

3.  Ramerun.

(48  cuue  zucheno
ool
daäben  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  27.  Okt.,  24.  Nov.

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  jedes  Monats

20  abds.
am  *  mDPv  22.  Nov.

 

4.  Togo=  Gebiet

(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

ambur
c  ",

iverpool
(engiische  Schiffe)
Marseille
(ranzöfische  Schiffe)

am  10.  cit  Mis.  nachts
am  20.jedes  Mts

am  Letzten  jed.  Mts.#

a#m  6.,  20.  Oktober,
3.,  17.  November
am  25.  jedes  Monats

4o  nachm.

Lome  20  Tage

Lome  31  Tage
Klein-Popo  33  Tage
Accra  25

von  da  ab  Landverbindung
Quitlah  36  Tage

von  da  ab  Landverdindung

Kotonon  age
n  da  ab  Landverbindung

am  10.,  und  ebten
jedes
720  r-*½ie

am  4.,  18.  Oktober,
1.,  15.  Nov.  15  ms.

am  23.  jedes  Monats
107  abds.

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

Neap
E  Schiffe)
nt

am  4  Nov.,  12.  Inn.
ds.

am  21.  Nov.,  16.  Jan.
abds.

Stephansort  45  Tage
.  11  Tage

I

10
l

am  15.,  kn  een  November,

 

6.  Marshall=  Inseln.

 

indisi
Manila)

 

Jaluit  etwa  70  Tage

 

 

am  7.  Nov.,  2.  Jan.
abds.

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

am  5.  Nov.,  31.  Dez.
10½  abds.

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hasenc  4  3.  r  i  6  Von  hafen  in  t  8
Deunisch  ·  Osafrit  —  —  -  lehe  S#t-  5  biet  Hamburg  zn  10  u  und  25.5
entsch-Gstafrika  -.  ooeie.....  ede
i.  ad  *  8  Marseille  .  ar  16.  *  u
2  2  *  .
Deutsch-SüdwestafritaSouthampton  am  26.  Hktober,  .#Deutsch-eu-Gninea.  Neapel.  W  *
MRNameru  amburg  am  95led.  Monats.  marshal.  Inseln...  Marseille..  Witle  Oktober,
m  am  7.  Olt.  Mitte  Dezember

 

 

 

 

*  Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="695" />
        —  589  —

Schiffobewegungen  der  Woermann  ·  Lnie.

 

 

 

Reise  Lehle  Nachrichten  —
Postdampfer  von  nach  bis  28.  September  1897
„Adolph  Woermann"  .  Zt.  in  Hamburg.  1
„Aline  Woermann"  Loango  »  Hamburg  am  16.  September  in  Grand-Popo.
„Anna  Woermann““  Sherbro  Hamburg  am  24.  September  ab  Sierra  Leone.

 

„Carl  Woermanno“.  Zt.  in  Hamburg.  4

uag  Bohlen"“"  amburg  dem  Kongo  am  13.  September  in  Las  Palmas.
„Ella  Woermann..  Zt.  in  Hamburg.  ·
«GettntdWoe-mann«..  Kotonon  Hamburg  am  4.  in  Accra.
„Gretchen  Bohlenn"  Hamburg  ·  Kotonon  am  27.  in  Koltonon.
„Hedwig  Woermann!  Hamburg  i  Kotonou  am  24.  Dover  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  .  Hamburg  am  24.  in  Conalry.
„Kurt  Woermann"  Hamburg  Q„  Loanda  am  15.  in  Teneriffe.
„Lothar  Bohlen"  Hamburg  Loango  am  18.  in  Madeira.
„Lulu  Bohle""  Hamburg  Soran  am  26.  in  Gabun.
„Marie  Woermann"  Lüderitzbucht  Hamburg  am  25.  in  Accra.
„Melita  Bohle  éé  Hamburg  Lüderitzbucht  am  28.  Dover  passirt.
„Professor  ermamm“.  Hamburg  dem  Kongo  am  8.  in  Las  Palmas.
„Thekla  Boh  .  Hamburg  Swakopmund  am  10.  in  Swakopmund.
at  .....  Hamburg  Swakopmund  am  18.  in  Las  Palmas.

 

Schisfsbewegungen?  der  r  Deutschen  OhaleiiaLinie  (Lamburg.—Oftafeila).

 

 

 

 

 

.  Reis  e  Lehte  Nachrichten
Reichspostdampfer

postdampf  von  i  nach  bis  28.  September  1897
„König“..  ..  Hamburg  Durban  am  26.  September  an  Delagoabai.
„Herzo  ...  Hamburg  Durban  am  24.  September  ab  Lissabon.
„Kaiserrer  .  Zt.  in  Hamburg.
„Kanzlerrr  Durban  Hamburg  am  27.  September  ab  Marseille
„Bundesratht)  Durban  Hamburg  am  24.  September  an  W
„Reichstag“..  ...  Durban  Hamburg  am  24.  September  an  Aden
„Admirall.  .  3t.  in  Hamburg.
„Generall  .  ..  Hamburg  Durban  am  20.  September  ab  Aden.

 

Anzeigen.

Juserate  (für  die  dreigespaltene  u3  oder  deren  Noum  es  E  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Verlin  SW  12,  nochstraße  68—  n.  15

igu  tjenben.

   

 

      

Foscene  NMdeille  der  Kosonfalausslellung  Hersin  1ö6

Deutsches  bes  Kolonialhaus  Bruno  Antelmann

Berlin  C.,  Jerausalemerstrasse  26.———
Vertrieb  v.  Erzeugnissen  der  —  Kolonien  unter  Aufsicht  hervorrag.  Mitglieder  d.  deutschen  Kolonialgesellschaft.

Kolonial-Kaffee.

  
 
 

   
  
 
 
     

 

Cigarren
Kamerun-Kakao.  as  Neu-Guinen  und  Kamerun.

Kamerun-Schokolade.  Palmbastmatten
4  (wuschbur)  in  bunten  Mustern,
für  Lundbäuser,  Bude-  und

Wohnzimmer  geeignet.

Kolapräparate.

46  oN  1  JuWV.  :10  Jdsu.  %4

 

Kola-  und  Massoi-Likör.

 

 

Preilslisten  kostensos  u.  portofrel.

Eingetragene  Schutzmarke.

     

 

Reichhaltige  ethnologische  Sammlung  aus  Neu-Guinea,  Ost-  und  Westafrika.
Ansichtssendungen  unter  Berechnung  des  Portos  stehen  zu  Diensten.  (32)
AKusschank  von  Kaffee,  Kakao  und  Schokolade.
        <pb n="696" />
        —  590  —

 

 

v  4  ·  Ackedöjtsleitwwäkaækschscm
Eine  -Nedal##on:  Hugo  HerofTck.

eitschrift  für  Vielbeschäftigte

im  Inlande  oder  Auslande  ist  Dezebedentende  Erwaug

lehen  diese  im  In-Tknhd

  80  weit  vV  b  eitete

  u.  belichte  Zeeees

.  Führend  iwen  15  Jähr  z86n=  n

Bostchons  errungon,  hat

klärlich  erwiesen,  dass  eino

Wochensebrift  für  Poalil,  kLilih  Lunst  u.Wissenschaft

—  —  e  —ui

in  der  That  einem  allgemeinen  Bedri#nis  ent  Frenceornc.  ist,  um  dies  ocn  oft  missbrauchto
  Schlagwort  einma!  mit  Berechtigung  zu  gebrauchen.  —  Für  den  im  Boruf  des

Aufgehenden  —  (uirgends  wlrd  Ss  IntensIv  Searbelter  wle  in  Bbeabchind)  —
bleibt  nur  Beschweige  vorschicdener  ggeblarker:

(4.  In  W  nscei  Form  u
Hier  setzt  „DAS  ECHO  ein!  nisse  der  Wocho  isia.
nichtis  ausser  Acht  lasecnd  von  allgemeincem  Interesse,  und  u  mendele  ohne  P
alle  Pariclen  zur  Geltung  bringend,  ist  .D  AS  ECHIO“  PSsonholen  für  llne  Mür
lobendigen  An  rs-  an  seiner  Zeit  nimmt.  Uier  findet  der  Losor  noben  don  Geschohnissen

 

   
    
  
   
       
 
   
   
    
     
   

JaIrgang.

gowi  ist  unsor  Kart  nicht  nur  für  4en  Knsichuigen  olitiker,  der  auch  dle  Stämmen
r  Gegner  zu  w  n  weiss.  sondor  ne  edon  Gebildeton  üborhaupt  durch  seinen
nEn-  SEsster  u  vlrn  gfelan  von  roen
Unsere  Zeit  ruft  mit  -rie  in  immer  weiteren  Kreisen
regste  Anteilnahme  an  ihren  Ereignissen  hervor.

on  dem  reierhteltigen  Inhalt  ungoros  Blattes  zeugt  schon  die  Vortellung  des  Stotles
  in  n

I.  Politik.  Eine  zmrewelee  Bespre-.  Deutschtum  im  Auelande.  Nachrich-I##



lesen,  als  wöchentliche  Chronlk  der  Zeiterelgulsse  bestens  empfohlon.

chung  der  Tagesfragen,  wie  alles  ten  über  das  Leben  und  Treiben  unsedessen,
  was  die  Welt  bewegt  und  rer  Volksgenossen  in  der  weiten  Welt.
W*12  ersũllt.  9.  Aus  hohen  Kreisen.  Nachrichten  von
Sslttz#is  2.  Handel.  Interessante  Fragen  vom  den  Hôlen  und  aus  den  Zirkeln  der
*  Weltmarkte.  Gesomt-Wochenüber-  vornehmen  Welt.
.  sicht  des  internutionulen.  Geld-  und  0.  Militär  und  Marine.  Mitteilungen  über
#es  Warenmarkte  Verhäültnisse  u.  Bewegungen  der  Land-##dss#
  3.  Schnitzel  und  en  Allerlei  inter-  und  Seemacht  aller  Stanten.
’1  essanter  Kleinkram  II.  Lünder-  und  Völkkerkunde.
F’r  r  4.  Jodesfälle.  12.  Koloniales.

ö.  Sprechsaal.  Bietct  eine  Gelegenheit  13.  Gerichtssadl,  Verbrechen,  Ungilicksfür

  jedermann,  wichtige  und  anzie-  ülle.  "
hende  Fragen  vor  das  Forum  der  d.  Kunst  und  Litteratur.

uden,  dz  #sSdern  )  ulOxzuSG

Oeflentlichkeit  zu  bringen.  Wir  bit.5.  Gesundbeitapflege.  Medixinisches.
ten  hier  um  die  Mitarbeiterschaft  16.  Sozieles.
aller  unserer  Leser.  17.  gten  Sehtte  r  Universitat.

6.  Briefkasten.  16.  Sport  u

uszmuecg  samiuk  112.19I  /  u#l0  1#d.

7.  Lesefrchte.  Kleine  ubgeschlossene  No.1  Nalur  Isssenerhapiliehes.
vellen,  Erzühlungen,  Skizzen.  Ibsche#20.  Humoristische
Proben  aus  neuen  Büchererscheinungen.  21.  Anekdoten.

Des  „ECMO“obwohl  kein  eigentlich  illustricrtes  Blatt,  ist  doch  auch  Eelogenk!  tlich  mit  gut
repro  educnr  en  Bildern  ausgestattef,  die  besonders  reich  in  boinen  von  Zeit  zu  Zeit  orscheinenden
  Spezialnummorn  vertreien  sin

Ens  besonderc,  Lebnkeambte  redigierte  und  illustrierte  technische  Abtellung

„Industrielles  Echo“

unterrichtet  über  alle  neuen  und  interessanten  Worszufg,  Nouerungon  und  Erfindungen  auf  dem
gesamten  Gebiete  der  Tochnik  und  Industrio  in  populüror  Form  and  ueht  ino  Vense  Fühlung
zwischen  don  4  ere  aller  gowerblichen  Kreise  herbeizuführe  #nnpon  Indust
nicht  nur  für  Fachleute  geschrieben.  sondern  80  gefasst,  daes  cin  Er  Gobildete  ½  r  ver-Au□LE.
  —.  [  —  —  —
SR  und  -’die  Fortechritte  auf  allen  Gebicten  der  Technik  und  1ndustrie  mit  Interesso  vorfolgen
kann.  —  Gesamtwochenübersicht  des  Internatlonalen  Geld-  und  Warenmarktes,  interessante
  en  v  z  Weltmarkte  werden  in  elner  besonderen  Iubrilc,,  Hundel
berlck

Bestell
Das  „ECHO“  erscheint  jeden  Donnerstag.  r——l.  ———
Fontanscchten  und  Zeitungs-Speditcure  in  Deutschland  zum  Preiso  von  3  Mark  vierteljührlich
entgenen;  in  den  übrigen  Ländern  zu  don  lhdestihterssnnn  Preisen.

DAS  ECHO

D  AS  EC  HEO  aei  Forn  don  Herren  Gelehrten  und  Studlierenden,  sN  hiekt  Aura  kommen,  täglich  eine  v.  skuns  ####

 

     

       
      
      
 
   

   

usufolN  Jeute  ur  Jopo  opuv’l  moh  Inu#  Jodosen
"#

      
 
 
 

   

 

  
     

ueloldmo  suotsod  oss#usiodonsz  Jop  Al#uonO  edomuadoga  #n

     
     
  

   
      
    
     
 
 

brinst  Stlmmen  aus  allen  Partelen,  daher  ist  es  auch  eine
schr  anregende  und  Interessante  Lektüre  für  Jjeden  Polltiker
  suu  10er  ausserhalb  Deutschlands.

       

 

 

kP  möglichst  ganzjabrige  Abonnements  aulzugeben.

hehlt  es  sich

halbjuhrlich  9  Mk.,  ganzjährig  18  Uk.  Bei  Versendung  unter  Streifband  emp

Bestellangon  nehmen  alle  Buchhandlongen,  Postanstalten  und  Zeitangs-  Spediteure  in  Deutschland  zum  Preise  von  3  Mark  rierteljührlich  entgegen;  in  den  brigon  I.ändern  zu  den  landesüblichen
  Preisen.  —  Direkt  von  der  Verlagshandlung  J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstrasse  29,  unter  Kreuzband  bezogen,  kostet  „Das  Echo

niorteliich  4  M.  50  Pt.
        <pb n="697" />
        —  —

591

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpffieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  otien  der.  E.Schering)  zu  Berlin

LMemalem  Mtmesiremn

salzsaures  Phenoeoll)
allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.  ,

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Prolessor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Pro-Iessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerlolge  bei  Malarin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in

rzey  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  olfzielle  Einrcihung  des  Medikuments  in  die  stantlichen
Verschreibungen  des  Kongostuntes  veranlasst.

Das  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
Vvon  Professor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Sslcheren  Hellung  des  Keuchhustens.  .

tmwendesichwcqcndoslcklmltsvonPlIenooollumliyäkoohloncnms
wegen  Litteratur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:
Iamburg:  Gebrüder  Oldenburg;
Barcelonn:  1J.  Esplell;
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-KIIl;
Moskan:  W.  Stlrzwage  &amp;amp;  Co.;
NeW  -  Tork:  Lehn  &amp;amp;  FElnk,  126  Willllam  Street;
Paris:  Ma##  Frè#es,  31  rue  des  peiltes  Ecurles;
klo  de  Janclro:  Magalh#es,  Luclus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelboeler  &amp;amp;  Co.

G6)

 

 

Höchste  Auszelchnung

Chlcago  1893.  2
Höchste  Auszeichn.  (Diplöme
d’#onneur)  Antwerpen  1894.

Fabrik  *
Lochmann'scher

Musikwerke
Aktiengesellschaft
Leipzig-  Gohlis.
Ausschliesslicho  Fnbrikanlin  dor  #  7
Symphonions
mit  auswechselbaren  Notencheiben.
  570
Die  Fabrik  ist  in  ihrer  Art  die
ir  Welt.

“f“

 

 

 

Am  2.  August  d.  Is.  siel  im  Gefecht
  an  der  Hamihbschlucht  gegen
den  aufrührerischen  Stamm  der
Afrikaner-Hottentotten  der  Sekondlieutenant
  der  Kaiserl.  Schutztruppe

Ernst  v.  Alkrock.

Das  Offizierkorps  der  Schutztruppe
  betrauert  tief  das  frühe  Hinscheiden
  dieses  besonders  hoffnungsvollen
  jungen  Offiziers,  welcher  in
treuer  Erfüllung  seiner  Pflicht  einen
schönen  Soldatentod  gefunden  hat.

Im  Namen  des  Offizierkorps

der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für
Deutsch-Südwestafrika:
Leutwein,
Major  und  Kaiserlicher  Landeshauptmann,
  Allerhöchst  beauftragt
mit  den  Funktionen  als  Kommandeur
  der  Schutztruppe.

M.  A.FranekNadt.

Inhuaber:  Emil  G.  Meletta,

 

 

 

 

M##

Mvhlenprodneten.

Eingetrag.  Schutzmarke:  „Fama#“#

Lindner  Sofferdinger

Frankfürt  a.  M.
emplehlen  ihre  leichten,  reinwolleenen,
  elastischen,  nicht  eingehenden

1r

cremefarbenen  16

Cune  Timan  a  Uutrtlettr.

Aerztlich  empfohlen.  Vorzüglich  für
die  Tropen.  Auch  Detail-Verkaul.
Muster  u.  illustr.  Preisliste  franco.

Wer
TAedf-Sunm-ar

benöthigt,  verlange  gratis  u.  sranko
unsere  Preisliste.  (1

19)
ELILIIIIII

in  Stuttgart.

'  ögl.  auf  Brief

Kolonial-Marken  aeun  we
Postw.-T.-Verb.  „Westfalln“,

Münster  I.  W.  (os)
        <pb n="698" />
        Tutti  Frutti,
preisgekrönte  Fabrik  Kandirier  Früchte
und  Frlichte  in  LIkor  und  Sirop,

für  den  Export  gearbeitet,
——  &amp;amp;  Co.
Martino  d’Albaro,  Genna.
ebriinmanr  deponirt.  (C(#j)

Senmiodecigerne  Penster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (10)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

Lurr  u  Schmuttuinge

Zwecks  Ankanfs  von  Schmetterun
  uen  u.  Kälern  suche  mit  Sammlern
schäktsverbindung  zu  treten.

HPanl  Kümmerer,
BeriIn  8W.,  Kochstrasse  68.

 

 

 

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWr:.

 

Die  deutsche

Kolenial-  Gesehgehuus.

Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und  internationalen

  Bereinbarungen

mit  Anmerkungen  und  Sachregister.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben

von

Riebow,
Gerichtsassessor.
1893.  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Mk.  16.
Demnächst  erscheint:
Lachtrag  zu  obigem  Werke.
Se  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit

die  Schutgebie  e  ergangenen  Verrdnungen
  ic.

 

Anweisung

regelmäßigen  —ie  Rapportund
  Berichterstattung

über  die
Kaiserliche  Snttrappe  u  Penllch-G#afrike-..
  Preis  80  Pf.

 

VVV7777T7?  T7TWTNV'irnn

 

592  —

4  ———

F.  H.  SCHMIDT
BAUUNTERNETNZR.

i

HohzsskkvcnsuuossFumnc
EISENCONSTRUCTIONS-  UND  BRUCKENRAUANSTAI.  T.
SPpPECE#ALTTTA#.

AuosrHRUNC  von  Exbohr-BAUTEN
—  ·

HAMBURG
PAULSTRASSE  21.
Fernsprocher  Amt  1,  No.  4163.

I  TELEBGRANM-ADRESSE:
RAINSCHMIDT,  ALTONA.  ()
I

ALTONA

Ramwezc
Fernsprocher  No.  2.

 

 

 

   

aller  Branchon  und  länder

efert  unter  Garantie:

1  Herm.  Serbe
##.  Adressen-Verlagsanstalt

#  —  166  ü0  Lei  zig
*  “  so  bezlehen  durch  1  —*

Joder  einzeine  Adressenbogon  trugt  unsern#en-Aufdruck.
Lonnreichen:  HMan  hllie  sich  vor  minderwerthiren  Nachahmungen!

Sökeland-Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  0

Unerreichte  Haltbarkeit  in  #eiem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  11½8  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  E#6  Zurückgelegt  hatten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  eb  borbnsst  .  1896.
——  erbitten  "n,  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  Haonburg  für
das  Inland  E.  Sörelond  dc  Söhne,  Berlin  N  7½n  oder  Mandsber.

       
       

  

       
  

 

G)

    

 

n

"hn  "  "2  2.  2  .  *  —  #½  *3  «

Feldbahnen
für  koloniale  Zwecke.

Die  Arthur  Koppel’schen
Gleisanlagen.

haben  sich  sowohl  in  der

    
    
 
  

  

"  *  2  —  “  —  2  2  “

tung  von  Zucker-  u.  Kaffee-Plantagen
  und  zum  Gebrauch
in  der  Kultur  noch  unerschlossenen
  Distrikten  vortrefflich
  bewährt.

Arthur  Koppel,

!*——  semtun  MW.  7,  n  hnn  liiunm  «

2
        <pb n="699" />
        —  593  —

Gustav  F.  A.  Guhl  &amp;amp;  Mess,  vamburg.

Lager  von  Konserven,  Delikatessen,
—  Gemllse,  Frllchte,  Flsche,  Fleisch  —
Schiffsproviant,  Weinen,  Likören  etc.
sür  Export-,  Faktorei-  Marine-,  *)  Armee-Bedarl.

een3  alitä  (120)
Export-Packungen  nöle  arer  Fätugankttel  Jeder  Art,
Russischer  und  Hamburger  Export-Kavlur  für  Tropen-Klima- 



8
—

r—□
1

 

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S
—m
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F  2

  
     

   
  
  
  
    

Fabrik  schwer  versliberter  und  vergoldeter
Tarelgerüthe  —  Kunstgegenstäünde.

#
6  Christofle-Bestecke  A
12  Tafellösel  M.  20.40  12  Bessertgabeln  M.  4.  -  X
3  12  Lafelgabeln  „26.40  Dessertmesser  „  24.—
12  Tafelmesser  28.80  3  Theelõssel  „13.60
Besteckkästen  und  Etuis
in  reichster  Auswahl  vorräthig.
AAusführliche  Preisliste  kostenlos.  -.

&amp;amp;  Fabrik-Niederlage:  Berlin  W.,
.  Frledrichstr.  78  (ele  Französischestrasse).

S  —

—  &amp;amp;

Hagen  in  Westfalen  (Deutschland),
Fabrikation  und  Export
Eisen-,  Stall.,  Muiul  1  NNN  Alt.

Ulustr.  Katuloge  in  deutscher,  ——  222  englischer
und  shanischer  Sprache  (116)

3  K.  K.  uestorr.  ·  Ungar.  Hoflieferanten.
"

(us)

—.

 

—m

 

–

 

Auftrüge  durch  europische  Handelshlluser.  erbeten.

 

Spezialität:  Lieferung  für  die  Kolonien.

 

 

 

—  —

—ii—“"“s““
—*.  Ktien-Gesellschaft

für  Holzbearbeitung
½  vorm.  J.  Lüalr.  Kraeft.

  
    
    
  

Bord  Ilam
—  *  Preislisten
stehon  Fratis  zu  Dienston.

Wolgast.  in  Pomm.  wa

 

 

L
—o77

Cänseleber-Pasteten-fabrik


Aug.  Michel

Hoflieferunt
Strassburg  i.  Els.
Spe  zialität  für  den

Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (10)

Allelnige  Agenten  für  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

 

 

delteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

kegler  Cabinet

&amp;amp;  eira  dry

G.  C.  Kesslier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflieferanten
(#)  Esslingen.

M.  Hecht,  Görlitz,

Kunsttischlerel  photogr.  Apparnte.

Speztaltede:  (2)
—  fur  Tropen  In  Teak,
Mahagonl  und  Nussbaum.

 

 

 

 

 

 

 

 

r  Berlin,  Köthenerstr.  37a

Musikinstrumente

 

für  Orchester,  Schule  und  Haus.
Jul.  Heinr.  Zimmermann,
Fabrik  u.  rere0  von  Moeikinslrumenten,

Leipzig,  St.  Petersburg,  Moskau.

 

 

Neue  so  e  -  Prelsellste  gratis.  (38)
        <pb n="700" />
        *..

 

    

 

 

 
  

    

Die  Kolonialpolitik  Porfugals  und  Spaniens
in  ihrer  Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  leeberiicht.  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte
des  16.  Jahrhunderts.
—Preis  geheftet  Me.  10.—  ,  in  Originalband  Mk.  11,50.  —

Noch  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteinahme
  die  Thaten  und  Erfahrungen  der  großen  Kolouialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Entwickelung  der  kolonialen  E-  in  den  edinselnen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  obigem  Werke  der  Bersuch  gemacht,  ein  solches  zu  b

Der  Verfasser,  der  die  Sntwickelung  der  veler  re  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
Nähe  4  beobachten  Gelegenhelt  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Verhältnissen
  auch  der  fremdländischen  Lolonien  sich  vertraut  gemacht  hatte,  will  in  seinem  Werke  allen  mit
kolonialen  Dingen  beschäftigten  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  #oßen  Publikum  ein
klares  Urtheil  über  das  Wesen  igte  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte,  bieten.
Das  Werk  -ell  daher  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  Kolonialpolitik  sein.  0n  korscht  den  Ursachen
nach,  aus  denen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  r  olchen  genöthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,

1
i
i
I

    
     

    

der  Kolonien  selbst  schließt  sich  bcher  eine  Darlegung  aller  der  Gründe,  die  das  Gedeihen  der  Kolonien
begünstigt  oder  gehemmt  haben  Verfasser  kegt  ein  Hauptgewicht  auf  eine  übersichtliche  Darstellung
der  je  nach  den  ziionelen  e  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen
"  Verwaltung  und  Eiissteir

 

2.

niens  Kolonialpolitik  sind  als  Gegenstand  bes  ersten  Bandes  gewählt
worden,  weil  biese  Stauten  die  I#pnkrecer  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  sind,  und  eine  —  der
Einrichtungen  und  Thaten  dieser  beiden  Völker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,
Anschauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  hohem  Maße  lehrreich  ist.  Zum  mindesten  ist
baraus  n  wielerlei  Hinsicht  mit  Gause  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nicht  vorgehen
  so
Der  zweite  Band,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen
Kolonialpolitik  darstellen  wird,  will  dagegen  zeigen,  unter  welchen  Voraussetzungen  und
dingungen  eine  Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  %  Lur  Volk  beseen  sen
muß,  welches  wirklich  lebenssähige  überseeische  Tochterstaaten  heranziehen  will.  Der  die  holländische
Kolonialpolitik  behandelnde  dri  Band  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Geschichte  der
französischen,  Lolon  ialpolitib  kie,  ihr  Hauptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,
welchen  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der
Selbstaufopferung  entbehrenden  Nation  begegnen.  Den  Abschlu  wird  die  Schilderung  der  deutschen
kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes

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Dr.  Alfred  immermann.
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in  welcher  sie  diese  e  ersaßt  und  durchgeführt  haben.  An  die  Geschichte  der  Hründung  und  Entwickelung.

 

 

   

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen.
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
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An  10.  cktober:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Jürgens,
..,  P
naech  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po  und  den  Häfen  der
Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.
Am  18.  Oktober:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Rufisque,  Bathurst,  Bissac,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Oktober:  P.  P„Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Grand-Popo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  Oktober:  P.  D.  „Jeannette  Woermann“,  Capt.  Brinkert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Hüfen  der  Südwestküste  Alrikas
·  von  Landana  bis  Loanda.
Nächste  Expedition  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  November.
Alle  Gitter  mitssen  cm  Tage  vor  dem  4byangsdaftm  bis  12  Uhr  mitcaos  Enossette  sein.
Näheres  wegen  Frache  und  Passage  ertbeilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

,  Oreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmüssige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

wwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neaupel  anlaufend.

 
  

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  etatt:  ab  Hamburg  —
–.  —  —  —  —
R.  P.  D.  „ApHIRAL“,  Capt.  West  6.  Oktober,  20.  Oktober,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weiskan  27.  Oktober,  0.  November,
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  17.  November,  1.  Dezember,
E.  P.  D.  „KoEN#“,  Capt.  Doher  g.  Dezember,  22.  Dezember,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Wanaren  nach
Pangani,  Saademi,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  girften  Hennieeno
direkt  nach  Durban,  Deilagoc-Batd,  Mc#tenga  und  VNosst  Beé.
Neächste  Expedition:  R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson,  am  10.  Oktober  1897.—.

Die  Dampfer  haben  vborziuliche  Einicheungen  I##  Pxssaptere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hambur  (20)
wegen  Passage  die  Hans#.  Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  d
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortlicher  Redalteur  für  den  nichlamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  3  Sohn,  Berlin  SW1,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Oktober  1897  um  8  Uhr  nachmiltags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Serausgeztben  in  der  Holsniel-Ablhelluus  des  Auswärligen  Aute.

 

 

VIII.  Jahrgang.  Perlin,  5.  Ottober  1897.  Unmmer  20.
Diese  Zeilschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.jedes  Mao  riee  werden  els  Zei  efle  beigefügt  die  minde  gens  einmal  vierteljährli
P  E  F#cheiltn  on  —  gsreisen  a  „  41c  6.  rten  aus  den  deutschen  ess  8  den  eben  von  Dr.  Frei  ich
v.  Danckelman.  l  eh  ährliche  Wongemenzopret  ¾§l  33  e  mit  den  n  he  Lein  W  durch  die  Post  und  die
adle  M.  2.—,  see  un  Streisband  durch  zi  eca  sbuchhandst  zang  Mis-  “  für  Deullchleub  und  5  sterreich  Guüngern.  t.  z  für

änder  5sn  Pbr.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Lofouchhüe-  rust  Sie  n,  Miiller
und  Sohn,  Berlin  8W12,  —  68—71,  zu  richten.  Eingetrenen  in  ber  —  —  te  os  unter  E—

 

Inhalt  Amtlicher  Theil:  en  bes  "  orshae  Woldemar  vorn  zum  n  stellvertrelenden  Standesbeamten
für  das  Schutzgebiet  Kamerun  Gouvernementskurs  der  Rupie  für  den  Monat  September  S.  599.  —
Statistik  der  im  Kalenderjahre  1896  in  das  Schutzgebiet  Togo  eingesührken  bezw.  von  dort  ausgeführten  Waarenmengen
  S.  600.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-  9g  astafeila  in  den
Monaten  Juni  und  Juli  1897  S.  601.  —  Personalien  S.  601.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  602.  —  Deutsch:  Sthwestafrika:  Bericht  über  die
Lestrafung“  der  räuberischen  Hottentotten  in  Deutsch-  Sadnesteil  durch  die  Schutztruppe  nam-  2.  August  t  d.
S.  602.  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  604.
fremden  Rol  nien:  Bestimmungen  über  Konzessionen  für  die  Gewinnung  von  Balatakautst  un  in  Sirinan  S.  S#  —
andel  Gabuns  im  Jahre  1896  S.  614.  —  Franz.  Tonhegeb  iet  S.  615.  —  Spanisch-japanischer  Vertrag  S

 

 

Amtssitzverlegung  S.  615.  Se  chiedene  Mittheilungen:  Vorlzuige  Micheleinngen  ber  der  Sieen
-  entralstelle  am  Königlich  botanischen  Gorten  und  Museum  zugegangene  chukmilchuste  S.  615.  —  Litteratur
S.  617.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  617.  —  Schiffsbewegungen  S.  6  rkehrs  hen  S.  618.

"  *—  der  Woermann-Linie  für  das  M##  Vierteljahr  1697  S.  619.  —  5

 

 

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden;  Perkrägr.

Verordnung,  betreffend  Ernennung  eines  stellvertretenden  Standesbeamten.

Auf  Grund  des  §  4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete
(R.  G.  Bl.  1888  S.  75),  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  und  Beurkundung  des  Personenstandes
  von  Reichsangehörigen  im  Auslande,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  S.  599),  und  der  Kaiserlichen
Verordnung  vom  21.  April  1886  (R.  G.  Bl.  S.  128)  ist  dem  Königlich  preußischen  Gerichtsassessor
Woldemar  Horn  für  seine  Person  und  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  von
Kamerun  die  allgemeine  Ermächtigung  ertheilt  worden,  im  Falle  der  Abwesenheit  oder  sonstigen  Behinderung
  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  bürgerlich  gültige  Eheschließungen  betreffs  aller  Personen,  welche  nicht
Eingeborene  sind,  vorzunehmen  und  die  Geburten  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

 

Prrordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schukgebieken.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.

Der  Gouvernementskurs  der  Rupie  in  Deutsch-Ostafrika  ist  für  den  Monat  September  d.  Is.
auf  1,86  Mark  festgesetzt  worden.
        <pb n="706" />
        600

Statiftik  der  im  Kalenderjahre  1896  in  das  Schutzgebiet  Togo  eingeführten
bezw.  von  dort  ausgeführten  Waarenmengen.

a.  Einfuhr  nach  Togo.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1
-.  .  .  .  Werth
Bezeichnung  der  Waaren  Kilogramm  Liter  Meter  Stück  Nar  .
I
Spirituosen  aller  Art  —  868  978,90  —  —  466  518  12
Wein  —  33  331,05  —  —  37  70779
Hüer-  .  .  .  .  ...  —  36707,80—  —  28292  53
Geld  74  —  1  —  —  9  10
Materialwaaren  .  sanige  serhmungsgepenptne  .  21830683  —  —  —  113  461  04
Sabn,  Eigarren  .  84258  —  —  —  116  017  29
.  637  939,00  —  J—  —  820  85
—  —  3482  40  948  59
Fe  feren  23  366,  *  —  1—  —  880  25
lei  und  Bleiwaaren  4285.78  —  1  —  —  2541  55
Eisen  und  Eisenwaaren  71  625,90  —  —  —  1002  26
Kupfer-  und  sonstige  Waaren  aus  unediem  nielal  11  36363  —  *—  —  12  913  67
Bau=  und  Ausoch  spm  lowie  Holwaaren  ..  269  796,25  —  —  —  57  550  60
Jstrumente  un  .  M,  —  —  —  9107  04
und  Lederwaa  kelci  .  .  1  628,07  —  —  —  8182  07
sl—  (Gummi-)  Waaren.  14,63  —  —  —  144  29
Leinen=  und  Seilerwaaren  .  70  752,75  —  —  —  72  690  34
Wolle  und  Wollwaare  1716.  —  —  —  635916
Baumwollwaa  203  535,49  —  —  —  501265'5
Seide  und  Site  nwaaren  1441,42  —  —  —  21  341180
Kleider  und  Putzwaaren.  7  585,4  —  —  —  30589'
Kurzwaaren  6  811,11  —  —  —  24  422
Stroh=  und  VBastwaaren.  246,  —  —  —  1  40480
Bürstenbinderwaaren  346,  —  —  —  766.95
Glas  und  Glaswaaren  20  461,93  —  —  —  30  871
Steine  und  Steinwaaren  38  820,20  —  "—-  —  8844
Thonwaaren  und  Porhellan  18204,65  —  —  —  13  831
Cement  und  Kalk  186  565,560  —  —  —  19  907
The  #eh  19  966,95  —  —  —  2689
Achte,  Oele  und  Fette  869035  —  —  —  7V72
Leire  eum  .  63941.991  —  —  —-  14  312  be
eise  und  Parfümerien  .  24070,27:  —  —  —  19  966  67
Drogen  und  Farb  J—  ..  39810,50;  —  —  —  37  828  87
Papier  und  Pappwa  1124477  —  —  —  8604  76
Litterarische  und  Fenteun  .  306,99  —  —  To  1  83  5
ie  .  —  —  —  .  —-Getreide
  und  ige  E“i  nisse  des  Landbaues  68  565.35  —  —  —  14  448  61
“  u  ehieri  che  *l  e  Gedervieh,  Eier  rr  118,00  —  —  —  4146  —
2801,50  —  —  780  —
Zusammen  Mk.1  886  841123
b  Ft  aus  Togo.
Bezeichnung  der  Waaren  Kilogramm  Säter  Stiick  Werth
,  I  Mark  #f.
Palmkerne  6320  451,00  —  —  1137  680  93
Halmbläter  .  33  375,00  —  —  2961  04
amöb  —  666  142,83  —  196319  33
7  .  750,00  —  —  370—
82  645,50  —  –  297  52  80
aamns  —  —  6000  3599  80
Elfenbein  .  1055,45  —  —  10  870  10
Affenselll  —  —  94  94  —
Andere  Felle..  —  —  82  91  60
Hörner  ....  —  —  44  33  —
affee  ..  8  140,00  —  —  4682  —
Agobeams.  —  —  6700  432  —
Zusammen  Mk.]  1651  417  150
        <pb n="707" />
        —  601  —

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Juni  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,26  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag.  Neben-  ·
Hslspt-ZvlltsmtAusfahrEiufuhrsvscopGeoahrenetwhmesiJnsgespmmt
Np.!.Rp-!P-Rp-EP.RO-lP-,Rp—iP-Sh.P.-Mr.mf.
—
Tanga  %  6695  3129+9  J275|7  168745
ang.rmm  33103  45  à  4
agamooo  3750|20|18825  4171  —  22  55152/3242828/24  =  53963  75
Dar-e#-  Saann1636  5085  25  24  5915212/54  =  1916818
K#lve  1418653  06869  189  —  34  =  243156
Mikindnn  12234  5558080  18  5—  5  54á2
l  I  l—  ·  s

EEIEIIIIIIDIIIII  9866  11404  03  12626  17  —

6554  M24  M.2  Mx.4  Mr.2525  Mr.

—  20  Pf.  42  Pf.  38  Pf.  10  f-f

 

*)  Mit  Berücksichtigung  niger  Reste  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  135  368  Mk.  83  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juni  1897  betrug  420  686  Rup.  =  530064  Mk.  —  Pff.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juni  1897  betrug  583  735  Rup.  =  735  506  Mk.  —  Pf.

Im  Monat  Juli  1897.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,2675  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schisffahrts.HolzschlageMeben-Haupt-3ollantusfuhr
  Einfuhr  0beebührenumahmen  Insgesammt
Ap.  P.]  Rp.  P.]  Rp.  P.]  Rp.  VP.]  Rp.  /P.]  Rp.  P.  —  M.  Pf.
I  I  !
Tanga...«....1114  10069  4  68  —  153  46  18  3811424  06  =  1447992
Vangar.  2039  12  6663  1113  +Ai||i2|13  23|9341  11  =  1133972
Bagamono  10911  62416388  31  8—  i  27342276642——-  l
QutsessSqlüm....  1873j5620877l24  17  —  92  657  191567|23053  2  —  29219  6
i  88512286810  62  389  —818  55349  11216630/  27  =  2107919
Mikindaoaoan  59099  14039  02  271—  19  3  376  1711  %  —  2130794
Zusammen31050  521198|  12  —  L69  2522  48%o  %i  47  —1329780
——  —  —  —  —  —  —  —
39357  Mk.,  Mk.  Mk.81  M.16  Mk.
04  Pf.  60  Pf.  01  Pf.  70  Pf.  85  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juli  1897  betrug  296  233  Rup.  =  375  475  Mk.  33  Pf.

Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juli  1897  betrug  722  768  Rup.  =  916  108  Mk.  44  Pf.

 

Perspnalien.
Kaiserliche  Schutztruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
«  A.  K.  O.  vom  7.  Oktober  1897.

Richter,  Premierlieutenant,  bisher  vom  Königlich  Bayerischen  3.  Infanterie-Regiment  Prinz  Karl  von

Bayern,  mit  dem  13.  Oktober  d.  Is.  als  Premierlieutenant  mit  einem  Patent  vom  24.  Oktober

1893  in  der  Schutztruppe  angestelellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  zu  bestimmen  geruht,  daß  die
solgenden,  von  Theilen  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  in  den  Jahren  1895  und  1896  gelieferten
Gefechte  und  ausgeführten  Kriegszüge  im  Sinne  des  §  23  des  Gesetzes,  betreffend  die  Pensionirung  und
Versorgung  der  Militärpersonen  des  Reichsheeres  und  der  Kaiserlichen  Marine  vom  27.  Juni  1871,  als
ein  Feldzug  gelten  sollen,  für  welchen  den  daran  betheiligt  gewesenen  Deutschen  ein  Kriegsjahr  zur  Anrechnung
  zu  bringen  ist:

1.  Gefechte  mit  den  Waruri  am  2.,  3.  und  4.  Juni  1896.

2.  Expedition  Burungi—JFrangi—Ufiomi—Turu  vom  Juli  bis  September  1896.

3.  Feldzug  gegen  die  Wahehe  vom  12.  Juli  bis  25.  Dezember  1896.
        <pb n="708" />
        Je  :

19.  November  1896.

—

November  und  Dezember  1896.

602

Gefecht  bei  Groß-Aruscha  am  Kilimandjaro  am  5.  November  1896.
Gelechte  in  Urundi  am  25.,  26.  und  27.  September  1896.

.  Bestrafung  des  Sultans  Luassa  in  Uha  am  15.  und  16.  November  1896.
Bestrafung  der  Räuber  an  den  Karawanenstraßen  T

—

Tabora  ·  —Tanganyka  in  Uha  am  18.  und

.  Zug  gegen  den  Sultan  Mtau  und  Erstürmung  der  Tembe  desselben  in  den  Monaten

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  Nanio  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Premierlieutenant
2.  Trooß,  à  la  suite  der  s—sise-.  fü  Südwestafrika,  den  ——  Kronen-Orden  4.  Lass  e  zu  u  verleihen.

 

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Zachrichten.
Deutsch-COstafrika.

Der  Landmesser  Lammert  ist  Ende  September
nach  Deutsch-  Ostafrita  abgereit

Der  Techniker  Salert  ist  nach  Dar-es-Saläm
abgereist.

 

Marshall-  Inseln.
Der  Regierungsarzt  Dr.  Bartels  ist  Mitte  Juli
in  Jaluit  eingetroffen.

Machrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deuksch-HSüdwerstafrika.

Bericht  über  die  Bestrafung  der  räuberischen  Dottentotten
  in  Deutsch-Züdwestafrika  durch  die  Schutztruppe
am  2.  August  d.  Js.

Am  5.  Juli  war  es  nahe  der  englischen  Grenze
.  Deutsch-Südwestafrika  zu  einem  blutigen  Zusammenstoß
  eines  Detachements  der  Schuttruppe
mit  räuberischen  Hottentotten  gekommen,  bei  welcher
Gelegenheit  zwei  deutsche  Reiter  ihren  Tod  gefunden
hatten.

Ueber  den  Erfolg  der  hierdurch  veranlaßten
Strafexpedition,  welche  am  2.  August  d.  Is.  bei
Hamsieb-Kluft  mit  der  Zersprengung  dieser  Räuberbanden
  endete,  liegt  jetzt  der  folgende  Bericht  des
Führers  derselben,  Sekondlientenants  Helms,  vor:

Nachdem  am  Sonntag  den  1.  August  1  Uhr  das

Geschütz  auf  Ulamas  eingetroffen  war,  trat  ich  am
selbigen  Tage  3  3/4  Uhr  abends  von  dort  den  Vormarsch

  auf  die  Kamsieb-Kluft  an.
Stärke  des  Detachements:
4  Offiziere,  1  Arzt,

7  Unteroffiziere,  3  Lazarethgehülfen,  44  Mann

(einschließlich  2  Freiwilligen),
1  Kommando  Veldschoendrager  (13  Mann),
»  Bondelzwarts  (24  Maun),
l  Geschütz,
1  Ochsenwagen.

Nach  etwa  fünfstündigem  Marsche  erreichte  das
Detachement  Roi-Ariam  (Walsers  Damm).  Hier
mußte  bis  2.  August  4  Uhr  morgens  Halt  gemacht
werden,  weil  die  Führer  erklärten,  im  Dunkel  den

Weg  nicht  weiter  finden  zu  können.  Am  2.  August
wurde  von  4  Uhr  bis  10  Uhr  mit  einer  halben
Stunde  Pause,  während  welcher  die  Ochsen  im  Joch
blieben,  durchgetreckt.  Um  diese  Zeit  (10  Uhr)
befand  sich  der  Haupttrupp  der  Avantgarde  etwa
2500  m  nördlich  der  Tamsieb-Hauptkluft  am  nördlichsten
  Ausläufer  der  bier  äußerst  flach  verlaufenden
  Hutaup-Kluft.  Ich  ließ  auf  den  Haupttrupp
der  Avantgarde  aufschließen  und  gab  folgenden
Befehl:

„1.  Der  Feind  soll  sich  am  Zusammenstoß  der
Hutaup=  und  Tamsieb-Kluft  verschanzt  haben.  Die
englische  Polizei  wird  dem  Feinde  den  Uebergang
über  die  Grenze  versperren.

.  Ich  werde  denselben  angreifen.

a)  Abtheilung  v.  Winterfeld,  Stärke  (abzüglich
Pferdehalter)  1  Offizter,  14  Weiße,  3  eingeborene
  Polizisten,  10  Veldschoendrager,  geht
in  der  Hutaup-Kluft  und  westlich  davon  vor.

 

DD)  Abtheilung  v.  Bunsen,  Stärke  (abzüglich
1  Pferdehalter)  1  Offtzier,  8  Weiße,  20  Vondelzwarts,
  in  gleicher  Höhe  mit  der  Abtheilung
v.  Winterfeld,  östlich  der  Hutaup-Kluft.
Das  Geschütz  folgt  mit  800  m  Abstand
hinter  der  Mitte  der  bbtheileng  v.  Winterfeld.
  Unteroffizier  mit  4  Mann  Geschützbedeckung.

r  Wochelllho  v.  Altrock,  Stärke  (abzüglich

Pferdehalter)  1  Offhzier,  16  Weiße,  4  eingeborene
  Polizisten,  solgt  mit  200  m  Abstand
hinter  dem  rechten  Flügel  der  Abtheilung
v.  Bunsen.
        <pb n="709" />
        3.  Pferde  bleiben  gesattelt.
im  Hauptlager.

4.  Reiter  Schmidt  und  Siecke  als  Gefechtsordonnanzen
  zu  meiner  Person.  Reiter  Rieger
Ordonnanz  beim  Herrn  Stabsarzt.

5.  Ich  befinde  mich  bei  der  Abtheilung
v.  Bunsen.“

10½  Uhr  hatte  Abtheilung  v.  Bunsen  den
Nordrand  der  Aamsieb-Kluft  erreicht  und  es  fielen

Wagen  angespannt

von  derselben  die  ersten  Schüsse  auf  einzelne  wenigesich

  hinter  den  wild  durcheinander  liegenden  Klippen
und  in  verschiedenen  Schanzen  versteckten  und  sich
sehr  selten  zeigenden  Hottentotten.  Das  Feuer  wurde
von  den  Letzteren  nur  sehr  schwach  erwidert.  Ich
nahm  den  rechten  Flügel  —  Abtheilung  v.  Winterseld
  —  abzüglich  der  Veldschoendrager,  die  in  der
Schlucht  Stellung  genommen  hatten,  sowie  das  Geschütz
  einschließlich  Bedeckungsmannschaften  bis  zur
südlichsten  äußersten  Ecke  des  rechten  Uferrandes  der
Hutäaup-Kluft  vor,  welch  letzterer  eiwa  um  100  m
welter  in  die  Kamsieb-Kluft  vorspringt  als  der  linke
Uferrand  und  somit  die  feindliche  Stellung  flankirt.
Diese  Stellung  wurde  von  der  Abtheilung  v.  Winterfeld
  11½  Uhr  morgens  eingenommen,  während
das  Geschütz  infolge  großer  Geländeschwierigkeiten
erst  12½/  Uhr,  als  ich  mich  zur  Beschleunigung  der
Entwickelung  des  rechten  Flügels  dorthin  begab,  mit
mir  zugleich  dort  ankam.  Das  Erscheinen  der  Abtheilung
  v.  Winterfeld  in  dieser  Stellung  zwang
die  Hottentotten,  ihre  sämmtlichen  nach  Süden  zu
gelegenen  Schanzen,  unter  Zurücklassen  von  7  Todten,
zu  räumen.  Nachdem  das  Geschütz  auf  dem  rechten
Flügel  eingetroffen  war,  und  einige  Granaten  so
tief  als  möglich  auf  den  jenseitigen  Abhang  über
die  Köpfe  der  jedoch  im  todten  Winkel  auf  der
Schluchtsohle  liegenden  Hottentotten  hinweggefeuert
hatte,  ging  die  Abtheilung  v.  Winterfeld,  verstärkt
durch  die  Artilleriebedeckung  und  meine  beiden
Gefechtsordonnanzen,  den  Abhang  bis  auf  etwa
balbe  Höhe  hinab  gegen  die  Werft  vor.  Von  dieser
Stellung  aus  konnte  der  Zug  sämmtliche  Schanzen,
aus  denen  bis  jetzt  geschossen  war,  mit  Ausnahme
von  2  Löchern  am  östlichen  vorspringenden  Nande,
unter  beherrschendes  Feuer  nehmen.  Daraufhin  gab
ich  1½  Uhr  den  Befehl,  daß  die  Abtheilung
v.  Altrock  zusammen  mit  den  Veldschoendragers  in
der  Schlucht,  die  Abtheilung  v.  Bunsen  auf  dem
östlichen  Abhange  gegen  die  Werft  vorgehen  sollten.

Der  Zug  des  Lieutenants  v.  Altrock  ging  etwa
200  m  zurück,  um  in  die  schroff  abfallende  Hutaup-Kluft
  absteigen  zu  können,  und  ging  dann  in  derselben
  und  auf  beiden  Abhängen  mit  seinem  Zuge
und  den  Veldschoendragern  vor.  Nachdem  er  etwa
100  Schritt  vorwärts  gekommen  war,  erhielt  er  das
erste  Feuer  und  ging  in  demselben  etwa  100  Schritt
sprungweise  vor.  Hier  stieß  die  Abtheilung  des
Lieutenants  v.  Altrock  auf  den  heftigsten  Widerstand.
Sie  wurde  aus  einer  mit  Löchern  durchsetzten  und
von  Rissen  durchzogenen  Klippwand  auf  kurze  Ent- 



603  —

fernung  (5  Schrilt)  beschossen.  In  diese  Stellung
hatten  sich  die  Hottentotten  entweder  erst,  nachdem
sie  aus  den  südlichen  Schanzen  durch  Abtheilung
v.  Winterfeld  geworfen  waren,  gezogen,  oder
sie  hatten  sich  in  derselben  absichtlich  bisher  ganz
ruhig  verhalten.  Gleichzeitig  eröffneten  etwa  6  bis
7  Hottentotten  aus  Löchern  im  gewachsenen  Felsen,
die  noch  künstlich  mit  Klippen  versetzt  waren,  vom
östlichen  Hange  her  auf  die  Abtheilung  v.  Altrock
das  Feuer.
Ich  ließ  diese  Löcher  von  der  Artillerie  und  der
Abtheilung  v.  Winterfeld  unter  Feuer  nehmen.
Trotzdem  gelang  es  der  Abtheilung  v.  Altrock  nicht,
durchzustoßen.  Lieutenant  v.  Altrock  fiel  und  Reiter
Evest  wurde  tödlich  verwundet.  Die  Abtheilung
v.  Bunsen,  die  den  östlichen  Abhang  heruntergehen
sollte,  ging  etwa  100  m  an  diesem  herab,  erhielt
hier  aber  heftiges  Feuer.  Herr  v.  Bunsen  schickte
die  Bondelzwarts  in  die  Klust  zur  Verstärkung  der
Abtheilung  v.  Altrock,  die  jetzt  der  Sergeant  Kreplin
führte.  Das  Gefecht  wurde  auf  beiden  Seiten  mit
der  größten  Hartnäckigkeit  weiter  geführt.  Bei  Eintreten
  der  Dunkelheit  gab  ich  den  Befehl,  daß
Abtheilung  v.  Winterfeld  und  die  Artillerie  in
Stellung  bleiben,  die  beiden  anderen  Abtheilungen
dahinter  Lager  beziehen  sollten.  Mit  Tagesanbruch
sollte  der  Angriff  erneut  werden.  Danach  sah  ich
mich  genöthigt,  wegen  eines  kurz  vor  4  Uhr  erhaltenen
Schusses  den  Befehl  an  Lieutenant  v.  Winterfeld
zu  übergeben.  Lieutenant  v.  Winterfeld  traf
folgende  Abänderung  meines  letzten  Befehls,  daß  er
das  Detachement  im  Hauptlager  sammeln,  und  von
hier  aus  am  nächsten  Morgen  östlich  der  Hutaup-Kluft
  vorgehend  einen  erneuten  Angriff  auf  die
Schanzen  der  Hottentotten  machen  wollte.  Als
Lieutenant  v.  Winterfeld  am  3.  August  vor  der
feindlichen  Stellung  erschien,  fand  er  dieselbe  verlassen.
  Der  Rest  der  Hottentotten  muß  gleich  nach
Abbruch  des  Gefechts  unterm  Schutze  der  Nacht  geslohen
  sein.  Ihre  Todten  (nach  vorläufiger  Meldung
des  Lieutenants  v.  Winterfeld  18),  2  Schwerverwundete,
  sowie  ihr  Vieh  und  ganze  Habe  hatten
sie  zurückgelassen.  Zahlreiche  aus  dem  Lager  herausführende
  Blutspuren  lassen  auf  Seiten  der  Hottentotten
  noch  auf  viele  Verwundete  schließen.  Ihr
Führer  Kividdoe  soll  nach  Aussage  eines  Gefangenen
schwerverwundet  geflüchtet  sein.
Lientenant  v.  Winterfeld  steht,
Stärke:  2  Offiziere,  4  Unteroffiziere,
1  Lazarethgehülfe,  25  Weiße,
22  Bondelzwarts,  12  Veldschoendrager,
au  der  alten  Lagerstelle  der  Hottentotten  und  soll
von  da  die  Spur  derselben  verfolgen.
Verlustliste
im  Gefecht  in  der  Ramsieb-Kluft  am  2.  August  1897.
Todt:
Sekondlieutenant  v.  Altrock  (Schuß  durch  den  Kopf);
Reiter  Evest  (Schuß  durch  den  Unterleib).
        <pb n="710" />
        Schwer  verwundet:
Selondlieutenant  Helm  (Knochenschuß  im  rechten

berarm);
Unterlazarethgehülfe  Seufert  (Schuß  durch  linken
Unterarm  und  rechten  Oberschenkel)
Reiter  Ammersinn  (Schuß  durch  rechten  Oberhenkel);

eingeborener  Reiter  Hill  (Schuß  durch  kinke  Lungenspitze
  und  Schuß  an  der  rechten  Seite  entlang).

Leicht  verwundet:

Reiter  Schmidt  (rechter  Oberschenkel);
Reiter  Ehrhardt  (linker  Oberarm);
eingeborener  Reiter  Ludwig  (am  Kreuz);
1  Veldschoendrager  (rechter  berschenkel

Die  Reiter  haben  sich  im  Allgemeinen  vorzüglich
geschlagen.  Einzelne  Unteroffiziere  und  Reiter  haben
sich  im  höchsten  Grade  ausgezeichnet.

Aus  dem  Berreiche  der  Wissionen  und
der  Ankiskhlaverei-Bewegung.

Der  nach  langjähriger  Arbeit  in  Kamerun  und
Britisch-Centralafrika  zum  englischen  Generalkonsul
in  Tunis  ernannte  bekannte  Kommissar  Sir  Harry
Johnston  gedenkt  in  seinem  neuen  Werk  über  das
Land  seiner  Thätigkeit  mit  warmen  Worten  der
Verdienste  der  Missionen  in  Afrika  auf  wirthschaftlichem
  Gebiete.  Den  Missionaren  in  erster  Reihe
verdanke  ein  großer  Theil  des  tropischen  Afrika  die
Einführung  der  Apfelsinen,  Citronen,  Mangos,  Kokosnüsse,
  des  Kakaos  und  der  Ananas.  Bessere  Arten
von  Hühnern  und  Tauben,  viele  nützliche  Gemüse
und  Zierpflanzen  seien  und  würden  fortgesetzt  den
von  der  Natur  nur  spärlich  bedachten  Gegenden  des
schwarzen  Kontinents  von  den  Sendboten  des  Christenthums
  zugeführt.  Diese  seien  es  auch,  die  vielfach
die  Eingeborenen  zuerst  im  Zimmer=  und  Bauhandwerk,
  in  der  Tischlerei,  Schneiderei,  Schuhmacherei,
der  Schmiedekunst,  Buchhaltung,  Druckerei  und  Kochkunst
  unterwiesen  hätten,  ganz  abgesehen  vom  Lesen,
Schrelben,  Rechnen  und  dergleichen  elementaren
Schulkenntnissen.

Wie  „Die  tatholischen  Müsionen-  vernehmen,
soll  der  Heilige  Stuhl  aus  den  Gülbert-Inseln  und
den  zunächstliegenden  Gruppen  ein  neues  Vikariat
mit  P.  Joseph  Maria  Lerray,  Missionar  vom  heiligsten
  Herzen  von  Issoudun,  an  der  Spitze  geblldet
haben,  während  die  britischen  Theile  der  Salomons-Inseln:
  Guadalcanar,  Malaya,  San  Cristoval  und
die  Gruppe  von  Santa  Cruz  eine  eigene  apostolische
Präsfelter  bilden  sollen,  deren  Leitung  vorderhand
noch  Msigr.  Vidal,  apostolischer  Vikar  von  den
Fidschi-Inseln,  übernimmt.

 

Dem  Jahresbericht  des  deutschen  Afrikavereins
entnehmen  wir  folgende.  Mittheilung  über  die  noch

604

 

junge  abostolische  Wsekar  Kaiser  Wilhelmsland.
(Vgl.  Kol.  Bl.  1896  S.  316.)  Die  apostolische  Präfektur
  Wilhelmsland  auf  Neu-Guinea  (Gesellschaft
des  göttlichen  Wortes  zu  Steyl)  wurde  im  Sommer
v.  Is.  eröffnet.  Am  13.  August  1896  kam  der
apostolische  Präsekt  Everh.  Limbrock  mit  zwei
Priestern  und  drei  Laienbrüdern  in  Friedrich  Wilhelmshafen
  an,  wo  sie  vom  Landeshauptmann  Kapitän
Rüdiger  freundlichst  empfangen  wurden.  Hier  verblieben
  die  Missionare  zwei  Monate.  Weil  aber
Friedrich  Wilhelmshafen,  damals  der  Sitz  des  Landeshauptmanns,
  der  vielen  dort  herrschenden  Fieber
wegen,  als  Hafen=  und  Residenzstadt  aufgegeben
werden  sollte,  sandte  der  apostolische  Präfekt  einen
seiner  Missionare,  Herrn  Vormann,  nach  Berlinhafen,
  um  die  dortige  Gegend  in  Augenschein  zu
nehmen.  Es  stellte  sich  heraus,  daß  die  Fieber  dort
bel  Weitem  nicht  so  stark  auftreten  wie  in  Friedrich
Wilhelmshafen,  und  daß  die  Bevölkerung  eine  viel
dichtere  und  von  gutmüthigem  Charakter  ist.  Deshalb
  wurde  beschlossen,  auf  der  kleinen  Insel  Tamara-(Dudemaine)
  vor  Berlinhafen  die  erste  Missionsstation
zu  gründen.  Ende  Oktober  langten  die  Missionare
daselbst  an.

Wie  das  „Monatsblatt  der  Norddeutschen  Missionsgesellschaft"
  mitthellt,  ist  am  25.  Juli  d.  Is.  die
Schwester  Margarethe  Diehl  auf  Ho  in  Togo  gestorben.


Demselben  Blatt  zufolge  ist  am  11.  d.  Mts.
Missionar  Diehl  mit  Frau  von  Hamburg  nach  Ho#
abgereist.  Dorthin  geht  auch  Frau  Knüsli  zurück,
um  die  Mädchenanstalt  und  Schule  zu  leiten.  Sie
wird  Frl.  Tolch  ablösen,  für  die  eine  europäische
Ruhe  geboten  ist.  Schwester  Anna  Kähler  ist  gleichfalls
  von  Keta  auf  Anordnung  des  Arztes  nach  Hause
gesandt.  Im  Oktober  tritt  Missionar  Bürgi  mit
Frau  die  Wiederausreise  an.  Missionar  Härtter
wird  mit  seiner  Frau  noch  in  Deutschland  bleiben,
da  er  das  von  Frau  Knüsli  begonnene  Evhe-Neue
Testament  durch  den  Druck  führen  will.

 

In  „Kreuz  und  Schwert“  wird  über  die  Thätigkeit
  der  St.  Benediktus-Missionsgesellschaft
in  der  apostolischen  Präfektur  Südsansibar  während
des  Jahres  vom  1.  Juli  1896  bis  1.  Juli  1897
Folgendes  berichtet:

In  der  Mission  waren  thätig  9  Priester,  2  Katecheten,
  15  Brüder,  12  Schwestern.  Ein  Pater,  ein
Bruder,  eine  Schwester  sind  zu  längerem  Urlaub
nach  Europa  gereist,  die  Schwester  ist  schon  bald
nach  ihrer  Ankunft  im  Mutterhause  gestorben.  Desgleichen
  starben  auf  den  Südstationen  zwei  Brüder.
Von  diesen  Todesfällen  abgesehen,  war  der  Gesundheitszustand
  auf  allen  Stationen  befriedigend.

Die  Präfektur  zählt  fünf  Missionsstationen,  von
welchen  zwei  während  des  Berichtsjahres  gegründet
wurden.  Von  diesen  fünf  Stationen  sind  auf  zweien
        <pb n="711" />
        (Dar-es-Saläm  und  Lukuledi)  auch  Missionsschwestem
thätig,  auf  dreien  (Kollasini,  Nhangao,  Iringa)  nur
Missionare.

I.  Dar-es-Saláäm.  Superior  der  Missionsstation
  Dar-es-Saläm  ist  Herr  P.  Innocenz  Hendle

S.  B.,  welchem  ein  Katechet  und  ein  Laienbruder
beigegeben  ist.  Dem  Pater  liegt  die  Seelsorge  der
europäischen,  asiatischen  und  afrikanischen  Katholiken
ob,  deren  Gesammtzahl  ungefähr  350  beträgt.  Der
Katechet  und  Bruder  haben  die  Prokura  für  die
sämmtlichen  Missionsstationen.

Im  Schwesterkloster  St.  Maria  wirken  augenblicklich
  acht  Schwestern.  Dieselben  leiten  eine  Erziehungsanstalt
  für  schwarze  Mädchen,  ein  Hospital
und  ein  Asyl  für  Farbige.  Am  1.  Juli  1897  zählte
das  Internat  92  Mädchen,  wovon  70  getauft,  16
noch  heidnisch  sind.

In  der  Missionsschule  erhalten  alle  Kinder  täglich
Unterricht  in  der  Religion,  im  Lesen,  Schreiben,
Rechnen  und  Gesang.  Die  Erfolge,  welche  hierin
erzielt  werden,  sind  sehr  befriedigend.  Weitaus  der
größte  Theil  der  Mädchen  kann  richtig  lesen  und

deutlich  schreiben.  Der  Gesang  (Kirchengesänge,  aus

dem  Deutschen  übersetzte  Suahelilieder,  einige  deutsche

Lieder)  wird  von  den  Kindern  mit  großer  Vorliebe
gepflegt.

Neben  der  Elementarschule  besteht  noch  eine
Fortbildungs=  oder  Katechetinnenschule,  in  welcher
die  begabtesten  und  bravsten  Mädchen  eine  gründlichere
  Ausbildung  erhalten,  damit  sie  dereinst  in  der
Lage  seien,  auf  den  Innenstationen  den  Missionaren
bein  Unterrichte  der  Frauen  und  Mädchen  behülflich
zu  sein.

Der  Lehrplan  ist  für  diese  Schule  in  gewöhnlichen
  Unterrichtsfächern  bedeutend  erweitert  und  um
deutsche  Sprache  und  (soweit  Begabung  vorhanden)
Harmoniumspiel  vermehrt.  Für  Erlernung  der
deutschen  Sprache  zeigen  diese  begabten  Kinder  sehr
viel  Lust  und  Eifer,  und  wenn  auch  das  Sprechen
noch  mühsam  und  schwerfällig  geht,  so  können  sie
doch  schon  gut  deutsch  lesen  und  schreiben  und  verstehen
  beinahe  alles  Gesprochene.

Neben  dem  Unterrichte  in  Religion  und  Schulfächern
  wurde  bei  Erziehung  der  Mädchen  eln
Hauptaugenmerk  darauf  gerichtet,  sie  an  fleißige  und
regelmäßige  Arbeit  zu  gewöhnen.

Im  St.  Josephsspital  für  Farbige  wurden  in
diesem  Jahre  verpflegt  228  Personen.  Davon  sind
gestorben  45,  die  übrigen  wurden  geheilt  entlassen.
Verbände  wurden  ungefähr  7000  angelegt.  Medizinen
in  etwa  5000  Fällen  verabreicht.

„Neben  diesem  regelmäßigen  Krankendienst  im
Svital  übermehmen  die  Schwestern  mitunter  auch
die  Pflege  schwerkranker  Europäer  in  der  Stadt  und
machen  häufige  Gänge  in  das  Negerviertel  oder  auf
die  umliegenden  Dörfer  und  Schamben.

Neben  dem  Spital  besteht  noch  ein  Asyl  für  gebrechliche
  und  geistesschwache  Leute,  die  dort  Woh-605



 

—

nung,  Kleidung  und  Nahrung  erhalten  und  je  nach
Lust  und  Können  irgend  eine  Arbeit  verrichten.
Räcksichten  auf  die  Gesundheit  und  Platzmangel
machten  während  des  Berichtsjahres  mehrere  Bauten
nothwendig.  Zunächst  wurde  mit  bedeutenden  Kosten
ein  Abzugskanal  nach  dem  Meere  hin  hergestellt.
Da  die  ursprüngliche  Anlage  des  Mädchen-Waisenhauses
  nur  für  40  Kinder  berechnet  war,  die  Zahl
derselben  aber  jetzt  auf  92  gestiegen  ist,  so  mußten
durch  Anbauten  neue  Schlafräume  geschaffen  werden.
Während  dieses  Jahres  wurde  auch  ein  großer
Theil  der  Rohmaterialien  für  den  Bau  der  katholischen
  Kirche  in  Dar-es-Saläm  beschafft.  In  den
nächsien  Tagen  wird  mit  dem  Ban  selbst  begonnen

werden.

II.  Kollasini.  Der  Missionsstation  Kollasini
(Legründet  Juli  1894)  steht  der  Berichterstatter  als
Superior  vor,  welcher  unterstüht  wird  von  einem
Katecheten,  dem  die  Ueberwachung  und  der  theilweise
Unterricht  der  Knaben  übertragen  ist,  und  von  fünf
Laienbrüdern.  Von  denselben  sind  zwei  Maurer,
einer  Zimmermann  und  Schreiner,  einer  Schlosser
und  Klempner,  einer  Gärtner  und  Koch.

Die  Station  hatte  im  Berichtsjahre  eine  sehr
erfreuliche  Entwickelung.  Das  Knaben-Waisenhaus
zählt  gegenwärtig  122  Zöglinge,  von  welchen  112
getauft,  10  noch  heidnisch  sind.  Zum  Unterricht
derselben  besteht  eine  Elementarschule  und  eine  Fortbildungsschule.
  Die  Elementarschule  wird  von
90  Knaben  besucht,  welche  in  zwei  getrennten  Klassen
unterrichtet  werden.  Die  Lehrgegenstände  sind  die
gleichen  wie  in  der  Mädchenschule  zu  Dar-es-Saläm.
22  Knaben,  die  entweder  bereits  genügende  Fortschritte
  in  den  Elementarfächern  gemacht  haben  oder
sich  als  ganz  unfählg  erwiesen,  lesen  und  schreiben
zu  lernen,  erhalten  täglich  Religionsunterricht  und
beschäftigen  sich  die  übrige  Zeit  mit  verschiedenen
Handarbeiten.

Zur  Heranbildung  von  eingeborenen  Lehrern  und
Katecheten  wurde  im  Jahre  1896  elne  Katechetenschule
  errichtet.  Die  Schülerzahl  beträgt  gegenwärtig
zehn.  Der  Lehrplan  ist  für  die  gewöhnlichen  Schulfächer
  bedeutend  erweitert  und  um  deutsche  Sprache
und  Harmoniumspiel  (für  einzelne)  vermehrt;  demnächst
  wird  auch  noch  etwas  Geographie  hinzugefügt
werden.  Da  nur  die  begabtesten  Knaben  für  diese
Schule  ausgewählt  werden,  so  sind  die  Erfolge  sehr
erfreulich.  Beim  Unterricht  in  der  deutschen  Sprache
wurde  in  Ermangelung  eines  anderen  passenden
Buches  bisher  die  Grammatik  von  Seydel  benutzt,
welche  hauptsächlich  zum  Einüben  der  Wörter  dient,
während  das  Hauptgewicht  auf  den  mündlichen
Unterricht  gelegt  wird.  Demnächst  wird  sich  die
Zahl  der  Schüler  bedeutend  vermehren.

Die  Knaben  an  regelmäßige  Thätigkeit  zu  gewöhnen
  und  dieselben  in  Handwerken,  Gartenban
und  Landarbeiten  zu  üben,  dazu  bieten  die  Neubauten,
  Werkstätten,  Gartenanlagen,  Kulturarbeiten
in  Kollasini  ausgiebigste  Gelegenheit.  In  Schreinerei,
        <pb n="712" />
        —  606

Schmiede  und  Schusterei  sind  je  fünf  bis  acht  Lehr-  "1!
jungen,  zum  Theil  auch  schon  Gesellen;  bei  unseren
fortgesetzten  Neubauten  ist  schon  eine  größere  Anzahl

aben  zu  Maurern  ausgebildet  worden;  unter  Anleitung
  und  Aufsicht  eines  Bruders  betreiben  acht
schwarze  Knaben  mit  sehr  gutem  Erfolg  den  Anbau
europäischer  Gemüse,  die  lleineren  sind  beschäftigt,
die  Schamben  auszuroden  cc.

Die  Hauptarbeit  des  Berichtsjahres  war  in
Kollasini  der  Bau  einer  schönen,  geräumigen  Kirche,
welche  jetzt  unter  Dach  gebracht  ist  und  in  etwa  zwei
Monaten  dem  Gebrauche  übergeben  werden  kann.
Außerdem  wurden  auch  noch  Werkstätten  für
Schreiner  und  Schlosser  gebaut  und  an  den  anderen
Häusern  manche  bauliche  Verbesserungen  vorgenommen.
  Im  Verlauf  von  drei  Jahren  wurden
in  Kollasini  gebaut:  ein  geräumiges  Kloster  für  die
Missionare,  ein  großes  Waisenhaus,  berechnet  für
200  Kinder,  davon  getrennt  die  Katechetenschule,
verschiedene  Werkstätten  für  Schlosser,  Schreiner,
Schuster;  Stallungen;  endlich  im  letzten  Jahre  eine
dreischiffige  Kirche,  30  m  lang  und  15  m  breit.

Die  Feldarbeit  hat  unter  der  Bauthätigkeit  etwas
gelitten.  Aber  immerhin  wurde  die  Wildniß  in  der
nächsten  Umgebung  der  Mission  ausgerodet;  sehr
erträgnißreiche  Gemüsegärten  sind  in  wasserreichen
Thälern  angelegt,  etwa  3000  Kokosnüsse  wurden
ausgepflanzt;  auch  Versuche  mit  Vanille,  Teakholz,
Agaven  wurden  gemacht,  wozu  die  Kulturabtheilung
des  Kaiserlichen  Gouvernements  in  sehr  entgegenkommender
  Weise  Sämereien  und  Setzlinge  zur  Verfügung
  stellte.

Eine  Herde  von  30  Stück  Rindvieh  liefert  für
die  Missionare  in  Kollasini  und  Dar-es-Saläm  ausreichend
  Milch,  Butter  und  Käse.  Bis  jetzt  blieb
unsere  Viehherde  noch  stets  von  Seuchen  verschont;
die  Erfolge  in  der  Viehzucht  sind  sehr  befriedigend.

Der  Grundbesitz  der  Mission  wurde  im  letzten
Jahre  durch  neue  Ankäufe  bedeutend  vermehrt.  Die
nächste  Umgebung  des  Missionshauses  bleibt  für
Anlagen,  Gemüsegärten,  Plantagen  reservirt.  Etwa
20  Minuten  weit  entfernt  hat  sich  das  Christendorf
St.  Placidus,  eine  Viertelstunde  von  diesem  entfernt
ein  zweites  Dorf  St.  Michael  gebildet.  84  theils
christliche,  theils  noch  heidnische  Familien  haben  sich
in  diesen  zwei  Dörfern  angesiedelt  und  unterstehen
der  Leltung  der  Mission.  Im  letzten  Jahre  wutden
in  Kollasini  54  Taufen  gespendet.  Die  ganze  Mission
zählt  168  Christen  und  224  Katechumenen.

III.  Lukuledi.  Superior  der  Mission  Lukuledi,
welche  im  Jahre  1895  gegründet  wurde,  ist  P.  Antonius
  Ruedel,  O.  S.  B.,  welcher  unterstützt  wird
von  einem  Pater,  einem  Bruder  und  drei  Schwestern.
Ein  Bruder  ist  während  des  Berichtsjahres  gestorben;
zwei  Schwestern,  welche  schon  zwei  Jahre  auf  der
dortigen  Station  und  überhaupt  sieben  Jahre  öhne
Unterbrechung  in  Afrika  thätig  waren,  sind  soeben
gerade  durch  neue  Kräfte  abgelöst  worden  und

 

werden  demnächst  nach  Europa  in  Urlaub  gehen.

Die  Missionsstation,  seinerzeit  auf  ausdrücklichen
Wunsch  der  Bevölkerung  gegründet,  hatte  von  vornherein
  großen  Einfluß,  welcher  im  letten  Jahre  noch
bedeutend  gestiegen  ist.  Die  Gegend  ist  bewohnt  von
den  intelligenten  Stämmen  der  Yao  und  Makna,
welche  fast  durchweg  dem  Wirken  der  Missionare  ein
ungewöhnliches  Verständniß  und  Interesse  entgegenbringen.


In  Lukuledi  leiten  die  Patres  ein  Waisenhaus
für  Knaben,  die  Schwestern  ein  solches  für  Mädchen.
Mit  beiden  ist  je  eine  Elementarschule  verbunden.
Die  Zahl  der  Internatskinder  sowohl  als  die  der
Schüler  und  Schülerinnen  wechselt  sehr.  Als  beständige
  Schulbesucher  werden  40  Knaben  und
35  Mädchen  angegeben.

Auch  in  Lukuledi  wird  das  Erzlehungsprinzip
beobachtet,  mit  dem  Unterricht  Arbeit  zu  verbinden.
Die  Schul=  und  Internatskinder  sind  angehalten,
einen  Theil  des  Tages  der  Arbeit  zu  widmen.  Die
Yao  und  Makna,  tüchtige  und  fleißige  Ackerbauer,
suchen  das  praktische  Verfahren,  welches  sie  in  der
Mission  sehen,  in  ihren  eigenen  Feldern  nachzuahmen
und  verwenden  gerne  die  Sämereien  und  Pflanzen,
welche  sie  von  den  Patres  erhalten.

IV.  Nyangao.  Im  September  letzten  Jahres
wurde  am  Zusammenfluß  des  Nyangao  und  Lukuledi,
drei  Tagereisen  hinter  Lindi  und  ungefähr  auf  der
Mitte  des  Weges  zwischen  Lukuledi  und  Lindi,  die
Missionsstation  Nyangao  gegründet.  Superior  der
Station  ist  P.  Severin  Hofbauer  O.  S.  B.,  welcher
unterstützt  wird  von  zwei  Laienbrüdern.  Ein  Bruder
ist  im  Monat  Mai  d.  Js.  gestorben.

Die  Station  liegt  in  einer  landschaftlich  schönen,
fruchtbaren  Gegend,  hart  am  steks  wasserreichen
Nyangaofluß.  Bis  jetzt  wurden  auf  der  Station  die
nölhigen  Wohnräume  gebank  sowie  eine  Kirche,  Schule,
Magazine  und  Stallungen  —  alle  Gebäude  sind  nach
Negerart  aus  Bambusstäben  hergesiellt.  Bereits
wurden  auch  mehrere  Tausend  Ziegel  geformt  und
getrocknet,  mit  denen  baldigst  ein  massivercs  und  gesunderes
  Wohnhaus  gebaut  werden  soll.  Die  Bewohner
  der  Gegend  sind  theils  Nao  und  Makua,
theils  Mwela.  Auch  hier  findet  die  Mission  das
gleiche  Vertrauen  und  Entgegenkommen  der  Bevöllkerung
  wie  in  Lukuledi,  und  wir  hegen  die  Hoffnung,
daß  in  wenigen  Jahren  von  Lukuledi  nach  Nyangao
und  von  da  nach  der  Küste  sich  eine  fortgesetzte  Kette
von  Missionsposten  und  Christendörfern  bilden  werde.

In  Nyangao  finden  sich  gegen  150  Personen  zum
Unterricht  und  Gottesdienste  ein.  Gleich  bei  Begründung
  der  Mission  wurde  auch  eine  Schule  eröffnet.
Die  Zahl  der  Schüler  wechselt  zwischen  40  und  20.

Die  Mission  hat  schon  im  ersten  Jahre  ein
ziemlich  großes  Stück  Wildniß  ausgerodet  und  in
Schamben  (Felder)  verwandelt.

V.  Iringa.  Schon  lange  hegten  wir  den
Wunsch,  auch  in  den  westlichen  Gebirgsländern  unserer
        <pb n="713" />
        Präfektur  die  Mission  zu  begründen,  doch  hatten
bisher  die  dort  noch  herrschenden  Unruhen  die  Ausführung
  dieses  Vorhabens  unmöglich  gemacht.  Als
nun  im  letzten  Jahre  das  energische  Vorgehen  des
Herrn  Hauptmanns  Prince  Uhehe  und  seine  Nachbargebiete
  erschlossen,  errichteten  die  Missionare  Anang
  d.  Is.  auf  einer  herrlich  gelegenen  Anhöhe  an
den  Ufern  des  Ruaha,  2½  Stunden  von  der  Militärstation
  und  eine  halbe  Stunde  von  der  Stadt
ringa  entfernt,  eine  Station.  Superior  ist  P.  Ambrosius
  Mayer  0.  S.  B.,  welchem  ein  zweiter  Pater
sowie  drei  Brüder  beigegeben  sind.  Letzer  Tage  ist
noch  ein  dritter  Pater  dahin  abgereist.

Leider  wurde  die  Aufnahme  der  eigentlichen
Missionsthätigkeit  durch  einen  neuen  Aufstand  eines
Theiles  der  Wahehe  verhindert.  Sobald  Ruhe  und
Sicherheit  vollständig  hergestellt  sind,  wird  eine  neue
Station  entweder  in  Uhehe  selbst  oder  in  dem  benachbarten
  Ubena  gegründet  werden.

 

Demselben  Missionsblatt  zufolge  hat  der  greise
I.  Baur,  seit  langen  Jahren  Leiter  des  großartigen
Waisenhauses  der  Väker  vom  heiligen  Geiste  in
Bagamoyo,  dieses  Amt  niedergelegt.  Wer  in  den
letzten  Jahrzehnten  Ostafrika  bereist  hat,  kennt  die
ehrwürdige  Gestalt  des  P.  Baur,  des  ältesten  Veteranen
  der  Mission  des  Küstenlandes.  Bagamoyo  hat
sich  unter  seinem  Einflusse  mächtig  entwickelt  und  eine
ganze  Reihe  neuer  Christendörfer  hervorgerufen.  Sein
Nachfolger  ist  P.  Schneider,  früher  in  Mandera,
zuletzt  als  Superior  in  Tanga  thätig.

 

Schwester  Monika  aus  der  Missionsgesellschaft
der  Pallotiner  hat  eine  biblische  Geschichte  in  der
Dualasprache  verfaßt.  Sie  begiebt  sich  wieder  nach
Kamerun  in  ihre  Mission,  wo  sie  mit  der  Gründung
einer  neuen  Schwesternstation  beauftragt  ist.

 

Die  katholische  Herzen  Jesu-Mission  hat  zu
Ramandu  in  der  Mattawabucht  (Nordseite  der
Gazelle-Halbinsel)  eine  neue  Niederlassung  gegründet.

Die  „Marien  =  Monatshefte“  berichten  über  die
Gründung  der  Missionsstation  in  Wunamärita,  Gazelle-Halbinsel
  auf  Neupommern,  Folgendes:

„Der  Bauplatz  ist  ungefähr  40  m  vom  Meeresstrande
  entfernt.  Br.  Kieft  schafft  Steine,  Sand
und  Kalk  zur  Bereitung  des  Mörtels  herbei.  Br.
Geboers,  der  eigentliche  Baumeister,  führt  mit  Loth
und  Kelle  die  Pfeiler  auf,  welche  die  kleine  Behausung
  aus  Brettern  tragen  müssen.  Die  kurzen  Pfeiler,
auf  denen  das  Holzgebäude  ruht,  werden  aus  einem
Gemisch  von  Kieselsteinen  und  Korallenkalk  hergestellt.
Basilio  lag  die  Gewinnung  der  Kalksteine  und  der
Bau  der  Küche  ob.  Ganze  Tage  stand  er  draußen

607

 

im  Meere  auf  einem  Riffe  und  spaltete  mit  einigen
schwarzen  Arbeitern  Korallenstücke  ab,  die  er  dann
am  Ufer  mit  Holz  bedeckte  und  zu  Kalk  brannte.
Der  hochw.  Herr  Bischof  war  keinen  Augenblick  müßig.
Heute  durchforschte  er  diesen  Theil  der  Besitzung,
morgen  jenen,  oder  er  suchte  die  Flüsse  auf  und  ab
—  nach  Steinen,  oder  prüfte  die  Bodenbeschaffenheit
des  Landes.  Dieser  beständige  Aufenthalt  im  Freien
brachte  seine  angegriffene  Gesundheit  wieder  empor
und  gab  ihm  sogar  den  Muth,  noch  einmal  die
Baininger  Berge  zu  besteigen.“

Dem  Kaiserlichen  Richter  Dr.  Hahl  wird  in
demselben  Bericht  besonderer  Dank  für  das  rege  Interesse
  ausgesprochen,  mit  dem  er  die  Gründung  dieser
Station  gefördert  und  ermöglicht  habe.

RAus  fremden  MUolonien.

Bestimmungen  über  Ronzessionen  für  die  Gewinnung
von  Salatakautschuk  auf  Domänengrund  in  FSurinam.

Dem  „Gouvernementsblad  van  de  Kolonie  Suriname"“
  entnehmen  wir  folgende  Verordnung  vom
21.  Jannuar  1893,  welche  bei  der  Wichtigkeit  der
Kautschukgewinnung  in  den  deutschen  Schutzgebieten
allgemeineres  Interesse  besitzt.

Im  Namen  der  Königin!

Der  Gouverneur  von  Surinam,  erwägend,  daß
es  nöthig  ist,  Anordnungen  über  die  Ausgabe  von
Konzessionen  zur  Gewinnung  von  Balatakautschuk  auf
Domänengrund  in  Surinam  zu  treffen,  hat  nach
Anhören  des  Urtheils  des  Regierungsausschusses  und
erhaltener  Genehmigung  der  „Kolonialen  Staaten“
nachstehende  Verordnung  festgestellt:

I.  Abschnitt.

Von  den  Konzessionen  zur  Gewinnung  von
Balatakautschuk.

Art.  1.

Auf  Terrains,  worauf  oder  wozu  Jemand  von
dem  Berechtigten  kein  Recht  oder  keine  Erlaubniß  hat,
eine  Untersuchung  nach  dem  Vorhandensein  von  Balata
anzustellen,  wird  Jedermann  verboten,  eine  solche
Untersuchung  vorzunehmen.

Wenn  es  Domänengrund  anbetrifft,  so  ist  dazu
die  schriftliche  Erlaubniß  des  Gouverneurs  erforderlich.

Art.  2.

Durch  den  Gouverneur  können,  mit  Inachtnehmung
  der  Bestimmungen  dieser  Verordnung,  Konzessionen
  für  die  Gewinnung  von  Balata  auf  Domänengrund
  ausgegeben  werden.

Länderstrecken,  die  behufs  Ausbeutung  von  Mineralien
  in  Konzession  abgetreten  sind  oder  wofür  zwecks
Untersuchung  nach  dem  Vorhandensein  von  Mineralien
        <pb n="714" />
        Erlaubniß  gegeben  ist,  werden  weder  zur  Gewinnung  s.

von  Balata  in  Konzession  gegeben,  noch  wird  Zustimmung
  verliehen,  eine  Untersuchung  nach  dem
Vorhandensein  von  Balata  anzustellen,  es  sei  denn
an  dieselben  Personen,  welchen  die  Konzession  zur
Gewinnung  oder  zur  Vornahme  einer  Untersuchung
nach  dem  Vorhandensein  von  Mineralien  daselbst
verliehen  ist.

Art.  3.

Es  wird  keine  Konzession  von  Domänengrund
zur  Gewinnung  von  Balata  für  weniger  als  ein  Jahr
oder  länger  als  fünf  Jahre  ausgegeben,  oder  für  eine
größere  Oberfläche  als  50  000  ha.

Es  können  verschiedene  Konzessionen  einer  und
derselben  Person  verliehen  werden,  falls  dieselben  nicht
insgesammt  eine  größere  Oberfläche  als  50  000  ha
umfassen.  Es  wird  keine  kleinere  Konzession  als  für
eine  Oberfläche  von  5000  ha  ausgegeben,  wenn  nicht
die  örtliche  Beschaffenheit  dieses  unmöglich  macht.

Art.  4.

An  die  Kasse  der  Kolonie  werden  jährlich  10  Cents
pro  Hektar  gezahlt.

Falls  die  Konzession  für  länger  als  ein  Jahr
verliehen  wird,  muß  das  Pachtgeld  jedes  Jahr
wenigstens  30  Tage  vor  dem  Jahrestage  des  Konzessionseinganges
  bezahlt  werden.

Bei  Unterlassung  dieser  Zahlung  verfällt  die
Konzession  an  diesem  Jahrestage  vorbehältlich  der
Berechtigung,  welche  in  Art.  30  dem  Konzessionär
zuerkannt  ist.

II.  Abschnitt.
Ueber  die  Erlangung  von  Konzessionen  zur
Gewinnung  von  Balatakautschuk.
Art.  5.

Wer  eine  Konzession  zur  Gewinnung  von  Balata
nachsuchen  will,  macht  hiervon  entweder  in  Person
oder  durch  einen  schriftlich  dazu  Bevollmächtigten  auf
dem  Büreau  des  Verwalters  der  Domänen  vorläufige
Mittheilung  und  beschreibt  die  verlangte  Parzelle  daselbst
  in  einem  hierzu  bestimmten  Register,  zu  welchem
das  Modell  durch  diesen  Chefbeamten  festgestellt  wird,
mit  Angabe  von  Tag  und  Zelt,  welches  Alles  durch
ihn  oder  seinen  Bevollmächtigten  nebst  dem  dazu
angewiesenen  Beamten  unterzeichnet  wird.

Falls  mehrere  Bewerber  für  ein  und  dasselbe
Stück  Land  sich  finden,  hat  derjenige  den  Vorzug,
die  Konzession  der  Parzelle  zu  erhalten,  der  als
Erster  die  Anzeichnung  im  Register  gemacht  hat,  vorausgesetzt,
  daß  das  in  Art.  6  erwähnte  Gesuch  nebst
vorgeschriebenen  Beilagen  innerhalb  des  in  dem
Artikel  bestimmten  Termins  bei  dem  Gorwerneur
eingereicht  wird.  -

«  Art.  6.

Der  im  vorigen  Artikel  erwähnte  Antragsteller
wendet  sich  innerhalb  24  Stunden  nach  dem  Zeitpunkte
  der  Einschreibung,  Sonn=  und  Festtage  nicht
mitgerechnet,  mittels  eines  gestempelten  Gesuchschreibens
  an  den  Gouverneur.

608

 

Dieses  Gesuch  enthält:

a)  seinen  Namen,  Vornamen,  Nationalität  und
Wohnplatz;
b)  gewähltes  Domizil  in  Paramaribo.

Die  Wahl  des  Domizils  zu  Paramaribo  gilt  für
alle  Folgen  des  Antrages  und  bleibt  für  die  Erben
und  Rechtsnachfolger  des  Antragstellers  von  Kraft.

Bei  Veränderung  des  erwählten  Domizils  wird
dieses  dem  Verwalter  der  Domäne  gesetzlich  angekündigt.

Als  Bellagen  zu  seinem  Gesuchschreiben  sügt  er
eine  Karte  in  Umrissen,  in  duplo,  bei,  gezeichnet.
durch  einen  beeidigten  Feldmesser  und  durch  den
Gouvernementsfeldmesser  mit  der  Gesammtkarte  verglichen
  und  für  richtig  erklärt,  auf  welcher  das  Terrain
  so  genau  wie  möglich  angedeutet  ist,  überdies
eine  Quittung  über  Entrichtung  dessen,  was  er  verpflichtet
  ist  —  in  Art.  4  erwähnt  —  zu  Händen  des
kolonialen  Einnehmers  und  Zahlmeisters  oder  anderer
dazu  bestimmter  Beamten  zu  zahlen.

Art.  7.

Der  Besitzer  einer  Erlaubniß  zur  Untersuchung
nach  dem  Vorhandensein  von  Balata  hat  den  Vorzug
zur  Erlangung  von  Konzession  zur  Gewinnung  eines
oder  mehrerer  Theile  oder  der  gesammten  Oberfläche,
worauf  ihm  zur  Untersuchung  Erlaubniß  gegeben  ist,
unter  Vorbehalt  der  Bestimmungen  des  Art.  3  und
vorausgesetzt,  daß  er  sich  vor  Ablauf  des  Termins,  bis
zu  welchem  ihm  die  Erlaubniß  verliehen  ist,  an  den
Gouverneur  auf  die  im  vorhergehenden  Artikel  beschriebene
  Weise  wendet.

Der  Vorzug  dauert  jedoch  keinesfalls  länger  als
neun  Monate  nach  Ertheilung  der  Erlaubniß,  mit  der
Ausnahme,  daß  denjenigen,  die  bei  Inkrafttreten
dieser  Verordnung  Inhaber  von  Erlaubnißberechtigungen
  sind,  ein  Vorzugsrecht  bis  und  mit  höchstens
dem  dreißigsten  Tage  nach  Inkrafttreten  bewilligt
wird,  falls  der  Termin  von  neun  Monaten  eher
verstrichen  sein  sollte.  -

Im  Falle  der  Verlängerung  einer  Erlaubniß
läuft  der  Termin  vom  Datum  der  Gouvernements-Resolution,
  an  welchem  die  Erlaubniß  anfänglich
verliehen  ist.

Wenn  an  mehrere  Personen  Erlaubniß  zur  Untersuchung
  auf  demselben  Terrain  verliehen  ist,  wird  die
Priorität  nach  dem  Datum  der  Resolutionen  geregelt,
durch  welche  die  Erlaubniß  anfänglich  verliehen  ist.

Eine  Erlaubniß  zur  Untersuchung,  deren  Termin
verstrichen  ist,  wird  so  angesehen,  als  ob  dieselbe  bis
30  Tage  nach  Inkrafttreten  dieser  Verordnung  verlängert
  wäre,  falls  oder  insofern  der  Besitzer  derselben
vor  dem  29.  November  1892  ein  Gesuch  eingereicht
hat,  um  gewinnen  zu  dürfen.

Art.  8.

Die  zuvor  erwähnte  Karte  in  Umrissen  wird  hergestellt
  nach  der  Karte  von  Surinam  zufolge  der  in
den  Jahren  1869/70  durch  J.  F.  A.  Cateau  van
Rosevelt  und  J.  F.  A.  E.  van  Lansberge  geschehenen
Abmessungen  und  den  darauf  eventuell  angebrachten
        <pb n="715" />
        Vervollständigungen.  Darauf  werden  seitens  der
Domänenverwaltung  alle  ausgegebenen  Parzellen  vermerkt.
  Sie  liegt  während  der  Büreaustunden  zur
Einsicht  der  Interessenten  auf  dem  Büreau  des  Verwalters
  der  Domänen  aus.

Art.  9.

Falls  die  Anfrage  durch  oder  namens  mehrerer
Personen  geschieht,  muß  das  Gesuch  durch  alle  Antragsteller
  oder  ihre  dazu  schriftlich  Bevollmächtigten
und,  falls  die  Anfrage  durch  Korporationen  oder
Gesellschaften  geschieht  oder  durch  gesetzlich  anerkannte
Vereinigungen,  durch  diejenigen  oder  denjenigen  unterzeichnet
  sein,  die  zufolge  der  Statuten  die  Korporationen
  oder  Gesellschaften  und  gesetzlich  anerkannten
Vereinigungen  repräsentiren,  oder  ihre  schriftlich  hierzu
Bevollmächtigten.

Alle  Antragsteller  sind  persönlich  für  das  Nachkommen
  der  festgestellten  oder  festzustellenden  Bedingungen
  verantwortlich.

Art.  10.

Wenn  das  Gesuch  bewilligt  wird,  verleiht  der
Gouverneur  dem  Antragsteller  Konzession  zur  Gewinnung.
  Der  Termin,  für  welchen  die  Konzession
ausgegeben  ist,  wird  berechnet  als  anfangend  am
ersten  Tage  des  folgenden  Monats  nach  dem,  in
welchem  die  Konzession  ausgegeben  ist.

Die  Konzession  nebst  einem  Exemplar  der  Karte
in  Umrissen  wird  dem  Antragsteller  ausgehändigt.

Das  Duplikat  der  Karte  in  Umrissen  verblelbt
in  Bewahrung  der  Domänenverwaltung.

Bei  Abweisung  des  Gesuches  oder  eines  Theiles
desselben  werden  die  gezahlten  Beträge  dem  Antragsteller
  völlig  oder  nur  für  den  Theil,  für  welchen
das  Gesuch  nicht  bewilligt  ist,  zurückerstattet.

Bei  theilweiser  Ablehnung  des  Gesuchs  wird  angenommen,
  daß  die  Konzession  angetreten  ist,  falls
der  Antragsteller  oder  sein  Bevollmächtigter  nicht
innerhalb  acht  Tagen,  nachdem  die  Konzession  ihm
oder  seinem  Bevollmächtigten  ausgehändigt  ist,  an
den  Gouverneur  berichtet,  daß  er  die  Konzession  nicht
zu  übernehmen  wünscht.

Der  Konzessionär  ist  berechtigt,  von  der  ferneren
Dauer  einer  Konzession  oder  eines  Theiles  derselben
Abstand  zu  nehmen,  vorausgesetzt,  daß  in  letzterem  Falle
der  überbleibende  Theil  nicht  weniger  als  5000  ha
groß  ist.  Rückzahlung  der  Pachtgelder  geschieht
alsdann  nicht.  «

Art.  11.

Der  Gouverneur  ist  berechtigt,  jeden  Antrag  um
Konzession  zur  Gewinnung  von  Balata,  durch  Resolution,
  nach  Anhörung  des  Urtheils  des  Regierungsausschusses
  mit  Angabe  der  Gründe  abzuweisen.

Art.  12.

Die  Regierung  ist  für  Differenzen  in  Lage,  Oberfläche,
  Form  oder  Begrenzung  zwischen  den  zur  Gewinnung
  abgetretenen  Terrains  und  der  Anzeichnung
davon  auf  der  Karte,  zufolge  welcher  die  Ausgabe
stattfand,  nicht  verantwortlich.

 

609  —

Art.  13.

Wenn  der  Konzessionär  dem  Gouverneur  jedoch
zu  selner  Zufriedenheit  beweist,  daß  ein  Versehen  bei
der  Ausgabe  stattgefunden  hat,  ändert  der  Gouverneur
die  Konzession  zur  Gewinnung  und  läßt  so  viel  zurückerstatten,
  wie  dem  Maßstab  von  Art.  4  gemäß  zu  viel
bezahlt  worden  ist.

Ebenso  ist  der  Konzessionär  zu  sofortiger  Nachzahlung
  dessen  verpflichtet,  was  etwa  zu  wenig  bezahlt
  sein  möchte.

Keinesfalls  jedoch  hat  die  Wiedererstattung  oder
Zuzahlung  auf  das  Jahr  oder  die  Jahre  rückwirkende
Kraft,  welche  dem  Jahre  vorangingen,  in  welchem
das  Versehen  entdeckt  worden  ist.

III.  Abschnitt.

Von  den  Rechten  und  Pflichten  des
«  Gewinners.

 

t.  14.
Der  Konzessionär  darf  das  Terrain  ausschließlich
zum  Sammeln  von  Balata  verwenden.
Art.  15.
Der  Konzessionär  ist  berechtigt,  während  der  Dauer
der  Konzession  auf  dem  ihm  ausgegebenen  Terrain:
a)  solche  Werke,  Gerüste  und  Gebäude  zu  machen,
wie  sie  zur  Balatagewinnung  erforderlich  erachtet
werden,  sowie  auch  die  Materialien,  die  der  Wald
auf  seinem  Terrain  dazu  sowie  auch  für  seine  Geräthschaften
  liefert,  zu  bearbeiten  und  zu  gebrauchen;
b)  Erd=  und  Baumfrüchte  sowie  Gemüse  für  seine
und  der  Arbeiter  tägliche  Nahrung  zu  bauen.

Art.  16.

Der  Konzessionär  ist  nicht  berechtigt,  anders  als
auf  die  in  Art.  15  genannte  Weise  und  zu  dem
Zweck  auf  dem  Terrain  Landbau  zu  treiben  oder
Holz  zu  fällen.  "

Art.  17.

Durch  keine  Konzession  noch  deren  Folgen  dürfen
die  Rechte  der  Buschneger  oder  Indianer  auf  ihre
Dörfer,  Niederlassungen  oder  Kostgründe  verletzt
werden,  welche  innerhalb  des  Umkreises  des  ausgegebenen
  Terrains  etwa  liegen  sollten.  Keinesfalls
kann  auf  Grund  dessen  durch  den  Konzessionär  eine
Vergrößerung  des  Terrains  oder  eine  Verminderung
der  gezahlten  Gelder  gefordert  werden.

Art.  18.

Bei  Ablauf  seiner  Konzession  kann  der  Konzessionär
oder  dürfen  seine  Rechtsnachfolger  alle  durch  ihn  aufgesetzten
  Gebäude  und  Werke  fortnehmen,  wozu  ein
Termin  von  drei  Monaten  zugestanden  wird.  Das
Gouvernement  ist  berechtigt,  während  des  vorgenannten
Termins  über  das  Terrain  zu  verfügen,  sowohl  zu
eigenem  Bedürfniß  als  auch  zu  dem  von  Anderen.

Der  gewesene  Konzessionär  hat  nicht  das  Recht,
vom  Gouvernement  oder  Anderen,  zu  deren  Nutzen
durch  das  Gouvernement  über  das  Terrain  verfügt
ist,  eine  Entschädigung  für  Schäden  zu  fordern,  die
        <pb n="716" />
        während  vorerwähnten  Termins  den  Gebäuden  oder
Werken  zugefügt  sind.

Die  Gebäude  und  Werke,  welche  nach  Ablauf
des  vorgenannten  Termins  noch  auf  dem  Terrain
vorhanden  sind,  sind  Elgenthum  der  Kolonie,  ohne
daß  diesbezüglich  dem  gewesenen  Konzessionär  eine
Entschädigung  verschuldet  ist.

Art.  19.

Bevor  Jemand  sich  nach  dem  Terrain  begiebt,  zu
dessen  Ausbeute  Konzession  oder  Erlaubniß  ertheilt
ist,  muß  die  Konzession  oder  die  Erlaubniß  dem
Distriktskommissar  vorgezeigt  werden,  der  sie  mit
Datum  versehen  als  „gesehen“  zeichnen  muß.  "

Jeder  dieser  Beamten  hält  ein  Register,  worin
die  Konzessionen  oder  Erlaubnisse  nach  der  Reihen-=folge
  eingeschrieben  werden,  nebst  Name,  Vorname,
Beruf,  Wohnplatz  und  Nationalität  des  Inhabers
der  Konzession  oder  Erlaubniß,  oder  von  ihm  oder
denjenigen,  die  durch  ihn  ausgesandt  sind,  nebst  allen
anderen  Personen,  die  zur  Expedition  gehören  oder
sich  ihr  zugesellen.

Die  Bestimmungen  dieses  Artikels  gelten  auch
für  Erlaubnisse  zur  Anstellung  einer  Untersuchung
nach  dem  Vorhandensein  von  Balata.

Art.  20.

Der  Konzessionär  ist  verpflichtet,  wenigstens  einen
Arbeiter  für  je  1000  ha  oder  Untertheil  davon  anzustellen,
  bis  und  mit  5000  ha.

Die  Arbeiter  müssen  unter  der  Aufsicht  von
Aufsehern  stehen,  die  zur  Zufriedenheit  der  Regierung
genügende  Beweise  ihrer  Gewandtheit  gezeigt  haben.
Keine  Personen  dürfen  durch  den  Konzessionär  auf
dem  Terrain  zugelassen  werden  als  die,  welche  mit
einem  durch  den  kraft  vorhergehenden  Artikels  angewiesenen
  Beamten  ausgestellten  Schein  versehen  sind.

Art.  21.

Der  durch  oder  kraft  Art.  19  angewiesene  Beamte
läßt  keine  Expedition  ihre  Reise  verfolgen,  ohne  sich
vorher  überzeugt  zu  haben,  daß  keine  Arbeiter,  die
anderswo  kontraktlich  verbunden  sind,  und  keine
britisch-indischen  Immigranten  oder  andere  britischindische
  Arbeiter,  welche  durch  die  Kolonialregierung
von  Surinam  eingeführt  sind,  sich  unter  den  Arbeitern
  befinden.

Der  Polizeikommissar  ist  berechtigt,  sich  entweder
in  Person  oder  durch  einen  von  ihm  angewiesenen
Beamten  zu  überzeugen,  daß  sich  bei  der  Abreise  von
Paramaribo  keine  anderen  Personen,  als  die  in
Absatz  1  erwähnten,  unter  den  Arbeitern  befinden.

Art.  22.

Es  ist  verboten,  auf  Domänengrunde  die  Bäume
weiter  als  bis  zur  Hälfte  ihres  Umfanges  einzukerben
und  die  Bäume  aufs  Neue  zu  zapfen,  bevor  die
früher  gekerbte  Rinde  völlig  dicht  verwachsen  ist.

Die  Einschnitte  müssen  entweder  durch  einen
Schnitt  des  Instruments  gemacht  werden,  oder  derartig,
  daß  sie  sich  nicht  krenzen,  sondern  der  eine  in

610

 

den  anderen  fällt,  so  daß  die  Milch  nach  dem  Fuße

des  Baumes  zu  geleitet  wird.

Die  Einschnitte  oder  Rinnen  dürfen  nicht  breiter
als  4  cm  an  der  Außenseite  sein  und  höchstens  bis
zur  vollen  Dicke  der  Rinde  gehen,  damit  das  Holz
nicht  beschädigt  wird.

Der  Chef  der  Unternehmung  auf  dem  Gewinnungsplatz
  ist  verpflichtet,  innerhalb  eines  Monats  nach
Beginn  jedes  Quartals  an  den  durch  oder  kraft
Art.  19  angewiesenen  Beamten  die  Namen,  Nationalität,
  Geschlecht  und  Alter  der  Arbeiter  und  anderen
Personen,  die  bei  den  Arbeiten  gebraucht  werden,
anzugeben  und  auch  der  Personen,  die  länger  als
einen  Monat  auf  seinem  Terrain  verbleiben.

Art.  24.

Es  ist  verboten,  wissentlich  britisch-indische  Immigranten
  oder  andere  britisch-indische  Arbeiter,  welche
durch  die  Kolonialregierung  von  Surinam  eingeführt
sind,  zur  Arbeit  anzustellen.

Art.  25.

Der  Konzessionär  oder  derjenige,  welcher  ihn  als
solcher  auf  dem  Terrain  vertritt,  ist  verpflichtet,  zu
gestatten,  daß  die  Verbindung  zwischen  einem  an
einen  Anderen  in  Konzession  ausgegebenen  Terrain
und  dem  nächsten  öffentlichen  Weg  oder  dicht  vorbeigehenden
  Strom  oder  Fluß,  der  zum  allgemeinen
Verkehr  dient  oder  bestimmt  ist,  falls  nöthig,  längs
dem  kürzesten  und  für  beide  Theile  mindest  beschwerlichen
  Wege  über  sein  Terrain  hergestellt  wird.

Art.  26.

Es  ist  dem  Konzessionär  oder  dem,  welcher  ihn
auf  dem  Terrain  als  solcher  vertritt,  gestattet,  in
dem  öffentlichen  Wege  oder  der  Fahrt,  welche  durch
oder  entlang  an  seinem  Terrain  läuft,  derartige  Werke
vorzunehmen,  als  er  für  das  Interesse  seiner  Unternehmung
  für  nöthig  erachtet,  vorausgesetzt,  daß  er  die
Rechte  von  Dritten  respektirt  und  sorgt,  daß  der
Durchgang  nicht  verhindert  oder  erschwert,  noch  der
Wasserlauf  gehemmt  wird.

Art.  27.

Jeder  Miether  von  Arbeitern  ist  dafür  zu  sorgen
verpflichtet,  daß  jederzeit  auf  dem  Terrain  die  täglich
am  meisten  gebrauchten  Arzneimittel  und  Verbandzeuge
  vorhanden  sind,  deren  Sorte  und  Quantität
durch  den  Gouverneur  vorgeschrieben  werden.

Art.  28.

Der  Konzessionär  ist  berechtigt,  seine  Konzession
Jemand  anders  zu  übertragen,  vorausgesetzt,  daß  er
eine  schriftliche  Zustimmung  des  Gouverneurs  dazu
erhalten  hat,  der  sodann  dem  in  seine  Stelle  tretenden
  Empfänger  eine  neue  Konzession  zur  Gewinnung
für  den  noch  laufenden  Termin  der  übertragenen
Konzession  ausstellt.

Falls  die  Zustimmung  zur  Uebertragung  verweigert
  wird,  geschieht  dies  durch  Resolution  nach  An-
        <pb n="717" />
        hören  des  Urtheils  des  Regierungsrathes  und  mit
Angabe  der  Gründe.
Unzulässig  ist  die  Uebertragung:

a)  falls  die  Gesammtoberfläche  der  Konzessionen
des  Empfängers  dadurch  mehr  als  50  000  ha
betragen  würde;  ·

b)  eines  Theiles  einer  Konzession,  falls  dieser  oder
der  überbleibende  Theil  weniger  als  5000  ha
groß  ist.

Jede  Uebereinkunft,  deren  Zweck  ist,  daß  die  Gewinnung
  durch  einen  Anderen  als  den  Konzessionär
geschieht,  mit  dem  Einverständniß,  daß  keine  neue
Konzession  ausgegeben  wird,  wird  mit  Uebertragung
gleichgestellt.  Die  Konzession  eines  verstorbenen  Konzessionärs
  geht  von  Rechts  wegen  auf  seine  Erben  über,
vorausgesetzt,  daß  diese  innerhalb  sechs  Monaten  nach
dem  Tode  ihre  Namen,  Beruf,  Nationalität  und
Wohnort  dem  Finanzverwalter  schriftlich  mittheilen.
Hat  eine  solche  Bekanntgabe  durch  oder  namens  der
Erben  nicht  stattgesunden,  so  verfällt  die  Konzession.

Art.  29.

Jede  Abtretungsurkunde  einer  Konzession  ist  einer
Stempelsteuer  von  50  Gulden  für  je  5000  ha  oder
Untertheil  davon  unterworfen,  über  jedes  Jahr  oder
Theil  eines  Jahres,  der  bei  Verleihen  der  Genehmigung
  zur  Abtretung  noch  nicht  verstrichen  ist.  Wird
die  Konzession  nur  zu  einem  Theile  abgetreten,  so
werden  nach  diesem  Theile  die  Stempelgebühren  berechnet.
  Die  Stempelsteuer  wird  bei  Erhebung  der
neuen  Konzession  entrichtet.  Wird  diese  jedoch  nicht
innerhalb  drei  Monaten  nach  erhaltener  Zustimmung
zum  Uebertrag  gegen  Entrichtung  der  Stempelgebühren
in  Empfang  genommen,  dann  verfällt  die  Zustimmung.

Die  proportionelle  Stempelsteuer  ist  nicht  verschuldet
  für  eine  Urkunde,  durch  welche  von  einem
Theilhaber  eine  Konzession  in  eine  Genossenschaft  oder
Handelsgesellschaft  eingebracht  wird,  ohne  andere  Entschädigung
  als  einen  Antheil  in  der  Gesellschaft.

Art.  30.

Wenn  der  Konzessionär  die  Konzession  verlängert
zu  haben  wünscht,  muß  er  sich  vor  Ablauf  des  Termins,
  wofür  Konzession  verliehen  ist,  mittelst  eines
gestempelten  Gesuchschreibens  unter  Vorlage  der  in
Art.  4  erwähnten  Zahlungsquittung  an  den  Gouverneur
  wenden.  Der  Gouverneur  ist  berechtigt,  das
Verlängerungsgesuch  durch  Resolution  nach  Anhören
des  Urtheils  des  Regierungsrathes  mit  Angabe  der
Gründe  abzuweisen.

Art.  31.

Bei  dem  Gesuch  um  Verlängerung  braucht  die
in  Art.  6  erwähnte  Karte  nicht  vorgelegt  zu  werden,
und  kann  der  Konzessionar  auf  die  früher  eingereichte
binwelsen.

Art.  32.

Das  Recht  des  Konzessionärs  endet  durch  Ablauf
des  Termins,  bis  zu  welchem  die  Konzession  verliehen
oder  verlängert  ist,  durch  Nichtbezahlen  der  Pachtgelder
  an  oder  vor  dem  im  letzten  Absatz  des  Art.  4

611

 

bestimmten  Tage  sowie  durch  Verfallserklärung  oder
Einziehung  der  Konzession.

Der  Gerichtshof  kann  auf  deswegen  zu  stellenden
Antrag  des  Generalprokurators  (Prokureur-General)
Konzessionen  für  verfallen  erklären:

a)  bei  Verurtheilung  des  Konzessionärs  wegen
Uebertretung  der  Art.  24,  37,  39,  42  und  48;
b)  bei  Verurtheilung  des  Konzessionärs  wegen
Uebertretung  von  Art.  28  Absatz  1  und  Absotz
  IV  juncto  Absatz  1;
bei  wiederholter  Verurkheilung  des  Konzessionärs
oder  desjenigen,  der  ihn  als  solcher  auf  dem
Gewinnungsplatz  vertritt  —  falls  dies  auf  seine
Anordnung  geschieht  —  wegen  Art.  17;
bei  Verurtheilung  oder  Widerspenstigkeitserklärung
  des  Konzessionärs  oder  seines  Vertreters
auf  dem  Gewinnungsplatz  gegen  das  Gesetz,
wenn  solches  auf  seinen  Befehl  geschieht,  wegen
der  eigenen  Konzession  oder  auf  der  eines  Anderen:
1.  Begehen  von  Widerspenstigkeit  wie  angegeben
in  Art.  156  des  Strafgesetzbuches;
.Begehen  von  Gewaltthätigkeiten  gegen  Personen;
.m  muthwillig  Beschädigen  von  Gebäuden,  Werken
und  Mobilien  von  Anderen.
In  den  untker  b  und  c  angegebenen  Fällen  kann
allein  die  Konzession,  betreffend  welcher  eine  Uebertretung
  begangen  ist,  als  verfallen  erklärt  werden.

.  33.

Der  Gouverneur  ist  befugt,  durch  Resolution  nach
Anhören  des  Regierungsrathes  und  mit  Angabe  der
Gruͤnde  Konzessionen  einzuziehen,  wenn:

a)  innerhalb  vier  Monaten  nach  Beginn  der  Konzession
  nicht  mit  Arbeiten  angefangen  ist;

b)  wenn  innerhalb  sechs  Monaten  nach  Beginn  der
Konzession  die  in  Art.  20  bestimmte  Anzahl
Arbeiter  nicht  die  Reise  nach  dem  Terrain  der
Konzession  angetreten  hat.

Allein  die  Konzession  kann  eingezogen  werden,
bezüglich  welcher  das  Versäumniß  geschehen  ist.

rS—G

&amp;amp;#  d

Art.  34.

Dem  Konzessionär,  dessen  Konzession  für  verfallen
erklärt  oder  eingezogen  wird,  werden  die  über  das
laufende  Jahr  bezahlten  Pachtgelder  nicht  wiedererstattet.


Abschnitt  IV.
Allgemeine  Bestimmungen.
Art.  35.

Der  Gouverneur  hat,  ohne  zu  irgend  welcher
Entschädigung  verpflichtet  zu  sein,  das  Recht,  auf  den
in  Konzession  ausgegebenen  Länderstrecken  Wege  und
Durchfahrten  anzulegen  sowie  daselbst  für  Zwecke  des
amtlichen  Dienstes  derartige  Wohnungen  zu  bauen
sowie  Grundstücke  und  Kostäcker  anzulegen,  wie  er
es  für  nothwendig  erachten  sollte.

Art.  36.
Es  ist  sowohl  dem  Konzessionär  zur  Gewinnung
von  Mineralien  und  dem  Konzessionär  oder  Pächter
        <pb n="718" />
        zur  Gewinnung  von  Balata  als  auch  jedem  Anderen
verboten,  ohne  ausdrückliche  schriftliche  Erlaubniß  des
Gouvernements  Bolletriebäume  auf  Domänengrund
zu  fällen.

Die  Bestimmung  des  ersten  Absatzes  ist  auf  diejenigen
  nicht  von  Wirkung,  denen  vor  Inkrafttreten
dieser  Verordnung  Erlaubniß  ertheilt  ist,  in  den
Domanialwäldern  Holz  zu  bearbeiten,  ohne  Bolletriebäume
  dabei  auszusondern.

Abschnitt  V.
Strafbestimmungen.

Art.  37.

Derjenige,  welcher  —  ohne  daß  er  selbst  oder
der,  in  dessen  Dienst  er  steht  —  eine  schriftliche
Erlaubniß  des  Gouverneurs  hat,  um  eine  Untersuchung
anzustellen,  wissentlich  auf  Domänengrund  eine  Untersuchung
  nach  dem  Vorhandensein  von  Balata  anstellt
oder  anstellen  läßt,  wird,  falls  auf  die  That  keine
höhere  Strafe  steht,  mit  Gefängniß  mit  oder  ohne
Zwangsarbeit  von  drei  Tagen  bis  zu  drei  Monaten
und  Geldbuße  von  fl.  50  bis  zu  fl.  1000  zusammen
oder  getrennt  bestraft.

Mit  derselben  Strafe  wird  unter  demselben  Vorbehalt
  derjenige  belegt,  der  wissentlich,  ohne  daß  er
oder  diejenigen,  in  deren  Dienst  er  arbeitet,  das
Recht  oder  die  Erlaubniß  des  Berechtigten  haben
—  um  eine  Untersuchung  anzustellen  —,  eine  Untersuchung
  nach  dem  Vorhandensein  von  Balata  anstellt
oder  anstellen  läßt  auf  Terrains,  die  nicht  dem  Staate
gehören.

Die  Mittel  und  Werkzeuge,  welche  zum  Begehen
des  Vergehens  gedient  haben,  sollen  in  Beschlag  genommen
  werden  und,  insofern  sie  Eigenthum  des
Verurtheilten  sind,  für  konfiszirt  erklärt  werden,  auch
dann,  wenn  die  That  einer  schärferen  als  der  in
diesem  Artikel  angeführten  Strafbestimmung  unterliegt.

Art.  38.

Wer  aus  Mangel  an  nöthigen  Vorsorgsmaßregeln
eine  Untersuchung  anstellt  oder  anstellen  läßt  nach
dem  Vorhandensein  von  Balata  auf  Terrains,  worauf
oder  wozu  er  oder  derjenige,  in  dessen  Dienst  er  arbeitet,
  kein  Recht  und  keine  Erlaubniß  von  dem  Berechtigten
  zur  Vornahme  einer  solchen  Untersuchung
hat,  wird  mit  Geldbuße  von  fl.  25  bis  zu  fl.  800  bestraft.

Die  Mittel  und  Werkzeuge,  die  zum  Begehen  des
Vergehens  gedient  haben,  sollen  in  Beschlag  genommen
und,  soweit  sie  Eigenthum  des  Verurtheilten  sind,
für  konfiszirt  erklärt  werden.

Art.  39.

Derjenige,  welcher,  ohne  daß  er  oder  derjenige,
in  dessen  Dienst  er  arbeitet,  Konzession  erhalten  hat,
wissentlich  auf  Domänengrund  die  Gewinnung  von
Balata  vornimmt  oder  vornehmen  läßt  und  diese
Gewinnung  ohne  eine  verlängerte  Konzession  erhalten
zu  haben  fortsetzt  oder  fortsetzen  läßt;  derjenige,  welcher,
ohne  daß  er  oder  derjenige,  in  dessen  Dienst  er  ar-612



 

beitet,  ein  Recht  oder  Erlaubniß  zur  Gewinnung  von
Balata  von  dem  Berechtigten  hat,  wissentlich  auf
Terrains,  die  nicht  der  Domäne  gehören,  die  Gewinnung
  unternimmt  oder  unternehmen  läßt,  wird
ungeachtet  dessen,  ob  dabei  eine  Aneignung  von  Balatastaltgefunden
  hat  oder  nicht,  mit  Gefängniß  von  drei
Monaten  bis  zu  fünf  Jahren,  mit  oder  ohne  Geldbuße
  von  fl.  50  bis  fl.  1000  bestraft.

Die  Mittel  und  Werkzeuge,  welche  zur  Ausübung
des  Vergehens  gedient  haben,  sollen  in  Beschlag  genommen
  und,  soweit  sie  Eigenthum  des  Verurtheilten
sind,  für  konfiszirt  erklärt  werden.

Der  Versuch  zu  dem  in  diesem  Artikel  erwähnten
Vergehen  ist  straffällig.  Der  Gerichtshof  soll  wegen
der  in  diesem  Artikel  angegebenen  Vergehen  in  Person
vor  Gericht  laden,  Befehl  zur  Gefangennahme  oder
zur  Gefangenhaltung  gegen  den  Verdächtigen  verordnen
  können.

Art.  40.

Wer  aus  Mangel  an  nöthigen  Vorsorgsmaßregeln
die  Gewinnung  von  Balata  vornimmt  oder  vornehmen
läßt  auf  Terrains,  worauf  oder  wozu  er  oder  der,
in  dessen  Dienst  er  arbeitet,  kein  Recht  und  keine
Konzession  oder  Erlaubniß  zur  Gewinnung  von  den
Berechtigten  hat,  wird,  gleichviel,  ob  dabei  eine  Aneignung
  von  Balata  stattgefunden  hat  oder  nicht,  mit
Geldbuße  von  fl.  50  bis  fl.  1000  bestraft.

Die  Mittel  und  Werkzeuge,  welche  zur  Ausübung
des  Vergehens  gedient  haben,  sollen  in  Beschlag  genommen
  werden  und  können,  soweit  sie  Eigenthum
bes  Verurtheilten  sind,  für  konfiszirt  erklärt  werden.

Art.  41.

Uebertretungen  der  Bestimmungen  der  Art.  16
(soweit  es  das  Verbot,  Landbau  zu  treiben,  angeht),
17  al.  1,  19,  20  2.  und  3.  Absatz,  23,  24,
25,  26,  28  1.  und  4.  Abs.  jo.  1.  Abs.  sowie  das
Verhindern  des  Ausführens  von  Arbeiten  oder  in
Gebrauchnahme  von  Terrain  —  in  Art.  35  erwähnt  —
werden  mit  einer  Geldbuße  von  fl.  10  bisfl.  500  bestraft.

Art.  42.

Uebertretung  der  Vorschriften  von  Art.  22  wird,
falls  auf  das  Vergehen  keine  schwerere  Strafe  steht,
mit  Gefängniß  von  acht  Tagen  bis  zu  zwei  Jahren
und  Geldbuße  von  fl.  25  bis  fl.  1000  bestrast.

Mit  denselben  Strafen  wird  der  Konzessionär
belegt,  auf  dessen  Anordnung  entgegengesetzt  den  Vorschriften
  jenes  Artikels  gehandelt  ist,  oder  der  wissentlich
  zugelassen  hat,  daß  entgegen  den  Vorschriften
gehandelt  wurde.

Die  Bestimmung  des  letzten  Absatzes  von  Art.  39
ist  anwendbar.

Art.  43.

Das  Fällen  von  Bolletriebäumen  ohne  Berechtigung
  wird  mit  Gefängniß  von  einem  Monat  bis  zu
fünf  Jahren  und  Geldbuße  von  fl.  25  bis  fl.  2000
bestraft.  Die  Bestimmung  des  letzten  Absatzes  von
Art.  39  ist  anwendbar.
        <pb n="719" />
        Art.  44.

Die  Administratoren,  Verwalter  und  Kommissare
einer  Genossenschaft  oder  Handelsgesellschaft  oder
einer  gesetzlich  anerkannten  Vereinigung,  worunter
man  alle  versteht,  denen  selbst  zeitweilig  die  Administration,
  Verwaltung  oder  Aufsicht  aufgetragen  ist,
werden  in  den  Fällen  von  Art.  37,  39,  41,  soweit
es  Uebertretungen  der  Art.  17  und  24,  42  und  43
betrifft,  mit  den  darin  bestimmten  Strafen  belegt,
falls  sie  die  darin  genannten  Handlungen  wissentlich
befohlen  oder  zugelassen  haben.

Sie  werden  in  den  Fällen  der  Art.  38,  40  und
41,  soweit  es  Uebertretungen  der  Art.  16,  19,  20,
28  und  der  in  Art.  35  erwähnten  Bestimmungen  betrifft,
  bestraft  mit  den  darin  festgesetzten  Strafen  mit
der  Ausnahme,  daß  die  Strafen  gegen  den  Administrator,
  Verwalter  oder  Kommissar  nicht  ausgesprochen
  wird,  von  dem  sich  herausstellt,  daß  die
Uebertretung  ohne  sein  Wissen  geschehen  ist.

Art.  45.
Mit  den  Plantagenprodukten  wird  Balata,  sofern
es  die  Bestimmungen  des  Art.  181  der  revidirten
Strafgesetzordnung  von  1874  betrifft,  gleichgestellt.

Art.  46.

Mit  Aufspüren  der  in  dieser  Verordnung  genannten
  Vergehen  sind  die  nachstehenden  genannten  Beamten
  beauftragt,  jeder  soweit  es  die  Ausdehnung  des
Grundgebiets  betrifft,  für  welches  er  angestellt  und
beeidigt  ist:

der  Generalprokurator  (Prokureur),

die  Distriktskommissare,

der  Polizeikommissar,

die  Beamten  der  Polizei  und  Marechaussse,

die  Beamten,  welche  zur  Handhabung  der  Bestimmungen
  dieser  Verordnung  durch  den
Gouverneur  angewiesen  und  angestelltwerden.

Uebergangsbestimmungen.
Art.  47.

Diese  Verordnung  ist  auf  die  bei  ihrem  Inkrafttreten
  noch  laufenden  Kontrakte  insofern  von  Wirkung,
als  in  diesen  Kontrakten  keine  besonders  von  dieser
Verordnung  abweichenden  Bestimmungen  ausfgenommen
sind,  es  sei  denn  in  den  Kontrakten  ausdrücklich  bedungen,
  daß  alle  Bestimmungen  des  Kontraktes  unter
dieser  Verordnung  stehen  sollen.

Die  Pächter  haben  den  Vorzug,  die  Konzession
der  an  sie  in  Pacht  abgegebenen  Terrains  zu  erhalten,
vorausgesetzt,  daß  sie  sich  vor  Ablauf  ihres  Kontraktes
auf  die  in  den  Art.  30  und  31  vorgeschriebene  Weise
an  den  Gouverneur  wenden.

Die  Bestimmungen  des  Art.3  über  die  Oberfläche,
über  welche  Konzessionen  ausgegeben  werden  dürfen,
haben  auf  sie  keine  Anwedung,  insofern  sie  keine
neue  Konzession  anfragen.

Art.  48.

Die  Oberfläche  der  zur  Gewinnung  von  Balata

in  Pacht  gegebenen  Terrains  wird  bei  der  Beurthei-613



 

–4

lung  eines  Gesuches  um  Konzession  von  Terrains,
worauf  vor  dem  29.  November  1892  Erlaubniß  zum
Anstellen  einer  Untersuchung  nach  dem  Vorhandensein
von  Balata  verliehen  ist,  nicht  in  Anmerkung  genommen.
Schlußbestimmung.
Art.  49.

Die  Gebühren  von  Landmessern  bei  Abmessung
von  Terrains,  auf  denen  Balata  eingesammelt  wird,
werden  nach  demselben  Maßstabe  bezahlt  als  die
Gebühren  bei  den  Arbeiten  in  den  Goldfeldern.

Gegeben  zu  Paramaribo,  den  21.  Januar  1893.

T.  A.  J.  van  Asch  van  Wyck.
Der  wahrnehmende  Gouvernementssekretär:
Weytingh.
Ausgegeben  den  10.  April  1898.
Der  wahrnehmende  Gouvernementssekretär:
Weytingh.

 

Durch  Verordnung  vom  3.  September  1896  wurde
in  vorstehender  Verordnung  vom  21.  Jannar  1893
eine  Abänderung  der  Bestimmungen  folgendermaßen
angeordnet:

Art.  1.

Bei  Art.  2  der  Verordnung  vom  21.  Jan.  1893
wird  ein  dritter  Absatz  hinzugefügt,  lautend:

„Die  Bestimmung  des  zweiten  Absatzes  dieses  Artikels
  ist  nicht  anwendbar,  wenn  und  insofern  die
Konzession  zur  Gewinnung  von  Balata  durch  denjenigen
  nachgesucht  wird,  der,  den  Bestimmungen  des
Art.  7  zufolge,  den  Vorzug  zum  Erhalten  dieser
Konzession  hat,  und  zwar  kraft  einer  Erlaubniß  zur
Untersuchung  nach  dem  Vorhandensein  von  Balata,
nachgesucht  vor  Einreichung  des  Gesuchs  um  Konzession
  zur  Gewinnung  oder  Erlaubniß  zur  Untersuchung
  nach  dem  Vorhandensen  von  Mineralien.“

rt.  2

Diese  Verordnung  tritt  in  Kraft  am  Tage  der
Veröffentlichung.
Gegeben  zu  Paramaribo,  den  3.  Septbr.  1896.
onckens.
Ausgegeben  den  3.  September  1896.
Der  wahrnehmende  Gouvernementssekretär:
C  Schoch.

 

Durch  Verordnung  vom  29.  April  1897  wurde
eine  Abänderung  des  Art.  35  der  Balataverordnung
verfügt,  wie  folgt:  «

Art.  1.

Art.  35  der  Verordnung  vom  21.  Januär  1893,
enthaltend  Bestimmungen  über  die  Ausgabe  von  Konzessionen
  zur  Gewinnung  von  Balata  auf  Domänengrund
  in  Surinam,  wird  gelesen,  wie  folgt:

„Der  Gouverneur  hat  das  Recht,  auf  den  in  Konzession
  ausgegebenen  Parzellen  Domänenland  alle  für
nöthig  erachteten  Werke  für  Zwecke  des  amtlichen
Dienstes  oder  zu  allgemeinem  Nutzen  anzulegen,  oder,
sowelt  es  das  lettere  anbetrifft,  Dritten  dazu  Erlaubniß
  zu  verleihen.
        <pb n="720" />
        Falls  von  dem  im  ersten  Absatz  dieses  Artikels
vorbehaltenen  Recht  Gebrauch  gemacht  wird,  ist  keine
Entschädigung  dafür  verschuldet.“

Art.  2.

Diese  Verordnung  tritt  am  Tage  der  Veröffentlichung
  in  Kraft.

Gegeben  zu  Paramaribo,  den  29.  April  1897.
Tonckens.

 

Dandel  Gabuns  im  Jahre  1896.“)

Die  Handelsverhältnisse  sind  in  Gabun  im  letzten
Jahre  recht  schwierige  gewesen,  was  auf  starken
Wettbewerb  der  Kaufleute  unter  sich  zurückzuführen
ist.  Sämmtliche  Verkaufspreise  von  Waaren  sind
gesunken,  theilweise  um  50  pCt.  Trot  dieser  großen
Preisermäßigungen  sind  aber  die  Preise  für  Löhne,
Lebensmittel  und  Aehnliches  dieselben  geblieben  und
fallen  demnach  doppelt  ins  Gewicht.  Es  ist  auch
keine  Aussicht  vorhanden,  daß  das  laufende  Jahr  in
dieser  Hinsicht  einen  Wandel  schaffen  wird.

Rothholz  ist  in  nennenswerthen  Mengen  in
Gabun  zu  haben,  hat  aber  sehr  unter  den  niedrigen
Preisen  in  Europa  gelitten.  Schließlich  deckte  Rothholz
  kaum  noch  die  Fracht.  Infolgedessen  wurde
versucht,  von  Gabun  Mahagoni  auszuführen,  das
einen  guten  Markt  fand.

Im  Ogowe  hatte  sich  zu  Anfang  des  Jahres
das  Geschäft  recht  gut  angelassen.  Indeß  wurde
durch  einige  Firmen  Vorschuß  (trust)  an  die  Eingeborenen
  in  größeren  Summen  gegeben  und  so  für
die  nicht  Vorschuß  gebenden  Firmen  das  Geschäft
lahm  gelegt.

Das  vom  Ogowe  kommende  Gummi  elastikum
bielt  sich  fest  im  Preise.

Ebenholz  erlitt  dagegen  einen  Abschlag  von
etwa  2  Mark  für  50  kg  und  zog  erst  gegen  Ende
des  Jahres  etwas  an.

Elfenbein  erfuhr  gegen  Mitte  des  Jahres  eine
kleine  Besserung,  doch  ist  an  diesem  Artikel  nichts  zu
verdienen,  weil  der  Einkauf  sich  sehr  hochstellt  und
außerdem  noch,  ebenso  wie  für  Gummi  elastikum,
ein  Ausfuhrzoll  von  7  pCt.  erhoben  wird.  Als  Einheitspreise
  für  die  Berechnung  der  Ausfuhrzölle
wurden  angesetzt

vom  1.  Januar  bis  Ende  Juni  1896:

Lmmi  crlastikum  ....  3,  ranlen  für  1  K
Elfenbein  von  o  bis  3gr  *  -  für  1  s
1

–——
i-s

1  OD%
.  68  18  und  mehr  19  -  -
vom  1.  Jull  bis  Ende  Dezember  1896:

Gummi  elastiium  3,50  Franken  für  1
Elfenbein.  .  von  gti  bis  z1  kg.  9.50  -  -  18
.8Sug  u.  mehr  11225  1

*)  Aus  dem  D.  Handels-Archiv  1897  II,  S.  485.

614

 

Für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  bis  Ende
Juni  1897  gelten  folgende  Preise:
Lummi  glastiium  38  Franken  für  1  kg

Ellen  nbe
..  von  4  u  -  :  1.
..  -  r*—  m-  17,00  *  1.5

3  Mayumba  wurde  hauptsächlich  Mahagoni
ausgeführt.  In  Ngowe,  Sette  Cama  und  Loango
befinden  sich  deutsche  Firmen  nicht.  Von  Ngowe  und
Sette  Cama  kommt  hauptsächlich  Gummi  elastikum
einer  geringeren  Qualität,  sogenannter  Flake  rubber,
welcher  in  Europa  nicht  beliebt  ist  und  siets  sehr
niedrige  Preise  erzielt.

Loango,  welcher  Platz  ein  Ausgangspunkt  für
Karawanen  nach  dem  Ubang  war,  hat  durch  die
Eröffnung  der  Kongoeisenbahn  von  Matadi  nach
Leopoldville  an  Verkehr  verloren.  Die  für  die
französischen  Stationen  am  Ubang  bestimmten  Waaren
werden  durch  die  Chargeurs  Réeunis-Dampsschiffe
direkt  bis  Matadi  befördert,  gehen  von  dort  mit  der
Eisenbahn  nach  Leopoldville  und  weiter  per  Dampfschiff
  nach  Brazzaville.

Durch  diese  Transportweise  werden  nicht  unbedeutende
  Ersparnisse  erzielt,  ganz  abgesehen  davon,
daß  die  Waaren  im  Innern  auch  in  besserem  Zustande
  eintreffen.

Als  neue  Verkehrsverbesserung  ist  jetzt  eine  Telegraphenlinie
  von  Maynmba  nach  Loango  gelegt
worden.  Die  Taxe  beträgt  5  Centimes  für  das  Wort,
mindestens  aber  einen  Franken.  Diese  Linie  soll  bis
Gabun  fortgesetzt  werden.

Ein  erwähnenswerther  Punkt  ist  noch  das  Einsenden
  von  Mustern  und  Preislisten  seitens  europkischer
Häuser  an  schwarze  Händler.  In  der  Kolonie  giebt
es  keine  bedeutenden,  selbständigen  schwarzen  Händler,
wie  z.  B.  an  der  Goldküste.  Es  sind  einige  selbständige
  schwarze  Händler  vorhanden,  von  denen  aber
keiner  kreditfähig  ist.  Im  Falle  einer  Bestellung
durch  diese  ist  unbedingt  auf  Einsendung  des  Rechnungsbetrages
  zu  bestehen,  wenn  man  keine  Verluste
erleiden  will.  Bedeutendere  Geschäfte  sind  überhaupt
mit  diesen  Leuten  nicht  zu  machen.

Eine  Aufforderung  zur  Einsendung  von  Produkten
gegen  dafür  versprochene  Waarenlieferung  ist  ganz
zu  verwerfen.  Häufig  sind  derartige  Briefe  an
schwarze  Angestellte  von  europäischen  Häusern  gekommen;
  hierdurch  werden  solche  Leute  oft  in  Versuchung
  geführt,  die  nöthigen  Produkte  ihren  Herren
zu  stehlen,  was  Verwickelungen  hervorruft.

Die  Ausfuhr  von  Gabun  in  den  Jahren  1895
und  1896  betrug:

1895  1896
kg  kg

Rothholz  77  472  812  206
Ebenholz  u.  2w  zus  1  633  326  —
Ebenholz  allein  —  1  875  323
Mahagoni  allen  —  991  516
Piassawa  1758  1  346
Palmkerne  878  117  778254
        <pb n="721" />
        1895  1896
kg  kg
Palmöäbb  216  583  165  299
Elfenben  107  860  95  060
Gummt  elastikum.  574  146  546  355
Kolanüsse  —  21972
Mais  in  Körnern  —  164
Kokosnüsse.  —  4600
Owallakerne  ..  —  1580
Verschiedene  Oelnüsse  —  130
Kasse  —  4471
akoo  —  5  148
Gummikopal  —  988
arz  —  168
alabarbohnen  —  417
Medizinische  Wurzeln  —  46

Der  Schiffsverkehr  im  Jahre  1896  im  Hafen
von  Gabun  war  folgender:

Danppfschiffe:
23  deutsche  von  45  800  Reg.-Tons,
25  britisch  59948

46  französische  --  187  300  "
Segelschiffe:

2  französische  von  1  320  Reg.-Tons,

1  italienisches  500  -

1  portugiesisches  40  -

Sranzösisches  Rongogebiet.

An  die  Spitze  des  französischen  Kongo=  und
Oubanguigebietes  tritt  in  Zukunft  ein  Commissaire
général,  dem  ein  Conseil  d'administration  und
für  jedes  Gebiet  ein  Lieutenant  gouverneur  zur
Seite  gestellt  werden.

Spanisch-japanischer  Vertrag.

Der  zwischen  den  Regierungen  von  Spanien  und
Japan  am  7.  August  1895  abgeschlossene  Vertrag,
betreffend  die  Abgrenzung  der  beiderseitigen  Interessensphären
  im  Stillen  Ocean,  ist  im  Augustheft
des  „Boletin  oficial  del  Ministerio  de  Estado“  veröffentlicht
  worden.

Als  Grenze  der  Besitzungen  beider  Staaten  ist
der  Parallel,  welcher  durch  die  Mitte  des  schiffbaren
Kanals  des  Bachi  läuft,  angenommen  worden.

 

Amtssitzverlegung.  Zr
Der  Resident  für  die  britischen  Salomons-Inseln
Ch.  Woodford  hat  seinen  Amtssitz  von  Gavotu
auf  Florida  nach  Tulagi,  in  der  Nähe  der  genannten
  Insel,  verlegt.

615

 

–

Verschiedene  Wikttheilungen.

vor#äusige  Mittheilungen  über  der  botanischen  Tentralstelle
  am  Röniglich  botanischen  Garten  und  Museum
zugegangene  Rautschukmilchsäfte.
Von  K.  Schumann.

Von  Seiten  des  Königlichen  botanischen  Museums
in  Berlin  ist  den  kautschuk=  und  guttaperchaähnlichen
Harzen  aus  unseren  Kolonlen  die  gebührende  Beachtung
  stets  geschenkt  worden.  Zu  wiederholten  Malen
ist  über  dieselben  sowohl  im  Notizblatte  des  Königlichen
botanischen  Gartens  und  Museums  als  auch  in  dem
Werke  über  Ostafrika  eingehend  berichtet  worden.
Es  war  der  lebhafte  Wunsch  dieses  Instituts,  die
Milchsäfte  derjenigen  Pflanzen  zu  erhalten,  welche  an
Ort  und  Stelle  auf  Kautschuk  ausgebeutet  werden,
damit  in  Berlin  von  kundiger  Seite  mit  Hülfe  des
exakten  Versuches  der  Gehalt  und  die  Güte  des  in
ihnen  enthaltenen  Produktes  ermittelt  werden  konnte.
Das  Museum  besitzt  schon  von  früher  einige  Säfte:
Prof.  Schweinfurth  hat  seinerzeit  den  Saft  der
Macopflanze  aus  Centralafrika  mitgebracht.  Er  ist
bei  den  Monbuttu  von  großer  Bedeutung,  weil  er
auf  Substanzen,  wie  Papier  und  Zeug,  aufgestrichen,
diese  unmittelbar  wasserdicht  macht.  Schweinfurth
selbst  hat  aus  diesem  Verfahren  Nutzen  gezogen,  um
seine  Pflanzenpackete  vor  dem  Einflusse  der  Feuchtigkeit
  zu  schützen.

Aus  dem  Herbarmaterial  wurde  von  mir  festgestellt,
  daß  der  Saft  von  der  Landolphia  florida
Benth.,  einer  Varietät  der  L.  comorensis  (Boj.)
K.  Sch.,  herstammte.  Sie  ist  ohne  Zweifel  der  Ausgangspunkt
  für  jenen  reichen  Kautschukhandel  gewesen,
der  einst  in  Chartum  blühte,  bis  ihn  die  mahdistischen
  Unruhen  in  Centralafrika  vollständig  zum  Erlöschen
  gebracht  haben.

Dieser  Saft  theilt  das  Geschick  aller  älteren
ähnlichen  Flüssigkeiten,  er  ist  völlig  koagulirt  und
schon  vielfach  zersetzt.  Besser  erhalten  ist  ein  Saft,
welchen  Holst  seinerzeit  aus  Ostafrika  eingesandt
hat.  Herr  Dr.  Henriques,  die  erste  Autorität  auf
dem  Gebiete  dieser  Frage  in  Berlin,  hat  in  unserem
Museum  gütigst  die  Proben  auf  den  Gehalt  an
Kautschuk  in  solchen  Sästen  vorgenommen.  Dieselben
werden  mit  Wasser  verrührt,  hierauf  wird  verdünnte
Essigsäure  zugesetzt.  Der  in  den  Säften  enthaltene
Kautschuk  koagulirt  sofort  in  der  Form  einer  die
Flüssigkeit  durchsetzenden,  zusammenhängenden,  flockigen
Masse.  In  der  schönsten  Form  erhält  man  dieselbe,
wenn  man  die  Milch  des  vortrefflichsten  Kautschukbaumes,
  der  Hevea  brasiliensis  Mill.  Arg.,  zu
dem  Versuche  benutzt.  Es  ist  erstaunlich,  welche
Menge  von  Kautschuk  daraus  gefüllt  wird,  und  man
kann  sich  recht  gut  vorstellen,  daß  bei  Zusatz  einer
Säure  gewisse  Sorten  kautschukhaltiger  Milch  zu
einem  festen  Klumpen  erstarren.  Das  Koagulat  wird
dann  in  reichlichem  Wasser  gewaschen,  zusammengedrückt
  und  aus  den  physikalischen  Eigenschaften,
        <pb n="722" />
        besonders  aus  dem  Grade  der  Trockenheit  und  Elastizität
  kann  unmittelbar  ein  Schluß  auf  die  Güte  des
Produktes  gemacht  werden.  Die  auf  gleiche  Weise
geprüfte  Milch,  welche  Holst  aus  Ostafrika  eingeschickt
hatte,  zeigte  sich  ebenfalls  schon  verändert.  Sie  stammte
nach  dem  Einsender  von  Landolphia  Kirküt  This.
Dyer  einer  Liane,  die  zweifelsohne  einen  vorzüglichen
Kautschuk  lieferte.  Als  mit  ihr  die  Koagulation
vorgenommen  wurde,  fiel  der  vorhandene  Kautschuk
in  kurzen  Flöckchen,  welche  einen  ganz  anderen  Anblick
  gewährten  als  die  netzartige  Fällung  bei  Hevea.
Während  dieses  Produkt  sich  im  Zusammenhang  aus
der  Flüssigkeit  mittelst  eines  Glasstabes  herausheben
ließ,  konnten  in  der  letzterwähnten  Milch  von  Landolphia
  die  Flöckchen  nur  mühsam  zusammengefischt
werden.

Damit  der  üble  Umstand  der  vorzeitigen  Veränderung
  hintangehalten  werde,  ist  es  nothwendig,
die  frisch  abgezapfte  Milch  an  Ort  und  Stelle  mit
Ammoniak  zu  versetzen,  bis  sie  stark  danach  riecht.
Dr.  H.  Traum  in  Hamburg,  welcher  seit  Jahren
sehr  eingehende  Versuche  mit  der  Milch  einer  von
ihm  in  Senegambien  ausgebeuteten  Landolphia,
der  L.  Hendelotü  P.  D.  gemacht  hat,  empfahl  mir
das  Verfahren  als  das  beste,  und  hier  sei  besonders
darauf  hingewiesen  für  alle  diejenigen,  welche  etwa
die  Absicht  haben,  solche  Milch  zur  Prüfung  und
Taxirung  des  Kautschuks  an  unser  Museum  bezw.
an  die  botanische  Centralstelle  zu  schicken.  Von
manchen  Seiten  ist  versucht  worden,  durch  Auskochen
die  Kautschukmilch  zu  extrahiren;  besonders  hat  man
die  jüngeren  Zweige  und  Blätter  längere  Zeit  heiß
macerirt,  die  Flüssigkeit  abgegossen  und  zur  Untersuchung
  auf  Kautschuk  fortgesandt.  Wahrscheinlich  hat
man  bei  diesem  Verfahren  an  eine  verwandie  Manipulation
  gedacht,  welche  in  neuerer  Zeit  wiederholt
vorgenommen  worden  ist,  um  mit  Hülfe  von  Benzin
und  anderen  Lösungsmitteln  das  Guttapercha  aus
Zweigen  und  Blättern  zu  extrahiren.  Nach  den
Mittheilungen,  welche  über  die  patentirten  Versahren
an  die  Oeffentlichkeit  gekommen  sind,  ist  dasselbe  von
Erfolgen  begleitet  gewesen.

Bei  ieder  Kautschukgewinnung  darf  man  bis  heute
nur  daran  denken,  die  Milch  durch  Anzapfen  zu
sammeln.  Das  Auskochen  mit  Wasser  kann  keinen
anderen  Erfolg  haben,  als  daß  die  Milch  in  den
Milchsaftschläuchen  gerinnt  und  erst  recht  nicht  zum
Austritt  kommt.  Der  obenerwähnte  Versuch  zeigte
denn  auch  einen  entsprechenden  Erfolg;  die  eingesandte
  Flüssigkeit  enthielt  noch  nicht  1  pCt.  Kautschuk.
Wenn  nun  Dr.  Warburg?)  meint,  daß  der  Kongokautschuk
  aus  den  unterirdischen  Sprossen  des  Carpodinus
  Henriquesianas  K.  Schum.  und  der  C.
lanceolatus  K.  Schum.  durch  Raspeln  und  Auskochen
  der  Rinde  gewonnen  werde,  so  scheint  mir
diese  Angabe  noch  der  Bestätigung  zu  bedürfen.

Die  Untersuchung  der  Kautschuksäfte  war  uns

*)  Siehe  Tropenpflanzer  1897,  Seite  137.

616

 

hauptsächlich  deswegen  von  Belang,  weil  von  Kamerun
aus  eine  größere  Quantität  der  Milch  von  Kickxia
africana  Benth.  durch  Herrn  Direktor  Dr.  Preuß
eingesandt  worden  war.  In  neuester  Zeit  hat  dieser
Baum  im  höchsten  Maße  die  Aufmerksamkeit  erregt
und  in  allen  Tageszeitungen  ist  sein  Name  genannt
worden,  in  vielen  technischen  Zeitschriften  sind  Abbildungen
  von  ihm  gebracht  worden.  Die  Wichtigkeit
desselben  erfuhren  wir  hauptsächlich  durch  das  Bulletin
des  botanischen  Gartens  von  Kew  bei  London.  Dieses
so  außerordentlich  verdienstvolle  Institut  hatte  mit
der  größten  Aufmerksamkeit  den  ungewöhnlichen  Aufschwung
  des  Kautschukhandels  in  Lagos  verfolgt  und
emsig  danach  getrachtet,  die  Pflanzen  zu  erlangen,
welche  ihn  lieferten.

Nach  einigen  untergelaufenen  Irrkthümern  war  es
endlich  gelungen,  die  betreffende  Pflanze  in  blühenden
Zweigen  zu  gewinnen.  Man  erkannte  sie  leicht  als
ein  in  Westafrika  nicht  eben  seltenes  Gewächs  Kickxia
africana  aus  der  Familie  der  Apocynaceae,  zu
der  u.  A.  auch  unser  Oleander  gehört;  sie  ist  von
Sierra  Leone  bis  nach  der  Insel  St.  Thoms  verbreitet.
  Wir  setzten  voraus,  daß  auch  die  Pflanze
in  Kamerun  vorkommen  würde,  und  waren  keineswegs
  überrascht,  ols  die  Mittheilung  von  dort
nach  Berlin  gelangte,  daß  sie  gefunden  worden
sei.  Bei  der  außerordentlichen  Wichtigkeit,  welche
die  Gewinnung  von  Kautschuk  für  unsere  Kolonie
Kamerun  hat,  wurde  ihr  von  Seiten  des  Herrn
Direktors  Dr.  Preuß  sogleich  die  größte  Aufmerksamleit
  gewidmet.  Er  experimentirte  mit  dem  Safte,
konnte  aber  zu  seiner  Ueberraschung  die  außerordentlich
  günstigen  Berlchte  der  Engländer  aus  Lagos
nicht  bestätigt  finden.  Durch  ihn  wurde  eine  größere
Quantität  Milch  an  die  Centralstelle  in  Berlin  gesandt.
  Auf  meine  Bitte  hat  Herr  Dr.  Henriques
dieselbe  freundlichst  einer  genauen  Untersuchung  unterzogen.
  Das  Resultat  war  in  Kurzem  folgendes:
Die  Milch  war  bereits  vollkommen  koagulirt,  da
aber  die  Gewinnung  bei  dem  festen  Verschluß  und
der  fast  vollkommenen  Füllung  der  Flasche  so  gut
wie  unter  Luftabschluß  stattgefunden  hat,  so  meinte
Herr  Dr.  Henriques,  daß  die  Veränderung  der
niedergeschlagenen  Substanz  nur  geringfügig  sein
könnte.  Der  so  entstandene  Kautschuk  mußte  also
das  reinste  Produkt  sein,  das  überhaupt  aus  der
Milch  zu  gewinnen  war.  Es  erwies  sich  als  eine
ganz  weiche,  klebrige  Masse,  die  sich  vollkommen  in
Aceton  löste  —  mit  anderen  Worten:  Die  Milch
von  Kickxia  africana  Benth.  enthält  überhaupt
  gar  keinen  Kautschuk.

Wir  sind  nun  bezüglich  der  Herkunft  des  Lagos-Kautschuks
  oder  Silk  rubber  auf  demselben  Punkt
angekommen  wie  früher,  d.  h.  wir  wissen  nichts  über
seinen  Ursprung.  So  viel  scheint  festzustehen,  daß
derselbe  von  einem  Baume  herrührt,  da  die  Angaben
über  die  Gewinnung  des  Saftes  durch  schräg  verlaufende
  Einschnitte  am  Stamme  doch  zu  bestimmt
aufgetreten  sind,  als  daß  die  Mittheilung  vollkommen
        <pb n="723" />
        erfunden  sei.  Dazu  kommt  noch,  daß  bereits  vor
mehreren  Jahren  Herr  Direktor  Dr.  Preuß  aus
Kamerun  die  leider  sterilen  Zweige  eines  Baumes
einsandte,  der  vortrefflichen  Kautschuk  liefern  soll;
er  würde  von  den  Eingeborenen  Ofuntum  genannt;
möglicherweise  steht  dieser  mit  dem  Lieferanten  des
Lagos-Kautschuks  in  Verbindung.

Zwelfellos  muß  der  letztere  der  Kickxia  africana
Benth.  ähnlich  sehen,  da  Neger,  welche  selbst  in  Lagos
Kautschuk  gesammelt  hatten,  als  sie  in  Kamerun  die
Kickxia  sahen,  meinten,  dieser  Baum  gebe  keinen
guten-Kautschuk;  der  richtige  Baum  habe  nicht  Blätter
wie  der  arabische,  sondern  wie  der  Liberiakaffee.
Bemerkenswerth  wäre  das  Vorkommen  von  Kautschuk
in  der  Kickxia  jedenfalls  deswegen  gewesen,  weil
wir  in  ihr  die  erste  afrikanische  Art  in  der  Familie
vor  uns  gehabt  hätten,  welche  nicht  zu  den  Landolphien
  gehörte.  Bisher  gaben  nur  die  Vertreter
aus  dieser  Gruppe  Kautschuk,  und  zwar  die  Arten
aus  den  Gattungen  Landolphia  und  Carpodinus;
nach  neuen  bisherigen  Erfahrungen  möchte  ich  auch
glauben,  daß  der  von  Herrn  Dr.  Preuß  als  Ofuutum
bezeichnete  Baum  in  die  letzterwähnte  Gattung  gehört.

 

VVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVU

Tikker  akur.

Karte  von  Deutsch-Ostafrika  im  Maßstab  von
1:  300  000.  Konstruirt  und  gezeichnet  unter
Leitung  von  Dr.  Richard  Kiepert  im  Auftrage
und  mit  Unterstübung  der  Kolonial-Abtheilung  des
Auswärtigen  Amts.  Berlin.  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen).

Zwei  neue  Blätter,  D  4  Kilimatinde  und  C  5
Massai-Steppe,  sind  kürzlich  von  dieser  umfangreichen
Arbeit  erschienen,  wodurch  die  Zahl  der  veröffentlichten
  Sektionen  auf  13  (von  insgesammt  30  und
9  Ansatzstücken)  gestiegen  und  die  Darstellung  des
nächsten  Hinterlandes  von  Dar-es-Saläm  zum  Abschlusse
  gekommen  ist.  Durch  die  jetzt  in  Arbelt  befindlichen
  Blätter  E  4  (Iringa),  E  5  (Kissali)  und
E#6  (Mafia-Insel)  wird  übrigens  die  Karte  dieses
Hinterlandes  nach  Süden  zu  bald  eine  große  Vervollständigung
  und  Abrundung  erhalten.

Das  Blatt  Kilimatinde  enthält  den  größten  Theil
der  Landschaft  Ugögo  und  den  Osten  von  Unyamwesi.
Namentlich  in  ersterem  Gebiete  sind  unsere  Offiziere
in  den  letzten  Jahren  ungemein  fleißig  an  der  Aufnahmearbeit
  gewesen:  während  wir  für  Ugögo  noch
vor  Kurzem  fast  ausschließlich  auf  die  dürftigen  Skizzen

617

 

der  älteren  Forschungsreisenden  und  Missionare  angewiesen
  waren,  überzieht  jetzt  ein  dichtes  Netz  sorgfältig
  verzeichneter  Routen  das  Land.  Namentlich
sind  es  —  von  Emin,  Dr.  Stuhlmann  und  Dr.  Mankiewitz
  abgesehen  —  die  Herren  Hauptmann  Herrmann
  (1894),  Lieutenant  Engel  hardt  (1894/95),
Lieutenant  Fonck  I.  (1894/95),  Hauptmann  Prince
(1895),  Hauptmann  Podlech  (1896)  und  Lieutenant
Glauning  (1896),  denen  dieser  große  Fortschritt
zu  danken  ist.

Weniger  mit  topographischen  Details  erfüllt  ist
naturgemäß  das  Blatt  C  5  Massai-Steppe,  dessen
Mitte  nur  von  O.  Baumann  1893  durchschnitten
wurde.  Dagegen  liegen  für  den  Ost-,  West=  und
Südrand  wichtige  neue  Aufnahmen  vor:  für  den
Osten  vor  Allem  Oberstlieutenant  v.  Trothas  (1896)
vortreffliche  Aufnahmen  und  die  von  Lieutenant
Storch  (1896);  für  den  Süden  die  von  Dr.  Stuhlmann
  (1892),  Lieutenant  Graf  Göten  (1894),
Lieutenant  Böhmer  (1895)  und  Lieutenant  Glauning
  (1896);  für  den  Westen  von  Lientenant
Fonck  I.  (1894)  und  Glauning  (1890).

Dr.  Friedrich  Plehn:  Die  physikalischen,  klimatischen
  und  sanitären  Verhältnisse  der  Tangaküste
mit  spezieller  Berücksichtigung  des  Jahres  1896.

Der  in  den  Arbeiten  aus  dem  Kaiserlichen  Gesundheitsamte
  erschienene  Aufsatz  stellt  einen  werthvollen
  Beitrag  zur  naturwissenschaftlichen  Erforschung

Deutsch-Ostafrikas  dar.

 

 

Das  vlerte  Heft  des  X.  Bandes  des  internationalen
  Archivs  für  Ethnographie  enthält  unter  anderen
interessanten  Aufsätzen  Beiträge  von  P.  Staudinger
über  zwei  Kleidungsstücke  aus  dem  westlichen  Sudan
und  von  Parkinson  zur  Ethnographie  der  Ongtong-,
Java=  und  Tasman-Inseln.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYFTFTY

Tikteratur-Verxpiichnigk.

Esser,  Max,  Dr.  jur.:  An  der  Westküste  Afrikas.  Wirthschaftliche
  und  Ingh--Streifzuge  Mit  zehn  Vausbir
und  zwei  Karten.  Lex.  Bo.  (225  S.)  In  eleg.  Halbfranzband
  Mk.  8.  Albert  Ahn,  Köln.

Schulz,  C.:  Naturgemähe  Gesundheitspflege  in  den  Tropen
und  beißen  Ländern.  er  7.  rnabenn  un
Körperpflege.  120.  (134  S.)  Mk.  1,60.

Gustav  Schuhr,  Berlin.

Vitth,  Albrecht:  Geschichte  Südafrikas.  (IV  u.  145  S.)
Ml.  2.  Carl  Georgi,  Bonn  a.  Rh.

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisfes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  25/7.  Apia.  —  22/9.  Auckland.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Condor"  29/6.  Dar-es-Saläm  11/9.  —  26/9.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
        <pb n="724" />
        S.  M.  S
S.  M.
S.  M.  S.  „Syäne=S.
  M.
S.  M.

Ausreise:

618

(Poststation:

Hongkong.)

Ablösungstransporte:

Dampfer  „Keiser“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Habicht“,
Hulk  „Cyclop“,  Peilboot  „Kamerun"  (ganze  Besatzungen):

S.  „Falke“  24/6.  Sydney  24/7.  —  Bismarck-Archipel.  —  4/10.  Sydney  27/10.  —  Apia.

(Poststation:  Hofpostamt.)
S.  „Habicht“  10/9.  Kamerun  20/9.  —  Togogebiet.  —  1/10.  Kamerun.
31/8.  Teneriffa  11/9.  —  17/9.  Lissabon  25/9.  —  3,10.  Rotterdam.  —  Wilhelms-(Poststation:
  Wilhelmshaven.)
Vermessungsschiff  „Möwe“  21/7.  Matupi.
S.  „Seeadler"“  12/9.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:

Transportführer  von  Kiel—Wilhelmshaven:  Kapitänlieutenant  Begas,

von  Wilhelmshaven—Kamerun:  Korvettenkapitän  E  verhwoosf
Kiel  1/10.  —  2/10.  Wilhelmshaven  3/10.  —  Las  Palmas.  —  Kamerun.

 

In  Mikindani  (Deutsch-Ostafrika)  ist  eine  Reichs-Telegraphenanstalt

DPerkehrs-Machrichten.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

eröffnet  worden.

 

Nach

vom  Einschiffungshafen



Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Ostafrika.

ei  %
ebrin  a,
—  Schiffe)

am  20.  Okt.,  10.  Nov.,
1.  Dez.  120  abds.
am  7.  Nov.,  5.  Dez.

abds.
am  10,  jedes  Mts.
40  ums.

Tanga  20  Tage
Dar-es-  Saie  —  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

B.,  8.,  29.  November,
3.  Dez.  1034  abds.

am  8.  jedes  Monats
10  abds.

18.  Oktober,

 

2.  Deutsch-Lüdwestafrika.

Na  Lclmans  op,  Gibeon.
hn  a
aͤgd  tadt,
von  dort  weiler  —  nn

armbad
wotru  ich

auf  dem  Landwege

 

iu

a  —

am  23.  Okt.,  20.  Nov.
40  ums.

am  25.  November
nachts

Lüderitzbucht  22  Tage
Swakopmund  26  Tage

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

am  22.  Okt.,  19.  Nov.
16  ums.

am  26  November

 

8.  Bamerun.

*  .  7
E  .  irn  )
cne  *

Erlrt  ——

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  27.  Okt.,  24.  Nov.

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  Monats
am  *  At.  22.  Nov.

 

4.  Togo-Gebiet

Heber,  Liverpool  oder
arseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

ambur
S  #n,

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille
(französlsche  Schiffe)

am  10.  iedes  38  nachts
am  20.  je

am  Letzten  jed.  Mis.  -
am  20.  Oltober,

3.,  17.  N#enber
am  25.  jedes  Monats
40  nachm.

Lome  3  Tage

1  Tage

#.  5  Tage
Accra  ge

von  da  ab  Landverbindung
Quitia  ah  36  Tage
von  da  ab  Landverdindung
Kotonou
von  da  *  Landverbindung

am  10.,  20.  und  Letzten
*q  2,  Monats

am  18.  Oktober,
1.,  15.  Nov.  15  ums.
am  23.  jedes  Monats
10%  abds.

 

am  1  Nov.,  12.  Jan.
ds.

Stephansort  45  Tage

Neapel  am  15.,  19.  November,
5.  Deutsch-Keu-Guinea.  (beutsche  Schisfe)  ab  10.,  14.  Januar
rindisi  am  21.  Nov.,  16.  Jan.  -  41  Tage  1034  abds.
(Nachversand)  abds.  -

 

s.Mavipall-Iuietn.

disi

 

 

Brin
(über  Manila)

am  7.  Nov.,  2.  Jan.
abds.

 

Jaluit  etwa  70  Tage

am  5.  Nov.,  31.  Dez.
10  abds.
        <pb n="725" />
        Regelmäßige  Volt-Dampflchifffabrt  zwischen  Hamburg  und  Bestafrika.

619

WoPERMNANN-LINIE.

Fahrplan  für  das  vierte  Vierteljahr  1897.

Linie  I.  Nach  Madbeira,  Lagos,  Lome,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Regra.

Ausreise.

Heimre  isee.

 

r  mburg  ##
adeira
Monrovia“".
Acera“

B

ongii
dinianien
grel  ·  Balanda
7l7!n

Kap  Lopez
Sette  Cama

Loa  .
Ponta  Neg  ra.

Linie  II.  Nach  Gibraltar,

 

 

Oktbr.  10.  Nov
*  19.  -
2  27.  *#
29.  2
*  30.  *#

Nov.  1.  Dez.
-  4.  -
11.  -
:  12.  -
*  14.  -
*  15.  -
*  7.  -
19.

:  20.  -
-21.  -
23.
"24.
25.  -
96.  -
27.
*  28.  *
29.  -

Ponta  Negra

10.  2  10  Et——–

27.  27.  *ni*“

3  3  Sau  Baianga
1.Jan.  1.  Kibil-r  .
4.  :  4.  bnsbuen  .

O„  11.  Klein-Batanga  .

14«  -14  Rattmha..

15«  -15·  Oktbuuds  .

«  ··.amerun

17.  -Ê117.  *

-  Whyda  9

19.  198.  *8

20.  -20.  Klein-Popo

21.  -21.  ome

23.  23.  Kwitta

24.  =  24.  Addah

25.  25.  Accra

26.  26.  ap  Palmas

27.  27  rand  Bassa

22.  :  28.]  Monrovia

29.  -29.  ran  Canaria

eneriffa.
Madeira
Hamburg

 

 

SSEE
EEEEELII

 

u  n  nnNO  ies  ,  eneedDAe  àn  „  „
S
5

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—

Dez.
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2

N

14.

 

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R

*

5

vas

SEE
Sereonene

Marokko,  Canar.  Iuseln  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  anlaufend.

 

 

Ausreise  Heimreisee.
mt...  osr.  r  16.  3.  16.ern  Fer.  89.  Du  30.  an.0
Antwerpen.  22.  "  22.  *  22.Siterra  Leone  Dez.  2.  Jan.  2.  Febr.  2.
Gibraltar  1  2V.  28.  *  28.  ona  :  3.  *  3.  :  3.
Lrache  .  I-29.  -29.  -29-  Ruquue  -10.  10.  l  10.
Bee  12  30.  30.  "*  30.  akar  :  11.  :  11.  11.
Nov.  1.  Dez.  1.Jan.  1.  Gran  Canaria  17.  17.  :  I7.
rl  i  .  H-3.  is.  :  8.  Mogador  19.  19.  19.
Sa  4..  .  4.  ".  4..  5  .  -20.  -20.  -20.
8  „  6.  -  -  -5.  azagan  -22.  22.  -22.
Mazagan.  7.  7.  7.  gLasablanea  23.  23.  ".  2.
Eran  sner  1  12.  -  ů.  -  12.  ger  -24.  :  24.  -  2
eneriffa  ..  -  .  .  -  ·  qmbak  an.  2.  br.  2.  März  2.
Gorse  r  10  .  6  I  de
Dakar  :  14.  "  1.  *  14.
Rufisque  15.  15.  :  15.
alhu  .  18.  1681  1.
Bissao  18.  "  18.  —
Bolama  21.  .  21.  .
Sierra  Leone  23.  23.  20.
Sherbro  82ß5.  25.  22.

 

 

 

 

 

 

)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,
am  1.  jedes  Monats.

)
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  1

*)  Nur  für  Passagiere.
        <pb n="726" />
        —  620  —

Linie  III.  Nach  Conakry,  der  Goldküste  und  Togo.

 

 

 

Ausreise.  Heimreise.
Hamburgg  HObktbr.  20.  Nov.  20.  Dez.  20.  Kotonou.  .  .  .  Nov.  28.  Dez.  28.]  Jan.  28.
Conakry  Nov.  6.  Dez.  6.  Jan.  6.  ydah.  .  ..  *  29.  *  29.  :  29.
Monroria  68.  8.  "  8.  Grand-Popo  Dez.  2.  Jan.  2.  Febr.  2.
Arin  Klein-Lopo  :  3.  :  3.  *  3.
Dircove  ....  -12.  ·12.  e12·  Bagida  ..  -6.  :  5.  :  5.
Eimina  a  *  #ome  -  1  "  -  1
ap  Coast  Kwitta  -  .  -  .  -  .
Fcyond  ...«14·«I4-«I4-  Adah  r  z  1
pam  "„  ccrea  -  .  -  ·  -  .
Winnebah  15  l15.  15.  Kap  Palmas  *  16.  *.  16.  16.
Acera  *  16.  *  16.  *  16.  Monroviag  18.  *  18.  *“pr½S’E
Addah  18.  -138.  -138.  #ran  Canaria  *  26.  26.  206.
Kwitto  19.  159.  *  19.  eneriffa  -217.  :  27.  *  27.
Lome  -21.  *  21.  -21.  Radeirta.  .  -28.  -268  8.
agida  22.  22.  22.  damburg  J  Zan.  9.  Febr.  9  März  9.
Klein-Popo  23.  *  23.  23.
:  25.  "  25.  "  25.
Whyda  26.  *  26.  26.
#ilb  27.  *  27  *  27.

 

 

 

 

 

 

 

Linie  IV.  Nach  den  Canar.  Inseln,  Senegal,  Liberia  und  den  Häfen  der  Sübküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

 

Ausreise.  Heimreise.

Lemburg  ...  Oktbr  31.  Nov.  30.  Dez.  31.  Landana  Dez.  18.  Jan.  18.  Febr.  18.
eneriffa  .  ..  Nov.  10.  Dez.  10.Jan.  10.  Old  Calabar  .  -21.  -21.  -21.
GranCanaria..  -11.  -11.  -11.  Bonny....  -25.  -25.  -25.
Goråe....  Laoö....  s30.  :  30.  März  1.
Dakrrer  *  16  *  16  16  AddaHr  Jan.  7.Febr.  7.  7.
Rufisggue  Asccrne  ".  8.  *  8.  :  8.
Monrovia  ..  -20.  -20.  -20.  Winnebah  9.  .9  9
Grand  Bassa  *  21.  21.  -21.  Appam  *2“  9
Hinor.  gia  .  -  2.  -  7.  2.  Salwen  *  11  "*  11  *  11
ap  Palmas  -  .  ·  .  .  ap  Coa
en  le  25.  25.  "  26..  Elnina  1  12  12  12.
Lagos  *  27.  27.  27.  Chama  -Ê13.  "*  13  -13.
Landanan  .  30.  *  30.  *  30.  Dixcove  14.  14  -14.
Cabinda.  .  ..  Dez.  1.  Jan.  1.  Febr.  1.  i  15.  é*  15.  15.
Bananna  3.  *  3.  *  3.  ##e  Palmas  ..  -18.  -18.  -18.
Boma  5.  -6.  -6.  ..  -19.  19.  *  19.
Noqui  7.  7.  7.  dian  Bassa  ..  -20.  -20.  -20.
Matadi  8.  8.  8.  A#  ...  -21.  -21.  -21.
Loanda  10.  .  10.  10.  Con-  -23.  23.  23.
Ambriz  é*  11  11.  1.  —  Ve#  .  -30.März2.  -30.
Kinsembo  -13.  -13.  -13.  Mogador  Febr.  2.  =  4.  Anpril  2.
ussera.  14.  1.  -Ê14.  Safi  =  3.  :  6.  *3
Ambreizette  .  -15.  -15.  -1ö.  Masagan...  -4.  -s.  *  4.
Muculla  "*  16.  16.  16.  Casablanna  6.  *:  7.  *  5.
Landanana  *  17.  *  I7.  :  17.  Hamburg  *  15.  "  15.  15.

 

 

 

 

 

 

 

Am  6.  Dezember  wird  P.-D.  „Ednard  Bohlen“  von  Antwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.
Mit  den  am  18.  Oktober  und  18.  Dezember  abgehenden  Dampfern  kommt  kein  Schießpulver  zur  Verladung.

Expedition  nach  Deutsch-  Südwestafrika  am  25.  November  und  ferner  am  25,  jedes
zweiten  Monats.  Fahrtdauer  H  kop  d  etwa  30  Tage.

r#

)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  19.  jedes  Monats,
Linie  III  *  21.  jedes  Monats,  Linie  am  1.  jedes  Monats.

*)  Nur  für  Passagiere.
        <pb n="727" />
        —  621  —

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Poßt-  if  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hofen  "“  in  Berlin  Von  hafen  in  W  6r
Neapel  am  li  tiet  Hamburg  an  10.  #  und  25.7
Deutsch  ·  Ostafrita..  wgrinbisi.  am  2,30.Nv.,  2.D.  Togogebiet  .....  ·  jedes  Monats
uti  gamlt.  Ok..,  16.  Nov.  Marseille  ..  am  16.  jebdes  Monats
2  *
Deutsch  ·  Sũdwestafrita  Southampton  en  26  Sltober.  beutsch-NeuGuinea.Neapel.  u“
25.  jed.  Monats  «  l-Kamepun.......
  qubutg  am  Marshall-  Inseln...  Marseille  ..  Mitte  Oltober,
erpooi.  .  4.  November  i
iwerp  2.,  30.Dezember  6  Mitte  Dezember
*  Füälligkeitstage  für  die  mit  deunschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Reise  Letzte  Nachrichten
Posidampfer  ron  s  nach  bis  12.  Oltober  1897
„Adolph  Woermann".  Hamburg  Loango  am  11.  Oktober  ab  Hamburg.
„Aline  Woermann"  Saa  Hamburg  am  11.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Anna  eerem“  ...  Sherbro  Hamburg  am  6.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann"  emburg  Loanda  am  11.  Oktober  in  Teneriffe.
vSd  FSahlen  ...  T  .  dem  Kongo  am  26.  September  in  Banana.
„Ella  Woermann“.  .  Zt.  *  *  urg.
Gertrud  Woermann..  S.  Zt.  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen  "  Kotonon  Hamburg  am  8.  Oktober  in  Acera.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  2.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“..  Loanda  Hamburg  am  1.  Oktober  in  Las  Palmas.
urt  Woermann"  oburg  Loanda  am  2.  Oktober  in  Accera.
i#ochor.  Bohlen“.  amburg  Loango  am  9.  Oktober  in  Kamerun.
ars  Bohlev  Loango  Lamkus  am  10.  Oktober  in  Kamerun.
Marie  Woermann"“  Lüderigtzbbucht  Ham  am  25.  September  in  Accera.
„Nelita  Bohlen“  Hamburg  rmMN“’  am  5.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann“-  Hamburg  dem  Kongo  an  25.  September  in  Banana.
„Thekla  Bohlen"  Sn  rimiee  amburg  3.  Oktober  in  Loanda.
„Antonina“..  .  ..  Hamburg  Swakopmund  aem  18.  September  in  Las  Palmas.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).
.  Reise  Letzte  Nachrichten
R
eichsposwampfer  von  D1  nach  bis  12.  Oktober  1897
„König  “.  Durban  Hamburg  am  11.  Oktober  ab  Majunga.
„HerzoSSS  Hamburg.  I  Durban  am  11.  Oktober  ab  Aden.
*  ------s  Hamburg  l  Kamerun  am  11.  Oktober  ab  Las  Palmas.
„Kanzler..  .  3t.  in  Hamburg.
——  Durban  I  Hamburg  am  8.  Oktober  an  Aden.
„Reichstag  Durban  Hamburg  am  9.  Oktober  ab  Marseille.
„Admirall  Hamburg  Durban  am  9.  Oktober  ab  Antwerpen
„Generalll  Hamburg  -  Durban  am  8.  Oktober  an  Mohambtue.

 

 

 

 

Anzeigen.

Inserale  (Für  die  dreigespaltene  Petilzeile  oder  deren  Raum  *  eth  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin.  8W  12,  Kochstraße  68—71.
einzusenden.  —

 

 

v.  Sclinmridt,  Im  ostindisehenDienste

Lebensbeschreibung  des  englischen

Obersten  Meadows  oslor.  7  it  einer

Kartenskizze.  4  8.—,  geb

Verlag  von,  ise  Sohn,
Berlin  SW’.

CGester,  El#sab.  B.,  Dicht  am

Feinde.  Soldatenleben  ig  fornen

Westen.  Uebersetzt  von  E.  Klin

M.  Kart.  u.  Abbild.  5,25,  geb.  4#6,  2.

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
erlin  SW.
        <pb n="728" />
        622  —

 

 

 

 

Das  Echo,

Organ  der  Deutschen  im  Auslande,
betrachtet  es  insbesondere  als  gelne  Aufgabe,  dem  Leben
und  Treiben  der  Deutschen  Im  Auslande  dle  liebevollste
Aufmerlsamkeit  #uzrunwenden.  Es  wird  daher  jeder
Deutsche  im  Auslande  gebeten,

seine  Adresse
der  Verlagshandlung

H.  Schorer,
G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,  Willsimetr.  29,

esl.  anzugeben,  damit  dieselbe  Gelefenneete  hat,  eine
Krebe-Konser  umsonst  und  Lostenfrel  zu  übersenden.

Bestellungen  Säsn  Pv  a  en  *  Eest.
von

in  Deutschland  zum  Prei  K  viortoljshrli  *i*  nne
Rren  in  don  ei  n  zu  don  Ercsudtten  on  Ee
Direkt  von  Vonsibrhandlung  J.  H.  Schorer,  G.  m.  b.  H.  n

Rerlin  SW.  Wiigseimoerho  29,  untor  Kreurband-  x*-*’])
  „  an  Mes  viertoljährlich  4  Mr.  50  Pf.,  balbjahr  aut
#  18  Mk.  Boi  Versendung  unter  Sirolldand  em
3  ani  ou  ni  ——.  lichst  Scmalcurgo  Abonnements  aufzugeben.
engllsche  Krrif  oten  werden  in  Zahlung  genommen.

In  das  Abonnement  nnan

nsl,  wrt  „Das  Ech  [l—s.  ie  Bestellung  ab

**  eniug,  *#  Fansss  en  W  dot  beerrtst

  lange  Zelt  Mrekt  vom  Verlag  oder  durch  jcde
Buch  1#t  ung  Lesttnert.

 

 

Korbel  Humboldt.  Coanty  /luo%
den  19.  Derer

on
Gestorn  erhiolt  ien  wlodor  DAS  rn  Nr.  691.
ieormit

r
ngns  nnsehntz,  und  muss  unseren  L
d  eite  1608)  wogehche

lesen  aunt  e#ae  Achlun
Theodor  ir  Preuss.

ayBontos,  81.  Doz.  1895.
lch  bonutze  die  ontten
as  „Echo“  von  den

Frossor  Beliebtheit  erfreut.
Hochachtend  Erust  Scholtz

Cahrl,  den  4.  Januar  1896.
Des  Echo  let  gerade,  was  le
der  bol  mir  Ist  dieson  z  4  eich  mal  ausras.
mir  schon  früher  Ihr  Blatt  empfohlen  un  ich  hatte
vorgesson.  Nachträglich  noch  Pronst  Neujahr!
Ihr.  nst  C.  W.  Allers.
ara.  6.  Januar  1896.

Sa
Eet.  „Ulane  ·.tt  Bmasilien.
leh  ihun  kann  in  Ib

1.  7.  Januar  1896.

*8  nheht  tern  mich  sofort  bor  *  rbes
otsche,  dio  wie  sch  e#rhon
ina  und  5  wonig  Gelegenheit  —

de  lu  Famllie  wa  r  r
“  Max  Büttner.

 

melnen  herziichsten

tu  In  Niederl.  Indien  (Echo  Nr.  690
66n  en,  mlt  #rr.  M

r—i*  auch  Immer  ein  W  Ist,
r

rhalte;  vanselso  se  jedor  #
Anolund.  ulnde  Mnkeche  überhaupt  solche,  die  tren
2  Sne  K  Reich  stehen,  dleses  Blatt

um  Ihnon  a  2  daes
hler  lebenden  Deutachen  stets  mit
Sarcude  Felesen  Sack  und  sich  wise  —  woßen

os  nur

werdo  lch  jederzeit

thun:  —J  loh  gelbs  —*  kan  Tag  erwarten,

1  erpfen  ier  in  dieser  Gegond  leben  sehr

an  Leutsrche  und  den  Wenlgen  gebt  es  auch  nicht  immer

—.  frische  Anfa  od.  Zum  Schlusns

o  uleksse  Neuzjahr  Wen  der  Ferne,  nowie  horzlich
Frü#ssend,  schliens  achtangsvol  an  esebe

rxx2  Paru

Nes
Nochdem  loh  die  Probenommer  anenenn  %oprüft,  habe
hier  zu  Sreo

wann  wieder  zu  schen,  int  Ihr  Blatt  L#denfehe  schr  geolgnot
und  wlrd  es  ohne  Zwelfel  dazu  beltragen,  in  densel--ben
  das  2  hl  der  ————-  zur  Frossen

 

Urteile  aus  dem  Leserkreise  des  Echo.

Ulm,  9.  Janunr  1896.
Dank  für  die  Zusendung  Ibr.  Nach

en  r515  —
Ablauf  dleses  e  Sebe  ich  das  Anmement  har

Kalss  Zeitun  aAuf  und  hesteile  odefür  das
A#ldo  hat  lE  A  ers  in  Bhez  Exl—G  cunz

  —  und  die  72
tungon  aller  Partoeien  gut  ##
dle

n  Int  mir  Zeitmangels
uiebe  7  täglleh

ew  Artikel  der

eltangen  zu  les  ch,  duns  dus
0  el  r-  r*s  en  inde  a  elne  korts
lanfende  Uebersicht  über  dle  romsenen  Vorgänge

genturt.  44  Ibre  Illustrationen  eind  hübach.
%ochachtend  u.  ergebenst  Kurl  Krämer,  Karlatr.  25  II.

aide,  März  1896.

Bin  Abonnent  vom  „Echo“  adler  m—*ix  u.  S#gse,  Hallo  u.  S.)

selt  boinale  5  Jahren  und  hülte  dasselbe  für  dus  beste

deutsche  Blatt,  welches  für  das  Ansland  delmet  *—i
-  von  uo

Elim-Natal.  16.  Mdrz  1896.
r  „Echo“  erbalten  wir  soit  Jahren  durch  *l  buennondlang

  umeror  Gosollschaft  in  Hermannabu

re  ehbarschaft  verbreltet  es  sich  Im  nicht  a
wird  entweder  von  Michnelis  oder  Deutschlond  on.  E
freullch,  dars  Sie  solcho  Rückeicht  auf  die  *———  h
schen  und  in  lor  it  ueh  auf  dio

Ihres  Plattos.  virã  r-  #t  n
rdrängon  In  don  Kolonion  und  vlele  werden

lkeln  deutsches  refhisenes  Blatt  ausser  *57  halten.
esler.

Malisfanna,  24.  März
In  Antwort  Ihres  geohrten  Schrelbons  vom  z
donke  ich  4  Ls#ehr  für  die  froundlicho  —.  si

und  orlaube  mir,  Ibnon  mitzutollen,  dass  mir  -!  Püre
E#ebonn  hier  auf  dor  Malllanda-Pllanzun  +  das  „eee  schon  längst
lbokannt  und.  gen  selnor  vorzüglichon  und  unverbessern

  und  sie  enger
anzuschllessen,  hat  slch  dus.  Leor  alle  im  Suesans
#lhoseten  Deutseen  zur  grösste  ankbarkelt  verefllch
  It  gröss  n  n  Ihr  orgobenster

Apise  (Samoa),  den  25.  Mürz
ho“  seit  ungefahr  10  Jahren,  nicler  i  im
Auslande,  W  —  bens,  wenn  ich  vor  ehend  in
Deutschland  bin  steitn  anfs  wärmeto  empfohlen.
—  die  ai  —  für.  Deutsche  Im  Auslann
  ocha,  kigorn  A.  Holgenborgoer.

l  mbolbkiilsw

Dslstsstimmokalsloclals  ohno
zuviel  zu  schrolben,  doch  ganz  —  dbrim  um  dom  Uborein
  klares  ansrtelr  *ö  der  a  pa  2u
Es  Int  ganz  entschieden  1  #  -beste  und  tib
#birc,s  Blatt  jenv  "rte  tim  l  Inle

ochacl  Peres  Meyer.

Fusan-Corea,  6.  April  1896.
Es  wird  Sie  viellelcht  ———  zu  höre  n.  gostorn
ten  Malo  n  ahron,  in  welchen  ich  das

wäöhrond  des  Kriegen  ##.
mehr,  wie  man  vorlangen  kann.
Mit  bestom  Gruss  rntb-  H.  G.  Arnoue.

,  den  9.  Aprit  1896.
NAlt  dem  ergobonen.  Vomorkac
„Echo“  hior  berelts  in  4  —  gel
selbat  schon  Zoit  Abonn  vosselben  Das  Blatt
I#st  für  das  Ausland  fast  W  bede  Es
verbludet  mit  7  lsalee  eine  vorzügliche  Auswahl
  und  Anelnanderrelhung  1½%  Ses

kong,  6.  April  1896.
lanbe  mir  die  ergobene  Mitte  1  u.  an  aoit
E  auf  ihr  Blatt  abonniort  bit-.  sqs  sitzt-it
Eies-iAbonctscvssshckoaasiaAukanslthia
ek.

imkmitktsmiqtshotastlth
,  lateinische  Schrift  einführten.  Ebenso
den  ———  rate  in
Dus  Blatt
bünd  wir  mit  nlcht  wenlger.
plert.  —  Wei  anen  le  noch  Vedr  Abonurnten
hier  deko#oe  sollon

Ergebeost  II.  Ehbmer.

n  Franeiseo,  II.  Jaul  1

Schicken  Sie  blito  das  Le  von  seizt  ab  unter,  obigor

1  Dos  Blatt  lest  mir  wirklich  ##enhenee.
hler.  Ergebenot  Dr.  A.  Genth.

 

[—
        <pb n="729" />
        —  623  —

 

Gustay  F.  A.  Guhl  &amp;amp;  Mess,

IUmburg.
aer  von  Konserren.
Velikatessen,

Schillsproriant,  Weinen.
Leikören  ete.
für  Export-#  Faktorei-,  Marineund
  Armee-Bedars.  (20
Spezinlitüt:
Export-Packungen
haltbarer  Nahrungsmittel  jeder  Art,
auch  Kaviar  etc.  Hr’T’ropen-Klima.

 

 

 

 

 

 

 

Berlin  JW.,  Meustädtische  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraste  25),

Spezial-Geschäft  für  Eropen-Ausrüstungen,
empfehlen  sich  ’t  n  Beschaffung  persönlicher  Ausrüstungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  Aufenthalt  in  überseeischen
  Ländern  #e#is  zur  Lieferung  aller
Jagdausslüge  in  Betracht  kommenden  Artikel

Sachgemaße  Zusammenstellungen  auf  Grund  rlibelalher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungsreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (52)

r  Expedition  und

——  IN.  W.

1—  WMrm  1#  —

n—..  bester  u.besälleter  —.*.

——ln—nosn—nn—u““u“u—““n—“ut—“u—“———nnso

Absolut  relnes  balterlenfreies  Filtrat  liefern

Berkefeld-Filter.

Fiuter  für  Wasserleitung  und  Brunnen
m  Tropflter  bis  zur  grössten  Anlage
uerkoteld---  Eiln-  Gesellschatt,
Celle,  Pror.  Ma#orcr.  (15)

 

1————

 

 

Nachruf.

Am  1.  September  1897  verschied
in  Masinde  nach  kurzem  Krankenlager
  an  den  Folgen  eines  schweren
Schwarzwasserfiebers  der  Premierlieutenant
  in  der  Kaiserlichen  Schuttruppe
  für  Deutsch-Ostafrika

Tudwig  Storch.

Seit  dem  8.  März  1892  gehörte
der  Entschlafene  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  an.  Ausgestattet  mit
regem  Geist  und  hervorragender
organisatorischer  Begabung,  hat  er
sich,  während  dieser  Zeit  durch  steten
Pflichteifer,  durch  große  Opferfreudigkeit
  und  rastlose  Thättgkeit  besonders
  ausgezeichnet.

Sein  vortreshlichereharalter  seine
echt  ritterliche  und  stets  wahre  kameradschaftliche
  Gesinnung  sichern  dem
Verstorbenen  im  Offizierkorps  der
Schutztruppe  ein  dauernd  ehrenvolles
  Andenken.

Im  Namen  des  Osfizierkorps  der
Kaiserlichen  Schutztruppe:
Liebert,
Generalmajor,
Allerhöchst  beauftragt  mit  den
Funktionen  des  Kommandeurs.

K.AFraneklacht.

Huaafttaim  S

K#nblenprodpeter.

Eingetrag.  Schutzmarke:  „Famn“.

Lindner  &amp;amp;  Offterainger,

Franklurt  a.  A.
emplehlen  ihre  leichten,  reinwollenen,
  elastischen,  nicht  eintzelenden
ecreẽmesurbenen

Oröpe-Flanelle  v.  I—

Aerztlich  empfohlen.  Vorzüglich  für
die  Tropen.  Auch  Detail-Verkanf.
Muster  u.  illustr.  Preisliste  franco.

Gebranchte  Briefmarken

und  Postwerthzeichen
aller  Länder  kauft  stets
B.  Koenicke,  Berlin  SW.  17,
30.  Bellc-Allinneestr.  30.
        <pb n="730" />
        Tutti  Frutti,
Preisgekrönte  Fabrik  kandirter  Früchte
und  Frlichte  in  Likör  und  Sirop,
für  den  Export  gearbeitet,
Hesselmann  &amp;amp;  Co.,
San  Martino  d’Albaro,  Genna.

Fabrikmarke  deponirt.  ((co)

Schmiodoeisornc  Fenster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (16)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thllren
und  Thore  kertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

Kifer  N.  Sehmetterlinge.

Zwecks  Ankanfs  von  Schmetterlingen
  u.  Käkern  suche  mit  Lammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kämmerer,
Beriin  SW.,  Kochstrasse  68.

 

 

 

AAAAAAAAAA  A-  A-  -A  A  J.  A  A  A  J.

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW..

Die  deutsche

Kolouial-Gesetgebung.

Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,
Verordnungen,  Erlasse  und  internationalen
  Vereinbarungen
mit  Anmerkungen  und  Sachregister.
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben
von

Riebow,
Gerichtsassessor.
1893.  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Mk.  16.
Demnächst  erscheint:
Kachtrag  zu  obigem  Werke.
Enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit
für  die  Schutzgebiete  ergangenen  Verordnungen
  2c.

Anweisung

zur
regelmäßigen  ärztlichen  Rapportund
  Berichterstattung
über  die
Haiserliche  Schutztruppe  in  Peuisch-Gllafrika.
Preis  80

½%

 

hnen
für  koloniale  Zwecke.

Die  Arthur  Koppel'schen

Gleisanlagen

haben  sich  sowohl  in  der
deutschen  Landwirthschaft
wie  bei  der  Bewirthschaltung
  von  Zucker-  u.  Kaffee.
.  «-  plantagen  und  zum  Gebrauch

—  in  der  Kultur  noch  unerw
  —  schlossenen  Distrikten  vor-·
  —  «  trefflich  bewährt.

Arthur  Koppei,

EREEELEIEIIE

  
 
  
  
   
   
   

 

 
 
   
   
 

F

 

 

F.  H.  SCHMIDT
d  BAUUNTERNEHMER.

l-Iot.-.nts:-mas-:I«t-UNcs-FAMIL

ElSILNc()NS"l’kl-7(I"l’l0NS-UNDBRECKENBAUANSTUU.«l·.

AUsIsctnRUNGvoxExIsomvBAUTEN
Al.l.l-:RART.
AILTONA

Ramw2##Ö
Fernsprocher  To.  2.

TEI,EG  na  MM-ARESSE:
RAINSCInnD#T,  AlONA.  (as)

HAMBURG

PAUISTRASSE  21.
Fernsprechor  Amt  I.  Xo.  410.

I
E  SPEOTALPDÄTl


Fkallersranchonundländsk
liefert  unter  Garnntie:
C.  Herm.  Serbe

Internat.  Adressen-Verlagsanstalt

e  Gegründet  1864  o#  Leinzi

TKatalog  Uber  stets  sch  ca.  2800  Branchen  =  6.000,000  Klebe-Ad
langen.  #

 

  
 
  
       

  
  

)  -Adressen
biue  n  ver  an  bezlchen  durch  jede  Buchhandlung.

„  Jedor  elnzelne  Adrenrsonbogon  trgt  unsernFimen-Ausdruck-Lepureichen
  Man  hllie  sich  vor  minderwernhlseen  Nachahmugen!

  

67)

 

SökelandExport  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  6

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1½  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwurzbrote
  ausgestellt,  welche  eine  Reise  um  die  Erde  zurlickgelegt  hatten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbenusstellung  1896.
Exportaulirüge  erbitten  an  IIarder  C#de  Toss,  I#bierg;  fur
das  Inland  E.  Sörelnd  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  Xi#r.,  oder  M###sber.
        <pb n="731" />
        umsrarlk  o

K.  K.  Oesterr.-Ungar.  Hodlieferanten.
Fabrik  schwer  versilberter  und  vergoldeter
Tnfelgerüthe  —  Kunstgegenstünde.

Christofle-Bestecke

1  12  Tafollöffel  Z  M.  20.40  12  Dessertgabeln  N.  21.—

  
 

12  TI  ruelgabeln  „  26.  40  12  Dessertmesser  „  21.—
12  Tafelmesser.  28.80  12  Theelöffel  „  13.60
5  „Besteckkästen  und  Etuis

(113)

in  reichster  Auswahl  vorräthig.

 

 

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Fabrik-  liederlage:  Berlin  W.
"!u  Frledrichstr.  76  (Ecke  Französischestrasse).
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Rauchern  von  Importen

empfehle  ich  meine  in  eigener  Fabrik  aus  ausgesucht  reinen  leinsten
importirten  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  übersecischen
  Fabrikate  hergestellten

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No.  41.  Buen  Olor  —  Cuba  —  mittelkräftig  Ml.  60.—  pro  Mille
No.  42.  La  Perla  —  Havana  —  voll  und-  saftig.  „  76.—  „  „
No.  43.  Flor  Flna  —  Havana  —  kein  mild  „  100.—-—  „  „
No.  44.  El  Arte  —  Havana  —  lein  mittelkrär  tig  100.—
je  30  bezw.  20  St.  der  Marken  No.  41-44  2us.  100  St.  in  Auswahl  9  fur  ia.  8.20.
No.  49.  Hioen  Celeste)  rein  Havana  .  .  M.  120.  -  pro  Mille
No.  50.  1  D.  II  kee  mild  bis  *  r„  15—  n  „
No.  51.  Miena  andurb  «  .....,I·—»,,
VoöSlniancla  kunencsent  mittelkräsltig  ,200.—-—  „  „
No.  53.  Reni  Qualitäten  „  290.—  „
je  10  Stück  der  Marken  No.  49—53  in  Auswahl  9  U#  M.  8.70.
Ranuchtabale:  :
Grobschnitt  Von  64  Ptl.  bis  M.  4.—  pro  Plund
Feinschnltt  (Crüll)  ##,  H.  1.30  „  „  350  „

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5%  Sconto.  600  Stück  innerhalb  Dentschlunds  portofrei,  nach  überseeischen
Ländern  frei  bis  deutschem  Seehafen.  Preisliste  gratis  und  franko.  (28)

A.  F.  Emde,  Düsseldorf,
Aelteste  Cigarrenfabrik  Deutschlands  mit  dircktem  Versund  un  Privnte.

 

 

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orm.  J.  Heinr.  Kraeft
lielert  als  Spezialitäl  zerlegbure

    
 
    
    
  

st.  bewöhrtor  Konstruktion  sowio
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  Art  un  Himoneicg.  ncolertig

vonr  —  frei  Dord  Hamburg.
Preislisten
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berlin.  Köthenerstr.  370  1.

    
  
 
 
 
 

 
 

 

 

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Aug.  Michel
Holllefernt

Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den

Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
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Allelnlge  Agenten  für  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

 

 

Aelteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  oxira  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  Hoflielerunten
(0)  Esslingen.

M.  Hecht,  Görlitz,

Kunsttlschlerel  photogr.  Apparate.
Spezlakl#ecke:  (#)

—“  ##  Tropen  In  Teak,
Mahagonl  und  Nussbaum.

silinstruments

 

 

 

 

 

 

 

für  Orchester,  Schule  und  Raus.
Jul.  Heinr.  Eimmermann,

port.
Leipzig,  St.  Petcrsburg,  Mos
Neue  Hastrirte  —  ur  .  #
        <pb n="732" />
        —  626  —

SJoseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

FHNHorktererantk  Sr.  Majesedt  des  Katsers.—  4
ollerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Suamen  auch  solchen  von  Gemilsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centraletelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  Iin  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse-Ssamen
  lielert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarl  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12.—  franco  aller  deutschen

afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Klilo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  78.

Holffmann,  Heffter  &amp;amp;  Co.,  Leipzig,

in—  Spezialität:  Pasteurisirte  Weine.
Wein  Export.  7  Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,

 

 

 

 

 

            
 
       
    
     
 
    
 
      
 
       
     

  

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bei  Th.  Donner  &amp;amp;  Callenberg,  Gr.  Reichen-Str.  32.  Schutzmarke  No.  2203.  (13)
3
Krankenhäusern,  urelenun

S1  --——.
  IIchsteAuskslch
Expeditionen  und  überseeischen  leago  1693
Tlandlungen  empfehle  ich  als  bestes
u.  Pilligstes  aseptisches,  steriles  u.
komprimirtes  Wundverbandmaterial

Höchste  Auszeichn.  (bipiome
d#lonneur)  Antwerpen  1894.

„“  Fabrik
200,  0  kg  =  1  Kubikmeter  Raum,  bil-  :
lige  Emballuge.  Referenzen:  Kgl.  Musikwerke
Charité-Berlin,  die  Universitäts-  Aktiengesellschaft

Kliniken  in  Würzburg,  Leipzig,
Erlungen,  Kiel,  Breslau,  Göttingen,
Bonn  etc.;  die  Stadtkrankenhäuser
in  Berlin,  Hamburg,  Dresden,  Köln,
Darmstadt,  Danzig,  München,  Magdeburg,
  Lübeck  etc.  (16)
Muster  und  Litteratur  franko.

6.  Beckstroem,

Leipzig-Gohlis.
Ausschliessliche  Fabrikantin  der  4
Symphonions.
mit  auswechselbaren  Nolon
.—  scheibon.  8
Dio  Fabrik  ist  in  ihror  Art  die

ullesto  und  grösste  dor  Welt.

L

 

   
         

 

 

————W—  2.6  .

Im  Verlage  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  SW,  Kochstr.  68—7  l,
ist  in  zweiter  Auflage  erschienen  und  durch  alle  Buchhandlungen  zu  beziehen:

Trand  und  Teute  in  Deutsch-Pstafrika.

Erinnerungen  aus  der  ersten  Zeit  des  Aufstandes  und  der  Blockade.
#  In  83  photographischen  Original-Aufnahmen

von

 

I.  Sturkh,

Maorine--Bahlmeister  a.  D.,
und  Schilderungen

von
J.  Pangemann,
Marine-  Pfarrer.

In  einfacher  Mappe:  12,50  M.;  in  eleganter  Mappe:  15  M.
Das  Werk  zerfällt  in  vier  Abschnitte:
.  Jaulibar.  —  2.  atamens.  —  3.  Par  r##  Salaam.  —  4.  Von  der  Chäligbeit  unserer  Kriezesshife.
        <pb n="733" />
        Sachs  ·  Villatte
Eneyklop.  Wörterbuch

der  franz.  und  deutschen  Sprache.

A.  Crosse  B.  Hand-  und
Ausgabe.  Schul-Ausgube.

 

Muret-Sanders
Encyklop.  Wörterbuch
der  engl.  und  deutschen  Sprache.
B.  Unnd-  und

A.  Grosse

 

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Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften

Zur

Kolonial-Bitteratur

sowie  zur

Länder-  und  Völkerkunde

 

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Teil.

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nebst  Supplemene  ((ranz.  *i“
Sciten  deutsch)  in
z88  einen
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¾m:⅝)  18,8  :
leil  11  zeder  Teil

Teil  I1  a
2132  Seiren  (deutsch-  —
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„  Jahren  kombl.

 

Sunders  sind  unter  ullen  ähnlichen

Sie  sin
1.  usspruche

3.  ongugeten  und  Deklination,

5.  Etymolotzie  etc.
„Sachs-Villutte  ist  4%  Krone  der  in  Dentse  hland  erschiehut

  ein  Werk  eine  so  allgemeine,

und  wohlverdiente  Aner  kennung  kgesonden,  wie  dieses
(Wendit,  Encxklopädie,  S.  17)9.)

„MNuret-  -Sunderv  ist  jedenfalls  dus  her  vorrugendste  Werk  der
glo-germunischen  TLexikographie.
und  Meer,  Stuktgurt.  Tlest  12,  1892.)

(Uesher  Lund

Ausgabe.  Schul-Ausgube.
Teil  –
(enssische  sitrmuch  leil
2100  Sci  (englisch  -demtsch)
in2  —  gep.  815  Seite
und  1.—  *
à  #l  Alark.  gebunden  7.50  All
Teil  11
(deutsch-  Penglisch)  leil  I1
ersheing  Fit  anuar  “(Aennsch-  !*-“*
18097  i  à  lie,  e  1898
1.50  Atk.  nals  nn  en  fenn  vor.

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S.  8°0.  1884.

 

 

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Verlag  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin  SW.,  Wilhelmstrasse  29.
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Deutschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre  1896.  Errl-en#-  Charaktterbilch  gres

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  Bericht  über  die  erste  Deutsche  Kolonial-Ausstellung.  tentheile  nach  ungedruckten  Tnellen
Herausgegeben  von  dem

entworlen  von  Gustav  von  Schubert,
Arbelts-Ausschuss  der  Deutschen  Kolonlal-Ausstellung.

—  –

 

Kgl.  Sächs.  Gen.-Lt.  z.  D.  Ein  handl.
Octavband  m.  4  Portruits  u.  mehre-Grafer.

  Schipeinite.
Redaktion:  Gustav  gieineche

v.  Danckelman,  Dr.  C.

Mitarbeiter:
Dove,  Dr.  med.  W.  Gronauer,  Dr.  Gürk

.  Rerc.  7  J14%.
Dr.  R.  Sütoer,  Prol.  Dr.
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Frl.  1  Clarn  Mlseler,  Eugen  Neisser,  Dr.  Stromer  v.  Reichenbach,  Prof.  Dr.

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Mate,  des  Kukno,  und  die  Gruppe  der  nützlichen  Palmen.

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langjährigen  großen  Export.  (.

 

    
  
 

     

  

 

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Export-Bier
]Kaiser-Brauerei  get  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Stelngutfabrik,  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebrder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (u)

 

 

7*  SO
O.
S#

DLnst  Kraft,
Hamburz,

Ferdinandetrasse  43,
Übernlmmt  Jede  Commission  und
itlon  nach  und  von

West-  und  Ost-Affika

zu  den  bllligsten  Bedingungen.

Telegramm-Adr.:  Afrikraft.
r—  .  .
ernsprecher:  9
„  Ann  I.  4257.  .
#  n  "
4  S
Deutschen  im  Auslande
kann  nicht  gonug  ompfohlen  wordon  allor

Steinberger  Korn

in  Kinton  à  12  Lilerflaschen  billigst.  (61)
R.  Peter,  Goslar,  Kornbrennoroi.  gegr.  1785.
Export-Vertret.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  lamburg.

Pumpernickel

(westflllsches  Schwurzbrot),
Farantiet  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (us)
Hammer  Brotfabrik,  IHumm,  Westl.

 

 

 

 

 

 

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Berliner  Export-Tafel-Weißbier,
in  den  Tropen  mit  Eclocg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  tasbaar  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen

Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  ½  und  100  ½2  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Verliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (70)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

##  Entziehungskuren.  #

fFr.  Fromme,
Stellingen  (Hamburg).  (698)

 

 

 

 

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von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  S8W.,  Kochstr.  68—71.

Handbuch

zur

Kufnakmefremder  Spracken.
Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts
verfabt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
Preis  geb.  4  Mk.
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        —  630  —

WOERMANN-LINIE.

Am  18.  Oktober:  P.  D.  „Ella  —  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,
Dakar,  Rufflsque,  Bathurst,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  Oktober:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Grand-Popo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  Oktober:  P.  D.  „Heannette  Woermann“,  Capt.  Brinkert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Hafen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Am  10.  November:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po  und  den  Häfen  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Loango.
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  November  und  ferner  am  25.  jedes
zweiten  Monats.
A4te  Güter  mikssen  cm  Tape  vor  dem  4bpanpsdattum  5415  I2  Uhr  mietags  Iänossette  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passatge  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anulaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  nden  etatt:  ab  Hamburg  ab  Nenpel
R.  U.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weiskan  27.  Oktober,  0.  November,
E.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asttausen  17.  November,  1.  Dezember,
R.  P.  D.  „KOENIG“,  Capt.  Doler  .  Dezember,  22.  Dezember,
R.  P.  D.  „CENERAI“,  Capt.  Gane  29.  Dezember,  12.  Januar  1898

nach  Tanga,  Dar-es-Salaám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ms8  Kap  der  gietken  Hoynno
direkt  nach  Durban,  Delagoa-Bat,  Mctnpa  und  WVosst  Bé6.
JNachste  Expedition:  R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  am  21.  November  1897.  —
Die  Dampfer  Raben  vorzügliche  Einrichengen  Iu#r  Pussagiere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (#)

wegen  Passage  dle  Hamburg-  merikantsche  F  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowie  wegen  Frache  und  Passage  d

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
icehenstrasse  27.
veranworllicher:  Reballeur  für  den  nichtamtlichen  kKbeil:  M.  Ju  noe,  Berlin.

Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hobbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,.,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Oktober  1897  um  6  Uor  nachmiltags.

Dieser  Nummer  liegt  ein  Prospekt  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn
in  Berlin,  betreffend  „Weltgeschichte  in  Umrissen“,  bei.
        <pb n="737" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Berauegegeben  in  der  Solenial·  Ibtheiluug  des  Auswirtigen  Amis.

 

VIII.  Jahrgans.  cberlin,  25.  Gktoher  1697.  Unmmer  21.

e.  Beitschri  eint  in  der  Regel  am  1  und  15.  jedes  c  p  E——  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mminde  ens  einmal  vurrel  ährli

u  Aerer  ungsreise  o  Kahe  n  deutschen  —  aseenc  einn  2—

BR—  Der  g  vicrtelebie  Pencrrii  lI  alblqtt  nat  den  Beshtl  Mäqt  etka  B  uqe  durch  bsc  und  die

h  wßen  Mk.  Sctreifband  durch  die  ue  Fu  für  Padog,  und  Srrs,  T  k.  9.75  für

2  W  "4  n  —  Tinserd#-  en  und  Anfragen  sind  an  die  n  e  Hojbuchh  Velun  von  liws  Mittler
Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  S  Preuuh  e  für  K  Sisg

Juhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung,  betreffend  die  Gerichtsbarkeit  der  Neu-Guinea-Kompagnie  über  die  Einz
  idcs  Schutzgebietes  S.  631  Gouvernementskurs  der  Rupie  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat
kiober  S  —  Personalien  S.  632.
Nicht  Sin.  Theil:  Deutsch-Ostafrika:  a  pedinen  de  der  8.  gechunugrie  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
  in  das  Hinterlend  von  Lindi  und  Milindani  Versteigerung  von  Elfenbein  in  Bagamoyo
633.  ber  den  Stand  er  wr  Agavenpflomzung  auf  der  Plantage  Kurazini  bei  Dar-zes-Saläm  S.
Wissenschaftiche  Samese  W  :  Handel  in  Togo  S.  634.  —  Marshall-Inseln:  7
der  im  Schu#geb  irte  der  Marshall=  S#e  ansässigen  Handels=  und  Erwerbögesellschaften  und  deren  Augestellter
S.  636.  dem  Bereiche  der  Missienen  und  der  Antisklaverei-Bewegung
fremden  10.  eng  i„te  Jaggen  büslung  637.  —  Lagos  S.  637.  —  Bericht  über  den  uieg
Sansibars  S.  637.  —  Auspebꝛ  olontalministeriumg  in  Japan  S.  640.  —  Littera  640.  —
Litteratur-Verzeichniß  S.  641.  —  E#sessblatalm  S.  641.  —  Verkehrö-Nachrichten  S.  641.  —  t
Beilage:  Das  vr  e.  gfranzösische  Abkommen  über  die  Abgrenzung  von  Togo.  (Mit  Karte.)

 

Amtlicher  Theil.

Gesehe;  Verordnungen  der  Reichsbehörden;  Perkräge.

Verordnung,  betreffend  die  Gerichtsbarkeit  der  Neun-Guinea-Kompagnie
über  die  Eingeborenen  ihres  Schutzgebietes.
Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  ꝛc  verordnen
im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:

Unsere  Verordnung  vom  7.  Juli  1888,  kraft  welcher  der  Neu-Guinea-Kompagnie  für  ihr
Schutzgebiet  die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  über  die  Eingeborenen  zunächst  bis  zum  Ablauf  des  Jahres
1897  übertragen  worden  ist,  verbleibt,  auch  über  diesen  Zeitpunkt  hinaus,  bis  auf  Weiteres  in  Geltung.

Der  Reichskanzler  hat  die  zur  Ausführung  dieser  Verordnung  erforderlichen  Vorschriften  zu  treffen.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Neues  Palais,  den  15.  Oktober  1897.
(L.  S.)  (gez.)  Wilhelm  I.  R.
(Sgez.)  Fürst  zu  Hohenlohe.

 

Derordnungen  und  Wirtheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika.
Der  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  ist  für  den  Monat  Oktober  d.  Is.  auf  1,3675  Mark
für  eine  Rupie  festgesetzt  worden.
        <pb n="738" />
        632

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  vortragenden  Rath  in  der
Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts,  bisherigen  Wirklichen  Legationsrath  v.  König  zum  Geheimen

Legationsrath  zu  ernennen.

 

VVWVWVVVVVVWVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.
Machrichten  aus  den  deukschen  Schuhngebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Pltafrika.

Expedition  der  8.  Rompagnie  ber  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
  in  das  Dinterland  von  Lindi  und  Mikindani.

Um  künftigen  Einfällen  der  Wangoni  (auch  Magwangwara
  genannt),  welche  in  den  letzten  Jahren
durch  wiederholte  Raubzüge  das  Hinterland  von
Lindi  und  Mikindani  sowie  das  Rovumagebiet  beunruhigt
  hatten,  vorzubeugen  und  die  zahlreichen  von
dort  stammenden  Kriegssklaven  der  Magwangwara
zu  befreien,  unternahm  die  8.  Kompagnie  der  Schutztruppe
  unter  dem  Befehle  des  Premierlieutenants
Engelhardt  im  Juli  d.  Is.  eine  Strafexpedition.
Dem  von  diesem  erstatteten  Berichte  über  den  Verlauf
der  Expedition  entnehmen  wir  das  Folgende:

In  dem  Bestreben,  über  die  Schädigungen,  welche
die  Bevölkerung  des  Hinterlandes  von  Lindi  und
Mikindani  und  des  Rovumagebietes  durch  die  Wangoni
  erfahren  hat,  umfassende  Kenntniß  zu  erhalten,
hatte  die  Kompagnie  von  Beginn  ihres  Ausmarsches
von  Lindi  an  die  dortigen  Häuptlinge  aufgefordert,
Vertreter  zu  schicken,  welche  mit  der  Kompagnie  nach
Ungoni  gehen  sollten;  dort  sollten  sie  als  Kläger
auftreten  und  eventuell  vorgefundene  Angehörige
agnosziren.

Leider  hatte  die  Furcht,  daß  die  Kompagnie  den
Wangoni  nicht  gewachsen  sei  und  entweder  unverrichteter
  Dinge  umkehren  oder  durch  die  Magwangwara
vernichtet  werden  würde,  mehrere  Häuptlinge  abgehalten,
  Vertreter  zu  senden.

Am  12.  und  13.  Juli  waren  die  Wangonihäupilinge
  Mlamiro,  Songea,  Mgendera,  Chikuse
und  Fuse  mit  ihren  Akidas  im  Lager  der  Kompagnie
bei  Songen  zum  Schauri  versammelt  worden.  Als
sich  im  Verlaufe  der  Verhandlung  erkennen  ließ,  daß
auf  gütlichem  Wege  die  Herausgabe  der  in  den  letzten
Jahren  geraubten  Menschen  und  Güter  nicht  zu  erreichen
  sei,  wurde  zur  Verhaftung  der  Häuptlinge
und  ihrer  bedeutendsten  Akidas  geschritten.

Bei  der  Ausführung  dieser  Maßnahmen  bezahlten
fünf  der  Akidas:  Chiakoma,  Mahengo,  Mdaura,
Mtinle  und  Chapanja,  die  sich  später  als  die  schuldbelastetsten
  herausstellten,  einen  Fluchtversuch  aus
dem  Lager  mit  dem  Leben,  da  die  wachhabenden

 

Askaris,  der  vorher  ausdrücklich  ergangenen  Androhung
gemäß,  von  ihren  Waffen  Gebrauch  machten.

Die  energische  Durchführung  der  Verhaftung  der
mächtigen  und  gefürchteten  Sultane,  welche  im  Schauri
zuvor  den  die  Kompagnie  begleitenden  Häuptling
Kanyenda  von  Rovuma  als  ihren  Sklaven  behandelt
hatten,  erwies  sich  als  außerordentklich  wirksam.  Noch
an  demselben  Tage  lieferten  die  von  mir  bestimmten
Vertreter  der  gefangenen  Häuptlinge,  nahe  Verwandte
derselben  oder  angesehene  Männer,  mehrere  Hundert
Kriegssklaven  im  Lager  der  Kompagnie  ab.

Am  18.  Juli  wurde  der  Sultan  Mlamiro  wieder
aus  der  Haft  entlassen,  nachdem  er  die  ihm  auferlegte
  Strafe  von  10  Stück  Rindvieh  erlegt  hatte.
In  den  der  Verhaftung  folgenden  Verhandlungen
hatte  sich  seine  Schuld  als  eine  verhältnißmäßig  geringe
  herausgestellt,  und  es  war  erwiesen  worden,
daß  er  sich  in  den  letzten  Jahren  oft  bemüht  hatte,
die  Kläger,  die  ihre  geraubten  Angehörigen  zurückhaben
  wollten,  wieder  in  Besitz  derselben  zu
setzen.  Am  22.  wurde  er  feierlich  in  der  Jumbenwürde
  bestätigt  und  ihm  die  Flagge  verliehen.

Masesse,  der  Sohn  des  Häuptlings  Songea,  den
ich  zum  Vertreter  seines  Vaters  während  dessen  Gefangenschaft
  bestimmt  hatte,  zeigte  sich  am  eifrigsten
in  der  Herbeischaffung  der  von  Songeas  Kriegern
geraubten  Menschen,  so  daß  die  gegen  seinen  Vater
vorliegenden  Klagen  rasch  Erledigung  fanden.  Nachdem
  Songea  die  ihm  zugemessene  Strafe  von  50  Stück
Großvieh  gezahlt  hatte,  wurde  auch  er  am  1.  August
in  Freiheit  gesetzt.

Mlamiro  und  Songea  sind  die  bedeutendsten
unter  den  Wangonihäuptlingen.  Ersterem  verleiht
seine  direkte  Abstammung  von  Maharuli  und  das
reine  Zulublut,  das  in  seinen  Adern  fließt,  hohes
Ansehen;  letzterer,  der  Sohn  eines  Sklaven,  hat  sich
durch  sein  Herrschertalent,  seine  politische  Klugheit
und  Thatkraft  Macht  und  Einfluß  erworben.  Auch
Mlamiro  ist  ein  verständiger  Kopf  und  uns  Euro-=päern
  freundlich  gesinnt,  aber  es  fehlt  ihm  die  rücksichtslose
  Energie  des  Songea,  dessen  Anordnungen
bei  seinen  Unterthanen  unbedingten  Gehorsam  finden.

Mlamiros  und  Songeas  Entlassung  aus  der  Haft
hat  die  durch  die  Festsetzung  der  Sultane  im  Lande
        <pb n="739" />
        entstandene  Panik  wieder  vollkommen  beseitigt.  Stehen
sie  fernerhin  treu  auf  unserer  Seite  —  und  ich  hoffe
dies  zuversichtlich  —,  so  wird  Ungoni  aller  Krieg
erspart  bleiben.

Songea  ist  jetzt  beauftragt  worden,  den  Unterhäuptling
  Muhawi,  welcher  den  im  Dezember  v.  Is.
bei  Ligelonga  stattgefundenen  Ueberfall  der  Handelskarawane
  des  Lupinda  geleitet.  hat,  fangen  zu  lassen
und  hier  einzuliefern,  während  Mlamiro  die  Gefangennahme
  des  Liguku,  welcher  einen  in  neuerer
Zeit  unternommenen  Streifzug  gegen  Nankamma  bei
Unndi  anführte,  anbefohlen  ist.

Die  Häuptlinge  Chikuse,  Fuse  und  Mgendera
werden  in  Haft  gehalten,  bis  die  gegen  sie  vorliegenden
  Klagen  auf  Herausgabe  von  Kriegsstlaven  erledigt
  und  die  ihnen  auferlegten  Strafen  gezahlt
sind.  Insbesondere  wird  Mgendera  nicht  eher  freigelassen
  werden,  bis  die  Erben  des  in  dem  erwähnten
Ueberfall  am  Ligolonga  getödteten  Lupinda  aus  Lindi
voll  entschädigt  sind,  damit  die  Händler  an  der  Küste
keine  Verluste  haben  und  kennen  lernen,  daß  ihre
Handelsunternehmungen  im  Innern  unter  dem  wirksamen
  Schutze  des  Gouvernements  stehen.

Die  Zahl  der  eingelieferten  Kriegsgefangenen  hat
sich  seit  dem  Tage  der  Verhaftung  täglich  vermehrt,
sie  hat  jetzt  rund  650  erreicht,  weit  größerer  Zuwachs
  ist  besonders  dann  zu  erwarten,  wenn  es  sicher
ist,  daß  eine  entsprechende  militärische  Macht  hier
längere  Zeit  stationirt  bleibt.  Viele  der  in  Sklaverei
Gerathenen  laufen  ihrem  Herrn  deshalb  nicht  weg,
weil  sie  fürchten,  daß  sie  nach  dem  Abzug  der  Kompagnie
  von  den  Wangoni  wieder  geholt  werden
könnten  und  ihr  Loos  dann  ein  schlimmes  sein  würde.

Ueber  die  befreiten  Sklaven  verfügt  die  Kompagnie
  in  der  Weise,  daß  sie,  soweit  dies  nicht  für
die  Leute  aus  dem  unmittelbaren  Hinterlande  von
Lindi  und  Milindani  durch  die  dortigen  Behörden
geschieht,  Freibriese  ausstellt  und  die  Leute  nach
Möglichkeit  in  ihrer  Heimath  wieder  anzusiedeln  sucht.

Ungoni,  das  Quellgebiet-  des  Rovuma,  wie  das
nach  Osten  daran  angrenzende  Undonde,  im  Norden  des
mittleren  Rovuma,  ist,  wie  ich  in  der  Afrikalitteratur
  vorhandenen  Aeußerungen  gegenüber  hervorheben
  möchte,  ein  fruchtbares,  wasserreiches  Land,
ein  nur  durch  Kulturland  unterbrochenes  Waldgebiet.
Meiner  Ansicht  nach  übertrifft  besonders  Ungoni  an
Wasserreichthum  und  Fruchtbarkeit  das  Waheheland.
Zu  weitaus  größtem  Theile  weist  es  Ackerboden  auf,
der  verschwindende  Rest  ist  immer  noch  als  Weideland
  brauchbar.  Ungoni  und  das  Rovumathal  sind
überdies  so  gut  bevölkert,  daß  dieser  bisher  nur
wenig  bekannte  Theil  unseres  Schutzgebietes  wohl
werth  sein  dürfte,  der  Segnungen  einer  geordneten
Verwaltung  theilhaftig  und  dem  das  Eindringen
unserer  Kultur  und  Civilisation  in  erheblichem  Maße
erschwerenden  arabischen  und  islamitischen  Einflusse
entzogen  zu  werden.

 

633

 

–

versleigerung  von  Elfenbein  in  Bagamoyo.

Am  8.  September  d.  Is.  wurde  das  dem  Gouvernement
  gehörige,  in  der  Zeit  vom  1.  März  1896
bis  zum  Auktionstage  angesammelte  Elfenbein,  nämlich
  504  Elefantenzähne  im  Gewicht  von  12  772⅛
Pfund  und  40  Flußpferdzähne  im  Gewicht  von
34½  Pfund  in  Bagamoyo  öffentlich  versteigert.
Die  Betheiligung  der  aus  Sansibar  herbeigekommenen
  und  der  in  Bogamoyo  ansässigen  indischen
Kaufleute  war  eine  rege,  während  sich  die  europäischen
  und  amerikanischen  Kaufleute  zurückhielten.
Das  Endergebniß  betrug  nach  Abzug  der  Versteigerungsunkosten
  68  456,39  Rupien,  zum  jetzigen  Kurse
von  1,36  Mark  =  93  100,990  Mark,  und  ist  als
ein  günstiges  zu  bezeichnen.

 

Ueber  den  Stand  der  Agavenpflanzung  auf  der  plantage
Rurazini  bei  Dav#-es-  Salam
liegt  folgender  Bericht  vor:

Es  sind  nunmehr  im  Ganzen  100  ha  mit  etwa
110  000  Pflanzen  von  Fourcroya  gigantea  bepflanzt,
  die  ein  prächtiges  Wachsthum  zeigen.  Die
von  den  Blüthenschäften  abgefallenen  Bulbillen
kommen  zunächst  in  10  bis  15  cm  Abstand  in  Saatbeete,
  von  denen  jetzt  etwa  300  neu  angelegt  sind.
Sehr  selten  kommt  eines  dieser  Pflänzchen  nicht  an,
Schaden  thun  ihnen  nur  Krähen  und  Ratten.  Die
etwa  15  bis  20  cm  hohen  Pflanzen  werden  nach
elwa  sechs  Monaten  mit  je  3  m  Abstand  an  ihren
Standort  versetzt,  nachdem  das  Land  vorher  sorgfältig
  geklärt  ist.  Die  besten  Umpflanzzeiten  sind  die
Regenperioden.  Es  kommt  nur  äußerst  selten  vor,
daß  eine  Pflanze  nicht  gedeiht.  Von  Zeit  zu  Zeit
wird  das  Unkraut  zwischen  den  Pflanzenreihen  entfernt.
  Die  Anlage  ist  im  Mai  1895  begonnen,  und
es  dürsten  im  Oktober  1897  die  ällesten  Pflanzen
zur  Ernte  reif  sein.  Ihre  Blätter  haben  dann  eine
Länge  bis  zu  1,85  m,  bei  einer  größten  Breite  von
22  cm,  einer  Dicke  am  Fuß  von  6  cm  und  einem
Gewicht  von  2,2  kg.  Wie  viel  Fasern  die  Blätter
geben  werden,  läßt  sich  noch  nicht  feststellen.  Ebenso
bleibt  noch  zu  entscheiden,  wielange  eine  Pflanze
Ertrag  bringt  und  ob  man  durch  Ausschlagen  des
Blüthenschaftes  die  Lebenszeit  der  Agave  verlängern
kann.  Wurzelschößlinge  treibt  Fourcroyafast  nie.
Es  wird  durchweg  eine  slachellose  Varietät  gepflanzt.
Die  Maschinen,  als  Extraktor  und  Bürstenmaschine,
sind  bei  Barraclough  bestellt,  ebenso  eine  zehnpferdige
Lokomobile.  Ein  großer  Brunnen  ist  fertig,  so  daß
zu  hoffen  ist,  daß  mit  Jahresschluß  der  Betrieb  anfangen
  kann,  allerdings  zunächst  nur  mit  einigen
Tausend  ausgewachsenen  Pflanzen.

Zwischen  den  Agaven  werden  Kokospalmen  gepflanzt,
  um,  auch  falls  der  Versuch  mit  den  Agaven
resultatlos  sein  sollte,  das  Land  nutzbar  zu  machen.
        <pb n="740" />
        wissenschaftliche  Sammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Nalurkunde  in
Berlin  ist  von  dem  Premierlieutenant  Werther  eine
Sammlung  zoologischer  Objekte  aus  dem  Massailande
  zugegangen.

Die  Sendung  enthielt:

1  Säugethierbalg.
2  Säugethierschädel,
10  Vogelbälge,

9  Repiilien,
32  Schmetterlinge,

6  Käfer,

3  Orthopteren.

Die  Thiere  sind  sämmtlich  gut  konservirt  und
bilden  eine  willkommene  Bereicherung  der  zoologischen
Sammlung.  Durch  den  Pavianbalg  nebst  Schädel
ist  festgestellt,  daß  der  Massai-Pavian  eine  besondere
Form  darstellt;  der  zweite  Säugethierschädel  stammt
von  einem  Stachelschwein  (Hystrix  galeata)  und
war  bisher  in  unserer  Sammlung  nicht  vertreten.

Unter  den  Vögeln  waren  mehrere  für  das  deutsche
Schutzgebiet  noch  nicht  nachgewiesene  Arten  und  eine
neue  Art  von  Feuerfinken,  welche  Pyromelana
Wertheri  benannt  worden  ist.  Von  den  vier  Käferarten
  fehlen  zwei  der  zoologischen  Sammlung;  eine
Art  ist  für  die  Wissenschaft  neu.

 

Togo.
Bandel  in  Togo.

I.  Uebersicht  der  im  Küstengebiet  marktgängigen
  deutschen  Waaren.
A.  Haupthandelsartikel.

1.  Pulver,  sogenanntes  grobkörniges  Handelspulver,
  ausschließlich  für  Eingeborene.

2.  Spirituosen,  als  Gin  nur  in  geringen  Mengen
aus  Deutschland;  Spiritus  in  Fässern,  Demijohns
und  größere  Blechdosen,  ausschließlich  aus  Deutschland.

3.  Baumwollenzeuge,  wobei  Deutschland  im  Vergleich
  zu  England  nur  einen  ganz  geringen  Antheil
nimmt.  Herausgesandt  werden  nur  die  sogenannten
Blaudrucks,  ein  Zeug  mit  blauem  Grund  und  gelben
oder  grünen  Mustern.

B.  Andere  markkgängige  deutsche  Artikel.

1.  Bier  aller  Art,  für  Europäer  hauptsächlich
bayerische  Sorten,  billigere  Sorten  werden  nur  von
den  besser  situirten  Eingeborenen  in  geringen  Mengen
begehrt.

2.  Weine  aller  Art,  hauptsächlich  zum  Genuß
für  Europäer.

3.  Blei  in  Stangen  bis  zu  0,50  kg,  an  der
Küste  nur  zum  Beschweren  der  Fischernetze  verwandt,
ganz  selten  zur  Anfertigung  von  Flintenkugeln.

4.  Farbwaaren,  weiße  und  graue  Oelfarbe  in

ins.

634

 

.  5.  Sauerbrunnen
Deutschland.

6.  Zündhölzer.

7.  Eisenwaaren,  als  Bandeisen  für  Fässer,
Schlösser,  Handwerkszeuge,  Schrauben,  Nägel,  Stifte,
Charniere,  Haken;  Hauer  (Buschmesser),  einfache
Messer,  Gabeln,  Löffel  und  Töpfe;  Blechkoffer.

8.  Jagdgewehre  in  geringer  Zahl.

9.  Fensterglas;  Spiegel,  einfache  Hand=  und  kleine
Wandspiegel,  Trinkgläser,  meist  ordinäre,  bessere  Sorten
für  Europber.

10.  Möbel  in  geringen  Mengen.

11.  Musikinstrumente,  als  Handharmonikas.

12.  Cement.

13.  Fertige  Anzüge  aus  Baumwolle  in  kleinen
Mengen:  billige  Singletts  und  bessere  Sporthemden;
Strohhüte  und  Kappen;  Schirme,  schwarze  und  farbige;
  Hosenträger  aus  Gummi  in  kleinen  Quantitäten.
  Strümpfe  aus  Baumwolle.

14.  Messing=  und  Kupferstangen  zur  Anfertigung
von  Schmucksachen  —  Armringe  2c.  —  für  Eingeborene;
  kupferne  Kessel.

15.  Ohrringe  aus  edlen  Metallen,  in  geringer

enge.

16.  Lederschuhe  und  Stiefel  aller  Art.  Schuhe
aus  grauem  Drillich.

17.  Leinenzeuge  in  ganz  kleinen  Mengen.

18.  Achte.

19.  Alle  Arten  Konserven  und  Nahrungsmittel
für  Europäer;  Zucker  in  1  Pfundpacketen.

20.  Dachpappe,  getheerte.

21.  Seidenzeuge,  einfarbig:  schwarz,  marineblau,
gelb  und  grün.

Velvets:  Baumwollensammet,  einfarbig  in  allen
Farben  und  gemustert.  -

22.  Baumwollengarn,  blaues,  weißes,  rothes,
grünes  und  ungebleichtes.

Wollengarn  in  allen  Farben.

23.  Seifen,  nur  bessere  Sorten,  Lavendelwasser,
sehr  beliebt  bei  den  Eingeborenen.

24.  Cigarren  und  Rauchtabak  für  Europäer.

25.  Liköre,  Kognaks,  Rums  für  Europäeer.

26.  Theer.

27.  Thonwaaren,  als  Teller,  Schüsseln  und
andere  Haushaltungsgegenstände;  Thonpfeifen.

28.  Brandungsboote.

in  kleineren  Mengen  aus

II.  Uebersicht  der  im  Küstengebiet  marktgängigen
  außerdeutschen  Waaren.
A.  Haupthandelsartikel.
1.  Gin  aus  Holland.
2.  Tabak,  Rohtabak  in  gepreßten  Blättern  aus
Nordamerika.
3.  Baumwollenzeuge  aus  England:

a)  white  ground  prints,  Zeuge  mit  weißem
Grund  und  verschiedenfarbigen  Streifen  oder
Mustern,  sehr  begehrt;

b)  gelb  und  rothe  Zeuge,  bedruckt;
        <pb n="741" />
        c)  Blaudruck;
d)  einfaches  graues  Zeng  ohne  Muster,  greybalt,
an  der  Küste  billigere  Sorten;
bedruckte  Taschentücher  in  allen  Farben,
bevorzugte  Farben  gelb,  roth  und  blau;
blaues  Zeug,  bluebaft,  sowohl  matt  wie
glänzend;
g)  rothes  Zeug,  turkey  and  twill;
h)  weißes  Zeug,  Victoria-clotb  und  Shirting;
i)  weißer  und  gelber  Drillich  zu  Anzügen  für
Europäer  wie  auch  Eingeborene;
k)  baumwollene  Decken  mit  rothem  Rand  oder
verschiedenfarbig.
4.  Salz,  gewöhnliches,
Frankreich.

B.  Andere  marktgängige  außerdeutsche
Artikel.

e

s

—  —

—

grobes  Seesalz  aus

1.  Billige  Filzhüte  aus  Italien,  rothe  Feze  aus
Böhmen

i.
2.  Glasperlen  aller  Art  aus  Böhmen.
3.  Teller  und  Kummen  aus  Steingut  aus
England.  «
4.  Eisenstangen  aus  Schweden  und  Belgien,
lange  und  kurze  zur  Anfertiguͤng  der  verschiedensten
Feldgeräthe.
5.  Bauhölzer  aus  Schweden  und  Norwegen.
6.  Wellblech  aus  England.
7.  Petroleum  aus  Amerika.
¾-  Steinschloßgewehre  und  Feuersteine  aus
and

nd.

9.  Seifen,  gewöhnlichere  Sorten  in  Mengen
aus  England.

10.  Kognaks  aus  Frankreich.

11.  Sauerbrunnen  aus  Böhmen.

12.  Zucker  in  Broten  aus  Frankreich.  Von  den
hier  eingeführten  außerdeutschen  Waaren  werden  aber
viele  über  Deutschland  bezogen,  so  Tabak,  Glasperlen,
  Eisenstangen,  Bauhölzer  2c.

III.  Uebersicht  der  im  mohammedanischen
Innern  des  Schutzgebietes  gangbaren  europäischen
  Waaren.
1.  Zeuge,  Seide,  velvets,
grey  balt,  nur  gute  Sorten.
Haupthandelsartikel,
breite  gute  prints;  dunkel,  in  hübschen  geschmackvollen
  Mustern,
deutsche  prints,  solide  Waaren,
lurze  billige  prints,  in  verschiedenen  Musiern,
hauptsächlich  gelb  und  roth,
checs,  breite  starke  Zeuge,  hell  in  verschiedenen
einfachen,  aber  geschmackvollen  Mustern,  weiß

Sehr  gangbarer

gestreifta.
türkischer  rother  twill,  auch  einfache,  ganz  rothe

Zeuge,
blaue.  glänzende  bafts,  breit  und  schmal,  weiße
Zeuge  (wie  z.  B.  Victorla-Zeuge)  bessere
orte,  -

635

 

dunkelblaue  brokatartig  gewebte  Zeuge,
weiße  brokatartig  gewebte  Zeuge,

Seide,  einfarbig,  in  schwarz,  roth,  gelb,  blau

13.
14.

16.

17.
18.

19.

20.
21.

.  Silberstangen,  4  bis  8  mi  d
Streichhölzer;  am  beliebtesten  sind  die  sogenannten

und  olivgrün,  glänzend,  sehr  beliebt,
Selde,  verschiedenfarbig  gemustert,
velvets,  in  verschiedenen,  einfachen  und  bunten
Farben,  einfach  gestreist,  auch  in  geschmackvollen
  Mustern,
musselinartige  Zeuge,
Moskitonetzen.

zum  Anfertigen  von

Teirkische  Feze,

hohe  grellrothe  mit  blauer  Seidenquaste,
kleine  rothe  mit  blauseidener  Quaste.

ATaschen=  oder  Kopftücher,  möglichst  groß,

dunkel  in  einfachen  Mustern,
roth  mit  gelben  Mustern,

Madras-Taschentücher,

seidene  Taschentücher,  roth,  gelb  und  dunkel  mit
einfachen  Mustern.

Handtücher  mit  blauen,  rothen  und  gelben

Streifen.

Wollene  Decken,  roth  und  auch  bunt  gemustert.
Burnusse,  das  sind  Mäntel  für  mohammedanische

Priester,  in  verschiedenen  Farben,  manchmal
gold-  und  silbergestickt.

.  Kleine  runde  Kappen  mit  Schirm,  weiche  graue

und  schwarze  Hüte  mit  Krämpen.

.Schwere  silberne  Armringe,  mit  einfachen  geschmackvollen

  Verzierungen,  auch  Imitationen,
z.  B.  Kupfer  und  Silber  gemischt;  Nickel  wurde
noch  nicht  versucht,  vielleicht  gangbar.

icke.

ground  matches,  welche  an  beliebigen  Gegenständen
  angezündet  werden  können.

.  Kämme  aus  Horn  oder  Kautschuk  mit  weit

auseinanderstehenden  Zähnen.

.  Messer  mit  Holz=  oder  Beingriff,  solid  gearbeitet,

in  allen  Größen  vom  Tischmesser  bis  zum
größten  Fleischermesser.  Einfache  Taschenmesser
mit  1  Klinge  und  Oese  zum  Anhängen.

Gute  Rafirmesser.

.Vöffel,  wie  die  bei  Tisch  gebräuchlichen,  einfach

  und  besser  gearbeitete  Sorten  Schöpflöffel.
Zinkeimer  in  verschiedenen  Größen.
Emoilschüsseln,  wie  kleinere  Waschschüsseln,  auch
Brechschüsseln.

Tpheekannen,  eisern  und  emaillirt.

Steingutschüsseln,  nicht  sehr  groß,  weiß,  auch
mit  blauen  Streifen.

Steingutteller,  tief  und  weit,  mit  blauen  Mustern.
Messingschüsseln,  stark  gearbeitet,  mit  horizontalem
  Rand,  sehr  groß,  auch  kleinere.

Pfeifen  aus  Thon,  auch  bessere  aus  Holz  mit
eingesetztem  Mundstück.

Tabak  in  großen  heads.

Spiegel,  kleine,  runde,  mit  Deckel  in  Zinkfassung,
  länglich  viereckige  in  Holzrahmen.
        <pb n="742" />
        22.

d0

Regenschirme,  schwarz,  aber  sehr  groß.  Kleinere

Sonnenschirme  in  verschiedenen  Farben.

23.  Blechloffer,  lackirt,  mit  Schlüssel  zum  Absperren.

24.  Vorhangschlösser.

25.  Lavendelwasser,  Rosenwasser,  Kölnisches  Wasser,
Haarül,  Pomaden,  diese  in  kleinen  runden
Büchsen  mit  Spiegel  im  Deckel.

26.  Perlen,  imitirte  Korallenperlen,  walzenförmig,
große  und  kleine,

kleine  geschliffene,  schwarze  Glasperlen,  sehr
kleine  runde  Glasperlen  in  allen  Farben,  sogenannte
  seed  beads  und  noch  vlele  andere
Sorten.

27.  Ketten  aus  Messing  und  sonstigem  Metall,  auch
versilbert,  zum  Umhängen  um  den  Nacken,  ähnlich
  wie  Uhrketten.

28.  Große  dreieckige,  weiße  Amuletts  mit  Durchbohrung,
  werden  an  Schnüren  am  Hals  gekagen.


29.  Bleig

30.  n  und  Löthwasser.

Schwe

32.  achneln—  dicke  Sorte,  auch  Kupferstangen.

33.  Feuersteingewehre,  insbesondere  starke,  große
sogen.  elephant  guns;  die  schwarzen  werden
den  rothen  vorgezogen;  besser  gerrtaiee  Feuersteingewehre,
  mit  g,  eisernem
Ladestock  und  Korn.

34.  Gewöhnliches  Pulver  in  Fäßchen,

feines  Jagdpulver  in  kleinen,  rothen  Blechtins

  zum  Aufstreuen  auf  die  Zündpfanne.

35.  Feuersteine  und  Bleistangen.

36.  Zucker  in  Pfundpacketen,  Thee  in  kleinen  Tins,
Datteln  in  Schachteln,  auch  süße  Bonbons  in  Tins.

37.  Süße  Weine  und  Liköre,  Schnaps,  Sprit.

38.  Nizinusöl.

39.  Türkische  Rosenkränze.

40.  Arabische  Korane.

41.  Turbanzeuge  aus  Musselin  mit  gelbgemustertem

an
42.  Nähnadeln,  weißer  und  schwarzer  Zwirn,  kleine,
weiße,  runde  Glasknöpfe.
43.  Weiße,  blaue  und  rothe  Garne.
44.  Horminroches  Wollgarn,  nur  in  dieser  Farbe
eliebt.

Marlssall-Inseln.

Vergeichniß  der  im  Schutzgebiete  der  Marshall-  Inseln
anfässigen  Pandels-  und  Erwerbsgesellschaften  und  deren
Angestellter.

I.  Jaluit-Gesellschaft  in  Hamburg.

Im  Schutzgebiete.

Faktoreien  und  Handelsstationen:

1.  Jaluit,  Hauptagentur  der  Jaluit-Gesellschaft:
5  weiße  Kaufleute,  2  weiße  Platzaufseher,

1  weißer  Verkäufer,  1  weißer  Zimmermann,

636

 

1  Halbblut-Zimmermann,  2  chinesische  Hausjungen,
1chinesischer  -  1  chinesischer  Küchenjunge,
1chinesischer  Koch,  30  farbige  Pingelap-1

  -  Wäscher,  Arbeiter.

Auf  den  Schiffen  der  Flrma  sind  beschäftigt:

4  weiße  Kapitäne,  2  Halbblut-Bootsleute,
3  weiße  Steuerleute,  31  farbige  Seeleute.
2  weiße  Bootsleute,

Zweigniederlassung  der  Jaluit-Gesellschaft,
Inhaber  A.  Capelle:
1  Weißer  und  1  Halbblut.

Wirkhschaft  der  Jaluit-Gesellschaft,  Inhaber  Ingalls:
2  Weiße.

2.  Ebon:  1  weißer  Händler,  1  Halbblut-Händler.

83.  Namrik:  1  weißer  Händler,  1  Halbblut-Händler.

4.  Nauru:  6  weiße  Händler  (3  haben  je  eine  Station
für  Henderson  &amp;amp;  Macfarlane,  s.  Nr.  6  bei  II).

5.  Ailinglaplap:  1  weißer  Händler.

6.  Mille:  2  weiße  Händler.

7.  Arno:  3  weiße  Händler,  3  eingeborene  Händler.

8.  Majeru:  3  weiße  Händler,  1eingeborener  Händler.

9.  Maloelab:  1  weißer  Händler.

10.  Mejit:  1  weißer  Händler.

Pflanzungen:
1.  Ujelang:  1  weißer  Pflanzer,  13  farbige  Marshall-Arbeiter.

i:  1  weißer  Pflanzer,  4  farbige  Marshall=Arbeiter.


In  den  Karolinen:

Ponape,  Hauptstation:  1  weißer  Agent.
Jauntingstation:  1  weißer  Händler.

In  den  Gilbert-Inseln:

Butaritari:  eine  Hauptstation:  2  Weiße;
eine  Nebenstation:  1  weißer  Händler.
Maraki:  2  weiße  Händler,  1  Halbblut-Händler.
Tarawa:  4  weiße  Händler.
Apaiang:  2  weiße  Händler.
Maiana:  1  weißer  Händler.
Nonouti:  1  weißer  Händler.
Tapetuca:  2  weiße  Händler.
Onuoatoa:  2  weiße  Händler.
Nukunau:  1  weißer  Händler.

—

—EEIIIE

II.  Henderson  &amp;amp;  Macfarlane  in  Sydney.

1.  Majeru:  3  Weiße  (1  Agent  mit  1  Gehülfen  und
1  Händler).
Arno:  2  weiße  Händler,  1  Marshalleingeborener-

  Händser.

Mille:  1  weißer  Händler,

Ebon:  1  weißer  Händler.

Namrik:  1  weißer  Händler.

Nauru:  8  weiße  Händler  (haben  je  eine  Station
für  die  Jaluit-Gesellschaft,  siehe  Nr.  4  bei  1).

eees
        <pb n="743" />
        III.  Capelle,  Ingalls  und  de  Brum.

Pflanzung  Likieb:  1  weißer  Pflanzer,  2  Halbblut-Pflanzer,
  2  Halbblut-Bootsbauer  und  etwa
40  Marshall-Arbeiter.

Rus  dem  Brreiche  der  Wisstionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Den  „Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen  Mission“
zufolge  fand  vom  11.  bis  18.  Juli  d.  Is.  in  Dares-Salam
  eine  Konferenz  von  Mitgliedern  der
Evangelischen  Missionsgesellschaft  von  der
Küste  und  aus  Usaramo  statt.  Die  Konferenz  war
der  Ansicht,  die  Mission  habe  unter  dem  Gesichtspunkt
  christlicher  Nächstenliebe  auch  kulturelle  Aufgaben.
  Diese  seien  auf  den  einzelnen  Stationen
verschieden.  Kisserawe  erstrebe  unter  den  Eingeborenen
guten  Häuserbau  durch  Beispiel  und  Berathung,
Anbau  von  Erdnüssen  und  anderen  Landesprodukten
zum  Verkauf  und  verständiges  Sparen.  Maneromango
  halte  bei  der  unwürdigen  Bekleidung  der
Leute  in  erster  Linie  eine  Hausindustrie  in  der  einfachsten
  Weise  (Weberei  und  Spinnerei)  für  nöthig.
Daneben  sei  auch  noch  auf  Wege=  und  Brunnenbau
zu  halten.  Diese  beide  Stationen  wollen  nicht  Selbstunternehmer,
  sondern  nur  Berather  der  Bevölkerung
sein.  Dar--es-Saläm  will  seinen  Einfluß  dahin  geltend
  machen,  daß  die  Regierung  eine  Sparkasse  für
Schwarze  einrichte,  und  verlangt  bel  dem  großen
Landbesitz  der  Station  eine  zweckmäßige  Bebauung
dieser  Ländereien  und  bei  den  großen  Raumverhältnissen
  der  Station  irgend  ein  Institut.  Tanga  sieht
seine  Kulturaufgaben  in  der  Anlage  einer  Handwerkerschule
  für  die  Stationsangehörigen  und  in  der
Erziehung  des  Wadigovolkes  zu  einer  verständigen
Ausnutzung  der  reichlich  vorhandenen  Kokospalmen
durch  Anfertigung  von  Kokosstricken  und  Kokosmatten.
Die  Konferenz  sprach  sich  ferner  gegen  die  zum  Theil
übliche,  von  der  englischen  Universitätenmission  gebilligte
  Beschneidung  aus,  weil  sie  einen  unevangelischen
  Gegensatz  zwischen  den  Beschnittenen  und  den
Nichtbeschnittenen  einführe  und  auch  mit  sittlich  bedenklichen
  Gebräuchen  verbunden  sei.  Die  Stellungnahme
  zu  der  Frage,  wie  weit  das  alte  Testament
Lehrgegenstand  sein  solle,  überließ  die  Konferenz  den
einzelnen  Missionaren  gemäß  ihrer  Missionserfahrung.
Die  Mohammedanermission,  das  ist  die  Mission
unker  den  Arabern,  verlange  z.  B.  eine  umfassende
Darbietung  alttestamentlicher  Stoffe.  Die  Konferenz
sprach  sich  sodann  einstimmig  gegen  eine  etwaige
Uebersiedelung  der  Christen  von  Kisserawe  nach  der
Station  des  Evangelischen  Afrikavereins  Lutindi,
wohin  die  bis  dahin  in  Kisserawe  erzogenen  heidnischen
  Kinder  zu  Ende  des  vorigen  Jahres  versetzt
worden  sind,  aus.  Schließlich  wurde  der  Druck  der

637

 

bisher  übersechten  oder  sonst  üblichen  Lieder  und  des
von  ihnen  verfaßten  Katechismus  nebst  einer  Gottesdienstordnung
  in  einer  Auflage  von  500  festgesetzt.

 

Demselben  Blatt  zufolge  ist  am  9.  Juni  Pastor
Worms  mit  Frau  aus  Hoffnungshöhe,  Kisserawe,
in  die  Heimath  abgereist.

Der  von  dem  Superior  der  katholischen  Mission
in  den  Gilbert-Inseln  Pater  Bontemps  vor  einiger
Zeit  in  Jaluit  stationirt  gewesene  Laienbruder  Konrad
  Weber  hat  das  Schutzgebiet  der  Marshall-Inseln
Mitte  Juni  d.  Is.  verlassen  und  sich  nach  Butaritari
zurückbegeben.  Wie  verlautet,  sollen  die  Marshall=Inseln
  in  Zukunft  zur  Diözese  des  Bischofs  von
Neupommern  gehören.

RAus  fremden  Rolonien.

Englische  Flaggenhifung.
Zeitungsnachrichten  zufolge  hat  das  englische
Kriegsschiff  „Wallaroo“  die  englische  Flagge  am
17.  Juni  d.  Is.  auf  der  südlich  von  Guadalcanar
(Britische  Salomons-Inseln)  belegenen  Insel  Bellond
und  am  20.  Juni  auf  der  zu  den  Stewart-Inseln
gehörigen  Insel  Sikiana  gehißt.

 

Lagos.

Nach  Mittheilungen  aus  Lagos  ist  infolge  der
maßlosen  und  ungeregelten  Ausbeutung  der  dortigen
Kautschukbäume  die  Gummigewinnung  wieder  auf
einen  kleinen  Betrag  zusammengeschmolzen.

Dafür  wird  jetzt  sehr  viel  Mahagonl=  und
Cedernholz  im  Innern  gefällt  und  zu  Markt  gebracht.
  Für  gute  Blöcke  von  etwa  20  Fuß  Länge
werden  0,40  bis  0,50  Mark  per  ¼/100  chm  gezahlt.

 

Einem  Ronsularberichte  über  den  Elfenbeinbandel
Lanstbars
entnehmen  wir  Folgendes:

Die  geographischen  und  politischen  Verhältnisse
haben  beide  dazu  beigetragen,  Sansibar  zum  bedeutendsten
  Elfenbelnmarkt  Ostafrikas  zu  machen.
Es  lag  nahe,  daß  ein  Kaufmann,  der  einen  Handel
mit  verschiedenen  Küstenorten  zu  treiben  beabsichtigt,
zu  seiner  Niederlassung  einen  Platz  wählte,  der,  etwa.
in  der  Mitte  des  Handelsgebietes  gelegen,  die  Möglichkeit
  eines  gleichmäßigen  Verkehrs  nach  allen
Plätzen  gewährte  und  den  Segelschiffen,  die  früher
allein  den  Handel  von  der  Küste  vermittelten,  in
seiner  weiten  Rhede  einen  geschützten  und  von  allen
Seiten  leicht  zugänglichen  Ankerplatz  bot.  In  noch
höherem  Maße  haben  die  politischen  Verhältnisse
        <pb n="744" />
        elngewirkt.  Sansibar  als  volkreichste  Stadt  Ostafrikas
  und  als  Residenz  des  bedeutendsten  eingeborenen
  Herrschers  mußte  an  und  für  sich  eine
gewisse  Anziehungskraft  ausüben,  welche  noch  dadurch
erhöht  wurde,  daß  nur  an  diesem  Platze  im  Gegensatz
  zum  Festlande  keine  Besorgnisse  vor  räuberischen
Ueberfällen  gehegt  zu  werden  brauchten.  Sansibar
war  auch  der  Punkt,  von  wo  die  Maskataraber,

welche  lange  Zeit  allein  das  Innere  bereisten,  ihre-Züge

  unternahmen.  Die  wichtigsten  Handelsartikel
Ostafrikas  waren  Elfenbein  und  Sklaven.  Die
Sklavenkarawanen  brachten  regelmäßig  Elfenbein
mit,  welches  im  Innern  leicht  erhältlich  und  in
Sansibar  geschätzt  war,  mit  geringer  Mühe  transportirt
  werden  konnte  und  somit  die  Möglichkeit
bot,  die  Kräfte  der  geraubten  oder  gekauften  Sklaven
schon  während  des  Marsches  als  Träger  auszunutzen.
  Als  in  diesem  Jahrhundert  der  Sklavenhandel
  zur  See  durch  die  Kriegsschiffe  europäischer
Mächte  beunruhigt  wurde,  lag  keine  Veranlassung
vor,  ein  neues  Handelscentrum  zu  wählen,  da  die
zahlreichen  arabischen  Plantagen  Sansibars  und
Pembas  einen  steten  Nachschub  von  Sklaven  erheischten,
  die  Nähe  des  ausführenden  Festlandes
aber  und  die  zahlreichen,  vorzügliche  Schlupfwinkel
bietenden  Buchten  der  Insel  die  Ueberwachung  des
Verkehrs  zwischen  Sansibar  und  dem  Festlande
außerordentlich  erschwerten.  Auf  dem  ostafrikanischen
Kontinent  selber  trat  eine  Veränderung  ein,  die
alten,  an  guten  Häfen  gelegenen  Handelsplätze  waren
für  die  Sklavendhaus  zu  unsicher,  die  Händler
mußten  solche  Stellen  auswählen,  wo  der  flache
Strand  ihnen  ein  unbehindertes  Landen  gestattete,
die  tiefgehenden  Kriegsschiffe  aber  zwang,  in  weiter
Ferne  zu  bleiben.  So  entstanden  Kilwa  Kivindje
und  Bagamoyo.  Legzteres  vereinigte  die  erwähnten
Vortheile  und  hatte  außerdem  den  Vorzug,  daß
Segelschiffe  zwischen  diesem  Orte  und  Sansibar  bei
iedem  Winde  in  kurzer  Zeit  verkehren  konnten.  Infolgedessen
  wurde  Bagamoyo  der  Hafen,  durch  welchen
der  Verkehr  Sansibars  mit  dem  Innern  Ostafrikas
in  erster  Linie  vermittelt  wurde,  eine  Stellung,  die
es  trotz  mancher  in  letzter  Zeit  erlittener  Einbuße
im  Großen  und  Ganzen  behauptet  hat.  Als  nun  in
den  letzten  Jahren  der  Sklavenhandel  durch  die
Bemühungen  der  europälschen  Mächte,  insbesondere
Deutschlands  und  Englands,  lahm  gelegt  worden
war,  hatte  auch  Sansibar  vermöge  seiner  günstigen
geographischen  Lage  und  der  durch  neue  Dampferlinien
  erleichterten  Schifffahrt  nach  Europa  und
Indien  so  große  Fortschritte  gemacht,  daß  es,  von
dem  konservativen  Geist  der  indischen  Kaufmannschaft
unterstützt,  Mittelpunkt  des  Handels  blieb  und  mit
den  anderen  Handelszweigen  auch  das  Elfenbeingeschäft
  nach  wie  vor  konzentrirte.

Der  Elfenbeinhandel  im  Innern  Afrikas  wird
meistens  durch  Karawanen  vermittelt,  welche  von
Arabern  oder  Negern  geführt  werden.  Die  Karawanenleiter
  verschaffen  sich  die  zur  Ausrüstung

638

 

nöthigen  Mittel  durch  Aufnahme  eines  Darlehns  bei
einem  indischen,  bisweilen  auch  bei  einem  europäischen
Kaufmann.  Bei  ihrer  Rückkehr  haben  sie  das  erhaltene
  Elfenbein  abzuliefern,  der  Kaufmann  zieht
von  dem  Erlöse  zuerst  sein  Kapital  nebst  Zinsen  ab,
der  Rest  des  Gewinnes  wird  je  nach  Vereinbarung
ganz  oder  theilweise  dem  Karawanenführer  ausgehändigt.
  Selten  besitzt  der  Karawanenführer  selbst
die  Mittel,  um  seine  Karawane  auszurüsten,  noch
seltener  tritt  es  ein,  daß  ein  im  Innern  ansässiger
Händler  sein  Elfenbein  mit  eigener  Karawane  nach
der  Küste  sendet.  Nach  den  portugiesischen  Häfen
wird  das  bereits  im  Innern  aufgekaufte  Elfenbein
häufig  vermittelst  Eisenbahn  oder  Flußdampfer  gebracht,
  nach  den  Städten  der  Benadirküste  durch
die  eingeborenen  Besitzer  oder  die  Häuptlinge,  da
die  allgemeine  Unsicherheit  in  den  Somaligebieten
den  Karawanenverkehr  erschwert.  Die  bedeutendsten
Ausfuhrplätze  sind  in  Deutschostafrika  Bagamoyo,
Saadani,  Pangani,  im  britischen  Protektorat  Mombana,
  Lamu,  Kismayu,  im  portugiesischen  Gebiet
Ibo,  an  der  Venadirküste  Maktiuhu.  Von  allen
diesen  Plätzen  ist  Bagamoyo  noch  weitaus  der
wichtigste,  indeß  ist  auch  die  Bedeutung  Mombassas
in  letzter  Zeit  gestiegen.

Nach  den  von  der  hiesigen  Zollverwaltung  herausgegebenen
  wöchentlichen  Veröffentlichungen  betrug  der
Werth  des  nach  Sansibar  importirten  Elfenbeins  in
Rupien

im  ersten
Halbjahr

1892  1893  1895“)  1896  1897
2375  821  1887  320  1  866  578  2136  944  1193082

Die  Menge  betrug,  in  englischen  Pfund  berechnet:

im  ersten
1894“"“)  1895  1896  Halbjahr  1897
42  720  247  876  290  134  143200

Auf  die  verschiedenen  Ursprungsländer  vertheilt,
betrug  die  Einfuhr  in  englischen  Pfunden  aus:

im  ersten
1894“)  1895  1896  Halbjahr  1897

Deutsch=  ueie  346  300  196  128  232  747  103  294
Britise  tafrika  58  350  37  127  44  158  33523
Benadirkuste  8310  8610  9565  4688
Portugiesischem

Gebiet  9760  6011  3844  1695

 

Hiernach  haben  die  Zufuhren  an  Elfenbein  im
Jahre  1895  abgenommen,  sind  aber  seitdem  wieder
gestiegen;  zu  bemerken  ist  die  ständige  und  insbesondere
  im  laufenden  Jahre  erhebliche  Zunahme
des  auf  Britisch-Ostafrika  entfallenden  Antheils,  welche
wohl  auf  Kosten  der  deutschen  Küste  stattgefunden

 

*)  Für  1894  sind  keine  Veröffentlichungen  ergangen.
Englische  Konsulatsberichte  2  756  459  Rupien.

*#)  Nach  den  Auszeichnungen  des  Vertreters  der  Firma
Heinrich  Adolf  Meyer.
Fur  die  früheren  Jahre  ist  die  importirte  Menge  nicht
zu  ermitteln,  die  Zollstatistik  giebt  nur  „Packages“  an,
deren  Gewicht  nicht  angegeben  ist  und  in  jekenagan  verschieden
  war.
        <pb n="745" />
        hat.  Dieser  Umstand  wird  noch  ersichtlicher,  wenn

man  die  Einfuhr  nach  Prozenten  auf  die  Zufuhrgebiete

  vertheilt.  Danach  botrug  die  Einfuhr  aus:
im  ersten

1894  1895  1896  Halbjahr  1897

Deutsch-Ostafrika  81.76  pCt.  80  pCt.  80  25  pCt.  72.5  pCl.
Britisch-Ostafrika  13.75  --  14  15.5  -
2  3.5--3.25  -  3.25
2.5  2.5  1  1.25

Der  Aufschwung  des  Handels,  welchen  das  durch
den  Bahnbau  aufgewandte  Kapital  in  Mombassa
hervorgerufen  hat,  sowie  die  mit  dem  Vorrücken  der
Eisenbahn  fortschreitende  Erschließung  des  Innern
haben  sicherlich  einen  Theil  des  Elfenbeinhandels  von
dem  bisherigen  Weg  nach  der  deutschen  Küste  nach
Mombassa  abzulenken.

In  englischen  Pfund  berechnet  betrug  die  Elfenbeinausfuhr
  Sansibars:

Benadirküste

Portugiesischem
Wies  t

 

 

 

 

 

 

 

1895  1896  im  ersten  Halbjahr  1897
274  874  292  101  177  109;
ihr  Werth  belief  sich  auf:
1895  1896  im  ersten  Halbjahr  1897
2  186  948  2  122  268  1  193  082  Rupien.
Auf  die  verschledenen  Bestl  gsländer  verthellte
sich  die  Menge  des  ausgeführten  Elfenbeins,  wie  folgt:
Europa  HAmerika  Asien  Afrika
Gro-  .  a.  Greinige  Indien  11
ri=  or  aten  «  egyp-.
  .  Bonn-Kaltannien
  tinent  won  Nord-  ten
*  amerika]  bay  kutta
1895  57000  35  64444  3827  2416
1896  130  282  21  81631  588  106  827  63|—
erstes
29565216  .i  -—
1897  .

 

Der  Werth  der  Ausfuhrantheile  betrug  in  Rupien:

 

 

 

 

 

 

 

 

Europa  merika  Asien  -
Ver.  Staat  Indien  Afrila
Eng-  Kon=  won  NordBVom-Cal-  Aegypland
  l  tinentmerikan  bay  cuttaf  ten
1385  461  362  314  351695  608655  5  4  o
1396|1  034  296  182  465245  992549  093  409  —
*8
iahr
1897]  572  659  37  860  a66  ↄ86  272  ooo  s  6841  —

 

Hiernach  ist  die  Ausfuhr  nach  England,  dem
bedeutendsten  Absatzgebiet,  gestlegen,  die  nach  dem
europtiischen  Festlande,  welche  meistens  nach  Hamburg
geht,  gefallen.  Die  Ausfuhr  nach  den  Vereinigten
Staaten  ist  1896  erheblich  zurückgegangen,  scheint
aber  in  diesem  Jahre  die  frühere  Höhe  erreichen
zu  wollen.  Das  für  England  bestimmte  Elfenbein

 

639  —

geht  fast  ausschließlich  nach  London,  wo  in  regelmäßig
  abgehaltenen  Auktionen  der  Preis  bestimmt
zu  werden  pflegt.

Belm  Vergleich  der  vorstehenden  Tabellen  ergiebt
  sich,  daß  die  Menge  des  ausgeführten  Elfenbeins
  nicht  immer  in  demselben  Verhältniß  zu  seinem
Werth  steht.

Das  scheinbare  Mißverhältniß  beruht  auf  dem
Wechsel,  welchen  die  Elfenbeinpreise  erlitten  haben.
Von  hohem  Einfluß  auf  dieselben  ist  vor  Allem  der
Rupiekurs.  Da  die  nach  Europa  und  Anerika
exportirenden  Kaufleute  mit  den  dortigen  Geldverhältnissen
  zu  rechnen  haben,  ist  es  natürlich,  daß
sie  höhere  Preise  zahlen,  wenn  der  Rupiekurs  fällt,
niedrigere,  wenn  er  steigt.  Doch  ist  auch  hier,  wie
überall,  das  Verhältniß  zwischen  Angebot  und  Nachfrage
  und  die  insbesondere  von  den  Indern  betriebene,
  oft  waghalsige  Spekulation  von  Einfluß.
Ein  Vergleich  zwischen  den  Kurs=  und  Preisverhältnissen
  der  letzten  Jahre  giebt  folgendes  Bild:

Preis  großer  weicher

Zähne  pro  Frasilah  Kurs  für  den

(etwa  35  Pfd.  englisch)  Dollar")
Jannar  1894  .134  Dollar  2,80  Mark
Juli  145  —
Dezember  150  -—  2,36
Januar  1895.  155  2,84
Jull  160  =  2,.48=Dezember=
  160  2,55
Januar  1896.  155  —
Juli  „:„  135  2,601  —-Dezembrer
  125  =  2,80  -
Januar  1897  125  2,80
Juli  -  .  120  -  2,86  -

In  diesem  Monat  ist  der  Preis  auf  115  bis
110  Dollar  gefallen,  der  Kurs  auf  2,90  bis  2,95  Mark
gestiegen.  Dem  Steigen  des  Kurses  ist  hiernach  in
den  letzten  Jahren  regelmäßig  ein  entsprechendes
Sinken  der  Preise  gefolgt.  Der  unverhältnißmäßige
Preissturz  im  Jahre  1896  erklärt  sich  daraus,  daß
die  hiesige  bedeutende  amerikanische  Firma  Arnold
Cheney  &amp;amp;  Co.  zu  dieser  Zeit,  um  den  Preis  zu
drücken,  nur  sehr  geringe  Einkäufe  machte;  in  demselben
  Jahre  ist  auch,  wie  die  Ausfuhrtabellen  nachweisen,
  der  Elfenbeinexport  nach  Amerika  erheblich
zurückgegangen.

Außerdem  ist  zu  berücksichtigen,  daß  in  den  vorstehenden
  Tabellen  die  Qualität  des  Elfenbeins  nicht
ersichtlich  ist,  trotzdem  dieselbe  den  Preis  sehr  beeinflußt.
  Bei  den  angeführten  Preisen  sind  dem  hiesigen
Handelsgebrauch  entsprechend  diejenigen  für  große
weiche  Zähne  mit  nicht  zu  großer  Höhlung  (sogenannte
babuleia)  erwähnt.  Nimmt  man  diese  als  Einheit

*)  Der  Dollar  zu  100  Cents  =  2  Rupie  2  Anna,  ausschließlich
  Rechnungsmünze,  wird  in  Sansibar  seiner  bequemeren
  Eintheilung  halber  bei  Bestimmung  des  Preises
im  Großhandel  angewendet.  -
        <pb n="746" />
        wie  fo

Für  Ballzähne  (weiche,  meist  von  weiblichen
Elefanten  herrührende  Zähne,  mit  geringer  Krümmung
und  Höhlung  und,  wie  ihr  Name  zu  erkennen  giebt,
vornehmlich  zur  Fabrikation  von  Billardbällen  gebraucht)
  —  10  bis  20  pCt.  höher.

Für  Kuteh-Zähne  (weiche,  große  Zähne  mit
großer  Höhlung,  hauptsächlich  zum  Export  nach  Indien
bestimmt,  wo  Fuß=  und  Armringe  aus  ihnen  gearbeitet
werden)  —  gewöhnlich  10  pEt.  niedriger,  zur  Zeit
beinahe  den  babuleia-Zähnen  gleichwerthig.

Für  weiche,  kleine  Zähne  läßt  sich  ein  allgemeiner
Preis  nicht  angeben,  da  hier  zu  viele  Nebenumstände
wie  Farbe,  eine  zur  Verarbeitung  geeignete  oder
schöne  Form  und  Liebhaberei  mitsprechen,  indeß  sind
dieselben  auch  im  Verhältniß  billiger  als  die  großen
Zähne.  Harte  Zähne,  welche,  bevor  der  Kongostaat
die  Ausfuhr  nach  der  afrikanischen  Westküste  lenkte,
häufiger  auf  den  hiesigen  Markt  kamen,  kosten  in
jeder  Sorte  20  bis  30  pCt.  weniger,  zur  Fabrikation
von  Billardbällen  können  sie  wegen  ihrer  Sprödigkeit
selten  gebraucht  werden.

Wegen  der  Aussichten  des  hiesigen  Elfenbeinmarkts
  hat  die  Haltung  des  Kongostaates  und  sein
mit  Erfolg  gekröntes  Bestreben,  die  Elfenbeinausfuhr
von  der  afrikanischen  Ostküste  abzulenken,  vielfach  und
auch  in  deutschen  Kreisen  Besorgnisse  hervorgerufen.
Die  Befürchtungen  dürften  nicht  gerechtfertigt  sein.
Der  Kongostaat  produzlrt  fast  nur  härtere  und
darum  minderwerthige  Sorten,  während  die  Länder,
die  bisher  Sansibar  versorgen,  weiche  und  theuere
Sorten  liefern.  Der  Grund  hierfür  liegt  in  der
geographischen  Beschaffenheit  der  Länder.  Im  Kongostaat,
  insbesondere  in  dem  viel  Elfenbein  produzirenden
Wanjema-Gebiet  westlich  des  Tanganika,  leben  die
Elefanten  in  feuchten  Weldern  und  sind  darauf  angewiesen,
  sich  von  dem  Laub  der  Bäume  zu  nähren,
in  Deutsch-Ostafrika,  Britisch-Ostafrika  sowie  im
Somaligebiet  leben  die  Elefanten  in  der  Steppe
und  nähren  sich  von  Gras.  Der  Unterschied  der
Nahrung  und  Lebensweise  bedingt  auch  den  Unterschied
  des  Elfenbeins  und  derselbe  ist  ein  so  konstanter,
daß  man  aus  der  größeren  oder  geringeren  Weiche
der  aus  verschiedenen  Gegenden  stammenden  Zähne
die  örtliche  Beschaffenheit  ihres  Ursprungslandes  erkennen
  kann.  So  gehört  das  aus  den  Steppen  der
Manat  herrührende  Elfenbein  zu  den  weichsten  und
geschätztesten  Sorten.  Wenn  nun  auch  die  Maßregeln
  des  Kongofstaates  das  harte  Elfenbein  vom
hiesigen  Markt  fern  halten,  so  wird  doch  dessen  Bedeutung
  für  das  theuere  weiche  Elfenbein  nicht
beeinträchtigt  werden.

Von  großer  Bedeutung  ist  dagegen  das  Fortschrelten
der  Ugandabahn.  Die  hauptsächlichen  Produktionsgeblete
  Deutsch-Ostafrikas  liegen  (von  Sansibar  aus
gerechnet)  im  nordwestlichen  Theile  desselben  nicht
allzu  weit  vom  Viktoria-Nyanza,  für  Britisch-Oftafrika
sind  es  Uganda,  Uniorro  und  die  angrenzenden,

an,  "osttellen  sich  die  Preise  für  die  übrigen  Sorten,
gt:

640

 

wenig  bekannten  Länderstrecken.  Das  Elfenbein  aus
allen  diesen  Gegenden  wird  von  Karawanen  gebracht,
welche  von  Städten  der  deutschen  Küste,  vor  Allem
von  Bagamoyo  ausgehen  und  dahin  zurückkehren.
Die  größere  Sicherheit  im  deutschen  Gebiete,  die
lästigen  Trägerverordnungen  im  britischen  bestimmen
die  Karawanenführer,  den  längeren  Weg  durch
Deutsch-Ostafrika  dem  kürzeren  von  Mombassa  ausgehenden
  vorzuziehen.  Ein  großer  Theil  des  aus
Deutsch-Ostafrika  exportirten  Elfenbeins  stammt  deshalb
  aus  britischem  Gebiet.  Das  Vorrücken  der
Bahn  wird  hierin  voraussichtlich  eine  Aenderung
hervorrufen,  schon  jetzt  ist,  wie  vorhin  erwähnt,  ein
Theil  des  sonst  über  Deutsch-Ostafrika  exportirten
Elfenbeins  nach  Mombassa  gegangen;  hat  die  Ugandabahn
  einmal  den  Viktorla-Nyanza  erreicht,  so  wird
allgemein  der  schnellere  und  billigere  Bahntransport
der  Beförderung  durch  Träger  vorgezogen  werden.

Für  Leute,  die  in  direkter  Handelsverbindung
mit  Europa,  Amerika  oder  Indien  stehen,  liegt  keine
Veranlassung  vor,  ihr  Elfenbein  nach  Sansibar  statt
nach  Mombassa,  dem  Ausgangspunkt  der  Bahn,  zu
schaffen,  da  Letzteres  elnen  vorzüglichen  Hafen  bietet
und  allen  Absatzgebieten  näher  liegt.  Es  ist  deshalb
wahrscheiulich,  daß  nach  Vollendung  der  Bahn  der
Elfenbeinhandel  sich  allmählich  von  Sansibar  nach
Mombassa  zlehen  wird.

 

Aufbebung  des  Rolonialministeriums  in  Japan.

Das  im  April  v.  Is.  geschaffene  japanische
Kolonialministerium  ist  wieder  aufgehoben  worden.
Für  die  Angelegenheiten  Formosas  ist  ein  eigenes,
dem  Kabinet  unmittelbar  unterstehendes  Amt  errichtet.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Tikterakur.

J.  Sturtz  und  J.  Wangemann:  Land  und  Leute
in  Deutsch-Ostafrika.  Erinnerungen  aus  der  ersten
Zeit  des  Aufstandes  und  der  Blockade.  In
88  photographischen  Orlginalaufnahmen.  Zweite
Auflage.  Berlin.  E.  S.  Mittler  und  Sohn.  In
Mappe  mit  Leinwandrücken  Mk.  12,50.

Es  ist  erfreulich,  daß  die  interessanten  Photographien,
  welche  während  der  Jahre  1888  und  1889
in  Ostafrika  gemacht  worden  find,  nebst  dem  ansprechenden
  erläuternden  Texte  in  zweiter  Auflage
erscheinen  konnten.  Wie  in  kaum  einer  anderen
Veröffentlichung  wird  gerade  darin  ein  treues  Bild
der  Verhältnisse  in  Ostafrika  zur  Zeit  des  Beginns
der  deutschen  Kolonisationsthätigkeit  geboten,  welches
uns  in  den  Stand  setzt,  das  inzwischen  Gethane  und
Erreichte  richtig  zu  beurtheilen.  Die  meisten  Orte
der  deutschen  Küste  haben  ihr  Aussehen  inzwischen
völlig  verändert.  Binnen  wenigen  Jahren  wird  man
sich  der  früheren  Zustände  kaum  noch  erinnern  können.
        <pb n="747" />
        Das  vorliegende  schöne  Werk  hat  daher  die  Bedeutung
  einer  wahren  Geschichtsquelle.

Heinrich  Semler:  Die  tropische  Agrilultur.  Ein
Handbuch  für  Pflanzer  und  Kaufleute.  Zweite
Auflage,  unter  Mitwirkung  von  Dr.  O.  Warburg
und  M.  Busemann  herausgegeben  von  Dr.  R.
Hindorf.  Erster  Band.  Wismar  1897.  Hinstorffsche
  Hofbuchhandlung.

Daß  das  große  Semlersche  Werk  einen  nahezu
klassischen  Werth  besitzt,  ist  allgemein  anerkannt.
Trotz  seines  hohen  Preises  und  großen  Umfanges
ist  daher  die  erste  Auflage  in  einer  für  eine  solche
Veröffentlichung  sehr  kurz  zu  nennenden  Zeit  gänzlich
verkauft  worden  und  das  Buch  war  in  letzter  Zeit
nur  noch  antiquarisch  zu  haben.  Es  ist  daher  mit
besonderer  Freude  zu  begrüßen,  daß  die  Verlagshandlung
  jetzt  eine  neue  Auflage  veranstaltet  und
dabei  Sorge  getragen  hat,  alles  Veraltete  neu  bearbeiten
  und  allen  Fortschritten  auf  diesem  Gebiete
Berücksichtigung  zu  Theil  werden  zu  lassen.  Der
vorliegende,  reich  illustrirte  Band  enthält  die  erste
Abtheilung:  „Allgemeine  Kulturarbeiten“  und  von  der

641

 

zweiten:  „Spezialkulturen“  die  Abschnitte:  Reizmittel
und  nützliche  Palmen.  Von  besonderem  Interesse
und  praktischem  Werth  sind  natürlich  die  Kapitel
über  Kaffee  und  Kakao.  Wir  sehen  den  weiteren
Bänden  mit  Spannung  entgegen.

 

VVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVYVVTyT

Tikteratur-Perxeichnik.

Deutschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre  1896.
Amtlicher  Bericht  über  die  erste  deutsche  Kolonial-Auslellumg.
  eren  von  dem  Acheitgausschuß  der

olonial=  Ausstellung:  Graf  v.  Schweinitz,
⅜“4  dea  F.  Imberg.  Red.:  G.  Meinecke.  —  Mit-:

  R.  Bütiner,  v.  Danckelman,  C.  Dove

Fäichmun  een:  R.  Hellgrewe.

u.  A.

Mit  einem  A#pteror.  uck,

"5  Sll  tr.  im  Text,  darunter  7  Vollbilder,  6  Karten,

1  Tafeln  in  1  v  und  Plan  eer  Äuasicũnno

gr.  40.  (VII,  368  S.)  10;  geb.  Mt.

Dietrich  Peiiner,  m

Deutscher  Kolonial=  Vereibialender  für  das  Jahr

1898.  Herausgegeben  von  Fr  Hessemer.  Mit

365  bhotograp  ischen  Haschibsneü  Portraits

berhmter  Forscher  sowie  Originalaufnahmen  aus  dem

Leben  der  Eingeborenen  der  deutschen  Schutzgebiete.
Mk.  1,60.  Wilhelm  Buchholtz,  Berlin.

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  22/9.  Auckland.

S.  M.  S.  „Condor“  26/9.  Kapstadt.

S.  M.  S.  „Falke“  Sydney  27/10.  —  Apia.

S.  M.  S.  „Habicht“  1/10.  Kamerun.

S.  M.  S.  „Hyäne“  Rotterdam  10,10.  —  11/10.  Wilhelmshaven.
S  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  21/7.  Matupi.

(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  bis  20/10.  Kapstadt,  dann  Natal.)
(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Hongkong.)

alhation:  Wilhelmshaven.)

M.  S.  „Seeadler“  12/9.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)
Ablösungstransporte:
Dampfer  „Kaiser“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Habicht“,

 

 

 

Hulk  „Cyclop“,  Peilboot  „Kamerun“  (ganze  Besatzungen):
Ausreise:  Transportführer  von  Kiel—Wilhelmshaven:  Kapitänlieutenant  Begas
von  Wilhelmshaven—Kamerun:  Korvettenkapitän.  Bchwartzkopff.
10/10.  Las  Palmas  11/10.  —  Kamernn.
Perkehrs-Tachrichten.
Das  Kabel  Mozambique  —Lourengo-Marques  ist  nach  Meldung  vom  18.  Oktober  d.  Is.
unterbrochen.
Vostdampfschiffperbindungen  nach  den  dentschen  Schusgebleten.
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
-*  vom  E  auer  Berlin  spätestens
*“  sciungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
l
Neapel  10.  November,  Tanga  20  T  9
at  —is  P4  adn  2  Sen  Tage  kn  95-  1.Krö,
1.  i  age
Deutsch  ·  Ostafrika.  Sashrid  ane  Es-  ez  anstbar
Aeue  am  0  8  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
anzoͤflsche  Schiffe)  40  nins.  On  abbs.
        <pb n="748" />
        642

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Na  vom  Ein-  Berlin  spätestens
*  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  ——  abgesandt  werden
2.  Deutsch-Lüdwestafrira.  Southampton  am  20.  November  Lüderitbucht  22  Tage  am  19.  November
Euse  Seenche  Gibeen  I.  chife  P7,  40  ums.  Swakopmund  26  Tage15  ums.
sbn  rn  Teutwein.)
von  Perh  iter  olle.  I4Tage  burg  am  25.  November  Swakopmund  30  Tage  am  25.  November
auf  dem  Landwege.)  #  chiss)  nachts  Lüderitzbucht  40  Tage  72  abds.
%  mburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  o  bes  Monats
3.  R  ain  RX  nachts
k  BRamernn.  142  7*  am  27.  Okt.,  24.  Nov.]  Kamerun  22  Tage  am  2  di  22.  Nov.
E  e  Schlffe)  15  um
am  10.jedes  38  nachts  Lome  20  Tage
Hamöurg  am  20.jedes  Mts  ¾  ##n  me  Ta  —  —  und  Letzten
deut  1  ein-Popo  age
4.  4%  Gebier  1%  Gautsche  Gälle  am  Lewten  jed.  Mts.=  —.  5-Tage  720
don  da  al  andverbindun
Leber  Livervool,  der,  ##berbol  cif  am  3.,  17.  NovemberOuitlah  36  Ta  age  am  November
(englische  e)  da  ab  Lanbverbind
langen  des  Absenders)  Marseille  am  25.  jedes  Monats  ienen  Tage  “#  an  t“  *  Monats
(Kranzösische  Schiffe)  40  nachm.  von  da  ab  Landverbindung  IL
Neapel  am  17.  Nov.,  12.  Jan.  Stephansort  46  Tage  am  16.,  19.  November,
5.  Deutsch-eu-Guinea.  (deutsche  Schisfe)  abds.  g  0.,  14.  Jan
rindi  am  21.  Nov.,  16.  Jan.  -  41  Tage
(Nachversand)  abds.
Brindisi  am  7.  Nov.,  2.  Jan.  Jaluit  etwa  70  Tage  am  5.  Nov.,  31.  Dez.
6.  Marshall-Inseln.  (über  Manila)  abds.  6r  1034  abds.  -
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  "5  sist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  *  4  lin  6  Von  basen  in  Wr  s
Deuisch  ·  Onasrit  Neapel  5  —  —ien  Hamburg  en  19  un  und  4“
eutsch-Ostafrika  V  ogogebiettt.  jedes
Ht.  E  .d  Marseilleam  16.  cben  s
2  *
Deutsch  ·  Zůdwestafrita  ¶Southampton  m  36  Oltobr,  seutsch-euGninea.Neapel..  □sem33  Mod
Ramerun.  ...  ...  amburg  ·  am  25.  jed.  Monats,murshan.  Inseln....Marseille  .  Mitte  Oktober,
m  an  e  ebeT  Mitte  Dezember
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Reise  Lette  Nachrichten
Posthampfer  von  1  nach  bis  12.  Oltober  1897
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  11.  Oktober  ab  Hamburg.
„Aline  Woermann“  Loango  dant  am  11.  Oltober  in  Las  Palmas.
„Anna  Woermann"  Sberke  amburg  am  6.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  amburg  Loanda  am  11.  Oklober  in  Teneriffe.
Fursd  Bohlen“  ambur  dem  Kongo  am  26.  September  in  Banana.
Ella  Woermann  z.  z  in  den  urg.
„Gertrud  Woermann“  z.  Zt.  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Kotonon  amburg  am  8.  Oktober  in  Acera.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  otonon  am  2.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  1.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Kurt  Woermann!"“.  Ha#nzug  Loanda  am  2.  Oktober  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“.  amburg  Loango  am  9.  Oktober  in  Kamerun.
l  u  Bohlen"“  Loango  Hamburg  am  10.  Oktober  in  Kamerun.
rie  Woermann“.  Lüderitbucht  Les  urg  am  25.  September  cer
e  Bohlen“.  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  6.  dlober  in  da  Palmas.
—  EW  Hamburg  dem  Kongo  am  25.  September  anana.
„  Thekla.  en“.  Swakopmund  Hamburg  am  3.  Sipte  in  Loandar
vbri  Bmel  Hamburg  Swakopmund  am  18.  September  in  Las-  Palmas.
        <pb n="749" />
        —  643  —

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg  —Ostafrila).

 

 

.  Reise  Letzte  Nachrichten

Neichspostdampfer  von  T.  nach  bis  12.  Oktober  1897
„König“..  ...  Durban  Hamburg  am  11.  Oltober  ab  Majunga.
„Herzoé  Lnurg  Durban  am  11.  Oktober  ab  Aden.
„Laiser““.  .....  Ham  1  Kamerun  am  11.  Oktober  ab  Las  Palmas.
„Kanzler“  5.  Bt.  m  Hamburg
„Henlerr  .....  ,  Hamburg  am  8.  Oktober  an  Aden.
„  Teichstag“.  .  ..  Durban  I  Hamburg  am  9.  Oktober  ab  Marseille.
„Admiral!l  .  ...  Hamburg  «  Durban  am  9.  Oltober  ab  Antwerpen.

 

 

      

„General  Hamburg  Durban  am  8.  Oktober  an  Mozambigque.

Anzeigen.

Iuserate  (sür  die  breigespallene  u  beiibei  oder  deren  Noum  5  u  sind  au  die  Vertriebsleitung,  Verlin  sW  12,  nochstraße  68  i.
nzui

en  nden.

 
  
 
 
 
 
   
  
    
 

Fertrieb  von  Ersenonfssen  #
der  zursch-  *  i

.
Deutschen  Kolonien  #  wers.
unter  Aufsicht  herrorragender  8  vo
feder  der  xvv  B—
Deutschen  Kolonlal-  Be

m*me
1#  *  *  ⁊

v  er  ᷣ  N.  E  "

Gesellschaft.

9
Kao,  Kahe#es,
Schopoladen,  TFanilte,
Ziydren,  Likôöre.—  Eennologtka,
KNolonta!t  -  LTtcceratter.
Analztitten:

Kamerun-Knkno:  Pfd.  M.  2  9  Pfd.  je  M.  1.00.
Kolulikör:  /1  FI.  NM.  380  ½  Fl.  M.  2.—

     
  
  
 
   
 

O  *
Hr#en  *“  28

 

Deutsche  Mi  Htairdienst.  Vewicherungs-Anstalt

nnover.

Vermõgensbesland.  77  Millionen  Maule.

 

Abtheilung  I:  Nilitairdienst-Versicherung.
Zwecke:  beckung  der  Kosten  des  Militairdienstes,  Unterstützung  von  Berufsoldaten,
  Versorgung  von  Invaliden.
Nur  7.  naben  unter  12  Jahren  finden  in  dieser  Abtheilung  Aulnuhme.

Abtheilung  N  bKSpital.  und  Kriegs-Versicherung.
Klrzte  Lebensversilcherung.)
Zweck:  Verwargung  5  r.  —  und  Alters  -  Versorgung.  Siche--%oung
  von  Kapitalien  zur  Beschallung  von  Anssteuern  und  lür
—8  dlenzwecke.
Personen  belderlel  Geschlechts  finden  vom  10.  Lebensjahre  ab  in
dieser  Abtheilung  Aulnah  imo.  (16)
Die  Auszahlungen  an  Versicherungssumme,  Prämienrückgewähr  etc.
im  Laufo  des  Jahres  4z#  betrupen  .K  2  835  000,—,  die  Gesammtauszahlungen
seit  Bestehen  der  Anstalt  .K  10  375  000.—.  Von  1878  bis  Ende  1896  wurden
erledigt  299  025  Anträge  über  #&amp;amp;  361  071  210.—  Versicherungskapital.
        <pb n="750" />
        644

 

 

 

 

I#  be’kannte  Weltie  de  Otto  E.  Ehlers  Su

Aauf  Seite  in  seinem  Amrtik.I:  Aus  dem  flünften  Weltteile  Australien  -  Neusecland-:

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unenthehrliche  Echo.

 

 

 

 

6

Redaktion:  Hugo  Herold.  Geschdftsleitung:  Max  Pechstein.  16.  Juhrgunz

HDus  Kit

ecker  lIese

Der  fern  der  Heimat  und  in  überseeischen  Lämlern
lande  sucht
Der  Im  In-  oder  Auslunde  mit  Berufsgeschüften  überhünft,  sich  kurz  und  sehnell  von

dem  Goang“  der  Weltbegebenheiten  unterrichten  will
Der  Im  In-  oder  Auslande  weler  2ell  noch  Nelgung  hal.  taglich  eine  grosse  bolitische
-  Noitung  zu  le

hlung  mit  dem  alten  Vater- 



 

S

 

Der  Im  In-  oder  Inslande  absclis  auf  dem  Lande  wohnt  und  nehen  einem  kleinen  Lokal--blatte
  einer  erganzenden  Zeitungsieklüre  bedarf.

D  1  L##  0  bringl  allivöclentlick  in  unterlhaltender  Form  hericiite  polilischen,

riir.  ehapinr  roihcen  s—————————————

rtte  ogdauget  20%%  Duirchiand  .l  im  Auslande  abspielen.

à  iæc  hein  Parlfeiblalt,  soudern  es  liset  die  interessantesten  Stiuuen
Das  Echopdteei⅞¾e

rieien  ie  Sonmtu.

Da  4  #  6·  3  0  bringt  in  Jeder  Nuntnier  ein  2cf  égescdtonsce  .Vonsneifseten:

Erzihlungen  elc.  alis  der  heder  berdiüilirt.,  ccilgenöss.  Schrifteteller.

bringt  in  der  Rubrik  Ilandel  eine  Gesanit-llocheniibersicit  des

D  Echo  iAlernaltionalen  Geld-  und  IVaarenmarktes  und  interessante
—————————#

“4  4%

/%%%“  tuelches  ner  alle  neuen  u.  interesanten  Vorgüũnge  und
AMcuerultgen  aits  dent  Gebiete  der  Ieclhinikeu.  Industrie  Aesees:
6  7½##c  Organ  der  Deutschen  im  Auslande,  betrachtet  es  insbesondere
"  als  seine  Aufgabe,  dem  Leben  und  Treiben  der  Deutschen  im
Auslancde  die  liebevollste  Aufmerksamkeit  zuzuwenden.  Ex  wir

 

ragt  cin  vauchmndinunisch  rclriertir  z.  7  %iossrerauiienter
1#chos  s  «

 

Ilsthorjsscl
Den-wwwem-.-l-ccslcmelø»ebeten,scissexlelwsse
«b.1-1ilI.-m(llnn»J«II·s(-Il0k0l-(t·-.lll.l).II.inlIcklInSw«WillttslllI-1I«.29«

«  -
ben.lnmclmskllwt-(-lk-,,(-i-lu-itlinkolhoProbe-dummes-umsonststIstlIsoktokrolzu

 

        

i.1’ost-1nsl;sllssnnntl'

entgeren;  in
Inns  J.  II.  Schorer
kuontet  Das  Echoi
  Verrndung  unter

               

F  e  irband  Tamb  s  giek.

   

onnemen!  unfas--bon
.  kann  jederzeit  eingetreten  werden.  und  wird
In  das  Abonnement  -Das  Echo-  vom  Tuge  der  Bestellung  ab
egen  Einsendung  des  entlallenden  Betruges  auf  belichig  lange  Zeit  direkt,
vom

erlag  oder  durch  jede  Buchhandlung  gelielert.

 
 

1
inlem  er.  den  franzosischen  Feld
alem  Kriegslager  an  das  Hierliner  I

 

5%  AKuse  runk  lestäligt  auch  der  nicht  minder  *lbv  gato  Afrikaraisende  Eugen  Wolf,
dur##h  ganz  Nad  nitmuchend,  in  seinem  Berichte  aus
egeblatt  schreib':  ·

   

Aus  dem  Echo“  ersche  ich  stets,  was  in  der  Welt  vorgeht.“
        <pb n="751" />
        —  645

Zur  Heilung  der  Malaria
(  Wecehael-  oder  Sunipfi  eber)

wird  hierdureh  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (vorn.  E.  Schering)  zu  Berlin

an#im  Iiensim

(Calzsaures  Phenocoll)
Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Prokessor

Albertoni,  Prolessor  Cervello,  Dr.  Cueco,  Dr.  Dall  Olio,  Pro-#essor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überraschende  Heilerfolge  bei  Mularia  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  offizielle  Einreihung  des  Medikaments  in  die  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostuntes  veranlasst.

as  salzsaure  Phenocoll  eignet  sich  lerner  nach  den  Feststellongen
Von  Prolessor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  sehnellen  und
sicheren  Hellung  des  Keuchhustens.  ·

an  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,
wegen  Litteralur  und  Gebrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:
Hamburg:  Gebruder  Oidenburg;
Barcelonn:  1.  Esplell;
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  KIII;
Noskun:  W.  Klrzwage  &amp;amp;  Co.;
New-  Tork:  lehn  &amp;amp;  Fink,  126  WIlllam  Street;
Paris:  Max  Frèes,  31  rue  des  petites  Ecurles;
lo  de  Junelro:  Magalhäes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoefer  &amp;amp;  Co.

Gustay  F.  A.  Oubl  &amp;amp;  Mess,

Hamburg.

Lager  von  Konserven,
Delikatessen,
Schiffsproviant,  Weinen,

ikören  ete.  «
siikapoI-t-,Paktorci-,Mm-ino-(4s)



 

 

 

 

und  Armee-Bedars.  (120)
Spezialität=Export-Packungen


haltbarer  Nahrungsmittel  jeder  Art,
auch  Kaviar  etc.  ür  Tropen-Klima.

Möller  &amp;amp;  Co.,

Hagen  in  Westfalen  (Deutschland,),
Fabrikation  und  Export

ELIXIIL

Illustr.  Kataloge  in  deutscher,  franzbsischer,  englischer
und  spanischer  Sprache.  (116)

 

 

 

 

 

 

Auftrüge  durch  europlische  Handelsbluser  erbeten.
Spezialität:  Lieferung  für  die  Kolonien.

 

 

 

 

 

 

21  ·

apitalisten
u.  Industriellen

bietct  sich  Gelegenheit
  zur

.Betheiligung  an  einem  Unternehmen,
  welches  eine  gewinn-,
bringende  Förderung  deutscher
Interessen  im  deutsch  -  ostalrikanischen
  Seengebiete  bezweckt.
  (iun,
Prospekt  zur  Verfügung  auf
get.  Anfrage  unter  „Nyassn“
un  die  Exped.  d.  Bl.

M.  A.Franckkacht.

Inhaber:  Emifl  G.  Meletta,
Hamburg.
Export  von

ILXX
N#nlenprodreter.

Eingetrag.  Schutzmarke:  „Famn“.

Lindner  &amp;amp;  Ofteerdinger,

Frankfüurt  a.  M.
emplehlen  ihre  leichten,  reinwolle--nen,
  elastischen,  nicht  eingehenden
cerẽmefurbenen  (ne)

Cröpe-Flamnelle  u.  Unterkie

Aerstlich  empfohlen.  Vorzüglich  für
die  Tropen.  Auch  Detail-Verkauf.
Muster  u.  illustr.  Preisliste  franco.

Teplitzer  Stactquelle.

mehr  als  1100  Jahren  bekannte,

 

 

 

 

 

Histe  Hllancelle  Böhmens.
natlrliche  Kohlensädure
alkallsches  Mlneralwasser.

mit
        <pb n="752" />
        Schmiedecisorno  Ponster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (1)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

 

Tutti  Frutti,
Preisgekrönte  Fabrik  kandirter  Früchte
und  Frlichte  in  Likbr  und  Sirop,
lür  den  Export  gearbeitct,
Hesselmann  &amp;amp;  Co.),
San  Martino  d’Albaro,  Genua.

Fabrikmaorke  deponirt.  (C(o)

Laer  v.  enmetterliuge.

Zwecks  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Käsern  suche  mit  Lammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

Paul  Kümmerer,

Berlin  SW.,  Kochstrasse  68.

 

 

44444AAAAAAAA  A

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
n  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW:.

 

Die  deutsche

Kolonial-Gesetzgebung.

Sammlung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und  internationalen

  Vereinbarungen

mit  Anmerkungen  und  Sachregister.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben

von

Riebow,
Gerichtsassessor.
1893.  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Mk.  16.
Demnchst  erscheint:
Nachtrag  zu  obigem  Werke.
Enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit
für  die  Schutze  ebiete  ergangenen  Vernungen?
  rc.

Anweisung

regelmäßigen  Krzilichen  Rapportund
  Berichterstattung
über  die

Kaiserliche  Schutztruppe  in  Deulsch-Okafriks.
Preis  80  Pf.

VVVVVV  VVVVV  V*

 

 
      
      
       
       
        
       

Feldbahnen

für  koloniale  Zwecke.
Die  Arthur  Koppel'schen

Gleisanlagen

haben  sich  sowohl  in  der
deutschen  Landwirthschaft
wie  bei  der  Bewirthschaftung
  von  Zucker-  u.  Kaffee.
plantugen  und  zum  Gebrauch

ultur  noch  unersehlbssenen
  Distrikten  vortreftlich

  bewährt.

Arthur  Loppe,  G
Dorotheensir.  32  Dorotheenstr.  BenLI!  7,  -  -  1..

 

 

 

 

 

.

F.  H.  SHmiDr
BAUTNTERTNEETETKER.
I

l

Hot.za24nsi:1skUNc-s-Funnc
EIsENcoNsTRUcTtoNs-UNDBRchUNnAUANsTALT.
spEOxALxTÄT-AUSFUHRUNGvoxExtsonT-BAUTEN

Al.1«SllAl7-T.
HAMBURG

PAULSTRASSE  21.
Fornsprecher  Amt  I,  Xo.  4103.

TELEGRAMM-ADRESSE:

ALTONA
Ramwzo
Fernsprecher  No.  2.

 

 

 

  
  
     
          
     

   

 
 

RAINSCHMIDT,  ALTONA.  (es)
leer  Sranchen  und  länder
liefert  unter  Garantie:
*  Herm.  Serbe
#  Adressen  Veriagsanstalt
#  aurnnen  1864  0ü  Lei  2i
E  über  stets  vorrãt  ben  —  6.000,000  Klebe-Adressen
n  z  5  sa  bezichen  ed.  jede  Bachhandlung:
Lonnreichen:  *  4  v  Nachahmungen!  en

 

 

 

Sökeland-Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  G

Unerreichte  Haltbarkeit  ein  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  1½2  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwurzbrote
  ausgestellt,  w  elche“  elne  Reise  um  die  Erde  zurlickgelegt  hautten.
Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Exportauftrige  erbitten  an  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  I##b####hfür
das  Inland  E.  Söreland  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NI.,  oder  M’and#sber.
        <pb n="753" />
        —  647  —

Hosffmann,  Heffter  &amp;amp;  Co.,

 

Wein-  Spezialität:  Pasteurisirte  Weine.

ein  Exp  ort.  Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,
Lager  in  Hamburg:  bekunnter  pasteurlsirter  Rothweln  in  Exportklisten.

bei  Th.  Donner  &amp;amp;  Callenberg,  Gr.  Reichen-Str.  32.  Schutzmarke  No.  2203.  (3)

 

*  .-  7«,’..  ,-..
W-—.«--s):(-«ssps——
.f—,-»..X  ,..  ,  5
*  M  2  -  -  3

—  -.
-X
Es

lsoatktsT0tsLMoxc2-"E«-M



Cänseleber-Pasteten-Fabrik


von
Aug,.  Michel
Hoflleferunt
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den

Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (10)
Allelnlge  Agenten  für  den  Export:

 

   

    

  

*

K.  K.  Oesterr.-Ungar.  Hoffleferanten.  .
Fabrik  schwer  versilberter  und  vergoldeter  r

idie.e

Tatfelgeräthe  —  Kunstgegenstäünde.

2

Christofle-Bestecke  ,

12TukellösselM.26.40I12  Dessertgabeln  M.  24.  —

12  Talelgabeln  „,  26.40  12  Dessertmesser  „  24.—8
12  Talelmesser  „  28.80  12  Theelöllel  "  13.600ES

Besteckkästen  und  Etuis
in  reichster  Auswahl  vorräthig.

aAusführliche  Preisliste  kostenlos.—=-.

  Fabrik-Niederlage:  Berlin  W.,
#Frlledrichstr.  76  (Ecke  Französischestrasse).

   
    

(us)

 

    

 

     
   

  

 

 

 
 
    
 
  

————  —  ]D.  8  Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.
.  #  —  -—  —  —  «  -g
.  fffffffffffffffffffff
«zdjt:u-«u«.-s-»g«-’Z«'.z1-:-;«"s"'«-1s«s·1«z--s·  Z
YIY  *  “5  KK3x
Höchste  Auszelchhung  «-c-.-.-«ssss.
  Musikinstrumento
HKöchste  Auszeichn.  (Olplöme
'lsionneur)  Antwerpen  1894.
Fabrik
Lochmann'scher  „
Musikwerkte
Aktiengesellschaft  *
Leipzig-Gohlis.  *
Ausschlicesslicho  Fabrikantin  der  *nm  .  krr.
Sx  bheniens  7  für.  orchester,  Schule  und  Maus.
ssrseden  P  nmul.  Ueinr.  Zimmermann,
Die  Fabrik  iet  in  ihror.  Art  die  33—  abrik  u.  Export  von  Musikinstiumenton,

 
 
 
  

iteste  und  Krösste  der  Wel.  t  Leipzig,  St.  Petersburg,  Moskau.

5
frichert###n#  S  Neuo  Illustrlrie  Prelsllate  gratls.  (58)

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

FPHoblteferank  Sr.  Majesedt  des  Kaisers,  —  *ê½21½  n
oflerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemtsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centraletelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  leert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12.—  franeo  aller  deutschen
alrikanlschen  Kolonlen  gut  verpackt  1  —  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illstrirte  Kataloge  gratis.  79.

 
 

 

 

 

3383

r#  .
«Is-OOOL

»Ur-Gusse
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'«-  .x(.s-sIB:L-IMIKDE  "
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Eupfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländisehen  litteratar.

Verlag  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin  SW.,  Wilhelmstrasse  29.
———SReich  Illustriertes  Mationales  Prachtwerkt  ummt:
Deutschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre  1896.
Amtlicher  Bericht  über  die  erste  Deutsche  Kolonial-Ausstellung.

Herausgegeben  von  dem
Arbeits-Ausschuss  der  Deutschen  Kolonial-Ausstellung.

Graf  r.  Seleinits.

C.  v.  Heck.

1.  Imberg

Redaktion:  Guestav  Holineeke.  —  Mitarbeoitor:  Dr.  R.  Buttner,  Prof.  Dr.
v.  bunckheinan,  Dr.  C.  Dove,  Dr.  med.  W.  Gronauer,  Dr.  Gürke,  A.  Janssen,

Dr.  R.  K

iepert,  H.  Linkens,  Prof.  Dr.  v.  Luschan,  Paul  Matschie,  A.  Merensky,

Frl.  f  Clarn  Müseler,  Eugen  Meisser,  Dr.  Stromer  v.  Reichenbach,  Prof.  Dr.

.  Wohltmann,  Konsul  Dr.  Zimmermann.

Zelchnungen:  Rudolf  Hellgrewe.  —  Elnband:  Otto  Eckmann.

368  Seiten

r.  40  mit  einem  Kupferdruck,  185  Illustrationen  im  Text,

darunter  7  Fenrahtiterie  6  Karten,  40  Tafeln  in  Lichtdruck  und  Plan
der  Ausstellung.

Preis  in  Orlginal-Prachtband  Mk.  12,.—

;  geheftet  Mk.  10.—

Nenl  Heinrich  Barch,  der  Bahn--brecher
  der  deutschen  Alrikaforscher.

-in  Lebens-  u.  Charukterbild,  grösstentheils
  nach  ungedruckten  Gaellen
entworsen  von  Gustav  von  Schubert,
Kgl.  Sächs.  Gen.-Lt.  z.  D.  Ein  hundl.
Oetavband  m.  4  Portraits  u.  mehregBren
  Fucsimilés  von  Briefen  Alex.
v.  Humboldts,  K.  Ritters,  v.  Bunsens,
Barths.  Preis  geh.  ¾3,  eleg.  geb.  c4.

Neiel  Der  Killmandscharo.
Darstellung  d.  allgemein.  Ergebnisse
eines  fünfzehnmonati  ruh  enthalts
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an  der  Unierzitab  Berlin.  Ein  Band
gr.  80  mit  11  Vollbild.,  28  Textbild.

naund  1  Karte.  Preis  eleg  geb.  Wi

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4Af  31.  Oktober:  P.D.  „HJennnette  Woermann“,  Capt.  Brinkert,
nach  Tenerifle,  Las  Palmas,  Senégal,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Am  10.  November:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po  und  den  Haten  der  Südwestküste
Afrikas  bis  Loango.
Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  November  und  lerner  am  25.  jedes
Zweiten  Nonats.
4tle  Gürer  muüssen  cm  Tage  vor  dem  4Abgangsdattem  bis  12  Uhr  mittags  Engssefte  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

 

 

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unter  Vertrag  mlt  dem  Deutschen  Reiche
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Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Nenpel  anlaufend.

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  etatt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
—.—  —  –.  —  —
R.  P.  D.  „REITCHSTAG,  Capt.  Weiskan  27.  Oktober,  November,
E.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asttausen  17.  November,  1.  Dezember,
R.  P.  D.  „KOENIG“,  Capt.  Doher  S.  Dezember,  22.  Dezember,
R.  P.  D.  „CENERAI“,  Capt.  Gaumen  29.  Dezember,  12.  Januar  1898

nach  Tanga,  Dar-es-Saldm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waanaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  gYuten  Honntng
direkt  nach  Dirban,  Delagoc-Baid,  Mej#ngpa  und  Nosst  B6.

Jächste  Expedition:  R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  am  21.  November  1897.—
Die  Dampfer  haben  vorzupliche  Einztche##sengen  #Fussaotere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostalrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (#0)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

 

Verantkwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.
Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchbhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Miltler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  25.  Oktober  16897  um  6  Uhr  nachmittags.

Hierzu  eine  Beilage.
        <pb n="757" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  VIII.  Jahrgang.
Berlin,  den  25.  Oktober  1897.

Das  7

deutsch-französische  Abkommen  über  die  Abgrenzung  von  Cogo.

(Mit  einer  Karte  in  Steindruck.)

 

Das  deutsch-französische  Abkommen  über  die  Abgrenzung  von  Togo  lautet:

Nachdem  die  Regierung  Seiner  Mojestät  des
Deutschen  Kaisers  und  die  Regierung  der  Französischen
  Republik  im  Sinne  eines  gegenseitigen
guten  Einvernehmens  beschlossen  haben,  das  von  ihren
beiderseitigen  Delegirten  über  die  Abgrenzung  der
deutschen  Besitzungen  in  Togo  und  der  französischen
Besitzungen  in  Dahomey  und  im  Sudan  vorbereitete
Abkommen  in  Kraft  und  Wirksamkeit  zu  setzen,  haben
die  hierzu  gehörig  ermächtigten  Unterzeichneten,  nämlich:

Seine  Excellenz  der  Botschafter  Seiner  Majestät
des  Deutschen  Kaisers,  Königs  von  Preußen,  bei
dem  Präsidenten  der  Französischen  Republik,  Graf
zu  Münster,  und

Seine  Excellenz  der  Minister  der  Auswärtigen
Angelegenheiten  der  Französischen  Republik,  Herr
Gabriel  Hanotaux,

das  am  9.  d.  Mts.  in  Paris  aufgenommene
Protokoll  (nebst  seiner  Anlage),  dessen  Wortlaut  hier
folgt,  bestätigt:

protoekoll.
Die  Unterzeichneten:

Felix  v.  Müller,  Legationsrath  und  Erster
Sekretär  der  deutschen  Botschaft  zu  Paris;

Dr.  Alfred  Zimmermann,  Keiserlicher  Konsul,
ständiger  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts;

Ernst  Vohsen,  Konful  a.  D.;

René  Lecomte,  Voncchefisserett-  erster  Klasse,
Sous-Directeur  achoint  à  la  Direction  des
Affaires  Politigues  du  Ministre  des  Affaires
Etrangeres;

Louis  Gustave  Binger,  Gouverneur  des
Colonies,  chargé  de  la  Birection  des  Aftaires
d’Afrique  au  Ministöre  des  Colonies;

Beauftragt  von  der  Kaiserlich  deutschen  Regierung
und  der  Regierung  der  Französischen  Republik,  einen
Entwurf  vorzubereiten  für  die  endgültige  Abgrenzung

 

Le  Gouvernement  de  Sa  Mojesté  IEmpereur
TaAllemagne  et  le  Gouvernement  de  la  République
Frangaise,  ayant  résolu,  dans  un  esprit  de  bonne
entente  mutuelle,  de  donner  force  et  vigueur  à
Taccord  pröparé  par  leurs  délégués  respectifs  pour
la  délimitation  des  possessions  allemandes  du  Togo
et  des  Possessions  frangaises  du  Dahomey  et  du
Soudan,  les  soussignés:

Son  Excellence  M.  le  Comte  de  Münster,
Ambassadeur  de  Sa  Majesté  PEmpereur  D’Allemagne,
  Roi  de  Prusse,  près  le  Président  de  la
République  Frangçaise;

Son  Excellence  M.  Gabriel  Hanotaux,  Ministre
  des  Affaires  Etrangeres  de  la  République
Française;

düment  autorisés  à  cet  effet,  confrment  le
Protocole  avec  son  annexe  dressé  à  Paris,  le  9  de
ce  mois,  et  dont  la  teneur  suit:

Protocole.
Les  soussignés:

Félix  de  Müller,  Conseiller  de  Légation  et
prewier  Secrétaire  de  PAmbassade  d’Allemagne
à  Paris;

Docteur  Alfred  Zimmermann,  Consul  ImpPérial,
  chargé  des  Affaires  du  Togo  à  la  Section
Coloniale  du  Ministere  des  Affaires  Etrangdres;

Ernst  Vohsen,  Consul  Imperial  en  retreite;

Rend  Lecomte,  Secrétaire  d'Ambassade  de
pPremibère  classe,  Sous-Directeur  adjoint  à  la  Direction
  des  Afaires  Politiques  du  Ministdère  des  Affaires
Etrangdeères;  6

Louis  Gustave  Binger,  Gouverneur  des
Colonies,  chargé  de  la  Direction  des  Affaires
d'Afrique  au  Ministire  des  Colonies;

Délégués  par  le  Gouvernement  de  ’Empire  Allemand
  et  par  le  Gouvernement  de  la  République
Frangaise  à  TPeffet  de  préparer  un  projet  de  ddli-
        <pb n="758" />
        der  deutschen  Besitzungen  in  Togo  und  der  französischen
  Besitzungen  in  Dahomey  und  im  Sudan,
haben  nachfolgendes  Abkommen  vereinbart,  das  sie
ihren  Regierungen  zur  Genehmigung  vorzulegen  beschlossen
  haben:

Artikel  1.

Die  Grenze  läuft  vom  Schnittpunkt  der  Küste
mit  dem  Meridian  der  Insel  Bayol,  diesen  Meridian
entlang  bis  zum  Südufer  der  Lagune,  welchem  sie
bis  zu  einem  Punkte  etwa  100  m  östlich  von  der
Ostspitze  der  Insel  Bayol  folgt.  Sie  geht  von  da
gerade  nach  Norden  bis  zur  Mitte  der  Lagune,  folgt
dann  der  Mittellinie  der  Lagune  bis  zu  ihrem  Zusammentreffen
  mit  dem  Thalweg  des  Mono  und
nsen  Thalweg  selbst  bis  zum  7.  Grad  nördlicher

reite.

Vom  Schniltpunkt  des  Mono-Thalwegs  mit  dem
7.  Grad  nördlicher  Breite  verläuft  die  Grenze  auf
diesem  Breitengrade  bis  zu  seinem  Schnittpunkte  mit
dem  Meridian  der  Jusel  Bayol,  welcher  weiterhin
die  Grenze  bildet  bis  zu  seinem  Zusammentreffen
mit  demjenigen  Breitengrad,  welcher  durch  die  Mitte
der  Luftlinie  zwischen  Bassila  und  Penesoulou  gehend
gedacht  wird.  Von  diesem  Punkt  verläuft  die  Grenze
nach  dem  Flusse  Kara  und  zwar  längs  einer  Linie,
welche  gleich  weit  von  dem  Wege  von  Bassila  nach
Bafilo  über  Kirlkri  einerseits  und  von  Penesoulon
nach  Semere  über  Aledjo  andererseits,  sowie  von  den
Wegen  von  Sudu  nach  Semere  und  von  Aledjo  nach
Semere  entfernt  ist,  so  daß  sie  in  der  Mitte  zwischen
Daboni  und  Aledio  sowie  in  der  Mitte  zwischen
Sudu  und  Aledjo  sich  hinzieht.  Vom  Schnittpunkt
mit  dem  Kara  folgt  sie  dessen  Thalweg  flußabwärts
auf  eine  Länge  von  5  km  und  führt  dann  in  meridionaler
  Richtung  nach  Norden  bis  zum  10.  Grad
nördl.  Breite;  Semere  soll  dabel  Frankreich  verbleiben.

Vom  10.  Grad  nördlicher  Breite  läuft  dann  die
Grenze  in  gerader  Richtung  auf  einen  Punkt  des
Weges  Dje-Gandou  zu,  welcher  sich  in  gleich  weiter
Entfernung  von  beiden  genannten  Orten  befindet,  so
daß  Die  Frankreich,  Gandou  Deutschland  verbleibt.
Von  hier  bildet  die  Grenze  bis  zum  11.  Grad  nördlicher
  Breite  eine  Linie,  welche  in  einem  Abstand  von
30  km  parallel  zu  dem  Wege  Sansanne-Mango-Pama
  sich  hinzleht.  Der  11.  Grad  nördlicher  Breite
bildet  sodann  die  Grenze  bis  zu  seinem  Schnittpunkt
mit  der  weißen  Volta,  auf  alle  Fälle  Pougno  Frankreich,
  Koun-Diari  Deutschland  lassend.  Sodann
bildet  der  Thalweg  der  weißen  Volta  die  Grenze  bis
zum  10.  Grad  nördlicher  Breite,  welchem  sie  weiterhin
bis  zum  Schnittpunkt  dieses  parallel  mit  dem  Meridian
  3°  527  westlich  Paris  (1°  827  westlich  Greenwich)
  folgt.

tikel  2.

Die  französische  Regierung  behält  für  ihre  Truppen
und  ihr  Kriegsmaterial  das  Recht  freien  Durchzugs
auf  der  Straße  Kuande  bis  zum  rechten  Volta-Ufer
über  Sansanne-Mango  und  Gambaga,  sowie  auf

 

mitation  définitive  entre  les  possessions  allemandes
du  Togo  et  les  possessions  françaises  du  Dahomey
et  du  Soudan,  sont  convenus  des  dispositions  suivantes
  dwils  ont  résolu  de  soumettre  A  Pagrément
de  leurs  Gouvernements  respectifo:

Article  Ler-La

  frontière  partira  de  Tintersection  de  la  cöte
avec  le  méridien  de  P’ile  Bayol,  se  confondra  avec
ce  méridien  jusqu’fad  la  rive  Sud  de  la  lagune  qu’elle
suivra  jusqufa  une  distance  de  100  mètres  environ
au  deln  de  la  pointe  Est  de  Tile  Bayol,  remontera
ensuite  directement  au  Nord  jusqu’'à  mi-distance
de  la  rive  Sud  et  de  la  rive  Nord  de  la  lagune;
Puis  suivra  les  sinuosités  de  la  lagune  à  é6gale
diestance  des  deux  rives  jusqu'au  thalweg  du  Mono
qdu’elle  suivra  jusdu’au  75e  degré  de  latitude  Nord.

De  Tintersection  du  thalweg  du  Mono  avec  le
7½degré  de  latitude  Nord,  la  frontière  rejoindra
par  ce  parallèle  Ie  méridien  de  Tile  Bayol  qui
servira  de  limite  jusqu’'à  son  intersection  avec  le
Parallsie  passant  à  é6gale  distance  de  Bassila  et  de
Penesoulou.  De  ce  point,  elle  gagnera  la  rivière
Kara  suivant  une  ligne  éduidistante  des  chemins
de  Bassila  àA  Bafllo  par  Kirikri  et  de  Penesoulou
à  Séméré  par  Aledjo,  et  ensuite  des  chemins  de
Sudu  à  Séméré  et  d’Aledjo  à  Séméré,  de  manieère
à  passer  à  6gale  distance  de  Daboni  et  d’Aledjo
ainsi  que  de  Sudu  et  d’Aledso.  Elle  descendra
ensuite  le  thalweg  de  la  rivière  Kara  sur  une
longueur  de  eind  kilometres  et  de  ce  point  remontera
  en  ligne  droite  vers  le  Nord  jusqufan  10
degré  de  latitude  Nord,  Séméré  devant  dans  tous
les  cas  rester  à  la  France.

De  1,  la  frontière  se  dirigera  directement  sur
un  point  situé  à  6gale  distance  entre  Djé  et  Gandou,
  laissant  Djé  à  la  France  et  Gandou  à  PAllemagne
  et  gagnera  le  113ue  degré  de  latitude  Nord
en  suivant  une  ligne  parallele  à  la  route  de  Sansanné-Mango
  à  Pama  et  distante  de  celle-i  de
trente  kilomeètres.  Elle  se  prolongera  ensuite  vers
I’Ouest  sur  le  115#e  degré  de  latitude  Nord  jusqu'a
la  Volta  blanche  de  manière  àA  laisser  en  tout  cas
Pougno  à  la  France  et  Koun-Djari  à  PAllemagne;
Puis  elle  rejoindre  par  le  thalweg  de  cette  rivière
le  105½e  degré  de  latitude  Nord  qu’felle  suivra
jusqu'à  son  intersection  avec  le  méridien  3°  527
Ouest  de  Peris  (1°  32“  Quest  de  Greenwich).

Article  2.

Le  Gouvernement  Français  conservera  pour  ses
troupes  et  son  mateériel  de  guerre  le  libre  passage
Par  la  route  de  Kouandé  à  la  rive  droite  de  la
Volta  par  Sansanné-Mango  et  Gambaga  ainsi  que
        <pb n="759" />
        —  3  —

der  Straße  Kuande-Pama  über  Sansanne-Mango,de  Kouandé  à  Pama  par  Sansanné-Mango,  pour
für  die  Dauer  von  vier  Jahren,  gerechnet  vom  Tage  une  durée  de  quatre  années  à  partir  de  la  ratider

  Ratifikation  dieser  Vereinbarung.  fication  du  présent  arrangement.
Artikel  3.  Article  3.
Die  hier  vereinbarte  Grenze  ist  auf  der  bei-  La  frontière  déeterminée  par  le  présent  arrangefügten
  Karte  eingezeichnet.  gement  est  inscrite  sur  la  carte  ci-annexée.
Artikel  4.  Article  4.
Die  beiden  Regierungen  werden  Kommissare  be-  Les  deux  Gouvernements  désigneront  des  comauftragen,

  an  Ort  und  Stelle  die  Grenzlinie  zwischen-missaires  dui  seront  chargés  de  tracer  sur  les
den  deutschen  und  französischen  Besitzungen  in  Ge=  lieux  la  ligne  de  démarcation  entre  les  possessions
mäßheit  und  im  Geiste  der  vorstehenden  allgemeinen  allemandes  et  françaises  en  conformité  et  suivant
Grundsätze  festzulegen.  Tesprit  des  dispositions  gnérales  dui  précèdent.

Artikel  5.  -  Article  5.

Zu  Urkund  dessen  haben  die  Delegirten  das  vor-  En  foi  de  qduci,  les  delégués  ont  dressé  le
liegende  Protokoll  errichtet  und  mit  ihren  Untker-  présent  protocole  et  y  ont  apposé  leurs  signatures.
schriften  versehen.  ,

Geschehen  zu  Paris  in  doppelter  Ausfertigung  Fait  à  Paris,  en  double  expédition,
am  9.  Juli  1897.  le  9  Juillet  1897.

 

Die  deutschen  Delegirten:  Les  délégués  allemands:
Signé:  F.  von  Müller.
„  A.  Zimmermann.
„  Ernst  Vohsen.
Die  französischen  Delegirten:  Les  délégués  frangais:
Sigeé:  Rend  Lecomte.
„  6.  Binger.

Das  gegenwärtige  Abkommen  wird  ratifizirt,  und  La  présente  convention  sera  ratifice  et  les
die  Ratifikations-Urkunden  werden  in  Paris  inner-  ratilccations  en  seront  Schangées  à  Paris  dans  le
halb  einer  Frist  von  längstens  sechs  Monaten  aus-  délai  de  six  wois  ou  plus  töt  si  faire  se  peut.
getauscht  werden.

Geschehen  zu  Paris,  den  23.  Juli  1897,  in  Fait  à  Paris,  le  23  Juillet  1897,  en  donble
doppelter  Ausfertigung.  exemplaire.
(L.  S.)  (gez)  Münster.
(L.  S.)  G.  Hanotaux.
        <pb n="760" />
        <pb n="761" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolenial-Ablheilung  des  Auswãrligen  Amls.

 

 

 

VIII.  Jahrgang.  Lerlin,  15.  Movember  1897.  Uummer  22.
Diese  Zeilschrift  cricheint  in  der  Meas  am  1.  und  15.  -  Monaue.  Derselben  werden  als  VBeiheste  beigefüg  die  Mindestens  .  virttelibrtin
Golehrten  aus  den  dautschen  Selutzgebieten  %"rausgegeben  vo
rl  Der  nt  ererreroren  m  t  das  Kolonialblatt  i  den  l-  bertragt  beim  J-  durch  deer  Ver  und  die
67q0v  soheeen  öon.  3.—,  direl:  unter  Stweifband  durch  die  Verlagsbuchhandiung  Mi  3.50  fur  Demischland  und  Oeflerreich=  Ungarn,  Mi.  J.75  für
die  Länder-  Piellweschrent  —  G  isenann  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hottruchhandlung  von  GErust  Siegfried  Mittler
8  ohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraue  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  heitungs  Preisliste  fur  1897  unter  Nr.  10  977.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika,  brtresfend
eine  Stempelabgabe  für  Lösung  von  Erlaubnißscheinen  zum  Ankauf  und  zur  Einfuhr  geistiger  Getränke  S.  651
ersenalen  S.  652

tan  mtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  652.  —  Deutsch-  Ostafrika:  Uhehe  S.  653.  Sultan

’2e  von  Uganda  S.  658.  —  Versuche  zur  Verbesserung  der  Verkehrsverhältnisse  in  Deutsch-O  stafrika  S.  659.  —
Nissionstatton.  Kiboscho  S.  659.  —  Wisevichaftiche  Sammlungen  S.  659.  —  Togo:  Wissenschaftliche  Sammlungen
S.  650.  —  Deutsch-  Südwestafrika:  Die  sanitären  Maßnahmen  gegen  die  Ninderpest  S.  660.  —  Uebersicht  der
im  Bezirk  Keetmanshoop  ansässigen  Deutschen  und  Fremden  S.  663.  etio  Neu-  Guinea:  zur  Ermordung

 

 

des  Forschungsreisenden  Ehlers  S.  663.  —  Zur  (  g  des  Land  Hagen  S.  664.  Aus
dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei=  Bewegung  S  665.  —  us  fremden  Kolonien:
Einführung  einer  Gerichtsverfassung  in  Britisch=  Ostafrika  und  Sansibar  S.  668,.  —  Bericht  über  eine  Menterei
der  Polizeitruppe  in  Lagos  S.  669.—  Verordnungen  über  Besitznahme  herrenlosen  nndes  und  betresfend
Verhinderung  der  Kautschukfälschung  für  d  das  britischostafrikanische  Protektorat  S.  670.  —  Nerordnung,  betreffend
Anwerbung  und  Beschäftigung  von  Arbeitern  aus  den  britischen  Salomons=  Inseln  S.  670.  —  Handel  der  Fijikolonie
  in  Jahre  1896  S.  670.  —  Errichtung  eines  jranzösischen  Vizekonsutats  für  den  Kongostaat  S.  670.  —
ers  edene  AMittheilungen:  Das  Kolonial-:  wirthschaftliche  Komitee  S.  678.  —  Kamerun-Land-  und  6Plan
kagengeseüschnt  S  670.  —  Litteratur  S.  671.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  672.  —  C'##ffsbewegungen  S.  673

—  Verkehrs=  K  e  673.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

VPerordnungen  und  Witkheilungen  der  Behürden  in  deun  Schuhgebirten.

Verordnunng  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-SZüdwestafrika,
betreffend  eine  Stempelabgabe  für  Lösung  von  Erlaubnißscheinen  zum  Ankauf
und  zur  Einfuhr  geistiger  Getränke.

Auf  Grund  des  §  11  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhälmisse  der  deutschen  Schutzgebiete,
vom  15.  März  1888  (R.  G.  Bl.  S.  75),  wird  für  den  Umfang  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes
verordnet,  was  folgt:

1.
Wer  einen  Erlaubnißschein  zum  Ankauf  ee#  zur  Einfuhr  geistiger  Getränke  löst,  hat  bei  der
zuständigen  Behörde  eine  Stempelabgabe  zu  zahlen,  welche  beträgt  für
ein  oder  zwei  Flaschen  Altohol  50  Pf.,  mehr  als  zwei  Flaschen  Alkohol  1  Mark,
einc  Kiste  *  3  Mark.

Die  Bestimmung  über  die  Verwendung  5lss  der  Bezirkshauptmann  auf  Grund  der  ihm  von  den
Polizeibehörden  gemachten  Vorschläge  zu  treffen.
Windhoek,  den  8.  Januar  1896.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  (gez.)  Leutwein.
        <pb n="762" />
        652

Personalien.
Kaiserliche  Schucgtruppen.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1897.
Frhr.  v.  Eberstein,  Hauptmann  und  Kompagniechef,  auf  sein  Gesuch  der  Abschied  mit  der  gesetzlichen
Pension  und  mit  der  Erlaubniß  zum  Tragen  der  Uniform  des  Kaiser  Alexander  Garde-Grenadier-Regiments
  Nr.  1  bewilligt.

Dr.  Uhl,  Dr.  Bludau,  Assistenzärzte  2.  Klasse,  zu  Assistenzärzten  1.  Klasse  mit  Patent  vom  30.  September
  d.  Is.  befördert.

A.  K.  O.  vom  23.  Oktober  1897.
Orthmann,  Sekondlieutenant  vom  Infanterie-Regiment  Nr.  99,  scheidet  mit  dem  2.  November  d.  Is.
aus  dem  Heere  aus  und  wird  mit  dem  3.  November  d.  Is.  als  Sekondlieutenant  mit  seinem
Patent  in  der  Schutztruppe  wiederangestellt.
Dr.  Gallus,  Dr.  Drewes,  Assistenzärzte  1.  Klasse,  zu  überzähligen  Stabsärzten  mit  Patent  vom
26.  Juni  d.  Is.  befördert.
Schutztruppe  für  Kamerun.
A.  K.  O.  vom  18.  Oktober  1897.
v.  Kamptz,  Hauptmann  à  la  suite  des  2.  Seebataillons  und  stellvertretender  Kommandeur  der  Schutzppe,

  aus  der  Marine-Infanterie  ausgeschieden  und  gleichzeitig  unter  Ernennung  zum  Kommandeur
der  Schutztruppe  als  Hauptmann  mit  seinem  Patent  in  dieser  wiederangestellt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Hauptmann
v.  Kamptz,  Kommandeur  der  Schutztruppe  für  Kamerun,  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des  ihm  verliehenen
Ritterkreuzes  des  Großherzoglich  Mecklenburgischen  Hausordens  der  Wendischen  Krone  zu  erthellen.

 

VVVWVVVVVWVWVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machriichten.
Deutsch-Ostafrlka.

Der  Oberrichter  Eschke  hat  behufs  Uebertritts
in  den  Konsulardienst  auf  seine  Stellung  bei  dem
Kaiserlichen  Gouvernement  verzichtet.

Bergassessor  Dr.  Dautz  und  Zollamtzassistent
Müller  sind  in  Dar-es-Saläm  Ende  September
eingetroffen.  #

Der  Architekt  Schiebeler  ist  zur  Uebernahme
der  Stelle  des  Bauleiters  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
  nach  Dar-es-Saläm  abgereist.

An  Stelle  des  nach  2½  jähriger  Dienstzeit  in
Dar-es-Saläm  nach  Deutschland  zurückkehrenden  Postsekretärs
  Bader  begiebt  sich  der  Postpraktikant  Stock
nach  dem  Schutzgebiete.

 

namerun.

Der  Finanzaspirant  Schubkegel  ist  nach  Kamerun
  abgereist.

 

Der  Lehrer  Sembritzki,  Hauptsteueramtsassistent
Wertz  und  Zollamtsassistent  Heiden  sind  Mitte
Septeniber  in  Kamerun  eingetroffen.

Der  Maschinist  1.  Klasse  Brandes  ist  in  Kamerun
  eingetroffen.

Togo.

Der  Techniker  Poetzsch  ist  Anfang  September
in  Lome  eingetroffen.  ·

südwestafpitc.  '

Der  Kalserliche  Landeshauptmann  Major  Leutwein
  ist  Anfang  November  mit  Urlaub  in  Deutschland
  eingetroffen.

Keu--Gninea.

Der  kommissarische  Landeshauptmann  Skopnik
ist  am  11.  September  in  Stephansort  eingetroffen.
        <pb n="763" />
        653

Bachrichten  aus  den  deuks'then  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deufsch-Pltafrika.
Ubebe.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  von  Deutsch-Ostafrika,
Generalmajor  Liebert,  hat  in  den  Monaten  Inni
bis  September  d.  Is.  eine  Expedition  in  das  Innere
ausgeführt  und  dabei  insbesondere  den  klimatischen
und  wirthschaftlichen  Verhältnissen  des  Uhehegebietes
seine  Aufmerksamkeit  gewidmet.  Der  Gouverneur
hat  die  Ansicht  gewonnen,  daß  sich  große  Theile
dieses  Gebietes  zu  einer  Ansiedelung  eignen  würden.
Die  Vorbedingung  würde  allerdings  sein,  daß  durch
Dampfer  auf  den  Flüssen  Rufidji  und  Ulanga  und
Herstellung  einer  etwa  100  km  langen  Fahrstraße
behufs  Umgehung  der  Schugulifälle  eine  ausreichende
Verbindung  mit  der  Küste  geschaffen  würde.

Hauptmann  Prince,  welchem  es  gelungen  ist,
den  Einfluß  des  unbotmäßigen  Sultans  Mkwawa  in
Uhehe  vollständig  zu  brechen,  hat  über  die  Verhältnisse
  des  Gebietes  einen  eingehenden  Bericht  erstattet,
dessen  Ausführungen  auch  der  Kaiserliche  Gouverneur
in  allen  Punkten  zustimmen  zu  können  glaubt.  Wir
entnehmen  dem  Bericht  das  Folgende:

Das  ausgedehnte  Gebiet  zwischen  den  Flüssen
Ulanga  und  Ruaha  einerseits,  dem  Ostrande  des
Nyassasees  und  annähernd  dem  37.  Grad  ösllicher
Länge  andererseits  war  bis  vor  wenigen  Monaten
ein  geschlossenes  Reich  unter  einem  absoluten  Selbstherrscher,
  dem  „Sultan  Mkwawa“.  Solange  es  ein
solches  blieb,  sind  unsere  Bestrebungen,  es  zu  unterwerfen,
  vergeblich  gewesen.  Der  erste  Versuch
scheiterte  gänzlich  und  war  eine  Niederlage  unserer
Schutztruppe,  deren  Wirkung  auf  die  Wahehe,  wie
überhaupt  auf  die  meisten  Stämme  von  Tabora  bis
zur  Rovuma  derart  war,  daß  sie  fast  an  allen
Punkten  der  Kolonie  gefährliche  Situationen  schuf
und  an  denselben  der  Truppe  drei  Jahre  lang  zu
schaffen  gab,  bevor  zum  zweiten  Zuge  1894  nach
Uhehe  übergegangen  werden  konnte.  Dieser  versetzte
den  Wahehe  zwar  einen  schweren  Schlag.  Es  wurde
indessen  schon  zwei  Jahre  später  ein  dritter  Zug
nothwendig,  der  mit  einer  besonderen  Schwierigkeit
zu  kämpfen  hatte,  indem  das  militärisch  gescheite
Volk,  durch  Schaden  klug  geworden,  jedes  entscheidende
  Zusammentreffen  vermied  und  vermöge
seiner  militärischen  Organisation  es  der  Truppe  unmöglich
  machte,  größere  Schläge  zu  führen,  so  daß
die  Unterwerfung  nur  langsam  herbeigeführt  werden
konnte.  Seitdem  ist  ein  Theil  des  Landes  wieder
aufsässig  geworden.  Trotzdem  ist  aber  jetzt  —  sechs
Jahre  nach  der  ersten  Aktion  und  nachdem  wir
hegen  die  Wahehe  mehr  deutsche  Offiziere  und  Unteroffiziere
  sowie  besonders  Soldaten  der  Truppe  verloren
  haben  als  gegen  alle  anderen  Stämme  zusammen
  —  eine  Station  im  Herzen  des  Landes

 

festbegründet,  der  Sultan  mit  dem  noch  verstockten
Theile  der  reinen  Wahehe  in  den  politisch  am
wenigsten  bedeutenden  Strich  des  Reiches  gedrängt,
in  einer  auf  die  Länge  unhaltbaren  Lage,  die  gefährliche
  staatliche  Organisation  ausgelöst,  /  des
ganzen  Landes  und  ½10  der  Bevölkerung  unserer
Herrschaft  unterworfen.

Kein  Stück  Deutsch-Ostafrikas  hat  so  lange  und
so  heftig  erkämpft  werden  müssen,  kein  Theil  der
Kolonie  hat  so  viel  Blut  gekostet.  Aber  gerade  dieses
Land  ist  der  großen  Opfer  besonders  würdig;  denn
ausgedehnt,  kühl  und  gesund,  fruchtbar  und  im  Bereiche
  unseres  einzigen  fahrbaren  Stromes,  ist  sein
Werth  gewährleistet,  und  die  nicht  große  Entfernung
von  der  Küste  cinerseits,  sowie  der  Anschluß  an  die
ihm  ähnlichen  Gebiete  am  Nyassa  Rikwa  und
Tanganhyika  andererseits  machen  es  zu  dem  Punkte,
an  welchem  mit  der  Verwerkhung  des  großen
Innern  der  Kolonie  zunächst  begonnen  werden  kann.

Das  in  seinen  Grenzen  genannte  Gebiet  läßt  sich
ungefähr  am  35.  Grade  östlicher  Länge  in  einen
westlichen  kleinen  Theil,  „Ubena“,  und  einen  weitaus
größeren  Theil  „Uhehe“  theilen.  Letzterer  bietet
uns  besondere  Vortheile  und  mag  bis  auf  Weiteres
allein  einer  Prüfung  unterzogen  werden.

Man  kann  in  Uhehe  fünf  verschiedene  Zonen
unterscheiden,  die  von  Nordost  nach  Südwest  einander
  parallel  laufen,  von  Süd  nach  Nord  nebenelnanderliegen,
  ziemlich  gleich  lang,  aber  verschieden
breit  sind  und  zusammnen  fast  den  ganzen  Landtheil
ausfüllen.  Diese  Zonen  haben  ihre  speziellen  verschiedenen
  Eigenschaften  und  sind  wohl  auch,  einzeln
genommen,  werthvoll,  ergänzen  sich  aber  gegenseitig
und  gewinnen  deshalb  erst  in  ihrer  Vereinigung  und
in  ihrer  wechselseitigen  Einwirkung  aufeinander  ihre
eigentliche  große  Bedeutung.

Die  erste  Zone  ist  die  der  tropischen  Tiefebene;
sie  liegt  auf  200  bis  300  m  absoluter  Höhe  zwischen
dem  linken  Ulangaufer  und  dem  Rande  des  Hochplateaus
  Uhehe  und  slellt  den  nördlichen  Theil  der
Flußniederung  des  Ulanga  dar.  Das  Land  ist  in
der  Hauptsache  sehr  flach  und  hauptsächlich  mit  dichtwucherndem,
  4  m  hohem  Grase  bedeckt;  Baumwuchs
nur  stellenweise,  vorherrschend  Dumpalmen  und
Akazien;  Waldbildung  lediglich  golerieartig  längs
der  Flußläufe.  Längs  des  Plateaufußes  steigt  das
Land  in  dichten  Vorbergen  an,  und  diese  sind  meist
mit  dichterem  Akazienwald  bestanden.  Zahlreiche
Bäche  und  Flüsse  ziehen  von  hier  in  den  Ulanga.
Der  von  West  nach  Ost  fließende  Ulanga  selbst  ist
fast  von  den  Quellen  an  bis  zu  den  Schugulifällen
für  flachgebaute  Dampfer  fahrbar.  Ihre  soeben  erwähnten
  vom  Plateaurande  kommenden  Zuflüsse  sind
meist  wasserreich  und  ziehen,  abgesehen  von  der  ersten
kurzen  Strecke  im  Rayon  der  Vorhügel,  durch  flache
        <pb n="764" />
        Ebene  und  fließen  deshalb  ziemlich  langsam.  Fastalle
  sind  als  Wasserstraßen  für  leichte  Boote  verwendbar;
  der  längste,  der  Kihansi,  ist  jedoch  auch  für
Dampfboote  fahrbar,  und  zwar  das  ganze  Jahr  über
und  bis  an  den  Fuß  des  Plateaus.  In  jeder
Jahreszeit  ist  der  Wasserreichthum  dieser  Zone  genügend.
  In  der  Regenzeit  treten  die  Wasserläufe
über  ihre  Ufer  und  bilden  einen  riesigen  knie=  bis
hüfttiefen  See,  welcher,  im  April  das  Maximum  erreichend,
  von  Januar  bis  Mai  vorhält  und  erst  im
August  völlig  ausgetrocknet  ist.  In  der  Ebene  selbst
fällt  außer  in  der  Regenzeit  nicht  mehr  Regen  als
durchschnittlich  sonstwo  in  Deutsch-Ostafrika;  in  den
Vorhügeln  scheint  es  dagegen  auch  außer  dieser  Zeit
zu  regnen.  Der  Boden  ist  fast  durchweg  schweres,
fettes  Schwemmland.  Die  Temperatur  ist  selbst  für
Afrika  bedeutend,  vielfach  brühend  heiß  und  schwül.
Das  Klima  ist  deshalb  feuchtheiß  zu  nennen.  Aus
diesen  drei  Faktoren:  des  Wassers,  der  Wärme  und
des  Bodens,  resultirt,  daß  die  ganze  Zone  für  tropische
Kulturen  enorm  fruchtbar,  aber  auch  sehr  malariareich
und  deshalb  für  den  Europäer  ungesund  ist.  Mtama,
Mais,  Zuckerrohr,  süße  Kartoffeln,  Bananen  und  ganz
besonders  Reis  gedeihen  wunderbar  und  liefern  üppige
Ernten.  Kleinvieh  gedeiht  wie  überall  in  Afrika;
Rindvieh  soll  sich  dagegen  nicht  gut  halten,  wofür
auch  das  fast  gänzliche  Fehlen  von  Herden  bei  den
Eingeborenen  zu  sprechen  scheint.  Die  Bevölkerung
ist  wegen  des  Klimas  schlaff,  infolge  des  fruchtbaren
Bodens  und  des  bequemen  Wasserverkehrs  träge;
jedoch  besitzen  speziell  die  Wambunga  mehr  Energie
und  auch  einen  gewissen  Erwerbssinn,  der  wohl  durch
die  langjährige  Berührung  mit  Küstenhändlern  erzeugt
  sein  mag.  Im  Uebrigen  sind  die  Leute  gutmüthig
  und  weich,  dem  Europäer  zugänglich  und  für
afrikanische  Verhältnisse  recht  zahlreich.

Nördlich  schließt  sich  hieran  die  „Gebirgszone“,
  welche  bis  auf  das  kleine  Stück  Kalinga  in
ihrer  ganzen  Ausdehnung  das  Utschungwegebirge
genannt  wird  und  den  Rand  des  Hochplateaus  Uhehe
darstellt.  Steil  ragt  sie  aus  der  Ulangaebene  empor,
zunächst  auf  ca.  1200  m  eine  scharfe  Kante  bildend
und  dann  in  ein  wirres  Chaos  von  Thälern,
Schluchten,  Kesseln,  Bergen,  Rücken  und  Kuppeln
weitersteigend,  deren  Thalsohlhöhe  wohl  zwischen
1600  und  1800  m  absolut  liegt,  während  die  Erhebungen
  noch  vielfach  um  200  bis  700  m  höher
ragen.  Der  Wasserreichthum  ist  sehr  groß,  ohne  wie
in  der  Tiefebenenzone  übermäßig  zu  werden.  Bäche
und  Flüßchen  fließen  klar  und  hell  vielfach  in  wiesigen
Gründen,  und  zwar  nicht  mit  den  sonst  in  Afrika
üblichen  steilen  und  hohen  Ufern,  sondern  wie  Mühlgräben
  —  voll  bis  an  den  Rand.  Die  Hänge  sind
ausnahmslos  bis  oben  hin  mit  feuchtem,  moosbehängtem,
  undurchdringlichem  Urbusch  bedeckt,  in
dem  vlelfach  stärkere  Waldbildung  und  die  Gummiliane
  vorkommt,  oder  sie  sind  unter  einer  dichten
Decke  von  üppigstwucherndem  Kräuterdickicht  oder
unter  weiten  über  mannshohen  Feldern  des  Adler- 



654

 

farns  verborgen.  Das  Gestein  scheint  Glimmerschiefer
  zu  sein.  Die  Temperatur  ist  durchaus  kühl,
abends,  nachts  und  morgens  fast  kalt;  das  Wasser
wird  selten  mehr  als  +  10  bis  +  15°  R.  zeigen.
Von  November  bis  Juni  herrscht  die  Regenzeit  vor,
und  in  diesen  Monaten  verschleiern  speziell  des  Vormittags
  häufige  dicke  Nebel  das  Land;  im  Uebrigen
regnet  es  hier  mehr  oder  minder  das  ganze  Jahr
über.  Das  Klima  ist  dementsprechend  vorherrschend
rauh,  feuchtkalt,  voraussichtlich  malariafrei  und  für
den  Europäer  gesund.  Der  Eindruck,  den  man  hier
klimatisch  wie  bezüglich  des  Pflanzenwuchses  gewinnt,
ist  durchaus  kein  tropischer.  Mtama  gedeiht  im
Allgemeinen  schlecht,  Mais  lieferl  zwar  genügende
Ernte,  bleibt  aber  niedrig  und  kümmerlich;  die  Eingeborenen
  halten  sich  deshalb  zumeist  an  Ulesi,
Erbsen,  Bohnen  und  Yams  gedeihen  dagegen  ganz
vorzüglich.  Die  Erfahrungen  in  den  den  hiesigen
verwandten  Nhassa=  und  Tanganyikabergen  lassen
mit  Sicherheit  darauf  schließen,  daß  alle  unsere
heimischen  Gemüse  und  besonders  die  Kartoffel  hier
vortrefflich  fortkommen  werden.  Kleinvieh  ist  stark
vertreten,  Großvieh  aber  soll  nicht  gut  gedeihen;
wahrscheinlich  aber  ist  nur  deshalb  verhältnißmäßig
wenig  Großvieh  vorhanden,  weil  eben  die  ganze
Zone  unter  Kraut,  Holz  und  Farn  steht.

Vielfach  findet  man  in  der  Nähe  der  Hütten  ein
kurzes  Gras  vor,  das  unserem  heimathlichen  Rasen
sehr  ähnelt.  Das  Klima  aller  Hochgebirge  der  Kolonie
ist  zu  rauh  für  den  minimal  bekleideten  Neger,  man
findet  daher  in  allen  nur  recht  spärliche  Bevölkerung.
Dementsprechend  ist  in  der  ganzen  vorliegenden  Zone
nur  an  einzelnen  Stellen  eine  nennenswerthe  Menge
von  Hütten  zu  finden,  die  weit  zerstreut  meist  auf
den  Spitzen  der  Erhebungen  stehen.  Die  Eingeborenen,
Wasungwa,  sind  wie  alle  Bergleute  hier  scheu,  beschränkt
  und  störrisch.

Demnächst  folgt  die  Zone  der  gewellten  Hochsavanne.
  Auf  durchschnittlich  1700  m  liegend,

rollt  das  Land  in  breiten,  fast  baumlosen,  durchweg

mit  ziemlich  kurzem  feinen  Grase  bestandenen  Wellen
dahin.  Die  Bewässerung  ist  reichlich;  in  allen
Bodensenkungen  und  zu  jeder  Jahreszeit  fließen  und
rieseln  die  zahlreichen  Bäche,  vielfach  auf  wiesigen
Gründen,  in  denen  Moor=  und  Torfbildung  häufig
vorzukommen  scheint.  Allenthalben  findet  man  kleine
Partien  dichten  hohen  Grases;  diese  sind  sehr  fruchtbar
  und  werden  von  den  Eingeborenen  bei  Neusiedelungen
  fast  ausschließlich  verwendet.  Sie  bezeichnen
  die  Stellen  einstiger  Kultur  und  scheinen  zu
beweisen,  daß  das  übrige  hier  und  da  etwas  steppenmäßig
  erscheinende  Land,  in  Bebauung  genommen,
alsbald  sehr  fruchtbar  wird.  In  der  Trockenzeit,
also  vom  Juni  bis  Okkober,  weht  ein  scharfer  Südostwind;
  die  Temperatur  ist  deshalb  in  dieser  Zeit
nachts,  vor=  und  nachmittags  recht  kühl,  ist  aber
in  den  Mittagsstunden  an  geschützten  Stellen  warm.
Vom  November  bis  Mai  herrscht  die  Regenzeit;  der
Wind  läßt  fast  ganz  nach;  im  Januar  bis  März
        <pb n="765" />
        giebt  es  speziell  vormittags  starke  Nebel;  die  Temperatur
  ist  wärmer  und  recht  gleichmäßig.  Der
Unterschied  zwischen  Trocken=  und  Regenzeit  ist  stark
ausgeprägt.  Das  Klima  ist  während  ersterer  trockenkalt,
  während  letzterer  fseuchtkühl  zu  nennen;  in  belden
Jahreszeiten  ist  es  voroussichtlich  fast  oder  ganz
sieberfrei,  für  den  Europäer  gesund  und  ganz  besonders
  kräftigend.  Kleinvieh  ist  fast  gar  nicht,  Großvieh
  dagegen  zahlreich  vorhanden  gewesen  und  gedeiht
hier  vortrefflich.  Der  Boden  ist  rother  Laterit  oder
grau  und  thonig,  allem  Anschein  nach  für  unsere
europäischen  Gemüse  2c.  geeignet.  Kalk  kommt
häufig  vor.  Die  Bevölkerung  ist  recht  spärlich,  ausschließlich
  in  Temben,  die  auf  den  Wellenrändern
und  weit  auseinander  liegen.  Die  Leute  sind  vielfach
  besonders  gut  gewachsen  und  kräftig,  aber  von
Charakter  rauh  und  hart  und  liefern  den  hartnäckigsten
  Theil  der  Wahehekrieger.

Der  Uebergang  von  der  Gebirgszone  zur  gewellten
  Savannenzone  ist  deutlich  gekennzeichnet;  die
Bodenunebenheiten  sind  geringer  als  in  ersterer  und
weisen  ein  besseres,  verzüglich  dichtes  kurzes  Gras
auf,  das  allenthalben  unterbrochen  wird  durch  Parzellen
  von  urwaldartigem  Dickicht  und  durch  Farnfelder.
  Regen  fällt  vielfach  auch  außer  der  Regenzelt.
  Der  Boden  ist  dunkel  und  locker.  Dieser
Zwischenstrich  würde  für  etwaige  Besiedelung  wohl
zunächst  in  Frage  kommen.

In  der  Savannenzone  kommen  noch  Partien  besonderer
  Fruchtbarkelt  mit  stärkerer  bezw.  starker
Waldbildung  vor,  deren  Erforschung  zur  Zeit  noch
zu  gering  ist  und  eine  eingehendere  Schilderung
noch  nicht  zuläßt.

Die  gesammte  Savannenzone  ist  infolge  des
Krieges  zur  Zeit  gänzlich  von  Eingeborenen  geräumt.

Die  vierte  Zone  stellt  sich  in  der  Hauptsache
als  schroff  gehügeltes  Hochland  dar  mit  breiten  auf
1300  bis  1500  m  Höhe  liegenden  Thälern,  die
von  steilen,  felsbesäten  Rücken  und  Gräten  von
100  bis  400  m  relativer  Höhe  umschlossen  sind.  Sie
sind  meist  von  bedeutenderen  Bächen  durchflossen,
unter  denen  der  windungsreiche  „kleine“  Ruaha  die
größte  Rolle  spielt.  Die  Vegetation  ist  im  Allgemeinen
  die  übliche  afrikanische:  vorwiegend  Akazle
und  Gras,  welch  letzteres  freilich  hier  nirgends  so
hoch  wird  wie  sonst.  Besonders  im  näheren  Bereiche
  der  Flußniederungen  machen  sich  zahlreiche
große  Dornakozienbäume  bemerkbar,  während  die
Flüsse  selbst  vielfach  mit  einer  sehr  mangoähnlichen
Baumart  umsäumt  sind.  In  der  westlichen  Hälfte
der  Zone  herrschen  weite  ebene  Flächen  vor,  die,  mit
kurzem  Grase  bestanden,  besonders  gute  Weiden  abgeben;
  diese  stehen  in  der  Regenzeit  in  ausgedehntem
Maße  unter  Wasser,  jedoch  ohne  nennenswerthe
Sumpfbildung.  Die  Abhänge  der  Bodenerhebungen
sind  vorwiegend  mit  Akazienarten  bedeckt;  die  Bäume
erreichen  durchschnittlich  geringe  Höhe  und  haben,
vielleicht  infolge  der  Winde,  schirmartig  abgeplattete

655

 

Kronen.  Stellenweise  kommt  auf  größeren  Flächen
der  Fruchtbaum  Mignu  vor,  der  unter  1000  m
nicht  angetroffen  zu  werden  scheint;  sein  Holz  ist
gut  und  hart,  der  Baum  selbst  aber  vielverzweigt
und  niedrig.

Der  Boden  in  den  Thälern  ist  meist  schwer  und
dunkel,  in  den  eigentlichen  Flußniederungen  sehr
fruchtbar.  Kalk  ist  überall  vorhanden.  Die  Temperatur
  wird  in  den  geschützten  Thälern  in  den
Mittagsstunden  heiß,  ist  im  Uebrigen  relativ  kühl,  an
den  offeneren  Orten,  und  zwar  speziell  in  den  windreichen
  trockenen  Monaten  vom  Juli  bis  Oktober
kalt  zu  nennen.  In  der  Regenzeit  läßt  der  Wind
sehr  nach,  die  Temperatur  nimmt  etwas  zu,  ist  aber
während  der  24  Stunden  recht  gleichmäßig.  Auf
der  Station  wurden  während  der  letzten  Regenzeit
mit  einiger  Regelmäßigkeit  —  14  bis  16·°  R.
morgens  und  abends  und  H  16  bis  21°  R.
mittags  gemessen.  Das  Klima  ist  als  gemäßigt  und
für  Europäer  gesund  und  stärkend  zu  bezeichnen.
Esrrscheint  wahrscheinlich,  daß  in  den  Flußnlederungen
Malaria  bis  zu  einem  gewissen  niedrigen  Grade
vorhanden  ist,  während  außerhalb  dieser  bestimmten
Stellen  man  hoffen  darf  von  der  Fiebergefahr  fast
frei  zu  sein.  Ziemlich  ausgedehnte  Versuche  haben
ergeben,  daß  Kartoffel,  Taboraweizen,  europäische
Gemüse  in  den  Thälern  bei  sehr  geringer  Pflege
in  der  Regenzeit  ausgezeichnet  gedelhen.  Klein=  und
Großvieh  ist  gut  vertreten;  beides  gedeiht  gleichmäßig
  gut.  Die  Bevölkerung  ist  im  Allgemeinen
gering,  nur  stellenweise  für  afrikanlsche  Verhältnisse
ziemlich  stark  und  stellt  einen  recht  guten  Menschenschlag
  dar,  der  aun  Intelligenz  den  meisten  Stämmen
Deutsch-Ostafrikas  überlegen  ist  und  in  militärischer
und  staatlicher  Hinsicht  über  alle  emporragt.

Die  fünfte  Zone  liegt  zwischen  dem  nördlichen
Abfall  des  Plateaus  und  dem  rechten  Ruahaufer
auf  1100  bis  900  m,  mag  als  die  Zone  der
tropischen  Hochebene  gelten  und  stellt  die  Flußniederung
  des  oberen  großen  Ruaha  oder  Mpangali
dar.  Die  Bewässerung  durch  fließende  Gewässer  ist
unbedeutend  und  der  Ruaha  selbst  ist  mit  seinem
mehrfach  felsigen  Bette  und  in  der  Trockenzeit  geringen
  Wasserstande  nicht  fahrbar.  Dagegen  ist  fast
überall  in  wenigen  Metern  Grundwasser  zu  finden.
Der  Boden  ist  zumeist  schwer  und  dunkel.  Kalk  ist
überall  zu  finden.  Charakteristisch  in  der  Vegetation
sind  die  großen  Dornakazlen=  und  Leberwurstbäume,
die  meistens  auf  nahes  Grundwasser  schließen  lassen,
und  in  den  trockensten  Flächen  die  ugegoähnlichen
trostlosen  Dorndickichte.  Die  Temperatur  ist  durchaus
  tropisch,  vorwiegend  feuchtwarm  und  in  den
trockenen  Monaten  trocken  heiß.  Malaria  liegt  durchaus
  vor,  stellenweise  vielleicht  in  stärkerem  Maße
als  sonstwo  üblich.  Negerprodukte,  Mtama,  Mais,
liefern  sehr  reiche  Ernten;  auch  Reis  wird  mit  viel
Erfolg  gepflanzt.  Großvieh  ist  wenig  vorhanden,
dagegen  früher  um  so  mehr  Ziegen.  Die  Bevölkerung
  ist  für  afrikanische  Verhältnisse  zahlreich,  viel
        <pb n="766" />
        weicher  als  die  Wahehe  und  demgemäß  für  Europäer
viel  zugänglicher.

Aus  dem  Geschilderten  geht  hervor,  daß  Zone  1
plantagenfähig  ist,  daß  aber  der  Hauptwerth  „Uhehes“
in  den  Zonen  2,  3  und  4  zu  suchen  ist.  Zu  einer
lohnenden  Farmenbesiedelung  sind  Fünferlei  erforderlich:


1.  Große  Ausdehnung  des  in  Frage  kommenden
Gebiets.
.  Fruchtbarkeit  für  europäische  Produkte.
Tanglichkeit  für  Viehzucht.
Malarlafreiheit  und  kräftiges  Klima.
Bequeme  und  billige  Transportmittel.

Zu  1:  Die  Ausdehnung  der  Zonen  2,  3  und  4
ist  kartographisch  annähernd  fixirt;  sie  stellen  eine
Fläche  von  etwa  10  000  qkm  dar  und  liefern  Raum
für  Tausende  von  Farmen.

Zu  2:  Die  genügende  Fruchtbarkeit  läßt  sich  mit
ziemlicher  Sicherheit  aus  der  Kulturnachweisung  der
Kaiserlichen  Station  Iringa  ableiten,  sowie  aus  den
Resultaten,  welche  die  Missionen  in  Uhehe  selbst  oder
in  Uhehe  nahe  verwandten  Gebieten  erzielt  haben,
nämlich  die  deutschkatholische  Mission  bei  Alt-Iringa,
die  zahlreichen  deutschevangelischen  Missionen  während
fünf  Jahren  in  den  Nyassabergen,  die  französischkatholische
  Mission  während  vieler  Jahre  in  den
Tanganyikabergen.  Aus  Allem  geht  hervor,  daß
Weizen,  Kartoffeln,  alle  Gemüsearten,  Küchenkräuter
u.  dergl.  in  der  Regenzeit  bei  sehr  geringer  Pflege
vortrefflich  gedelhen.

Zu  3:  Die  Tauglichkeit  für  Viehzucht  wird  durch
die  im  Verhältniß  zur  Einwohnerzahl  bedeutenden
Herden  vorzüglichen  Viehs  bewiesen.

Zu  4:  Die  Frage  der  sanitären  Verhältnisse  läßt
sich  naturgemäß  erst  nach  längerer  Zeit  mit  Sicherheit
  beantworten.

Als  Laie,  der  aber  eine  fast  achtjährige  Erfahrung
  besitzt,  welche  sich  auf  drei  Viertel  unserer
ganzen  Kolonle  und  speziell  ihres  Innern  erstreckt,
sei  mir  folgende  Darslellung  gestattet.

Ich  habe  auf  einer  Reihe  von  Stationen,  die  ich
selber  begründet  oder  an  deren  Gründung  ich  bethelligt
  gewesen  bin,  wahrgenommen,  daß  man  auf
neuen  Stationen  dazu  neigt,  anfänglich  in  gesundheitlicher
  Hinsicht  ein  günstiges  Urtheil  zu  fällen,
welches  dann  in  kurzer  Zeit  bedeutend  abgeschwächt
werden  muß.  Bei  Iringa  ist  dagegen  die  anfängliche
  Ansicht  in  dieser  Beziehung  eher  schlechter  gewesen
  als  jetzt  nach  dreivierteljährigem  Bestehen  der
Station.  Ferner  ist  mir  auf  allen  anderen  Statlonen
viel  mehr  Krankheit,  zumal  Malaria  unter  den  Europäern,
  vorgekommen  als  in  Iringa.  Im  Allgemeinen
fühlen  sich  hier  die  vorhandenen  Europäer  frisch,
gesund  und  arbeitsfähig,  und  zwar  nicht  nur  die
Militärpersonen,  sondern  auch  die  fünf  Mitglieder
der  katholischen  Mission,  ein  griechischer  Händler  und
eine  deutsche  Dame,  die  sämmtlich  bisher  unter  jenen
recht  ungünstigen  Verhältnissen  gelebt  haben,  wie  sie

i*im

656

 

nun  einmal  die  erste  Gründungszeit  einer  Station,
zumal  wenn  sie  in  die  Regenzeit  fällt,  unvermeidlich
mit  sich  bringt.

Der  Europäer,  welcher  nach  Uhehe  kommt,  wird
in  der  ersten  Zeit  wahrscheinlich  einigermaßen  an
Malaria  erkranken.  Um  hierher  zu  gelangen,  muß
er  ungesunde  Gebiete  passiren,  in  denen  er  die
Malariaerreger  mehr  oder  minder  in  sein  System
aufnehmen  wird,  und  er  wird  dann  in  den  meisten
Fällen  schon  unterwegs  „Fieber  bekommen“.  In
Uhehe  angelangt,  wird  er  die  unterwegs  ausgenommenen
  Plasmodienmengen  aufzuarbeiten  haben;  dieselben
  werden  sich  allmählich  aus  seinem  Körper
ausscheiden,  und  diese  Prozedur  wird  mehr  oder
weniger  durch  Aeußerungen  des  Fiebers  bezeichnet
sein.  Ist  dieselbe  beendigt,  so  wird  er  in  Zone  2
sicherlich,  in  Zone  3  höchstwahrscheinlich,  in  Zone  4
vielleicht  weitere  Zufuhr  von  Plasmodien  erfahren,
d.  h.  er  wird  gar  nicht  mehr  fieberkrank  sein  und
zwar  —  solange  er  in  den  drei  Zonen  bleibt.
Zone  2  und  3  sind  zusammen  so  ausgedehnt,  daß
eine  Nothwendigkeit  für  einen  Farmer,  sie  zu  verlassen,
  kaum  eintreten  wird.  Es  ist  jedoch  zu  beachten,
  daß  das  Klima  vielfach  rauh  und,  wenn  auch
für  gesunde  Leute  durchaus  kräftigend,  so  doch  für
schwache,  schon  angekränkelte  Naturen  anstrengend
ist.  Die  Hauptsache  vorerst  ist  die,  daß  der  Europäer
gesund  und  kräftig  an  der  Küste  ankommt;  dann
wird  er  erstens  unterwegs,  in  der  gesunden  Jahreszeit
  reisend,  vielleicht  keine  Plasmodien  in  sich  aufnehmen,
  oder  doch  nur  in  sehr  geringen  Mengen;
dann  wird  er  zweitens  die  eventuelle  Prozedur  der
Ausscheidung  der  Bazillen  kaum  empfinden,  in  den
ersten  Monaten  nur  minimale  Fieber  haben,  die  ihn
von  der  Arbeit  nicht  abhalten;  und  dann  wird  er
dauernd  fieberfrei  —  wenn  er  sich  gegen  die
Schärfen  der  Witterung  durch  Kleidung,  Wohnung
und  Lebensweise  schützt  —  durchaus  persüönlich  jede
Arbeit  verrichten  können,  nur  das  Kräftigende  des
kühlen,  frischen  Klimas  empfinden  und  einer  gleichlangen
  Lebensdauer  wie  in  der  Heimath  entgegensehen
  können.

Zu  5.  Es  verbleibt,  den  fünften  Punkt,  die
Verkehrsfrage,  zu  prüfen:

Die  Entfernung  der  Ostgrenze  der  2.  und
1.  Zone  von  der  Küste  mag  an  300  km  in  der
Luftlinie  betragen.  Eine  Eisenbahn  für  solche  Strecke
würde,  wenn  man  den  bisherigen  Bau  der  Tangabahn
  als  Maßstab  nimmt,  viel  zu  lange  Zeit  in
Anspruch  nehmen  —  von  solcher  wollen  wir  daher
vorläufig  lieber  Abstand  nehmen.  Eine  einfache
Fahrstraße  würde  sich  eher  empfehlen,  würde  nicht
sehr  kostspielig  sein  und  ziemlich  schnell  hergestellt
werden  können.  Als  Transportmittel  würden  für
diese  Straße  lediglich  Zugochsen  und  allenfalls  einheimische
  Esel  in  Betracht  kommen.  Es  ist  aber  noch
nicht  festgestellt,  ob  unsere  einheimischen  Rinder  kräftig
genug  sind,  und  ob  Zugochsen,  aus  Südafrika  ein-
        <pb n="767" />
        geführt,  den  Klimawechsel  bis  Deutsch-Ostafrika  und
dann  in  den  verschiedenen  Gebieten  zwischen  Küste
und  Uhehe  aushalten  können.  Immerhin  ist  in
Deutsch-Ostafrika  für  Ochsenwagen  eine  Zukunft
wahrscheinlich.

Das  Nächstliegende  für  Uhehe  wäre  die
Benutzung  der  Wasserstraße  Rufiji  —  Ulanga,  um
so  mehr,  als  Uhehe  Aehnlichkeit  hat  mit  dem  britischen
  Schirehochland  und  dieses  Gebiet  an  dem
oberen  und  unteren  Schire  und  dem  Sambesi  eine
Wasserstraße  besitzt,  welche  der  für  Uhehe  in  Vorschlag
  gebrachten  durchaus  analog  ist.  Abgesehen
von  der  größeren  Breite  des  Sambesi  stellt  derselbe
mit  seiner  knappen  Wassertiese  und  veränderlichen
Sandbankbildung  für  Schifffahrt  ziemlich  dasselbe
dar  wie  der  Rufiji;  noch  größer  ist  die  Aehnlichkeit
zwischen  unterem  Schire  und  Rufiji,  indem  hier
auch  die  Breite  beiderseits  annähernd  dieselbe  ist.
Der  obere  Schire  ist  vollends  genau  dasselbe  wie
die  Ulanga:  beide  Flüsse  sind  gleichmäßig  schnell,
tief  und  ausgezeichnet  fahrbar.  Bei  der  Ulanga
haben  wir  sogar  noch  ganz  erhebliche  Vortheile,  indem
deren  Zuflüsse  mehr  oder  minder  zu  gebrauchen  sind
und  bei  ihr  eine  große  Unannehmlichkeit  fortfällt,
die  bei  dem  oberen  Schire  störend  wirkt  —  das  ist
die  Thatsache,  daß  der  Pomolombosee,  durch  welchen
der  obere  Schire  fließt,  in  den  trockensten  Zeiten  eine
Schlickfläche  darstellt.  Auch  im  Uebrigen  findet  sich
Analoges  zwischen  der  für  Uhehe  projektirten  und
der  bei  unseren  südlichen  Nachbarn  längst  in
ausgedehnter  Benutzung  stehenden  Wasserstraße:
hier  haben  wir  als  Verkehrshinderniß  die  Schuguli=
  und  Panganistromschnellen,  dort  zwischen
oberem  und  unterem  Schire  die  Murchisanfälle.
Dort  ist  die  Strecke,  die  zu  Land  zurückgelegt
werden  muß,  16  Wegstunden  lang,  hier  würde  sie
an  90  bis  100  km  in  der  Luftlinie  betragen,  also
in  Wirklichkeit  kaum  viel  über  20  Wegstunden.
Wägen  wir  die  Vor=  und  Nachtheile  auf  beiden
Wasserstraßen  ab,  so  können  wir  sie  als  beide  einander
  gleichwerthig  konstatiren,  und  da  die  dortige
Straße  längst  als  völlig  brauchbar  gilt,  kann  die
biesige  unbedingt  auch  als  brauchbar  hingestellt  werden.
Ich  will  durchaus  nicht  sagen,  daß  die  Fahrt  auf
dem  Rufiji  ganz  leicht  und  hindernißlos  von  statten
gehen  würde  —  durchaus  nicht!  Es  kommt  aber
nicht  darauf  an,  wenn  der  Dampfer  auch  so  und  so
viele  Male  auf  Sandbänken  aufsetzt  und  dadurch
Verspätung  erleidet,  sondern  es  kommt  darauf  an,
daß  er  überhaupt  und  in  vernünftigem  Zeitraum
ankommt.  Im  Sambesi  habe  ich  verschiedentlich,  im
unteren  Schire  in  drei  Tagen  viele  Male  mit  dem
Dampfer  auf  Sandbänken  gelegen,  darunter  einmal
mehrere  Stunden  lang.  Alle  Mannschaften  und
schwarzen  Passagiere  mußten  über  Bord  und  den
Sand  unter  dem  Dampfer  wegkratzen.  Das  that
aber  der  Thatsache  keinen  Abbruch,  daß  die  Fracht
faktisch  befördert  worden  war,  und  daß  eine  Reihe

 

 

657  —

von  europäischen  Passagieren,  darunter  eine  junge,
alleinstehende  deutsche  Missionsdame  unter  ziemlich
geringen  Kosten  in  bequemer  Weise  eine  Strecke
zurückgelegt  hatten,  die  ihnen  zu  Lande,  mit  einer
Trägerkolonne  geplagt,  viel  Geld  gekostet  und  große
Anstrengungen  bereitet  hätte.  Die  Landstrecke
zwischen  oberem  und  unterem  Schire  wurde  bei  jener
Gelegenheit  mittelst  Träger  und  Machilla  auf  einer
sehr  passablen  Straße  zurückgelegt,  die  zum  großen
Theile  durch  ziemlich  schwieriges  Hügelland  geführt
war.  Einen  solchen  Weg  zwischen  Rufiji  und
Ulanga  herzustellen,  würde  auch  für  uns  keine  besonderen
  Schwierigkeiten  bieten  und  würde  für
Ochsenwagen  und  sonstiges  Fuhrwesen  durchaus  verwendbar
  sein.  Dabei  mache  ich  darauf  aufmerksam,
daß  trotz  des  bedeutenden  Verkehrs  zwischen  oberem
und  unterem  Schire  doch  noch  kein  Fuhrwesen  üblich
ist,  daß  also  Einführung  von  Ochsenwagen  oder  dergleichen
  auf  unserer  Strecke  ein  Uebriges  wäre.  Der
Transport  würde  sich  von  der  Rufijimündung  an
folgendermaßen  gestalten:

Auf  dem  Rufiji  vermittelst  möglichst  flachgehender
Heckraddampfer  und  Leichter;  vom  Rufiji  bis  zur
Ulanga  über  Land  mit  Ochsemwagen  und  dergleichen;
auf  der  Ulanga  mit  tiefgehenden  größeren  Dampfern
und  Leichtern;  auf  dem  Kihansi  mit  flachgehenden
schmalen  Dampfbooten;  auf  den  übrigen  verwendbaren
linken  Nebenflüssen  der  Ulanga  mit  leichten  flachen,
schmalen  Booten.  Eine  Kostenberechnung  steht  noch
außer  meiner  Macht;  da  aber  Hauptmann  v.  Kleist
berechnet  hat,  daß  z.  Zt.  auf  Rufiji,  Ulanga,  Kihansi
eine  Last  mit  Boot  bis  Perondo  6  Rupien  kosten
würde,  so  ist  anzunehmen,  daß  der  Dampfertransport
erheblich  billiger  sein  würde.

Eins  steht  fest:  Die  Wasserstraße  Rufiji—
Ulanga  ist  verwendbar;  die  Ulanga  mit  ihren
Nebenflüssen  erschließt  ein  weites  Gebiet,  dessen
großer  Theil  für  tropische  Kulturen  sehr  fruchtbar
ist  und  schon  jetzt  durch  Gummireichthum  erheblichen
  Handelswerth  besitzt;  dies  grenzt  direkt  an
das  Besiedelungsland  Uhehe  an,  welches,  an  sich  von
großer  Ausdehnung  und  sehr  zahlreichen  Farmen
Raum  bietend,  in  direktem  Anschluß  steht  an  die
ebenfalls  durchaus  besiedelungsfähigen  weiten  Gebiete,
die  längs  des  östlichen  und  nördlichen  Nyassarandes
laufen  und  von  da  ununterbrochen  bis  zum  Rikwa
und  Tanganyika  sich  erstrecken.  Hierzu  tritt,  daß
hier  die  einzige  nennenswerthe  Wasserstraße  unserer
Kolonie  zu  finden  ist.  Um  so  mehr  drängt  sich  die
Ueberzeugung  auf,  daß  es  am  meisten  lohnt,  gerade
hier  mit  ganzer  Kraft  und  mit  allen  Mitteln  an  das
Werk  heranzugehen.
        <pb n="768" />
        Lultan  Mwanga  von  Uganda.

Sekondlieutenant  v.  Wulffen  berichtet
Bukoba  unter  dem  25.  Juli  d.  Is.  Folgendes:

„Am  21.  Juli  trat  der  Sultan  Mwanga  von
Uganda  mit  seinem  Anhange  bei  Minsiro  in  Buddu
auf  deutsches  Gebiet  über,  nachdem  er  aus  seiner
Residenz  Kampalla  geflohen  war  und  im  englischen
Theile  Buddus  einen  Aufstand  erregt  hatte,  der  jedoch
  nach  mehreren  siegreichen  Gefechten  der  Engländer
unterdrückt  wurde.  Ein  Theil  der  Leute,  450  bis
460,  trat  mit  Mwanga  zu  uns  über,  wurde  nach
Bukoba  gebracht  und  dort  entwaffnet  (45  Hinterlader,
ungefähr  200  Vorderlader  2c.).  Der  andere  Theil,
1500  bis  2000  seiner  besten  Leute  unter  dem  Führer
Madjasi,  ist  in  Nkole  und,  von  den  Engländern  hart
bedrängt,  anscheinend  gewillt,  auf  deutsches  Gebiet
überzutreten.

Es  läßt  sich  über  die  Gründe  der  Flucht  sowie
über  die  augenblickliche  politische  Lage,  die  dadurch
fervorgerufen  ist,  Folgendes  zusammenstellen.  Durch
te  Begünstigung  der  großen  Katikeros  in  Uganda
war  unter  der  Hand  die  absolute  Monarchie
Mwangas  in  eine  konstitutionelle  umgeändert.  Dies
paßte  diesem  in  keiner  Weise.  Verschiedene  andere
Umstände,  wie  Zollzahlen  bei  Ein=  und  Ausfuhr
seiner  Waaren,  scharfe  Kontrole  über  sein  Thun  und
Lassen,  ließen  ihn  schließlich  zu  dem  Entschlusse
kommen,  zur  Vertreibung  aller  Europäer  am  See
einen  allgemeinen  Aufstand  im  Geheimen  vorzubereiten.
  Die  Gelegenheit  schien  ihm  jetzt  gerade
günstig,  indem  die  Manjema,  welche  eine  belgische
Expedition  niedergemacht  haben  und  sich  im  Besitze
unzähliger  Hinterlader,  Geschütze  und  deren  Munition
befinden  sollten,  drohten,  in  Uganda  einzufallen.
Mwanga  sandte  an  alle  Sultane  des  westlichen
Ufers,  gleichgültig  ob  deutsch  oder  englisch,  Gesandtschaften,
  die,  falls  die  Manjema  siegreich  wären  und
die  von  den  Engländern  ihnen  entgegengeschickten
2000  Waganda  zurückschlügen,  aufforderten,  gemeinsame
  Sache  zur  Vertreibung  der  Weißen  mit  den
Manjema  zu  machen.  Die  Manjema  ließen  sich
jedoch  mit  den  Waganda  gar  nicht  ein,  sondern  zogen
nach  Süden  ab.  Daraufhin  handelte  Mwanga  auf
eigene  Faust,  floh  in  seine  südlichste  Provinz  Buddu
in  dem  Glauben,  daß  sich  nun  ganz  Uganda  erheben
würde.  Mit  großer  Schnelligkeit  kamen  die  Engländer
  aber  dem  zuvor,  indem  sie  mit  einer  großen
Truppenmacht  ihn  mehrere  Male  schlugen  und  in
deutsches  Gebiet  drängten.

Zum  Schutze  der  Grenze  war  ich  sofort  beim
Ausbruch  der  Wirren  abgerückt  und  es  gelang  mir,
ihn  gerade  in  dem  Augenblick  in  Empfang  nehmen
zu  können,  als  er  den  Fuß  auf  deutsches  Gebiet
setzte.  Ich  beeilte  mich,  ihn  sofort  von  der  Grenze
nach  Bukoba  zu  bringen,  um  jede  Unruhe  auf
deutscher  Seite  zu  vermelden.“

aus

658

 

In  derselben  Angelegenheit  meldet  Premierlieutenant
  Schlobach  aus  Bukoba  unter  dem
16.  August:

„Es  ist  natürlich,  daß  der  Uebertritt  des
Mwanga,  des  Kabeka  von  Uganda,  auch  hier  im
Seengebiet  großes  Aufsehen  erregte.  Die  Aufregung
at  sich  jedoch  bereits  gelegt,  eine  Gefahr  ist
nicht  mehr  vorhanden,  Mwanga  entwaffnet.  Die
etwa  2000  Waganda,  deren  Eindringen  in  unser
Gebiet  befürchtet  wurde,  sind  von  der  Grenze  von
Deutsch-Mbuddu  über  Nkole,  Mpororo  abgezogen,
wahrscheinlich  in  der  Richtung  von  Unioro  und  Toro,
um  sich  dort  eventnell  mit  Feinden  der  Engländer
gegen  diese  zu  verbinden.

Es  handelt  sich  nunmehr  nur  darum,  die  Person
des  Mwanga  unterzubringen.  Es  ist  ausgeschlossen,
den  Mwanga  am  Westufer  des  Sees  zu  belassen.
Die  Sultane  des  Bukobagebletes  wollen  ihn  dort
nicht  haben,  auch  ist  sicher,  daß  er  von  hier  aus
mit  Ruanda  konspiriren,  dorthin  eventuell  fliehen
würde,  denn  er  wünscht,  wie  die  Missionare  behaupten,
  sich  dort  ein  neues  Relch  zu  gründen.
Von  dort  aus  würde  dann  auch  unserem  Gebiete
Gefahr  drohen.

Eine  mögliche  Lösung  der  Frage  besteht  darin,
daß  Mwanga  dicht  bei  der  Station  Muanza
dauernd  untergebracht  wird,  unter  der  beständigen
Aufsicht  derselben.  Kaufmann  Sirxdorf,  welcher
augenblicklich  hier  in  Bukoba  anwesend  ist,  hat  sich
bereit  erklärt,  Mwanga  vorläufig  in  seine  Niederlassung
  aufzunehmen,  die  etwa  300  m  von  der
Station  Muanza  entfernt  ist.  Da  Sixdorf  mit
Mwangga  seit  Jahren  bekannt  ist,  verliert  der  Transport
  des  Mwanga  nach  Muanza  den  Charakter  der
gewaltsamen  Ueberführung  sowie  sein  Ausenthalt  daselbst
  den  Charakter  der  Haft.  Bis  eine  Entscheidung
des  Gouvernements  eintrifft,  wird  für  ständige  Bewachung
  des  Mwanga  in  Gestalt  eines  Ehrenpostens
gesorgt  werden.  Die  Zahl  der  hier  befindlichen
Anhänger  beträgt  etwa  450.

In  Bukoba  befindet  sich  momentan  das  englische
Dampfboot  sowie  die  drei  Segelboote  „Fürst  Wied“,
„Herrmann“  und  „Wilhelm".  Das  Dampfboot  fährt
am  heutigen  Tage  nach  Muanza  und  wird  Sixdorf
und  Mwanga  mitnehmen  sowie  Lieutenant  v.  Wulffen,
der  die  Ueberbringung  leiten  soll,  da  er  alle  bisherigen
  Schauris  mit  Mwanga  erledigt  hat.  Vermittelst
  der  drei  Segelboote  werden  zunächst  100
Waganda  heute  nach  Muanza  transportirt.  Die
Stationen  werden  sich  bemühen,  die  fleißigen,  geschickten
  Waganda  seßhaft  zu  machen.

Den  Transport  der  Segelboote  übernimmt  Sergeant
  Wassilewski  mit  neun  Askaris.  Lientenant
v.  Wulffen  kehrt  mit  dem  englischen  Dampfboot
in  wenigen  Tagen  hierher  zurück,  worauf  ich  selbst
        <pb n="769" />
        auf  dem  Landwege  durch  die  Länder  westlich  und
südlich  des  Sees  nach  Muanza  zurückkehren  werde,
wozu  vierzehn  Tage  bis  drei  Wochen  erforderlich  sind.“

Der  Kaiserliche  Gouverneur  hat  sich  mit  den
von  Premierlieutenant  Schlobach  getroffenen  Maßnahmen,
  besonders  der  Unterbringung  des  Kabeka  in
dem  Sixdorsschen  Hause  bei  der  Station  Muanza,
einverstanden  erklärt  und  den  Befehl  ertheilt,  daß
Mwanga  auch  weiterhin  dort  verbleiben  soll.

Vversuche  zur  Verbesserung  der  verkehrsverhältnisse
in  Deutsch-Ostafrika.

Im  ostafrikanischen  Schutzgebiete  werden  zur  Zeit
seitens  des  Kaiserlichen  Gouvernements  Versuche  angestellt,
  an  Stelle  der  Träger  zur  Beförderung  von
Lasten  auf  Reisen  im  Innern  Tragthiere  und  Wagen
zu  benutzen  und  dadurch  ein  schnelleres  Fortkommen
zu  ermöglichen.  So  hat  im  Auftrage  des  Gouvernements
  der  Major  v.  Natzmer  auf  der  thells  durch
Eingeborene,  theits  durch  ein  Arbeiterkommando  der
Schutztruppe  zu  diesem  Zwecke  verbreiterten  Karawanenstraße
  von  Dar-es-Saläm  nach  Kilossa  mit  einem
mit  Maulthieren  bespannten  Leiterwagen  Fahrversuche
angestellt,  die  ein  sehr  befriedigendes  Ergebniß  hatten.
Von  Kilossa  aus  machte  Major  v.  Natzmer  mit
zwei  Askaris  den  Versuch,  ebenfalls  ohne  Träger
mit  Hülfe  von  vier  Manlthieren,  von  denen  eins  als
Packthier  diente,  nach  der  Küste  zurückzukehren.  Der
etwa  300  km  lange  Weg,  zu  welchem  die  Trägerkarawanen
  12  bis  14  Tage  brauchen,  wurde  in
sechs  Tagen  zurückgelegt,  ohne  daß  den  Reitern  und
Thieren  besondere  Anstrengungen  zugemuthet  wurden.
Um  in  dieser  Beziehung  weitere  Erfahrungen  zu
sammeln,  hat  der  Kaiserliche  Gouverneur  angeordnet,
daß  von  jetzt  ab  jede  Karawane  der  Schutztruppe,
die  ins  Innere  marschirt,  einen  Theil  ihrer  Lasten
mittels  Tragthiere  oder  Wagen  befördert.

 

Wisstonsstation  Riboscho.

Bei  einer  Ende  Juni  d.  Is.  von  Moschi  aus
gegen  die  Massais  unternommenen  Expedition  besuchte
Hauptmann  Johannes  die  französische  katholische
Mission  in  Kiboscho  und  fand  dort  die  Patres,  die
außer  ihrem  Wohnhaus  auch  ein  großes  Steinhaus
für  die  Zöglinge  fertiggestellt  hatten,  mit  der  Herbeischaffung
  des  Materials  zum  Bau  einer  Kirche  beschästigt.
  Zum  Empfang  hatte  P.  Lux  seine  Schüler,
meist  kleine,  verwaiste  Massaijungen,  aufgestellt  und
ließ  sie  „Heil  dir  im  Siegerkranz“  in  deutscher
Sprache  singen.

 

659  —

Wissnschaftliche  Lammlungen.

Der  zoologischen  Sammlung  des  Königlichen
Museums  für  Naturkunde  ist  eine  vom  Oberst
v.  Trotha  und  Lieutenant  v.  Beringe  in  Deutsch-Ostofrika
  zusammengebrachte  Naturaliensammlung  zugegangen.
  Herr  Oberst  v.  Trotha  sammelte:

3  Giraffenschwänze,
1  Giraffenhalsmähne,
1  Giraffenschädeldecke  mit  Haut  und
22  Vogelbälge.
Herr  Lieutenant  v.  Beringe  sandte:
110  Käfer,
30  Orthopteren,
20  Hemipteren,
8  Hymenopteren,
8  Tausendfüßler,
9  Spinnen  und  Skorpione.

Die  Konservirung  aller  Thiere  ist  gut.  Sie
bilden  eine  dankenswerthe  Bereicherung  unserer  Sammlung.
  Die  Säugethierstücke  tragen  viel  zur  Kenntniß
der  Giraffe  in  Deutsch-Ostafrika  bei.  Unter  den
Vögeln  befinden  sich  einige  seltenere  Arten.  In
zoogeographischer  Hinsicht  liefern  die  Vögel  den  Beweis,
  daß  die  Verbreitungsgrenzen  vieler  südafrikanischer
  Arten  viel  weiter  zu  ziehen  sind,  als  bisher
angenommen  wurde.

Die  von  Lieutenant  v.  Beringe  gesammelten
Insekten,  namentlich  die  Käfer,  enthalten  mehrere
neue  Arten  und  Varietäten  bekannter  Arten.

Ferner  sind  von  Premlerlieutenant  Glauning
in  Deutsch-Ostafrika  folgende  Stücke  eingesandt  worden:

6  Säugethiere  in  Alkohol,
22  Reptilien  und  Amphibien,

 

3  Fische,

192  Schmetterlinge,
15  Käfer,

11  Orthopteren,

9  Hemipteren,
einige  Wespenlarven,
3  Tausendfüßler,

5  Spinnen.

Die  Konservirung  der  Thiere  ist  gut.  Unter  den
Säugethieren  befand  sich  eine  aus  dem  Schutzgebiete
noch  nicht  bekannte  Fledermaus,  Rhinolophus  hildebrandti
  Ptrs.,  und  ein  ganz  junger  Pavian,  durch
den  die  Feststellung  des  Jugendkleides  von  Papio
toth  ermöglicht  worden  ist.  Von  den  Insekten  enthielten
  besonders  die  Schmetterlinge  werthvolle  Stücke,
so  z.  B.  einige  Exemplare  der  seltenen  Danaidide
Melinda  formosa  (Godm.)  und  zahlreiche  Charaxes.

Togo.
Wissenschaftliche  Zammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  in
Berlin  hat  der  Stationsleiter  Graf  Zech  zu  Kete-
        <pb n="770" />
        Kratji  im  Togogebiete  folgende  Gegenstände  zur
Verfügung  gestellt:

7  Säugethiere  in  Alkohol,

2  Vogelbälge,

44  Reptilien  und  Amphibien,

4  Schnmetterlinge,

2  Raupen,

8  Orthopteren,

2  Fliegen,

1  Tausendfüßler,

8  Skorpione.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  gut.  Von
den  Säugethieren  waren  zwei  Arten  für  den  Bezirk
von  Kratik  früher  nicht  bekannt.  Wenn  auch  die
übrigen  Thierarten  schon  durch  frühere  Sammlungen
hierher  gelangt  waren,  so  waren  sie  als  gute  Ersatzstücke
  doch  recht  willkommen.

Deutfsch-Südwestafrika.

Die  sanitären  Maßnahmen  gegen  die  Rinderpest

in  Südwestafrika.

Einem  Berichte  des  Stabsarztes  Dr.  Kohlstock
entnehmen  wir  folgenden  Auszug:

Windhoek,  den  11.  September  1897.

In  der  Zeit  kurz  vor  meiner  Abreise  aus  der
Kapkolonie  erfuhr  ich,  daß  unter  Herden,  die  einwandsfrei
  mit  guter  Galle  geimpft  worden  waren,
30  bis  60  Tage  nach  der  Impfung  Rinderpest  aufgetreten
  sei.

Ich  impfte  darauf  sofort  Kontrolthiere  der  vor
drei  Monaten  von  Herrn  Geheimrath  Koch  auf
Farm  Susanna  mit  grüner  Galle  geimpften  Herde
mit  Rinderpestblut  nach.  Dieselben  blieben  gesund
und  zeigten  damit,  daß  die  bei  ihnen  gebrauchte  Galle
mindestens  für  drei  Monate  Immunität  erzeugt  hatte.
Trotzdem  gaben  mir  inzwischen  zugegangene  Mittheilungen
  Anlaß  zu  ernsten  Bedenken  über  die  Dauer
der  reinen  Gallenimmunität  und  brachten  mich  zu
der  Annahme,  daß  die  immunisirende  Kraft  und
Wirkungsdauer  auch  guter  Gallen  verschieden  sei.

ch  beschloß,  für  jede  einzelne  Gallenimpfung  in
Deutsch-Südwestafmika  mich  zunächst  durch  Kontrolimpfungen
  zu  sichern,  d.  h.  jede  verimpfte  Galle  durch
Blutinfektion  mit  derselben  geimpfter  Kontrolthiere
zu  prüfen.

Nachdem  ich  am  27.  Mai  mit  einer  praktischwissenschaftlichen
  Ausrüstung  in  Swakopmund  eingetroffen
  und  am  30.  Mai  von  dort  abgeritten  war,
konnte  ich  bereits  am  3.  Juni  in  Madderfontein  den
ersten  Rinderpestfall  feststellen  und  meiner  Begleitung
demonstriren,  sowie  die  nöthigen  Isolirungen  der  dort
stehenden  25  Gespanne  mit  Berücksichtigung  der
Wasserstellen  vornehmen.  Dadurch  und  durch  die  später
ersolgende  Impfung  ist  der  größte  Theil  der  Gespanme
  gerettet  worden.

660

Nachdem  ich  vom  6.  bis  8.  Juni  in  Pottmine
bei  Tsaobis  die  ersten  Gallenentnahmen  und  Gallenimpfungen
  gemacht,  diese  sowie  die  Entnahme  und
Zubereltung  von  Rinderpestblut  für  Blutkontrolimpfung
  demonstrirt  sowie  eine  Gallengewinnungs-=station
  eingerichtet  und  Herrn  Stabsarzt  Dr.  Lübbert
unterstellt  hatte,  konnte  ich  auf  Veranlassung  des  vom
Herrn  Landeshauptmann  mir  entgegengesandten  Regierungsvertreters,
  des  stellvertretenden  Landeshauptmanns
  Herrn  Regierungsraths  v.  Lin  dequist,  bereits
  am  9.  Juni  den  Einwohnern  Otyimbingwes
ihre  Abneigung  gegen  die  Impfung  in  längerer
Auseinandersetzung  nehmen  und  darauf  sofort  in
Otyimbingwe  mit  dem  Impfgeschäft  sowie  der  weiteren
Ausbildung  von  Impfern  beginnen.  Zu  der  zuverlässigen
  Ausbildung  eines  Impfers  in  Gallenentnahme,
Diagnose  auf  Rinderpest  durch  Obduktion  und  Impftechnik
  einschließlich  Temperaturmessung  genügten
durchschnittlich  zwei  Tage.  Die  besten  Impfer  stellten,
wie  ich  bei  dieser  Gelegenheit  gleich  allgemein  bemerken
  will,  die  Lazarethgehülfen  der  Schutztruppe
sowie  die  zur  Pollzei  abkommandirten  Angehörigen
derselben.  Unter  den  am  Impfgeschäft  betheiligten
Ansiedlern  zeichneten  sich  wiederum  diejenigen,  welche
früher  der  Schutztruppe  angehört  hatten,  aus.  Daneben
  verdienen  anerkennende  Erwähnung  die  Lelstungen
  des  Herrn  Oberinspektors  Schlettwein  von  der
Deutschen  Kolonial-Gesellschaft  für  Südwestafrika.
Ohne  das  vorzügliche  Impfpersonal,  welches  die
Kaiserliche  Schutztruppe  geliefert  hat,  wäre  der  erreichte
  Erfolg  nicht  möglich  gewesen.  Besonders
dankbar  anzuerkenmen  ist  auch  die  Unterstützung  des
Herrn  Stabsarztes  Dr.  Sobotta,  der  nicht  nur
durch  eigene  mikroskopische  Gallenuntersuchung  das
Impfgeschäft  im  Bezirk  Windhoek  gesichert,  sondern
auch  Laien  in  der  mikroskopischen  Gallenuntersuchung
ausgebildet  hat.

Am  13.  Juni  führte  ich  die  erste  Kontrolimpfung
von  vier  der  Firma  Hälbich  gehörigen,  am  3.  Juni
mit  Rinderpestgalle  vom  Herrn  Oberlandmesser
Dürrling  geimpften  Kühen  aus.  Die  Thiere  erhielten
  je  2  cem  Rinderpestblut  und  sind  bis  heute
gesund  geblieben.

Am  14.  Juni  verließ  ich  Otyimbingwe,  organisirte
  in  Quaipütz,  Sneyrevier  und  Großbarmen  die
Impfung  der  dort  stehenden  Ochsen  und  traf  am
16.  Junt  in  Otyiseva  wieder  mit  dem  mir  von
Otpimbingwe  aus  vorausgeeilten  Herrn  Reglerungsrath
  v.  Lindequist  zusammen.  Derselbe  ritt  mit  mir
die  in  Otyiseva  und  Umgegend  bis  Windhoek  stehenden,
  zum  Theil  geimpften,  zum  Theil  in  der  Impfung
begriffenen  Gespanne  und  Viehposten  ab.  Ich  hatte
schon  bei  dieser  Inspizirung  Gelegenheit,  die  im
Bezirk  Windhoek  von  dem  Herrn  Bezirkshauptmann
getroffenen  und  bereits  vom  besten  Erfolge  gekrönten
Maßnahmen  kennen  zu  lernen.

Bei  der  Revision  der  geimpften  Rinder  erfuhr
ich  wiederum,  daß  vier  Wochen  nach  der  Impfung
mit  angeblich  guter  Galle  geimpfte  Thiere  an  Rin-
        <pb n="771" />
        —  661

derpest  erkrankt  waren.  Diese  Erfahrung  brachte
mich  zu  dem  Entschlusse,  welchen  ich  sogleich  nach
meiner  Ankunft  in  Windhoek  am  18.  Juni  ausführte.
In  meinem  ersten,  dem  Herrn  Landeshauptmann  und
dem  Herrn  Stellvertreter  desselben  gehaltenen  Vortrage
  erklärte  ich  nicht  nur  die  Kontrolimpfung  der
mit  Galle  geimpften  Rinder  für  nothwendig,  sondern
ich  empfahl  auch  dringend,  wenn  die  Kontrolimpfung
die  geimpften  Kontrolthiere  immun  erwiesen  hatte,
alle  mit  derselben  Galle  geimpften  Thiere  mit  Rinderpestblut
  nachzuimpfen  und  diese  Nachimpfung  zunächst
  für  die  Zugochsen  obligatorisch  zu  machen.

Fäür  den  Fall,  daß  die  Kontrolthiere  an  Rinderpest
  erkrankten  und  eingingen,  sollten  alle  mit  derselben
Galle  geimpften  Thiere  nochmals  mit  milkroskoplsch
umtersuchter  Galle  nachgeimpft  werden.

Nachdem  ich  in  Windhoek  Gallenentnahme,  Gallenimpfung
  und  Blutentnahme  nach  Kochscher  Methode
demonstrirt,  die  demonstrative  Obduktion  an  Rinderbest
  eingegangener  Thiere  vorgenommen  und  endlich
Errichtung  von  Gallengewinnungsstationen  mit  künstlicher
  Infektion  der  zur  Gallenentnahme  bestimmten
Thiere  dringenbd  empfohlen  hatte,  verständigte  ich  mich
mit  dem  inzwischen  vom  Imyfgeschäft  südlich  von
Windhoek  eingetroffenen  Roßarzt  Herrn  Rickmann.
Derselbe  theilte  meine  Ansichten  über  Gallen=  und
Blutimpfung  und  hatte  in  Bezug  auf  die  erstere  in
dem  von  mir  vertretenen  Sinne  bereils  gearbeitet.

Herr  Roßarzt  Rickmann  hat  auch  sofort,  nachdem
  ich  Windhoek  verlassen  hatte,  die  Nachimpfung
mit  Rinderpestblut  begonnen.  Er  hat  dieselbe  leider
abbrechen  müssen,  da  die  Viehbesitzer  infolge  Erkrankung
  mehrerer  Thiere  nach  Blutinfektion  die  Fortsetzung
  der  Impfung  verweigerten.

Es  gelang  mir  erst  nach  meiner  Rückkehr  nach
Windhoek,  auf  Grund  der  inzwischen  in  Otyimbingwe
erzlelten  Resultate  und  des  vom  Herrn  Noßarzt
Rickmann  (bei  dem  der  Regierung  gehörigen  Vieh)
erzielten  Impferfolges,  in  einer  Versammlung  die  Viehbesitzer
  von  Windhoek  und  Umgegend  von  der  Nühlichleit
  und  Nothwendigkeit  der  Blutimpfung  zu  überzeugen.
Mein  erster  Aufenthalt  in  Windhoek  war  nur  kurz
bemessen,  weil  die  Kaiserliche  Landeshauptmannschaft
es  für  erforderlich  erachtete,  daß  ich  möglichst  bald
die  Hererokapitäne  zu  Okahandya,  welche  sich  gegen
die  Impfung  überhaupt  noch  mißtrauisch  und  ablehnend
  verhielten,  der  Impfung  geneigt  mache.
Daun  aber  war  es  auch  mein  eigener  Wunsch,  das
von  mir  auf  dem  Wege  Swakopmund  —Windhoek
organisirte  Impfgeschäft  zu  kontroliren  und  allenthalben
  die  Blutimpfung  selbst  einzuführen.  Unter
der  Leitung  und  gestützt  auf  die  Autorität  des  Herrn
Regierungsraths  v.  Lindequist  überwand  ich  den
Widerstand  der  Hereros  und  leitete  das  Impfgeschäft,
verbunden  mit  Ausbildung  von  Impfern,  nach  Kochschem
  Prinzip  in  Okahandya  ein,  um  dann  über  die
eingerichteten  Impfposten  nach  Swakopmund  zu  reiten.
Der  Aufenthalt  hier  erwies  sich  dadurch  nützlich,  daß
ich  neben  Ausübung  sehr  nothwendiger  ärztlicher

 

Thätigkeit  Maßregeln  gegen  die  überseeische  Verbreitung
  der  Rinderpest  von  unserem  Schutzgebiete
aus  treffen  konnte.  Am  1.  Juli  stellte  ich  bei  einem
Schlachtochsen,  der  an  Bord  der  auf  der  Rhede
ankernden  „Melita  Bohlen“  gebracht  und  dort  eingegangen
  war,  Rinderpest  fest;  ich  ließ  das  Schiff
unter  Aufsicht  des  Schiffsarztes  desinfiziren  und  das
noch  an  Bord  befindliche  Kleinvieh  schlachten.  Dasselbe
  erwies  sich  bei  der  Untersuchung  rinderpestfrei.
Weitere  Rinderpestfälle  in  Swakopmund  veranlaßten
mich,  den  Betrieb  der  schon  vorher  von  den  Herren
Hauptmann  v.  Perbandt  und  Stabsarzt  Dr.  Lübbert
höchst  zweckmäßig  eingerichteten  Gallengewinnungsstation
  einzuleiten.  Von  den  genannten  Herren  hatle
Hauptmann  v.  Perbandt  eine  Urlaubsreise  nach  Kapstadt
  dazu  benutzt,  mich  in  Kimberley  aufzusuchen  und
meine  Arbeiten  auf  der  dortigen  Station  zu  besichtigen.
  Ich  habe  die  Ueberzeugung,  daß  der  hierüber
von  Herrn  v.  Perbandt  eingereichte  klare  und  sachverständige
  Bericht  von  größtem  Werthe  für  die
Impfung  vor  meiner  Ankunft  gewesen  ist.  Am
9.  Juli  verließb  ich  Swakopmund  und  traf,  nachdem
ich  alle  auf  dem  Wege  gefundenen,  noch  nicht  blutgelmpften
  Gespanne  auf  Otyimbingwe  dirigirt  und
in  Tsaobis  die  Blutimpfung  kontrolirt  hatte,  am
14.  Juli  in  Olyimbingwe  ein.  Herr  Stabsarzt
Dr.  Lübberk,  der  nach  erfolgreicher  Erledigung  des
Impfgeschäfts  in  Tsaobis  und  Umgebung  über
Otyimbingwe  nach  Omaruru  sich  begeben  hatte,  um
dort  gemeinsam  mit  dem  bereits  vorher  auch  von
mir  verständigten  Herrn  Stabsarzt  Dr.  Langheld
das  Impfgeschäft  vorzubereiten,  kehrte  nach  Erfüllung
seiner  Aufgabe  nach  Swakopmund  zurück,  um  im
dortigen  Distrikt  die  Impfung  fortzuführen  und  die
Ausstattung  weiterer  Impfstationen  mit  Mikroskopen
und  anderen  wissenschaftlichen  Apparaten  aus  seinen
Beständen  in  liberalster  Weise  zu  bewirken.  Ich  darf
meinem  Dank  für  die  große  Hülfe,  die  Herr  Stabsarzt
  Dr.  Lübbert  mir  beim  Impfgeschäft  gewährt,
an  dieser  Stelle  besonderen  Ausdruck  geben.  In
Otyimbingwe  betrieb  ich  im  Verein  mit  dem  Herrn
Oberlandmesser  Dürrling  und  Bezirkshauptmann
Herrn  Premierlieutenant  Franke,  dem  ich  für  seine
Unterstützung  beim  Impfgeschäft  ebenfalls  zu  Dank
verpflichtet  bin,  mit  aller  Energie  die  Blutimpfung.

Am  30.  Juli  traf  ich  wiederum  in  Windhoek  ein;
auf  meinem  Wege  von  Otyimbingwe  dorthin  hatte
ich  die  vorgefundenen  Gespanne  theils  sofort  blutimpfen
  lassen,  theils  im  Interesse  des  Verkehrs  mit
ihrer  Fracht  auf  Windhoek  dirigirt,  um  dort  an.  ihnen
die  Impfung  vornehmen  zu  lassen.  In  Windhoek
konnte  ich  nunmehr,  wie  oben  erwähnt,  die  Viehbesitzer
  in  besonders  von  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  berufener  Versammlung  zur  Vornahme
  der  Blutimpfung  umstimmen.  Bald  darauf
ritt  ich  auf  Befehl  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  in  Begleitung  des  Herrn  v.  Lindequist
in  das  Bastardland  und  Skaprevier,  um  besonders
in  Rehoboth  die  gegen  die  Blutimpfung  Einspruch
        <pb n="772" />
        erhebenden  Bastards  von  der  Nothwendigkeit  derselben
zu  überzeugen.  Nachdem  dies  gelungen,  wird  in
Rehoboth  und  Umgebung  durch  den  in  der  Impftechnik
  einschließlich  der  mikroskopischen  Gallen=  und
Blutuntersuchung  gut  erfahrenen  Impfkommissar
Herrn  Obergrenzkontroleur  Schmidt,  im  Skaprevier
durch  von  mir  in  Blutentnahme  und  Impfung  ausgebildete
  Polizisten  die  Blutimpfung  vorgenommen.
In  einem  Theile  des  Skapreviers  hat  Herr  Marinestabsarzt
  a.  D.  Dr.  Sander,  der  von  Anfang  an
das  Impfgeschäft  in  dankenswerther  Weise  gefördert
hat,  die  Blutimpfung  bereits  vollendet.  Nach  den
jetzt  vorliegenden  Meldungen  ist  von  2000  in  Rehoboth
  mit  Blut  geimpften  Rindern  eine  bereits  bei
der  Impfung  kranke  Kuh  eingegangen,  die  anderen
leben  und  sind  gesund.  Die  übrigen  aus  der  Umgebung
  bisher  hierher  gemeldeten  Ergebnisse  der
Blutimpfung  sind  gleich  günstig.  So  sind  1076  in
Windhoek  und  Umgebung  durch  die  Polizeiunteroffiziere
  Reinicke  und  Welke  und  Gefreiten  Adam
blutgeimpfte  Thiere  (die  letzten  vor  fünf  Tagen  geimpft)
  bis  auf  eines  bis  jetzt  gesund  geblieben.

Die  Ergebnisse  der  Gallen=  und  Blutimpfung  in
größerem  Umfange  bin  ich  noch  nicht  in  der  Lage
zu  berichten.  Dieselben  werden  zur  Zeit  aus  den
Impflisten  in  den  verschiedenen  Bezirken  noch  zusammengestellt.
  Zu  der  Blutimpfung  bemerke  ich,
daß  jedes  der  Blutimpfung  unterworfene  Thier  1  cem
Rinderpestblut  mit  9  coem  sterilisirter  Kochsalzlösung
gemischt  unter  die  Haut  gespritzt  erhält.  Das  Blut
ist,  wo  es  irgendwie  möglich  war,  so  in  Otyimbingwe,
Windhoek,  Rehoboth,  vor  der  Verimpfung  mikroskopisch
  auf  Bakterienfreiheit  untersucht  worden.  Es
ist  von  Interesse,  zu  beobachten,  wie  die  Ergebnisse
der  Gallenimpfung  sowie  die  der  Blutnachimpfung
bedeutend  günstiger  sich  da  gestellt  haben,  wo  mit
Gallen,  die  die  von  mir  geforderte  Beschaffenheit
haben,  geimpft  worden  ist  und  wo  die  Blutnachimpfung
  frühzeitig,  d.  h.  in  den  ersten  vier  Wochen
nach  Eintritt  der  Gallenimmunität,  hat  stattfinden
können.

Unter  den  mit  Blut  nachgeimpften  Thieren  befindet
  sich  bekanntlich  eine  Anzahl  solcher  Thiere,  die
nach  Ansicht  ihrer  Besitzer  nach  der  Gallenimpfung
Rinderpest  überstanden  haben.  Aus  diesem  Grunde
wurde  mehrfach  die  von  mir  obligatorisch  geforderte
Blutnachimpfung  für  überflüssig  erklärt.  Ich  war
selbst  einige  Tage  geneigt,  Thiere,  die  Rinderpest
überstanden  haben  sollten,  von  der  Blutimpfung  zu
befreien,  erkannte  jedoch  in  kurzer  Frist,  die  Angaben
über  die  augebliche  Durchseuchung  von  Gespannen
bezw.  Viehposten  bei  allem  guten  Glauben  der  Viehbesitzer
  in  den  meisten  Fällen  als  so  unzuverlässig,
daß  ich  keinerlei  Ausnahmen  in  der  Blutnachimpfung
verantworten  zu  können  glaubte  und  deshalb  die
letztere  ausnahmslos  forderte.

Die  bisher  durch  die  von  mir  in  diesem  Lande
eln=  und  durchgeführte  Kochsche  Gallenimpfung  und
Blutnachimpfung  erzlelten  Ergebisse  lassen  auch  für

662

 

das  Impfgeschäft  im  Süden  guten  Erfolg  erhoffen,
wo  unter  der  sachkundigen  Leitung  des  soeben  erst
von  schwerer  Krankheit  genesenen  Herrn  Roßarztes
Rickmann  im  Bezirk  Gibeon  das  Impfgeschäft  mit
gegründeter  Aussicht  auf  guten  Erfolg  begonnen  hat.

Dasselbe  gilt  auch  für  Keetmanshoop,  wo  Herr
Thierarzt  Borchmann  die  Impfung  übernehmen
wird.

Die  vorstehend  in  ihrer  Entwickelung  und  Durchführung
  geschilderte  Doppelimpfung  mit  Galle  und
Rinderpestblut  hat  durch  den  im  Anfang  meines  Berichtes
  erwähnten,  mir  am  31.  August  zugegangenen
Brief  des  Herrn  Geheimraths  Koch  nachträglich  ihre
Bestätigung  gefunden.  Herr  Geheimrath  Koch
empfiehlt  mir  in  diesem  Brlefe  für  den  Fall,  daß  es
sich  herausstellen  sollte,  daß  manche  Galle  nur  eine
kurz  dauernde  Immunität  giebt,  die  Nachimpfung
mit  Rinderpestblut  und  giebt  der  Ueberzeugung  Ausdruck,
  daß  es  dadurch  gelingen  muß,  Rinder  immun
zu  machen,  wie  das  Ueberstehen  der  natürlichen
Rinderpest  es  thut.

Daß  ich  zunächst  die  Blutimpfung  nur  für  Zugochsen,
  aber  für  diese  unbedingt  und  obligatorisch
gefordert  habe,  bedarf  kaum  weiterer  Erläuterung,
da  in  erster  Linie  das  den  Verkehr  vermittelnde
Zugvieh  mit  möglichster  Schnelligkeit  und  mit  allen
Mitteln  dauernd  rinderpestfrei  gemacht  werden  muß.
Geschieht  das  nicht,  so  wird  durch  immer  wieder  in
den  Gespannen  auftretende  Erkrankungen  der  Transport
  gehemmt,  der  Transportfahrer,  der  eben  wieder
zu  verdienen  begonnen,  wieder  in  die  Gefahr  des
Ruins  gebracht,  der  Rinderpestansteckungsstoff,  den
mit  allen  Kräften  zu  vernichten  angestrebt  wird,
immer  wieder  von  Neuem  verschleppt  und  auf  Farmen
gebracht,  deren  Vieh  wegen  der  schwierigen  Landesverhältnisse
  oder  Weigerung  der  Besitzer  noch  nicht
hat  mit  Blut  geimpst  werden  können.

Ist  aber  alles  Zugvieh  durch  die  Blutnachimpfung
gesichert,  sind  die  Gespanne  desinfizirt,  ist  der  Rinderpestansteckungsstoff
  auf  den  Farmen  bezw.  Viehposten
durch  energische  Desinfektion  (wie  weiter  unten  ausgeführt)
  vernichtet,  so  kann  auch  da,  wo  aus  den
oben  angeführten  Gründen  die  Blutnachimpfung  noch
nicht  möglich  gewesen  ist,  der  Rinderpest  endgültiger
Einhalt  gethan  werden.

Ich  bemerke  dazu,  daß  übrigens  auf  Grund  der
nun  auch  in  Windhoek  und  Rehoboth  durch  die
Blutimpfung  erzielten  Erfolge  die  Viehbesitzer  des
Bezirks  ihre  Herden,  wie  in  Otyimbingwe,  gleich
den  Zugochsen  mit  Blut  nachimpfen  zu  lassen  beginnen.

Neben  der  Impfung  ist  eine  möglichst  ausgiebige
Vernichtung  des  im  Lande  ausgesäeten  Rinderpestgistes
  von  mir  angestrebt  worden.  Die  Kaiserliche
Landeshauptmannschaft  hatte  ja  außerdem  schon  das
Verbrennen  der  gefallenen  Thiere  angeordnet,  so  daß
mir  nur  auf  strenge  Durchführung  dieser  Maßnahmen,
wie  auch  auf  das  möglichst  ausgiebige  Ausbrennen
aller  verpesteten  Plätze,  besonders  der  verseuchten
Kraale,  hinzuwirken  übrig  blieb.
        <pb n="773" />
        Bezüglich  der  Reinigung  der  Wasserstellen  habe
ich  bereits  Gelegenheit  gehabt,  mündlich  Vorschläge
zu  machen,  möchte  aber  vor  deren  Verwirklichung  erst
die  beachtenswerthen  Winke  des  Herrn  Roßarztes
Rickmann  mit  in  Erwägung  ziehen.  Jedenfalls
bin  ich  schon  jetzt  überzeugt,  daß  wir  auch  diese  wichtige
  Frage  in  kurzer  Zeit  praktischer  Lösung  entgegenführen
  werden.  Danach  bleibt  mir  nur  noch  eine
Aufgabe  zu  erfüllen  übrig,  das  ist  die,  über  die
Immunität  des  Nachwuchses  der  geimpften  Rinder
Gewißheit  zu  erhalten.  Ich  habe  bereits  im  Auftrage
  des  Herrn  Geheimraths  Koch  auf  der  wissenschaftlichen
  Station  in  Kimberley  an  zwei  von  immunisirten
  Kühen  stammenden  Kälbern  nachweisen  können,
daß  die  Immunität  der  Mutter  auf  die  letzteren
übergegangen  war.  Von  den  beiden  Kühen  war  die
eine  mit  Serum  und  Rinderpestblut,  die  zweite  nur
mit  Galle  ohne  Blutnachimpfung  immunisirt.  Meinen
Antrag,  Untersuchungen  nach  dieser  Richtung  in
größerem  Maßstabe  anzustellen,  hat  die  Kaiserliche
Landeshauptmannschaft  kürzlich  genehmigt,  und  es  ist
mir  bereits  gelungen,  eine  Anzahl  von  immunen
Kühen  stammender  Kälber  verschiedenen  Lebensalters
ankaufen  zu  lassen,  so  daß  ich  noch  in  den  nächsten
acht  Tagen  mit  meinen  Versuchen  werde  beginnen
können.  Ueber  das  Ergebniß  derselben  werde  ich
besonders  berichten.  Ich  bemerke  zu  diesem  Gegenstand
  noch,  daß  ich  die  Ferren  Rickmann  und
Borchmann  ersucht  habe,  baldmöglichst  gleichartige
Versuche  in  ihren  Impfbezirken  anzustellen.

Ich  glaube  durch  den  vorstehenden  Bericht  dargethan
  zu  haben,  daß  die  Kochsche  Impfmethode  das
Vertrauen,  welches  die  Kaiserliche  Landeshauptmannschaft
  ihr  entgegengebracht  hat,  gerechtfertigt  hat.
Das  Feld  für  meine  Thätigkeit  fand  ich  von  der
Regierung  des  Landes  schon  in  zweckmäßigster  Weise
vorbereitet,  die  Impfung,  verbunden  mit  den  übrigen
Maßnahmen  gegen  die  Rinderpest  mit  allen  zur  Verfügung
  stehenden  Mitteln  eingeleitet,  so  daß  es  mir
leicht  geworden  ist,  die  Impfmethode  in  der  von
mir  geforderten  sorgfältigen  Ausführung  erfolgreich
durchzuführen.

 

Uebersicht  der  im  Bezirk  Reetmanshoop  ansässigen
Deutschen  und  Fremden.
(Nach  dem  Stande  vom  1.  Jannar  1897.)
a.  Gesammtbevölkerung  (weiße).

 

 

 

 

Mit  Weißen  ver.

*8  heirathete  Fraunen  9  Kinderr
bezw.  Wittwen  35  7“

2  ⁊  3  8—#  i-e  S
22*2225
2  s  8653
G
————————

 

 

 

 

663

 

—

b.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe.
(Erwachsene  männliche  Bevölkerung.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siteand  oder  Gewerbe
I  '
-  USE  2  8
Öé
angehörigkeits#2
E  .ECESCOEH
S8%  äseo  SvôSEs
I  1
Deutsche  145  12  5|18171  111
Engländer20  4—  121|3  —)
Kapländer  755—  „3  —  64444  —  ——
Schweoben  1—  1——  —————
Schweizer11  11——  ——
Russeris!—  —  —  —  ————
Amerikaner  —  —  —  1  —  —
Norweger..  1  ——  —  ————1
c.  Nach  Maßgabe  des  Wohnsitzes.

*  Staatsangehörigkeit  und  Anzahl
ltungs-  2  8  S
v  5

slls

2
as  4868816
Kecimanshoooog  49  25—  —  ——  —171
armbad.  3  160  —  1  1192
Ukamas.  131  —  7568——
Davignab  4  4  59—  —  ——  —187
—  4  —i  2——  332
coes  67
abaus.  •1  —  ————11
Bethanien  48  19  1  191—1—  ———18
Bersaba  3  —  —  —  —  ——  3
Zusammen  /209/  82  /366/  8/11119  1  e#1
Deutsch-Meu-Guinea.

-ur  Ermordung  des  Forschungereisenden  Eblers.

Im  Anschluß  an  die  in  Nr.  15  des  Kolonialblattes
  vom  1.  August  d.  Is.  enthaltene  Nachricht
über  die  vermuthete  Ermordung  der  Herren  Ehlers
und  Piering  wird  jetzt  ferner  mitgetheilt,  daß  die
des  Mordes  verdächtigen  Leute  Ranga  und  Opieha
(Unia)  heißen  und  aus  der  Insel  Buka  gebürtig  sind.

Die  erste  Kunde  von  jener  Ermordung  erhielt
der  Kaiserliche  Richter  Dr.  Hahl  in  Herbertshöhe
durch  einen  Polizeijungen,  der  bei  seiner  letzten  Anwesenheit
  in  Stephansort  die  Thatsache  von  Expeditionsmitgliedern
  gehört  haben  wollte.  Die  von
Dr.  Hahl  veranlaßten  Vernehmungen  der  nach
Herberkshöhe  zurückgekehrten  drei  Expeditionsmitglieder
  Tombalil,  Tulalai  und  Tombalingere  lauteten
sehr  widersprechend;  erst  nach  wiederholten  Gegenüberstellungen
  war  es  möglich,  eine  einigermaßen
elnheitliche  Erzählung  zu  erhalten.  Danach  hätten
die  Bukas  Ranga,  Opieha  (Upia)  und  Tupi  (Zuppis),
welche  sich  mit  Ehlers,  seinem  Diener  Shokera  und
dem  Unteroffizier  Piering  auf  dem  Floß  befunden
        <pb n="774" />
        hätten,  nicht  nur  diese  Letzteren,  sondern  auch  diejenigen
  drei  Neumecklenburger  ermordet,  welche  nach
früheren  Erzählungen  mit  einem  Theil  der  Lebensmittel
  entwichen  sein  sollten.  Eine  überzeugende
Gewißheit  war  aus  den  Darstellungen  dieser  Leute
nicht  zu  schöpfen.  Da  ein  starker  Rassenhaß  zwischen
den  Arbeitern  aus  Buka  (Salomons-Inseln)  und
denen  aus  Neumecklenburg  (Neupommern)  besteht,
so  war  es  nicht  ausgeschlossen,  daß  die  als  Zeugen
vernommenen  Eingeborenen  der  letzteren  belden  Inseln
  die  ganze  Erzählung  erfunden  hatten,  um  an
den  Bukas  wegen  irgend  eines  der  dortigen  Behörde
umbekannten  Streites  Rache  zu  nehmen.  Die  von
Herru  v.  Hagen  in  Stephansort  veranlaßten  Verhöre
  von  anderen  Expeditionsmitgliedern,  darunter
auch  Bukaleuten,  haben  aber  die  obige  Erzählung
zum  größten  Theil  bestätigt.  Aus  den  Aussagen
der  bisher  vernommenen  Bukajungen  Ranga,  Opieha
(Upia),  Tupi  (Zuppis)  und  Likki,  der  Neumecklenurger
  Barono  und  Kiptu  und  des  Neupommern
Tutum  geht  übereinstimmend  hervor,  daß  die  Expedition
  an  einen  großen  Fluß  gelangte,  Ehlers  hier
ein  Floß  bauen  ließ,  am  zweiten  Tage  die  meisten
kranken  Mitglieder  der  Expedition  den  Fluß  abwärts
zu  Fuß  vorausschickte  und  nur  mit  Ranga,  Upia  und
Zuppis  zurückblieb.  Am  nächsten  Tage  stießen  diese
letzteren  Drei  allein  wieder  zu  ihren  Kameraden,
Ranga  und  Upia  im  Besitze  von  Ehlers  und  Pierings
Gewehren,  Ranga  auch  mit  Ehlers  Spiegel,  Rasirmesser,
  Waschgeschirr  und  „vielem  Geld“.  Von
einem  selner  eigenen  Landsleute  wird  Ranga  auch
beschuldigt,  die  Ehlersschen  Gewehre  kurz  vor  Ankunft
  auf  der  Missionsstation  Motu-Motu  in  den
Fluß  geworfen  und  die  Ermordung  von  Ehlers  zugestanden
  zu  haben.  Ob  diese  Thatsachen  dem  Richter
genügen  würden,  die  drei  verdächtigen  Bukaleute
wegen  Mordes  zu  verurtheilen,  muß  infolge  der
traurigen  Unterbrechung,  die  diese  Untersuchung  erlitten
  hat,  zunächst  auf  sich  beruhen;  immerhin  ist
danach  in  hohem  Grade  wahrscheinlich,  daß  die
Führer  der  Expedition  ein  gewaltsames  Ende  gesunden
  haben.

Zu  derselben  Angelegenheit  meldet  der  Kaiserliche
Richter  Dr.  Hahl  aus  Herbertshöhe  unter  dem
1.  September  d.  Is.  noch  Folgendes:

„Die  angestellte  Untersuchung  hat  die  Gewißheit
ergeben,  daß  die  Herren  Ehlers  und  Piering  auf
ihrem  Zuge  durch  Neu-Guinea  von  den  Bukajungen
Ranga  und  Upia  erschossen  wurden.  Den  Beiden
sielen  auch  der  Diener  Tschokra  und  die  Neumecklenburger
  Maris,  Baris  und  Bangin  zum  Opfer.

Es  hat  sich  bestätigt,  daß  die  zwei  letztgenannten
Jungen  mit  einem  Theile  des  Mundvorrathes  entwichen
  waren.  Ebenso  ist  richtig,  daß  an  einem  bereits
  südwärts  ziehenden  Flusse  ein  Floß  gebaut
wurde.  Auf  diesem  fanden  Ehlers,  Piering,  Tschokra,
Maris,  Ranga  und  Upia  Platz.  Die  übrige  Mann-664



 

schaft  wurde  am  Flußufer  vorausgesandt.  Gegen
Mittag  trasen  Ranga,  Upia,  Maris  und  ein  früher
aus  Erschöpfung  zurückgebliebener  Buka  Namens
Zupis  wieder  beim  Haupttrupp  am  Ufer  ein.  Erstere
erzählten  auf  Befragen  sofort  und  später  wiederholt,
daß  sie,  und  zwar  Ranga  Herrn  Ehlers  und  Tschokra,
Upla  den  Polizeiunterosfizier  erschossen  hätten.  Maris
—  der  einzige  Augenzeuge  —  wurde  später  auf  dem
Weitermarsch  ebenfalls  von  Upia  getödtet.

Nach  langer  Wanderung  traf  der  Trupp,  dem
sich  auch  die  beiden  entlaufenen  Neumecklenburger
wieder  zugesellt  hatten,  auf  einen  Bestand  Sagopalmen.
  Dort  wurde  gerastet.  Die  Leute  bauten
sich  Flöße  aus  den  Blattrippen  der  Palmen.  Am
Morgen  des  dritten  Tages  kam  ein  offenbar  schon
lange  gärender  Streit  zwischen  den  Buka  und  Neumecklenburgern
  zum  Ausbruch.  Ranga  und  Upia
erschossen  den  Baris  und  Bargin,  Zupis  streckte  den
Lupid  nieder.  Er  wurde  hierwegen  zu  drei  Jahren
Gefängniß  mit  Zwangsarbeit  verurtheilt.

Ueber  die  Beweggründe  der  Ermordung  der
belden  Welßen  und  des  Streites  unter  den  Farbigen
ließ  sich  Nichts  feststellen.“

Wie  früher  gemeldet,  ist  es  den  beiden  Bukaleuten
  gelungen,  aus  dem  Gefängniß  zu  Stephansort
zu  entspringen.  Bei  dem  Versuche,  ihrer  wieder
habhaft  zu  werden,  wurde  der  stellvertretende  Landeshauptmann
  v.  Hagen  am  14.  August  von  Ranga
meuchlings  erschossen.

Der  Kaiserliche  Richter  hat  darauf  unverweilt
mit  Unterstützung  von  S.  M.  S.  „Falke“  einen
Strafzug  gegen  die  Dörfer  Mala,  Para  und  Gorib,
deren  Bewohner  den  Bukaleuten  Aufnahme  und
Unterstützung  gewährt  hatten,  ausgeführt.  Bei  der
Schwierigkeit  des  dicht  verwachsenen  Hügellandes  ist
es  den  Behörden  nicht  gelungen,  der  geflüchteten
Mörder  habhaft  zu  werden.  Wenige  Tage  später
sind  sie  aber,  wie  die  neuesten  bei  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  eingelaufenen  Nachrichten  bewelsen,  befreundeten
  Eingeborenen  in  die  Hände  gefallen  und
von  ihnen  getödtet  worden.

Sur  Ermordung  des  Landesbauptmanns  v.  dagen.

Einem  Privatbriefe  der  Schwester  Auguste  Herber,
aus  Stephansart,  die  dort  für  den  Frauenverein  als
Krankenpflegerin  thätig  ist,  entnehmen  wir  folgende
Einzelheiten  über  die  Ermordung  des  kommissarischen
Landeshauptmanns  v.  Hagen:

„Am  13.  August  waren  die  Herren  v.  Hagen,
Dr.  Hahl,  Boluminski,  Blum  und  Polizeiunteroffizier
Störmes  mit  der  Schußtruppe  nach  Friedrich  Wilhelmshafen
  heraufgezogen,  um  dort  die  beiden  ausgerückten
Ehlersschen  Mörder  zu  suchen.  Herr  v.  Hagen  erhielt
  Nachricht,  daß  die  Mörder  bei  Jomba,  in  den
Dörfern  Malanula  und  Gorib  sitzen  sollten;  dorthin
hatte  nun  die  Expedition  ihren  Weg  genommen.
Nirgends  war  etwas  Verdächtiges  zu  sehen.  Da
        <pb n="775" />
        plötzlich  steht  ein  elngeborener  Spion  auf  einer  Anhöhe
  zwischen  diesen  genannten  Dörfern  und  schreit
fürchterlich  (um  die  Mörder  zu  warnen).  Der  Mann
wird  festgenommen  und  ihm  der  Mund  verbunden,
damit  er  nicht  mehr  schreien  kann,  und  die  Truppen
marschiren  weiter.  Herr  v.  Hagen  voran.  Er  ließ  es
sich  nicht  nehmen,  der  Erste  zu  sein.  Plötzlich  kommt
aus  einem  Versteck  hinter  einem  Baume  ein  Schuß,
trifft  die  Brust  des  Herrn  v.  Hagen,  er  sinkt,  ohne
einen  Ton  von  sich  zu  geben,  zusammen  und  ist  todt.
Nur  ganz  leise  konnte  er  noch  die  Hand  des  Herrn
Dr.  Hahl  drücken.  Es  gab  eine  große  Panik  unter
den  Leuten,  den  Führer  fallen  zu  sehen,  und  Dr.  Hahl,
der  schnell  nach  dem  Platz  sprang,  von  wo  der  Schuß
kam,  fand  Alles  leer.  Nun  bahrte  man  die  Leiche
und  brachte  sie  zum  Strand;  zwei  Stunden  hat  der
Marsch  bis  dorthin  gedauert.

Während  dort  im  Busch  sich  so  Trauriges  ereignete,
  machte  hier,  nichts  ahnend,  S.  M.  S.Falker
die  Anker  fest,  Herr  Boluminski  und  Boten  waren
vorausgeeilt,  um  Boote  zu  holen,  eine  Partie  nach
Friedrich  Wilhelmshafen,  und  Herr  Boluminski  kam,
um  hier  Nachricht  zu  bringen  und  die  Barkasse  zu
holen,  um  noch  die  Leiche  vor  Abend  ins  Haus  zu
bringen.  Nicht  ahnend,  ein  Kriegsschiff  hier  zu  finden,
freute  er  sich,  als  er  es  sah,  so  mit  Allem  schneller
zum  Ziel  zu  kommen.  Er  hatte  sich  auch  nicht  verrechnet,
  der  Kommandant  gab  sofort  seine  Pinasse
und  Leute  und  trotz  hoher  See  hatten  wir  Herrn
v.  Hagen  bei  Dunkelwerden  in  seln  nun  so  stilles
Haus  tragen  können.  Den  anderen  Tag,  Sonntag,
versammelten  wir  uns  Alle  um  8  Uhr  früh,  um  dem
lieben  Todten  das  letzte  Geleit  zu  geben.  Herr
Hoffmann  sprach  am  Sarge  über  1.  Sam.  20  V.  3:
„  Es  ist  nur  ein  Schritt  zwischen  mir  und  dem  Tode.=Dann
  wurde  der  Sarg  zur  Gruft  getragen;  wir
haben,  seinem  Wunsche  gemäß,  das  Grab  im  neuen
Park  gemacht.  Der  Kommandant  von  S.  M.  S.
„Falker  mit  seinen  Osffizieren  und  der  Mannschaft
folgten  dem  Sarge,  und  nachdem  ein  kurzes  Gebet
gesprochen,  wurden  die  Salven  abgegeben.  Herr
Dr.  Hahl  hat  auch  im  Hause  am  Sarge  den  Dank,
den  wir  und  die  Kompagnie  dem  Verblichenen  schulden,
  für  alle  seine  Verdienste  ausgesprochen.

Dienstag  gingen  Dr.  Hahl,  Dr.  Wendtland,  Blum
und  zwei  Polizeiunteroffiziere  mit  der  Schutztruppe,
die  aus  dem  Archipel  zur  Unterstützung  des  Herrn
Dr.  Hahl  mit  dem  „Falker  angekommen  war,  noch
einmal  an  die  verschiedenen  Plätze,  um  die  Mörder
zu  fangen  und  die  Dörfer  zu  bestrafen,  die  den
Mördern  Herberge  gegeben.  Das  Kriegsschiff  schickte
erst  einige  Schüsse  voraus.  Erst  am  Mittwoch  konnte
vielen  Regen  und  Nebels  wegen  die  Arbeit  begonnen
werden.  In  den  Dörfern  waren  die  Leute  alle
fortgelaufen,  nur  einen  alten  Mann  fand  man
vor  seiner  Hütte,  der  auch  als  Geisel  mitgenommen
wurde.  Zu  derselben  Zeit,  wohl  aus  Furcht  vor
den  Kriegsschiffen,  war  ein  französisches  Schiff,
„L'Eures,  mit  dem  Bischof  aus  dem  Archipel  ge-665



 

–

kommen,  um  Herrn  v.  Hagen  einen  Besuch  zu  machen.
Aus  Furcht  vor  den  beiden  Kriegsschiffen  fingen  die
Eingeborenen  von  Maraga  die  Mörder  nun  ein.  Es
war  unter  ihnen  die  bange  Frage  entstanden,  wie
es  wohl  die  weißen  Männer  machen  mögen:  Aber
das  ist  wahr,  sie  pfeifen  einmal,  dann  kommt  gleich
ein  Schiff,  und  sie  pfeifen  wieder,  dann  kommt  noch
ein  Schiff  und  so  sind  sie,  die  weißen  Männer,  doch
sehr  mächtige  Leutele  Da  auf  die  Köpfe  der  Mörder
eine  Belohnung  ausgesetzt  war,  schnitten  die  Eingeborenen
  dem  Ranga  und  Opia  dieselben  ab  und
brachten  sie,  in  einen  Sack  gesteckt,  hier  mit  großem
Triumph  an.  Die  Köpfe  wurden  bis  zum  Abend
zur  Beruhigung  aller  Leute  ausgestellt.  Alle  Gemüther
  waren  seit  Wochen  erregt,  die  Mörder  umschlichen
  des  Oefteren  die  Station,  um  nach  Gewehren
und  Patronen  Umschau  zu  halten.  Ein  Gewehr
hatten  sie  einem  chinesischen  Fischer  in  Maraga  abgenommen
  und  den  Menschen  dabei  todtgeschlagen.
Darum  waren  die  Eingeborenen  dort  ihnen  auch
nicht  gewogen,  da  im  Handgemenge  auch  einige  Eingeborene
  etwas  abbekommen  hatten.  Um  den  Mördern
  Ranga  und  Opia  hier  den  Verkehr  abzuschneiden,
hatte  Herr  v.  Hagen  mit  dem  Schiff  zuvor  sümmtliche
  Bukaleute  mit  Frauen  nach  dem  Bismarck-Archipel
  versetzt.  Dadurch  war  auch  im  Nu  eine
neue  Polizeitruppe  geschaffen,  leider  noch  Uungeschulte
  Leute,  Javanen  und  andere  schwarze  Jungen,
die  die  Leute  oft  hier  nachts  gesehen  haben  wollten,
aber  stets  wie  verstört  davongelaufen  sind.“

RAus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

„Unter  dem  rothen  Kreuz“  meldet,  daß  Schwester
Gertrud  v.  Liers  in  Dar-es-Saläm  durch  Schwester
Martha  Selig  abgelöst  wird.  Ablösungen  für
Kamerun  und  Windhoek  sind  unterwegs.

Aus  der  St.  Antonius-Mission  in  usigi-Urundi
  (Nordseite  des  Tanganyikasees)  berichtet  P.
van  der  Burgt  in  „Kreuz  und  Schwert“  Folgendes
  (vergl.  Kol.  Bl.  1897  S.  106  ff.):

Bald  ein  halbes  Jahr  besteht  jetzt  unsere  Mission.
Sie  läßt  sich  sehr  gut  an  und  scheint  eine  glänzende
Zukunft  zu  haben.  Augenblicklich  sind  wir  noch  zu
Zweien:  P.  van  den  Biesen  und  ich;  Arbeit  haben
wir  aber  für  Zehn.  Glücklicherweise  ist  ein  dritter
Pater,  der  hochw.  Herr  van  der  Wee,  auf  dem
Wege  zu  uns.  Die  Gegend  ist  gesund,  die  Bewohner,
besonders  die  Kinder,  haben  einen  offenen  Kopf;  sie
lernen  sehr  rasch.  Für  den  Augenblick  haben  wir
noch  wenig  Kinder  in  die  Mission  ausgenommen,
aber  im  Mutterhause  zu  Uschtrombo  giebt  es  eine
gute  Anzahl  aus  Urundi,  Ubembe,  Ubwari,  Uvira  2c.
        <pb n="776" />
        —

die  gern  nach  hier  kämen,  um  ihrer  Heimath  näher
u  sein.

Für  die  Pflege  der  Kranken  bedürfen  wir  noch
eines  Missionars,  er  würde  beide  Hände  voll  Arbeit
haben.  Hundertweise  kommen  die  Kranken  zu  uns,
vielfach  mit  Wunden  behaftet.  Es  giebt  hier  eine
dem  Aussatz  ähnliche  Hautkrankheit,  die  man  „Bunyoro“
nennt  und  zu  häßlichen  Wunden  ausartet.  Fast  alle
Warundi  sind  mehr  oder  weniger  davon  angesteckt.
Wenn  wir  die  nöthigen  Mittel  und  Hülfskräfte  hätten,
könnten  wir  schnell  ein  Hospital  für  alte  Leute  einrichten.


Dle  Lage  unserer  Mission  ist  herrlich.  Man
genießt  einer  sehr  weiten  und  schönen  Aussicht,  besonders
  nach  der  Seite  des  Tanganyikasees  hin,  von
dem  wir  nur  eine  halbe  Stunde  entfernt  sind.  Der
ganze  Strand  zu  unseren  Füßen  ist  gut  angebaut
und  dicht  bevölkert.  Nahe  bei  uns  neben  dem  Marktplatze
  liegt  ein  großes  Dorf.  Hinter  uns  dehnen  sich
große  schöne  Ländereien  aus,  die  Niemandem  gehören.
Während  fast  überall  das  Gestade  schmal  ist,  weil
die  Berge  bis  nahe  an  den  See  herantreten,  dehnt
sich  hier  eine  fruchtbare  Landschaft  von  zwei  bis  drei
Stunden  Breite  zwischen  See  und  Gebirge  aus.
Die  Hauptstadt  Wakonjo  liegt  zwei  Stunden  von  uns.
Der  Tanganyika  ist  hier  sehr  fischreich,  weshalb  viele
Warundi  dem  Fischfang  obliegen.  Zwei  Stunden
von  hier,  an  der  Mündung  des  Flusses  Russuji,  befindet
  sich  der  deutsche  Militärposten  Kazyoga,  besetzt
mit  einem  Unteroffizier  und  zehn  Soldaten.  Vier
Stunden  weiter,  uns  gegenüber  an  dem  anderen
Ufer,  hat  der  Kongostaat  eine  Militärstation,  befehligt
  von  einem  Kölner,  Herrn  Esch.

Wir  erwarten  die  Expedition  des  Herrn  Ramsay,
der  seit  Anfang  dieses  Jahres  einen  Zug  durch  ganz
Urundi  und  Ruanda  zu  machen  scheint.  Wir  hoffen,
daß  ganz  Urundi  sich  unterwirft  und  damit  der
direkte  Weg  von  hier  nach  Uschirombo  geöffnet  wird;
denn  bis  jetzt  müssen  unsere  Kuriere  einen  ziemlich
weiten  Umweg  machen.

Am  1.  Februar  1897  zählte  die  Kongregation
der  Väter  vom  heiligen  Geiste  und  hl.  Herzen
Mariä  nach  50  Jahren  ihres  Bestehens  604  Patres,
531  Brüder;  außerdem  49  eingeborene  Priester  und
Brüder,  die  nicht  die  Ordensgelübde  abgelegt,  endlich
791  Novizen,  zusammen  1975  Personen.  Diese  vertheilen
  sich  auf  152  Häuser,  wie  folgt:  Frankreich
Mutterhaus  (in  Paris)  und  185  verschiedene  Anstalten;
Italien  1,  Deutschland  1  (Apostolische  Schule  und
Brüder-Noviziat  in  Knechtsteden);  Irland  3,  Portugal
  7,  Afrika  (Hauptarbeitsfeld)  96,  davon  10  in
Deutsch-Ostafrika:  Bogamoyo,  Mandera,  Mhonda,
Mrogoro,  Tununguo,  Lalonga,  Kilema,  Kiboscho,
Bura  und  Tanga;  Amerika  2.

666

 

Den  „Nachrichten  aus  der  Herz  Jesu-Mission“
entnehmen  wir  dem  Auszug  eines  Briefes  des  hochw.
Bischofs  Couppé  aus  Vuna  Pope  (Neupommern),
den  7.  April  1897,  Folgendes:

Vor  zwei  Monaten  haben  wir  in  Malaguna
(P.  Fromm)  eine  Knabenschule  eröffnet  unter  der
Leitung  des  Br.  Müller  und  auch  eine  Mädchenschule,
  welcher  die  Schwestern  vorstehen.  Sie  wird
von  60  Knaben  und  ungesähr  ebenso  vielen  Mädchen
ziemlich  regelmäßig  besucht.  Auf  diesen  Schulen  beruht
  hauptsächlich  unsere  Hoffnung;  in  ihnen  soll  ein
christliches  Geschlecht  herangezogen  werden.

Auch  in  Wlawolo  (P.  Bley)  haben  wir  kürzlich
Schulen  errichtet,  welche  von  etwa  70  Kindern  besucht
  werden.

P.  Konstantini  kann  in  seiner  Station  Villa
Maria  (Takambur)  erst  später  an  die  Errichtung
von  Schulen  denken.

Vunatoro,  die  Filialstation  des  P.  Konstantini,
sind  wir  vielleicht  in  einigen  Jahren  in  der  Lage,
zu  einer  selbständigen  Station  zu  erheben  und  sie
mit  einem  Priester  und  einem  Laienbruder  zu  besetzen.

In  Vuna  Pope  (Kiningunan)  herrscht  reges  Leben
und  Wirken  in  unseren  Waisenhäusern.  Bis  jetzt
fanden  seit  1892  263  Kinder  Aufnahme.

Wir  haben  mit  der  Errichtung  eines  Erziehungspensionats
  für  weiße  Kinder  oder  für  solche  von  gemischter
  Rasse  begonnen.  Bereits  sind  sieben  oder
acht  Zöglinge  eingetreten.  Ich  hege  keine  Bedenken,
in  diesem  Jahre  den  Bau  einer  Erziehungsanstalt
für  die  weißen  Kinder  zu  unternehmen.

Seit  drei  Monaten  befassen  wir  uns  mit  dem
Bau  unserer  Kirche,  wollte  sagen  „Kathedrale".
Hoffentlich  können  wir  sie  am  25.  Juni,  am  Feste
des  heiligen  Herzens  Jesu,  konsekriren.

In  geringer  Entfernung  von  Vuna  Pope  leben
etwa  100  Kanachen,  welche  uns  bis  auf  den  heutigen
Tag  gemieden  haben.  Die  Ursache  ihres  feindseligen
Verhaltens  mag  im  Allgemeinen  in  der  Abneigung
gegen  die  Weißen  gelegen  sein,  auf  deren  üppige
und  an  Ausdehnung  gewinnende  Pflanzungen  sie  mit
neidischen  Blicken  sehen.  Soeben  versuchten  wir  aufs
Neue,  ihr  Zutrauen  zu  gewinnen  und  sie  zu  bewegen,
daß  sie  sich  unterrichten  und  taufen  lassen.  Ich  habe
P.  Dicks  zu  ihrem  Seelsorger  bestimmt.

In  der  Filialstation  Takubar,  unweit  Vung  Pope
gelegen,  ruht  die  ganze  Arbeit  auf  den  Schultern
des  Br.  Lakasse.

Wunamärita  im  Distrikte  Massawa  (Baininger
Gebiet)  berechtigt  zu  den  schönsten  Hoffnungen.  Die
Eingeborenen  befinden  sich  in  der  denkbar  besten
Verfassung.  In  Anbetracht  des  gesunden  Klimas
wollen  wir  an  die  Urbarmachung  und  Drainirung
des  Bodens  gehen.  Das  Befinden  der  beiden  Missionare
  P.  Rascher  und  Br.  Pfeiffer  ist  ein  gutes;
anfangs  hatten  sie  zwar  an  Fieber  zu  leiden,  jedoch
seit  zwei  Monaten  nicht  mehr.  Der  hochw.  Pater
widmet  täglich  einige  Zeit  der  Erlernung  der  Baininger
  Sprache,  welche,  soviel  wir  bis  jetzt  be-
        <pb n="777" />
        urtheilen  konnten,  sehr  schwer  zu  sprechen  und  zu
schreiben  ist.  Wie  bekannt,  sind  Massawa  und  Ramandu
  die  einzigen  bewohnten  Orte  an  der  Küste
von  Baining;  man  bedient  sich  dort  noch  der  Sprache
der  Blanka-  und  Tälelebucht.  Erst  landeinwärts
leben  die  Baininger,  deren  Sprache  verschieden  ist.

P.  Rascher  begiebt  sich  öfters  in  der  Woche
nach  dem  fünf  Viertelstunden  entfernten  Ramandu.
Die  dortigen  Bewohner  haben  uns  zur  Errichtung
einer  Station  ein  Grundstück  käuflich  abgetreten  #und
selbst  eine  hübsche  Kirche  gebaut.  Da  dieser  Ort
neben  Wunamkrita  der  einzige  an  der  ganzen  Küste
ist,  durch  welchen  man  ins  Innere  gelangen  kann,
so  habe  ich  beschlossen,  dort  eine  Hauptstation  zu
gründen,  die  von  P.  van  der  A  und  einem  Bruder
versehen  wird.  In  anderthalb  Monaten  ist  diese
wichtige,  geplante  Niederlassung  schon  eine  vollendete
Thatsache.  Das  Haus  wurde  bereits  in  Vuna  Pope
in  einzelnen  abgepaßten  Theilen  gefertigt,  welche  nur
ineinandergefügt  zu  werden  brauchen.  Heute  wurde
mit  dem  Transport  des  Materlals  mittels  Nachen
begonnen,  so  daß  man  die  Aufstellung  des  Hauses
etwa  in  14  Tagen  vornehmen  kann.  Alsdann  hat
P.  Rascher  einen  Mitbruder  in  der  Nähe  und  ist
dadurch  der  langen  und  gefahrvollen  Reise  nach
Wlawolo  enthoben.

Um  die  Verbindungen  zwischen  Vuna  Pope  und
diesem  42  Seemeilen  entfernten  Gebiete  von  Baining
zu  erleichtern,  sah  ich  mich  gezwungen,  in  Sydney
einen  kleinen  Dampfer  von  16  Tonnen  zu  erwerben.
Auf  diese  Weise  wird  eine  rasche  Verproviantirung
aller  Stationen  ermöglicht  und  bleiben  mir  fernerhin
die  Beschwerden  und  der  beträchtliche  Zeitverlust  erspart,
  welche  mit  der  Fahrt  auf  einem  Segelschiffe
oder  Boote  verbunden  sind.  Dieser  Dampfer  wird
somit  der  Mission  gute  Dienste  leisten;  aber  wie  übel
spielt  sein  Ankauf  unserem  armen  Geldbeutel  mit,
und  welche  Auslagen  erfordert  alljährlich  seine  Unterhaltung!


Wie  Sie  sehen,  sollen  die  beiden  letzten  Gründungen
  in  Wunamärita  und  Ramandu  für  die
Mission  ein  neues  Centrum  bilden.

Zum  Schlusse  sei  diesem  allgemeinen  Ueberblick
noch  die  Zahl  der  Taufen  angefügt,  welche  vom
1.  August  1896  bis  zum  1.  April  1897  (meist  Erwachsenen)
  gespendet  wurden:  1645.  Die  Gesammtzahl
  unserer  Katholiken  beträgt  gegenwärtig  über  4000.

 

Der  General  der  Oblaten  von  der  unbefleckten
Empfängniß,  P.  Sonillier,  ist  gestorben.  Derselbe
war  am  17.  März  1826  in  Meyniac  in  der  Diözese
Tulle  geboren  und  war  der  Stifter  der  deutschen
Ordensprovinz  seines  Ordens.  Die  Oblaten  sind
bekanntlich  auch  in  Südwestafrika  thätig.

 

P.  Loonus  aus  der  Kongregation  der  Weißen
Väter,  früher  in  Marienthal  (Luxemburg),  zuletzt
zwei  Jahre  in  Bukumbi  thätig,  ist  in  Kilimatinde
(Ostafrika)  am  Fieber  gestorben.  Er  war  zwei  Jahre

667

 

–

in  Afrika  thätig,  wurde  dann  zur  Wiederherstellung
seiner  Gesundheit  nach  Marienthal  zurückbeordert,
erreichte  aber  dieses  Ziel  nicht  mehr.

(Kreuz  und  Schwert.)

In  „Gott  will  es“  lesen  wir:  Eine  neue  Missionskarawane
  der  Weißen  Väter,  welche  am  11.  Juli
d.  Is.  Marseille  verließ,  um  nach  dem  Innern
Afrikas,  zu  den  großen  Seen  zu  ziehen,  setzt  sich
zusammen  aus  zehn  Priestern,  den  hochw.  Herren:
P.  Brard,  P.  Martin,  P.  Bringuier,  P.  Esser,
P.  Lesbros,  P.  Schaeffer,  P.  Tommaselli,
P.  Buisson,  P.  Huwiler,  P.  Gracy  und  den  vier
Laienbrüdern  Martin,  Hermann,  Maria  und  Ernst
nebst  zwei  Schwestern,  zusammen  16  Missionare.
Die  Karawane,  welche  die  Küste  Afrikas  wohlbehalten
erreichte,  befindet  sich  gegenwärtig  noch  auf  dem
Marsche  ins  Innere,  welcher  mindestens  vier  Monate
dauern  wird,  so  daß  die  Missionare  nicht  vor  Weihnachten
  am  Ufer  des  Nyanza  ankommen  dürften.

 

Am  7.  September  schifften  sich  in  Genua  auf
dem  Dampfer  „Prinz-Regent  Luitpold“  (Norddeutscher
  Lloyd)  zehn  Missionare  vom  heiligen  Herzen
Jesu  und  sechs  Töchter  U.  L.  Frau  vom  hl.  Herzen
ein:  Drei  Patres,  drei  Larenbrüder  und  die  sechs
Schwestern  sind  der  Mission  U.  L.  Frau  im  apostolischen
  Vikariate  Melanesien  (Britisch-Neu-Guinea)
zugetheilt,  die  übrigen  Patres  und  Laienbrüder  begeben
  sich  in  das  neu  errichtete  apostolische  Vikariat
der  Gilbert-Inseln.

Am  25.  September  reisten  mehrere  Priester  aus
dem  Oblatenorden  von  Hamburg  nach  Südwestafrika
  ab.

 

Ueber  die  Wesleyanische  Mission  in  der
Südsee  berichten  die  „Evangelischen  Missionen“  aus
dem  Bismarck-Archipel:  Es  sind  Methodisten,  die
hier  arbeiten,  dieselbe  Kirchengemeinschaft,  durch  welche
die  Bevölkerung  der  Fijünseln  christlanisirt  wurde.
Früher  kamen  die  Missionare  von  der  Wesleyanischen
Missionsgesellschaft  in  London.  Jetzt  bilden  die
Wesleyaner  in  Australien  und  Neuseeland  einen  selbständigen
  Kirchenkörper,  der  auch  die  sämmtlichen
Wesleyanischen  Missionen  in  der  Südsee  übernommen
hat.  Die  Missionsgesellschaft  („Australasiatische  Wesleyanische
  Methodisten-Missionsgesellschaft“  genannt)
hat  ihren  Sitz  in  Sydney.  Die  erste  Station  auf
diesem  Gebiete  hat  Dr.  Brown  auf  Neulauenburg
angelegt  und  zugleich  zahlreiche  Außenstationen  mit
Südseelehrern  besetzt.  Einige  kamen  aus  Tonga.
Diese  Hauptstation  auf  Neulauenburg  ist  der  Sitz
des  Distriktsleiters.  Von  seinen  21  Kirchen  liegen
einige  auch  auf  Neumecklenburg.  Doch  sind  dort  bis
jetzt  noch  die  wenigsten  Erfolge  zu  verzeichnen.

Die  zweite  Station  befindet  sich  in  Kabakada  auf
Neupommern.  Sie  liegt  an  der  westlichen  Küste  der
Gazelle-Halbinsel,  an  der  Talilibai,  so  genannt  nach
        <pb n="778" />
        einem  berüchtigten  Häuptlinge.  Im  Ganzen  sind
mit  jener  Station  17  Kirchen  verbunden.

An  verschiedenen  Orten  wird  die  Anstellung  von
Lehrern  gewünscht.  Leider  fehlt  es  oft  an  passenden
Persönlichkeiten.  Nächstens  jedoch  wird  das  Missionsschiff,
  die  „Meda“,  von  den  Fljlinseln  eine  Anzahl
Gehülfen  bringen.  Auch  sind  schon  bescheldene  Anfänge
  gemacht,  aus  den  neupommerschen  Bekehrten
selber  Lehrer  heranzubilden.  .

Im  Ganzen  umfassen  die  christlichen  Gemeinden
jetzt  1005  volle  Mitglieder;  458  Probeglieder  harren
der  Aufnahme.  Die  Zahl  derjenigen,  welche  den
Gottesdienst  besuchen,  beläuft  sich  auf  7962.

 

Die  „Katholischen  Missionen“  berichten  aus  Natal:
Dle  Mission  der  deutschen  Trappisten  zeigt  eine  immer
großartigere  Entfaltung.  Die  Zahl  der  Stationen  ist
auf  20  gestiegen,  wozu  noch  acht  sogenannte  Katecheseplätze
  kommen.  Bereits  sind  auch  die  ersten  Schritte
zu  Tochtergründungen  in  Britisch  -Maschonaland,
Portugiesisch-Mogambique  und  Deutsch-Ostafrika  im
Gang.  In  der  Abtei  Mariannhill,  dem  Sitze  des
ausgezeichneten  Abtes  R.  P.  Amandus,  ist  ein  vollständiger
  Studienkursus  für  die  jungen  Kleriker  geplant
  und  zum  Theil  schon  eingeführt.  Berelts  zählt
die  Mission  2600  getaufte  Christen,  1500  Katechumenen
  und  1300  Schulkinder,  welch  letztere  ganz  von
der  Mission  erhalten  werden.  Vorzügliche  Dienste
leisten  hier  die  „Rothen  Schwestern“  (Tertiarierinnen
des  reformirten  Cisterzlenserordens),  die  ihr  Mutterhaus
  in  Mariannhill,  ein  Probe=  und  Noviziatshaus
zu  Panningen  (Bahnstation  Reuver,  Limburg  in
Holland),  besitzen,  von  wo  jährlich  neuer  Zuzug  nach
Afrika  abgeht.

Aus  fremden  MNolonien.

Einführung  einer  Gerichtsverfassung  in  Britisch-Ostafrika
  und  Jansibar.

Die  am  7.  Juli  d.  Is.  erlassene  East  Africa
Order  in  Council  1897  regelt  die  Gerichtsbarkeit
für  die  zwischen  dem  Flusse  Juba  im  Norden,
Deutsch-Ostafrika  im  Süden,  dem  Uganda-Protektorat
im  Westen  und  dem  Indischen  Ocean  im  Osten  gelegenen
  Gebiete  und  für  die  anliegenden  Inseln
zwischen  den  Mündungen  des  Juba  und  Umba.
Der  Verordnung  unterliegen  alle  britischen  Unterthanen,
  Fremden  und  Eingeborenen  im  Protektorat;
ausgenommen  sind  in  den  innerhalb  der  Grenzen
der  Verordnung  belegenen  sansibaritischen  Gebietstheilen
  die  Angehörigen  einer  fremden  Regierung,
welche  am  1.  Juli  1895  eine  ähnliche  Jurisdiktion
in  diesen  Gebieten  bereits  ausgeübt  und  zur  Ausübung
  der  Gerichtsbarkeit  nach  Maßgabe  dieser
Verordnung  bezüglich  ihrer  Staatsangehörigen  nicht
ihre  Zustimmung  ertheilt  hat.

In  Mombassa  wird  ein  Protectorate  Court
eingerichtet,  an  dessen  Spitze  ein  von  der  Königin

 

668  —

non  England  ernannter,  gelehrter  Richter,  Judicial
ollicer,  steht.  Die  übrigen  Beamten  des  Court
werden  vom  Kommissionar  ernannt.  An  den  vom
Staatssekretär  bestimmten  Plätzen  werden  Provinzial-Courts
  eingerichtet,  die  theils  lediglich  Strafgerichtsbarkeit,
  theils  auch  Civilgerichtsbarkeit  haben.

r  Berufungsgericht  ist  der  Court  for  San-Sibar.


Soweit  es  die  Umstände  zulassen,  soll  das  in
Britisch-Indien  geltende  Recht  besonders  bezeichnete,
vom  Generalgouverneur  von  Indien  und  dem  Gouverneur
  von  Bombay  erlassene  Verordnungen,  sowie
das  an  den  Gerichtshöfen  der  Präsidentschaft  von
Bombay  geübte  Verfahren  und  die  dort  beobachtete
Praxis,  subsidiär  das  geschriebene  und  ungeschriebene
englische  Recht  maßgebend  sein.  Außerdem  sollen
die  im  ersten  Anhang  zu  „The  Foreign  Juris--diction
  Act  1890“  aufgeführten  englischen  Gesetze
Anwendung  finden,  als  ob  das  Protektorat  eine  englische
  Kolonie  oder  Besitzung  sei.

Der  Code  of  Criminal  Procedure  und  die
übrigen  die  Strafrechtspflege  in  Indien  bebuesienden
  Bestimmungen  treten  im  Protektorat  in

raft.

Schmuggel  wirb  mit  Gefängniß  bis  2  Monaten
oder  Geldstrafe  bis  1000  Ruplen  oder  beiden  bestraft.
  Mit  der  gleichen  Strafe  werden  Vergehen
gegen  die  indischen  zum  Schutze  der  Handelsmarken,
des  Verlagsrechtes,  der  Erfindungen  2c.  erlassenen
Gesetze  belegt.  Der  Court  ist  auch  für  Vergehen
auf  hoher  See  zuständig,  soweit  sie  von  einer
dieser  Verordnung  unterworfenen  Person  begangen
werden.

Der  Kommissioner  trifft  im  Wege  einer  allgemeinen

  Verordnung  die  näheren  Bestimmungen  wegen

Verbüßung  der  Gefängnißstrafen,  die  im  Protektorat
oder  in  Sansibar  erfolgen  kann.  Er  ist  berechtigt,
Personen,  die  eines  Vergehens  gegen  diese  Verordnung
  überführt  sind,  die  den  Frieden  oder  die  gute
Ordnung  im  Protektorat  gefährden,  die  es  unternehmen,
  zwischen  den  Eingeborenen  und  der  Regierung
  Unfrieden  zu  stiften  oder  gegen  die  Autorität
der  letzteren  intriguiren,  für  die  Dauer  von  zwei  Jahren
den  Aufenthalt  im  Protektorat  zu  verbieten.  Auch
können  solche  Personen,  sofern  sie  keine  Sicherheit
für  gute  Führung  zu  leisten  vermögen,  auf  Grund
einer  Entscheidung  des  Court  mit  Genehmigung  des
Kommissioners,  deportirt  werden.  Gegen  die  Anordnungen
  des  Kommissioners  ist  ein  Rechtsmittel
nicht  gegeben,  dagegen  ist  letzterer  verpflichtet,  in
dem  Einzelfalle  an  den  Staatssekretär  zu  berichten.

Rechtsmittel  sind  bei  dem  Protectorate  Court
einzulegen,  der  sie  dann  mit  den  Vorgängen,  Beweismittel
  2c.  an  den  Court  for  Sansibar  weitergiebt,
  die  Strafvollstreckung  ruht  inzwischen,  der
Verurtheilte  wird  in  sicherem  Gewahrsam  gehalten
oder  gegen  Bürgschaft  freigelassen.  Der  Kommissionar,
jeder  Subkommissioner,  Distriktofficer  und  Assistent-
        <pb n="779" />
        fficer  hat  für  den  bezüglichen  Bezirk  die  Befugnisse

o
des  Oflice  of  a  Justice  of  the  Peace.

Civilrechtspflege.  Der  Protectorate  Court,
ist  zuständig  für  alle  gegen  eine  dieser  Verordnung
unterworfene  Person  gerichteten  Klagen.

The  Code  of  Civil  Procedure,  tbe  Bombay
Civil  Court  Act  1869,  the  Indian  Succession
Act  und  die  übrigen  die  Cidilrechtspflege  betreffenden
  Bestimmungen  finden  im  Protektorat  Anwendung.


Im  Einzelnen  werden  in  der  Verordnung  nähere
Bestimmungen  wegen  Nachlaßregulirung,  Verfahren
vor  einem  Schiedsgericht,  bei  Wiederklage  und  im
Falle  der  Streitgenossenschaft  u.  a.  auch  für  die
Fälle  getroffen,  in  welchen  sich  unter  den  Parteien
dieser  Verordnung  nicht  unterliegende  Personen  befinden.


Die  Berufung  gegen  die  Entscheidung  des  Protectorate
  Court  ist  bei  diesem  einzulegen  und  geht  an
den  Court  lor  Sapnsibar.

Mit  Genehmigung  des  Staatssekretärs  und  in
Uebereinstimmung  mit  dem  Court  lor  Sansibar  ist
der  Protectorate  Court  befugt,  zu  dieser  Verordnung
  Ausführungsbestimmungen  zu  erlassen.

Die  Zuständigkeit  des  Commissioners  ist
im  Wesentlichen  folgende:  er  trifft  die  erforderlichen
Bestimmungen  (Oueen's  Regulations)  bezüglich
Zölle,  Steuern,  Postangelegenheiten,  Grund  und

669

 

Boden,  Landstraßen,  Eisenbahnen,  Geld,  Landwirthschaft

  und  des  Gesundheitswesens;  er  sorgt  für  die
nöthigen  polizeilichen  Einrichtungen  und  ist  verantwortlich
  für  die  Beobachtung  der  Gesetze,  den  Frieden
und  die  gute  Ordnung  und  Verwaltung  im  Protektorat.
  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Regulations
werden  mit  Geldstrafe  bis  1000  Rupien,  Gefängnißstrafe
  bis  zwei  Monaten,  eventuell  auch  mit  Geldbuße
belegt.  Dem  Commissioner  liegt  die  ganze  Regelung
des  Gefängnißwesens  ob,  er  sorgt  für  die  Einregistrirung
  von  Urkunden  und  setzt  mit  Zustimmung
des  Staatssekretärs  und  des  Schatzamtes  Prozeßund
  Eintragungsgebühren  fest.

Jede  Anklage  und  Klage  gegen  einen  Eingeborenen
  gelangt  zur  Entscheidung  vor  einen  Native
Court,  ohne  daß  der  Protectorate  Court  die  Besugniß
  hat,  irgendwie  einzugreifen.

Der  Commissioner  trifft  mit  Genehmigung  des
Staatssekretärs  die  näheren  Bestimmungen  betreffend
die  Errichtung  von  Native  Courts,  die  Grenzen
ihrer  Wirkungskreise,  Aenderung  und  Modifjzirung
der  Gesetze  oder  Gebräuche  der  Eingeborenen  im
Interesse  der  Humanität  und  Rechtspflege,  die  Rechtsprechung
  und  das  ganze  Verfahren,  schließlich  auch
darüber,  welche  Gesetze  Britisch-Indiens,  des  vereinigten
  Königreiches  oder  einer  britischen  Besitzung
in  Afrika  und  in  welcher  Form  diese  von  der  Native
Courts  angewendet  werden  können.  Weitere  Bestimmungen
  sind  bezüglich  der  Haftbarkeit  und  der
Delikte  der  Beamten  getroffen.

 

–

Abgesehen  von  den  Bestimmungen  betreffend  die
Native  Courts  sind  im  Wesentlichen  die  vorstehend
angeführten  Bestimmungen  durch  eine  an  demselben
Tage  erlassene  Sansibar  Order  in  Council  1897
auch  für  die  Inseln  Sansibar  und  Pemba,  sowie
die  dortigen  Gewässer  und  die  darin  gelegenen
Inselchen  getroffen  worden.

Der  Verordnung  unterliegen  alle  „British  subjects“
  —  auch  die  Eingeborenen  innerhalb  des  Sultanats
  —  und  die  Fremden,  deren  Regierung  in  die
Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  durch  die  britischen
Gerichte  bezüglich  ihrer  Staatsangehörigen  eingewilligt
  hat.

Die  Gerichtsbarkeit  wird  ausgeübt  durch  den
Court  for  Sansibar,  welchem  der  von  der  Königin
ernannte  Judge  und  der  Assistent  Judge  angehören.
Die  Vertretung  in  Behinderungsfällen  regelt  der
Generalkonsul,  der  überhaupt  in  dieser  Verordnung
an  Stelle  des  Commissioners  der  Verordnung  für
Britisch-Ostafrika  tritt.  Soweit  der  Staatssekretär
es  für  erforderlich  hält,  richtet  er  Subordinate
Courts  ein.

Berufungsinstanz  in  Straf=  wie  Civilsachen
ist  tue  High  Court  of  Bombay.

Für  die  Zuständigkeit  des  Court  for  Sansibar
in  Civilsachen  ist  Thbe  Consular  Courts  (Admiralty)
  Order  in  Council  1894  und  the  Colonial

Courts  of  Admiralty  Act  1890  maßgebend.

Besondere  Bestimmungen  trifft  die  Verordnung
bezüglich  der  Rechtsstreitigkeiten  zwischen  Personen,
die  dieser  Verordnung  unterliegen,  und  solchen,  die
ihr  nicht  unterliegen.

Beide  Verordnungen  sind,  abgesehen  von  einigen
Sonderbestimmungen,  mit  der  Verkündigung  in  Kraft
getreten.

 

Meuterei  der  Polizeitruppe  in  Lagos.

Am  10.  August  d.  Is.  hat  in  Lagos  die  Polizeitruppe
  gemeutert.  Diese  Truppe  besteht  aus  dort
angeworbenen  Joruba-,  Sierra  Leone=  und  Krooleuten,
  und  der  Grund  der  Verweigerung  des  Gehorsams
  war,  daß  der  Gouverneur  verlangte,  daß  von
den  zwölf  Stunden  Freizeit  die  Leute  der  Truppe
umschichtig  sechs  Stunden  nach  einem  bestimmten
Gebäude  gehen  und  dort  sich  in  Bereitschaft  halten
sollten,  sobald  ein  Feuer  ausbräche.

Die  Truppe  verweigerte  darauf  am  Abend  den
Gehorsam.  Es  wurden  die  Haussas  alarmirt,  die
sofort  beim  ersten  Hornsignal  erschienen,  die  auf  dem
Exerzirfelde  stehenden  Polizisten  umzingelten  und  die
Rädelsführer  in  sicheren  Gewahrsam  brachten.  Eine
Anzahl  derselben  ist  abgeurtheilt  und  hat  Strafen
von  einem  Monat  bis  neun  Monaten  Gefängniß  mit
bard  labour  und  25  Hieben  bekommen.  Der  Rest
versieht  wieder  seine  Funktionen.  Am  zweiten  Tage
nach  der  Meuterei  erschien  der  telegraphisch  herbeigerufene
  Kreuzer  „Barakuta“,  hatte  aber  keine  Gelegenheit
  mehr,  einzugreifen.
        <pb n="780" />
        Verordnungen  über  Besitznabme  herrenlosen  Landes
und  betreffend  verbinderung  der  Rautschukfälschung
für  das  britisch=  ostafrikanische  protektorat.

Der  britische  Commissioner  und  Generalkonsul  in
Sansibar  Hardinge  hat  unter  dem  31.  August  d.  Is.
für  die  unter  der  Herrschaft  des  Sultans  von  Sansibar
  stehenden  Theile  der  Provinzen  Seyyidieh  und
Tanaland  eine  Verordnung  erlassen,  durch  welche
der  rechtmäßige  Erwerb  des  Eigenthums  an  unbebautem
  oder  herrenlosem  Lande  von  einer  durch  den
Subcommissioner  der  betreffenden  Provinz  zu  ertheilenden
  Eigenthumsbescheinigung  abhängig  gemacht
  wird.

Eine  weitere  Verordnung  vom  1.  September  d.  Is.
bestimmt  für  den  Bereich  des  britisch-ostafrikanischen
Protektorats  zur  Verhinderung  der  Fälschung  des  dort
gesammelten  und  exportirten  Kautschuks  (rubber),
daß  vor  dem  Verkauf  oder  Versand  jeder  Ballen  in
der  Mitte  durchgeschnitten  werden  muß,  der  Kautschuk
daher  nur  in  halben  Ballen  verkauft  oder  exportirt
werden  darf.  Das  Sammeln  von  „root  rubber“
aus  gekochter  Rinde  wird  verboten.  Der  durch
Einweichen  in  Wasser  oder  in  Mischungen  mit  Sand,
Erde,  Steinen,  Rinde,  Holz  oder  anderen  Fremdkörpern
  verfälschte  Kautschuk  soll  der  Einziehung
unterliegen.  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Bestimmungen
  werden  mit  Gefängniß  bis  zu  drei
Monaten  oder  Geldstrafe  bis  zu  1000  Rupien  oder
beiden  bedroht.

Verordnung,  betr.  Anwerbung  und  Beschäftigung  von
Arbeitern  aus  den  britischen  Lalomons-Inseln.
Der  stellvertretende  britische  Oberkommissar  für

den  westlichen  Stillen  Ocean  hat  unter  dem  28.  Juni

db.  Is.  eine  Verordnung  „The  Salomons  (Labour)

Regulation,  1897“  (Nr.7  1897)  erlossen,  welche

die  Bedingungen  für  die  Anwerbung  und  Beschäftigung

  von  eingeborenen  Arbeikern  aus  den  britischen

Salomons-Inseln  festsetzt.  Dieselbe  steht  seit  dem

1.  August  d.  Is.  in  Kraft.

Dandel  der  Fii#kolonie  im  Jabre  1890.

(Vergl.  für  1895  Nr.  6  dies.  Jahrg.  des  Kol.  Bl.,  S.  177.)

Nach  dem  amtlichen  Handelsbericht  betrug  der
Werth  der  ein=  und  ausgeführten  Waaren  1896  insgesammt
  677  8834  Pfd.  Sterl.  (1895  5783  968  Pfdo.
Sterl.)  und  übertraf  alle  Ergebnisse  früherer  Jahre.
Die  Einfuhr  betrug  242  492  Pfd.  Sterl.  (gegen
241  759  Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre),  die  Ausfuhr
435  342  Pfd.  Sterl.  (gegen  332  209  Pfd.  Sterl.  im
Vorjahre).  Der  Anthell  der  australischen  Kolonien
an  dem  Gesammthandel  stieg  von  dem  für  1895
ermittelten  Prozentsatz  von  83½  auf  über  91½  vom
Hundert  des  Werthes.  Von  dem  Werth  der  ausgeführten
  Gegenstände  entfallen  auf  Zucker  336  929
Pfd.  Sterl.  (gegen  208  889,  nicht,  wie  es  im  Vor-670



 

-bericht  hieß,  238  889  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1895),

Früchte  18  490  Pfd.  Sterl.  (gegen  20  987  im  Vorjahre),
  Kopra  48  950  Pfd.  Sterl.  für  5487  Tonnen
(gegen  94  084  Pfd.  Sterl.  für  10  909  Tonnen  im
Jahre  1895),  Spirituosen  10  163  Pfd.  Sterl.
(1895  keine  Ausfuhr),  Baumwolle  1632  Pffd.
Sterl.  (gegen  546  Pfd.  Sterl.),  Tabak  3798  Pfd.
Sterl.  (Ausfuhr  1895  nur  5  Pfd.  Sterl.).  Schiffsverkehr:
  98  Dampfer  mit  103  168  Tonnen  und
34  Segelschiffe  mit  12  302  Tonnen  (etwas  geringer
als  im  Vorjahre).

Errichtung  eines  französischen  vizekonfulats  für  den
Rongostaat.
Die  französische  Regierung  hat  in  Matadi  ein
Vizekonsulat  für  den  Kongostaat  errichtet,  das  der
Gesandtschaft  in  Brüssel  untersteht.

 

Perschiedene  Mikltheilungen.
Das  Nolonial-Wirtschaftliche  Romitee

(Komitee  zur  Einführung  von  Erzeugnissen  aus  deutschen
  Kolonien),  Berlin  NW.,  Unter  den  Linden  47  I,
dessen  Mitgliederstand  1800  beträgt,  hat  mit  dem
Herbst  seine  gemeinnützige  Thätigkeit  in  verstärktem
Maße  aufgenommen.

Unter  Anderem  finden  Wanderausstellungen
in  verschiedenen  Städten  Deutschlands  statt.

Von  allgemeinem  Interesse  sind  ferner  die  neuen
Einrichtungen  des  Komitees:  Die  chemische  Prüfung
von  Kolonialprodukten  durch  Prof.  Dr.  Thoms,
Leiter  des  pharmazeutisch--chemischen  Instituls  der
Universität  Berlin;  die  Sonderausstellung  der  in
Bildung  begriffenen  kolonialen  Unternehmungen  (zur
Zeit  Pangani-Gesellschaft  Zuckersyndlkat  für  Deutsch-Ostafrika
  —  Transport=  und  Handelsgesellschaft  Zambesi—
  Schire—Nyassa—Tanganyika,  Ludw.  Deuß  &amp;amp;
Co.)  durch  kartographische  Darstellungen  und  Modelle.

 

Ramerun-Land--  und  Plantagengesellschaft.

In  der  Generalversammlung  der  Kakao  bauenden
Kamerun-Land=  und  Plantagengesellschaft  am  28.  September
  zu  Hamburg  wurde  beschlossen,  für  das  letzte
Geschäftsjahr  eine  Dividende  von  5  pCt.  zu  vertheilen.
Nach  den  bisherigen  Berichten  ist  der  Stand  der
Kakaopflanzungen  ein  vortrefflicher  und  die  diesjährige
  Ernte  bedeutend  größer  als  die  des  verflossenen
Jahres.  Außerdem  hat  im  Kakaomarkt  seit  einiger
Zeit  eine  wesentliche  Preissteigerung  stattgefunden,
und  es  ist  infolge  der  geringen  Anfuhren  im  Weltmarkte
  und  bei  der  fortwährenden  Zunahme  des
Konsums  die  Annahme  begründet,  daß  der  Höhepunkt
  der  Kakaopreise  noch  nicht  erreicht  ist.
        <pb n="781" />
        Tikteratur.

Deutschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre  1896.

Berlin  1897.  Dietrich  Relmer  (Ernst  Vohsen).

Als  reifste  und  schönste  Frucht  der  Kolonialausstellung,
  welche  ein  Glanzpunkt  der  Berliner
Gewerbeausstellung  in  Treptow  war,  ist  jetzt  ein
vornehm  ausgestattetes  Prachtwerk  erschienen,  welches
zu  den  besten  Leistungen  des  rührigen  Dietrich  Reimerschen
  Verlages  zählt.  Nicht  eine  Beschrelbung  des
auf  der  Ausstellung  Gebotenen  stellt  das  Werk  dar,
sondern  eine  von  den  berufensten  Kennern  verfaßte
Schilderung  unserer  Schutzgebiete  nach  allen  Seiten,
welche  für  Jedermann  von  Werth  ist  und  dauernde
Bedeutung  besitzt.  Es  zerfällt  in  zwei  Theile,  den
allgemeinen  und  den  wissenschaftlichen.  Während  der
erste  nach  einer  einleitenden  Beschreibung  der  Ausstellung
  (G.  Meinecke,  E.  Neißer,  Dr.  med.  W.
Gronauer)  eine  eingehende  Darstellung  der  handelspolitischen
  Bedeutung  der  Schutzgebiete,  der  Ein=  und
Ausfuhr  (Konsul  Dr.  Zummermann),  der  Missionsthätigkeit
  (A.  Merensky,  A.  Janßen,  H.  Linkens,
##Clara  Müseler)  und  an  der  Hand  von  Karten
die  Beschreibung  unserer  Kolonien  (Dr.  Büttner,
Prof.  Dr.  v.  Danckelman,  Dr.  Dove,  G.  Meinecke,
Prof.  Dr.  F.  Wohltmann)  bringt,  beginnt  der  zweite
wissenschaftliche  Theil  mit  der  Darstellung  des  Standes
  der  kartographischen  Festlegung  unserer  Schutzgebiete
  von  Dr.  R.  Kiepert,  gefolgt  von  elngehenden
Arbeiten  über  Anthropologie  und  Elhnographie  von
Prof.  Dr.  v.  Luschan,  Zoologie  von  Paul  Matschie,
Botanik  von  Dr.  Gürke  und  Geologie  von  Dr.
Stromer  v.  Reichenbach.

Dem  überreichen  Bilderschmuck  liegen  hauptsächlich
die  interessanten,  auf  der  Ausstellung  vorgeführten
Völker,  Gegenstände,  Gebäude  rc.  zu  Grunde.  Noch
niemals  ist  der  deutschen  Lesewelt  eine  so  wohlfeile
und  so  vortreffliche  Gelegenheit,  sich  über  die  Schutzgebiete
  einmal  wirklich  allseitig  und  zuverlässig  zu
belehren  und  ihre  Bedeutung  im  Rahmen  der  allgemeinen
  Weltlage  zu  würdigen,  geboten  worden.  Das
368  Seiten  größten  Formats  starke,  von  Karten  und
Bildern  strotzende  Werk  kostet  nur  10  Mark.

Dr.  Max  Esser:  An  der  Westküste  Afrikas.  Wirthschaftliche
  und  Jagdstreiffüge.  Berlin,  Köln  und
Leipzig  1898.  A.  Ahn.

Mit  seltener  Energie  und  seltenem  Glück  hat
der  Verfasser  im  Jahre  1896  eine  erfolgreiche  Reise
im  tropischen  Westafrika  ausgeführt  und  auf  Grund
der  dabei  gewonnenen  Eindrücke  sogleich  ein  großes
Plantagenunternehmen  für  Kamerun  ins  Leben  gerufen.
  Das  jetzt  erschienene,  außerordentlich  geschmackvoll
  ausgestattete  Werk  gestattet  dem  Leser,  den
Reisenden  auf  seinen  Fahrten  und  Wanderungen  in
S8o  Thomé,  Kamerun,  dem  Baliland,  Angola  und
Südwestafrika  zu  begleiten.  Anschauliche  klare  Schilderungen,
  unterstützt  von  vorzüglich  wiedergegebenen
photographischen  Aufnahmen,  gewähren  eine  Fülle

671

 

–—

interessanter  Belehrung  und  Anregung.  Hoffentlich
werden  sie  dazu  beitragen,  daß  recht  viele  unserer
Landsleute  sich  ebenso,  wie  der  Autor  es  gethan,
persönlich  von  dem  Werthe  unserer  Schutzgebiete
überzeugen.

 

Deutscher  Kolonial-Abreißkalender  für  1898.
Herausgegeben  von  Fritz  Hessemer.  Berlin.
Wilhelm  Buchholz.  6

Eine  hübsche  Idee  ist  hier  in  recht  gelungener

Weise  ausgeführt.  Der  Kalender  ist  an  der  Karte

Afrikas  befestigt  und  nimmt  das  Herz  des  schwarzen

Erdtheils  ein.  Ringsum  heben  sich  in  schönem  Roth

die  einzelnen  Kolonien  ab.  Jedes  einzelne  Blatt

trägt  ein  Datum  aus  der  Geschichte  der  kolonialen

Politik  und  dazu  ein  Bild  aus  den  Kolonien  oder

aus  der  Zahl  der  an  ihrer  Entwickelung  betheiligten

Persönlichkeiten.  Der  Kalender  wird  hoffentlich

reichen  Beifall  finden  und  der  Sache  der  Kolonien

neue  Freunde  zuführen.

 

Koloniales  Jahrbuch.  Herausgegeben  von  G.
Meinecke.  Zehnter  Jahrgang.  1897.  —
Das  vor  Kurzem  erschienene  Heft  2  enthält
u.  a.  zwei  Arbeiten  ũüber  die  Frage  der  Strafkolonisation
  von  Graf  Pfeil  und  Dr.  Bruck,  einen  Aufsatz
  des  Pflanzers  Rackow  über  die  Branntweinfrage
und  einen  Aufsatz  von  Dr.  Hilty  über  die  nach  dem
australischen  Staatsmann  Torrens  benannte  Landgesetzgebung,
  die  bekanntlich  dem  preußischen  Hypothekenwesen
  nachgeahmt  ist.

E.  v.  Hesse-Wartegg:  China  und  Japan.  Erlebnisse,
  Studien,  Beobachtungen  auf  einer  Reise  um
die  Welt.  Mit  44  Vollbildern,  132  Textillustrationen,
  Beilagen  und  einer  Karte.  Leipzig  1897.
J.  J.  Weber.

In  einem  überreich  ausgestatteten  prächtigen
Bande  führt  der  bekannte  Reisende  hier  einen  Theil
der  Ergebnisse  seiner  letzten  Fahrten  vor.  Je  ärmer
die  deutsche  Litteratur  an  auch  nur  einigermaßen  erschöpfenden
  und  zuverlässigen  Werken  über  Ostasien
ist  und  je  wichtiger  dieses  für  den  deutschen  Handel
und  Gewerbfleiß  wird,  um  so  lebhafter  ist  das  Erscheinen
  einer  solchen  Veröffentlichung  zu  begrüßen.
Verfügt  doch  der  Verfasser  über  so  große  und  langjährige
  Erfahrungen  und  Vorkenntnisse  wie  wenige
andere  Reisende.  Er  ist  nicht  darauf  angewiesen,
wie  manche  Zeitungsreporter,  sich  hauptsächlich  an
den  Klatsch  der  Kutscher,  Kellner,  Dolmetscher  und
dergleichen  zu  halten  und  allerlei  alte  Anekdoten  als
baare  Münze  seinen  Lesern  vorzusetzen  v.  Hesse-Wartegg
  war  vielmehr  in  der  Lage,  die  besten
Quellen  zu  benutzen  und  daraus  das  für  Europa
Interessante  und  Nützliche  herauszunehmen.  Sein
Buch  wird  daher  zweifellos  in  verdienstlicher  Weise
dazu  beitragen,  die  Kenntniß  der  wahren  Zustände
Japans  und  Chinas  in  Deutschland  zu  fördern.
        <pb n="782" />
        Renner:  Durch  Bosnien  und  die  Herzegowina  kreuz

und  quer.  Zweite  in  Wort  und  Bild  ergänzte
und  vermehrte  Auflage.  Berlin  1897.  Dietrich
Relmer  (Ernst  Vohsen).

Nicht  der  allein  beispiellos  billige  Preis  (3  Mk.
für  ein  reich  illustrirtes  Werk  von  567  Seiten),  sondern
  auch  das  Interesse,  welches  die  darin  behandelten
  Gebiete  immer  mehr  erwecken,  hat  in  kurzer
Zeit  zum  Erscheinen  einer  neuen  Auflage  des  vor-Reechen
  Buches  geführt.  Es  sind  in  der  neuen
Form  fünf  Bogen  hinzugekommen,  welche  besonders
das  noch  sehr  wenig  bekannte,  aber  höchst  malerische
Sandschak  Novibazar  behandeln.  Nicht  allein  für
den  Touristen,  dem  diese  österreichischen  Kolonialländer
  viel  Ueberraschendes  bieten,  sondern  auch  für
den  Kolonialpolitiker,  Geographen  und  Volkswirth
ist  das  Buch  werthvoll.

Otto  Hübners  geographisch-statistische  Tabellen
  für  1897.  Herausgegeben  von  Dr.  Fr.
v.  Juraschek.  Frankfurt  a.  M.  H.  Keller.

Der  Inhalt  der  allgeschätzten  Tabellen  ist  in
der  bekannten,  unübertroffenen  Weise  auch  für  den
neuen  Jahrgang  nach  den  besten  und  zuverlässigsten
Quellen  zusammengestellt.  In  allen  den  zahlreichen
darin  behandelten  Materien  sind  die  Ergebnisse  der
jüngsten  Zählungen  wie  der  neuesten  Berechnungen
berücksichtigt.  Insbesondere  sind  in  diesem  Jahrgange
bereits  die  vorläufigen  Ergebnisse  der  ersten  allgemeinen
  Volkszählung  im  Russischen  Reiche  vom  Jahre
1897  eingestellt,  für  das  Deutsche  Reich  die  definitiven
  Ergebnisse  der  Zählung  vom  2.  Dezember  1895,
für  Frankreich  jene  der  Zählung  von  1896.

Aus  allen  Welttheilen.  Herausgegeben  von
R.  Fitzner.  Berlin  1897.  H.  Peetel.

Nr.  24  enthält  eine  fleißige  und  lesenswerthe
Arbeit  von  H.  Seidel  über  die  Entwickelung  Lomes,
der  Hauptstadt  der  Togokolonie,  sowie  die  Fortsetzung
  einer  Schilderung  der  Pflanzungsanlagen  in
Deutsch-Ostafrika  vom  Herausgeber.

 

André  Mévil:  Au  paps  du  soleil  et  de  ’or,
Fretace  de  Hugues  le  Roux.  Paris  1897.
aison  Didot.

Das  gutgeschriebene  Buch  enthält  die  Schilderung
  einer  Reise,  welcher  der  Verfasser  ins  Innere
der  französischen  Senegalkolonie,  in  das  einst  berühmte
Goldland  Bambuk,  ausgeführt  hat.  Der  Zweck  der
Reise  war  eine  Untersuchung  des  Goldreichthums  des
Landes,  die  allerdings  ebenso  wenig  wie  andere  zu
abschließenden  Ergebnissen  geführt  hat.  Als  Beitrag
zur  Kenntniß  dieser  sich  in  letzter  Zeit  immer  bedeutender
  entwickelnden  Kolonie,  welcher  jetzt  der
französische  Kolontalminister  seinen  Besuch  abstattet,
ei  die  Schrift  die  Aufmerksamkeit  der  Kolonialreunde.


672

 

Tilterakur  Verpeichniß.

Siesehrecht,  *  Die  „ehandlung  der  —
in  den  deutschen  Kolonien.  Mit  einem  Bilbniß  des
Naers  n  v.  Wissmann.  80°.  (IV,  196  S.)  F7
Mk.  4,  geb.  Mk.  5,60.  S.  Fischer  Verlag,  Berlin.

v.  Trotha,  „Oberse  Neine  Bereisung  von  Deutsch-Ostafri
  Vortrag,  gehalten  in  der  Sizung  der
du  für  rn  am  12.  Juni  1897.

Verlag  von  B.  Brigl,  Verlin.“

Schutztruppen,  die  deutschen,  in  Afia  in  ihrer  jetigen
Uniformirung.  Sieben  Tafeln  in  lithograph.  Farben
druck  mit  78.  Möilrungen  von  Offizieren  und  SEpaken
sowie  der  verschiedenen  Grad=  und  sonstigen  Abzeichen
beelben.  6  st  Erläuterungen.  (32  S.)  Mk.  2.50,

Mk.  3.—  orih  Ruhl,  Leipzig.

—ie  „  F.  Reginald:  —*“  wie  8  ist.  -

bemt  Saüene  inin  von  P.  Balter.  Gr.  80.  (III,
S.)  Julius  Springer,  Berlin.

rn  )  -  i-  amerun  und  #  o  in  vier
(sa  rb.)  Blättern  mit  16  N  rten.  :  .
assöxdöcmpluö  «L  deuts  her
Mit  Benlchtwarten  über  die  rrirbhschaft.  Grundzüge  der
Schutzgebiete  und  Kartenquellen.  Fol.  (4  S.)  Mk.  4;
auf  Aaue  in  Mappe  oder  in  Taschenformat  Mk.  5,60;
mit  Stäben  Mk.  7,20;  Begleitworte  allein  Mk.  0,60.

—.—  Das  Schu  utzgebiet  der  NuGuinea-Kompapgie,  in
sechs  (farb.)  Blättern  mit  (6n  Nebenkarten.  1:2.000  000.

„5—41,5  cm.  [Aus  „L.,  deutscher  Hol#sch  och  r
Mit  rmWi*  Über  die  wirthsch  aftl  gn  e  des
*  uhgebietes  und  Ka  artenguelen.  Fol.  (4  F

uf  Leinw.  in  Mappe  oder  in  Taschenfor  Ge  ken  5½
aui  Stäben  Mk.  10,80;  Begleitworte  allein  M'.  ,

—.—  Ostafrikanisches  Sähuet  iet  in  vier  (farb.)  Blältern
mit  23  Nebenkarten.  2  000  000.  à  33,541,5  cm.
[Aus  „L.,  deutscher  Wbpttsttstst  Mie  Vegleitworten
über  die  wirthschaftl.  Heuze  ris  Stusgebieten  und
Kartenquellen.  Fol.  (2.  4;  auf  Leinw.  in  Mappe
oder  in  Taschen  kr  Mk.  5,60;  mit  Stäben  Mk.  7,20;
Begleitworte  allein  Mk.  O,

Übwestafrikanisches  Se  ugebiet  (nebst  Verbreitung
des  Deutschthums  in  Südafrita)  in  vier  (farb.)  Bldtern
mit  19  Nebenkarten.  1:2000  000.  b-[Aus

  „L.,  deutscher  Kolonialatlas“.]  Mit  Begleitrvockten.
über  die  wirhhschaftl.  Heng  ¾4  des  Schutgebietes  und
Kartenquellen.  Fol.  (48,  auf  Leinw.  in  Mappe
oder  in  Toschensormat  vi  26  mit  Stäben  Mk.  7,20;
Begleitworte  allein  Mk.  0,60.

Justus  Perthes  in  Gotha.

Keys  erling.  Robert  Gras:  Vom  japanischen  Meer  zum
Ural.  Eine  Wanderung  durch  Sibirien  mit  Ebier
und  einer  Uebe  itht-  arte.  gr.  80.  (XII,  312

Mk.  6,—;  geb.  7,50.
*  ereen,  Breslau.

Geistbeck,  A.:  Bilder-Atlas  Geographie  der  außer-BAropällchen
  Erdtheile.  Aut  eschrechendem  Text.  Mit

4  Holzschnitten  nach  P  catographien  und  nach  Zeichns

  en  von  E.  T.  Comp  on,  Th.  v.  Sckenbrecher,  H.  L.
#  *—  u.  A.  (  0  in  Leinw.  netto
bocr  en  7  in  Leipzig.

%  nrn,  Neun  Monate  Gefangenschaft  bei  Menelik.
ginneringen  eines  Leiegsgesangenen  in  Schoa  (März
1896  bis  Lear  1897).  Aus  dem  Baalienischen  von
H.  Jahn.  80.  (IV,  217  S.  m.  2  Bildnissen.)  Mk.  3,
Franz  Grumnert,  ##l
        <pb n="783" />
        „Cyclop“,  Peilboot  „Kamerun“  (ganze  Besatzungen):

673

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  „Bussard“  22/9.  Auckland.  —  23/10.  Apia.
S.  „Condor“  26/9.  Kapstadt  8/11.  —  Natal.
Sydney  27/10.  —  Apia.

Vermessungsschift,  Möwe“  21/7.  Matupi.
15/10.  Las  Palmas  (Kanarische  Inseln)
Grande)  13/11.  —  Freetown.
S.  „Seeadler“  12/9.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.

S.  M.

S.  M.  S.  „Falke"

S.  M.  S.  „Habicht“  1/10.  Kamerun.
S.  M.

S.  M.  S.  „Nixe“

S.  M.

16.  10.

(Poststation:  Kamerun.)

Ablösungstransporte:
Deer  „Kaiser“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Habicht“,
Hul

—  24/10.

(Poststation:  Hospostamt)
(Poststation:  Natal.)
GPlesn  Hofpostam  mt.)

(Poststation:  bis  10/11.  Kamerun,  dann  St.  Paul  de  Loanda.)
(Poststation:  Hongkong.)

St.  Vincent  (Porto

Ausreise:  Transportführer  von  Kiel—Wilhelmshaven:  Kapitänlieutenant  Begas,
von  Wilhelmshaven—Kamerun:  Korvettenkapitän  Schwartzkopff:
10/10.  Las  Palmas  11/10.  —  21/10.  Kamerun.

Heimreise:

Transportführer  von  Kamerun—Kiel:

Kamerun  25/10.

Korvettenkapitän  Gercke  (Eduard):

 

Verkehrs-Machrichten.
In  Ujiji  und  Iringa  (Deutsch-Ostafrika)  werden  Postanstalten  errichtet.

 

Das  Kabel  Mozambique  —Lourengo-Marques  ist  wieder  in  Betrieb  gesetzt.

 

Postdampfschiffverbiudungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

Nach

vom  Einschiffungshafen



Die  Abfahrt  erfolgt

Lan  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
auer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch·  Ostafrita.

—  %
E“  tews,

 

.  *

im  1.,  3  I  ehember
i
am  5  ono

am  rlP  zes  Mts.

Tanga  20  Tage
Dar-es-Salm  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

an  *  *  —
20.Dez.  103/  abds.

am  8.  jedes  Monats
10K#  abds.

 

2.  Deutsch-Züdweflafrika.

Gahaer,  #rchmanshao,  Ter#

ind  nhe  Wis

von  dort  weiler  alle  14  Tage

—  2  0

auf  dem  Landwege.)

Dampser  „Leutwein“)
M  r—unn

am  20.  Nov.,  18.  Dez.
40  ums.  «

am  —  Nov.,  25.  Jan.

Lüderitzbucht  22  Tage
Swakopmund  26  Tage

Swakopmund  30  Tage
Lülderitzbucht  40  Tage

am  19.  Nov.,  17.  Dez.
156  ms.

am  25.  Nov.,  25.  Jan.
720  abds.

 

 

3.  Ramerun.

cdin  R

ai  Schiffe)

*n  404  debes  Monats
am  8  hö##d"  22.  Dez.

 

4.  Togo-Gebiet
lueber.  Liverpool  oder

arseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

ambur
S  ,

Liverpool
(engllsche  Schiffe)

 

 

Marseille
(franzößfsche  Schiffe)

Kamerun  24  Tage

Kamerun  22  Tage

am  10.  debes  Monats

am  22.  Nov.,  20.  Dez.
ö  ums.

 

am  10.  se  Mis.  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mis.-am
  17.  November,

1.,  15.,  29.  Dez.
am  25.  jedes  Monats
4%  nachm.

 

von  da  *  Landverdindung

Lome  20  Tage

Vm  n  *
Klein-Popo  age

Aerc  era  2g  e  s
von  da  ab  Landverbindung

Quittah  36  Tage

von  da  50“  Landverdindung

Kotono

am  10.,  20.  zund  ebten
jedes  Mon
720  abds

am  15.,  29.  November,
13.,  27.  Dez.  16  nms

 

am  23.  jedes  Monats
10  abds.
        <pb n="784" />
        674

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schifungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
am  4  Kov.  12.  Jan.  Stephansort  46  Tage  am  16.,  19.  November,
5.  Deutsch-Nen-Guinea.  cokeae  Saile  10.,  14.  Januar
Brindisi  am  *  Ner  16.  Jan.  -  41  Tage  10  #“  abds.
end)  abds.
disi  am  2.  Januar  aluit  etwa  70  Tage  am  81.  Dezember
2.  Marshal  ·  Iusein.  art  Mamin  25#  *  “

 

Eintreffen  der  vos  aus  den  beusschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  in  Berlin  Von  haen  B.  6

Neapel  ..  a  18.  November

-  «  qmbutg..an110I  und  2ö·

Deutsch-0staivika..  Brindisi...  Cogogebiett  2.  jedes  Mon

Moarseille.am  16.Nov.,I7.  Des.  Marseille  .  am  16.  nodes  ½
Deutsch-Lüdwestafrita  Southampton  en  ipee  Deutsch-Ueu-Guinea.]  Neapel..  WW“3““Js

#  5  .  .

Kamepun.....  Hobuch  am  7  32  Marshall-Inseln.  ...Marseille  ..  Mitte  Dezember

 

 

 

 

 

*  Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Wrermenn-Linie.

 

 

 

 

 

Reise  Lette  Nachrichten
Postdampfer  ron  l  nach  bis  12.  November  1897
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  10.  November  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“#  Ham  uri  ango  am  10.  November  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann"“  z.  Zt.  in  urg.
„Antonina“.  amburg  L#berigucht  am  11.  Oktober  in  Swakopmund.
l  Woermann"“  cmburg  m  1.  November  in  Accera.
„Eduard  Bohlen“  Kon-  Soaes  am  8.  November  in  Las  Palmas.
„Ella  Woermann“  anii  Sherbro  am  4.  November  in  Tanger.
„Gertrud  Woermann“  amburg  Kotonon  am  23.  Oktober  Dover  passirt.
„Gretchen  Bohlen“  otonou  Hamburg  am  11.  November  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  9.  November  in  Acera.
„Jeannette  Woermann“.  Lamburt  Loanda  am  11.  November  in  Teneriffe.
t  Woermann“  Hamburg  am  12.  November  in  Lagos.
iWocher  5*  !“—  Hamburg  am  8.  November  in  Kamerun.
„Lulu  Bohlen  .  Hamburg  am  10.  November  in  Madeira.
„Marie  Woermann“  11/11.  m
„Melita  Bohlen“.  .  Lüdekchbucht  am  23.  Oktober  in  Swakopmund.
„Professor  r  Hamburg  am  7.  November  in  Las  Palmas.
„Thekla  Bohlen“  S  Swakopmund  am  3.  November  in  Accra.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (CSamburg—Ostafrika).
-  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichspostdampfer  von  1T  nach  bis  13.  November  16897
I
,,Kömg«.  Durban  «  Hamburg  am  9.  November  ab  Lissabon.
„Herzog"“  amburg.  Durban  am  12.  November  an  Durban.
»  Ase-«  amerun  Wilhelmshaven  am  13.  November  an  Wilhelmshaven.
„Kanz  .  mbur  Vurban  am  24.  Oktober  an  Las  Palmas.
])"“  z.  Zt.  m  Dem  urg.
—  Durban  am  11.  November  ab  Neapel.
„Admiral"  aenburg  Durban  am  10.  November  an  Dar-eß-Saläm.
„General"“  Durban  Hamburg  am  11.  November  ab  Sansibar.
        <pb n="785" />
        —  675  —

Anzeigen.

 

uenden.

Inserale  (1#r  die  ——*x-  Petitzeile  oder  deren  Ranm  *  dhnh  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Verlin  8WI12,  Kochstraße  .  —11

1  4  4

unter  Aufslcht  bervorragender  Mitglieder  der
Deutschen  Kolonlal-Gesellschatt.

Deutsches  Kolonialhaus

Bruno  Antelmann

Hoflleferant  Kr.  Ai9l.  Hoheit  des  rassherzays  von

Eingetragene  Schutzmarke.

ecklenburg-Schwerin

 

Haupt-  und  Versandgeschäft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  28.  Fernspr.:  Amt  I.  Jo.  937.

Zweiggeschäft:

Berlin  W.  62,  Schillstr.  16.

Fernspr.:  Amt  IX.  No.  72#1.

 

Nelo,  Schokoleden,  Kah###,  Faniflle,  Ziparren,  LKöre.  —

Jaenologilrat#,  Landkurten,

Iotoyrpkien,  Kotonta!-Ifeterd###er.

Spezialitäten:

 

Kamerun-Kalao:  Plund  Alk.  2.—,  9  Pfund  je  Mk.  1.90.
Kola-LikUür:  11  Flasche  Mk.  3.50,  ½  Flusche  Mk.  2,—.

 

Bekanntmachung.

In  dem  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht
des  Schusgebieten  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  in  epesbohe,  geführten
Gesellschaftsregister  ist  unter  dem  8.
September  1897  mit  der  laufenden
Nr.  4  die  offene  Handelsgesellschaft

O.  Mouton  &amp;amp;  Co.
mit  dem  Sitze  in  Kinigunan  eingetragen
  worden.

Die  Namen  der  Gesellschafter  sind:
1.  Der  Pflanzer  und  Kaufnann  Oktau

Monton  in  Kiniguna
2.  der  Kaufnann  und  Schißstppitan

Johann  Rondahl  daselbst,

3.  der  Kaufmann  und  (Echiifskapitän

Axel  Monrad  daselb

Die  Gesellschaft  hat  4r  15.  August
1897  begonnen.

Herbertshöhe,  den  8.  Sept.  1897.
Der  Kaiserliche  Richter  des  Schu
gebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie.

(L.  S.;  gezg.)  Hahl.  (136

Deutscher  Kaufmann

mit  guten  —)  der  franz.,
engl.  u.  holl.  S  sucht  Stellung

 

 

als  Buchhaltel'  *  Hhor#sponden
in  deutscher  Kolonie  auf  Aptit  gos
oder  später.

Gefl.  Offerte  en  an  u  Schucht,
Gldenburg  i.  Gr.,  Kanalstraße.

 

 

 

Nachruf!
Wir  fühlen  uno  gedrungen,  anläßlich  des  Todes  des  kommissarischen
Landeshauptmanns

Berrn  Curt  von  Hagen

unser  schmerzlichstes  Bedauern  über  dessen  jähes  und  unerwartetes
Ableben  auf  diese  Weise  zum  Ausdruck  zu  bringen.  Auf  der  Fahndung
nach  dem  entwichenen  Mörder  des  Forschers  Otto  Ehlers  wurde  er
von  einer  von  eben  demselben  „Verbrecher  aus  dem  Hinterhalt  abgefeuerten
  Kugel  dahingestreckt.  Dadurch  fand  sein  segensreiches  und
hoffnungsvolleo  Leben  und  Wirken  einen  tragischen  und  tief  beklagenswerthen
  Abschluß,  während  wir  hofften  und  wimschten,  daß  es  noch
lange  zum  Wohle  des  Schutzgebietes  erhalten  bleiben  möge.  Wir  beugen
uns  unter  den  6obebgen  chsrrled,  bedauern  es  jedoch  sehr,  daß  wir
durch  sein  so  plötzlich  erfolgteo  Hinscheiden  eine  edle,  liebenswürdige
Perso  Michent  einen  erfahrenen  Wtch  und  eine  tüchtige  Kraft  “*“
oren  hab

Herbertshöhe  Bismarck-Archipel,  den  17.  September  1897.
“-  Fellmann,  zwecsleynischer  Missonar,  für  seine  Mission.  Richar
arkinson,  Ral  Max  Thiel,  in  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.,  Matupi.

Wahen.  Dr.  Albert  Hahl.  Ferdinand  Steusloff
Ludwig  Couppé  In.  s.(-.,  Bischof  von  Lers,  apost.  Vilar
von  Neupommern.  G.  Kaum  E.  E  r  RNalum.  P.  Kolbe
und  Frau.  J.  M.  Coe  rriann  und“  Forte  Nalum.  C.  Dier
Dr.  Curt  Danneil.  H.  Geis  Monton  &amp;amp;  Co.  Monton  &amp;amp;  l

 

 

 

 

 

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HWMMWIÆWHHFTO

16.  Jahrgang.

Hugo  Herold.

sern  der  Ileinat  und  in  überseeischen  Ländern  Fühlung
mit  dem  alten  Vaterlande  sucht  —

Wer
Wer
Wer

Wer
Lalte  unsere  im  16.  Jahre  erscheinende  Wochenschrift  „Dus

Der  Echo“.
bringt  allwöchentlich  in  unterhultender  Form

Das  Echo  Berichte  über  alle  Pelitisihene  wirtschaltlichen,

wissenschaftlichen  und  gesellschustlichen  Vorgänge,  welche  sich

in  Deutschland  und  im  Auslande  ubspielen.
iet  kein  Parteiblatt,  sondern  es  lässt  die

Das  Echo  interessantesten  Stimmen  aller  Parteien  zu

Worte  kommen.
bringt  in  jecer  Nummer  ein  bis  zwei  abge

Das  Echo  schlossene  Novelletten,  Erzählungen  u.  s.  w.  ans

der  Feder  bewährter,  zeitgenössischer  Schriftsteller.

mit  Berufsgeschllten  ülberhliuft,  sich  kurz  und  schnell  von
dem  Gange  der  Weltbegebenheiten  unterrichten  will  —

weder  Zeit  noch  Neigung  hat,  täglich  eine  grosse  politische
Zeitung  zu  lesen  —

abseits  nuf  dem  Lunde  wohnt  und  neben  einem  kleinen
Lokalblatte  einer  ergänzenden  Zeitungslektüre  bedarf  —

*  16.  Juahrgang.  #  16.  Jahrgang.

 

16.  Jahrgang.

Wer  alles  Wissen  will

Redaktion:

Das  Echo

 

—  ——

16.  Jahrgang.

*

16.  Inhrgang.  &amp;amp;  Geschllftsleitung:  Max  Pechstein.

bringt  informierende  Notizen,  Kritiken  und  Lese.
proben  aus  den  bedentendsten  Erscheinungen  des

internationalen  Büchermarktes.
D  S  Echo  betrachtet  es  insbesondere  als  seine  Auf-A
  gabe,  dem  Leben  u.  Treiben  der  Deutschen.

I

s

im  Auslande  die  liebevollste  Aufmerksamkeit  zusuwenden.
-I

Das  Echo

die  amtliche  Liste

bringt  monatlich  regelmässit
naeh

der  Postdampfschi  siahrts
aussereuropãisehen  Lündern.
in  Deutschland  und  Oester-Abonnementspreis,,,


nate  durch  Buchhoandel  oder  Post;  bei  direkter  Zusendung  unter
Streifband  nach  allen  Weltteilen  lü  drei  Monate  4  Mark  50  Pf.
für  sechs  Monate  9  Mark  und  für  zwölt  Monate  18  Mark.  Englische
Plundnoten  werden  in  Zahlung  genommen.

kann  jederseit  einge-In

  das  Abonnement  ,

wird  „Das  Echo“  vom  Tage  der  Bestellung  ab  gegen  Einsendung
  des  entfallenden  Betrages  auf  beliebig  lange  Zeit
direkt  vom  Verlag  oder  durch  jede  Buchhandlung  geliefert.

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16.  Juhrgang.

16.  Jahrgang.  16.  Jahrgang.  #
16.  Jahrgang.  (4)
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        677

I.  Tippelskirch  &amp;amp;  (0.

Berlin  NW.,  Meustädtische  Kirchstr.  15
(früher  Mittelstraße  25),
Spezial-Geschäft  für  Eropen-Ausrüstungen,

empfehlen  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  persönlicher  Ansrüstungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  daueruden  Aufeuthalt.  in  überseeischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und
Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artikel.

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (52)

 

 

 

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der  Lebensmittel-Industrie
Grosser  Burstah  36/38.

 

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Lebensm

 

M.  AFranekadlt.

Inhunber:  Emil  G.  Neleltn,
Iamburg.
Export  von

Iansruchin  Su
Münlenproducter.

Eingetrag.  Schutzmarke:.Fama“.

Dindner  &amp;amp;  Offterainger,
Frankfurt  a.  M.
cempfehlen  ihre  leichten.  reinwolleenen.
  elnstischen,  nicht  eingehenden

cremelarbenen  (14°

Oräye-Flanelle  N.  Unterkleider.

Aerztlich  empfohlen.  Vorzüglich  lürdie
  Tropen.  Auch  Detlail-Verkant.
Mluster  u.  illnstr.  Preisliste  franco.

□—

 

 

 

anschaffen,  taben,  nahmen,  labien,  Ave,  Fee

 

Die  Stenographie
splelt  im  öffentlichen  und  prlvaten  Leben
eine  so  gewichtige  Rolle,  daß  lhre  Erler.
nung  in  allen  Schichten  der  Bevölkerung
mit  großem  Eiser  betrieben  zu  werden
verdlent.  —  Zum  Selbststud  lum  elg#net
sich  in  hervorragender  Weise:

 

Die
Stohzesche  Stenographie

In  Priefen  für  den  Lelbstunlerricht
dargestellt  von

Mar  Läckler  und.F.  Stavemaun
Parlamentsllenograpp  Gepr.  Lehrer  Stenograph.

 

 

   
    

 

Vollständig  in
10  Briefen  à  40  Pfg.
Complet  geheftet  Mk.  4,—.
Die  eranonrb###  erklüren  lsich  berell.

die  ihnen  ringelandlen  Urbungsarbrilen
  und  elwaine
Berichtiaungen  anutrichnen.

 

Probebriefe  versendet  gegen  Einsen.
dung  von  10  Pfennig  in  Briefmarken  dle
Konigliche  Hofbuchhandlung
G.  H.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Verlin  SW:-,  Kochstraße  (#.—1.
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L

und  Oberllehte  jeder  Art,  (16)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  fertigt  als  Spezialität
.  Zimmermann,  Bautzen.

Feldbahnen
für  koloniale  Zwecke.
Die  Arthur  Koppel'’schen
Gleisanlagen

haben  sich  sowohl  in  der
deutschen  Landwirthschaft
wie  bei  der  Bewirthschal- 



Tutti  Frutti,
preisgekrönte  Fabrik  kandirter  Frlchte
und  Frlchte  in  L.ikör  und  Sirop,  u  vn  2  ker-  Eeütelür
  den  Export  gearbeitet,  -.  plantagen  und  zum  Gebraneh
Hesselmann  &amp;amp;  Co.,  »·,.  in  der  Kultur  noch  uner-San
  Martino  d’Albaro,  Genna.  «  —  *  «  Schlosse-non  Distrikten  vor-Fabrikmarke

  deponirt.  60)  ·  .  mmlmbcwath

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Zwecks  Ankaufs  von  Schmetterlingen
  u.  Käsern  suche  mit  Lammlern
in  Geschäftsverbindung  zu  treten.

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Berlin  SW.,  Kochstrasse  68.

 

 

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32.  borotheeenstr.  Sehl#n  nw.  uheu  —

 

 

F.  H.  SCRHMIDT

 

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Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  S8W.

BAUUNTERFEERRNKER.

LHoLABEARBEITUNGS-FAnRIK.

EiSENCONS  TRUCTIONS-  UND  BRUCKENBAUANSTAI.T.

sePEGE#CAx#ZTTA#N
Die  deutsche  AuUsrliRUNC  vor  ExroRr-BAUTEN
Kolonial-Gesetzgebung.  n  u#n.
Sammlung  der  auf  die  deutschen  Al-TONA  HAMBURC
Ramweo  Pautsrnassz  21.

F.rnaprechor  No.  2.  Fernaprecher  Amt  1,  No.  4163.
TELEGRAMNMM-ADRESSE:

RáAmschmnDT,  Al.TONA.  (#)

Schutzgebiete  betüglichen  Gesetze,
Verordnungen,  Erlasse  und  internationalen
  Vereinbarungen
mit  Anmerkungen  und  Sachregister.
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben
von

 

  

1  Nalier  Granchen  und  länder
liefert  unter  Garaniic:
4  Herm.  Serbe
##  Adreseen  Verfagsanstalt
#  aaurbansn  8  0  Lei  Prig
—  5—  000.000  K
Zu  Ssoet  ee  i  14  —

Jedere  zelne  Adressenbogentrü#  unsernFirmen-Autdruck.
Kennrefohen:  Man  8  alch  vor  mlodorwerthlgen  Nachahmungen!

Sökeland-Export-Pumpernickel

    

Riebow,
Gerichtsassessor.
1893.  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Mk.  16.
Demnchst  erscheint:
Nachtrag  zu  obigem  Werke.
Fäuthelse  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit

die  Schuhge  ebiete  ergangenen  Vernungen
  rc.

      
 

     
      

Gr)

  

 

Anweisung

zur

regelmäßigen  ärztlichen  Rapport-  und  Schwarzbrot.  (0)
und  Berichterstattung  Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeüber
  die  ausstellung  von  1896  waren  1½  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarz-Viele

  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeansstellung  1896.
—  2BPExoportaustrige  erbitten  S  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  Haenbierg)  für
I#  Inland  E.  Sökeland  d.  Söhne,  Berlen  VIF,  oder  Minsber.

Kaiserlice  Schuhtrappr  is  Veullc-Glafrins.  brote  ansgestellt,  welche  eine  Relse  um  die  Erde  zurliekgelegt  hatten.
80  Pf.
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n  Heffter  &amp;amp;  Co.,  Leipzig,

Wein-  Spezialität:  Pasteurisirte  Weine.

Ein  Exp  ort.  Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,
Lager  in  Hamburg:  bekannter  pusteurisirter  Rothweln  in  Exportkisten.

bei  Th.  Donner  &amp;amp;  Callenberg,  Gr.  Reichen-Str.  32.  Schutzmarke  No.  2203.  (13)

  
 
 
  

  
  

44444444444444

  
  

     
   

 

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CHRITOPjIE  &amp;amp;  boepasteten-Fabrik

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12  Tafelgabeln  „  20.40  12  Dessertmesser  ,  21.—
12  Tafelmesser  „  28.80  12  Theclöflel  b  13.60

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Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
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Allelnlge  Agenten  für  den  Enport:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

 
 

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NHoptteferane  Sr.  Majese4e  des  Katsers.  —
ollerirt  nobst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  In  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallige  Versuche  im  Kleinen  Gemücsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  43  fr.  Einsendung  von  Mark  12  —  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Klio  inel.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  78.
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Kochstraße  68—71.

 

 

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Schilberung
ihrer  Entstehung,  Einrichtung,  Grfolge  und  Aussichten

von
Dr.  Mlfred  Zimmermann.

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Erster  Band:

Die  Kolonialpolitik  Vortugals  und  Spaniens
in  ihrer  Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte
-  des  16.  Jahrhunderts.

—  Preis  geheftet  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11.550.  —

Noch  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgeft  te  Meinung  und  Parteinahme
  die  Thaten  und  Erfahrungen  der  großen  Kolonialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Entwickelung  der  gallmtaler  Politik  in  den  einzelnen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  obigem  Wene  der  Bersuch  gemacht,  ein  solches  zu  bieten.

r  Verfasser,  der  die,  Entwickelung  der  deutschen  überseeischen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der

Nähe  zu  rW’  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Ver
höllnissen  auch  der  Krembisedischen  Kolonien  sich  vertraut  gemacht  hatte,  will  in  —  Werke  allen  mit
olonialen  Dingen  beschäftigten  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  großen  Publikum  ein
klares  urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte,  bieten.
Das.  Werk  soll  daher  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  eloninwpoltii  sein.  66  gorscht  den  Ursachen
nach,  aus  denen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  solchen  genöthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,
in  welcher  sie  diese  Aufgabe  erfaßt  und  durchgeführt  haben.  An  die  G  eschichte  der  7  und  Entwickelung
der  Kolonien  selbst  schließt  sich  daher  eine  Darlegung  aller  der  Gründe,  die  das  Gedeihen  der  Kolonien
besihient  oder  gehemmt  haben.  Der  Verfasser  legt  ein  Hauptgewicht  auf  aeine  uahenesen  Darstellung

nach  den  nuakionalen  Eigenschaften  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen
Verning  und  Gesetzg

Portugals  euns  Spaniens  Koloniakpolitik  sind  als  Gegenstand  des  ersten  Bandes  gewählt
worden,  weil  diese  Stauten  die  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  sind,  und  eine  Kenntniß  der
Einrichtungen  und  Thaten  dieser  beiden  Bölker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,
Anschauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  hohem  Maße  lehrreich  ist.  Zum  —  ist
daraus  n  rn  Hinsicht  mit  3  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nich
gehen  sol

 

 

fia  zweite  Band,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen
Keelenialvonit.  Lavtellen  wird,  will  dagegen  dheigen,  unter  welchen  Voraussetzungen  und  Bedingungen
  eine  Kolo  am  beste  en  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  Easeen  sein
muß,  welches  werlich  lebensfeh  e  überseeische  Ehersn  heranziehen  will.  Der  die  holländische
Kolonialpolitik  behanrelnde  Vrit  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Ges
französischen  Kolonialpolitik  Tien  P36  Von  ptinteresse  in  der
welchen  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  burh  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der
Selbstaufopferung  entbehrenden  Nation  begegnen.  Den  Abschluß  wird  die  Schilderung  der  deutschen
kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Das  Werrk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
beziehen.  Gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der

 

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Gustav  .  A.  Gubl  C  Nes.

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Garantiert  Deutsches  Kolonialprodukt.

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4%rn  bestfen  EI  Construction

m—t“s—t—“ltmt—t—t“tsssstts“tiee

Hallenser  Kakao,

Deutsche  Schokoladen

werden  in  Wohlgesehmack  nicht  übertroffen  und  Sind  bei  gleicher
ite  billiger  als  auslündische  Fabrikat;
Unser  Nestrenen.  st  ets  das,  Beste  zu  leisten,  ist  —*  durch
unsere  stetig  gesteigerte  P  ;  wir
täglich  50  Centner  Weeson  eine  Leistung,  die  uns  mit  an  die
Spitze  der  deutschen  Schokoladefubriken  stellt.  (a6)

Fr.  David  Söhne,  Halle  a.  S.

 

 

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Königliche  Siittler
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Seeoffiziere,  Offiziere  der  Marineinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenieure,
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Torpederoffiziere,  Sanitätsoffiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen
  Marine,
sowie
Bestimmungen  über  die  Uniform  der
Seeoffiziere  2c.  des  Beurlaubtenstandes,
  zur  Disposition  gestellter
und  verabschiedeter  Offiziere  2c.  der
Marine  und  Bestimmungen  über  das
Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.

Genehnigt  burch  Mlerhcste?  Kabinets=Ordre
  vom  25.  Ma
Neudruck  nnes  mmmsr  der
bis  Ende  April  1893  ergangenen
Abänderungen
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H  i  M  in(  1846)

 

 

 

 

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Ein  Sammelwerk.
Herausgegeben

von

Franz  Giesebrecht.  z.

Gelefter  Mark  4,—;  gebe##nden  Mce  5.50.

Der  Herausgeber  Franz  Giesebrecht,  der  bekannte  Kolonialschriftsteller,  bat  hier
zum  ersten  Male  den  Versuch  gemacht,  die  Behandlung  der  Eingeborenen  in  den  deutschen
Kolonien  in  ein  bestimmtes  System  zu  bringen.

Bei  dieser  Kulturarbeit  hat  er  die  Unterstützung  einer  ganzen  Reihe  von  hervorragenden
  Forschungsreisenden  und  Kolonialbeamten  genossen;  so  baben  auslübrliche  Beitrage
gelielert:

Major  Dr.  von  Wissmann,  Major  und  Kaiserl.  Landeshauptmann  Leutwein,
Generalkonsul  a.  D.  Dr.  Gerhard  Rohlfsf,  Prof.  Dr.  Georg  Schweinfurth,
Dr.  Otto  Kersten,  Ingenieur-Geograph  Clemens  Denhardt,  Major  in  der
Congo-Truppe  August  Boshart,  Missions  -  Superintendent  A.  Merensky,
Prof.  Dr.  Pechuel-Loesche,  Dr.  Emil  Holub,  Dr.  Max  Buchner,  Prof.  Dr.
Ernst  Häckel,  Prof.  Dr.  Gustav  Fritsch,  Dr.  O.  Finsch,  Dr.  Karl  Peters,
Frieda  Freiin  von  Bülow,  Hauptmann  Richelmann,  Graf  von  Schweinitz,
Premierlieutenant  Fritz  Langheld,  Hauptmann  Morgen,  Rittmeister  von
Stetten,  Hauptmann  Herold,  Dr.  Gruner,  Dr.  med.  Döring,  Ingenieur  Karl,
Nolte,  Dr.  Höpfner,  Landwirth  Hermann,  Dr.  Dove,  Graf  von  Pfeil,
Dr.  Vallentin,  Dr.  Hübbe-Schleiden,  Missions-Inspektor  Plath,  Professor
Dr.  Warneck,  Prof.  Dr.  Kohler  und  Oberstlieutenant  a.  D.  Moritz  von  Egidy.
15  Zu  beziehen  durch  die  Verlagsbuchhandlung  von  S.  Fischer,  Berlin  W.,  Bülowstrasse
  91,  oder  durch  jede  Buchhandlung.  (m)
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der  franz.  und  deutschen  Sprache.

 

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Eneyklop.  Wörterbuch

der  engl.  und  deutschen  Sprache.

 

 

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Teil  1  rein  i  ueide  2400  Seiten  (englisch-deutsch)
nebst  Supplement  (an  lrie  *m  ne  rd  i
1050  Sei  2  einr#,  à  1  üar#  gebunden  7.50  M
gebunden  12  Mk.  r*-  bans  —
—  —  er  unden  eil  1  ,.
sok  b-!  kcslll
---i«-  M»sssssksis.L;k»":.-:«:."sj::«z.(--»---i«--»s-i--«
2182  Seiten  (deutsch-  *  *7  1  Fin  L.  à  legr  Ende  1893
anz.  de  „  .  It  -
gelinden  42  Mk.  58  7.25  Mll  1  EVss  lertig  vor.

 

Sanders  sind  unter  allen  ähnlichen

Suchs-Villatte  und  Muret-Sie
  sind

Werken  die  neuesten,  reichh)ltigsten  und  vollständigsten.
die  einzigen,  welche  bei  jedem  orte  angeben:  1.  Ausspruche,
2.  GCross-  und  Kleinschrelbung,  3.  Tos  #o  und  Deklinution,
4.  Stellung  der  Adicktiva,  5.  Etymologic  etc.

„Sachs-Villutto  ist  dic  Krone  der  in  Deutschland  erschieneuen
  Wörterbücher.  Selten  hat  ein  Werk  eine  so  allgemeine,
riclseitige  und  wohlverdiente  Anerkennung  gelunden,  wie  dieses
Lexikon.“  (Wendt,  Enexklopädie,  S.  179.)

„Nuret-Sanders  ist  jedenfalls  das  her  vorragendste  Werk  der
heutigen  unglo-germanischen  Lexikographic“.  (Ueber  Land.
und  Meer,  Stuttgurt,  Heit  12,  1892.)  (u2)

 

 

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täglichen  Unterhaltungs-Beilage,
wöchentlichen  Landwirthschaftlichen  Beilage,
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VORTRAG
des
Oberst  v.  Trotha,

gehalten  in  der
Sitzung  der  Gesellschaft  kür-Frdkunde
  um  12.  Juni  1897.

 

Pr  eis  50  Iy.  612)

 

 

 

 

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,

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Deutschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre  1896.
Amtlicher  Bericht  über  die  erste  Deutsche  Kolonial-Ausstellung.
Herausgegeben  von  dem
Arbeits-Ausschuss  der  Deutschen  Kolonial-Ausstellung.

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Redaktion:  Gustav  Meinecke.  —  Mitarbeiter:  Dr.  R.  Sbbtner,  Pros.  Dr.

Dr.  R.  Kiepert,  H.  Linkens,  Prof.  Dr.  v.  Luschan,  Paul  aatschie  A.  Merensky,

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Zeichnungen:  Rudolf  Hellgrewe.  —  Elnband:  Otto  Eckmann.

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der  Ausstellung.

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Weltgeschichte

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und  Anregung  zu  eigenem  Nachdenken.  Mehr  als  auf  cine  reichliche
Menge  der  Thatsachen  zielt  der  Verfasser  darauf,  die  leitenden  Ideen
der  Zeiten  hervorzuheben  und  uns  Deutsche  aufzufordern,  ihre
Anwendbarkeit  auf  unsere  Geschicke  zu  prüfen.

 

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Federzeichnungen  eines  Deutschen,
ein  Rückblick
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Geheftet  Mk.  9;  in  Halbfranzband  Mk.  11.  (i)

 

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entworfen  von  Gustav  von  Schubert,
Kgl.  Süchs.  Gen.-Lt.  z.  D.  Ein  handl.

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Barths.  Preis  geh.  43,  eieg.  geb.  4.
v.  Danckelman,  Dr.  C.  Dove,  Drr.  med.  W.  Gronauer,  Dr.  Gürke,  A.  Janssen,  «

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IINCATD  /r  jhe  Schulen  ds—
iwärtiqen  Staädten  und  Kolonien!
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Bruchsal  (Baden)  ist  erschienen:
De:etsche  Fübeln  LTateinschrift
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III.  Bd.  818  S.  u.  155  Abbild.,  geh.  15v#
IVBd  l  Ahth.  4008.  n  135  Abb.,  gh.O.
IV  196  .  u.  93  geh.  10.
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München.

Ausschließlicher  Export  des

COiiziul-isrn-Msnges

der  Brauerei
durch

Karl  Dürrwanger,  münchen.
Export-Dertreter  in  damburg  (für  den  Brauerei-Abzug):
Alfred  Geisen  dörfer.
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Kürnberg  1½90:  Goldene  Staatsmedaille
für  besonders  feine  und  reinschmeckende  Biere  und  für
langjährigen  großen  Export.  *

      
    

 

 

 

2  -*  *
Berliner  Export-Tafel-Weißbier,
i  olg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
n  den  roe  rE—  ô4  weahr.  ständi  darrehr  dhn  .  beliebt,  Jals
lang  talpar.  nur  aus  bestem  Malz  und  hurtn  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  2  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
en.
Schugtrung=  emofohl  isten  zu  50  11  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei#  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (7)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch--Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

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R.  Peter,  Goslar,  Kornbronnorei.  gogr.  128.
Export-Vertret.  Uunriler  &amp;amp;  de  Voss,  Uamburg.

Pumpernickel

(westflllsches  Schwarzbrot),
arantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  (u9)
Immer  Brotmabrik,  Uumm,  Westf.

 

(128)

 

 

 

 

 

 

 

A444AAAAAAAAAIAAAAAAAAAA
Ein  illnstrirtes  Verzeichniss  von

Schriften

Zur

Kolonial-H’itteratur

 

sowie  zur

Länder-  und  Völkerkunde

aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Holbuchhandlung  von

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW#,
steht  Interessenten  Kosren’et  zu
ienston.
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WOERMANN-LINIE.

S  Am  18.  November:  P.  D.  „Anna  Weoermann“,  Capt.  Carstens,
vpvuia  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocoo,  Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone
und.  Sherbro.
Am  20.  November:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Martens,
nach  den  Canar.  Inseln,  Rio  Nunez,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Grand-Popo
und  Whydah.
Am  25.  November:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Am  30.  November:  F.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  den  Canar.  Inseln,  Senegal,  Conakry,  Liberia,  Kotonou  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Afrikas  von  Landana  bis  Benguela.
Am  10.  Dezember:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Heldt,
nach  Madeira,  Lome,  Kamerun  und  den  Häsfen  der  Südwestköste  Afrikas  bis  Loango.
ächste  Expeditionen  nach  Peautsch-  Südwestafrika:  am  25.  Januar  und  ferner  am
5.  jedes  zweiten  Monats
lie  Guter  mitssen  cm  Tage  vor  dem  45gangdaftum  bis  12  UVli  mittagus  dnsseffe  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Paesage  ertheilt  die  Woermann-Linie
12  Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

   

 

Deumsche  Ost-  Afrika-Linie.

Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Post  dampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

Die  nächsten  fahrplanmössigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ab  Neapel
.  -—-—  —.-—
R.P.D.,,BUNDDSRUHI«,Capt.Asthausen........  17.Novomhot,l.1)czothr,
R.  P.  D.  „KOENIG“,  Capt.  Doler  S.  Dezember,  22.  Dezember,
R.  P.  D.  „CENERAIL“,  Capt.  CGunelelrl  ...  29.  Dezember,  12.  Januar  1898
E.  P.  D.  „HIERZOG“,  Capt.  v.  Issendorffb  19.  Januar,  2.  Februar,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kflwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  Postdampfer  ums  Kap  der  gYesfken  Henmung  direkt  nach  Durban,
Delagoa-Bat,  Mec#nnga  und  Nossté  B6é.
JTNFachbste  Expedition:  R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  am  21.  November  1897.—
Die  Dampfer  haben  vorsiigktan=  Einricke#enoden  r  Fussagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg  (0)
wegen  Pasenge  die  —..——  ketfahrt-Aktien-Gesellschaft,
"s  owie  wegen  Fracht  und  Passage  die
t—  -  Linio,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Veraniworilicher  Redakteur  für  den  nichlamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berli

Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerel  von  E.  S.  Mittler  S  Sohn,  .rlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  November  1697  um  6  Uhr  nachmiltags.
        <pb n="797" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolewinl-Ibthellung  bes  Auswirtizen  Amis.

 

VIII.  Jahrgang.  Gerlin,  1.  Dezember  1697.  Uummer  23.

de  1  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselb  d  8  Del  bei

c  Zeuschrift  E  in  cer  Reger  bom  1  u  e  e  7  *  -  ken  er  #  a#  Fushocen  ei  n  die  mindeeeng  einmal  ogrkesäh  rlich

i  rbloen  D#  düelsähr  hrlich  h  l  mit  der  Foees  m  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Vis-  qkihtng  t  8  Lh  TStmisban.  d  durch  us  Er-  ttst=  rSn  Poen,  bein  Oe  5  Ungam,  2  aii  für
d  8  vereins.  —  Einsendungen  und  an  ni  uchhandliu  von  rie

bdie  Länder  Sebe  Berlin  SW12,  igseu  68—71,  zu  aethn  dchfden  16  ô23  Zeilungs-=  Gkunshte  für  ###t  unter  Siss'uer  er

Inhelt  #mttlicher  Theil:  Verordnung  des  :  Kaserlichen  Gorwerneurs  von  Kamerun,  betreffend  die  Einfuhr  und
Verkauf  von  Kriegsmaterial  S.  687.  Verordnung  des  Landeshauptmanns  der  Neu-Guinea-  Kompagnie,  bewem

  od  den  Transport  von  elerwaffen  oder  Munition  durch  Eingeborene  S.  688.  —  Polizeiverordnung,  betressend
  Ordnung  des  Verkehrs  in  den  Häfen  des  Schut  gebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie  vom  13.  Dezember  1889

S.  688.  —  Hafenordnung  S.  689.  —  Gouvernementskurs  der  Rupie  in  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  Newember

.  689.  —  Statistik  der  im  Jahre  1896  in  das  kr  ein=  bezw.  aus  demselben  ausgeführten  Waaren
ei  der

 

S.  690.  —  Nachweisung  der  Buttp  Einnahmen  b  ollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  August
1897  S.  691.  —  Personalien  S.  691
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  692.  —  Kolonialrath  S.  ch-Ostafrika:
  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  693.  —  Kamerun:  Aus  Kamerun  G64  ##et  S-Stationsleiters
  Dr.  ting  Wer  dGeine  7  Neie  von  Lome  nach  Su  u  S.  695.  —  Deuts  55  Sot737  Südwestafrikanische
  Baiwegbahn  .  ericht  über  eine  de  des  Distriktschefs  v.  Perband.  von  Swak  of
mund  nach  Mossamedes  S.  55  —  S-  dem  Bereiche  der  Missionen  und  Antisklaverei=Bewegung
  S.  699.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Einwanderungsgesetz  in  Natal  S.  8  —  Tegrlung  der
Grund  esitzverhältnisse  in  Mada  askar  S.  Pflanzenkrankheiten  in  Queensland  S.  700.  —  disches
Eisenbahnne)  S.  701.  Lasassar  S.  100  Nittheilungen:  Bazar  des  Frauenvereins  für  Krankenp  *  m  den

deutschen  Kolonien  S.  .  Ucher  das  Produkt  von  Kickxia  africana  Benth.  S.  701.  —  Litteratur  S.  701.
—  Litteratur-Verzeichniß  S.  702.  —  Schiffsbewegungen  S.  703.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  703.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.

 

Perordnungen  und  Wilkheilungen  der  Behörden  in  den  Schukgrbieten.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamernn,  betreffend  die  Einfuhr
und  den  Verkauf  von  Kriegsmaterial.
Unter  Bezugnahme  auf  die  Verordnung  vom  16.  März  1893,  betreffend  die  Einfuhr  von
Munition  und  Waffen,  verordne  ich,  wie  folgt:

81
Die  Einfuhr  und  der  Verkauf  von  Kriegsmatersol  wird  hiermit  bis  auf  Weiteres  für  den  Südbezirk
  des  Schutzgebietes,  das  heißt  die  Küste  von  Klein-Batanga  bis  Campo  und  das  zugehörige  Hinterland,
  verboten.

6  2
Das  Führen  von  Hinterladern  und  Patronen  zu  solchen  wird  Eingeborenen  und  farbigen  Händlern
im  Südbezirk  des  Schutzgebietes  verboten.

88

Zuwiderhandlungen  gegen  §  1  bieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  2000  Mark,  an
deren  Stelle  im  Falle  der  Unbeibringlichkeit  entsprechende  Gefängnißstrafe  tritt,  Zuwiderhandlungen  gegen
8  2  der  Verordnung  mit  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten  bestraft.

Kriegsmaterial,  welches  vom  Tage  der  Verkündigung  dieser  Verordnung  ab  in  den  Sübbezirk
eingeführt  wird,  ferner  solches  Kriegsmaterial,  welches  zwar  schon  früher  eingeführt,  jedoch  erst  nach  dem
Tage  der  Verkündigung  dieser  Verordnung  in  den  Verkehr  gebracht  wird,  ist  mit  Beschlag  zu  belegen  und
in  vorläufige  Verwahrung  zu  nehmen.
        <pb n="798" />
        —  688  —

4.
Die  sämmtlichen,  auch  die  auf  Grund  -  Erlaubnißscheinen  in  den  Händen  von  Eingeborenen
oder  farbigen  Händlern  befindlichen  Hinterlader  sind  nebst  zugehöriger  Munition  einzuziehen.
Besaß  der  betreffende  Eingeborene  oder  Händler  einen  Erlaubnißschein  gemäß  §  6  der  Verordnung
vom  16.  März  1898,  so  ist  das  eingezogene  Gewehr  einstweilen  amtlich  aufzubewahren.  Die  Namen  der
Besitzer  solcher  Gewehre  sind  in  ein  amtliches  Register  einzutragen.

5.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  de  Verkündigung  in  Kraft.
Kamerun,  den  30.  September  1897.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  v.  Puttkamer.

Verordnung  des  Landeshauptmanns  der  Neu-Gui  #  :

V  #

81.
Es  ist  verboten,  lediglich  mit  Eingeborenen  bemannten  Booten  Feuerwaffen  oder  Munition  für
eine  Fahrt  mitzugeben.

8  3.
Angeworbene  Arbeiter,  die  nicht  aus  Nusafahrwasser,  Neumecklenburg  Nord,  Neuhannover  stammen,
gelten  nicht  als  Eingeborene  im  Sinne  dieser  Verordnung:  "

§8.
Zuwiderhandlungen  gegen  §  1  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  300  Mark  oder  mit  Gefängniß  bis
zu  drei  Monaten  bestraft.

8  4.
Diese  Verordnung  gilt  für  Nusafahrwasser,  Neumecklenburg  Nord  und  Neuhannover.
5.

Diese  Verordnung  tritt  sofort  in  Kraft.
Herbertshöhe,  den  4.  September  1897.
Der  Landeshauptmann.
J.  V.:

(L.  S.)  (Gez.)  Hahl,  Kaiserlicher  Richter.

Polizeiverordnung,  betreffend  Ordnung  des  Verkehrs  in  den  Häfen  des
Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie  vom  13.  Dezember  1889.

81.
Jeder  Schiffsführer,  welcher  in  einen  Hafen  (Rhede)  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie
einläuft,  ist  verpflichtet:
I.  den  vom  Hafenmeister  im  Interesse  der  Aufrechterhaltung  der  Hafenordnung  an  ihn  ergehenden
Weisungen,  insbesondere  hinsichtlich  der  Liege-,  Lade=  oder  Löschplätze,  eventuell  auch  der  Quarantäneplätze,
  Folge  zu  leisten  und  den  ihm  einmal  angewiesenen  Plotz  außer  im  Falle  der  Seenoth  und
höherer  Gewalt  nicht  zu  verändern,  es  sei  denn  mit  Genehmigung  des  Hafenmeisters;
II.  dem  Hafenmeister  auf  Erfordern  wahrheitsgetreu  anzugeben:

1.  den  Namen,  das  Unterscheidungssignal,  den  Heimathshafen,  die  Gattung  und  den  Nettoraumgehalt

  des  Schiffes,

den  Namen  und  den  Wohnort  des  Eigenthümers  oder  des  Korrespondentrheders  des  Schiffes,
den  Ort  und  den  Tag  der  Ausfertigung  des  Schiffscertifikats  oder  des  Flaggenattestes  des
Schiffes,
den  Ort  und  den  Tag  der  Ausfertigung  der  Musterrolle,  sofern  dieselbe  nicht  vorgelegt  wird,
sowie  die  Zahl  der  Schiffsmannschaft,
den  Ort  und  den  Tag  des  Reiseantritts  und  den  Tag  der  Ankunft  im  Hafen,  sowie  den  Bestimmungsort
  des  Schiffes  und  den  Tag  der  Abfahrt,

vo#
        <pb n="799" />
        —  689  —

die.  Zahl  der  mit  dem  Schiffe  angekommenen  und  abgehenden  Passagiere,

ob  das  Schiff  mit  Ballast  oder  mit  Ladung  angekommen  ist  und  abgeht,  unter  summarischer  Bezeichnung
  der  Ladungsgegenstände,

ob  bezw.  welche  Häfen  von  dem  Schiffe  während  der  Reise  angelaufen  worden  sind,

die  Adresse  desjenigen,  welcher  die  Klarirungsgeschäfte  des  Schiffes  am  Orte  besorgt,  und  den
Tag  der  Ausklarirung.

Z

82.
Zuwiderhandlungen  gegen  §  1  werden,  sofern  nicht  nach  andern  gesetzlichen  Vorscheifeen  eine  höhere
Strafe  verwirkt  ist,  mit  Geldstrafe  bis  zu  Einhundert  Mark  eventuell  mit  Haft  bestraft.

Finschhafen,  den  13.  Dezember  1889.
Der  Kaiserliche  Kommissar.
(gez.)  Rose.

Hafenordnung.
In  Ergänzung  der  Polizelverordnung  vom  13.  Dezember  1889,  betreffend  die  Ordnung  des
Verkehrs  in  den  Häfen  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie,  wird  Nachstehendes  verordnet:

81.
Jeder  Verkehr  zwischen  einem  einkommenden  fremden  Schiffe  und  dem  Lande  ist  verboten,  ehe
nicht  der  Hesenmesster  an  Bord  des  Schiffes  war.
Die  Bestimmungen  des  §  4  Absatz  II  der  Zollverordnung  vom  30.  Juni  1888)  und  des  §  3
der  Quarantäneverordnung  vom  29.  September  1891)  bleiben  neben  dieser  Bestimmung  in  Kraft.

82
Der  Schiffsführer  hat  jeder  Zeit  die  Ens  höahne  der  Schiffspapiere  zu  gestatten.

Die  Wahl  des  Liege-,  Lade=  und  n#  steht  dem  Schiffsführer  frei,  sofern  nicht  aus  besonderen
  Gründen  ein  solcher  angewiesen  wird.

4
Jeder  Schiffsführer  ist  verpflichtet,  Nachts  die  durch  Seemannsbrauch  vorgeschriebene  Zahl  Lichter
zu  unterhalten.  Kleinere  Schiffe  hissen  ein  helles  weißes  Licht  am  Maste.
8  5
Es  ist  verboten,  Ballast  oder  größere  treibende  Gegenstände  innerhalb  des  Ankergrundes  über
Bord  zu  werfen.

86.
6  Zuwiderhandlungen  werden  nach  §  2  der  erwähnten  Polizeiverordnung  vom  13.  Dezember  1889
estraft.  ·
Stephansort,  den  17.  September  1897.
Der  kommissarische  Landeshauptmann.
(gez.)  Skopnik.

 

Der  amtliche  Gouvernementskurs  in  Deutsch-Ostafrika  ist  für  den  Monat  November  d.  Is.  auf
1,86  Mark  für  eine  Rupie  festgesezt  worden.

 

*)  "  6.  4  Absatz  II  der  Zollverordnung  vom  30.  Juni  1888  lautet:
if  darf  ohne  vorgängige  Erlaubniß  der  .5  weder  am  Ufer  anlegen,  noch  mit  dem  Lande
oder  anderen  z  wßen  Verkehr  treiben
er  suare  ran  vom  29.  September  1891  I
4  welche  gemäh  §  1  die  gelbe  Flagge  führen,  haben  an  zer  I  vor  Anker  zu  gehen,  welche  ihnen
vom  Hafenmeister  durch  Zuruf  aus  dem  Sot  bezeichnet  wird,  und  haben  jeglichen  Verkehr  von  Personen  oder  Gütern
mit  dem  Lande  und  anderen  Fahrzeugen  zu  vermeiden.  Gleichermaßen  ist  ein  Verkehr  vom  Lande  und  von  anderen
Schiffen  aus  nach  dem  die  gelbe  N#  hrenden  Schiffe  verboten.
Unter  dies  Verbot  fallen  auch  die  Hafen-,  Post=  und  Zollbeamten,  nicht  dagegen  der  mit  der  gesundheitspolizeilichen
  Kontrole  der  Schiffe  beauftragte  Beamte  und  seine  Begleitung.  Die  Lewteren  sind  verpflichlet,  unmittelbar
nach  Verlassen  des  Schiffes  und  vor  dem  Wiedereintritt  in  den  Verkehr  mit  dem  Lande  sich  selbst  1  ihre  Kleidungs-=stücke
  sowie  das  benutzte  Boot  einer  sorgsamen  Reinigung  und  Desinfection,  durch  welche  jede  Gefahr  ausgeschlossen
wird,  zu  unterziehen.  Erforderlichen  Falls  unterwerfen  sie  sich  selbst  der  Quarantäne
        <pb n="800" />
        690

Statistik  der  im  Jahre  1896  in  das  Kamerungebiet  ein=  bezw.

ausgeführten  Waaren.
A.  Einfuhr  in  das  Kamerungebiet.

aus  demselben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bezeichnung  Kamerun-Bezirk]  Victoria-Bezir  Kribi-Bezirk  Zusammen
.  .
der  Einfuhrartikel  Menge  Vir-  en  E  70  Menge  er  Menge  We#h
Liter  1  Liter  Liter
Rum,  Genever  und  Spiritus  842  26  4393585  799ö  202  9168195  584  51  28111388  409  747  782
iköre  .  888  3240  5500  2733  4032310  40420
Feuerwaffen  1663.  St.  26  094  656  St.  10041  6120  St.  46  755  Z  St.  82890
.  6
Luwer  112  Fr6  1  113  984  5502  3517|  66  920  45  4944183  00129

Salz  2061  000  230  833394000  41259  299000  13  6492754000  285  740
Tabar  124  8337  .  218  460735  34  55  68727  405  27937|  187776302091
Reis.  390  366  87  833  669  48  609141  535  23  600|752  5700  160
Gewebe  129  5601  655  230  532621085  183  83023236442922
Bier  103272  1  62  585  575  15  123203587  880044205  86
s  und  Siebmacher·

309  1110  88  229.  —  397  404
Bueul  n  Bleiwaaren  1418  544  129  50  381  117  1928  711
Drogen,  l  und“  grb-  -
59376|  52111  2226  3  093  1  664  257443266  57  778.
Eige  *  vun  Eigaretten  2017|  19  435  154  1  648  —  —  2171  1  083
gen  und  Eisenwaaren  449286  234  82586222  2  64766  39  3311600  274426  841
Erden,  Kalk,  Cementu.  Dachpappe  907  056  75  116  18388  359514872  1  105963  766  79819
Flachs,  Werg,Twistu.  Spinnstoffe  1908  246  2596  14  24  20  4528  3934
Geld  .  —  185  700  —  16  260  —  13750  —  220  700
Gold=  und  Silberwaaren  .  —:  —  —  —  281  9  281
Getreide,  Kartoffeln,  Zwiebeln.  37  470  9423  5095  1  038  7  703  2160  62  12  621
Glas  3  und  Glaswaaren,  Por-  T

zellan  und  Steingut  16  0190  14328  2308  3319  451900  55599  63517  73246
Bau-  aund  Nutzholz,  sowie  Holzwa

  1  878  266  235  568  742231  25  308  58078  10  111020267|  270  967
Mime  und  Maschinen  6886  31997  3  116  4127  904  2113  ·  38  237

pfer=  und  Messtnearen  3043  6893  167  344152  41  19  362  31  431
Kurzwaaeen  und  9983  25779  2  780  8262  1  841  3939  4  37980

uischuk-,  *  "  bur  ·

gerchawa  71  575  285  79  406  170  1266

er  und  Lederwaaren  1200  7241  1338  5942  646  2205  3184  15388
599  838.  305  303  80  228  984  1369
#chte  ,  u.  unsigehenkunde,  s

Bücher,  Zeitun  ...  350616828  535  1312  440  1329  44811  19469
Materialwaaren  r  onstige  ’

Bcrze  Irungsgegenstände  ..  564368356949121176100821161626101122847170558892
Minera  34665%  74  4486  2  662  —  —  39151  17  536
Nueral  kuem  und  **“  1  7  683  310  140  478.  1225  8  41
Oele  und  12  017  9645  821  707  616  286  3454  10  638
Papier=  und  nr  9309  1340  141815  362  914  9818  15  769
Petroleum  un  89  057  85684  14699  4487  9964  2  6ö210|113720  35  691
Reise=  und  obt0  5126  29126  524  2115  15  3915  717  35  156
Seife  und  Pa  ien  117  1209  36  66514866  6  25  168  9845  157  163  53  098
Steinwaaren  4983  1081  1089  871  2594  1597  8  666  3549
Stroh=  und  Zestwaren.  ..  125  339  578  402  —  —  703  741
Möbel,  Haushaltungs=  und

Shiinenkertengegembunte  646  109  525  1388  2398  4138  500060  18116  924
Steinkohlen.  ..  1944  975  058  —  —  —  —  1944975  058
Schirm  6  470  36  810  1631  6508  1.003  57  9  49  068
n  —  ieP  Produkte  —  21  —  —  —  —  71

onwaaren  .  21833  995  10  293  3512  3584  2  67444  16  143
Seilermoaren  und  Leinen  419048257  8  498  5491  3590  3  806  2  7553
Wereun  sum  V  gi  hö-  ½  W  3092  333  786  2316  439  3  85  4317

asserfa  a  ne  p  behör

10  51466  4  1  4½5%  Soote  240/25412  %  628

Wein  aller  Art  .  82  801  50  781  6669  12964  —  —  39  470  63  745
Munition  und  zmibgäler  .  73012167  884  444  2095  1337  2  13  948
Verschieden  .  5405232  7969  2483)  11064  16969  42994
Zusammen  —  13728550  —  901  305  729  050  —  5358  905
        <pb n="801" />
        —  691  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b.  Ausfuhr  aus  dem  Kamerungebiet.
Bezeichnung  Kamerun-BezirkVictoria-Bezirk!  Kribi-Bezirk  Zusammen
der  Ausfuhrartikel  Menge  h  an-  Bgth  Menge  Wrrth  Menge  1  W#ch
Liter  Liter  Liter  Liter
Palmöl..  12  91  617|  817  132659  387  157  705  6  474  13311  566  478  988  148
k
Palmkern  6  ie  1152  692  -  149  156  10  0  120681  .7  1322529
Gummi  füpihn  .....  793882463831032131306250642  600  087840  301110T77776
Elfenbein  10  4291  337  3246  42  4993
Kakao  ....·  1030  607  50  484  43701  —  l  51  5144430
—  zummi  Kopalll  2759  1924  —  —  68.  41  28  1
Ebenhooz  5059  2664495  894  108786  —  —  953  111  470
Kopra  ·  50  12  —  —  —  —
Nothholz  .  4300  340  —  —  —  —  43
3  tehbonhe  12  Blöcke  280  —  —  —  —.12  Blöcke  2
Kolanüsse  5247  1135660  22030  1180,  430  D2  087  23597
Kassse  —  1897  2169  —  —  1897  2169
Ingwer  —  —  7  400  —  —  50  400
.  ..  —  —  2725  16350  —  —  2725  16350
Kardamom.  —  —  300  300  —  —  300  800
#  onserven.  —  —  15  30  —  —  15  30
gewürzpr  “  6  4.  —  —  11  20  —  —  11  20
an  en  u  ammlun  nr%
vIS-  *  —  —  1814  1995  —  —  1814  1995
Zusammen  —  2  361  528  —  576  447  —  1  023333  —  3961  308

 

Nachweisung  der  Brutto-  „Einnahmen  rei  der  eerwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  August  1897
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1325  1325  Mk))

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schisffahrts.  Holzschlag.]  Neben-Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  GebührenEnnahmen  Insgesammt
Np.  [P.]  sp.  P.]  Ko.  P..  1IP.)  Kp.  1.U  RKp.  P.—  Mk.  ([f.
Tanga  13566  38  106%  4  -*--  3  u3  is  lansss  —  1608550
Vangantz.  254  1215067  010  —  14  7618442  =  10095  17
Bagamoooo  l80  20|16057  10  116  —  ½3  91  0526065  34536|13
Dar-es-Sallnn  295093718143  0o  56  +—34  014  28286  10
Kiloun  110518  58  5718144%  8  1129112
Mikindnis97785996996  56520  11  328  3216535|/53  =  22307  70
Zusammensöös  324448  42  174—  44  14105223  59  —13941|
——  -  T1
51080  Mk.  *  *  230  Mk.  **  DMr.2  Mk.  .
§655  Pf.  40  Pf.  58  Pf.

 

 

G  —  der  Ausfuhr  beie  sinrle  Simiane  im  August  1897  betrug  374  718  Rup.  =  496  501  Mk.  —  Pt.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  im  August  1897  betrug  653  565  Rup.  —  865  974  Mk.  —  Pf.

Perspnalien.
Dem  Hauptmann  a.  D.  Freiherrn  v.  Eberstein  ist  die  Stelle  eines  Bezirksamtmanns  bei  dem
Kalserlichen  Gouwernement  von  Deutsch-Ostafrika  a  verliehen  worden.

Naiserliche  Schugßztruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.  A.  K.  O.  vom  10.  November  1897.
Leutwein,  Moajor  à  la  suite  der  Armee  und  beaustragt  mit  den  Funktionen  des  Kommandeurs  der
Schutztruppe,  von  der  Armee.  ausgeschieden  und  unter  gleichzeitiger  Ernennung  zum  Kommandeur
der  genannten  Schutztruppe  als  Major  mit  seinem  Patent  in  dieser  Schutztruppe  angestellt.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.  A.  K.  O.  vom  18.  November  1897.
v.  Beringe,  Glauning,  Fonck  (Heinrich),  Puhlmann,  Premierlieutenants,  der  Antrag  um  Belassung
bei  der  Schutztruppe  auf  weitere  drei  Jahre  re  genehmigt.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  habe  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Major  Leutwein,
Kommandeur  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,  das  Kreuz  der  Ritter  des  Königlichen  Hausordens  von
Hohenzollerm  mit  Schwertern,  dem  invaliden  Unteroffizier  Fischer,  zuletzt  von  der  Schutztruppe  für  Südwestafrika,
  das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse  zu  verleihen.
        <pb n="802" />
        692  —

Nichtamtlicher  Theil.

 

Perspnal-Machrichten.
Deutsch  -COstafrika.
Der  zum  Bauleiter  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
  bestimmte  Architekt  Paul  Uhlig  ist  in  Dares-Saläm
  eingetroffen.

 

Der  Lehrer  Schroeder  ist  am  28.  September
in  Tanga  und  der  Büreauassistent  Werner  am
19.  Oktober  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.

 

Ramerun.

Hauptmann  v.  Besser  ist  Anfang  Oktober  in
Kamerun  eilngetroffen.

 

Im  Auftrage  des  Baptistenmissions  =  Komitees
hat  sich  der  Dr.  med.  Karl  Schaufler,  prakt.  Arzt
aus  Württemberg,  nach  Kamerun  begeben,  um  dort
als  Missionsarzt  zu  wirken.

Vogo.

 

HKolvnialrakk.

Am  Donnerstag,  den  18.  November,  trat  unter
dem  Vorsitz  des  Direktors  der  Kolonialabtheilung
Freiherrn  v.  Richthofen  der  Kolonitalrath  zur
Herbsttagung  zusammen.  Der  Vorsitende  sprach  zunächst
  Seiner  Hoheit  dem  Herzogregenten  von
Mecklenburg-Schwerin  den  Dank  des  Kolonialraths
  für  sein  Erscheinen  aus  und  theilte  mit,  daß
Seine  Durchlaucht  der  Fürst  zu  Wied  und  die
Herren  Ministerialpräsident  Dr.  v.  Grimm,  Professor
  Dr.  Ebert,  Banquier  von  der  Heydt,
Hofrath  Dr.  Mehnert,  Professor  Dr.  Schweinfurth,
  Kaufmann  Thormählen,  Regierungsrath
a.  D.  Freiherr  v.  Tucher  und  Direktor  des  Norddeutschen
  Lioyd  Dr.  Wiegand  an  der  Theilnahme
verhindert  seien.  Er  gab  alsdann  einen  Ueberblick
über  die  wichtigeren  Begebenheiten  in  den  Schutzgebieten
seit  der  letzten  Tagung  des  Kolonialraths.  Eingehender
  wurden  seinerseits  erörtert  bezüglich  Ostafrikas
  die  Informationsreise  des  Gouverneurs  nach
Uhehe  und  die  Frage  der  Besiedelungsfähigkeit
dieser  Landschaft;  ferner  die  Wirksamkeit  des  Generals
Liebert  für  die  stete  Vermehrung  fahrbarer  Straßen,
sowie  die  Gestaltung  der  Arbeiterverhältnisse,  welche
die  Einfuhr  von  Kulis  fast  nur  noch  für  die  technisch
schwierigeren  Betriebe  der  Tabaks=  und  Theepflanzungen
  erforderlich  mache;  auch  wurde  der
Uebertritt  des  Königs  Mwanga  von  Uganda  auf

 

deutsches  Gebiet  erwähnt.  Bezüglich  Südwestafrikas
wurde  die  durch  die  Rinderpest  dort  geschaffene  Lage,
die  Niederlage  der  Hottentottenbande  im  Süden  des
Schutzgebietes  und  die  Heranziehung  eingeborener
Stämme  zu  militärischer  Ausbildung,  bezüglich
Togos  die  Verhältnisse  des  Hinterlandes,  bezüglich
Kameruns  die  günstige  Entwickelung  des  Plantagenwesens
  und  die  Regelung  der  Arbeiterzufuhr  besprochen.
  Der  Kolonialrath  trat  hierauf  in  die
Tagesordnung  ein.  Den  ersten  Gegenstand  derselben
bildete  der  Etat  für  das  ostafrikanische  Schutzgebiet.
Bei  der  Berathung  dieses  Etats  wurden  besonders
eingehender  Erörterung  unterzogen:  der  Forstschutz
im  Schutzgebiete,  die  Landvermessung,  die  Begründung
einer  tropischen  Versuchsstation,  die  Beschaffung  eines
Dampfers  für  den  Tanganyika,  die  Usambargeisenbahn,
die  Heranbildung  der  Handwerker,  die  Vorbildung  der
Beamten  u.  s.  w.  auf  dem  Orientalischen  Seminar.
Auch  die  direkte  Besteuerung  der  Eingeborenen,  die
Vermessung  des  Schutzgebiets,  die  Ueberführung  des
Tanganyikadampfers  an  seinen  Bestimmungsort,  sowie
die  gegenwärtige  Lage  des  Usambargeisenbahnunternehmens
  wurden  zum  Gegenstand  eingehender  Debatten
  gemacht.

Nach  einer  Pause  trat  der  Kolonialrath  um
2½  Uhr  nachmittags  in  Berathung  des  Etats  von
Kamerun  ein.  Es  kamen  hierbei  insbesondere  die
Verhältnisse  des  Botanischen  Gartens  in  Victoria,
sowie  des  in  Buea  zu  errichtenden  Sanatorlums  zu
eingehender  Besprechung.  Auch  wurde  die  Frage
erörtert,  auf  welche  Weise  man  den  Bedürfnissen
der  Eingeborenen  bei  der  Schaffung  von  Kronland
am  besten  gerecht  werden  und  auch  dem  Neger  den
Betrieb  von  kleineren  Plantagen  und  von  Handelsgewerben
  ermöglichen  könne.  Demnächst  wurde  zu
der  Berathung  des  Etats  von  Togo  übergegangen.
Hierbei  beschloß  der  Kolonialrath  auf  Antrag  Seiner
Hoheit  des  Herzogs  Johann  Albrecht  zu
Mecklenburg,  die  Kaiserliche  Regierung  zu  ersuchen,
mit  thunlichster  Beschleunigung  für  Besserung  der
Landungsverhältnisse  in  Lome  durch  Anlegung  einer
Landungsbrücke  dortselbst  sowie  für  Herstellung  einer
Lokalbahn  von  Lome  nach  Klein-Popo  Sorge  zu
tragen.  Im  Anschluß  an  den  Togo-Etat  wurde  sodann
  das  deutsch-französische  Abkommen  über  die
Abgrenzung  des  Schutzgebiets  von  Togo  besprochen.
Die  wirthschaftliche  Lage  des  Schutzgebiets,  welches
im  letzten  Jahre  unter  einer  Epidemie  und  Trockenheit
  zu  leiden  hatte,  sowie  die  Zollverhältnisse  gaben
ebenfalls  zu  Erörterungen  Anlaß.

Am  Freitag,  den  19.  November,  bildete  den
Gegenstand  der  Tagesordnung  die  Berathung  über
den  Entwurf  des  Etats  für  das  südwestafrikanische
Schutzgebiet.  Vor  Eintritt  in  die  Tagesordnung
hab  Herr  Konsul  Vohsen  an  der  Hand  der  von
        <pb n="803" />
        dem  Geologen  Bornhardt  aufgenommenen  Karte
seiner  Expeditionsroute  in  Deutsch-Ostafrika  einen
Ueberblick  über  die  kartographischen  Arbeiten  in  dem
genannten  Schutzgebiet.  Es  kam  sodann  anläßlich  der
Verhandlungen  über  den  Etatsentwurf  die  Frage  der
Besiedelung  des  südwestafrikanischen  Schutzgebiets  zur
Sprache,  insbesondere  wurde  die  Frage  erwogen,
wie  weit  die  Regierung  selbst  die  Siedelung  in  Angriff
  nehmen  dürfe.  Landeshauptmann  Major
Leutwein,  welcher  der  Sitzung  beiwohnte,  nahm
Gelegenheit,  sich  zu  dieser  Frage  zu  äußern  und
seine  praktischen  Erfahrungen  in  der  Besiedelung  des
ihm  unterstellten  Schutzgebiets  darzulegen.  Es  wurde
hierbei  in  Aussicht  gestellt,  daß  der  Landeshauptmann
demnächst  mit  den  Vertretern  der  verschiedenen
Siedelungsgesellschaften  in  nähere  mündliche  Berathungen
  über  die  Modalitäten  der  Besiedelung  eintreten
  werde.

Weiterhin  wurden  die  einzelnen  Positionen  des
Etats  einer  Besprechung  unterzogen.  Am  Schlusse
der  Sitzung  machte  der  Vorsitzende  nähere  Mittheilungen
  über  die  jetzt  von  dem  Feldbahnbaukommando
  in  Angriff  genommene  Eisenbahn.

Daß  die  sofortige  Inangriffnahme  der  Herstellung
einer  Schienenverbindung  von  Swakopmund  nach
dem  Innern  nothwendig  gewesen,  ward  allgemein
anerkannt  und  die  möglichste  Förderung  des  Weiterbaues
  sowie  des  Hafenbaues  in  Swakopmund
dringend  befürwortet.

Auf  der  Tagesordnung  der  Sitzung  am  Sonnabend,
  den  20.  November,  stand  die  Frage  der

693

 

Spirituoseneinfuhr  nach  der  Westküste  von  Afrika  und
des  Branntweinkonsums  der  Eingeborenen.  Es  wurden
die  Berichte  der  Landeshauptleute  der  drei  Schutzgebiete,
  sowie  Anträge  des  Vereins  zur  Bekämpfung
des  afrikanischen  Branntweinhandels  eingehend  besprochen,
  und  es  gelangte  eine  Resolution  zur  Annahme,
  durch  welche  die  Regierung  ersucht  wird,  auf
näher  bezeichnete  Zoll=  und  Verwaltungsmaßnahmen
hinzuwirken,  welche  geeignet  seien,  den  Branntweinkonsum
  einzuschränken.  An  der  Debatte  betheiligten
sich  die  anwesenden  Landeshauptleute  von  Südwest-Afrika
  und  Togo.

In  der  Nachmittagssitzung  beschäftigte  sich  der
Kolonialrath  mit  dem  vom  Ausschusse  für  die  Strafrechtspflege
  der  Eingeborenen  erstatteten  Bericht.
Nachdem  die  Versammlung  sich  prinzipiell  für  die
Aufstellung  allgemeiner  Grundsätze  für  die  strafrechtliche
  Behandlung  der  Eingeborenen  entschieden
hatte,  wurde  in  die  Berathung  der  einzelnen  für  die
Festsetzung  dieser  Grundsätze  von  dem  Ausschusse
gemachten  Vorschläge  eingetreten.

Der  Kolonialrath  einigte  sich  im  Prinzip  dahin,
daß  diese  Beschlüsse  eine  allgemeine  Grundlage  für
die  Regelung  des  auf  die  Eingeborenen  anzuwendenden
Strafrechts  zu  bilden  haben  würden,  vorbehaltlich
der  durch  die  Verschiedenheit  der  Verhälmisse  für
die  einzelnen  Schußgebiete  bedingten  Abweichungen.

Zum  Zwecke  der  Detailberathung  der  Beschlüsse
vertagte  sich  der  Kolonialrath  auf  Mittwoch,  den
1.  Dezember.

 

achrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Dllafrika.
Wissenschaftliche  Zammlungen.

Im  September  d.  Is.  erhlelt  die  zoologische
Sammlung  des  Berliner  Museums  für  Naturkunde
eine  von  den  Herren  Hauptmann  Ramsay  und
Stabsarzt  Hösemann  angelegte  Insektensammlung
aus  Udjiji,  bestehend  aus:

73  Düten  mit  Schmetterlingen,

18  -  Orthopteren,

180  Hemipteren  und  gegen
400  Käfern.

Die  Insekten  sind  durchweg  gut  konservirt.  Ihr
wissenschaftlicher  Werth  ist  erheblich.  Schon  die  erste
Durchsicht  ergab,  daß  darunter  einige  erst  kürzlich
in  England  beschriebene,  der  zoologischen  Sammlung
noch  fehlende  Arten  aus  den  Lepidopterengattungen
Heterabraxas  und  Sabalia  vertreten  sind.  Unter
den  Käfern  sind  außer  manchen  bekannten  Stücken
zohlreiche  neue  und  noch  nicht  im  Museum  befindliche
  Arten.

 

Ferner  sandte  Herr  Stabsarzt  Hösemann  eine
ebenfalls  in  sehr  gut  konservirtem  Zustande  angekommene
  Naturaliensammlung  ein,  deren  Stücke  besonders
  in  zoogeographischer  Beziehung  werthvoll
sind,  da  sie  aus  demselben,  bisher  unerforschten  Gebiet
  von  Udjil  stammen.  Diese  Sammlung  enthielt
folgende  Thiere:

9  Reptilien  und  Amphibien,
3  Fische,  etwa  100  Käfer,
29  Düten  mit  Schmetterlingen,
6—  Orthopteren,
30  *.  Hemipteren,

8  Dipteren  in  Alkohol,

1  Bandwurmbruchstück,

2  Blutegel,

3  Mollusken.

Ein  unter  den  Amphibien  enthaltener  weißer
Laubfrosch  mit  braunen  Flecken  bildete  eine  interessante
  Bereicherung  des  Berliner  Museums.  Unter
den  Insekten  sind  mehrere  seltene  und  werthvolle
Spezies  vertreten.
        <pb n="804" />
        RKamrrun.

Aus  Ramerun.

Sowohl  der  Stationschef  von  Johann  Albrechtshöhe
  wie  der  Faktoreivorsteher  der  Jantzen  &amp;amp;  Thormählenschen
  Faktorel  zu  Mundame  hatten  in  letzter
Zeit  dringende  Klage  geführt  über  Uebergriffe  des
alten  Fetischhäuptlings  Makia  von  Mokonje,  dessen
Leute  kürzlich  sogar  einen  thätlichen  Angriff  auf  die
Person  des  Faktoristen  Conrau-Mundame  ausgeübt
haben  sollten.  Da  die  Sicherheit  der  Station  bedroht
  erschien,  wurde  der  Kanzler  Regierungsrath
Dr.  Seitz  mit  einer  Abtheilung  von  30  Mann  der
Schutztruppe  in  die  beunruhigten  Gegenden  zur
Aufklärung  des  Sachverhalts  gesandt.

us  dem  Bericht  des  Herrn  Dr.  Seitz  entnehmen
  wir  Folgendes:

Meine  Abreise  nach  Mundame  erfolgte  am
Sonntag,  1.  August,  vormittags  7  Uhr.  Die
80  Mann  Soldaten  der  Kalserlichen  Schutztruppe
und  die  12  Kru=  und  Weyiungen,  welche  mir  beigegeben
  waren,  waren  zum  Theil  im  großen  Brandungsboot,
  zum  Theil  in  zwei  von  der  Firma
Jantzen  &amp;amp;  Thormählen  zur  Verfügung  gestellten
Kanus  untergebracht.  Der  ganze  Zug  wurde  durch
die  Dampfpinasse  S.  M.  S.  „Habicht“  geschleppt.
Schlechtes  Wetter  und  ungünstige  Wasserverhältnisse
—  der  Mungo  war  in  den  vorhergehenden  Tagen
außerordentlich  hoch  gestiegen  —  verzögerten  die
Reise,  so  daß  ich  erst  am  4.  August,  mittags  1  Uhr,
vor  Mundame  ankam.  Da  ich  unterwegs  gehört
hatte,  daß  der  Häuptling  Makia  von  Mokonje,  gegen
den  sich  die  Beschwerden  der  Station  Johann-Albrechtshöhe
  und  des  Faktoristen  Conrau  richteten,
nach  Mundame  herabgekommen  sei  und  sich  dort
aufhalte,  so  ließ  ich  die  Dampfpinasse  mit  den
übrigen  Fahrzeugen  etwa  ½  Stunde  unterhalb
Mundame,  gedeckt  durch  eine  vorspringende  Ecke  des
Ufers,  anlegen  und  ging  mit  15  Soldaten,  geführt
durch  den  Faktorlsten  Conrau,  welcher  mit  mir
von  Kamerun  heraufgekommen  war,  über  Land  auf
einem  Elefantenpfad  nach  der  Faktorei  Mundame,
um  gegebenenfalls  Makia  dort  sofort  abfangen  zu
können.  Die  Dampfpinasse  mit  dem  Rest  meiner
Leute  sollte  auf  einen  Signalschuß  nach  der  Jantzen  &amp;amp;
Thormählenschen  Faktorei  nachkommen.  Als  wir  in
Mundame  ankamen,  berichteten  die  dort  zurückgebliebenen
  Leute  Conraus,  Makka  habe  sich  vor  zwel
Tagen  nach  Johann-Albrechtshöhe  begeben.  Ich
schickte  deshalb  sofort  einen  Eilboten  an  den  Stationsleiter
  Conradt  mit  dem  Auftrag,  mir  bis  zum
nächsten  Morgen  Nachricht  über  den  Aufenthalt
Makias  zukommen  zu  lassen;  da  mir  vor  Allem  daran
gelegen  war,  Makias  selbst  habhaft  zu  werden.  Als
am  nächsten  Morgen  (5.  August)  keine  Nachricht  gekommen
  war,  marschirte  ich  um  ½8  Uhr  auf  dem
Wege  nach  Johann-Albrechtshöhe  ab  und  begegnete
kurz  hinter  Mundame  dem  Assistenten  Strauß  von
Johann-Albrechtshöhe,  welchen  Conradt  noch  in  der

694

 

Nacht  mit  einigen  Weyjungen  abgeschickt  hatte,  da
er  fürchtete,  daß  ein  einzelner  Bote  in  den  Sklavendörfern
  Maktas  aufgehalten  werden  würde.  Strauß
meldete  mir,  daß  Makta  sich  auf  der  Station  freiwillig
  gestellt  und  sich  erboten  habe,  einen  Ochsen
und  einige  Ziegen  als  Strafe  für  sein  Verhalten
gegen  den  Faktoristen  Conrau  und  seine  Widersetzlichkeit
  gegen  die  Statlon  zu  zahlen.  Ich  schickte
den  Strauß  nach  Mundame,  um  mit  seinen  Leuten
die  Ladung  für  die  Station  Johann-Albrechtshöhe,
die  ich  mitgebracht  hatte,  nach  der  Statlon  zu  schaffen.
Ich  selbst  marschirte,  von  dem  Faktoristen  Conrau
begleitet,  nach  dem  Sklavendorf  Malende,  das  der
Hauptsitz  des  Widerstandes  gegen  die  Station  sein
sollte.  Gleich  beim  Betreten  des  Dorfes  gelang  es
mir,  in  einer  der  ersten  Hütten  den  Sklaven  Ngale,
der  bei  dem  Angriff  auf  Conrau  eine  Hauptrolle
gespielt  und  auf  diesen  das  Gewehr  angelegt  hatte,
festzunehmen.  Die  übrigen  Einwohner  ergriffen  die
Flucht  und  es  gelang  nur  noch  4  weitere  Sklaven,
zum  Theil  nach  heftigem  Widerstand,  festzunehmen.
Ich  ließ  den  Busch  um  Malende  durch  Soldaten
absuchen,  aber  vergebens.  Da  ich  inzwischen  gehört
hatte,  daß  sich  die  Mokonjeleute  bei  der  Nachricht,
daß  Soldaten  angekommen  seien,  nach  Barombi-Bakang
  geflüchtet  hätten,  so  schickte  ich  den  schwarzen
Sergeanten  James  Palmas  mit  sechs  Soldaten  und
den  Gefangenen  und  Trägern  nach  Johann-Albrechtshöhe
  voraus,  während  ich  selbst  mit  den  übrigen
Soldaten  nach  Barombi-Bakang  ging.  Auch  hier
lief  bei  meiner  Ankunft  Alles  in  den  Busch,  bis  auf
einen  kranken  Mokonjemann.  Bei  Durchsuchung  der
wenigen  Hütten  des  Dorfes  wurden  über  20  Steinschloßflinten
  —  beinahe  alle  englischen  Ursprungs
und  jedenfalls  aus  Calabar  eingeführt  —  sechs  Faß
Pulver  und  eine  Menge  Schrot  gefunden.  Das
Pulver  konnte  erst  vor  ganz  kurzer  Zeit  angekommen
sein,  denn  es  war  noch  in  Lasten  verpackt.  Das
Pulver  wurde  verbrannt,  die  Gewehre  der  Station
Johann-Albrechtshöhe  übergeben.  Ich  ließ  durch
den  zurückbleibenden  Mokonjemann  und  einen  Dualla,
der  sich  gerade  zu  Handelszwecken  im  Dorfe  aufhielt,
die  Bakang=  und  Mokonjeleute  auf  den  nächsten  Tag
nach  der  Station  entbieten  und  marschirte  über  die
Sklavendörfer  Maklas  nach  Johann-Albrechtshöhe,
wo  ich  um  5  Uhr  abends  eintraf.  Am  nächsten
Tage  (6.  August)  führte  ich  in  Gegenwart  der  auf
der  Station  erschienenen  Barombi-Bakang-Mambandaund
  Cumbaleute  die  Untersuchung  gegen  Makia  und
die  übrigen  Gefangenen  und  urtheilte  dieselben  ab.
Am  Nachmittage  besichtigte  ich  die  Anlagen  der
Station  Johann-Albrechtshöhe.  Das  Stationshaus
liegt  etwa  400  m  hoch  hart  am  Elefantensee.  Der
Hügelkranz,  welcher  den  See  umgiebt,  fällt  nach  der
Seeselte  zu  steil  ab.  Ueber  300  Stusen  muß  man
vom  Stationshaus  heruntersteigen,  um  an  den  See
zu  gelangen.  In  der  Richtung  nach  dem  Mungo
fällt  der  Hügel,  auf  dem  die  Station  gelegen  ist,
sanft  ab  gegen  den  Bach  zu,  über  welchem  die  alte
        <pb n="805" />
        Barombistation  lag.  Auf  dieser  Seite  befinden  sich
in  der  Hauptsache  die  Anlagen  der  Station  im  Halbkreise
  um  diese  selbst.  Unmittelbar  unter  dem
Stationshause  liegen  auf  dem  terrassenförmig  abfallenden
  Hügel  die  Arbeiterhäuser,  im  großen  Umkreise
  sind  etwa  3000  Planten  und  ganze  Felder
Kolo  gepflanzt.  Etwa  100  Kakaopflanzen  und
120  Bäumchen  arabischer  Kaffee  gedeihen  sehr  gut.
Auch  mit  wildem  Kaffee  werden  Anbauversuche  gemacht.
  Längs  des  Weges,  der  durch  die  Farm  führt,
stehen  über  20  Kautschukbäume,  die  ein  recht  gutes
Aussehen  zeigen.  Ueberhaupt  ist  der  Eindruck,  den
die  in  schöner  Landschaft  gelegene  Station  macht,
ein  erfreulicher.  Das  große  Stationshaus  mit  fünf
geräumigen  Zimmern  ist  praktisch  und  solid  gebaut.
Nur  der  Wegebau  läßt  zu  wünschen  übrig.  Durch
die  Farm  selbst  führt  zwar  ein  guter  Weg,  auch  der
Bach  unterhalb  der  Station  ist  überbrückt,  von  da
ab  aber  wird  der  Weg  nach  Mundame  zu  immer
schlechter,  die  zahlreichen  Bäche  sind  mit  Ausnahme
einer  Stelle,  wo  ein  Baumstamm  eine  bedenkliche
Passage  bietet,  nirgends  überbrückt,  und  der  Weg
selbst  ist,  besonders  soweit  er  durch  das  Gebiet
Makias  führt,  an  einzelnen  Stellen  beinahe  ungangbar.
Nun  ist  nicht  zu  verkennen,  daß  die  Beschoffenheit
des  sehr  fruchtbaren  Bodens  die  Herstellung  einigermaßen
  trockener  Wege  besonders  in  der  Regenzeit
erschwert.  Allein  die  Hauptschuld  liegt  jedenfalls
daran,  daß  die  Eingeborenen,  vor  Allem  Makia  und
seine  Leute,  seither  für  Wegebau  so  gut  wie  nichts
gethan  haben.  Ich  habe  deshalb  den  sämmtlichen
Dörfern  die  Freischlagung  und  Reinigung  des  Weges
Johann-Albrechtshöhe—Mundame  zur  ersten  Pflicht
gemacht  und  den  Stationsleiter  Conradt  angewiesen,
  mit  aller  Energie  auf  Herstellung  eines  guten
Weges  Mundame—Johann-Albrechtshöhe  zu  dringen,
da  unter  den  jetzigen  Verhältnissen  der  Transport
von  Material  nach  der  Station  mit  den  größten
Umständen  verbunden  ist.

Am  7.  August  verließ  ich  Johann-Albrechtshöhe
und  marschirte  unter  Mitführung  der  Gefangenen
zu  dem  Hauptdorfe  Makias,  Mokonje.  Dort  eröffnete
ich  den  Mokonjeleuten  in  Gegenwart  der  wieder
erschienenen  Leute  von  Cumba,  Bakang,  Mambanda
und  Eliliwindi  die  ergangenen  Urtheile,  besonders,
daß  Makia  abgesetzt  sei  und  das  Dorf  Mokonje  als
Strafe  für  den  fortgesetzten  Widerstand  gegen  die
Anordnungen  der  Station  30  Ochsen  und  12  Elefantenzähne
  zu  zahlen  habe.  Ich  setzte  an  Stelle
Makias  dessen  ältesten  Sohn  Ago  als  Häuptling
ein.  Bei  meiner  Wiederankunft  in  Mundame  erschienen
auf  Ladung  die  Häuptlinge  mehrerer  Ortschaften  mit
ihren  Leuten.  Ich  machte  allen  die  Auflage,  nunmehr,
  nachdem  der  allgemein  gefürchtete  Fetischmann
Makia  von  der  Bildfläche  verschwunden,  den  Fetischdienst
  und  die  damit  zusammenhängenden  fortgesetzten
Räubereien  und  Erpressungen  zu  unterlassen.  Der
von  mir  eingesetzte  Häuptling  Ngo  bat  einen  Lehrer
der  Basler  Mission  nach  Mokonje  zu  schicken,  um

 

695  —

auf  diese  Weise  dem  Unwesen  des  Fetischdienstes  ein
Ende  zu  machen.  Ich  versprach  ihm,  bei  dem
Missionsvorstand  in  Kamerun  in  der  Sache  vorstellig
zu  werden.

Ich  glaube  mit  Sicherheit  annehmen  zu  können,
daß  nach  Wegführung  Makias  sich  die  Verhültnisse
um  die  Station  Johann-Albrechtshöhe  vollständig
beruhigen  werden.  Makia  wird  als  aus  dem
Mongogebiet  verbannt  in  Campo  internirt  werden.

 

Togo.

Bericht  des  Stationsleiters  Dr.  Rersting  über  seine
Reise  von  Lome  nach  Sugu.

Einem  Bericht  des  Stationsleiters  Dr.  Kersting
über  seine  Reise  von  Lome  nach  Sugu  entnehmen
wir  folgende  Mittheilungen:

Die  Stationen  an  den  großen  Verkehrscentren
in  Togo  bieten  eine  interessantere  und  größere
Thätigkeit,  als  ich  es  sonst  wohl  in  anderen  Kolonien
gesehen  habe.  Die  Pflege  der  Beziehungen  zu  den
Eingeborenen,  die  Förderung  des  Einflusses  der
Station,  die  sehr  zahlreichen  Rechtspalaver,  die
wirthschaftlichen  Fragen  des  Handels  und  Verkehrs,
die  politischen,  zuweilen  kriegerischen  Verwicklungen,
die  Inspektionstouren,  wissenschaftliche  Arbeiten,  dazu
die  Gründung,  Instandhaltung,  Verwaltung  und
Rechnungsführung  der  Station  und  der  Posten  sind
von  einem  einzelnen  Europäer  auf  die  Dauer  kaum
zu  leisten,  ohne  daß  seine  Gesundheit  und  das
Interesse  der  Kolonie  Schaden  nimmt.

Die  Regenzeit  wurde  im  Juli  von  Kete  ab  sehr
ausgesprochen.  Wir  haben  seitdem  auf  der  ganzen
Reise  fast  täglich  heftigen  Regen  gehabt.  Seit  dem
15.  August  regnet  es  in  Kirikri  oft  24  Stunden
ununterbrochen.  Die  stark  angeschwollenen  Bäche
sind  jetzt  ein  Verkehrshinderniß.  Der  Nyalo,  südlich
von  Kirikri,  ist  reißend,  über  mannstief,  oft  100  m
breit  und  mit  Lasten  nicht  zu  passiren.

Die  Wege  sind  sonst  auf  der  ganzen  von  uns
bereisten  Strecke  sehr  gut.  Das  Terrain  zeigt  nur
im  Agomegebirge,  dann  zwischen  Taschi  und  Fasugu
und  bei  Sudu  größere  Unebenheiten,  die  aber,  solange
  nur  Menschen  und  Lastthiere  als  Transportmittel
  in  Betracht  kommen,  nicht  stören.

Der  Oti  ist  der  einzige  Fluß  der  vermittelst
Kanoes  zu  passiren  ist.  Die  Trinkwasserverhältnisse
unterwegs  sind  am  schlechtesten  zwischen  Lome  und
Misahöhe.  Die  Häufigkeit  des  Guineawurms  in
jenen  Gegenden  hängt  nicht  zum  kleinsten  Theil
damit  zusammen.

Der  Verkehr  ist  von  Lome  bis  Kete  sehr  lebhaft,
von  hier  bis  Taschi  auch  noch  bedeutend.  Der  Weg
von  Taschi  über  Paratan,  Sudu,  Sugu  ist  viel  geringer
  besucht.  Die  Hauptverkehrsader  des  Ostens
aus  dem  weiteren  Innern  geht  über  Wangara,
Bolibina,  Boti,  Kirikri,  Paratau,  Blitta  und  Pessi,
        <pb n="806" />
        —  696

und  von  Kirikri  ebenso  über  Tschambaa,  Blitta,
Pessi.  Die  Bevölkerung  war  überall  entgegenkommend.
Ein  tieferes  Verständniß  für  die  endlichen  Absichten
der  Weißen  ist  nur  vereinzelt  zu  finden.  Trotzdem
nimmt  man  mit  einem  gewissen  Interesse  Partei.
Der  Weiße  ist  zur  Zeit  im  Allgemeinen  gern  gesehen;
er  ist  noch  der  Gebende.

Die  Ernährung  einer  Karawane  macht  auf  unserer
Route  in  Togo,  anders  als  sonst  gewöhnlich  in
Afrika,  nicht  die  geringsten  Schwierigkeiten.  Deutsches
Silber  ist  in  allen  größeren  Plätzen  gangbar.  Es
wird  zu  Schmucksachen  verarbeitet.  Stoffe  werden
vorgezogen.  Auch  Tabak  ist  geschätzt.

Loandschaftlich  bietet  Togo  im  Ganzen  sehr  wenig.
Berg  und  Ebene,  Alles  überzieht  dieselbe  Buschsabanne.
  Seltene  Ausnahmen  bieten  kleine  Waldparthien
  an  Bächen  und  Thälern,  Sümpfe  und
Steppen  fehlen  fast  ganz.  Mehr  oder  weniger  mit
Humus  gemischter  Laterit  deckt  den  größten  Theil
dieses  Gebietes,  die  Gebirge  sind  im  Allgemeinen  zusammengesetzt
  aus  Quarzit,  Quarz  und  Glimmerschiefer,
  nördlich  von  Paratau  auch  gelegentlich  Gneiß
und  sehr  viel  Raseneisenstein.

An  Wild  habe  ich  außer  einigen  Affen,  einer
großen  Antilope  nur  Frankolinen,  Perlhühner  und
andere  Vögel  gesehen.

An  Nutzpflanzungen  im  Busch  fällt  die  große
Menge  von  Schea-(Schi-hbutterbäumen  nördlich  von
Kete  auf.  Die  möglicherweise  hier  in  den  ausgedehnten,
  buschbestandenen  Grasflächen  auch  vorkommenden,
  kürzlich  im  „Tropenpflanzer"  beschriebenen
Kautschukpflanzen  werde  ich  aufzusuchen  bemüht  sein.
Kautschuklianen  sollen  im  Sokodé  häufig  sein.

Deutsch-Hüdwelkafrika.
Südwestafrikanische  Baiwegbahn.

Das  Kaiserliche  Feldbahnbaukommando  —  Vorstreckungskommando
  —  berichtet  am  23.  Oktober
d.  Is.,  wie  folgt:

Das  Kommando  besteht  zur  Zeit  aus:  1  Offizier,
1  Rechnungsbeamten,  5  Unteroffizieren,  1  Ober-Lazarethgehülfen,
  2  Reitern  der  Schuttruppe,
51  weißen  Arbeitern,  1  Vormann  des  Manasse,
1  Polizisten  des  Manasse,  127  farbigen  Arbeitern,
7  Pferden,  28  Mauleseln.

Es  wurden  verlegt:

am  19.  Oktober  450  m  Gleis
=  20.  -  ..  620-  -
1  -  660  -  -
22.  -  760  -  -
-28.  -  400  =

zusammen  2870  m  Gleis.

Der  Bahnhof  enthält  sieben  Weichen  und

.  5150
Nebengleis.

 

Inzwischen  hat  sich  das  Landen  der  Zwillingszmaschine

  so  weit  vollzogen,  daß  zur  Zeit  die  Bestandtheile

  einer  Einzelmaschine,  außerdem  der  zweite
Kessel  und  zwei  Tender  geborgen  sind.

Bezüglich  der  Einzelheiten  der  Landung  berichte
ich  ganz  gehorsamst:

Als  erstes  Stück  wurde  eine  rund  zwei  Tons
schwere  Kiste  in  dem  gleichzeitig  gesandten  großen
Boot  gelandet.  Es  gelang  nicht,  sie  aus  dem
glücklich  bei  Hochwasser  auf  den  Strand  gesetzten
Boot  herauszubringen.  Da  für  mich  die  Frage,
ob  eine  zwei  Tons  schwere  Kiste  gelöscht  werden
könnte,  deswegen  von  prinzipieller  Bedeutung  war,
weil  sich  an  Bord  noch  sehr  viel  schwerere,  darunter
eine  von  fünf  Gewichts=  und  sieben  Maßtonnen,
befanden,  so  gab  ich  erst,  als  die  Gefahr  größer
wurde,  daß  das  Boot  versinke,  meine  Zustimmung
dazu,  daß  die  Kiste  im  Boote  geöffnet  und  ihr
Gehalt,  bestehend  aus  vier  Tenderunterwagen  einzeln
ans  Land  geschafft  werde.  Die  Löschung  der  vier
Unterwagen  vollzog  sich  nunmehr  mit  Leichtigkeit.

Für  das  Landen  der  Kessel  wurden  besondere
Vorkehrungen  getroffen.  Bei  Hochwasser  und
milder  Brandung  wurde  das  einen  Kessel  tragende
Boot  gelandet  und  am  Strande  verankert.  Nachdem
  nach  einigen  Stunden  die  See  zurückgegangen
war,  wurde  rechts  und  links  längsseits  des  Bootes
je  ein  besonders  angefertigter  starker  und  hoher  Bock
aufgestellt.  Ueber  beide  Böcke  wurde  als  Träger
ein  aus  Hochkant  gestellten  und  mit  einander  verbolzten
  Bohlen  gebildeter  Balken  gelegt,  an  den  ein
vom  Schiff  gelieferter  Differentialflaschenzug  gehängt
wurde.  Der  Kessel  wurde  hochgeschoben  und  blieb
in  der  Schwebe,  bis  das  Boot  von  etwa  50  Farbigen
wieder  zu  Wasser  gebracht,  ein  Feldbahngleis  unterhalb
  des  Kessels  verlegt  und  nunmehr  der  Kessel
auf  einen  unter  ihm  stehenden  Unterwagen  herab-Velassen
  war-Die

  Landung  des  zweiten  Kessels  vollzog  sich  in
gleicher  Weise.  Die  beiden  gelandeten  Tender  wurden
geflößt,  d.  h.  sie  wurden  an  Bord  wasserdicht  gemacht,
  ins  Meer  herabgelassen,  von  der  Dampfbarkasse
  des  Schiffes  bis  nahe  der  Brandung  geschleppt,
hier  von  einem  Kruboot  übernommen,  auf  den
Strand  gesetzt  und  auf  Rollen  eingeholt.

Ich  habe  auf  Grund  der  beim  Landen  der  zwei
Tons  schweren  Kolli  gemachten  Erfahrungen  jeden
Versuch,  die  oben  erwähnte  Sieben-Tonskiste  zu  landen,
unterlassen,  und  die  Kiste  auseinandernehmen  lassen.
Die  Landung  des  Inhalts  ist  noch  nicht  beendet
und  zur  Zeit  wegen  hoher  Brandung  unterbrochen.

Das  Tracirkommando  hat  über  seine
Thätigkeit  in  der  Zeit  vom  28.  September  bis
21.  Oktober  d.  Is.  folgenden  Bericht  erstattet:

Es  wurde  vom  28.  September  bis  1.  Oktober
vom  Tracirkommando  die  Höhenlage  des  Bahnhofs
Swakopmund  über  dem  Meeresspiegel  festgestellt
und  ein  Längsnivellement  des  Bahnhofs  aufge-
        <pb n="807" />
        nommen,  sowie  ein  Gleis  nach  der  Wasserstelle  im
Swakop  abgesteckt,  welches  jedoch  nachträglich  mit
Rücksicht  auf  den  Bebauungsplan  der  Kolonialgesellschaft
  eine  Aenderung  erfahren  soll.

Gleichzeitig  wurde  die  Verproviantirung  des
Kommandos  auf  der  Strecke  von  Swakopmund  nach
Windhoek  vorbereitet.

Die  Expedition  zur  Ausführung  der  Tracirungsarbeiten
  wird  besehen  aus  2  Offizieren,  2  Unteroffizieren,
  2  Reitern,  4  Weißen,  12  Schwarzen,
2  Ochsenwagen  mit  Geräth,  Instrumenten  und  Proviant,
  einer  Eselskarre  zur  Versorgung  der  Expedition
mit  Wasser  und  Brennholz  während  Ausführung  der
Arbeiten  auf  wasserlosen  Strecken,  und  dem  zugehörigen
  Treiberpersonal.  An  Vieh  führt  die  Expedition
  mit  10  Pferde,  40  Ochsen,  8  Esel.  Da
namentlich  Pferde  und  Esel  auf  der  Strecke  bis
Modderfontein  gar  keine  Nahrung  finden,  mußten
umfangreichere  Vorkehrungen  zur  Verprovlantirung
der  Stationen  getroffen  werden.

Es  ist  gelungen,  die  Verproviantirung  bis  Heigamcob
  durchzuführen,  bis  Otjimbingue  in  dem
nächsten  Monat  sicher  zu  stellen,  soweit  hiesige
Verhältnisse  eine  Sicherstellung  zulassen.

Am  2.  Oktober  wurde  mit  der  Absteckung  der
Trace  nach  Nonidas  begonnen.

Gleichzeltig  wurde  am  4.  Oktober  ein  von  der

697

 

Kolonialgesellschaft  engagirter  Brunnenbohrer  mit
drei  Mann  mit  Ausrüstung  zum  Bohren  unter
Führung  eines  Sekondlleutenants  nach  der  im  Kaufluß
  erkundeten  Stelle  zum  Bohren  geschickt.

Ich  selbst  begab  mich  am  10.  Oktober  ebenfalls
dorthin.  Die  Arbeiten  wurden  derart  gefördert,
daß  am  11.  Oktober  eine  Bohrtiefe  von  8  m  erreicht
  war.

Am  12.  Oktober  kehrte  ich  nach  Swakopmund
zurück,  verlegte  am  15.  Oktober  den  Sitz  des  Tracirkommandos
  nach  Nonidas.  Von  hier  aus  wurde
durch  weitere  Erkundungsritte  der  Verlauf  der  Tracez
bis  etwa  Kilometer  30  festgelegt.  Als  günstig  kann
dabei  bemerkt  werden,  daß  die  Trace  bis  Kilometer  24
dem  Lauf  des  Swakop  noch  folgen  kann,  so  daß
hier  noch  eine  Wasserstelle  angelegt  werden  kann  und
dadurch  die  wasserlose  Strecke  bis  zum  Kaufluß
verkürzt  wird.

Am  16.  Oktober  Ritt  nach  Heigamcob  und  dem
Bohrloch.  Dasselbe  hatte  eine  Tiesfe  von  15  m  und
auf  14,5  m  Wasser.  Das  Wasser  schmeckt  schwach
salzig,  ist  aber  verwendbar.  Auch  wird  es  immer
besser.  Es  wurde  nun  sofort  sämmtliches  Geräth
zum  Aufstellen  des  Brunnens  aus  Swakopmund  bestellt.
  Heute  hatte  das  Bohrloch  eine  Tiefe  von
15,60  m  und  einen  Wasserstand  in  Höhe  von
14,20  m,  also  1,40  m.  Die  Bohrung  wird  noch
fortgesetzt.

Am  19.  Oktober  wurde  ein  Erkundungsritt  auf
Modderfontein  zu  gemacht  bis  zu  der  etwa  40  km
von  Heigamcob  entfernten  sogenannten  Pforte,  durch
welche  die  Trace  allem  Anschein  nach  gehen  muß.

Die  Möglichkeit  des  Baues  auf  dieser  Strecke  vom
Kaufluß  bis  „Pforte“  wurde  festgestellt.

Heute  wurde  ein  Erkundungsritt  den  Kaufluß
aufwärts  gemacht,  um  einen  Abstieg  vom  westlichen
Ufer  zu  finden,  der  dem  Aufstieg  nach  dem  östlichen
Ufer  näher  liegt.  Schon  in  den  Tagen  vom  9.  bis
11.  Oktober  war  festgestellt  worden,  daß  nördlich
des  Bohrloches,  welches  unmittelbar  an  dem  Aufstieg
  auf  das  östliche  Ufer  liegt,  keine  Mulde  bis
auf  die  Höhe  des  Plateaus  führt.

Die  Erkundung  der  Seitenreviere  südlich  des  Bohrlochs
  ergab,  daß  ein  solches  2km  südlich  des  Bohrloches
zwar  mit  geringem  Gefälle  bis  auf  das  Plateau
heraufführt,  aber  dort  in  einem  derart  welligen,
felsigen  und  zerrissenen  Gelände  endet,  daß  erst  eine
neue  genauere  Rekognoszirung  ergeben  muß,  ob  sich
die  Trace  hier  durchführen  läßt.

Dlie  Erkundung  des  westlichen  Ufers  des  Kauflusses
  soll  in  den  nächsten  Tagen  fortgesetzt  werden.

Der  Brunnen  wird,  sobald  das  Material  ankommt,
  aufgestellt  werden.

Demnächst  wird  ein  Bohrversuch  an  der  Stelle
gemacht  werden,  wo  die  Trace  den  Swakop  verläßt.
Es  kann  mit  Sicherheit  angenommen  werden,  daß
sich  dort  Wasser  findet.

Demnächst  soll  die  Tracirung  selbst  fortgesetzt
werden,  da  inzwischen  das  Eintreffen  von  Arbeitern
erwarket  werden  kann.

Resultat:

1.  Tracirung  bis  Kilometer  12  durchgeführt.

2.  Trace  bis  Kilometer  30  steht  fest.

3.  Wasserstelle  im  Kaufluß  gefunden.

4.  Uebergang  über  den  Kaufluß  möglich.  Die
genaue  Stelle  des  Abstieges  vom  westlichen
Ufer  muß  noch  gefunden  werden.

5.  Ist  das  geschehen,  steht  die  Trace  bis  zur

Pforte,  etwa  20  bis  30  km  westlich  Moddersonteine,
  im  Allgemeinen  fest.
Wie  nachträglich  mitgetheilt  wird,  ist  die  Strecke
Swakopmund—Nonidas  bereits  eröffnet  worden.

Leber  eine  Relse,  die  der  Distriktschef  von
Swakopmund  Dauptmann  v.  perbandt  nach  Mossamedes
unternommen  hat,

berichtet  derselbe,  wie  folgt:

Die  Fahrt  nach  Mossamedes  dauert  von  Swakopmund
  aus  mit  einem  mittelmäßigen  Dampfer  etwa
50  Stunden;  zurück,  der  meist  von  Südwest  wehenden
Winde  halber,  etwas  länger.  Die  Einfahrt  in  den
Hafen  von  Mossamedes  ist  großartig,  wie  der  ganze
Hafen.  An  der  Süd=  und  Nordecke  des  Hafens,  im
Norden  auf  weit  herausragendem  Point  stehen  Leuchtthürme;
  zwei  Kabel  durchschneiden  von  Südost  nach
Nordwest  gehend  den  Hafen,  sind  aber  so  markirt,
daß  sie  nicht  in  Gefahr  gerathen,  von  ankernden
Schiffen  beschädigt  zu  werden.  Vom  Strande  aus
        <pb n="808" />
        geht  eine  etwa  80  m  lange  Brücke  in  den  Hafen,  an
welcher  die  Boote  der  nicht  fern  liegenden  Schiffe
an  Treppen  landen.  Zwei  Krähne  sind,  je  einer  zu
jeder  Seite  der  Brücke,  zur  Aufnahme  größerer
Ballen  2c.  angebracht.  Ein  Schienenstrang  führt  bis
zum  Ende  der  Brücke  und  eine  Wasserleitung,  welche
ebenso  weit  reicht,  erleichtert  es  den  Schiffen,  frisches
Wasser  an  Bord  zu  nehmen.  Boote  und  Leichter
zur  Empfangnahme  der  Ladung  sind  in  genügender
Menge  vorhanden.

Im  Hafen  lagen  zwei  englische  und  ein  poriugiesisches
  Kriegsschiff,  zwei  Wachtschiffe  abgetakelt,
wohl  für  die  Kabel,  außerdem  einige  kleinere  Segler,
welche  den  Küstenverkehr  vermitteln.  Eine  portugiesische
  Linie  läuft  Mossamedes  zwei  Mal  monatlich
an  und  soll  in  der  Hauptsache  getrocknete  Fische,
wohl  für  den  Kongo  und  die  nördlicheren  afrikanischen
  Länder,  ausführen.  Versuchsweise  wird  in  der
Kolonie  Kaffee,  Zucker  und  Kautschuk  gebaut,  aber
vorläufig  noch  in  so  beschränktem  Maßstabe,  daß  nicht
einmal  die  Kolonie  selbst  viel  davon  hat,  denn  z.  B.
Liberiakaffee  soll  in  großen  Mengen  eingeführt  werden.
Uebrigens  schützen  die  Portugiesen  ihre  Dampferlinie
in  der  Weise,  daß  bei  fremden  Linien  etwa  der  siebenfach
  höhere  Ausfuhrzoll  als  bei  Ausfuhr  auf  eigenen
Schlffen  gezahlt  werden  muß.  Der  Ort  Mossamedes
wird  vom  Ufer  durch  eine  doppelte  Palmenallee
(meist  Kokospalmen)  abgeschlossen  und  bildet  mit
seinen  weißen  Häusern  zwischen  dem  Grün  der  Bäume
ein  liebliches  Bild.  Im  Nordwesten  schließen  sich
an  den  Ort  Garten=  und  Plantagenanlagen,  die
mittelst  Windmotoren  bewässert  werden,  und  welche
einen  reichen  Ertrag  an  Gemüsen  und  Früchten  aller
Art  abwerfen.  Wasser  ist  allerdings  dicht  an  der
Küste  zu  finden  und  viele  Brunnen,  kaum  100  Schritt
vom  Ufer  entfernt,  versorgen  die  Stadt  ausreichend.
Nach  dem  Innern  zu  nimmt  die  Landschaft  einen
anderen  Charakter  an  und  erinnert  lebhaft  an  unseren
Küstenstrich.  Indessen  sind  die  Bodenverhällnisse  doch
weit  bessere  und  soll  das  Land,  wenn  ja  einmal
Regen  fällt,  was  alle  sechs  bis  sieben  Jahre  an  der
Küste  vorkäme,  wie  durch  einen  Zauberschlag  in  eine
grüne  Wiese  verwandelt  werden,  welche  nach  14  Tagen
bis  drei  Wochen  halbmannshohes  Gras  trägt.  Dieses
Gras  wird,  bis  der  Samen  reift,  stehen  gelassen  und
dann  von  der  Regierung  freigegeben.  Die  Arbeiter
gehen  hinaus  und  schneiden  dasselbe,  und  soll  es  dann
in  der  ersten  Zeit  zu  minimalen  Preisen  abgegeben
werden,  welche  sich  aber  mit  vorrückender  Jahreszeit
stetig  steigern.  Die  Häuser  sind  meist  aus  Luftziegeln
  gebaut,  von  verschiedenartigem  Anstrich  und
tragen  flache  Dächer.  Die  Straßen  sind  breit  und
merkwürdigerweise  sauber  gehalten,  zum  Theil  gepflastert
  und  mit  Trottoirs  auf  den  Seiten  versehen.
Das  Innere  der  Häuser  und  die  Hofräume  halten
indessen  meist  nicht,  was  das  Aeußere  verspricht.
Hotels  und  Restaurationen  giebt  es  eigentlich  nicht,
wenigstens  habe  ich  nichts  derartiges  gefunden,  was
mit  einigem  Recht  diesen  Namen  tragen  dürfte.  Der

 

698

 

Fremdenverkehr  und  -zuzug  scheint  eben  sehr  gering
zu  sein.  Das  großartigste  Gebäude  des  Ortes  ist
jedenfalls  das  vor  15  Jahren  erbaute  Palais  des
Gouverneurs.  An  erhöhter  Stelle,  aus  rothen  Ziegeln
erbaut,  ist  es,  mehrere  Stockwerke  hoch,  schon  weit
von  der  See  aus  zu  sehen.  Hier  ist  auch  das  Innere,
wenlgstens  das,  was  ich  davon  gesehen  habe,  mit
Eleganz  und  Geschmack  eingerichtet.  Ein  schönes  geräumiges
  Treppenhaus  führt  in  die  Salons  der
1.  Etage.  Hohe,  parkettirte  Säle  mit  eleganten  Möbeln
  bilden  die  Empfangsräume  des  Gouverneurs
bezw.  dessen  Stellvertreters;  kurz,  das  Ganze  macht
einen  gediegenen  Eindruck.  Einige  100  Schritt  südlich
des  Gouvernementsgebäudes  ist  eine  steinerne  Kirche
erbaut,  geräumig  genug,  doch  habe  ich  von  architektonischer
  Schönheit  hier  nichts  entdecken  können.
Wieder  südlich  hiervon  befindet  sich  das  Hospital,
welches  einen  hübschen,  freundlichen  Eindruck  macht.

Mossamedes  ist  im  Allgemeinen  ein  gesunder
Platz,  doch  kommen  auch  hier  nach  der  Regenzeit
Fieber  vor.  Vor  Allem  scheint  das  Hospital  aber
für  Kranke,  die  von  auswärts  kommen,  werthvoll
zu  sein.  Ich  glaube,  Mossamedes  ist  eine  Art  Sanatorium
  für  Benguela  bezw.  Angola.  Eines  der  englischen
Kriegsschiffe,  welches  in  nördlicheren  Gewässern  stationirt
  war,  lag  auch  der  Gesundheit  seiner  Leute  wegen
dort,  jedenfalls  hatte  es  für  mehrere  Tausend  Mark
Gemüse  gekauft,  da  dem  nördlicheren  Geschwader
Pflanzenkost  fehlen  sollte.  Etwa  150  m  nordöstlich
des  Gouvernementsgebäudes  liegt  eine  Citadelle.
Sie  dient  wohl  hauptsächlich  als  Kasernement.
Leider  konnte  ich  auch  hier  der  Kürze  der  Zeit  halber
das  Innere  nicht  besichtigen.  Sonst  wäre  von  Baulichkelten
  wohl  nur  noch  das  Gebäude  der  englischen
Telegraphenkompagnie  zu  erwähnen.  Es  liegt  mehr
am  Nordende  des  Ortes,  während  die  oben  beschriebenen
  gouvernementalen  Bauten  das  Südende
des  Städtchens  bilden.  Die  Engländer  haben  hier
ein  schönes  zweistöckiges  Tropenhaus  (Eisen=  und
Holzkonstruktion)  aufgestellt,  mit  breiten  Veranden
um  dasselbe  und  hohen,  kühlen  und  luftigen  Zimmern
in  demselben;  das  Ganze  umgeben  von  einem  hübschen
  Garten  mit  blühenden  Blumen  und  grünenden
Büschen  und  Bäumen.

Den  Handel  in  Mossamedes  scheint  hauptsächlich
ein  französisches  Haus,  Compagnie  Frangaise  de
Mossamedes,  in  Händen  zu  haben.  Es  glebt  ja
auch  sonst  noch  Kaufhäuser  dort,  das  bedeutendste
ist  aber  jedenfalls  im  Besitze  genannter  Kompagnie.
Im  Allgemeinen  scheint  der  Platz  aber,  auch  was
Handel  und  Wandel  anbetrifft,  trotz  seiner  günstigen
Bedingungen  ein  recht  stiller  zu  sein.  Als  Zahlmittel
  in  Mossamedes  wird  hauptsächlich  Papiergeld
benutzt.  Sonst  kursiren  in  den  Kolonien  noch
Kupfer=  und  ganz  kleine  Silberstücke.  Etwas  lebhafter
  scheint  nach  dem  dort  Gehörten  die  Polizei
zu  sein,  die  mit  besonderer  Strenge  gegen  die  Eingeborenen
  vorgeht.  Die  Straßenpolizei  und  die
Beaufsichtigung  der  Gefangenen  werden  durch  ein-
        <pb n="809" />
        geborene  Polizisten  besorgt,  die  sich  in  ziemlicher
  Anzahl  in  den  Straßen  zeigten.  Die
Chargen  und  höheren  Aemter,  wie  das  des  Polizeichefs,
  werden  dann  durch  Portugiesen  ausgefüllt,
wie  dies  ähnlich  in  unseren  tropischen  Kolonten  der
Fall  ist.  Ebenso  ist  donn  auch  das  Militär  organisirt,
  doch  giebt  es  auch  eine  europäische  Truppe,
in  welcher  auch  gemeine  Soldaten  Portugiesen  sind
und  die  hauptsächlich  als  Leibgarde  des  Gonwerneurs
zu  dienen  scheint.

Die  Rinderpest  ist  noch  nicht  in  der  Kolonie.
Die  in  der  Kolonie  lebenden  Boeren  sollen  nicht
lange  im  Lande  blelben;  sobald  sie  genügend  verdient
  haben,  „trecken“  sie  weiter  resp.  gehen  mit  gecharterten
  Dampfern  über  Kapstadt  in  ihre  Heimath
zurück.

 

RAus  dem  Pereiche  der  Wirstonen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Nach  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  sind  die  Pflegeschwestern
  des  Frauenverelns  Hermine  Seiff  und
Martha  Seelig  Ende  Oktober  nach  Ostafrika  abgereist.
  Schwester  Johanna  Bachmann  ist  in
Kamerun  eingetroffen.

 

Die  Baseler  Mission  hat  einen  hübsch  ausgestatteten
  Wandkalender  für  Kamerun  in  Dualasprache
  zum  Preis  von  0,25  Mark  herausgegeben.

 

Die  Missson  vom  Heiligen  Herzen  Jesu  hat  den
Tod  des  Bruders  Nikolaus  Jakobus  Kieft  und
Schwester  Benedicta  in  der  Missionsstation  Vuna
Pope  (Neupommern)  zu  beklagen.

(Marien-Monatshefte.)

 

Wie  wir  den  „Kirchlichen  Mittheilungen“  der
Neuen  Dettelsauer  lutherischen  Missionsgesellschaft
entnehmen,  soll  der  Missionar  Flierl  auf  der  Station
Sattelberg,  welcher  mit  einer  einmallgen  Unterbrechung
  bereits  über  10  Jahre  in  Neu-Guinea
thätig  gewesen  ist,  einen  längeren  Erholungsurlaub
nach  Europa  antreten.

In  einem  der  Zeitschrift  „Central-Africa“  von
dem  Mitglied  der  Universitätenmission  W.  H.  Kisbey
aus  Korogwe  zugehenden  Brief  vom  4.  September
wird  darüber  geklagt,  daß  diese  Missionsgesellschaft
in  ihren  Leistungen  nicht  besser  Schritt  mit  der
Mission  der  „Lutheraner“  (gemeint  ist  die  Evangelische
  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika)  und
der  katholischen  Mission  der  Cissterzienser  (gemeint
ist  der  Trappistenorden)  zu  halten  in  der  Lage  sei,
und  daß  die  finanzielle  Lage  der  Gesellschaft  sogar
noch  eine  weitere  Einschränkung  des  Feldes  ihrer
Thätigkeit  zu  erheischen  scheine.  Erfreulich  ist  die
Mittheilung,  daß  die  verschiedenen  Missionen  unter

699

 

einander  freundschaftlich  verkehren,  was  schon  daraus
hervorgeht,  daß  die  Englischen  Missionare  in  Korogwe
im  August  sechs  Mitglieder  der  deutsch-evangelischen
Mission  und  vier  katholische  Priester  gastfreundlich
bei  sich  aufnahmen  und  mit  ihnen  in  Meinungsaustausch
  über  verschiedene  Missionsfragen  (z.  B.
hinsichtlich  der  Bekehrung  der  Frauen)  treten
konnten.

Die  „Berichte  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft“
geben  ausführliche  Mittheilungen  über  eine  größere
Reise  des  Missionars  Riechmann  nach  Zesfontein
und  die  Einrichtung  einer  neuen  Zweigstation  der
Mission  daselbst.  Einleitend  wird  zu  dem  Reisebericht
  des  Herrn  Riechmann  Folgendes  bemerkt:
„Unsere  Leser  werden  bereits  öfter  den  Eindruck  gehabt
  haben,  daß,  während  die  Arbeit  unter  den
Herero  in  letzter  Zeit  nicht  gerade  viel  Erfreuliches
bietet,  die  Erfolge  der  Mission  unter  den  anderen
im  Hereroland  wohnenden  Volksstämmen,  den  Bergdamara
  und  den  Nama,  ein  ganz  auffallend  anderes
Bild  zeigt;  das  gilt  besonders  von  der  Bergdamara=Station
  Okombahe  und  der  Zwartbooi=  (Nama-)
Station  Franzfontein.  Zumal  über  Franzfontein
haben  wir  in  den  letzten  Jahren  wiederholt  sehr
erfreuliche  Berichte  bringen  können.  Jetzt  hat  nun
diese  Missionsstation  wieder  ein  neues  Filial,  die
Arbeit  damit  eine  neue  Ausdehnung  erhalten.  Wir
erwähnten  bereits  früher,  daß  Missionar  Riechmann
  endlich,  und  zwar  im  Januar  d.  Is.,  die
längst  geplante  Reise  zu  Jan  Uichamab  und  den
Topnaarhottentotten  nach  Zesfontein  hat  ausführen
können.  Wir  bemerken,  daß  Zesfontein  ungefähr
22  deutsche  Meilen  von  Franzfontein  entfernt  liegt,
in  nordwestlicher  Richtung.  Zesfontein  wäre  somit
der  am  weitesten  nach  Nordwesten  vorgeschobene
Posten  unserer  Mission,  entsprechend  Ghaub  im
Nordosten.“

 

 

RAus  fremden  MNolonien.

Einwanderungsgesetz  in  Latal.

Unter  dem  5.  Mai  d.  Is.  ist  für  die  britische
Kolonie  Natal  ein  Einwanderungsgesetz  (The  Immigration
  Restriction  Act,  1897)  erlassen  worden,
dessen  Bestimmungen  unlängst  in  Kraft  getreten  sind.

Nach  diesem  Gesetz  sind  gewisse  Kategorien  von
Personen  von  der  Einwanderung  in  Natal  ausgeschlossen,
  darunter  solche,  die  keine  europäische  Sprache
schreiben  können,  die  nicht  genügende  Geldmittel
(25  Pfd.  Sterl.  =  ungefähr  500  Mk.)  besitzen,
Personen,  die  den  Passagepreis  bis  Natal  nicht  aus
eigenen  Mitteln  bezahlt  haben;  ferner  Geisteskranke,
mit  ansteckender  Krankheit  behaftete,  wegen  Verbrechen
bestraste  und  schlecht  beleumundete  Personen.  Diejenigen,
  welche  gegen  die  Bestimmung  des  Gesetzes
eingewandert  sind,  unterliegen  der  Ausweisung  und
können  außerdem  mit  Gefängniß  bestraft  werden.
        <pb n="810" />
        Auch  der  Kapitän  und  der  Rheder  eines  Schiffes,
das  ausgeschlossene  Personen  gelandet  hat,  werden
mit  hohen  Geldstrafen  bedroht.

Regelung  der  Grundbesitzverhältnisse  in  Madagaskar.

Am  16.  Juli  d.  Is.  unterzeichnete  der  Präsident
der  französischen  Republik  zwei  Verordnungen  zur
Regelung  des  Grundeigenthums  auf  Madagaskar.

Die  erste,  le  décret  portant  reglement  sur
la  propriete  foncière  à  Madagascar,  hat  die
Liegenschaften  zum  Gegenstande,  die  in  einem  öffentlichen
  Register  oder  Grundbuch  eingeschrieben  werden
(Timmatriculation),  sowie  die  dinglichen  Rechte  an
solchen.  Die  Bestimmungen  des  code  civil  finden,
soweit  sie  nicht  im  Widerspruche  mit  dieser  Verordnung,
  bem  statut  personel  des  Malgaches
und  dem  Gewohnheitsrecht  der  Eingeborenen  bezüglich
der  Erbfolge  stehen,  auf  solche  Liegenschaften  Anwendung.
  Streitigkeiten  hierüber  unterliegen  der
französischen  Rechtsprechung.

In  Tananarivo  wird  ein  Grundbuch  (conservation
  de  la  propriété  fonciêre)  für  Madagaskar
errichtet.  Entsprechend  der  weiteren  Entwickelung
der  Kolonie  kann  der  Bésident  Général  mit
ministerieller  Genehmigung  weitere  Grundbiccher  einführen.
  Dem  conservateur,  dessen  Verantwortlichkeit
  besonders  geregelt  ist,  liegt  die  Einschreibung  der
Liegenschaften,  Feststellung  der  Eigenthumstitel,  Aufbewahrung
  der  bezüglichen  Urkunden  und  die  Eintragung
  der  dinglichen  Rechte  und  Lasten  ob.  Die
Einschreibung  ist  eine  freiwillige,  ausgenommen  bei
Verkauf  oder  Verpachtung  von  Domänengrundstücken
und  in  den  Fällen,  wo  Europär  oder  diesen  gleichgeachtete
  Personen  von  Eingeborenen  Grunbdbesitz
erwerben.  Berechtigt,  die  Einschreibung  zu  verlangen,
ist  der  Eigenthümer,  Miteigenthümer,  Realberechtigte,
unter  gewissen  Voraussetzungen  der  Hypothekengläubiger,
  der  Pächter  mit  Pachkkontrakt  von  mehr
als  drei  Jahren,  und  mit  Genehmigung  des  Eigenthümers
  jeder  Inhaber  einer  Servitut  oder  Hypothek.
Genauere  Bestimmungen  sind  dann  über  die  der
Einschreibung  vorhergehenden  Veröffentlichungen,  die
vorläufige  Grenzfestsetzung,  die  Entscheidung  der  erhobenen
  Einsprüche,  schließlich  die  Form  der  Einschreibung
  getroffen.  Der  eingetragene  Eigenthumstitel
  gilt  vor  den  französischen  Gerichten  als  unanfechtbarer
  Beweis  des  Eigenthums.  Es  folgen  nun
Einzelbestimmungen  über  die  Behandlung  und  Eintragung
  von  dinglichen  Rechten,  des  Nießbrauchs,
der  Emphyteusis,  Superficies,  der  Grundstücksservituten,
  Privilegien  und  Hypotheken.  Dritten
gegenüber  haben  diese  Rechte  bezüglich  eines  eingeschriebenen
  Grundstücks  nur  dann  Gültigkeit,  wenn
sie  auf  dem  Titel  eingetragen  sind.  Den  Schluß
machen  Sonderbestimmungen  über  die  zum  gerichtlichen
  Verkauf  gelangenden  Immobllien.

Die  zweite  Verordnung,  le  décret  portant

700

organisation  du  domaine  public  à  Madagascar,

betrifft  die  Schaffung  von  Staatseigenthum.  Als
solches  gelten  alle  Wasserläufe  mit  Ufer,  der  Meeresstrand,
  alle  Verbindungswege,  Häfen,  die  Rhede,  die
Küstentelegraphen,  die  Anlagen  zu  Beleuchtungs=  und
Schifffahrtszwecken,  ferner  Seen,  Teiche,  Lagunen,
Kanäle,  Quellen,  Brunnen,  Dämme,  soweit  sie  öffentlichen
  Zwecken  dienen,  schließlich  das  Gelände  der
befestigten  Plätze  und  militärischen  Posten  und  überhaupt
  Alles,  was  nicht  Gegenstand  des  Privateigenthums
  sein  kann.  Die  Anordnungen  zur  Besitznahme
  von  Staatseigenthum  werden  vom  Résident
Général  getroffen.

Pflanzenkrankbeiten  in  OQueensland.

Der  Gouverneur  der  britischen  Kolonie  Queensland
  hat  unter  dem  11.  September  d.  Is.  eine  Verordnung
  zur  Verhinderung  der  Einschleppung  und
Verbreitung  von  Pflanzenkrankheiten  in  der  Kolonie
erlassen.  Insbesondere  wird  darin  die  Einfuhr  von
Bäumen  und  Pflanzen  sowie  Theilen  derselben,  einschließlich
  der  Früchte  und  Samen  —  ausgenommen
der  zum  Verbrauch  zubereiteten  —  aus  Ceylon,
Indien,  Ostindien,  den  ostafrikanischen  Kolonien  sowie
allen  anderen  Ländern,  in  denen  die  Kaffeeblattpest
(Hemeleia  vastatrix)  herrscht,  verboten.  Der  mit
der  Ausführung  dieser  Verordnung  betraute  Minister
ist  jedoch  befugt,  nach  eigenem  Ermessen  die  Einfuhr
von  Kaffeesamen,  Bäumen,  Pflanzen,  Gemüsen  und
deren  Theilen  zu  gestatten,  wenn  dieselben  gehörig
desinfizirt  und  abgesondert  gehalten  worden  sind
und  für  einen  Zeitraum  von  mindestens  12  Monaten
auf  besonders  gehaltenem  Nährboden  gestanden  haben.
Weiterhin  wird  die  Einfuhr  folgender  Pflanzen  verboten:


a)  Zuckerrohr=  und  Bananenpflanzen  aus  Neu-Guinea,
  den  Sandwich-Inseln,  Fidschi=  oder
anderen  Ländern,  in  welchen  der  Zuckerrohr-Bo
  hr  äfer  8  1  1  *1*  1  )  7.  1
Kartoffeln  aus  Europa  und  Amerika  sowie  allen
anderen  Ländern,  in  welchen  die  durch  den
Koloradokäfer  (Chytophthorus  infestans)  hervorgerufene
  Krankheit  sich  zeigt.
Alle  Arten  von  Weinrebenpflanzen  und  Theile
derselben  aus  Europa,  Kleinasien,  Amerika,  der
Kapkolonie,  Neu--Süd-Wales,  Viktoria  und  Neu-Seeland
  sowie  aus  allen  Ländern,  in  denen  die
Reblaus  (Pbylloxera  vastatrix)  vorkommt.
Unter  den  oben  erwähnten  Voraussetzungen  kann
der  Minister  auch  hier  Ausnahmen  zulassen.“

Die  Verordnung  setzt  ferner  im  Einzelnen  die
bei  der  Einfuhr  von  Bäumen,  Pflanzen  r2c.  zu  beobachtenden
  Vorschriften  fest  und  trifft  nähere  Bestimmung
  über  die  Beaufsichtigung  der  Pflanzenschulen,
  Desinfektion  der  Pflanzen  und  die  Bekämpfung
von  Pflanzenkrankheiten.

b

4

.
        <pb n="811" />
        Dolländisches  Cisenbahnnetz.

Nach  einer  Mittheilung  des  „Amsterdamer  Allgemeen
  Handelsblads“  vom  24.  Oktober  d.  Is.  ist
das  holländische  Eisenbahnnetz,  dessen  Bau  und
Uebernaohme  315  Millionen  Gulden  gekostet  hat,  fast
vollständig  aus  den  Ueberschüssen  Holländisch-Indiens
bezw.  Javas  bezahlt  worden  ist.

Perschiedene  MWilthreilungen.

Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  deutschen
Rolonien.

Der  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den
Kolonien  veranstaltet  in  Berlin  am  2.  und  3.  Dezember
  in  den  Festsälen  des  Kaiserhofes  einen  Weihnachtsbazar
  zu  Gunsten  der  Krankenhäuser  in  den
Kolonien.  In  den  Abendstunden  wird  Promenadenkonzert
  stattfinden.

Ueber  das  Produkt  von  Kickxia  alrlcana  Bentkh.
Von  P.  Siedler.

In  Nr.  20  des  Deutschen  Kolonialblattes  findet
sich  auf  Seite  615  eine  Mittheilung  von  Professor
Schumann,  in  welcher  er  über  einige  Kautschukmilchsäfte
  aus  deutschen  Kolonien  berichtet,  darunter
auch  über  den  Milchsaft  von  Kickxia  africana
Benth.,  welcher  sich  bei  der  Untersuchung  durch
Dr.  Henriques  alz  kautschukfrei  erwiesen  hatte.

Im  Anschluß  an  diese  Mittheilung  bin  ich  in
der  Lage,  über  das  fragliche  Produkt  neue  Auskunft
geben  zu  können.  Am  18.  d.  Mis.  erhielt  ich
nämlich  durch  Vermittelung  von  Herrn  A.  F.  Moller,
Inspektor  des  Kgl.  botanischen  Gartens  in  Coimbra
(Portugal)  u.  a.  ein  „Kautschukmuster“,  welches
folgende  Signatur  trug:  Kickxia  africana  Benth.,
„Pau  Cadcira“.  S.  Thomé  (Roga,  Porto  Alegre).

Dieses  aus  Söo  Thomé  stammende  Muster  besieht
  aus  einem  Ball  von  110  g  Gewicht.  Es
bildet  eine  außen  schmutzigbraune,  innen  grauweißliche,
  poröse,  zähe,  Uebrige,  nicht  elastische,  auf  Wasser
schwimmende  Masse  von  unangenehmem  Geruch.
Kocht  man  eine  Probe  davon  mit  Wasser,  so  erweicht
  sie  fast  bis  zum  Schmetzen  und  verbreitet
sich  in  kleinen  Theilchen  auf  der  Oberfläche  des
Wassers  welches  seinerseits  unter  Braunfärbung  und
Trübung  gewisse  Substanzen  des  Stoffes  auflöst.
Läßt  man  erkalten  und  knetet  dann  den  Stoff  mit
Wasser  durch,  so  bildet  er  nach  dieser  ersten  Reinigung
  eine  in  Wasser  untersinkende,  sehr  zähe  aber
wenig  elastische,  klebrige  Masse.  In  Chloroform  ist
die  Substanz  zum  großen  Theil  löslich.

Auf  Grund  dieser  empirischen  Prüfung  stellt  sich
das  Produkt  von  Kickxia  africana  Benth.  als
eine  Art  minderwerthiger  Guttapercha  dar,  welche
immerhin  vielleicht  in  der  Techuik  elnige  Verwendung

701

 

–

finden  könnte.  Herr  E.  Sponnagel,  Direktor  der
Vereinigten  Berlin-Frankfurter  Gummiwaarenfabriken
hatte  die  Güte,  das  Produkt  zu  bewerthen;  er  hält
den  Preis  von  drei  bis  vier  Pence  per  Pfund  engl.
für  ausreichend.

Durch  Vorstehendes  wird  das  Urtheil  der  Herren
Professor  Schumann  und  Dr.  Henriques  bestätigt,
  so  daß  die  Kickxia  africana  Benth.
thatsächlich  aus  der  Liste  der  kautschukliefernden
  Pflanzen  zu  streichen  ist.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVU

Tilkter  atur.

Deutscher  Kolonialkalender.  Nach  amtlichen
Quellen  bearbeitet  und  herausgegeben  von  G.
Meinecke,  Redakteur  der  Deuschen  Kolonialzeitung.
10.  Jahrgang.  Berlin  1898.  Deutscher  Kolonialverlag
  (G.  Meinecke).

Der  zu  einem  unentbehrlichen  Handbüchlein  für
alle  Personen,  welche  sich  mit  der  Kolonialpolitik
beschäftigen,  gewordene  Deutsche  Kolonialkalender  ist
soeben  für  1898  erschienen.  Er  bringt  die  Personalien
der  Kolonial-Reichsbeamten  in  der  Heimath  und  in
den  Kolonien,  eine  Aufzählung  der  einzelnen  kolonialen
Erwerbsgesellschaften,  der  Agltationsgesellschaften  (vornehmlich
  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  mit  ihren
Abtheilungen),  der  Schifffahrtsgesellschaften,  der  Pflanzungen
  von  Privaten  und  Handelsfirmen,  der  Fabrikations=
  und  Verkaufsgesellschaften,  der  evangelischen
und  katholischen  Missionen;  die  Postbestimmungen
für  die  Kolonien  und  im  Anhang  ein  sehr  reichhaltiges
  statistisches  Material,  die  Abgrenzungen  des
Schutzgebiets;  Ein=  und  Ausfuhr,  Etat,  die  Aussichten
für  den  Ansiedler  und  Stellungsuchenden  in  den
Kolonien.  Das  Buch  ist  in  diesem  Jahre  mit  dem
Bildniß  des  Kolonialdirektors  Freiherrn  v.  Richthofen
  geschmückt.

Oberst  v.  Trotha:  Meine  Bereisung  von  Deutsch-Ostafrika.
  Berlin  1897.  L.  Brigl.

Der  frühere  Kommandeur  der  ostafrikanischen
Schutztruppe  bietet  in  vorliegender  Schrift  einen  vollständigen
  Abdruck  seines  in  der  Gesellschaft  für  Erdkunde
  zu  Berlin  gehaltenen  Vortrages  über  seine
1896/97  im  Schutzgebicte  ausgeführte  große  Reise.
Allgemeine  Völkerkunde  in  kurzgefaßter  Darstellung

  von  Dr.  Adolf  Heilborn.  Mit  156  Abbildungen,
  darunter  15  Vollbildern.  Lelpzig  1898.
Ferdinand  Hirt  &amp;amp;  Sohn.

Bei  der  steigenden  Bedeuiung  der  Völkerkunde
und  dem  lebhaften  Interesse  für  diese  Wissenschaft
ist  Heilborns  Schrift  eine  willkommene  Gabe.  Der
Verfasser  legt  die  Ergebnisse  der  wissenschaftlichen
Forschungen  in  gefälliger,  leicht  verständlicher  Sprache
ar.
        <pb n="812" />
        Köhlers  deutscher  Kaiser-Kalender  für  1898.
18.  Jahrgang.  Minden.  Wilh.  Köhler.  Preis
50  Pfennig.  *

Das  deutsche  Kolonialhaus  (Bruno  Antelmann)
  in  Berlin  hat  zehn  Postkarten  mit  Ansichten
aus  unseren  Schupgebieten  herausgegeben.  Diese
Postkarten  mit  23  Ansichten  und  vier  Porträts  sind
nach  Photographien  entworfen  und  in  zwölffarbigem
Druck  hergestellt.

Robert  Graf  Kayserling:  Vom  japanischen  Meer
zum  Ural.  Eine  Wanderung  durch  Sibirien.
Breslau  1898.  Schlettersche  Buchhandlung.

Das  reich  ausgestattete  Werk  ist  gerade  jetzt,  wo
der  Bau  der  transasiatischen  Bahn  die  Blicke  der
ganzen  Welt  auf  das  früher  so  wenig  beaachtete

Sibirien  lenkt,  sehr  zeitgemäß.  Sowohl  über  Land

und  Leute,  als  die  Thätigkeit  der  Russen  und  das

sibirische  Gefängniß=  und  Zwangssiedelungswesen
findet  der  Leser  hier  höchst  lesenswerthe  Aufschlüsse.

Handelsgesetzbuch  für  das  Deutsche  Reich
nebst  Einführungsgesetz.  Textausgabe  mit  Sachregister.
  In  Originalleinenband  2  Mk.  Verlag
J.  J.  Weber  in  Leipzig.

Das  neue  Handelsgesetzbuch  tritt  gleichzeitig  mit
dem  Bürgerlichen  Gesetzbuch,  also  mit  dem  1.  Januar
1900  in  Kraft,  der  Abschnitt  über  die  Handlungsgehilfen
  und  Lehrlinge  aber  schon  am  1.  Januar
1898.  Die  weitgehende  Aenderung  des  Kaufmannsbegriffes
  zwingt  jeden,  der  ein  Handelsgewerbe  betreibt,
  sich  mit  den  Vorschriften  des  neuen  Handelsgesehbuches
  vertraut  zu  machen,  wozu  vorliegende
Ausgabe  empfohlen  werden  kann.

 

Correvon:  Am  Sambesi.  Eine  afrikanische  Reise.

Frankfurt  a.  M.  1897.  J.  Schergens.

G.  Krahmer:  Sibirien  und  die  große  sibirische
Eisenbahn.  Mit  einer  Skizze.  Leipzig.  Zuckschwert
  &amp;amp;  Co.

 

H.  Seidel:  Der  Yew'edienst  im  Togolande.  Separatabdruck
  aus  der  „Zeitschrift  für  afrilanssche
und  oceanische  Sprachen“.  Jahrg.  III.  Heft  2

Giovanni  Gamerra:  Erlnnerungen  eines  Kriegsgefangenen
  in  Schoa.  Aus  dem  Italienischen  übersetzt
  von  H.  Jahn.  Berlin  1897.  F.  Grunert.

Die  Schrift  giebt  ein  ergreifendes  Bild  der

Mühsale  und  Leiden,  mit  denen  die  Italiener  bel

ihrem  Krieg  mit  den  Abessiniern  zu  kämpfen  gehabt

aben.

 

Bilderatlas  zur  G,eographie  der  außereuropäischen
Erdtheilc,  mit  beschreibendem  Text  von  Geistbeck.
Lelpzig  und  Wien  1897.  Geographisches  Institut.

Der  vorliegende  Band  stellt  einen  knappen  und

702

 

volksthümlichen  Auszug  aus  den  großen  geographischen

Handbüchern  des  obigen  Verlages  dar,  welcher  besonders

  für  Schulen  von  Werth  sein  dürfte.

F.  Reginald  Statham:  Südafrika,  wie  es  ist.
Aus  dem  Englischen  übersetzt  von  Baltzer.  Berlin
  1897.  J.  Springer.

Das  Buch  enthält  eine  umfassende  Darstellung
der  Geschichte  Transvaals  während  der  letzten  Dezennien.
  Sowohl  die  Beziehungen  der  Boerenstaaten
zu  England  als  zueinander,  zu  den  Portugiesen  und
Eingeborenen  sind  hier  erschöpfend  geschildert.

C.  Schulz:
Tropen  und  heißen  Ländern.
G.  Schuhr.

 

Naturgemäße  Gesundheitspflege  in  den
Berlin  1897.

Samuel  Edward  Dawson:  North  America
vol.  I  Canada  and  Newfoundland.  London
1897.  EdwardStanford.

Der  vorliegende  stattliche  Band  ist  ein  Theil
der  bekannten  und  geschätzten  Stanfordschen  geograph.

Bibliothek.  Neben  einer  eingehenden  geographischen

Schilderung  der  einzelnen  Provinzen  des  englischen
Reiches  in  Nordamerika  bietet  er  eine  knappe  aber
sehr  schätzenswerthe  Geschichte  ihrer  Kolonisation  und
wirthschaftlichen  Entwickelung  bis  zur  Gegenwart.
Es  wäre  sehr  erwünscht,  daß  über  alle  englischen
Kolonien  ähnlich  zuverlässige  und  inhaltreiche  Werke
vochuden  n  wären.

 

Tilterakur  Derkeichist.

Kolbe,  H.  J.:  Coleopteren.  Die  Käfer  uisg
afrikas.  (Sondrraus  fre  aus  Deutsch-  **  d.  7.
Thierwelt  —  Wirb  ee  Thiere.)  23  Bogen  Lex.  Zo.
Mit  vier,  aleln.  75  —.  Di  etri  Reimer,  Berlin.
.—  Neuropteren.  Nesstagter  eutsch-  #en.
(Seeneosuure  aus  263  stafrika,  Bd.  IV.  Thierwelt

  Wirbellose  Thiere.)  3  Bogen  Lex.  80.  Mit
einer  *  a  4,  ietrich  Reimer,  Berlin.

Eitner,  M.:  liner  Mission  im  alllaban  Lande  (Dausch-Ostafril
  a).  zahlreichen  -  (
mit  einer  Let  5  dP  1,  uli  Mk.  .  üsch

uchhandlung  der  2  iner  oahgeli  en
Missionsgesellschaft,  B

Kühne,  K.:  Tagebuchblätter,  bes  *  Mhrend  der
Jahte  1891  bie  1805  in  Südafrika.  Zwette,  Aufage,
gr.  80.  (110  S.  mit  Abbildungen.)  Geb.  Mk.  1,60.

esen  der  Wrner  zoh  alle0

Missionsgesellschaft,  Berlin.
Schmeißer,  Karl  (Oberbergrath):  Die  Goldfelder
tralasiens.  Unter  Mitwirkung  des  Königl.  Verg-370
  Lrn.  Karl  Vogelsang  herausgegeben.  10  Bogen
Mit  25  Illustrationen,  18  kenbeilaen  a  ünd
ichnn  Tabellen.  Mk.  101.  el
An#er.  Verlin.“

Kracht,  Therese:  Norwegische  derihen  ilber.  Erlebles
und  Erlauschtes.  Mit  Kele  Illustrati  onen.  Eleg.  geb.
Mk.  Mich  Kracht,  gel

Nöthlis  berger,  Prof.  Ernst:  El  Dorado.  NReiseturbilder

  aus  dem  nn“-e=  Saleschn

Mit  vielen  Illstrationen.  Er.  XIV,  366  S.)

Mk.  7,—;  geb.  Mk.  9—.  Schmid  5  Francke,  Bern.
        <pb n="813" />
        M.  S.  „Falke“

M.  S.  „Nixe“

anar

Hulk  „Cyclop“,  Peilboot  „Kamerun“  (ganze  Besatzungen):
Transportführer  von  Kiel—Wilhelmshaven:  Kapitänlieutenant  Begas
von  Wilhelmshaven—Kamerun:  Korvettenkapitän  Schwartztopff

Ausreise:

Heimreise:

M.  S.  „Bussard“  23/10.  Apia.
M.  S.  „Condor“  11/11.  Natal.
Sydney  27/10.  —  Apia.

703

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt.  des  Schiffes.)

M.  S.  „Habicht"  1/10.  Kamerun.
M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  Netupi  29/10.  —  2/11.  ap  (Karolinen)  3/11.  —  12/11.  Hongkong.
(Poststation:  Hongkong.)
24/10.  St.  Vincent  (Porto  Grande)  13/11.
station:  Kamerun.)
M.  S.  „Seeadler"  12/9.  Dar-es-Saläm.  (Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Hospostamt.)
(Poststation:  Natal.)
(Poststation:  Hofpostant)
(Poststation:  Kapstadt.

Ablösungstransporte:
Dampfer  „Koiser“  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport  für  S.  M.  S.  „Habicht“,

10/10.  Las  Palmas  11/10.  —  21/10.  Kamerun.

Transportführer  von  Kamerun—Kiel:

—  11/11.  Freetown  22/11.

(Post-Korvettenkapitän

  Gercke  (Eduard):

Kamerun  r  —  5/11.  Las  Palmas  6/11.  —  13/11.  Wilhelmshaven  14/11.  —  14/11.  Kiel.

 

Verkehrs  Nacheichten.

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen



an  folgenden  Tagen

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

Ausschiffungshafen.
Dauer

der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

—

Deutsch-Ostafrika.

e,  5o
cehra  ’-r

d  Merseile  Schiffe)

am  2,  —  12.  Jan.

am  O•  *½.  ,  30.Jan.
am  40.  15  1s  Mts.

Tanga  20  Tage
Dar-es-Salam  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

20.,  31.

um  Dez.,
m  10  43  Innuar

am  8.  jedes  Monats
10  abds.

 

 

Lüderiybucht  22  Tage

 

 

 

2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  am  18.  Dez.,  15.  Jan.  am  17.  Dez.,  14.  Jan.
i½ieersi  *—  7P37  u  40  ums.  Swalopmund  26  Tage]  Is  nms.
armbad  aͤnd  an  patis  .  ure
oche,  i4he  bie  alle  14  Tage  am  25.  Jan.,  25.  Marz  Swakopmund  30  Tage  am  25.  Jan.,  25.  März
auf  dem  Landwege.)  at  *  nachts  Lüderitzbbucht  40  Tage  720  abds.
(4  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
W  in.)  nachts  20  abds.
3.  Ramerun.  1#2  am  22.  Dez.,  19.  Jan.  Kamerun  22  Tage  am  20.  Dez.,  17.  Jan.
cEenguecke  —  .  han
amloeds  tsL  20  Tage
dnhen  n  e  nach  *  8x  an  ,  2  und  Lehten
deut  i  ein-  zy  e
4.  Togo  ·  Gebiet  Geutsche  Schisfo]  n  Lebten  jed.  Mts.=  Aeeer  20  6.  agek!  6  7  abds.
von  da  al  andverbindun
Lieber  Liverpool  Der-  Liverpool  am  15.,  29.  2ur5.  Quittah  36  Tage  *  am  13.,  27.  De#mber,
langen  des  Absenders)  (englische  Schiffe)  12.,  26.  Januar  von  da  ab  Landverbindung  10.,  24.  Jan  ms.
Marseille  am  25.  jedes  Monats  Kotonon  ge  am  25.  1re  #
(frangöflsche  ozfe  40  nachm.  von  da  *l  Landverbindung  10%  abds.

 

 

 

5.  Deutsch-Leu-Guinea.

N
.  Schiffe)

am  12.  Jan.,  9.  ien

Stephansort  45  Tage

am  10.,  14.  Januar,
7.,  11.  März

Ü

 

 

6.  Marshall-  Inseln.

 

 

 

 

abds.
disi  am  16.  Jan.,  13.  März  -  41  Tage  1034  abds.
cbber  abds.
indisi  am  2.  Jaon.,  13.  März  Jaluit  etwa  70  Tage  am  31.  Dez.,  11.  März
abds.  103  abds.

(a  Manila)
        <pb n="814" />
        —  704  —

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutjcen  ½

 

 

 

Landungs=  Die  Pr  *1  ämi  Landun  g.  Die  ost  is  falli
Von  hafend  KSon-  „  Von  *  in  Berlin
Neapel  Lm  am  2.5,  16.,  30.  Dez.  b  am  10.*  *
13.“,  27.  Janual  .  Hamms«qm  un
Deutsch-Ostafrikao  .-  Tooebtet.....  jedes  Mon
q  on  esst.  en  .  x  7.  Lan-  bog  Marseille  ..  am  16.  *  nats

 

 

 

 

 

 

 

2  1
Deutsch-Südweslafritas|  Southampton  u  Deutsch  ·  Ieu  ·  Guinea.  Menel...am  3  D#annar,
RNamern  amburg  .  am  25.jed.  Monat  marshall  ·  Inseln  ...  Marseille  ..  Mitte  Dezember,

iverpool.  .am  e  Mitte  Februar

*  Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
o
Posidampfer  von  nach  bis  27.  November  1897
Hamburg  Loango  am  26.  November  in  Gabun.
Hamburg  Loango  am  18.  November  in  Madeira.
Hambucg.  Sherbro  am  26.  November  Dover  passirt.
ambury  Lüderitbucht  am  11.  Oktober  in  Swakopmund.
anda  Hamburg  am  23.  November  in  Bonny.
z.  Zt.  d  i
Sherbro  am  13.  November  in  Las  Palmas.
hamhurg  Kotonou  am  25.  November  in  Kotonou.
amburg  Whydah  am  24.  November  Dover  passirt.
otonou  Hamburg  am  9.  November  in  Accra.
Hamburg  Loanda  am  11.  November  in  Teneriffe.
Lane  ha  am  13.  November  in  Accra.
Hamburg  am  26.  November  in  Accra.
z.  Zt.  in  Hamburgambur
  Lüdetisbucht  am  26.  Noveniber  ab  Hamburg.
Lüderitzbucht  Hamburg  am  25.  November  in  Lagos.
3.  Zt.  in  Hamburg.
z.  —t.  in  Hamburg.

 

 

 

Schlifsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-inle  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

.  Reise  Letzte  Nachrichten
e

Neichspostwanyfer  von  1  nach  bis  13.  November  1897
„Köngigig-  Durban  Hamburg  am  9.  November  ab  Lissabon.
en  ......«  amburg  Durban  am  12.  November  an  Durban

......  amerun  Wilhelmshaven  am  13.  November  an  WMilhelntshaven.

—  .....  Hamburg  am  24.  Oktober  an  Las  Palmas.
E—  F.  Zt.  in  Hamburg.

Reichsta  .  Hamburg  Durban  am  11.  November  ab  Neapei
„Admiral'  ....  Hamburg  Durban  am  10.  November  an  Dn  .  Salam.
„Generall  Durban  Hamburg  am  11.  November  ab  Sansibar.

65  Dieser  Nummer  liegen  zwei  Beilagen  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn
in  Berlin  bei,  betreffend  den  Weihnachts-Katalog  über  militärische  und  Geschenk-Werke  sowie
A.  T.  Mahan:  Der  Einfluß  der  Seemacht  auf  die  Geschichte,  worauf  die  geehrten  Leser  ergebenst  aufmerksam
gemacht  werden.  Die  Expedition.
        <pb n="815" />
        —  705  —

Anzeigen.

Inserale  (für  die  dreigespallene  Petitzeile  oder  deren  Raum  T  n—m-  sind  an  die  Vertriebsleitung,  Verlin  *  Kochstraße  68—71,

Vertrieb

husenden.

 

unter  Aufsicht  bervorragender  ehonkoton  der

Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.

Deutsches  Kolonialhaus

Bruno  Antelmann

Eingotregeno  Sehutzmorte.

Grossherzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  Hoflleferant.
Haupt-  und  Versandgeschäft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  28.  Fernspr.=  Amt  I.  No.  997.
Zweiggeschäft:  Berlin  W.  62,  Schillstr.  16.  Fernspr.;  Amt  IX.  No.  7244.

Kalo,  Schokoladen,  Kaf##,  Fanille,  Ziparren,  Liköre.  —  Eehnoloptf#kr,  Landkarcen,
Thorogpyraphten,  Kolontal-Lieterafter.

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Kamerun-Kalao:  Plund  M.  2.—,  9  Pfund  je  Mk.  1,90.
Kola-Likür:  1/1  Flasche  Mk.  3.50.  ½  Flasche  Mk.  2.—.

0  ber  soeben  erschienene  Ilustrirte  Weihnachtskatalog  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postirel  versandt.  6—

Diie  Weihnachtsausstellung  ist  eröffnet.

 

Bekanntmachung.

In  das  Gesellschaftsregister  des
Kaiserlichen  Gerichts  3  c  Windlo  *
heute  unter  Nr.  3  die  am  1.

1897  in  Hohenwarte  bei  Mihhorl
unter  der  Firma

v.  Brockdorff  &amp;amp;  Schust
errichtete  ossene  ganechierbsnnh
deren  Geselschafter  die  Kaufleute  Freiherr
  Hugo  v.  Brockdorff  und  Rudolf
Schuster  in  Brocon  sind,  eingetragen
  worden.  (##1

indhoek,  den  1.  Septbr.  1557.
Der  —  Richter.

In  das  Firmenregister  des  Kaiserlichen
  Gerichtes  z  Windhoek  ist  heute
unter  Nr.  6  die  Firma

.  Mertens
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Guillermo  Mertens  daselbst  seungetragen

  eken
n  16.  Oltober  155.
Der  Mianphee  l  sür  den  Kordbezirk.

Bekanntmachung.
das  Gesellschaftsregister  des
Kaiserlichen  Gerichtes  d  Windhoek  ist
heute  unter  Nr.  4  die  am  1.  Juni  1897
in  Windhoek  mit  bner  Zweigniederlassung
  in  Swakopmund  unter  der

Carl  Wulff  &amp;amp;  Co.
errichtete  offene  Handelsgesellschaft,
deren  Gesells  after  die  Laufleute  Carl
Wulff  in  Windhoek  und  Ernst
Christensen  in  Swakopmund  sind,
eingetragen  wo“  147)

in  et  den-  12.  Oktober  1557.
Ver  HKaiserliche  Richter  für  den  Undbezirk.

 

 

 

Nachruf!
In  einem  kurzen  Zeitraum  hat  die  Verwaltung  der  Kolonie  zwei
schwere  Ate  gerlitten-Am
  18.  d.  Is.  ist  infolge  von  mlierenentzündung  in  Verbindung
mit  Hersschlag  der  Ksserliche  Zollverwalter

BHerr  BHermann  Ivop

plöglich  und  unerwartet  im  Auer  von  30  Jat  ren  zu  Klein-Popo  und
in  acht  vom  11.  auf  den  12.  Juli  d  *  infolge  einer  Magenae
  ern  der  Kaiserliche  Zollassistent

Berr  tto  Haul  Wegner

im  lter  von  28  Jahren  in  Sugu  verschieden.
erwalter  Joop,  seit  dem  7.  April  1894  im  S  uhgebiet  aass

Zolla  *  zuletzt  als  Zollverwalter  a.  i.  und  nebenamtlich  als
vorsteher  in  Klein-Popo  thätig,  hat  sich  durch  seinen  unermüdlichen  odurch
  seltene  Gewissenhaftigkeit  und  die  ganz  besondere  Freurlichkeit
seines  Wesens,  mit  der  es  ihm  jederzeit  gelang,  die  widerstrebendsten
Interessen  zu  versöhnen,  bleibende  Verdienste  um  das  Schutzgebiei  erworben.

Zollassistent  Wegner,  erst  seit  dem  30.  Juli  1896  im  Dienste  des
Schutzgebietes,  hatte  sich  in  der  kurzen  Zeit  seiner  Thätigkeit  das
Vertrauen  seiner  Vorgesetzten  in  einem  Maße  erworben,  daß  ihm  im
März  d.  Is.  die  selbständige  Leitung  einer  Station  im  Hinterlande  an-=vertraut
  wurde.  it  der  ihn  auszeichnenden  Energie,  mit  Geschick  und
aubeergewöhnlichem.  rastlosem  Fleiße  widmete  er  sich  der  neuen  Aufgabe,
0  n  der  er  nur  zu  bald  abberufen  werden  sollle.  J  Sugu  erlag  er

trotz  der  treuen  Hea  e  des  kien  in  seiner  Nähe  weilenden  Weißen

des  französischen  Veamien  er  orges,  der  ihm  auch  vie  letzten  Ehrer
erwies,  seinem  tückischen  Leiden.

Das  Andenken  der  Lerstorbenen  wird  in  der  Kolonie  stets  in  hohen
hren  bleiben

ome  (Togogebie,  den  6.  Oktober  1897.
—  im  Namen  sämmtlicher  Beamten  des  Togogebiets:

Der  stellvertretende  Kaiserliche  Landeshauptmann.
Dr.  Gleim.  (12)
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        bringt  all-Das
  Scho  5en#
in  opntorhaltender  Form

und  im  Auslande  abspielen.
bri  e-Das
  Echol.ptn  —
ein  bis  zwei  abgoschle-Novellotten,
  Erzühlungen
u.  8.  w.  aus  der  Feder  be-##zter,
  zeitgenössischor
Schriflsteller.
ist  keln
Das  Echo  F
sondern  es  lösst  die  interessantesten
  Stimmen  aller
Parteien  zu  Worte  kommen.
bringt  in  der
Das  Echo

del  eine  Gesamt-Wochen-  



und  interesante  Fragen
vom  Weltmarkt.

bringt  monetlichre  Wä
Das  Echo¼

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Lündern.

eutsche  im  Auslande  abonniert  4Z

Das  BEcho“  betrachtet  es  Inabesondere
als  selne  Aufgabe,  dem  Leben  und  Treiben
der  Deutschen  Im  Auslande  dle  Uebevollste
Aufmerksamkelt  zuzuwenden.  Es  wird  daher

Jeder  Deutsche  im  Auslande
gebeten,  seine  Adresse
der  Verlagshdlg.  J.  H.  Schorer  C.  m.  b.  H.

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zugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit

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J.  H.  Schorer
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Wilhelmstrasse  29,
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Haltjührl.  9U.  ganzjührig  18  Mr.
Englische  Pfundnoten  werden  in

 
    

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Das  Echo

Organ  der  Dertschen  im  duslande.
Das  Echowi

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  H
strielles  Echo“,  welches  -

    
          

   

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kann  jederzeit  elngetreten
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  seeisch.  Lun-Vaterlando


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Miein  Icho  ist  verboren  gegangere
—  Nrläsreait  Otto  k.  Ehlers  1mM.  i-Eestenn  ueracae-„Das
  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“
Redaktion:  Hugo  Herold.  Geschäftsleltmng:  Max  Pechstein.

   

  

    

 

 

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für  Export-,  Faktorei-,  Marineund
  Armee-Bedark,  (120)
Spezialität:

Export-Packungen
haltbarer  Nahrungsmittel  jeder  art,
auch  Kaviar  etc.  kür  Tropen-  Klima.

«  Orders  esrektulren  nur  durch  Exporteure.

sches  Kolonialprodukt.

ANERUN
AKAO

lie  "6  6t  ben  Kih  ——  «- 



 

 

  
 

 

llsclisto  Auszeichnung
cago  1893.
Höchste  Aus##ehm.  (digthme
d’fonneur)  Antwerpen  1694.
Fabrir
Lochmann'scher
Musikwerte

.  Aktiengesellschalt
Leipzig-Gohlis.
Ausschliessliche  Fabritantin  der
Symphonions
wit  auswechselbaren  Neten-  54
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Die  Fabrik  ist  in  ihrer  Art  5  884—
Altenlo  und  grösste  der  Wel..

 

 

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Herings-  Export.
Export  deutscher  Heringe
Uund  Sardellen
nuch  allen  Ländern  in  besonderer

Verpauckung,  die  gute  Ankunst  gewährleistet.
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Cänseleber-Pasteten-Fabrik


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Aug.  Michel
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Strassburg  i.  Els.
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Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Sehmiedeisornc  Fenster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (Ie)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thüren
und  Thore  kertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

H.  A.Franekkachl.

Inhaber:  Emil  G.  Meletta,
Hamburg.
Export  von

Hunhan.  Su

(118)

LLLI

Eingetrag.  Schutzmarke:  „Fama“.

Lindner  &amp;amp;  Ofterdinger,
Frankfürt  a.  M.

eemplehlen  ihre  leichten,  reinwollenen,
  elastischen,  nicht  eingehenen
cremelurbenen  (rie)

Ciöpe-Flanelle  .  unenetir.

4erstlich  enpfohlen.  Vorzäglich  kür
open.  Auch  Detail-Verkauf.
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armonilum.  und  Schwarzbrot.  10

Fabrik  n.  Tager.  Billige  Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbe-Preise,
  von  Mk.  ap.,sstellung  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzspeziell
  für  tropisches  brote  uusgestellt,  welche  eine  Kelse  um  Sie  Ercie  zurlkgelegt  hutten.
lima  konstroirt,  empf.  Viele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1896.
Johannes  Kewitsch,xportaufträge  erbitten  an  Harcker  ##de  Foss,  Hamb#er;  für
1  Berlin  W.,  Potsdamerste.  276.  das  Inland  E.  Sokeland  d  SohRne,  Berlin  NW.,  oder  Mandsber.

  
  

 

 

E———  2
“
S  *s  “

 

bilden  die  folgenden  lilterarischen  Erscheinungen:

„Biograpbien,  (Demeiren,  Briete.

(Meuer  Perlag  der  Körigl.  Hafbuchhandlung  von  E.  S.  Mitller  &amp;amp;  Sohn,  Ferlin  SW12.)

i  weiland  G  l  der  Axtill.
rin  Kraft.  zu  ghenlene  Znselngen  (Wilnd,  Genral  t.  Feche
des  Kuisers  und  Königs  Wilhelm  eem  teben.  An  sicichnungen.  Erster  .
Vom  R  osmmlonsjah  1818  bis  mi  #in  15  Knenn  bede  In  185
S  M.  5  elegant  geb.  M.  9,50.
Hrof.  Dr.  Rudolph  Genée,  Zelten  und  in  Par
Das  —  d  s  igti  l
August  von  Goeben,  Infa  rt  5  #  eahn  Se  ###n  l3
Briesen  Goebens  an  geie  Familie  sre  aus.  Ven  en  von  1  und  1870/71.  Llaheen
Bilbn  ssen  30  Bänd  6  M.  19,50,  lde93  geb.  M.
Tzlich  erschienen

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Sesgn  der  deuf  r  7  *  uglis  dn  übersetzt  v  F  —  Obewstieutzcnt.
Deu  riginal-Ausga  -uflage,  mit  einem  Nachtra  wen  l  ä
Mttzwcthtdknck  Punktenle  und  e  Karte.  aianI  uie  Föonn  “  14.
kuse  Gräfin  von  Dernat  Ein  Lebensbilb-Gräsin
  Elise  von  Bernstorff,  15  **'-r*i  mWni  so  nW  Aue  m  n
zeichnungen.  Mit  drei  Bildnissen.  Drille  Auflage.  s  M.  10,—,  elegant  geb.  inl
ö1  ·  Tochler  Wilhelm  von  —8  8  .  Ein  Lebensbild  ausd  d
Gabriele  von  Bülow,  Sechter  Wiselm  Wilhelm  Eis  Firkeigeer  7t
1791  bis  1587.  Mit  vier  Bildnissen.  Siebenie  Auflage.  Pre  elegant  geb.  M.  11,60.
Lechemaesine#n.  en  ege  oiu  in  Stscteganh  e  und  Kunst-—.—
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  derdy  du  Vernois,  sl  lNauptauartt  i  won.  Fise  2*

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nach  den  der  botanischen  Certralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  Iin  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
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von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu.

Die  deutsche

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Sammlung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  beüglichen  Gesetze,

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mit  anrne  und  Sachregister.

 

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Penslichen  Gebrauch  herausgegeben
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1893.  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Mk.  16.
Demnächst  erscheint:
Nachtrag  zu  obigem  Werke.
Enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit

für  die  Schuyge  ebiete  ergangenen  Vernungen
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—  Deutsch--Südwestafrika.
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J.  J.  von  Bülow,

Premierlieutenant  a.  D.
Mit  zahlreichen  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen  und  zwei  Karten.

Preis:  Geheftet  6  Mark,  in  Leinwandband  7  Mark  50  Pf.

 

zu  verzeichnen,  von  dem  schuon  kaum  nach  Jaljresfrist  eine
zweite  Auflage

erschienen  ist.  Das  Buch,  welches  vornehm  ausgestattet  und  mit  zahlreichen  Abbildungen  und  zwei  Karten  geschmückt
  ist,  füllt  eine  Lücke  in  unserer  Koloniallitteratur  aus,  indem  es  Land  und  Leute  Deutsch-Südwestafrikas,
sühniet  bisher  gleichsam  als  Stieskind  unserer  Kolonien  behandelt  wurde,  in  trefflicher  Weise  zur  Darstellung  bringt.

Mit  welchem  Beifall

das  Buch  bei  seinem  Erscheinen  ausfgenommen  worden  ist,  beweisen  die  folgenden

HStimmen  der  Presse:

horurer  Nachrichten  Nr.  278  v.  27.  November  1895:  Feipliger  Jeitung  Nr.  277  vom  2.  November  1895:
a  kommt  nun  ein  ganz  vortreffliches  Buch  .Wir  sind  der  Ansicht,  daß  der  Eindruck,  welchen

zur  vcen  Zeit,  in  dem  der  mit  scharfer  Beobachtungs-  die  Steppe  auf  den  Beobachter  macht,  gieens
gabe,  praktischem  Sinn  und  gesundem  Humor  begabte  besser  als  von  Bülow  geschildert  worden  ist,  e
Versasser,  der  sich  drei  Jahre  in  dem  Schu  Krbiet-  auf-  kleine  Kabinetsstücke,  welche  sehr  hübsch  Eslien
gehalten  hat,  seine  Erlebnisse  und  das  Resultat  seiner  s
Wahrnehmungen  in  fesselnder  Weise  schildert.“  Aun  Aet:  Jeitung  Nr.  545  vom  20.  No-Weser

  ·  Jeitung  Nr.  17  591  v.  15.  November  1395:  „DieF  vember  1895:  s  Werk  wird  vermöge  seiner
anschaulichste  und  interessanteste  Schilderung,ptetlichen  und  echaiüc  Vochege  dauernd  eines  der
die  unser  Schutzgebiet  in  Südwestafrika  hähen  eefahren  gelesensten  un  serer  Koloniallitteratur  bleiben.“
hat,  giebt  Premierlieutenant  a.  D.  F.  J.  v.  *  Felleisen  des  ##erzer  at  0  —

Wilitär-siteratur,  Teilung  Nr.  16,  1895:  W  Nr.  149  vom  12.  Dezember  1895:,  llen  Kolonialwill
  den  Lesern  kein  wissenschaftliches  Lder  fachmännisches  freunden,  Allen,  welche  8  für  fremde  we  und  das
Werk  vorlegen,  glaubt  aber  doch,  ihnen  ein  S  es  Leben  und  Treiben  in  diesen  interessiren,  wird  das
Bild  von  der  geographischen,  aanithschen  und  wirthschaft-  zut  geschriebene  und  viel  umfassende  Buch  inslichen
  Lage  des  Schutgebietes  geben  zu  können.  Diesen  besondere  eine  empfehlenswerthe  und  willkom-Zweck
  erfüllt  das  Buch  vollständig.“  mene  Weihnachtsgabe  darbieten.“

Bestellungen  auf  das  Buch  nehmen  alle  Buchhandlungen  entgegen,  auf  Wunsch  sendet  es
die  unterzeichnete  Verlagsbuchhandlung  gegen  Einsendung  des  Betrages  überallhin  poftfrei.

Verlin  SW.,  E.  S.  Wiktler  &amp;amp;  Sohn,

Kochstraße  68—  71.  Königliche  Hofbuchhandlung.
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Die  in  Berlin  erscheinende

Morddeutsche  Mllgemeine  Zeitung

(Ebefredakteur:  Gebeimer  Dofrath  Dr.  Wilb.  Lauser)
kostet  mit  ihrer
Parlaments-Beilage,
täglichen  Unterhaltungs-Beilage,
wöchentlichen  Landwirthschaftlichen  Beilage,
Verloosungs-Beilage
vierteljährlich  bei  täglicher  Kreuzbandsendung  nach  den  Kolonien  Mk.  1
und  bietet  den  Herren  Offizieren,  Beamten  und  Kaufleuten  eine  in  *
)

konservativem  Sinne  gehaltene,  vielseitige  und  angenehme  Lektüre.  (12

 

    
  

    

Soeben  erschien:

Weltgeschichte

Verlag  der  LKniglichen.  (Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
lin  SWie,  si  Kochstraße  66—71.

  
  
  
  
 

 

Ein  seltenes  Buch  —  von  hohem  Interesse  aür  n  jeden  Deutschen!
Das  Buch  bietet  geistigen  Genuß  beim  Lesen,  neue  Gesichtspunkte
und  Anregung  zu  eigenem  Nachdenken.  Mehr  als  auf  eine  reichliche
Menge  der  Thatsachen  zielt  der  Verfasser  darauf,  die  leitenden  Ideen
der  Zeiten  hervorzuheben  und  uns  Deutsche  aufzufordern,  ihre
Anwendbarkeit  auf  unsere  Geschicke  zu  prüfen.

in  Amrissen.

Federzeichnungen  eines  Deutschen,
ein  Rückblick
am  Schlufle  des  19.  Dabrbunderts.
Geheftet  Mk.  9;  in  Halbfranzband  Mk.  11.

 

 

 

  

 

L

     
      
  
 

(130)

    

 

I

IDice  Isohenæotlern  uu.  dcs  deret
Sche  Foateridnud  von  Dr.  R.  Gral
Stillfried-Alcäntarn  und  Prof.  Dr.
Bernh.  Kugler.  Fünste,  von  Prol.
Kugier  neubearbeitete  und  is  auf
die  Gegenwart  ergänzte  Aullage.
IIistorisches  Prachtwerk  mit
zahlreichen  Vollbildern  und  Textillustrationen
  in  Holzschnitt,  Briesfacsimiles,
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gebunden  mit  Goldschnitt  12,50.
r  erlag  von  F.  erger  in  eiwe
Königstrusse  13  (uua)

 

 

Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

Soeben  ist  erschienen:

Neunzig  Tage  im  Zelt.
Meine  Beise  nach  Mhehe

IJuni  bis  September  1897.

Von

Ciebert.
Generalmajor,
Kaiserlicher  Gouverneur  von  Deuisch-Ostafrika.


Mit  einer  ztizze.

Preis  Mk.  1.—

 

 

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über  —  Jelntsccuppe
in  Hecie=  r  stafrika.  Preis  8
JIdor  Dr.  R.,  Der  Pisno  In-.
schaftliche  Werth  und  die  Besiedeluucs
  lähigkeit  Deutsch.-  Süchwestrikas.
  Zweite  Aufl.  A  1,80.
*)7  erlug  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWr.
        <pb n="822" />
        —  712  —

 

Eupfeblenswerthe  Werke  der  deutsehen  und  auslän

dischen  litteratur.

Verlag  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin  SW.,  Wilhelmstrasse  29.

——.Reich  Mlustriertes  Nationales  Prachtwerk!  ————

Deutschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre  1896.
Amtlicher  Bericht  über  die  erste  Deutsche  Kolonial-Ausstellung.
Herausgegeben  von  dem
Arbeits-Ausschuss  der  eutschen.  Kolonlal-Ausstellung.

Crasf  r.  Schwmeet  (###.  Bech.  F.  Imberg.

Redaktion:  Gustav  Meinecke.  —  Mitarbeiter:  Dr.  R.  Butiner,  Prof.  Dr.
v.  Danckelman,  Dr.  C.  Dove,  Dr.  med.  W.  Gronauer,  Dr.  Gurke,  A.  Janssen,
TDr.  R.  Kiepert,  H.  Linkens,  Prof.  Dr.  v.  Luschan,  Paul  Matschie,  A.  Merensky,
Frl.  f  Clarn  Mlseler,  Eugen  Meisser,  Dr.  Siromer  v.  Relchenbach,  Prof.  Dr.
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  nach  ungedruckten  Guellen
entworfen  von  Gustav  von  Wehdeert,
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Octavband  m.  EF  r.  nhn
ren  Fucsimilés  von  Brielen  Alex.
v.  Humboldts,  K.  Ritters,  v.  Bunsens,
Barths.  Preis  geh.  43,  eleg.  geb.  44.

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Originelle  dieser  Gedenktafel  bestet
darin,  duss  dieselbe  d.  Hauptdaten  d.
Krieg.).  -  treuer  Reihenfolge
durstellt.  Diese  Tafel,  in  12  Farben  a.
f  Kurton,  Form.  59/73  cm,  ausgeführt,
kostet  2.  u.  eignet  sich  bes  f.Schul

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sicherlich  auch  jed.  deutsch.  Patriot.
als  Zimmerschmuck  hoch  willkomm.
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1  S  ons-Hüche.  —  Welts  in  10  9nn  –

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  äe  senh  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Ichte
lang.  baltbar-  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  betömmlich“  un  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  ½  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  s—  nd  Malzfabrik
bert  Bie  (u)
Berlin,  ——  3—6.  Ngründet  1792.
-  la,  Sansibar  und  Madagaskar  hetn  de-  Deutsch--Ostafrikanische
Fr  Deutsch-Ostafri  öhtn  lschaft  den  Alleinverka  sch-Osaf  sch
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Ewort:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpfflieber)

wird  hierdurch  dus  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (Corm.E.Schering)  zu  Berlin
dargestellte

Paccolum  Asroahlurienn

CGalzsaures  Phenocoll)
allen  enemns  bestens  emplohlen.

Ei  rosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  die  Drs.  Prosessor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dull  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  haben  mit  dem  Mittel
überru'schende  Heilerfolge  bei  Malarin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzen  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Bomn  thuten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  ollzielle  ZEinreihung  des  Aedikaments  in  dic  staatlichen
Verschreibungen  des  Kongostuates  veranlusst.

Das  salzsnure  khenccoll  eignet  sich  lerner.  nuch  den  Feststellungen

on  Professor  Martinez  A.  Vurgas  in  Barcelonn  zur  schnellen  und
ereen  Leilung  des  Keuelkimstengs.

an  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  hydrochloricum,

wegen  Litterntur  und  Gebranchsnweisungon  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firmu,  nämlicl
Hamburg:  Gebrüder  ocerbprg:
Barcelonn:  J.  Espiell;  412)

London:  A.  &amp;amp;  M.  immermann,  k.  C.  9  und  10  St.  Mary-at-  Klll;
Hoskun:  V.  Sthrzwage  &amp;amp;  Co.;
New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Flnk,  128  ullam  Street;
Puris:  Max  Frèes,  31  rue  des  peutes  reuries:
kio  de  Junelro:  Magalbäes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  MUngelhoeler  &amp;amp;  Co.

 

 

 

 

Export-Bier

Kaiser-Brauerei  ader.  &amp;amp;  Co.  in  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Stelngutfabrik,  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebrlder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburyg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (145)

 

 

7*

rust  Krat,
Hamburs,

——  Piisen  —  und
Spedition  nach  und  von

West-  und  Ost-Afrika.

zu  den  billlgsten  Bedingungen.
—  Afrilraft.

Ferneprecher:  —  prst
Amt  I.  #%%  .

Deutschen  im  Auslande
kann  nicht  genug  empfohlen  werden  alter

2
Steinberger  Korn
in  Kisten  à  I2  Literlaschen  billigst  (61)
Rk.  Peter,  Goslar,  Kornbrenneroi.  gegr.  1785.
Export-Vertret.  Marder  &amp;amp;  de  Voss,  Hamburg.

Pumpernickel

(westillisches  Schwarzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  Iin  den  Tropen,
versendet  die  (118)
Hammer  Brotsabrik,  Hanim,  Westf.

 

 

 

 

 

 

 

Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften
Kolonial-itteratur

sowie  zur
Länder-  und  Völkerkunde

aus  dem  Verluge  der  Kniglichen
Holbuchhandlung  vo

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,
steht  Interessenten  Kostenprei  zu
en.
        <pb n="824" />
        —  714  —

WOERMANN-LINIE.

Am  10.  Dezember:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Heldt,
nach  Madeira,  Lome,  Kamerun  und  den  Hüäfen  der  Südwestküste  Afrikas
bis  Loango.
Am  18.  Dezember:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
via  Antwerpen  nach  Gibraltar,  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Rufisque,  Sierra  Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Dezember:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,
nach  Conakry,  Monrovia,  Togo,  der  Goldküste,  Whydah  und  Kotoncu.
Am  31.  Dezember:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Senegal,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
achste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  Januar  und  ferner  am
25.  jedes  zZweiten  Monats.
Alle  Gücer  mm#iseen  cm  Tage  vor  dem  4bgpangscda#tcm  bis  12  Uhr  mietags  Idmussetee  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passate  ertheilt  die  Woermann-Linie
Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg:  ub  Nenpel:
R.  P.  D.  „KOENIG“,  Capt.  Dobher  8.  Dezember,  22.  Dezember,
R.  P.  D.  „GENERAL“,  Capt.  Gauen  29.  Dexember,  12.  Januar  1898

Vermehrter  Betrieb  1898:
Express-Fahrten  nach  Beira  und  Delagoa-Bai:

von  Hamburg:  von  Neapel:

*  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorll  19.  Januar,  2.  Februar,
„ADMIRAL“,  Capt.  Westtt  2.  Februnr,  16.  Februar,
,KANZLER“,  Capt.  Eisoooann  16.  Februnr,  2.  Müärz,
REICHSTAG“,  Capt.  Weisskaaa  2.  März,  16.  März,

nach  Mombussn,  Tungn#,  Panganiz,  Suandani,  Bagamoyo„  Dar-es-Salüm?s,  Sansibar-,  Kilwa,  Lindi,
Mitinduani,  Ibo,  Mozambique  ,  Quellmane  Chinder,  Beira“,  Inhambanc,  Delagoabal“,  Durban“.
Die  mit  einem  —  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  versehenen  Hälen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  '  versehenen  Häfen  auch  Ladong.  4
Die  mit  einem  C  verschenen  Dampfer  nebmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.

Die  Dampfer  huben  vorzügoliche  Elnricht#u#npen  Für  Enssagtere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plätzen  nach  sämmtlichen  Anlaufhäfen  sowie  nach  Transynal
(Jobannesburg  und  Pretorin)  via  Delugonbai.

Alle  Güter  müssen  spätestens  zwei  Tage  vor  Abgang  des  Damplfers  längsseite  sein.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetf.  hrt-Aktien-Gesellschaft.

sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die  «
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.

Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Nochstrabe  68—71.
Auogegeben  am  1.  Dezember  1897  um  6  Uhr  nachmitlags.
        <pb n="825" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Beransgegeben  in  der  Kolsnial-Ablheilung  des  Auswirkigen  Ints.

VIII.  Jahrgang.  Herlin,  15.  Dezember  1897.  Unmmer  24.

Die  eSeitchritt  nscheinen  in  der  ge  ant  I.  und  15.  jedes  Monaks.  Derselben  werden  elnn  Zei  E  die  nindeesteng  einmel  ureährich

1e  Pein  uen  liährl  8  ane  166  v  B  —u  #alnn  haerle  z  mGN  Beiheften  —“*-öe“3  *  Beut  F  8  3ö  P  en  en  1
blait  mi  ie  Post  und

she  “  hai  42  healenere  Wunei  re  M7  950  für  Dauschlan  und  Oel  e  ich  Ungarn  B  975  v]

d  «  d  ietiedM  til
an  dte  d  SW  Wir  ie  nust  zu  eeie  (Eingetragen  in  der  Sltuch  Wilser  für  ###  x-*.  1977.)  "  “

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betresend  Abgrenzung
der  einzelnen  Bezirke  S.  715.  —  Polizeiverordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Togo  S.  717.  —
wesung  der  Brutto-  Eirmhmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  im  Monat  September  1897

—  Personalien

I1  tlicher  rl|.  #  erane  Nagiten.  S.  Mas  —  Kolonialrath  718.  —  Deutsch-Ostafrika:
Ueber  die  Viehseuchen  in  Deutsch  Oltafrila  719.  u  S.  721.  k  aus  Mohorro  S.  722.  —  Befreiung
  von  Sklaven  S.  722.  deutsch-  Ende  *  5  r  722.  —  i)5*J
Guinea:  Missenschaftliche  Soaenk!  n  der  Südsee  S.  723.  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der
Antisklaverei-Bewegung  S.  723.  —  Aus  fremde  n  noͤlonien:  Bericht  über  die  britischen  Salomons-Ausel
  aus  dem  Jahre  1896  S.  723.  —  Leprahende  Chisns  S.  724.  —  Handel  Rabals  für  das  Jahr  1896

25.  Hande  Angolas  im  Jahre  1896  S  Handel  Mogadors  im  Jahre  1896  S.  728.  —  Ertheilung
5  Erlaubm  böscheinen  für  Feuerwaffen  in  i  -  :Guinea  S.  730.  —  Litteratur  S.  723.  —  Litteratur-Verzeichniß
  S.  732.  —  eÖD  sbewegungen  S.  732.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  733.  —  Anzeigen.

—

 

 

Amtlicher  Theil.

HVerordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

 

Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmttliche

Bezirks=  und  Bezirksnebenämter  sowie  die  Stationen  im  Innern.

Unter  Aufhebung  des  Runderlasses  vom  25.  August  1894  und  der  inzwischen  dazu  ergangenen
Abänderungen?)  werden  die  Grenzen  der  einzelnen  Bezirke,  wie  folgt,  festgesetzt:

1.  Kilimandjaro-Bezirk.

Ostgrenze:  eine  Linie  von  der  englischen  Grenze  über  die  Ngurunganihügel  und  Marago  Same
nach  dem  Pangani  bei  Marago  Opuni,  die  Süd-Pare  und  Kisuani  ausschließt.

Südgrenze:  vom  Pangani  bei  Marago  Opuni  zur  Nordgrenze  von  Mpapua  am  Kiniarok-See,
sodann  an  deepr  entlang.

Westgrenze:  von  der  Mpapua-Grenze  zum  Südwestende  des  Eiassi-Sees  und  sodann  zur
englischen  Gror  westlich  des  Guasso  Ngiro.

2.  Masinde.

Nordwestgrenze:  wie  oben.

Westgrenze:  von  Marago  Opuni  zum  Kiniarok-See.

Südgrenze:  vom  Kiniarok-See  zur  Mündungsstelle  des  Luengera  in  den  Pangani.

Ostgrenze:  den  Luengerafluß  aufwärts  bis  zu  dessen  Knie,  dann  dem  Möumbabeh  folgend  über
den  Maseua-See  zur  englischen  Grenze.

3.  Tanga.
Die  Grenze  gegen  Masinde  ist  oben  bestimmt.
Se9en  Pangani-  Südgrenze  der  Landschaften  Kigombe,  Kwa  Makumba,  Kwa  Muhanga,  Ngarani,

5  Verg6  Deussches  Kolonialblatt  1894  S.  565,  1895  S.  155,  1896  S.  4  u.  362.
        <pb n="826" />
        —  716  —

Kuze,  Kwa  Ngundu,  Potwe  und  Nordgrenze  der  zu  Pangani  gehörigen  Landschaften  Kwa  Madanga,
Madogoi,  Mindu,  Tongwe,  Rufu.  Vom  Dorfe  Mypombero  ab  den  Pangani  aufwärts  bis  zur  Luengeramündumg.
  ----  .  -
4.  Pangani.

Nordgrenze:  Südgrenze  von  Tanga  (siehe  unter  3).  Vom  Luengera  ab  das  rechte  Panganiufer
  (Inseldörfer  zu  Masinde)  und  weiter  die  Südgrenze  von  Masinde.

Westgrenze:  Kammlinie  der  Nguruberge  westlich  Mgera.

Südgrenze:  von  Magua  (Aguru)  den  Mligasifluß  entlang  bis  zum  Meer.

5.  Saadani.

Nordgrenze:  siehe  4.  Pangaui.

Westgrenze:  den  Rukagurafluß  entlang  zum  Wami.

Südgrenze:  der  Wami  von  Mbusfini  bis  zur  Küste,  seinem  südlichen  Mündungsarm  folgend.

6.  Bagamoyo.
Rordgrenze:  Anschluß  an  Saadani  und  Pangani  (siehe  unter  4  und  5).
Westgrenze:  von  Sabundila  (Bez.  Pangani)  über  Mbomero  zum  nördlichen  Bogen  des  Gerengere,
weiter  diesen  Flußlauf  entlang  bis  zum  Tandallabach.
üdgrenze:  vom  Tandallabach  bis  zum  Mtungunyulateich  am  Ruvu,  dessen  linkem  Ufer  entlang
bis  Madimola.  Von  hier  in  gerader  Linie  zur  Küsie,  die  dicht  südlich  Bueni  erreicht  wird.
7.  Dar-es-Saläm.

Nordgrenze:  die  Südgrenze  von  Bagamoyo  bis  zum  Einfluß  des  Tandallabaches  in  den  Gerengerc.

Westgrenze:  die  Grenze  läust  östlich  der  Nghongolohügel,  Kungweberg,  Myoka  auf  dem  nördlichen
  und  westlichen  Kamme  der  Uluguruberge  entlang  bis  Nyamkola,  dann  zum  Viguberg  und  erreicht
den  Ruaha  nördlich  Kidatn.

Südgrenze:  von  hier  den  Ruaha  abwärts  bis  Kweti,  von  da  bis  Sindadji  an  der  Küste  (Inselu
Kwale  und  Koma  eingeschlossen).

8.  Kilossa.

Grenzen  gegen  Bagamoyo  und  Kisaki-Dar-es-Saläm  siehe  oben.  Gegen  Mpapua  ist  die
Grenze  im  Süden  so  zu  verschieben,  daß  die  Straße  Kilossa—Mage  mit  einer  Meile  breitem  angrenzenden
Gelände  zu  Kilossa  gehört.

9.  Mpapua.

Grenze  gegen:  Kilossa  siehe  unter  8.;  Iringa  der  Ruaha  und  Kissign  bis  zur  Einmündung
des  Mandamu;  Kilimatinde  siehe  Gonwernementsbefehl  vom  30.  April  1896  mit  der  Abänderung,  daß
die  Ortschaften  Kogwa,  Singe,  Ilindi  und  Gombia  an  Kilimatinde  fallen;  Norden  eine  Linie,  die  die
Landschaften  Irangi  und  Ufiomi  trennt;  Pangani  siehe  4.;  Masinde  siehe  2.;  Bagamoyo  wie  bisher.

10.  Kilimatinde.

Grenze  gegen:  Mpapua  siehe  Gomwernementsbefehl  vom  30.  April  1896  mit  der  Maßgabe,  daß
die  Ortschaften  Kogwa,  Singe,  Ilindi  und  Gombia  zu  Kilimatinde  gehören;

Iringa  der  Kissigo,  dann  die  Südgrenze  der  Landschaft  Kiwere;

Tabora  derart,  daß  die  Landschaft  Ujansi  zu  Kilimatinde  gehört,  dann  östlich  Tura  durch  die
Wembäresteppe  —  Irungu  und  Ussuri  fallen  an  Kilimatinde  —  den  Wembärefluß  berührend,  wo  dieser

nach  Nordosten  umbiegt,  also  Iramba  einschließend;

Norden  den  Wembäre  (Simbiti)  entlang  bis  zum  Eiassi-See  und  von  dessen  Südwestspitze  die
Südgrenze  des  Kilimandjaro-Bezirks  entlang  geradlinig  zur  Nordwestgrenze  von  Irangi.

11.  Tabora.

Grenze  gegen:  Kilimatinde  siehe  unter  10.;  Muanza:  die  Landschaften  Mondo,  Seke,  Nindo,
Msalala,  Uschirombo  sämmtlich  zu  Tabora;  Udjidji:  östliche  Grenze  der  Landschaften  uha  und  Uvinsa;
Langenburg:  Rikwa-See;  Iringa:  vom  Knie  des  Kissigo  zum  Nordostende  des  Rikwa=  Sees.

12.  Nyanza-Bezirk  (Muanza-Bukoba).
Grenze  gegen:  Tabora  siehe  11.;  Udjidji:  Ussui,  Karagwe,  Mpororo  gehören  hierher.
13.  Udjid  ji.

Grenze  gegen:  Nyanza-Bezirk:  Ruanda  und  Urundi  gehören  hierher;  Tabora  siehe  11.;
Langenburg:  Ssassifluß.

"  14.  Iringa.

Nordgrenze:  Kissigo  und  Ruaha  bis  zu  den  Punganisallen.

Ostgrenze:  Ulanga  bis  zu  den  Schugulifällen  und  Luwegu.
        <pb n="827" />
        —  717  —

Südgrenze:  Lauf  des  Ruhudje  und  östlich  verlängert  bis  zum  Luwegu  (Kiwangas  Reich
einschließlich).
Westgrenze:  Ubena  und  Ussangu  hierher  gehörig.
15.  Langenburg.
Westgrenze:  Ssassifluß—Rikwa-See.
Nordgrenze:  Ussafa  und  Ukinga  bis  zur  Nordostspitze  des  Rikwa-Sees  zu  Langenburg.  Die
genaue  Grenzlinie  wird  nach  der  demnächst  erscheinenden  Karte  festgelegt  werden.
Ostgrenze:  Gebirgskamm  des  Livingstone-Gebirges  bis  zur  portuglesischen  Grenze.
16.  Magwangwara-Bezirk.
Nordgrenze:  Ruhudje  bis  zum  Zusammenfluß  mit  dem  Pitu,  von  da  ostwärts  bis  zum  Luwegu.
Westgrenze:  Kammlinie  des  Livingstone-Gebirges.
Südgrenze:  Portugiesische  Grenze.
Ostgrenze:  Luwegu  und  Sassawarafluß  (Liedersche  Karte)  bis  zur  porkugtesischen  Grenze.
Der  Bezirk  umfaßt  Sakkamagangas,  Schabrumas  und  das  Songeagebiet.
17.  Kilwa.
Nordgrenze:  Rufidji  (nördlicher  Mündungsarm)  und  die  Küste  bis  Sindadji.
Westgrenze:  Ulanga  bis  zu  den  Schugulifällen,  Luwegu.
Südgrenze:  Umbekuru.
18.  Lindi.

Nordgrenze:  Umbekurn.  Südgrenze  siehe  19.  Westgrenze:  Luwegu  und  Sassawarafluß.
19.  Mikin  dani.
Nordgrenze:  Schuka—  Mbedu—  Mpatiraweg—Kitangarifluß  bis  zur  Quelle  —  südlich  Mission
Mwiti  vorbei  —  Nairombofels  —  Tschiwessischamben,  von  Masassi  an  die  Karawanenstraße  zu  Mikindani
gehörig  bis  zur  Westgrenze:  Sassawarafluß.
Dar-es-Saläm,  den  24.  Oktober  1897.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  (gez.)  Liebert.
Polizeiverordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Togo.
Einziger  Paragraph.
Vom  heutigen  Tage  ab  wird  bis  auf  Weiteres  der  durch  die  §88  1  und  2  der  Verordnung  vom
1.  Juni  1894  festgesetzte  Ausfuhrzoll  für  Mais  aufgehoben,  der  Ausfuhrzoll  für  Schafe  von  5  Mark  auf
2  Mark  pro  Stück  herabgeseßt.
Lome,  den  24.  September  1897.
·  Der  stellvertretende  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  (gez.)  Dr.  Gleim.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  September  1897.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,36  Mk.)
Zörle  für  Schiff  sahris  ·  ¶  Holzschlag.  geben-Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinffuhrgabeGebühren  Cinnahmen  Insgesammt
##  .  N  LN  L#P.  L###..  M.  .
a  1
Tana  1137  |34  9226  12  22  122  25  15  ba  10523  61  =  14312  6o
Pangani  ...  3108  42  6016  40  8  —  7  13  7  044  12453  52
Bagamoy  .  21987  31  12071  18  6  —  129  31  22  21½84216  37  46535|12
Dar-es-Salam  3229  60|15118  5%%  %21
Kilwa.  6792  0315266  4%  T  31  —  17050  32
Mikindnd  40542è3  29410  511  ½124
Zusammen560  |20|  52333  12  20%  %7
—  ——  —  —  —  —  —  —  —
55297  Mk.112  MK24  Mk.  459  MT.  Mk.
60  88  Pf  24  Pf.  68  Pf.  —  Pf.

 

 

.  -
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  September  1897  betrug  471  482  Rup.  =  641  216  Mk.  —  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  miechen  Stationen  im  September  1897  betrug  515  692  Rup.  =  701  341  Mk.  —  Pf.
        <pb n="828" />
        718

Personalien.
KMaiserliche  Schuthtruppen.
Schutztruppe  für  Südwestafrika.
A.  K.  O.  vom  7.  Dezember  1897.
Dr.  Bluemchen,  Assistenzarzt  2.  Klasse  vom  Infanterie-Regiment  Nr.  129,  mit  dem  10.  Dezember  d.  Js.

aus  dem

Heere  ausgeschieden  und  vom  11.  Dezember  d.  Is.  als  Assistenzarzt  2.  Klasse  mit  seinem

bisherigen  Patent  in  der  Schutztruppe  angestellt.
Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.
A.  K.  O.  vom  9.  Dezember  1897.
Hofft,  Assistenzarzt  2.  Klasse,  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  mit  Patent  vom  30.  Oktober  d.  Is.,
Dr.  Stierling,  Assistenzart  2.  Klasse,  zum  überzähligen  Assistenzarzt  1.  Klasse  mit  Patent  vom  30.  November
  d.  Is.  befördert.

 

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Ramerun.
Der  für  die  Stelle  des  Bezirksamtssekretärs  in

Vicloria  in  Aussicht  genommene  Finanzassistent
Kundt  ist  nach  dem  Schutzgebiet  abgereist.

 

Lieutenant  Dominik  hat  die  Rückreise  nach
Kamerun  angetreten.
Togo.
Der  Statlonschef  Premierlieutenant  Graf  Zech
hat  nach  Ablauf  seines  Urlaubs  die  Rückreise  nach
Lome  angetreten.

   

HAolvnialrakt.

Am  Mittwoch,  den  1.  Dezember,  vormittags
10  Uhr,  trat  der  Kolonialrath  zusammen  und  nahm
die  am  Sonnabend,  den  20.November,  unterbrochenen
Verhandlungen  über  die  Strafrechtspflege  der  Eingeborenen
  in  den  deutschen  Schutzgebieten  wieder  auf.
Nachdem  der  Vorsitzende  die  in  der  letzten  Sitzung
angenommenen  Artikel  1  bis  6  der  Beschlüsse  des
Ausschusses  für  die  Strafrechtspflege  in  der  Fassung
des  Kolonialrathes  verlesen  hatte,  wurde  in  die  Berakhung
  der  folgenden  Artikel  eingetreten.  Es  wurde
zunächst  die  Frage  nach  dem  Höchstbetrage  der  Freiheitsstrafen
  einer  eingehenden  Erörterung  unterzogen,
an  der  sich  die  der  Sigung  beiwohnenden  Landeshauptleule
  von  Südwest-Afrika  und  Togo  betheiligten.
Hierauf  wurden  die  Bestimmungen  über  die  Modalitäten
  der  Gefängnißstrafe  (Zwangsarbeit,  Kettenhaft),
  der  Prügel=  bezw.  Ruthenstrafe  und  ihre  Vollstreckung
  und  die  Bestimmungen  über  die  Geldstrafen
besprochen.  Mit  der  in  Artikel  11  der  Beschlüsse
vorgeschlagenen  Ausdehnung  der  Todesstrafe  für  Einvorgesehen.



 

geborene  auf  Verbrechen,  die  nach  dem  Reichs-Strafgesetzbuch
  mit  milderen  Strafen  bedroht  sind,
erklärte  sich  der  Kolonialrath  mit  Rücksicht  auf  die
Sicherheit  der  Weißen  in  den  Schutzgebieten  und
auf  die  Nothwendigkeit  der  Erhaltung  der  Integrität
der  deutschen  Herrschaft  in  den  Kolonien  im  Wesentlichen
  einverstanden.  Am  Nachmittag  wurde  zuerst
die  Verfassung  der  einzusetzenden  Gerichte  besprochen
und  dabei  insbesondere  die  Zuziehung  von  Beisitzern
in  Erwägung  gezogen.  Der  Antrag  des  Ausschusses,
die  Zuziehung  von  Beisitzern  bei  todeswürdigen  und
schweren  Verbrechen  obligatorisch  zu  machen,  fand
allgemeine  Zustimmung.  Dabei  wurde  auf  Anregung
des  Landeshauptmanns,  Majors  Leutwein,  der
für  das  südwestafrikanische  Schutzgeblet  die  Wichtigkeit
  der  Mitwirkung  farbiger  Beisitzer  betonte,  die
Möglichkeit  der  Zuziehung  von  eingeborenen  Beisitzern
neben  den  Weißen  da,  wo  solches  bisher  üblich  war,
Hierauf  wurden  die  von  dem  Ausschuß
vorgeschlagenen  Bestlmmungen  über  das  prozessuale
Verfahren  im  Einzelnen  durchberathen.  Dem  Gouverneur
  wurde  ein  Prüfungs=  und  Bestätigungsrecht
für  alle  schwereren  Strafurtheile  vorbehalten.

Bei  der  Fortsetzung  der  Berathung  am  Donnerstag,

den  2.  Dezember,  kam  insbesondere  zur  Sprache,

welche  Verbrechen  als  todeswürdig  zu  betrachten  seien.
Von  einer  Seite  wurde  dabel  unter  Hinwels  auf
ähnliche  in  anderen  Kolonien  bestehende  Bestimmungen
geltend  gemacht,  bei  jeder  Handlung,  die  gegen  die
deutsche  Herrschaft  gerichtet  sei,  sowie  bei  jedem  Angriff
  eines  Eingeborenen  gegen  einen  Weißen  in  der
Absicht,  ihn  zu  schädigen,  müsse  der  Richter  wenigsteus
die  Möglichkeit  haben,  auf  Todesstrase  zu  erkennen.
Nach  längerer  Erörterung  wurde  beschlossen,  daß
neben  den  schweren  Verbrechen,  wie  Mord  und  Todtschlag,
  einigen  gemeingefährlichen  Delikten,  dem
Landesverrath  und  dem  Ausstande  gegen  die  deutsche
Herrschaft,  auch  wegen  Unterstützung  oder  Vorbereitung
  eines  solchen  Angriffs  und  wegen  Aufruhrs,
        <pb n="829" />
        auf  Todesstrase  erkannt  werden  könne.  Auch  war

der  Kolonialrath  dafür,  daß  bei  gewissen  gegen  weiße
Frauen  gerichteten  Sittlichkeitsverbrechen  Todesstrafe
einzutreten  habe.  Schließlich  äußerte  der  Kolonialrath
  seine  Ansicht  über  den  Höchstbetrag  der  Freiheitsstrafe
  dahin,  daß  deren  Dauer  10  Jahre  nicht  übersteigen

  dürfe.  Am  Nachmittag  wurde  die  Frage  eingehend
  erörtert,  welche  strafgerichtlichen  Befugnisse
Führern  von  Expeditionen  zu  übertragen  seien.  Der

Beschluß  des  Kolonialraths  ging  dahin,  daß  nicht
nur  bei  dienstlichen  Expeditionen,  wie  im  Entwurf
vorgeschlagen,  sondern  allgemein  bei  Expeditionen

dem  Führer  für  deren  Dauer  die  Strafgerichtsbarkeit
über  die  zur  Expedition  gehörigen  Eingeborenen
sowie  in  Bezug  auf  Strafthaten,  welche  gegen  die
Expedition  gerichtet  sind,  vom  Gouverneur  übertragen
werden  könne.  Welche  weitergehenden  Befugnisse  den
Expeditionsführern  durch  den  Gouverneur  eingeräumt

werden  könnten,  solle  durch  besondere  Verordnung
bestimmt  werden.  Die  serneren  Bestimmungen  des
Entwurfs  über  Führung  und  Einreichung  von  Strafregistern
  wurden  ohne  Debatte  genehmigt.

Es  gelangte  weiter  der  Entwurf  einer  Verord-719



nung,  betreffend  die  Erhaltung  der  Disziplin  unter
den  eingeborenen  Arbeitern,  zur  Berathung.  Als
Disziplinarstrasen  sollen  danach  Einsperrung,  Geldstrafen
  und  körperliche  Züchtigung,  letztere  aber  nur
gegen  männliche,  völlig  gesunde  Arbeiler,  angewendet
werden.  Der  Entwurf  wurde  mit  einigen  Abänderungen
  vom  Kolonialrath  angenommen.  Im  Anschluß
  an  die  Berathung  wurde  eine  Resolution  gefaßt:
  die  Regierung  zu  ersuchen,  die  Frage  einer
Abänderung  des  für  die  Weißen  in  den  Schutzgebieten
gültigen  Strafrechts  im  Hinblick  auf  die  Rückwirkungen,
  welche  die  Regelung  des  Strafrechts  für
die  Eingeborenen  auf  die  Stellung  der  Weißen  ausüben
  würde,  in  Erwägung  zu  ziehen.  Es  fand  sodann
eine  weitere  Resolution  einstimmige  Annahme,  in  der
sich  der  Kolonialrath  dafür  ausspricht,  daß  in  den
einzelnen  Schutzgebieten  aus  den  angesehensten
deutschen  Einwohnern  dem  Gouverneur  bezw.  Landeshauptmann
  ein  Beirath  beigeordnet  werden  möge.
iermit  war  die  Tagesordnung  erledigt,  und  der
Kolonialrath  wurde,  nachdem  der  Vorsibende  den
Mitgliedern  den  Dank  für  ihre  Mitwirkung  ausgesprochen
  hatte,  geschlossen.

 

Machrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Drutsch-Pllafrika.
Ueber  die  biehseuchen  in  Deutsch-Ostafrika
liegt  vom  Geh.  Medizinalrath  Dr.  Koch  aus  Dares-Saläm
  folgender  Bericht  vor:

Nachdem  vor  4  bis  5  Jahren  die  Rinderpest
auf  ihrem  Zuge  von  den  Somaliländern  nach  Südafrika
  den  größten  Theil  des  Schutzgebietes  verheert
hatte,  hörte  man  von  gefährlichen  Viehseuchen  im
Innern  nichts  mehr,  und  es  scheint  sich  der  Viehstand
  in  den  meisten  viehzüchtenden  Gebieten  der
Kolonie  in  erfreulicher  Weise  wieder  gehoben  zu

aben.
Seuchenausbrüche  vor,  denen  viele  Rinder  zum  Opfer
fielen.  Trotz  der  Bemühungen  des  Kaiserlichen

Gouvernements,  welches  immer  von  Neuem  frische

Thiere  herbeischaffen  ließ,  kam  die  Viehzucht  im
Küstengebiet  deswegen  nicht  vorwärts.  Ueber  diese
Seuchen  herrschte  bis  jetzt  vollkommenes  Dunkel;
man  wußte  nicht,  ob  es  sich  nur  um  eine  oder  #m

verschiedene  Krankheiten  handle,  ob  die  Krankheit  9

aus  dem  Innern  gebracht  werde  oder  ob  sie  an  der
Küste  entstehe.

Durch  die  mikroskopische  Untersuchung  des  Blutes
von  erkrankten  und  der  Krankheit  erlegenen  Thieren
ließen  sich  diese  Fragen  glücklicherweise  sehr  bald
beantworten,  und  es  ergab  sich,  daß  das  Viehsterben
an  der  Küste  durch  zwei  verschiedene  Krankheiten,
nämlich  durch  das  Texasfieber  und  durch  die  Surraoder
  Tsetsekrankheit  bedingt  wird.

Nur  an  der  Küste  kamen  immer  noch

1  Ich  werde  mich  in  dlesem  Berichte  mit  der  letzteren
  Krankheit  beschäftigen  und  eine  Schilderung  des
Texasfiebers  an  der  ostafrikanischen  Küste  sehr  bald
folgen  lassen.

I  Die  Tsetselrankheit  kennt  man  in  Südafrika  seit
langer  Zeit;  sie  beschränkt  sich  aber  nicht  allein  auf
die  südlichen  Gebiete  des  Erdthells,  denn  vor  etwa
zwei  Jahren  hatte  ich  im  Auftrage  des  auswärtigen
Anmts  Präparate  zu  untersuchen,  welche  aus  Togo
nach  Berlin  gesandt  waren  und  sich  als  der  Tsetsekrankheit
  zugehörig  herausstellten.  Außerdem  gehört
eine  in  Nordindien  weit  verbreitete,  unter  dem  Namen
Surra  schon  seit  langer  Zeit  bekannte  Krankheit
hierher.

Nach  den  Veröffentlichungen  des  Dr.  Bruce
über  die  Tsetsekrankheit  in  Südafrika,  nach  dem,
was  ich  an  den  Präparaten  aus  Togo  gesehen  habe
und  nach  den  Mittheilungen,  welche  mir  der  langjährige
  Untersucher  der  Surra  in  Indien,  Dr.  Lingard,
  gemacht  hat,  kann  ich  keinen  wesentlichen
Unterschied  zwischen  den  an  verschiedenen  Orten
beobachteten  Tsetse=  und  Surrakrankheiten  erkennen
und  muß  dieselben  vorläufig  für  identisch  halten.

Die  Krankheit  wird  bedingt  durch  einen  Parasiten,
welcher  im  Blute  der  erkrankten  Thiere  lebt  und
von  einem  Thiere  auf  das  andere  durch  stechende
Insekten,  in  Südafrika  und  in  Togo  durch  die
Thsetsefliege,  übertragen  wird.  Wie  die  Uebertragung

in  Indien  stattfindet,  ist  noch  nicht  mit  Sicherheit
        <pb n="830" />
        ermittelt,  aber  höchst  wahrscheinlich  geschieht  es  dort
ebenfalls  durch  Stechfliegen.

Der  Parasit,  eine  Trypanosomaart“),  ist  zwel
bis  dreimal  so  lang,  als  der  Durchmesser  eines
rothen  Blutkörperchens.  Er  hat  eine  fischähnliche  Gestalt
  und  treibt  sich  mit  lebhaften,  schlängelnden  Bewegungen
  zwischen  den  Blutzellen  umher.  Ich  habe
ihn  niemals  im  Innern  von  Zellen  gesehen.  Er  ist
farblos,  nimmt  aber  Anilinfarben  an.  So  ist  die
beigefügte  Skizze  nach  einem  mit  Methylenblau  gefärbten
  Präparate  angefertigt.

Wenn  Thiere  der  Infektion  ausgesetzt  gewesen
sind,  dann  erkranken  sie  nicht  sofort,  sondern  nach
einem  Inkubationsstadlum,  welches  bei  den  von  mir
angestellten  künstlichen  Uebertragungen  eine  Dauer
von  9  bis  12  Tagen  hatte.  Der  Beginn  der  Krankheit
  giebt  sich  durch  Steigen  der  Körpertemperatur
und  das  Auftreten  der  Parasiten  im  Blute  zu  erkennen.
  Charakteristische  anderweitige  Symptome
stellen  sich  nicht  ein.  Unter  schnell  zunehmender
Schwäche,  Blutarmuth  und  Abmagerung  können  die
Thiere  bald  zu  Grunde  gehen,  oder  sie  verfallen  in
ein  mehr  oder  weniger  lange  Zeit  sich  hinziehendes
Siechthum,  bei  dem,  wie  Dr.  Lingard  nachgewiesen
hat  und  wie  ich  nach  eigenen  Beobachtungen  bestätigen
  kann,  die  Parasiten  aus  dem  Blute  zeitweilig
  verschwinden,  um  periodenweise  immer  wieder
von  Neuem  zu  erscheinen  und  schließlich  das  Thier
nach  vielen  Monaten  zu  Grunde  zu  richten.  Ich
habe  in  Indien  im  Versuchsstall  Dr.  Lingards
ein  an  Surra  leidendes  Thier  gesehen,  welches  aufs
Aeußerste  abgemagert  war  und  bereits  länger  als  ein
Jahr  an  der  Krankheit  litt.  Auch  in  Ostafrika
konnte  ich  Thiere  beobachten,  welche  an  dieser  chronischen
  Form  der  Surra  seit  Monaten  litten.
Spontane  Heilungen  scheinen  nicht  oder  doch  nur  ausnahmsweise
  vorzukommen.

Ich  entdeckte  die  Krankheit  zuerst  in  Dar-es-Saläm
  in  einer  dem  Gouvernement  gehörigen  Herde
bei  einigen  Thieren  und  kurze  Zeit  darauf  auch  bei
einem  Rinde,  welches  einem  früheren  Beamten  gehörte
  und  nie  mit  jener  Herde  in  Berührung  gekommen
  war.  Später  konnte  ich  die  Krankheit  noch
auf  der  Insel  Mafia  unter  den  Thieren  der  Viehstation
  Msikitini,  auf  der  Viehstation  Pegu,  unter
den  Rindern  des  Häuptlings  Baruck  in  Barucksruh
und  in  einer  Herde  nachweisen,  welche  für  West-Usambara
  bestimmt,  aber  wegen  Krankheitsverdachts
in  Mombo,  am  Fuße  des  Gebirges,  zurückgehalten  war.

Im  Ganzen  fand  ich  26  Thiere,  welche  an
Surra  litten.  Diese  Zahl  giebt  aber  bei  Weitem
nicht  an,  wie  groß  die  Verluste  sind,  welche  durch
die  Krankheit  bedingt  werden,  und  wie  viele  Thiere
augenblicklich  unter  dem  Küstenvieh  mit  Surra  behaftet
  sind.  Sehr  viele  Rinder  sind  schon  auf  dem
Transport  zur  Küste  und  bald  nach  ihrer  Ankunft

*)  Die  Abbildung  des  Parasiten  werden  wir  in  nächster
Nummer  bringen.  ¾*  Red.  «  chf

720

 

zu  Grunde  gegangen  und  von  den  noch  vorhandenen

wurden  nur  die  schwerkranken  Thiere  untersucht.
Unter  letzteren  ließen  aber  manche,  obwohl  die
anämische  Beschaffenheit  des  Blutes  bestimmten  Verdacht
  auf  Surra  erweckte,  bei  der  Untersuchung  die
Parasiten  vermissen;  vermuthlich  weil  die  Thiere  sich
gerade  in  einer  parasitenfreien  Zwischenperiode  der
Krankheit  befanden.

Schon  bei  den  ersten  Surrabefunden  fiel  es  auf,
daß  die  erkrankten  Thiere  sämmtlich  eine  und  dieselbe
  Herkunft  hatten.  Die  verschiedenen  Herden
setzten  sich  aus  Vieh  zusammen,  welches  aus  dem
Innern,  und  zwar  aus  verschiedenen  Gegenden,
hauptsächlichaber  aus  Kilimatinde  und  Iringa,  stammten.
Obwohl  nun  Stallungen  und  Weide  allen  diesen
Thieren  gemeinschaftlich  waren,  so  fanden  sich  Surrakranke
  doch  nur  unter  dem  Vieh  aus  Iringa.
Die  Thiere  waren  zu  verschiedenen  Zeiten  aus  dem
Innern  gebracht  und  bald  nach  der  Ankunft  auf  die
einzelnen  Stationen  vertheilt;  auch  das  Vieh  in
Barucksruh,  ein  Geschenk  des  Gouvernements  an
Baruck,  bestand  zum  Theil  aus  Iringarindern.
Die  einzige  Ausnahme  schien  das  in  Privatbesitz  befindliche
  Surrarind  in  Dar-es-Saläm  zu  sein;  aber
beim  Nachfragen  stellte  sich  heraus,  daß  auch  dieses
Thier  von  seinem  Besitzer  einige  Zeit  vorher  aus
Iringa  gebracht  war.

Es  mußte  somit  der  Verdacht  entstehen,  daß  die
Krankheit  aus  Iringa  stamme.  Nach  dieser  Richtung
  angestellte  Erkundigungen  ergaben  indessen  sehr
bald,  daß  das  Vieh  in  Iringa  und  im  ganzen  Uhehe-Lande
  vorzüglich  gedeiht  und  daß  dort  von  der
Surrakrankheit  nichts  bekannt  ist.  Es  ließ  sich  dann
weiter  in  Erfahrung  bringen,  daß  das  Vieh  auf
seinem  Wege  von  Iringa  zur  Küste  elne  Gegend
passiren  muß,  in  welcher  es  unmöglich  ist,  Vieh  zu
halten,  weil  dort  alle  Thiere  bei  längerem  Aufenthalte
  zu  Grunde  gehen.  Es  ist  dies  das  Thal  des
Ruahaflusses,  und  es  hat  den  Anschein,  als  ob  in
dieser  Gegend  der  Sitz  der  Krankheit  und  der  Ort
der  Infektion  für  das  auf  dem  Wege  zur  Küste  befindliche
  Vieh  zu  suchen  ist.  In  diesem  Falle  würde
der  Ruaha  für  einen  Theil  des  Schutzgebietes  eine
ähnliche  Rolle  spielen  wie  der  Zambesi  in  Südafrika,
welcher  bekanntlich  durch  die  an  seinen  Ufern
herrschende  Tsetsekrankheit  allen  Viehtransporten  ein
ast  unüberwindliches  Hinderniß  entgegenstellt.  Es
cheint  mir  auch  nicht  ausgeschlossen,  daß  außer  dem
Ruaha  noch  andere  Flußniederungen  in  der  Kolonie
existiren,  welche  ebenfalls  Surraherde  bilden.

Leider  ist  die  Entfernung  von  der  Küste  zum
Ruaha  zu  groß,  als  daß  ich  daran  denken  könnte,
an  Ort  und  Stelle  Nachforschungen  darüber  anzustellen,
  ob  im  Ruahagebiet  die  Tsetsefliege  vorkommt,
  ob  und  welche  Thiere  in  jenen  Gegenden  an
Surra  leiden  und  die  Infektionsquelle  für  die  Rinder
bilden.  In  Südafrika  hat  man  in  dieser  Beziehung
die  Büffel  und  großen  Antilopen  in  Verdacht  und
hat  behauptet,  daß  in  den  Gegenden,  wo  diese  Thiere
        <pb n="831" />
        der  vordringenden  Kultur  gewichen  sind,  auch  die
Tsetsekrankheit  verschwunden  ist.

Vorläufig  sollen  auf  meinen  Vorschlag  gelegentliche
  nach  jenen  Gegenden  gerichtete  Expeditionen
Untersuchungsmaterial  sammeln  und  weitere  Erkundigungen
  einziehen.  Auch  sollen  Anfragen  in
Form  eines  Fragebogens  an  alle  Stationen  im
Innern  gerichtet  werden  über  das  etwaige  Vorkommen
  der  Tsetsefliege  und  von  surraähnlichen
Viehkrankheiten.

Auch  sollen  kleinere  Viehtransporte,  10  bis  20  Köpfe
stark,  auf  verschiedenen  Wegen  und  zu  verschiedenen
Jahreszeiten  von  Iringa  und  anderen  geeignet  erscheinenden
  Punkten  zur  Küste  geführt  werden,  um
allmählich  in  Erfahrung  zu  bringen,  auf  welchen
Wegen  und  zu  welchen  Zeiten  mit  möglichst  geringen
Verlusten  Viehtransporte  aus  Uhehe  zur  Küste  gebracht
  werden  können.

Die  Surrakrankheit  beschränkt  sich  nicht  allein
auf  das  Rind,  sondern  kann  auch  andere  Thiere  ergreifen.
  In  Indien  ist  sie  hauptsächlich  bei  Pferden,
Kameelen,  Elephanten  beobachtet,  und  es  sind  gerade
die  bedeutenden  Verluste  an  Kavalleriepferden  für
die  indische  Regierung  die  Veranlassung  gewesen,
dieser  Krankheit  seit  einer  Reihe  von  Jahren  ihre
Aufmerksamkeit  zuzuwenden  und  wissenschaftliche
Untersuchungen  über  dieselbe  anstellen  zu  lassen.  In
Ostafrika  kommen  in  dieser  Beziehung  außer  dem
Rinde  nur  solche  Thiere  in  Betracht,  welche  an  Stelle
der  leichtempfänglichen  Ochsen  in  Surragegenden  als
Transportthiere  dienen  könnten.  Ich  habe  aus  diesem
Grunde  Uebertragungsversuche  an  einheimischen  Eseln
(sogen.  Massai-Eseln)  und  Bastarden  von  Maskat-Eseln
  und  Massai-Eseln  angestellt;  diese  Versuche
sind  noch  im  Gange.  Bei  einem  Vorversuch  ist  ein
Massai-Esel,  welchem  mehrere  Kubikcentimeter  Surrablut
  injlzirt  waren,  gesund  geblieben,  während  eine

h  und  zwei  Kälber,  die  zur  Kontrole  die  gleiche
Injektion  erhalten  hatten,  an  Surra  erkrankten  und
starben.

Von  anderen  Thieren  haben  sich  nur  noch  Hunde
und  Ratten  und  zwar  auf  einfache  Hautimpfungen
als  empfänglich  erwiesen.

Da  auf  den  verschiedenen  Stationen,  namentlich
in  Dar--es  -Saläm,  die  surrakranken  Thiere  mit
vielen  gesunden  Rindern  und  auch  mit  den  leichtempfänglichen
  Hunden  wochenlang  in  beständiger  Berührung
  waren  und  trotzdem  niemals  eine  Ansteckung
erfolgt  ist,  so  ist  anzunehmen,  daß  an  der  Küste  die
Bedingungen  für  die  Insektion  nicht  vorhanden  sind;
höchst  wahrscheinlich,  weil  es  hier  an  einem  unentbehrlichen
  Faktor  zum  Zustandekommen,  der  Infektion,
nämlich  an  der  Tsetsefliege  oder  einem  anderen  zur
Uebertragung  der  Surraparasiten  geeigneten  stechenden
Inselt  fehlt.

Aus  diesem  Grunde  bedarf  es  auch,  solange  nicht
gegentheilige  Ersahrungen  gemacht  werden,  für  die
Küste  keiner  besonderen  Isolirungs=  und  Desinfektionsmaßregeln.
  Ebensowenig  sind  Einschränkungen  in

721

 

Bezug  auf  Verwerthung  des  Fleisches  und  der  Haut
der  erkrankten  Thiere  erforderlich.  Es  ist  mehrfach
vorgekommen,  daß  ein  Surrathier  geschlachtet,  das
Fleisch  gegessen  und  die  Haut  in  der  Nähe  des
Viehstalles  getrocknet  wurde,  ohne  daß  dadurch  der
geringste  Nachtheil  für  Menschen  oder  Thiere  entstanden
  ist.

Da  man  in  Indien  gefunden  hat,  daß  die
Ratten  ziemlich  häufig  Surraparasiten  in  ihrem
Blute  haben,  und  da  man  dort  annimmt,  daß  die
Ratten  bei  der  Verbreitung  der  Krankheit  eine  gewisse
  Rolle  spielen,  so  habe  ich  meine  Untersuchungen
auch  auf  diesen  Punkt  gerichtet.

Es  wurden  bis  jetzt  24  Ratten,  sämmtlich  in
Dar-es-Saläm,  aber  in  verschiedenen  Häusern  gefangen,
  untersucht  und  in  der  That  bei  10  Thieren
im  Blute  Parasiten  gefunden,  welche  den  Surraparasiten
  auf  den  ersten  Blick  gleich  zu  sein  schienen,
sich  aber  doch  bei  weiterer  Betrachtung  als  eine  von
ihnen  verschiedene  Trypanosomaart  herausstellten.
Sie  sind  etwas  länger  und  schlanker  als  das  Surra-Trypanosoma
  und  unterscheiden  sich  von  demselben
besonders  dadurch,  daß  das  Kopfende  in  einen  spitzen
schnabelartigen  Fortsatz  ausläuft,  während  der  Surraparasit
  am  Kopfe  fast  stumpf  endigt.  Die  Figur  2
der  beigesügten  Skizze,  welche  das  Ratten-Trypanosoma
darstellt,  läßt  diesen  Unterschied  der  Gestalt  erkennen.
Die  Uebertragung  des  Ratten-Trypanosoma  auf
andere  Thiere  als  Ratten  ist  mir  bisher  nicht  gelungen.
  Im  Blute  von  Ratten,  welche  bereits
Ratten-Trypanosomen  hatten  und  überdies  mit  Surrablut
  geimpft  waren,  konnte  ich  beide  Parasiten  neben
einander  beobachten.  Wenn  nun  solches  Rattenblut,
welches  beide  Parasitenarten  enthielt,  auf  einen  Hund
verimpft  wurde,  dann  erkrankte  derselbe  an  Surra,
hatte  in  seinem  Blute  aber  nur  die  Surraparasiten;
die  Ratten-Trypanosomen,  für  welche  der  Hund  unempfänglich
  ist,  waren  verschwunden.  Es  war  also
gelungen,  die  beiden  Parasiten  vermittelst  der  Passage
durch  den  Hund  wieder  von  einander  zu  trennen;
ein  weiterer  Beweis  dafür,  daß  sie  verschiedenen
Arten  angehören.  Wegen  der  Artverschiedenheit  ist
denn  auch  anzunehmen,  daß  die  hier  bei  Ratten  vorkommenden
  Blutparasiten  zur  Surrakrankheit  der
Rinder  keine  Beziehungen  haben.

 

guru.

Einem  Berichte  des  Bezirksamtmannes  Leue  in
Bagamoyo  über  eine  Dienstreise  nach  der  Landschaft
Aguru  entnehmen  wir  Folgendes:

Einen  so  fruchtbaren  Eindruck  das  Land  der
Ngurugebirge  auch  macht,  so  scheinen  mir  doch  die
Hänge  des  Gebirges  für  eine  Besiedelung  im  größeren
Umfange  zu  steil  und  zu  schroff  zu  sein.  Der  Boden
besteht  überall  aus  rothbraunem  Thon.  Die  Schluchten
des  Gebirges  sind  bewaldet.  Hie  und  da  kommen
auf  den  Vorsprüngen  des  Gebirges  die  Dörschen  der
Eingeborenen  zum  Vorschein.
        <pb n="832" />
        Die  Missionsstation  Mhonda,  wo  ich  von  den
Vätern  vom  heiligen  Geist  aufs  Liebenswürdigste
aufgenommen  wurde,  hat  sich  in  ihrem  schmucken
Aeußern  seit  1898  unverändert  erhalten.  Die  Gebäude
  der  Station  sind  alle  mit  Wellblech  gedeckt.
Auf  den  Ufern  des  an  der  Station  vorüberbrausenden
Gebirgsbaches  ist  eine  kleine  Kaffeeplantage  angelegt,
deren  Bäumchen  gut  stehen  und  reichlich  tragen.
Der  Viehstand  der  Mission  an  Rindern,  Ziegen  und
Schafen  sah  wohlgenährt  und  gesund  aus.  Das
Land  im  Ngurugebirge  ist  ziemlich  bebaut.  Es  wird
viel  Tabak  gepflanzt.

In  Mhonda  fand  am  22.  Oktober  ein  großes
Schauri  statt,  zu  welchem  die  geladenen  Häuptlinge
des  Ngurugebirges  entweder  selbst  erschienen  waren
oder  Vertreter  gesandt  hatten.  Hierbei  kamen  verschiedene
  gegen  den  Häuptling  Kilatio  (Hilurion)
gerichtete  Beschwerden  zur  Entscheidung.  Hilurion,
der  sich  vom  Missionszögling  zum  Häuptling  von
Djonjoga  aufgeschwungenhat  und  einensehrintelligenten
Eindruck  macht  —  er  kann  Kisuaheli  und  Französisch
lesen  und  schreiben  —  mußte  alle  in  letzter  Zeit
erpreßten  Rinder  und  Ziegen  ihren  Besitzern  zurückgeben
  und  ungerecht  bestrafte  Leute  entschädigen,  auch
seine  Hinterlader  nebst  Patronen  abliefern.

Da  mit  dieser  Entscheidung  alle  Welt  zufrieden
war,  konnte  ich  das  Schauri  schließen.  Ich  hoffe,
daß  nunmehr  in  Nguru  Ruhe  herrschen  wird.

Am  23.  Oktober  reiste  ich  von  Mhonda  ab  und
kehrte  auf  einer  neuen  Route  nach  Bagamoyo  zurück.
Von  Kwa  Msere  nämlich  folgte  ich  bis  Kwa  Dikwaso
einem  Pfade  auf  dem  linken  Wamiufer,  unmittelbar
an  dem  in  Schnellen  und  kleinen  Wasserfällen  zu
Thal  rauschenden  Flusse  entlang.  Ich  lagerte  in
Kwa  Msere,  Matungu  (bei  Mbusini),  Kangatu,  Kwa
Mohando  und  Mandera,  passirte  bei  Dikwaso  den
Wami  und  marschirte  über  Kinguli  und  Muhalla  in
Udoe  zur  Küste  zurück,  wo  ich  am  30.  Oktober,
morgens  10  Uhr,  eintraf.  Die  neue  Route  ist  um
so  angenehmer,  als  der  Weg  gut  und  die  Scenerie
malerisch  ist,  man  zu  allen  Zeiten  gutes  Wasser  zur
Hand  hat  und  auf  zahlreiche  Dörfer  trifft.  Der
Marsch  gestaltete  sich  dadurch  zu  einem  leichten  und
erquicklichen  Spaziergang.

Die  katholische  Missionsstation  Mandera  hat  sich
in  den  letzten  Jahren  außerordentlich  entwickelt  und
ist  ein  großes  Anwesen  geworden.  Das  Kirchdorf
mit  seinen  Fruchtbaumalleen,  die  Stallgebäude  mit
dem  großen  Viehstand,  die  Station  mit  ihren  köstlichen
Gärten,  ja  die  farbigen  Christen  und  Missionszöglinge
  selbst  in  ihren  hübschen  Trachten,  Alles
macht  einen  sorgfältig  gehaltenen  sauberen  Eindruck.
Ich  habe  mich  gefreut,  diese  prächtige  Anlage  besuchen
  zu  dürfen.  Wie  würde  unser  Hinterland  aussehen,
  wenn  die  unverantwortlich  trägen  Eingeborenen
sich  an  der  Kultur  von  Mandera  ein  Beispiel  nehmen
wollten!  Ebenso  gut  wie  Mandera,  das  auf  einer
lieblichen  Anhöhe  in  Pori  liegt,  könnte  das  ganze

722

 

Land  mit  Waldungen  von  Mango=  und  Orangenbäumen,
  mit  Schamben  und  Görten  bedeckt  sein,  und
ebenso  gut  wie  die  Missionare  könnten  auch  die  Eingeborenen
  große  Viehherden  besitzen,  wenn  sie  nur
nicht  so  indolent  wären.  Futter  und  Wasser  giebt
es  überall  in  Menge.  Immerhin  ist  es  ein  Trost,
zu  sehen,  was  durch  ehrliche  Arbeit  aus  dem  Lande
zu  machen  ist.

Die  Wege  im  Bezirk  waren  auf  die  jüngste
Welsung  des  Bezirksamtes  hin  zum  Theil  ausgehauen
und  in  leidlich  gutem  Zustande.  Hier  und  da  waren
sogar  über  die  Einrisse  recht  praktische  Fußgängerbrücken
  gebaut.

Tabak  aus  Mohorro.

Von  der  Plantage  Mohorro  sind  mit  den
Dampfern  „Wißmann“  und  „General“  76  Ballen
Tabak  versandt  worden.  Die  Firma  Leopold  Engelhardt
  in  Bremen  hat  es  übernommen,  den  Tabak
auf  den  deutschen  Markt  zu  bringen.

Befreiung  von  Stlaven.

   
  
  
 

In  den  1895  und  1896  sind  im  Ganzen
2766  Sklaven  ertheilt  und  wegen  Sklavenraub
  und  von  Sklaven  über  See  158
Personen  worden.?)

Deuksch-Züdwelkafrika.
SEnde  des  Aufstandes.

Wie  aus  Windhoek  berichtet  wird,  hatte  sofort
nach  dem  Gefechte  in  der  Kamsieb-Kluft  ?“)  ein  Theil
des  Anhangs  der  Afrikaner  seinen  Führer  verlassen
und  sich  unter  Mitnahme  einer  Anzahl  Verwundeter
in  die  Berge  nach  der  englischen  Grenze  geflüchtet.
Soviel  bis  jetzt  feststeht,  haben  die  Aufständigen  im
Ganzen  37  Leute  verloren,  außerdem  sollen  etwa
15  Afrikaner  nach  Aussage  der  Eingeborenen  mehr
oder  weniger  verletzt  sein.  Inzwischen  ist  der  größte
Theil  der  noch  übrigen  Kriegsleute  von  dem  Detachement
  der  Schutztruppe  bereits  gefangen,  auch  der
Anführer  Rividdoe,  der  mit  wenigen  Afrikanern  auf
englisches  Gebiet  geflüchtet  war,  mit  seinen  drei
Söhnen  von  der  englischen  Station  Arris  festgenommen
worden.

Der  Aufstand  dürfte  damit  als  vollständig  unterdrückt
  zu  betrachten  sein.

——....m—

 

*)  Vergl.  Kol.  Bl.  1896,  S.  458,  1897,  S.  573.
*#)  Vergl.  Kol.  Bl.  vom  15.  Oktober  d.  Is.  S.  602.
        <pb n="833" />
        —  723

eufsch-Meu-Guinea.

Wissenschaftliche  Station  in  der  Sllosee.-)

Der  mit  den  vorbereitenden  Untersuchungen  für
die  Errichtung  einer  zoologischen  Station  in  der
Südsee  beauftragte  Professor  Dr.  Dahl  von  der
Königlichen  Universität  in  Kiel  hat,  unterstützt  von
dem  Plantagenbesitzer  Parkinson,  inzwischen  auf  der
Insel  Neupommern  ein  provisorisches  Institut  eingerichtet
  und  ansehnliche  Sammlungen  nach  Europa
gesandt.  Auf  Grund  der  von  ihm  gemachten  Erfahrungen
  hält  Professor  Dr.  Dahl  die  Gazellenhalbinsel
  und  speziell  Ralun  bei  seiner  geschützten
Lage,  bei  der  Vielseitigkeit  des  ganzen  Gebietes  und
dem  verhältnißmäßig  gesunden  Klima  zur  Errichtung
einer  biologischen  Dauerstation  für  außerordentlich
geeignet.

 

Rus  dem  Pereiche  der  Wissivnen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Nach  dem  Ausscheiden  des  Pastors  Winkelmann
aus  seiner  Stellung  als  Missionsinspektor  der  Evangelischen
  Missionsgesellschaft  für  Deutsch  --Ostafrika
sind  die  mit  diesem  Amt  verbundenen  Geschäfte  bis
zur  Wahl  eines  neuen  Inspektors  von  dem  Missionsgeistlichen
  Döring  aus  Bethel  in  Usambara  übernommen
  worden.  Derselbe  wohnt  jetzt  Berlin  W.,
Passauerstraße  40.

(Nachrichten  aus  der  ostafrikanischen  Mission.)

 

Nus  fremden  MRolonien.

Bericht  über  die  britischen  Jalomons-Inseln
aus  dem  Jahre  1896.

Dem  als  Parlamentsvorlage  gedruckten  englischen
Bericht  über  die  britischen  Salomons-Inseln  aus
dem  Jahre  1896  entnehmen  wir  im  Anschluß  an
die  früheren  Nachrichten  (vergl.  Kol.  Bl.  1896  S.  390,
504,  539,  748),  daß  der  Resident  Mr.  Woodford
zu  seinem  definitiven  Amtssitz  die  Insel  Tulage  gewählt
  hat.  Sie  soll  etwa  600  bis  800  Acres  Land,
gutes  Bauholz  in  Menge,  zwei  gute  Quellen,  zwei
gute  Häfen  und  gesundes  Klima,  auch  günstige  Winde
für  Segelschiffe  nach  beiden  Richtungen  haben.  —
Es  sollen  direkte  Steuern  eingeführt  werden,  und
zwar  in  folgender  Höhe:

1.  für  erwachsene  männliche  Nichteingeborene  eine
Kopfsteuer  von  5  Pfd.  Sterl.,

2.  für  jede  Handelsstation  der  Küste  10  Pfd.
Sterl.

3.  für  jedes  Handelsschiff  per  eingetragene  Tonne
netto  1  Pfd.  Sterl.,

4.  für  offene  Boote  auf  ihre  Tragfähigkeit  per
Tonne  1  Pfd.  Sterl.

*)  Vergl.  Kol.  Bl.  1896,  S.  110.

 

Die  Einnahmen  aus  diesen  Steuern  werden  auf
etwa  800  Pfd.  Sterl.  (16  000  Mk.)  geschätzt.  Unter
der  Zahl  der  fremden  Einwohner,  welche  etwa  50
beträgt,  befinden  sich  31  Engländer  (auch  ein  Deutscher
auf  Neal-Island).  Die  Anwerbung  Eingeborener
als  Schiffsmannschaft  war  mit  einigen  Ausnahmen
nur  für  britische  Schiffe  und  nur  für  den  Bereich
des  Protektorates  gestattet.  Ein  Herr  Voß  hat  ein
großes  Areal  in  Guadalcanar,  das  seiner  Qualität
nach  das  beste  Land  dieser  Jusel  sein  soll,  angekauft.
Außer  dieser  giebt  es  dort  nur  noch  eine  größere
Besitzung,  welche  der  Maran-Kompagnie  gehört,  ein
10  000  Acres  umfassendes  Gebiet,  auf  welchem
Kaffee=  und  Kokospflanzungen  angelegt  sind  und  auch
schon  mit  der  Bananenkultur  begonnen  ist.  Im
Ganzen  giebt  es  18  verschiedene  Handelsfirmen  in
der  britischen  Salomonsgruppe.  Der  Außenhandel
geht  ausschließlich  nach  Sydney.  Kopra  ist  der
Hauptausfuhrartikel,  jedoch  ist  sie  nicht  sehr  werthvoll,
da  sie  im  Rauch  getrocknet  wird  und  sehr  schmutzig
aussieht.  An  sonstigen  Ausfuhrartikeln  werden  in
erster  Linie  Elfenbeinnüsse  genannt,  die  in  England
unter  dem  Namen  „Apple  nuts“  in  den  Handel
gebracht  werden.  Sie  stammen  von  einer  Palmenart,
die  auf  allen  Inseln  wild  wächst,  und  werden  zur
Verfertigung  von  Knöpfen  und,  da  sie  keine  schwarze
Farbe  annehmen,  zu  den  Rollen  der  Rollschlittschuhe
verwendet.  Die  Nachfrage  nach  diesem  Artikel  soll
besonders  auch  in  Deutschland  groß  sein;  die  Tonne
hat  einen  Werth  von  etwa  100  Mk.—  Der  Strand
einiger  Inseln  liefert  eine  gute  Ausbeute  an  Perlmuttermuscheln;
  jedoch  wagen  sich  an  einigen  Stellen
die  Taucher  wegen  der  Krokodile  nicht  auf  den  Grund.

Als  der  beste  Ort  für  die  Perlmutterfischerei  werden

die  nicht  zur  deutschen  Interessensphäre  gehörigen
Inseln  in  „Manning  Straits“  genannt.  Andere
Ausfuhrartikel  sind  Schildpatt  und  Trepang.  Eintauschartikel
  sind  hauptsächlich  Tabak,  Röhren,  eiserne
Geräthschaften  (Messer),  Perlen,  baumwollene  Stoffe
und  andere  Materialien.  Zähne  und  Muscheln  gelten
als  Geld;  jedoch  beginnt  die  Nachfrage  nach  englischem
  Gelde  zu  steigen;  einige  Eingeborene  verlangen
  schon  ihren  Arbeitslohn  in  Münzen.  —
Mehrere  Versuche  Herrn  Woodfords  mit  Gummigewinnung
  mißlangen.  Dabei  macht  er  auf  die
Methode  der  Eingeborenen  in  Neu-Guinea,  Gummi
zu  gewinnen,  aufmerksam.  Sie  lassen  den  Saft  des
Gummibaumes  über  ihren  Körper  laufen  und  rollen
ihn  nach  dem  Erhärten  ab.  Auf  diese  Weise  gewinnen
  sie  jedesmal  Stücke,  die  größer  sind  als  ein
Cricketball.

In  dem  Mark  der  Palme  der  Elfenbeinnüsse  ist
Sago  enthalten,  den  die  Eingeborenen  zur  Kuchenbereitung
  benutzen.  Wegen  seines  Stärkegehaltes  soll
dieser  Sago  160  bis  200  Mk.  pro  Tonne  werth
sein.  Die  Inseln  sind  auch  reich  an  Rohr  zum
Körbeflechten,  Schwämmen  und  einem  werthvollen,
dunkeln,  dem  Ebenholz  ähnlichen  Bauholz,  welches
besonders  in  der  Nähe  von  Neu-Georgia  wächst.
        <pb n="834" />
        Mit  Rücksicht  auf  die  Goldfunde  in  Neu-Guinea
sollen  auch  die  Salomons-Inseln  auf  ihren  Mineralgehalt
  untersucht  werden.

 

Koprahandel  in  Sanfüibar.

Einem  Konsularbericht  über  den  Koprahandel  in
Sansibar  entnehmen  wir  das  Folgende:

Nächst  Nelken  und  Elfenbein  bildet  Kopra,  der
ölhaltige,  getrocknete  Kern  der  Kokosnuß,  den  Hauptausfuhrartikel
  Sansibars.  Kopra  wird  in  der  Weise
gewonnen,  daß  die  in  zwei  Theile  zersprengte  reife
Kokosnuß  durch  einige  Zeit  dem  Feuer  oder  der
Sonne  ausgesetzt  wird.  Bei  dem  Trocknungsprozeß
zieht  sich  der  Kern  der  Nuß  etwas  zusammen  und
kann  dann  leicht  von  der  harten  Schale  gelöst  werden.
Ein  gleichmäßig  trockenes  und  reines  Produkt  wird
am  besten  durch  Trocknung  an  der  Sonne  gewonnen,
indeß  ziehen  die  Neger  gewöhnlich  die  Anwendung
des  Feuers  vor,  wodurch  die  Trocknungsarbeit  für
sie  verkürzt  wird.

Die  Palmenplantagen,  welche  sich  auf  Sansibar
und  Pemba  sowie  in  Britisch-Ostafrika  durchweg  in
den  Händen  von  Arabern  oder  Negern  befinden,
tragen  gewöhnlich  vom  sechsten  Jahre  ab,  die  erste
volle  Ernte  wird  im  zehnten  Jahr  erwartet.  Ein
Baum  bringt  im  Durchschnitt  zehn  Früchte  bei  jeder
Ernte,  in  Ausnahmefällen  steigert  sich  der  Ertrag  bis
zu  200  Früchten.  Vier  Ernten  sind  im  Jahr,  somit
beläuft  sich  der  Ertrag,  welcher  sich  bei  sorgfältigerer

724

40  Nüsse  im  Jahr.  Der  Preis  einer  Nuß  beträgt
etwa  zwei  Pesa,  bei  besonders  großen  Früchten  drei
Pesa;  da  sich  aber  der  Preis  beim  Angebot  großer
Mengen  ermäößigt,  kann  der  Bruttoertrag  eines
Baumes  mit  ¾  bis  1  Rupie  im  Jahre  angenommen
werden.  Eine  Pflege  wird  den  Palmen  nur  bei
ihrer  Anpflanzung  zu  Theil;  ein  Jäten  des  Grases
unter  den  Bäumen,  welches  ihren  Ertrag  erheblich
stelgern  würde,  findet  nicht  statt.  Mit  dem  siebzigsten
Jahr  hören  die  Palmen  zu  tragen  auf.

Aus  100  großen  Nüssen  wird  durchschnittlich
11¼4  Frasilah  (eiwa  44  engl.  Pfd.  oder  gegen
20  kg)  Kopra  gewonnen.  Durch  Pressung,  welche
ausschließlich  in  Europa  vorgenommen  wird,  wird
das  zur  Seifenfabrikation  und  in  geringem  Maße
zur  Erzeugung  von  Butterersatzmitteln  dienende  Kokosnußöl
  aus  der  Kopra  entfernt,  die  verbleibenden
Rückstände  dienen  als  Viehfutter.

Unter  den  Produktionsländern  für  Kopra  (Südseeinseln,
  Neu-Guinea,  Philippinen,  Molukken,  Hinterindien,
  Ceylon)  nimmt  Ostafrlka  trotz  seiner  günstigen
klimatischen  Verhältnisse  nur  eine  verhältnißmäßig
untergeordnete  Stelle  ein.  Der  Grund  dafür  ist  in
der  natürlichen  Bedürfnißlosigkeit  und  Lässigkeit  des
Negers  zu  suchen,  welcher  selbst  die  geringe  Mühe
der  Anpflanzung  der  Bäume  und  des  Trocknens  der
Nüsse  scheut.  Auch  die  Qualität  der  aus  Ostafrika
stammenden  Kopra  ist  geringer;  sie  ist  zwar  reich  an
Oel,  hat  aber  meistens  infolge  der  üblichen  Trocknung
am  Feuer  gelitten.

Der  Stapel=  und  Ausfuhrplatz  für  Ostafrika  ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bewirthschaftung  wohl  erhöhen  ließe,  auf  etwa  Sansibar.  Die  Einfuhr  betrug  in  englischen  Pfunden:
Aus  d  Portugiesisch-  «  -
us  dem  Vritisch  -  Deuisch-  esafrua  Im  Ganzen  Gesammt-Jahr
  Sultans-  ·  ,  Im  Ganzen  im  Werth  summe  in
.  Ostafrika  Ostafrika  und
gebiet  *)  Madagaskar  von  Rupien  kg
l
1893  —  —  —  —.  8144  853  529  354  3694  505
1894  6408  968  554  973  800  313  1653  7  765  533  465  42  3610  445
1895  5981290  1219295  70427  4100  7908  964  537206  3587  506
1896  7298772  928  725  1155  098  824  9378  419  631  831  4264  050
Ausenn  4977  29  044  861  378  —  5867  451  366  781  2  667  475
erste  e

Die  Einfuhr  von  Kopra  aus  Britisch-Ostafrika
hat  seit  1896  erheblich  abgenommen.  Der  Grund
ist  darin  zu  suchen,  daß  viele  Eingeborene  den
größeren  Verdienst  bei  der  Ugandaeisenbahn  der
*)  Unter  dem  Sultansgebiet  sind  in  diesem  #  H#au.¾  nur
die  Inseln  Sansibar  und  Pemba  verstanden.  on  der
Insel  Sansibar  werden  große  Mengen  zu  Lande  auf  den
Markt  gebracht,  die  aber  keinerlei  Ko  Wze  unterliegen  und
deshalb  in  den  vorstehenden  der  bollamslichen  Se  Statistik
entnommenen  Zahlen  nicht  enthalten  sind  der
für  ultanat  Sansibar  angegebenen  mnmx.  ist
die  auf  den  Markt  gebrachte  Menge  Oe  elimeulen,
Stahel  hicn  Eenannt,  t  di6  aber  höchsten
100  engl.  Pfd.  beträgt  und  in  Statistik  unter  50n
Leev  aufgenommen  wocben-  ist.  n  deepal  edeiht  in
Pemba  und  Sansibar,  an  der  ostofeikanischen  Kaste  kommt
sie  nur  in  vereinzelten  Exemplaren  vor.

Landarbeit  auf  ihren  Schamben  sowie  der  Koprabereitung
  vorziehen,  und  daß  große  Mengen  von
Kokosnüssen  von  den  Eisenbahnarbeitern  an  Ort
und  Stelle  verzehrt  werden.  Zu  letzterem  Zwecke
sind  selbst  Kokosnüsse  nach  Mombassa  eingeführt
worden.

Die  Einfuhr  von  Deutsch-Ostafrika  nach  Sansibar
ist  im  Zben  begriffen.  Hauptausfuhrort  ist
Tschole-Mafia.

Die  Ernte  für  1897  wird  sich  voraussichtlich
auf  derselben  Höhe  halten,  wie  die  der  Vorjahre.
Die  für  die  erste  Hälfte  des  laufenden  Jahres  angegebenen
  Mengen  repräsentiren  den  größeren  Theil
des  Ertrages,  da  in  den  Monaten  September,  Oktober,

 

November  erfahrungsgemöß  eine  geringe  Menge
        <pb n="835" />
        Nüsse  auf  den  Markt  gebracht  wird.  Das  größte
Angebot  an  Kopra  ist  im  März  und  April.
Die  Ausfuhr  betrug:

 

 

 

 

 

engl.  Pfd.  kg  in  n  en
1893  14747  265  6689  359  1371093
1894  14  624  335  6633  598  1034755
1895  12  738  496  5778  181  1042
1896  12  927  308  5  863  826  1u85  057
1897  6885  644  3123328  505
erste  Hälfte

Der  Ueberschuß  der  Ausfuhr  über  die  Einfuhr
erklärt  sich  aus  denjenigen  Mengen,  die  von  der
Insel  Sansibar  auf  dem  Landwege  in  die  Stadt
gebracht  werden  und  einer  Kontrole  bei  der  Anbringung
  nicht  unterliegen.  Außerdem  kommen  aus
Deutsch-Ostafrika  größere  Mengen  ganzer  Kokosnüsse
nach  Sansibar,  welche  gleichfalls  in  der  Einfuhrstatistik
  nicht  aufgeführt  sind  und  die  in  Sansibar
von  indischen  Händlern  zur  Kopragewinnung  benutzt
werden.  Die  Vertheilung  der  Ausfuhr  läßt  sich  am
besten  aus  einer  Statistik  über  die  Ladung  der
einzelnen  Dampfer  ersehen.  Allerdings  sind  darin
zu  Kopra  und  Oelpalmenkernen  auch  die  ganzen,
noch  unverarbeiteten  Kokosnüsse  hinzugerechnet.  Danach
  gingen  von  einer  Gesammtausfuhr  von

15  572  115  engl.  Pfd.  im  Jahre  1895
14242  500  ·-  1896  und

7251  795  „  .  18397  erste  Hälste
nach  Marseille  Hamburg  London  Port  Said  Bombay
1895  14  676  795  450  090  115  830  145  395  114615
1896  13  519  305  25  650  9  450  274725  226  530
1897  6943  185  553  —  253260
erste  Hälfte

oder  in  Prozenten  ausgedrückt:
1895  94,8  ,  ,  0,9  0,7
1896  95  ·0  0,06  2  1,6
897  95,6  ·.  —  —  3.4
erste  Hälfte

Nach  Port  Said  und  London  wurden  nur  ganze
Kokosnüsse  verschifft.  In  Homburg  war  früher  der
Versuch  gemacht  worden,  reine,  an  der  Sonne  getrocknete
  Kopra  bester  Qualität  zur  Margarlnefabrikation
  zu  verwenden.  Dieser  Versuch  scheint  zu
keinem  günstigen  Resultat  geführt  zu  haben,  wozu
die  geringe  in  Sansibar  vorhandene  Menge  derartiger
  Kopra  beigetragen  haben  mag.  Jedenfalls
hat  die  Kopraausfuhr  nach  Hamburg  nahezu  aufgehört.
  Die  in  vorstehender  Statistik  für  dieselbe
in  den  Jahren  1896  und  1897  angegebenen  Zahlen
repräsentiren  fast  ausschließlich  die  Menge  der  nach
Hamburg  verschifften  Kokosnüsse.  -

Das  Koprageschäft  wird  von  der  deutschen  Firma
O'Swald  &amp;amp;  Co.  sowie  von  den  französischen  Häusern
beherrscht.  Der  Antheil  der  deutschen  Firma  beträgt
etwa  ein  Drittel  des  hiesigen  Koprahandels,  die  Betheiligung
  der  englischen  Firma  ist  unbedeutend.

Die  überwiegende  Bedeutung  Marseilles  bringt
es  mit  sich,  daß  der  dortige  Markt  für  die  Kopra- 



725  —

preise  bestimmend  ist.  In  den  letzten  zwel  Jahren
betrug  der  Durchschnittspreis  für  1000  kg  Kopra
frei  Marseille  30  Franken;  er  erreichte  seinen
höchsten  Stand  Ende  Februar  1896  mit  333/,  Franken,
seinen  niedrigsten  Juni  1897  mit  28½/  Franken.
Von  großem  Einfluß  auf  die  Festsetzung  des  Preises
ist  nicht  allein  das  Angebot  der  in  den  andern
Produktionsländern  erzeugten  Kopra,  sondern  auch
die  Preise  im  Oel=  und  Talggeschäft.  Der  niedrige
Stand  der  letzteren  hat  auch  den  Rückgang  des
Werthes  der  Kopra  bedingt.  Die  in  Sansibar  gezahlten
  Preise  basiren  auf  den  Marseiller  Preisen,
sind  aber  infolge  des  raschen  wechselnden  Angebots
und  der  verschiedenen  Qualität  der  angebrachten
Kopra  nicht  so  stetlg,  wenn  auch  ein  so  rascher
Wechsel  der  Preise  wie  im  Nelkengeschäft  nicht  einzutreten
  pflegt.  Im  Allgemeinen  beträgt  der  Einkaufspreis
  für  trockene  Kopra  ¾  bis  1¼  Dollar  5)  für
das  Frasilah  (etwa  44  engl.  Pfd.  oder  20  kg).
An  der  Sonne  getrocknete  Waare  wird  besser  bezahlt
als  am  Feuer  getrocknete.  Da  der  Gewichtsverlust
bei  nicht  vollständig  getrockneter,  in  Sansibar  häufig
angebotener  Kopra  bisweilen  25  pCt.  des  Gesammtgewichts
  übersteigt,  wird  der  zu  erwartende  Verlust
bei  Bestimmung  des  Preises  in  Rechnung  gezogen.

Die  lebhafte  Konkurrenz  im  Koprageschäft  bringt
es  mit  sich,  daß  die  hier  gezahlten  Preise  höher  sind
als  man  sie  bei  dem  langen  Transport  von  hier
nach  Marseille  erwarten  sollte.  Sie  sind  auch  nur
durch  die  Konkurrenz  der  verschiedenen  Dampferlinien
  möglich,  welche  bei  dem  Mangel  an  Rückfracht
für  Europa  bestrebt  sind,  die  sich  hierfür  bietenden
Ladungen  an  sich  zu  bringen  und  zu  einem  weit
hinter  dem  Tarif  zurückbleibenden  Preise  zu  verfrachten.


Dandel  Rabats  für  das  Jahr  18960.)

Die  Gesammteinfuhr  betrug  im  Jahre  1896
2  801  280  Mk.  gegen  3  347  240  Mk.  im  Jahre
1895.  An  der  Einfuhr  waren  betheiligt  mit:

1896  1895  1896  1895
rozente  der
4  Mark.  Gesammteinfuhr.
Deutschland  331  080  386  12  111/2
Grohbritannien.  1  660  900  1  876  100  55¾  55
Frankreich  391  440  1013960  32  30

Die  Gesammtausfuhr  stellte  sich  im  Jahre
1896  auf  686  380  Mk.  gegen  561  860  Mk.  im
Jahre  1895.  Hlervon  fallen  auf:

1896  1895  1896  1895
-  Prozente  der

Mark  Gesammtausfuhr
Deutschland  241280  99680  38½  17½
Großbritannien  116  060  171  400  17  30½
Frankreich  .  268  320  204  410  42  36½

Bemerkenswerth  ist  die  Zunahme  der  Ausfuhr
nach  Deutschland;  sie  beträgt  im  Vergleich  zum  Vor-3

  Ein  Dollar  —  2  Rupien  2  Anna.
*“)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1897,  S.  637.
        <pb n="836" />
        —  726

jahre  140  pCt.  und  ist  zurückzuführen  auf  die  große
Ausfuhr  von  Wolle  nach  Hamburg,  die  von  943  d2
im  Jahre  1895  auf  2396  dz  im  Jahre  1896  gestiegen
  ist.

Bei  der  Einfuhr  haben  Deutschland  sowohl  als
auch  Großbritannien  und  Frankreich  unter  den
schlechten  Geschäftsverhältnissen  und  dem  Mangel  an
Nachfrage  zu  leiden  gehabt.  Besonders  ist  die  Einfuhr
  von  Tuch  und  Phantasieartikeln  (fanch  goods)
zurückgegangen.

Der  Deutsche  Schiffsverkehr  hat  etwas  zugenommen.
  Die  Oldenburg-Linie  unterhielt  eine
regelmäßige  Verbindung  mit  der  Westküste  Afrikas,
einmal  monatlich,  und  im  November  und  Dezember
des  Berichtsjahres  nahm  auch  die  Woermann-Linie
Rabat  in  ihre  Fahrt  auf.  Ohne  Frage  wird  durch
diese  Verbesserung  der  Schiffsverbindungen  der  Handel
mit  Deutschland  begünstigt.  Gleichzeitig  hat  sie  aber
auch  zur  Entwickelung  der  Einfuhr  belgischen  Brotzuckers,
  von  welchem  beträchtliche  Mengen  von  Antwerpen
  nach  Rabat  gekommen  sind,  beigetragen.  Der
belgische  Zucker  hat  den  Wettbewerb  mit  dem  französischen
  aufgenommen;  er  ist  etwas  billiger  als  dieser
und  gewinnt  stetig  an  Boden.  Die  Einfuhr  deutschen
Zuckers  ist  gering  geblieben,  es  soll  schwierig  sein,
in  Deutschland  die  kleinen  Brote,  wie  sie  in  Marokko
verlangt  werden,  zu  erhalten.

 

Dandel  Angolas  im  Jahre  1890.)
(Nach  einem  britischen  Konsulatsbericht.)

Im  Allgemeinen  gestaltete  sich  der  Handel  Angolas
im  Jahre  1896  nicht  zufriedenstellend.  Die  Einfuhr
hat  gegen  die  des  Jahres  1895  abgenommen  infolge
des  Rückganges  des  Preises  von  Kaffee,  der  gegen
Ende  des  Jahres  1895  eintrat.  Man  kann  annehmen,
daß  nur  drei  Fünftel  der  Waaren  erforderlich  waren,
um  im  Tauschhandel  dieselbe  Menge  Kaffee  wie  im
Vorjahre  zu  erwerben.  Auch  das  anhaltende  Fallen
des  Wechselkurses  machte  sich  überall  fühlbar.

Die  wichtigsten  Artikel  der  Ein  fuhr  sind  Hemdenkattun
  (domestics),  karrirtes  Bettzeug  (checks,),
Stripes,  bedruckte  Baumwollenwaaren,  baumwollene
Tücher,  Gewehrpulver,  Gewehre,  Provisionen  und
Wein.

Domestics  kamen  bis  vor  wenigen  Jahren  nur
von  Manchester,  jetzt  werden  sie  nur  noch  von  Portugal
  eingeführt,  wo  Fabriken,  zum  Theil  von
britischen  Firmen,  errichtet  worden  sind.  Dieser
Stoff  wird  vorherrschend  in  den  Breiten  von  26,
27  und  28  englischen  Zoll  in  Stücken  von  15,  20
und  30  ards  verkauft.

Der  größere  Theil  von  Stripes  und  Checks
geht  von  Manchester  ein,  aber  auch  diese  Waare
bringen  die  portugiesischen  Fabrikanten  in  beständig
zunehmender  Menge  an  den  Martt,  besonders  in
Benguela.  Die  Stoffe  werden  in  Breite  von  22,

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiov  1897,  S.  618  ff.

 

 

*26,  27  und  28  englischen  Zoll  und  in  Stücken  von
6,  7½⅛½,  10½,  11,  12,  15  und  18  Yards  verkauft.

An  der  Einfuhr  von  Gewehrpulver  ist  Deutschland
  erheblich  betheiligt,  besonders  an  der  nach  Ambris.
Der  Tarif  im  dortigen  Hafen  ist  für  fremde  Schiffe
günstig,  und  Pulver  kommt  dorthin  vornehmlich  in
deutschen  Schiffen.  Pulver  aus  Großbritannien  wird
nach  Loanda,  Benguela  und  Mossamedes  von  Liverpool
in  portugiesischen  Dampfschiffen  eingeführt.

Die  eingeführten  Gewehre  sind  zumeist  ganz
geringwerthig,  sie  sind  unter  dem  Namen  „Lazarinas“
bekannt,  haben  Steinschlösser  und  sind  in  Belgien
angefertigt,  in  den  Verkehrsübersichten  sind  sie  allerdings
  als  britischer  Herkunft  ausgeführt.

Seife  wird  fast  nur  noch  von  Portugal  eingeführt,
  zwei  oder  drei  bedeutende  Seifenfabriken  sind
in  Lissabon  errichtet  worden.

Die  bessere  Sorte  Lichte  wird  noch  von  Großbritannien
  eingeführt,  die  geringeren  Sorten  kommen
zumeist  von  Portugal.

Konserven  in  Büchsen  gehen  zum  größten
Theil  aus  Portugal  ein,  sie  sind  nicht  besonders  gut.

Viel  rother  portugiesischer  Wein  wird  in  Angola
verbraucht,  nach  besseren  Sorten  deutschen  und  französischen
  Weines  ist  keine  Nachfrage.

Außer  diesen  hauptsächlichen  Artikeln  wird  eine
Menge  billiger  Waaren  für  den  Handel  mit  den
Eingeborenen  eingeführt,  deren  Herkunft  in  den
Verkehrsübersichten  nicht  immer  genau  angegeben  ist.
So  werden  z.  B.  Perlen  als  von  Großbritannien
kommend  bezeichnet,  während  sie  in  Wirklichkeit  aus
Italien,  Deutschland  und  Oesterreich  eingehen.

Wellblech  zu  Bauten  finden  guten  Absatz,  die
gangbarste  Größe  ist  9  Fuß  englisch  lang  und
26  Zoll  breit.

Die  Einfuhr  von  Rum  (aguardente)  ist  infolge
der  Schutzzölle  sehr  zurückgegangen,  nur  die  nach
Ambris  nicht,  wohin  Deutschland  Branntwein  ausgeführt
  hat.  Dort  sind  die  Abgaben  geringer  als
in  den  anderen  Häfen  Angolas.  In  der  ganzen
Kolonie  wurden  im  Jahre  1896  etwa  1  800  000
Gallonen  Rum  erzeugt,  die  dort  auch  fast  gänzlich
verbraucht  worden  sind.  Der  Werth  dieser  Produktion
betrug  1  300  000  Milreis  —  etwa  203  125  Pfd.
Sterl.  In  den  Verkehrsübersichten  sind  184  002
und  72  604  Liter  aufgeführt,  die  in  den  Jahren
1895  und  1896  von  Großbritannien  eingeführt  sein
sollen,  wahrscheinlich  aber  von  Deutschland  gekommen
sind.  Von  den  eingeführten  Streichhölzern  ist
der  größte  Theil  deutsches  Fabrikat.

In  Zuckerrohrpressen,  Dampfmaschinen
und  Turbinen  ist  ein  ziemlich  großer  Bedarf.  Der
Vertreter  einer  amerikanischen  Firma  ist  in  vier
Jahren  dreimal  in  Angola  gewesen  und  hat  ein
gutes  Geschäft  gemacht.  Es  würde  sich  lohnen,  wenn
mehrere  Firmen  zusammen  einen  Vertreter  ausschickten,
der  Principe,  St.  Thomé,  sodann  Loanda,  Benguela
und  Mossomedes  besuchte  und  den  Bedarf  in  den
verschiedenen  Maschinen  kennen  lernte.
        <pb n="837" />
        Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Aus  fuhr  sind
Kaffee,  Kautschuk  und  Wachs.  Die  Ausfuhr  von
Baumwolle,  anderen  Pflanzenfasern,  Orseille,  Palmöl
und  Palmkernen  ist  erheblich  zurückgegangen.  Von
Mossamedes  werden  große  Mengen  getrockneter  Fische
nach  anderen  Häfen  Angolas  sowie  nach  St.  Thoms
und  Principe,  aber  nicht  nach  Europa  ausgeführt.

Die  Kaffeepflanzungen  mehren  sich  von  Jahr
zu  Jahr,  der  bedeutende  Rückgang  des  Kaffeepreises
auf  den  europäischen  Märkten  hat  indeß  die  Pflanzer
sehr  entmuthigt.  Der  größte  Theil  des  ausgeführten
Kaffees  wird  von  Eingeborenen  erzeugt.  Es  giebt
zwei  Sorten,  „Kasengo“  und  „Enconge“,  die  letztere
erzielt  in  Europa  etwas  bessere  Preise,  obgleich  sie
von  den  Eingeborenen  gebaut  wird.

Tabak  wird  von  den  Eingeborenen  zu  ihrem
eigenen  Gebrauch  gebant,  es  wächst  überall  im  nördlichen
  Theil  Angolas.  Der  Tabakbau  könnte  für
dieses  Land  zu  einer  bedeutenden  Industrie  werden,
wenn  er  gepflegt  würde.  Der  eingeführte  Tabak
kommt  von  Portugal  und  wird  von  einer  Monopolgesellschaft,
  die  dem  Staate  eine  bestimmte  jährliche
Einnahme  garantirt,  verarbeitet.

Kautschuk  wird  von  den  Eingeborenen  nicht
kultivirt,  aber  von  weither  aus  dem  Innern  des
Landes  angebracht.  Benguela  hat  den  größten  Handel
in  diesem  Artikel.  Der  Kautschuk  ist  gut,  aber
schmutzig  und  voll  Rinde.  Es  giebt  zwei  Sorten,
die  bessere  kostete  gegen  Ende  des  Jahres  1896
2  Schill.  3.  Pence  bis  2  Schill.  5  Pence  das  englische
  Pfund,  die  andere  1  Schill.  11  1/2  Pence  bis
2  Schill.

Baumwolle  anzupflanzen  würde  lohnend  sein,
es  sind  aber  in  Angola  keine  Kapitalisten,  die  Geld
in  solchen  Pflanzungen  anlegen  könnten.  Die  ausgeführten
  geringen  Mengen  erzielten  in  Europa  beinahe
  die  höchsten  Preise.

Es  giebt  noch  viele  andere  Pflanzen  in  Angola,
wie  Aloe,  Pitahanf  und  Sansieviera  (Fadenlilie),  die
eine  sehr  schöne  Faser  liefern,  aber  es  findet  sich
Niemand,  der  Geld  anlegt,  um  diese  Fasern  auszunutzen.
  Bevor  mit  dem  Bau  der  Eisenbahn  in
Angola  begonnen  war,  wurden  große  Mengen  der
Faser  (Rinde)  vom  Affenbrotbaum  nach  Liverpool
und  Rotterdam  ausgeführt,  jetzt  ziehen  die  Eingeborenen
  es  vor,  beim  Eisenbahnbau  zu  arbeiten.  Es
giebt  in  verschiedenen  Gegenden  Angolas  große
Affenbrotbaum-Wälder,  die  zum  Theil  an  der  Eisenbahn
  liegen.  Mit  geeigneten  Maschinen  könnten  diese
vortheilhaft  ausgenutzt  werden.

Der  Anbau  von  Zuckerrohr  zur  Rumerzeugung
gewinnt  außerordentlich  schnell  an  Ausdehnung.  Jeder
kleine  Geschäftsmann,  der  einige  Hundert  Milreis
hinter  sich  gebracht  hat,  will  Pflanzer  werden  und
Rum  destilliren,  für  welchen  stets  guter  Absat  ist.
Nahe  der  Küste  braucht  Zuckerrohr  11  bis  12  Monate
zur  Reife,  im  Innern  des  Landes  aber  15  bis
18  Monate.

727

 

Vieh  gedeiht  gut  in  Angola,  besonders  in  den
Bezirken  Ambaca,  Malanga  und  in  dem  Hinterlande
von  Mossamedes,  dagegen  nicht  in  dem  Kaffeegebiet
Cazengo.

An  der  Küste  giebt  es  einige  Salzsiedereien,
die  bedeutendste  von  Cacuaco.  Sie  ist  mit  Dampfmaschinen
  und  Centrifugalpumpen  zum  Auspumpen
des  Seewassers  gut  ausgerüstet.  Die  Maschinen  sind
theils  Britisches,  theils  Amerikanisches  Fabrikat.

Kalk  wird  in  verschiedenen  Gegenden  Angolas
hergestellt,  der  größte  Kalkofen  ist  ebenfalls  bei
Cacuaco  und  gehört  dem  Besiter  der  Salzsiederet.

Marseiller  Ziegel  werden  von  einem  unternehmenden
  Portugiesen  in  einigen  Ziegeleien  hergestellt,
  sie  sind  gut,  aber  zu  schwer  und  verkaufen  sich
nicht  so  gut,  wie  die  von  Marseille  eingeführten.
Die  Maschinen  auf  den  Ziegeleien  sind  französisches
Fabrikat.

St.  Thomé  und  Principe  sind  fruchtbare
Inseln,  besonders  die  erste  ist  in  einem  wirklich
blühenden  Zustand.  Ausfuhrartikel  sind  Kaffee,  Kakao
und  Chinarinde.  Alle  drei  Artikel  werden  durch
Anbau  gewonnen.  Zum  größeren  Theil  ist  die  Insel
im  Besitz  weißer  Pflanzer.  Auf  großen  Strecken
ist  der  Kautschukbaum  angepflanzt  worden.  Principe
ist  noch  in  etwas  ursprünglichem  Zustande,  bis  jetzt
wird  nur  Kakao  dort  gebaut.  Eine  Gesellschaft  hat
sich  gebildet  und  einen  Theil  der  Insel  bereits  unter
Anbau  genommen.

Das  Klima  Angolas  ist  nicht  gesund,  doch  ist
die  Sterblichkeit  nicht  so  groß,  als  man  erwarten
sollte.  Wechselfieber  herrscht  das  ganze  Jahr,  die
Monate  Februar,  März  und  April  sind  die  schlimmsten.
Zeitweise  richten  auch  die  Pocken  unter  der  eingeborenen
  Bevölkerung  furchtbare  Verheerungen  an.
Die  Ansicht,  daß  für  die  Weißen  bei  einer  Pockenepidemie
  unter  den  Eingeborenen  keine  Ansteckungsgefahr
  vorliege,  ist  dadurch  widerlegt  worden,  daß
während  der  letzten  Epidemie  einige  Erkrankungen
unter  den  Weißen  vorgekommen  sind.  Mossamedes
ist  am  gesundesten  und  dient  als  eine  Art  Erholungsort
für  die  Fieberkranken  aus  den  nördlichen  Gegenden.
St.  Thomé  und  Principe  sind  sehr  ungesund.

Die  sanitären  Einrichtungen  sind  überall  noch  sehr
ursprünglicher  Art.

Kupferminen  sind  nahe  bei  Senza  de  Itombe,
einer  Station  an  der  Eisenbahn,  entdeckt  worden,  zu
deren  Ausbeutung  Konzessionen  ertheilt  worden  sind.
Die  Konzessionäre  haben  Proben  zur  Untersuchung
nach  Europa  geschickt.

Gold,  alluviales  und  in  Quarz  befindliches,  ist
im  Innern  von  Mossamedes  gefunden  worden,  zu
dessen  Gewinnung  sich  ein  Syndikat  aus  Angehörigen
verschiedener  Nationen  gebildet  hat.  Zur  Ausbeutung
ist  es  infolge  von  Schwierigkeiten  in  der  Erlangung
des  Bergrechtes  noch  nicht  gekommen.  Der  Hauptfundort
  heißt  Kasinga.

Die  „Companhia  des  Mossamedes“,  dem  Namen
nach  eine  portugiesische  Gesellschaft,  die  aber  mit
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        deutschem  Gelde  ausgestattet  sein  soll,  hat  eine  Konzession
  erhalten  für  Handel,  Biehzucht  und  Bergbau
im  Binnenlande  von  Mossamedes.  Diese  Konzession
erstreckt  sich  auf  ein  großes  Gebiet,  das  bis  fast  an
den  Sambesi  heranreicht.  Die  Kasinga-Minen  liegen
in  diesem  Gebiet,  wegen  ihrer  ist  es  zwischen  der
Companhia  und  den  vorerwähnten  Konzessionären  zu
Streitigkeiten  gekommen.

Die  Transafrikanische  Eisenbahn  hat  eine
Ausdehnung  von  364  km,  wovon  308  km  dem
Verkehr  geöffnet  sind.  Eine  kleine  Lokalbahn,  15  km
lang,  fährt  von  Catumbella  nach  Benguela.  Vorarbeiten
  für  eine  Eisenbahn  von  Benguela  oder
Mossamedes  nach  dem  Hinterland  bis  Kakonda  sind
gemacht  worden.

Arbeiter  erhalten,  wenn  die  Arbeit  drängt,
1200  bis  1500  Reis  für  den  Tag,  und  es  ist  dann
noch  schwer,  Arbeitskräfte  zu  erhalten.

Schifffohrt.  Die  „Empreza  Nacional  de
Navigagäo  a  Vapor“  läßt  die  Häfen  Angolas  zweimal
im  Monat  anlaufen.  Ihre  Schiffe  verlassen  Lissabon
am  6.  und  23.  jedes  Monats  und  laufen  an  Madeira,
St.  Vincent,  Santiago,  Principe,  St.  Thomé,
Cabindo,  St.  Antonio  am  Kongo,  Ambrisette,  Ambris,
Loanda,  Novo  Redondo,  Benguela,  Mossamedes  und
Port  Alexander.  Immer  der  zweite  Dampfer  läuft
Liverpool  an.  Die  „British  African  Steam  Navigation
Company“  und  die  „Africa  Steam  Navigation
Company“  lassen  abwechselnd  monatlich  ein  Dampfschiaf
  von  Liverpool  nach  Loanda  fahren.  Von  der
deutschen  Woermann-Linie  fährt  auch  monatlich  ein
Dampfer  von  Hamburg  über  Antwerpen  nach  Loanda.

Sowohl  bei  der  Einfuhr  als  bei  der  Ausfuhr
ist  die  portugiesische  Linie  durch  Differentialzölle
begünstigt.

In  Loanda  ist  ein  einer  britischen  Firma  gehöriges
  Kohlenlager  für  allgemeinen  Bedarf;  etwa
200  engl.  Tonnen  Kohle  können  dort  täglich  eingenommen
  werden.  Die  Kohle  kostet  etwa  45  Schill.
für  die  engl.  Tonne  längsseits  des  Schiffes  gebracht,
für  das  Verbringen  in  die  Bunker  sind  außerdem
noch  2  Schill.  pro  Tonne  zu  bezahlen.

Die  Hafeneinrichtungen  in  Loanda  haben  Verbesserungen
  erfahren.  Ein  eiserner  Damm  (Pier),
ein  belgisches  Werk,  ist  errichtet  worden  und  mit
zwei  Dampfkrähnen  von  15  Tonnen  Tragfähigkeit
versehen  worden.  Die  Krähne  hat  eine  Glasgower
Firma  geliefert.

Der  Wechselkurs  betrug  zu  Anfang  des  Berichtsjahres
  3  Schill.  6  Pence  für  1  Milreis  und  fiel
auf  3  Schill.  2  Pence  im  Dezember.

In  Bankgeschäften  hat  die  Bank  „Banco
National  Ultramarino“  das  Monopol.  Die  Diskontrate
  für  Lokalwechsel  beträgt  9  pCt.  für  das
Jahr.  Wechsel  auf  Portugal  werden  mit  Prämie
verkauft,  wie  folgt:  8  Tage  Sicht  2,  30  Tage  Sicht
1½,  60  Tage  Sicht  1  und  90  Tage  Sicht  ½  pCt.
Wechsel  auf  fremde  Länder  giebt  die  Bank  nicht,
nur  eine  britische  Firma  in  Loanda  giebt  Wechsel
auf  London.

728

 

-  Dandel  Mogadors  im  Jabre  1890.)

Ein  fuhr.  Mit  der  Uebersiedelung  des  Hofes
von  Fes  nach  Marakkesch  und  dem  Einzug  des
Sultans  Muley  Abdlasis  in  Marakkesch  am  7.  März
1896  wurde  auch  der  Frieden  im  Süden  Marokkos
wieder  hergestellt.  In  der  Folge  kehrte  allmählich
das  Vertrauen  zurück,  und  wurden  die  Karawanenstraßen
  nach  dem  Innern  und  namentlich  nach  Marakkesch
  wieder  für  den  Verkehr  gangb

Allein  ein  Ausschwung  der  Geschti  ist  nicht
eingetreten.

Die  Hoffnungen  der  Kaufleute,  durch  die  Uebersiedelung
  des  Hofes  von  Fes  nach  Marakkesch  für
die  Verluste  während  der  Unruhen  entschädigt  zu
werden,  haben  sich  nicht  erfüllt,  und  der  Handel
krankt  nach  wie  vor  an  dem  fehlenden  Verbrauch
und  an  zusehends  sich  verschlechternden  Kreditverhältnissen.
  Die  Klagen  der  europäischen  Kaufleute,
  die  zum  Theil  noch  auf  Einbringung  ihrer
Außenstände  von  Muley  Hassans  Tod  her  rechneten,
wurden  immer  stärker.  Inzwischen  ist  die  Lage
durch  Heuschreckenplage  und  Regenmangel  seit  Ende
Januar  noch  verschärft  worden,  so  daß  den  europäischen
  WW4  die  größte  Vorsicht  im  Kreditgeben
  anzurathen  ist

Die  Gesammteinfuhr  betrug  5  250  767  Mark
#  5248  470  im  Jahre  1895.  Daran  nahmen
Thei

Deutschland  .  mit  3  pCt.
Großbritannien..  .266,2  -
Frankrei  .  .-154-Spanien
  und  Gibraltar  .  0,9
Belgien  8,5
die  Panarischen  Inseln  :  0,7=die
  Marokkanische  Küste  =  5,.00

Zu  den  durch  deutsche  Dampfschiffe  von
Deutschland  eingeführten  681  Tonnen  treten  die
durch  deutsche  Dampfschisse  in  Antwerpen  eingenommenen
  1235  Tonnen  Zucker  2c.,  so  daß  diese
Schiffe  eingebracht  haben  1916  Tonnen  gegen
1854  durch  britische  und  1941  Tonnen  durch
französische  Dampfschiffe.

Bei  Lebensmitteln  ist  eine  Zunahme  der
Einfuhr  in  Höhe  von  104  000  Mark  zu  verzeichnen;
diese  ist  auf  die  Anbringung  von  158  Tonnen  Mehl
und  Gries  aus  Marseille  zurückzuführen,  die  mit
Rücksicht  auf  die  vorausgegangene  magere  Getreideernte
  und  die  damit  im  Zusammenhange  stehende
Vertheuerung  der  Brotfrüchte  erfolgte.

Bei  Zucker  hat  sich  ein  Ausfall  von  398  000  Mark
gegen  1895  ergeben,  dessen  Ursache  offenbar  in  der
infolge  der  fortwährenden  Unruhen  geschwächten
Kaufkraft  der  Landbevölkerung  zu  suchen  ist.  Namentlich
  dürfte  durch  die  Unruhen  in  Suß,  dem  Hauptabsatzgebiet
  für  Zucker,  der  Bezug  wesentlich  eingeschränkt
  worden  sein.  Ebenso  lagen  die  Verhältnisse
ei

 

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1897,  S.  612  ff.
        <pb n="839" />
        An  Geld  wurden  171  000  Mark  weniger  eingeführt,
  seitdem  die  Marokkanische  Regierung  dem
Umlauf  von  Filipinos  und  Isabelinos-Douros  durch
Abschätzung  ein  Ziel  gesetzt  hat.

Die  Einfuhr  aus  Deutschland  betrug  im  Jahre
1896  624  110  Mark  gegen  311  070  im  Jahre  1895.

Der  Ausschwung  dürfte  im  Großen  und  Ganzen
darauf  zurückzuführen  sein,  daß  die  eingeborenen
Kaufleute  aufs  Neue  direkte  Waarenbezüge  aus
Deutschland  durch  Vermittelung  der  Reisenden  machten.

Besonders  in  Baumwollenwaaren,  Wollenwaaren,
Tuchen,  Eisen=  und  Metallwaaren,  die  zum  größten
Theil  für  feste  Rechnung  der  Besteller  nach  Marakkesch
  gehen  und  für  Mogador  nur  Durchfuhrwaaren
sind,  hat  sich  diese  Besserung  bemerkbar  gemacht.

Eisen.  Die  eingeführten  306  Tonnen  Eisen
kamen  von  Schweden  mit  Umladung  in  Hamburg
durch  deutsche  Häuser.

Getränke.  Die  eingeführten  733  Kolli  Getränke
  setzen  sich  zusammen  aus  318  Kisten  Bier,
279  Faß  Sprit  zur  Fabrikation  von  Anisette  für
die  jüdische  eingeborene  Bevölkerung  und  136  Kolli
verschiedene  Getränke.

Von  Zucker  kamen  nur  17  Tonnen  aus  Deutschland,
  wöhrend  im  Uebrigen  Belgien  und  Frankreich
den  marokkanischen  Markt  allein  versehen.  Die
Einfuhr  von  Antwerpen  betrug  1193  Tonnen  im
Werthe  von  357778  Mark  und  wurde  beinahe
ausschließlich  von  Hamburger  Häusern  vermittelt.
Von  Marseille  wurden  im  Vorjahre  1513  Tonnen
im  Werthe  von  453  900  Mark  nach  Mogador  abgeladen.


Thee  ist  auch  im  Vorjahre  in  kleinen  Mengen
von  Hamburg  eingeführt  worden,  während  dieser
Stapelartikel  in  früheren  Jahren  ausschließlich  von
London  kam.  Im  Jahre  1896  wurden  von  dort
253  Tonnen  im  Werthe  von  454  889  Mark  eingeführt.
  Auch  an  der  Einfuhr  von  Reis  und
Kaffee  nimmt  nunmehr  regelmäßig  Deutschland
theil.  Was  an  Holz  und  Holzwolle  eingeführt
wird,  kommt  meist  in  Durchfracht  über  Hamburg
von  Schweden  und  Norwegen.  Während,  wie  oben
erwähnt,  Deutschland  im  Jahre  1896  an  der  Gesammteinfuhr
  mit  13,3  pPCt.  theilnahm,  betrug
1895  sein  Antheil  nur  7  pCt.

Die  Ausfuhr  im  Jahre  1896  belief  sich  auf
5258  Tonnen  im  Werthe  von  3  358  340  Mark  in
Waaren,  dazu  2  377  860  Mark  Baargeld,  überhaupt
  5  736  200  Mark,  gegen  5972  Tonnen  im
Werthe  von  4  546  600  Mark  in  Waaren  und
2  449  200  Mark  in  Baargeld,  überhaupt  6995  800
Mark  im  Jahre  1895.

Bohnen  gingen  in  der  Hauptsache  nach  Spanien
und  den  Kanarischen  Inseln,  Cedraten  nach  Großbritannien,
  Eier  in  der  Hauptsache  auch  dorthin,
ebenso  die  verschiedenen  Gummisorten  und  Mandeln.

Von  Rinderfellen  gehen  die  leichten  Kalbfelle
  ausschließlich  nach  Italien,  wohin  325  Tonnen

729

 

abgeladen  wurden.  Was  an  Olivenöl  abgeladen
wurde,  sind  Restbestände  früherer  Ernten.

chaffelle  gehen  beinahe  ausschließlich  nach
Deutschland.  Bei  Wachs  theilen  sich  Deutschland,
Großbritannien  und  Frankreich  zu  gleichen  Theilen
in  die  Ausfuhr.

Von  Schweißwolle  gingen  107  Tonnen  nach
Deutschland  und  nur  75  Tonnen  nach  Frankreich,
nachdem  sich  die  deutsche  Industrie  immer  mehr  und
mehr  für  marokkanische  Wollen  interessirt.  Dagegen
finden  Ziegenfelle  in  Deutschland  immer  noch
keinen  Markt,  vielmehr  nimmt  hier  Amerika  die
Führung,  das  durch  das  patentirte  Chromgerbeverfahren
  zwei  Drittel  der  Produktion  verarbeitet,
während  Frankreich  und  Großbritannien  unter  Berücksichtigung
  der  in  Durchfracht  über  London  und
Marseille  verladenen  Mengen  kaum  mit  einem  Drittel
an  der  Ausfuhr  theilnehmen.

Trotz  der  mageren  Jahre  seit  Eröffnung  der
direkten  Beziehungen  mit  Deutschland,  im  Jahre  1890,
hat  die  Ausfuhr  nach  Hamburg  keinen  Abbruch  erlitten,
  es  ist  vielmehr  ein  steter,  wenn  auch  langsamer
  Ausschwung  zu  verzeichnen.  Die  einzelnen
Erzeugnisse  gewinnen  in  Deutschland  mehr  und  mehr
Boden.  Daß  von  der  nach  Deutschland  zur  Ausfuhr
gelangenden  Gütermenge  von  etwa  900  Tonnen  im
Werthe  von  rund  761  000  Mark  (d.  h.  etwa
22  pCt.  der  Gesammtausfuhr)  ein  Viertel  seitens
der  eingeborenen  Ablader  mit  britischen  Dampfschiffen
  über  London  verladen  wird,  hat  seinen  Grund
darin,  daß  die  Forwood-Linie  mit  den  Abladern
einen  mehrjährigen  Frachtvertrag  zu  den  früheren
hohen  Frachtsätzen  abgeschlossen  hat  und  ihnen  als
Entgelt  die  Differenz  und  ein  Mehr  gegenüber  den
heutigen  Raten  vergütet.  Auf  diese  Weise  fielen
auch  die  seitens  der  eingeborenen  Kaufleute  nach
Hamburg  zur  Abladung  gelangenden  Produkte  an
die  Forwood-Linie.  Der  Vertrag  dürfte  jedoch  kaum
erneuert  werden.

Die  Kurse  bewegten  sich  im  Laufe  des  Jahres
zwischen  33  und  40  péCt.  bei  alten  spanischen  Lochbeseten
  und  zwischen  19  und  25  pPéCt.  bei  Alfonso
Douros.

Schiffsverkehr.  Im  Jahre  1896  verkehrten
im  Hafen  146  Damnsschiffe  von  108  524  Reg.-Tons
und  zwei  Segelschiffe  von  664  Reg.-Tons,  zusammen
148  Schiffe  von  109  188  Reg.-Tons.

Von  den  Dampsschiffen  waren  48  deutsche,
41  französische,  22  kbritische,  28  spanische  und
7  marokkanische.

Im  Jahre  1895  waren  170  Schiffe  von
117  026  Reg.-Tons  eingelaufen.  Die  Abnahme  von
22  Schiffen  mit  7838  Reg.-Tons  ist  auf  den  Ausfall
  der  Dampfschiffe  der  Haynes-Linie,  die  die  Küste
nur  noch  bis  Mazagan  aus=  und  heimgehend  berühren,
  zurückzuführen.

Von  deutschen  Schiffen  verkehrten  im  Jahre
1896  in  Mogador  48  Dampfschiffe  von  46  208  Reg.-Tons
  gegen  52  von  53570  Reg.-Tons.  im  Jahre
        <pb n="840" />
        —  730

1895,  somit  vier  Dampfschiffe  von  7362  RegTons
weniger  als  im  Vorjahre,  was  einerseits  von  der
im  Juni  1895  erfolgten  Einstellung  der  Fahrten
der  Atlas-Linie,  andererselts  von  der  neuen  Vermessung
  der  Schiffe  herrührt,  insofern  deren  früherer
Tonnengehalt  sich  um  annähernd  ein  Viertel  verminderte.


Die  Woermann-Linieläßt  seit  September  1896
nun  ebenso  wie  die  Oldenburg-Linie,  ihre  einmal
monatlich  ausgehenden  Dampfschiffe  Antwerpen  und
die  Barrenhäfen,  Larache,  Rabat,  Saffi  anlaufen,
so  daß  Marokko  nunmehr  ausgehend  zweimal  monatlich
  mit  Hamburg  und  Antwerpen  und  heimgehend
dreimal  monatlich  mit  Hamburg  Verbindung  hat.

Ertheilung  von  Erlaubnißscheinen  für  Feuerwaffen
in  Britisch-Neu-Gnuinea.

Der  Administrator  von  Britisch-Neu-Guinea  hat
eine  vom  28.  Januar  d.  Is.  datirte  Verordnung  über
Ertheilung  von  Erlaubnißscheinen  für  Feuerwafssen
erlassen,  wonach  Niemand  Feuerwassen  ohne  einen
Erlaubnißschein  in  seinem  Besitz  haben  darf.  Auch
Eingeborenen  kann  eine  solche  Erlaubniß  widerruflich
ertheilt  werden.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVWVVVVVVVVU

Titteratur.

Liebert,  Generalmajor,  Kaiserlicher  Gouverneur  von
Deutsch-Ostafrika:  Neunzig  Tage  im  Zelt.
Meine  Reise  nach  Uhehe  Juni  bis  September  1897.
Mit  einer  Seizze.  Berlin  1897.  Königliche  Hofbuchhandlung
  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.

Die  kleine  Schrift  giebt  die  Eindrücke  wieder,
die  der  Gouverneur  auf  seiner  ersten  längeren  Reise
gewonnen  hat.  Von  dem  Drange  beseelt,  die  wirthschaftliche
  Entwickelung  der  ihm  unterstellten  großen
Kolonie  zu  fördern  und  womöglich  dem  deutschen
Volke  ein  geeignetes  Auswanderungsgebiet  zu  erschließen,
  hatte  sich  General  Liebert  Uhehe  als
Reiseziel  bereits  erwählt,  ehe  die  politischen  Verhältnisse
  dort  im  Lande  ihm  besonderen  Anlaß  dazu
gaben.  Bisher  war  man  mit  dem  Hochland  Uhehe
nur  in  kriegerische  Berührung  gekommen,  und  erst  im
Sommer  1896  wurde  eine  deutsche  Militärstation
(Neu-Iringa)  dortselbst  gegründet.  Als  nun  Anfang
des  Jahres  1897  ein  erneuter  Aufstand  ausbrach,
entschloß  sich  der  Gouverneur,  General  Liebert,
die  von  dem  Hauptmann  Prince  erbetenen  Verstärkungen
  selbst  nach  der  Station  zu  führen,  um
dabei  den  kriegerischen  Anhang  des  Quawa  kennen
zu  lernen,  der  allein  noch  die  Waffen  gegen  die
Deutschen  zu  führen  wagte.  Die  Schrift  bletet  einen
allgemeinen  Ueberblick  über  die  Landschaften,  welche
der  Gouverneur  mit  seinen  Leuten  durchzog;  es
werden  uns  der  Zug  durch  Usaramo  und  Khutu,

 

nach  Uhehe,  Alt=  und  Neu-Iringa,  das  Kriegsvolk
der  Wahehe  und  Wabunga,  der  Quawa-Feldzug  geschildert.
  In  einem  besonderen  Kapitel  wird  über
Uhehe  und  seine  Zukunft  berichtet,  sowohl  auf  Grund
persönlicher  Eindrücke  als  auf  Grund  der  von  Landeskundigen
  gemachten  Beobachtungen.  Das  herrliche
Gebirgsland  wird  als  zur  Besiedelung  durchaus  geeignet
  bezeichnet  und  soll  dem  deutschen  Waldgebirge
an  Schönheit  gleichkommen.  Das  Land  harrt  nur
der  fleißigen  Hand  und  vor  Allem  des  Pfluges;
bisher  wurden  dort  Mais,  Bohnen,  Ulesi,  Viasi,
Yams  und  Tabak  gebaut,  Versuche  mit  Weizen  und
Kartoffeln  werden  empfohlen.  Die  Winke,  welche  in
diesem  Kapitel  hinsichtlich  der  Besiedelung  des  Landes
gegeben  sind,  werden  die  weiteste  Beachtung  verdienen.

A.  T.  Mahan:  Der  Einfluß  der  Seemacht  auf
die  Geschichte.  1788—1812.  Die  Zeit  der
französischen  Revolution  und  des  Kaiserreichs.
Auf  Veranlassung  des  Kaiserlichen  Oberkommandos
der  Marine  übersetzt  von  Batsch,  Vizeadmiral
à  la  suite  des  Seeoffizierkorps  der  Kaiserlichen
Marine.  Erste  Lieferung.  Berlin  1897.  Königliche
  Hofbuchhandlung  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.

Die  breiten  Schichten  unseres  Volkes  beginnen
sich  mit  den  großen  internationalen  Fragen  der  Seeund
  Landmacht,  der  Wechselwirkungen  zwischen  politischer
  und  wirthschaftlicher  Blüthe  mehr  und  mehr
zu  beschäftigen.  Hierzu  bietet  ein  Werk  neue  Gesichtspunkte,
  das  zum  ersten  Male  und  auf  Grund
sorgsamster  Forschung  den  Einfluß  nachweist,  den  die

Macht  zur  See  auf  die  Geschicke  der  Völker  jederzeit

geübt  hat,  derart,  daß  Staaten,  die  sie  entbehrten,

im  Wettstreit  stets  unterlegen  sind.  Diesen  wichtigen

Nachweis  von  der  Bedeutung  der  Marine  bringt  das

Werk  des  amerikanischen  Kapitäns  Mahan:  „Der

Einfluß  der  Seemacht  auf  die  Geschichte.“

Seine  Untersuchungen  haben  geradezu  einer  neuen

Auffassung  über  wichtige  Fragen  der  Seekriegskunft

Geltung  verschafft;  weltgeschichtliche  Ereignisse  erscheinen

  in  einem  bisher  unbeachteten  Zusammenhange,

indem  überall  gleichmäßig  die  Kriegführung  zu  Lande
und  zur  See  in  ihrem  Verlaufe  und  politischen

Werthe  gewürdigt  wird.  Historiker,  Wirthschaftsbistoriker,

  Poliker  und  Volkswirthe  schöpfen  daher

aus  Mahans  Werk  neue  Belehrung.  Eine  deutsche

Uebersetzung,  welche  jetzt  zu  erscheinen  beginnt,  dürfte

daher  gerechtfertigt  sein.  Man  war  gerade  in  Deutschland

  gewöhnt,  die  großen  welthistorischen  Vorgänge
der  letzten  Jahrhunderte  nur  zu  betrachten,  insofern

Deutschland  dabei  unmittelbar  in  Frage  kam;  entlegenere

  Vorgänge,  die  in  ihren  Folgen  mindestens

ebenso  entscheidend  für  die  Entwickelung  im  Vaterlande

  waren,  blieben  leicht  außer  Acht;  so  ist  z.  B.

der  Seekampf  um  das  koloniale  Weltreich  im  17.

und  18.  Jahrhundert  mit  seinem  Gipfelpunkt  in

Napoleons  Kontinentalsperre  uns  nur  wenig  bekannt.

Es  ist  zu  hoffen,  daß  das  Mahansche  Buch  in  weltesten

  Kreisen  diesem  Mangel  abhelfen  und  dazu  bei-
        <pb n="841" />
        tragen  wird,  dem  deutschen  Leser  wesentliche  Gesichtspunkte
  bei  der  Beurtheilung  moderner  Probleme
näher  zu  rücken.

Eln  diesem  Werke  vorangegangenes  Buch  desselben
Verfassers,  in  dem  er  den  Einfluß  der  Seemacht  in
den  Zeiten  nach  dem  30  jährigen  Kriege  und  insbesondere
  während  des  spanischen  Erbfolgekrieges  und
des  siebenjährigen  Krieges  nachweist,  ferner  den  Zusammenhang
  der  welthistorischen  Ereignisse  vom  Ausgang
  der  englischen  Revolution  bis  zum  nordamerikanischen
  Freiheitskriege  entrollt,  erscheint  berelts  in
zweiter  deutscher  Auflage;  das  neue,  diese  Darstellung
fortsetzende  Werk,  das  die  große  weltgeschichtliche  Krisis
der  französischen  Revolutionszeit  von  1783  bis  zum
Verfall  der  Napoleonischen  Herrschaft  im  Jahre  1812
behandelt,  gelangt  jetzt  in  12  Lieferungen  zur  Ausgabe.
  Die  vorliegende  erste  Lieferung  bietet  außer
der  Einleitung  eine  Uebersicht  der  Ereignisse  in  Europa
für  die  Zeit  von  1788  bis  1793  und  eine  Schilderung
  der  Flotten  im  Jahre  1798.  Das  reichhaltige
Werk  verdient  mithin  nicht  nur  in  seemännischen  oder
militärischen  Fachkreisen,  sondern  seiner  Ergebnisse
wegen  von  allen  Gebildeten,  die  an  den  großen  Fragen
unserer  Zeit  Antheil  nehmen  und  ihr  Urtheil  über
sie  bereichern  wollen,  beachtet  zu  werden.

 

Georg  Schweitzer:  Emin  Pascha.  Eine  Darstellung
  seines  Lebens  und  Wirkens  mit  Benutzung
seiner  Tagebücher,  Briefe  und  wissenschaftlichen
Aufzeichnungen.  Mit  einer  Karte,  acht  Porträts
und  einer  Anzahl  Autographien.  Berlin  1898.
Hermann  Walther.

Der  vorliegende  statkliche  Band  besißt  ein  großes
Interesse.  Bietet  er  doch  nicht  allein  die  authentische
Biographie  des  mit  den  Anfängen  der  deutschen
Kolonialpolitik  so  eng  verknüpften  Dr.  Schnitzer,
sondern  er  gewährt  auch  Einblick  in  das  Leben  eines
der  merkwürdigsten  Menschen  unserer  Zeit.  An  der
Hand  seiner  Brlefe  und  Außzeichnungen  begleiten  wir
Schnitzers  Lebensgang  auf  der  Untiversität,  in  türkischen
  Diensten  als  Militärarzt  und  Vertrauter  eines
hochgestellten  türkischen  Beamten,  dann  endlich  in
Aegypten,  im  Mahdireiche  und  in  deutschen  Diensten.
Vieles  in  dem  Mitgetheilten  ist  ganz  neu,  anderes
schon  Bekannte  überrascht  in  neuem  Zusammenhang.
Sollte  indessen  der  Herausgeber  geglaubt  haben,
durch  die  Veröffentlichung  auch  die  Sympathien  für
die  Persönlichkeit  seines  Helden  zu  steigern,  so  dürfte
das  irrig  gewesen  sein.  Bei  aller  Bewunderung  für
die  große  Begabung,  Gewandtheit  und  Zähigkeit
Dr.  Schnitzers  kann  man  doch  nicht  umhin,  ihn
vom  rein  menschlichen  Standpunkt  schärfstens  zu  verurtheilen.
  Wie  seine  Briefe  ergeben  und  der  Herausgeber
  bestätigt,  sind  die  Nachrichten  über  Schnitzers
Verhällniß  zur  Frau  und  Wittwe  seines  Gönners
Hakki  Ismail  Pascha  durchaus  richtig  gewesen.  Er
hat  mit  ihr  in  Italien  und  Deutschland  lange  gewohnt,
  sie  als  seine  Frau  ausgegeben  und  dann
hülflos  in  der  Fremde  verlassen!  Nur  daß  er  mit

731

 

ihr  wirklich  verheirathet  war,  wird  als  unrichtig
erklärt.  Ueber  die  Beschuldigung  der  Frau,  daß
Schnitzer  ihre  Werthgegenstände  und  anderen  Besitz
unterschlagen  habe,  geht  der  Herausgeber  mit  Sttllschweigen
  hinweg!  Auch  andere  Züge  aus  Schnitzers
Leben,  welche  das  vorliegende  Werk  meldet,  sind  nicht
geeignet,  ihn  besonders  liebenswerth  erscheinen  zu
lassen.  Der  jetzt  Verblichene  mag  in  mancher  Hinsicht
  ein  Genie  gewesen  sein,  ein  Charakter  war  er
zweifellos  nicht.

Prof.  Dr.  E.  Sadebeck:  Die  wichtigeren  Nutzpflanzen
und  deren  Erzeugnisse  aus  den  deutschen  Kolonien.
Hamburg  1897.  Lucas  Gräfe  &amp;amp;  Sillem.

Die  von  dem  Direktor  des  botanischen  Museums
in  Hamburg,  einem  der  besten  Kenner  kolonialer
Gewächse,  verfaßte  Schrift  ist  von  hervorragendem
Werth  für  die  deutschen  Schutzgebiete.  Leider  fehlen
ihr,  um  sie  ganz  brauchbar  zu  machen,  Abbildungen.
Es  ist  zu  hoffen,  daß  der  verdiente  Verfasser  eine
Sammlung  von  guten  Bildern  aller  kolonialen  Nutzpflanzen
  recht  bald  folgen  lassen  wird.

A.  Frhr.  v.  Siebold:  Die  Flottenfrage  in  ihrer  Beziehung
  zu  Deutschlands  Weltpolitik.  Würzburg
und  Leipzig  1897.  Woerl.

Die  Broschüre  bietet  eine  übersichtliche  Darstellung
  der  deutschen  Interessen  in  überseeischen

Ländern.

 

Rudolf  Fitzner:  Die  Pflanzungen  in  Deutsch-Ostafrika.
  Berlin  1897.  H.  Peetel.

Die  kleine  Arbeit,  welche  als  Nr.  10  der  vom
Verfasser  herausgegebenen  Sammlung  geographischer
und  kolonialpolitischer  Schriften  erschienen  ist,  stellt
einen  Nachtrag  zu  dem  bewährten  „Deutschen  Kolonial-Handbuch“
  dar.

Egon  Kunhardt:  „Wanderjahre  eines  jungen
Hamburger  Kaufmanns“.  Zweiter  Theil:  Eine
Reise  um  die  Erde.  Berlin  1897.  Dietrich
Reimer.  "6

Nachdem  der  erste  Theil  der  Wanderjahre  eines
jungen  Hamburger  Kaufmanns,  der  vor  Jahresfrist
an  dieser  Stelle  angezeigt  wurde,  eine  so  freundliche

Aufnahme  in  der  Lesewelt  gefunden  hat,  daß  schon

jetzt  eine  zweite  Auflage  nöthig  wurde,  hat  die

Verlagshandlung  sich  entschlossen,  gleichzeitig  auch

die  Erfahrungen  des  Bruders  des  Verfassers  als

zweiten  Theil  zu  veröffentlichen.

Das  Werk  ist  nicht  minder  reich  und  vornehm
ausgestatiet  wie  der  erste  Theil.  Es  handelt  sich
dabei  um  eine  geschickt  durchgeführte  Ergänzung,  die
das  mit  vereinten  Kräften  geschaffene  Werk  erst  zum
eigentlichen  Abschluß  bringt.

Wenn  das  Buch  von  Ozwald  Kunhardt
speziell  die  südliche  Halbkugel  behandelt,  so  schildert
Egon  Kunhardt  seine  Erlebnisse  und  Eindrücke  in
den  Vereinigten  Staaten,  in  Honduras,  Japan,
        <pb n="842" />
        Korea,  Ostsibirien,  China,  auf  den  Philippinen,  in
Cochinchina,  Siam,  Singapore,  auf  Java  und  Sumatra,
  in  Birma,  Vorderindien  und  auf  Ceylon.
Er  beschränkt  sich  nicht  auf  die  vielfach  boschlsrrian
Hafenstädte,  sondern  begiebt  sich  z.  B.  in  Japan,
Java,  Vorderindien  und  in  anderen  Ländern  auch
ins  Innere.

 

M.  v.  Brandt:  Drei  Jahre  ostasiatischer  Politik.
Stuttgart  1897.  Strecker  &amp;amp;  Moser.

Die  neue  Schrift  des  bekannten  früheren  langjährigen
  Vertreters  Deutschlands  in  China  und  ausgezeichneten
  Kenners  der  oftafiatischen  Verhältnisse
ist  eine  wahre  Fundgrube  für  den  Politiker  wie  den
Schriftsteller  und  wird  auch  in  weiten  Kreisen  des
Publikums,  das  Belehrung  über  diese  jetzt  so  brennenden
  Fragen  sucht,  sehr  willkommen  seln.

Prof.  Ernst  Röthlisberger:  El  Dorado.  Reiseund
  Kulturbilder  aus  dem  südamerikanischen  Kolumbien.
  Bern  1898.  Schmid  &amp;amp;  Francke.

Der  Verfasser  hat  eine  Reihe  von  Jahren  als
Lehrer  der  Philosophie  und  Geschichte  an  der  Universität
  in  Bogota  gewirkt  und  dabei  Gelegenheit
gehabt,  Land  und  Leute  in  weit  eingehenderer  Weise
zu  studiren,  als  es  dem  Touristen  vergönnt  ist.  Das
Buch  besitzt  Interesse  für  den  Geographen  und  Historiker
  wie  für  den  Kolonialpolitiker,  der  hier  sehr
viel  Lehrreiches  findet.

 

Carlos  Matzenauer:  Volivia  in  historischer,  geographischer
  und  kultureller  Hinsicht.  Wien  1897.
Leopold  Weiß.

Die  Schrift  schließt  sich  an  zwei  ähnliche  knappe
Arbeiten  des  Verfassers  über  Peru  und  Nicaragua
an.  Besonders  als  Nachschlagebuch  besitzt  sie  Werth,
da  es  sonst  sehr  schwer  ist,  über  die  Verhältnisse
Bolivias  zuverlässige  Angaben  zu  finden.

 

Die  deutschen  Schutztruppen  in  Afrika  in
ihrer  jetzigen  Uniformirung.  Sieben  Tafeln  mit
88  bunten  Abbildungen  nebst  Erläuterungen.
Leipzig  1897.  Moritz  Ru

Das  kleine  Werk  dürfte  den  Mitgliedern  der
deutschen  Schutztruppen  wie  Lalen,  die  darüber  Belehrung
  suchen,  gleich  willkommen  sein.  In  handlichster
  Form  zum  Preis  von  2,50  Mk.  wird  darin
iede  nur  erwünschte  Auskunft  auf  diesem  Felde
geboten.

 

732

 

F.  -Giesebrecht:  Die  Behandlung  der  Eingeborenen
in  den  deutschen  Kolonien.  Berlin  1897.  S.  Fischer.
Eine  Sammlung  Gutachten  verschiedener  Forscher

und  Reisender  von  sehr  ungleichartigem  Werth.

 

Im  Verlage  der  Buchhandlung  der  Berliner
evangelischen  Missionsgesellschaft,  Berlin  1897,  sind
folgende,  hübsch  geschriebene  und  gut  ausgestattete
Schriften  zu  billigen  Preisen  erschienen:

Grundler:  Bawenda-Mission.

Kühne:  Tagebuchblätter  aus  Südafrika.  2.  Aufl.

Eitner:  Berliner  Mission  im  Njaßalande.

Gensichen:  Missionsarbeit  hüben  und  drüben.

Th.  Kracht:  Norwegische  Reisebilder.  Mit  vielen
Illustrationen.  Berlin  1897.  Ulrich  Kracht.
In  dem  uns  vorliegenden  Buche  schildert  die
Verfasserin  in  frischer,  humoristischer  Sprache  ihre
Reiseerlebnisse  und  Eindrücke.

 

Die  bekannte  Fabrik  fester  und  transportabler
Elsenbahnen  von  Arthur  Koppel,  Berlin  NW.  7,
deren  Thätigkeit  sich  über  viele  Kolonialländer  erstreckt,
  hat  soeben  eine  neue  Fortsetzung  ihres  Albums,
enthaltend  Bilder  ihrer  ausgeführten  Bahnanlagen,
herausgegeben.

Das  in  Buntdruck  ausgeführte  Titelbild  zeigt  die
Strecke  bel  Karabegovac  der  von  dieser  Firma  gebauten
  60  km  langen  Usorathalbahn.

 

Im  Verlage  des  deutschen  Kolonialhauses  Bruno
Antelmann  in  Berlin  sind  „Ansichten  aus  den
deutschen  Kolonien“  in  Form  eines  hübschen  Albums
erschienen.

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Tikterakur--Verxeichnik.
Grundler,  W.:  Geschichte  der  Vowenda-Mission  in  Nord-Ese
  Mit  zahlreichen  Bildern  und  einer  Karte.
K.  80.  (103  S.)  Geb.  #  1,50.
Buchhandlung  der  Berliner  angelischen
Aissionsgesellschaft,  V
v.  Brandt,  M.,  Pirte  1  Zah,  Kaiserl.  Gelinn  erc.  D.:
Kolonien=  und  ttenfrage.  Vortrag,  gehalten  am
25.  November  18  16  in  ens  übtheinung  drant  rt  a.  M.
der  Deutschen  Kolonial-Gesellschaft.  (24  S.)
Mk.  —,60.  Dierich  Reimer  (Ernst  Voßo  dt=  Berlin.
Nongie  isten  er  Katler.  ich  deutschen  Marine  für  das
Jah  bteschoffe  am  30.  November  1897.)
Auf  eie  —t-  Masjestät  des  Laifess  -  aani.
Redigirt  im  Marine-Kabinet.  80.  (V.
geb.  Mk.  3,20.  E.  S.  5.  0.  #  W

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  23/10.  Apia.
„Condor"“  11/11.  Natal.
.  „Falke“  Sydney  27/10.  —  Apia.
„Habicht“  1/10.  Kamerun.

aga#
Sess
##

(Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Natal.)

(Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Kapstadt.)
        <pb n="843" />
        S.  M
S.  M.  S.  „Nixe“
S.  M

733

Vermessungsschiff  „Möwe“  Yap  (Karolinen)  8/11.  —  12/11.  Hongkong.
11/11.  Freetown  22/11.
.  S.  „Seeadler“  12/9.  Dar-es-Saläm.

(Poststation:  Kamerun.)
(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Hongkong.)

 

Perkehrs-Machrichken.
Die  bei  den  deutschen  Postanstalten  in  Shanghai  und  Tientsin  zum  Verkauf  kommenden
Postwerthzeichen  erhalten  fortan  den  Namen  bes  Aufgabelandes  „China“  als  schwarzen  Ueberdruck.

Vosidampfichiffderdindungen  nach  den  deutschen  Schusgebieten.

 

Nach

vom  Einschiffungshafen



Die  Abkfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer

der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Ostafrika.

Neapel
cerch  Schilfe)

 

Brindisi
(englische  Schiffe)
Marseille
rangösische  Schisffe)

am  2  25  12.  Jan.
am  *s  7  Jonnor
am  16  Mts.

Tanga  20  Tage
Dar-es-Salam  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

m  20.,
10.,  8  hali

55s.

am  8.  jedes  Mona#ts
10%  abds.

 

2.  Deutsch-Lüdwestafrita.  Southampton
(Na-  1Leetansb  r  #ernz  ugt  e  SnS
r  2  1  ##  abis  Dampfer  „#beutwein")

von  dort  weiter  alle  ——

auf  dem  Landwege.

ambur
d  —-am

  18.  Dez.,  15.  Jan.
40  *8  8

am  25.  Jan.,  25.  März
nachts

Lüderitzbucht  22  Tage
Swakopmund  26  Tage

Swakopmund  30  Tage
Lüderitzbucht  40  Tage

am  17.  Dez.,  14.  Jan.
15  ms.

am  25.  Jan.,  25.  März
720  abds.

 

3.  Ramerun.

I  Hamburg
(deutsche  Schiffe)
Liverpool
(englische  Schiffe)

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  22.  Dez.,  19.  Jan.

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10,  jedes  Monats
—  8.

am  20.  Dez.,  17.  Jan.
1°5  ms.

 

 

4  Togo  ·  Gebiet
(Ueber  Liverpool  oder

Marseille  oder  Bordeaux
nur  auf  erlangen  des
Absenders)

ambur
c  Le

Liverpool
(englische  Schiffe)
Marseille

(fransösliche  Schiffe)

am  10.  sde  Nus-  nachts
am  20.jedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mts.
am  29.  Dezember,

12.,  26.  Januar
am  *.  eyes  Monats

Lome  20  Tage
Lome  31  Tage
Klein-Popo  5  Tage
era  age

von  da  ab  Landverbindung
Quittah  36  Tage
von  da  ab  Landverdindung
Cotonou  20  Tage

von  da  *  nndung

am  10.,  und  Lebten
jedes  M
720  8

am  Sn  2Deember,
24.  Jan.  16  ums.
an  ——  jedes  Monats
10½  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bordeaux  «  !  ra.  10.  März  Cotonou  22  Te  am  8.  Jan  8  März
(ranzssüsche  Schiffe)  von  da  ab  Erndorage
Neapel  am  12.  Jan.,  9.  März  Stephansort  45  Tage  s  am  10.,  14.  Januar,
5.  Deutsch-Ueu-Guinea.  (beutsche  Schllfe)  .  g  7.,  11.  März
Brindisi  am  16.  Jan.,  13.  März  -  41  Tage  1024  abds.
Machver  and)  abds.
Brindisi  am  2.  Jan.,  13.  Mä  aluit  etwa  70  Tage  am  31.  Dez.,  11.  Mär
6.  Marshall-  Insein.  (Üüber  Manila)  8  *5  6  103  *
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebleten.
Landungs=  Die  Loß-  i  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  *  in  Berlin  6  Von  hafeng  Sa
Neapel  sam  16.*,  30.  Dez.  b  10.*  und  25.*
13.-,  ——  Hamburg  .  .  am  10.*  un
Deutsch-Ostafrika  Brindisi  am  28.D  Vogogebitt  jedes  Monats
...  ez.,25.an.  -
Ade-Mk  »am17·Dq-,16'an  Marieille..amlsJedesMonatö
n
Deutsch-Hüdwestafrita  Southampton  r  —  ber,  Deutsch-Ueu-Gninen.  Neapol.  n  2  idiguar,
bur  am  25.“  jed.  Monats  i
Ramenn  den  ::  Marshall  -·  Inseln  ...  Marseille  ..  Mitte  Dezember,
am  30.  Dezember,
rp  aken  Mitle  Felkua
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="844" />
        —  734  —

Schiffobewegungen  der.  Woermann-Linle.

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten
ostdampfer
Postdampf  von  nach  bis  12.  Dezember  1897
„Adolph  Woermann“  ..  Loango  Lamburg  am  3.  Dezember  in  Gabun.
„Aline  Woermann"  Hamburg  oango  am  8.  Dezember  in  Kamerun.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  5.  Dezember  in  Tanger.
„Antonina“.  ..  ..  Lüderitzbucht  Hamburg  am  8.  Dezember  in  Sierra  Leone.

arl  Woerm  Loanda  Hamburg  am  6.  Dezember  in  Axim.
„Eduard  a  ...  Hamburg  Kongo  am  6.  Dezember  Zuilngen  passirt.
„Ella  Woermann“  ..  Sherbro  Hamburg  am  8.  Dezember  in  D

ertrud  Woermann!“  Kotonou  Hamburg  am  2.  Dezember  in  AMccra.
„Gretchen  Bohlen“  HLamburg  Whydah  am  10.  Dezember  in  Conakry.
„Hedwig  Woetmann-  otonou  Hamburg  am  10.  Dezember  Dover  passirt.
«  eanaette  Woetmann«  ..  Hamburg  Loanda  am  29.  November  in  Acera

rt  Woerm  ·.  Loanda  Hamburg  am  6.  Dezember  in  Las  Ja#nas.

„Lochor  n-  ...·  Loango  Hamburg  am  26.  November  in  Acc
„Lulu  Bohlen"  H  Loango  am  10.  Dezember  ab  Honnburg.
„Marie  Woermann"  Han  Lüderitzbucht  am  8.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Melita  Bohlen“.  Soé  Hamburg  am  1.  Dezember  in  Accra.
„Professor  Woermann“  zF.  Zt.  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen  .  Hamburg  Swakopmund  am  6.  Dezember  Ouessant  passirt.

Sallenewegangen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg  —Ostafrikal.

 

 

 

 

 

-  Reise  Lezte.  Nachrichten
eichs
Reichsposidampfer  von  ½0  bis  12.  Dezember  1897

„König  ...  Hamburg  Durban  am  9.  Dezember  an  Mmuiden.
„Herzo)))  Durban  s  Hamburg  am  8.  Dezember  an  Suer
„Kaiserrr  Hamburg  !  Durban  am  3.  Dezember  an  Las  Palmas.
„Kanzlerrr  Durban  .  Hamburg  am  10.  Dezember  ab  Sansibar
„Bundesrath.".""##  Hamburg  Durban  am  8.  Dezember  ab  Suez.
„Reichstag“  ..  .  ..  Hamburg  Durban  am  8.  Dezember  an  Mozambique.
„Admiral  Durban  1  Hamburg  m  6.  Dezember  ab  Delagoabai.
„Generalll.#  Durban  .  Hamburg  am  10.  Dezember  an  Lissabon.

  

    

Anzeigen.

Juferate  (für  die  dreigespaltene  Pelitzeile  oder  deren  Naum  #  Usemmig  fud  on  die  Vertriebsleiung,  Verlin  sW  ,  Nochstrabe  "s—1
einzufenden.  »

 

 

 

VenklsbvanErzeugnissenaskrleutsclsenltolonleea
states-Aufsichthervorragende-Mitgliedes-cledeutschentatenlos-Gesellschaft

G.  m.  b.  H.

Deutsches  Kolonialhaus
Bruno  Antelmann

Grossherzoglich  Mecklenburg-Schwerinscher  Hotlleferant.
Haupt-  und  Versandgeschäft:  Berlin  C.  19,  Jerusalemerstr.  28.  Fernspr.:  Amt  1.  No.  987.
Zweiggeschäft:  Berlin  W.  62,  Schlllstr.  16.  Fernepr.:  Amt  IX.  No.  7244.

Kayro,  Schopkoladen,  Kaff##,  Fanitle,  Ziyarren,  L#Köre.  —  Eerlnoloptka,  Landlanrten,
Phorogprapkteen,  Kolonta!t-Licteratter.

l  3438  .  Kamerun  Kakao:  Pfund  Mk.  2.—,  9  Pfund  je  Mk.  1,90.
Spezialitäten:  Koln-TLänor:  1  Flasche  Mk.  3.56,  1  Flasche  Mk.  2.—.
—0  Der  soeben  erschlenene  Illustrierte  Weihnachtskatalog  wird  auf  Wunsch  umsonst  und  postirel  versandt.  2—

Diie  Weihnachtsausstellung  ist  eröffnet.

rsresg  schutzmarke.
        <pb n="845" />
        Urteile  aus  dem  Leserkreise  des  Echo.

bokannte  nunmohr  verstorbene  Woltreisendo  Oftfo  E
„Aus  dem  fünften  Woltloeilo  Australion-Nousooland“:

Der
auf  Soito  443  in  noinom  Artikol

lers  seuriob  in  der  Täglichen  Rundschau  1895

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“

Diose  Aussorung  bestlätigt  nuch  dor  vicht  mindor  bekannte  Afrikoreisondo  EFuyge
zösischon  Foldaug  durch  ganz  Nadagaskar  mitmachend,  in  neinen  Borichto

n  Wo  I,  indom  or,  don  frann
  aus  dom  Kriogalager  an  das  horlinor  Tagoblatt  schroibt:

„Aus  dem  „Echo“  ersehe  ich  stets,  Was  in  der  Welt  vorgeht.“

 

18.  Feb#####1895.

AUucks:
leh  leso  I#n  Blatt  mit.  estn  erkrmtn  Vorgnügen  und  bin
überzengt.  dars  vich  hier  utscho  nadon  lursen.  *  hier
ansüs#g  Sind.  Vacho  *  nn  lese  würdon.
Sin  1  poro.  20.  März  /nn,
Der  Ankunft  Ihres  „Lcho“  sohon  wir  Jode  Wocho  ahnshelete
entgegon;  bringt  es  unn  doch  sioon  1r  t  inlorensanto  Nachrichten
  von  der  llaima  ".  und  bodanere  ich  nur  dass  ich
dussclbe  nicht  schon  früher  *  ern
ornein  T.üling.

z  aporo.  4.  Juni  18056.
Ilorzlichon  Dank  sor  dio  „Bismaur  mmor“,  dio  das  Prüdikal
  „prüchtlg“  in  vollem  Sinne  vorhsent.  Bbens  #  lnssen  die

ührichen  7  bliitter  nichts  zu  wünschen  übrlg.
rollkommener  llochachtung  lür  orgobenor
nutautin  Laling.

Medollin
Gearno  lese  ich  das  „Echo“  und  groifo  to##öhnlich  zuorss  #at
darnach.  B  nd  ieh  andero  Zeitsehrifton  zunammen  erhnlto.
Icl  habe  es  boreits  meinen  Freunden  warm  empfohle  9  Was
es  puch  9rlrlsu  und  übersichtlicher.  Zusanbusntkislen
auch  verdle  n  Velcktongunoll

45  Wollington  de  4raee  Rond  Dublio,
„Echo“  ist  oin  aus.  Soroichen  10  Blatt  H  ist  go  Inhalth
  "  Verglelch  mit  den  Sleleihreiwigen  Menigen
Blüt  Ergebo  P.  Wils

Arubn,  5.  August  1895
P.06leschreitig,  fählo  ich  mich  vermnlusst,  Ihnen  mitzuleilon.
###  ilr  „Bcho“  mir  nz  au  Perai  gelält.  Bitto  Ihro
terneren  S#nckungon'  zu  u  üiieron  wio  folgt:  Mux  GConter,  Maréeinnssé,
  Arubs,  Colonio  Curaga
*71  M.  Gdonter.

ada-City.  7.  August  1895.
Meinen  Forhindlichston  W  r"l.  t  dio  Ane  „Echo“.
i  habt-is  mich  *

,  f
interessiert.  Diesc  W.  1  ist  würdig,  dn  in
jicder  guter  Deutscher  sie  abonnlert.  Nochmuls  meinen

herzlichon  Dank  für  lhre  Frcundlichkoit.

Mit  holichen  een
Ihr  treuor  Fround  «

Ist-tat  (l«iiisit-)  2.  November  1895.
ine  Loipzigerntr.
leh  bin  seit  1.  Juli  udl  Abonnent  des  Eehos.  muns  Ihnen
r  ollen  osichen,  dass  ich  von  der  Riiciriguiuckeit  des--Lelhen
  gunz  überrascht  bin  und  diese  Anerkennung
nuch  von  Woinen  Eunzen  Freunden  —-  wird
ochuachtungsvoll  Arthur  Ren  nonpfen.  nig.

46  dur  (Texas),  21.  Noromber  188
o  llerron!  Ilabo  „Eeho  bh  EITII
Compngnie  bestellt.  Seit  Slaute  halte  jeh  Deutschlimilinche  Raienabor

  nocl  keino  gelundon,  die  das  lur  mich  Wi
er  dem  Knappen  Raum  einer  Wochens
*/  Frn  mir  bietet  a  Alun  zr  „Echo
l  tuiigsi  all

 

enszun

  non.  ha
-·  iisifc

    

·l  A.  Diockort.

10.  Dezombor  1895.

leh  bonufze  die  Gelegonheit,  a  osr  Kodaktion  meino
höchste  Anerkonkune  aususprerhen  für  dio  ganz  vortrottlicho
citunk  des  „Echo“.  In  ##  r.  utn  Jahren  meines  Alnnce
ments  huberlr  *  wien.  vollat
und  und  rquicklichen  1,  tn  anderer  Zeitungen  cma  577
pieren  können  und  bin  #c  i  u-  ii  oistillcisliuiatsisisiittsis

 

    

itslitiilqliiiiiqltsistlc  get-l)iils«loi.-it
tluiscliiiuki  erquieklien  zu  ii
hacliliiiigdioll!oltlosiiakhscloihbclikiktslollor

Vi  ia  (Calisornion).  43.  Dezoinbor  1895.
Dio  mir  gosandto  A  or  habo  ich  orhalton  und  überrifft
  dor  Inhault  wele  en  mohr  wio  2  u  Artungon.
e  uaol  int  das  Beste,  was  auf  dlegem  Genhicte  Disher
eleistet  worden  ist.  Ihno  n  r  Iliro  Froundlieh  eie,  *m**-mrae
  1  no  Achtungsvoll  A.  Bort

5

rdam,  16.  Dorombe

 

Um  molir,  du  für  nig  ʒ  oinor  der  ũltoxton  Lesor  lhror
vortrofflichon  Wochenock  4  BEcho#;  jeder  Emhtang  #in#nr
neuen  Ablieferung  eln  Psbantrete  Vergnügen  verschaftt.
lochuchtungsvoll  ergebons
G.  A.  Moinze,  Musikdiroktor  u.  Komponisl.

18.  Dozombor  1893.
Moine  BRekannton  sind,  wie  es  in.  alle  im  n,  Besitao  lhros
Blattes,  wolar=  W  tin  ll  Ulics  l«·ioiiiiiiu-t  un
sorgung  machon.  Gor  orde  ic  ·
Vor-isslichlicit  desselben  und  mit  vorken  Ueberzeugung
lIus  Lic  lien!

 

 

Das  Echo

Zuwenden.
wird  daher  jean

.  H.  Schorer,  G.  m.

damit  dieselbe

   

 

or
„  Das
eick.

N
lange  Zelt  dlrekt  vom  Verlag  oder

Organ  der  Dentschen  im  Auslande  und  Chronit=  der  Zeitereignisse,
betrachtet  ecs  insbesondere  als  seine  Aufgabe,
!*  ben  der  Deutschen  im  Auslande  die  seekgehe  Aufmerksamkeit  zu-Deutsche

  im  Auslande  gebeten,  seine  Adresse
b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstr.  29,

hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  u.  portofrei  zu  übersenden.
und  i  von

cem  Leben  und  Treider

  Verlagshandlung


zum

 
 
   
 
  
  
 
 

   
 

#s

  
 

tor
PenoewZ
seho“  vom  Tage

werden
und  der
Beinoge  ur  bellebse
        <pb n="846" />
        Arthur  Koppel,  Berlin  N.  .,

heenstr.  22
(am  Bahnhof  Friedrichstrasse).

Fabriken  in  Bochum,  Camen,  Wolgast  i.  P.

„Koppelrail“.

 

Telegramm  Adresse:

 

—
Transport"  des  Zuckerrohr  urcn  Zugthiere  in  Java-——

  Leldbahnen  für  die

Kolonieen.

 

 

Bekanntmachung.

In  das  bei  diesem  Konsulate  geührte
  Prokurenregister  ist  für  die
98  Handelsgeselschaft
Hansing  &amp;amp;  Co.,
Hauptniederlassung  Hamburg,  Zweigniederlassungen
  Zanzibar,  Kilwa,  Daressalam,
  Mombassa,  folgende  Einteagun-
  7
r  Nr.  9  ist  am  8.  Oltober  1897
munn  daß  dem  Kaufmann  Hermann
  Alfred  Lemm  hierselbst  Prokura
  für  die  hiesige  Iweignieverlafsung
mit  Wirkung  vom  7.  Oktober  1897  a
ertheilt  worden  ist.
Zanzibar,  den  8.  Oktober  1897.
Der  Paiserlich  bni  Konful.

Freiherr  v  Rechenberg  (1.-4)

Lärjllautagknhksitzkkl

Zwei  junge  intelligente  Gärtner,
die  sich  dem  Plantagenbau  widmen
nöchten,  suchen  bie  zum  Frühjahr  1898
Stellung.  Gefl.  Offerten  erbittet  (119)
Gustav  Simon,  Stuttgart
(Deutschland),  Stöckachstraße  50.

 

 

 

I.  Tippelskirch  &amp;amp;  (0.

Berlin  NW.,  Weustädtische  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),
Spezial-Geschäft  für  Tropen  Ausrüstungen,
empfehlen  sich  insbesondere  zur  Bescha  #ebersolher  Ausrütstun  en
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  e  Aufenthalt  in  übereeischen
  ern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und

agdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artike
Zusammenstellungen  auf  Grund  versönlicher,  Erfahrungen  und
eka  Forschungsreisenden  werde  ger
hachsen  t  und  dazu  Aebe  über  Ziel,  Zweck  und  nt  Deuer  der
Reise  erbeten.  (60)

 

Sôökeland-’Export  Pumpernickel
und  Schwarzbrot.  ½

Unerreichte  Haltbarkeit  in  jedem  Klima.  Auf  der  Berliner  Gewerbeausstellung
  von  1896  waren  112  Jahr  alte  Pumpernickel  und  Schwarzbrote
  ausgestellt,  welche  ceine  Reise  um  die  Erde  zurlekgelet.  hatten.
iele  Auszeichnungen,  zuletzt  Berliner  Gewerbeausstellung  1
*—5  erbitten  an  Harder  &amp;amp;  de  Foss,  Hambierg  tur
as  Inland  E.  Süsceland  &amp;amp;  Söhne,  Berlin  NyFr.,  oder  Mandsber.
        <pb n="847" />
        —  737  —

I

 

 

 

 

Pl  sa-»JJ«MJPJS-JIÆ«C»,MHE
ÆLISEWJMXJWMEDÄSHEZ  Neu!  Neu!

I  —.  2  ———*  kroen.  s
J  #T

in  drelTheile  zerlegbar,  speziell

2  —  —Wö  E  *  r  Propen  massir  gebaut,  ver-""
  schraubt  und  ver  puert  in  zwei

&amp;amp;  i*ie  ;  *  kleine,  leicht  transpor--(97
  1  tuble  Holz-  und  Zinkkistchen

  empfehlt

Aloys  Maier
in  Fulda,
Harmonium-Magazin.
(Gegr.  1846.)  (185)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

      
        
          
        
      
 
        
 
          
            
      
        
 

bilden  die  folgenden  likterarischen  Ersckeinungen:

Biograpbien,  (Demoiren,  Briete.

(Neuer  Veriug  der  Königl.  Heftbuchhendlang  ven  E.  S.  Mitller  K  Sohn,  Perlin  8W12.)

meiland  General  der  Artillerle
rinf  Kraft  zu  Zohenlohe-  Shgel  errln  ichee
des  Kaisers  und  Königs  Wilhelm  1.).  im  Lecben.  Wichpungen.  Erster  Band:
Vom  Revolulionsjahr  1818  bis  zum  h  ##  ne  nt  m  B.

M.  «,  elegant  geb.  M.  9,50.

Hrof.  Dr.  Rudolph  Genée,  Seiten  und  re  Huleballe,  und  deee

Das  teben  des  UMöniglich  *
August  ven  Geeben,  Infa  Werle.  Don  e  ah  Be  Wrolteider

Iriesen  Goebens  an  eine  Familie  besonders  aus  #  1I  visgen  von  1866  und  1870,71.  W  weie
Bidiissen  wei  Bä  Preis  M.  19,50,  d  heb.

ölich  Wescenen:
ehemals  Stabschef  des  G6  als  E.  B.  Sluart,  5äwei  3  e
eros  Len  Lercce,  im  Sat  und  T  *  g  Er  3.  ua  .  öe  an

ein
leitskriege  der  v#  dereien.  *5½5½  .  n  En  r  .  übersetzt  von  Kachler,  Ober  tnnJs
usgab

 

 

Deuische  Original  3.  Auflage,  mit  cinem  Achtrags  #3wwanzig  Jahre  später“.  Jwei  Bänbe.

Mit  zwei  Lichtdruck-Portrails  und  einer  Karle.  Preis  M.  d,—,  in  1  Band  hebun  M.  10,50.

eborene  Schm  von  Dernath.  Ein  Lebensbild

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mit  gioßem  Eiser  betrleben  zu  werden
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etectiv-Institutund  Iungte

  

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738

   

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F

 

-
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Holfmann,  Heffter  &amp;amp;  Co.,  Leipzig,
Wein-Export.  1.

Spezialität:  Pasteurisirte  Weine.

Heffters  Vinum  rubidum  pasteuriense,
bekaunter  pasteurisirter  Rothwein  in  Exportkisten.
Schutzmarke  No.  2203.  (2)
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Wamngreshandlung  Aur  Kubli

Gesr.  1854.  Saanlfeld  a.  S.  (Germany),  (Cer.  184.)
prämfirt  mit  der  Silbernen  Nedaille  auf  der  Ausstellung  im
Messpalast  zu  Berlin  1896.
emplichlt  für  den  Export  nach  allen  Ländern  ihre  anerkannt  vorzüglichen
BRhein-,  Mosel-  und  Pfülzer  Weine

zu  äussersten  Preisen.

Alan  verlunge  Preisverzeichniss.  (152)

 

Cuustav  F.  A.Guhl  Alless,

Hnmburg.
Konserren,  Delikatessen,
Schiffsproviant,  Weine  ete.
lür  Export-  Fnktorei-,  Murineund

  Armce-Bedarl.  (120
Spezialität:
Export-Packungen
baltbarer  Nahrungsmittel  Jeder  Art,
auch  Kaviar  etc.  lür  Tropen-Klima.

Orders  ellektulren  nur  durch  Exporteure.

Enrique  Augener,  L#s  Palmas,  Cran  Canuria.

Bllligste  Dezugsduclle  für  in  Westafrika  mitTgutem  Erfolge  eingeführte

e  e
Canarische  Hausthiere:
6s  15.—  bis  25,—,  Nalthlere  en  L  25,—  bis  40,—,
se  "  »—  2  I  »—  5  „i

Kühe  4  „  15.—  „  20.—,  Hallen  *1•-  1.—  2.—

 

 

 

.  Cf.

Für  Südwest  arike:  :

Dromedare,  Ersatz  für  Ochsen,  en.  15,—.
Kartoffeln,  Zniebeln,  Tropfsteine,  Madelra-Möbel,  Wein  ete.
Jähere  Anguben  und  Relerenzen  stehen  zu  Diensten.

#migus  nsnn.  14  nn  G#  (ann

(14)

 

 
     

—i  Aessstereounn  7
hlcago  1893.
HKöchste  Auszeichn.  (Olplöme  #.
d'Honneur)  Antwerpen  1894.

        
 
 
 

Fabrik  2
Lochmann'scher
Musikwerke  83
Aktiengesellschaft  S

 
 

Leipzig-  Gohlis.
Ausschlisssliche  Fabrikontin  der
Symphonionse
mit  uswechselbaren  Nolen-·
  sen  7)

!««1)tol·-bnk  in  ilrer  art
nltesto  und  grõas  to  der  Welt  2
n

     
      
            
   

 

August  Jasper,  Emden,

Herings-  Export.

Export  deutscher  Heringe
und  Sardellen

nuch  allen  Ländern  in  besonderer

Verpuckung,  die  gute  Ankunst  gewährleistet.

  10)

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Aug.  Michel

Hollleferant
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den

 

Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  ((40)

Allelnige  Agenten  fur  den  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voss  in  Hamburg.

Sehmisdeisorne  Fenster

und  Oberlichte  jeder  Art,  (Ie)
schmiedeeiserne  Treppen,  Thllren
und  Thore  kfertigt  als  Spezialität
R.  Zimmermann,  Bautzen.

M.  A.Franekackt.

Inhaber:  Emil  G.  Meleitu,
Hamburg.
Export  von

I
A#nlenprodreten.

Eingetrag.  Schutzmarke:  „Fama“.

Lindner  &amp;amp;  Olterdinger

Franklurt  n.  J

emplehlen  ihre  leichten,  reinvolee.
nen,  lastisrhen,  nicht  eiptzehenden
erémesurbene

Crüpe-  TIimie  l.  h—

Aerztlich  empfohlen.  Vorzüglich  für
die  Tropen.  Auch  Detail-Verkaul.

 

 

 

INuster  u.  illustr.  Preisliste  franco.
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Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWer.

Die  deutsche

Kolonial-Gesetzgebung.

Sammlüung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  be  üglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und  internationalen

  Vereinbarungen

mit  Anmerkungen  und  Sachregister.

Auf  Grund  amtlicher  Quellen  und  zum
dienstlichen  Gebrauch  herausgegeben

von

Riebow,
Gerichtsassessor.
1893.  Geh.  Mk.  14,  gebd.  Mk.  16.
Demnächst  erscheint:
Nachtrag  zu  obigem  Werke.
Enthaltend  alle  bis  auf  die  neueste  Zeit

für  die  Schugge  ebiete  ergangenen  Vernungen
  2c.

 

oomzhaues

 

Neue  —

«  Lathyrus  silvestris  Wagneri
agners  Waldplattorbse).
Hohinoreczeil.  von  ullen  schädlichen
  Bitterstolfen  befreit!
Gedeiht  anch  auf  den  armsten
unn  selbst  Sand,  Gerbll.

 

Köchster  Nährwerth  von  25—30%
Protein  (Klec  nur  13.5%).
Ausdauernd  —  wldorsteht  leder  Dllrro.

Lathyrus  latifolius  Bastard
gleichfalls  mPm  und  widerstandeslähige
  P  utterpflanze.  Auch
kür  fesuchten  Boden  geeignet.

-  Protefngshaltzzzspjq

Polygonum  sachalinense
Sachalin  -  Knötcrich),
Gedeiht  ausdauernd,  auch  auf  feuchtem,
  lehmigem  u.  sumpfigem  boden.
Prolelngehalt  18,97  %.
(l#chtige  Vertreter  iin  In-  und
1  Auslund  gesuc
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Encyklop.  Wörterbuch
der  ongl.  und  deutschen  Sprache.

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Ausgabe.  Schul-Ausgabe.
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nebst  Supplemem  dennern)  n
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(englisch-deutsch)  Teil  1

2460  Sciten  (englisch-deutsch)

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Teil  I1

(deutsch-englisch)

liegt  Ende  1898

sertig  vor.

Teil  I#
(deusch-  englisch)
crscheim  seit  Januar
180  i

50  Alk-  umd.  rEf  in
1  kompl.

Suchs-Villatte  und  Muret-Sanders  sind  unter  allen  ähnlichen

Werken  die  neuesten,  reichhaltigsten  und  vollständigsten.
welche  bei  jedem  Worte  angebe

die  einzigen,

Sie  sind
1.  Aussprache,

i:
2.  Gross-  und  Kleinsehreibung,  3.  Konjugution  und  Deklinnation,
4.  Stellung  der  Adlektirn,  5.  Etymologie  etc.

„Suchs  -Villatte  ist  die
nenen  Wörterbücher.

rone

Lexikon.“  (Wendt,  Encyklopüdie,  8

er  in  Deutschland  erschie-Selten

  hut  ein  Werk  eine  so  allgemeine,
vielseitige  und  wohlverdiente  Angrhegnuns

gesunden,  wic  dieses

uret-Sanders  ist  jedensalls  dus  0  gendeter  Werk  der

2
nentteen  anglo-germanischen

8
und  Meer,  Stuttgart,  lleit  12,  1892.)

(Ueber  Lund.
(12)

Lexikographie“.

 

Langenscheldt'sche  Verlagsbuchhdlg.,  Beriln  SW.  46,  Halleschestr.  7.

 

 

 

*  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

Soeben  ist  erschienen:

Neunzig  TCage  im  Zett.
Meine  Beise  nach  Ahehe

Juni  bis  September  1897.
Von
Liebert,
Generalmajor,
Kaiserlicher  Gouverneur  von  Deuisch-Ostafrika.


mit  einer  Stizze.
Preis  Mt.  1.—

Das
Reichsbeamtengesetz

erläutert

von
Perels,  und  Dr.  Spilling,
Geh.  Admiralitölsrath.  Geh.  Ober.  Postratb
Weid  5  5  M.  geb.  5.  60“r  M.

    

 

 

 

 

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

HHobrttererant  Sr.  Majesede  des  Katfsers,

oflerirt  nebst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemüsen,  soweit  sich  dieselben.
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  Iin  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  liesert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—

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täglichen  Unterhaltungs-Beilage,
wöchentlichen  Landwirthschaftlichen  Beilage,
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v.  Hollebes,  aal  Flotten-Leben.
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S——  Werke  der  deutsehen  und  ausländischen  Litteratur.

Verlag  von  Dietrich  Reimer  (Ernst  Vohsen),  Berlin  SW.,  Wilhelmstrasse  29.

etcSBReich  Mlustriertes  Nationales  Prachtwerkt  ——m—  .

Deutschland  und  seine  Kolonien  im  Jahre  1896.
Amtlicher  Bericht  über  die  erste  Deutsche  Kolonial-Ausstellung.
Herausgegeben  von  dem
Arbelts-Ausschuss  der  Deutschen  Kolonlal-Ausstellung.

Graof  r.  Schwesost.  (#  v.  Berk.  77  J079.

Redaktion:  Gustav  Geihecte,  —  Mitsybeitoer:  Dr.  R.  Bütiner,  Prof.  Dr.
v.  Danckelman,  Dr.  C.  Dove,  Dr.  med.  W.  Gronauer,  Dr.  Gurke,  A.  Janssen,
Dr.  R.  Kiepert,  H.  Linkens,  Drof.  Dr.  v.  Lusch,  an  Matschie,  A.  Merensky,
Frl.  f  Clara  Möseler,  Eugen  Neisser,  Dr.  Stromer  v.  Relchenbach,  Prof.  Dr.
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Zeichnungen:  Rudolf  Hellgrewe.  —  Elnband:  Otto  Eckmann.

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eines  lünkzehnmonnti  en  Ausenthalts
im  Dschaggalande  v.  Prof.  Dr.  Georg
Volkens,  Privatdozent  der  Botanik
an  der  Universität  Berlin.  Ein  Band
Br.  80  mit  11  Vollbild.,  28  Textbild.

und  1  Karte.  Preis  eleg.  geb.  —8

gehestet  A  B.

 

Teschemntbörterbch  der  enolt-  Lm#beisten  zur  regelmässigen  ärztschen

  rend  derctschen  Sprache  lichen  Rupport-  u.  Berichterstattung

von  Thieme-  „Magausspn.  15.Aufl-über  die  Kaiserliche  Jehatateuppe

lage.  34  Bogen.  Geb.  Mk.  3.50.  in  Deutsch-Ostafrika.  Prei

Verlag  von  nendeke  &amp;amp;  LelunkuhlVer  lag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
in  Hamburg.  (6)  erlin  8W.

Soeben  erschien:

Weltgeschichte

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWie,  Kochstraße  68—71.

 

 

Ein  seltenes  Buch  —  von  hohem  Interesse  für  jeden  Deutschen!
Das  Buch  bietet  geistigen  Genuß  beim  Lesen,  neue  Gesichtspunkte
und  Anregung  zu  eigenem  Nachdenken.  Mehr  als  auf  eine  reichliche
Menge  der  Thatsachen  zielt  der  Verfasser  daraus,  die  leitenden  Ideen

der  Zeiten  hervorzuheben  und  uns  Deutsche  aufzufordern,  ihre

Anwendbarkeit  auf  unsere  Geschicke  zu  prüfen.

in  Umrissen.

Federzeichnungen  eines  Deutschen,
ein  Rückblick
am  Schlullse  des  19.  Jabrhunderts.
Geheftet  Mk.  9;  in  Halbfranzband  Mk.  11.

 

 

 

 

(no)

 

 

Seneter,  II.,  Trop.ortk##er,
Ilundbuch  für  Pflanzer  u.  Kauflente.
Aufl  (bearb.  v.  Dr.  Hindorl  u.
A.  )  44  776  S.,  94  Abbild  geh  15.4
II.  Bd.  701  S.  u.  39  Abbild.  „geh.  15
III.  Bd.  818  S.  u.  155  Abb
IV  Bd.  1,.  Abth.400S.u  *q  „h
IV.  „2.  496  u.  9
Durch  jede  Buch.  bnalun
führliche  Prospektemit  genäner
Inhultsangube  gratis  und  frunko.
eder  Band  einzeln  käuflich.  (10)

Hinstorflsche  Hoflbuchbdlg.,  Wismar.
Die  Iokenzoller  *  ders  deik-Sche
  Fater  von  Dr.  R.  Graf
Stillfried-  Alentara.  nd  Prof.  Dr.
Bernh.  Kugler.  Fünfte,  von  Prol.
Kugler  neubearbeitete  und  bis  auf
die  Gegenwurt  ergänzte  Aullage.
IIistorisches  Prachtwerk  mit
zZahlreichen  Vollbildern  und  Textillustrationen
  in  Holzsechnitt,  Briellacsimiles,
  Kurten  u.  Beilagen.  Ele
gebunden  mit  Goldschnitt  12.
Verlag  von  F.  A.  Berger  in  Leipzig,
Königstrassc  13  I.  (ns)

Dnsere  Schietzkr#eppe  in  Ose-#i
  Len  Georg  Mnercker,
Pr.  Lt.  im  D  egt.  No.  23,  chemal.
Osffiz.  d.  Seale  Mie  34  Illustr.
z  Th.  n.  Qriginalsusehmen  d.  Chefs

 

 

 

28

 

 

 

*

 

 

 

amsay.  von  Karl
Leemen  Berlin  W.  41.  4  3.—.

Kennen  Sie  d.  meueste  Buch  .  durch
seine  wunderbar.  Heiler  solge  weltberühmten


Prälaten  5
betit.  odlzillhn
Nheres  darllber  enthält

Kall  gratis  und  dran  ilo  Faeenr

amentcd

(71b)

die  Uberältliche


 

enpten.  Bayern.

Indeory,  Dr.  R.,  Der  landwirthschustliche

  Werth  und  die  Besiedelungsfühigkeit

  Deutsch-  Südwestafrikas.

  Zweite  Aufl.  4  1,80.

Verlug  von  E.  S.  Autler  4  Sobn,
in  8
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        Fpaen-  Bräu

München.

Lurseliile  Export  des

B#  4  Oiiginal-Ilaschen-Mbzuges

der  Brauerei
durch

Karl  Dürrwanger,  münchen.

Export-Vertreter  in  Hamburg  (für  den  Brauerei-Abzug):
Alfred  Geisen  dörfer.
-

  

Kürnberg  1890:  Goldene  Staatsmedaille
für  besonders  feine  und  reinschmeckende  Biere  und  für
langjährigen  großen  Export.  G)

a#  r  “z  —

   

 

Export-Bier

Kalser-Brauerel  &amp;amp;  Co.  In  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Stelnguttabrik,  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebruder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenstr.  45.  (145)

 

 

-
2—

rust  Krast,
Ranburs,

übernl  t  1ece  Commisslon  und
Spedition  nach  und  von

Wost-  und  Ost-Afrika

zu  den  bllllgsten  Bedingungen.
-  Telegramm-Adr.:  Afrilkraft.
Ferneprecher:  6  O

Amt  I.  4257.
*
L

 

       
  
 
  

  

 

Deutschen  im  Auslande
kann  nicht  genug  ompfohlen  wordon  alter

□
Steinberger  Korn
in  Kisten  à  12  Litorflaschen  billigst.  (61)
R.  Peter,  Goslar,  Korpbrennorei,  gogr.  1785.
BExport-Vortret.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Namborg.

 

  

Ssen
„Kempien.

   

uset

 

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Ersolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  beiggen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  r'is  sehr
lung  palte  und  6  ebekbmmlich,  auch  von  den  Hepein  Aerzten  der  deutschen
Sclen  empf
Eaun  in  isen  zu  50  1/1  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbranerei  o  Malzfabrik
Albert  Bie  (m)
Berlin,  Sirariiel  3—6.  Norundet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sanssöar  und  Madagaskar  hat  die  Dentsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

m——al.

 

Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften

Zur

Kolonial-Litteratur

sowie  zur

Länder-  und  Völkerkunde

ans  dem  Verlage  der  Königlichen
Notbrehandfung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWu,
steht  Interessenten  kosten##et  zu
Diensten.
        <pb n="854" />
        —  744  —

WoERMANN-LINTE.

Man  18.  Dezember:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Ihreke,
via  Antwerp  en  nach  Gibraltar,  Marocco,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Bathurst,
issao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  Dezember:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt  Ramm,
nach  Las  Palmas,  Teneriffe,  Conakry,  Monrovia,  Toso,  der  Goldküste,  Whydah,

Kotonou  und  Kamerun
Am  31.  Dezember:  P.  D.  „Kurt  Wo#rmann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Sénégal,  Liberia  und  den  Hüafen  der  Südwestküste  Afrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Am  10.  Januar:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Lome,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loango.
MAMAachste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  25.  Januar  und  ferner  am
25.,  jedes  zweiten  Monats.
Atte  Guter  muüssen  cm  Tage  vor  dem  4bgangsdattum  bis  12  Uhr  mittags  lnsseite  gsein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  die  Woermann-Linie
Hamburg,  Gr.  Reichenstrasse  27.

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.

Regelmässige  Post  dampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neunpel  anlaufend.

 
 

 

 

Die  nächsten  fahrplanmäössigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg:  ab  Neapol:

R.  P.  D.  „KOENIG“,  Capt.  Dohler  22.  Dezember,
R.  P.  D.  „GENERAL“,  Capt.  Gauen  29.  Dezember,  12.  Januar  1898
Von  1898  ab  vierzehntägiger  Betrieb:

von  Hamburg:  von  Neapel:
*  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorrllll  .  .  .  ..p  19.  Januar,  2.  Februar,
O,  ApMuIRAL“,  Capt.  Wesst.  2.  Februar,  16.  Februar,
,KANZLER“,  Capt.  Elsoaoaoan  16.  Februgnsr,  2.  März,
o.  „REICHSTAG“,  W-  Weisskean  2.  März,  16.  März,

nach  Mombass#u,  Tanga?,  Pungnni?d,  Sandani,  Bagamoyo,  Dar-es-Saldm?7,  Sansibarz,  Kllwa,  nal,
Mikindani,  Iho,  Moxamblaue,  duellmanee,  Chinde,  Beirn“,  Inhambane,  Delagonbal,  Durban
Die  mit  einem  versehenen  Dampfer  nehmen  nach  den  mit  gleichen  Zeichen  verschenen  Hälen  nur
Passagiere  und  nach  den  mit  einem  '"  versehenen  Häfen  auch  Lodung
Die  mit  einem  OC  verschenen  Dampler  nehmen  Passagiere  und  Ladung  nach  allen  genannten  Plätzen
mit  Ausnahme  von  Durban.
h·  Dbampfer  Raben  vorztgpliche  Etnrichtngen  N  Tussagtere  in  allen  Klassen.
Direkter  Durchverkehr  von  binnendeutschen  Plützen  nach  sämmtlichen  Anlanfhälen  sowie  nach  Transyanl
Johannesburg  und  Pretorin)  via  Delagonbul.
Alle  Güter  müssen  —  Zwei  Tage  vor  Abgang  des  Dampfers  längsseite  sein.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg  (#0)
wegen  Passage  die  Ham  b  Ameriksnjsoho  ketfahrt-Aktien-Gesellschaft
eowie  wegen  Fracht  und  ——
Deutsche  Ost-Afrika  -Linie,
Gr.  Reichenstrasse  27.

Dieser  Rummer  liegt  das  4.  Heft  des  X.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden!  und
Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  sowie  das  Inhaltsverzeichniß  des  Kolonialblattes  bei.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  M.  Junge,  Berlin.

Verlag  und  Druck  der  Königlichen  Hosbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  8  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  66—7.
Ausgegeben  am  15.  Dezember  1897  um  6  Uhr  nachmittags.
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